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Österreichische Lebens – und Rettungs- – Gesellschaft Bundesverband

Ö.L.R.G. Rettungsschwimmen Erkennen – Reagieren - Helfen - Retten – Bergen - Versorgen

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Rettungsschwimmen und deren Gefahren! Für ungeübte und auch geübte Personen stellt das Rettungsschwimmen eine erhebliche Gefahr da. Wenn möglich sollte der Retter ein zum eigenen Schutz ausgebildeter und trainierter Rettungsschwimmer sein. Denn wird eine ertrinkende Person durch Rettungsschwimmen gerettet, setzt sich der Retter immer erheblichen Gefahren für das eigene Leben aus. Zum einem können das Gefahren – vor allem in natürlichen Gewässern wie z.B. Wellengang und Strömungen – sein, denen jeder Schwimmer ausgesetzt ist. Besondere Gefahren drohen am Meer im Bereich baulicher Anlagen, wie Schleusen, Sperrmauern, Wehren und Hafenanlagen. Auch der Schiffsverkehr kann den Retter gefährden. Zum anderen geht von dem Ertrinkenden eine große Gefahr aus. Er versucht sich in Panik an den Retter zu klammern und drückt diesen unter Wasser, sodass der Retter selbst ertrinken kann.

Rettungseinsatz ohne Schwimmen ! Soll ein Mensch gerettet werden, so muss der Retter nicht immer schwimmerisch tätig werden. Ein Ertrinkender der nicht zu weit vom Ufer entfernt ist, kann durch einen angereichten Stock o.ä. herausgezogen werden. Häufig stehen an Seen, auf Schiffen und Booten Rettungsmittel wie Rettungsring, Rettungsball oder Rettungswurfleine zur Verfügung, die dem Verunfallten zugeworfen werden können. Motorboote , Ruderboote wenn möglich, sollten der schwimmerischen Rettung vorgezogen werden, da so der Verunfallte schon an Bord versorgt werden kann und die Gefährdung für den Retter minimiert wird. Einige Gewässer sind so flach, dass der Retter ohne zu schwimmen zum Verunfallten hinwaten kann.

Ö.L.R.G. Rettungsschwimmen Sollte ein Retter in den schwimmerischen Einsatz gehen müssen, sollte er immer, wenn vorhanden, Hilfsmittel, die ihm das Retten erleichtern, mitnehmen. Dies können Flossen sein, mit denen er Kraft spart und schneller schwimmen kann oder eben alles was sehr gut schwimmt. Luftmatratze, Wasserbälle, Schwimmbretter, Schwimmnudel, usw.. um die Eigengefährdung zu senken. Wenn möglich sollte der Retter auch immer weiteren Personen Bescheid geben und sie anweisen einen Notruf abzusetzen um weitere Hilfe zu erhalten.

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Rettungsgeräte Der Retter kann sich verschiedener Hilfsmittel zum Retten bedienen. Rettungshilfsmittel sind jegliche Art von Schwimmkörpern, die zum Zeitpunkt der Rettung in greifbarer Nähe sind, allerdings nicht ursprünglich zum Retten vorgesehen waren. Rettungsmittel sind Schwimmkörper, wie Rettungsringe und -bojen, die extra für eine Lebensrettung vorgesehen sind. Sie geben dem Ertrinkenden Auftrieb. Außerdem kann der Retter diese dem Ertrinkenden reichen, ohne sich in dessen Griffweite zu begeben und somit die Eigengefährdung senken. Bei gefährlicher Strömung oder Brandung kann es sinnvoll sein, den Retter mittels einer Rettungsleine mit einem Kameraden am Ufer zu verbinden. Dabei muss es dem Retter jedoch immer möglich sein, sich in einer Gefahrensituation schnell von der Leine zu befreien.

