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Power beim Frauenklettern

Barbara Zangerl, Nina Caprez und Ines Papert im Gespräch

Hansjörg Auer

über Free-Solo-Klettern, Baffin Island und Bruderliebe

Gerrit Glomser

Vom Rundfahrt-Sieger zum Abenteurer

FilmfestProgramm Infos Das

und alle


AUF ZUM FILMFEST! Das Filmfest St. Anton geht auf die Reise und hat sich in diesem Jahr räumlich ausgedehnt. Neben den traditionellen Veranstaltungstagen in der letzten Augustwoche in St. Anton am Arlberg gibt es am 20. Juni einen Filmfest St. Anton Abend in Wien und am 21. Juni einen in Kufstein. Größer ist die Schar der (Star-)Gäste geworden, die in der letzten Augustwoche nach St. Anton kommt. Wir haben uns bemüht, für möglichst viele Filme Bühnengäste zu gewinnen und bei den meisten Filmen ist uns das auch gelungen. So ist das Filmfest St. Anton europäischer geworden. Akteure und Filmemacher aus Italien, der Schweiz, Frankreich, England, Polen, Deutschland und Österreich haben sich in diesem Jahr angesagt.

«DAS FILMFEST ST. ANTON IST EUROPÄISCHER GEWORDEN» Größer ist auch die Gruppe geworden, die das Filmfest St. Anton organisiert. Nach dem doch für alle überraschenden Rückzug von Stefan König, und in der Folge auch dem seiner Familie und von Christian Flatz, gibt es viele neue Gesichter im Team des Filmfest St. Anton. Simon Rainer hat dem Filmfest St. Anton eine neue grafische Gestalt gegeben und auch an der neuen Website mitgebastelt, Volker Hölzl hat den Filmfest St. Anton Abend in Wien organisiert und sich um überregionale Presse- und Marketingaktivitäten gekümmert und Marián Wilhelm hat sich wesentlich an der Gestaltung des vorliegenden Magazins beteiligt. Neu ist auch das Moderatorenteam: Hauptmoderator ist FM4-Stimme Heinz Reich, er wird von den beiden prominenten Sportlern Flo Orley und Lorraine Huber unterstützt, die die Bühne des Filmfest St. Anton beide schon als Gäste kennen. Neu ist auch die Machart des vorliegenden Magazins, das auf Grund einer Kooperation mit Österreichs größter Sportillustrierten „Sport Magazin“

Titelbild Fotograf: Johannes Mair, alpsolut.com Kletterer: Kilian Fischhuber Editorial Fotograf: Johannes Mair, alpsolut.com Kletterer: Guido Unterwurzacher und Christian Hechenberger

den Abonnenten-Exemplaren in Tirol, Vorarlberg, Wien beigelegt ist und auch weiter von uns verteilt wird. Alles ist jedoch nicht neu beim Filmfest. Die Hälfte der bisherigen Mitarbeiter sind weiter dabei: die Brüder Zangerl, Harald Krumböck, Clemens Gogl, Daniel Huber, Manfred Pascher, wenn zum Teil auch in anderen Rollen. Rund um das Rahmenthema „Berge – Menschen – Abenteuer“ haben wir versucht, qualitätsvolle Filme zu finden, die rund um die Welt gedreht worden sind. Darin geht es nicht bloß um Sensation und um Leistung, sondern vor allem auch um Geschichten, die bewegen und berühren. Immer aber geht es beim Filmfest St. Anton um Begegnungen mit Menschen, oft solche mit außergewöhnlichen Lebenswegen. Außergewöhnlich ist etwa die Biografie unseres Gastes Mick Fowler, der als höherer britischer Finanzbeamter seit 35 Jahren dem Hobby nachgeht, weltweit 6000er auf schwierigen Routen erstzubesteigen. Dafür erhielt er nun bereits zum zweiten Mal den Piolet d‘Or, die wohl bedeutendste Auszeichnung des Alpinismus. Außergewöhnlich ist auch die Geschichte von Philippe Ribiere, dessen Eltern ihn auf Grund seiner Mehrfachbehinderung nicht anzunehmen vermochten und der dann in der Community der Kletterer ein Zuhause fand. Seiner Behinderung zum Trotz wurde er selbst zu einem ausgezeichneten Kletterer, aber er ist immer noch auf der Suche nach der Liebe. Außergewöhnlich sind auch die Biografien von Ines Papert, Barbara Zangerl und Nina Caprez: Diese drei Ausnahmekletterinnen und die Filme über sie bilden den Schwerpunkt


INHALT „Frauenklettern“ beim heurigen Filmfest. Sie zeigen nicht nur, dass Frauen im Klettern den Männern um nichts nachstehen, sondern dass sie sich trotz ihrer außergewöhnlichen Leistungen viel Leichtigkeit bewahrt haben und ihr Leben mit einer Leidenschaft und Konsequenz leben, von der wohl jeder etwas lernen kann. Wie sagt Nina Caprez: „Niemand sagt mir, was ich zu tun habe. Ich selbst bin verantwortlich für mein Tun und Lassen und ich kann deshalb auch vollkommen die Konsequenzen akzeptieren, die sich daraus ergeben.“ Lassen Sie mich den Neustart zum 19. Filmfest St. Anton zum Anlass nehmen, um nur einigen von den vielen, denen hier zu danken wäre, zu danken: Heinrich Wagner, Dietmar Spiss und Martin Ebster vom Tourismusverband St. Anton, sowie dem jetzigen Bürgermeister Helmut Mall und unserem treuen Mäzen Mooserwirt Eugen Scalet. Für sie alle gilt das gleiche wie für die ausgeschiedenen Filmfest St. Anton-Macher Stefan König und Christian Flatz: Ohne sie hätte es das Filmfest St. Anton entweder nicht gegeben, oder es hätte nicht überlebt. Und nachdem so das Filmfest St. Anton 19 Jahre alt werden konnte, laden wir Sie, liebe Besucher, ein, wieder einmal oder neu dabei zu sein, bei der filmischen Suche nach Abenteuer und Herausforderung, nach Begeisterung und Erleben. Vielleicht auch bei der Suche nach einem Zustand dabei zu sein, den unser Gast Axel Kreuter als „Flow“ bezeichnet und so beschreibt: „Hat man ihn einmal eingefangen, dann ist er ein genialer Filter für Zeit und Raum, Quelle von Freude und Glück, der Heilige Gral, nach dem wir alle streben.“

Manfred Pascher Für das Team des Filmfest St. Anton

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Interview Frauenpower beim Klettern: Barbara Zangerl, Ines Papert und Nina Caprez im Gespräch

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Interview Wettkampf ist nicht alles. Gerrit Glomser über Erfolg, Anerkennung, Abenteuer und „7.77“, sein neues Filmprojekt

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Interview Hansjörg Auer. Ausnahmezustand Free-Solo-Klettern, seine Expedition nach Baffin Island und warum ein Seilpartner nicht frisch verliebt sein sollte

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Ausstellung Die Innsbrucker Künstlerin Maria Peters über ihre Ausstellung „Reservate“

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Programm und Infos im Überblick

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Die Filme im Detail

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Kurz-Porträt Die Moderatoren des 19. Filmfest St. Anton sind bekannte Gesichter

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Porträt Piolet d‘Or-Preisträger Mick Fowler: britischer Finanzbeamter mit Hang zur Erstbesteigung schwieriger 6000er

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Porträt Johannes Mair: Filmbiograf der Tiroler Kletterszene

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Porträt Nina Caprez: Mein Leben als Profi-Kletterin

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Info Alle Infos, unsere Partner und Sponsoren, Impressum


POWER BEIM FRAUENKLETTERN

Ein Gespräch zwischen Nina Caprez, Ines Papert und Barbara Zangerl

Den Hauptschwerpunkt beim heurigen Filmfest St. Anton bildet Frauenklettern. Ines Papert, Nina Caprez und Barbara Zangerl zeigen in den Filmen „Die Schwarze Madonna“ (Ines), „Silbergeier“ (Nina), und „Same Same But Different“ (Barbara), in denen sie allesamt superschwere alpine Routen klettern, dass Frauen beim Klettern leistungsmäßig den Männern um nichts nachstehen. Filmfest St. Anton stellte auf einer Website Fragen an Ines, Nina und Barbara über ihre Wege und ihre Einstellung zum Klettern, ihre Motivation, über Höhepunkte und Rückschläge und lud sie ein, in Bezug aufeinander dazu Stellung zu nehmen.

Wie würdet ihr eure Entwicklung beschreiben, wie seid ihr zum Klettern gekommen, wo seht ihr euch jetzt und wo zieht es euch hin? Nina: Ich habe mich schon als Kind immer in den Bergen herumgeschlagen... Nach meinen alpinen Kletteranfängen kam ich erst spät zum Sportklettern. Damals lernte ich Begriffe wie „On-Sight“ und „Rotpunkt“-Klettern und fing auch an, einige Wettkämpfe zu bestreiten. Mit 22 Jahren entdeckte ich die Welt des extremen Mehrseillängen-Kletterns und fand meine Erfüllung darin. Ich hörte sofort mit den Wettkämpfen auf und klettere seit damals nur mehr so.

«WIR GEBEN HALT EINFACH GAS!» N I N A C A PR E Z Ü BE R KL E TTERNDE F RAUE N

Ines: Anders als Nina hatte ich in meiner Kindheit noch keine Idee vom Bergsteigen und Klettern, da ich gebürtige Flachländerin bin. Erst später, mit 19, zog es mich berufsbedingt in die Alpen nach Berchtesgaden. Erst dort entdeckte ich meine Begeisterung. Man sagt mir nach, ich sei eine Extrem-Allrounderin. Ich liebe steiles Eis und Mixed auch in großer Höhe sowie schwierige Linien im Fels, aber mein Herz schlägt für den Alpinismus. Auch deshalb ist mir das traditionelle Klettern so wichtig geworden.

Eigene Spuren, neue Routen zu hinterlassen macht mich glücklich und wird mich auch in Zukunft beschäftigen. Barbara: Bei mir war der Zugang zum Klettern ein anderer. Ich komme eigentlich vom Bouldern. Mein Bruder hat mich zum ersten Mal mitgenommen, da war ich 14 Jahre alt. Später war ich sehr viel mit meiner Schwester und mit Bernd unterwegs (Anmerkung: gemeint ist Bernd Zangerl. Der Weltklasse-Boulderer kommt wie Barbara aus der Arlberg-Region, ist aber nicht mit ihr verwandt.). Bernd hat uns zum ersten Mal an den Fels geführt. Damals konnte ich mir kaum vorstellen, dass das Klettern am Fels noch schöner sein kann als alles andere, was ich zuvor gemacht habe. Es war ein einschneidendes Erlebnis für mich. Zu dieser Zeit stand das Bouldern noch ganz klar an erster Stelle und ich war so gut wie nie mit Seil unterwegs. Ich bin dann im Laufe der Zeit, auch verletzungsbedingt, zum Seilklettern gekommen. Schlussendlich habe ich ein größeres Abenteuer gesucht und habe meine Faszination in größeren Wänden gefunden.

Nach welchen Kriterien sucht ihr eure Kletterziele aus? Nina: Die Linie muss mir ins Auge stechen, die Ästhetik muss völlig stimmen... Ines: Je abgelegener und je schwieriger zugänglich, umso mehr reizt mich ein Ziel. Der Name eines Berges ist mir nicht wichtig, auch die extreme Höhe reizt mich weniger als die Tatsache, ein optisch ansprechendes Ziel mit einem kleinen Team und Alpinstil vereinbaren zu können. Barbara: Für mich ist ebenfalls der optische Aspekt ausschlaggebend, damit mich eine Route, ein Boulder oder eine hohe Wand reizt. Man muss schon ein wenig verliebt sein in das Stück Fels, mit dem man sich doch längere Zeit beschäftigt. Ein größeres Abenteuer hat man zudem, wenn der Zugang zur Wand nicht der leichteste ist, es muss einfach das Gesamte passen. Man hört immer wieder, dass BergsteigerInnen nach Erreichen eines lange ersehnten Ziels eine emotionale Leere empfinden. Kennt ihr das? Nina: Oh ja.... Nach ein oder zweimal lernt man aber, sich diese Leere mit anderen Hobbys auszufüllen. Ines: Ich fühle nach einem gelungenen Projekt eher Erleichterung, wieder offen sein zu können für etwas Neues. Diese Gedanken stellen sich schon beim Abstieg ein. Vergessen sind all die unangenehmen Biwaknächte.

