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SOMMER 2020

die

lobby

DAS MAGAZIN DER ÖSTERREICHISCHEN HOTELIERVEREINIGUNG /hoteliervereinigung

die lobby – Das Magazin für Mitglieder der Österreichischen Hoteliervereinigung - P.b.b. Verlagspostamt 1010 Wien - 07Z037315M

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CORONA: Was war, was ist, was bleibt? CORONA & RECHT: Die häufigsten Fragen der ÖHV-Mitglieder SCHWERPUNKT: Herausforderungen im Online-Vertrieb HOTELPORTRAIT: Hotel Krone in Au Titelbild: Hotel am Stephansplatz

www.oehv.at


EDITORIAL Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, an dieser Stelle möchte ich euch von ganzem Herzen danken! Danke für die vielen, vielen Nachrichten, die das ÖHV-Team und mich während den letzten Wochen per E-Mail, auf Facebook, WhatsApp oder seit kurzem ja auch wieder persönlich erreicht haben. Das zeigt uns nicht nur, dass wir mit dem, was wir tun, am richtigen Weg sind: die Branche und nur die Branche im Fokus unseres Handelns. Es gibt vor allem auch dann Kraft, wenn man glaubt, dass es nicht mehr weiter geht. In den dunklen Momenten und dann, wenn es so scheint, als würden die Windmühlen den Kampf gewinnen. Der schönste Zuspruch ist, dass wir alle, die ÖHV, in dieser schwie­rigen Zeit weiterwachsen. Jede Woche werden wir mehr, jede Woche wird unsere Stimme lauter. Und das ist wichtig: Denn noch nie in der jüngsten Vergangenheit war unabhängige Interessenvertretung so wertvoll wie heute. Wenn „an der Praxis vorbei geholfen“ wird, dann muss das gesagt werden. Wenn Regeln zwar gut gemeint, aber schlichtweg nicht durchführbar sind, dann gehört das aufgezeigt. Und: Die Erfolge der letzten Wochen, wie z.B. die USt.-Senkung auf Logis und Gastronomie, geben uns Recht. Denn mit Ja und Amen blindlings Abnicken und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen löst man keine Krisen – mit unabhängiger Expertise schon. In diesem Sinne: aufstehen, den Staub von der Schulter klopfen, den Blick nach vorne und gemeinsam fürwärts gehen! Ihre

Michaela Reitterer Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung

IMPRESSUM Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller: Österreichische Hoteliervereinigung, Hofburg, 1010 Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Markus Gratzer, Redaktions- und Projektleitung: Mag. Claudia Bär 1010 Wien, T: +43 (0)1 533 09 52-0, F: +43 (0)1 405 25 84, office@oehv.at, www.oehv.at Druck: Samson Druck GmbH – gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens, UW-Nr. 837 Grafische Gestaltung: www.br-design.at | Coverfoto: Hotel am Stephansplatz Für Inhalte dieser Publikation, die von Dritten stammen, übernimmt die ÖHV keine Haftung. Sprachliche Gleichstellung: In dieser Gazette werden nur die männlichen Formen angeführt, die weiblichen sind darin inkludiert.


INHALT Corona

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04 KURZINFOS 06 LOBBYING Corona – Eine Bestandsaufnahme 08 ZAHLEN DATEN FAKTEN Die Urlaubspläne der Österreicher für den Sommer

10 HOTELPORTRAIT Hotel Krone in Au

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14 THEMENSCHWERPUNKT: ONLINE-VERTRIEB 15 EINBLICKE ÖHV-Mitglieder über den Vetrieb in Corona-Zeiten

Portrait

18 SICHTBARKEIT Buchungslage und Kosten im Online-Vertrieb

20 ÖHV-PROFIT.DAYS 2020 Über Online-Vertrieb, Zahlungen & Finanzen

22 KONTAKTLOS ZAHLEN Bargeldlos als Standard & die PSD2

24 10 TIPPS Für mehr Direktbuchungen

26 INTERVIEW

Schwerpunkt

14

Dietmar Dahmen über neue Wege im Direktvertrieb

28 FACEBOOK & CO. Kann man Booking.com im Zimmerverkauf schlagen?

30 „INSTAGRAMMABLE“ ALS MUST-HAVE So überzeugt man auf Instagram

32 WEBSITE Wie man mit einer Online-Strategie mehr herausholt

34 RECHTSTIPPS Die häufigsten Corona-Fragen & unsere Antworten

36 GEMEINSAM FÜRWÄRTS

34

38 ÖHV-CAMPUS 2020

Corona & Recht


KURZINFOS KONGRESS 2021 Alles bleibt anders! Der nächste ÖHV-Kongress findet in Linz statt. Das Kongressprogramm startet am Sonntag, 17. Jänner, mit der Eröffnung und endet am Dienstag, 19. Jänner, mit dem Farewell. Veranstaltungsort ist das architektonisch spannende Design Center Linz, das aufgrund seiner groß­ zügigen und vielseitigen Räumlichkeiten hervorragende Mög­ lichkeiten für eine flexible Gestaltung des Kongresses bietet. Inhaltlich werden wir uns beim Kongress mit den Auswirkungen der Krise beschäftigen: Wir wollen die Resilienz­ fähigkeit der österreichischen Hotellerie genauer unter die Lupe nehmen. Gerade Stadthotels sind besonders schwer betroffen, wohingegen die Ferienhotellerie sich viel schneller wieder erholen wird. So wollen wir beim Kongress getrennt nach Stadt- und Ferienhotellerie Perspektiven aufzeigen, mit besonderem Schwerpunkt auf die Bereiche Finanzen, Liquidität und touristisches Angebot.

oehv.at/kongress

© Jens Weber, München

Nutzen Sie schon meinHotel.at? meinHotel.at ist das digitale Mitgliederverzeichnis der ÖHV und ein zusätzlicher Vertriebskanal für die Betriebe. Die dargestellten Hotelinfos sind maschinell lesbar und können so von Google, Alexa, Siri und Co. leichter gefunden werden. Für eine Buchung wird direkt auf die Website des jeweiligen Hotels verlinkt. Ihre Zugangsdaten für die Datenwartung erhalten Sie unter marketing@oehv.at

American Express belohnt Österreich-Bucher American Express hat sich eine besondere Aktion ausgedacht, um sein reiseaffines Klientel zu Buchungen in Österreich zu animieren und so die heimische Hotellerie zu unterstützen. So werden alle österreichischen American Express-Kartenmitglieder im Aktionszeitraum von 21.07. bis 31.10.2020 im Rahmen des Loyalitätsprogramms mit den doppelten Bonuspunkten für jeden Aufenthalt in einem heimischen Hotel belohnt. Die Aktion ist für alle Hotels mit American Express-Akzeptanz kostenlos! amex.at/hotels

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KURZINFOS

Die ÖHV hat gemeinsam mit einem Expertenteam einen Leitfaden zur Hygiene in Corona-Zeiten ausge­ arbeitet. Dieser liefert die Leitlinien laut Bundesvorgaben sowie die Empfehlungen der Experten – eine Menge von Fachinformationen für alle Bereiche, aber auch Inhalte für die Unterweisung von Mitarbeitern.

HYGIENELEITFADEN Leitfaden für Beherbergungsbetriebe Soft-Opening-Phase mit CORONA D STAN

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Ihre Werbung im ÖHV-Hotelmagazin 2021: Die ÖHV übernimmt 50 % des Inseratpreises!

Am 15.10.2020 erscheint der beliebte ÖHV-­ Guide in Kooperation mit der Tageszeitung „Die Presse“ – mit einem frischen, neuen Konzept, das noch stärker auf die Bedürfnisse der Urlauber in Österreich eingeht! Und einem neuen Namen: ÖHV-Hotelmagazin. Das Hotelmagazin wird der „Presse“ beigelegt, in der DACH-Region verteilt und erreicht so rund 320.000 kaufkräftige und urlaubsbegeisterte Leser. Um die ÖHV-Mitglieder in dieser herausfordernden Zeit aktiv zu unterstützen und ihnen einen kostengünstigen Auftritt im Hotelmagazin zu ermöglichen, übernimmt die ÖHV heuer 50 % der Inseratskosten. Damit sind Sie bereits ab 250 Euro mit einer Einschaltung dabei!

oehv.at/hotelmagazin

oehv.at/hygieneleitfaden

3 Tipps, für eine noch bessere Beziehung zu Ihren Stammgästen Mehr als ein Viertel der Hotelgäste in Österreich sind Stammgäste. Sie sind die wichtigste Gästegruppe vor allem in ländlichen Regionen – sie geben mehr Geld aus als Einmalbucher, sind wichtige Werbebotschafter für den Betrieb und buchen ihre Unterkunft weit im Voraus. Somit stellt die Bindung dieser Gäste einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.

ÖHV-PARTNER

ÖHV-Hygieneleitfaden: Sauber durchstarten

Damit aber Gutes nicht zu schnell gewöhnlich wird, hier 3 Tipps, damit Ihre Stammgäste wieder kommen: 1. Das Tante-Emma-Prinzip nutzen. Je mehr Sie über Ihre Gäste wissen, desto leichter können Sie ihnen ein auf sie zugeschnittenes Service bieten. Gästedaten sind die Basis für effizientes Stammgäste-Marketing. 2. Setzen Sie Ihren Stammgast das „richtige“ Denkmal. Treue will auch anerkannt werden. Machen Sie Stammgäste allgemein sichtbar. Das kann ein Namens­ schild auf einer Gartenbank oder ein persönliches Gericht mit Namensnennung sein.

3. Der schnelle Kontakt vor Ort. Auch in ländlichen Regionen erwarten Gäste modernes, digitales Service in ihrer gewählten Unterkunft. Dazu zählt ein kostenloses und leistungsstarkes WLAN. Für Hoteliers bietet dieses Ausstattungsmerkmal aber zusätzlich eine sehr gute Mög­lichkeit mit Gästen zu kommunizieren und wertvolle Gästedaten zu gewinnen. Durch gezieltes E-Mailbzw. Newsletter-Marketing bleibt man mit Stammgästen in Kontakt und hält ihnen den Aufenthalt in Erinnerung.

Hier unterstützt Sie A1 bei der Stammgästepflege. Mit dem A1 WIFI Marketing Assistant sammeln Sie wertvolle Daten über Ihr Gäste-WLAN und können so automatisierte Marketing-Aktivitäten durchführen. Selbstverständlich DSGVO-­konform. Weitere Infos finden Sie unter www.a1.net/wifi-marketing-tool oder schreiben Sie den Experten von A1 a1.kooperation@a1.at.

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CORONA

Was war, was ist, was bleibt – eine Bestandsaufnahme.

WAS WAR

WAS IST

Während zu Beginn des Jahres die touristische Welt in Österreich noch in Ordnung schien – die Wintersaison lief gut an, das Wetter passte, die Häuser waren gut gebucht – sollte sich das Ganze bald schlagartig ändern. Halb Österreich wurde kurz darauf mit einem Gesetz aus dem letzten Jahrhundert auf touristischen Notstandsbetrieb runtergefahren, während die Kollegen im Osten leere Häuser quasi weiter offenhalten mussten. Die Kosten blieben gleich hoch, die Einnahmen gingen gen Null. Die Politik manövrierten auf Sicht im dichten Nebel: Hilfen wurden schnell einmal in Aussicht gestellt und angekündigt, die konkreten Umsetzungen ließen jedoch lange auf sich warten. Das Resultat war viel Frust und Unverständnis, ein klassischer Fall von gut gemeint, wie böse Zungen behaupten. Dennoch hat die Bundesregierung in den ersten vier Wochen der Krise viel richtig gemacht, ein Umstand, von dem wir jetzt profitieren und wieder Gäste empfangen dürfen. Hätte man früher auf die Stimmen aus der Praxis gehört, wie sich jetzt zeigt, wären einem viele Unkenrufe erspart geblieben und man hätte sich stattdessen viel Applaus abgeholt. Aber gut, man lernt ja aus Fehlern, zumindest angeblich.

Die erste Sommersaison nach (oder doch vielleicht noch während?) der Krise läuft. Das Bild könnte nicht unterschiedlicher sein: Im Boomsegment der letzten Jahre – dem Städtetourismus – stehen viele vor der wohl größten Herausforderung ihrer Gastgeberkarriere. Auslastungen zwischen 5 % und 15 % sind die Norm bzw. Konsequenz von kulturellem Stillstand und einer nicht existenten Messe- und Seminarland­schaft. Anders in den Premium-Lagen in den Seen-­Ge­bie­ten. Viele Häuser erleben dort den Som­mer ihres Lebens und befriedigen genau die aktuellen Bedürfnisse von Herrn und Frau Österreicher: Natur, Erlebnis, Wellness, Wasser und Freiheit nach Wochen in den eigenen vier Wänden. Gleichzeitig laufen nun die CoV-Tests bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Tourismus. Das Feedback ist verhalten: Zu umständlich das Handleing, zu wenig Verständnis für Tests in der Frei­zeit, so das vorläufige Fazit. Eine prinzipiell gute Aktion läuft wieder Gefahr ins gut Gemeinte ab zu rutschen.

