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GUK o f f i zi e l l e s P re sseo rgan d e r Ö H a n der KUG


Inhalt

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Vorsitzartikel Studierende brauchen keine Rektor_innen!

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Ausschuss für Sonderprojekte Begeistert uns!

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ÖH-Wahlen 2017 Geh‘ wÖHlen!

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Psychologische Studierendenberatungsstelle „Irgendwie schaffe ich das nicht!“

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Deutschtutorium Alles rund um den Sprachkurs

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AIB Aus dem Büro für internationale Beziehungen an der KUG

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Erfahrungsbericht Oh Canada.

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Über die JJ-Fux Bestände an der KUG Implementierung der Bibliotheksbestände des JJ-Fux Konservatoriums

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Diskurs Wo die Kunst der Wissenschaft mit einer Blutgrätsche begegnet

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Zusammenspiel als Grundprinzip Eine besondere Beziehung

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Erfahrungsbericht Konzertreise des Studiochors nach Ägypten

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Aviso Triff deine Rektorin | ÖH-Wahl 2017

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Editorial Man neigt im Studium dazu einen Punkt zu erreichen an dem es nur mehr allein um das Studium selbst geht. Vielleicht ist euch das schon mal passiert. Das ständige und andauernde Üben, kombiniert mit Konzerten und Prüfungen, hat euch schon mal vergessen lassen auf euch selbst zu schauen, oder ihr habt gar bewusst darauf verzichtet. Vielleicht mit dem Satz: „Ich kann mir gerade keine Pause erlauben.“ Das kann gefährlich schief gehen! In dieser Ausgabe des GUK wollen wir euch aufzeigen, dass ihr nicht alles allein machen müsst, auf euch Acht geben sollt und dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, mit der Hilfe anderer persönliche Probleme zu bewältigen, Hürden zu überwinden und wichtige Prüfungen zu bestehen. Darüber hinaus dürfen wir euch auf die neuen Noten-Bestände in der Universitätsbibliothek aufmerksam machen und euch Berichte liefern die zeigen, welch spannende und horizonterweiternde Erfahrungen man dank der KUG machen kann. Schließlich und endlich klopfen wir für euch die KUG ein wenig auf Ihre „Studierendenzentriertheit“ ab und informieren euch über das Ergebnis. Hoffentlich sind für alle ein paar „Aha!“-Erlebnisse dabei. Viel Spaß beim Lesen! Im Namen des Redaktionsteams

martin Schönbauer Referent für Öffentlichkeitsarbeit/ ÖH-KUG

Impressum Herausgeberin und Medieninhaberin Sebastian Höft, Vorsitzender der HochschülerInnenschaft an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Adresse Brandhofgasse 21, 8010 Graz Telefonnummer: 0316/389-1600 E-Mail: oeh@kug.ac.at Redaktionsschluss 27.03.2017

Redaktion Martin Schönbauer, Sandrine Fackner und Sebastian Höft (Der Inhalt der einzelnen Beiträge muss sich nicht zwingend mit der Meinung der Redaktion decken.) Grafik und Layout Sebastian Höft Druck Medienfabrik Graz Auflage 1000 Stück

Bildnachweise: Cover: Stiefkind Fotografie | Seite 2 (v.l.o.n.r.u.): Stiefkind Fotografie | Seite 3: Stiefkind Fotografie | Seite 5: Stiefkind Fotografie | Seite 6: ÖH-KUG | Seite 9: Stiefkind Fotografie | Seite 15: Psychologie Studierendenberatung | Seite 19: Privat | Seite 21: KUG | Seite 22,23: Privat | Seite 25 - 27: ÖH-KUG | Seite 33: Privat | Seite 34: Wenzel/KUG | Seite 35: ÖH-KUG | Rückseite: ÖH-KUG

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ÖH Intern | Vorsitz

Studierende brauchen keine

Rektor_innen! In der letzten Ausgabe der GUK hat ÖH-Vorsitzender Sebastian Höft keinen Vorsitzartikel geschrieben. Nun äußert er sich zu aktuellen und vergangenen universitätspolitischen Themen an der KUG.

Kompetenz zu haben, heisst noch lange nicht auch kompetent zu sein!

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Seit sieben Jahren, nach fast 350 ECTS-Credits für unterschiedlichste Funktionen als Studierendenvertreter auf Lokal- und Bundesebene und als momentan dienstältester ÖH-Vorsitzender in Österreich, glaube ich behaupten zu dürfen, dass ich bereits einiges erlebt habe. Vor allem als Studierendenvertreter an einer Kunstuniversität tätig zu sein, ist - wenn ich mich mit meinen Kollegen_innen in ganz Österreich austausche - eine besondere Herausforderung. Kunstuniversitäten funktionieren anders als allgemeine oder technische Universitäten und sind von dem Phänomen des Einzelunterrichts geprägt. Sie funktionieren somit im engerem Rahmen, sind deutlich familiärer, freundschaftlicher und intimer. Dies stellt für alle Funktionsträger_innen eine besondere Herausforderung dar, um eine verhältnismäßige Balance zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen und dem eigenen Studienalltag für sowohl Lehrende als auch Studierende und Studierendenvertreter_innen gewährleisten zu können. Gerade wir Interessenvertretungen, ganz gleich für welche Gruppe wir uns einsetzen müssen, brauchen eine Fähigkeit ganz besonders: mit gesundem Augenmaß zwischen den Interessen unseren Wähler_innen und den (manchmal) übergeordneten Interessen der Universität bzw. dem großen Ganzen abwägen zu können. Ich persönlich darf mit Stolz behaupten, dass uns dies seit vielen Jahren erfolgreich gelungen ist. Das haben uns Funktionsträger_innen der Universität des öfteren bereits bestätigt.


Sebastian Hรถft

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ÖH Intern | Vorsitz

Um dieses Gleichgewicht erhalten zu können brauchen wir vor allem in der so genannten „Chefetage“ verantwortliche Personen, die dieses Ansinnen, nicht nur auf sich selbst zu schauen, unterstützen. Georg Schulz und Robert Höldrich haben dieses zu bewerkstelligen vermocht. Unserer amitierenden Rektorin Elisabeth Freismuth fällt dieser Spagat hingegen äußerst schwer.

Faszinierender Weise ist es ziemlich oft vorgekommen, dass bei so offensichtlichen Themengebieten, welche die Studierenden anbelangen, wir Studierendenvertreter_innen nicht mit eingebunden wurden, obwohl das Mandat der ÖH im Hochschüler_innenschaftsgesetz sehr eindeutig normiert ist und man durchaus annehmen dürfte, dass eine Juristin diese Gesetze zu lesen vermag. Was anfänglich als Ausrutscher oder als Versehen angesehen wurde, wurde im Laufe der Zeit zur Gewohnheit. Aus dem anfänglich versprochenen „runden Tisch“ wurde sehr schnell hier ein Einzelgespräch, dort eine E-Mail, oder es wurden Inhalte über eine dritte Person kommuniziert.

Immer wenn mich Studierende, Kolleg_innen oder Lehrende auf dem Campus oder andernorts fragen, wie Rektorin Freismuth als Rektorin ist, schießt mir immer die gleiche Antwort in den Kopf: ein Kontrollfreak. Zu jedem Zeitpunkt alles völlig beherrschen zu wollen und förmlich jederzeit greifbar und griffbereit zu Vernetzungstreffen österreichische Kunstuniversitäten haben oder den Informationsfluss (MDW, KUG & MOZ) beeinflussen zu können, zeichnet meiner Meinung nach am besten das Funktionsverständnis unserer Rektorin aus. Das ProWarum ist das so? Zu aller erst möchte ich anmerken, blem der Kontrolle ist nicht, dass man sich als Leiterin dass ich vor Rektorin Freismuth großen Respekt habe. einer Universität das Recht herausnimmt über alles inSie hat eine Position an einer Universität angenommen, formiert zu sein - da die Rektorin am Ende auch für alles die durch unverantwortliches Handeln einiger Weniger verantwortlich bzw. sogar haftbar ist. Das Problem an beschädigt worden ist. Man stelle sich vor, welch enorKontrolle ist, dass durch sie schnell Situationen entstemer Aufwand dahinter steckt, die Position als Rektor_in hen können, in denen man versucht ist, alles und jeden der Kunstuniversität wieder dementsprechend herzunach eigenem Wissen und Gewissen beeinflussen und stellen, als dass von ihr wichtige Impulse für die Gestallenken zu wollen. Aus menschlicher Sicht bewirkt man tung der universitären Zukunft ausgehen können. Dies als Vorgesetzte_r mit zu viel Kontrolle vor allem eines: zu erreichen ist sprachlich ziemlich simpel: ein runder Man demotiviert und kappt das wichtige Band des geTisch muss her. Aber sehen Sie ihn? genseitigen Vertrauens zwischen Dienstgeber_in und Dienstnehmer_in. Ich habe es nicht zusammengezählt, an wie vielen Gesprächen und Sitzungen ich bereits teilgenommen habe, In der Politik gibt es kein wirkliches Vertrauen, da nur aber seit Amtsantritt von Rektorin Freismuth kann ich entscheidend ist, was der/die Akteur_in tut oder nicht mich nur an ein paar wenige Gesprächskonstellationen tut. Ich als Privatperson bin völlig davon überzeugt, dass erinnern, an denen ich in ihrer Gegenwart teilgenomder Rektorin diese Universität sehr ans Herz gewachsen men habe. Dabei definiert die Thematik doch eine Geist und ich würde es mir nie anmaßen ihre auch selbst sprächskonstellation; vor allem dann, wenn es um Stuso oft titulierte Liebe zur Kunst und unserer Universidierende geht, liegt ein Hinzuziehen der demokratisch tät anzuzweifeln. Das spürt man. In meiner Funktion als gewählten Studierendenvertretung ziemlich schnell auf Vorsitzender von über 2300 Studierenden muss ich der der Hand.

