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In dieser Ausgabe: Trainingsschule (Rumänien) – Start in das neue Schuljahr Giurgiu (Rumänien) – Hilfe zur Selbsthilfe

Eine fröhliche, unbeschwerte Zeit … … erlebten viele Kinder im Ferienlager, hier im Kosovo, veranstaltet von Violeta und Sundim Selmanaj und ihrer Gemeinde. Bei großer Hitze hatten die drei Kindergruppen viel Spaß bei verschiedenen Spielen und beim Basteln von Figuren aus Luftballons. Sie hörten von der Liebe Gottes und sangen begeistert das Lied „Vater Abraham“. Selbstverständlich gab es auch gutes Essen, Nahrung für die Seele und für den Körper. Nun sind die Ferien vorbei und die Schule beginnt wieder. Auch die Trainingsschule in Brasov und ihr Leiter Paul Militaru starten in ein neues Arbeitsjahr. Lesen Sie den Bericht auf Seite 3.

Zeitschrift der Osteuropamission Nr. 9, September 2013, 26. Jahrgang


Impressum

Liebe Missionsfreunde

Herausgeber: Osteuropamission – Österreich Auweg 51 4820 Bad Ischl Tel. 06132/28471 E-mail: osteuropamission@speed.at www.osteuropamission.at Bankverbindung: Oberbank Konto 171-1363.93 BLZ 15060 IBAN AT181506000171136393 BIC OBKLAT2L ZVR-Zahl 495900299

Ein Lied Davids: Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Wie der köstliche Balsam, der vom Haupt Aarons hinabfließt in seinen Bart bis zum Saum seines Kleides. Wie der Tau, der von Hermon herabfällt auf die Berge Zions. Denn dort schenkt der Herr Segen und Leben für immer und ewig. Psalm 133

Kinderpatenschaften „Haus der Hoffnung“: Elisabeth Landgraf Höribachstr. 46 5310 St. Lorenz E-mail: beth.lisa@gmx.at Tel. 06232/2257 Medieninhaber: Mag. Josef Jäger Auweg 51 4820 Bad Ischl Verlagspostamt: Sponsoring Post GZ 02Z030205 S 4820 Bad Ischl Partnerorganisationen: Osteuropa Mission Postfach 43 CH-8624 Grüt Schweiz Osteuropa Misjonen Norwegen Kelet-Európa Misszió Ungarn Shidno Evropejska Misija Ukraine Istocno Evropejska Misija Serbien Eastern European Mission Kosovo Eastern European Mission Georgien Die Osteuropamission ist ein überkonfessionelles Missionswerk, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Evangelium in Osteuropa zu verbreiten. Unsere Missionsnachrichten senden wir gerne jedem zu, der daran interessiert ist. Der Nachdruck der hier veröffentlichen Texte ist nur mit Quellenangabe gestattet. Wir bitten um Übersendung von zwei Belegexemplaren. Die Missionsnachrichten erscheinen monatlich. Alle Spenden an die Osteuropamission sind von der Steuer absetzbar.

Versöhnung und Heilung der Vergangenheit Kürzlich habe ich bei einer christlichen Konferenz einen Freund wiedergetroffen, den ich schon mehrere Jahre nicht mehr gesehen hatte. Wegen unterschiedlicher Ansichten in der Gemeinde hatten wir uns damals im Streit getrennt. Zurück blieben Bitterkeit, Wut und Unverständnis. Ein Jahr später zeigte mir Gott, dass ich auf ihn zugehen und ihn um Vergebung bitten sollte. In mir war ein Kampf entbrannt. Wenn ich den ersten Schritt tue, dann sieht es so aus, als ob er im Recht gewesen wäre und ich im Unrecht. Er sollte sich eigentlich zuerst bei mir entschuldigen, denn er hatte mich sehr verletzt. Schließlich überwand ich meinen Stolz und bat ihn um Vergebung. Nun standen wir uns bei dieser Konferenz unerwartet gegenüber. Anstatt der Bitterkeit, die früher da war, empfand ich Liebe und riesige Freude. Die harten Worte waren vergeben, die Wunden geheilt und vergessen. So genossen wir eine wunderbare Zeit zusammen. Mir wurde bewusst, dass dies ein Wunder Gottes ist, welches die Welt so nicht kennt. Jesus versöhnte uns mit Gott, indem er bereit war, seine Krone abzulegen und in Demut am Kreuz zu sterben. So sollen auch wir unsere Krone, unseren Stolz, ablegen. Wie schnell passiert es, dass wir uns mit unserer Rechthaberei oder Besserwisserei über Menschen hinwegsetzen und dadurch Schaden anrichten. Einzelne Menschen, ganze Familien und Völker haben durch Streit und Krieg scheinbar unüberwindbare Gräben gezogen, die sie voneinander trennen. Die Menschheit leidet an zerrütteten

