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ÜBERLEBENSHILFE FÜR DA S 1. SEMESTER

VSUZH — NZZ CAMPUS


ÜBERLEBENSHILFE FÜR DA S 1. SEMESTER

VSUZH — NZZ CAMPUS


REIN INS VERGNÜGEN! Deine Zeit an der Uni wird spannend, streng, aber auch schön – und geht viel zu schnell vorbei. Es gibt unglaublich viel zu entdecken. Warte nicht zu lange, dich ins Abenteuer zu stürzen. «Lies das!» Egal auf welche Interessen oder Probleme du an der Uni stösst, teile sie mit anderen. Unter 27 000 Studierenden bist du wohl kaum allein damit. An der Uni gibt es nicht nur Vorlesungen. Es gibt Fachvereine, studentische Organisationen, spannende Anlässe und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Wo ist die beste Mensa, wo der schönste Lernplatz, und was machst du, wenn du deinen Lieblings-ECTSPunkt verloren hast? Hier bist du genau richtig, denn dieses Büchlein ist die Landkarte für dein Studium. Erkunde deinen eigenen Weg im Uni-Dschungel, und wir helfen dir, die schönsten Lichtungen nicht zu verpassen. Ab sofort gehörst auch du zu der grössten Studierendenschaft der Schweiz. Das Logo des VSUZH ist ein Löwe. Wir, der Verband der Studierenden der Universität Zürich, begleiten dich als König des Uni-Dschungels auf deinem gesamten Studienweg. Dieses Büchlein ist ein erster Schritt. Auf ein wildes studentisches Leben! Dein VSUZH (der hilfsbereite Löwe im Dschungel) Editorial –2–


NZZ CAMPUS FÜR DICH Zusammen mit dem VSUZH haben wir dieses handliche Büchlein produziert, um dir den Einstieg in die Uni Zürich zu erleichtern. Die ganze Welt des Studiums erschliessen wir dir bei uns auf NZZ Campus. Jeweils zu Beginn und gegen Ende des Semesters wirst du direkt an deiner Uni unser Magazin erhalten. In Reportagen aus aller Welt erzählen wir, wie das Leben anderswo spielt. Mit nützlichen Tipps helfen wir dir durch den Alltag und zeigen dir, wie andere Studis ihn bewältigen. NZZ Campus ist aber nicht nur Papier. Auf unserer Website bloggen Studierende aus der ganzen Schweiz, greifen Probleme auf, stellen Fragen und vertreten Standpunkte. Willst du wissen, wie es sich in der grössten WG in Zürich wohnt? Wir haben reingeschaut. Brauchst du einen Leitfaden für eine Bewerbung? Wir haben ihn für dich erstellt. Möchtest du eine spannende Reportage hören, während du im ASVZ trainierst? Auf unserem iTunes-Kanal kannst du sie downloaden. NZZ Campus begleitet dich während des ganzen Studiums, auch wenn du das Fach oder die Uni wechselst oder dein Auslandsemester planst. Besuche uns auf www.facebook.com/NZZcampus oder direkt auf www.campus.nzz.ch. Guten Start! Ronald Schenkel, Leiter NZZ Campus Editorial –3–


FRITZ UND PETER


VSUZH SO IST DER VSU Z H ORG ANISIER T   DIE KOMMISSIONEN DES VSU ZH  GE ME I NSAME KOMMISSIONEN MIT DEM VSETH  Fachvereine   FACHVEREIN-EVENTS  Ein Löwe mit Beisserchen  

10 12 13 15 18 20

Studentische Organisationen ENG AG IERT VON A BIS Z  26

Notrufzentrale von und für Studis   31 Der grösste Studiverein der Welt   35 Uni-Stellen ORG ANIG RAMM U Z H  U NI-STEL L EN  Allein unter vielen   Wo der Rubel rollt  

40 41 45 48

Räume PLÄ N E ( UNITU RM, Z ENTRU M, OERL IKON, IRCHEL )  WO IST WA S?  L ERNP L ÄTZ E  STU DENTISCHE RÄU ME  Der Campus von morgen  

54 58 60 62 63

Mobilität DIE VIER DIMENSIONEN DER MOBIL ITÄT  68 Mit Erasmus unter wegs   69 Getrennt und zusammen   72

Survival ESSEN G L EICH U M DIE ECKE  MENSEN-FOOD  JOBS  WOHNU NG EN  DIE Z SU Z , DEIN FREU ND U ND HEL FER  DRING END HING EHEN !  Immer alle zusammen   Hallo Herr Professor  

78 79 80 82 82 85 87 92


S T U D I E R E N D E A N D E R U N I V E R S I TÄT

30 000

25 000

20 000

15 000

10 000

5000

1833 1834

1843 1844

1853 1854

1863 1864

1873 1874

1883 1884

1893 1894

1903 1904

1913 1914


ZÜRICH ZWISCHEN 1833 UND 2012

0

1923 1924

1933 1934

1943 1944

1953 1954

1963 1964

1973 1974

1983 1984

1993 1994

2003 2004

0

HS 2012


J U L I A N , 9 . S E M E S T E R VO L K S W I R T S C H A F T


WA S I S T D E R V S U Z H ?

Der Verband der Studierenden der Universität Zürich – oder zungenbrecherisch VSUZH – ist deine Stimme an der Universität. Sei es gegenüber dem Rektor oder den Medien, den Professorinnen oder dem Mensachef. Ob es um bessere Stipendien oder faire Studiengebühren geht, um mehr Platz in den Hörsälen oder um eine Bildung, die nicht nur auf das grosse Geld abzielt, der VSUZH setzt sich für deine studentischen Anliegen ein. Auch ein gutes Campusgefühl darf nicht fehlen: Mit Events und tollen Angeboten gestalten wir einen abwechslungsreichen Unialltag, vernetzen studentische Organisationen und deinen Fachverein, informieren dich darüber, was an der Uni läuft. Potential für Verbesserung gibt es immer. Vielleicht gründest du ein Studicafé? Komponierst die VSUZH-Hymne? Löst die Raumprobleme? Erfindest Bildung neu? Wir suchen dich und deine Ideen! VSUZH –9–


MIX MIT!

SO IST DER

Du kannst an der Uni mitbestimmen, wie dein Studium aussehen soll. Durch deine Immatrikulation bist du ein Teil der Studierendenschaft der Universität Zürich. Es liegt dann auch an dir, die Uni zu einer schönen Erfahrung für alle zu machen. Das Gesamtpaket an Mitbestimmung und tollen Dienstleistungen steht dir offen, wenn du bei jeder Semestereinschreibung für nur 12 Franken Mitglied beim VSUZH bleibst. Eine wichtige Aufgabe für dich ist, alle zwei Jahre einen motivierten und aktiven VSUZH-Rat zu wählen. Alle 27 000 Studierenden sollen ihre Stimme abgeben – auch du. Das studentische Parlament besteht aus mindestens 70 Mitgliedern und setzt deine Ideen für eine bessere Uni in Zusammenarbeit mit Fachvereinen und studentischen Organisationen um. Durch den VSUZH-Rat können alle VSUZH-Mitglieder in universitäre Kommissionen gewählt werden. Am meisten kannst du die Uni mitgestalten, wenn du dich aktiv für den VSUZH engagierst. Bist auch du bald eine studentische Delegierte oder Mitglied der VSUZHExekutive? All die spannenden Wege, dich zu engagieren, findest du unter vsuzh.ch/vsuzh. VSUZH –10–


VSUZH ORGANISIERT

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INFORMATIKKO M M I S S I O N — Die InKo geht den

KOMMISSIONEN DES VSUZH BI LD U N G S P O LI T I SC HE KO M M I S S I O N — Die BiKo ist der

bildungspolitische Think-Tank des VSUZH. Wie können wir die Lehre an der Universität verbessern? Wie das Beste aus Bologna rausholen? Und nur Multiple-Choice-Prüfungen – das kann es doch auch nicht sein. Die BiKo arbeitet mit der Uni zusammen an den Problemen von heute und den Ideen von morgen. Unter anderem diskutieren wir darüber, wer unsere Uni finanzieren soll, wie durchstrukturiert dein Unialltag sein muss und was Bildung heute bedeutet. Hast du Inputs? biko@vsuzh.ch DI E N S TL EI S T UN GSKO M M I S S I O N — Die DLK arbeitet

Ideen zu möglichen Angeboten des VSUZH aus und setzt sie um. Was klein beginnt, kann ganz gross rauskommen! Die aktuellen Projekte reichen von Mikrowelleninstallationen über Veranstaltungen bis hin zu einem Studierendencafé. Das Engagement in der Dienstleistungskommission bietet sehr viel Freiheiten und gibt dir Gelegenheit, deine Kreativität in einem motivierten Team umzusetzen. Interessiert? dlk@vsuzh.ch

Fragen von OpenAccess und einem nachhaltigen Datenaustausch an der Universität und in der Forschung nach. Wie kann durch offene Standards und freie Software möglichst vielen Menschen der Zugang zu Bildung und Forschungsergebnissen ermöglicht werden? Zudem unterstützt die InKo den VSUZH mit grundlegenden Infrastrukturlösungen für die Arbeit des Verbandes. Hast du eine Idee oder ein informatisches Anliegen? inko@vsuzh.ch NACHHALTIG KEITSKO M M I S S I O N — Die NHK fördert

eine nachhaltige Denk- und Handlungsweise im universitären wie auch studentischen Leben. Ziel der NHK ist es, die Angehörigen der Hochschule unter anderem mit Projekten und Veranstaltungen für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Die NHK trägt dazu bei, dass die UZH Verantwortlichkeiten für dieses zentrale Thema schafft, wobei Nachhaltigkeit in den Bereichen Lehre, Forschung und Weiterbildung als Beitrag zur Gesellschaft und im Hinblick auf Campus-Infrastrukturen berücksichtigt wird. Hast du nachhaltige Vorschläge? nhk@vsuzh.ch G L EICHSTEL LU NG SKOMMISSION — Die GSK beschäftigt

sich mit der Frage, warum Frauen in den höheren Gremien der Universität immer noch eine Seltenheit sind  – obwohl seit Jahren mehr Frauen als Männer an der Universität studieren.

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Auch bei uns in der Studierenden­ politik sind Frauen zahlenmässig weniger repräsentiert. Zusammen mit der Gleichstellungskommission der Universität erarbeiten die Studierenden hier Ideen und Projekte zur Förderung der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter. Braucht es mehr Teilzeitstellen? Wie wird aus einer Tutorin eine Professorin? Weshalb sagen Frauen weniger im Seminar? gsk@vsuzh.ch W EI T E RE KO MMI SSI O N E N D E S V S U Z H — Neben den fünf the-

matischen Kommissionen gibt es noch vier weitere Kommissionen, die dafür zuständig sind, dass innerhalb des VSUZH alles mit rechten Dingen zugeht. Die F I NA N Z KO M M I S S I O N (FiKo) hat ein Auge auf die Finanzen des VSUZH – notabene eure Mitgliederbeiträge. Die G E S C H Ä F T S P RÜ F U N G S KO M M I S S I O N (GPK) passt auf, dass während der Ratssitzungen alles seinen ordentlichen Gang geht. An die E I N S P R AC H E KO M M I S S I O N (ESK) kann man sich bei Reglementsverletzungen wenden, und die KO MMISSION SUZ («SUZ» war der Projektname des VSUZH) ist verantwortlich für das Schreiben der Reglemente.

GEMEINSAME KOMMISSIONEN MIT DEM VSETH FIL MSTEL L E —

Die Filmstelle ist eine Kommission des VSETH und des VSUZH. Sie zeigt jedes Semester Meisterwerke der Filmkunst unter einem bestimmten Motto. Hier kriegst du nicht nur neue Blockbuster zu sehen, sondern auch wertvolle Klassiker aus aller Welt. Wir wünschen einen unterhaltsamen Kinoabend – «Film ab!» WO

StuZ2 im CAB-Gebäude der ETH, 1. Stock, Universitätstrasse 6, Zürich WANN

Jeden Dienstag während des Semesters ab 19.30 Bar, ab 20.00 Film EINTRITT

Für VSUZH-Mitglieder gratis, für alle anderen 5 Franken www.filmstelle.ch KU LTU RSTEL L E —

Falls dich die Lust auf ein Konzert, ein Theater, eine Oper, Jazzmusik, Ballett oder eine Autorenlesung packt, dann schau bei der Kulturstelle vorbei oder abonniere den Newsletter. Jeden Monat kannst du vergünstigte Karten für ausgewählte Vorstellungen beziehen. Es gibt sogar Karten für sonst bereits ausverkaufte Events. www.kulturstelle.ch

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DE BATT I E RC LUB —

Debattieren ohne Ende: Das kannst du im Debattierclub. An regelmässigen Treffen werden Themen aus Politik, Wirtschaft und Grundsatzfragen zur Welt diskutiert. Es wird an Turnieren teilgenommen, um Erfahrung zu sammeln, neue Gesichter zu sehen und Kontakte zu anderen Clubs zu knüpfen. Grundsätzlich steht der Spass am Debattieren im Vordergrund. www.debattierclub.ethz.ch PA P P ER L AP UB —

Jeden Mittwochabend organisiert ein kleines Team von motivierten Studierenden die Bar im ABBsolut. Geniess dein Feierabendbier oder einen kreativen Drink in gemütlicher, loungiger Atmosphäre. Neue Kontakte knüpfen, intensive Diskussionen und das stilvolle Verdrängen des Alltags sind an der Abendordnung. WO

ABBsolut im Keller des CAB-Gebäudes der ETH, Universitätstrasse 6 WA N N ?

Jeden Mittwoch von 18.00 bis 23.00 www.papperlapub.ethz.ch F O TO L AB OR —

Die Fotolaborkommission betreibt analoge und chemische Fotolabors für die Entwicklung und Vergrösserung von Schwarzweissfilmen und stellt dir einen Arbeitsplatz zur Digitalisierung von Analogfotografien, Negativen und Dias zur Verfügung. Eine professionelle Blitzanlage kann wochenweise gemietet werden. Zusätzlich werden Einführungskurse

und Workshops angeboten und Fotografien ausgestellt. www.fotolabor.ethz.ch SP OD – STUDENT PRINT ON DEMAND —

Der SPOD druckt und bindet für die Studierenden der ETH und UZH alles mögliche von Skripten bis Broschüren – und ist dabei die günstigste Druckerei der Schweiz. Im Webshop kannst du auch bequem von Zuhause aus deine Dokumente hochladen. Diese werden vom SPOD sofort ausgedruckt und sind dann abholbereit. Von Studierenden für Studierende. WO

CAB-Gebäude der ETH, Raum E-11, Universitätstrasse 6 WANN

Präsenzzeit während des Semesters: Montag bis Freitag 12.15 bis 13.00 www.spod.ethz.ch NIG HTL INE —

Die Nightline ist eine unabhängige telefonische Anlaufstelle für Sorgen und Probleme aller Art; sei es, dass du die Sporthalle nicht findest oder dass dein Geld für die Mensa nicht reicht. Die Nightliner, selbst Studierende, leiten dich wenn nötig weiter. Du kannst anonym und vertraulich über alles reden, egal ob du Erstsemestriger oder Doktorandin bist, egal, ob du einfach kurz etwas los­ werden willst oder gerade die Welt über dir zusammenbricht.

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WANN

Montag bis Freitag 20.00 bis 24.00 www.nightline.ch 044 633 77 77


FACHVEREINE Meret Bachmann — DUTZENDE FACHRICHTUNGEN, HUNDERTE VORLESUNGEN, TAUSENDE EVENTS; ES GIBT AN DER UNI NIEMANDEN, DER ALLES ÜBERSCHAUT. DIE FACHVEREINE KÜMMERN SICH DARUM, DASS DU IM BEREICH DEINER FÄCHER IMMER AUF DEM NEUSTEN STAND BIST UND BEI WICHTIGEN ENTSCHEIDEN MITREDEN KANNST.

Studienordnungen wechseln, Vorlesungen gibt es immer andere, die Dozierenden kennen vor allem ihr eigenes Seminar, und die weisen älteren Kommilitonen blei­­ben auch nicht ewig. Konstant bleiben die Fachvereine. Fast jedes Fach hat seinen eigenen Verein. Engagierte Studierende organisieren spezifisch für deinen Studiengang Versammlungen, Parties, Events, Informationsveranstaltungen und vieles mehr. Dein Fachverein ist dein Ansprechpartner, wenn du Fragen hast rund um dein Fach und seine Spezialitäten. Meistens sind einige ältere Semester dabei, die bis jetzt überlebt haben und einige Tipps und Lösungen für dich bereithalten. Die Fachvereine sind die offiziellen Vertreter aller Studierenden deines Faches; die Studierendenvertretung wird meist von einer Vollversammlung gewählt. VSUZH –15–


Dein Fachverein vertritt die Interessen der Studierenden zum Beispiel in den Institutsversammlungen. Da treffen sich alle Professoren, Professorinnen und Vertreter des Mittelbaus, des administrativ-technischen Personals und der Studierenden, um deinen Studiengang zu gestalten. Durch deinen Fachverein hast du auch eine Stimme in Berufungsverfahren. Das ist ein meist mehrere Jahre dauernder Prozess zur Neubesetzung eines Lehrstuhls. Manche Fachvereine bieten Prüfungsvorbereitungen an, haben einen spezifischen Semesterstarter, organisieren Podiumsdiskussionen, Wochenenden, Grill­ abende   – die Vielfalt ist erstaunlich. Über die Fachvereine kannst du auch einfach interessierte Mitstudierende finden, zum Beispiel für eine Lesegruppe, eine Lerngemeinschaft oder dein eigenes Projekt. Wenn du hinter die Kulissen sehen und viele engagierte Mitstudierende kennenlernen willst, empfiehlt es sich, in deinem Fachverein mitzuwirken. Du findest ihn hier: www.vsuzh.ch/fachvereine Schreib dich unbedingt in deinem Fachvereins­ newsletter ein, wenn es einen gibt, um nichts zu verpassen. Einige grössere Projekte der Fachvereine für alle Studierenden findest du auch ein paar Seiten weiter bei den Events.

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FA C H V E R E I N E

ORT An jedem Standort der Uni gibt es mindestens eines, und es sind mitunter die gemütlichsten Orte der Uni: die Fachver­­einszimmer. In ihnen halten die Fachvereine ihre Sitzungen ab, zwischendurch kann dort aber gelernt, geschwatzt und einfach gesessen werden.