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Rektorin aber leider des öfteren rücksichtsloses Agieren entgegen dem Interesse der Studierenden attestieren und zu wenig Leidenschaft, für die Rechte selbiger einzutreten. Eine/n Rektor_in, der/die das Studienrecht respektiert und nicht geringschätzt ist für Studierende und deren Bildung entscheidend: Es ist das am wenigsten ausgeprägte Gesetz neben einer Fülle von Rechtstdokumenten bzgl. Arbeits- und Dienstrecht; das Studienrecht ist bekanntlich auch das jüngste aller Gesetze und muss vor allem durch eigene universitätsspezifische Regelungen komplettiert werden. Folglich haben wir in den letzten Jahren in der ganzen Geschichte der ÖH-KUG noch nie so viel Geld für Rechtsanwälte und Rechtsgutachten ausgegeben, welche die Rechtsansicht der ÖH-KUG immer bestätigt haben. Diese Ansichten wurden in der Vergangenheit vom Rektorat aufgegriffen und dementsprechend umgesetzt. Wir befinden uns nun bereits im dritten Jahr der Amtsperiode von Rektorin Freismuth und dürfen auch auf eine Fülle von Verbesserungen und Neuerungen blicken. Aufgrund meiner Tätigkeit auf Bundesebene bemerkt man sehr schnell, dass die KUG in der Wahrnehmung und Positionierung in der österreichischen Universitätenlandschaft an Ansehen und Reputation dazugewonnen hat. Eine grandiose Öffentlichkeitsarbeit der KUG mit einem hervorragenden Team steht hier profund hinter der Rektorin. Dass aufgrund der Fülle von Veranstaltungen auch im Rahmen unserers 200-jährigen Jubiläums - eine präzise Öffentlichkeitsarbeit nicht immer leicht ist und auch viele tolle Veranstaltungen hinter den „Großen“ verschwinden, ist leider ein Effekt eines Überangebots, welches es dringend zu regulieren gilt. Obwohl die Außendarstellung der KUG sich sehr zum Positiven entwickelt hat, müssen wir uns in den nächsten Jahren viel ausgiebiger mit unserer inneren „Gesundheit“ befassen. Zu viel ist bereits zerbrochen, wie etwa ein sehr gutes und ausgeprägtes internes Qualitätsmanagement. Der Betriebsrat des künstlerischwissenschaftlichen Personals hat eine gesetzliche Schwachstelle bewusst ausgenutzt und unsere bereits etablierten Qualitätssicherungsinstrumente durch Klagen vor dem Arbeitsgericht gesprengt ohne auch nur im entferntesten im Blick zu haben, was dies für unsere Studierende nun bedeutet. Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob die Rektorin alles in ihrer Macht stehende versucht hat, um eine solche Eskalation zu verhindern. Wir als Studierendenvertretung werden mit all unseren

Möglichkeiten den Betriebsrat dazu auffordern aktiv an der weiteren Qualitätssicherung an der KUG mitzuwirken, indem der Betriebsrat konkrete Vorschläge macht, wie wir hier an unserer Universität verfahren, wenn es nachweislich schlechte Lehre gibt. Das Beschützen von „schwarzen Schafen“ ist unverantwortlich gegenüber den Studierenden, die unter schlechter Lehre zu leiden haben; Existenzen werden hier durch Nichthandeln der Universität und all ihrer Verantworungsträger_innen billigend in Kauf genommen. In letzter Zeit wurde ich vermehrt gefragt, warum wir als ÖH-KUG Presseaussendungen gemacht haben. Diese Frage möchte ich hier sehr gerne beantworten: Zum einen soll allen Entscheidungsträger_innen ganz bewusst sein, dass wir zu jedem Zeitpunkt bereit sind, skandalöse Entwicklungen an der Universität auch in der Öffentlichkeit konkret anzusprechen und Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Wir alle sind die KUG. Nicht nur die Rektorin hat in der Hand, wie die Universität in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird - vor allem dann, wenn die Rektorin unsere Forderungen nach nachhaltigen und effektiven Qualitätssicherungsinstrumenten mit Konsequenzen weiter ignoriert. Wir brauchen diese Maßnahmen, und wenn es uns nicht möglich ist intern Lösungen zu finden, werden wir als ÖH-KUG eigene Wege gehen, um die Interessen und auch die nötigen Maßnahmen im Sinne einer universitären Qualitätssicherung umzusetzen. Die Thematik einer Neuausschreibung oder einer Wiederbestellung der Rektorin wird erneut zu einer Herausforderung für unsere internen Gremien. Wir als Studierende können hier eigentlich sehr entspannt sein, denn um ehrlich zu sein: ein/e Studierende_r braucht streng genommen keine Rektorin. Man braucht hervorragende Vizerektoren im Bereich Lehre und Ressourcen, um erfolgreich studieren zu können. Und ich bin sehr beruhigt, dass diese beiden Positionen an unserer Universität für mich über jeden Zweifel erhaben sind und ganz im Interesse der Studierenden agieren! Es wäre für mich viel leichter, wenn es um die Wiederbestellung der beiden amtierenden Vizerektoren gehen würde, denn dieses Abstimmungsergebnis wäre bei uns in der ÖH eindeutig einstimmig!

Sebastian Höft Vorsitzender der ÖH-KUG

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ÖH Intern | Sonderprojekte

Begeistert uns! Ihr habt ein künstlerisches Projekt und sucht noch finanzielle Unterstützung dafür? Dann haben wir mit dem Ausschuss für Sonderprojekte (SoPro) genau das Richtige für euch!

N

ach einer langen Erstellungsphase konnten wir in der letzten Sitzung der Universitätsvertretung im Januar 2017 unsere neuen Richtlinien für Sonderprojekte einstimmig beschließen. Hierdurch haben wir nun die Möglichkeit euch bei tollen, kreativen und innovativen Ideen zu unterstützen. Nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern auch durch das zur Verfügung stellen unserer ÖH-Ressourcen. Die Richtlinien und das für den Antrag notwendige Formular befinden sich auf der Homepage der ÖH-KUG, nach denen ihr euch beim Ansuchen um einen finanziellen Zuschuss richten könnt. Wichtig: Bitte gebt eure Projektbeschreibung und einen Finanzierungsplan (lt. Richtlinie) in schriftlicher Form bei uns im ÖH-Büro ab. Eure Anträge werden innerhalb von 28 Tagen bearbeitet. Wir freuen uns schon auf eure Projektideen!

Simon Kintopp Vorsitzender Ausschuss für Sonderprojekte

Sebastian Höft Vorsitzender der ÖH-KUG

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Simon Kintopp Sebastian Hรถft

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ÖH Intern | ÖH-Wahl

Mach dein Kreuz und geh’

wÖHlen Nach zwei Jahren finden wieder die Wahlen der österreichischen HochschülerInnenschaften vom 16. bis 18. Mai 2017 statt. Hierbei entscheidet sich, welche Personen sich in der kommenden Wahlperiode – Juli 2017 bis Juni 2019 – für deine Interessen als Studentin und Student einsetzen. Wir möchten dir hier die Möglichkeit geben, dich näher über die Wahl zu informieren.

Warum sollst du überhaupt wählen? Das Wichtigste ist zunächst, dass du bei einer ÖH-Wahl die Chance wahrnimmst, Personen aus deinem direkten Umfeld zu wählen. Wenn wir in der Politik von Wahlen sprechen, dann sehen wir häufig irgendwelche Schlipsträger_innen und „Falsch-Grinser“ auf überdimensionalen Plakaten. Bei den HochschülerInnenschaftswahlen wählst du dagegen Personen, die genau wie du studieren. Vielleicht kennst du den einen oder die andere etwas besser, weil du mit ihnen zusammen studierst. Auf Grund deines persönlichen Kontakts weißt du wie sie denken und dass sie sich wirklich für das einsetzen, was DICH interessiert! Dieses Bestreben haben alle, die sich in der ÖH engagieren und sich zur Wahl aufstellen lassen: Sie setzen sich für dich und deine Studienkolleg*innen ein. Und was kannst du wählen?

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Dazu ist wichtig zu verstehen, dass die ÖH für dich auf drei verschiedenen Bereichen arbeitet: Studienvertretung, Hochschulvertretung und Bundesvertretung. Jede davon hat unterschiedliche Aufgaben und für jede kannst du deine Stimme(n) abgeben.


Was macht die Bundesvertretung?

Wie läuft das jetzt ab wenn ich wählen gehe?

Auf Bundesebene kannst du es dir ein bisschen so vorstellen wie bei einer Parlamentswahl, bei der du politische Parteien wählst. Bei der ÖH-Wahl auf Bundesebene gibt es verschiedene Listen die du wählen kannst. Jede Liste gewinnt auf Grund des WählerInnenverhaltens eine bestimmte Anzahl an Mandaten (aktuell 55 Mandate auf Bundesebene), die dann in der österreichweiten Studierendenvertretung, der Bundesvertretung, ihren Platz finden. Auf dieser übergeordneten Vertretungsebene geht es vor allem um die Interessensvertretung aller österreichischen Studierenden an Universitäten, Privatuniversitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.