Beziehungen und deren Folgen. Es ist jemand nötig, der den ersten Schritt unternimmt. Jesus fordert uns auf, einander zu vergeben – ja noch mehr – einander zu lieben. Es ist einfach, diejenigen zu lieben, die sympathisch und nett sind. Doch jene zu lieben, die uns verletzt und abgelehnt haben, da braucht es schon mehr. Hier zeigt sich echte Liebe – eine Liebe, die denjenigen, der sie verschenkt, etwas kostet – und die derjenige, der sie empfängt, nicht verdient hat. Einheit bedeutet nicht oberflächliche Toleranz, sondern echte Annahme und Versöhnung. Nur wer bereit ist, in Demut seine Hand zur Versöhnung zu reichen, wird deren Früchte auch genießen können. Wie in Psalm 133 beschrieben, hat Gott dort seinen Segen verheißen – Leben in Ewigkeit! Lasst uns nicht nur Versöhnung predigen, sondern Versöhnung leben. Als Nachfolger Jesu wollen wir in Einmütigkeit und Frieden gemeinsam anderen dienen. Nur so kann der Heilige Geist wirken und wir können erkennen, was wir tun sollen, und unser Einsatz wird Frucht bringen. Die Sommeraktivitäten sind vorbei, so manches Projekt startet nun neu, und wie bisher möchten wir uns von der Hand unseres Herrn leiten lassen, um Seine Werke zu tun.

Christian Jungo Freiwilliger Helfer der Osteuropamission Schweiz


Trainingsschule (Rumänien) – Start in das neue Schuljahr Wie alle Schulen startet auch das Projekt „Trainingsschule“ in Brasov in ein neues Arbeitsjahr. Der Leiter Paul Militaru hat eine bewegte und schwierige Zeit hinter sich. Im Juni konnten seine schweren Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule in Graz operiert werden. Der sehr komplizierte Eingriff verlief erfolgreich und Paul konnte früher als geplant das Krankenhaus verlassen. Durch den kürzeren Spitalsaufenthalt fielen die Gesamtkosten geringer als veranschlagt aus, sodass dank der Großzügigkeit unserer Missionsfreunde noch Geld für die Behandlung der leichteren Bandscheibenvorfälle und der anderen gesundheitlichen Probleme zur Verfügung stand. Seine Frau Ligia und sein jüngster Sohn Lukas begleiteten Paul nach Graz und wohnten bei einer rumänischen Familie, ein Fahrer für die Hin- und Rückfahrt musste gefunden werden, die Kinder zu Hause brauchten Betreuung. Zusammen mit Paul und der ganzen Familie danken wir Gott von ganzem Herzen, dass die Operation gelungen und alles Organisatorische gut gelaufen ist.

