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FRÜHLING 2019

die

lobby

DAS MAGAZIN DER ÖSTERREICHISCHEN HOTELIERVEREINIGUNG /hoteliervereinigung

die lobby – Das Magazin für Mitglieder der Österreichischen Hoteliervereinigung - P.b.b. Verlagspostamt 1010 Wien - 07Z037315M

/oehv

LOBBYING: ÖHV fordert Reparatur der Abschreibung INTERN: Das neue ÖHV-Präsidium SCHWERPUNKT: Nachhaltigkeit – Umwelt schonen, Geld sparen! PORTRAIT: Seminarhotel Retter, Steiermark

www.oehv.at


EDITORIAL Dass Nachhaltigkeit in der Hotellerie weit mehr als eine bloße Mode­ erscheinung ist, sollte allerspätestens seit dem ÖHV-Kongress in Villach bekannt sein. Denn: Nachhaltigkeit macht nicht nur nach ökologischen Gesichtspunkten Sinn, sondern auch aus rein ökonomischen. Die Energie­ kosten sind beispielsweise in den letzten Jahren stark gestiegen – 5 % des Umsatzes sind keine Seltenheit. D.h. jede eingesparte Kilowattstunde ist bares Geld. Für die ÖHV war es daher logisch, dass wir uns mit dem Thema Energieeffizienz auseinandersetzen müssen. Das begeisterte Feedback aus der Branche hat uns Recht gegeben. Unser zweiter Nachhaltigkeitsschwerpunkt: Abfallvermeidung. Auch hier gilt, je weniger Müll, desto mehr Geld bleibt im Börserl. Bei einem durchschnittlichen Hotel sind das so ca. 10.000 Euro pro Jahr! Wir arbeiten mit Partnern an neuen Konzepten, mit dem Ziel, Ihnen, unseren Mitgliedern, praktische Alltagshilfen in die Hände zu geben. Unser neuestes Projekt reiht sich hier nahtlos ein und ist die dritte neue Säule im Bereich Nachhaltigkeit: weniger Plastik in der Hotellerie verbrauchen. Verpackungsmaterialien, Flaschen, Joghurtbecher oder Folien müssen nicht aus Plastik sein. Mit unserer Kampagne „Zeichen setzen“ wollen wir Alternativen aufzeigen. Und von denen gibt es schon eine Menge. Manchmal muss man jedoch etwas länger danach suchen. Den Weg wollen wir für die Betriebe verkürzen. Weitere Infos zur Kampagne finden Sie laufend hier in der lobby, auf unserer Facebook-Seite und unter www.oehv.at/zeichensetzen

Ihre Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung:

Michaela Reitterer

IMPRESSUM Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller: Österreichische Hoteliervereinigung, Hofburg, 1010 Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Markus Gratzer, Redaktions- und Projektleitung: Mag. Claudia Bär 1010 Wien, T: +43 (0)1 533 09 52-0, F: +43 (0)1 405 25 84, office@oehv.at, www.oehv.at Druck: Samson Druck GmbH – gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens, UW-Nr. 837 Grafische Gestaltung: www.br-design.at | Coverfoto: Hotel am Domplatz, Linz Für Inhalte dieser Publikation, die von Dritten stammen, übernimmt die ÖHV keine Haftung. Sprachliche Gleichstellung: In dieser Gazette werden nur die männlichen Formen angeführt, die weiblichen sind darin inkludiert.


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INHALT 04 KURZINFOS 06 POLITISCHE ARBEIT Abschreibungen reparieren, Standort stärken!

08 DAS NEUE ÖHV-PRÄSIDIUM 10 HOTELPORTRAIT Seminarhotel Retter, Steiermark 14 DYNAMIC PRICING Zukunftsforscher Andreas Reiter über neue Preismodelle

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17 THEMENSCHWERPUNKT: NACHHALTIGKEIT IN DER HOTELLERIE 18 ÖHV-NACHHALTIGKEITSINITIATIVE 2019 Gemeinsam Zeichen setzen: Energie effizienter nutzen, Abfall und Plastik vermeiden

24 GÄSTEVERHALTEN ÄNDERN Wie man seine Gäste dazu bringt, sich umweltbewusster zu verhalten

28 LEBENSMITTEL Tourismusland Österreich als Selbstversorger?

18

30 PLANEN & BAUEN Die Vorteile einer lebenszyklus-orientierten Projektentwicklung für die Hotellerie

32 ZERTIFIZIERUNG & FÖRDERUNG Nachhaltigkeit im Hotelalltag: Wo gibt´s Hilfe?

34 ÖHV-PROFIT.DAYS 2019 36 DER NEUE ÖHV MOBILE CAMPUS 38 ÖHV-CAMPUS: DIE NEUEN LEHRGÄNGE 40 EVENTRÜCKBLICK 42 ÖHV-MITGLIEDER

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KURZINFOS

EINLADUNG ZU DEN NUTS-DAYS Von 28. bis 29. Mai 2019 finden in Graz die Chefdays statt – Österreichs größtes Foodsymposium für Mitarbeiter und Entscheidungsträger der Gastronomie und Hotellerie. Die Teilnehmer erwarten mehr als 50 Top-Speaker auf 3 Bühnen. Gleichzeitig finden die Nuts-Days für Gastronomen und Hoteliers statt – mit Fachvorträgen, Talks und Workshops. ÖHV-Mitglieder erhalten 50 % auf den Ticketpreis! www.chefdays.at/nuts

Neu im ÖHV-Partner-Netzwerk Das Innsbrucker Unternehmen RateBoard bietet ein Tool an, mit dem Klein- und Mittelbetriebe ihren Umsatz durch strategische Preisentscheidungen stei­gern können. Optimal v.a. für die Ferienhotellerie. ÖHV-­Mit­glieder erhalten einen kostenlosen Willkommensmonat! Die Infrarot-Heizlösungen von easyTherm helfen Ihnen dabei, dauerhaft Energie und Kosten zu sparen. Um mehr Umsatz geht´s hingegen bei den Software­ lösungen von HotelNetSolutions. Das Unternehmen bietet innovative Online-Distribution aus einer Hand – von der Booking Engine über Channel-­ Management bis hin zum Rate Monitor.

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Mehr Infos: www.oehv.at/rateboard www.oehv.at/easyTherm www.oehv.at/hotelnetsolutions


KURZINFOS

Jetzt ÖHV-App installieren! Aktuelle Warnungen, Rechtsinfos, Leitfäden und vieles mehr: Mit der neuen ÖHV-App haben Sie die ak­ tu­ellsten Brancheninfos immer mit dabei – speziell aufbereitet und angereichert für mobile Endgeräte. Manche Inhalte sind exklusiv für ÖHV-Mitglieder. Hier werden Sie einmalig aufgefordert, einen Freischaltcode einzugeben. Bitte verwenden Sie dazu einfach Ihre (bei der ÖHV hinterlegte) E-Mail-Adresse. Sie wissen nicht, welche E-Mail-Adresse Sie eingeben können? Unser Mitgliederservice hilft Ihnen gerne weiter: mitgliederservice@oehv.at

Hier können Sie die App herunterladen

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POLITISCHE ARBEIT

Abschreibungen reparieren, Standort stärken! Der internationale Wettbewerb um Gäste wird immer härter. Will Österreich seine Spitzenposition im Tourismus weiter behaupten, heißt das für die Top-Hotellerie vor allem eines: investieren. Das Klima dazu ist aber alles andere als ideal. Die ÖHV fordert einen Turnaround. Der Trend hält seit Jahren an: Österreichs Top-Hotel­ lerie realisiert nicht ihr gesamtes Investitionsvolumen. Die aktuelle ÖHV-Inside Befragung zur Wintersaison zeigt, dass ein Viertel der Betriebe weniger Geld investiert als geplant. Hintergrund: Das aktuelle lineare Abschreibungsmodell über 40 Jahre spiegelt nicht die Praxis wieder. Sanitärräume oder Spa-Bereiche müssen alle 10 bis 15 Jahre erneuert werden, können aber nur über 40 Jahre abgeschrieben werden. Vor steigendem internationalen Wettbewerbsdruck tut sich somit eine gefährliche Abwärtsspirale auf: Schafft man es nicht, Gästen eine moderne Infrastruktur zu bieten, wird man über kurz oder lang nicht am Markt bestehen können. Denn: Je weniger Gäste, desto weniger Geld steht für Investitionen zur Verfügung.

Investitionen im Vergleich 25,3 % 21,9 %

9,7 %

Weniger Investitionen Winter 2018/19

11,6 %

Mehr Investitionen Winter 2017/18

Quelle: ÖHV-Inside Winter 2018/19; n=191; Investitionen wie geplant 2017/18: 66,5 %, 2018/19: 65 %

Abschreibungsmodelle im Vergleich Um neue Möglichkeiten aufzuzeigen, hat die ÖHV gemeinsam mit Deloitte einen Vergleich gängiger Abschrei­ bungsmodelle erstellt. Als Berechnungsgrundlage dient ein zweisaisonaler Tiroler Musterbetrieb, dessen Verschuldung das 1,5-fache des Umsatzes beträgt und folgende GuV-Struktur aufweist: Umsatzerlöse

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97 %

So. betr. Erlöse

+

3%

Erlöse Gesamt

=

100 %

Mat./Wareneinsatz

-

15 %

Deckungsbeitrag I

=

85 %

Personalaufwand

-

32 %

Deckungsbeitrag II

=

53 %

Summe Sachkosten

-

25 %

Gross Operating Profit/Bruttoergebnis/DB III

=

28 %

Miete, Versicherung, Abgaben

-

8%

Außergewöhnliche Instandhaltung

-

0

Ergebnis vor Zinsen, Steuer, AfA (EBITDA)

=

20 %


POLITISCHE ARBEIT

Buchwert

Buchwert

Buchwert einzelner Komponenten

Die Auswirkungen folgender Abschreibungsmodelle wurden beleuchtet:

Nutzungsdauer

Nutzungsdauer

Nutzungsdauer

Lineare Abschreibung

Funktionale Abschreibung

Degressive Abschreibung

• aktuell in Österreich zulässig

• aktuell in Frankreich und gemäß internationalen Rechnungslegungsvorschriften zulässig

• bis 2010 z.B. in Deutschland zulässig

• Anschaffungskosten gleichmäßig auf Nutzungsdauer verteilt • Für Betriebsgebäude 40 Jahre

• Anschaffungskosten in Komponenten unterteilt und Abschreibung gleichmäßig auf Nutzungsdauer verteilt

• Abschreibung beträgt 25 % des Buchwertes, Wechsel zur linearen Abschreibung, sobald diese höher ist

Auswirkungen auf Cash-Flow & Ertragssteuerbelastung Der Barwert des abgezinsten Cash-Flows sowie jener der Ertragssteuerbelastung über verschiedene Betrachtungszeiträume zeigt nachfolgendes Bild. Ausgangsbasis der Berechnungen ist jeweils die lineare Abschreibung nach aktueller österreichischer Gesetzeslage. Der Cash-Flow bzw. die Ertragssteuerbelastung der linearen Abschreibung wird demnach mit 100 %, die beiden anderen Modelle werden in ihrer prozentuellen Abweichung dazu angeführt. abgezinster Wert

Lineare Abschreibung

Funktionale Abschreibung

Degressive Abschreibung

Cash-Flow über 10 Jahre

100 %

15 %

65 %

Cash-Flow über 15 Jahre

100 %

21 %

67 %

Cash-Flow über 20 Jahre

100 %

3%

26 %

Cash-Flow über 40 Jahre

100 %

2%

3%

Ertragsteuern über 10 Jahre

100 %

-14 %

-59 %

Ertragsteuern über 15 Jahre

100 %

-10 %

-32 %

Ertragsteuern über 20 Jahre

100 %

2%

-23 %

Ertragsteuern über 40 Jahre

100 %

8%

-3 %

• Das Ergebnis des Cash-Flows über 10 Jahre bedeutet, dass er unter Anwendung der funktionalen AfA um 15 % höher als unter Anwendung der linearen AfA ist. Unter der Anwendung der degressiven AfA ist er 65 % unter der linearen AfA. • Das Ergebnis der Ertragssteuerbelastung über 10 Jahre bedeutet, dass diese unter Anwendung der funktionalen AfA um 14 % niedriger ist als unter der linearen AfA. Unter Anwendung der degressiven AfA sogar um 32 % niedriger als unter Anwendung der linearen AfA.

ÖHV-Forderungen: AfA reparieren, GWG-Grenzen anheben Um das Investitionsklima in der Hotellerie anzukurbeln, braucht es Impulse. Die Reparatur der AfA bietet hierbei mehrere Möglichkeiten. Der Wechsel auf ein degressives Abschreibungsmodell, also die Kombination aus hoher AfA in den Anfangsjahren und Sofortaufwand von Instandhaltungen, führt zu einer niedrigeren Steuerlast für die Betriebe und in weiterer Folge zum höchsten Liquiditätszufluss. Soll das lineare Modell bestehen bleiben, ist es dringend nötig, dass dieses der Praxis angepasst wird. Die Schere zwischen Abschreibedauern und der tatsächlichen Gebrauchszeit muss geschlossen werden. Gleichzeitig zeigt auch der Blick ins europäische Ausland, dass die Grenzen der geringwertigen Wirtschaftsgüter mit 400 Euro sehr niedrig angesetzt sind. Eine Anpassung an das deutsche Niveau von 800 Euro ist nötig.

Weitere Informationen und die komplette Studie finden Sie unter: www.oehv.at/afa

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ÖHV-PRÄSIDIUM

Aus der Branche. Für die Branche. Das Programm für die nächste Funktionsperiode sowie das Team von ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer fanden bei der 53. Ordentlichen Generalversammlung der ÖHV ungeteilte Zustimmung. Der Fokus liegt auf Arbeitsmarkt, Steuern & Digitalisierung. Während der letzten Jahre wurden viele langjährige ÖHV-Forderungen umgesetzt und einige Fehler aus jüngster Vergangenheit wieder korrigiert:

„Die USt-Rückführung, die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte, die Regionalisierung der Mangelberufsliste oder auch das Verbot der Ratenparität – allesamt wichtige und große Schritte, die wir gemeinsam für die Branche erreicht haben“, resümiert Reitterer bei ihrer Wiederwahl als Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung in der ÖHV-Generalversammlung während des ÖHV-Kongresses 2019. In den nächsten Jahren stehen noch große Herausforderungen an: „Allen voran brauchen wir einen zukunftsfitten Arbeitsmarkt. Wenn die Betriebe nicht ihr volles Potential ausspielen können, kann es auch der gesamte Strandort nicht“, streicht sie hervor und fordert von der Bundesregierung, das Regierungsprogramm konsequent umzusetzen: „Papier ist geduldig, aber die internationale Konkurrenz schläft nicht. Wir brauchen hier mehr Zug zum Tor!“

Steuern & Digitalisierung Ähnlich die Situation in puncto Steuern. Speziell 40 Jahre Abschreibungsdauern sind praxisfern, fordert Reitterer einen Turn-around, um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen: „Ohne Investitionen kann es keine Top-Qualität geben. Unter den momentanen Voraussetzungen ist das nur schwer möglich“, fordert sie eine Anpassung der Abschreibungszeiträume an die jeweilige Nutzungsdauer. Im Zuge dessen sollte auch der Schwellenwert für geringfügige Wirtschaftsgüter deutlich angehoben werden. Handlungsbedarf ortet sie auch bei der Sharing Economy, wo Reitterer für eine einheitliche Bundeslösung plädiert.