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Barbara: Man investiert doch über längere Zeit all seine Energie - mental wie körperlich - in ein großes Projekt. Wenn es am Schluss gelingt ist es genau dieses Gefühl, dass mich motiviert weiter zu machen und mir neue Ziele zu suchen. Da ist kein Loch, für mich ist es eher eine Motivationsspritze. Für mich ist aber Abwechslung sehr wichtig und ich brauche auch immer wieder eine lockere Zeit nach großen Herausforderungen.

Wie geht ihr mit Rückschlägen um? Etwa mit wetterbedingt abgebrochenen Touren oder gar Verletzungen? Nina: Akzeptieren und weiterschauen. Ines: Ja, damit habe ich Mühe. Aber ich habe gelernt, aus Rückschlägen zu lernen und es wieder und wieder zu versuchen, den Kopf nicht hängen zu lassen und die Fehler eher bei mir und meinem Team zu suchen als beim Wetter. Barbara: Ich denke jeder, der einen Sport so intensiv betreibt, muss Rückschläge einstecken können. Mit dem muss man rechnen und auch umgehen können. Das ist anfangs sehr schwierig. Für mich war es zum Beispiel extrem hart, als ich damals, durch einen Bandscheibenvorfall mit 19, meine große Faszination Bouldern für lange Zeit aufgeben musste. Aber gerade durch diese Verletzung habe ich das Sportklettern und Mehrseillängenklettern kennengelernt. Das hat mir Aufschwung und auch neue Motivation gegeben, mir einen neuen Horizont im Klettersport eröffnet. Heute, wo ich schon längst wieder bouldern könnte, könnte ich es mir nicht mehr vorstellen, so wie früher nur mehr zu bouldern.

Im Bergsport und auch beim Klettern geht es ja immer auch darum Neues zu machen. Wie wichtig ist es euch persönlich bei einer Route die Erste zu sein? Nina: In meiner Domäne gibt es so wenige Frauen, dass ich fast immer erste Frauenbegehungen mache. Unser Sport ist ja eher von Männern dominiert, vor allem das Mehrseillängen-Klettern, und darum ist es nur zu geil, wenn Frauen dort harte Touren klettern. Mit geht es aber völlig am A… vorbei, ob ich jetzt die erste Frauenbegehung mache oder nicht. Mit Babsi [Barbara Zangerl] war ich zum Beispiel am „Silbergeier“ dran und es war unser gemeinsames Projekt. Wäre sie es vor mir durchgestiegen, hätte ich einfach voll mit ihr mitgefiebert! Unsere Disziplin ist völlig auf Partnerschaft ausgelegt und wir sind nicht bei einem Wettkampf! Ines: Ähnlich wie bei Nina ist mir die „erste Frauenbegehung“ nicht wichtig. Dieses Thema ist längst überholt spricht man je von einer ersten Männerbegehung? Da wäre allerdings eine Route von mir im Angebot: Die „Schwarze Madonna“ am Untersberg - ihr fehlt noch die erste Männerbegehung! Aber Erstbegehungen sind natürlich an sich spannend: Wird die Linie frei kletterbar sein? Diese Frage ist schon immer in meinem Kopf vorhanden. Barbara: Ich bin gleicher Meinung, es ist mir nicht wichtig, dass ich die erste Frauenbegehung einer Route habe. Das ist vielleicht ein guter Nebeneffekt. Mir ist es wichtig etwas anderes zu machen, etwas Neues. Aber ich suche mir die Ziele sicher nicht aus dem Grund aus, dass ich die erste Frau in einer Route sein könnte. Ich finde es sogar toll, wenn ich Bilder

Fotograf: Johannes Mair, alpsolut.com Kletterin: Barbara Zangerl Fotografen Porträts: Stefan Schlumpf, Franz Walter, Johannes Mair


von Ines oder Nina sehe, die mich motivieren auch an diese Plätze zu reisen und dieselben Routen zu versuchen. Wie zum Beispiel im Tessin die „Super Cirill“, die von Ines als erste Frau wiederholt wurde. Oder „Delicatessen“ in Korsika, dort haben mich die Bilder und Erzählungen von Nina gefesselt und ich wollte diese Route unbedingt klettern - eine unglaublich schöne Route, eine der besten, die ich je geklettert bin. Wie seht ihr allgemein die Entwicklung im Klettersport? Gibt es eine richtige Art zu Klettern? Was sind die notwendigen Kriterien, nach denen eurer Meinung nach eine Route begangen werden sollte? Nina: Einfach den Mut haben, mal einzusteigen ist das Wichtigste. Der Rest ergibt sich von selbst mit einer guter Portion Motivation! Ines: Ein schwieriges Thema, über das ich seitenweise schreiben könnte. Ich selbst habe gelernt, dass die Ethik einer Region entscheidend für eine neue Route ist. Beispiel Norwegen: Hier werden Bohrhaken nicht gern gesehen, also gehe ich es dort eher mit einem Bündel Keile und Friends an als mit der Bohrmaschine. Am Mount Asgard in Baffin Island haben wir eine 1200 m hohe Wand erstbegangen, im Alpinstil, nur mobil gesichert. Nebenan haben die Huber-Brüder an der freien Begehung der „Bavarian Direct“ geübt. Statikseile, großes Team - zwei unterschiedliche Stile an ein und demselben Berg. Doch jede Art der Begehung hatte dort seine Berechtigung. Man sollte sich vor einer Begehung Gedanken machen und anschließend auch ehrlich kommunizieren. Dann bleibt der Bergsport authentisch. Barbara: Ich finde es am perfektesten eine Route von unten einzurichten. Also im Vorstieg. Die Wiederholer finden dann eine logische Linie vor. Und genauso wie diese Routen angegangen worden sind, sollte man sie auch wiederholen. Da hat man sicher das intensivste Erlebnis. Aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Findet man Risse vor oder andere Möglichkeiten, wo mobile Sicherungsmittel gelegt werden können, dann sollte man auch keine Bohrhaken setzen. Ich habe großen Respekt vor Leuten, die Routen von unten eröffnen! Das wäre auch für mich ein großes Ziel für die Zukunft.

Wie wichtig ist es für euch, dass das Klettern, von Wettkämpfen abgesehen, ein ziemlich autonomer Sport ist, etwas wo sich jeder seinen eigenen Weg suchen kann? Nina: Wettkampf ist eine Disziplin des Kletterns, wo

Fotograf: Stefan Schlumpf Kletterin: Nina Caprez

man sehr viele Vorgaben hat. Darum habe ich aufgehört. Ich mag selbst entscheiden, was ich klettere, wo, um welche Jahreszeit und mit wem, voilà. Das ist für mich das Schöne an dieser Sportart. Ines: Vieles hat sich zufällig ergeben in meinem Leben, so auch die Teilnahme an den internationalen Eiskletterwettkämpfen. Das ließ sich auch wunderbar vereinbaren mit einem Kleinkind an meiner Seite. Doch fühlte ich mich nie als klassische Einzelkämpferin, ich vermisste den Teamgedanken, die Abgeschiedenheit in den Bergen und das Abenteuer. Deshalb konzentriere ich mich seit dem Ende meiner Wettkampfzeit 2006 auf Erstbegehungen in Fels und Eis. Auch ich genieße die Freiräume, die mir die Berge und die Natur bieten. DAS ersetzt kein Weltmeistertitel. Barbara: In die Wettkampfszene bin ich nie so richtig aufgesprungen. Ich habe zwar bei fünf, sechs Wettkämpfen teilgenommen und es hat mir auch gefallen. Mir hat es aber schon immer mehr Spaß gemacht in der Natur unterwegs zu sein. Die Natur bietet uns ein riesiges Kletterparadies; ich könnte mir nicht vorstellen, das ganze Jahr an Plastikgriffen zu trainieren. Aber ich finde, dass auch Wettkämpfe einen großen Reiz haben. Sie sind mit Reisen verbunden, und man ist mit guten Freunden unterwegs. Aber ich persönlich bevorzuge die Spielwiese draußen. Die bietet mir das größere Erlebnis.

Was sind herausragende Erlebnisse in eurem Kletterleben, wo spürt ihr euch am meisten, was macht euch persönlich die meiste Freude? Nina: Wenn ich mit meinem Seilpartner Schlüssellängen auschecken kann, und das möglichst mit viel Luft unter dem A.... Probieren, runterkommen zum Stand, Ideen austauschen, den Partner sichern und dann den perfekten Beta memorieren. Dann abseilen, völlig erschöpft zum Basislager laufen und eine gute Flasche Wein öffnen. Das lässt mein Herz höher schlagen! Ines: Egal wo und was, aber mit einem Freund oder einer Freundin das Erlebte zu teilen, ist genial. Viel über sich selbst und den anderen zu lachen, erhält die Freude. Ich habe Mühe mit dauernd fluchenden Kletterern. Barbara: Ich liebe es, den ganzen Tag in einer Wand zu hängen und unmögliche Züge zu versuchen in der Hoffnung das Ganze am Schluss irgendwann zusammenzubringen und die Wand im Ganzen durchzusteigen, ohne Hänger, also das Puzzle zu lösen. Ganz wichtig ist dabei diese Leidenschaft zu teilen mit


einem guten Freund, einer guten Freundin, sich auszutauschen, gemeinsam ein Ziel anzugehen. Wo sucht ihr euren Ausgleich zum Klettersport? Nina: In völlig anderen Betätigungen und Umfeldern wie z.B. beim Kochen, Wein-Verkosten, Handwerken, an der Nähmaschine oder beim Höhlenforschen. Ines: Mein Sohn Emanuel gibt mir genügend Ausgleich, kopfmäßig. Sportlich gesehen muss ich mich für gemeinsame Tage am Berg inzwischen vorher ausruhen. Wir gehen Skitouren, Freeriden, Trail-Biken und natürlich Klettern, aber das eher selten gemeinsam. Seine Interessen sind anders gelagert. Ich liebe außerdem Gleitschirmfliegen – dabei thermisch Höhe zu gewinnen und eine Strecke zu fliegen ist genial. Gelegentlich kann man Klettern und Fliegen kombinieren, das ist dann die Vollendung. Barbara: Ich arbeite zu 50 % als Röntgenassistentin in einem Krankenhaus. Dort kann ich mir die Arbeitszeit flexibel einteilen. Das bietet mir einen guten Ausgleich und lässt mich Motivation tanken für meine nächsten Vorhaben. Zudem liebe ich es im Winter Skitouren zu gehen oder auch gemütlich mit Freunden ins Kino zu gehen.

Zum Leben als Profi-Bergsportlerin gehört ja auch dazu, dass man seine Leistungen präsentiert, mit Vorträgen, Fotos, Filmen, Büchern etc. Fällt euch das leicht, macht ihr das gerne oder ist das mehr ein notwendiges Übel, etwas, das halt zu eurem Beruf gehört? Nina: Vorträge, Shootings, Filme etc. gehören genauso zu meinem Beruf wie das Klettern am Fels. Ich liebe diese Vielfältigkeit, denn nur Klettern wäre mir zu öde. Ich will ja etwas bewegen mit meinem Tun und um das zu kommunizieren braucht man die richtigen Shots und man braucht meine strahlenden Augen, wenn ich von einem meiner Abenteuer erzähle. Das macht die Sache lebendig! Geduld als ich habe. In Ines: Ich schließe mich Nizwischen arbeite ich mit nas Meinung an. Für das Schreiben Journalisten zusammen, von Büchern brauche ich mehr die mich da unterstützen. Johanna Stöckl hat beispielsweise die Texte in meinem neuen Bildband „Vertikal“ geschrieben, sie spricht mir dabei aus der Seele. Aber das funktioniert nur mit engen Verbündeten. Barbara: Da ich meine Brötchen nicht nur durchs professionelle Klettern verdiene, habe ich keinen großen Druck Vorträge zu machen oder Filme zu produzieren. Aber es macht Spaß, eigene Erlebnisse in Film und Foto festzuhalten und mit anderen Leuten zu teilen. Das mache ich gerne, obwohl es für mich schon eine Überwindung ist Vorträge zu halten.