Rettungssprünge Um zum Ertrinkenden zu gelangen, muss der Retter häufig ins Wasser springen. Um Kraft zu sparen, sollte der Retter sich vorher entkleiden, wenn er nicht schon Badebekleidung trägt. Es gibt verschiedene Arten, ins Wasser zu springen. Der Retter muss den Sprung wählen, der ihm in der jeweiligen Situation am Besten erscheint. Beim Kerzensprung wird in gestreckter Körperhaltung senkrecht mit den gestreckten Füßen voraus gesprungen. Die Arme liegen seitlich am Körper an. Der Sprung bietet den Vorteil, dass der Retter den Ertrinkenden während des Sprunges im Auge behalten kann. Die Verletzungsgefahr bei diesem Sprung ist, insbesondere in bekannten Gewässern überschaubar. Das Auftreffen auf die Wasseroberfläche ist nicht sehr schmerzhaft. Dieser Sprung kann auch verwendet werden um schnell eine gewisse Tiefe zu erreichen. Beim Kopf oder Startsprung springt der Retter aus dem Stand heraus in gestreckter Körperhaltung mit den ausgestreckten Armen voraus in sehr flachem Winkel ins Wasser. Dieser Sprung geht unmittelbar ins Anschwimmen über. Der Retter kann so schneller zum Ertrinkenden gelangen. Der Startsprung lässt sich jedoch nur aus Höhen von ein bis zwei Metern durchführen. In unbekannten Gewässern sollte er nicht durchgeführt werden, da die Gefahr von schweren Verletzungen beim Auftreffen auf Unterwasserhindernisse sehr groß ist. Beim Laufenden Kopfsprung springt der Retter ebenfalls aus dem Laufen heraus. Er bietet die gleichen Möglichkeiten wie der Startsprung, es wird jedoch eine größere Weite erreicht. Beim Paketsprung oder Wasserbombe wird ebenfalls mit den Füßen voran gesprungen. Bei diesem Sprung werden die Knie an die Brust gezogen. Die beiden Hände halten die Füße fest. Der Kopf wird gerade gehalten um ein gerades eintauchen bei zu behalten. Der Retter trifft mit der großen Fläche, Fußsohlen und Gesäß auf das Wasser auf. Dadurch wird ein tiefes Eintauchen ins Wasser verhindert. Der Sprung wird angewendet, wenn unter Wasser Hindernisse erwartet werden, da das Gewässer unbekannt oder trübe ist. Muss der Retter über ein flaches Ufer (Strand) ins Wasser gelangen, rennt er soweit bis das Wasser zu tief wird und schwimmt dann weiter. Dabei hechtet er über die kleinen Wellen hinweg und taucht unter den großen hindurch um dem Widerstand der Wellen zu entgehen und sich mit der Grundströmung, die sich unter den Wellen bildet auf das Meer hinausziehen zu lassen.

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Anschwimmen Das Anschwimmen dient dem Retter dazu, den Ertrinkenden zu erreichen. Im Prinzip kann jeder Schwimmstil genutzt werden. Da mit dem Kraulschwimmen aber die höchste Geschwindigkeit bei optimaler Kraftausnutzung erreicht wird, ist dieser Stil meistens am besten geeignet. Jedoch wird es dem Retter durch die Kopfhaltung erschwert, den Ertrinkenden im Auge zu behalten. Er muss entweder den Kopf heben oder das Schwimmen regelmäßig unterbrechen um seine Richtung zu kontrollieren und ggf. zu berichtigen. Insbesondere bei Wellengang ist ein Sichtkontakt zum Ertrinkenden oft nicht möglich. Der Retter muss sich dann an markanten Punkten (z. B. Stege oder Gebäude am Ufer) orientieren, oder durch Zuruf von Land gelenkt werden. Beim Anschwimmen muss der Retter sich die Kraft so einteilen, dass er den Rückweg noch schaffen kann, da er den Verunfallten unter Umständen schleppen oder transportieren muss.

Erreichen des Ertrinkenden Wird der Ertrinkende erreicht, ist für den Retter größte Vorsicht geboten. Der Retter hält zuerst Abstand, um sich ein genaues Bild der Lage zu machen ohne der Gefahr einen Umklammerung ausgesetzt zu sein. Ist der Verunfallte in Panik, so versucht der, ihn durch Ansprechen zu beruhigen.

Verhinderung und Befreien aus Umklammerungen Wenn der Ertrinkende den Retter in Panik umklammert, kann er ihn unter Umständen unter Wasser drücken. In diesem Fall besteht akute Lebensgefahr für den Retter. Der Retter sollte Umklammerungen auf jeden Fall vermeiden. Dies kann er verhindern, indem er mit dem Ertrinkenden spricht und versucht ihn zu beruhigen. Dann kann er versuchen den Ertrinkenden von hinten anzuschwimmen und in einen Fly –Fesselgriff, Kopf, oder Achselgriff zu nehmen (Je nach Situation). Die beste Lösung ist, dem Ertrinkenden ein Rettungsgerät oder irgendetwas zuzuwerfen oder zu reichen, dass der Retter vor dem Losschwimmen mitgenommen hat. So kann sich der Ertrinkende an dem Hilfsmittel festklammern und der Retter ist in Sicherheit. Beim Versuch des Ertrinkenden, den Retter zu umklammern, sollte dieser Abtauchen und durch Wegdrücken des Ertrinkenden versuchen, die Umklammerung zu vermeiden. Bahnt sich eine Umklammerung an, muss der Retter die Befreiungsgriffe anwenden, die er gelernt hat. Merke!! Komm erst nie in eine Situation wo Du dich befreien musst! Sollte der Verunfallte sich nicht beruhigen lassen und beim Anschwimmen eine Umklammerung versuchen, sollte der Retter wieder Abstand gewinnen und weiter in sicheren abstand eine Beruhigung versuchen.

