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Leserbriefe_Numis-Post

17.12.09

07:53

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A k t u e l l

(Siehe auch meinen offenen Brief an Herrn Lassau, Numis-Post & HMZ Nr. 9/2009)

KEIN VERSAND IN DIE SCHWEIZ! Was das BAK mit seinem Verhalten erreicht: Diese Münze (Beispiel bei Ebay gesehen) wird nicht nach der Schweiz versandt. Ist sie archäologisch bedeutungsvoll?

Provision bezieht. Das ist natürlich blauäugig, da an den Messen sehr grosse Umsätze gemacht werden und sehr viel verdient wird. «Wann ist eine Münze ein besonders schützenswertes, bedeutungsvolles Kulturgut?» Auf diese Frage geht der Bericht nicht ein. Wen wunderts, denn das BAK hat bisher elementarste Definitionen verweigert oder widersprüchlich beantwortet: Was ist eine antike Münze? Wann ist eine Münze ein archäologisches Kulturgut? Was gilt für Münzen, die vor 2005 gekauft wurden oder schon länger in Sammlungen liegen? Die Beantwortung dieser und noch anderer Fragen benötigt eine seriöse Vorarbeit, welche das BAK vermutlich einfach noch nicht geleistet hat. Man kann nicht legiferieren, ohne die Materie klar zu umschreiben. Die jüngsten Gerichtsurteile in Deutschland zeigen, wie daneben gewisse Behörden wegen mangelndem Fachwissen liegen können. «Herkunftsnachweise beim Verkauf von «solchen» Münzen» Hier wird immerhin schon implizit zugegeben, dass nur «solche» Münzen einen Herkunftsnachweis brauchen. Oder täusche ich mich? 74 | Numis-Post | 1/10

Schliesslich noch der Punkt «Gegenseitige Information» Es wäre wünschenswert, dass das BAK auch die Öffentlichkeit besser informiert. Vom ersten «Memorandum of Understanding» habe ich erst erfahren, nachdem ich mich beim BAK über von mir aus gesehen fragwürdige Praktiken erkundigt habe. Die Resultate der in diesem Memo festgeschriebenen «Analyse» will das BAK nicht herausgeben, ein Schlichtungsverfahren ist seit drei Monaten hängig, obwohl der Bund ein solches Verfahren in einem Monat durchziehen sollte. Es existiert jetzt offenbar ein zweites «Memo», auch dieses wurde offenbar den interessierten Kreisen vorenthalten. Dabei gibt es doch eine Fachpresse. Und auch der Berufshandel scheint nur mangelhaft informiert worden zu sein. Man sieht, die Lage ist nicht geklärt, es herrscht weiterhin Rechtsunsicherheit und in dieser Situation scheint Willkür vorprogrammiert. Solange alle Münzen, auch nur alle antiken Münzen als archäologisches Kulturgut betrachtet werden, wird es Probleme geben. Ich begreife das BAK, wenn es die Unterlagen zum «Pilotprojekt» nicht herausgeben will, denn ein seriöses Projekt verlangt klare Kriterien und die sind offenbar nicht oder nur mangelhaft formuliert. Aber so geht es nun einfach nicht. Leider verhindert das BAK mit seinem Vorgehen keine einzige Raubgrabung in Serbien (oder wo auch immer). Die wirklichen Numismatiker wissen häufig genauso gut wie manch ein Fachhändler und si-

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http://www.numis-online.ch/download/NumisPost.pdf?x54861=2t5gma7v5nt4cnr64q1t7if3j3

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