Wer sind oder wer waren eure Vorbilder? Nina + Barbara: Lynn Hill, Silvia Vidal Ines: Mir imponieren viele Kletterer, aber besonderen Respekt habe ich vor Steve House als Alpinist; als Mensch kenne ich ihn zu wenig. Es heißt immer wieder, dass Frauen anders klettern, anders mit dem Berg umgehen, weniger Rivalität an den Tag legen. Wie steht ihr dazu? Ist das ein Klischee oder ist da etwas Wahres dran?

Nina: Klar klettern Frauen anders. Wir suchen oft nach Alternativen, da wir kraft- oder größenmäßig - 07 -

Fotograf: Franz Walter Kletterin: Ines Papert

limitiert sind. Ich habe drei Frauen, mit denen ich saugerne klettere (u.a. Babsi), weil wir das gleiche wollen: Genuss und Fun, harte Kletterei, keinen Stress und die Power der Natur spüren. Ines: Rivalität ist bei keinem meiner Kletterpartner ein Thema, ob männlich oder weiblich. Wie Nina schon sagt, die Chemie muss stimmen und dann macht es auch Spaß. Barbara: Wenn das Zwischenmenschliche passt, kann man die schönste Zeit haben. Auch wenn man um das gleiche Ziel kämpft, kommt dann keine Rivalität auf. Im Gegenteil: Es ist sehr schwierig Seilpartner zu finden, die sich das gleiche Ziel in den Kopf gesetzt haben. Aber genau so jemanden zu finden ist Gold wert - so wie damals mit Nina am „Silbergeier“.

In diesem Jahr haben wir beim Filmfest St. Anton den Schwerpunkt Frauenklettern. Der hat sich ganz von selbst ergeben, weil in letzter Zeit eine Reihe außergewöhnlicher Filme über kletternde Frauen entstanden sind. Ist das Zufall? Nina: Wir geben halt einfach Gas. :-) Ines: Naja, ganz so zufällig würde ich das nicht sehen. Schließlich sind wir 50 % der Menschheit. Dennoch war Lynn Hill seinerzeit eine Ausnahmeerscheinung. Inzwischen klettern viele Frauen auch in hohen Schwierigkeitsgraden, nicht nur im Klettergarten. Babsi ist das beste Beispiel - eine Route wie „End of Silence“ anzugehen, ohne vorheriges Wissen, ohne Seilpartner, der ihr die Lösungswege zeigt, diesen Zugang finde ich genial - großen Respekt! Barbara: Danke Ines! :-) Mein großer Respekt gilt auch euch beiden! Ich hoffe, dass sich in Zukunft wieder einmal das ein oder andere gemeinsame Abendteuer ausgeht! Damit das Zusammentreffen beim Filmfest St. Anton kein Zufall bleibt!


GERRIT GLOMSER Vom Rennradfahrer zum Abenteurer. Ein Gespräch über Motivation, Anerkennung und sein neues Filmprojekt

Lieber Gerrit, du willst uns nicht verraten, was der Titel Deines Films „7.77“ bedeutet? Gerrit: Soviel nur, es hat nichts mit einer Boeing 777 zu tun und dennoch werde ich „fliegen“, nämlich dann, wenn ich das mir selbst gesteckte Ziel erreiche. „7.77“ entstand aus einem puristischen Gedanken. Wortspielerisch verkleidet. Ein Deckname über ein Projekt gestülpt, das mich an meine Grenzen bringen wird. Aber so spielerisch einfach mache ich es mir selbst dann auch wieder nicht. Eine Herausforderung braucht es schon. Etwas, das ich im Profisport so nie erlebt habe. Ich bin neugierig und frech, also probiere ich es einfach aus, schaue, ob ich es kann. Wie kam es dazu? Wie bist du auf diese Idee gekommen? Gerrit: Aus einem Überschuss an Energie und der daraus entstandenen Euphorie. Nach einem körperlich völlig unvorbereiteten Iran-Projekt 2012 und daraus resultierenden Film [„Grenzenlos-Nahost“, Filmfest St. Anton 2012] – 10 Tage täglich 200 km und mehr im Sattel, betonharte Muskulatur, wunder Hintern - fand ich derart schnell wieder meinen Rhythmus, dass ich Bäume ausreißen konnte, einen Druck am Pedal hatte, dass ich, noch nicht einmal am Ziel angekommen, schon von einem Folgeprojekt träumte. Mein Gedanke war ganz einfach „Was soll ich mit der wiedergewonnenen, überschüssigen Energie nun anfangen?“

Was fasziniert dich daran? Gerrit: Näher betrachtet ist es die Freiheit da oben, um die es mir geht. Mit oder ohne Rad spielt dabei keine Rolle. Mein Projekt erfordert es, aber soweit möchte ich gar nicht differenzieren. Es ist die Freiheit auf den Gipfeln. Ich bin nicht der Erste, der dies so empfindet und werde nicht der Letzte sein. Einfach Freiheit. Losgelöst sein vom Lärm des Alltags. Die Ruhe. Der Weitblick. Auch der Weitblick, der uns zu oft im täglichen Leben abhanden gekommen ist. Nicht immer nur das „Ich“ sehen, sondern über den Dingen stehen und da oben in aller Nachdenklichkeit auch über das Übergeordnete reflektieren können.

«Die glänzenden Pokale machten Lust auf mehr, auf noch mehr Edelmetall!»

Jedenfalls spielt dein Film in Österreich. Ist das nicht ein bisschen langweilig für dich, nachdem dich dein letztes Filmprojekt „Grenzenlos-Nahost“ bis in den Iran geführt hat? Gerrit: Ganz und gar nicht. Ich bin immer auf der Suche. Das muss nicht zwingend die Ferne sein. Österreich ist auch eine Spielwiese und hat genug Potenzial für Abenteuer.

Was war in deinem Leben zuerst da: das Verlangen auf einen Berg zu steigen oder die Lust Rad zu fahren? Gerrit: Zuerst schleppten mich meine Eltern auf den Berg und der Zufall wollte es, dass ich in den Radsport rutschte und da hängen blieb. Und später wollte ich Anerkennung finden. Darum geht es ja immer: Anerkennung. Und die glänzenden Pokale machten Lust auf mehr, auf noch mehr Edelmetall. Ehrgeiz und Perfektionismus waren Vater und Mutter meines Erfolgs. Also spulte ich als 14-Jähriger schon etliche 200 km Distanzen herunter und gewann immer weiter. Das Herz saß am rechten Fleck, es machte mir unendlich viel Spaß und es war kopfgesteuert. Eine gute, lustvolle Kombinattion.

Kannst du uns zumindest schon ein wenig verraten, um was es bei deinem Vorhaben geht? Gerrit: Es handelt von der Verbindung meiner beiden Leidenschaften. Rad aus meiner Vergangenheit und Berg als mein Hobby, um das sich jetzt vieles dreht.

Inwiefern hat dein Sport auch deinen Charakter geprägt? Gerrit: Wenig, glaube ich. Mich hat mein Zuhause zu dem gemacht, was ich bin. Sport war nur das Mittel zum Zweck, die Anerkennung der Eltern zu erreichen. Das habe ich aber nicht geschafft, nicht einmal ein gold-glänzender Pokal ließ die Aufmerk

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Fotograf linke Seite: Stefan Keck

samkeit auch nur eine Stunde andauern. Also wollte ich, dass das Gold goldener glänzt. Ein Sieg reichte nicht, ich wollte mit zwei Minuten Vorsprung gewinnen, um damit vielleicht zwei Stunden Aufmerksamkeit von zuhause zu bekommen – fehlgeschlagen! Ich bin, was meine sportlichen Ziele betrifft, zuhause hochkant gescheitert. Eine elementare Erfahrung war es allemal. Es braucht aber auch Zeit, um das erkennen zu können. Negativ betrachtet haftet mir der Perfektionismus an, der mich oft genug mir selbst im Weg stehen lässt. Das bin ich.

Du hast uns auch verraten, dass es in deinem Film um etwas Neues geht und um eine Art von Rekordversuch. Im Bergsport gibt es diese Entwicklung hin zu immer neuen Rekordern. Ist der Gipfel allein nicht mehr genug? Wie siehst du dieses Thema? Gerrit: Ich breche bei „7.77“ bestimmt keine Rekorde, das kann ich versprechen. Es geht mir nicht um Rekorde. Weder nach oben noch in der Weite oder sonst wie. Es geht um das Erleben. Das Tun. Wie kann ich einen Rekord jagen, wenn das, was ich mache, noch nie jemand vor mir gemacht oder probiert hat? Nicht, dass ich auf Extreme ausweiche, wo ich konkurrenzlos bin, um mich erfolgreich nennen zu können. Darum geht es mir nicht. Erfolg definieren immer andere. Wichtig ist, den eigenen E rfolg definieren zu können. Seine Talente und Potenziale zu heben, egal ob sie Rekorde brechen und ins Denkmuster anderer passen. Es geht darum, seine eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen, dann bin ich für mich erfolgreich und zufrieden. Die eigene Leidenschaft formt diese Möglichkeiten und dehnt die Grenzen nach außen. Warum sind wir uns selbst nicht gut genug und müssen uns immer mit anderen messen? Ich tue es dummerweise auch. Immer wieder. Der Berg sagt mir ein ums andere Mal, dass all das eigentlich völlig belanglos ist. Oben zu stehen, seine Leistung abgerufen zu haben, ein unvergessliches weil einzigartiges Erlebnis gelebt zu haben, ist schöner als sich zu vergleichen. Je mehr ich auf diversen Gipfeln stehe, desto eher gelingt es mir, mich zu lösen. Du blickst auf eine sehr erfolgreiche Karriere als Radprofi zurück. Welche Ratschläge hast du für junge Sportler? Gerrit: Folgt eurem Herz! Macht, was euch Spaß macht! Lasst euch nicht von Medien bzw. anderer Leute Meinung lenken und holt euch immer wieder Rat von euren Vorbildern!

Gerrit Glomser, der Extremsportler, und Gerrit Glomser, der Filmemacher, in welchem Verhältnis stehen diese beiden Teile deiner Persönlichkeit, und verstehen sie sich? Was ist dem einen wichtig und was dem anderen? Oder gibt es da gar keine Spannungen? Gerrit: Ich bin weder der eine noch der andere. Ich bin weder Extremsportler und schon gar nicht Filmemacher. Ich liefere nur eine Idee und versuche sie bestmöglich umzusetzen. Andere bereiten das Material dann auf. Was hat das schon mit Filmemachen zu tun? Und mit dem Extremsportler ist es auch so eine Sache. Klar, das, was ich mache, können sich wenige vorstellen nachzumachen. Verrückte Sachen. Mir macht‘s Spaß meine Grenzen auszuloten, ich bin neugierig, was alles möglich ist. Aber für mich ist das nicht extrem.

Gerrit Glomser Vom Rennradfahrer zum Fahrrad-Abenteurer Gerrit Glomser ist vor allem durch seine Erfolge im Radrennsport bekannt geworden: Zweimaliger Sieger der Österreichrundfahrt, Österreichischer Staatsmeister und Tour-de-France-Teilnehmer steht unter anderem in seinem Lebenslauf. Nach dem Ende seiner Karriere wechselte der heute 38-jährige Salzburger die Ausrichtung und suchte sich seine Abenteuer mit dem Fahrrad als Individualist, dort, wo er nur mit sich und den Umständen fertig werden musste, nicht mit Konkurrenten. So zog es ihn etwa nach Südamerika, wo er mit dem Rad am Andenhochplateau in Peru, Bolivien und Chile unterwegs war. Mit Handgepäck und Rennrad fuhr er in 14 Tagen von Salzburg nach Spanien und 2012 schließlich von Innsbruck in den Iran. Der Film „Grenzenlos Nahost“ (Filmfest St. Anton 2012) dokumentiert die 5.500 km lange Reise zum höchsten Berg des Iran, dem Damavand-Vulkan. Heuer präsentiert Gerrit Glomser in St. Anton unter dem kryptischen Filmtitel „7.77“ sein aktuelles Vorhaben, das er wie das Iran-Abenteuer wieder mit der Helmkamera filmisch begleiten will. Was er genau vorhat, darüber hält sich Glomser noch bedeckt: Das Projekt spiele in Österreich, beanspruche nur ein paar Tage, sei aber auch nicht einfacher zu realisieren als die Fahrt in den Iran oder das, was er sich für das nächste Jahr vorgenommen habe: nämlich im fernen Tokio mit einem Holzrad zu starten und damit Richtung Heimat aufzubrechen. Man darf gespannt sein.