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Foto von links nach rechts: Florian Werner

Vizepräsident, Landesvorsitzender Tirol arlberg1800 RESORT, St. Christoph a. A.

Heike Ladurner-­ Strolz Landesvorsitzende Vorarlberg Hotel Zimba, Schruns

Gernot Deutsch

Landesvorsitzender Steiermark Heiltherme Quellenhotel Bad Waltersdorf


ÖHV-PRÄSIDIUM

Das Team: bewährte Profis & frische Impulse Das Team rund um die wiedergewählte ÖHV-Präsidentin bringt Erfahrung und frischen Wind mit. Als Vizepräsidenten unterstützen Reitterer weiterhin Alexander Ipp, Inhaber IPP Hotels, Klaus Hofmann, Geschäftsführer St. Martins Therme & Lodge, sowie Florian Werner, Gastgeber im arlberg1800 RESORT. Neu im Vize-Team, aber bei weitem kein Unbekannter: Walter Veit vom Hotel Enzian in Obertauern.

Sophie Schick

Landesvorsitzende Oberösterreich Boutique-Hotel Hauser, Wels

Manfred Furtner Finanzreferent

Der Wiesenhof, Pertisau am Achensee

Auf Landesebene machen sich weiterhin Sophie Schick, Boutique-Hotel Hauser, Heike Ladurner-­ Strolz, Hotel Zimba, und Hubert Koller, KOLLERs Hotel, für die Anliegen der Branche stark. Die steirischen Betriebe werden künftig von Gernot Deutsch, Heiltherme Bad Waltersdorf, vertreten. Als Finanzreferent wurde Manfred Furtner, Hotel Der Wiesenhof, bestätigt wie auch die beiden Rechnungsprüfer und Steuerberater Alexander Komarek und Lukas Prodinger.

Michaela Reitterer

Hubert Koller

Walter Veit

Klaus Hofmann

Alexander Ipp

Boutiquehotel Stadthalle, Wien

KOLLERs Hotel, Seeboden am Millstätter See

Hotel Enzian, Obertauern

St. Martins Theme & Lodge, Frauenkirchen

IPP Hotels, Retz

Präsidentin, Landesvorsitzende Wien

Landesvorsitzender Kärnten

Vizepräsident, Landesvorsitzender Salzburg

Vizepräsident, Landesvorsitzender Burgenland

Vizepräsident, Landesvorsitzender Niederösterreich

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SEMINARHOTEL RETTER

Kompromisslos Öko! Ulli Retter: „Es geht darum, dass der Kreislauf geschlossen wird“ „Wir haben vier Sterne, betreiben aber einen Aufwand für zehn. Doch machen wir das gerne, Nachhaltigkeit ist unsere Lebensphilosophie“. Temperamentvoll erklärt Ulli Retter, 53, Chefin des im oststeirischen Hügelland gelegenen Seminarhotels Retter, warum bei ihr und Gatten Hermann bei weitem nicht nur der Rechenstift zählt. Nicht von ungefähr ist das Hotel Retter, das sich intensiv für Abfallvermeidung und fortschrittliche Kreislaufwirtschaft einsetzt, als einer der Pilotbetriebe beim aktuellen Projekt „Zero Waste Austria“ dabei. Hier geht es den Teilnehmern darum, vom Lieferanten bis zum Gast alle Möglichkeiten zu nützen, um die Entstehung von Abfall im Betrieb und auch schon beim Einkauf hintanzuhalten.

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HOTELPORTRAIT

Wie gelingt es nun konkret, Gäste und Lieferanten einzubinden? „Bei den Gästen steht Information ganz im Vordergrund. In unserem BioGut zeigen wir den Lebensmittelkreislauf mit unserer eigenen Landwirt­ schaft und dem Naturpark Pöllauer Tal. Hier produzieren wir das gesamte Brot und Gebäck, Speiseeis, Tees, Fruchtsäfte, Edelbrände, Marmeladen – hier fällt bestimmt kein Abfall an –, machen Führungen, halten Vorträge über Abfallvermeidung und -verwertung und gehen vor allem mit gutem Beispiel voran. Bei den Lieferanten muss man stets nach Alternativen suchen“, erklärt Ulli Retter die Philosophie. Letztlich gehe es darum, dass der Kreislauf geschlossen wird. Einsparungen gibt es, meist weniger im Finanziellen als bei den Ressourcen. Dass sich langfristig die Kreislaufwirtschaft dann doch rechnet, macht das Beispiel durch seine Vorbildwirkung weit über die Landesgrenzen hinaus interessant. „Wir fragen stets: was kann man noch verbessern?“, berichtet die an allen Detailfragen interessierte Unternehmerin. Daraus ergibt sich ein ständiger Lernprozess. In Marketing und Kommunikation wird das Engagement in Sachen Abfallvermeidung dann gezielt für ein gegenüber Umweltfragen offenes Publikum eingesetzt. In einer Vielzahl von Kursen, Workshops sowie Vorträgen, die als „Pausenfüller mit Mehrwert“ im benachbarten Retter BioGut bei den zahlreichen Seminaren immer stärker gefragt sind, werden zusätzlich auch Business­gäste sensibilisiert. In Sachen Nachhaltigkeit blickt das Ehepaar Retter auf langjährige Erfahrung und anerkannte Erfolge zurück. Begonnen hat es damit, dass schon beim ersten Hotelbau größter Wert auf effiziente Bauweise, hochwertige Materialien und gute Wärmedämmung

gelegt wurde. Ganz bewusst wurde die Hanglage genützt, um das am Pöllauberg gelegene Haus zum Süden, zur Sonne hin, zu öffnen. Gerne verweist man im Hause Retter auf die zwar aufwendige, ökologisch aber überaus sinnvolle doppelte Verrohrung der Brauchwasserleitungen. „Mit Regenwasser, das wir in neun riesigen Tanks mit je 50.000 Litern sammeln, spülen wir die Toiletten und bewässern auch unsere Gärten. Ersparnis pro Jahr: rund drei Millionen Liter Trinkwasser“, rechnet Ulli Retter vor. Ein optimiertes Energiekonzept mit Wärme­pumpen, Niedrigtemperatur, Deckenkühlung und -heizung sowie anderen nützlichen Einrichtungen hilft, den Ausstoß von einer Million kg CO2 pro Jahr einzusparen.

„Wir lassen die Küche im Dorf“ Auch zum Trinkwasser hat man sich Gedanken gemacht. Anstelle von Mineralwasser, das von weit her transportiert wird, kredenzt man „Retter-Quellwasser“, eigenes Bergquellwasser vom nahen Masenberg, das mit Kohlensäure angereichert wird. Der Erlös aus dem Verkauf dieses Wassers geht an ein Hilfsprojekt in Afrika. Die Obstgärten rund ums Haus sind ebenso wie die Küche (Motto: „Wir lassen die Küche im Dorf“) seit 25 Jahren bio-zertifiziert.

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„Eines unserer Anliegen ist es, die Gäste mit Nahrungsmitteln aus der Region zu bekochen. Unser Küchenteam mit Küchenchef Jürgen Archam freut es, Gerichte aus Omas Zeiten, wo jedes Teil wertgeschätzt wurde, zuzubereiten“, schildert Ulli Retter. Auch hier wird konsequent Abfall eingespart. Das Restaurant führt seit mehr als 25 Jahren die „Grüne Haube“.

„Es rechnet sich, weil die Gäste zufrieden sind“ Mit der Zeit ist das Haus als Leitbetrieb immer wichtiger geworden. „Viele Bauern haben für uns auf Bio umgestellt, weil sie den Retter beliefern wollten. Heute können wir unseren Bedarf an Bioprodukten großteils direkt aus der Region decken“, sieht die engagierte Hotelière einen positiven Beitrag auch zur regionalen Entwicklung. In den Zimmern dominieren echtes Vollholz, extra lange metallfreie Betten und Reinwollteppiche. Rechnet sich das? Ulli Retter: „Die Gäste sagen, sie schlafen hier so gut. Es rechnet sich, weil die Gäste zufrieden sind“. Geradezu Legion ist die Zahl der bisher errungenen Auszeichnungen. Dazu zählt das österreichische Umweltzeichen für ökologisch vorbildliche Produkte und Dienstleistungen genauso wie „Green Brands Austria“, mit dem das Unternehmen 2016 zum zwei-

ten Mal ausgezeichnet wurde. „Green Brands“ stehen für nachhaltige Marken. „Mit neuerlich verbesserten Ergebnissen bei der Re-Validierung konnten wir beweisen, dass ökologische Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft kein Lippenbekenntnis sind, sondern erneut mit harten Fakten belegt werden konnten“, betont Ulli Retter. Seit fünf Jahren ist das Haus mit dem Goldstatus „Green Globe“ (International standard for sustainable tourism) zertifiziert. Dieses begehrte Prädikat ist mit einer besonders aufwendigen Prüfung verbunden, die jährlich wieder­ holt und verbessert werden muss. Und schließlich ist der Betrieb auch Partner der „Sleep Green Hotels“, einem Netzwerk von überzeugten „grünen Hotels“. Diese Kooperation (siehe auch „die lobby“ 02/16) versorgt die Mitglieder mit Ideen und Instrumenten zur Umsetzung einer gelebten Nachhaltigkeit.

Retter Unternehmensgruppe, ein heimischer Leitbetrieb Die Retter Unternehmensgruppe, ein oststeirisches Familienunternehmen in den Bereichen Hotel, Reisen, Eventorganisation, Transport, Logistik und Linienverkehr, wurde als österreichischer Leitbetrieb zertifiziert. Als Leitbetrieb werden nach umfassendem Screening vorbildliche Betriebe ausgezeichnet, die sich zu nachhaltigem Unternehmenserfolg, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung bekennen. Herzstück der Gruppe ist das Vier-Sterne-Hotel am Pöllauberg, das bereits 16-mal als bestes Seminarhotel Österreichs ausgezeichnet wurde. Das nachhaltig geführte Haus steht für Lernen und Weiterentwicklung. Es zählt 116 Zimmer sowie 90 einheimische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dank flexibler AZ-Modelle liegt die Mitarbeiterfluktuation unter 5 Prozent. Etagenkräfte arbeiten maximal 15 Sonntage im Jahr, drei Mitarbeiter werden nach dem Steirischen Behindertengesetz beschäftigt. Laufend werden Mitarbeiterexkursionen zu Partnerbetrieben durchgeführt. Die Landwirtschaft ist seit 25 Jahren und das Restaurantangebot seit bald 15 Jahren bio-zertifiziert. Das Hotel ist Klimabündnismitglied und hat zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen eingefahren. Mit Nachhaltigkeit und Weitblick hat sich aus dem ursprünglich kleinen Landhotel ein Vorzeigebetrieb entwickelt. „Wir bleiben wie wir sind, nur besser“, ist einer der Leitsprüche der Familie.

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ÖHV-PARTNER

PAYMENT

Bargeldloses Bezahlen schont Umwelt und Kasse Bei jedem Restaurant- oder Hotelbesuch gibt es diesen einen Moment. Hoteliers sehnen ihn herbei, die Gäste würden ihn am liebsten komplett ausblenden. Die Rede ist natürlich vom Bezahlen. Immer häufiger kommt dabei die Kredit- oder Bankomatkarte zum Einsatz. In Zukunft bleibt die Brieftasche gleich ganz stecken, denn das Smartphone bietet inzwischen schon viele Möglichkeiten, die Rechnung per Handy zu begleichen. In Österreich sind wir – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – noch immer ziemlich verliebt ins Bargeld. Laut der Global Payment-Studie 2018 der Boston Consulting Group gab es 2017 nur etwa 85 bargeldlose Transaktionen in Österreich pro Einwohner. Zum Vergleich: In Norwegen liegt diese Quote viermal so hoch. Beim Thema Nachhaltigkeit spielen wir dagegen in der Weltspitze mit. Im Rahmen des globalen Jahres des nachhaltigen Tourismus 2017 der UN belegte Österreich in einem Nachhaltigkeits-Ranking Platz 12 von 180 Staaten.

Drei gute Gründe für weniger Cash Auch beim Thema Payment lässt sich einiges für das nachhaltige Wirtschaften im Hotelbetrieb tun. Dazu gehört vor allem bargeldloses Bezahlen an der Bar, im Restaurant und natürlich an der Rezeption. Denn weniger Bargeld ist gut für die Umwelt. Und das gleich in dreifacher Hinsicht. Allein die Produktion von Bargeld benötigt laut der Europäischen Zentralbank pro Jahr so viel Energie, wie wenn jeder EU-Bürger zwölf Stunden lang eine 60-Watt-Glühbirne brennen lässt. Außerdem muss das Bargeld auch transportiert werden – vom Herstellungsort zu Banken und dann zu jedem einzelnen Bankomaten. Und letztlich bewegen sich auch die Verbraucher oft mit dem Auto zur Bank, um sich mit Geld zu versorgen. Das sorgt beides für C02-­ Emissionen, die ohne Bargeld leicht vermeidbar sind.

Kartenzahlung bringt nebenbei auch handfeste wirtschaftliche Vorteile. Denn Transaktionen im Wert von mehr als 50 Euro verursachen im bargeldlosen Zahlungsverkehr deutlich weniger Kosten als Bargeld.

Nachhaltig und verlässlich bezahlen mit BS PAYONE Dafür, dass das Zahlen mit Karte oder Smartphone immer reibungslos und ökologisch wertvoll funktioniert, sorgt zum Beispiel BS PAYONE. Der Zahlungsdienstleister blickt auf über 30 Jahre Erfahrung unter anderem in der Gastronomie und Hotellerie zurück. Man kennt die Bedürfnisse von Hoteliers und Restaurantbesitzern und stellt ihnen immer die aktuellste und energieeffizienteste Technologie rund um das Thema Kartenzahlungen zur Verfügung. BS PAYONE ist außerdem für seine ausfall­sichere Infra­ struktur bekannt. Das verhindert, dass das Lese­ gerät im entscheidenden Moment streikt.