Du gehst mit deinem Studierendenausweis zwischen dem 16. und 18. Mai zu einem unserer Wahllokale an der KUG und erhältst mindestens zwei Stimmzettel (Bundesvertretung und Universitätsvertretung). Hier wählst du bei beiden Stimmzetteln jeweils eine Liste. Einen dritten Stimmzettel erhältst du dann, wenn sich in deinem Studiengang Kandidateninnen bzw. Kandidaten für deine Studienvertretung aufgestellt haben. Bei dieser Wahl kannst du einer Person deine Stimme geben.

Was macht die Universitätsvertretung? Auf Universitätsebene kannst du ebenfalls eine Vertretung wählen. An der KUG haben wir eine Universitätsvertretung (UV) mit neun Mandaten. Auch hier wählst du, wie bei der Bundesvertretung, unterschiedliche Listen. Hier können auch andere Listen als auf Bundesebene antreten. Das WählerInnenverhalten entscheidet wieder welche Listen wie viele Mandate erhalten. Die UV regelt in erster Linie, wie die ÖH an deiner Universität funktioniert. Das heißt: wofür wird das Geld ausgegeben, welche Referate gibt es, welche Projekte werden unterstützt, usw. Das heißt sie stellt als Legislative die Regeln für die ÖH an der KUG auf. Die UV wählt aus ihren Reihen eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden und zwei StellvertreterInnen. Auf Vorschlag des Vorsitzteams wählt die UV Referentinnen und Referenten, die dann als ein großes Team die Exekutive darstellen. Sie sind deine direkten Ansprechpartner, wobei du dich natürlich mit jeder Frage und mit jedem Problem genauso an Mitglieder der UV wenden kannst.

Was passiert, wenn du während der ÖH-Wahlen nicht in Graz bist? Du kannst trotzdem von deinem Wahlrecht Gebrauch machen indem du eine Briefwahlkarte beantragst. Wahlkarten können ab sieben Wochen vor dem zweiten Wahltag (29. März) bis eine Woche (9. Mai) vor dem ersten Wahltag beantragt werden! Hast du noch Fragen zur ÖH-Wahl? Du kennst dich noch nicht gut genug aus oder möchtest ganz genau wissen wie die Briefwahl funktioniert? Dann komm doch zu uns ins ÖH-Büro und frag‘. Du kannst dich auch unter folgender Internet-Adresse selbst informieren https://wahl2017.oeh.ac.at

Robert Bartneck stellv. Vorsitzender der ÖH-KUG

Was macht die Studienvertretung? Die Studienvertretung (StV) ist die einzige wählbare Gruppe bei der du keine Listen sondern konkrete Personen wählst. Für deine StV können sich nur Personen zur Wahl aufstellen, die auch deinen Studiengang belegen. Also studieren Sie das Gleiche wie du. Mit allen Fragen, Anregungen und Schwierigkeiten die deinen Studiengang betreffen kannst du dich immer an deine StV wenden. Die einzige Voraussetzung ist, es lassen sich auch Personen aus deiner Studienrichtung zur Wahl aufstellen. In der aktuellen Wahlperiode haben wir Studienvertretungen aus den Studienrichtungen Elektrotechnik-Toningenieur, IGP, Musikologie und Schulmusik/Musikerziehung.

 Siehe ÖH-Bild nächste Doppelseite

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L EG I S L AT I V E U n i ve r s i t ät sve r t re t u n g

Ausschuss für w i r t s c h af t l i c h e Angelegenheiten

Ausschuss für S o n d e r p ro j e k te

Ö H - WA H L E N

ST U D I E R E N D E

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EXEKUTIVE Vo r s i t z t e a m

Vo r s c h l ag s re c h t

Wa h l

Referate

BerRef

S oz R e f

GenRef

Wi Re f

AusRef

OSRe f

SkriRef

Ko n z R e f

G e s Po l R e f

B i Po l R e f

O rg R e f

ÖffRef

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Thema | Fürsorge

“Irgendwie schaffe ich das nicht!” Die Psychologische Studierendenberatung Graz: Angebote und Erfahrungen für Studierende (nicht nur) der KUG.

Wer aus einer Krise heraus die Chance nützt, gezielt an seiner Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten, rüstet sich für die eigene Zukunft!

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M. ist verzweifelt. Eigentlich sollte jetzt alles passen: Er hat seinen Studienplatz in Graz bekommen, ein Zimmer in einem Studierendenheim, auch die Finanzierung des Studiums ist derzeit kein Problem. Trotzdem, er fühlt sich verunsichert, deprimiert. Zeitweise hat er überhaupt keine Lust zum Üben, kommt morgens schwer aus dem Bett und fühlt sich allgemein schlecht. Noch dazu hat er ein Problem mit seinem Professor: dieser möchte, dass er an seiner Spieltechnik etwas ändert. M. findet, dass das nicht nötig ist und empfindet die Vorschläge des Professors als Zeichen, dass ihn dieser ablehnt. Er zweifelt langsam daran, ob seine Entscheidung in Graz Musik zu studieren, richtig war. „Irgendwie schaffe ich das nicht“, sagt er. Die täglichen Telefongespräche mit seiner Mutter helfen ein wenig. Allerdings möchte er ihr auch nicht sagen, wie schlecht es ihm derzeit wirklich geht. Sie macht sich dann Sorgen. Andererseits hat er in Graz noch keinen Anschluss gefunden und vermisst Freunde und Familie sehr. Im Internet findet er die Psychologische Studierendenberatung und vereinbart per Email einen Termin. In der Beratungsstelle versucht er gemeinsam mit seiner Psychologin dann herauszufinden, welche Ursachen seine Motivationsprobleme und seine Deprimiertheit haben. Er macht sich seine Motive zum Studium überhaupt und zum Fach klar, seine Interessen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Werte und Ziele. Dabei werden auch Widersprüche aufgedeckt. Ein wichtiges Thema in den Beratungsgesprächen sind auch emotionale Probleme in anderen Lebensbereichen. Die Einsamkeit in Graz, die ihn sehr belastet, wird durch die Wohnsituation in einem Studierendenheim verstärkt, wo es keine gleichaltrigen Mitbewohner_innen gibt, sondern nur sehr viel jüngere Studierende. So beginnt M. mit Hilfe der psychologischen Beratung nach und nach sowohl an seiner Wohn- und Lebenssituation in Graz etwas zu ändern, wie auch an seiner Einstellung zum Studium, seinen Schwierigkeiten, sich an neue Situationen anzupassen, und arbeitet an seiner starken Kritikempfindlichkeit. Dies wirkt sich positiv auf seine soziale Situation und auf seine Stimmung und seine Studiensituation aus.


Team der Psychologischen Studierendenberatung

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M’s Geschichte ist nur ein Beispiel, wie Studierende von der Bearbeitung ihrer Probleme in der Psychologischen Studierendenberatung profitieren können. Die Probleme, mit denen Studierende in die Beratung kommen, sind vielfältig: von Entscheidungsschwierigkeiten bei der Studienwahl über Lernprobleme, Prüfungsangst, Motivationsprobleme bis zu persönlichen Problemen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen. 2092 Studierende suchten im Jahr 2016 an der Grazer Beratungsstelle Rat und Hilfe, 3,7% davon kamen von der KUG. Über 50% der Anliegen, mit denen Studierende kommen, fallen in den Bereich „persönliche Probleme“, fast 30% in den Bereich „Studienentscheidungen“ und fast 15% kommen wegen Lern- und Prüfungsproblemen. Bis zu einem gewissen Ausmaß ist es ja normal, Probleme zu haben. Das Studium fällt in die Phase der „Spätadoleszenz“, die mit besonderen Anforderungen und entwicklungsbedingt mit einer erhöhten Krisenanfälligkeit einhergeht: sich von den Eltern zu trennen, gleichzeitig erwachsen und doch noch nicht ganz selbständig zu sein. Die Situation des Studierens verändert die Persönlichkeit weiter, gleichzeitig aber sind schon früh als endgültig erscheinende Lebenswegentscheidungen zu treffen, was ohne Bewältigen von Angst und (Selbst-) Zweifeln kaum möglich ist. Im ungünstigen Fall schaukeln sich die aus der Lebensgeschichte mitgebrachten Konfliktpotentiale, noch ungenügend entwickelte Bewältigungsfertigkeiten und Belastungsfaktoren aus der universitären Situation (z.B. Leistungs- und Prüfungsdruck, finanzielle Sorgen) so auf, dass schließlich Störungen entstehen können, die ohne professionelle Hilfe vielfach nicht angemessen oder gar nicht gemeistert werden können und dann oft zu Studienabbruch, und manchmal längerfristig, zu psychischen Störungen und Krankheiten führen können.

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Im Jahr 2016 erschien die Studierenden-Sozialerhebung 2015, an der über 47.000 Studierende in Österreich teilgenommen haben, darunter auch Studierende der Kunstuniversitäten. Von allen Studierenden gaben im Sommersemester 2015 beinahe die Hälfte an, in ihrem bisherigen Studium durch einen der folgenden Stressfaktoren beeinträchtigt gewesen zu sein: fehlende Studienmotivation (25%), Arbeits- und Konzentrationsschwierigkeiten (23%), stressbedingte gesundheitliche Beschwerden (22%), Schwierigkeiten bei der Selbstorganisation des Studiums (17%). 42% gaben an, durch psychische Beschwerden im Studium beeinträchtigt zu sein!