der Trainingsschule, die alle sehr gute Erfolge erzielt haben, obwohl die Anforderungen höher und der Wettbewerb enger als im Vorjahr waren. Anmerkung: Das Gymnasium wird in Rumänien nur als Oberstufe geführt. Wer einen Platz erhalten möchte, muss eine Aufnahmeprüfung ablegen, bei der die Anforderungen hoch sind. Die Noten sind ein Punktesystem von 1-10 mit Kommastellen, sodass es viele verschiedene Noten gibt. Eine der wichtigsten Aufgaben der Trainingsschule besteht darin, dass die Schüler diese Prüfung schaffen, die Eintrittskarte für jede Art von höherer Bildung. Wir haben die Früchte dieses herausfordernden, arbeitsreichen Jahres geerntet! Für mich war es oftmals sehr schwierig weiterzumachen. Manchmal hielt ich Mathematikunterricht und konnte mich wegen der schrecklichen Schmerzen kaum bewegen oder sprechen. Einige Male verlor ich das Gleichgewicht und fand gerade im richtigen Augenblick einen Sessel, sodass ich nicht zu Boden fiel. Niemals dachte ich daran aufzugeben, denn die Arbeit war sehr erfolgreich. Meine Frau Ligia hat mich immer unterstützt und ermutigt. Sie bereitete das Schulmaterial und den Imbiss für die Kinder vor und war für alle ein großer Segen. Ich fühle mich reich beschenkt und danke zuallererst Gott für die ausgezeichneten Ergebnisse und unseren Missionsfreunden für ihre Unterstützung.

Nun befindet sich Paul in einer längeren Zeit der Rekonvaleszenz, in der er vieles nicht tun darf wie zum Beispiel Autofahren. Doch soweit er kann, ist er im Einsatz. Zusammen mit einem Freund hat er die Familien im Kinderpatenschaftsprogramm besucht und ihnen ihre finanzielle Unterstützung überbracht. Über die Trainingsschule hat er einen Bericht über besondere Ereignisse im letzten Schuljahr geschrieben, den wir etwas gekürzt widergeben:

Gott segnete uns alle reichlich in diesem Schuljahr. Wir konnten nicht nur unser Wissen, sondern auch sehr gutes Schulmaterial anbieten. Ein Bub aus einer armen Familie bewunderte die Stifte, die wir ihm für den Unterricht gaben. Niemals hatte er solche besessen. Den Kindern versuche ich zu zeigen, dass Gott uns das Beste geben kann, auch wenn wir arm sind.

Die beste Neuigkeit sind die guten Prüfungsergebnisse unserer Schüler in

Mit sehr guten Ergebnissen sind sie ein Zeugnis

Paul im Krankenhaus

für andere. Ein Bub oder ein Mädchen aus einer armen christlichen Familie kann diese entscheidende Prüfung mit einer sehr guten Note bestehen und ein sehr gutes Gymnasium besuchen, was meistens nur jene Schüler schaffen, deren Eltern zusätzlichen Unterricht bezahlen können. Schon so oft haben wir dies erlebt, doch ganz besonders im letzten Jahr: Ein Bub kam mit einem seiner älteren Brüder zu uns und bat, in unser Projekt aufgenommen zu werden. Er stammte aus traurigen Verhältnissen, kein Vater, viele Kinder, keine Unterstützung irgendwelcher Art. Wir nahmen ihn auf, wobei wir niemals ein Kind abweisen. Der Bub erhielt bei der Prüfung eine der besten Noten und wird ab September ein sehr renommiertes Gymnasium besuchen. Während die Jugendlichen das Gymnasium und später die Universität besuchen, versuche ich mit ihnen in Kontakt zu bleiben und sie, wo immer ich kann, zu unterstützen. Als ich gerade auf dem Weg nach Österreich zur Operation war, rief mich ein junger Mann an, der zwei Jahre lang in der Trainingsschule gelernt hatte, und lud mich und Ligia sehr bewegt zu seiner Hochzeit ein. Sein Vater war vor 14 Jahren bei einem LKW-Unfall gestorben und seine 9 Geschwister kamen auch in unseren Unterricht. Der junge Mann ist nun Arzt und ein Segen für viele Christen und viele Bedürftige. So erfüllt sich mein Traum, arme Kinder zu fördern, dass sie eine angesehene Stellung in der Gesellschaft erreichen, ein gutes Zeugnis sind und selbst den Armen helfen.