DER AUTOR: Thomas Kaiser Country Manager Österreich von BS PAYONE www.bspayone.at, info@bspayone.com

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DYNAMIC PRICING

Flüssige Welten, flüssige Preise

Zukunftsforscher Andreas Reiter über die In-Wert-Setzung von Erlebnissen und neue Preismodelle.

Na endlich! 10 Euro für den Eintritt auf dem Markusplatz in Venedig… Mit variabel gestalteten Preisen für Tagesbesucher (von 3–10 Euro je nach Frequenz und Jahreszeit) will Venedig ab Mai 2019 die überbordenden Touristenmassen in der Stadt steuern. Auch wenn dieses Ticketing viele Besucher verärgern wird – ein situatives Lenkungsinstrument über den Preis ist längst überfällig – und das nicht nur, um den Overtourism zu bekämpfen. Ich habe schon vor Jahren eine Zunahme dynamischer Preismodelle in Handel, Gastronomie und Tou­ rismus prognostiziert – diese können schließlich für beide Seiten – Anbieter wie Nachfrager – attraktive Vorteile eröffnen. Was Airlines und Hotels inzwischen mehr oder weniger ausgefeilt betreiben, schwappt allmählich auch auf andere Branchen über. Revenue Management im Alltagskonsum. Ein Tagesskipass bei herrlichem Schönwetter, und noch dazu am Wochen­ ende? Ja, aber dann wird man einen Zuschlag bezahlen müssen. Umgekehrt sinkt bei Schlechtwetter und Nebellage der Preis für den Kunden. Anbieter können so ihre Auslastung besser steuern, smarte Kunden situativ günstiger fahren. Noch sind solche Dynamic Pricing-Modelle erst in einigen großen Skigebieten (vor allem in der Schweiz) umgesetzt, doch ein smartes Konsumverhalten und eben solche Tech­ nologien sprechen für eine breitere Durchsetzung.

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Flexible Preismodelle müssen jedoch weit über das alte Spiel von „Begehrlichkeit schaffen durch Verknappung“ hinausgehen. Ein Produkt allein über den Preis zu verkaufen, wäre das Ende einer nachhaltigen Positionierung. Eine Marke darf sich nicht in einen Preiswettkampf begeben, kann sich aber sehr wohl über die In-Wert-Setzung unterschiedlicher Erlebnisse über unterschiedliche Preise verkaufen. Wir haben es schließlich mit einer neuen ErlebnisArchitektur zu tun, einem kulturellen Wertewandel, der letztlich tief in die Verhaltensökonomie eingreift. Zum einen passen starre Konstrukte generell nicht mehr zu den flüssigen Lebensstilen unserer digitalen Moderne, die Flexibilisierung von (privaten wie beruflichen) Biografien, von Arbeitszeit/-ort ist ebenso selbstverständlich wie ein 24/7-Konsum, individuelle Lösungen haben standardisierte Verfahren ersetzt. Unsere hyper-dynamische Gesellschaft ist in


ÖHV-PARTNER

ihren Lebensstilen und Konsum-Präferenzen extrem ausdifferenziert und agiert situationselastisch, passende Apps und Algorithmen ermöglichen die stets beste individuelle Lösung. Begehrlichkeiten wollen sofort, on demand, gestillt werden. Dafür sind die meisten Konsumenten auch bereit, mehr zu bezahlen – wenn denn das begehrte Produkt einen starken Erlebniswert hat und das eigene Prestige triggert. In unserer Ökonomie der Aufmerksamkeit geht es primär um die „Logik des Besonderen“, wie es der Soziologe Andreas Reckwitz so schön formuliert hat:

„Etwas gilt (nur dann) in der Welt, wenn es… singulär ist, wenn es affektiv anspricht.“ Damit rückt die narrative Qualität von Produkten und Erlebnissen in den Vordergrund. Anbieter müssen mit einem sanften Nudging die Entscheidungen von Konsumenten in die gewünschte Richtung „stubsen“. Begehrliche Narrative, Marken-Erzählungen, die in das Sehnsuchts- und Werteset der Nutzer treffen, sind ein wichtiger Pfeiler dieser Entscheidungsarchitektur. Wer künftig die „Mona Lisa“ oder Klimts „Kuss“ zu Tagesrandzeiten (und möglichst in Kleingruppe) im Museum betrachten will, bezahlt dann eben einen beträchtlichen Zuschlag bei der Reservierung. Wer in Zukunft seinen Cocktail unbedingt bei Sonnenuntergang auf dem Markusplatz süffeln möchte, wird mehr zahlen müssen als an einem nebligen Vormittag – eine Differenzierungs-Strategie seitens des Kunden. Er investiert schließlich in die künftige Erinnerung und lädt damit seine eigene Biografie auf. Neue (Preis-)Formate tragen der Sehnsucht der Erinnerungs-Sammler nach einem ungewöhnlichen und damit differenzierenden Narrativ Rechnung: Wer z.B. heute im gehypten Berliner Restaurant „Ernst“ ein 25-Gänge-Menu genießen will, muss nicht nur das „Ticket“ im Voraus kaufen, sondern pünktlich zum Auftakt der abendlichen Choreografie erscheinen. Das Abendessen wird so zu einem begehbaren Event und Identitäts-Marker, der Preis fürs Essen wird in ein Erlebnis-Ticket umcodiert. Nichts ist mehr, wie es war. Und das hat eben seinen Preis.

INFRAROTWÄRME IM KÖSSLERHOF IN ST. ANTON/ARLBERG

Im Mai 2017 rollte im beschaulichen St. Anton am Arlberg schweres Gerät an und schaffte durch den Abriss des alten Hotelgebäudes Platz für den neuen „Kösslerhof“. Eine Investition, die sich rechnet, ist die Heizungslösung von easyTherm. Schon beim Bau konnte der Kamin eingespart werden. Zusätzlicher Raum wurde gewonnen und es fallen keine Kosten für Rauchfangkehrer und Wartung an. Mit der Heizlastberechnung nach EU-Norm wurde der genaue Bedarf ermittelt. Im kompletten Objekt mit etwa 1.300 m² wurden 81 Infrarotpaneele mit einer Leistungsaufnahme von 39 kW montiert. Die Investitionskosten für Infrarotpaneele und Temperaturregelung waren mit rund 60.000 Euro im Vergleich zu herkömmlichen Systemen sehr günstig.

Gut geregelt ist die halbe Miete Die Regelung des Heizsystems erfolgt über ein KNX-­ Bussystem. Jedes Zimmer wird einzeln geregelt, so fallen nur dann Heizkosten an, wenn die Räume auch genutzt werden. Kalkuliert wurden die jährlichen Stromausgaben fürs Heizen mit rund 5.500 Euro. Eine Auswertung der ersten 4 überdurchschnittlich kalten Wintermonate von Dezember 2017 inkl. März 2018 zeigte einen Verbrauch von 32.000 kWh, was Stromausgaben für die Heizung von 4.800 Euro entspricht. Die angefallenen Heizkosten liegen damit voll und ganz im prognostizierten Bereich.

Wohlfühlheizung für Gäste und Personal Sandra Kössler leitet die Geschicke des neuen Hotels und lobt die durchdachte Heizungslösung: „Die Temperatur in den Zimmern, im Restaurant und in der Lobby ist immer konstant und wohltuend. Bei uns gibt es keine Zugluft durch Konvektion, weniger Staub wird aufgewirbelt. Das fördert nicht nur die gute Atemluft in den Zimmern, es muss auch merkbar weniger Staub gewischt werden“.

DER AUTOR: Andreas Reiter Zukunftsforscher und Lehrbeauftragter für Trends und Innovationsmanagement

KONTAKT: Michael Klackl Vertriebsleiter Österreich Tel.: +43 3352 38200 600 Mobil: +43 664 886 59 605 michael.klackl@easy-therm.com

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ÖHV-PARTNER

DIGITALISIERUNG

Was bringen Chatbots der Hotellerie? … oder warum die Letzten (schon wieder) nicht die Ersten sein werden. Vielleicht ein etwas provokanter Untertitel. Aber denken wir doch mal kurz über mögliche Szenarien für den Einsatz von Chatbots und digitalen Sprachassis­ tenten in der Hotellerie nach. Dass Chatbots in immer mehr Branchen für die Kommunikation zum Kunden eingesetzt werden, ist ja mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Die Vorteile der Übergabe von sich oft wieder­ holenden und meistens sehr ähnlichen Konversationen an digitale Assistenten liegen auf der Hand: Entlastung der eigenen MitarbeiterInnen, Zugriff auf eine Vielzahl von Daten und Informationen in Echtzeit, ●● Verfügbarkeit rund um die Uhr, ●● oder die Präsenz auf neuen Kommunikations­ kanälen und vieles mehr. ●● ●●

Gerade die Dimension des letzten Aspektes wird oft außer Acht gelassen. Allein Google spricht mittlerweile von weltweit 1 Milliarde Endgeräten, auf denen Google Assistant verfügbar ist. Ein großer Teil der Kommunikation zwischen Unternehmen und Endkunden wird sich in den nächsten Jahren daher ganz automatisch in Richtung “Conversational Interfaces” verlagern.

ÖHV-Mitg lieder erhalten 15 % Rab att auf die In stallatio ns­kosten un d die laufe nden Gebü hren.

Jetzt Erfahrungen sammeln! Sowohl bei der Reiseplanung, bei der Buchung als auch vor Ort für Service-Anfragen oder dem Verkauf von Zusatz-Packages, werden digitale Assisten­ten für die Hotellerie eine wesentliche Rolle spielen. Sobald allerdings große Buchungsplattformen diese Kanäle besetzen, wird es für das einzelne Hotel wieder schwieriger, ins "Blickfeld" von potentiellen Gästen zu gelangen. Daher besteht gerade jetzt für Hotelliers noch eine sehr gute Gelegenheit, diese Kanäle kennen zu lernen, in den direkten Dialog mit potentiellen Gästen einzusteigen und selbst Erfahrungen zu sammeln. Nur durch den eigenen Chatbot – ob über Text oder Sprache – erfahre ich, was meine potentiellen Gäste wirklich wissen wollen, wie sie danach fragen und wie ich welche Inhalte für diese Anfragen in natürlicher Sprache aufbereiten muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Fall die Ersten auch die Ersten bleiben werden, ist sehr groß.

Der Autor: Marc Isop verantwortet den Bereich Marketing & Vertrieb bei Onlim. Onlim ist ein österreichisches High-Tech-Unternehmen mit Stand­ orten in Innsbruck und Wien und hat eine Software-Plattform zur Automatisierung der Kundenkommunikation über Chatbots & Sprach­ assistenten entwickelt. In Zusammenarbeit mit der ÖHV wurde ein explizit auf die Besonderheiten der Hotelbranche ausgerichtetes Produkt auf den Markt gebracht. www.onlim.com

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THEMENSCHWERPUNKT

THEMENSCHWERPUNKT

#RethinkTourism – der richtige Zeitpunkt? © florianlechner.com

Unter dem Titel #RethinkTourism hat die ÖHV dieses Jahr den Themenschwerpunkt "Nachhaltigkeit" eröffnet. Warum widmen wir uns gerade jetzt diesem Thema, hat die ÖHV keine anderen Sorgen? Ist das wirklich das brennenden Themen, das unsere Betriebe interessiert? Das Feedback und die Intensität, mit welcher am ÖHV-Kongress in Villach über Nachhaltigkeit diskutiert wurde, haben klar gezeigt, dass wir mit diesem Thema eine der wichtigsten Herausforderungen der Branche aufgegriffen haben. In den letzten 30 Jahren hat sich die weltweite Rohstoffentnahme auf rund 70 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppelt. Reisen – ob mit Auto oder Flugzeug – verbraucht Ressourcen. Gleichzeig lebt gerade der österDer österreichische reichische Tourismus von einer Tourismus lebt von intakten Umwelt, vom sauberen einer intakten UmWasser und regionalen Lebensmitteln. Die unternehmerische welt, vom sauberen Herausforderung ist komplex. Es Wasser und regionagilt, die Umwelt zu schützen, Koslen Lebensmitteln ten zu sparen, effizienter zu werden oder auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen, wie das kommende Plastikverbot, umzusetzen. Und auch die Gäste werden zunehmend kritischer und hinterfragen vermehrt. Genau darum greifen wir als ÖHV dieses Thema auf. Mit der Initiative "Zeichen setzen" stellen wir Lösungen, Best Practices und mögliche Produkte und Partner ins Rampenlicht. Dabei setzen wir den Fokus auf Energieeffizienz, Plastik- und Abfall-Vermeidung. So können unsere Mitglieder von den Besten lernen und erhalten neue Ideen und Strategien für den eigenen Betrieb.

Und eines ist klar: Nur wenn wir jetzt Verantwortung übernehmen und die Zukunft aktiv gestalten, sichern wir den österreichischen Tourismus auch für die nächsten Generationen und schaffen die Basis für eine auch dann STARKE Hotellerie.

Dr. Markus Gratzer ist Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung.

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ÖHV-NACHHALTIGKEITSINITIATIVE 2019

Gemeinsam Zeichen setzen 2019 setzt sich die ÖHV intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Welche Möglichkeiten gibt es für die Hotellerie, auf Einwegplastik zu verzichten und Abfall zu reduzieren? Wie kann mit Energie effizienter umgegangen werden? Und geht das alles ohne Qualitätsverlust für den Gast? Ja, es funktioniert! Wir zeigen wie!

Für eine plastikfreie Hotellerie Plastik ist überall: in Reinigungsmitteln, Gebinden, Strohhalmen, Bechern uvm. Dabei gibt es bereits zahlreiche – auch preislich interessante – Alternativen. Beispiele dafür geben die Unternehmen METRO und hollu, beide Unterstützer der ÖHV-Initiative „Zeichen setzen“. ÖHV: Herr Plotitza, welche ökologischen Alter­ nativen bietet Metro zu Einwegplastik? Xavier Plotitza: Ökologische Alternativen sind Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Pflanzenfasern, Zuckerrohr oder Maisstärke. Der Fokus ist hier ganz klar darauf gesetzt, jene Ressourcen zu nutzen, die nicht zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion gehen. ÖHV: Welche Produkte machen besonders für den Einsatz in der Hotellerie Sinn? Xavier Plotitza: Unser Produkt-Sortiment besteht aus zahlreichen wiederverwendbaren, recycelbaren oder kompostierbaren Alternativen zu Einwegplastik: Das sind z.B. Teller und Schalen aus Palmblatt sowie Trinkhalme und Becher bzw. Gläser aus Papier und PLA (Polymilchsäuren), die dadurch transparent, formstabil und bruchsicher sind. Weiters Produkte aus Holz (Messer, Gabel, Löffel), Pappe, Bambus oder Geschirr aus Zuckerrohrfasern.