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HANSJÖRG AUER über Free-Solo-Klettern, Baffin Island und Bruderliebe

dich kennen, desto mehr kommt die Bewunderung. Aber wenn jemand nur wegen der anderen die Motivation hätte so etwas zu machen, funktioniert es nicht. Alle, die wie ich vorne mit dabei sind, sind extrem leidenschaftliche Typen, und die brauchen das einfach, und genauso brauche ich es auch.

Du bist bekanntlich mit 23 an der Marmolada den „Weg durch den Fisch“ free solo gegangen. Wie war das damals? Hansjörg: Ich war auch schon vorher viel ohne Seil unterwegs, das haben die Leute nur nicht mitgekriegt und dann haben sie halt gemeint, dieser Unbekannte macht jetzt das, er riskiert alles. Aber so war es ja nicht, es hat sich schon ein bisschen abgezeichnet. Vorher bin ich zum Beispiel „Die modernen Zeiten“ gegangen und das hatte noch niemanden interessiert. Für mich war eigentlich schon klar, dass wieder etwas kommt. Und der „Fisch“ war die logische Folge. Ich hab mich davor abgeseilt und mir einige Stellen angeschaut. Es waren zwei Passagen, die etwas riskanter waren. Natürlich hab ich nicht gewusst, wie das dann ausschaut, wenn ich von unten komme. Und dass einem beim Klettern ohne Seil die Griffe immer kleiner vorkommen als mit Seil, das ist klar. Im Nachhinein gesehen fasziniert mich weniger, dass ich das geklettert bin, sondern mein Zugang zu der Sache. Es war so frech, weil ich es relativ kurzfristig realisiert habe. Und die Taktik, dass ich mir nur ungefähr ein Viertel der Wand und das nur fünf Stunden lang angeschaut habe. Aber das war damals für mich klar, dass es funktioniert.

Kennst du eigentlich nicht die Angst vor der Angst, die Angst, dass du mitten in der Wand nervös werden könntest? Wie gehst du mit der Angst um? Hansjörg: Ich glaube, man hat nur Angst, wenn es nicht 100-prozentig der richtige Moment ist. Angst hat man immer, aber dann wird sie dir viel mehr bewusst. Aber wenn es für dich der richtige Moment ist, dann hast du keine Angst. Ich hab da null Angst gehabt. Sonst hätte ich es ja nicht gemacht. Dann tust du‘s ja nicht, dann hast du ja nichts davon. Ich glaube, es ist wirklich eine Frage des Moments und ich hab die Fähigkeit, dass ich merke, wann es der richtige ist und wann nicht. Ich bin auch schon ein paar Mal umgekehrt. Es war nicht so, dass ich immer das, was ich wollte, auch gemacht habe. Du musst nur ehrlich zu dir selbst sein. Wenn du nicht ehrlich bist, dann fliegst du wirklich einmal hinunter. Wenn du dir das Risiko bewusst machst, dann ist es okay. Wenn ich irgendwo in einer Wand bin und weiß, ich muss jetzt echt riskieren und es ist mir wert es zu riskieren, und ich mach mir das bewusst, dann passt es. Das Problem ist nur, wenn irgendwas passiert, das man nicht erwartet. Ganz berechenbar sind solche Sachen natürlich nie. Du musst wissen, dass du‘s für dich selbst tust, und eigentlich tust du so etwas nur, wenn du ein super Gefühl hast. Ich hab Angst vor Wasser, deswegen geh ich nicht schwimmen. Ich kann schon schwimmen, aber ich fühl mich nicht wohl dabei und deswegen interessiert es mich nicht. Und danach? Du bist ja dadurch quasi schlagartig berühmt geworden. Hansjörg: Mich hat davor wirklich niemand gekannt. Und ich hab die Leute aus der Szene auch nicht wirklich gekannt. Da hat sich dadurch schon etwas verändert. Am Anfang war‘s aber auch eine schwierige Zeit, sehr schwierig, weil das nicht so einfach ist, wenn dich dann alle kennen und dir auf die Finger schauen. Und dann war da auch ein Druck da: Die Leute haben dann weitere Sachen verlangt. Aber da habe ich mich überhaupt nicht in die Ecke drängen lassen. Ich wollte mich auch überhaupt nicht als Free-Solo-Kletterer darstellen. Da baut man sich nur einen Druck auf und das bringt nichts. Das ist damals einfach so passiert und etwas viel Geileres geht eh nicht. Das Gefühl dabei war so intensiv, fast nicht zu beschreiben. Das kann schon süchtig machen.

Wie ist es, wenn du immer wieder auf das Free-solo-Klettern und die Route „Weg durch den Fisch“ angesprochen wirst? Hansjörg: Es ist einfach ein Teil von meinem Leben. Ein Teil, der die Leute interessiert. Es ist ein bisschen schwierig immer wieder darüber zu reden. Die Frage warum man‘s macht, ist sowieso nicht zu beantworten. Ich bin danach auch einige schwierige Routen ohne Seil gegangen, aber die Solos, die ich nachher gemacht habe, interessieren niemanden, das ist witzig. Es ist nur der „Fisch“. Es ist halt ein alpiner Meilenstein und ich bin ja stolz drauf, dass es mir gelungen ist. Das wird auch niemand so schnell nachmachen. Aber ich habe immer versucht mich nicht als Free-Solo-Kletterer darzustellen. Es ist schon grundsätzlich so, dass mich da viel Leute als Verrückten Was hat sich für dich nach der Aktion verändert? Wie hat der „Fisch“ dein Kletterleben geprägt? gesehen haben und nicht als Helden. Als ich nach Hause gekommen bin, hat mir meine Familie Hansjörg: Klar, es haben sich dadurch so viele neue Türen überhaupt nicht gratuliert, die haben nur mit mir geschimpft, geöffnet. Das Leben jetzt hat schon mehr Vorteile als Nachteile. Es dass ich so etwas mache. Erst ein paar Tage später ist mein ist eh langsam gegangen. Aber in meinem allerersten Interview Vater zu mir gekommen und hat mir die Hand gegeben. Aber habe ich eigentlich gesagt, dass ich mit dem Klettern nicht Geld klar, wenn das jemand macht, der dir nahe steht, kannst du verdienen will. Das hat sich alles verändert. Vor dem „Fisch“ habe das nicht befürworten, das geht nicht. Umso weniger die Leute ich nie so viel geredet wie jetzt (lacht). Ich war schon eine andere - 10 -

«ICH BIN EIN FANATISCHER HUND!»


Person. Davor war ich ein ziemlich fokussierter Typ. Da hat mich nichts anderes interessiert außer Klettern. Das hat sich schon geändert. Ich war irgendwie verschlossener. Ich habe mich damals sehr viel mit mir selbst beschäftigt. Aber das kommt wieder. Ich bin einfach ein fanatischer Hund.

Zu deinem Film „Bruderliebe“: Darin nimmst du ja deinen kleineren Bruder Vitus mit zur Marmolada um die gleichnamige Route einzurichten. Wie war das mit ihm zusammen? Sieht er dich als Vorbild? Hansjörg: Mein Bruder hat überhaupt keine Ambitionen, dass er etwas Ähnliches macht wie ich. Ganz im Gegenteil. Er ist eher der Typ, der sich denkt, von allem ein bisschen, er spielt auch in einer Band Schlagzeug und macht alles Mögliche. Er hat da eine ganz andere Einstellung. Ich hab schon das Wettkampfdenken gegenüber mir selbst, das brauch ich schon. Wenn ich jetzt Sportklettern gehe, will ich die Route raufkommen. Für meinen Job muss ich es nicht unbedingt, aber ich will‘s für mich. Ich bin da einfach fanatisch, das ist einfach so. Und sobald ich merke, dass mich da irgendjemand ein bisschen einschränkt, regt mich das schon auf. Das ist der Punkt, an dem ich arbeiten will. Das kann‘s eigentlich nicht sein. Der andere Film mit dir, der am Eröffnungsabend in St. Anton läuft, ist „The Waiting Game – Climbing on Baffin Island“. Wie seid ihr auf Baffin Island gekommen? Hansjörg: Baffin Island war immer schon ein Traum. Und dann haben wir eine alte Idee neu aufgerollt, weil wir auf einem Foto diese Wand gesehen haben. Wir waren ungefähr zwei Monate dort. Da oben sind fast die größten Felswände des Planeten. Und die alle frei zu klettern steht noch aus. Es gibt Orte, wo man als Alpinist und als Kletterer einfach hin will: Pakistan, Baffin Island, Antarktis vielleicht irgendwann einmal. Und Baffin Island war natürlich auch etwas Neues für mich, insofern, als dass man da nicht heraus kommt. Denn sobald das Eis aufbricht, ist dir der Weg abgeschnitten. Du musst da bleiben, bis dich die Boote holen, was mental nicht so einfach ist. Und ein Unterschied ist auch, dass keine anderen Expeditionen da sind, wo du dich austauschen kannst. Und wenn du normalerweise Bergsteigen gehst und du hast dein Ziel erreicht, dann packst du zusammen und ab geht es nach Hause. Auf Baffin Island hatten wir zwar unser Ziel erreicht, Belly Tower, aber wir konnten nicht weg. Das war hart. Gibt es, was das Klettern anbelangt, überhaupt noch weiße Flecken auf der Weltkarte? Hansjörg: Es gibt sicher noch einige weiße Flecken. In Zentralafrika müsste es zum Beispiel noch Wände geben, aber das ist nichts für mich, da sind viel zu viel Schlangen und Spinnen im Urwald, das taugt mir nicht. Aber es hört nicht auf: Zuerst wird erforscht, dann fängt es an mit den ersten Routen, dann kommt das Freiklettern, dann Klettern in einer bestimmten Zeit und so weiter. Auch hier in den Alpen: Alleine an der Marmolada gibt es noch so viel Routen zum Freiklettern.

Fotograf (2): Matteo Mocelin, The North Face Kletterer: Hansjörg Auer

und sie gingen in Sandalen und trugen das dreifache Gewicht. Das war schon sehr eindrücklich. Wir werden diesmal 60 Tage unterwegs sein und ich rechne nur mit 15 Tagen, in denen wir effektiv am Berg sein werden. Das andere ist aber auch ein Teil davon. Mich interessieren auch die Leute. Ich schau zum Beispiel schon, dass ich die Reise mit einer Agentur mache, die Hilfsprojekte unterstützt. Es gibt auch billigere, aber die zahlen den Trägern dann auch weniger. Und sportlich ist die Expedition auch wieder ein Weg zurück Und was sind deine nächsten Projekte? zum Bergsteigen. Es geht mehr um Eis-Fels, schon Klettern, aber ein bisschen mehr Bergsteigen. Das Durchbeißen, das Hansjörg: Eine Expedition nach Pakistan. Ich war ja Durchhaltevermögen, das gefällt mir jetzt mehr. Ich weiß schon einmal dort, das war eine meiner eindrucksvollsten auch nicht genau warum, aber ich fühl mich schon wieder Erfahrungen. Vor allem auch, weil ich vorher noch nie so groin diese Richtung gezogen. Noch bin ich lieber auf den niedße Berge gesehen hatte. Auch das Gefühl, dass du jetzt etwas rigeren Bergen unterwegs und technisch schwieriger. Aber machst, wo du Leute brauchst, die dir helfen. Die verdienen so wenig. Ich kann mich erinnern, dass es beim Anstieg wirklich es kann durchaus sein, dass ich in ein paar Jahren auch an stark geregnet hat und wir standen da in unseren Goretex-Jacken einem 8000er unterwegs sein werde. - 11 -


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Die Künstlerin Maria Peters über ihre Arbeiten, die heuer auch bei der Filmfest-Ausstellung zu sehen sind.