INFORMATIONEN Dein Fachverein hat wahrscheinlich eine Homepage, Anschrift, Mailadresse, eine Vitrine oder ein Anschlagbrett und einen Mailverteiler, auf den du dich setzen lassen solltest, um nicht alles mögliche rund um dein Fach zu verpassen. Informiere dich!

STRUKTUR Die Fachvereine sind sehr verschieden aufgebaut. Doch sie sind alle akkreditierte Vereine der UZH, haben Statuten, regelmässig Sitzungen und eine demokratische Legitimierung. Schau doch in einer der meist öffentlichen Fachvereinssitzungen vorbei, und gehe unbedingt an die Vollversammlungen.

MITWIRKEN Die Fachvereine suchen meist motivierte, engagierte Studierende, die mit anpacken, mitdenken und neue Ideen einbringen. Findest du etwas toll? Hilf mit, es durchzuführen. Stört dich etwas an deinem Seminar, deinem Studiengang oder an deinen Einflussmöglichkeiten? Hilf mit und ändere es! Hast du keinen Durchblick? Schau hinter die Kulissen! Da die Uni nicht aus ewigen Studenten besteht, braucht es immer wieder Nachwuchs.

STUDIERENDE VERTRETEN Solltest du irgendwann in der Situation sein, Studierende zu vertreten; geh an alle Sitzungen pünktlich, bereite dich besser vor als die übrigen und bleib bis zum Apéro. Dort finden häufig die wichtigsten Diskussionen statt. VSUZH –17–


GEOTEAM – FACHVEREIN GEOGRAPHIE UND ERDSYSTEMWISSENSCHAFTEN — An

FACHVEREINEVENTS SE M E S T E R (… ) - PA RT I E S —

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen: Am Anfang jedes Semesters freut man sich, endlich wieder intensiver lernen zu dürfen, und am Ende des Semesters ist man stolz darauf, wieder ein paar ECTS-Punkte klüger geworden zu sein. Schau dich nach Party-Plakaten an der Uni um, damit du weisst, wo gerade der Bär steppt! F RÜ H L I N GS F EST E —

Irchel – die Partyzone?! Am Irchel wird viel gelernt, gespörtelt  – und gefeiert. Vor allem im Frühling finden mehrere von Fachvereinen organisierte Feste statt, die meisten davon beim Studentenfoyer, beim Studentenladen oder beim Anthropologischen Museum. Es lohnt sich immer, am Irchel vorbeizuschauen, allein der idyllischen Landschaft wegen. Atomoi, der Fachverein für Chemie, Biochemie und Wirtschafts­ chemie, organisiert jeweils eine Chemiker-Grillparty. Zuckerwatte, Hau-den-Lukas oder Töggelikasten-Turniere gibt’s beim Irchel-Frühlingsfest: Mitglieder von Atomoi, BIUZ (FV Biologie), FvM (FV Medizin), Geoteam und die Interessengemeinschaft Irchel IGI laden Studierende sowie Dozierende zu Würsten und friedlichem Beisammensein ein. www.atomoi.ch und www.biuz.ch

ausgewählten Donnerstagabenden während des Semesters bist du eingeladen, im Studentenfoyer mit dem Geoteam am Irchel an der DoBar zu feiern. Wir liefern guten Sound – manchmal sogar von Livebands – und Getränke zu Studipreisen, ihr bringt eure Würste für den Grill. Mit dem Erlös unterstützen wir zum Beispiel Wiederaufforstungsprojekte oder Praktikumsstellen im Schweizer Nationalpark. Das Geoteam organisiert auch spontan Skiweekends, Wanderweekends, Segelflugtage, Jassturniere und vieles mehr. www.geoteam.uzh.ch MEDIFEST —

Auch die Mediziner verwandeln die Uni Irchel jeden Frühling in einen einzigartigen Partytempel. Am legendären Medifest sorgen DJs und Bands auf mehreren Floors für gute Stimmung. Falls das Ganze aus dem Ruder läuft – kein Problem: Ärzte werden anwesend sein. www.medifest.ch MEDIBAR —

Besser, als der Fachverein Medizin es selbst beschreibt, lässt es sich nicht ausdrücken: An der MediBar lassen wir die Stethoskope tanzen und die Skalpelle das Tanzbein schwingen – mindestens einmal pro Semester. www.fvmed.uzh.ch

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FACH V ERE I N P U B L I Z I S T I K ( P U K ) — Erst kommt

die Arbeit: Interessiert an Führungen bei Medienunternehmen und Firmen aus der Werbebranche? Die PuK organisiert’s. Dann das Vergnügen: An der BandN8 bietet der Fachverein Publizistik Nachwuchsbands eine Plattform und den Studis einen gemütlichen Abend. Zudem gibt’s jedes Semester die Publizistikparty publi.fm. www.fvpublizistik.uzh.ch/ index.html D E R FACH V E RE I N P S YC H O LO GI E DE R UN I V E R SITÄT Z Ü R I C H ( FA P S ) — Der Fachverein

Psychologie (FAPS) organisiert über das ganze Jahr hinweg tolle Events. Im November wird zusammen mit dem Fachverein Informatik (ICU) zu Studipreisen Glühwein ausgeschenkt, dazu werden Würste und Kuchen serviert. Treffpunkt ist die Mensaterrasse an der Binzmühle­ strasse 14. Ende Mai findet bei hoffentlich wärmerem Wetter das Grillfest von FAPS und ICU statt. Die legendäre Psychoparty, die dieses Jahr am 11. Oktober 2013 in der Härterei stattfindet, sollte man sofort in die Agenda eintragen. www.faps.ch und www.fb.faps.ch

Podiumsdiskussionen über aktuelle Themen aus. ORT

Lebewohlfabrik, Fröhlichstrasse 23 www.ethnologischerverein-zuerich.ch BLU TSP ENDEAKTION —

Zugegeben: Es ist keine Party, aber Blutspenden ist so oder so eine gute Sache. Entweder fühlt man sich beschwingt, weil man eine gute Tat vollbracht hat, oder man wird von der Anämie leicht berauscht. Der Fachverein Medizin und der Zürcher Blutspendedienst sorgen für reichlich Verpflegung, um den Tank wieder aufzuladen. Mach mit beim wohl grössten Aderlass der Schweiz: immer im Dezember während einer Woche im Lichthof der Uni Zentrum. www.fvmed.uzh.ch

E T H N O LO GI SC HE S C A F É — Vier bis fünf Mal pro Jahr

lädt der Ethnologische Verein Zürich alle Interessierten in die friedliche Lebewohlfabrik ein. Experten führen in ethnologische Themengebiete ein oder tauschen sich an VSUZH –19–


EIN LÖWE MIT BEISSERCHEN Ronald Schenkel — DIE ZÜRCHER STUDIERENDENVERTRETUNG HAT VOM TIEFROTENKLASSENKAMPF ZUR PRAGMATISCHEN UND KOMPROMISSBEREITEN DIENSTLEISTUNGSORGANISATION EINEN LANGEN WEG HINTER SICH. UND EINE ZUKUNFT, DIE VIEL ENGAGEMENT ERFORDERT.

Ein verrauchter, proppenvoller Lichthof. Stimmengewirr, als hätte man sich einen Bienenstock über den Kopf gezogen. Von riesigen Transparenten an den Wänden blicken Marx, Engels, Mao und Ho Chi Minh ernst, aber zuversichtlich in eine tiefrote Zukunft. Das war 1971. Das war Klassenkampf. Und geführt wurde er auch von den Organen der damaligen Vertretung der Studentenschaft, der SUZ, von ihrer Exekutive und teilweise auch von ihren Legislativen, dem Kleinen und dem Grossen Studentenrat. Zeitsprung: 2013 im Webstudio von NZZ Campus: Oriana Schällibaum und Julian Renninger stehen als erstes Co-Präsidium des frisch aus der Taufe gehobenen VSUZH Rede und Antwort. Sie sprechen von Dienstleistungen und davon, wie sie die Universität für die StudieVSUZH –20–


renden attraktiver gestalten möchten. Zwar zählen sie auch die Hochschulpolitik zu ihren Aufgaben, so gehört die Verbesserung der Lehre zu einem der obersten Ziele des VSUZH. Doch sie wirken grundsätzlich unideologisch – pragmatisch, praktisch, kompromissbereit. Zwischen der wilden Zeit von Agitation und Revolution, der Zeit der SUZ, und dem heutigen VSUZH liegen Welten oder besser gesagt Epochen. Doch anzunehmen, die Studierenden von damals seien alle links und hochpolitisch gewesen, wäre ebenso ein Trugschluss wie die Annahme, Studierendenpolitik liesse sich gänzlich ohne politische Haltung betreiben. Die SUZ ist als rechtliche Körperschaft nicht zuletzt deswegen untergegangen, weil nicht alle Studierenden die politischen Ziele mittrugen und weil sich viele daran störten, dass in ihrem Namen und mit ihrem Geld auch ausseruniversitäre Politik betrieben wurde. KEIN ZWANG MEHR

Denn die SUZ war eine Zwangskörperschaft; alle Studierenden der Universität gehörten ihr automatisch an, und alle bezahlten automatisch Beiträge. Nachdem zwei Studierende die Beitragszahlung verweigert und damit die Frage der Legitimität einer solchen Zwangsmitgliedschaft aufgeworfen hatten, lag der Ball 1978 schliesslich beim Regierungsrat des Kantons Zürich. Er entschied, dass es dafür keine rechtliche Grundlage gebe. Damit war die SUZ erledigt. Ausgerechnet jener Erziehungsdirektor aber, der damals Feind Nummer 1 der linken Studierendenschaft VSUZH –21–


war, der den SUZ gebodigt hatte und den die Studierenden in den Opernhauskrawallen von 1980 an den Galgen wünschten, Alfred Gilgen, sagte Jahre später gegenüber der NZZ: «Als Ansprechpartner für Universität und Behörden ist eine verfasste Studentenvertretung ohne allgemeinpolitischen Auftrag die beste Lösung.» Es hat fast 30 Jahre gedauert, bis eine solche für die Universität Zürich wieder Wirklichkeit werden konnte. Voraussetzungen dazu waren der Verzicht auf ebenjenen Beitrittszwang. Wer also beim VSUZH mitmachen möchte, muss dies ausdrücklich erklären. Und hat man mal genug, kann man auch wieder austreten. Zudem bekennt sich der VSUZH zur Selbstbeschränkung in politischen Dingen: Das Mandat endet dort, wo auch die Hochschulpolitik ihre Grenzen hat. Doch nicht allein das hat die Skepsis der bürgerlichen Politikerinnen und Politiker im Kantonsrat aufgeweicht und ihnen schliesslich ein Ja zur Wiedergeburt einer verfassten Studentenschaft abgerungen. Die Veränderung des politischen Klimas und eine über die Jahrzehnte deutlich spürbare Abkühlung der studentischen Politgemüter hat ebenfalls dazu beigetragen. GRÜNES LICHT FÜR DEN LÖWEN

Die Wahlbeteiligung bei den ersten VSUZH-Wahlen im Frühlingssemester 2013 lag bei etwas über 12 Prozent. Und das ist kein schlechter Wert, schaut man sich die Resultate anderer Unis an. Er zeigt aber, dass ein Studierendenparlament und eine starke studentische Organisation nicht unbedingt das sind, was die meisten VSUZH –22–


als erste Priorität betrachten. War es also Kalkül, dass man einer Organisation grünes Licht gab im Wissen, es ohnehin mit einem zahnlosen Tiger zu tun zu haben? Wäre es so, hätte man den VSUZH wirklich falsch eingeschätzt. Zum einen sind immerhin bereits knapp die Hälfte der Studierenden dem Verband beigetreten. Zum andern hat der VSUZH eine wichtige Rolle zu erfüllen. Zwar klingen Themen wie Studibars oder Studicafés, Mikrowellen in Institutsgebäuden oder die Schaffung eines Campus-Gefühls weniger knallig als eine «antifaschistisch-antikapitalistische Informationswoche» oder die «agitatorische Nutzung ‹emanzipatorischer› Lernformen», wovon die Exekutive der SUZ 1971 unter anderem träumte. Aber die notabene noch frischen Ansätze des VSUZH, die Universität für die Studierenden attraktiver zu machen, dürften den Bedürfnissen eher entsprechen als Parolen irgendwelcher Provenienz. Und doch: Der VSUZH ist explizit berufen, Hochschulpolitik zu betreiben. Ganz ohne Ideologie wird man Fragen wie beispielsweise Studiengebührenerhöhung oder Zulassungsbeschränkung für ausländische Studierende nicht diskutieren können. Zum Glück. Denn das Interessante an politischen Debatten ist, dass Meinungen aufeinanderprallen, dass man den Gegner überzeugen will. Ganz ohne Zähne soll der VSUZH nicht sein, sonst ist der Tiger, oder vielmehr der Löwe, überflüssig. Aber zumindest wird man es nicht mit «Rabulisten», penetranten Besserwissern, zu tun haben: als solche hat die Hochschulleitung in den 1970er Jahren die damaligen Vertreter der Studentenschaft bezeichnet. VSUZH –23–


DOMINIQUE, 15. SEMESTER GESCHICHTE


HOBBY AN DER UNI

Was im amerikanischen Film die Clubs der Uni sind – sei es der Schach- der Comic- oder der Cheerleader-Club –, sind in Zürich die studentischen Organisationen. Es gibt eine grosse Zahl studentischer Organisationen an der Uni: von der AFrEZ, die die französischsprachigen Studierenden vertritt, geniale Parties organisiert und Crêpes verkauft, bis zum akademischen Orchester, das sowohl Mitspieler wie auch Zuhörer begeistert. Auf den nächsten Seiten stellen wir dir eine Auswahl dieser Organisationen vor, bei denen du dich engagieren oder deren Angebot du einfach geniessen kannst. Immer von Studierenden für Studierende. Unter vsuzh.ch/campus findest du die vollständige Liste aller studentischen Organisationen und Angebote. Blätterst du ein bisschen weiter, findest du einen Artikel zu Aiesec, der grössten Studierendenorganisation der Welt, und über die Nightline, das studentische Sorgentelefon. Studentische Organisationen –25–


willkommen, die fliessend Französisch sprechen. www.afrez.ethz.ch

ENGAGIERT VON A BIS Z

AIESEC —

[ PRO J E C T 2 1 ] —

[project 21] ist die studentische Organisation für nachhaltige Entwicklung an UZH und ETH. Zum einen ist [project 21] ein Treffpunkt, um zusammen mit Gleichgesinnten das Bewusstsein für die Prinzipien der Nachhaltigkeit zu fördern und um über innovative Lösungen zu diskutieren. Zum anderen ist es eine Plattform, um unkompliziert Veranstaltungen zu organisieren oder neue Projekte zu starten, die eine nachhaltige Wirkung haben. www.project21.ch A F R EZ —

Die Association Francophone des Etudiants Zurich ist seit 2007 mitsamt Präsident und Quästor, Kulturbeauftragtem und jährlicher Vollversammlung einer der aktivsten Vereine auf dem Campus. Viel wichtiger als die Struktur ist aber der Inhalt; fächerund hochschulübergreifend bringt AFrEZ französischsprachige Studierende zusammen und lässt französische Kultur auch in Zürich hochleben. Sei es der beliebte Crêpes-Stand, die Weindegustation, eine Party auf Rollschuhen oder ein geniales Konzert, AFrEZ bereichert die UZH mit französischem Charme. Zum Glück sind an den Anlässen nicht nur jene

Aiesec ist die weltweit grösste Studierendenorganisation (siehe S. 35). Bei der Aiesec Zürich triffst du inter­ essante Leute aus rund 20 Ländern und verschiedenen Hochschulen – Studierende aus MBA, Psychologie, Biologie oder Germanistik, die in sieben Teams zusammenarbeiten. Willst du Events organisieren, Praktika in aller Welt vermitteln, Berufserfahrung sammeln und dir Leadership-Kompetenzen aneignen? Oder möchtest du einfach ab und zu andere Leute als deine Mitbewohner sehen, neue Themen entdecken und dabei Leckereien von anderen Kontinenten probieren? www.aiesec.ch AMNESTY INTERNATIONAL ­— Die Amnesty-In-

ternational-Hochschulgruppe Zürich konzentriert sich auf die Organisa­ tion von Veranstaltungen an der Universität: Filme, Ausstellungen und Stände rund um aktuelle Menschenrechtsthemen, wie beispielsweise zur Abschaffung der Todesstrafe, Freilassung von politischen Gefangenen, Armut, Folter oder Diskriminierung. Einmal im Monat gibt es ein Treffen, um neue Aktionen zu planen und über die aktuelle Lage zu diskutieren. www.amnesty-uzh.blogspot.de A STAZ —

Seien es Grillabende, Bowlingausflüge, Parties oder wieder einmal eine Unterhaltung in richtigem Ita-

Studentische Organisationen –26–


lienisch, die Associazione Studenti Ticinesi a Zurigo weiss sich zu helfen. Kommst du auch aus dem Tessin und möchtest in Zürich gerne Kontakte zu anderen Ticinesi in derselben Situa­ tion knüpfen, so schau vorbei bei den Aktivitäten der Astaz. Wenn alle Mitglieder an einem Apéro im Lichthof stehen, sieht man, wie viel Tessin an der Uni lebt! www.astaz.ch

grossen Schweizer Städten aktiv sind. Das Ziel des Think-Tanks ist es, einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Schweizer Aussenpolitik zu leisten: Sei dies in in Form von politisch unabhängigen Analysen oder öffentlichen Anlässen und Referaten. foraus ist eine einzigartige Plattform für den nachhaltigen Austausch über aussenpolitische Themen. www.foraus.ch

ESN —

KFE —

First days in Zurich and all alone? It doesn’t have to be that way! Just contact Erasmus Student Network (ESN): an European-wide student organisation, with 358 sections in 34 countries, created to support and develop student exchange. ESN Zurich makes you — and all international students in Zurich — feel at home, have a great time, meet a lot of new people, get a good glimpse of Swiss student life and Swiss culture in general. There are welcome parties, fun events, buddy programs and all useful information you need! They even come and fetch you at the airport when you arrive. Make sure you don’t miss it: contact their Homepage for further details. www.zurich.esn.ch / www.int.uzh.ch F OR AU S —

foraus steht für «Forum Aussenpolitik» und ist ein 2009 von Doktoranden gegründeter Verein, der sich für eine offene Aussenpolitik der Schweiz einsetzt. Inzwischen arbeiten aber auch viele Studierende mit. foraus arbeitet in verschiedenen Arbeitsund Regionalgruppen, die in allen

Die Kommission für Entwicklungsfragen ist eine studentische Organisation von UZH und ETH. Sie bildet eine Schnittstelle zwischen der Entwicklungszusammenarbeit und der Uni und bietet dir die einzigartige Möglichkeit, dich vertieft mit der Entwicklungszusammenarbeit auseinanderzusetzen, dich aktiv zu engagieren und dich mit anderen Interessierten zu vernetzen. Die Gesamtsitzungen finden alle zwei Wochen montags ab 18.30 Uhr im SOE-E-07 statt. Du kannst jederzeit vorbeischauen! www.kfe.uzh.ch KOSTA —

Die KOSTA organisiert jedes Jahr den grössten studentischen dekorierten Ball Europas: den Polyball. Im Herbst verwandelt sich das Hauptgebäude der ETH einen Abend lang in eine Wunderwelt mit Walzer, Tango und Discofox. Aber auch während des Jahres organisiert die KOSTA Parties, und wenn ihr mal eine Bar, eine Bühne oder sonstige Ausrüstung und Materialien braucht, könnt ihr diese bei der KOSTA günstig mieten.