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ÖHV: Können es die ökologischen Alternativen auch preislich mit den Plastikvarianten aufneh­ men? Xavier Plotitza: Unsere nachhaltigen Produkte sind auch preislich attraktiv und können durchwegs mit Plastikvarianten mithalten – ökologische und ökono­ mische Interessen gehen durchaus Hand in Hand. ÖHV: Herr Lehnert, wo kommt Plastik derzeit im professionellen Reinigungsbereich zum Einsatz? Dominik Lehnert: Plastik kann z.B. in Form von Mikro­ plastik in Handwaschpasten oder Beschich­tun­gen vorkommen. Wir arbeiten auf Hochtouren an neuen Rezepturen, um Alternativen zu entwickeln. Unsere Handwaschpasten sind beispielsweise schon nahezu mikroplastikfrei. Als Abrasivum werden an Stelle von Mikroplastik bereits nachhaltige Rohstoffe, wie zum Beispiel Sägemehl oder Sägespäne, eingesetzt.


THEMENSCHWERPUNKT

ÖHV: Wie kann man hier den Einsatz von Plastik minimieren? Dominik Lehnert: Zum einen durch die Entwicklung umweltschonender Alternativrezepturen wie bei unse­ ren Handwaschpasten, zum anderen aber auch durch das Einsparen von Verpackungsmaterial. Die Wieder­ aufbereitung unserer Kanister spielt dabei eine große Rolle. Wir holen die Leergebinde automatisch bei unseren Kunden ab, reinigen sie und führen sie nach einer entsprechenden Kontrolle wieder dem Produk­ tionsprozess zu, bis sie am Ende ihres Lebenszyklus ordnungsgemäß recycelt werden. Ein weiterer wich­ tiger Punkt sind die strategischen Partnerschaften mit unseren Lieferanten, wo wir gemeinsam an diesen Themen arbeiten und bereits in der Beschaffung auf eine nachhaltige Basis setzen.

ÖHV: Umweltschutz heißt ja auch, Reinigungsprodukte möglichst ef­ f­izi­ent zu verwenden. Haben Sie hier konkrete Tipps für die Hotel­ lerie? Dominik Lehnert: Ein guter Tipp sind Konzentrate statt anwendungsfertiger Lösungen. So kann man – je nach Anforderung – individuell dosieren und es wird kein Wasser unnötig quer durchs Land transportiert. Durch optimierte Prozesse in der Reinigung und perfekt aufeinan­ der abgestimmte Hygienelösungen reduziert sich generell der Verbrauch an Reinigungsmittel, Energie, Wasser und Zeit.

#beatplasticpollution #METROsustainable

DIE INTERVIEWPARTNER: Dominik Lehnert Abteilungsleiter Produktmanagement hollu Systemhygiene GmbH www.hollu.com/verantwortung

Xavier Plotitza Geschäftsführer METRO Österreich GmbH www.metro.at/plastikfrei #beatplasticpollution | #METROsustainable

Für weniger Abfall im Hotel Weniger Abfall schont die Umwelt und spart bares Geld. So weit, so gut. Aber wie lässt sich Abfall in Küche, Hotelzimmern und Mitarbeiterbereichen konkret vermeiden? Und wie können Lieferanten und Gäste miteinbezogen werden? Dazu erste Erkenntnisse aus dem Projekt „Abfallvermeidung in der Hotellerie“ von ÖHV, der Universität für Bodenkultur (BOKU) und Zero Waste Austria. ÖHV: Frau Obersteiner, im Rahmen des Projektes hat die BOKU den Abfall von Hotels insgesamt aber auch von konkreten Gästezimmern analysiert. Wie lassen sich die Erkenntnisse zusammenfassen?

packungen von Zucker, Kaffeeobers, Tee und das am Zimmer aufliegende Informationsmaterial stellten den überwiegenden Anteil der Abfälle im Zimmer dar.

Die Hotelbetriebe sind in der Lage, die Art und Menge der Abfälle gezielt durch eine abfallarme Beschaffung zu steuern. Die wesentliche Abfallmenge eines Hotels ist selbstverursacht. Die Sortierungen direkt am Gästezimmer haben uns die Erkenntnis gebracht, dass den größten Teil des Abfalls das Hotel seinem Gast selbst zur Verfügung stellt. Amenities, Portionsver-

Kunststoffabfälle können im Servicebereich durch den Verzicht auf PET-Flaschen und Portionsverpackungen vermieden werden. Im Zimmer sind es die Amenities, die einen Großteil der Kunststoffverpackungen darstellen. Durch den Umstieg von Einwegprodukten auf Spender-Einrichtungen können große Abfallmengen eingespart werden.

ÖHV: Die ÖHV engagiert sich auch in einem Pro­ BOKU: Einen wichtigen Einfluss auf die Art und Menge jekt „Verzicht auf Plas­tik“ – Wo sind denn gemäß der anfallenden Abfälle hat einerseits das Angebot Ihren Analysen die größten Mengen Plastikmüll des Hotels (Restaurant, Bar, Wellness angefallen und wo kennt man oder Spa) und andererseits spielt der schon Alternativen? „Den größten Teil Gast eine wichtige Rolle. BusinessBOKU: Kaum ein Bereich im Hotel des Abfalls stellt das gäste hinterlassen am Zimmer wenikommt gänzlich ohne Verpackungsger Abfälle als Shopping­touristen. Der Hotel seinem Gast materialien aus. Vor allem in Küche Gast aus D-A-CH geht sorgsamer mit selbst zur Verfügung.“ und Restaurant setzen aber immer Abfällen um, als Gäste aus Übersee mehr Betriebe auf Mehrwegverpaund dem arabischen Raum. ckungen oder Großgebinde. Viele

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ÖHV: Frau Pattermann, Sie haben Gespräche mit diversen Lieferanten geführt. Wo gibt es vor allem im Bereich Lebensmittel und Hygieneprodukte Möglichkeiten zur Abfallvermeidung? Zero Waste Austria: Beim Bestellen der Lebensmittel haben Hotels ein großes Einsparungspotential bei Verpackungen. Da in Hotels bei vielen Produkten große Mengen verkocht werden, können Großgebinde bestellt werden. Mehrwegsysteme wie Fleischboxen und Gemüsekisten sind bereits etabliert und in Einzelfällen haben wir gesehen, dass es auch Mehrwegsysteme für zum Beispiel Marmeladen und Milch gibt. Um das zu thematisieren, sind auch Lieferanten an dem Projekt beteiligt, denn diese Umstellung kann nur im Austausch mit den Lieferanten geschehen. Weiteres Potential gibt es wie erwähnt auch bei den Kosmetikprodukten.

mitgebrachtes Essen der Mitarbeiter und fördert die Kommunikation und Zufriedenheit im Team. In den meisten Testhotels haben wir erfahren, dass es üblich ist, alte Geräte oder andere Gegenstände, die im Hotel ausgetauscht werden, in der einen oder an­deren Form weiterzugeben. Entweder werden sie ver­ kauft, gespendet oder oft auch an Mitarbeiter weiter­gegeben.

ÖHV: Das Sans Souci ist eines der Pilothotels, das sich um Abfallvermeidung be­ müht und zeigen will, dass Nach­ Der Bereich Abfallwirthaltigkeit und High-End-­ Service schaft wird in Hotels kein Wi­der­­spruch sind. Was sind zumeist vernachlässigt. Beispiele für Maßnahmen, die dort gesetzt wurden? Dabei kann man dadurch

ÖHV: Der Anspruch des Projektes ist ja, vom Lieferanten bis zum Gast Abfall zu vermeiden. Wie soll der Gast eingebunden werden? Zero Waste Austria: Der Fokus auf den Gast ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Nur wenn die Akzeptanz beim Gast gegeben ist, ist das Hotel auch langfristig interessiert, abfallvermeidende Maßnahmen umzusetzen.

Zero Waste Austria: Das Sans Souci nicht nur Entsorgungskostestet gerade, wie Gäste Spender in ten sparen sondern für der Dusche zusätzlich zu den Amenisortenreine Fraktionen ties akzeptieren. Ebenfalls wurde in sogar Geld bekommen. der Bar auf Glasstrohhalme umgestellt. Mitarbeiter und Gäste sind begeistert. Weiters wurden Shoppingbags in den VerEin wichtiger Punkt in Österreich ist die Information kauf aufgenommen und wiederverwendbare, waschan die Gäste, dass das Leitungswasser getrunken ­bare Slipper im SPA-­Bereich sollen getestet werden. werden kann. Viele internationale Gäste wissen nicht um die hohe Trinkwasserqualität und kaufen Wasser ÖHV: Was wären Beispiele für Abfallvermeidung in Plastikflaschen oder Hotels bieten diese den im Mitarbeiter-Bereich, die von Hoteliers einfach Gästen an. Schöne Karaffen und Trinkgläser mit umgesetzt werden können? Hinweisschildern können da viel Verpackungsmüll BOKU: Unserer Ansicht nach bedarf es keiner ge­ einsparen. Die Zurverfügungstellung von Shoppingson­derten Maßnahmen zur Abfallvermeidung im Mit­ bags oder wiederverwendbaren Trinkflaschen im arb­ei­­ter-Bereich, wenn alle Maßnahmen, welche das Hotel sind weitere Möglichkeiten, dem Gast die AbHotel zur Abfallreduktion umsetzt, auch hier konsefallvermeidung zu erleichtern. quent eingehalten werden. Als Paradebeispiel kann der Einsatz von PET-Flaschen und Portions­ver­pack­ un­gen genannt werden. Während in den GästebeDIE INTERVIEWPARTNER: reichen Wasser und Getränke in Mehrweggebinden DI Gudrun Oberhauser und Mag. Marta Cociancig forschen am bzw. Spendern angeboten werden, werden diese in Institut für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur den Mitarbeiter-Bereichen oft in PET-Flaschen zur Wien zu Abfallvermeidung, -sammlung und -verwertung. Verfügung gestellt. Zero Waste Austria: Das Boutiquehotel Stadthalle bietet z.B. allen Mitarbeitern nach Ende des Frühstück­ buffets an, gemeinsam zu frühstücken. Das vermeidet Lebensmittelabfälle, spart Einzelverpackungen durch

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DI Helene Pattermann gründete 2015 Zero Waste Austria um nachhaltige Lösungen, Lebensstile und Projekte zu fördern, bekannt zu machen und zu verbreiten.

Gemeinsam mit der ÖHV wird derzeit ein Leitfaden erarbeitet, der die Branche sensibilisieren, informieren und unterstützen soll.


THEMENSCHWERPUNKT

Für mehr Energieeffizienz In der Hotellerie machen die Energiekosten mittlerweile schon mehr als 5 % des Umsatzes aus. Das muss nicht sein! Es gibt bereits viele effektive Wege, Energie – und damit Geld und Ressourcen – zu sparen. Und es gibt ein umfangreiches Förderungsangebot des Bundes für Energiespar-Maßnahmen und den Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Die Umweltförderung bietet Investitionszuschüsse von bis zu 35 % für die umweltrelevanten In­ves­ti­ tions­­anteile bei der Realisierung von Thermischen Ge­bäu­desanierungsmaßnahmen, Energiesparmaßnah­­men oder der Umstellung des Heizsystems auf

erneuerbare Energieträger. Die Einreichung ist komplett online möglich. Nachfolgend haben wir für Sie Informationen über die wichtigsten Förderungsinhalte für Gastronomie-, Hotellerie- und Tourismusbetriebe zusammengestellt.

Was wird gefördert?

ren. Dazu zählen z.B. der Einbau von Wärmerückgewinnungen in Lüftungs- oder Kälteanlagen, die Umstellung konventioneller Beleuchtung auf LED-­ Systeme, die Anschaffung energieeffizienter Kühlund Gefriergeräte (sofern diese den Kriterien gemäß www.topprodukte.at entsprechen) und die Optimierung des Heizungssystems. Die Förderungshöhe beträgt bis zu 35 % der umweltrelevanten Investitionen.

Thermische Gebäudesanierung – Sanierungsoffensive 2019 Gefördert werden sämtliche Maßnahmen zur Verbes­ serung der thermischen Qualität Ihres Gebäudes, wie zum Beispiel der Tausch der Fenster und Türen, Dämmung der Außenwände, der Geschoßdecken und des Daches. Bei einer umfassenden Sanierung kann zudem auch die Errichtung einer gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlage gefördert werden. Die Förderung wird als Investitionszuschuss ausbezahlt, ist abhängig von der Sanierungsqualität und beträgt bei umfassenden Sanierungen zwischen 15 % und 35 % der umweltrelevanten Investitionskosten bzw. 375 Euro/kWpeak für die PV Anlage. Die Förderung von Einzelmaßnahmen erfolgt pauschal und ist abhängig von der Bauteilfläche (Euro/m²). Energiesparmaßnahmen Gefördert werden Investitionsmaßnahmen, welche zu einer Steigerung der Energieeffizienz im Betrieb füh­

Umstellung des Heizsystems Gefördert wird die Neuinstallation bzw. Umstellung des Heizsystems auf eine Holzheizung, Wärmepumpe oder der Anschluss an eine hocheffiziente Nah-/Fernwärmeversorgung. Die Förderung erfolgt bei Anlagen bis zu einer Leistung von 100 kW als pauInformatio schale Förderung pro Anlanen über w e it ere Förderu ge. Bei Anlagen ab 100 kW ngsangebote wie z. beträgt die FörderungsB. für die Anschaffun g von Elek höhe bis zu 35 % auf die trofahrzeugen od er E-Lades umweltrelevanten Inves­ti­ tationen finden Sie unter tionskosten. www

.umweltfoe rderung.at/ betriebe.h tml

Wie komme ich zur Förderung und was muss ich beachten? Über die Online-Plattform der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) können Sie sämtliche Förderungs­ anträge einreichen und alle wichtigen Dokumente hochladen: www.umweltfoerderung.at ●● Der Förderungsantrag muss gleich zu Beginn der Projektplanung gestellt werden. Also unbedingt vor Bestellung der ersten Leistung einen Antrag stellen. Nur in einzelnen, extra ausgewiesenen Bereichen, verläuft der Abwicklungsprozess anders. ●● Die Kombination mit ausgewählten Förderungen der Österreichischen Hotel und Tourismusbank GmbH (ÖHT) oder Landesförderungen für Ihr Pojekt sind zulässig. ●● Ansprechpartner für diese Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) ist die KPC als Abwicklungsstelle der Förderung. ●●

Die Mitarbeiter der KPC stehen Ihnen gerne beratend zur Seite und informieren Sie auch über weitere Förd­e­­rungs­möglichkeiten. Informationsmaterialien und Kontaktdaten finden Sie unter www.umweltfoerderung.at/­ betriebe.html

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BEST PRACTICES Hotel Enzian, Pertisau Umgesetzt wurde eine Thermische Gebäude­­ sanie­rung, der Umstieg auf eine Pelletsheizung zur Raumheizung und Warmwasserbereitung und die Umstel­lung der Beleuchtung auf LED-­ Leuchten mit Bewegungsmeldern. ÖHV: Warum haben Sie sich für die Sanierungs­ maßnahmen entschieden? Hotel Enzian: Wir wollten durch die Sanierung unserer kleinen Pension, welche nach dem Umbau ein 3*** Hotel wurde, einen neuen Look und beste Voraussetzung geben, um die Energie und Wärme im Haus zu behalten. Die bestehende Ölheizung war sehr teuer und auch für die Umwelt nicht optimal. Und uns war auch klar, dass eine neue Heizung nur dann was bringt, wenn auch die Fenster am neuesten Stand der Technik sind und das Haus mit einem Vollwärmeschutz ausgestattet wird.