Unsere Welt ist längst vermessen. Kein weißer Fleck auf der Landkarte ist mehr verblieben. Einsame Orte zu finden, an denen ich mehrere Wochen ungestört arbeiten kann, bedeutet also, dass ich zwischen den viel begangenen Routen und zu ungewöhnlichen Jahreszeiten arbeite. Ich erwandere mir die Landschaft, mache mich mit einem Gebiet vertraut, eigne mir den Ort an. Und gewinne so ein Stück Heimat – ein Reservat – wenn auch nur für eine begrenzte Zeit. Heute verwende ich für meine Arbeit auch manchmal Fotografien, damit ich Lichtstimmungen oder erzählerische Details unterwegs rasch notieren kann. Trotzdem ist das direkte Arbeiten vor Ort für mich unabdingbar, denn die Vorstellung von einem Ort und die Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander. Und oft erschließt sich eine Landschaft vollkommen neu, wenn man lange Zeit dort verweilt. Es sind die Orte selbst, die meine Geschichten erzählen.

Aussicht über den Tilicho See, umrahmt von mehreren Siebentausendern. Im nächsten Jahr kam ich wieder - diesmal jedoch nur mit Bleistift und Skizzenblock ausgerüstet - und ich zeichnete meine erste Reiseerzählung. Dabei war es mir damals wichtig, dass ich weder einen Fotoapparat noch sonstige technische Aufzeichnungsgeräte verwendete. Aus dieser Arbeit erwuchs meine intensive Beschäftigung mit der Landschaft.

Im Jahr 2001 reiste ich zum ersten Mal nach Nepal. Bei dieser Reise hatte ich die Filmkamera dabei und drehte eine Dokumentation über das „Jimi Hendrix Restaurant“, eine kuriose Hippie-Reliquie in Jomosom in der Annapurna-Region. Nach Abschluss der Dreharbeiten wanderte ich über den Tilichopass in Richtung Manang und hatte dort eine großartige

Maria Peters wurde 1966 in Tirol geboren. 1996-2002 Kunststudium in Wien, 2002 Diplom an der Akademie der der Bildenden Künste, 2009 Förderpreis für zeitgenössische Kunst des Landes Tirol. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland sowie Publikationen, insbesondere auch theoretische Auseinandersetzung mit den Themen Berg und Landschaft. Maria Peters lebt und arbeitet in Innsbruck.

In den folgenden Jahren arbeitete ich dann immer mehr außerhalb des Ateliers: in Tirol, den Schweizer und Südtiroler Alpen, in Nepal, Tibet, Thailand, Kambodscha, Zypern und Grönland, und im Sommer 2008 in Deutschland - vom Thüringer Wald über Rügen bis Hamburg.

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DAS PRO

19. Filmfest St. Anton, 28.-31.8

Mittwoch, 28.8.

Donnerstag, 29.8.

Die Schwarze Madonna

Same Same But Different

Beginn: 20 Uhr

The Waiting Game - Climbing on Baffin Island Matteo Vettorel, ca. 40 min

G

Johannes Mair, 45 min

G

Eduardo Gellner, 52 min

Beginn: 20 Uhr

G

Vertriders: Flow Johannes Mair, 8 min

G

- Pause -

Speedriding Paradise

Hias Rebitsch und seine Zeitgenossen I

Melting Pot. Die Innsbrucker Kletterszene Preview

Filmemacher unbekannt, 5 min

Declaration of Immortality Marcin Koszalka, 28 min

G

Raphael Schläppi, 15 min

Johannes Mair, ca. 25 min

G

G

- Pause Shattered

G...L ive ges prä che mit Büh nen gäs ten

Tyler Stableford, 5 min

Hias Rebitsch und seine Zeitgenossen II ca. 5 min

Climbers Paradise Videocompetition Siegerfilm, ca. 10 min

Tien Shan - A Kyrgyz Ski Adventure Johannes Hoffmann, 19 min

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Art of Canyoning Olaf Obsommer, 8 min

G

INF

Wo

Das Filmfest findet im A Hannes-Schneider-Weg 11,

Anfa

Mit dem Zug nach St. Anton a. Arlberg un Mit dem Auto: A12 bzw. S16, Ausfahrt St. Anton a. A

Bahnho

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Tick

Abendkarte: 13 € (erm.: 1 Karten-VVK in allen Raiffeisenbanken, beim TVB St. An

Web / Fa

www.filmfest-stanton.at / www


OGRAMM

8.2013 in St. Anton am Arlberg

Freitag, 30.8.

Samstag, 31.8.

Silbergeier

Frauen im Aufstieg

Beginn: 20 Uhr

Nina Caprez, Cedric Lachat & Vladimir Cellier, 18 min

G

Matinee: 11 Uhr Ingrid Runggaldier, 52 min

Freundschaft auf Zeit August Pflugfelder, 52 min

G

Vertriders: The Line Vertriders: Steep Johannes Mair, je 8 min

Life of Skizz Alexander Scalet, ca. 15 min

Back to St. Anton

G

Abend:

- Pause -

7.77

Hias Rebitsch und seine Zeitgenossen III LED Surfer (Glowing Man)

G

SCA Newschoolteam, ca. 25 min

G

ca. 5 min

G

Gerrit Glomser, 30 min

G

Lorraine. Freeriden am Arlberg zu G-Dur G

Jacob Sutton, 1 min 30 sek

Hanno Mackowitz, ca. 10 min

Dasein. Alltagsgeschichten zweier Extrem-Skifahrer

Emilio Previtali & Matteo Vettorel, 5 min

Hanno MAckowitz, 20 min

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Iceclimbing Norway Johannes Mair, 12 min

Bruderliebe: Part II

- Verleihung des Filmfest St. Anton-Preises Piolet d´Or ca. 20 min

G

G

- Pause -

Beyond Gravity

Alexander & Bernd Zangerl, ca. 15 min

G

Wild One - A Story of Philippe Ribiere Jure Breceljnik, 52 min

G

Innsbruck N

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Bregenz

Arlberg


Die Schwarze Madonna Präsentation in Anwesenheit von Ines Papert Ines Papert, im sächsischen Flachland geboren, entdeckte ihre Berg-Leidenschaft erst in ihrer Wahlheimat Berchtesgaden. Mit viel Ehrgeiz wurde das Klettern schnell zu mehr als einem Hobby und 2001 gewann sie schließlich den Gesamtweltcup im Eisklettern. Ines Papert ist Teil einer Generation von kletternden Frauen, die deutlicher denn je zeigen, dass sie den Männern im Klettern in nichts nachstehen. Filmemacher Eduardo Gellner war mit Ines in der Wand dabei und konnte so ihre Emotionen hautnah miterleben. Darüber The Waiting Game – Climbing on Baffin Island Österreich-Premiere in Anwesenheit von Hansjörg Auer Das Leben eines Kletterers besteht nicht nur aus Höhepunkten, auch viel Geduld gehört dazu. In „The Waiting Game“ macht sich eine internationale Gruppe von Spitzenkletterern um den Ötztaler Hansjörg Auer und das spanische Brüderpaar Iker und Eneko Pou auf zu den Big Walls auf Baffin Island, eine im hohen Norden liegende und zu Kanada gehörende Insel mit der größten Big-Wall-Dichte der Welt. Das Ziel: noch namenlose Routen in einem bisher unerforschten Gebiet. Schon die Anreise ist alles andere als einfach. Die Herausforderung: Isolation, Kälte und das lange Warten auf besseres Wetter. Knapp 50 Tage sind sie dort in ihrem Zeltlager auf sich allein gestellt und müssen am Hias Rebitsch und seine Zeitgenossen. Erster Teil Er war beim Eiger-NordwandVersuch von 1937 dabei und als stellvertretender Leiter bei der NS-Expedition zum Nanga Parbat. Hier sehen wir die Kletterlegende Matthias „Hias“ Rebitsch und andere Spitzenkletterer seiner Zeit bei Touren im Kaisergebirge, in den Dolomiten und im Gesäuse in Filmaufnahmen, wie es sie aus dieser Zeit sonst kaum gibt. Die Ausrüstung und Technik der 1930erJahre, die wir bei Rebitsch und seinen Zeitgenossen sehen, führen vor Augen, wie schwierig die Begehungen in jener Zeit gewesen sind, ohne die Ausrüstung und die Sicherungsmöglichkeiten von heute.

hinaus ist der Film ein Porträt der überaus sympathischen Spitzenalpinistin, die seit 2012 eine neue Leidenschaft als Ergänzung zum Bergsteigen für sich entdeckt hat: das Gleitschirmfliegen. A 2013 | 52 min. Location: Untersberg, Berchtesgaden Ein Film von Eduardo Gellner | Produktion: ed.ge pictures / Servus TV | Schnitt: Eduardo Gellner und Katrin Kerschbaumer | Mit: Ines Papert, Achim Joos und Rudolf Hauser

Ende wieder warten, bis das Eis den Weg zurück in die Zivilisation freigibt. Aber die Rotpunkt-Routen, die sie in dieser Zeit klettern, sind die beschwerliche Reise wert. Die Expedition hat Matteo Vettorel filmisch aufwendig eingefangen. Spektakuläre Fels-Kletterei trifft auf Expeditions-Abenteuer im hohen Norden. Kanada / Italien 2013 | ca. 40 Min. Deutsch/Spanisch/Englisch mit deutschen Untertiteln / Location: Baffin Island, Kanada / Ein Film von Matteo Vettorel | Produktion: Storyteller Collective / The North Face | Mit: Hansjörg Auer, Iker und Eneko Pou u. a.

Das stumme Filmmaterial wurde im Archiv des ÖAV entdeckt und für das Filmfest St. Anton mit Musik der Gruppe Triol neu vertont. Filmemacher: unbekannt | 1930er-Jahre Erster Teil, ca. 5 min. Mit: Matthias „Hias“ Rebitsch u. a.

Declaration of Immortality Präsentation in Anwesenheit von Piotr Korcak Piotr „Mad” Korczak ist unter den polnischen Kletterern eine Legende. In den 1980er-Jahren kletterte er seine schwierigsten Routen, darunter die „Declaration of Immortality”, die damals nur knapp unterhalb von dem angesiedelt war, was im Klettern überhaupt bewältigt werden konnte. In diesem vielfach prämierten Porträt zeigt Korzcak, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Noch immer trainiert er verbissen, und es wird deutlich, wie schwierig es für einen in die Jahre gekommenen Athleten sein kann, wenn sein Körper Same Same But Different Premiere in Anwesenheit von Barbara Zangerl Am Feuerhorn in Berchtesgaden liegt eine der weltweit schwierigsten Kletterrouten: „End of Silence” nannte sie Thomas Huber bei seiner Erstbegehung 1994, 11 Seillängen und die schwierigste Stelle gegen Ende. Die junge Tirolerin Barbara Zangerl aus Strengen am Arlberg wiederholte die freie Begehung 2012 und zeigt damit nicht zuletzt, dass die Frauen im alpinen Sportklettern zu den Männern aufgeschlossen haben. Ihre Begehung wurde u. a. mit einer Drohne gefilmt und Filmemacher Hannes Mair gelangen eindrückliche Bilder aus der Wand. Bemerkenswert auch der Werdegang von Barbara Zangerl: Einst Weltklasse-Athletin im Bouldern begann sie nach einem BandscheibenvorVertriders: Flow Präsentation in Anwesenheit der Vertriders Der Name „Vertriders“ ist Programm, denn die Wege, die diese Mountainbiker befahren, sind wirklich nicht mehr horizontal. Vertriding ist die Konsequenz des Mountainbiking: Was das Klettern zum Wandern, ist das Vertriden zum klassischen Mountainbiken, so die Logik der Vertrider. Und es geht dabei auch um das Erreichbare. Verbunden ist dieses Extrem-Mountainbiken auch mit dem Wunsch, einen bestimmten Bewusstseinszustand zu erleben, den „Flow“. Darüber Vertrider Axel Kreuter: „Vielleicht gerade in der Kombination von hoher technischer Herausforderung und alpiner Exponiertheit liegt das FlowPhänomen auf dem Trail prak-

nicht mehr ganz so mitspielt wie früher. Dem Alter kann er dabei nicht viel Positives abgewinnen: „Ich kann mir das Wort „Alter” nicht vorstellen. Ich würde meine geistige Haltung, also nicht den Körper, auf ungefähr 27 Jahre schätzen“, sagt er. Polen 2010 | 28 min. | Polnisch mit deutschen Untertiteln Ein Film von Marcin Koszalka | Produktion: TVP SA | Mit Piotr

fall zunächst aus therapeutischen Gründen mit dem Seilklettern. Dieses wurde bald mehr als eine Therapie uns so zählt sie inzwischen als alpi-