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LOBBYING

WAS BLEIBT Gute Frage! Im schlimmsten Fall jede Menge Arbeits­ lose. Geht die Kurzarbeit nicht in Verlängerung, schaut es düster aus. Hier braucht es rasches Handeln von der Regierung, Vorschläge, wie von der ÖHV gemeinsam mit der vida, liegen am Tisch und warten nur auf die Umsetzung. Was hoffentlich ebenso bleibt ist das Wissen um die Wichtigkeit des Know-hows der Praktiker. Wenn man auch nur ein learning aus den letzten Wochen mitnehmen soll, dann das, dass der Input jener, die tagtäglich in den Betrieben stehen und mit all den Regeln und Vorschriften arbeiten, am besten wissen was funktioniert und was nicht. An welchen Schrauben gedreht

werden muss, damit man wirklich von Hilfe sprechen kann und wo der Schuh am meisten drückt. Das wichtigste von Anfang an war es, rasch Eigenkapital in die Unternehmen zu schaffen. Jetzt ist es soweit, dass wir schrittweise dort hinkommen. Mehr Gas auf der Geraden wäre allerdings wünschenswert. Und zu guter Letzt hat sich eines gezeigt:

Die beste Krisenversicherung ist immer noch eine starke und unabhängige Interessenvertretung.

oehv.at

GEMEINSAM SIND WIR STARK! Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, wie wichtig eine starke und unabhängige Interessenvertretung ist. Mit und für euch haben wir viel erreicht: Reduktion der Umsatzsteuer auf 5 % für Beherbergung und Gastronomie ● Einführung des Verlustrücktrages ● Verlängerung der Kurzarbeit ● Verbesserungen beim Fixkostenzuschuss ● Neue Art der Abschreibung: degressive AfA ● ÖW-Sonderbudget ● Rücknahme von Einreisebeschränkungen ● 10 Branchen-Umfragen: Entscheidungsbasis und realistisches Abbild ●

Lasst uns den erfolgreichen Weg gemeinsam weiter gehen.

FÜRWÄRTS FÜR EINE STARKE HOTELLERIE!

DIE ÖHV, EURE STIMME IN DEN MEDIEN:

+91 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2019!

2.323 Berichte

in TV, Radio, Print, Online und Social Media im 1. Halbjahr 2020.

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ZAHLEN DATEN FAKTEN

Sommer 2020: Wo urlauben Herr und Frau Österreicher? 8,7 %

Reiseverhalten im Sommer

Weiß nicht / Noch unsicher

13,5 %

40,3 %

würde keine Urlaubsreise machen

Österreich

21,3 %

Österreich und europäisches Ausland gleichermaßen

16,2 %

Europäisches Ausland

Reiseziele bei Heimaturlaub W:

In welchem Bundesland / welchen Bundesländern liegen die Hauptreiseziel/e?

11,4 % NÖ:

12,7 %

OÖ:

14,9 % Vbg:

4,2 %

Tir:

15,4 %

Stmk:

Sbg:

33,9 %

21,9 % Ktn:

30,5 %

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Bgld:

10,6 %


ÖHV-PARTNER

Wie reisen die Österreicher?

geplante Urlaubsreisen in Österreich:

Sichere Buchung – Zufriedene Gäste

1,7

voraussichtliche Mitreisende aus dem Haushalt (inkl. der eigenen Person):

2,3

Anzahl der voraussichtlichen Übernachtungen:

6,0

POLITISCHE ARBEIT

Ihre Gäste sollen sich beim Buchen sicher fühlen: Vollumfänglicher Versicherungsschutz trotz Corona-Pandemie, klare Stornoregelungen und detaillierte Informationen. Die Hauptfrage derzeit: Ist COVID-19 ein versicher­ ter Stornogrund? Ja! Um den Tourismus zu unterstützen haben wir uns entschlossen, trotz Pandemiestatus laut WHO – und obwohl Pandemie nirgendwo versichert ist – ab sofort COVID-19-­ Erkrankungen wie jede andere auch zu versichern. Wir wenden den bisherigen Pandemieausschluss diesbezüglich also nicht mehr an.

Was ist versichert? Welcher Urlaub wird gemacht? Erholungs- / Wellness- / Gesundheitsurlaub (Thermenregion, Urlaub am See, Kulinarik, etc.)

52,3 % 42,5 %

Verwandten- und / oder Bekanntenbesuche

22,1 % 18,8 %

Städtetrip / Kultururlaub

Shopping

Erkrankung des Gastes an COVID-19 Erkrankung eines nahen Angehörigen oder einer im gemeinsamen Haushalt lebenden Person an COVID-19 und die Anwesenheit des Gastes ist zu Hause dringend nötig ● Fieber und Verdacht auf Corona, auch wenn das Testergebnis später negativ ist ● Ein positives Testergebnis ohne Symptome ● Ein naher Angehöriger im gemeinsamen Haushalt ist erkrankt und der Gast muss in Quarantäne ● ●

Aktivurlaub / Erlebnisurlaub (z.B. Wandern, Radfahren, Schwimmen)

Besuch einer Veranstaltung, eines Events oder Festivals

In der HotelstornoPlus- und Premium-Versiche­ rung decken wir folgende Gründe bei einer Stornierung oder einem Reiseabbruch durch den Gast:

7,0 % 5,2 %

Kein Versicherungsschutz besteht: Wenn der Gast als Risikoperson eingestuft ist und daher aus Angst vor Ansteckung nicht reisen möchte ● Wegen einer behördlich vorsorglich verhängten Quarantäne bei Rückkehr ins Heimatland ● Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund durch die Pandemie ausgelöster Kündigungen ● Grenzsperren, behördlich verhängte Hotelschlie­ ßungen, Lockdown durch die Regierung ●

82 %

planen in Hotels mit 3-4 Sternen zu übernachten

In welcher Unterkunft entspannen die Österreicher?

49,2 %

Hotel Selbstversorger Ferienunterkunft (z.B. Ferienappartement)

18,5 %

Anderer Beherbergungstyp (z.B. Verwandte, Bekannte,...)

14,3 %

Privatzimmer

13,5 %

Ein Informationsblatt mit weiteren Details senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

KONTAKT: Urlaub am Bauernhof

4,5 %

Christiane Lorenz Vertriebsleitung T: 43 676 88246151 christiane.lorenz@europaeische.at


HOTEL KRONE IN AU

Dynamische Preise im Bregenzerwald Hotel Krone in Au: erfolgreicher Paradigmenwechsel Einst war es das Jagdhaus des Grafen von Montfort. Im Laufe der Zeit ist daraus das weithin bekannte „Hotel Krone in Au“ geworden, ein familiengeführtes 4-Sterne-Haus im malerischen Dörfchen Au im Bregenzerwald. Vom Typ her ein Wellnesshotel, dessen Angebot von Familien über Singles bis zu „gay-friendly“ ein breites Spektrum anspricht.

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HOTELPORTRAIT

Das Hotel wird von Birgit und Walter Lingg geführt, die den Betrieb in mehreren Schritten auf das heutige Niveau gebracht haben. Den Schwung der Jugend bringen die Kinder Theresa, 36, und Albert, 33, ein. Beide arbeiten in der Direktionsassistenz, besuchen gerade die ÖHV-Unternehmerakademie und wollen später das Haus übernehmen. Albert Lingg hat die ÖHV-Lehrgänge für Online Marketing und Preisgestaltung & Vertrieb absolviert und das Haus auf „dynamisches Pricing“ umgestellt. Das ist in der Region noch recht neu. Bereits nach kurzer Zeit stellten sich erste Erfolge ein. Die Region der Kanisfluh wurde zum Ende des 13. Jahrhunderts besiedelt. Benediktinermönche aus Andelsbuch und dem Kloster Mehrerau in Bregenz halfen tatkräftig mit. Als erstes wurde der Talgrund gerodet und das Wasser zusammengeführt. Der Name Au bezeichnet die damalige Landschaftsform – ein von Hochwasser überflutetes Urwaldgebiet. Viele Gemeinden aus der Nachbarschaft tragen dieses „Au“ in ihrem Ortsnamen: Schoppernau, Hirschau, Mellau, Bezau … Und ebenso nicht wenige Hotels in diesem Gebiet.

Moderne Architektur und nachwachsender Rohstoff Neue Holzbauten zwischen traditionellen „Wälderhäusern“ prägen die Ortsbilder im Bregenzerwald. Die durch Jahrhunderte genutzten Vorzüge von Holz zeigen sich heute in Form raffinierter Funktionalität. So auch im Hotel Krone in Au, das seit 1998 in mehreren Phasen neu gestaltet wurde. Nach dem Abriss etlicher Teile aus 1904 wurde ein Zimmertrakt mit 18 vorgefertigten Holzboxen auf zwei Etagen aufgezogen. 2002 wurden zusätzliche Zimmer ausgebaut. 2005 kam im Garten ein Naturbadesee mit ca. 300 m² hinzu. Die 2007 errichtete Wellnessanlage „Sky Spa“ im 4. und 5. Obergeschoß mit prächtiger Aussicht ist zur Visitenkarte des Hotels geworden.

Hotel Krone in Au – „Das Bregenzerwaldhotel“ Familienbetrieb in fünfter und sechster Generation. 62 Zimmer, 124 Betten. 35 bis 40 Mitarbeiter. Rund 330 Öffnungstage im Jahr. Gästemix: je 25 % Deutschland, Schweiz und Frankreich. Ca. 15 % aus Österreich und 10 % andere. Wellness: Hallenbad und Naturbadesee, Sky Spa mit Dampfbad, Sanarium, Panoramasauna. Massage-, Kosmetik- und Energieheilbehandlungen.

Mehrfach ausgezeichnet Für alle Bauabschnitte wurden heimische Materialien verwendet, vor allem Holz aus Au und der Region. So erhielt das Haus 2011 den Vorarlberger Holzbaupreis und war 2014 für den Staatspreis Architektur im Bereich Tourismus und Freizeit nominiert. Gemeinsam mit einer Handvoll anderer Betriebe im Ländle erhielt das Hotel der Familie Lingg die Auszeichnung „Great Place to Work“. Der vorrangige Einsatz lokaler Produkte – über 25 Lieferanten aus der Region – wird durch das „AMA Gastrosiegel Vorarlberg“ deutlich gemacht.

Offen für Neues Bei all der geschilderten Bodenständigkeit ist das Haus offen für Neues. Vorne mit dabei ist Albert Lingg. Nach dem Besuch der ÖHV-Lehrgänge für Online Marketing und Preisgestaltung & Vertrieb stellte er vor eineinhalb Jahren das Hotel auf dynamische Preise um. „Dies war zuerst ein sehr spannender Schritt, vor allem für meine Eltern. Für sie war das total neu und sie konnten zunächst nichts mit Revenue Management anfangen“, erinnert er sich im Gespräch mit der „lobby“. Den ersten Kontakt mit Yield Management hatte der junge Albert im Hotel Das Capri in Wien. Hier konnte er die Umstellung von klassischen Saison-Zeiten auf dynamische Preise miterleben. Und dort begann auch die Kooperation mit Bianca Spalteholz, die das Capri betreute und die Mitarbeiter einschulte. „Für mich war von der ersten Minute an klar, dass dieses System auch in der Ferien-Hotellerie Zukunft hat“, blickt er zurück.

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Umsatzsteigerung und „tolles Feedback“ Wieder zuhause in der Krone begann Albert intensiv an der Umsetzung der Erkenntnisse aus den ÖHV-­ Lehrgängen zu arbeiten. Da auch die Gäste ihr Buchungsverhalten änderten, entschloss sich die Fa­ mi­­lie gemeinsam, den „Paradigmenwechsel“ durch­­zufüh­ren. „Nach der Umstellung konnten wir super auf das veränderte Buchungsverhalten (kürzerer Aufenthalt, kurzfristige Buchung) reagieren. Die teils neuen Vertriebswege und -strategien ermöglichten uns nicht nur eine Umsatzsteigerung (RevPar plus 36 %), wir konnten auch die direkten Buchungen über unsere Website steigern (nunmehr zwei Drittel Homepage zu einem Drittel Plattformen). Am meisten freut uns aber, dass die Gäste – auch unsere Stammgäste – die Veränderungen durchwegs positiv sehen und wir ein tolles Feedback bekommen“, zieht Albert Lingg eine erfreuliche Bilanz. Schritt für Schritt wurde im Betrieb u.a. folgendes geändert: auslastungsbezogene („dynamische“) Preise eingeführt ● Restriktionen wählbar gemacht ● Vertrieb und Sichtbarkeit verbessert ● Buchungsmaschine auf der Homepage verbessert ● Mitarbeiterschulung durchgeführt ● Zimmertypen vereinfacht ● Pick up, Forecast und andere Listen zur Kontrolle erstellt ● regelmäßiges Feedback eingeholt ●

„Umstellung kein Selbstläufer“ „Das Thema ist natürlich riesig. Weitere Punkte wie funktionierende Homepage, Channel Manager, Nachfragemessung, Bedeutung der Bewertungen auf Plattformen oder Social Media-Kanälen spielen da hinein“, meint Albert Lingg. „Doch möchte ich festhalten, dass mit den entsprechenden Lehrgängen des ÖHV-Campus ein Einstieg in die moderne Verkaufsstrategie gelingen kann. Es ist dies quasi ein gutes Fundament für weitere Initiativen, die man dann selbst setzen muss“. Ein „Selbstläufer“ sei die Sache nicht, fügt Lingg hinzu: „Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man selber vieles umstellen und speziell in den ersten Monaten täglich (7 Tage!) zwei bis drei Stunden daran arbeiten muss. Wer gerne neue Wege beschreitet, dem kann ich die „Einstiegsdroge“ ÖHV-Lehrgänge aber wärmstens empfehlen.“

FÜR JEDE HERAUSFORDERUNG IM ONLINE-VERTRIEB ÖHV-Lehrgänge Online Marketing und Preisgestaltung & Vertrieb Die Digitalisierung ist weiter im Vormarsch. Hoteliers müssen hier mithalten und punkten mit Individualität und Kundenbildung. Gleichzeitig gewinnt intelligentes Revenue- und Vertriebsmanagement an Bedeutung. Die ÖHV-Lehrgänge vermitteln das nötige Know-how: Der Lehrgang Online Marketing schafft einen kompakten Überblick über wichtige Marketing­ kanäle, aktu­elle Technologien und Trends. Die Teilnehmer lernen, neue Gäste zielgerichtet anzusprechen und bestehende zu binden. Im Lehrgang Preisgestaltung & Vertrieb lernen die Teilnehmer für ihr eigenes Hotel mit eigenen Daten eine Preis- und Vertriebsstrategie aufzubauen und diese so zu vermarkten, dass am Ende nicht nur Auslastung und Preise steigen, sondern auch die Zufriedenheit der Gäste und Mitarbeiter. Darüber hinaus bauen die Teilnehmer ein nützliches Netzwerk auf und profitieren so von den Erfahrungen und Erfolgen der anderen Teilnehmer.