Interessant ist, dass an Kunstuniversitäten psychische Beschwerden besonders oft angegeben werden (49%!). Besonders häufig werden dabei Existenzängste (30%) und depressive Verstimmungen (28%) genannt. Das heißt, dass jede/r zweite Kunststudierende psychische und/oder stressbedingte gesundheitliche Probleme erlebt, die Schwierigkeiten im Studium bereiten. Die Bewältigung von solchen Krisen und Problemen im Laufe des Studiums stellt nicht nur eine wesentliche Voraussetzung für den Studienabschluss, sondern auch für die persönliche Weiterentwicklung, insbesondere hinsichtlich Leistungsbereitschaft und Selbstvertrauen, dar. Oft erfordert sie eine fast immer kurze, aber entscheidende professionelle Hilfe. Die Psychologische Studierendenberatung ist eine Service-Einrichtung des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Unterstützung von Studierenden. Sie hilft bei der Bewältigung von persönlichen und studienbezogenen Problemen. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Die Berater_innen sind Psycholog_innen und/ oder Psychotherapeut_innen. Es gibt sechs Standorte: in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt. Das Angebot richtet sich an Studierende, die in ihrer Studienwahl unsicher sind, die als Studienanfänger_innen Probleme mit der Umstellung von der Schule an die Universität oder Fachhochschule haben, an solche, die Studienwechsel oder -abbruch überlegen oder Schwierigkeiten beim Studienabschluss haben; sie unterstützt Studierende, die sich in einer Studienkrise befinden, die Probleme mit ihrem Lern- oder Arbeitsverhalten, Prüfungs-, Motivations- oder Konzentrationsprobleme haben. Und natürlich ist die Beratungsstelle auch für jene da, die sich durch persönliche Probleme beeinträchtigt fühlen oder die ihre kommunikativen oder sozialen Kompetenzen oder ihre Stressbewältigungsstrategien verbessern wollen. Diese vielfältigen Anliegen können entweder in der psychologischen Beratung in Einzelsitzungen bearbeitet werden, oder aber auch in themenzentrierten Gruppen wie beispielsweise für Entspannungsmethoden, autogenes Training oder Lern- oder Studienabschlussgruppen. Für Studierende, die nicht in die Beratungsstelle kommen können, gibt es auch die „Chatberatung“, dabei beraten unsere Mitarbeiter_innen zu bestimmten Zeiten und Themen online. Das Ziel der professionellen Unterstützung ist „Hilfe zur Selbsthilfe“. Es ist wichtig, sich wirksam und intensiv mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen und dann zu beginnen, problematische Einstellungen und Verhal-


tensmuster zu verändern. In diesem Prozess wird dann zunehmend Verantwortung für sich selbst übernommen und damit die Selbstakzeptanz gestärkt. Probleme können auch als Chance für eine Entwicklung verstanden werden! Das bedeutet, dass aktive Mitarbeit, Bereitschaft zur Selbstverantwortung, Veränderungswillen und ein wenig Geduld zu den wichtigsten Bedingungen für eine erfolgreiche Problembewältigung in der Psychologischen Beratung gehören. Gibt es spezielle Aspekte bei der psychologischen Betreuung von Kunststudierenden? Zum einen sind junge Musiker_innen und Schauspieler_innen natürlich junge Menschen mit Risikofaktoren, Krisen und Ressourcen wie alle anderen auch, andererseits sind die beruflichen Anforderungen, denen sie ausgesetzt sind, am ehesten mit denen von Leistungssportarten zu vergleichen. Während des Auftritts soll eine Spitzenleistung erbracht werden, die nur durch jahrelanges, kontinuierliches und konsequentes Training möglich ist. Das bedeutet hohe mentale, physiologische und psychologische Herausforderungen, zu denen auch noch die künstlerischen kommen. Die psychologische Beratung und Behandlung setzt nach einer intensiven Analyse der Probleme ganz individuell an: manchmal im eher persönlichen Bereich, zum Beispiel bei Ängsten, sozialen Problemen, stressbedingten körperlichen Beschwerden, Essstörungen, Konflikten im familiären Umfeld etc., manchmal beim Studium; oft bei der Motivation, Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Anspruchsniveau, Umgang mit Misserfolg und so weiter. Erwartungen, Bewertungen und Einstellungen beeinflussen das Erleben und Verhalten maßgeblich. Andererseits sollen auch die Ressourcen der Studierenden erkannt, gefördert und weiterentwickelt werden. So wird aus der Psychologischen Beratung ein individuell auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmter Prozess, der schließlich zur „Hilfe zur Selbsthilfe“ führen soll. Die Arbeit der psychologischen Studierendenberatung umfasst nicht nur Strategien zur akuten Problembewältigung und Ressourcenaktivierung, sondern hat auch präventiven Charakter. Wer aus einer Krise heraus die Chance nützt, gezielt an seiner Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten, rüstet sich für die eigene Zukunft!

Eva Egger-Zeidner für die psychologische Studierendenberatungsstelle

Psychologische Studierendenberatung Graz *** Telefon Tel: +43/316/814748 E-Mail psych.ber(at)uni-graz.at Auch während der Ferien geöffnet! Adresse Dreihackengasse 1, 1. Stock, 8020 Graz Wegbeschreibung: Von der Annenstraße in die Elisabethinengasse --> danach links in die Kernstockgasse --> dann rechts in die Dreihackengasse --> nach der Kirche auf der linken Straßenseite links in den Hof des Hauses Dreihackengasse 1 --> durch die Glastür wieder nach links in den 1. Stock Unsere Beratungsstelle ist barrierefrei erreichbar. Wenn Sie Fragen oder Probleme haben und glauben, dass wir Ihnen helfen können, setzen Sie sich persönlich, telefonisch oder per Mail mit uns in Verbindung und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin. Sie können unsere Beratungstelle kostenlos, vertraulich und anonym in Anspruch nehmen.

www.studentenberatung.at

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Thema | Integration

Deutschtutorium Studierende, die nicht aus deutschsprachigen Ländern kommen, müssen entweder vor der Zulassungsprüfung oder bis zum 1. oder 2. Semester eine Deutschprüfung nachweisen. Um diesen Personen zu helfen oder sie zu beraten hat die ÖH an der KUG eine Deutschtutorium Stelle eingerichtet.

Die größte Problematik liegt darin die Studierenden zu erreichen, die den VGUH Kurs nicht besuchen.

Was ist Aufgabe des Deutschtutoriums? Ein_e Deutschtutor_in kann den Studierenden bei verschiedenen Fragen und Problemen helfen, welche die Deutsche Sprache oder die Deutschprüfung betreffen. Die meistgestellten Fragen sind beispielsweise: • Welchen Kurs muss ich machen und wo soll ich ihn besuchen? • Wie kann ich mich für die Deutschprüfung anmelden? • Welches Niveau der Deutschprüfung muss ich ablegen und bis wann? • Was passiert wenn ich nicht genug Anwesenheit im Kurs habe? • Welche Zertifikate werden anerkannt? Man kann sich aber auch lediglich B1 und B2 Modellprüfungen, Lerntipps oder Deutschübungen holen bei der Deutschtutorin. Ein_e Deutschtutor_in macht auch auf Prüfungstermine und Anmeldefristen aufmerksam. Warum ist es wichtig die Deutschprüfung zu bestehen? Ohne bestandene Deutschprüfung bekommen die Studierenden keinen ZKFUnterricht mehr und werden zu außerordentlichen Studierenden, die für das Studium zahlen müssen. Problematisch ist aber, dass außerordentliche Studierende kein Visum oder keine Aufenthaltsbewilligung bekommen und Österreich (wenn auch nur kurz) verlassen müssen.

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Welche Probleme treten auf? Die größte Problematik liegt darin die Studierenden zu erreichen, die den VGUH Kurs (=Vorstudienlehrgang der Grazer Universitäten und Hochschulen) nicht besuchen und somit auch jene, die keine Nachrichten in ihrer KUG Mailbox lesen. Für ein_e Deutschtutor_in ist der Kontakt (die Kommunikation) mit den Studierenden sehr wichtig. Der zeitliche Rahmen und die Deutschprüfung werden sehr oft unterschätzt. Hinzu kommt, dass man einen Monat vor der


Prüfung in die missliche Lage kommt organisatorische Dinge, wie auch bürokratische Hürden (Visum, Aufenthaltsbewilligung, mangelhaftes Deutschniveau vor der Prüfung etc.) bewältigen zu müssen, was schier unmöglich ist. All diese Probleme sind zu vermeiden, wenn man ihnen früh genug begegnet und sie löst. Empfehlungen der Deutschtutorin: 1. Besucht einen Deutschkurs! Von der KUG wird der Deutschkurs am VGUH empfohlen, weil dies der intesivste und billigste Kurs in Graz ist. Außerdem findet dort die Deutschprüfung statt. Wenn es genügend KUG-Studierende im Kurs gibt, bieten die Lehrerenden auch Arbeitsgruppen für Musiker_innen an. 2. Vermeidet lange Projekte und Lehrveranstaltungen. Zumindest im ersten Semester des Studiums, um sich auf Deutsch und die Deutschprüfung konzentrieren zu können. Eine Fremdsprache lernt man nicht in einer Nacht vor der Prüfung. 3. Nutzt jede Situation, in der man Deutsch reden (schreiben) kann. Bei Fragen oder Probleme wendet euch an: deutschtutorium@kug.ac.at

Petra Polácková für das Deutschtutorium der KUG

Petra PoláCková Geboren in der Tschechischen Republik, studiert sie Gitarre bei Prof. Paolo Pegoraro an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Seit einigen Semestern ist Polácková SMA für das Deutschtutorium an der KUG.

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Thema | Austausch

AIB Aus dem Büro für Internationale Beziehungen an der KUG.

