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Draußen vor der Tür: Rassismus im Salsaclub?

Die folgenden Artikel - und viele mehr - gibt es aktuell online zu lesen:

Kunst im Untergrund: Mehr als ein Raum tinyurl.com/kunstu2

Zwischen Klause und Kultur tinyurl.com/kukultr

von SABRYNA TRZYSZE und MIA LEIFSDOTTER

Fotofestival ‘13 in Kreuzberg

Besuch im Zoo Berlin

Montag am Boxhagener Platz

Links und rechts der Florastraße

tinyurl.com/fotok13

tinyurl.com/p9avbwq

tinyurl.com/zooberl

tinyurl.com/wanda62

Gerade wollten wir uns endlich raus aus der Kälte hinein in den Club begeben, wo bereits schnelle, heiße Salsarhythmen den Tänzern einheizten, als vom Eingang her laute Stimmen und Beschimpfungen in arabischer Sprache an unsere vier Ohren drangen. Zu diesem Zeitpunkt hatten Mia und ich uns bereits eine dreiviertel Stunde frierend, unauffällig eine Zigarette nach der anderen rauchend und an einem Bierchen nippend vorm Eingang des Havannas die Beine in den Bauch gestanden, um heute zu erfahren, wie hier, in dem größten Salsa-/Black Music-/Reggae-

Wir haben heute 80 Euro für Taxis ausgegeben und nun kommen wir nirgendwo rein!

OBERLINER IST ... ... ein Lokalmagazin für Berlin, das die Leute dieser Stadt gemeinsam gestalten und das dabei vor allem das soziale Leben der Stadt beleuchtet. Wie der Name verrät - “O” steht für Online - lebt dieses Magazin hauptsächlich im Internet, auf www.oberliner. de. Aber um Leute wie dich zu erreichen, geben wir nun auch die Druckversion heraus, die du gerade in der Hand hältst. Jeden Monat drucken wir eine Auflage und verteilen sie in den verschiedensten Ecken der Stadt. Du wunderst dich vielleicht über die kleine Größe von OBERLINER - Damit wollen wir ausprobieren und zeigen, wie solch ein Projekt auch mit einem minimalem Aufwand materieller Ressourcen verbreitet werden kann. Gefällt dir diese Idee? Nichts freut uns mehr als dass du Teil davon wirst! Du kannst dich unserem Team anschließen oder einfach einen Artikel über irgend ein soziales Thema des Lebens in Berlin schreiben, Fotos posten oder der Stadt deine Meinung geigen. Unter www.oberliner.de/machmit erfährst du, wie. Schicke uns deinen Artikel oder deine Fotoserie an: desk@oberliner.de

Teile Lieblingsfotos aus deinem Leben in Berlin auf: 360.oberliner.de

Rufe es raus in die Stadt durch ein Post auf unsere Pinnwand: puls.oberliner.de

Unten findest du Werbeanzeigen der Unterstützer, die uns helfen, die Kosten für die Produktion und den Druck von OBERLINER zu finanzieren. Willst auch du deine Anzeige hier und auf unserer Webseite sehen bzw. möchtest unser Projekt unterstützen? Unter www.oberliner.de/anzeigen oder über 0176 32989897 erfährst du mehr.

ton-Schuppen der Stadt, die Türpolitik funktioniert. Mit unserer Erkundung des „Mysteriums Berghain“ hatte unsere Serie zur “Kehrseite des Berliner Nachtlebens“ noch mit einem Augenzwinkern begonnen. Erzählungen von Freunden hatten uns jedoch darauf eingestimmt, dass die Frage nach der Türpolitik Berliner Clubs in Bezug auf das Havanna etwas komplizierter und weniger witzig ist. Diese Geschichten waren Grund genug für Mia und