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Mitmachen könnt ihr bei der KOSTA natürlich auch. Spass garantiert – obendrein gibt es Gratiseintritte. www.kosta.ch L- PU N KT —

L-Punkt ist der Treffpunkt für alle lesbischen, bisexuellen und Transgender-Frauen. Der L-Punkt ist zwar am bekanntesten für seine wöchentlichen Mittagessen und monatlichen Abendessen, ist aber auch sehr aktiv im Diskutieren und im Schaffen von Gemeinschaft. Der L-Punkt setzt sich für die Rechte und Anerkennung lesbischer, bisexueller und Transgender-Frauen ein. www.l-punkt.uzh.ch LSV Z —

Der Latino-Studentenverein Zürich möchte den Kontakt zwischen spanisch- und portugiesischsprechenden Studierenden an der UZH pflegen, ihnen den Einstieg in die Uni erleichtern und grundsätzlich den Austausch verschiedener Nationalitäten fördern. Der Verein soll als aktiver Mediator zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Studierenden dienen und in verschiedenen Formen die lateinamerikanische und iberische Kultur aufleben lassen. Es gibt Grillabende, Weihnachtsessen, Basketballturniere und vieles mehr. www.lsvz.ethz.ch MU N —

«MUN» stands for Model United Nations, a simulation in which students have the chance to represent a country of the UN and take part in all kinds of debates. Hundreds of

universities and schools in the whole world organise these conferences, allowing students of all nationalities to exchange ideas and to solve problems together. The MUN at UZH organises practice sessions, delegations to international conferences worldwide and workshops on diplomacy-related skills — and gives you the opportunity to work on your English skills. www.mun.uzh.ch MU SIK —

Allein musizieren? Nicht so toll! Doch es gibt Abhilfe. Singst du? Der Akademische Chor Zürich mit über 120 wunderbaren Stimmen freut sich auf dich! Zu gross? Collavoce, das Vokal­ ensemble der Uni und der ETH, bietet mit rund 30 Stimmen auch Feines! Klassik? Das Akademische Orchester Zürich wäre etwas für dich, das gibt es auch in der Kammerversion! Zu traditionell? Mit der Polyband kannst du Swing, Blues, Funk, Latin und was dir sonst noch so einfällt, spielen. Für die Jazzimprovisation gibt es auch noch die ETH Big Band. Auf der Musikplattform kannst du auch Musizierende für Projekte und Gruppen finden sowie in Fortbildungen und Spezialkursen an deinen Fähigkeiten feilen. www.musikplattform.ethz.ch REBEKO —

Die ReBeKo ist die Rechtsberatungskommission. Studierende der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der UZH beraten bei rechtlichen Problemen: egal, ob mit dem Vermieter oder dem Stipendienamt. Die Dienstleistung ist gratis und

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100 Prozent vertraulich. Ihr könnt jede Woche ohne Anmeldung einfach in ihre Sprechstunde kommen. www.rebeko.uzh.ch S I RO P —

Suchst du ein Thema für deine Bachelor- oder Masterarbeit? Möchtest du ein Praktikum absolvieren oder den Einstieg in die Forschung finden? Die kostenlose Datenbank SiROP bietet dir eine Vielzahl von Forschungsprojekten und Praktika, in Institutionen im In- und Ausland. Mit SiROP bekommst du Gelegenheit, zusätzlich zum Studium Forschungserfahrung zu sammeln, und kannst dein persönliches Netzwerk erweitern. Der Bewerbungsprozess ist einfach und unbürokratisch. www.sirop.uzh.ch S I RU P —

Radio Sirup ist seit über 15 Jahren für dich da: jeden Freitag um 21 Uhr in Zürich auf 97,5 MHz über die Luft, im Kabel auf 88,1 MHz oder im weltweiten Netz: www.lora.ch. Sirup, das Zürcher Studiradio: eine Spielwiese für Studentinnen und Studenten, die sich Gehör verschaffen wollen! Es gibt Beiträge zum Uni- und ETH-Alltag, zu Leben, Politik und Kultur usw. Auch gute Musik fehlt natürlich nicht. Wer nicht nur hören will, kann auch mitmachen! www.sirup.uzh.ch S T UD E N T E N T H E AT E R ZÜRICH — Nicht jedem ist das grosse

Theater rund um Prüfungen, in Vorlesungen und um die letzte Gabel in der Mensa schon genug. Deshalb gibt

es an der UZH viele Theatergruppen, zusammengesetzt aus Studierenden aller Fachrichtungen, die Spannendes auf die Bühne bringen. Du kannst die Vorstellungen nicht nur als Zuschauer geniessen, sondern dich selbst auf eine Kleinbühne wagen oder in einer Improgruppe Stress abbauen. Melde dich zum Beispiel beim Studententheater Zürich. www.stuthe.ch TU N —

TUN ist ein Verein von Biologiestudierenden der UZH, der sich zum Ziel gesetzt hat, einen Beitrag zum Tierund Umweltschutz zu leisten. TUN fällt jedes Jahr mit einer eigenen Vortragsreihe auf, die informiert und auf spezifische Missstände im Umgang mit Tieren und der Umwelt hinweist. Auf wissenschaftlicher Ebene will TUN sensibilisieren und alle dazu bringen, selber aktiv zu werden. Last, but not least sammelt TUN Spenden. www.tun.uzh.ch U NIBOARD —

uniboard.ch ist ein fakultätsübergreifendes und interaktives Onlineforum für Studierende in der Schweiz. Du kannst das Forum nutzen, um mit anderen Studierenden zu diskutieren, dich gemeinsam auf Prüfungen vorzubereiten, Übungslösungen zu erarbeiten oder einfach, um zu philosophieren. Studentischer Austausch auf dem uniboard.ch bedeutet auch, Hunderte Zusammenfassungen, alte Prüfungen, Formelblätter oder Vorlagen für Bachelor- und Masterarbeiten zu finden und selbst beizusteuern. Es gibt Angebote und Rabatte für Stu-

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dierende, Hilfe und Tipps von Profis und vieles mehr. www.uniboard.ch U NI T E D V I S I O N S —

United Visions ist das Online-Fernsehprogramm von Universität und ETH. Der thematische Fokus liegt daher auf Uni und ETH, aber auch darüber hinaus auf der Welt, in der du dich bewegst! United Visions ist Versuchslabor für journalistisch versierte Hitzköpfe, bedachte Wortakrobatinnen, kreative Film-Cracks und computerisierte Schnitt-Köni­­ ginnen. www.unitedvisions.tv U Z H - S TA R T UPPE RS —

Der Verein UZH-Startuppers setzt sich für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Studierenden aus allen Studienrichtungen der Universität Zürich ein, welche ein Start-up gründen oder in einem Start-up arbeiten wollen. Zudem sind auch all jene willkommen, die am Unternehmertum interessiert sind. Der Wissenstransfer zwischen Experten und Mitgliedern unseres Vereins bei Fachvorträgen und Workshops und der Erfahrungsaustausch zwischen Gründern von bereits etablierten Start-ups mit «Beginnern» spielen in diesem Verein eine wichtige Rolle. www.uzh-startuppers.ch

abenden kannst du Kontakte mit anderen schwulen und bisexuellen Studierenden knüpfen, dich austauschen und etwas unternehmen. Alle Infos gibt’s auf der Homepage. www.zundh.uzh.ch ZS —

Die Zürcher Studierendenzeitung, kurz ZS, ist die Studierendenzeitschrift der Universität Zürich. Jedes Semester landet sie mehrmals in eurem Briefkasten und berichtet über alles an und um die Uni, aber auch darüber hinaus. Und wer’s aktuell haben will, findet das Neueste auf der laufend aktualisierten Homepage. Mitschreiben kann man natürlich auch! www.zs-online.ch

Z& H —

z & h ist der Treffpunkt für schwule und bisexuelle Studierende an der Uni und der ETH. Bei monatlichen Abendessen, Ski- und Wanderwochenenden, Grillfesten und Film­ Studentische Organisationen –30–


NOTRUFZENTRALE VON UND FÜR STUDIS Raphaela Birrer — VERPASSTE FRISTEN, ÜBERFORDERUNG IM STUDIUM ODER SCHLIMME FÄLLE VON LIEBESKUMMER: BEI DER NIGHTLINE, DER TELEFON-HOTLINE FÜR ZÜRCHER STUDIERENDE, FINDEN KLEINE UND GROSSE SORGEN GEHÖR.

Zuhören – darin sind die 22jährige Psychologiestudentin Isabelle und die 20jährige angehende Agronomin Christina stark. Für ihr ehrenamtliches Engagement bei der Nightline, der Telefon-Hotline von Studenten für Studenten der ETH und der Uni Zürich, ist diese Eigenschaft eine wichtige Voraussetzung. Etwa sieben Mal pro Semester führen sie abends während vier Stunden mit anonymen Anrufern Gespräche über verschiedene Themen. Oft wird eine Auskunft zu praktischen Alltagsfragen wie der Wohnungssuche, der Freizeitgestaltung oder dem Sportangebot des Akademischen Sportvereins Zürich benötigt. Darauf finden die Mitarbeitenden der Nightline vergleichsweise rasche Antworten. Studentische Organisationen –31–


Manche Anrufer suchen aber auch ein offenes Ohr für gewichtigere Anliegen. Das Studium und das universitäre Leben sind für viele anfangs ein nicht durchschaubarer Kosmos. Diese Überforderung kann sich in höheren Semestern und mit permanentem Leistungsdruck zu einem handfesten Problem entwickeln. In solchen Situationen hören Christina und Isabelle genau hin und helfen den Anrufern durch gezielte Fragen, die Gedanken zu ordnen und Lösungswege zu sehen. ZUHÖREN, NICHT WERTEN

Weil sie nur einen Ausschnitt der komplexeren Probleme hören, geben sie keine Ratschläge, sondern verdeutlichen dem anonymen Anrufer die eigenen Gedanken. «Häufig rufen uns Studenten an, die eine aussenstehende Person brauchen, die einfach nur zuhört, nicht wertet und nicht voreingenommen ist», sagt Isabelle. Für solche Gespräche haben die Telefonisten der Nightline eine Schulung in Gesprächsführung be­­­­sucht und dabei Tipps von Mitarbeitenden der Dargebotenen Hand erhalten. Manchmal werden die beiden Studentinnen daher auch bei einer vermeintlich banalen Anfrage hellhörig, denn gelegentlich stecke ein tiefergreifendes Problem hinter einer scheinbar oberflächlichen Frage. Diese Sensibilität für Gesprächspartner entwickeln zu lernen mache den Job spannend. «Mir gefällt es, für jemanden da zu sein und im besten Fall helfen zu können», begründet die Psychologiestudentin Isabelle ihre Motivation, unentgeltlich bei der Nightline zu arbeiten. Studentische Organisationen –32–


Oftmals würden sich jedoch Studenten ihres Studiengangs zur Mitarbeit melden, weil sie den Telefondienst als Chance für Feldstudien sähen. In diesem Fall seien sie aber am falschen Ort, weil die Telefon-Hotline keine psychologische Beratungsstelle, sondern in erster Linie eine praktische Dienstleistung sei, stellt Isabelle klar. Für die ETH-Studentin Christina ist die Tätigkeit bei der Nightline ein guter Ausgleich zum kopflastigen Stu­­dium und eine Möglichkeit, sich für andere Studentinnen und Studenten zu engagieren. Neben Isabelle und Christina arbeiten rund dreissig weitere Studierende und Doktoranden verschiedener Semester und Fachrichtungen der ETH und der Universität Zürich bei der Nightline. Der Telefondienst, der von den Studentenverbänden der ETH und der Universität unterstützt wird, sei eine gute Gelegenheit, Studierende aus anderen Studiengängen kennenzulernen, findet Isabelle. SOZIALE ADER BIS MITTERNACHT

Daher entstünden nicht nur am Telefon, sondern auch in der Zeit zwischen den Anrufen interessante Gespräche. Während des Semesters nehmen jeweils zwei Mitarbeitende wochentags von 20 bis 24 Uhr Anrufe in mehreren Sprachen entgegen. Den freiwilligen Helfern seien wohl über alle Fakultäten hinweg die soziale Ader sowie das Interesse am Gespräch und an anderen Menschen gemeinsam, meint Christina. Und mit welchen Problemen kämpft die Nightline selber? Die schwierige Rekrutierung neuer MitarbeitenStudentische Organisationen –33–


der jedes Semester sowie die hohe Fluktuation stellten den Dienst immer wieder vor personelle Herausforderungen, fasst Isabelle zusammen. Dennoch haben sich seit 2005, als die Nightline in Zürich ins Leben ge­rufen wurde, schon sehr viele Studierende für den Dienst engagiert. AUSGLEICH ZUM ALLTAG

Die Nightline ist die einzige Telefon-Hotline dieser Art in der Schweiz. Beide Studentinnen sehen in der Tätigkeit für den Telefondienst eine bereichernde Erfahrung für den eigenen Alltag – und auch für die Zukunft: Isabelle könnte sich vorstellen, später beruflich «die Welt im Kleinen zu verbessern – die Frage ist nur noch, auf welche Art». Und Christina ist überzeugt, dass ihr auch später ein Ausgleich zur Naturwissenschaft guttun werde. «Vielleicht werde ich ja zukünftig Bauern beraten», schmunzelt sie.

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DER GRÖSSTE STUDIVEREIN DER WELT Ruth Wiederkehr — DIE MITGLIEDER VON AIESEC TEILEN DIE VISION EINER GLOBALISIERTEN, FRIEDLICHEN ZUKUNFT. DANK DEM WELTWEITEN BEZIEHUNGSNETZ KANN DER VEREIN PRAKTIKA UND FREIWILLIGENEINSÄTZE VERMITTELN.

Aiesec steht eigentlich für Association internationale des étudiants en sciences économiques et commerciales. Wer einen frankophonen Verein von Wirtschaftsstudierenden vermutet, liegt falsch. «Bei uns engagieren sich Studierende aus ganz verschiedenen Fachgebieten», berichten die Mitglieder des schweizerischen Vorstandes. Sogar ein Theologe sei in einer der lokalen Gruppen dabei, Politikwissenschafter zuhauf, auch Geographen und Informatiker befänden sich unter den rund 500 Schweizer Aiesec-Mitgliedern. Aiesec würde inzwischen lediglich als Akronym verwendet. Schliesslich sei auch Englisch und nicht Französisch die Lingua franca der Vereinigung. Aiesec bietet ihren Mitgliedern viel: Praktika im Inund Ausland sowie ein weltweites Netzwerk von Bekanntschaften ebenso wie «leadership opportunities»  – Möglichkeiten also, sich als Organisator oder Ma­­nagerin Studentische Organisationen –35–


auszuprobieren. Alle Posten, von der lokalen Verantwortlichen für Praktika bis zum Präsidenten von Aiesec weltweit, sind auf ein Jahr befristet und meistens ehrenamtlich. Erfolgsrezept der Organisation ist unter anderem die einheitliche Struktur. 780 sogenannte Local Committees rekrutieren an den Universitäten Mitglieder, organisieren die Praktika vor Ort und kümmern sich um die Anlässe, die dem Austausch und dem Kontakteknüpfen dienen sollen. Ein Member Committee koordiniert die Abläufe im jeweiligen Land und organisiert die dortigen Konferenzen und Workshops. Weltweit finden jährlich rund 500 Konferenzen statt. EINE MILLION ALUMNI

Erfahrung hat die Organisation vor allem durch ihr langes Bestehen gesammelt. Unter Einfluss der Friedensbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten 1948 sieben europäische Studenten die Association, seither wächst sie. Inzwischen zählt die Organisation über eine Million Alumni, darunter auch prominente Persönlichkeiten wie Micheline Calmy-Rey und Bill Clinton. Zuletzt expandierte die Vereinigung vor allem in die Länder des Nahen Ostens oder in vom Krieg gezeichnete Staaten wie Afghanistan. In 124 Ländern hat Aiesec inzwischen Ableger. Besonders attraktiv an Aiesec ist die grosse Anzahl der angebotenen Praktika und Freiwilligeneinsätze. Jährlich absolvieren rund 5000 Studierende und Absolventen ein durch Aiesec vermitteltes Praktikum, etwa 15 000 Studenten und Studentinnen engagieren sich in Studentische Organisationen –36–


einem Freiwilligenprojekt. Die Angebote sind auf einer Webplattform ausgeschrieben, über die man sich direkt bewerben kann: ob nun für ein mehrwöchiges Entwicklungsprojekt in Kenia, einen Einsatz in der Finanzabteilung eines Sportlabels oder ein Marketingpraktikum bei einer NGO in Kolumbien. Schweizer Praktika sind besonders beliebt. Namhafte Banken beispielsweise vertrauen auf die Selektionierung durch Aiesec. «Für eine Stelle erstellen wir aus mehreren Hundert Bewerbungen eine Shortlist für die Firma», erklärt die Verantwortliche im Berner Hauptsitz von Aiesec. Die weltweit 8000 Partnerorganisationen schätzen diese Dienstleistung. Denn die Verantwortlichen von Aiesec sind auch darum besorgt, dass alles rund um Visa und Aufenthaltsbewilligungen klappt. MEHR ALS EINE UTOPIE

Doch was hält Aiesec im Inneren zusammen? Schlagworte wie Nachhaltigkeit oder unternehmerische Verantwortung scheinen der Organisation nicht zu hoch gegriffen für ihre Fünfjahresziele, die jeweils an den Weltkonferenzen vereinbart werden. «Wir kombinieren aktives Handeln und Idealvorstellung», sagt die Schweizer Präsidentin. Indirekt führe dies zum Ziel – kein «Aiesecer» vergesse je die Prinzipien, die er hier gelernt habe. Er setze diese später dann im praktischen Alltag um, ist sie sich sicher. Dies ist auch der Grund, weshalb zahlreiche Unternehmen aus der Finanz- und Beratungsbranche die Organisation unterstützen. Sie sehen darin aktive Nachwuchsförderung. Studentische Organisationen –37–


MARIUS, 11. SEMESTER GESCHICHTE


WILLKOMMEN IM DSCHUNGEL

Wie finanziere ich bloss mein Studium? Die Beratungsstelle Studienfinanzierung kann bei dieser Frage helfen. Wie kann ich trotz einer chronischen Krankheit mein Studium im Griff behalten? Hier rät die Fachstelle Studium und Behinderung. Wachsen mir die vielen Prüfungen und der Druck über den Kopf, so kann ich mich an die Psychologische Beratungsstelle wenden. Aber was macht die Kanzlei, was der Rechtsdienst, was die Akademischen Dienste? Und dann gibt es auch noch ein Dekanat. Was ist der Unterschied zum Rektorat? Auf den nächsten Seiten stellen wir dir die wichtigsten universitären Stellen vor, erklären dir, bei welchen Fragen du dich an sie wenden kannst und wo du sie findest. Ausserdem findest du zwei kurze Texte: Einen über die Einsamkeit im Studium und was du dagegen tun kannst. Der zweite Text erklärt, wie dir die Universität bei der Finanzierung deines Studiums helfen kann.