Besuch bei einer armen Familie


In den großen christlichen Familien gibt es viel Not und Mangel. Zu Weihnachten bereitete Ligia für viele Kinder ein Essen in unserem Haus vor und es gab auch persönliche Geschenke. Zwei Zigeunermädchen waren vom Obst, den Kuchen und Geschenken völlig überwältigt. Sie aßen, als wären sie ausgehungert. Oft bekomme ich Anrufe von Familien, dass sie nichts mehr zu essen haben. Zusammen mit den Schülern hatten wir bei

In der Trainingsschule

der Weihnachtsfeier eine sehr intensive Gebetszeit, wobei mich die Gebete der Kinder sehr bewegten. Eines der erwähnten Zigeunermädchen lebt in einem sehr armen Dorf in der Nähe von Brasov. Als dort vor zwei Jahren ein Zeichenwettbewerb veranstaltet wurde, gewann sie den ersten Preis. Diese Wettbewerbe waren landesweit von der Frau des amerikanischen Botschafters veranstaltet worden. Das Mädchen gewann auch landesweit den ersten Preis und wurde in die amerikanische Botschaft eingeladen, wo die Frau des Botschafters diesen persönlich überreichte. Es ist eine Freude, wenn Gottes Kinder zeigen dürfen, wie begabt sie sind! Unser Budget ist immer klein, doch wir sind gesegnet und

konnten Essen und das nötige Schulmaterial kaufen. Auch der Minibus ist eine große Hilfe, er läuft ausgezeichnet, brauchte keine Reparaturen und es gab keine Schäden. So viel habe ich erlebt und erfahren, doch Gott gebührt aller Dank und alle Ehre! Er ist so gut zu uns und den Kindern, Er hält seine Verheißungen und alle guten Gaben kommen von Ihm. Euch, liebe Missionsfreunde, danke ich für Eure Wertschätzung und Eure Unterstützung, eine so wertvolle Hilfe. Lebensmittel und Kleidung sind eine sehr wichtige Hilfe für Bedürftige. Um Ausbildung zu finanzieren, braucht man einen längeren Atem, doch die Hilfe multipliziert sich. Wer Paul Militaru und sein Projekt unterstützen möchte, vermerkt bitte „Trainingsschule“, vielen Dank.

Giurgiu (Rumänien) – Hilfe zur Selbsthilfe Beruf, da er seine frühere Tätigkeit nicht mehr ausüben kann.

Familie Stefan Ein warmes Heim und Bienenstöcke für Familie Stefan Trotz der Entfernung wird auch Familie Stefan in Giurgiu von Paul Militaru betreut, der uns die Eltern, die von einem Schicksalsschlag sehr hart getroffen wurden, mit den drei Kindern sehr ans Herz gelegt hat.

Dank der Hilfe unserer Missionsfreunde konnten die nötigen Bienenstöcke gekauft werden. Leider wurde ein Teil davon gestohlen, sodass dringend Ersatz gebraucht wird. Ein Bienenstock kostet etwa 100 Euro, etwa 15 zusätzliche werden gebraucht, damit die fünfköpfige Familie davon leben kann. Ohne regelmäßiges Einkommen muss Ion ständig Schulden machen, sodass die Familie bereits in Gefahr war, ihre Wohnung zu verlieren, was die Osteuropamission durch rasche finanzielle Hilfe verhindern konnte.

Familie Stefan begann vor zweieinhalb Jahren, sich nach einem tragischen Unfall des Vaters eine neue Existenz aufzubauen. Ion Stefan wurde schwer verletzt und leidet immer noch unter den Folgen und an anderen gesundheitlichen Problemen.

Ein Traum wäre die Anschaffung eines gebrauchten Wohnwagens, um die Bienenstöcke besser überwachen zu können.

Trotzdem arbeitet er hart in seiner Imkerei, früher sein Nebenerwerb, heute sein

Ein zweites großes Problem ist die fehlen-

de Heizung in der Wohnung. Die Familie Stefan kann nur elektrische Radiatoren verwenden, was die Räume nicht erwärmt und überaus teuer ist, oder Gas in Flaschen, die oft nicht zu bekommen und ebenfalls sehr teuer sind. Es ist dringend nötig, Gas einzuleiten, um damit zu heizen und zu kochen. Solch ein System kostet etwa € 2.500,– und sollte unbedingt vor dem Winter installiert werden, damit die Familie mit den drei Kindern nicht neuerlich frieren muss. Wer der Familie Stefan, die dringend Ermutigung und finanzielle Unterstützung braucht, helfen will, vermerkt bitte „Familie Stefan – Bienen“ oder „Familie Stefan – Heizung“, vielen Dank.

Die Bienenstöcke


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