Infos & Anmeldung auf oehv.at/campus

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ADVERTORIAL

New Spirit – am Puls der Zeit Gerade jetzt ist es wichtig, sich von den Mitbewerbern abzusetzen und den Gästen etwas Besonderes anzubieten. Von Designer-Desinfketionsständern über private Events und Lesungen – diese Angebote und Attraktionen sollten Sie nicht verpassen! So machen Sie den Aufenthalt für Ihre Gäste zu einem Erlebnis.

DESIGN INFRAROT DESINFEKTIONSSTÄNDER – BERÜHRUNGSLOS UND EFFIZIENT Schon jetzt und auch in Zukunft ein Muss – für Events, Lobbys, Büros, Suiten, im Restaurant, Café und SPA-Bereich. Zertifiziertes und kostengünstiges Desinfektionsgel Design und Herstellung in Österreich, aus pulverbeschichtetem Stahl gefertigt ● Indoor und Outdoor ● Integrierte Tropfschale ● Stabil & leicht zu handhaben ● In allen Farben mit Logo und in Kindergröße verfügbar ● ●

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ZUM THEMA

Für mehr Bookings – aber am besten direkt! Im Tourismus sprechen wir seit Jahren über die Chancen und Herausforderungen des Internets. Die Dynamik hat in den letzten Jahren stark zugenommen und die Herausforderung lautet nicht „online – ja oder nein“, sondern welche Rolle welcher Kanal in meinem Vertriebsmix spielen soll. Wieviel kostet eine Buchung über die Website, über Facebook oder den Newsletter im Vergleich zu einer Buchung über eine OTA? Haben Sie alle Zahlen auf Knopfdruck? Erst wenn Sie die voll­stän­ ­dige Transpa­renz haben, können Sie die richtigen Entscheidungen treffen und Ihren Vertrieb entsprechend ausrichten. Aber nicht alles lässt sich rein über Zahlen bewerten. Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine Partnerschaft auf Augenhöhe wäre. Wenn OTAs ihre Stornobedingungen nach Gut­dünken fast stündlich adaptieren und ohne Vor­ war­ nung nonref-Raten refundieren oder die großen Kre­dit­kartenfirmen einfach Rückzahlungen für die Kunden veranlassen, schaut es mit der Liquidität gleich kritisch aus. Am besten zurecht kamen in den schwierigen Corona-Wochen Betriebe mit vielen Direktbuchungen, klar kommunizierten Stornobedingungen und Vorauszahlungen über Banküberweisung.

Die Krise hat auch gezeigt, wie wichtig der direkte Kontakt zu den Gästen ist, um flexible Lösungen für Umbuchungen, Stornierungen oder Gutscheine zu finden.

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Genau deshalb nehmen wir das Thema Online-Vertrieb als Schwerpunkt in diese lobby-Ausgabe auf. Und auch bei den ÖHV-profit.days stellen wir den Online-Vertrieb in Zeiten von Corona in den Mittelpunkt. Denn die Krise hat uns auch schonungslos die Schwächen und Handlungsfelder in diesem Bereich aufgezeigt.

Also FÜRWÄRTS Für mehr Bookings – aber am besten direkt!

Dr. Markus Gratzer Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung


THEMENSCHWERPUNKT

EINBLICKE

Vertrieb und Nachfrage in Zeiten von Corona. ÖHV-Mitglieder berichten. Wie haben ÖHV-Mitglieder quer durch Österreich ihren Vertrieb auf Corona eingestellt? Und wie schaut´s mit der Nachfrage aus? Wir haben bei ganz unterschiedlichen Betrieben nachgefragt.

FERIENHOTEL AM SEE: Seehotel Europa, Velden Interviewpartnerin: Katharina Wrann, Direktionsassistentin Wie haben Sie Ihren Vertrieb aufgrund von Co­ rona umgestellt? Gar nicht. Wir haben alles belassen, wie es war. Wie stellt sich Ihre Nachfrage aktuell dar? Für Juli und August haben wir einen nicht bewältigbaren Anfrageboom! Ab Ende August wird´s schwächer. Die meiste Nachfrage kommt aus Österreich und Deutschland. Hier fällt auf, dass wir in den letzten Jahren bei vielen Gästen nur der Zwischenurlaub am Weg zum Haupturlaub waren – z.B. in Italien oder Kroatien. Jetzt haben die Gäste ihre Kurzurlaube verlängert – von 2 oder 3 Nächten auf einwöchige Urlaube (vereinzelt sogar länger). Renate, Jakob und Katharina Wrann vom Seehotel Europa

Haben Sie Leistungen oder auch Stornobedin­ gungen angepasst? Nein, um zu vermeiden, dass Gäste bei kurzfristigen Grenzöffnungen den Urlaub bei uns stornieren und wir als „2. Wahl“ quasi die Verlierer sind und mit einer kurzfristigen Stornowelle konfrontiert werden. Allerdings haben wir bei den Stornobedingungen hinzugefügt, dass wir im Falle eines Reiseverbots wegen Covid19 selbstverständlich von Stornokosten absehen. Welche Themen sind für Ihre Gäste in Zusam­ menhang mit Corona kaufentscheidend? Ob das Frühstücksbuffet stattfindet und der Wellnessbereich geöffnet hat. Wir weisen immer darauf hin, dass es bei unserem Frühstücksbuffet weder qualitative noch quantitative Einschränkungen gibt und erklären, dass wir lediglich die ohnehin vorhandenen Hygienemaßnahmen erhöht und den Anforderungen angepasst haben.

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FERIENHOTEL: Panorama Royal, Bad Häring

Haben Sie Leistungen oder auch Stornobedin­ gungen angepasst? Wir haben die Stornobedingungen angepasst. Bis September ist es möglich, bis zwei Tage vor Anreise kostenfrei zu stornieren.

Interviewpartner: Johannes Mayer, Juniorchef Wie haben Sie Ihren Vertrieb aufgrund von Co­ rona umgestellt?

Welche Themen sind für Ihre Gäste in Zusam­ menhang mit Corona kaufentscheidend?

Die Buchungen sind sehr kurzfristig geworden. Gerade in der Wellness Hotellerie sind wir es gewohnt, längerfristig planen zu können. Das ist momentan nicht möglich. Teilweise haben wir zu Beginn einer Woche eine Auslastung von 45 %. Wenig später dann 80 %. Dies macht die Einteilung der Mitarbeiter sowie den Einkauf sehr schwierig.

Es ist ganz unterschiedlich. Es gibt Gäste, die überhaupt nichts mehr von dem Thema hören wollen. Andere wiederum sind sehr sensibel. Wir als Hotel achten darauf, sämtliche gesetzlichen Auflagen auf Punkt und Beistrich zu erfüllen.

Wie stellt sich Ihre Nachfrage aktuell dar? Es wird bei uns viel direkt gebucht. Richtig Fahrt aufgenommen haben wir erst, als die deutsche Grenze aufging. Für den Winter laufen die Anfragen und Buchungen zurzeit noch normal. Was auffällt ist, dass die Gäste wesentlich mehr Fragen zur Sicherheit im Hotel haben.

SEMINARHOTEL: Hotel Gut Brandlhof, Saalfelden

Wie stellt sich Ihre Nachfrage aktuell dar?

Interviewpartnerin: Birgit Maier, Eigentümerin Wie haben Sie Ihren Vertrieb aufgrund von Co­ rona umgestellt? Wir haben unsere Marketingaktivitäten im MICE-­ Segment konsequent weitergeführt und die Großzügigkeit unserer Räume besonders herausgestrichen. Für Businessevents haben wir die Storno­­bedingungen gelockert. Außerdem haben wir verstärkt Golf und Aktivurlaub beworben.

Die MICE-Nachfrage ist sehr zurückhaltend. Erste Meetings haben wir ab Mitte Juli, die Teilnehmer sind zumeist aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Internationale Tagungen und Produktlaunches sind bis Jahresende nicht in Sicht. Bei den Urlaubsgästen ist ein Trend zu längeren Aufenthalten erkennbar. Haben Sie Leistungen oder auch Stornobedin­ gungen angepasst? Die Preisgestaltung ist unverändert. Unseren Ur­ laubs­gästen schenkten wir im Juni ab 3 Nächtigungen das Greenfee auf unserem 18 Loch-Golfplatz. Weiters können Urlaubsgäste bis 20.12.2020 bis 3 Tage vor Anreise kostenlos stornieren. Im MICE-Bereich können gebuchte Events bis zum 31.08.2020 bis 4 Wochen vor der Veranstaltung kostenlos storniert werden. Welche Themen sind für Ihre Gäste in Zusam­ menhang mit Corona kaufentscheidend? Das Hauptthema unserer Gäste ist Platz bzw. Fläche – bei uns können die derzeitig geltenden Abstandsregeln zum Glück überall problemlos eingehalten werden.

Alexander Stobl, Birgit Maier und Thomas Baliamis vom Hotel Gut Brandlhof

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THEMENSCHWERPUNKT

STADTHOTEL: InterContinental Wien Interviewpartner: Brigitte Trattner, General Manager Wie haben Sie Ihren Vertrieb aufgrund von Co­ rona umgestellt? Wir sind viel lokaler geworden, alle Verkaufsaktivitäten richten sich auf unsere Nachbarstaaten, den europäi­ schen Raum und darunter ganz besonders Deutschland. Auch im Konferenzbereich arbeiten wir im Moment stark mit lokalen Firmen – viele benötigen größere Räumlichkeiten aufgrund der Abstandsregeln. Wie stellt sich Ihre Nachfrage aktuell dar? Der Buchungsverlauf ist immer noch sehr schleppend, an vielen Tagen verlieren wir noch immer mehr Geschäft im Vergleich zu neuen Buchungen, Auf der anderen Seite kommen Stammgäste, Wochenendtouristen aus Österreich und den Nachbarländern zurück. Aber alles immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Haben Sie Leistungen oder auch Stornobedin­ gungen angepasst? Die Book and Pay Raten sind quasi verschwunden –

Brigitte Trattner vom InterContinental Wien

und das bis mindestens Ende des Jahres. Verträge werden verstärkt mit gelockerten Umbuchungsklauseln versehen. Welche Themen sind für Ihre Gäste in Zusam­ menhang mit Corona kaufentscheidend? Hygiene, Sicherheit und die Möglichkeit, umzubuchen. Unser Konzern hat sehr rasch den IHG Way of Clean Standard ins Leben gerufen. Dieser ist bei uns im Hotel bereits umgesetzt und beinhaltet verstärkte Schulungsmaßnahmen, regelmäßige Desinfektionen und viele Maßnahmen das Gästezimmer sowie die gesamte Guest Journey betreffend.

THERMENHOTEL: Das Sonnenreich Interviewpartner: Stefan Winkler-Hermaden, Resident Manager Wie haben Sie Ihren Vertrieb aufgrund von Co­ rona umgestellt? Die erste Zeit nach dem Lockdown war sehr schwierig, da wir unseren Gästen keine genauen Infos geben konnten, wann und wie es weitergehen wird. Die Nachfrage war kaum vorhanden und viele Gäste wollten ihre Aufenthalte stornieren – hier konnten wir aber einen Großteil dazu bewegen, auf spätere Termine umzubuchen. Wir haben dennoch weiterhin in Online Marketing investiert, was sich in der Sichtbarkeit und Reichweite gut bemerkbar gemacht hat. Als dann klar war, wann wir wieder öffnen konnten, war die Nachfrage entsprechend gut. Wie stellt sich Ihre Nachfrage aktuell dar? Wir bemerken eine stärkere Nachfrage bei Individual­ ­gästen für den Sommer. Hier ist die Aufenthaltsdau­er auch länger als gewöhnlich. Das Gruppen- und Seminargeschäft läuft viel schlechter als in den Vorjahren. Gerade Trainingslager von Fußballgruppen aus dem Ausland sind für uns im Sommer sehr wichtig und hier tut sich momentan nicht viel. Trotz Lockerun­ gen im Seminarbereich sind viele Firmen vorsichtig und erwägen eher Umbuchungen auf das nächste Jahr.

Stefan Winkler-Hermaden vom Hotel Das Sonnenreich

Haben Sie Leistungen oder auch Stornobedin­ gungen angepasst? Wir hatten schon vor Corona sehr lockere Storno­ bedienungen (die flexible Rate ist bis 24h vor Anreise kostenfrei stornierbar) und haben diese nicht verändert. Gäste (gerade Familien) buchen doch eher einen Urlaub, wenn sie die Sicherheit haben, dass sie leicht stornieren können. Welche Themen sind für Ihre Gäste in Zusam­ menhang mit Corona kaufentscheidend? Gerade zu Beginn der Hoteleröffnung war den Gästen sehr wichtig, dass ihnen alle Annehmlichkeiten zur Verfügung stehen und dass auch die Therme geöffnet hat. Die Flexibilität bei eventuellen Stornierungen schätzen die Gäste ebenfalls sehr. Der Großteil der Gäste ist sehr verständnisvoll und kooperativ und so gab es bis jetzt auch sehr viel positives Feedback.