DIE FI

19. Filmfest St. Anto

ne Sportkletterin zu den Besten der Welt. A 2013 | ca. 45 min. | Deutsch Location: Feuerhorn, Berchtesgaden Ein Film von Johannes Mair - Alpsolut Moving Pictures | Mit: Barbara Zangerl

tisch vor dem Vorderreifen, wenn man sich der Aufgabe mit all seinem Können stellt. Und hat man ihn einmal eingefangen, dann ist Flow ein genialer Filter für Zeit und Raum, Quelle von Freude und Glück, der Heilige Gral, nach dem wir alle streben.“ A 2013 | 8 min. | Deutsch Ein Film von Johannes Mair - Alpsolut Moving Pictures | Mit: Sylvia Leimgruber, Axel Kreuter, Christof Pfeifer, Gerhard Senfter und Benedikt Purner


Melting Pot. Die Innsbrucker Kletterszene - Preview Premiere mit Vertretern der Innsbrucker Kletterszene Jeder weiß, welchen Stellenwert Österreich im Skisport hat und welche Leistungen unsere Skisportler erbringen. Weniger im medialen Rampenlicht, aber ebenso erfolgreich sind seit Jahren die österreichischen Wettkampfkletterer. In Tirol trifft sich die absolute Spitze des Wettkampfsportes, denn mit Vertretern wie etwa Jakob Schubert im Vorstiegsklettern und Anna Stöhr und Kilian Fischhuber im Bouldern kommen die stärksten und erfolgreichsten Wettkampfkletterer der letzten Jahre fast alle aus Innsbruck. Die Stadt scheint ein gutes Pflaster für den Klettersport zu sein, viele Top-Wettkampfkletterer aus aller Welt entscheiden sich,

ihre Zelte für kürzere oder längere Zeit in Tirols Landeshauptstadt aufzuschlagen. Johannes Mair geht in seinem groß angelegten Filmprojekt „Melting Pot“ der Frage nach, was Innsbruck zu einem internationalen Zentrum für den Klettersport macht. Beim Filmfest St. Anton zeigt er erstmals einen Preview zu dieser Dokumentation. A 2013 | ca. 25 min. | Deutsch Ein Film von Johannes Mair - Alpsolut Moving Pictures | Mit: Kilian Fischhuber, Anna Stöhr, Jacob Schubert, Jorg Verhoeven, Katharina Saurwein, David Lama, Hansjörg Auer und vielen anderen

Shattered Nach dem Erreichen des Gipfels wartet oft eine innere Leere. Extremalpinist Steve House gibt freimütig Auskunft über eine Angst, die für ihn stärker ist als die vor dem Tod und da-

ILME

on, 28.-31.8.2013

rüber, was ihn trotz allem immer wieder antreibt. „Ich versuchte nach Hause zu gehen, aber ich merkte, dass ich keines hatte.” Extrem-Bergsteigen als Suche eines Getriebenen nach inneren Antworten. Ein intimes, vielfach ausgezeichnetes filmisches Porträt, in dem der Monolog von Steve

Tien Shan A Kyrgyz Ski Adventure Präsentation in Anwesenheit der Protagonisten Vier in Innsbruck lebende Freunde brechen nach Kirgistan auf und suchen dort das vollkommene Ski-Vergnügen. Sie haben sich intensiv vorbereitet und sind rund um die Tien Shan-Berge auf der Suche nach anspruchsvollen Freeride-Hängen, immer auf der Hut vor Lawinen in dem ihnen unbekannten Gelände. Daneben finden sie aber auch Zeit und Gelegenheit zu filmen. Die Eindrücke von der Reise hat Johannes Hoffmann nach der Rückkehr zu einer stimmungs-

House mit den Bildern einer free-solo bewältigten und extremen Eiskletter-Tour eine eindrucksvolle Verbindung eingeht. USA 2012 | 5 min. | Englisch | Ein Film von Tyler Stableford | Mit: Steve House

vollen und bilderreichen Erzählung verbunden. A 2012 | 19 min. | Englisch mit deutschen Untertiteln Location: Kirgistan Ein Film von Johannes Hoffmann | Kamera: Johannes Hoffmann, Jakob Schweighofer u. a. | Mit: Johannes Hoffmann, David Pitschmann, Michael Trojer und Jakob Schweighofer

Art of Canyoning Die Schluchten, in die uns Warren Verboom hier mitnimmt, haben es in sich und sind bestens geeignet für seine Spezialität: waghalsige und artistische Sprünge in die Pools. Ihm geht es aber nicht unbedingt um den Nervenkitzel, erklärt der junge Schweizer, und auch nicht lebensmüde sei er, „nur extrem“ Silbergeier Präsentation in Anwesenheit von Nina Caprez Zusammen mit ihrem Kletter- und Lebenspartner Cedric Lachat wagt sich die junge Nina Caprez an eine der schwierigsten Kletterrouten der Welt: Bereits als Jugendliche hatte sie sich vorgenommen, bis zu ihrem 25. Geburtstag den „Silbergeier“ im Rätikon zu bewältigen. Über die 1994 von Beat Kammerlander eröffnete legendäre Route sagt sie: „Silbergeier war so nahe an meinem Limit, dass ich mir keine Fehler erlauben durfte.“ Wenn man Nina zuschaut, wie sie sich an den Dolomit des Rätikon schmiegt, vergisst man beinahe, was für eine Leistung diese erste freie Begehung von einer Frau darstellt. Im kurzweiligen Film von Vladimir Cellier zeigt Speedriding Paradise In Anwesenheit von Ueli Kestenholz und Raphael Schläppi Der Schweizer Ueli Kestenholz hat als Sportler viel erreicht: er war als alpiner Snowboarder Medaillengewinner in Nagano und zwei Mal Weltmeister. Später konzentrierte er sich aufs Free- und Speedriden. Beim Filmfest St. Anton präsentiert er drei, mit der Helmkamera gefilmte Speedride-Abfahrten, von Filmemacher Raphael Schläppi zu einem Film verwoben. Mit Skiern und dem kleinen SpeedFly-Schirm am Rücken geht es Freundschaft auf Zeit Präsentation in Anwesenheit von Benedikt Böhm und Sebastian Haag sowie Filmemacher August Pflugfelder Sommer 2006: Zwei Freunde stehen am Gipfel des Gasherbrum II und bewältigen die schwierige Abfahrt mit Skiern. Der Höhepunkt einer Bergfreundschaft, bei der sich die beiden jungen Alpinisten perfekt ergänzen: „Wir haben einfach die gleiche Schmerzgrenze.“ Drei Jahre später am Broad Peak trennen sich die beiden auf 7000 Meter und zurück bleiben zwei einzelne Bergstei-

D 2012 | 8 min. Deutsch Location: Schweiz Ein Film von Olaf Obsommer – BigO-Productions Mit: Warren Verboom u. a.

sich das Kletter-Paar Caprez / Lachat auch von seiner humorvollen Seite, mit einer großen Portion Selbstironie. Nina erklärt ihre Kletterphilosophie vor den Schafen auf der Wiese und meint: „Für uns Mädchen ist es eben anders als für die Burschen, sie sind stärker. Als Frau musst du technisch perfekt sein. Aber natürlich gehört auch etwas Glück dazu.“ Schweiz 2012 | 18 min. | Französisch mit deutschen Untertiteln Ein Film von Nina Caprez, Cedric Lachat und Vladimir Cellier. Produktion: BarakaFlims.

rasant vom Fründenhorn, der Mat‘s Line und vom Doldenhorn hinunter. Dazu erklärt Ueli, worin die Faszination des Speedridens besteht undwie es einem dabei geht. Schweiz 2013 | ca. 15 min. | Deutsch Ein Film von Raphael Schläppi - Mera Digital Cinema | Aufnahmen Ueli Kestenholz | Mit: Ueli Kestenholz

ger. Ein einfühlsames Porträt darüber, wie stark, aber auch wie zerbrechlich eine Freundschaft im alpinen Extrembereich sein kann. Deutschland 2012 | 52 min. Deutsch | Location: Himalaya Ein Film von August Pflugfelder | Kamera: Javier Campos, Hubert Rieger u. a. | Schnitt: Max Frey | Mit: Benedikt Böhm und Sebastian Haag


Vertriders - The Line Präsentation in Anwesenheit der Vertriders Eine schmale Linie definiert den Grat zwischen fahrbar und nicht fahrbar. „The Line“ heißt dann auch der zweite Teil der Film-Trilogie von Johannes Mair, der die Innsbrucker Vertriders auf ihren alpinen Mountainbike-Touren begleitet hat. Diesmal geht es über die Grenze nach Südtirol. Am Nordrand der Dolomiten finden sie einen Berg mit zwei gegensätz-

lichen Gesichtern. Der Trail vom Gipfel führt geradewegs zum Rand eines Canyons hin. Haben sie nun gefunden, wonach sie gesucht haben?

Vertriders - Steep Präsentation in Anwesenheit der Vertriders Die Steilheit der Wege in den Tiroler Bergen hat die Sichtweise der Innsbrucker Mountainbiker maßgeblich geprägt und letztendlich auch dem Vertriden seinen Namen gegeben. Im letzten Teil der Filmtrilogie ist Hannes Mair wieder mit der Gruppe Innsbrucker ExtremMountainbiker aufgebrochen, um ihren Umgang mit Steilheit und ausgesetztem Gelände zu dokumentieren.

LED Surfer (Glowing Man) Der „Glowing Man“ von Jacob Sutton ist eine Figur von ungewohnter und seltsamer Schönheit. Am ganzen Körper mit LED-Lichtern bestückt fährt er in der Nacht und bei vollkommener Dunkelheit talwärts. Die Schwarz-Weiß-Bilder zeigen uns Snowboarden, wie wir es bisher noch nicht im Film gesehen haben. Dem Modefilmer Jacob Sutton ist es mit diesem Clip gelungen, einen ästhetisch neuen Ansatz für ei-

Dasein Alltagsgeschichten zweier Extrem-Skifahrer Premiere in Anwesenheit der Protagonisten Stefan Häusl und Björn Heregger sowie von Filmemacher Hanno Mackowitz Der Film stellt eine Frage, die im Extremsport immer wieder auftaucht: Wieso geht jemand ein großes Risiko ein, wenn er weiß, dass zuhause seine Familie auf ihn wartet? Die beiden Profi-Skifahrer Stefan Häusl und Björn Heregger sind hier nicht nur bei spektakulären Freeride-Lines zu sehen, sondern geben auch Einblick in ihren Alltag, in ihr Leben „hinter dem Sport“. A 2013 | ca. 20 min. | Deutsch | ein Film von Hanno Mackowitz

Ice Climbing Norway Präsentation in Anwesenheit von Guido Unterwurzacher und Christian Hechenberger „Isklattring”, norwegisch für Eisklettern, verspricht dieser Film. Die beiden Tiroler Guido Unterwurzacher und Christian „Hechei” Hechenberger starten zu einem eisigen Abenteuertrip in den hohen Norden und haben dabei sichtlich Spaß. Dort kämpfen sie nicht nur auf unkonventionelle Art mit den teuren Essenspreisen, sondern auch mit den Namen der norwegischen Wasserfälle. Diese sind allerdings ziemlich spektakulär - genauso wie die Bilder, die uns Filmemacher Hannes Mair von den beiden liefert. A 2012 | 12 min. Deutsch Location: Norwegen | Ein Film von Johannes Mair – Alpsolut Moving Pictures Mit: Guido Unterwurzacher, Christian Hechenberger, Simon Berger, Florian Dertnig

Beyond Gravity A 2012 | 8 Min und 8 min. | Deutsch Ein Film von Johannes Mair - Alpsolut Moving Pictures | Mit: Sylvia Leimgruber, Axel Kreuter, Christof Pfeifer, Gerhard Senfter und Benedikt Purner

nen Snowboard-Clip zu finden. GB | 2012 | 1.30 min Location: Tignes, Frankreich Ein Film von Jacob Sutton Mit: William Hughes

Der Tiroler Kletterer Bernd Zangerl ist während dem diesjährigen Filmfest St. Anton unterwegs auf einer Kletterreise entlang der alten Seidenstraße, über den Iran, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgistan bis nach Indien. Statt als FilmfestModerator von der Bühne wird er per Videobotschaft von der Leinwand grüßen. Mit „Beyond Gravity“ gibt es auch wieder einen neuen Film von ihm. Darin geht es um das Valle dell‘Orco - das „Little Yosemite Europas“ - inmitten des Gran Paradiso Nationalparks im Piemont, in den frühen 1970er-Jahren Hotspot der internationalen Kletterszene. In den 1980ern versank das wunderschöne Tal aber in einen Dornröschenschlaf. Bernd Zangerl verbrachte letzten Herbst mehrere Wochen in den Gra-

Frauen im Aufstieg Präsentation in Anwesenheit von Filmemacherin Ingrid Runggaldier Ein Streifzug durch die Geschichte des Frauenbergsteigens und die großen Leistungen von Frauen im alpinen Bergsteigen. Wie bei vielem ist auch die Geschichte des Bergsteigens eine „Männergeschichte“. Aber auch Frauen haben Alpingeschichte geschrieben. Ingrid Runggaldier hat es sich in einem RechercheProjekt zur Aufgabe gemacht die vielen Frauen in der Geschichte des Bergsteigens zu beleuchten.

nitwänden des Valle dell‘Orco, umgeben von bester Felsqualität, atemberaubenden Landschaften und herausfordernden Linien. A 2012 | 15 min. Location: Italien | Ein Film von Alexander und Bernd Zangerl | Schnitt: Bernd Zangerl und Harald Krumböck

I 2001 | 52 min. Deutsch Ein Film von Ingrid Runggaldier und Wolfgang Thomaseth Mit: Catherine Destivelle, Lynn Hill, Wanda Rutkiewicz, u.a.


