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Leserbriefe_Numis-Post

17.12.09

07:53

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A k t u e l l

Leserbriefe Zuschriften bitte an: Redaktion Numis-Post, Postfach, CH-7310 Bad Ragaz, Telefax 081 511 04 03, info@numis-online.ch. Anonyme Mitteilungen werden nicht berücksichtigt!

Fünf Jahre Kulturgütergesetz und die Münzen Zum Artikel über das Treffen des Verbands Schweizer Berufsnumismatiker (VSBN) und Repräsentanten des Bundesamtes für Kultur (BAK) in Numis-Post & HMZ Nr. 12 Der Bericht über dieses Treffen ist auf die Bedürfnisse der Berufshändler ausgelegt. Diese haben ihr Ziel offensichtlich erreicht, denn sie haben praktisch freie Hand für den Handel. Da aber der «normale» Numismatiker oder Sammler so klug bleibt wie zuvor, erlaube ich mir, hier die Ergebnisse zu hinterfragen. Vielleicht geht dann auch den zuständigen Stellen im BAK ein Licht auf, wo die Unzulänglichkeiten des Kulturgütertransfergesetzes (KGTG) in Bezug auf die Numismatik sind. Solange das BAK vom Numismatiker oder dem Sammler für den Verkauf oder Kauf praktisch aller Münzen einen Herkunfts- oder Legalitätsnachweis verlangt und damit den Besitzer von Münzen ohne Nachweis gleichsam kriminalisiert, stimmt doch etwas nicht. Was, das soll im folgenden etwas klarer werden. Laut Bericht seien fünf Punkte diskutiert worden; ich gehe sie der Reihe nach durch: Irritationen auf dem Markt bezüglich Eingriffen des BAK im ebay-Handel. Das BAK schreitet nicht ein beim Verkauf von antiken Münzen durch den Schweizer Fachhan-

del. Soweit so gut für den Fachhandel. Wieso schreitet es aber ein beim Verkauf durch den europäischen Fachhandel, welcher über ebay vertreibt? Genauso genommen schreitet es ja nicht ein, sondern verpflichtet ebay, gewisse Stücke aus dem Verkauf zu ziehen oder den Händlern den Verkauf in die Schweiz zu verbieten. Letztere wenden das Verbot generell an, ob nun die Münze nicht antik ist, legal ist oder aus dem Fachhandel kommt. So kann ein Schweizer keine antiken Münzen (sogar nicht einmal andere) mehr in Europa oder Amerika über eine Internetplattform kaufen. Sie werden schlicht aus der Schweizer Seite gestrichen. Das BAK betreibt hier Kulturförderung für das Ausland und benachteiligt das eigene Land und verhindert in keiner Weise den illegalen Verkauf von Kulturgütern im Internet! Es wäre interessant zu erfahren, ob hier Handelshemnisse aufgebaut werden oder der Wettbewerb verzerrt wird. Im Punkt «Unterscheidung zwischen ebay-Handel und dem direkten Handel» müsste statt «direkten Handel» «Schweizer Fachhandel» stehen. Denn nur dieser wird erwähnt und diesem werden eigentlich alle Kompetenzen abgetreten, quasi ein Monopol eingeräumt. Auch die «Diskussion» zum Punkt «Münzenmessen und Handelsplattform» mutet merkwürdig an. Danach ist eine Münzenmesse keine Handelsplattform, da sie nicht vermittelt und keine 1/10 | Numis-Post | 73

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