Foto: Mia Leifsdotter

Foto: Mia Leifsdotter

“Wir haben heute 80 Euro für Taxis ausgegeben und nun kommen wir nirgendwo rein!”Fahad äußert die Vermutung, dass dies an seiner arabischen Herkunft liegt und die Türsteher vorm Havanna auch direkt meinten, dass sie ihn und seine Freunde nicht reinlassen, weil sie Araber sind. Er hat den Eindruck, dass sie nur Deutsche und Afrikaner in dem Club haben wollen. Bereits seit zehn Jahren lebt er in Berlin, hat einen guten Job und hat noch immer ständig diese Probleme, erzählt er uns. Es ist für uns nicht zu erkennen, wie diese Gruppe irgendetwas mit Drogen oder Prostitution am Hut haben soll, um deren Verhinderung es bei der Einlasskontrolle laut Türsteherguru Michael Kuhr ja eigentlich gehen soll.Nun wollen wir doch ins Warme, in den Club, und hören, was die Feiernden und Tanzenden zu erzählen haben - und kommen als weiße, junge Frauen auch problemlos an den Türstehern vorbei. Nichts gesehen und gehört Drinnen sprechen wir zunächst mit der Frau, die sich um die Reinigung der Toiletten kümmert. Von den Kriterien der Türpolitik weiß sie nichts zu erzählen und wundert sich, als wir ihr berichten, was sich gerade vorm Club abspielte. Auch Cora, die vorm WC auf eine Freundin wartet, weiß von nichts: “Mein Exfreund hatte nie Probleme, hier in den Club zu kommen, obwohl er „schwarz“ ist. Ich würde es

Straßenprostitution in meiner Nachbarschaft

Fahad und Freunde

von SABRYNA TRZYSZE

So gut wie immer, wenn ich bei meinen alltäglichen Besorgungen auf der Potsdamer Straße, Ecke Kurfürstenstraße, unterwegs bin oder der Bülowstraße Richtung Nollendorfplatz entlang laufe, um einen Freund oder meinen Arbeitsplatz zu besuchen, begegne ich ihnen. Blicke gehen meist scheu - von meiner Seite aus - oder - von ihrer Seite aus - vermutlich desinteressiert als mir als Frau aneinander vorbei. Oder treffen sich nur kurz, unsicher, misstrauisch.

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Tel: 030 545 988 20 Fax: 030 545 988 22 Email: info@copyshopwarschauerstr.de Web:www.copyshopwarschauerstr.de mich, uns das an diesem Samstagabend vor Ort näher anzugucken. Wir wollten erfahren, aus welchen Gründen Tanzwillige nicht ins Havanna dürfen; was diejenigen zu dem Problem Rassismus sagen, die es an diesem Abend in den Club geschafft haben; und welche Sicht die Türsteher und der Clubbesitzer auf die Angelegenheit haben.

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Kein Reinkommen für Adelie, Fahad und Freunde Eine der Stimmen, die wir am Eingang hörten, gehörte Fahad, der für seine Gruppe von vier Jungs und drei Mädels um Einlass diskutierte. Der Türsteher lässt sich auch nicht erweichen, als Fahad nun versucht, mit Mia und mir in seinen Armen in den Club zu kommen. Er berichtet uns dann später, dass er heute nach drei Monate harter Arbeit endlich mal wieder mit seinen Freunden ausgehen wollte und sie bereits beim Matrix und Watergate abgelehnt wurden.

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schlimm finden, wenn Leute am Eingang nach der Herkunft aussortiert würden.”Paul, der gemütlich auf einer Couch sitzend dieses Thema an diesem Abend scheinbar eher lästig findet, hat ebenso von keinen Probleme zu berichten; er hat gute Beziehungen zum Club, die ihm helfen, sagt er. Diese Aussagen bedeuten jedoch noch lange nicht, dass es diese Probleme nicht gibt, wie wir ein paar Bierproster später erfahren.

Manchmal ertappe ich mich auch dabei, wie ich manchmal vor der Kneipe “Steinmetz-Eck” oder vor der Currybude “124” neben dem Porno-Kino LSD den Prostitierten mit ihren Freiern hintergucke und ihnen anzusehen versuche, was sie zu solchen Aktionen treibt. Oder wie ich mich frage, wer in diesen Straßen wohl die Chefs oder gar Zuhälter des Sexgewerbes sind. Aber was geht mich das überhaupt an? Auf der Bürgerausstellung “Nachbarschaft und Prostitution im Quartier”, die vergangenen Sonntag zur Eröffnung des Gleisdreieckparks West dort ausgestellt wurde, erfuhr ich, warum ein solcher Austausch