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m aktuellen Entwicklungsplan der Kunstuniversität Graz findet man das Bekenntnis, dass sich unsere Universität zu Internationalität, zu einem Austausch von künstlerisch-wissenschaftlichen Erfahrungen und damit unter anderem auch zu dem Erasmus-Programm der Europäischen Union bekennt und dieses mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt. Somit gilt es der Frage nachzugehen wie man dafür sorgen kann, dass der Aufenthalt wirklich positiv wird und kein Desaster? Der wichtigste Rat, den meine Mitarbeiterinnen und ich in der Abteilung für Internationale Beziehungen ihnen geben können: Planen Sie rechtzeitig und reden Sie mit dem ZKF-Lehrenden darüber. Sie oder er kann Ihnen nicht nur gute Ratschläge geben, wann der beste Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt wäre, man kann Ihnen auch sehr gute Vorschläge machen, welche Kolleginnen und Kollegen im Ausland für Sie ganz besonders in Frage kommen, weil sie in der Lage sind, Ihren Horizont weiter zu öffnen.

Über die Jahre hat die KUG eine große Auswahl an Partneruniversitäten aufgebaut, [...]

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Über die Jahre hat die Kunstuniversität Graz eine große Auswahl an Partneruniversitäten aufgebaut, die für einen Auslandsaufenthalt in Frage kommen. (siehe Homepage) Wir raten Ihnen, sich umzuhören. Reden Sie mit Ihren Kommiliton_innen, die schon im Ausland waren, nehmen Sie an Wettbewerben und Meisterkursen im Ausland teil und nutzen Sie die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung der Abteilung für Internationale Beziehungen. Eine_n Lehrende_n über einen Meisterkurs zuerst kennenzulernen, ist eine gute Vorbereitung für einen eventuellen Erasmus-Aufenthalt. Wenn Sie bei einem Meisterkurs eine gute Vorstellung abgeben, erhöhen Sie Ihre Chancen auf einen Austauschplatz an der jeweiligen Universität/Hochschule, an der diese_r Lehrende unterrichtet, vorausgesetzt diese Hochschule ist auch Partnerhochschule der KUG. Aber die Chancen, dass dies der Fall ist, sind groß. Wichtig ist es auch, sich mit Ihrem Lehrplan vertraut zu machen und zu überlegen, welche Fächer (z.B. freie Wahlfächer) Sie sich für einen Auslandsaufenthalt vorbehalten. Die Erasmus-Richtlinien besagen nämlich, dass man sich Auslandsaufenthalte nach der Rückkehr anerkennen lassen muss (mind. 3 ECTS pro Monat). Studienaufenthalte im Ausland werden monatlich mit einem Mobilitätszuschuss von der Europäischen Union unterstützt. Die Höhe richtet sich nach dem Zielland und liegt zwischen € 282-333. Versäumt man die Anerkennung des Auslandsaufenthaltes an der Heimatuniversität nach der Rückkehr, so muss man den monatlichen Zuschuss an den OeAD (Österr. Austauschdienst) zurückzahlen. Ein Erasmusstudienaufenthalt muss mindestens 3 Monate dauern, längstens kann er auf 12 Monate ausgedehnt werden.


Und zu der Frage, ob es tatsächlich so ist, dass die KUG Auslandsaufenthalte ihrer Studierenden fördert? Unsere Abteilung kann das nur bejahen. Wir bieten jährlich zu Beginn des Wintersemesters (Ende Oktober/Anfang November) eine Informationsveranstaltung für interessierte Studierende ab dem 3. Semester an, die auf alle Ihre Fragen eine Antwort gibt. Der gesamte Ablauf, wie man eine erfolgreiche Bewerbung am besten angeht, ist auch Schritt für Schritt auf unserer Website zum Nachlesen erklärt. Die deklarierten Aspirant_innen beraten wir danach zu unseren Öffnungszeiten und nach terminlicher Vereinbarung über die nächsten Schritte, damit eine perfekte Bewerbung abgeschickt werden kann. Ganz wichtig ist hier: Beginnen Sie rechtzeitig damit, Ihre Unterlagen vorzubereiten und denken Sie daran, dass Sie einen Link zu Ihrer künstlerischen Performance einreichen müssen. Sorgen Sie daher dafür, dass Sie perfekte Filmund Tonaufnahmen von sich haben. Spätestens im Januar müssen Sie beginnen, Ihre Erasmus-Bewerbung auszufüllen und Unterschriften einzuholen. Sie sollten auch wissen, dass es neben dem Erasmus-Programm auch geförderte Auslandsaufenthalte in außereuropäische Länder gibt. Sowohl für die Reise zum Auslandsstudienort in Europa, als auch zum Studienort außerhalb Europas unterstützt die KUG unsere Studierenden mit einem Reisekostenzuschuss. Und unser abschließender Rat: Stellen Sie sich als persönlichen Buddy für einen unserer Incomings zur Verfügung, wenn Sie vorhaben, einmal für ein Semester im Ausland zu studieren. Sie helfen damit nicht nur diesem neuen, ratbedürftigen und nach sozialen Kontakten suchenden Incoming-Studierenden. Sie tun auch sich selbst etwas Gutes.

Irene Hofmann-Wellenhof Leiterin der Abteilung für Internationale Beziehungen der KUG

Irene hofmannwellenhof Leiterin der Abteilung für internationale Beziehungen, Expertin in universitären Verwaltungsangelegenheiten, seit über 10 Jahren an der KUG und managed gemeinsam mit ihren Kolleginnen eine große Anzahl von Partnerschaften und Studierenden- und Lehrenmobilitäten.

Alle wichtigen weiterführenden Links findet man unter: https://www.kug.ac.at/studium-weiterbildung/studium/ internationales.html

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Thema | ausland

Oh Canada.

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E

in Auslandssemester bedeutet zu Beginn vor allem eine große Veränderung: Das „normale“ Leben wird auf Pause geschaltet und man fliegt in ein fremdes Land ohne wirklich zu wissen, was einen dort erwartet. Wird es einem gefallen? Sind neun Monate nicht doch zu lange? Was wird in der Zwischenzeit zu Hause passieren? Wird man schnell Freunde finden? Was wird man alles erleben? Wie wird es einem an der Uni ergehen? Diese Fragen und noch viele mehr gingen mir durch den Kopf, als ich im Flugzeug nach Ottawa saß. Das ist mittlerweile sechs Monate her und ich kann sagen, dass ich wirklich froh und dankbar bin, die einmalige Chance erhalten zu haben, mein mittlerweile zweites Semester an der Carleton University in Ottawa im Master-Programm „Music and Culture“ studieren zu dürfen. Nach meiner Ankunft habe ich sofort viele neue Leute kennengelernt – sowohl Kanadier_innen als auch andere Austauschstudierende. Man fühlt sich in Kanada sehr willkommen, was auch an den vielen verschiedenen Kulturen, die hier zusammenleben, liegen mag. Zu Beginn war sehr viel los: Ottawa erkunden, Aktivitäten mit neu gewonnenen Freunden, Reisen und auch Organisatorisches wie Handyvertrag, Bankkonto, für viele auch Wohnungssuche (ich hatte allerdings schon eine Zusage für ein Studierendenheim) und Einzug. Plötzlich begann auch der Uni-Alltag, der zunächst etwas überfordernd schien, da der Arbeitsaufwand mit wöchentlichen umfangreichen Readings und Assignments der einzelnen Kurse, zusätzlich zu Mitarbeit, Referaten und Papers, sehr hoch ist. Im Endeffekt war es dann doch schaffbar und das erste Semester ist bereits gut zu Ende gegangen.

Elisabeth Aman BA Musikologie, Schwerpunkt Ethnomusikologie: 2012-2015 | MA Musikologie, Schwerpunkt Ethnomusikologie: seit 2015 Auslandsstudium in Kanada 2016-2017

Da das Master-Programm „Music and Culture“ ein relativ kleiner Studiengang ist, kenne ich alle meine Mitstudierenden und Lehrenden und fühle mich gut integriert. Durch die hohen Studiengebühren, die reguläre Studierende hier zahlen müssen, ist die Einstellung zum Studium eine andere, als in Österreich. Ich habe den Eindruck, dass das Studium hier viel mehr geschätzt wird und natürlich ist man auch sehr fokussiert, wenn ein zusätzliches Semester dermaßen teuer wäre. Die Lehrenden sind sehr engagiert, quasi immer erreichbar und man bekommt sehr viel Feedback. Dadurch konnte ich meine akademischen Fähigkeiten und auch meine Englischkenntnisse bereits merklich verbessern und mich persönlich weiterentwickeln. Nun ist das zweite Semester in vollem Gange und ich kann noch gar nicht glauben, dass schon zwei Drittel meiner Zeit hier vorbei sind. Ein ganzes Studienjahr wegzugehen war sicherlich die richtige Entscheidung, da man erst nach ein paar Monaten das Gefühl hat richtig angekommen zu sein. Im Ausland zu studieren ist sehr bereichernd – man bekommt neue Perspektiven auf das eigene Land und Studium, trifft viele interessante Leute, verbessert seine Sprachkenntnisse und lernt andere Kulturen und ein anderes Land kennen, das wie eine zweite Heimat wird.

Elisabeth Aman MA Musikologie

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Thema | Wissenswertes

Über die

JJ-Fux Bestände

an der KUG

Bibliotheksbestände des Johann-JosefFux Konservatoriums.

Die Universitätsbibliothek der KUG ist jedenfalls die Größte unter den österreichischen Kunstuni-Bibliotheken.