Uni-Stellen –39–


ORGANIGRAMM UZH

Uni-Stellen –40–


KANZ L EI —

UNI-STELLEN REKTOR —

Mit dem Rektor hast du in der Regel nichts zu tun – muss man mit ihm verhandeln, übernimmt das der VSUZH für dich. Einmal pro Semester unterschreibt er deine Studienbescheinigung, wenn auch nicht von Hand. In den Medien und im Kontakt mit anderen Institutionen vertritt er die Universität. Grundsätzlich konzentriert sich Prof. Dr. Andreas Fischer aber auf das Leiten der Uni. Somit ist er zuständig für das Funktionieren des gesamten Uni-Apparats. O RT

Künstlergasse 15 D E K A NAT —

Jede Fakultät der UZH hat ein eigenes (Studien-)Dekanat. Dieses ist zuständig für viele organisatorische Angelegenheiten rund um das Studium. Das Dekanat kümmert sich um Fragen zur Modulbuchung, die Anrechnung von Leistungen, Prüfungen sowie Abschlüsse und Diplome. Die Kommunikation zwischen Universität und Studierenden läuft deshalb zu einem grossen Teil über die Dekanate. Für Fragen ist dein Dekanat grundsätzlich eine gute Anlaufstelle. Wenn es für deine Frage nicht zuständig ist, wirst du weiterverwiesen. www.uzh.ch/about/ faculties.html

Die Kanzlei ist verantwortlich für die Studierendenadministration und begleitet dich während deines gesamten Studiums bei Fragen, die nicht direkt dein Fach betreffen. Sie ist zu­ ständig für die Semestereinschreibung, stellt die Rechnung über die Semestergebühren und kümmert sich um deine Legi. Bei der Kanzlei beantragst du Studiengangs- und Fach­wechsel, reichst Urlaubs- und Praktikumsgesuche ein, bekommst Bescheinigungen und vieles mehr. ORT

KOL-E-8 ÖFFNU NG SZ EITEN

Montag bis Freitag 9.00 bis 12.30 kanzlei@uzh.ch P SYCHOL OG ISCHE B E R AT U N G S S T E L L E — Die Psycho-

logische Beratungsstelle bietet kostenlose und vertrauliche Beratungen an für alle Studierenden und Doktorierenden von UZH und ETH. Das Angebot ist für verschiedene Arten von Problemen geeignet, seien es Prüfungsangst, akute Krise, schwierige Entscheidungsfindung oder persönliche Probleme bis hin zu Liebeskummer. Beraten wird auf deutsch, englisch, französisch, italienisch und spanisch. ORT

Plattenstrasse 28 www.pbs.uzh.ch Z ENTRAL E STUDIENBERATUNG — Die Zentrale Stu-

dienberatung bietet dir eine fach- und fakultätsübergreifende Beratung und Hilfe bezüglich Planung und Organi-

Uni-Stellen –41–


sation des Studiums, Prüfungsvorbereitung und Wahl oder Wechsel des Studienfaches an. Ausserdem findest du auf ihrer Website eine Auswahl an weiteren Links mit den spezifischen Studienfachberatungen jeder Fakultät oder sonstigen Beratungsangeboten. www.studienberatung.uzh.ch FACH S T E L L E ST UD I UM U N D B E H I N D E RU N G — Die Fach-

stelle Studium und Behinderung (FSB) setzt sich seit zehn Jahren für einen benachteiligungsfreien Zugang zur UZH für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung ein und strebt mit individueller Beratung die Beseitigung von Hindernissen an. Dieses Jahr feiert sie ausserdem seit März ein Jahr lang ihr 10-Jahr-Jubiläum mit spannenden Veranstaltungen. O RT

KOL-E-10 www.disabilityoffice.uzh.ch ST UD I E NF I NAN ZI E RUN G —

Wer Finanzierungssorgen während des Studiums hat, kann sich an die Studienfinanzierung wenden. Die UZH vermittelt Studierenden mit knappen Ressourcen Stipendien, Darlehen oder Härtefallkredite sowie Beratung in finanziellen Fragen an. Detaillierte Informationen findest du auf ihrer Internetseite. Lass dich im Zweifelsfall lieber beraten, du solltest nicht 70 Prozent neben dem Studium arbeiten müssen, sondern wirklich konzentriert studieren können. O RT

KOL-E-10 www.studienfinanzierung.uzh.ch

Z IMMER-U ND WO H N U N G S V E R M I T T LU N G — Die

Stelle der UZH und ETH vermittelt dir günstige und attraktive Wohnungs- und Zimmer­angebote in und rund um Zürich. Die Dienste stehen für Studierende gratis zur Verfügung, und auf der Website findet sich eine täglich aktua­­­lisierte Auflistung von Angeboten. Zum freien Download verfügbar ist ausserdem eine kleine Broschüre im PDF-Format mit zahlreichen weiteren nützlichen Tipps. ORT

Sonneggstrasse 27 (Parterre) www.wohnen.ethz.ch SP RACHENZ ENTRU M —

Das Sprachenzentrum bietet eine grosse Vielfalt von Sprachkursen an sowie Kurse für die obligatorische Ergänzungsprüfung (12 KP) Latinum/ Graecum der Philosophischen Fakul­ tät. Im Selbstlernzentrum kannst du dir Sprachen selbständig mit Hilfe zur Verfügung gestellter Materialien aneignen. Das Selbstlernzentrum bietet nebst den Materialien auch eine Fülle von DVD zur Einzelausleihe an. ORT

Uniturm Stock P www.sprachenzentrum.uzh.ch RECHTL ICHE FRAG EN —

Der Rechtsdienst der UZH kümmert sich um die rechtlichen Belange der Universität und tritt mit Studierenden selten in direkten Kontakt. Verstösse gegen die Disziplinarordnung der UZH wie Prüfungsbetrug oder Plagiate werden nicht vom Rechtsdienst behandelt, sondern von der

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Universitätsanwältin und vom Disziplinarausschuss. Prüfungseinsprachen und Rekurse gelangen in der Regel an die einzelnen Fakultäten; nur bei schwierigen Fragen wird der Rechtsdienst beigezogen.

den an, die bereits einen Auslandaufenthalt hinter sich haben, und führt regelmässig Informationsveranstaltungen zur Mobilität durch. www.int.uzh.ch A SVZ —

I N F OR MAT I K D I E N ST —

Bei VPN, Olat, Webmail und Spss verliert man schnell einmal den Überblick. Wenn auf deinem Computer das totale Unichaos ausbricht, ist der Informatikdienst dein Freund und Helfer. Beratung gibt es an der Rämistrasse, am Irchel, über die Helpline oder per E-Mail. Der Informatikdienst hat aber noch mehr zu bieten. Zum Beispiel Softwareund Antivirusangebote, eine Liste aller Computerarbeitsplätze und verschiedene hilfreiche Computerkurse – Achtung, diese sind zum Teil schnell ausgebucht!

Der ASVZ bietet eine grosse Auswahl an diversen Sport- und Freizeitaktivitäten sowie Kursen und individuellen Trainings- und Technikberatungen. So kannst du deinen Unialltag mit deinem ganz persönlichen Fitnessprogramm bereichern und für Ausgleich sorgen. Im Ratgeber, der neu auch als Gratis-App verfügbar ist, sind die angebotenen Sportarten von A bis Z aufgelistet, unter der Rubrik Börse findest du zudem diverse Austauschmöglichkeiten. Vom Tennispartner bis zum Moskitonetz ist alles im Angebot. www.asvz.ch

O RT

Zentrum: Rämistrasse 74, E-15 Irchel: 01-F-98 www.id.uzh.ch 044 634 33 33 A B TE I LUN G I N T E R NAT I O NA LE B E Z I E H U N G E N — Die Abteilung In-

ternationale Beziehungen unterstützt die Studierenden, die ein oder zwei Semester im Ausland verbringen möchten, sowie jene, die für ein oder zwei Semester nach Zürich kommen. Sie kann dir helfen, die fächerspezifischen Anlaufstellen zu finden und die vorhandenen Angebote für einen Auslandaufenthalt aufzuzeigen. Ebenso bietet sie eine Datenbank von Erfahrungsberichten von Studieren-

STARTU P @ U Z H —

Start-up, Leadership, Entrepreneur­ ship, was …? Tönt das alles etwas zu englisch, zu ökonomisch für dich? Startup@UZH hilft dir, in der komplizierten Welt des Unternehmertums Fuss zu fassen und mit den richtigen Leuten in Kontakt zu treten. Die Start-up-Plattform der UZH liefert nützliche Unternehmertipps und vernetzt Studierende und Doktorierende der Universität mit weiteren Dienstleistern, UZH-Entrepreneuren, Investoren, Fördervereinigungen und last, but not least, anderen interessierten Studierenden.

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ORT

Seilergraben 53 www.startup.uzh.ch


C A R E E R S ERVI C E S —

Nebst individueller Beratung für Studierende und Doktorierende bieten die Career Services auch Workshops und Informationsveranstaltungen an. Zudem gibt es viele nützliche Tipps mit Fokus auf die spätere Berufslaufbahn. O RT

Hirschengraben 60 www.careerservices.uzh.ch A LUM N I U Z H —

Ok, es ist noch etwas früh, um über dieses Thema zu sprechen, aber besser jetzt als nie: Die Alumniorganisationen stehen allen Absolventen und Absolventinnen der UZH offen und dienen dem Austausch zwischen ehemaligen Studis. Der Dachverband der Alumniorganisation umfasst derzeit 22 Mitgliederorganisationen, die regelmässig Veranstaltungen organisieren, an denen oftmals auch Studierende teilnehmen können – eine super Gelegenheit zum Netzwerkeln! Mitglieder erhalten zudem zahlreiche Vergünstigungen und Sonderangebote aus den Bereichen Freizeit, Medien, Karriere und Kultur.

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ALLEIN UNTER VIELEN Katja Baigger — OBWOHL DIE UNI VOLL VON MENSCHEN IST, DIE FREUNDE SUCHEN, FÄLLT DIE INTEGRATION IN ZÜRICH NICHT ALLEN LEICHT. AUCH IM VOLLGEQUETSCHTEN HÖRSAAL KANN MAN SICH ZIEMLICH EINSAM FÜHLEN.

Universitäten sind wunderbare Kontaktbörsen. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos: Bei der Gruppenarbeit oder beim Mittagessen in der Mensa – überall können Studierende viele neue, spannende Leute kennenlernen. Aus einem am Kantinentisch in die Runde geworfenen «Kommt jemand Kaffee trinken?» entstehen Flirts oder Freundschaften. Doch es gibt eine andere, dunkle Seite dieser Umtriebigkeit: die Einsamkeit. Sie kann ein dauerhaftes Gefühl sein, das wegen Bindungsmangels oder Heimwehs entsteht, sie kann Studierende auch plötzlich befallen, an Wochenenden oder beim Instituts-Apéro. Ein Germanist erinnert sich: «In den zwei Jahren, in denen ich in Zürich gewohnt habe, riefen die Masse an Studenten und die Anonymität im Universitätsbetrieb bei mir regelmässig Unbehagen hervor, das ich durch den Fokus auf die Studieninhalte zu kompensieren versuchte. Ich hätte gerne mehr Kontakte zu GleichgeUni-Stellen –45–


sinnten geknüpft, habe es jedoch mit meiner eher introvertierten Art nur punktuell geschafft, auf Fremde zuzugehen, und bin eher allein geblieben. Das hinterlässt im nachhinein betrachtet einen bitteren Nachgeschmack.» NUR NICHT SCHÜCHTERN SEIN

Ulrich Frischknecht, der Leiter der Psychologischen Beratungsstelle für Universität und ETH Zürich (PBS), rät Studierenden, die gerne mehr Kontakt hätten, Kennenlern-Situationen nicht aus Schüchternheit zu vermeiden. Es gilt im Gegenteil, sich einzubringen und Gruppen mutig zu fragen, ob man zum Essen mitkommen könne, um sich im Smalltalk zu üben. Von den Studierenden, die sich an der PBS beraten liessen, ist laut Frischknecht nur ein geringer Teil von Einsamkeit betroffen. Ein Viertel leide unter leistungsrelevanten Schwierigkeiten wie Prüfungsangst, die restlichen Personen hätten typische «Adoleszenz-Pro­ bleme» wie Beziehungsfragen. Es komme aber vor, dass ein Studierender mitten in den Semesterferien die PBS aufsuche, weil er sich einsam fühle. Die WG-Kollegen gingen einem Ferienjob nach oder seien auf Reisen. «Ich fühle mich allein und komme damit nicht zurecht», heisse es dann. Öfter als die beschriebene Situation erlebt Frischknecht, dass ausländische Studierende, die während des Semesters in einer Arbeitsgruppe integriert sind, in den Ferien plötzlich allein dastehen. Ausländer sind laut Frischknecht besonders gefährdet, zu vereinsamen. Manche studierten so eifrig, dass sie keine Zeit fänden, tragfähige BezieUni-Stellen –46–


hungen aufzubauen. Andere stellten sich unbeholfen an. «Die Schweiz ist ein hartes Pflaster, die Mundart ist eine Kontakthürde», sagt Frischknecht und fügt an, er höre häufig, dass die Schweizer nicht auf neue Freundschaften aus seien. Das fällt auch Matt auf, einem Deutschkanadier, der an der ETH Architektur studiert. Der 21jährige ist zum Lesen in den Lichthof der Universität gekommen. Doch, er habe sich auch schon einsam gefühlt, sagt er. Schnell würden am Hönggerberg Gruppen aufgrund kultureller Gemeinsamkeiten gebildet. Die Bündner schlössen sich mit Bündnern zusammen, die Walliser mit Wallisern. So habe er sich zu den Deutschen gesellt. EIN GROSSER LEIDENSDRUCK

Das Gefühl des Verlorenseins kann laut Frischknecht besonders in Übergangsphasen entstehen. Die Ursachen für Einsamkeit sind vielfältig. So können sie auch psychopathologischer Natur sein. Die PBS klärt ab, ob es sich um eine momentane Befindlichkeit handelt oder Einsamkeit schon länger Thema war. Einsamkeit kann aber auch bewusst gesucht werden. Daniela, die im Lichthof arbeitet, ist hin und wieder gerne für sich. Da man eines ihrer Nebenfächer nur in Bern studieren könne, sei sie sich wie eine Touristin zwischen den Universitäten vorgekommen. Das sei aber nicht schlimm gewesen, denn das musikwissenschaft­ liche Institut, wo sie ihr Hauptfach belegt habe, sei familiär. Wenn es ihr zu viel geworden sei mit dem Alleine­ lesen, habe sie einfach Lernzirkel gegründet. Uni-Stellen –47–


WO DER RUBEL ROLLT Robin Schwarzenbach — WER STUDIERT, MUSS MEHR ALS DIE SEMESTERGEBÜHREN FINANZIEREN KÖNNEN. WIRD DAS GELD KNAPP, KANN OFT AUCH DIE UNIVERSITÄT SELBST HELFEN.

