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Rätsel um Mittelaltermünzen NEU_Numis-Post

16.12.09

15:43

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A k t u e l l

Rätsel um Mittelaltermünzen Die Münzkunde des Mittelalters ist ein spannendes Arbeitsfeld. Die Zuordnung der oft schriftlosen Münzen ist schwierig, bisherige Bestimmungen sind oft ungenau und müssen immer wieder revidiert werden. Auch wenn sich Schrift oder Schriftfragmente auf diesen Münzen finden, sind sie uns heute nicht immer verständlich.

Dr. Jürgen Wild

I

m Mittelalter waren viele Stempelschneider ebenso schriftunkundig wie der Grossteil der damaligen Bevölkerung, so dass sich auch sinnlose Aufreihungen von Buchstaben finden, die wir heute Trugschrift nennen. Dies alles trifft auch für die Mittelaltermünzen des Elsass zu, die noch sehr wenig erforscht sind. Einer der sich bemüht, die Rätsel, die uns die Münzen des Mittelalters aufgeben zu lösen, ist Jürg Netzer aus Hilterfingen (BE). Die Ergebnisse seiner Bemühungen zu einem ganz speziellen Thema stellte er kürzlich im Circulus Numismaticus Basiliensis (CNB) vor.

pes halbes Gramm wiegende Silbermünzen auf Strassburger Schlag, die diese rätselhafte Umschrift tragen. Es gibt von diesen Denaren drei Typen, die erstmals der Freiherr von Pfaffenhoffen beschrieben hat. Der Typ 1 hat als Vorderseite in einem Perlkreis ein gekröntes Brustbild im Profil nach links mit Kreuz und Lilienzepter, über dem Kreuz ein Stern. Auf der Rückseite ist eine fünfblättrige Rose von der rückläufigen CHOSANAUmschrift und zwei Perlkreisen umgeben.

Rätselhafte CHOSANA-Denare Netzer sei von Haus aus eigentlich Jurist, so kündigte die Präsidentin des CNB Beatrice Schärli den Referenten an dem Vortragsabend im Haus zum Hohen Dolder in der Basler St. Alban Vorstadt an. Mir ist bei Netzers Beiträgen in der Schweizerischen Numismatischen Rundschau (SNR) aufgefallen, dass er konsequent akribisch-logisches juristisches Denken auf die Mittelalter-Münzen und ihr historisches Umfeld richtet, um überzeugende Schlussfolgerungen zu ziehen.

Im Perlkreis ein gekröntes Brustbild im Profil nach links mit Kreuz und Lilienzepter, über dem Kreuz ein Stern. Auf der Rückseite ist eine fünfblättrige Rose von der rückläufigen Umschrift und zwei Perlkreisen umgeben. Durchmesser 15 mm, 0,496g. Münzkabinett Karlsruhe, Fund von Waldbronn («Murgtal») (81/180).

So ist er auch bei den Hagenauer CHOSANADenaren vorgegangen. Es handelt sich um sehr kleine, ca. 16 mm messende und nur ein knap-

Der Typ 2 hat auf der Vorderseite im Perlkreis einen Kirchturm mit einem hohen Kreuz, zu beiden Seiten stehen Gestalten (Engel?) mit zum

Typ 1

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