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ONLINE-VERTRIEB

Sichtbarkeit bringt Buchungen und hat seinen Preis Gerade jetzt, in der Post-Coronazeit, meint man, die Buchungen, die kommen, hole ich mir lieber direkt ab. Ja, das stimmt, insbesondere wenn man von Stammkunden lebt, ist das eine vernünftige Maßnahme. Viele Hotels haben ihre Buchbarkeit bei den OTAs sogar geschlossen. Aber was ist mit den potenziellen Gästen, die gerade in dieser Zeit kurzfristig in den einschlägigen Portalen nach einem Urlaubshotel suchen? Und da stellt sich die Frage, wie sichtbar Ihr Hotel im Markt tatsächlich ist. Sichtbarkeit erlangen wir vor allem auch durch META-Suche, z.B. Trivago und Google. Wie man den Spagat zwischen Direktbuchungen und Sichtbarkeit im Markt meistert, ohne die Kosten aus dem Auge zu verlieren, verrät Vertriebsspezialistin Bianca Spalteholz. Wenn wir von Vertrieb, Direktvertrieb, Direktbuchun­ gen und Vertriebspartnern sprechen, und von der Wertschöpfungskette im Buchungsprozess, kommen wir auch an Google nicht mehr vorbei. Das Paradoxon: Hotels investieren in Google, um weniger Kommissionen zu bezahlen. Nun hat sich Google, genauer Google Travel, für Laien bisher unentdeckt, schleichend massiv in den Reiseprozess eingemischt. Die neue „OneBox“ aggregiert den gesamten Content von Google Travel. Sie hat bereits jetzt erhebliche, negative Auswirkung auf den Traffic verschiedenster Websites, inkl. booking und expedia. Die Wichtigkeit für Hotels, eine Portalvielfalt zu bedienen, wird also noch evidenter. Scheinbar gibt es insbesondere bei der Neukundengewinnung zwei maßgebliche Richtungen in der Strategie: Nutzung der Reichweite und Bekanntheit der Portale, um neue Märkte zu erschließen. Das Stichwort hier ist Sichtbarkeit! Als zweites steht die Stärkung der eigenen Website und der IBE (Internet Booking Engine) im Fokus, um den Direktbuchungsprozess zu unterstützen. Beides ist enorm wichtig. Die Frage ist nur, in welcher Gewichtung.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis muss stimmen Eines ist klar, die Kommissionen steigen und steigen. Jedem Hotelier tut das weh. Aber Achtung: Auch Direktvertrieb gibt es nicht zum Nulltarif, insbesondere mit Blick auf Google Adwords, Präsenz und Buchbarkeit in der META-Suche, inkl. Google Hotel Ads, die SEO-Optimierung der eigenen Website und letzt­ lich auch die sogenannten Opportunitätskosten, die bei der telefonischen Reservierungsannahme entstehen. Bei der Frage, ob eine Anzeigenschaltung mit einem CPC (Cost-per-Click Modell) besser geeignet ist oder man doch auf Provisionen bei den OTAs setzen sollte, kommt man um eine Kostenanalyse nicht mehr herum. Da lohnt sich ein Vergleich, denn diese Kosten rechnen sich bei jedem Hotel anders.

Die Erkenntnis für die Kosteneinschätzung: Hotel ist nicht gleich Hotel Bei gleichen Parametern, aber unterschiedlichen Hoteltypen / Preisen können sich schnell andere Sicht­weisen auf die entstehenden Kosten ergeben – siehe Tabelle der nächsten Seite.

DIE AUTORIN: Bianca Spalteholz gilt als führende Spezialistin für Online-Hotelvertrieb, Marketing, Revenue Management und Pricing in der Hotellerie. Sie ist Geschäftsführerin der Spalteholz Hotelkompetenz GmbH & Co. KG und berät seit 20 Jahren Hotels.

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Google Price Ads: Das Cost-per-Click Modell

Luxushotel

Durchschnittsrate über die IBE Durchschnittliche Aufenthaltsdauer über die IBE

Business Hotel

350,00 €

96,56 €

1,8

1,3

Durchschnittlicher Umsatz über Extraverkäufe in der IBE

65,00 €

8,00 €

Besucher auf der IBE

29.109

29.109

Buchungen über die IBE

1.805

1.805

6,20 %

6,20 %

1.348.335,00 €

245.355,00 €

1,63 €

1,63 €

Conversion IBE (Buchungen IBE / Besucher IBE) Umsatz über die IBE Cost per Click Kosten Kosten pro Buchung (CpC / Conversion IBE) Umsatz pro Buchung (Umsatz IBE / Anzahl Buchungen IBE) Kosten-Nutzen-Verhältnis (prozentuale Kosten pro Buchung)

26,29 €

26,29 €

747,00 €

135,93 €

3,52 %

19,34 %

ÖHV-PARTNER

Beispielhafte Gegenüberstellung der prozentualen Kosten pro Buchung (Kosten-Nutzen-Verhältnis) bei einem Cost-per-Click Modell für ein Luxushotel und einem Businesshotel bei gleicher Conversion Rate und gleichen Cost per Click-Kosten. Das Modell macht deutlich, dass die Parameter Durchschnittsrate, durchschnittliche Aufenthaltsdauer und Umsatz durch Extra-Verkäufe maßgeblich in der Entscheidung für oder gegen eine CpC- Kampagne sind. Das Kosten-Nutzen-­ Verhältnis sollte unter den Provisionen der OTAs liegen, damit sich das CpC-Modell lohnt.

Casablanca realisiert kontaktlosen Hotelbetrieb © Jacob Lund, bongkarn – stock.adobe.com

Die vollständige Digitalisierung und Automatisierung der Hotelrezeption ermöglicht dem Gast einen autonomen Hotelaufenthalt. Die letzten „Hausaufgaben“ in Sachen vollständiger Digitalisierung in der Hotellerie wurden im Hause Casablanca Hotelsoftware nun umgesetzt. „Wir haben die 100-prozen­ tige Digitalisierung von der Anfrage bis zum Check-­Out umgesetzt. Der Gast kann alles rund um die Buchung und den Aufenthalt selbstständig und kontaktlos abwickeln“, so Alexander Ehrhart, Geschäftsführer von Casablanca.

Digital und kontaktlos Bereits vor Reiseantritt kann der Gast alle Daten online übermitteln und vorab einchecken. Der Zutritts-Code für das gebuchte Zimmer wird unkompliziert per SMS auf das Smartphone des Gastes gesendet. In der Hotelsoftware ist das gesamte Meldewesen digitalisiert – der ungeliebten Bürokratie und Zettelwirtschaft wird somit Abhilfe geschaffen. Meldezettel werden dann digital über ein Tablet an der Rezeption oder direkt über das Smartphone des Gastes unterschrieben. Das signierte Dokument wird an-

schließend automatisch in die Hotelsoftware eingespeist und an das Meldeamt übermittelt. Die digitale Rechnungslegung und Bezahlung sowie der autonome CheckOut am Ende des Aufenthalts über ein mobiles Endgerät runden den autonomen, kontaktlosen Ablauf ab.

KONTAKT: Alexander Ehrhart | Geschäftsführung, CEO T.: +43 650 6491020 | Alexander.Ehrhart@casablanca.at www.casablanca.at

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FÜR DIGITALEN ERFOLG. Online-Vertrieb in Corona-Zeiten: Die ÖHV-profit.days 2020

FÜR ÖHV-MITGLIEDER KOSTENLOS. FÜR JEDES HOTEL EIN GEWINN.

Bei den diesjährigen ÖHV-profit.days geht es vor allem darum, nach der Krise möglichst schnell und nachhaltig wieder auf die Beine zu kommen. Wie stellen wir unseren Online-­ Vertrieb jetzt effizient auf? Wie organisieren wir Kreditkarten- und Online-Zahlungen, um in Zukunft weniger Diskussionen zu haben? Und wie zahlen sich die finanziellen Hilfen der Bundesregierung für die Hotellerie aus? Online Vertrieb und Direktbuchen Bei den profit.days 2020 geht es um die Zukunft! Ein Hotel muss sich jetzt spezialisieren und seine Allein­ stellungsmerkmale sauber herausarbeiten. Eine gute Positionierung für gezielteres Marketing ist angesagt. Außerdem geht es darum, die Direktbuchungen zu steigern: Ist die Buchung über die eigene Internet Booking Engine wirklich günstiger? Wie sich die ein­ zelnen Vertriebswege voneinander unterscheiden, was sie bringen und wie viel sie kosten, erklärt Bianca Spalteholz, die führende Spezialistin für Online-Hotel­vertrieb, Marke­ ting, Revenue Management und Pricing.

Online-Zahlungen sicher abwickeln Die Corona-Krise hat auch viele Diskussionen um Anzahlungen, Stornos, No Shows und Chargebacks gebracht. Viele haben gerade im Zuge der Krise erkannt, wie wichtig es ist, hier gut aufgestellt zu sein. Optimierte und sichere Bezahlprozesse werden

immer wichtiger. Oliver Wolf vom Partner Management & Business Development der ÖHV erklärt, wie Sie sich hier besser aufstellen können. Er erläutert, wie man Kreditkartenzahlungen sicher handhabt, um Betrug zu vermeiden und wie man die neue Zah­ lungsdienste-­Richtlinie PSD2 bis Jahresende umsetzt. Zusätzlich erklären Experten von card complete und PAYONE, welche Anpassungen der Bezahlprozesse notwendig sind.

Finanz-Update zu Corona-Maßnahmen Als Bonus-Vortrag wird ein Steuer-Experte erläutern, wie Hoteliers die finanziellen Hilfsmaßnahmen, die bei der Regierungsklausur im Juni beschlossen wurden, nutzen können: Vom Verlustrücktrag über die Verlän­ gerung des Fixkostenschusses hin zur Senkung der Umsatzsteuer auf 5 % und die Einführung einer (befristeten) Investitionsprämie – damit das Geld aus den Rettungspaketen optimal in der Hotellerie ankommt.

DIE TERMINE: Mittwoch, 09. September in Tirol: Seminarhof Schloss Tratzberg, Jenbach Donnerstag, 10. September in Vorarlberg: BWP Central Hotel Leonhard, Feldkirch ● Dienstag, 15. September in der Steiermark: Almwellness Hotel Pierer, Fladnitz/Teichalm ● Mittwoch, 16. September in Kärnten: Palais26, Villach ● Dienstag, 22. September in Salzburg: Sporthotel Wagrain ● Mittwoch, 07. Oktober in Wien: The Student Hotel ● ●

Die profit.days finden jeweils von 13:30 bis ca. 17:15 Uhr statt. Im Anschluss gibt es eine Hausführung und einen gemütlichen Ausklang. Die Teilnahme ist kostenlos und exklusiv für ÖHV-Mitglieder und deren Teams.

Details und Anmeldung unter oehv.at/profitdays 20 | die lobby


ADVERTORIAL

ÖHV-PARTNER

weframe One: Damit sich analog und digital ergänzen Seminarhotels gehen in der derzeitigen Situation durch eine schwere Zeit. Nahezu alle Tagungen, Seminare und Kongresse sind abgesagt bzw. wurden verschoben. Auch Touristen, die am Wochenende die Zimmer belegen, fehlen. Es gibt aber ein Leben nach Corona – es gilt daher, sich vom Mitbewerb abzuheben. Da sich Trainings von klassischen Frontalvorträgen immer weiter wegentwickeln und sich zu mehr Gruppenarbeiten sowie selbst zu erarbeitenden Inhalten wenden, sind auch Break-out-Räume wichtig. Wegen kreativen Arbeitens ist es für Trainer und Teilnehmer im Vorhinein schwer abzuschätzen, welche Infrastruktur genau gebraucht wird. Daher ist größtmögliche Flexibilität das Gebot der Stunde für (Seminar)Hotels der Zukunft.

Raum schaffen Die aktuelle Seminararchitektur ist oftmals unflexibel. Immer noch müssen sich Seminarteilnehmer in der Lobby einfinden, um Flip-Charts auszuarbeiten. Pro­ fessionell ist das nicht – und angenehm auch nicht, weder für die Teilnehmer noch für die anwesenden Urlaubsgäste. Der Seminarraum ist eben nicht mehr nur der Schulungsraum – das ganze Hotel wird zum ‚Seminar Space‘. Der Raum dafür muss auch geschaffen werden. Locations der Zukunft sollten sich auf die bestmögliche Einrichtung einstimmen. Das, was bisher haupt­ ­sächlich über die Kulinarik an Pluspunkten gewonnen wurde, kann jetzt durch Atmosphäre (z.B. besonderes Mobiliar, individuelle Geräte, zusätzliche Angebote im Entspannungsbereich) unterstrichen und ausgebaut werden. Face Time bzw. Face Value – also Zeit für den Gast – wird eine immer größere Rolle spielen.

weframe One „Moderne Technik und alles, was diese einbindet, ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Um ‚State of the Art‘ zu bleiben, investieren wir regelmäßig in die neueste Technik. Bereits im Februar haben wir sechs weframe One angeschafft und 40 Trainer wurden bei uns geschult. Für die Branche wäre es hilfreich, wenn weitere Hotels weframe One in Anspruch nehmen, um ihren Kunden dieses Service zu bieten!“ Ulli Retter, Geschäftsführerin Seminarhotel Retter

Das Smartboard weframe One vereint alles, was Grup­­pen benötigen, um im Meeting-Raum interaktiver, effizienter und leichter zusammen zu arbeiten. Ob Prä­sentation, Gruppenarbeit oder Hybrid-­Meetings mithilfe von Video-Conferencing – weframe One deckt alle Formen der Zusammenarbeit ab. Dieses Tool mit Multitouch-Technologie löst Beamer, Flipchart, Pinnwand & Co. ab und setzt einen neuen Standard.