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Befreien aus Umklammerungen Der Rettungsschwimmer muss und sollte sich mit einem Befreiungsgriff aus der Umklammerung des zu Rettenden befreien. Wurde der Retter vom Ertrinkenden umklammert, kann er versuchen die Umklammerung durch Befreiungsgriffe zu lösen. Meistens treten zwei Arten von Klammergriffen auf. Beim Halswürgegriff von vorne umfasst der Ertrinkende mit beiden Händen den Hals des Retters. Beim Halsklammergriff umklammert der Ertrinkende den Hals des Retters mit beiden Unterarmen. Der Retter kann von beiden Griffen sowohl von vorne, als auch von hinten betroffen sein. Da sie den Bewegungsspielraum des Retters stark einschränken, sind die Halsklammergriffe deutlich gefährlicher. Das Prinzip der Befreiung ist immer gleich. Der Retter greift mit einer Hand das Handgelenk. Mit der anderen die Ellenbogenbeuge von einem Arm des Ertrinkenden. Wird der rechte Arm des Ertrinkenden gegriffen, so greift die rechte Hand in die Ellenbogenbeuge und die linke an das Handgelenk. Beim linken Arm ist es entsprechend umgekehrt. Bei einer Halsumklammerung ist immer der untere Arm des Ertrinkenden zu greifen, um den oberen Arm mit auszuhebeln. Nun versucht der Retter durch Hochdrücken des gegriffenen Ellenbogens und nach außen drehen des gegriffenen Handgelenks, den Griff auszuhebeln Ist ihm das gelungen, taucht der Retter unter dem Arm des Ertrinkenden, den er immer noch festhält, hindurch. Hinter dem Ertrinkenden taucht er wieder auf. Das Handgelenk des Ertrinkenden zieht es zu dessen Schulterblatt hin. Der Ellenbogen wird losgelassen. Die frei gewordene Hand greift das Kinn des Ertrinkenden. Die so entstandene Lage nennt sich Standardfesselgriff, mit dem der Ertrinkende sicher zum Ufer geschleppt werden kann.

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Tauchen Ist der Ertrinkende bereits untergegangen, bevor der Retter ihn erreicht, muss getaucht werden.

Streckentauchen Das Streckentauchen dient dazu, eine möglichst große Fläche mit einem Tauchgang abzudecken. Es wird verwendet, um den Ertrinkenden zu suchen. Die Technik ist der des Brustschwimmens ähnlich. Jedoch werden die gestreckten Arme weiter nach hinten, ganz an den Körper herangezogen (Schlüssellochzug).

Tieftauchen Das Tieftauchen wird verwendet um einen versunkenen, jedoch gesichteten, Ertrinkenden zu erreichen und an die Wasseroberfläche zu holen. Man kann kopf- oder Fußwerts tauchen. Der Retter muss dabei darauf achten, dass ein Druckausgleich gemacht wird. Um Kopfwärts zu tauchen, wird die Technik des Streckentauchens verwendet. Es ist die schnellere Art des Tauchens und ermöglicht das Erreichen größerer Tiefen. Beim Fußwertstauchen stößt sich der Retter im Wasser senkrecht nach oben ab, um eine höhere Sinkgeschwindigkeit zu erreichen und steht senkrecht im Wasser. Der Abtrieb wird nur durch Armbewegung und Ausatmen erreicht. Die Geschwindigkeit ist langsamer, die erreichbaren Tiefen geringer. Allerdings kann man sich nach dem Greifen des Ertrinkenden direkt vom Grund abstoßen.

Hilfsmittel Das Tauchen kann durch eine ABC-Ausrüstung erleichtert werden. Diese besteht aus Schnorchel, Tauchmaske und Taucherflossen.

Schleppen Die Disziplin Puppe schleppen bei Wettkämpfen im Rettungsschwimmen Ist der Ertrinkende nicht mehr in der Lage an seiner Rettung mitzuwirken, so muss er geschleppt werden. Dieses kann wegen Bewusstlosigkeit oder Erschöpfung nötig sein. Man unterscheidet Standard- und Fesselgriffe. Bei beiden Techniken wird der Verunfallte auf dem Rücken geschleppt, damit der Retter das Gesicht des Verunfallten aus dem Wasser halten kann. Das Schleppen ist anstrengender als das Transportieren, da der Retter nicht alle Körperteile zum Schwimmen benutzen kann.