N

ach mehrjährigen Verhandlungen hat die Universitätsbibliothek der Kunstuniversität Graz auf Grundlage eines Kooperationsvertrages zwischen der Kunstuniversität Graz und dem Land Steiermark vom April 2013 die Bibliotheksbestände des Johann-Josef-Fux-Konservatoriums (Steiermärkisches Landeskonservatorium) als Dauerleihgabe übernommen. Das Ziel der Kooperation war die Zusammenführung der ursprünglich einen Bestand bildenden Bibliotheken. Die ca. 100.000 Bände der im 19. Jahrhundert gegründeten Bibliothek des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums verbleiben im Eigentum des Landes Steiermark und wurden nach der durch die Vertragspartner zu gleichen Teilen zu leistenden bibliothekarischen Erschließung und Adjustierung in den Räumlichkeiten der Universitätsbibliothek der Kunstuniversität Graz als benützungsbereite Dauerleihgabe bereitgestellt. Der Zeitraum für die Dauerleihgabe des Gesamtbestands der Bibliothek des Johann-Joseph-FuxKonservatoriums beträgt zumindest 99 Jahre ab Abschluss der Kooperationsvereinbarung. Der Anlass zu dieser Kooperation war die grundsätzliche Entscheidung des Direktors des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums und der zuständigen Leiterin der Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung auf die Weiterführung und Unterhaltung einer hauseigenen Bibliothek zu verzichten. Im Jahr 2005 wurde wegen der kritischen Lagerbedin-

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Universitätsbibliothek

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gungen der Bibliotheksbestände im Keller des Gebäudes in der Nikolaigasse ein kleiner Teil der wertvollsten Bestände in das Landesarchiv ausgelagert. Ein Großteil der historisch bedeutenden Lannoy-Sammlung wurde 2008 den Beständen des Steiermärkischen Landesarchivs eingegliedert. Im selben Jahr wurden die Bibliotheksbestände im Zuge von Renovierungsarbeiten aus dem alten Gebäude, Nikolaigasse 2, in ein Hochlager in einer Lagerhalle in Graz-Webling ausgelagert. Einige Jahre später mussten die Bestände – wiederum wegen widriger Lagerbedingungen – in eine Lagerhalle nach Graz-Andritz gebracht werden.

• Es konnten Bestandslücken der noch relativ jungen Universitätsbibliothek, vor allem im älteren Bestandssegment, geschlossen werden, • Es konnten bei häufig benützten Exemplaren Mehrfachexemplare aufgestellt werden, • Die Übernahme der Bestände der Konservatoriumsbibliothek war als „historische Chance“ der Zusammenführung der ehemals eine Einheit (Sammlung) bildenden Bestände zu betrachten.

Nach Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Kunstuniversität Graz und dem Land Steiermark wurde das Projekt bei der Ausschreibung von Hochschulraumstrukturmitteln durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft erfolgreich eingereicht; ein Drittel der Gesamtkosten wurde aus Hochschulraumstrukturmitteln finanziert. Der Projektplan und die Kooperationsvereinbarung hatten folgendes vorgesehen: Projektleitung: Robert Schiller, Gesamtkosten: 530.000,-- EUR, Gesamtdauer: zumindest 2 Jahre (Anfang 2014 bis Anfang 2016).

Die Universitätsbibliothek der Kunstuniversität Graz ist nach der Übernahme der Bestände der Konservatoriumsbibliothek nicht nur die größte Musik- und Kunstbibliothek des Landes Steiermark, sondern – abgesehen von der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek – mit einem Bestand von etwa 320.000 Bänden die größte Musikbibliothek Österreichs und jedenfalls die größte Universitätsbibliothek unter den Kunstuniversitätsbibliotheken Österreichs.

Für die Erschließung der Bestände wurde für zwei Jahre eine aus sechs Personen bestehende Arbeitsgruppe eingerichtet, wobei drei vollbeschäftigte Personen seitens des Landes Steiermark und drei vollbeschäftigte Personen seitens der KUG gestellt wurden, jeweils auf eigene Kosten.

Direktor der Universitätsbibliothek

roBErt ScHIllEr

Die Entscheidung, welche Informationsträger aus dem Bestand der Bibliothek des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums in die Universitätsbibliothek übernommen werden, oblag den Leitern der beiden Bibliotheken unter Vorsitz des Bibliotheksdirektors der Universitätsbibliothek. Im Sommer 2014 (Juli – September) wurden die erforderlichen Umbauarbeiten, Raumadaptierungen und der Aufbau von Regalanlagen in der Universitätsbibliothek der Kunstuniversität durchgeführt. Das Projekt wurde nach einer durch die Kunstuniversität Graz zu finanzierenden Verlängerung und ohne weitere Beteiligung der Kooperationspartner im November 2016 abgeschlossen. Aus der Konservatoriumsbibliothek wurden knapp 29.000 Bände als Dauerleihgabe übernommen (3.500 Bücher, 22.000 Notendrucke, 3.500 Exemplare Altbuch- und Altnotendrucke). Das Projekt hat sich jedenfalls gelohnt:

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roBErt ScHIllEr SVEn nIElSEn


AUS DEm KEllEr Wie Bibliotheksdirektor Robert Schiller in seinem einleitenden Text beschrieben hat, ist unsere Bibliothek durch den großen Zuwachs im Rahmen der Übernahme der “J.J.Fux-Bibliothek“, nach der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek nunmehr die größte Musikbibliothek Österreichs. Durch die Zusammenführung der Bibliotheken kam wieder zusammen, was einstmals zusammen war: Es konnten die Bestände unserer Bibliothek ergänzt und bereichert werden. Sowohl hinsichtlich der Sachbücher, die ihren Platz in den Regalen des zweiten Stockes gefunden haben, als auch und vor allem was den Zuwachs an Noten betrifft. Klavierauszüge, Partituren sowie Klavier- und Lied-Literatur wurden im ersten Stock aufgestellt, die große Anzahl sogenannter „liegender Noten“ befindet sich nun in einem eigens geschaffenen Magazin im Untergeschoß der Bibliothek, und hier gibt es neben Bekanntem sehr viel Unbekanntes zu entdecken. Von daher möchte ich im Folgenden gerade auf diesen Bestand etwas näher aufmerksam machen, stellt er für Studierende wie Lehrende doch eine reiche Quelle an Studien- und Spielliteratur dar. Die „nK-noten“ Die meisten unserer Benutzer_innen kennen die sogenannten “N-Noten“ im Erdgeschoß der Bibliothek. Jene umfangreiche Sammlung “praktischer Ausgaben“ zum Studieren und Musizieren – man recherchiert ein Werk im Online-Katalog, notiert die Nummer, und eine Kollegin oder Kollege holen einem die gewünschten Noten. Nicht viel anders sieht jener Bestand im Keller-Magazin aus – mit einem gewichtigen Unterschied: diese Noten sind thematisch und besetzungstechnisch sortiert! Als sich das Team, das mit der Erschließung der “FuxBibliothek“ betraut war, im Januar 2014 an die Arbeit machte, wurde rasch deutlich, was für eine Ergänzung der eigenen Bestände unsere Musikbibliothek dadurch erhalten würde. Der Schwerpunkt praktischer Notenausgaben lag hier im ausgehenden 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Werke inzwischen in Vergessenheit geratener oder lokaler Komponisten_innen, mit einem direkten Bezug zu Graz beziehungsweise der Steiermark, gingen über unsere Schreibtische, wurden mit Datensätzen versehen und so recherchierbar. Natürlich findet man in einem noch so großen Heuhaufen jede Nadel, so sie datentechnisch gut erfaßt ist – doch man sucht ja nur jene Nadeln die man kennt, von deren Existenz man weiß. Hier aber gab es viel Unbekanntes, was durchaus Wert wäre wiederentdeckt und vor allem wieder gespielt zu werden. „Es wäre schade, wenn ein Großteil dieser Musik einfach nur von einer Notengruft in die nächste umgebettet

würde, um dort dann wieder auf Jahrzehnte in Vergessenheit zu geraten!“ So dachte unser Team und trat mit einem Plan an Magister Schiller heran, dem dieser nach einiger Überlegung zustimmte: die nunmehrigen sogenannten “NK-Noten“ nicht einfach nach Nummernfolge zu legen, wie im Erdgeschoß, sondern nach einer Systematik. Lehrende wie Studierende können dort nun gezielt nach Noten für „ihr Instrument“ suchen. Möchte man mit Kommilitonen_innen Kammermusik spielen ist es auch hier möglich, nach bestimmten Besetzungen zu recherchieren. Ein thematisches Verzeichnis ist in Arbeit und wird ab Frühjahr am Entlehnschalter ausliegen. Nach vorheriger Anmeldung bei dem zuständigen Personal kann man in das Notenmagazin und dort auf Entdeckungsreise gehen. Und es gibt viel zu entdecken: Instrumentalschulen und Übungsliteratur, seltene Bearbeitungen und in Vergessenheit geratene Komponisten_innen. Etwas über 18 000 Noten, gegliedert nach Besetzung und Komponist_in, warten darauf, wieder zum Klingen gebracht zu werden. Für etwa zwei Drittel dieses Bestandes sind die Ausleihbedingungen dieselben wie für die meisten anderen Noten der Bibliothek: zwei Monate, mit zweimaliger Verlängerung. Für das übrige Drittel war eine kleine Einschränkung von Nöten: Bislang war es gebräuchliche Praxis, dass alle Noten – Drucke wie Handschriften – aus der Zeit vor 1900 in die Sondersammlung kommen (dem sogenannten Rara-Bestand). Doch wie schon erwähnt, ein Großteil der Noten des J.J.Fux-Konservatoriums stammte gerade aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Sie alle in unsere Sondersammlung zu geben, hätte diese nicht nur übermäßig aufgebläht; die Chance, dass mit diesen Ausgaben auch tatsächlich wieder musiziert wird, wäre auch ungleich geringer gewesen. Und unser Anliegen war es ja gerade, all diese Musik wieder dem Vergessen zu entreißen! Von daher wurde knapp ein Drittel mit dem Status “Präsenzbestand“ versehen. Es handelt sich um Ausgaben aus dem Ende des 19. aber auch um seltene Drucke aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, teilweise auch um Manuskripte. Auf diese Weise sind sie für Lehrende wie Lernende leichter zugänglich, allerdings nur für eine eingeschränkte Zeit ausleihbar (in der Regel 3-5 Tage). Dass in solche Noten – wie eigentlich in allen nicht eigenen Noten... - keine Vortragszeichen und Spielanweisungen eingetragen werden dürfen versteht sich von selbst!! Doch diese kleine Einschränkung sollte kein Hinderungsgrund sein, von dieser speziellen Sammlung Gebrauch zu machen. Wir haben die Noten für euch erschlossen und bereitgestellt, sie zum Klingen bringen - das müsst Ihr nun!