KONTAKT: Andreas Phillip Zebisch, WEFRAME AG Key Account Management Österreich +43 676 4978674 | a.zebisch@weframe.com

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KONTAKTLOS ZAHLEN

Bargeldlos unterwegs – wohin geht die Reise? Bargeld ist in Österreich noch sehr beliebt, immer mehr Gäste möchten aber mit der Bankomatkarte, Kreditkarte oder dem Smartphone bezahlen. Wir haben uns aktuelle Trends und Lösungen für Hotellerie und Gastronomie näher angesehen.

Je einfacher es für den Gast ist, bei Ihnen zu reservieren und zu bezahlen, desto eher hat das positive Auswirkungen auf Gästezufriedenheit, Kundenbindung und die Bewertungen Ihres Hauses. Die aktuelle Herausforderung für Hotels besteht darin, einen auf die eigenen Gäste ausgerichteten Ansatz zu finden, um online (also die Buchungen über Ihre Website und über Buchungsplattformen) und offline (Ihr stationäres Geschäft) optimal zu kombinieren.

„Karte bitte“ Den Corona-Lockdown hat der Salzburger Gastronom Heiner Raschhofer (R.I.C.H. GmbH, u.a. Glorious Bastards und my Indigo Restaurants) genutzt, um seine Gastronomiebetriebe zu optimieren. Das Ergebnis: 20 Lokale sind seit der Wiedereröffnung bargeldlos. „Wenn man sich den früheren Aufwand anschaut, z.B. Bargeld zu besorgen und die Tages­ losung einzuzahlen, dann lag es für uns auf der Hand, dass wir hier Zeit und Geld sparen sowie Abläufe massiv vereinfachen können“, so Raschhofer. Nach einer kurzen Einspielphase läuft der bargeldlose Betrieb reibungslos, die Gäste sind zufrieden – wer anonym bleiben und keine Karte nutzen möchte,

22 | die lobby

kann mit Bargeld Chipkarten aufladen lassen. Die Mitarbeiter bonieren über Handheld Geräte, über ein kleines Zusatzgerät zahlt der Gast mit Bankomat- oder Kreditkarten bzw. Alipay und Apple Pay, beim Gürteldrucker kommt der Bon raus – alle Geräte sind über Bluetooth miteinander verbunden. Auch erste Hotelgruppen, wie z.B. die deutsche Economy-Design-Gruppe prizeotel, verzichten komplett auf Bargeldzahlungen. Die Argumente für solche Entscheidungen:

Der digitale Weg ist schneller, sicherer, günstiger und vor allem hygienischer. Kontaktlos wird Standard Es ist damit zu rechnen, dass der Kartenanteil am Umsatz – nochmals verstärkt durch Corona – eine immer wichtigere Stellung einnehmen wird. Gerade in der Gastronomie bietet die Variante des bargeldlosen Bezahlens die Chance auf mehr Komfort für Gäste und eine Vereinfachung der internen Abläufe (weniger Bargeld, kürzere Manipulationszeiten).


THEMENSCHWERPUNKT

PSD2: verlängerte Übergangsfrist endet mit Jahresende Online Kartenzahlungen dürfen nur noch bis 31. De­ zember 2020 ohne die starke Kundenauthentifizierung (SCA) abgewickelt werden. Hotels müssen bis dahin mit ihren Payment-Partnern die Bezahlmöglich­ keiten an die neuen gesetzlichen Vorgaben anpassen. Elektronische Zahlungen müssen dann durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden. Zur Freigabe einer Bezahlung muss der Gast mindestens zwei unabhängige Faktoren aus den drei Kategorien Wissen (z.B. Passwort oder PIN), Besitz (z.B. Karte oder Smartphone) oder Inhärenz (z.B. Fingerabdruck oder Gesichtserkennung) angeben.

Flexibilität beim Bezahlen Wichtig wird auf jeden Fall sein, die eigenen Gäste und deren Vorlieben zu kennen und ihr Feedback bei Umstellungen einfließen zu lassen. Bargeld von heute auf morgen abzuschaffen, wird nicht so leicht möglich sein. Das Angebot an Zahlungssystemen sollte laufend an die neuen Anforderungen, etwa im Bereich Flexibilität und Sicherheit, angepasst wer-

den. Die ÖHV-Partner PAYONE und card complete bieten beispielsweise eine Reihe mobiler Terminallösungen mit unterschiedlichen Technologien wie IP, WLAN und Bluetooth sowie Web-Terminals. Rüsten Sie sich rechtzeitig für einen sicheren und gesetzeskonformen Bezahlprozess bei „card not present“-Transaktionen.

KONTAKT: Oliver Wolf, zuständig für Partner-Management & Business Development in der ÖHV. T: +43 1 5330952-12 | oliver.wolf@oehv.at

OPTIMIERTE BEZAHLPROZESSE: Thema bei den ÖHV-profit.days 2020 Wie Sie sich bei Anzahlungen, Stornos und Chargebacks besser aufstellen können, erfahren Sie auch bei den ÖHV-profit.days.

Infos & Termine: oehv.at/profitdays

Hotellerie-„Neustart” Endlich – es geht wieder weiter! Corona hat die Karten neu gemischt, aber Sie entscheiden, wie Sie damit umgehen! Einige Tipps aus dem reichen Erfahrungsschatz von HotelPartner zur Preisgestaltung können Ihnen dabei helfen:

• Die Vergangenheit zählt im Moment nicht mehr, es etablieren sich neue Regeln für Ihre Preise.

• Kämpfen Sie nicht über den Preis um Kunden,

sondern bieten Sie kostenlose Zusatzleistungen, um Ihr Angebot attraktiver als das der Mitbewerber zu gestalten.

• Jetzt ist Flexibilität gefragt. Reagieren Sie mit

schnellen und dynamischen Preisanpassungen, wenn Sie sehen, wie sich die Nachfrage entwickelt.

• Bleiben Sie dran. Revenue Management kann nicht mehr nebenbei betrieben werden, sondern wird jetzt zum Schlüssel für Ihre Zukunft als Hotelier.

Wenn Sie wissen möchten, wie wir unsere 450+ Partner durch die Krise bringen und ihnen zu alter Stärke verhelfen, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf! info@hotelpartner-ym.com www.hotelpartner-ym.com

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VERTRIEB

10 Tipps für mehr Direktbuchungen Der Aufbau einer direkten Beziehung zwischen Hotelier und Gast war noch nie so herausfordernd und wichtig wie heute. Die Schwierigkeit: Immer mehr Vermittler drängen sich dazwischen und auch der Einsatz von Technologien digitalisiert den Gästekontakt zunehmend. Vertriebsspezialist Markus Schauer zeigt, wie Sie diese Herausforderungen meistern.

1. Positionierung & Strategie Zunächst ist es wichtig, sich klar vom Mitbewerber zu unterscheiden sowie Stärken und Schwächen genau zu kennen. Die Strategie sollte immer Emotionen beim Gast wecken und damit Verbundenheit zum Betrieb herstellen – dazu braucht es eine ganzheitliche Geschichte, die um das „Produkt“ herum entwickelt wird.

2. Zielgruppe & Angebot Der richtige Vertriebsweg und vor allem eine klar definierte Zielgruppe sollten im Vorfeld bestimmt werden. Wenn es dann um Angebote geht, sollte das beste immer auf der eigenen Website sein – und dies kann gerne auch hervorgehoben werden!

3. Content auf der Website Das Ziel von Content Marketing ist es, relevanten Content auf der eigenen Website zu verbreiten. Die Inhalte müssen den potenziellen Gästen jeweils einen Nutzen und Mehrwert bieten. In der Umsetzung heißt das vor allem, detaillierte Zimmerinfos zu allen Kategorien mit qualitativ hochwertigen Bildern auf die Website zu stellen. Seien Sie kreativ! Außerdem sollten auf jeder Unterseite direkte Buchungs- und Anfragemöglichkeiten zugänglich sein.

4. Optimierung der Website Die hoteleigene Website ist das Aushängeschild des Betriebes. Sie sollte benutzerfreundlich sein und hilfreiche Inhalte, Bilder sowie aktuelle Informationen bieten. Wichtig ist, eine Best-Preis-Garantie hinzu-

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zufügen und für die Vorteile einer Direktbuchung zu werben – z.B. Stammkundenbindungsprogramme, Rabatte, Flexibilität bei der Stornierung oder kosten­ lose Upgrades für ein Zimmer. Ein hilfreicher Hingucker ist ein Live-Chat-Service, um Website-Besuchern sofort Antworten auf ihre Fragen zu geben. TIPP: Viele Hotels haben Verkaufsaktionen von OTAs übernommen, um die Konversion zu erhöhen – wie z.B. die Info über die Anzahl der Zimmer, die kürzlich gebucht wurden.

5. Mobile first! Da immer mehr Gäste ihr Smartphone nutzen, um Reisen zu recherchieren, mit Hotels zu kommunizieren und Erfahrungen auszutauschen, müssen Hoteliers auch hier mit der Zeit gehen. Die Website muss also für mobile Geräte benutzerfreundlich gestaltet sein!

6. Integration eines Buchungssystems Bei der Einbindung eines Buchungstools kommt es im Wesentlichem darauf an, dass es sich um eine übersichtliche und kurze Buchungsstrecke handelt. Die Navigation sollte nachvollziehbar, verschiedene Zahlungsmethoden vorhanden sein. Prüfen Sie regelmäßig die Verfügbarkeit, pflegen Sie alle Zimmertypen und Raten ein und legen Sie Wert auf eine über­ sichtliche Preisgestaltung – insbesondere auf eine klare Gliederung der Saisonen und Zimmerkategorien.


THEMENSCHWERPUNKT

Gründe, warum der Gast nicht direkt beim Hotel bucht: • Höhere Preise auf der eigenen Website als auf anderen Portalen • Keine Zimmer-Verfügbarkeit online vorhanden • Keine sichere Reservierung möglich aufgrund fehlender https-Seite • Fehlende SSL-Zertifikate, eine Buchung ist nur mit Kreditkarte möglich

7. Reputationsmanagement

9. Treueprogramm für Direktbucher

Hotelkritiken sind als Geschenke unserer Gäste zu sehen. Mit mehr Bewertungen steigt die Popularität des Betriebes! Deshalb muss darauf geachtet werden, dass auf allen Bewertungsportalen Content sowie Fotos perfekt gepflegt werden. Wichtig ist, Bewertungen auf der eigenen Website zu fokussieren und diese in regelmäßigen Stellungnahmen zu kommentieren.

Führen Sie für Gäste, die über Direktbuchungen zu Ihnen ins Hotel kommen, ein Bonusprogramm ein. Die Gäste können die Treuepunkte sammeln und somit verschiedenste Extras zum Aufenthalt erhalten. Dadurch steigt die Motivation der Gäste, direkt zu buchen.

TIPP: Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse bei den Rei­ sesuchmaschinen ein, damit Sie über neue Bewertungen auf dem Laufenden gehalten werden.

10. Weiterempfehlung Ob an Familie, Freunde oder Bekannte – ermöglichen Sie es Ihrem Gast, das Hotel weiterzuempfehlen. Mit einer digitalen Gäste-Informationsmappe etwa können Gäste die Empfehlung ganz einfach per Klick an die gewünschten Personen schicken.

8. Gezieltes Newsletter-Marketing Sofern der Gast den Aufenthalt über ein Reiseportal gebucht hat, sollte man ihn beim Check-In oder über die digitale Gästemappe nach seiner E-Mail-­ Adresse fragen. Durch gezieltes E-Mail-Marketing bleibt das Hotel auch nach dem Aufenthalt in Erinnerung und man kann über die Vorteile einer Direktbuchung sowie verschiedene Angebote informieren.

DER AUTOR: Markus Schauer ist Geschäftsführer der Firma msplus, die sich auf Hotelmanagement­beratung spezialisiert hat. Als Referent und Impulsgeber für Online-Marketing und elektronischen Vertrieb ist Schauer bereits seit über 20 Jahren in der Gastronomie und Hotellerie tätig.

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AUSBLICK

Visionär Dietmar Dahmen im Gespräch mit „die lobby“ über neue Wege im Direktvertrieb.

die lobby: Herr Dahmen, welche Herausforderun­ gen sehen Sie momentan beim Online-Vertrieb? Dietmar Dahmen: In der letzten Zeit gibt es bei Plattformen generell und bei Bewertungen im Speziellen Vertrauensdefizite. Der Kunde fragt sich heute immer öfter: Ist dieses Angebot wirklich existent? Kann ich dem Angebot vertrauen? Es wird also die Vertrauensfrage gestellt. Und da hat der einzelne Anbieter – also das Hotel persönlich, das den Gast kennt – einen großen Vorteil. Vertrauen kann man technisch erzeugen. Die Blockchain ist hier ein super Mittel, indem man z.B. Smart Contracts macht. die lobby: Wie kann Vertrauensbildung über Block­­chain funktionieren? Dahmen: Die Blockchain ist eine Art Buchführung, in der alle Beteiligten eines „Projekts“ über einen Zugangscode Zugriff haben. Man kann sich das wie das CC einer E-Mail vorstellen: Wenn ich schreibe, ich möchte das Hotelzimmer buchen, reise dann aber nicht an und behaupte, ich hätte die E-Mail nie geschrieben, dann wissen alle im CC, dass ich lüge. Das E-Mail nachträglich zu fälschen ist unmöglich.