Hotel Enzian: Der Umbau hat sich auf jeden Fall gelohnt. Insgesamt haben wir eine Einsparung von etwa 68 Tonnen CO2 pro Jahr. Die Energiekosten wurden halbiert, das Haus schaut von draußen aus wie neu. Auch im Sommer funktioniert die bestehende Solaranlage viel besser mit der neuen Pellets­heizung.

VOR Sanierung:

NACH Sanierung:

• Effizienzklasse HWB  „D“ und fGEE „C“

• Effizienzklasse HWB  „B“ bzw. fGEE  „A“

• Heizwärmebedarf (Standortklima): HWBSK = 81,7 kWh /m²a und Gesamtenergieeffizienz-Faktor: fGEE = 1,22

• Heizwärmebedarf (Standortklima): HWBSK = 29,0 kWh /m²a und Gesamtenergieeffizienz-Faktor: fGEE = 0,82

ÖHV: Haben sich die Sanierungen für Sie gelohnt?

Vienna Marriott Hotel, Wien ÖHV: Warum haben Sie saniert und welche Maß­ nahmen wurden umgesetzt? Vienna Marriott: Als wir in die Planungsphase gingen, war die Haustechnik über 30 Jahre alt. Eine umfang­ reiche Modernisierung war notwendig, um die langfristige Funktionsfähigkeit des Hauses zu gewährleisten und auch in Sachen Energieeffizienz mit der Zeit zu gehen. So wurden neue Kältemaschinen mit Wärmepumpen installiert, um die anfallende Abwärme zur Gewinnung von Energie für die Warmwasseraufbereitung zu nutzen. Außerdem wurde die Anlage mit einer Free Cooling Einheit ausgestattet,

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THEMENSCHWERPUNKT

welche in der kalten Jahreszeit die Außenluft für die Klimatisierung der Computerräume verwendet und unnötige Laufzeiten der Maschinen verhindert. Es wurden auch zahlreiche Zähler installiert, welche den momentanen Kälteverbrauch ermitteln und sowohl die Leistung als auch die umgewälzten Wassermengen regelt. Beim Austausch der Kühlhäuser wurde die Isolierung wesentlich verbessert. Es wurden auch Verbundanlagen installiert, von welchen die Abwärme dazu verwendet wird, das Wasser im Schwimmbad zu heizen und den Fußboden im Wellnessbereich angenehm zu temperieren. Im Zimmerbereich wurden Schalter installiert, welche die Klimaanlage bei geöffnetem Fenster ausschalten. Hier wird auch über Bewegungssensoren erkannt, ob sich jemand im Zimmer aufhält und die Klimaanlage entsprechend energieoptimiert gesteuert. Ein

Teil der Lüftungsanlagen wurde ebenfalls erneuert und mit moderner Regeltechnik ausgestattet. Die Beleuchtung wurde generell auf LED umgestellt und schlussendlich wurde auch der Wasserverbrauch optimiert, indem alle Zimmer mit wasser­ sparenden Armaturen und Spülkästen mit Zweimen­ gen­auslösung und Spülstopp ausgestattet wurden. ÖHV: Was hat es für das Hotel gebracht: Vienna Marriott: Nachhaltigkeit ist uns immer schon ein großes Anliegen gewesen, unser Haus ist auch mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeich­ net. Die Gäste werden immer sensibler und prüfen vor der Buchung, ob das gewählte Hotel auch ihren Umweltansprüchen entspricht. Ein weiterer posi­tiver Effekt sind natürlich auch die geringeren Energiekosten aufgrund des niedrigeren Verbrauchs.

In einem neuen Leitfaden zeigt die ÖHV gemeinsam mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus effektive Wege auf, um Energie zu sparen. Der Leitfaden erscheint im Mai 2019. Wir halten Sie über unseren Newsletter und „die lobby“ auf dem Laufenden.

4-Sterne-Hotel Sonnalp am Achensee setzt auf das IKB-Contracting-Modell für Heizungsanlagen!

ÖHV-PARTNER Anlage von außen

Design, Genuss und Wellness bietet das direkt am Beginn der See­promenade in Maurach am Achensee gelegene 4-Sterne Hotel Sonnalp seinen Gästen. Nach dem Motto „von allem nur das Beste“ haben sich die Inhaber entschlos­sen, auch ihre Heizzentrale zu erneuern – und dabei auf das IKB-Contracting-Modell der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) zu setzen. „Uns hat von Anfang an überzeugt, dass wir von der Planung über die Finanzierung und die Errichtung bis hin zur Wartung der Anlage alle Leistungen aus einer Hand beziehen konnten“, erinnert sich Oskar Zimmerhofer, Inhaber vom Hotel Sonnalp. „Dadurch haben wir nicht nur Nerven und bares Geld gespart, sondern auch wert­ volle Zeit – wir konnten uns umso mehr der Betreuung unserer Gäste widmen.“ Das Hotel Sonnalp setzt nun auf eine moderne Gas-Brennwert-Anlage und reduziert dabei nicht nur die monatlich anfallenden Energiekosten, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz: die jährliche CO2-­ Einsparung beläuft sich auf ca. 38 Tonnen. Jetzt anrufen und einen unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren! Anlage nachher

KONTAKT: Marcel Broshin, IKB-Segmentmanager Hotel & Tourismus T: +43 (0) 676 736 865 236, marcel.broshin@ikb.at

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GÄSTEVERHALTEN ÄNDERN

Wie wir unsere Gäste dazu bringen, sich umweltfreundlicher zu verhalten Essensabfälle, Energie, Wasser – in Hotels wird viel Müll produziert und Ressourcen werden oft in großen Mengen verbraucht. Dabei können die Gäste schon mit einfachen Maßnahmen dazu gebracht werden, sich umweltbewusster zu verhalten und so Kosten zu reduzieren und Energie zu sparen. Tourismusforscherin Sara Dolnicar zeigt, was funktioniert. Urlaub ist für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Sie möchten sich entspannen, verwöhnen lassen, eine Auszeit vom Alltag nehmen – und nicht die Umwelt schonen. Selbst Gäste, die Zuhause sehr umweltbewusst handeln, verzeihen sich im Urlaub Umweltsünden und wir wissen aus einer Vielzahl experimenteller Studien, dass man mit dem Appell ans Umweltbewusstsein der Gäste nicht weit kommt.

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Die gute Nachricht – es gibt alternative Strategien, die nachweislich funktionieren, dem Hotel keine zusätzlichen Kosten verursachen und keine Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Gäste haben. Hier lesen Sie einige Ansätze, die sich in der Praxis bereits bewährt haben.


THEMENSCHWERPUNKT

Was motiviert Gäste, weniger Essensabfälle zu produzieren? ●●

Strategie 1 – Tellergröße reduzieren: Drei Zentimeter kleinere Teller reduzieren die Telleressens­ abfälle um 20 %. Die Gäste holen sich einfach weniger vom Buffet.

●●

Strategie 2 – Verlegenheit abbauen: Aufsteller auf Tischen oder am Buffet, welche die Gäste höflich dazu einladen, lieber öfter zum Buffet zu gehen als zu viel auf die Teller zu packen, reduzieren die Telleressensabfälle ebenfalls um rund 20 %.

●●

Strategie 3 – Spiele einführen: Telleressensabfälle von Familien können um rund 40 % reduziert werden, indem ein Spiel eingeführt wird, das die Kinder zum Aufessen motiviert. Durch den spielerischen Ansatz wird die Gästezufriedenheit nicht beeinträchtigt.

Reduziert den Handtuchverbrauch um 15 %: kommunizieren, dass andere Gäste ihre Handtücher wiederverwenden

●●

Was bringt Gäste dazu, auf die Zimmerreinigung zu verzichten? ●●

●●

Strategie 1 – Bestechung: Wer kann schon einem kostenlosen Getränk an der Hotelbar wider­stehen? Gästen für jeden Tag, an dem sie auf die Zimmerreinigung verzichten, einen Getränkegutschein an­ zubieten, wirkt Wunder: rund 40 % weniger Zimmer­ reinigungen und ausgesprochen zufriedene Gäste! Strategie 2 – den Standardprozess ändern: Übli­ cherweise werden Hotelzimmer täglich gereinigt. Der Gast kann aber jederzeit darum bitten, dass das Zimmer nicht gereinigt wird. Dieser Standardprozess kann umgekehrt werden: die Zimmer werden nicht automatisch jeden Tag gereinigt, aber der Gast kann jederzeit darum bitten. Da der Gast immer die Wahl hat, sinkt die Kundenzufriedenheit nicht. Die Zimmerreinigungen hingegen werden damit um rund 60 % reduziert.

Was kann man tun, damit Gäste ihre Hand­ tücher öfter verwenden? ●●

Strategie 1 – ein Versprechen abnehmen: Wenn man seine Gäste dazu bringen kann, beim Einchecken zu versprechen, ihre Handtücher wiederzuverwenden und man ihnen zusätzlich ein Abzeichen gibt, welches sie stolz im Hotel tragen können, um anderen zu signalisieren, wie umweltfreundlich sie sind, sinkt der Handtuchverbrauch um rund 40 %.

Strategie 2 – Gruppendruck: Einfacher ist es allerdings, den Gästen zu sagen, wie viel Prozent der anderen Gäste ihre Handtücher wiederverwendet. Das allein reduziert den Handtuchverbrauch um rund 15 %.

Wie schafft man es, Baumwollservietten zu reduzieren? ●●

Strategie 1 – den Standardprozess ändern: Gäste nehmen bewusst wahr, ob sie am Frühstückstisch eine Baumwollserviette oder eine Papierserviette aus recyceltem Papier vorfinden. Wenn man ihnen aber mit einem einfachen Tischschild erklärt, warum Papierservietten angeboten werden und sie darauf hinweist, dass auch Baumwollservietten am Buffettisch zur Entnahme aufliegen, reduziert sich die Nutzung von Baumwollservietten um 95 %. Und das ohne die Gäste­zufriedenheit negativ zu beeinträchtigen.

Es stehen uns also viele Ansätze zur Verfügung, die wir einfach und kostengünstig implementieren können. Und neue Strategien werden laufend entwickelt und getestet. Falls Sie unser nächstes Forschungs­ hotel werden wollen, melden Sie sich doch bitte! Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören!

DIE AUTORIN: Sara Dolnicar Professorin für Tourismus an der University of Queensland im australischen Brisbane s.dolnicar@uq.edu.au

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GÄSTEVERHALTEN ÄNDERN

Man muss es dem Gast einfach nur sagen Wie bekommt man seine Gäste dazu, zu regionalen Produkten zu greifen und Essensabfälle zu vermeiden? Ein einfacher und gleichzeitig effektiver Weg sind Beschilderungen am Buffet und auf den Tischen. Das fanden die Forscher der MODUL University Vienna heraus. Studien zeigen, dass den Gästen das Thema Nachhaltigkeit beim Essen im Urlaub wichtig ist. Vor allem frisch zubereitete Speisen aus regionalem Anbau, die darüber hinaus ein „regionaltypisches Erlebnis“ bieten, finden eine hohe Zustimmung (siehe Abbildung 1). Die Erhebungen zeigten auch, dass die Gäste gerne zu nachhaltigen Kulinarik-Themen informiert werden möchten. So gingen die Forscher an der MODUL University Vienna der Frage nach, wie man dem Gast diese nachhaltigen Angebote am besten kommunizieren könnte und ob eine solche Kommunikation auch Auswirkungen auf das Verhalten der Gäste hätte. Abbildung 1: Einstellung zu nachhaltiger Ernährung im Urlaub

Das Projektteam wählte für seinen experimentellen Ansatz zum Test der Kommunikationswirkung zwei Szenarien: „Förderung regionaler Lebensmittel“ sowie „Vermeidung von Lebensmittelverschwendung durch die Gäste“. Getestet wurde in Urlaubshotels auf Gran Canaria und in der Türkei. In einem Co-Design-Prozess mit Hotel-Mitarbeitern und Gästen wurden insgesamt neun Kommunikationsinstrumente entwickelt. Dabei handelte es sich um Beschilderungen für Gäste­tische, Buffets und den Eingangsbereich zu den Restaurants. Gemessen wurden Veränderungen in den Konsummengen der beschilderten Lebensmittel bzw. der Tellerreste vor und nach dem Einsatz der Instrumente. Starke Zustimmung (6+7)

Im Urlaub ist mir der Verzehr von frisch zubereiteten Speisen ohne Verwendung von Fertigprodukten wichtig.

25 %

62 %

Um Essensabfälle zu reduzieren, können im Urlaub ruhig kleinere Portionsgrößen angeboten werden.

34 %

57 %

30 % 20 %

6 %

52 % 53 % 58 %

3 % 5 %

37 %

39 %

Im Urlaub ist mir der Verzehr von Lebensmitteln aus regionalem Anbau wichtig.

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15 % 2 %

72 %

Ich bevorzuge im Urlaub landestypische Speisen gegenüber klassischen Gerichten, die ich auch von zu Hause kenne.

Im Urlaub ist mir der Verzehr von Lebensmitteln in BIO-Qualität wichtig.

Geringe Zustimmung (1+2)

84 %

Essen und Trinken ist ein guter Weg, um andere Kulturen kennenzulernen.

Im Urlaub ist es mir wichtig, über die Herkunft und Produktionsweise von Speisen und Getränken informiert zu werden (z.B. mittels Hinweisen in der Speisekarte oder am Buffet).