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Standardgriffe Standardgriffe sind nur dann anzuwenden, wenn keine Gefahr der Umklammerung durch den Ertrinkenden besteht. Dieses ist entweder bei Bewusstlosigkeit oder beim Abschleppen eines ruhigen oder erschöpften Ertrinkenden gegeben. Im Kopfgriff wird der Kopf des auf dem Rücken liegenden Ertrinkenden beidseitig umfasst. Auch der Retter befindet sich in Rückenlage. Die Fingerspitzen liegen am Kieferbogen, die Daumen an den Schläfen, die Ohren bleiben frei. Der Kopf wird hierdurch überstreckt, das Atmen erleichtert. Der Ertrinkende liegt hier sehr flach im Wasser. Dadurch wird das Schleppen erleichtert. Sinkt der Körper ab, so muss der Retter ihn durch vorsichtigen Druck des Knies in den Rücken des Ertrinkenden wieder anheben. Die Fortbewegung wird allein durch die Beine im Grätschschwung erreicht. Dieser ist vergleichbar mit der Beinbewegung des Brustschwimmens. Beim Stirn-Nacken-Griff wird der Ertrinkende an der Stirn gefasst, die andere Hand unterstützt im Nacken. Ansonsten wird wie beim Kopfschleppgriff verfahren. Wenn mehrere Retter sich beim Schleppen eines Ertrinkenden ablösen, bietet es sich an, immer im Wechsel die beiden bisher genannten Griffe zu verwenden. Dadurch wird der Verunfallte nie losgelassen.

Zwei Rettungsschwimmer beim Üben der Fesselgriffe Beim Achselgriff befinden sich wieder sowohl Retter als auch Ertrinkender in Rückenlage. Der Retter greift mit beiden Händen von unten in die Achselhöhlen des Ertrinkenden. Auch hier wird die Bewegung durch den Grätschschwung erreicht. Dieser Griff ist nicht für das Schleppen bewusstloser Verunfallter geeignet, da der Retter hier nicht das Gesicht des Bewusstlosen über Wasser halten kann und somit die Gefahr besteht, dass der Verunfallte Wasser schluckt und ertrinkt.

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Fesselschleppgriffe Fesselgriffe dienen dazu, den Ertrinkenden in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dieses soll den Retter vor Umklammerungen schützen. Der Standardgriff stellt die Endphase aller Befreiungsgriffe da. Der Retter und der Ertrinkende befinden sich in Rückenlage. Der Retter hält mit seiner rechten Hand die Linke Hand (oder umgekehrt) des Ertrinkenden im Bereich der Schulterblätter auf den Rücken. Ansonsten gilt die Vorgehensweise des Kopfgriffes. Der Retter sollte außerdem beachten, seitlich versetzt auf Seite des gehaltenen Armes zu schwimmen, da der Ertrinkende dem Retter noch mit dem anderen, uneingeschränkten Arm durch Schläge oder Klammerungsversuche gefährlich werden kann. Im Seemannsgriff liegt der Ertrinkende auf dem Rücken. Der Retter schwimmt in Seitenlage neben ihm. Der Retter greift mit seinem rechten Arm zwischen dem rechten Oberarm und dem Rücken des Verunglückten hindurch und erfasst dessen linken Oberarm. Mit dem Ellenbogen drückt der Retter in den Rücken des Verunglückten und zieht dabei dessen Körper unter leichtem Anwinkeln des Armes zu sich heran. Natürlich kann der Griff auch seitenverkehrt durchgeführt werden (z.B. für Linkshänder). Auch hier steht ein Arm zusätzlich zu den Beinen als Antrieb zur Verfügung und der Retter kann sich durch Vorwärtsschwimmen besser orientieren. Allerdings sollte beachtet werden, dass dieser Fesselgriff nur eine geringe Sicherheit gegen Umklammerungen bietet.

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Transportieren Das Transportieren dient dazu, einem erschöpften Schwimmer zu helfen. Dieser muss allerdings noch bei Bewusstsein sein. Er kann unter Umständen. seine Rettung unterstützen. Da beim Transportieren alle vier Gliedmaßen eingesetzt werden, ist es effizienter als Schleppen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass der Ertrinkende in Panik gerät und den Retter umklammert. Dann sollte der Retter sofort einen Fesselgriff anwenden.