tatsächlich für die Bewohner_innen und Besucher_innen aus diesem Viertel hilfreich sein kann. Und ich höre endlich etwas von den vielfältigen Stimmen der verschiedenen Beteiligten zu diesem Thema. Unter dem Motto “Strich, Sex-Box, Puff - oder wie hätten sie es denn gerne? “wurden für diese Bürgerausstellung* von April bis Juni des letzten Jahres Anwohner_innen, Gewerbetreibende und Interessierte dazu eingeladen, mit ihrem Wissen, ihrer Kritik sowie ihren Visionen und Vorschlägen diese Ausstellung mitzugestalten, durch die mit der Öffentlichkeit und auch mit den Verantwortlichen, heißt es hier, in Diskussion gegangen werden sollte. Dazu ist die Ausstellung, für die insgesamt dreißig Porträts entstanden sind, als Wanderausstellung konzipiert worden, die sich nun entlang verschiedener Gehwege und Plätze der Gegend zeigt - und heute eben hier im Gleisdreieckpark. Ich freue darüber, hier ein paar Einblicke in die Situation und ihre verschiedenen Seiten zu bekommen ... Einblicke in ein paar Porträts gibts auf: tinyurl.com/strprost

Flirtverhalten und Hautfarbe Bevor sie sich aufs Parkett ziehen lässt, unterhält sich noch eine Besucherin des Clubs am Rande der Tanzfläche mit uns während sie tanzlustig zu den Salsarhythmen wippt. Weiter geht’s auf: tinyurl.com/havsal OBERLINER.DE

Foto: Gerhard Haug

Kurfürstenstraße


Mikrobrauerei Renaissance

Social

Friedrichshain’s Flessa Bräu

Outsourcing

von MAGNUS THOMAS und CARA WOODRUFF | fotos DIANA GURDULÙ PACELLI

Kein Wunder, dass die Bierkultur so tief verwurzelt ist in Berlin. So selbstverständlich wie das tägliche Brot, fügt es sich nahtlos in alle Bereiche unseres Lebens ein. Menschen laufen, fahren Fahrrad, schieben Kinderwagen, fahren Straßenbahn und U-Bahn mit offenen Bierflaschen. Also warum jetzt ein Wiederaufleben Berliner Mikrobrauereien ? Warum steigen Menschen bereitwillig in eine hart umkämpfte, hart reglementierte deutsche Branche ein? Eine Branche, dominiert von zwei großen Unternehmen. Deutsche Unternehmen nehmen keine Rücksicht. Die Kleinen kümmern sie nicht. Halbe-Liter Flaschen unter Hunderten von Marken bei den Spätkäufen kosten hier einen nicht mehr als einen Euro oder weniger. Berliner Kieze sind so individuell wie Städte - wir leben, trinken, essen und shoppen in einem 4-BlockRadius, weil wir es können. Mikrobrauereien füllen langsam die Lücken, die durch die Zusammenschließung von einzelnen Brauereien zu Großbrauereien sowie das Verschwinden Berliner Brauereien

klebt. Dies ist kennzeichnend für Flessa’s Business-praktisch und individuell, eins der vielen sorgfältig bedachten Details, die Flessa zu einer Mikrobrauerei mit Authentizität machen. Eine Glühbirne, mit einer bodenlosen Flasche überstülpt, hängt über einem mit Papieren übersäten Schreibtisch--dahinter ein Regal mit 3 verschiedenen Biergläsern für die Biere, die Flessa braut: Weizen, Export und Pilsner. Im Wesentlichen, sagt Christoph, ist es so, dass beim Brauprozess der Salzgehalt im Wasser die Sorte des Bieres festlegt.