Mittlere Zustimmung (3,4,5)

9 % 17 % 22 %


THEMENSCHWERPUNKT

Abbildung 2: Wahrnehmung der Beschilderung Poster am Eingang

18 %

Aufsteller am Tisch Hinweise am Buffet

24 %

38 %

54 % 28 %

25 % 25 %

28 %

21 % 18 %

3 %

19 %

Habe ich mir genau durchgelesen.

Habe ich mir näher angeschaut.

Habe ich bemerkt.

Habe ich nicht bemerkt.

Positive Verhaltensänderung durch Schilder Die Ergebnisse waren erstaunlich, da der Einsatz der Beschilderungen zu einer unmittelbaren Veränderung des Gästeverhaltens führte. In der Testwoche verzeichneten die beschilderten regionalen Speisen einen Konsumanstieg von bis zu 350 % und auch die Tellerreste reduzierten sich signifikant um rund 15 %. Vor allem die Aufsteller am Gästetisch erwiesen sich als wirkungsvoll, denn mehr als die Hälfte der Gäste lasen sich die gebotenen Informationen genau durch und fast alle Gäste interagierten in irgendeiner Form mit den Aufstellern (siehe Abbildung 2).

Fazit – einfache Maßnahmen, großer Effekt In Summe zeigten die Tests, dass die eingesetzten Kommunikationsinstrumente ein effektives Mittel zur Förderung eines nachhaltigeren Gästeverhaltens sind. Auch die nachgeschalteten Befragungen ergaben ein positives Feedback der Urlaubsgäste zu den Beschilderungen und deren Inhalten. Das heißt also, dass Gäste nicht nur durch Nudging-Techniken – wie z.B. kleinere Teller – zu einem nachhaltigeren Verhalten geführt werden können, sondern auch durch Information und richtige Ansprache der Nachhaltigkeitsthemen. Der Einsatz von Beschilderungen zur Kommunikation von Nachhaltigkeits­ inhalten hat sich dabei als sehr wirksam erwiesen.

DIE AUTORIN: Prof. Dr. Dagmar Lund-Durlacher MODUL University Vienna

Kostenlose Vorlagen für Beschilderungen Interessierte Hotels können hier einen Anwen­ dungsleitfaden für die getesteten Kommunikationsinstrumente kostenlos herunterladen: https://www.futouris.org/online-tools/

Praktisches Handbuch Hintergrundinformationen zum Thema nachhaltige Kulinarik stehen im Handbuch „Nachhaltiges Speisen- und Getränkeangebot in Hotellerie und Gastronomie“ zum Download bereit.

Workshops und Schulungen Um die Verbreitung des Konzepts in der Branche zu erhöhen, richtet die MODUL University Vienna regelmäßig ‚Train the Trainer‘Workshops sowie Schulungen für Hotelmitarbeiter im Bereich nachhaltige Gastronomie aus. Infos auf www.modul.ac.at

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LEBENSMITTEL

Tourismusland Österreich als Selbstversorger? Regionalität liegt im Trend. Vielen Menschen ist es nicht mehr egal, woher ihre Lebensmittel kommen. Auch im Urlaub. Aber können sich Tourismusregionen überhaupt selbst mit Lebensmitteln versorgen? Und wenn ja – wird das nicht viel zu teuer? Eine Betrachtung von Land schafft Leben-­ Obmann Hannes Royer. Ein Argument für den Import von Lebensmitteln ist oft, dass diese regional nicht in ausreichender Menge und Vielfalt produziert werden können, um Gäste und Einheimische damit zu ernähren. Das gilt allerdings nur, wenn man „regional“ zu eng denkt. In den alpinen Regionen bewirtschaften die Bauern zwar fast nur Grünland und erzeugen hauptsächlich Milch und Rindfleisch. Andere Regionen Österreichs erzeugen aber eine breite Palette an Lebensmitteln. Ackerfrüchte, Obst, Gemüse, Schweinefleisch und Geflügel entstehen vorwiegend dort, wo die Nächtigungszahlen geringer sind als in alpinen Regionen – im Alpenvorland, im Wald- und Weinviertel und in der Südoststeiermark. Weitet man den Regionalitätsbegriff auf das Bundes­ gebiet aus, sieht es gleich ganz anders aus. Betrachten Gastronomen und Hoteliers ganz Österreich als ihre „Region“, gibt es ausreichend Lebensmittel für die Gäste. Das bestätigt Thomas Guggenberger von der HBLFA Raumberg-Gumpen­stein. Österreichs Landwirtschaft erzeugt 36,9 Peta­ joule Nahrungs­ energie pro Jahr. Die Gesamtnachfrage beträgt 32,8 Petajoule, Touristen mit eingerechnet. Lässt man den Aspekt außen vor, dass Lebensmittelabfälle anfallen, reicht das, um alle zu versorgen.

„Ein Schnapserl weniger und wir könnten den ganzen Skiurlaub heimisches Fleisch essen“

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© Land schafft Leben 2019

Schnitzel aus Österreich nur um 10 Cent teurer Heimische Lebensmittel sind laut Großhändler Manfred Kröswang meist zwischen 10 und 40 Prozent teurer als ausländische. Auch deshalb, weil Transportkosten kaum ins Gewicht fallen und sich andere Faktoren wie höhere Löhne und Strukturkosten hier deutlich stärker auswirken. So verlieren heimische Lebensmittel im reinen Preiskampf fast immer. Auf die Portion gerechnet, kostet laut Kröswang ein Schweins­ schnitzel beispielsweise aber nur 10 Cent mehr als die billigere Variante aus dem EU-Ausland. Beim Rindsgulasch beträgt der Preisunterschied 20 Cent, bei der gegrillten Putenbrust 70 Cent pro Portion. Es würde sich also lohnen, Lebensmittel nicht nur nach dem Preis auszuwählen und die Herkunft aktiv zu kennzeichnen. Das fördert die österreichische Land­ wirtschaft, schafft Vertrauen beim Gast und beugt Ent­täuschungen vor, wenn dieser dann doch mal nachfragt.

DER AUTOR: Hannes Royer Bergbauer und Obmann des Vereins Land schafft Leben


THEMENSCHWERPUNKT

Nicht regional und doch nachhaltig? Was ist mit Produkten, die bei uns nicht wachsen aber doch auf keiner Speise- oder Getränkekarte fehlen dürfen? Kaffee zum Beispiel? Wir haben uns umgehört und auch hier nachhaltige Alternativen und Ansätze gefunden. Alternative Transportmittel: Wenn der Wind den Kaffee bringt Auch beim Kaffee ist Bio und Fairtrade möglich. Derzeit kommt Kaffee meist mittels Containerschifflogistik zu uns – in ihrer Dimension schnell und effektiv, aber schlecht für Luft und Meere. Eine Alternative dazu ist der Segeltransport. Aktuell sind es nicht viele Schiffe an der Zahl, die von Europa lossegeln und Kaffee, Kakao und Rum quer über den Atlantik herholen – aber sie werden mehr. Eine Gruppe von Menschen in Österreich restauriert aktuell ein 30 Meter langes, historisches Frachtensegelschiff, die SV Brigantes, um damit die Transportkapazität der anderen auf 300 Tonnen zu erhöhen. An Bord dieser Schiffe kommt biologisch und fair gehandelter Kaffee aus Honduras und Nicaragua zu uns. Und durch den Segeltransport reduziert sich der ökologische Abdruck des Produktes Kaffee auf das Niveau von lokal produzierten Waren. Schon erhältlich unter: www.brigantes.eu

Urban Farming 2.0: Pilzzucht auf Kaffeesatz in Wien Beim österreichischen Unternehmen Hut & Stiel werden Pilze auf Kaffeesatz von Kaffeehäusern, Restaurants und Hotels gezüchtet. Und das mit Erfolg – die beiden Gründer wurden dafür schon mit dem Greenstar-Award ausgezeichnet. Die Idee zu diesem nachhaltigen Konzept hatten Florian Hofer und Manuel Bornbaum während ihres Studiums. Der Gedanke, dass auf vermeintlichem Abfall frische Pilze wachsen, hat die beiden nicht mehr losgelassen. Den Kaffeesatz beziehen sie von Kaffeehäusern, Restaurants und Hotels in Wien, hauptsächlich rund um den 1. Bezirk, da es logistisch aktuell noch nicht anders möglich ist. Der Kaffeesud darf nämlich nicht älter als 3 bis 4 Tage sein. Die Restaurants können diesen kostenlos abgeben und im Gegenzug dafür Pilze – genauer gesagt Austernpilze – erwerben. „Wir transportieren die Pilze innerhalb weniger Stunden zu den Kunden und können so gleichzeitig den frischen Kaffeesud wieder einsammeln“, so Florian Hofer. Abgesehen vom nachhaltigen Aspekt sind Austernpilze aufgrund ihrer Konsistenz ein idealer Fleischersatz und können vielseitig eingesetzt werden. www.hutundstiel.at

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PROJEKTENTWICKLUNG

Bei der Planung bereits an den Abriss denken? Welche Vorteile und Chancen bringt eine solch lebenszyklus-orientierte Projektentwicklung für die Hotellerie? Tourismus-Berater Edgar Bauer mit einem Beispiel aus Luxemburg.

Aus der Praxis: C2C-Hotelprojekt in Luxemburg Ein aktuelles Beispiel einer C2C-orientierten Projekt­ entwicklung ist das Hotelprojekt „Grünewald Mixed-­ use“, das sich am Rande der Stadt Luxemburg in Entwicklung befindet. William McDonough + Partners sind hinsichtlich C2C und des Designkonzeptes feder­ führend tätig. Der Auftraggeber, der staatsnahe „Fonds Kirchberg“, geht bei der Projektentwicklung noch zwei Schritte weiter: Zusätzlich zum C2C-orientierten Zugang wird der gesamte Lebenszyklus der beiden Baukörper betrachtet und das Projekt wird co-kreativ entwickelt. Das bedeutet, dass alle Stakeholder pro­ aktiv und bereits in einem frühen Projektstadium in die Entwicklung eingebunden sind. Das Erdgeschoß des Hotelgebäudes wird offen konzipiert. In dem Hotel

sollen sich unter anderem ein „urbaner Marktplatz“, Co-Working Spaces, Pop-up Shops, Apartments und Hotelzimmer mit gemeinschaftlichen Wohnzimmern und Küchen sowie „urbane Gärten“ befinden.

Lebenszyklus-orientierte Planung spart Kosten Die Gebäude werden nicht nur bis zur schlüsselfertigen Eröffnung durchdacht, sondern es wird die gesamte Lebensdauer des Gebäudes, d.h. von der Idee bis hin zu einem allfälligen Abriss, bereits im Planungsprozess berücksichtigt. Hier spielen nicht zuletzt die zu verwendenden Baumaterialien, von der Gebäudestruktur bis hin zu den Zimmereinrichtungen, eine wichtige Rolle. Auch die unterschiedlichen Renovierungszyklen werden bereits von Beginn an berücksichtigt. Diese sollen ohne Qualitätsverlust ausgedehnt oder die Schließzeiten von Zimmern und ganzen Stockwerken sollen verkürzt werden.

Bei der Planung wird bereits berück­ sichtigt, wie diverse Leitungen effektiv und günstiger getauscht werden können.

PROJEKT „GRÜNEWALD MIXED-USE“ „Hotel“-Gebäude: ●● 16.700 m² Gesamt-Bruttogeschoßfläche (BGF) ●● davon zirka 12.200 m² BGF Hotel (zirka 180 bis 220 Zimmer) ●● 2.200 m² BGF Büros ●● 2.300 m² BGF für öffentliche Nutzung „Live & Work“-Gebäude: ●● 5.900 m² Gesamt-BGF ●● davon zirka 3.400 m² BGF für Kreativwirtschaft ●● 2.500 m² BGF für Wohnzwecke Öffentliche Freifläche: ●● Zirka 9.200 m² zwischen den beiden Gebäuden, im Sinne eines neuen, zentralen „Dorfplatzes“ für das Viertel „Grünewald“

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© William McDonough + Partners, TEMPERATURAS EXTREMASARQUITECTOS S.L.P., Ballini Pitt architectes urbanistes

Der deutsche Chemiker Prof. Dr. Michael Braungart – einer der Redner beim diesjährigen ÖHV-Kongress in Villach – und der US-amerikanische Architekt William McDonough haben Ende der 1990iger Jahre das Cradle to Cradle©-Konzept (C2C) entworfen, seither geprägt und weiterentwickelt. Bei C2C, wörtlich „Von der Wiege zur Wiege“, geht es um „ehrliche“ Nachhaltigkeit, um endlose Wiederverwertung.


THEMENSCHWERPUNKT

Durch diese Art der Planung ergibt sich ein ansehnliches Einsparungspotenzial. Die Kosten bis zur schlüsselfertigen Eröffnung sind zwar höher als bei einer konventionellen Planung. Die Gesamtkosten – auf den gesamten Lebenszyklus berechnet – fallen jedoch wesentlich geringer aus. Beim Hotelprojekt in Luxemburg beträgt dieses Einsparungspotenzial eine ansehnliche Euro-Millionen Summe!

Die lebenszyklus-orientierte Betrachtungsweise eines Hotelprojektes spart Zeit und Geld. Ein Ausblick mit Chancen Aus meiner Sicht wird sich der C2C-Ansatz in der Hotellerie, ganz gleich ob auf nationaler oder internationaler Ebene, vermutlich (leider!) nicht zu einem wirklichen Mastertrend entwickeln können – außer die (tourismus-)politischen Rahmenbedingungen ver­ ändern sich in die entsprechende Richtung. Jedoch wird es möglich sein, hier eine wichtige Nische zu entwickeln und unseren Gästen damit weitere USP’s

ÖHV_Inserat_ DRUCK.indd 1

in wirklich einzigartigen Hotel-Mikrokosmen anzubieten. Somit können wir ruhigen Gewissens von einer win-win-win-Situation sprechen: Gast (Wohlbefinden) – Hotel (Wirtschaftlichkeit und ökologischer Fußabdruck) – Natur (Biodiversität = Biologische Vielfalt). Das Interesse und das Bewusstsein der Gäste und auch innerhalb der Branche sowie auch die Notwen­ digkeiten für ein diesbezügliches Umdenken und Handeln dafür steigen an. Was spricht dagegen, wenn Sie Ihr nächstes Projekt unter dem Aspekt von C2C planen und/oder eine lebenszyklus-orientierte Betrachtungsweise einnehmen? Oder wenn wir in Österreich ein erstes Hotel in der Strohballenbauweise realisieren? Ein kleines europäisches Pilotprojekt dazu gibt es bereits: https://de.maya-boutique-hotel.ch/ – Das Maya Boutique Hotel im Schweizer Wallis hat mittlerweile Kultstatus und wurde mit einer Reihe natio­ naler und internationaler Auszeichnungen prämiert.