Life of Skizz Premiere in Anwesenheit der Protagonisten und des Filmemachers Eine Gruppe junger Österreicher, die meisten davon aus St. Anton am Arlberg, hat einen Film über Freestyle-Skiing gemacht, mit dem sie versucht, diese Sportart - die obwohl olympisch geworden, noch zu den Randsportarten zählt - einem breiten Publikum näher zu bringen. Gedreht wurde den ganzen Winter über am Arlberg, im Kaunertal, im Stubaital und am Hintertuxer Gletscher. Gabriel Wetscher, Patrick Back to St. Anton Premiere in Anwesenheit der Protagonisten und Filmemacher Sebi und Max Mall, Armin Hafele, Chrissi Erhart und Max Sigl vom SCA Newschool-Team führen uns in diesem Film vor Augen, wie das Leben eines engagierten Freerstyle-Skifahrers gleichermaßen anstrengend ist und Spaß macht. Trainiert wird das ganze Jahr über, in der Halle, an der Water Ramp, bei der man im Wasser landet und gefahrlos neue Tricks ausprobieren kann, und natürlich im Schnee, am Gletscher und im St. Anton Park. Trainer Giggo Wolf ist immer dabei und hat 7.77 Präsentation in Anwesenheit von Gerrit Glomser Gerrit Glomser startet auf eine ungewöhnliche Radtour quer durch Österreich. Der frühere Österreich-RadrundfahrtSieger nimmt das Rennrad mit und macht damit etwas, was bisher noch niemand versucht hat. Mehr will er im Vorfeld noch nicht verraten, aber wie schon bei seinem filmischen Ausflug in den Iran (Filmfest St. Anton 2012) hat er wieder die Helmkamera mit dabei.

Lorraine. Freeriden am Arlberg zu G-Dur Lorraine Huber ist Moderatorin beim Filmfest St. Anton und bei der Präsentation anwesend. Lorraine Huber ist Moderatorin beim Filmfest St. Anton und bei der Präsentation anwesend In diesem Film, ohne Sprache und nur von klassischer Musik begleitet, zeigt Filmfest St.-Anton Moderatorin und Profi-Skifahrerin Lorraine Huber, wie schön Freeriden sein kann. A 2013 | ca. 10 min. Ein Film von Hanno Mackowitz | Mit Lorraine Huber

Strolz, Marco Ladner, Andreas Gohl, Andreas Herbst, Oliver Strolz, Max und Sebi Mall waren dabei, hinter der Kamera stand Alexander Scalet. A 2013 | ca. 15 min. Ein Film von Alexander Scalet – Skizz Media

Max Mall beim Drehbuch zu dieser Spielfilmdokumentation unterstützt, die den sportlichen Jahreslauf der St. Antoner Freeskier anschaulich macht und ihre Begeisterung für ihren Sport zum Ausdruck bringt. Geschnitten hat den Film Max Sigl (Maxaya Production). A 2013 | ca. 25 min. Ein Film des SCA Newschoolteams

A 2013, ca. 30 min. Deutsch Ein Film von Gerrit Glomser

Bruderliebe. Part II Präsentation in Anwesenheit von Hansjörg Auer Der „Weg durch den Fisch” an der Marmolada-Südwand machte den damals 23-Jährigen Hansjörg Auer schlagartig berühmt, er kletterte die 37 Seillängen free solo, eine Nachricht, die um die Kletterwelt ging und und dies nur durch einen Zufall, weil Hansjörg in der Wand fotografiert wurde. Fünf Jahre später sehen wir Hansjörg wieder an der Marmolada, zusammen mit seinem Bruder Vitus, um dort eine neue Route einzurichten. Er nennt sie „Bruderliebe”. Im Film, wir zeigen in St. Anton nur den zweiten Teil, geht es um die Tour und über die Schwierigkeiten der Route, aber auch, warum es nicht gut ist, dass sein Bru-

Piolet d´Or Präsentation in Anwesenheit von Piolet d´Or-Preisträger Mick Fowler Der „Piolet d‘Or“ (französisch für „Goldener Eispickel“) ist die wohl bedeutendste Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen im Bergsport und wird von der französischen Zeitschrift „Montagne Magazine“ in Zusammenarbeit mit dem Verband französischer Extremalpinisten „Groupe de Haute Montagne“ vergeben. In der Jury des Jahres 2013 war unter anderem Filmfest St. Anton-Gast und Trägerin des Publikumspreises Gerlinde Kaltenbrunner. Ausgezeichnet wurden u. a. die britischen Alpinisten Mick Fowler und Paul Ramsden für ihre Überschreitung des Shiva (6142 m).

Wild One - A Story of Philippe Ribiere Präsentation in Anwesenheit von Philippe Ribiere Philippe Ribiere wurde mit dem Rubenstein-Taybi Syndrom in Martinique geboren, einem genetischen Defekt, der verschiedene und mehrfache Behinderungen mit sich bringt. Seine Eltern waren nicht in der Lage, ihn in diesem Zustand anzunehmen und haben ihn als Kind abgegeben. Er wuchs in Frankreich bei Zieheltern auf und ist seit jeher auf der Suche nach der Liebe. Aufgenommen wurde er von der Kletterszene und aus ihm wurde, seinen Behinderungen zum Trotz, ein ausgezeichneter Kletterer. Immer noch nicht gefunden

der gerade seine neue Freundin im Kopf hat, während er Hansjörg an extrem schwierigen Stellen sichert. I 2011 | 5 min. Englisch mit deutschen Untertiteln | Location: Marmolada Südwand, Belluno, Italien. Ein Film von Emilio Previtali & Matteo Vettorel - Storyteller Collective / Northface Mit Hansjörg und Vitus Auer

Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Piolet d ‘ O r- Ve r e i n i g u n g und dem Filmfest St. Anton wird ein ca. 20-minütiger Filmbeitrag über den Piolet d‘Or und die Preisträger präsentiert.

hat er die Liebe, und im Film begibt er sich auch zurück in seine Vergangenheit und versucht deren Rätsel zu lösen und seine Mutter zu finden. Porträt über einen außergewöhnlichen Menschen und ein außergewöhnliches Schicksal. F 2012 | 52 min. | Französisch mit englischen Untertiteln. Ein Film von Jure Breceljnik


PRÄGNANT & CHARMANT

Die Moderatoren des Filmfest St. Anton sind bekannte Gesichter... Heinz Reich -FM4 Radiomoderator und Mitbegründer des Senders -Passionierter Freizeitsportler

Lorraine „Lori“ Huber - Professionelle Freeriderin mit Top-Platzierungen in der Freeride World Tour, aufgewachsen in Lech am Arlberg und in Australien - Leiterin von Freeride & Yoga-Camps für Frauen - Passionierte Kletterin und Wellenreiterin

Bernd Zangerl: - Weltklasse-Boulderer seit mehr als 10 Jahren 2003 „Boulderer of the year“ - Ständiger Weltreisender - Langjähriger Moderator des Filmfest St. Anton, heuer nur in Wien dabei, da ihn im August eine Kletterreise die alte Seidenstraße entlang bis nach Indien führen soll

Flo Orley -Als Snowboarder seit 13 Jahren auf der Freeride World Tour und dort immer vorne mit dabei - In vielen Sportarten zu Hause: Drachenflieger, Wellenreiter, Basejumper und Weltumsegler - Verheiratet mit Nina, Vater von Keano und Momo

FILMPREISE Preis des Filmfest St. Anton in der Höhe von 2000 Euro für einen hervorragenden Film, gestiftet von den Arlberger Bergbahnen und vergeben vom Team des Filmfest St. Anton. Publikumspreis des Filmfest St. Anton (500 Euro Preisgeld, gestiftet von den Arlberger Bergbahnen, und Mooscar-Statue des Mooserwirts) für den vom Publikum am besten bewerteten Film. Climbers-Paradise-Competition Climbers Paradise, die Tiroler Kletterplattform im Internet, sucht unter dem Motto „Berge – Menschen Abenteuer“ DAS Klettervideo 2013. Einen Climbers-Paradise-Anerkennungspreis für‘s Mitmachen bekommt jeder, das am besten gevotete Video wird mit einem hochwertigen Goodiebag mit Sachpreisen von Chillaz, AustriAlpin, Salewa und Stubai prämiert und die Gewinner dürfen sich außerdem über einen Klettertrip nach Tirol freuen. Eine Jury ermittelt das Siegervideo, das dann am 29.8. im Rahmen des Filmfest St. Anton gezeigt und mit einem Preisgeld von € 1.000,- ausgezeichnet wird, gestiftet vom Raiffeisen Club Tirol und Climbers Paradise. Infos auf www.climbers-paradise.com - 22 -


Komm zum Filmfest!

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Tickets: Abendkarte: 13 Euro (ermäßigt 10 Euro) Wochenkarte (28. bis 31. August): 35 Euro erhältlich im Tourismusbüro St. Anton am Arlberg und während der Veranstaltungen an der Tageskasse. Foto: Hannes Mair, alpsolut.com

Tourismusbüro St. Anton am Arlberg Dorfstraße 8 A-6580 St. Anton am Arlberg Tel.: 0043-5446-2269 info@stantonamarlberg.com www.stantonamarlberg.com

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MICK FOWLER Der Piolet d´Or-Preisträger kommt nach St. Anton

Der Piolet d‘Or ist der Oscar der Alpinszene. Einmal jährlich werden am Fuße des Mont Blanc besondere alpinistische Leistungen mit dem Goldenen Pickel prämiert. Eine Fachjury, der heuer unter anderen auch Gerlinde Kaltenbrunner angehörte, zeichnet die besten Erstbesteigungen des vergangenen Jahres aus. Neben der alpinistischen Leistung zählt dabei immer auch der Stil: Sparsamer Einsatz von technischen Hilfsmitteln am Berg, Routenwahl, Respekt vor den Menschen vor Ort sowie den eigenen Teammitgliedern sind wichtige Werte, die bei der Verleihung der Piolets d`Or berücksichtigt werden.

nicht geklettert, von weit her sichtbar, ein direkter Anstieg zum Gipfel, keine objektiven Gefahren, steil, technisch anspruchsvoll und dann auch noch die Möglichkeit zum Abstieg auf einer anderen Route. Entgegen unserer Erwartung erwies sich der Fels dieser fantastischen Struktur als Granit von Top-Qualität, die Risse waren voller Eis. Auch die Bedingungen waren so gut, wie wir sie selten im Himalaya erlebt hatten. Bei fast perfektem Wetter genossen wir ein Biwak in einem überhängenden Felsenbalkon mit 600 Meter Luft unter unseren Füßen, sehr hartes, aber unvergessliches Mixed-Klettern und glatte vereiste Platten. Die technisch anspruchsvolle Route forderte unser ganzes Können, und der Erfolg blieb bis zum letzten Moment ungewiss. Es hätte wirklich nicht besser sein können. Letztendlich brauchten wir sieben Tage für den Aufstieg und zwei Tage für den Abstieg über die bisher noch nicht begangene Südost-Flanke des Shiva.“

Ein höherer britischer Finanzbeamter mit dem Hang zur Erstbesteigung «Selbst in Momenten großer schwieriger 6000er... Angst vergeht ihm das Lachen Für 2013 ging die Auszeichnung unter anderem an die Briten nicht!» Mick Fowler und Paul Ramsden, die diese – einmalig in der Geschichte des Preises – schon zum zweiten Mal erhalten haben. Diesmal wurde die neuntägige Überschreitung des 6142 Meter hohen Shiva in Indien ausgezeichnet. Dazu Mick Fowler: „Die Linie hatte alles was Paul [Ramsden] und ich uns von einem Ziel erwarten: Ein herausragender Gipfel des Gebietes, eine Linie, die ins Auge springt, noch

Obwohl er seit 35 Jahren wegweisende Erstbegehungen zuhause in Großbritannien und von Peru bis Tibet unternimmt, ist der 57-jährige Mick Fowler kein Profi-Bergsteiger. Sehr ungewöhnlich für einen Spitzenalpinisten verdient er sein Geld als höherer Angestellter der britischen Finanzbehörde. Mick Fowler ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist der amtierende Präsident des prestigeträchtigen „Alpine Club“, der ältesten Bergsteigervereinigung der Welt. Ein Freund sagte über Mick, dass eine seiner Stärken darin bestehe, dass ihm selbst in Momenten großer Angst das Lachen nicht vergehe.