Transportieren mit einem Retter Hier gibt es zwei Techniken: Beim Schieben befindet sich der Ertrinkende in Rückenlage vor dem Retter. Dieser schwimmt in Brustlage. Der Ertrinkende stützt sich mit den ausgestreckten Armen an den Schultern des Retters ab. Er kann vom Retter gut im Auge behalten werden. Beim Ziehen hält sich der Ertrinkende einfach an den Schultern des in Brustlage schwimmenden Retters fest. Er kann die Rettung durch Beinarbeit erleichtern.

Transportieren mit zwei Rettern In der Floßtechnik schwimmen beide Retter im Bruststil nebeneinander. Der Ertrinkende hält sich mit ausgestreckten Armen an den Schultern der Retter fest. Er kann die Rettung durch Beinarbeit unterstützen. Auch in der Brückentechnik befinden sich alle drei Beteiligten in Bauchlage. Der Ertrinkende hält sich, wie beim Ziehen, an den Schultern des einen Retters fest und legt die Füße auf die Schultern des hinter ihm schwimmenden Retters.

Transportieren mit Rettungsgeräten Hat der Retter eine Rettungsboje mitgenommen, kann sich der Verunfallte daran festhalten und der Retter kann im einen beliebigen Stil an Land schwimmen, während der Verunfallte ihn durch Beinarbeit unterstützt. Dabei besteht aber die Gefahr dass der Retter den Verunfallten verliert, falls dieser sich nicht mehr festhalten kann.

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Anlandbringen I Die Technik des Anlandbringens ist von der Beschaffenheit des Ufers abhängig. Es muss auch immer ein Kompromiss zwischen schonender und schneller Rettung gefunden werden. An einem flachen, ebenen Ufer, z. B. Strand, wird der Retter den Ertrinkenden sobald wie möglich in den Rettungs -Rautekgriff nehmen und an Land ziehe Ist das Ufer flach und uneben, z. B. am Felsstrand oder Treppe im Schwimmbad, wird der Retter den Ertrinkenden über der Schulter an Land tragen. An einem steilen Ufer, das nicht hoch über das Wasser hinausragt, z. B. der Rand eines Schwimmbeckens. Hierzu positioniert der Retter den Verunfallten mit dem Bauch zum Beckrand und legt die Arme des Verunfallten auf diesen. Dabei sind die Handgelenke übereinander gelegt. Dann kann der Retter das Wasser verlassen, indem er sich mit einer Hand auf den Handgelenken des Verunfallten abstützt, damit dieser nicht zurück ins Wasser gleiten kann. Hat der Retter das Wasser verlassen, umfasst er die beiden Handgelenke des Verunfallten. Nun kann der Retter den Verunfallten mit ein bis zwei kurzen eintauchenden Bewegungen Schwung holen und den Verunfallten aus dem Wasser ziehen. Durch das schwungvolle herausziehen des Verunfallten wir dieser sicher am Beckenrand abgesetzt.

Anlandbringen II Dann kann der Retter ihn mit dem Rautek -Rettungsgriff weiter vom Rand wegtransportieren. In der Praxis kann das Anlandbringen des Verunfallten sich sehr schwer gestalten. Die Mitarbeit, die der „Ertrinkende“ in Übungen zeigt um sich am Beckenrand nicht zu verletzen, fehlt bei realen Verunfallten. Dadurch muss der Retter das Gesäß des Verunfallten bis zum Beckenrand hochziehen um nicht den Rücken des Verunfallten über den harten Beckenrand zu ziehen. Besser ist es hier mit zwei Rettern zu arbeiten. Muss das Anlandbringen über eine Leiter erfolgen, z. B. an Hafenmauern, so wird der Ertrinkende ebenfalls auf die Schulter genommen. Hierzu stellt der Retter einen Fuß auf die Leiter und lässt den Verunfallten auf seinem Knie. Dann taucht er kurz ab und nimmt den Ertrinkenden auf die Schulter. Anschließend steigt er die Leiter hoch. Nach dem Anlandbringen müssen die Retter Erste Hilfe leisten und Maßnahmen nach Bedarf durchführen.

Wichtig ist das Training Das Rettungsschwimmen ist mit großen körperlichen Anstrengungen verbunden. Außerdem setzen insbesondere die Befreiungsgriffe, das Schleppen und der Umgang mit Rettungsgeräten ein Beherrschen der Technik voraus. Daher sollte ein Rettungsschwimmer sich durch Training fit halten. Es bietet sich an, durch Schwimmen Kraft, Ausdauer und Kraftausdauer zu trainieren. Auch das Tauchen sollte immer wieder geübt werden, genauso wie die Befreiungsgriffe. www.oelrg.com Infos und Schulungen ©® Alle Rechte ÖLRG Bundesverband Österreichs

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