Die erste Anlaufstelle für Studierende, die ihre Ausbildung nicht selber bezahlen können und von ihrer Familie nicht ausreichend unterstützt werden, ist der Wohnkanton der Eltern. Dort entscheiden kantonale Stipendienstellen darüber, ob sie Stipendien oder Darlehen gewähren und wie hoch diese allenfalls ausfallen. Als Grundlage dienen die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern sowie das persönliche Budget der Immatrikulierten. Doch jeder Kanton regelt das Stipendienwesen anders, die Beiträge fallen oft extrem unterschiedlich aus. Eine Richtlinie gilt aber überall: Es gilt das Prinzip der Subsidiarität – Studierende sollen sich also aus verschiedenen Quellen finanzieren. Darum ist es sinnvoll, sich bei mehreren Stellen um Gelder zu bemühen. Die Entscheidungsprozesse der kantonalen Ämter sind oft undurchsichtig und langwierig, häufig fällt die Entscheidung erst kurz vor BeUni-Stellen –48–


ginn oder bereits während des betreffenden Semesters. Nicht zuletzt darum haben auch die meisten Hochschulen eigene Stipendienstellen. In Zürich müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, damit Studierende auf einen Beitrag von der Universität hoffen können. Zum einen muss bereits ein Gesuch beim Kanton eingereicht worden sein. Überdurchschnittliche Noten sind hingegen keine Vor­ aussetzung. Doch es ist der Nachweis zu erbringen, dass das Studium auf gutem Wege ist. Grundsätzlich gilt, dass das steuerbare Einkommen der Eltern nicht mehr als 86 000 Franken betragen sollte – bei mehreren Kindern, die in Ausbildung sind, wird der Betrag um 6000 Franken pro Kind erhöht. Das Reinvermögen der Eltern sollte zudem nicht mehr als 300 000 Franken betragen. OHNE EIGENBEITRAG LÄUFT NICHTS

Bei der Universität anzuklopfen lohnt sich auf alle Fälle. Häufig prüft die Universität eingegangene Dossiers schneller und kann Geld vorschiessen, wenn sich das kantonale Amt viel Zeit lässt beim Entscheiden. Nicht selten ist die Universität auch wohlwollender, etwa bei Scheidungskindern, deren Väter nicht für die Erstausbildung aufkommen wollen. Hier zeigt sich die Universität oft grosszügiger als der verantwortliche Kanton. Doch man lasse sich nicht täuschen: Auch ein Beitrag der Universität kann und soll nur einen Teil eines studentischen Budgets abdecken. Die Universität Zürich geht davon aus, dass jeder Studierende in der Lage ist, Uni-Stellen –49–


einen Viertel der Lebenshaltungskosten selber zu bestreiten. In der Theorie entspricht dies einer Eigenleistung von etwa 500 Franken pro Monat. Stipendien können an der Universität Zürich bereits zu Beginn des Studiums beantragt werden – allerdings endete die Frist dafür bereits am 15. August. Realistischer sind die Chancen ab dem zweiten Semester; die entsprechenden Anträge müssen bis am 1. Februar gestellt werden. Neben Stipendien vergibt die Universität auch Darlehen, in der Regel aber erst in den letzten beiden Studienjahren. Im ersten Jahr nach dem Abschluss bleiben die Zuschüsse zinsfrei, danach werden die Beiträge mit 3,5 Prozent verzinst. Finanziert wird diese Unterstützung der Universität Zürich sowohl durch einen universitätsinternen Fonds als auch dank der Vermittlung von Stipendien, die von privatrechtlichen Stiftungen ausgerichtet werden. Da die Universität Zürich mit zahlreichen Stiftungen seit Jahren zusammenarbeitet und gut vernetzt ist, kann sie jeweils abschätzen, welche Geldquelle von welchem Studenten erfolgreich angezapft werden kann. WEITERE GELDQUELLEN

Neben der mittelfristigen Unterstützung bietet die Universität auch Härtefallkredite an, wenn es einen vor­­übergehenden Engpass rasch zu überbrücken gilt. Diese Kredite können auch sehr kurzfristig gesprochen werden, sind allerdings auch schnell wieder fällig. Finanzielle Unterstützung gibt es auch bei einem Auslandaufenthalt. Austauschprogramme und die MoUni-Stellen –50–


bilitätsstellen der Hochschulen können spezifische Geldquellen aufzeigen. Darüber hinaus vermittelt der Stipendiendienst der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus) sogenannte Regierungsstipendien für rund 40 Länder. Es wird dringend geraten, die Bewerbungen für einen Studienplatz und für ein Stipendium parallel anzugehen.

B E R AT U N G S A N G E B O T E

KURZBERATUNG Zur Klärung kurzer Fragen kann man die Beratungsstelle Studienfinanzierung jeweils von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr 30 anrufen (044 634 22 04), persönlich besuchen (KOL-E-10, Rämistrasse 71) oder per E-Mail anschreiben (studienfinanzierung@ad.uzh.ch).

UMFASSENDE BERATUNG Nach telefonischer Terminvereinbarung führt die Stelle ausführliche Beratungsgespräche durch. Dazu muss man folgende Unterlagen mitbringen: Steuererklärung und definitive Steuerrechnung der Eltern (aktuellste Unterlagen) • Eigene Steuererklärung und definitive Steuerrechnung (aktuellste Unterlagen) • Kantonale Stipendienentscheide • Aktuelle Leistungsübersicht der Studienleistungen • Kontoauszug der letzten 6 Monate (nur ausländische Studierende) Uni-Stellen –51–


ALEXANDRA, 6. SEMESTER RECHTSWISSENSCHAFTEN


DER ÜBERALL-CAMPUS

KOL, AND, SOC oder RAI – handelt es sich hier um merkwürdige Tippfehler oder um seltene Krankheiten? Nein, es sind Raumbezeichnungen. Nur helfen sie an der UZH meistens nicht weiter, wenn man nicht bereits einen grösseren Überblick hat. Der Campus der UZH reicht vom Zentrum an der Rämistrasse über den Irchel bis nach Oerlikon neben dem Bahnhof und bald sogar nach Altstetten; die Universität ist überall, und doch findet man am Anfang nichts. Tausende von Stühlen in Hunderten von Vorlesungssälen, Sofaecken, Bankautomaten, Bibliotheken und Sportgeräte füllen den Campus. In einer Vielfalt von Räumen stehen dir alle Möglichkeiten offen, wenn sie nicht gerade geschlossen sind. Wie und vor allem wo du dein studentisches Leben verbringen kannst, erklären dir die nächsten Seiten.

Räume –53–


UNITURM

Räume –54–


ZENTRUM

Räume –55–


AFL OERLIKON

Räume –56–


IRCHEL

Räume –57–


leitung findest du auf der Homepage der Informatikdienste unter «Neu an der Uni?». www.id.uzh.ch

WO IST WAS?

ZWISCHEN DEN STANDORTEN

VA L ID I E R S TATI O N E N

Immer zu Beginn des neuen Semesters, innerhalb von zwei Wochen, musst du die Validierung deiner Legi an einer der 14 Validierstationen der UZH vornehmen. Einen Plan mit allen Validierstatio­ nen findest du auf der Homepage der Uni. www.uzhcard.uzh.ch CO M P UT E R R ÄUME UN D D RUC K E R

Öffentliche Computerarbeitsplätze findest du überall an der Uni. Je nach Studiengang werden weitere Arbeitsplätze für die Angehörigen des jeweiligen Instituts zur Verfügung gestellt. Zwei praktische Übersichten findest du auf der Homepage der ZSUZ und bei den Informatikdiensten unter dem Link Arbeitsmöglichkeiten. www.campuswelt.ch www.id.uzh.ch WL A N

Mit deinem UZH-Shortname und Passwort kannst du dich frei ins Internet der Uni einloggen. Mit dem Remote-Access-VPN-Client der UZH kannst du ausserdem gratis die Hotspots an öffentlichen Orten brauchen wie Bahnhöfen, Hotels, Flughäfen, aber auch am Bahnhofplatz Zürich, am Bellevue oder sonst überall in der Schweiz. Die Konfigurationsan-

TRAMSTATIONEN Z ENTRU M

ETH/Universitätsspital von oben oder Neumarkt von unten IRCHEL

Milchbuck (für einen schönen Spaziergang durch den Irchelpark), Universität Irchel (wenn du spät dran bist) OERL IKON (BIN/AND)

Leutschenbach

P OLYBÄHNL I

GA und ZVV-Pass sind auf der Polybahn gültig. Einfache Fahrt: 1.20 Fr.

SHU TTL EBU S

In den halbstündigen Pausen am Morgen und Nachmittag verkehren Gratisbusse zwischen dem Zentrum und dem Standort Oerlikon (AND).

Räume –58–

ABFAHRT Z ENTRU M

Künstlergasse 09.55 und 15.55

ABFAHRT OERL IKON

Binzmühlestrasse unterhalb Fussgängertunnel 09.50 und 15.50


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Campus statt Haifischbecken Wir bieten Orientierung und Übersicht im Hochschul-Teich. Surfe durch Tipps, News, Witziges und Wichtiges auf campus.nzz.ch und facebook.com/NZZcampus. PS: Studenten erhalten das Abo der «Neuen Zürcher Zeitung» und der «NZZ am Sonntag» mit 40% Bildungsrabatt.


oben am Rand sitzt, sollte seine Wasserflasche in Sicherheit bringen. Sonst weckt man den Studenten unter sich auf.

LERNPLÄTZE

ORT

Irchel, Winterthurerstrasse 190

F Ü R S P O R T L IC H E —

Die Zentralbibliothek. Wer sich gerne um viertel vor acht vor dem Eingang an Mitstreiter kuschelt, um pünktlich bei Türöffnung loszusprinten, dann mit Freude seine Taschen in einen Spind und sich selbst auf einen Tisch wirft, ist hier richtig. Gute Laufund Wurftechnik sowie Teamstrategie (einer die Taschen, der andere die Tische) sind hier unbestritten von grossem Vorteil.

FÜ R MIKROWEL L ENF R E U N D E — Das Careum. Besitzt

eine der seltenen Mikrowellenoasen. Der Aufenthaltsraum ist perfekt für Lerndrückeberger; Automatenkaffee für ein Schwätzchen, Sofas für ein Nickerchen. Aber auch zum Lernen gut (im Bibliotheksteil). Und spassig: Schnitzeljagd aufs Klo machen. Wenn du im Careum 2 landest, bist du falsch. ORT

Nähe Zentrum, Gloriastrasse 16

O RT

Nähe Zentrum, Zähringerplatz 6 F Ü R S PÄT Z Ü ND E R —

Die Studienbibliothek. Die gemütlichste aller Bibliotheken wird bis Januar 2014 renoviert. Wer bis dahin geschlafen hat; dort schläft es sich auch gut. Und sogar länger als in der nahe gelegenen Forschungsbibliothek. Die Bibliothek eignet sich aber auch ausgezeichnet zum Umsetzen der Neujahrsvorsätze. O RT

Irchel, Strickhofstrasse 35

FÜ R MEDIZ INER ( U N D K L E I N K R I M I N E L L E ) — Das

Careum 2. Rein kommt man da nur mit Medizinerlegi. Wer eine kriminelle Ader hat und böse Blicke nicht scheut, kann’s aber auch ohne probieren. Man braucht dazu einen Medizinerkollegen oder eine gute Ich-roll-mich-wie-ein-Schatten-mitrein-Technik. Kann während der Lernphase der Mediziner (also September bis Juli) aber böse enden. ORT

Nähe Zentrum, Gloriastrasse 16

F Ü R H A R D CO RE S U N D M Ö C H T E G E R N E — Die For-

schungsbibliothek (FBI). Wer kein Medizin- oder Biostudent ist: bitte noch ein paar Extrabücher einpacken. Sonst schämt man sich. Erst, wer das Lampeneinstellen raushat, ist richtig mit dabei. Achtung: Wer

FÜ R Ü BERFL IEG ER —

Der Uniturm. Die riesigen Säle bieten für alle Platz, die im Zentrum herumlungern. Okay, war jetzt sarkastisch gemeint. Die putzigen Räume im K und L locken aber mit Aussicht und einem Flair von Ja-ich-kenn-mich-

Räume –60–


hier-aus! Für ein Nickerchen zwischendurch gibt’s den Relaxraum nebenan. O RT

Uniturm Zentrum, Stock K und L F Ü R KO F F E I N A B H Ä N G I G E — Starbucks. Wer sich

auch mal gerne überteuerte Kalorien und Koffein reinzieht und für alles andere zu spät aufgestanden ist, kann die amerikanische Wirtschaft unterstützen. Man ist auch kaum bösen Personalblicken ausgesetzt, wenn man fünf Stunden später noch am gleichen Frappuccino schlürft. O RT

Central, Bellevue, einfach überall F Ü R N E ST HO C K E R —

Bei Mami lernt es sich immer noch am besten. Man muss sich nicht ums Essen kümmern, kann den ganzen Tag in Sweatpants und dem fleckigen Shirt von vorgestern rumhängen und bekommt motivierende Kommentare, wenn man seit drei Stunden konzentriert Serien schaut.

FÜ R ROMANTIKER —

Bei dem Freund / bei der Freundin. Dieser Lerntyp ist ideal, wenn beide lernen müssen. Ansonsten etwas stressig für den Partner (nur für Pärchen mit genug Nerven geeignet). NICHTS FÜ R A L L E R G I K E R — Irchelpark. Hier

kann man braun werden und nebenbei noch lernen. Zumindest im Sommer. Und wenn einem die Lern­ aggression packt, kann man gleich eine Runde joggen. Oder Joggern Stöcke in den Weg werfen und böse kichern. Das Ganze geht übrigens auch am Zürichsee. FÜ R L A STS E CO N D - L E R N E R — Im Tram (kurz

vor der Prüfung). Einsteigen, ausbreiten, das Gelernte noch einmal ganz laut vor sich hersagen – oder singen. Dann bleibt auch der Nebenplatz frei. Vor dem Aussteigen fünf Minuten eine Siegerpose einnehmen (zum Beispiel Superman). Ist gut fürs Selbstbewusstsein.

F Ü R E RO BE RE R —

Bei Freunden. Klingeln, Platz erobern, ausbreiten (für den Überraschungseffekt kann man das Klingeln auch weglassen). Je nachdem, wie eng die Freundschaft und wie kurz der Weg ist, kann man hier auch das Pyjama anbehalten. Perfekt auch für Leute mit zu vielen sozialen Kontakten; so kann man ganz effizient abbauen.

Räume –61–


TU RMKÜ CHE —

STUDENTISCHE RÄUME R AUM R E S E RVAT I O N —

Du organisierst eine Vollversammlung, hast einen regelmässigen Lesekreis oder brauchst sonst einen Raum an der Uni? Du kannst als Studi Stellwände, Flyeraktionen oder Räume bewilligen lassen. Du findest entsprechende Formulare im KOL-E-1 und kannst sie dann bei der Hörsaaldisposition im KOL-E-23 vorbeibringen. OA S E —

Es gibt an der UZH einen einzigen studentisch selbstverwalteten Raum: die Oase. Vor allem vom Fachverein Geschichte wird sie benutzt, aber auch andere eingeweihte Studierende schreiben sich gerne für Sitzungen ein, ziehen sich in die Oase für ruhiges Lernen zurück oder benutzen sie für einen gemütlichen Filmabend. O RT

KO2-G-289 MU S I K Z IM M E R —

Du willst Geige lernen, aber dein Mitbewohner hat die Tonleitern zur Genüge gehört und schmeisst dich aus der WG? Kein Problem. An der Uni kannst du Musikräume reservieren mit Klavier und ohne Lärmklagen. Google deine Möglichkeiten.

Der Uniturm hat nicht nur die schönste Aussicht über Zürich, sondern auch zwei der schönsten studentischen Lernräume. Im Uniturm kann man sogar für studentische Anlässe eine Küche reservieren und Anlässe mit selbstgekochtem Essen feiern! Das funktioniert gleich wie bei den übrigen Räumen. ORT

KOL-K-1 VSU Z HR ÄU M L I C H K E I T E N — Willst du in

die Höhle des Löwen? Da gibt es einen Sitzungsraum mit wunderschönem altem Tisch, das Büro des VSUZH-Vorstandes und die Studilounge, Palme, Sofas, Kaffeeautomat und Bistrotischchen. Es lohnt sich, einmal bei uns vorbeizuschauen! Im Sommer lockt der Garten. ORT

RAD-04 A SVZ REL AX —

Konntest du in der Vorlesung wieder mal nicht schlafen? Hoch über Zürich, mitten in der Uni, gibt es einen Schlafraum. Klangliegen, Chi-Schüttler und andere entspannende Liegestätten sind manchmal der richtige Ort für eine Pause. Und keine Angst vor dem Verschlafen, du wirst sogar geweckt!

O RT

RAI, Irchel und ETH musikzimmer@del.uzh.ch Räume –62–

ORT

KOL-L-1


DER CAMPUS VON MORGEN Ronald Schenkel — UNIVERSITÄTEN BRAUCHEN LAUFEND NEUE RÄUME. IN BASEL HAT MAN SICH IN EXPERIMENTEN AN NEUE FORMEN HER­ ANGETASTET UND THESEN AUFGESTELLT, DIE AUCH IN ZÜRICH BEACHTUNG FINDEN SOLLTEN.