SVEn nIElSEn

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Thema | Diskurs

Kunst Wissenschaft Wo die

der

mit einer Blutgrätsche begegnet

S

tudierende an der Kunstuniversität Graz haben mit einem gewichtigen Problem zu kämpfen, welches sie nicht nur daran hindern kann ihren Abschluss zu machen, sondern im schlimmsten Falle sogar den Verlust der Aufenthaltsgenehmigung und somit das Verbleiben an der Universität unmöglich macht: Wissenschaftliche Abschlussarbeiten. Mit dem Aufstieg zur Universität kam die wissenschaftliche Verantwortung, welche die KUG bis heute ihren Studierenden gegenüber fahrlässig vernachlässigt. Seit 19981 schaffen es Wissenschaftler_innen wie Künstler_innen gleichermaßen nicht eine Balance herzustellen, die es Studierenden ermöglicht als reflektierte und wissenschaftlich versierte Künstler_innen ihre Studien zu absolvieren. Während die ansässigen Wissenschaftler_innen, mittlerweile verzweifelt versuchen wissenschaftliche Arbeitstechniken und die Pflege ebendieser durchgehend in den Curricula zu verankern, versuchen die Künstler_innen diese Verankerung zu unterminieren und als „überflüssig“ abzutun. Wer braucht schon wissenschaftliche Arbeitstechniken, wenn einzig „üben, üben, üben“ gute und erfolgreiche Künstler_innen definiert? Polemisch und allgemein formuliert (wenige positive Beispiele gibt es auch an der KUG), aber der Realität geschuldet. Im aktuellen Entwicklungsplan der KUG ist folgendes festgehalten:

Die Kunstuniversität Graz hat ein Identitätsund gravierendes Strukturproblem.

„Die KUG verbindet […] scheinbar Gegensätzliches, woraus sich ein ‚Zusammenspiel als Grundprinzip‘ ergibt, das das Profil der KUG in allen Bereichen ihres Wirken bestimmt. Dazu zählen: […] • •

Kunst UND Wissenschaft […] Praxis UND Reflexion“2

Davon ist wenig an der Universität zu erkennen. Die Studierenden absolvieren wissenschaftliche Arbeitstechniken in nicht prüfungsimmanenten Vorlesungen (!) und werden über den Rest des Studiums nicht mehr in wissenschaftlichen Techniken gefordert. Erst wenn sie einen Abschluss anstreben, müssen sie eine wissenschaftlich redliche Abschlussarbeit verfassen, womit sie vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt werden.

Vgl. „Geschichte der KUG“ auf der Homepage der Kunstuniversität Graz: https://www.kug.ac.at/ueberdie-universitaet/ueber-die-universitaet/geschichte-der-kug.html; 19.03.2017.

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Entwicklungsplan der KUG 2016 bis 2021, S.7, online Verfügbar: https://www.kug.ac.at/fileadmin/media/planev_44/Dokumente/Downloads/berichte_zahlen_fakten/mb_24_s_1a_Entwicklungsplan_20162021_%C3%84nderung_06-2016_MBl.pdf; 19.03.2017.

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Die Universität hat sie nicht ausreichend auf diese Aufgabe vorbereitet. Das „Zusammenspiel als Grundprinzip“ findet nicht statt. Die Studierenden können ohne Probleme anspruchsvolle Werke vortragen, aber sich darüber reflektierend austauschen oder die eigenen Gedanken dazu verschriftlichen hat man ihnen nicht beigebracht. Es wäre undenkbar, wenn beispielsweise ein Gesangsstudierender seine Gesangsstunden in den ersten zwei Semestern seines 4-jährigen Studiums absolviert und dann nie wieder die erlernte Technik übt. Warum ist dies aber bei wissenschaftlichen Arbeitstechniken akzeptabel? Die Kunstuniversität Graz hat ein Identitäts- und gravierendes Strukturproblem. Sie hat den Auftrag der geistigen/wissenschaftlichen Entwicklung ihrer Studierenden nur marginal angenommen. Sie propagiert viel mehr nach außen hin die „künstlerisch hervorragende Ausbildung“ und lässt die wissenschaftliche Einbindung gänzlich unter den Tisch fallen. Eine Universität, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Künstler_innen mit wissenschaftlichen Fragestellungen und Lösungsansätzen auszubilden und die „reflektierenden Künstler_innen“ als Idealtyp der Absolvent_innen erzielen will, ist eine Universität mit Alleinstellungsmerkmal. Studieninteressierte, die das schlichte Nachahmen für nicht ausreichend erachten und Kunst als reflektiertes Handeln und Gestalten verstehen und erlernen wollen, wären vielfach dazu geneigt sich an einer Universität zu inskribieren, die genau diesem Wunsch Rechnung tragen kann.

Künstler_innen definiert nicht nur einzig und allein das „Üben“.

Der Umstand, dass die Universität an ihrer selbst postulierten wissenschaftlichen Redlichkeit grandios scheitert ist, wie bereits erwähnt, dem Missverständnis geschuldet, dass einzig und allein „üben“ gute Künstler_innen definiert. Wenn allein das schlichte Nachahmen der Eingaben der ZKF-Lehrenden, kombiniert mit stundenlangem Üben zu künstlerischer Höchstleistung beiträgt, dann braucht diese Institution den Zusatz „Universität“ nicht. „Musikschule“ würde dieser Form des Lehrens gerechter werden. Doch reflektierte Künstler_innen entstehen erst, wenn man ihnen das wissenschaftliche Rüstzeug zur Verfügung stellt und in ihnen den kritischen Geist fördert, der das eigene Handeln und Gestalten hinterfragt und Antworten auf Fragen sucht, die sich ihm stellen. Dies vermag die Wissenschaft zu unterstützen. Dies ist das Wesen einer Universität! Es ist durchaus richtig zu argumentieren, dass Studieninteressierte zuallererst aufgrund künstlerischer Entwicklungsperspektiven an eine Kunstuniversität gehen und ihnen die wissenschaftliche Perspektive nicht primär als wichtig erscheint. Für Studienanfänger_innen mag dies stimmen, doch wenn die ZKFLehrenden ihren Schützlingen beibringen, dass zu guten Künstler_innen nicht nur das Nachahmen gehört, sondern auch das kritische Hinterfragen und Reflektieren, dann werden sie vielleicht mit Interesse den wissenschaftlichen Fächern folgen und sie auch als dazugehörend annehmen und nicht als lästiges Hindernis empfinden, wie es ihnen von den ZKF-Lehrenden vorgelebt wird. Und nur wenn alle an dieser Universität das „Zusammenspiel als Grundprinzip“ annehmen, die geistige/wissenschaftliche Entwicklung ebenso forcieren wie die künstlerische, dann kann die Kunstuniversität Graz von sich selbst behaupten, dass sie „gemäß dem Gedanken der Universitas“3 lehrt.

Martin Schönbauer Doktoratsstudium an der KFU Graz Entwicklungsplan der KUG 2016 bis 2021, S.7, online Verfügbar: https://www.kug.ac.at/fileadmin/media/planev_44/Dokumente/Downloads/berichte_zahlen_fakten/mb_24_s_1a_Entwicklungsplan_20162021_%C3%84nderung_06-2016_MBl.pdf; 19.03.2017.

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Thema | Intimität

Zusammenspiel als Grundprinzip In der gesamten österreichischen und europäischen Hochschullandschaft existiert kein Studium, welches ein so kompliziertes, sensibles, brüchiges und einzigartiges Studierenden-Lehrenden Verhältnis vorraussetzt, wie das Instrumentalstudium. Daher ist es besonderes schützenswert und systemisch zu gewährleiseten.

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n der Physik wird mit der Relation (lat. relatio) zunächst einmal eine Beziehung zwischen Gegenständen beschrieben. Unter dem gesellschaftlichen Aspekt gibt es viele unterschiedliche Formen der Beziehungen: Eltern-Kind Beziehung, Liebesbeziehung, Partnerschaft und die Freundschaft.

Kein Studium setzt eine so starke intensive Beziehung voraus wie das künstlerische.

