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ZWISCHENRAUM

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TEXT: CHARLOTTE BRAUN FOTOS: ALESSANDRO DE MATTEIS Speckmann, Vorsitzender des Vereins, erklärt: „Die Leute hier in der DingFabrik sind unglaublich kommunikativ. Sie sind hilfsbereit und unterstützen einander. Und das ist unser Alleinstellungsmerkmal: Der Gemeinschaftsgedanke ist bei uns ganz stark ausgeprägt.“

ders beliebt“, sagt Alexander Speckmann stolz. „Es ist selten, dass so viele Dinge gleichzeitig angeboten und miteinander kombiniert werden. Egal, ob du mit Origami basteln, ein Holz- oder Kunstobjekt entwerfen oder eine Lampe bauen willst, die DingFabrik bietet dir diese Möglichkeiten.“

Werkzeuge und Maschinen Für einen monatlichen Beitrag von 23 beziehungsweise 17 Euro (Schüler und Rentner) stellt die DingFabrik den Vereinsmitgliedern Maschinen und Werkzeuge zur Verfügung, mit denen auch an mitgebrachten Objekten gearbeitet werden kann. Zu den Besonderheiten zählen die drei 3-D-Drucker. Häufig stammen die Maschinen der offenen Werkstatt aus Werkstattauflösungen oder sind Spenden von Menschen, die die Werkzeuge selbst nicht mehr gebrauchen können. Ab und zu verfügt die DingFabrik auch über Maschinen-Leihgaben, so im letzten Jahr über einen Lasercutter. Wenn nötig, bekommen die Vereinsmitglieder eine kurze Einweisung.

Vielseitige Mitglieder und Arbeiten

Im Juni 2010 wurde der gemeinnützige Verein DingFabrik Köln e.V. gegründet. Begonnen hatte alles mit einem Informationsabend. Gemeinsam wurde darüber diskutiert, wie man eine offene Werkstatt in Köln umsetzen könnte. Doch wie es sich für Handwerker und Bastler gehört, wurde nicht lange gequatscht, sondern gleich angepackt. Schon Mitte September 2010 öffnete die DingFabrik ihre Türen. Seitdem lädt sie interessierte Kölner zu Bastelnachmittagen und Workshops ein. Regelmäßig treffen sich nun Bastler und Tüftler in den Räumen der Werkstatt. Das Durchschnittsalter liegt bei Ende 20, obwohl alle Generationen vertreten sind. Der Jüngste ist Schüler und 19, der Älteste ist mittlerweile 62. Doch beide teilen eine Gemeinsamkeit: die Leidenschaft, Ideen zu Gegenständen werden zu lassen. Für die Mitglieder der DingFabrik steht die Gemeinschaft an erster Stelle. Alexander

Die DingFabrikanten lassen sich nicht in eine Schublade stecken. Nicht nur im Alter unterscheiden sie sich, sondern auch in ihren Berufen und sonstigen Interessen. In der DingFabrik sitzen Frauenärzte, Sozialpädagogen, Innenarchitekten und pensionierte Sportler nebeneinander. Gemeinsam wird gehämmert, gebastelt und vor allem viel gelacht. Was sie alle verbindet, ist der Drang, etwas zu bauen, zu entwickeln, mit etwas Praktischem umzugehen. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie Anfänger, Profis oder sogar ausgebildete Designer sind. Meistens handelt es sich bei den Arbeiten um Einzelprojekte, doch schnell gesellen sich Interessierte dazu und fassen mit an. So kommt es auch immer wieder vor, dass Teams entstehen und an einer gemeinsamen Idee arbeiten. Erstmalig ist nun auch ein Gruppenprojekt umgesetzt worden. Im Rahmen der PASSAGEN haben 26 Mitglieder der DingFabrik an der Produktion einer Lampe mitgearbeitet. Die Arbeiten der Bastler zeigen eine große Bandbreite auf. Angefangen bei Reparaturen und kleineren Bastelarbeiten bis hin zu Möbeln und der Entwicklung von Prototypen. „Dass wir so breit aufgestellt sind, ist bei den Mitgliedern beson-

WEITERE INFOS DingFabrik Köln e.V. http://dingfabrik.de www.facebook.com/dingfabrik

#03 Frühling 2012  

null22eins. Kölner Kulturen Magazin.

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