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13 meinem Körper. Diese erinnern mich an eine tolle, brüderliche, mannschaftliche Geschlossenheit. Sie erinnern mich an den Amateurfußball von vor 15 Jahren, der technisch und taktisch nicht so gut war wie heute, aber bei dem Normen und Werte vermittelt wurden, die mich als Spieler und Menschen geprägt haben. Die meisten Jahre im Herrenbereich hast du mit Ole Natusch zusammengespielt. Konntest du dich im Laufe der Zeit mit seinem unorthodoxen Spielstil anfreunden und was nervt dich nach so vielen Jahren immer noch an ihm? Ole ist ein spezieller Spieler, der gerne abseits von taktischen Vorgaben agiert und ein unglaubliches Selbstbewusstsein mitbringt. Dies spiegelt sich bei ihm nicht darin, dass er so tut, als wäre er etwas Besonderes. Es zeigt sich eher darin, dass er im Spiel Dinge vollbringt, die er eigentlich gar nicht kann. Klar gehen oft einfachste Dinge schief, aber daran habe ich mich gewöhnt und ich glaube, er hat sich daran gewöhnt, dass ich immer noch mit ihm meckere, wenn ihm einfachste Pässe nicht gelingen. Am besten finde ich, wie er beim Bier in der dritten Halbzeit versucht, in sehr langen Monologen zu erklären, warum bestimmte Aktionen nicht funktioniert haben. Ich glaube, ich habe noch nie länger als 30 Sekunden zugehört. In einem früheren Interview sprachst du von Marco Fagin als deinem Mentor. Was meinst du damit und wann sägst du ihn als Liga-

trainer ab? Ich glaube, kein Trainer hat mich so sehr geprägt wie Marco. Er ist ein Taktikfuchs und seine Trainingsinhalte machen Sinn. Das hört sich banal an, ist aber schon sehr viel wert. Er hat bewiesen, dass er sowohl Jugend- als auch Herrenfußballmannschaften erfolgreich trainieren kann. Marco kann Spieler besser machen. Ich könnte mit ihm stundenlang über Fußball reden, weil ich ihm gerne zuhöre und ich auch glaube, dass er mir auch mal zuhört. Ich hoffe, dass wir irgendwann mal zusammen an der Linie stehen können. Wir müssen nur noch schnell den Oddset-Pokal holen... Wie lange willst du noch im Ligabereich spielen? Dein Freund Serdar Aksoy wartet schon sehnsüchtig darauf, dich bei den Alten Herren begrüßen zu dürfen. Mein Freund Serdar, auch „Robbe“ genannt, muss sich noch ein wenig

gedulden. Eventuell werde ich auch nie bei den Alten Herren spielen, da ich mir nämlich auch eine Laufbahn als Trainer vorstellen könnte und denke, dass beides nicht geht. Neben Fußball bringst du dich mit Crossfit in Form. Hältst du dich für den fittesten Spieler im Kader und welche Mitspieler könnten die eine oder andere Crossfit-Einheit gut vertragen? Ich werde hier keine Kameraden denunzieren, aber das eine oder andere Crossfit-Workout würde sicherlich einigen von uns gut tun. Ich bin bei weitem nicht der Fitteste im Team. Ich sehe Crossfit eher als Ausgleich zum Fußball an und verfolge damit nicht primär das Ziel, der Fitteste zu sein. Es macht unheimlich viel Spaß und ich erweitere damit meinen Horizont, da beim Crossfit komplexe, so genannte funktionale Übungen, im Vordergrund stehen, die Fußballern helfen können, sich vor Verletzungen zu schützen.

Stadionsprecher 2017/18, Ausgabe 04  

Stadionmagazin des HEBC von 1911 e.V.

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