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Übersetzt wird das lateinisch Wort relatio mit “das Zurücktragen” und bezieht sich somit auf etwas, das schon hingetragen worden ist; was wurde von wem, aus welchem Anlass zu einer Person hingetragen, und warum fühlt sich diese andere Person dazu veranlasst, etwas auf ihre eigene Art und Weise wieder zurücktragen zu wollen? Kein Studium setzt eine so starke intensive Beziehung voraus wie das künstlerische. Das sich-auf-den-Lehrenden-Einlassen kommt einer seelischen Bloßstellung gleich und ist durch tiefe emotionale seelische Schwingungen und ein immenses Vertrauen geprägt. Eine bereits existierende Definition einer solchen Beziehung ist die der Freundschaft. Der Freundschaft geht die Kameradschaft voraus und ist ein Prozess, der laut dem Psychologen Herb Goldberg in drei Phasen verläuft: Nutzfreundschaft, Zweckfreundschaft und Freundschaft. Die Nutzfreundschaft beschreibt den Zusammenschluss von zwei Personen nur solange die Beteiligten, aus welchen Motiven auch immer, voneinander profitieren; die Zweckfreundschaft beschreibt denselben Umstand, lediglich mit dem Unterschied, dass man sich auch in der Freizeit aus einem bestimmten Motiv heraus trifft. Die Freundschaft hingegen hebt sich von den vorherigen Formen deutlich ab, indem sie nur aus


sich selbst heraus, also lediglich um des Freundes Willen existiert. Sie hat kein Motiv außer einer positiven Empfindung bzw. Zuneigung zwischen Menschen, die sich durch Sympathie und Vertrauen zueinander zeigt. Aristoteles bezeichnet dies als Tugend- bzw. Charakterfreundschaft, welche durch wiederholtes Handeln zur Gewohnheit werden muss, indem man im alltäglichen Umgang den Freund/die Freundinn am eigenem Leben teilhaben lässt und diese durch räumliche, gleich gemeinsame Zeit, lebt. Dies ist die Voraussetzung einer vollkommenen Freundschaft. Von allen drei Definitionen trifft die Nutzfreundschaft am ehesten das, was die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden widerspiegelt. Es wäre allerdings verwegen, die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden als eine Form der Freundschaft zu definieren und sie damit folglich erstrebenswert zu machen. Sprechen wir doch im Ausbildungsbetrieb auch von einer Art Dienstleistung, die von Professionalität und Objektivität geprägt sein sollte. Allerdings zeigt sich hier auch die Komplexität und Schwierigkeit eine Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden zu beschreiben oder gar zu definieren, weil sie individuell persönlichkeitsabhängig ist. Ist sie auf der einen Seite intim, gezeichnet durch Vertrauen und Sensibilität, muss sie auf der anderen Seite distanziert genug sein, um professionell und zielgerichtet Lehren zu können. Ein paradoxer Widerspruch, der sich bereits bei der Frage des Duzens oder Siezens stellt. Natürlich, jede_r handhabt dies auf seine eigene Art und Weise, sollte aber nicht die Kraft der Anrede verkennen, welche gewiss auch geeignet sein kann, eine gewisse Distanz auf der verbalen Ebene herzustellen. Ein junger Mensch, der sich entschließt, ein künstlerisches Studium zu beginnen, ist als Studierende_r am Anfang seines Studiums gezwungen, sich auf seine_n Lehrende_n einzulassen und ihm einen enormen Vertrauensvorschuss zu gewähren. Er hofft von ihr/ihm auf den richtigen Weg gebracht zu werden, um seinen Traum auf dem steinigen Berufsweg verwirklichen zu können. Daher erscheint es mir folgerichtig, die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden als eine “zielgerichtete-begleitende-Nutzbeziehung” zu bezeichnen, da nach obiger Erläuterung die Freundschaft den Charakter der Freiwilligkeit besitzt, welche bei einer Lehrenden-Studierenden-Beziehung nicht zutreffen kann.

Die Studierenden hoffen von den Lehrenden auf den richtigen Weg gebracht zu werden, um ihren Traum des ausübenden Künstlers_in auf dem steinigen Berufsweg verwirklichen zu können.

Studierende an einer Kunstuniversität gehen davon aus, dass sie im Fokus ihres Ausbildungsinstituts stehen. Als junge aufstrebende Musiker_innen hält man den Beruf als Lehrende_r oder gar Professor_in für den absoluten Zenit der Karriere. Man geht davon aus, dass sie sich in künstlerischen Fächern nach jahrelanger Karriere bewusst entschieden haben, ihr Wissen an junge Leute, in denen das gleiche Feuer brennt wie einst in ihnen selbst, weiterzugeben; dass sie selbst nur allzu gut wissen, wie erfüllend aber ebenso auch steinig und leidensvoll der künstlerische Beruf sein kann. Wenn sich sowohl Lehrende als auch Studierende dieser Voraussetzungen für eine erfolgreiche Relation bewusst sind, kann ein perfekt ineinandergreifendes Zusammenspiel gelingen, welches die Basis der künstlerischen Ausbildung bilden und in Ensembles, Instrumentalgruppen und im Orchester weiterentwickelt werden kann. Eine weitere Form des Zusammenspiels an Universitäten findet sich in der Begegnung von Funktionsträger_innen beider Gruppen, Lehrende wie Studieren-

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de, und zwar völlig losgelöst und unabhängig von einer Lehrenden-Studierenden Relation. Studierende erhalten durch die Institution der Österreichischen HochschülerInnenschaft die Möglichkeit, sich neben der Verantwortung für ihr eigenes Studium auch noch zum Wohl der Studierendengemeinschaft und somit auch der Universität im Ganzen zu engagieren. Hier wird die Relation zwischen Lehrenden und Studierenden unter Umständen auf eine harte Probe gestellt, und es darf auch nicht verschwiegen werden, dass für engagierte Studierende die Gefahr besteht, sich in Konfrontationen mit Lehrenden zu verwickeln, die im ungünstigsten Falle Auswirkungen auf die eigene Note nach sich ziehen können. Daher ist eine klare Trennung zwischen Funktion und Ausbildung für beide Seiten unabdingbar. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass besonders im künstlerischen Studium, das im Kern den Einzelunterricht praktiziert, die Studierenden neben Sachkompetenz und pädagogischem Geschick der Lehrenden von deren Sensibilität und begleitender Führung abhängig sind. Die Studierenden brauchen ein vertrauensvolles und respektvolles Miteinander. Öffnen sie sich doch zwangsläufig im noch nicht perfekten Spiel seines Instrumentes seelisch und charakterlich. Nur gemeinsam mit den Lehrenden kann der Studienerfolg erziehlt werden, der für die berufliche Zukunft mitentscheidet. In guter Atmosphäre gegenseitigen Respekts kann später in Gruppen das geforderte und gewünschte Zusammenspiel praktiziert werden. Auf diese Weise kann auch auf universitärer Ebene für beide Gruppen eine homogene spielerische Zusammenarbeit mit einer komplikationslosen Leichtigkeit erreicht werden, um gemeinsam die Zukunft jeder einzelnen Person im Zusammenklang des großen Ganzen zu gestalten.

Sebastian Höft Konzertfach Trompete, IGP-Klassik

Dieser Beitrag wurde in der Jubliäumsbroschüre zu 50 Jahre KUG im Jahre 2013 veröffentlicht.

Die Studierenden brauchen ein vertrauensvolles und respektvolles Miteinander.

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Konzertreise des

Studiochors nach Ägypten Erfahrungsbericht einer Reise auf einen anderen Kontitent.

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om 19. bis 26. Februar 2017 ging der Studiochor der KUG auf Einladung des Vereins Sekem Österreich auf Konzertreise in Ägypten. Die 23 Studierenden aus 13 Nationen waren gemeinsam mit Prof. Johannes Prinz, seiner Assistentin Rahela Duric und Dr. Hermann Becke, Obmann von Sekem Österreich, eingeladen. Unterstützt wurde die Reise dankenswerterweise von der Kunstuniversität Graz, von der Sekem Initiative und vom Verein Sekem Österreich. Sekem ist eine Oase nahe Kairo, in der Dr. Ibrahim Abuleish vor 40 Jahren begonnen hat, mit bioligisch-dynamischer Landwirtschaft die Wüste zu bepflanzen und fruchtbar zu machen. Heute befinden sich dort Firmen und Fabriken für Textilien, Kräuter und Gewürze, Lebensmittel, natürliche Medizin- und Gesundheitsprodukte, eine Babykrippe, ein Kindergarten, eine Schule für Kinder der Mitarbeiter und aus der Umgebung und ein Medical Center. Es wird besonders auf einen wertvollen Umgang mit dem Mitmenschen geachtet. Außerdem wurde 2012 eine Universität in Kairo gegründet, in der die Studierenden, ebenso wie in der Schule in Sekem, neben ihren eigentlichen Studienrichtungen (Engineering, Business & Economics, Pharmacy) auch Musik-, Eurythmie-, Schauspiel- und Kunstunterricht erhalten. Der Studiochor durfte die Konzertwoche gleich am ersten Tag mit einem Konzert in der Heliopolis Universität eröffnen. Darauf folgten an den kommenden Tagen Kurz-Konzerte beim morgendlichen Kreis, in jeder Fabrik, sowie im Medical Center. Außerdem mit im Programm war das Besichtigen der Pyramiden, des ägyptischen Museums und der koptischen Altstadt in Kairo. Den Abschluss der Reise bildete ein umjubeltes Konzert in einem wunderschönen Palastsaal auf einer Nil Insel im Herzen Kairos, organisiert vom Österreichischen Kulturforum und SEKEM.

Nikola Gschwendner Lehramt (der Studiochor wird ein Teil des dargebotenen Programms bei der diesjährigen Redoute singen)

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Thema | Vorschau

Triff deine Rektorin 26. April 2017 | 10:00 - 13:00 Uhr BĂźro der Rektorin | Palais Meran

r e u e N min Ter

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Wählen gleichWollen ÖH-Wahl 2017 | 16. - 18. Mai 2017 #duwählst #gehwählen

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mutig gemeinsam chancen ergreifen! KUG ist was wir daraus machen!

#wirallesindkug

oeh @ k ug . ac . at

oe h . k ug. ac .at

GUK März 2017  
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