Es ist überall das Gleiche: Studierende auf der Suche nach einem Platz zum Lernen, im Gepäck neben Büchern, Ordnern und Laptop auch Verpflegung und Sportausrüstung. Hin und wieder sehnen sie sich nach weniger reglementierten Orten als der Bibliothek, doch in der Cafeteria ist der Tisch bereits mit dem halben Reisegepäck total zugedeckt! Und WLAN hat es auch keines! Hat man genug Platz und Internetzugang gefunden, muss man leider mit prekären Lichtverhältnissen und anderen atmosphärischen Nachteilen vorliebnehmen. Den idealen Lernort gibt es eben nicht. Räume auf dem Campus scheinen aus der Zeit her­ ausgewachsen zu sein. Kein Wunder, wurden unsere Universitäten doch in einer Epoche konzipiert, als Lehre ex cathedra die Norm war, als Internet noch nicht erfunden und Austausch zwischen Studenten nur beim Bier am Stammtisch vorgesehen war. Doch auch viele Neubauten pflegen noch diese althergebrachte Kultur. Räume –63–


Aber muss man sich angesichts wachsender E-Learning- Angebote noch Gedanken über Räume auf dem Campus machen? Man muss, so die Überzeugung an der Universität Basel, wo zahlreiche Workshops und Raum­experimente durchgeführt wurden. DAS ERGEBNIS: SECHS THESEN

These 1: «Der Campus dient nur dem ‹halben› Lernen.» Die These geht davon aus, dass der Campus heute einseitig auf das Lernen als Aneignung ausgerichtet ist. Räume für das Lehren und Lernen durch Enkulturation und Partizipation fehlen. Nötig sind aber auch Grenzen, also etwa Räume, die exklusiv einem Fach zur Verfügung stehen. Ausserdem werden Studierende noch zu wenig als Teil der Hochschule begriffen, sondern lediglich als Gäste. Ihnen sollten, so die Forderung, mehr Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt werden. These 2: «Auf Lernwanderer ist die Universität nicht eingerichtet.» Studierende verbringen viel Zeit auf dem Campus und wechseln mehrmals täglich den Ort. Die Universität sei zum Lern- und Lebensort geworden. Gleichzeitig durchdringe das Lernen andere, private Räume. Schliesslich sei Lernen auch ein Aspekt der Mobilität, der physischen wie der virtuellen. Das hat ebenfalls Auswirkungen auf Raumdispositionen. Es verlangt aber zudem nach virtuellen, auch von mobilen Geräten abrufbaren Plattformen. Jederzeit, von überall her. These 3: «Vielfalt braucht Flexibilität.» Die Zusammensetzung der Studierenden wird immer heterogener. Mit flexiblen Räumen soll darauf reagiert werden. Räume –64–


Zudem sollte klarer werden, wozu Räume tatsächlich genutzt werden können und dürfen. These 4: «Problem erkannt, Problem gebannt!?» Zu rasch greife man an Unis zu pfannenfertigen Lösungen. Oder man erkenne zwar die Probleme, fühle sich aber nicht verantwortlich für die Lösungen. Mit dem Einbezug möglichst vieler Personen und mit zusätzlichen Feedbackschlaufen könnte man dem entgegenwirken. These 5: «Innovation und Kreativität erfordern Freiräume.» Anstatt auf einen Zweck eingerichteter Räume brauche es mehr flexiblen Raum, der unterschiedlichen Bedürfnissen dienen könne. Das gelte auch für virtuelle Räume, wo anstatt komplexer und überfrachteter Plattformen mit «kleinen» Werkzeugen für je eine Funktionalität gearbeitet werden sollte, die dann im «noch leeren» virtuellen Raum frei kombiniert werden könnten. These 6: «Es ist ja vieles da, aber keiner weiss, was und wo.» Die Informationsflut an den Unis muss stärker gesteuert und portioniert werden. Besser wäre zudem, auf Erlaubtes hinzuweisen, als Verbote auszusprechen. Gegen die Thesen und die daraus abgeleiteten Forderungen wurde an der Basler Podiumsdiskussion zum Thema nicht opponiert. Einzig eine Dozentin zeigte sich besorgt, dass man nun Räume schaffe, die kein konzentriertes Lernen mehr erlaubten. Dies leiste dem Trend Vorschub, den sie schon länger beobachte: Studierende wollen nicht mehr denken. Doch Bologna hat dazu geführt, dass häufiger unter dem Aspekt der Optimierung gelernt wird. Wer optimieren muss, darf auch eine Infrastruktur erwarten, die dabei hilft. Räume –65–


M E R E T, 6 . S E M E S T E R P H I L O S O P H I E


DIE FERNE RUFT

Im Studium geht es nicht nur darum, sich möglichst viel Wissen anzueignen. Genauso wichtig ist es, neue Erfahrungen zu machen, Kontakte zu knüpfen oder unvorhergesehene Hürden zu meistern. All das ist während eines Austauschsemesters oder -jahrs an einer anderen Universität natürlich viel spannender als zu Hause! Doch bevor es losgeht, stellen sich vielen Studierenden ganz ähnliche Fragen: Werde ich mich zurechtfinden? Kann ich in einer fremden Sprache studieren? Gewöhne ich mich rasch an die kulturellen Unterschiede, will ich das überhaupt? Werde ich einsam sein? Diese Fragen machen aber auch den Reiz eines Auslandaufenthalts aus. Obwohl du vielleicht noch nicht sicher bist, ob ein Mobilitätssemester das Richtige für dich ist, soll dir eines gesagt sein: noch kaum jemand hat das Wagnis je bereut.

Mobilität –67–


FACHABKOMMEN —

DIE VIER DIMENSIONEN DER MOBILITÄT U NI - M OB IL —

Für ein Mobilitätssemester oder -jahr muss man zwingend ins Ausland. Auch innerhalb der Schweiz kann man eine Weile an einer anderen Universität studieren. So kannst du in Lausanne oder Genf deine Französischkenntnisse perfektionieren oder eine Weile in Bern oder Luzern bei anderen Dozierenden deinen Horizont erweitern. Auch bei Innerschweizer Mobilität solltest du dich im voraus genau informieren, welche Module in welchem Umfang angerechnet werden, da sich der Aufbau der Studiengänge an den Universi­ täten zum Teil stark unterscheidet. E R A S M US —

Erasmus ist das europäische Abkommen, das den Austausch zwischen den Hochschulen erleichtern soll. Bei einem Auslandaufenthalt mit dem Erasmus-Programm bleibst du an deiner Heimuniversität eingeschrieben und zahlst an dieser deine Semestergebühren. Die UZH hat mit einer Vielzahl von anderen Universitäten Verträge abgeschlossen, die den Austausch regeln. Meistens sind die Plätze beschränkt, also frühzeitig organisieren! Erasmus bietet Stipendien an, die zur Finanzierung beitragen. Mehr Infos im Artikel zu Erasmus (gleich gegenüber).

Ausserhalb des Erasmus-Programms haben die einzelnen Fakultäten eine Vielzahl von Fachabkommen mit anderen Universitäten abgeschlossen. Diese werden meistens mit Universitäten ausserhalb Europas vereinbart. Wichtig ist auch bei dieser Art des Auslandaufenthalts, dass du bereits vor der Abreise mit der UZH ein Learn­ing Agreement abschliesst. Darin wird festgelegt, in welchem Umfang die im Ausland erbrachten Leistungen in Zürich angerechnet werden. An einigen Fakultäten gibt es auch spezielle DoppelmasterPro­gramme oder sogenannte Joint Degrees, die vorsehen, dass die Hälfte des Masters im Ausland absolviert wird und du entsprechend Abschlussdiplome beider Universitäten erhältst. SEL BSTÄNDIG U N T E RW E G S — Auch wenn es kein

Fachabkommen mit deiner Wunschuniversität gibt, kannst du dich dort vielleicht als Gaststudent einschreiben. Die Möglichkeiten unterscheiden sich diesbezüglich aber von Hochschule zu Hochschule teilweise sehr stark. Du muss selbst eruieren, welche Aufnahmevoraussetzungen erfüllt werden müssen, wie es sich mit den Studiengebühren verhält und ob die UZH Leistungen anrechnet. Auch wenn du bei dieser Form des Auslandaufenthalts grundsätzlich auf dich alleine gestellt bist, kann dir die Abteilung Internationale Beziehungen teilweise weiterhelfen. www.int.uzh.ch

Mobilität –68–


MIT ERASMUS UNTERWEGS Eva Hirschi — AUSLANDABENTEUER UND PLUSPUNKTE AUF DEM CV IN EINEM? DANN KLOPF BEI ERASMUS AN. DOCH DAMIT ES KLAPPT, MUSS MAN EINIGES BEACHTEN.

Am Strand in Barcelona statt in der Zentralbibliothek lernen, in Berlin Kreuzberg ausgehen statt an der Langstrasse? Erasmus macht’s möglich. Dank dem Austauschprogramm für europäische Hochschulen kann man während eines bis zweier Semester eine Gast­ universität im Ausland besuchen. Ziel des Programms ist die Förderung der Mobilität, des interkulturellen Austauschs sowie der sprachlichen und akademischen Kompetenzen. Nicht zuletzt ermöglicht es aber auch persönliche Erfahrungen, verbunden mit Reisen, Feiern und neuen Freundschaften. Beteiligt an Erasmus sind alle EU-Staaten sowie die EFTA-Staaten Norwegen, Island, Liechtenstein, die Schweiz und der EU-Beitrittskandidat Türkei. Im Studienjahr 2011/12 absolvierten über 2600 Schweizer Studierende ein Erasmus-Semester, Tendenz steigend. Die Universität Zürich hat Verträge mit über 200 Partneruniversitäten in rund 50 Fächern. Mobilität –69–


Bis zur Abreise muss man sich allerdings durch einen Bürokratiedschungel kämpfen. Termine müssen zwingend eingehalten und Dokumente rechtzeitig eingereicht werden. Ist die Wunschdestination gewählt, kann man sich via Onlineformular anmelden, in einem zweiten Schritt reicht man alle verlangten Dokumente per Post ein. Die Abteilung Internationale Beziehungen nominiert nach der Anmeldung die Anwärter für den Austausch, definitiv entscheidet aber die Partner­ universität. Danach stehen weitere organisatorische Aufgaben an: Aufenthaltsbewilligung, Krankenversicherung, Bankkonto und Unterkunft muss man selber organisieren. Ein Erasmus-Austausch ist nicht mit einem Sprachaufenthalt zu verwechseln, die erforderlichen Sprachkenntnisse sind eine Voraussetzung, und oft fordert die Gastuniversität einen entsprechenden Nachweis. Das Sprachenzentrum der Universität und der ETH Zürich bietet Kurse an, die auch mit Diplomen abgeschlossen werden können. Für die Integration im Gastgeberland sorgt das Erasmus Student Network (ESN). Das Ziel des Netzwerks ist es, den Studierenden Kultur, Bräuche und Menschen im Gastland näherzubringen. ESN organisiert häufig Wochenendtrips und veranstaltet Studentenparties. Ein Erasmus-Semester ist nicht zuletzt auch eine tolle Gelegenheit, sich ein internationales Netzwerk aufzubauen.

Mobilität –70–


W I E G E H E I C H VO R ?

DIE RICHTIGE UNI WÄHLEN Erasmus-Verträge bestehen auf der Ebene der Fächer – Soziologen haben also andere Möglichkeiten als Juristen. Man kann sowohl Verbindungen des Hauptfachs wie auch der Nebenfächer für den Austausch nutzen. Online finden sich auf der Erasmus-Seite der Uni sowohl nach Fächern sortierte Listen der Verträge wie auch Erfahrungsberichte von «Heimkehrern».

ALLE TERMINE EINHALTEN Die Anmeldetermine liegen je nach Fach zwischen November und März. Unter Umständen muss man sich also bereits neun Monate vor Abreise anmelden. Deshalb: frühzeitig mit der Planung beginnen. Erasmus-Aufenthalte sind ab dem 3. Studiensemester möglich.

LEARNING AGREEMENT AUSHANDELN Die im Ausland erbrachten Studienleistungen können an das Studium angerechnet werden. In Absprache mit der jeweiligen Fachkoordination wird vor dem Austausch ein Studienvertrag, ein sogenanntes Learning Agreement, unterzeichnet. Dieses regelt, welche Kurse besucht und wie viele ECTS-Punkte anerkannt werden.

DIE FINANZIERUNG KLÄREN Während des Erasmus-Aufenthaltes bleibt man in Zürich immatrikuliert und bezahlt weiterhin die hier üblichen Studiengebühren. Vor allem bei einem Austausch in Länder mit hohen Gebühren wie England ist das sehr vorteilhaft. ErasmusStudenten erhalten zudem in der Regel ein Stipendium von durchschnittlich 250 Euro im Monat.

Mobilität –71–


GETRENNT UND ZUSAMMEN Cosima Gill — DIE FORDERUNG NACH MOBILITÄT BEDEUTET FÜR VIELE PAARE TRENNUNG AUF ZEIT. DOCH EIN ERASMUS-SEMESTER ODER -PRAKTIKUM IM AUSLAND MUSS NICHT DAS ENDE DER BEZIEHUNG SEIN. ZWEI PAARE ERZÄHLEN ÜBER IHRE ERFAHRUNGEN.

«An seinen Abflugtag erinnere ich mich noch ganz genau, es war der 16. September», sagt Christina. «Es war einer der schlimmsten Tage überhaupt.» 9400 Kilometer trennten das junge Paar von diesem Tag an für knapp ein Jahr. Falk arbeitete für rund 10 Monate in der Entwicklungshilfe in Kolumbien, während seine Freundin Christina zurückblieb und studierte. Am Tag seines Abflugs war nicht klar, wann sie sich das nächste Mal wiedersehen würden. Nur einer Sache waren sie sich sicher: Sie wollten zusammenbleiben. «Ganz oder gar nicht», fanden beide. Eine offene Beziehung stand nie zur Debatte. Um die Nähe in der Beziehung trotz der Distanz zu bewahren, haben beide täglich geskypt. Los ging das Gespräch um punkt 17 Uhr Ortszeit in Cali (KolumMobilität –72–


bien), was bedeutete, dass es in Europa bereits gegen Mitternacht war. Das tägliche Online-Rendez-vous war für beide nicht unproblematisch. Christina hat ihren Tagesrhythmus umgestellt und ist abends lange wach geblieben, während Falk oft Mühe hatte, eine funktionierende Internetverbindung zu finden; Stromausfälle in der drittgrössten Stadt Kolumbiens sind leider keine Seltenheit. SPAGAT ZWISCHEN KONTINENTEN

Das Ergebnis: Der 21jährige Entwicklungshelfer musste quer durch die Stadt rasen und ein funktionierendes Internetcafé auftreiben, damit er um punkt 17 Uhr skypen konnte. «Das war mein einziger fester Termin, sonst konnte ich problemlos in den Tag hineinleben», erzählt Falk und fügt hinzu: «Obwohl man weg ist, lebt man nicht ganz unabhängig und ist immer noch an seine Heimat gebunden.» Der Spagat zwischen der Neuen und der Alten Welt war nicht immer einfach. Für seine Freundin Christina gab es andere Probleme. Sie fühlte sich hängengelassen, auch wenn sie eigentlich nachvollziehen konnte, warum ihr Liebster ins Ausland gegangen war. Und anfangs war die Einsamkeit ein grosses Problem. Besonders abends und in der Vorweihnachtszeit vermisste sie ihren Freund. Das lange Warten hatte nach sieben Monaten endlich ein Ende. Die Studentin flog zu ihrem Freund nach Kolumbien. Sie fand es sehr wichtig zu wissen, wo der Partner war und was er genau machte. Nach ihrer Rückkehr vergingen die letzten Monate rascher, bis Falk endlich wieder Mobilität –73–


zurückkehrte. Heute leben die beiden wieder zusammen. Die Trennung habe sie als Paar stärker gemacht, glauben sie. BOHRENDE EIFERSUCHT

Kart und Lucie hingegen wissen noch nicht, wie es mit ihnen weitergehen wird. «Seit meine Freundin zu ihrem Aufenthalt in England aufgebrochen ist, bin ich eifersüchtig; sie lebt dort gemeinsam mit einem männlichen Au-pair in einer Familie», sagt Kart. Zwar hat der 26jährige Genfer irgendwann erfahren, dass auch der Au-pair-Kollege aus Tschechien eine Freundin in seiner Heimat hat. Doch die Vorstellung von zwei jungen Menschen weit weg von ihren Partnern gemeinsam unter einem Dach kann er nicht verdrängen. Kart kennt Lucies Mitbewohner bis heute nicht persönlich. Denn bisher hat Kart seine Freundin nicht besucht. Zum einen müsste eine Reise genau mit der Gastfamilie abgesprochen werden, und zum anderen verfügt seine Freundin nur über wenige freie Tage. Einmal haben sich die beiden wiedergesehen, als Lucie für 10 Tage nach Genf zurückkam. «Als Lucie ihr Umfeld noch nicht so gut kannte, haben wir jeden Tag geskypt», erzählt Kart, «seit sie sich besser eingelebt hat, haben wir ein wenig nachgelassen.» Heute skypen die beiden etwa alle drei Tage, dafür dann aber einige Stunden lang. Nur manchmal gibt es längere Unterbrechungen: «Wenn wir uns streiten, warten wir einige Tage, bis wir uns erneut kontaktieren», sagt der Masterstudent. Nach der Versöhnung achtet Mobilität –74–


Kart dann sehr genau auf seine Wortwahl beim Telefonieren, um nicht erneut einen Streit auszulösen. Ein weiteres Problem für Kart ist der fehlende Körperkontakt. Er vermisst einfach die Nähe seiner Freundin. Die beiden hoffen nun, bald wieder in Genf zusammenleben zu können. Ob das klappt, steht allerdings in den Sternen. Kart beendet zurzeit seinen Wirtschaftsmaster und sucht einen passenden Job, während seine Freundin erst im kommenden Jahr mit dem Master beginnt. Eine gemeinsame Zukunft ist noch keine Gewissheit. POSITIVE NEBENWIRKUNGEN

Kart sieht jedoch nicht nur die negativen Seiten der Trennung: «Früher haben uns unsere Freunde nur noch zusammen gesehen und uns ausschliesslich als Paar wahrgenommen», sagt er. Heute könnten sich beide Partner wieder individueller entwickeln und eigene Lebenserfahrungen sammeln. «Ausserdem muss man heute akzeptieren, dass man sich im Leben öfter einmal für mehrere Wochen oder Monate voneinander trennt», resümiert der Genfer nüchtern, «man kann nicht jedes Mal weinen, wenn der Partner eine Zeitlang weg ist. Mobilität gehört heute zu den Anforderungen dazu!»