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So ähnlich ist das in der Blockchain: Jeder Block der Blockchain ist eine Information (z.B. Buchungsdatum und Preis) – diesen Block, diese Information, kann ich im Nachhinein nicht mehr ändern. Wenn ich also einen Smart Contract mache, kann ich das im Nachhinein nicht mehr maschinell fälschen. Damit hat der Kunde die Sicherheit, dass er nicht etwas umsonst bezahlt und der Anbieter hat die Sicherheit, dass er das Geld bekommt. Das Vertrauen wird also technologisch abgesichert. die lobby: Wie können einzelne Hotels die Block­ chain nutzen? Dahmen: Hotels können die Blockchain etwa als besonderes Service nutzen – und damit z.B. die Echtheit von besonderen Produkten nachweisen, welche man im Hotel anbietet. Gerade bei Luxus­ produkten – wie Belugakaviar oder Thunfisch – ist das wichtig. Das funktioniert z.B. ganz einfach übers Handy, mit einer App. Man scannt den QRCode des Produktes und sieht dann die gesamte Blockchain! So wird für den Konsumenten bzw. Gast ein persönliches Erlebnis geschaffen, das man zelebrieren kann – nach dem Motto: „Schau,


THEMENSCHWERPUNKT

das ist ein echter Beluga, wir haben das Original, die Dose nachmachen kann jeder!“ Eine andere Möglichkeit ist, mit sogenannten „Token“ zu arbeiten. Ein Token hat einen gewissen Wert und erlaubt dem Besitzer, etwas zu tun bzw. zu erleben – z.B. ein Foto mit einem Skistar, kochen mit einem Starkoch oder Gitarrenunterricht bei Billie Eilish. Der Käufer investiert also in die Attraktivität von etwas. Ein Hotel kann Token für alles Mögliche anbieten. Wenn man z.B. einen neuen, ultracoolen Hotelpool baut, kann man einen Token dafür anbieten, als erstes in dem neuen Pool schwimmen zu dürfen. die lobby: Was würden Sie Hoteliers in Sachen Direktvertrieb empfehlen?

DER AUTOR: Dietmar Dahmen ist Chief Innovation Officer bei „ecx.io an IBM Company“ und Experte für Zukunft, Transformation und disruptives Marketing bei der European Association of Communication Agencies. Zusätzlich noch Gründer des BAMM! Institutes für Transformation und Cofounder und Chief Marketing Consultant diverser Startups im Bereich Blockchain, Predictive Analysis und „Last inch-Services“.

ÖHV-PARTNER

Dahmen: Es ist immer gut, neue Technologien früh zu erkennen und in kleinen, sicheren Schritten auszuprobieren. Um sich mit der Blockchain vertraut zu machen, empfehle ich, sich auf www.blockgin.eu eine Flasche in der Blockchain gesicherten Gin zu kaufen. Da kann man sich beim Trinken entspannt mit der Technologie vertraut machen. Quasi: Genuss und Technik in einem! Alles was man braucht, ist ein Handy und die App. Den Rest macht die Blockchain.

Digital und doch persönlich. Im Tourismus erlebt der Online-Verkauf von Gutscheinen & Tickets einen neuen Boom. Digitalisierung als Chance: Automatisierter Online-­Ver­ kauf von Erlebnissen in Form von Gutscheinen und Tickets sichert die zukünftige Nachfrage im Tourismus. Individuell an das Markendesign angepasste Gutschein& Ticketsysteme präsentieren und verkaufen besondere Highlights der Betriebe. Unterstützt durch eigene Widmungstexte und Fotos sowie ansprechende Image-­ Videos entsteht ein individuelles und sehr persönliches Geschenk als Urlaubsvorfreude.

Gleich ausprobieren! Persönliches Foto & Video-­ Grußbotschaft am Gutschein.

Online-Verkaufskanäle bündeln und Aufwand reduzieren Der Erfolg der INCERT Gutscheinsysteme im Tourismus führte in den letzten Jahren zum sukzessiven Ausbau der Technologie. Mittlerweile können daher über das System nicht nur Gutscheine, Geschenkkarten oder Produkte, sondern auch eTickets für Events oder kontingentierte Eintritte online verkauft und abgewickelt werden.

KONTAKT: INCERT eTourismus GmbH & CoKg T: +43 732 890018 beratung@incert.at www.incert.at

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FACEBOOK & CO.

Kann man Booking.com im Zimmerverkauf schlagen? Ein Experiment. Viele Hotels ärgern sich über externe Vertriebsprovisionen. Was liegt also näher, als die Buchungen selbst zu generieren? Und genau das hat Social-Media-Experte Thomas Thaler in seinem 6 Monate andauernden Experiment versucht. Dazu schlüpfte er in die Rolle eines 4-Sterne-Superior-Resort in einer österreichischen Feriendestination und schaute sich an, wie man eine touristische Paid-Performance-Kampagne im Universum von Mark Zuckerberg – also Facebook, Instagram, Messenger – konzipiert, umsetzt und optimiert. Geplantes Investment: 150 Euro Tagesbudget.

Halbwegs beruhigend: Bei rund 800 Euro Umsatz pro Buchung hatten wir schon einiges an Spielraum und konnten somit im Schnitt 125 Euro für die Akquise einer Buchung (=CPO) ausgeben.

Hier sein Bericht:

PHASE I: Vorbereitung 15 % Buchungsprovision von Booking.com entsprechen einem Return-on-Ad-Spendings (ROAS) von rund 6,6 – das wird also unsere Messlatte werden. Für eine grundsätzliche Machbarkeits-Analyse benö­ tigen wir in jedem Fall den AOV (Average Order Value), also den durchschnittlichen Umsatz pro Online-Buchung sowie die Conversionsraten der jüngs­ten Ver­ gangenheit.

Wir werfen also den Google Tagmanager an und bauen uns das Event-Tracking selbst. Neben dem klassischen Pageview-Event feuern wir: Search: nachdem eine Suche nach Verfügbarkeiten von-bis Datum abgesetzt wurde ● AddToCart: nachdem ein User ein Zimmer mit ge­wünschter Verpflegung ausgewählt hat – ab diesem Zeitpunkt ist auch ein Euro-Betrag als Parameter dabei ● AddPaymentInfo: nachdem Adress- und Kreditkartendaten eingegeben wurden ● Purchase: nachdem die Buchung vom System bestätigt wurde – die frisch generierte Buchungsnummer wird aus Analysegründen als Parameter mit übergeben, Betrag und Währung ebenfalls

Aufgrund der aktuell etwas angespannten rechtlichen Situation mit DSGVO und Cookies setzen wir auf die sichere juristische Legitimation mittels Opt-In und behalten zähneknirschend im Hinterkopf, dass wir damit rund 15 % aller Besucher unserer Website nicht korrekt messen können.

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THEMENSCHWERPUNKT

PHASE II: Konfiguration

PHASE IV: Abfrühstücken

Wir geben alle AdSets mit unterschiedlichen Voraussetzungen in getrennte Kampagnen. Das ist insbesondere wichtig, um später Kampagnenergebnisse sinnvoll miteinander vergleichen zu können. Es wird z.B. wenig Erkenntnisgewinn bringen, wenn wir den erzielten ROAS eines AdSet im Prospecting dem eines AdSet im Remarketing gegenüberstellen. Auch wird der CPO nicht in allen Quellmärkten (= Sprache) gleich sein.

Je länger das Projekt läuft, desto mehr laufendes Budget verschieben wir nun vom Prospecting ins Remarketing. Mit den unteren Funnel-Stufen müssen wir nun die kommerzielle Schlagkraft, die wir im Prospecting etwas verloren haben, wieder aufholen.

PHASE III: Anfüttern Je mehr qualifizierter Traffic auf unserer Website ist, desto interessanter kann das werden. Unter 500 Besuchern am Tag macht das Ganze nur recht wenig Spaß. Wir investieren daher in den ersten Monaten gut die Hälfte des eingesetzten Budgets in die Kalt-Akquise, sprich sehr breites Prospecting in all unseren Quellmärkten.

Den ausführlichen Bericht und alle Auswertungen finden Sie auf oehv.at/booking-schlagen

An der zeitlichen Entwicklung des CPO (= Kosten pro Website-Kauf) kann man sehr schön die angewandte Taktik ablesen: Lagen wir in den ersten Monaten durch das teure Prospecting noch weit über 100 Euro pro Buchung, waren es am Ende nur mehr rund 50 Euro. Ein Werbebudget von 25.647,78 Euro hat einen Buchungsumsatz von 225.630,60 Euro generiert, was einem ROAS von 8,8 entspricht. Ich würde sagen – Experiment erfolgreich!

DER AUTOR: Thomas Thaler ist ausgebildeter Informatiker, Unternehmens­berater und Bilanzexperte. Der Touristiker aus Leidenschaft und Überzeugung hält auf Konferenzen und in Seminaren immer wieder Vorträge zum Thema Social Media Marketing.

Woher weiß ich, ob mein Online-Vertrieb erfolgreich ist? Eine zentrale Frage ist, ob sich Investitionen in neue Online-Tools oder strategische Veränderungen letzt­ endlich gelohnt haben. Wirklich zu beantworten ist dies nur unter Einbeziehung der aktuellen Marktsituation. Bei dieser Frage hilft es, mit „Benchmarking“ zu arbeiten. Das Prinzip ist einfach: Hotels übermitteln die eigenen Werte zu Auslastung und Umsatz an einen unabhängigen Dienstleister. Dieser anonymisiert die Zahlen und stellt sie als Durchschnitt den Hotels in übersichtlichen Berichten zur Verfügung. Ohne die eigenen Werte öffentlich preiszugeben, können damit Vertriebsergebnisse verglichen werden.

Vergleichswerte Der weltweit führende Benchmarking-Anbieter und ÖHVPartner STR empfiehlt, sich besonders zwei Zahlen anzu­ sehen: Zum einen den „RevPAR Index“, der zeigt, ob das eigene Hotel mehr oder weniger Umsatz pro verfügbarem Zimmer erreicht hat als die Mitbewerber. Zum anderen die prozentuale Veränderung des RGI (RevPAR Generation Index) zum Vorjahr. Das ist die entscheidende Zahl, denn sie zeigt, ob das Hotel Marktanteil gewonnen oder verloren hat.

ÖHV-PARTNER

Als Kampagnenziel für unsere Verkaufsabsichten wird immer „Conversion“ verwendet. Als Optimierungs­ pixelevent verwenden wir „Search“ oder „AddToCart“.

PHASE V: Fazit

So kann der Hotelier bewerten, ob Ergebnisveränderungen überwiegend das Resultat von Vertriebsaktivitäten oder einer schwankenden Gesamtnachfrage für den Hotelmarkt in der Region sind.

KONTAKT: Christian Strieder Country Manager Österreich-Schweiz-Deutschland T: +49 8926209873 cstrieder@str.com | www.str.com

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SOCIAL MEDIA

Instagrammable – die Must-haves für moderne Hotels Instagram ist Inspiration. Die Nutzer lassen sich von emotionalisierendem Content berieseln – und Hoteliers bietet sich die Möglichkeit, den Gast in jeder Phase der Customer Journey abzuholen. Wie es einem Hotel gelingt, den eigenen Instagram-Auftritt nicht nur für Likes, sondern auch für Buchungen zu nutzen, erklärt Social Media-Expertin Belinda Swoboda.

1. High Quality Content Reisende möchten den perfekten Urlaub – ob im 5-Sterne Luxus-Hotel oder der urigen Selbstver­sor­ ger-­Hütte – und dem Alltag entkommen. Also Schluss mit unscharfen Handyfotos und verwackelten Videos, her mit einem Profi!

2. Das große Ganze Ein schönes Foto ist gut, viele schöne Fotos sind besser. Damit das aufwendig aufgebaute Insta­gram-­ Profil nicht aussieht wie eine Datenbank für nette Urlaubsfotos, sollte man stets das große Ganze im Blick behalten. Idealerweise gibt man allen Fotos einen ähnlichen Look. Viele Reise-Influencer arbeiten mit eigenen Filtern, die den Content in Farbgebung und Kontrast aneinander angleichen. Das kann auch eine Möglichkeit sein, einen ganz besonders auffälligen und einzigartigen Look zu kreieren, der einen Wiedererkennungswert schafft – das zahlt gleich doppelt in die Markenbekanntheit ein.

Oben ein Beispiel vom The Crystal Lifestyle Hotel in Obergurgl.

3. Das Motiv Wichtig ist, dass das Bild die Emotionen in uns aufleben lässt, die wir während unseres Urlaubs spüren möchten. Die Reiselust der Betrachter muss entfacht werden und Gedanken wie „DA muss ich hin – DA will ich auch ein Foto machen“ bringen den Instagram-User schlussendlich dazu, die Erfüllung dieser gewünschten Emotion bei Ihnen zu buchen.

TIPP: Menschen reisen an einen Ort des Ortes wegen. Erst wenn wir sie von ihm überzeugt haben, geht es um die Unterkunft. Auf Instagram ist eine ausgewogene Mischung von Bildern der Umgebung und des Hotels das Geheimrezept.

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THEMENSCHWERPUNKT

4. Die Hashtags Bezüglich der Anzahl von Hashtags sind maximal zehn zu empfehlen. Inhaltlich sollten folgende Arten abgedeckt sein: Ortsbezogene (z.B. #Oetztal), bildbeschreibende (z.B. #Schneelawine), populäre (z.B. #Reisen) und einzigartige Hashtags (z.B. unternehmensbezogen). Vergessen Sie nicht Orts- und Hotel­ namen!