DER AUTOR: Edgar Bauer, EB Hotel Tourismus Consulting & Management, berät und begleitet den Fonds Kirchberg und diverse Arbeitsgruppen hinsichtlich des Projekts „Grünewald Mixed-use“

13.02.19 10:27

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ZERTIFIZIERUNG & FÖRDERUNG

Nachhaltigkeit im Hotelalltag. Wie gehe ich´s an? Wo gibt´s Hilfe? Im Hotelalltag bedeutet nachhaltig handeln primär, bei Entscheidungen auch die kurz- und langfristigen Auswirkungen mitzudenken. Die Effekte des Ankaufs eines Produktes enden ja nicht mit der Bezahlung. Eine Anlage hat oft jahrzehntelange Auswirkungen auf den Hotelbetrieb. Wie Sie Investitionen nachhaltig planen und wo Sie dafür Unterstützung erhalten können, hat Dr. Regina Preslmair zusammengefasst. Wer das Glück hat, längerfristig planen zu können, kann auch das für den Betrieb nachhaltig optimale Ergebnis im Auge behalten. Oft ist man als Hotelier aber in ein enges zeitliches und finanzielles Korsett gezwungen. Da sind es dann manchmal nur die „low-hanging-fruits“ der Nachhaltigkeit, die man einfach umsetzen kann. Das wären z.B. kleinere techni­ sche Maßnahmen, die sich in wenigen Monaten, aber jedenfalls unterjährig amortisieren wie Wasser­spar­ armaturen. Was aber die wenigsten bedenken, sind die „Softmaßnahmen“ in Richtung Nachhaltigkeit, die mit keinen finanziellen Ausgaben verbunden, sondern eher

Wo kann ich Unterstützung bekommen? 1. Wenn Sie nachhaltige Investitionen planen, bietet im Rahmen der betrieblichen Tourismusförderung des Bundes die Österrei­ chische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) die TOP-Tourismus-­ ­­Impuls-Förderung und die Übernahme von Haf­tun­gen für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft an. Der Fokus liegt dabei aktuell auf der Unterstützung der Gründung und Übernahme von Touris­ musunternehmen sowie auf der Forcierung innovativer Projekte: TOP A Investition, TOP B Jungunternehmer, TOP C Innovation, TOP D Restrukturierung. 2. Die ÖHT vergibt auch Kreditmittel des ERP-Tourismus-­Pro­ gramms für Kleinkredite und größere Vorhaben. 3. Übernehmerinitiative: Investitionen in qualitätsverbessernde Maßnahmen im Zuge der Übernahme werden in OÖ, Stmk, Ktn, Tirol und Vbg in Form von ERP-Krediten über die ÖHT gefördert. 4. Förderungsaktionen – vor allem im Garantie­bereich – werden von der Austria Wirtschaftsservice (aws) abgewickelt. 5. Die Erhaltung des Wanderwegenetzes und die umweltgerechte

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eine Managementfrage sind – wie die Schulung der Mitarbeiter und die Kommunikation mit den Gästen.

Wo kann ich anfangen? Wer selbst interessiert und motiviert ist, kann ganz einfach einen bewusst nachhaltigen Blick auf die internen Abläufe und eingesetzten Materialien und Geräte werfen. Meist ist es aber zielführender und kosten-nutzenmäßig effizienter, einen externen Experten zu Hilfe zu nehmen. Neben der neutraleren Perspektive bringt dieser idealerweise auch den Erfahrungsschatz vieler anderer Betriebe mit ein.

Sanierung von Schutzhütten über den Verband Alpiner Vereine werden gefördert. 6. Auf überbetrieblicher Ebene werden touristische Projekte unter Kofinanzierung mit EU-Mitteln aus dem Programm Ländliche Entwicklung oder der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit – ETZ (INTERREG) unterstützt. 7. Umweltförderungen: Hier stehen für den Tou­ ris­ mus über die KPC Kommunalkredit Public Con­sul­ting auf www.umwertfoerderung.at insbesondere Förderungen für nachhaltige Bauund Energiesparmaßnahmen, sowie umweltfreundliches Mo­bili­tätsmanagement zur Ver­fügung. Ganz aktuell z.B. die neue E-Mobilitätsoffensive, bei der Elektrofahrzeuge und Lade­ infrastruktur gefördert werden. Umwelt- und Energieberatungen z.B. für eine Zertifizierung mit dem Österreichischen und EU-Umweltzeichen werden über die Regionalprogramme der Bundesländer gefördert.


THEMENSCHWERPUNKT

Vielleicht gibt es im Betrieb aber auch engagierte Mit­arbeiter, die sich freispielen können und gerne diese Aufgabe übernehmen. Viele junge Menschen sind einen bewussten Umgang mit Ressourcen von zu Hause gewöhnt und können diese Perspektive auch in die eingespielten Abläufe innerhalb des Betriebs einbringen.

Das Gesamte ist mehr als die Summe der Teile Die vielen einzelnen Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind wichtig, um den österreichischen Tourismus noch krisenfester zu machen. Eine gesamthafte nachhaltige Ausrichtung bringt für den einzelnen Betrieb jedoch viel mehr: Einen guten Einstieg bieten dazu einfache Managementsysteme, die von den Bundesländern angeboten und gefördert werden, wie z.B. Ökoprofit. Größere Betriebe werden vielleicht sogar das EU-Umweltmanagementsystem EMAS anwenden. Für die meisten Betriebe wird aber eine Umweltzertifizierung das praktikabelste Instrument sein. Hier bietet sich neben diversen privaten Labels vor allem

das offizielle Österreichische Umweltzeichen als praxisorientiertes, auf die hiesigen Bedürfnisse ausgerichtetes Leitsystem an. Für eine stärkere internationale Ausrichtung ist auch die gleichzeitige Zertifizierung mit dem EU Ecolabel möglich. Als einfaches Qualitätsmanagementtool holt das Umweltzeichen auch die Mitarbeiter ins Boot und kann sowohl nach innen als auch gegenüber dem Gast viel bewegen. Unterstützend begleiten Berater mit Know-how die Betriebe bis zur Auszeichnung durch die Tourismusministerin. Österre Umwelt ichisches zeichen

Green H

otel

DIE AUTORIN: Dr. Regina Preslmair, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus www.umweltzeichen.at

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NACHHALTIG KOSTEN SPAREN? WAS EINFACHE MASSNAHMEN FÜR ARBEITSZEIT UND BUDGET BRINGEN!

ÖHV-profit.days 2019

Das Vorurteil, dass Umweltbewusstsein teuer und aufwendig ist und dem Unternehmen nichts bringt, ist noch immer weit verbreitet. Aber gut durchdacht und intelligent umgesetzt, kann Nachhaltigkeit an vielen Stellen zur win-win–Situation werden.

Schon mit kleinen Maßnahmen lässt sich viel erreichen – vor allem auf lange Sicht. Stellen Sie Ihre internen Abläufe und Prozesse auf den Prüfstand, um herauszufinden, wo es z.B. beim Energie- und Wasserverbrauch, beim Wareneinsatz oder bei der Reinigung Optimierungspotential gibt: etwa Trans­ port­ wege, die verkürzt werden können, Energieoder Wasserverbrauch, der sich reduzieren lässt. Nicht zuletzt lässt sich das Ganze auch gut vermarkten. Ein „grüner Lifestyle“ verbessert Ihr Image und bindet Gäste langfristig – alles Faktoren, die zum wirtschaftlichen Erfolg führen. Es lohnt sich also, bei diesem wichtigen Thema aktiv zu werden!

DAS ERWARTET SIE BEI DEN ÖHV-PROFIT.DAYS 2019: Mehr Wert durch Mehrwert Controllerin Manuela Wiesinger rechnet bei den ÖHV-profit.days vor, dass Betriebe, die sich für ökologische und soziale Nachhaltigkeit engagieren, nachweislich erfolgreicher sind als ihre Mitbewerber. Was die erfolgreichen Betriebe anders machen und

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wie sie durch eine Optimierung des Verbrauchs an Strom, Wasser und Energie Ressourcen schonen und Kosten sparen, erklärt Manuela Wiesinger anhand von anschaulichen Beispielen aus den vielen Betrieben, in denen sie beratend tätig ist.

Kostenoptimierung in der Küche Wie man im Bereich F&B Top-Qualität bietet und dabei auf die Umwelt achtet, zeigt Küchenprofi Benedikt Zangerle. Anhand von Beispielen erklärt er, welche Einsparungspotentiale im Lebensmittelbereich schlummern – von der Einkaufsoptimierung über Küchenlogistik, Buffetgestaltung bis hin zur Abfallvermeidung – überall können Hoteliers Gutes für die Umwelt tun und nebenbei viel Geld sparen. Als die größten Kostentreiber beim Wareneinsatz erweisen sich immer wieder alle Arten von Buffets. Wie durch die Anpassung des Geschirrs und eine bessere Buffetbetreuung die Menge an Lebens­ mitteln, die als Speisereste enden, um bis zu einem Drittel verringert werden kann, erfahren Sie ebenfalls bei den ÖHV-profit.days. Ergänzt werden die Fachvorträge von Praxisberichten aus dem jeweiligen Bundesland.


ÖHV-PROFIT.DAYS 2019

Schon die Einsparung von 20 Euro an vermeidbaren Lebensmittelabfällen in der Küche pro Tag ergibt bei 360 Betriebstagen am Ende des Jahres 7.200 Euro mehr am Konto bzw. im Küchenbudget, Entsorgungskosten gar nicht mitgerechnet! Da jeder Betrieb anders arbeitet, lässt sich nicht pauschal sagen, wo dieser Zwanziger zu finden ist, meist aber bei Lagerung und Verarbei­tung der Lebensmittel. Der wertschätzende Umgang und die effiziente Verarbeitung der verwendeten Lebensmittel durch wieder­kehrende Schulungen bringen oft weitere signifikante Einsparungen. Benedikt Zangerle

DIE REFERENTEN

TERMINE 2019

Manuela Wiesinger begleitet und coacht seit 20 Jahren Tourismusbetriebe in Österreich, Südtirol und Deutschland, wenn es ums Thema Controlling geht. Budgetierung und Auf­ bau von Controllingsystemen, Unterstützung im Pre-­ Opening und besonders die Kommunikation und Zusammenarbeit von Controllern mit allen anderen Abteilungen im Hotel, wie z.B. Sales & Marketing, liegen ihr am Herzen.

Mi., 15. Mai, Hotel Moserhof, Seeboden Mi., 05. Juni, Das Sonnreich, Loipersdorf ●● Di., 25. Juni, AQUA DOME – Tirol Therme Längenfeld ●● Mi., 26. Juni, Sonne Lifestyle Resort, Mellau ●● Mi., 18. September, DAS EDELWEISS, Großarl ●● Mo., 30. September, Andaz Vienna am Belvedere, Wien

Benedikt Zangerle ist Unternehmensberater, Küchencoach und Trainer mit dem Spezialgebiet Gastronomie Großküche. Er ist mit seiner Firma KUECHEN CONSULTING in ganz Österreich unterwegs. Als eingetragener Berater im Rahmen des geförderten Programms „Küchenprofi[t]“ berät er Gastronomie- und Hotelbetriebe bei der Ver­ meidung von Lebensmittelabfällen.

DIE ÖHV-PROFIT.DAYS

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Jeweils von 13:30 bis ca. 17:00 Uhr mit anschließen­ der Hausführung und gemütlichem Ausklang.

Special für Oberösterreich: Die ÖHV lädt ein zum „Talk über nachhaltiges Ressour­ cenmanagement“ am Mittwoch, 18. September 2019 von 09:00–11:00 Uhr im Hotel Post Traunkirchen.

Programm und Anmeldung unter www.oehv.at/profitdays

Die Teiln ahme ist koste n und exklu los siv für ÖHV-Mitg lieder.

inspirierende Vorträge zu interessanten Themen mit vielen Ideen zur praktischen Umsetzung Austausch mit Kollegen und Hausführung durch spannende Veranstaltungsorte ●● Produktinnovationen der ÖHV-Partner, die sich positiv auf die Kosten auswirken und die Umwelt schonen ●● ●●

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MOBILE LEARNING

ÖHV Mobile Campus – kostengünstige und effiziente Wissensvermittlung für die Hotellerie Neue Mitarbeiter schnell und günstig einschulen, bestehende Teams „nebenbei“ weiterbilden und gleichzeitig die Dienstleistungsqualität durch Fachwissen steigern – mit der neuen Lern-App des Mobile Campus stellt sich der Lernerfolg spielend ein. Ein unmittelbarer Transfer von Wissen ist gerade im schnelllebigen Hotelalltag Voraussetzung, um die Leistung des Teams zu stärken und die Dienstleistungsqualität zu garantieren. Vor allem neue Mitarbeiter müssen ihren Onboarding-Prozess so rasch wie möglich durchlaufen. Das alles passiert spielerisch und äußerst effizient mit „Mobile Learning“ und der ÖHV Mobile Campus-App. Diese bietet neben allgemeinen Trainings zu Gästeservice, Verkauf und Führung auch eine breite Palette an hotelspezifischen Schulungen und auch die Möglichkeit, eigene Kurse anzulegen – sei es zu Destinationswissen oder zu wichtigen Fakten und Angeboten des Hotels.

Was bringt Mobile Learning? Der Erfolg des Trainings beruht auf dem Lernen in kleinen Happen – am Smartphone, ortsunabhängig und immer dann, wenn gerade Zeit dafür ist. So kann der Lernprozess selbstgesteuert und flexibel ablaufen, ohne den Mitarbeiter mit Informationen zu überfordern. Die Inhalte werden kontinuierlich wiederholt und neues Wissen immer wieder abgerufen, Lernen und Arbeiten werden so zu einer Einheit.

Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern steigert auch nachweislich die Motivation beim Lernenden.

Ein Produkt, tausend Möglichkeiten Mit dem Basispaket des ÖHV Mobile Campus um nur 890 Euro pro Jahr (für ÖHV-Mitglieder) erhalten Sie ein hochprofessionelles und gleichzeitig einfach zu bedienendes Tool, mit welchem Sie selbstständig Kurse für Ihre Teams erstellen können. Von den wich­tigsten Daten und Fakten zum Hotel bis hin zu relevanten Regionsinformationen – es gibt keine effi­ zientere und kostengünstigere Möglichkeit, Wissen an Ihre Mitarbeiter zu bringen. Gegen einen Aufpreis übernehmen unsere Profis auch gerne das Erstellen Ihrer Kurse!

Kursangebot im Mobile Campus Der ÖHV Mobile Campus bietet auch eine breite Palette an hotelspezifischen Kursen, welche jederzeit in Ihre App geladen werden können. Für 160 Euro kann ein Kurs ein Jahr lang von beliebig vielen Usern pro Betrieb genutzt werden. Zwei Kurse sind im Basispaket inkludiert und können aus der Kursliste frei gewählt werden.