Mobilität –75–


N I C O L A S , 7 . S E M E S T E R I N F O R M AT I K


ÜBERLEBENSCAMP UZH

Steinzeitmenschen und Studierende haben zwei Dinge gemeinsam: Sie müssen beide sammeln und jagen, um zu überleben. Sammeln muss der Student vor allem eines: ECTS-Punkte (danke, Bologna!). Jagen ist vielfältiger: Studentinnen jagen nach einem Platz im Lieblingsseminar, in der Mensa, oder einer günstigen Wohnung. Einige jagen gezielt mit ausgeklügelten Strate­ gien, andere rennen eher kopflos durch die Gegend. Etwas Kopflosigkeit hat zwar noch keinem geschadet, aber wenn der grosse Hunger kommt, rettet euch dieser Survival-Guide: Mit ihm findet ihr die besten Mensen, die geheimen Restaurant-Hotspots für Studierende, die günstigsten Drinks. Und er hat noch mehr zu bieten: Überbrückungshilfen für langweilige Vorlesungen, Fährten zu den kuscheligsten WGZimmern oder den aufregendsten Jobs. Und vor allem sagt euch der SurvivalGuide, wann Ferien sind. Survival –77–


ESSEN GLEICH UM DIE ECKE

für den Studirabatt nicht vergessen. Den so gesparten Franken kann man dann gleich wieder als Trinkgeld für die netten Leute vom Service dalassen. Das «Hot Pasta» sucht übrigens regelmässig nach weiteren netten Leuten für den Service. ORT

Universitätstrasse 15 F Ü R B LUM I GE BRO T E —

Das «Basilikum» lässt Romantiker­ herzen höher schlagen. Etwas versteckt gibt es hier leckere Brote nach dem Subway-System (nur viel, viel besser). Mitten im Blumenladen kann man sich zurücklehnen, Blütenduft schnuppern und futtern. Unser Tipp: ein Stück Mohnkuchen zum süssen Ausklingen! O RT

Haldenbachstrasse 2

FÜ R MÖBEL U ND MAROKKANISCHEN RÜ E B L I S A L AT — Lust auf Tapeten-

wechsel? Dann ist «My Place» or your place keine Frage mehr. Ein Salat, Ciabatta, Kaffee oder doch ein Stuhl? Im «My Place» kann man nicht nur Essen kaufen, sondern auch die Möbel. Das Tolle daran: Bei jedem Besuch sieht «My Place» ein bisschen anders aus. ORT

Hottingerstrasse 4

F Ü R PA S TA - PA SSI O N E N —

Im «Tschingg» gibt’s Pasta für Geniesser, Eilige und das kleine Budget. Nicht nur die phantasievollen Tagesmenus, auch Gelati und Fruchtsäfte sind buonissimo. Wer wenig Zeit oder keinen Platz hat, kann seine Pastabox gleich wieder mit an die Uni nehmen. Im Angebot sind auch Spezialitäten für Zuhause. Damit bringst du selbst den grössten Gourmet deiner WG ins Schwärmen. Oder dein Herzblatt zum Schmelzen.

FÜ R FREILU FTFANATIKER — Der Crêpes-Stand auf

dem Hirschenplatz im Niederdörf­ li verlockt (wenn die AFrEZ gerade nicht zur Stelle ist) zu süssen und salzigen Imbissen, die man ein paar Schritte weiter auch an der Limmat geniessen kann. Die Leckereien gibt es ab 5.50 Franken. ORT

Kreuzung Spitalgasse / Niederdorfstrasse

O RT

Oberdorfstrasse 2 FÜR HEISSE PA S TA - PA S S I O N E N — Das «Hot Pas-

ta» ist klein, aber wirklich extrem fein. Wer dort isst, kann seine Bestellung gleich selber ankreuzen. Legi

G EG EN G EW ISSENSBISSE — Ein zu schlech-

tes Gewissen für den McDonald’s und doch Lust auf Burger? In der «Holy Cow» beisst das gute Gewissen nicht zu, sondern wird satt. Die

Survival –78–


Burger werden frisch und umweltbewusst aus Schweizer Fleisch zubereitet. Zum Beispiel der wunderbare «Bacon Avocado Beef».

MENSENFOOD

O RT

Zähringerstrasse 28 F Ü R F R ISC H FLE I SC H —

Für die Fleischtiger unter euch lohnt sich ein Abstecher in die Metzgerei Reif. Dort gibt es nicht nur den Cervelat für einen Grillzmittag am Zürisee, sondern auch Leckeres zum sofort Verputzen. O RT

Zürichbergstrasse 20 F Ü R S C H A RF E SÜN D E N —

Es gibt natürlich noch eine Reihe von Dönerbuden. Egal in welche Richtung du umfällst, es wartet schon der nächste Stand. In Zürich sicher weltweit am preisungünstigsten, aber doch immer wieder gut. Die Falafel lassen sich sogar für Veganer sehen. Aber Achtung: keine Zwiebeln oder keinen Mucks. O RT

Überall

IM HAU P TG EBÄU DE —

Hier gibt es zwei verschiedene Mensen: die obere und die untere. Unterwegs kann man bereits einen Blick auf die Tagesauswahl in den Vitrinen werfen. Mittags ist es hier mit Abstand am überfülltesten. Also nicht zögern beim Kampf um einen Sitzplatz! Wer böse Blicke fürchtet, sollte seine Lernoase spätestens um halb zwölf räumen. L ICHTHOF-CAFETERIA —

Die Cafeteria befindet sich im Lichthof des Hauptgebäudes. Mittags wird da auch warme Küche serviert. Auch hier gilt: lieber ein bisschen früher (oder später) kommen. Vor allem wenn parallel noch Infoveranstaltungen laufen, werden die Plätze schnell knapp. IRCHEL -MENSA —

FÜR KAFFEEKENNER —

Gleich hinter dem rechtswissenschaftlichen Gebäude ist der Russo. Wenn vor dem Eingang eine Traube von kaffeeschlürfenden Studierenden steht, bist du richtig. Es gibt aber nicht nur den (laut vielen) besten Kaffee in der Umgebung, sondern auch Brötchen, Käse, Aufschnitt, Gemüse und – psst – sehr guten Wein. O RT

Freiestrasse 14

Wer keine Lust auf ewig lange Platzsuche im Zentrum hat, is(s)t hier richtig. Das Essen schmeckt, die Auswahl ist vielfältig. Zudem gibt es Studis in Laborkitteln zu bewundern: Der Irchel ist das Zentrum der Naturwissenschafter und der Mediziner. Wie bei jeder Mensa gilt auch hier: Um punkt 12 ist Stau angesagt. IRCHEL -CAFETERIEN —

Es gibt zwei Cafeterien im Irchel, deren Namen sich eigentlich keiner Survival –79–


merken kann – deswegen nennen wir sie einfach mal die vordere und die hintere Cafeteria:

Zwischendurch wird auch etwas Warmes serviert. Aber Achtung: Die Preise sind verhältnismässig hoch.

D I E VO R D E R E I RC H E L - C A F E T E R I A

befindet sich direkt rechts vom Haupt­­eingang, unterhalb der Mensa. Wer Lust auf Pizza, Kebap, eine Suppe oder warme Takeaways hat, sollte hier vorbeischauen. Achtung: Das Menu ändert sich immer wieder. D I E H I N T E R E I RC H E L - C A F E T E R I A

ist ideal für eine kurze Lernpause. Wer Lust hat auf eine Süssigkeit, ein typisches Irchel-Sandwich oder Koffein-Nachschub braucht, ist hier richtig. Mit gemütlichem Kleingeldabzählen macht man sich bei der Kassiererin nicht besonders beliebt. C A FE T E R I A ATRI UM —

Für den asiatischen Heisshunger: Dieses Angebot am Irchel besticht durch den freundlichen Koch und den Spass, sich seinen Teller selber zusammenstellen zu können. Die Cafeteria befindet sich neben dem Lichthof Irchel. Verhältnismässig teuer – aber die Investition lohnt sich! C A FE T E R I A AN DE R BI N Z M Ü H L E ST RA SSE — Die verges­

sene Mensa. Öfter ein Gemisch aus Psychologen, Informatikern und Publizistikstudierenden. Die Mensa ist klein, aber ein Platz findet sich immer. Übrigens: Freitag ist Fischtag. DI E C A F ET E RI A I M J U S - G E BÄU D E — Die Cafeteria

befindet sich im Jus-Gebäude gegenüber dem Hauptgebäude. Hier gibt’s Leckeres für Eilige: Salate und Sandwiches spielen die erste Geige.

DA S FOODL AB —

Das foodLAB in der Nähe des ETHHauptgebäudes im CAB gehört zwar zur ETH, aber scheut euch nicht, bei unseren Nachbarn zum Essen vorbeizugehen. Ein besonderes Highlight ist die hausgemachte Pasta im foodLAB – nach asiatischer wie auch italienischer Façon. In der Nähe des ETH-Hauptgebäudes im CAB.

JOBS

Wer sich während der Uni-Zeit Luxus wie Ausgang, Kleider und Reisen selber finanzieren will oder muss, sollte unbedingt die folgenden Seiten besuchen. WWW.MARKTP L ATZ .U Z H.CH —

Viele Jobs werden nur hier angeboten. Zu finden sind auch Wohn­ungen, Möbel und Lerngruppen. WWW.RONORP.NET —

Hier geht es im Prinzip um all das, was das Leben in Zürich ausmacht. Doch unter Marktplatz / Job & Casting findet man dennoch immer wieder ein paar Studi-Jobs. WWW. ARBEITSV E R M I T T LU N G .U Z H .C H — Mehr-

heitlich Praktika grosser Unternehmen und andere Jahrespraktika, sehr selten Jobs, die nur hier ausgeschrieben werden – dafür voll vertrauenswürdig.

Survival –80–


I N D E R VO R L E S U N G

DOS Hingehen! Wenn dir schon jemand alles vorkaut, solltest du das ausnutzen. • Nachfragen, wenn du davon ausgehst, dass mindestens ein anderer froh sein wird darum. • Wenn du die Antwort hast: Gib sie! Der Dozent sowie deine schüchternen Kommilitonen werden dir dankbar sein. • Wenn du aufpassen möchtest: super! Wenn nicht: stör niemanden. • Mit dem Nachbarn flüstern ist unnötig. Wir leben im 21. Jahrhundert: Nutze deine elektronischen Kommunikationsmittel! • Wenn du auf deinem Handy herumtippst, versuch es wenigstens vor der Dozentin zu verbergen. Du musst ihr nicht beweisen, dass du Kollegen hast.

DON’TS Sich am Ende einer Stuhlreihe hinsetzen und dann genervt seufzen, wenn man anderen Platz machen muss. • Vorne in der Mitte sitzen, wenn du früher gehen musst. • Vorne sitzen und die Party vom Wochenende lautstark diskutieren (dafür gibt’s die hinteren Reihen). • Das Smartphone im Vibrationsmodus auf den Tisch legen und die gesamte Bankreihe alle 20 Sekunden nerven. • Knutschen. • Mit Dozenten über den Stoffumfang diskutieren. Er wird nicht reduziert, und du verschwendest Zeit, in der man den Stoff erklären könnte. Survival –81–


W W W. S TUD E N T S.C H —

Hier werden jeden Tag neue Praktika angeboten, doch die Seite bietet noch mehr als Jobs: gratis Partytickets, Wohnungen, CV Checker und Ähnliches. W W W. S TA F F I N D E R.C H —

Profil erstellen und sich auf Anfragen bewerben – einfacher geht’s nicht.

WOHNUNGEN PI N N WAN D U N I —

Hier werden noch ganz traditionell Wohnungsanzeigen aufgehängt. Achtung: Die «Wohnung an guter Lage» kann sich schnell einmal eine Stunde von der Uni weg befinden. WG Z IM M E R .C H —

Jeden Tag werden sehr viele neue Anzeigen veröffentlicht. Nicht geeignet für Wohnungssuche, sondern nur für ein Zimmer in einer Studi-WG. M A R K T P L AT Z.UZH .C H —

Sehr viele Wohnungen und WG-Zimmer mit Fotos. Wenn ihr den Sommer nicht in Zürich verbringt, könnt ihr hier euer Zimmer zur Miete ausschreiben. WO H N EN . E T HZ.C H —

Die offizielle Wohnungsvermittlung von UZH und ETH, günstig, sehr vertrauenswürdig, mit vielen Informationen rund um das Wohnen angereichert.

DIE ZSUZ, DEIN FREUND UND HELFER

Die Zentralstelle der Studentenschaft der Universität Zürich «ZSUZ» bietet mehr als die beliebten Kioske und Studentenläden. Über die ZSUZ läuft auch die Arbeitsvermittlung, sie druckt deine Abschlussarbeit, und auf ihrer Internetseite findest du die Vorlesungsskripten im Preisvergleich und viele weitere nützliche Tipps. www.campuswelt.ch KIOSKE —

Die Campus-Kioske findet man im Irchel und im Hauptgebäude (beides Nähe Lichthof), und sie haben echt mehr auf Lager als der normale 08/15-Kiosk. Hier kann man nicht nur Notfall-Süssigkeiten kaufen, sondern auch Notfall-Karteikarten. Und der Kaffee ist nicht übel. STU DENTENL ÄDEN —

In den Studentenläden findet man (fast) alle Literatur fürs Studium und noch mehr. Es empfiehlt sich, die Bücher möglichst schnell Anfang Semester zu kaufen, bevor der erste Schub weg ist und man auf die Nachlieferung warten muss. Und wenn man schon mal da ist: gleich eine Kopierkarte kaufen – mit 20 Franken ist man fürs erste gerüstet.

Survival –82–

ORT

Irchel: Winterthurerstrasse 190 Zentrum: Schönberggasse 2


ALLERLEI

NÜTZLICHE WEBSITES • • • • • • • • • •

Alles, was du brauchst: www.vsuzh.ch, www.campus.nzz.ch und www.students.uzh.ch Alle Vorlesungen: www.vorlesungen.uzh.ch Alle Pläne der UZH: www.plaene.uzh.ch Alle Öffnungszeiten: www.uzh.ch/studies/dates/openinghours.html Alle wichtigen und unwichtigen Adressen: www.uzh.ch/studies/adresses.html Alle Forschungsprojekte: www.research-projects.uzh.ch Alle Studiengänge: www.degrees.uzh.ch (Hoffentlich bald) alle Publikation der Profs der UZH: www.zora.uzh.ch Alle Vorlesungsszeiten: www.uzh.ch/studies/dates/schedule.html Alle wichtigen Daten (also alle freien Tage und ein paar Infos mehr): www.uzh.ch/studies/dates.html

VORLESUNGSZEITEN 08.00 – 08.45 Uhr 09.00 – 09.45 Uhr 09.45 – 10.15 Uhr Pause zum Pendeln 10.15 – 11.00 Uhr 11.15 – 12.00 Uhr 12.15 – 13.00 Uhr 13.00 – 13.45 Uhr (keine Pause um 13 Uhr)

14.00 – 14.45 Uhr 15.00 – 15.45 Uhr 15.45 – 16.15 Uhr Pause zum Pendeln 16.15 – 17.00 Uhr 17.15 – 18.00 Uhr 18.15 – 19.00 Uhr

SEMESTER 2013/14 Herbstsemester 13: 01.08.13 bis 31.01.14 Lehrveranstaltungen: 16.09. bis 21.12.13

Frühjahrssemester 14: 01.02. bis 31.07.14 Lehrveranstaltungen: 17.02. bis 31.05.14

Osterferien: 17.04. (ab 16.00 Uhr) bis 26.04.14

Ausfall der Vorlesungen: Sechseläuten: 28.04.14 (ab 12.00 Uhr), Dies academicus: 26.04.14, Tag der Arbeit: 01.05.14, Auffahrt: 28.05. (ab 16.00 Uhr) und 29.05.14  Survival –83–


W I E D U D I E P RÜ F U N G E N B E S T E H S T

TIPPS VON ALTEN HASEN In die Vorlesung gehen schadet (fast) nie. • «Man sieht sich immer zweimal.» Das trifft auch auf deinen Lernstoff zu. Dein Langzeitgedächtnis wird dem gerecht. Den Stoff immer wieder neu kennenzulernen hat natürlich auch seinen Reiz. • Finde deine Lerntechnik: Mindmaps, Fliesstext, Stichpunkte, Lernkärtchen. • Halte dich nicht mit Details auf. • Frag nach, wenn du etwas nicht verstanden hast, am besten die Dozentin: während der VL, in der Pause, auf OLAT… • «Das wird schon irgendwo stehen» funktioniert leider selten. • Die Texte sind gegen Ende des Semesters nicht besser verständlich als vorher. Fang schon nach der ersten Stunde mit Repetieren an. • Alte Prüfungen sind Gold wert – ebenso ältere Studierende. Bezahle sie ausreichend – sie sind bestechlich und arm. Lass dich nicht von ihren iPhones und Prada-Taschen in die Irre führen. • Während der Prüfung: ruhig bleiben, systematisch vorgehen, Traubenzucker rein, nicht verunsichern lassen und weitermachen. • Einmal während deines Studiums darfst du ausflippen, wild um dich schlagen, die Prüfungsblätter in kleine Stücke zerreissen und schreiend aus dem Saal rennen – aber nur einmal. Survival –84–


DRINGEND HINGEHEN! P O LY BA LL —

Den berühmt-berüchtigten Polyball gibt es schon seit über 100 Jahren. Das ETH-Hauptgebäude wird im November komplett umgekrempelt und einem jährlich wechselnden Motto folgend dekoriert. Organisiert wird der Ball von der Stiftung Kommis­ sion zur Organisation Studentischer Anlässe (KOSTA). Der perfekte Anlass für ein Dress-up, um Profs ausserhalb ihres natürlichen Umfelds zu beobachten, zum Essen, Trinken und Tanzen – kurz gesagt, um einen unvergesslichen Abend zu verbringen. NACH T SE MI NA R —

Das Nachtseminar wird vom VSUZH zusammen mit verschiedenen Fachvereinen organisiert und findet jeden Donnerstag statt. Hier bringt jeder seine Bücher mit, und es wird gemeinsam gelernt. Natürlich nur Spass. Das Nachtseminar bietet den perfekten Studentenausgang: Von Studierenden für Studierende gibt es im «Plaza» bis Mitternacht gratis Einlass und eine wunderbare Party. Ideal, um Mitstudenten ausserhalb des Vorlesungssaals zu treffen oder kennenzulernen. B QM KULT UR C A F E & BA R —

Spielen erwünscht. Im BQM steigen aber auch verschiedene Events wie Liveauftritte, Improvisationstheater, Quiz und mehr. Wenn die Sonne scheint, gibt es auch draussen Plätze. Hier sagen sich Uni-Hasen und ETH-Füchse gute Nacht – oder besser guten Abend. www.bqm-bar.ch SU MMERBAR U Z H —

Die Summerbar wird in den letzten drei Wochen des Frühlingssemesters geöffnet jahresweise abwechselnd an der ETHZ (auf der Polyterrasse) oder an der UZH (auf der Uniterrasse). Betrieben wird sie von VSETH und VSUZH. Die Preise von Bier, Drinks, Wurst, Salat und Co. sind erschwinglich und die Summerbar somit der ideale Ort, um nach der Vorlesung oder dem Seminar noch gemütlich mit Kollegen und Mitstudenten zusammenzusitzen. DIE SOL A-STAFETTE —

Du bist laufbegeistert und hast Spass am Teamsport? Dann ist die SOLA-Stafette das Richtige für dich. In einem Team von mindestens 8 Studierenden, Alumni oder ASVZ-CardInhabern läuft man eine Gesamtstrecke von 120 Kilometern, aufgeteilt in 14 Teilstrecken (2 davon sind obligatorische Damenstrecken) durch ganz Zürich. Die SOLA-Stafette findet im Mai statt. Bis zu 900 Teams nehmen teil. Am besten fängst du jetzt schon an zu trainieren www.portal.sola.asvz.ethz.ch

Im BQM ist alles anders: Lernen ist verboten. Reden, Trinken und Survival –85–


MODULE BUCHEN

WARUM BUCHEN? Zu Beginn jedes Semesters musst du alle deine Module buchen – also jene Vorlesungen, Seminare und weiteren Veranstaltungen, für die du Punkte bekommen möchtest. Ohne Buchung gibt es keine Punkte.