5. Die Gäste Kommentare unter Ihren Beiträgen sollten beantwortet oder zumindest geliked werden, Privatnachrichten gilt es zeitnah zu beantworten und User Generated Content (kurz: UGC), also Inhalte die von den Usern über / für das Unternehmen erstellt wurden, verdient Ihre spezielle Aufmerksamkeit. Denn jeder User, der Inhalte über das Unternehmen teilt, kann als kleiner Influencer betrachtet werden. Wenn Sie also von einem User auf dessen Foto markiert werden, ist eine gute Reaktion darauf das Re-Posten in Ihrem Unternehmens-Profil. Nicht vergessen den Fotografen zu nennen!

BEST PRACTICE Instagram-Marketing im Naturhotel Forsthofgut, Leogang. Ein Interview mit der Sales- und MarketingLeiterin Jacqueline Hanser. ÖHV: Wie groß ist Ihre Instagram Community & welche Inhalte bespielen Sie? Hanser: Aktuell freuen wir uns über knapp 78.000 Follower. Inhaltich ist es ein bunter Mix aus allen Contentbereichen des Hotels – persönliche Inhalte, Neuigkeiten, aktuelle Themengebiete und Angebote. ÖHV: Haben Sie eine Agentur engagiert? Hanser: Social Media und Instagram werden von uns intern betrieben, der Verantwortungsbereich liegt bei mir persönlich. Die Fotos sind ein guter Mix aus selbsterstelltem Material und Bildern unserer Fotografen.

6. Der Bonus – Instagrammable Spots für Gäste schaffen

ÖHV: Welche Inhalte kommen bei Ihren Followern am besten an?

Um die Motivation zur Erstellung von User Generated Content zu stärken, sollte man „Instagrammable Spots“ für Gäste schaffen. Das sind Orte, Hintergründe und Co., die dazu einladen, fotografiert und mit der Online-Community geteilt zu werden. Je außer­ gewöhnlicher, schöner oder verrückter, desto besser.

Hanser: Bilder vom waldSPA mit Blick auf die Leoganger Steinberge, die Hotelier-Familie Schmuck, Landschaftsbilder, der Hirsch Rocky und seine Freunde im Wildgehege.

7. Die Influencer Eine Möglichkeit, die eigene Reichweite, die Bekanntheit und glaubwürdige Weiterempfehlung zu erhöhen, ist die Zusammenarbeit mit Influencern. Viele Hotels haben diesen Hebel bereits erfolgreich für sich genutzt. Eine Zusammenarbeit schafft schönen Content aus neuen Blickwinkeln, erhöht die Reichweite, Bekanntheit und den positiven Social Proof und kann nachhaltig in das Image Ihres Hotels einzahlen. Wichtig ist, einen Influencer auszuwählen, dessen Community mit Ihrer gewünschten Zielgruppe übereinstimmt.

ÖHV: Ist der Kanal nur Marketing-Tool oder verkaufen Sie auch konkret darüber? Hanser: In erster Linie geht es um Marketing – Bekanntheit und Image. Wir verzeichnen aber auch viele direkte Buchungen unsere Social Media Kanäle. Ein Beispiel:

DIE AUTORIN:

KONTAKT:

Belinda Swoboda ist eine Expertin für Social-Media-Marketing mit Design Background und arbeitet bei der Agentur Büro für Interaktion.

Naturhotel Forsthofgut Leogang www.forsthofgut.at @naturhotelforsthofgut

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ONLINE-STRATEGIE

Wie man aus Instagram, Facebook & Google Ads mehr herausholt & nachhaltig Kosten spart Mit Social Media und der eigenen Hotel-Website können potenzielle Gäste gewonnen und der Kontakt mit Stammgästen gehalten werden. Wie dabei mehr Erfolg bei zugleich geringeren Kosten möglich ist, erläutert Online-Marketing-Expertin Sophie Gerlitz. Vorhandene Stärken verbinden & einheitliche Strategie

Cleverer Inhalt – nachhaltiger & günstiger als bezahlte Werbung

Die eigenen Stärken zu stärken bringt Erfolg bei geringeren Kosten: Dabei werden gewonnene Erkennt­ nisse aus Instagram, Facebook, Website-Inhalten und Google Ads kombiniert und in zielführende sowie kosteneffiziente Maßnahmen umgesetzt. Eine einheitliche Strategie, auch mit Unterstützung von Experten, verspricht Erfolg im Internet.

Es ist faktisch erwiesen, dass clever erstellter Inhalt weniger kostet als bezahlte Werbung und zudem nachhaltiger ist. Einzigartige Inhalte und Themen bieten einen entscheidenden Vorteil gegenüber Mitbewerbern. Indem gezielte Interessen geweckt werden, werden auf lange Sicht mehr – und vor allem die richtigen – Gäste gewonnen. Dadurch werden auch in auslastungsschwachen Zeiten Betten verkauft.

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THEMENSCHWERPUNKT

Mehr Zimmer verkaufen mit gezielten Interessen Potenzielle Gäste finden das richtige Hotel über ihre Lieblingsthemen. Der Gast stellt konkrete Fragen an die Suchmaschine, dazu passende Themen liefern die Antwort. Gerade die immer beliebter werdende Sprachsuche (Voice Search) macht das deutlich. So findet der Gast genau das Angebot, das er sucht und über das passende Thema das richtige Hotel für seinen Urlaub.

Lieblingsgäste gewinnen durch einzigartigen Inhalt Einzigartiger Content orientiert sich am Informations­ bedürfnis der Zielgruppe und folgt der sogenannten Customer Journey. So finden perfekte Gäste (also Lieblingsgäste) das richtige Hotel zur richtigen Zeit. Da diese genau gefunden haben, was sie suchen, sind sie auch bereit, für den Urlaub etwas mehr zu bezahlen.

Erfolg im Internet durch Strategie-Experten Eine aufeinander abgestimmte Content-Strategie digitaler Experten bringt nicht nur mehr Gäste auf die eigene Website, sondern auch mehr Anfragen und Buchungen. Und dies mit deutlich geringerem Aufwand und weniger Geld.

DIE AUTORIN: Mag. Sophie Gerlitz

IHRE PROBLEME MÖCHTEN WIR HABEN ! Was sind Ihre größten Herausforderungen im Internet, Onlinemarketing und auf Ihrer Website? Sie erhalten von uns eine maßgeschneiderte Strategie zur Lösung Ihrer Aufgabenstellungen. Jetzt Termin vereinbaren unter +43 676 83839300! Mag. Sophie Gerlitz ist Expertin für kosteneffiziente Content-Strategien für Hotels und Tourismusbetriebe. Für Beratung und Umsetzung jetzt Kontakt aufnehmen: sophie.gerlitz@ncm.at

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MITGLIEDERSERVICE

Corona & Recht: Die häufigsten Fragen der ÖHV-Mitglieder Stornos, Sicherheit, Finanzen, Kurzarbeit: In den letzten Monaten haben die Telefone in unserer Rechtsinfo geglüht. Wir haben für Sie die aktuell häufigsten Fragen unserer Mitglieder zusammengefasst. Aber Achtung: Gerade bei Corona-Themen können sich laufend Änderungen von Seiten der Regierung ergeben! Wie kann ich an den Covid-19-Tests im Tourismus teilnehmen?

Unter welchen Auflagen darf ich ein Buffet anbieten?

Inhaber sowie Mitarbeiter, die zwischen 01.07. und 31.10.2020 in einem gewerblichen Beherbergungsbetrieb in einem aufrechten, sv-pflichtigen Beschäftigungsverhältnis sind, können sich kostenlos, freiwillig und regelmäßig auf den Erreger SARS-CoV-2 testen lassen. Die Registrierung dafür erfolgt online. Nach abgeschlossener Anmeldung wird ein QRCode zugeschickt, der zusammen mit einem Lichtbildausweis zu jedem Test mitgebracht und vom Labor bzw. dem Abstrichnehmer gescannt werden muss. Achtung: Aktuell gibt es keine gesetzliche Grundlage für verpflichtende Tests. Die Freiwilligkeit des Mitarbeiters ist somit Voraussetzung.

Gäste können bei Buffets unter „besonderen hygienischen Vorkehrungen“ offen präsentierte Speisen und Getränke selbst entnehmen, z.B. wenn Einweg-­ Handschuhe oder Einweg-Vorlegebesteck verwendet wird oder nach Reinigung der Hände bei einem betreuten Desinfektionsmittelständer unmittelbar beim Buffet.

oehv.at/covid-tests

Wie kann ich einen Sauna-Betrieb vorschriftsmäßig organisieren? Die Nutzung von Saunaanlagen ist durch eine Person oder durch im gemeinsamen Haushalt lebende Personen oder durch Personen, die gemeinsam ein(e) Zimmer / Suite / Ferienwohnung / Ferienhaus nutzen, erlaubt. Eine Saunanutzung von mehreren Personen, die nicht in einem Haushalt leben, ist nur dann möglich, wenn in der Kabine pro Nutzer eine Fläche von 4 m² zur Verfügung steht. Aufgüsse sind zulässig, vom Wedeln ist jedoch abzusehen, um Tröpfchen und Atem-Aerosole nicht zusätzlich zu verbreiten. Die Badegäste sind darauf hinzuweisen, eine Terminvergabe für die Sauna-Nutzung durch die Gäste wird empfohlen.

Wann darf ein Gast gratis stornieren? Wir gehen davon aus, dass immer dann, wenn für den Gast die Anreise verunmöglicht oder unzumutbar ist (z.B. keine Flugverbindung, Ausreise zum Zweck einer Urlaubsreise nicht erlaubt, 14 Tage Quarantäne bei Rückkehr etc.), keine Stornokosten

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CORONA & RECHT

in Ansatz gebracht werden können und auch Verträge über Non-Ref-Raten rückabzuwickeln sind. Bei Fällen von höherer Gewalt wird der Beherbergungsvertrag aufgelöst. Der Hotelier hat keinen Anspruch auf Stornogebühren, der Gast hat auch keinen Anspruch auf Schadenersatz. Natürlich kann im Einvernehmen mit dem Gast eine etwaige Anzahlung in eine Gutschrift umgewandelt oder der Reisezeitpunkt verschoben werden.

Wann kann ein Mitarbeiter den Neustartbonus nutzen? Der Neustartbonus ist eine Art Kombilohn, für den u.a. folgende Spielregeln gelten: ●

Der Mitarbeiter muss arbeitslos gemeldet und die offene Stelle beim AMS gemeldet sein.

Es muss zwischen dem 15.06.2020 und dem 30.06.2021 ein vollversicherungspflichtiges Arbeits­ verhältnis mit mindestens 20 Wochenstunden begonnen werden und der Antrag muss gestellt werden, bevor das Dienstverhältnis beginnt.

Das AMS zahlt direkt an den Mitarbeiter (der ist auch der Antragsteller für den Neustartbonus) eine Beilhilfe, die sich wie folgt berechnet: Arbeitslosen­ geld bzw. Notstandshilfe plus 45 % minus Netto-­ Erwerbseinkommen – höchstens aber 950 Euro monatlich.

Diese Unterstützung gibt es maximal für 28 Wochen (Ausnahmen möglich).

Eine Förderung kommt nicht in Frage, wenn es sich um eine Wiederbeschäftigung beim selben Arbeitgeber innerhalb von drei Monaten handelt.

oehv.at/neustartbonus

Was ändert sich bei der AfA? Bei nach dem 30.06.2020 angeschafften oder hergestellten Gebäuden soll die AfA zwingend im Jahr der erstmaligen Berücksichtigung das Dreifache (also 7,5 % bzw. 4,5 %) und im darauffolgenden Jahr das Zweifache (5 % bzw. 3 %) des bekannten AfA-Prozentsatzes betragen. Das soll künftig unabhängig davon gelten, ob das Gebäude zur Erzielung von betrieblichen oder außerbetrieblichen Einkünften verwendet wird und sowohl Gebäude auf eigenem als auch auf fremden Grund (Superädifikat oder Baurecht) umfassen. Eine Halbjahres-AfA ist für Gebäude nicht mehr anzusetzen. Die Abschreibungsdauer verkürzt sich dadurch um drei Jahre. Für nach dem 30.06.2020 angeschaffte oder hergestellte abnutzbare Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens soll es künftig die Möglichkeit ei-

ner degressiven AfA in fallenden Jahresbeträgen nach einem unveränderlichen Prozentsatz von höchstens 30 % geben, die vom jeweiligen (Rest-) Buchwert berechnet wird. Zu beachten ist, dass sich hohe Abschreibungen auch auf Bilanzkennzahlen (Eigenkapital!) auswirken und damit ein Rating verschlechtern können.

oehv.at/afa

Wofür gibt es künftig eine Investitionsprämie? Um der zurückhaltenden Investitionsneigung ent­ gegenzuwirken, soll es für materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen, die zwischen dem 01.09.2020 und 28.02.2021 in einer Betriebsstätte in Österreich getätigt werden, eine Investitionsprämie von 7 % in Form eines Zuschusses geben – 14 % bei Neuinvestitionen in den Bereichen Klimaschutz, Digitalisierung, Gesundheit und Life-Science. Nicht förderungsfähig sollen insbesondere klimaschädliche Investitionen, unbebaute Grundstücke, Finanz­ anlagen, Unternehmensübernahmen und aktivierte Eigenleistungen sein.