Berlins urbane Kultur

Talente an jeder Ecke

Der einzige Mann, der mich seit Jahren in allen dankbaren und undankbaren Phasen des Nachtrauschs erlebt, den sehe ich immer nur in seiner Arbeitskleidung hinter der Bar. Er ist für mich der Barmann und ich bin für ihn... wer weiß das schon.Als ich neulich mit Freunden einen Blechbläser kennenlernte, freute sich einer der Anwesenden darüber, dass er nun endlich eine Bekanntschaft für das Musikalische hat – die nennt er dann Themenfreunde. Vielleicht war das gar nicht so ernst gemeint, aber es fiel immer mehr auf. Ein anderer Bekannter hat sogar spezielle Freundinnen für die Sauna und das Museum. Und zugegeben – es ist äußerst praktisch und bequem. .. Weiter geht’s auf: tinyurl.com/sociout

von ANTOINE HEIL

Berlin ist eine unglaubliche Stadt, was urbane Kultur angeht - vielleicht sogar die berühmteste in dieser Hinsicht. Grafiker, Designer, Skateboarder, Künstler.. so viele Talente an jeder Ecke. Vielleicht ist das der Grund, warum ich diese Stadt so sehr liebe - weil sich alles

von STEFANIE TALASKA

Als wir Kinder waren, sahen wir von morgens bis abends die gleichen Gesichter – vor allem in einer Kleinstadt. Wir sangen zusammen „Wind of Change“ im Musikunterricht, versuchten uns am „Faust“ und nach der Schule am Hochprozentigen. Gute Freunde wurden zu festen Freunden, zu Liebschaften. Alles erlebten wir zusammen. Alles mit den gleichen Nasen. Das Internet war noch nicht so weit, die Menge der Jugendclubs überschaubar und so konnte man es sich fast nicht aussuchen. Entweder jemand war ganz im eigenen Leben oder gar nicht. Wir hatten nur diesen einen gemeinsamen Kosmos. Und dann kam Berlin. 1000 neue Gesichter und Möglichkeiten. Der Mann, der mir sagt, dass ich immer zu ihm kommen könne, egal was ist, ist mein Döner-Verkäufer. Aber ich werde immer nur für den Döner zu ihm kommen. Als ich ihn nach jahrelanger Bekanntschaft einmal auf der Straße traf, lächelte er mich an und ich erkannte ihn nicht einmal. Ich konnte ihn nur in seiner Welt erkennen – die Welt, die ich von ihm kannte – aber ich erkannte ihn nicht in meiner.

die ganze Zeit verändert, man sich einfach nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen kann. Deshalb teile ich hier ein paar meiner Bilder von besonderen Plätzen dieser besonderen Stadt, die ich gemacht habe, mit euch.

Anfänger-Guide zum Körperpiercing

Weitere Bilder auf: tinyurl.com/strkunst

Von Mode bis Fetisch von NEAL JAMES

Deutsch lernen mit 30

2007 lebte Christoph Flessa mit seiner Frau und seinen kleinen Kindern in Mexiko und vermisste das deutsche Bier. Die Lösung: Eröffnung einer Mikrobrauerei in Mexiko. Aber als sie anfingen zu planen, brach der Drogenkrieg aus und tägliche Nachrichten über Enthauptungen und Schießereien waren zu beängstigend: “Es ist nicht ein Krieg gegen die Drogen.

von MONICA DOK

Mein Name ist Monica, ich bin Italienerin und von Beruf „Visuelle Anthropologin“. Ich habe als Ethnografin in Sardinien Systeme von Bedeutungen im Leben spezifischer sardinischer Dorfbewohner gefilmt. Als ich zum ersten Mal nach Berlin kam, begann ich so schnell wie möglich an einer Sprachschule Deutsch zu lernen. Nach vier Monaten Schule nahm ich an einem Kurs zu Dokumentationen teil, selbstverständlich in deutscher Sprache. Vier Monate Sprachunterricht reichten bei weitem nicht aus, um alles zu verstehen. Es war schwierig, dem Unterricht zu folgen, verwirrend und doch zugleich anregend. Zu diesem Zeitpunkt war mein Leben kein einfaches. Ich kämpfte mit vielen Schwierigkeiten und lernte noch dazu jeden Tag drei Stunden Deutsch in der Sprachschule. Sogleich hatte ich den Einfall, meinen deutschen Kommilitonen im Dokumentationskurs zu zeigen, was für ein lustiger und verrückter Prozess es ist, eine Sprache im Alter von 30 Jahren zu erlernen, noch dazu ohne jegliche Vorkenntnisse. Wenn jemand die Sprache des Landes nicht beherrscht, verdoppelt er seine Anstrengungen, um zu kommunizieren. Dadurch entsteht manchmal eine Art nicht vorhandene, eine unwirkliche Sprache. Den Film und weitere Erläuterungen gibt’s auf: tinyurl.com/dlearn30 Seite 2