Mick Fowler wird beim diesjährigen Bergfilmfest St. Anton zu Gast sein und von seiner Expedition berichten.


JOHANNES MAIR Film-Biograf der Tiroler Kletterszene

In seinen Anfängen Mitte der 1990er Jahre spielte das Filmfest St. Anton Bergfilm-Klassiker und Dokumentationen, wie sie auf den Bergfilmfestivals rund um den Globus gezeigt wurden. Mit Beginn des digitalen Filmzeitalters hat sich dann rund um die hiesige herausragende Athletenszene ein Kreis von Filmemachern gebildet, die mit ihren Arbeiten nach St. Anton zum Filmfest gekommen sind. Manche dieser Filmemacher, mit dem Outdoor-Sport gleichermaßen verbunden wie mit dem Film, haben - wie Eduardo Gellner aus St. Johann - ihr Handwerk klassisch an einer Filmhochschule gelernt. Die Mehrzahl von ihnen aber - wie der ursprünglich aus Lech stammende Harry Putz und der ursprünglich aus Ludesch, Vorarlberg, stammende Hanno Mackowitz sowie eben der Stubaitaler Johannes Mair - waren zunächst Sportler und haben sich dann das professionelle Filmen und Fotografieren als Autodidakten beigebracht. Insbesondere Johannes Mair kann mit Fug und Recht als filmischer Biograf der Tiroler Kletter- und Outdoor-Szene bezeichnet werden. Selbst exzellenter Kletterer ist er seit 10 Jahren Bergführer und hat an der Universität Innsbruck ein Studium der Meteorologie abgeschlossen. Schon früh und oft habe er gedacht: „Wenn ich jetzt nur eine Kamera dabei hätte!“ und so kam es, dass sein Hobby, Fotografieren und Filmen, immer mehr zu seinem Beruf wurde. Wie gut ein Foto oder ein Film im Bereich der Outdoor-Sportarten wird, hänge auch damit zusammen, wer darauf zu sehen sei, meint er. Und da habe er in Tirol Glück gehabt. Schon seine erste aufwendigere Dokumentation hat er mit dem Ausnahmekletterer Kilian Fischhuber gemacht: Fischhuber wiederholt im Film die von Wolfgang Güllich erstmals begangene

legendäre Sportkletterroute „Action Directe“.

In seinen Filmen ist Mair um das Authentische der Darstellung bemüht; der reißerische Kommentar, dem man oft in Fernsehdokus begegnet, ist ihm fremd. Und immer ist er auf der Suche nach dem perfekten Bild. Weil dieses für sich selbst sprechen soll, will er seine Filme nicht interpretieren und gibt sich auf der Bühne einsilbig: Frage des Moderators: „Kommst Du neben den Filmen noch viel zum Klettern?“ Antwort Mair: „Nein“. Frage des Moderators: „Was würdest Du tun, wenn Du nicht filmen würdest?“ Antwort Mair: „Klettern“.

«Wenn ich jetzt nur eine Kamera dabei hätte!» Dieses Jahr ist Johannes Mair gleich mit mehreren Werken in St. Anton vertreten: Barbara Zangerls Durchsteigung der Route „End of Silence“, Guido Unterwurzachers und Christian Hechenbergers Eiskletterabenteuer in Norwegen, die Vertriders-Trilogie sowie die Vorschau auf ein großes Porträt der Innsbrucker Kletterszene sind alles Filme von ihm. Und auch die fotografischen Leitmotive des Filmfest St. Anton, Fotos der in Innsbruck lebenden Weltklassekletterer Kilian Fischhuber

und Jorg Verhoeven, stammen von Mair. - 25 -


NINA CAPREZ Mein Leben als Profi-Kletterin Viele können sich nicht vorstellen, wie man sein Geld als professionelle Felskletterin verdienen kann. Seine Leistungen in diesem Bereich scheinen in keiner Rangliste auf, man gewinnt keine Pokale und kein Preisgeld. Wir, Menschen wie ich, sind immer auf der Suche nach Abenteuern, und unsere Abenteuer suchen wir selbst aus! Mein Beruf als Profikletterin ruht auf verschiedenen Standbeinen. Die Basis bleibt selbstverständlich das Klettern, und zwar auf einem hohen Niveau. Im Klartext: Ich kann von dieser Sportart leben, weil ich zur Weltelite gehöre. Freilich, das ist nicht alles, heutzutage gibt es viele, viele extrem stark kletternde Frauen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt meiner Meinung nach darin, seine Erfolge zu teilen! Ich habe lange Zeit gebraucht, um meinen Weg zu finden. Am Anfang kletterte ich so vor mich hin, probierte dieses und jenes, Bouldern oder Wettkampf-Klettern oder Bergsteigen. Was mich reizte, war die Verbindung von Natur und Grenzerfahrung: Dass ich über mich hinauswachsen, mich selbst überlisten und meine körperlichen Grenzen dank meines Kopfes erweitern kann. Das fand ich am besten im extremen Mehrseillängen-Klettern verwirklicht. Diese Disziplin des Kletterns brachte einen roten Faden in mein Leben und ich folgte diesem aus einem Instinkt heraus.

«Ich habe lange Zeit gebraucht, meinen Weg zu finden.» In der Wahl meiner Kletterprojekte war ich immer frei. Meistens waren es Linien, die mich ästhetisch sehr anzogen und die sich einigermaßen in dem für mich maximalen Schwierigkeitsgrad befanden. Ich nahm mir die Freiheit zunächst einmal wild darauf los zu klettern. Ich steckte immer sehr viel Herz und Energie in meine Vorhaben, ich bin nie eine Route geklettert um anderen zu gefallen. Dann ist das Mehrseillängen-Klettern oft mit unvorhersehbaren Abenteuern und oftmals verrückten Geschichten verbunden, und das ist es auch, was es so spannend macht.

Fotograf: Stefan Schlumpf

Da ich ein Mensch bin, der in seinem Leben alles teilen will, wollte ich Die Vermarktung meiner Projekte erschöpft sich nicht in auch meine Emotionen teilen, und zwar über Bilder und Videos. Das er- Fotos und Filmen. Oft werde ich für Vorträge angefragt, fordert extrem viel Motivation und Disziplin. Eine Route von 300 Metern zu Filmfestivals oder anderen Events eingeladen. Die in einem hohen Schwierigkeitsgrad durchzusteigen ist schon an sich eine Vorbereitung eines Vortrags kann sehr aufwendig sein, extreme Leistung, aber das mit einem Fotografen oder Kameramann zu do- oft brauche ich dafür zwei Wochen. Eine gepflegte Internetseite, Facebook: für diese Dinge brauche ich kumentieren ist noch viel härter! viel Zeit, etwa zwei Tage in der Woche. Dann bin ich Schlussendlich können die Leute über diese Bilder und Videos ein Stück mei- Chef-Routenbauerin in einer kleinen Kletterhalle in ner Träume mitnehmen und ich kann ihnen so im besten Fall etwas für ihr Küblis und bin engagiert in der Initiative „Schule Leben vermitteln. Mein Denken und Handeln gefällt meinen Sponsoren. Sie bewegt“. Wir besuchen da verschiedene Schulen lassen mir völlig freie Hand in der Wahl meiner Projekte. Sie wissen durch mein quer durch die Schweiz und motivieren die SchüTun der letzten Jahre, dass sie mir vertrauen können. Wenn ich meine Sachen lerInnen zum Klettern. angehe, habe ich ein Feuer in meinen Augen, das steckt an. Und natürlich: Ich trage die Produkte meiner Sponsoren, weil ich mich darin wohl fühle und das kann Was ich an meinem Beruf liebe, ist die Vielfälman auf den Bildern auch sehen. Mit meinen Sponsoren-Partnern - Arcteryx, Petzl tigkeit, die er bietet, und die Selbstdiszitplin, und Scarpa - habe ich fixe Jahresverträge. Sie unterstützen mich mit ihrem Material, die er verlangt. Niemand sagt mir, was ich zu mit einer fixen Summe pro Jahr und sind für Anliegen offen, die sich im Laufe der tun habe. Ich selbst bin verantwortlich für Projekte ergeben. Als Gegenleistung stehe ich ihnen eine gewisse Anzahl von Tagen mein Tun und Lassen und ich kann deshalb pro Jahr zur Verfügung für Materialtests, Produktentwicklung, Teamevents oder auch vollkommen die Konsequenzen akzeptieren, die sich daraus ergeben. Fotoshootings. - 26 -


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Operative Mitarbeiter des Filmfest St. Anton Leitung: Manfred Pascher; Assistenz: Simon Rainer Programmkoordination: Clemens Gogl; Programmgruppe: Manfred Pascher, Simon Rainer, Marián Wilhelm, Alexander Zangerl Artdirector, Grafik: Simon Rainer, Nurstudio.com Moderation: Heinz Reich, Flo Orley, Lorraine Huber, Bernd Zangerl (Wien) Vor-Ort-Organisation in St. Anton: Katrin Fahrner, Franziska Schwazer Textredaktion: Marián Wilhelm, Manfred Pascher, Sabine Aigner, Clemens Gogl Marketing: Manfred Pascher und Volker Hölzl Presse: Manfred Pascher, Marián Wilhelm, Katharina Schinkinger (Wien) Technik: Harald Krumböck; Assistenz: Oliver Vötter Festivaltrailer: Harry Putz Hallengestaltung: Alexander Zangerl Filmfest St. Anton in Wien: Volker Hölzl Livemusik in Wien: TRIOL (Florian Baumgartner, Walter Singer, Andreas Tentschert) Filmfest St. Anton in Kufstein: Elisabeth Saller, Theresa Kühn, Isabella Bernhard u. a. DCP-Erstellung für Kufstein: Manfred Zingl Kooperation Piolet d‘Or: Elisabeth Steurer Untertitelung: Ada Jaszczynska, Sabine Aigner Weitere Mitarbeiter: Ada Jaszczynska (Polen), Eliane Drömer (Deutschland) Technische Ausstattung St. Anton: Ton + Bild Medientechnik, Rankweil Ergänzender Fotonachweis (Seitenzahl in Klammer, v.o.n.u.): Franz Walter (18), Matteo Mocelin (18), Krakau Film Found. (18), Johannes Mair - alpsolut.com (18+19+20), Tyler Stableford (19), Jakob Schweighofer (19), Jens Klatt (19), Stefan Schlumpf (19), Moving Adventures (19), Jacob Sutton (20), Josef Mallaun (20), Ray Demski - Red Bull Content Pool (20), Felix Pirker (21), Katja Pokorn (21), Graham Watson (21), Hanno Mackowitz (21), Matteo Mocelin - The North Face (21), Mick Fowler (22), Philippe Ribiere Archiv (21), Stefan Kuerzi (22), Mirja Geh (22), Flo Orley Archiv (22)

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