Steht mir eine Entschädigung nach Epidemie­gesetz zu? Ob es für Hotels, die behördlich geschlossen, unter Quarantäne oder mit einem Betretungsverbot belegt waren, Entschädigungen gemäß Epidemiegesetz geben wird, ist noch strittig. Um mögliche Ansprüche zu wahren, muss binnen 3 Monaten (lt. Novelle vom 07. Juli 2020) nach Beendigung der behördlichen Maßnahme ein Antrag bei der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde gestellt werden. Zur konkreten Berechnung der neu geltenden Fristen bei bereits beendeten Maßnahmen lässt das Gesetz einen gewissen Interpretationsspielraum zu: Vorsichtshalber sollten Anträge daher, wenn möglich, bereits innerhalb von 6 Wochen ab dem Inkrafttreten der Novelle gestellt werden, anstatt die „neue“ Frist von 3 Mona­ ten auszureizen. Einschätzungen unserer Anwälte unter

oehv.at/epidemiegesetz Stand: 10.07.2020

KONTAKT: Mag. Maria Wottawa +43 1 5330952-14 mitglied@oehv.at

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GEMEINSAM FÜRWÄRTS

FÜR DICH DA. WENN´S SCHWIERIG WIRD. Nie war es wichtiger, füreinander da zu sein. Wie wichtig eine starke und gut vernetzte Interessenvertretung gerade in schwierigen Zeiten ist, hat Corona gezeigt. Seit Anbeginn der Krise haben wir dafür gekämpft, dass die Anliegen und Nöte der Hotellerie in der Politik gehört werden und unsere Mitglieder mit topaktuellen Informationen, Hintergründen und Expertenmeinungen versorgt. Ein Rückblick in Zahlen:

8,6 MIO.

(!!) EURO

war die Berichterstattung vor allem über die politische Arbeit der ÖHV von April bis Ende Juni wert.

13.946

SEITENZUGRIFFE Bis zu täglich: Unsere Website oehv.at war in der Corona-Zeit die zentrale Info-Drehscheibe.

+1.309

LIKES für unsere Facebook-Page facebook.com/hoteliervereinigung seit März.

295

NEUE ABONNENTEN verschaffen sich jetzt mit dem ÖHV-Newsletter einen regelmäßigen Wissensvorsprung.

158

TEILNEHMER informierten sich bei unseren kostenlosen Webinaren zu wichtigen Corona-Themen – z.B. Kurzarbeit mit Arbeitsrechtsexperte Dr. Günter Steinlechner.

130

LEHRLINGE bildeten sich in der Corona-­Zeit bei vier kostenlosen Webinaren weiter – z.B. zu den Themen „Lernen lernen“ oder „Umgang mit der digitalen Welt“.

4.076

SEITENAUFRUFE auf den

ÖHV-Hygieneleitfaden, der rechtzeitig vor der Wiedereröffnung im Mai die wichtigsten Hygieneund Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Gästen und Mitarbeitern zusammenfasste. Kostenlos für ÖHV-Mitglieder.

Und wir begrüßen 46 NEUE MITGLIEDER seit 15.03.2020! Sattlerwirt, Ebbs • Deluxe Apartment & Suite, Vösendorf • Parkhotel**** Zur Klause, Bad Hall • Natürlich Hell Camping & Aparthotel, Fügen • Das.Goldberg, Bad Hofgastein • Hotel Auszeit, Pertisau am Achensee • Boutiquehotel Bergvilla, Zwischenwasser • Das Alpenwelt Resort, Wald im Pinzgau • Hotel-Pension Bleckmann, Wien • Alpin Resort Austria, Bichlbach • Dorint City-Hotel Salzburg, Salzburg • Relax & Wander­ hotel Poppengut, Hinterstoder • H+ Hotel Ried, Ried im Innkreis • Landgasthof Bogner, Absam • Gränobel Chalets, Grän • Chalet Sonneck, Seefeld in Tirol • Landhaus St. Georg, Gröbming • The Levante Laudon, Wien • The Levante Parliament, Wien • Stadthotel Gürtler, Amstetten • Hotel am See Rust, Rust • Spiele- und Buchhotel Tschitscher, Nikolsdorf • Hotel Royal, Wien • Hotel Regina, Wien • Graben Hotel, Wien • Hotel Johann Strauss, Wien • COOEE Alpin Hotel Bad Kleinkirchheim, Bad Kleinkirchheim • Hotel Tauernblick, Schladming • Club Hotel am Kreischberg, St. Georgen am Kreischberg • Hotel Restaurant Sonnenhof, Grän-Haldensee • Hotel Schloss Gumpoldskirchen, Gumpolds­ kirchen • The Wood Boutique Hotel Vienna, Wien • Hotel Neue Post, Holzgau • Hotel Orangerie Wien, Wien • Hotel Restaurant Wismeyerhaus, Obertauern • JUFA Hotel Weiz, Weiz • Zum Dorfmeister Wirt, Weikersdorf • Mama Thresl, Leogang • Premium Eco Resort Priesteregg, Leogang • Hotel Educare, Treffen am Ossiachersee • Henri Hotel Wien, Wien • Das Stadthaus, Neusiedl am See • Waldpension Mück, Gars am Kamp • Hotel Nesslerhof, Großarl • B&B Hotel Die Bergquelle, Flachau • TUI BLUE Montafon, Tschagguns

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ÖHV-MITGLIEDER

Wir sind ÖHV!

Gränobel Chalets – Familie Hummel-Klasing

Spiele- und Buchhotel Tschitscher – Dieter Mayr-Hassler Chalet Sonneck – Katharina Aniwanter

Kremslehner Hotels – Eva Kremslehner, Mag. Wolfgang Kremslehner und Mag. Vera Kremslehner-Braunegg

Optimieren Sie Ihre Softwarelandschaft Mit dem Aufkommen von „Software as a Service“ und dem Wechsel zu cloud-basierten Plattformen wird die Anzahl der verschiedenen Systeme, die für Ihren Betrieb erforderlich sind, in den kommenden Jahren zunehmen. Es ist daher ein guter Zeitpunkt, all Ihre Software-Abonnements und Verträge in einer einzigen Ansicht zu zentra­lisieren. So haben Sie stets den Überblick über Endtermine, auto­ ma­tische Verlängerun­gen, Kosten und Budgets. Aufgrund der Coro­nakrise wurde das Angebot erweitert und Sie kön­ nen jetzt auch weitere Verträge, wie zum Beispiel Service-­ Verträge, Mitgliedschaften oder Wartungsverträge, über das Tool verwalten. Der ÖHV-Marktplatz und das neue Vertrags­ management-Tool unterstützen Sie bei diesem Prozess.

registriert und können Ihre Technologie-Landschaft darstellen. Darauf basierend können Sie sich auf die Suche nach passenden Tools machen. Die Schnittstellenproblematik ist kein Thema, da Ihnen nur Systeme vorgeschlagen werden, die zu Ihrem Betrieb passen! TIPP: ÖHV-Partner sind im Marktplatz gekennzeichnet und bieten Sonderkonditionen und Angebote, die Sie nutzen können.

Schaffen Sie Grundlagen – Jetzt kostenlos registrieren!

KONTAKT:

Beginnen Sie mit der Auflistung Ihrer Tools und Dienstleistungen, vom Revenue-Management-System bis zu Ihrer Online-Marketing-Agentur. Mit wenigen Klicks haben Sie sich unter www.oehv.at/marktplatz kostenlos

Peter Klinger ÖHV-Partner & Innovationsmanagement +43 1 5330952-19 peter.klinger@oehv.at www.oehv.at

Florian Montag Geschäftsführer & Mitbegründer +49 151 50878586 florian@hotelhero.tech www.hotelhero.tech/de

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WEITERBILDUNG

FÜR DEIN WEITERKOMMEN. Das maßgeschneiderte Weiterbildungsprogramm des ÖHV-Campus Gemeinsam weiterkommen: Mit dem ÖHV-Campus als Türöffner zu maßgeschneiderten Bildungsprogrammen – für alle Altersgruppen und Wirkungsbereiche der Hotellerie. Mit einem Lernkonzept, das theoretische Inhalte spannend und lebendig in die Praxis transformiert. Für mehr Freude am Lernen. Für frische Inspiration. Und für spannende neue Kontakte. Die Zukunft beginnt – unter oehv.at/campus

PRAKTIKERSEMINARE Nachhaltige Effizienz in der Profiküche – nach Covid19 wichtiger denn je!

Mi.,16. September 2020, St. Ruprecht a.d. Raab

DSGVO für Nachzügler und alle die ihr Wissen auffrischen wollen – Schwerpunkt: Marketing

Do., 17. September 2020, Elixhausen bei Salzburg

Erfolgsfaktor Controlling – mit täglichen Checks zu mehr Erfolg

Mi., 23. September 2020, Kaprun

Kostenoptimierung und Qualitätssicherung durch effizientes Housekeeping

Di., 29. September 2020, Aigen im Ennstal

Dynamiken der Macht in der Mitarbeiterführung

Mi., 30. September 2020, Aigen im Ennstal

Richtiger Umgang mit Beschwerden im Hotel

Mi., 28. Oktober 2020, Salzburg

WOW-Effekte und Verblüffungsmomente – ohne viel Investitionen

Do., 29. Oktober 2020, Salzburg

Betriebsübergabe: Rezepte für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge

Mi., 11. November 2020, Kufstein

Mehr Aufmerksamkeit durch Influencer Marketing

Di., 24. November 2020, Wien Mi., 02. Dezember 2020, Kitzbühel

Weitere Seminare sind noch in Planung.

Infos und Anmeldung unter www.oehv.at/seminare

Besser geht´s nicht: Coca-Cola übernimmt die Hälfte Ihrer Kosten! Unser Partner Coca Cola Österreich fördert in der #Miteinand Soforthilfe-­Aktion die Weiterbildung der österreichischen Hotellerie mit 33.333 Euro. Für Sie bedeutet das, dass die ersten 150 Seminaranmeldungen einen Coca-Cola #Miteinand-Zuschuss in Höhe von 50 % der Seminarteilnahmegebühr erhalten!

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ÖHV-CAMPUS

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TEILNEHMER haben sich in der Corona-Zeit in unseren Campus-­ Webinaren fundiertes Know-how abgeholt. Trotz des großen Erfolgs sind wir jetzt überglücklich, Sie wieder „live“ begrüßen zu dürfen! Und da uns neben der professionellen Weiterbildung natürlich auch Ihre Gesundheit am Herzen liegt, haben wir eigene Sicherheitsregeln für unsere Veranstaltungen definiert.

oehv.at/fuer-mehr-sicherheit

UNTERNEHMER-AKADEMIE 2021-2023 Um ein Hotel erfolgreich zu führen, ist Fleiß allein zu wenig. Fachwissen in allen relevanten Bereichen der modernen Unternehmensführung wird genauso benötigt wie soziale Kompetenz. Genau dafür gibt´s die ÖHV-Unternehmerakademie – kurz UNA. Hier wird in zwei Jahren berufsbegleitend alles vermittelt, was ein Unternehmer braucht, um den Betrieb erfolgreich durch stürmische Zeiten zu steuern.

Die nächste UNA beginnt am 03.05.2021.

oehv.at/una

ABTEILUNGSLEITERAKADEMIE 2020-2021 Um einen Betrieb erfolgreich zu führen, braucht es gut ausgebildete Abteilungsleiter und eingespielte Teams. Geben Sie Ihren Top-Mitarbeitern die Chance, sich in 12 intensiven Seminartagen persönlich und fachlich weiterzuentwickeln und so noch mehr zum Erfolg Ihres Betriebes beitragen zu können.

Die nächste AKA startet bereits am 10.11.2020.

oehv.at/aka

LEHRLINGSAUSBILDERAKADEMIE Damit der Berufseinstieg für alle Beteiligten zum Erfolg wird, ist ein gutes Zusammenspiel von Lehrling und Ausbilder wesentlich. Auch die Generation Z hat eine große Sehnsucht nach Verbundenheit. Mit der neuen ÖHV-Akademie für Lehrlingsausbilder wird Ausbilden zur Herzensaufgabe.

Start der ersten Lehrlingsausbilderakademie ist am 10.11.2020.

oehv.at/lak

LEHRGANG F&B-KOSTENMANAGEMENT Neben Personalkosten ist der Wareneinsatz eine der größten Kostenstellen im Hotelbetrieb. Beim ÖHV-­ Lehrgang wird kompaktes Wissen auf den Gebieten des F&B-Controllings, der Kalkulation und der Preisgestaltung spannend aufbereitet.

19.–22.10.2020

oehv.at/fb

LEHRGANG SPA MANAGEMENT Wer ein hochwertiges Spa- und Wellnessangebot bieten und gleichzeitig profitabel wirtschaften möchte, braucht ein professionelles Konzept und perfekte Abläufe. Die Wissensbasis dafür liefert der ÖHV-Lehrgang in zwei Modulen.

Das erste Modul startet am 03.11.2020.

oehv.at/spa

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Payment-Lösungen für Hotel- und Gastronomie

WENN JEDE MINUTE ZÄHLT, DARF EINS NICHT FEHLEN: Payment ohne Stress und Aufwand! Bezahllösungen für Hotel und Gastronomie. Machen Sie Ihr Payment sicher, flexibel und bequem. Für Ihre Gäste wie auch für Ihre Mitarbeiter. Und genießen Sie gleichzeitig smarte Zusatzleistungen: Integrierte Trinkgeldfunktion Digitale Unterschrift Automatische Belegarchivierung

Seien Sie da, wo Ihre Kunden sind.

WAS KÖNNEN WIR FÜR SIE TUN? PAYONE Austria GmbH

0800 2957 68 sales-support-austria@payone.com www.payone.com

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ÖHV-Mitgliederzeitschrift "die lobby", Sommer 2020  

CORONA: Was war, was ist, was bleibt? CORONA & RECHT: Die häufigsten Fragen der ÖHV-Mitglieder SCHWERPUNKT: Herausforderungen im Online-Vert...

ÖHV-Mitgliederzeitschrift "die lobby", Sommer 2020  

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