Der neue ÖHV-Mobile Campus – erklärt in 80 Sekunden

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ÖHV MOBILE CAMPUS

Die mobile Lernapp ermöglicht unseren Mitarbeitern ein einfaches und regelmäßiges Lernen. Für uns ist außerdem die laufende Lernkontrolle spannend, denn erstmals haben wir einen sehr guten Überblick darüber, welcher Mitarbeiter bereits welche Kurse absolviert hat und ob er das Wissen wirklich abrufen kann. Wir können eigenständig unsere hotelspezifischen Inhalte, Schulungs-Termine und Teilnehmer anlegen und verwalten. Die Statistiken erhalten wir automatisch nach jedem Training aus der Software. Das spart nicht nur unseren Mitarbeitern Zeit, sondern auch der Hotelleitung. Sepp Schwaiger Geschäftsführer Eder Hotels Gmbh

Hier ein Auszug aus der Kursliste:

Kurs „Hygiene am Zimmer“

Gästewünsche erkennen und dadurch den Zusatz­verkauf steigern ●● Schwierige Gäste im Reklamationsgespräch verstehen lernen ●● Resilienz und der emotionale Ablauf von ungewollten Veränderungen ●● Feedbackgespräche ●● Die Führungskraft als Mentor ●● Kommunikationsbasics

Sauberkeit ist in einem Hotel ein MUSS, geputzt wird aber oft nur oberflächlich. 15 bis 30 Minuten pro Zimmer, mehr ist aus Kostengründen für die Reinigung nicht vorgesehen. Da ist Effizienz gefragt. Im ÖHV-Mobile Kurs lernen Sie, wo die größten Bakterienverteiler zu finden sind, welche Putzlappen verwendet werden sollen und wie die klassische Zimmerreinigung am effizientesten abläuft.

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Was lernt man in den Kursen? 2 BEISPIELE: Kurs „Vom Gast zum Stammgast“ Die Basis, um aus Gästen möglichst Wiederkehrer und aus Wiederkehrern Stammgäste zu machen, ist ein freundlicher, ehrlicher und authentischer Umgang. Das Verhalten aller Mitarbeiter ist ausschlaggebend dafür, ob ein Gast wiederkommt. In diesem Kurs erhalten Sie wichtige Tipps, wie Sie Stammgäste gewinnen.

Eigenes App-Branding Als „Tüpfelchen auf dem i“ können Sie Ihre App auch ans Corporate Design Ihres Hotels anpassen lassen. Ihre Hotel-App ist dann in allen gängigen App Stores verfügbar.

Alle Informationen zum ÖHV Mobile Campus und das komplette Kursangebot finden Sie unter www.oehv.at/mobilecampus

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Für Überflieger: Die neuen ÖHV-Campus Lehrgänge 2019 Mit dem ÖHV-Campus verfügt die österreichische Hotellerie über ein Powertool und das einzige ISO-zertifizierte Weiterbildungsinstitut exklusiv für die Branche. Neben bewährten Akademien und Seminaren finden sich 2019 neue Lehrgänge für Preisgestaltung & Vertrieb, SPA-Management und F&B-Kostenmanagement im Programm. Lehrgang Preisgestaltung & Vertrieb (8 Tage)

Lehrgang SPA-Management (4 Tage)

4 Tage Revenue Management & Online Vertrieb: Durch eine optimale Infrastruktur in der Preisgestaltung bzw. im Online Vertrieb, gelingt es, die Direktbuchungen deutlich zu steigern und von OTAs unabhängiger zu werden. Es gibt für jeden Gast das passende Angebot, den passenden Zimmerpreis und die passende Reisezeit. Im Lehrgang lernen die Teil­ nehmer diese Daten genau zu analysieren und ihre Gäste über die richtigen Plattformen zu gewinnen.

Mit der richtigen Positionierung wird aus einer Wellness-Abteilung ein lukratives Profit-Center. Die Qua­ litätsansprüche der Gäste an den Spa- und Wellness­ bereich eines Hotels sind hoch, konsequente Kon­zept­arbeit die Grundlage für den Erfolg. Wie Abläufe, Produkte und Strukturen effizient und profitabel organisiert werden, lernen Sie im Lehrgang SPA-Management.

4 Tage Reputationsmanagement & Technologien: Sind Bewertungsplattformen Fluch oder Segen? Egal wie man als Hotelier darüber denkt, der souveräne Umgang mit Bewertungsplattformen und Bewertungen zeichnet einen modernen Betrieb aus. Je besser die Bewertungen, umso höhere Preise lassen sich durchsetzen. Ideal gelingt das mit einer guten Infrastruktur. Vom Property Management System (PMS) über Channel Management Systeme und Newsletter-­ Tools bis hin zu ausgereiften Revenue Management Programmen – wir zeigen, welche Technologien den Arbeitsalltag im Hotel erleichtern und welche rechtli­ chen Rahmenbedingungen beachtet werden müssen. 1. Modul:

Di, 01. – Fr, 04. Oktober 2019

2. Modul:

Mo, 21. – Do, 24. Oktober 2019

Mo, 24. – Do, 27. Juni 2019

Lehrgang F&B-Kostenmanagement (4 Tage) Neben den Personalkosten ist der Wareneinsatz eine der größten Kostenstellen im Hotelbetrieb. Um diese so effizient wie möglich zu gestalten, sollte einerseits an der Effizienz durch Prozessoptimierung in der Küche, andererseits beim Einkauf angesetzt werden. Bei diesem Lehrgang wird kompaktes und weiterführen­des Wissen auf den Gebieten des F&B-Controllings, der Kal­ kulation und der Preisgestaltung spannend aufbereitet. Di, 01. – Fr, 04. Oktober 2019

Info und Anmeldung auf www.oehv.at/campus

Die Wertsteigerung für das Unternehmen ergibt sich, sobald das neu erlangte Wissen im eigenen Betrieb umgesetzt wird. Das ÖHV-Campus Team legt größten Wert darauf, dass genau dieser Schritt gelingt. Sämtliche Referenten vermitteln aktuellste Theorie und sind gleichzeitig Profis mit Branchenerfahrung. Bildungsmaßnahmen der ÖHV stärken auch langfristig, viele finden abteilungsübergreifend statt. Das verbessert die Beziehungen untereinander und dient der betrieblichen Sozialisation. In der Hotellerie, die besonders um den Wert kompetenter Mitarbeiter weiß, ein absoluter Wettbewerbsvorteil.

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MEHR W GARA ERT: NTIER T!


ÖHV-PARTNER

HOTELMATRATZEN

Guter Schlaf mit gutem Gewissen – Kreislaufwirtschaft als zukunftsweisendes Modell auch für die Hotellerie? Wäre es nicht schön zu wissen, dass unsere über viele Jahre liebgewonnene Matratze nach seiner Lebensdauer einer thermischen Verwertung oder der Müllhalde entgeht und stattdessen einer ökologisch sinnvollen weiterführenden Verwendung zugeführt würde? Ein Modell, welches ökologisch vertretbares Handeln zum zentralen Thema erklärt, ist die Kreislaufwirtschaft. Diese beschreibt ein Wirtschaftssystem, in dem zukunftsorientiert mit Rohstoffen umgegangen wird. Ziel ist die Schaffung eines geschlossenen Kreislaufs von Produktion, Nutzung, Aufbereitung und Wiederverwendung. Schon bei der Herstellung der Produkte geht es um den effizienten Energie- und Materialeinsatz. Bei der Nutzung steht die Verlangsamung der Rohstoffkreis­ läufe und somit eine Verlängerung des Lebens­ zyklusses im Vordergrund und bei der Schließung des Kreislaufes sind Strategien gefragt, die Materialien und Komponenten recyceln und einer Wiederverwertung zuführen. So schonen wir unsere Rohstoffe und belasten unsere Müllberge in weit ge­­rin­gerem Ausmaß.

Mit den Qualitätsmatratzen und dem Konzept der Matratzenwaschung mit Wasser und Seife verlängert SWISSFEEL einerseits den Einsatz der Matratzen und fördert so die Kreislaufverlangsamung. Andererseits gewährleisten wir so auch die Qualität und die Matratzenhygiene über den gesamten Lebenszyklus. Ob bei der Produktion, der Nutzungsdauer, dem Service oder der Verwertung, die Firma SWISSFEEL arbeitet konsequent an der Verbesserung ihrer Ökobilanz. Für eine lebenswerte Zukunft ihrer nächsten Gästegeneration.

DER AUTOR: Dr. Marcel Krejc SWISSFEEL Austria GmbH INNOVATORS OF THE WASHABLE BED SYSTEM info@swissfeel.com | www.swissfeel.com

Ihr Gast mag es sauber. Überall!

SWISSFEEL – das Bettsystem mit der voll waschbaren Matratze.

SWISSFEEL AG | info@swissfeel.com | www.swissfeel.com

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EVENTRÜCKBLICK

ÖHV-KONGRESS:

von Villach 2019 nach Bregenz 2020 Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und den knapp 600 Teilnehmern für spannende Themen, interessante Gespräche und gelungenes Netzwerken. Wenn Sie die Impulse und Ideen unserer Top-Speaker versäumt haben, nochmals erleben oder weitergeben möchten, finden Sie unter www.oehv-kongress.at eine spannende Zusammenfassung und Videos der Vorträge. Der ÖHV-Kongress 2019 ist zwar vorbei – doch #RethinkTourism und unsere Arbeit am Tourismus der Zukunft geht weiter. Daher freuen wir uns schon auf den nächsten Kongress, der von Sonntag, 12. bis Dienstag 14. Jänner 2020 im Festspielhaus Bregenz stattfinden wird.

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EVENTRÜCKBLICK

Arbeitsmarktoffensive in Oberösterreich Die Arbeitsmarktoffensive des neuen oberösterreichischen Wirtschaftslandesrates Markus Achleitner fußt auf drei Säulen: Qualifizierung bestehender Mitarbeiter, Menschen aus dem In- und Ausland zum Arbeiten nach OÖ bringen und Hebung des Werts der Facharbeit. Mit ihm sowie LTOChef Andreas Winkelhofer und Walter Winetzhammer, Tourismusverantwortlicher der Landesregierung, dis­kutierten das ÖHV-Team OÖ unter Landes­ vorsitzen­der Sophie Schick und eine Runde von ÖHV-Mitglie­dern über touristische Anliegen und Entwicklungen.

Arbeitsrecht in der Hotel­lerie – nächsten Seminartermin vormerken! Fehler im arbeitsrechtlichen Umgang mit Mitarbeitern können teuer werden. Aus diesem Grund umfasst unser jährliches Praktikerseminar zum Thema Arbeitsrecht wesentliche Punkte des Dienstvertrages, wie u.a. die Begründung und Beendigung von Arbeitsverhält­nis­sen, Arbeitszeitregelungen, Arbeitnehmer­schutz, Überstun­ denregelung etc. Das nächste Arbeitsrecht­seminar mit unserem Experten Dr. Günter Steinlechner findet am 08.10.2019 im Hotel Imlauer & Bräu statt. Informationen und Anmeldung unter campus@oehv.at

Mehr Aufmerksamkeit durch Influencer Marketing Um die Plätze unseres Praktikersemi­ nares zum Thema Influencer Marketing zu füllen, war kein Influencer erforderlich. Die Teilnehmer informierten sich bei den Experten von Wombat´s City Hostels, Graz Tourismus und Reachbird über Werkzeuge und Tools, die ihren Hotels noch mehr Reichweite und Markenbekanntheit verschaffen.

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Wir sind ÖHV! Beachhouse Wörthersee 2 – Theresa Herritsch mit Brigitta Brunner

Alprima Aparthotel Hinterstoder – Sophie Schick und Manuela Hasni

Hotel Schwarzwand – Birgit Elsensohn mit Brigitta Brunner

Hotel Seevilla – Angelika Loidl, Franziska Gastberger und Sophie Schick

DO&CO – Jochen Manninger mit Markus Gratzer

Hotel Puradies – Mag. Michael Madreiter und Walter Veit

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ÖHV-MITGLIEDER COOEE alpin Hotels Österreich – Manuela Hierl und Walter Veit

Hotel Schwarzer Bär – Alexander Gutmayerl, Lisa Sigl und Michael Nell mit Sophie Schick

Hotel Landhof – Isabelle Winkler mit Brigitta Brunner

Hotel Post Lermoos – Angelika Dengg und Margot Leitner

B&B Hotels GmbH – Markus Bronemann, Walter Veit und Simon Nagy

Hotel Wandl – Norbert Sucharek mit Markus Gratzer

Die neue Wassermanngasse – Ferdinand Höppe und Walter Veit

Wir freuen uns über 13 neue ÖHV-Mitglieder im ersten Quartal 2019: Andaz Vienna am Belvedere, Wien • Argos, Graz • Hotel Christkindlwirt, Steyr • Hotel Day & SPA Vitus Steyr, Steyr Hotel Gabriela, Serfaus • Hotel San Marco, Lannach • Ibis Styles Wien Messe Prater, Wien Max70 Hotel ***Superior, Salzburg • Novapark Wohlfühlhotel Graz, Graz • Hotel Moserhof, Millstatt Verein Gesünder Leben, Innsbruck • Millstätter See Tourismus GmbH, Millstatt • Schloss St. Georgen, Klagenfurt

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MEHR SERVICE, MEHR UMSATZ

Mit den Terminals von card complete

card complete bringt österreichischen Gastronomen und Hoteliers viele neue Gäste ins Haus. Nutzen Sie Ihre Chance auf steigende Umsätze und werden Sie Akzeptanzpartner von card complete. Damit sichern Sie sich und Ihren Kunden besten Service durch maßgeschneiderte Zahlungslösungen für Ihren Betrieb. Alle complete Terminal-Lösungen sind durch den bereits integrierten NFC-Leser für Kontaktloszahlungen gerüstet und auch zur Anbindung an Registrierkassensysteme bestens geeignet! Auf unserer exklusiven Urlaubsplattform www.completeurlaub.com sprechen Sie eine Vielzahl potenzieller Gäste an und bieten ihnen mit einem „Special Offer“ einen besonderen Vorteil! Gerne informieren wir Sie persönlich: Tel. +43 1 711 11 – 400 E-Mail: ap@cardcomplete.com www.cardcomplete.com

Profile for ÖHV

ÖHV-Mitgliederzeitschrift "die lobby" Frühjahr 2019  

LOBBYING: ÖHV fordert Reparatur der Abschreibung INTERN: Das neue ÖHV-Präsidium SCHWERPUNKT: Nachhaltigkeit - Umwelt schonen, Geld sparen!...

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