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entstanden sind und antworten auf die Atmosphäre jedes einzelnen Kiezes. In Friedrichshain, einem Bezirk mit einer langen Brauereigeschichte (Böhmisches Brauhaus oder Bayrischbier-Brauerei Patzenhofer), sind ungleiche Mikrobrauereien nur ein oder zwei Kilometer voneinander entfernt entstanden. Wir kommen an einem Altbau an der Petersburger Straße an. Das einzige Anzeichen einer Brauerei ist ein kleines handbemaltes Schild, auf dem ein Baum zu sehen ist. Darüber der Name: Flessa Bräu, Berlin. Der Buzzer eröffnet uns Eintritt in den Hinterhof. Laute Musik leitet uns zur Brauerei. Es ist ein bequemer, sonniger Juninachmittag und ein bescheidener Mann in Jeans und T-Shirt--wir lernen es ist Christoph Flessa-steht draußen am Eingang und redet mit einem Besucher. Er grüßt und führt uns dann in sein Büro, wo ein junger Mann an einem Biergartentisch sitzt und sorgfältig Etiketten per Hand auf die Flaschen Seite 3

Es ist ein Krieg der CIA und anderen Organen ... die Drogen sind Teil davon, aber es gibt viele andere Gründe für diesen Krieg.” Nach einer Pause, fügt er hinzu: “Es ist allgegenwärtig. Ich habe Familie, drei Kinder und sie sind klein und ich will nicht , dass sie diese ganze Scheiße sehen müssen, wie Militärwagen und die Gewalt.” So zog die Familie Flessa zurück nach Berlin. “Also versuchen wir es hier,” sagt Christoph, als wir Biere im Hof öffnen. Wir sitzen auf Biergartenbänken, die wir nach draußen durch den blitzblanken weiß-verkachelten Braubereich getragen haben. Ein Mann rollt Bierkästen durch den Hof.

Der gepiercte Punk ist ein klassisches Berlin-Cliché. Seit den 80er Jahren hat die Musikkultur zu einem Boom von immer unterschiedlicheren Gesichts- und Körperpiercings im Mainstream der westlichen Kultur geführt. Lippenringe, verzierte Augenbrauen und Nasen gepierct mit Sicherheitsnadeln haben einst Schock und Empörung hervorgerufen, wobei der Träger als gefährlicher Außenseiter der Gesellschaft gebrandmarkt wurde. Selbst nur als Mann das Ohr gepierct zu haben, weckte Aufmerksamkeit in meiner Heimatstadt. Heutzutage sind Körperpiercings (meist an anderen Stellen als an den Ohren) an verschiedensten Stellen und in allen gesellschaftlichen Schichten sehr gewöhnlich. Die Piercingkultur (oder vielleicht die Gesellschaft im Allgemeinen) ist erwachsen geworden und der Schockfaktor hat sich fast gelegt. Sie ist soweit, dass man selbst mit einem Gesichtspiercing einen Job bekommen kann. In typischer Berlin-Mode galt dies einst als “Underground” und ist jetzt größtenteils akzeptiert und allgegenwärtig, trotz derer, die immer noch die Grenzen überschreiten. Obwohl dein Vater eines haben könnte, bleiben Gesichtsund Körper-Piercings verbunden mit Street-Level-Style und einer rebellischen oder erotischen Ästhetik..... ganzer Artikel, Interview und weitere Bilder auf: tinyurl.com/pneal

Christoph Flessa ist der erste, der zugibt, dass er kein bescheinigter oder gelernter Braumeister ist. Ebenfalls glaubt er nicht, dass das Reinheitsgebot die Bierkultur schützt. ganzer Artikel auf: tinyurl.com/flessab OBERLINER.DE

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OBERLINER Teaser July 2013  

Juli Teaser für OBERLINER

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