SO EINFACH GIBT ES DIESE PUNKTE? Nein, natürlich nicht. Mit der Buchung bist du aber für die Leistungsüberprüfung angemeldet. Diese musst du dann auch noch bestehen.

IST DAS BUCHEN BUBILEICHT? Leider nicht. Obwohl du im Modulbuchungstool unter www.students.uzh.ch/booking alles online erledigen kannst, braucht es mehrere Schritte, oft viel Geduld und nicht zuletzt etwas Glück.

WAS IST DER ERSTE SCHRITT? Zuerst musst du deinen Identity Manager einrichten – so heisst die Verwaltung deiner Uni-Passwörter. Erklärungen dazu findest du auf www.id.uzh.ch unter «Neu an der Uni?», dann «Passwörter verwalten».

WAS MUSS ICH ALS NÄCHSTES TUN? Um die Modulbuchung zu beschleunigen und den Überblick zu behalten, studierst du am besten die Step-by-step-Anleitung zum Buchen deiner Module auf der VSUZH-Homepage: www.vsuzh.ch/Modulbuchung

WO IST DER HAKEN AN DER SACHE? Während der ersten Tage der Buchungsfrist ist das Tool meistens schwer überlastet. Wenn deine Module keine Platzbeschränkung haben, kann dir das egal sein. Anmelden kannst du dich grundsätzlich mehrere Wochen lang. Doch sind die Plätze beschränkt, musst du schnell zugreifen.

SONST NOCH WAS? Auch auf der Plattform OLAT gibt es für viele Veranstaltungen Informationen und Unterlagen, du kannst dich mit anderen Studierenden austauschen und behältst den Überblick. Aber Achtung, Punkte kannst du nur absahnen, wenn du ein Modul gebucht hast! Survival –86–


IMMER ALLE ZUSAMMEN Paula Scheidt — IN DER ZÜRCHER ALTSTADT LEBEN ZWÖLF STUDIERENDE GEMEINSAM AUF VIER STOCKWERKEN UND DREI DACHTERRASSEN MIT ACHT WASCHBECKEN UND ZWEI KÜHLSCHRÄNKEN – ZU BESUCH IN EINER MODERNEN KOMMUNE.

Von der Decke hängt eine Discokugel, an der Wand klebt das Gruppenfoto vom letzten Polyball in einem goldenen Rahmen. Stimmengewirr erfüllt die Stube. Auf dem Tisch stehen zwölf Rotweingläser und mehrere halbvolle Teller Spaghetti. «Ich verstehe nicht, warum einige Olivenöl zum Braten benützen, wenn es doch extra kalt gepresst wird», sagt Fabian. «Ausserdem finde ich, meine Reismilch sollte auch auf die Liste, so wie eure normale Milch.» In den letzten Monaten sind die Ausgaben für gemeinsame WG-Einkäufe explodiert. Das Kakaopulver wurde schon gestrichen. «Was ist mit Ingwer und Wein?» will Vincent wissen, der für die Einkäufe verantwortlich ist. «Ich finde es gut, wenn du in Zukunft weniger Essen bestellst», sagt Julia. «Ich finde, es sollte so bleiben, wie es ist», sagt Lukas. WG-Sitzung in der Kirchgasse 36. Alle paar Monate werden hier basisdemokratisch die grossen und kleiSurvival –87–


nen Fragen diskutiert, die sich ergeben, wenn man zu zwölft auf vier Stockwerken in einem über sechshundert Jahre alten Haus wohnt und nicht viel Geld hat. Seit 1975 ist das Haus in der Zürcher Altstadt eine Wohngemeinschaft. Unauffällig und windschief duckt es sich in die schmale, kopfsteingepflasterte Gasse. Auf vier Stockwerke verteilen sich zwölf Schlafzimmer, acht Waschbecken, vier Duschen, drei WC und drei Dachterrassen. Ausserdem gibt es eine Stube, eine Küche, ein Gästezimmer unter dem Dach und einen Garten. SANKTIONEN FÜR FAULEN PUTZDIENST

Vor einem Jahr hörten mehrere Bewohner gleichzeitig auf zu rauchen. Also wurde in der Küche ein Rauchverbot verhängt. Im letzten Oktober trat ein weiteres Problem auf: Beim wöchentlichen Küchenputz hatte sich eine gewisse Nachlässigkeit eingeschlichen. Eine Sanktion wurde eingeführt: Wenn das zuständige Zweierteam die Küche bis Montag um 16 Uhr nicht geputzt hat, kostet das 50 Franken. Seither ist die Küche spätestens am Montagnachmittag immer perfekt sauber. «Am meisten Geld geben wir für WC-Papier aus», sagt Lukas, «und zwar mit Abstand.» Gelächter. «Man kann damit auch etwas sparsamer umgehen. Eigentlich braucht man nur ein einziges Blatt», sagt Julia. Kollektiver Protest. Nicht alles lässt sich regeln. Aber eine Frage steht noch an: Chicko, die Lieblingskatze der WG, ist am 7. Januar im Alter von 13 Jahren an einem Lungentumor verstorben. Manche munkeln, der Kater habe den vielen Zigarettenrauch nicht vertragen. Jedenfalls war Survival –88–


er am Ende so abgemagert, dass er nur noch vier Kilo wog und der Tierarzt dringend dazu riet, ihn einschläfern zu lassen. Nun ist Chapati, die zweite und – wie man ohne Umschweife zugibt – weniger beliebte Katze, alleine. Soll sie wieder Gesellschaft bekommen? Die WG ist gespalten, die Frauen sind eher dafür, die Männer eher dagegen. Martin findet eine Katze «nicht nötig». «Olivenöl ist auch nicht nötig!» ruft Selina entrüstet aus der Sofaecke, wo sie sich in eine Wolldecke gekuschelt hat. Die Frage wird an dieser Sitzung nicht mehr entschieden werden. Ein paar Tage später steht Lukas am Abend in der WG-Küche und fritiert Falafelbällchen. An der gekachelten Wand hängen Polaroidfotos von ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern des «Kleinen Paradieses». Wer sein Studium beendet hat, muss ausziehen. Das schreibt die Vermieterin, die Studentische Wohngenossenschaft Zürich (Woko), vor. Es ist wie ein zweites Mal erwachsen werden: Irgendwann muss man seinen eigenen Weg gehen. Was vielen schwerfällt. Deshalb darf jeder vor dem Auszug seinen Namen mit einem Lötkolben in den Esstisch brennen. Entsprechend uneben ist die Oberfläche. PARTYGENOSSEN AUF ABRUF

Julia und Vincent decken den Tisch. Selina kommt zur Tür herein, sie sucht jemanden, der mit ihr feiern geht. Der Vorteil, wenn man hier wohnt: Man braucht sich nicht zu verabreden, sondern kann einfach in der Küche nachsehen, wer noch keine Pläne hat «Julia, was ist Survival –89–


mit dir?» Aber Julia muss morgen früh aufstehen. «Du warst meine letzte Hoffnung!» Vincent, noch im Pyjama, will wissen, warum er nicht gefragt wird. Selina und er wohnen im vierten Stock – dem sogenannten Discostock. Weil hier ständig Musik läuft und oft alle in einem Zimmer sitzen. Gestern waren sie zusammen bei einem Konzert, heute Morgen ist Vincent nach der Vorlesung direkt wieder ins Bett gekrochen und dort bis eben geblieben. PFLEGETIPPS FÜR LUKASʼ BART

Lukas fragt sich in letzter Zeit öfter, wie viele Personen eigentlich die gleiche Dusche benutzen wie er. Zwar muss er fast nie anstehen. Die zwölf Bewohner verteilen sich gut auf die vier Duschen. Aber da stehen so viele Haarspülungen herum. «Gehören die alle den Frauen?» Selina hat beobachtet, dass Jerome sich kürzlich eine eigene Haarspülung gekauft hat, nachdem er ihre ausprobiert hatte. Vincent prustet los. Nun überlegt auch Lukas, ob er die Wirkung von Haarspülungen testen soll  – für seinen Bart. Gelächter. Wer mit elf Personen zusammenlebt, lernt ihre Meinungen zum Klimawandel, zur Katzenhaltung und zum Partykalender kennen. Und bekommt auch viele lebenspraktische Tipps mit auf den Weg.  

DIE GANZE GESCHICHTE UNTER

HTTP://CAMPUS.NZZ.CH/ALLE-ZUSAMMEN Survival –90–


VO R S T E L LU N G S G E S P R Ä C H E M E I S T E R N

ORT Informiere dich genau, wo du dich melden sollst. Gerade bei grossen Unternehmen kann es sein, dass du von der Pforte bis zum Gesprächsort noch einen langen Weg vor dir hast. Manchmal findet das Vorstellungsgespräch auch nicht dort statt, wo dein künftiger Arbeitsplatz sein wird. Bei Stellen im Service oder an der Kasse trifft man sich eher in einem Büro als mitten im Laden oder Restaurant.

NOTFALLNUMMER Nimm eine Telefonnummer für Notfälle mit: Wenn die S-Bahn ausfällt, musst du jemandem Bescheid sagen können.

GESPRÄCHSTEILNEHMER Falls dir das Unternehmen nicht von sich aus mitteilt, wer am Gespräch teilnehmen wird, unbedingt nachfragen. Es kann sein, dass du mehreren Personen gegenübersitzen wirst: einem Personaler, der künftigen Chefin, vielleicht auch potentiellen Kollegen oder der Vorgängerin. Informiere dich über deine Gesprächspartner und überlege dir, welche Fragen du wem stellen solltest.

INFORMATIONEN Zeig Interesse an dem Unternehmen, indem du dir Wissen über die Firma aneignest. Dazu kannst du die Webpage des Unternehmens nutzen, aber auch Berichte aus den Medien oder Informationen, die dir Personen geben können, die dort angestellt sind oder waren. Stell nicht nur Fragen, die dich selbst betreffen (Ferien- oder Semesterplanung).

UNTERLAGEN Frag vor dem Termin nach, ob du noch zusätzliche Unterlagen zum Gespräch mitbringen sollst – deine Maturaarbeit etwa oder Referenzen. Nimm auf jeden Fall einen präsentablen Block oder ein Notizbuch mit. Dort solltest du deine Fragen notiert haben und kannst dir während des Gesprächs Notizen machen. Survival –91–


HALLO HERR PROFESSOR Anna Chudozilov — DUZT MAN IM ZWEIFELSFALL DIE ASSISTIERENDEN, UND WELCHES IST DIE KORREKTE ANREDE, WENN MAN EINER PROFESSORIN SCHREIBT? EIN EINBLICK IN UNIVERSITÄRE UMGANGSFORMEN, DAMIT MAN IMMER DEN RICHTIGEN TON ERWISCHT.

«Ich hätte mich nie getraut, meinen Professor anzurufen wegen ein paar Infos über den Lesestoff», erzählt einer, der inzwischen selber Professor ist. Angerufen hat ihn niemand, aber eine E-Mail hat er bekommen mit der Frage nach den Seiten aus dem Lehrbuch, die auf die nächste Vorlesung vorbereitet werden sollen. «Da stand nur ‹Hallo› als Anrede», erzählt er weiter. In seinem Gesicht mischen sich Staunen und eine Prise Ärger. Nein, dass man ihn mit «sehr geehrter Herr Professor» anschreibe, erwarte er nicht. Eine «anständige» Anrede aber schon, das sei doch nicht so schwierig. «Und warum fragen die nicht meine Assistentin nach dem Lesestoff?» fügt er an. Gute Frage. Vor solchen Fragen stehen die meisten Studierenden immer wieder im Verlauf des Studiums. Früher, so Survival –92–


stellt man sich vor, war die Sache klar. Der Professor war der «Herr Professor» und basta. Als «kleiner Studi» begegnete man ihm mit Respekt, vielleicht sogar etwas Ehrfurcht. Doch zwei Faktoren haben diese ehemals starren Vorstellungen aufgeweicht: Die Massen, die an den Universitäten Einzug gehalten haben. Und der Wandel hin zu evaluierten Dienstleistungsbetrieben. Heute ist der Studi ein Kunde. Und der Kunde ist König. E-MAIL STATT BRIEF

Auch neue Medien haben dazu beigetragen, dass sich der Umgang verändert hat. Wer hätte schon dem Professor einen Brief geschrieben vor dreissig Jahren, um nach den Hausaufgaben zu fragen? Aber eine E-Mail ist schnell getippt, und auf den Skripten vieler Dozierender ist die Adresse schon auf den ersten paar Seiten zu finden. Doch soll man überhaupt dem Professor schreiben, oder wäre doch die Assistentin die richtige Adresse? Am besten fragt man noch in der Vorlesung, an wen man sich bei Fragen wenden solle. Denn Dozierenden auf die Füsse zu stehen zahlt sich selten aus. Entscheidet man sich für eine E-Mail, ist eine for-­­­­­­ m­el­­­­­­­lere Anrede beim ersten Mal sicher nicht falsch. «Sehr geehrte Frau» oder «sehr geehrter Herr» reicht dabei allerdings, die akademischen Titel kann man sich sparen. Bei den Assistierenden stellt sich die Frage, ob man nun duzen oder siezen soll. Das Problem stellt sich für die «Assis» übrigens genauso wie für die Studierenden. Je näher man sich altersmässig ist, desto näher liegt auch das Du. Den Ausschlag gibt häufig allerdings Survival –93–


die erste Begegnung: Ist eine Assistentin Beisitzerin bei einer mündlichen Prüfung, sollte man lieber etwas formeller sein. Trifft man sich an einer Uni-Party beim dritten Bier, kann man sich das Siezen sparen. IM TON VERGRIFFEN

Manchmal sind es aber auch die Dozierenden, die Zweifel aufkommen lassen, wo die Grenzen des Anstands liegen. «Das geht so gar nicht…», stand in dem Antwort-EMail der Professorin. Ohne Anrede, ohne Begründung, ohne Gruss. Dabei hatte sich die Studentin grosse Mühe gegeben mit der Literaturliste für eine anstehende Prüfung. Etwas hilflos suchte sie Rat bei Kommilitonen, die ihr versicherten, die betreffende Dozentin neige zu knappen Mails. Ein weiteres Schreiben mit einer etwas ausgebauten Literaturliste vermochte der Dozentin dann zum Glück eine weniger gewöhnungsbedürftige Antwort zu entlocken. Zu einem Wandel im Umgang zwischen Dozierenden und Studis hat aber auch die Evaluationswut der Hochschulen beigetragen. «Wollte man sich früher ein Bild über das Image eines Professors machen, hat man im Bus zur Uni oder in der Mensa etwas näher hingehört», erzählt eine langjährige Universitätsmitarbeiterin. Heute schaut man sich einfach die vielen Kurven an, die aus den zahllosen Evaluationen produziert werden. Die Evaluationen haben aber auch dazu geführt, dass Studierende heute klare Forderungen an Dozierende stellen, anstatt ihren Unterrichtsstil einfach hinzunehmen. Wer kein Skript bietet, wird abgestraft, Survival –94–


wer auf den letzten Drücker plant und die Folien nicht rechtzeitig aufschaltet, bekommt Ende Semester in den Evaluationen die Rechnung präsentiert. «So hilfreich die Evaluationen sind», kommentiert ein Dozent, «so sehr erstaunt es mich, wie viel Aufmerksamkeit manche Studierenden meiner Krawattenwahl widmen.» Ärgern tut er sich nicht über die Kommentare, die auch mal unter die Gürtellinie zielen. «Wir haben ja auch über unsere Professoren gelästert», gesteht er lachend. Einzig merkwürdig findet er, dass man seine Dozierenden mit solchen Albernheiten heutzutage direkt konfrontiert.

IMP RESSU M

Illa Spiekerman, Ruth Wiederkehr Texte ohne Autorennachweis: VSUZH

HE RAUSGE BE R

VSUZH, Verband der Studierenden der Universität Zürich und NZZ Campus

KORREKTU R

Urs Remund, Cortex GmbH

RE DA K T I O N

Meret Bachmann (VSUZH), Anna Chudozilov (NZZ Campus), Julian Moritz Renninger (VSUZH), Ronald Schenkel (NZZ Campus)

DRU CK

Inka Druck AG, Zürich VERBREITETE AU FL AG E

4000 Exemplare

A RT - DI RE C T I O N

COP YRIG HT

Ursina Völlm + Martina Walthert, Zürich

VSUZH und NZZ Campus, 2013

T E XT E

Katja Baigger, Mine Bardakci, Raphaela Birrer, Marianne Gatti, Cosima Gill, Linda Gislason, Lucia Herrmann, Eva Hirschi, Evelyne Schlauri, Moritz Schmid, Robin Schwarzenbach, Paula Scheidt,

SP EZ IEL L ER DANK AN

VSUZH Vorstand, VSUZH Tagung, Dominique Späth, Nicolas Diener und die Universität Zürich

Survival / Impressum –95–


Fü Erst r alle sem es der Uni ter ZH

Fit für Studium und Karriere: Wir schenken dir ein Halbjahresabo Ob auf Smartphone, Tablet oder Computer – die «Neue Zürcher Zeitung» und die «NZZ am Sonntag» sind auf allen Geräten mit Internetzugang verfügbar. Fürs erste Semester schenken wir dir das Digital-KombiAbonnement im Wert von Fr. 322.–, und du erhältst «NZZ Campus» gratis dazu. Melde dich bis 31. Dezember 2013 an unter abo.nzz.ch/unizh. Wir wünschen dir viel Erfolg und vielseitige Lektüre mit der NZZ.


WWW.VSUZH.CH — WWW.CAMPUS.NZZ.CH


Lies das  

Der Studienführer für die Universität Zürich von NZZ Campus und VSUZH

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