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JAB CH-1000 Lausanne 21 PP / Journal

Juni 2014 | N° 148

Neuigkeiten vom Februaraufruf 2013 für Kamerun Dorfbewohner setzen sich für den Wald in Ijim ein

Erfahren Sie mehr über den Jahresabschluss 2013 SEITE 2

Blick auf unsere Jahresrechnung 2013

SEITE 3

Editorial Hartnäckige Stereotypen Gewisse Fundraising-Kampagnen stellen Afrika am Rande eines Abgrunds dar, als Kontinent, der tief in Armut steckt. Das ist Schwarzmalerei, die hauptsächlich auf unsere Emotionen abzielt, um Mitleid zu wecken, damit wir schlussendlich Geld spenden. Finanziell hat sich diese Methode sicher ausgezahlt, aber ist sie wirklich ehrlich ? Wenn wir immer wieder mit solch negativen Nachrichten und Bildern konfrontiert werden, entsteht der Eindruck, dass sich nichts verbessert. Ausserdem ist das Konzept „ Afrika “ ein imaginäres Konstrukt, in dem Unterschiede einfach ausgeblendet werden. Afrika ist aber ein Kontinent, auf dem es total verschiedene soziale, sanitäre, klimatische, ökologische und ökonomische Realitäten gibt. Die überholten und verzerrten Darstellungen müssen deshalb unbedingt dekonstruiert werden. In Wirklichkeit gibt es in den verschiedenen afrikanischen Ländern auch viele Initiativen und eine positive Entwicklung. Wir müssen deshalb die vereinfachenden Erklärungen der Probleme wie auch die oft einseitig skizzierten Lösungen ersetzen. Um die Komplexität dieses Kontinents zu erfassen, muss man sich auf Kenntnisse stützen, die fundiert, differenziert und respektvoll sind, und sich auch wagen, gewisse Tätigkeiten von westlichen Ländern in Erinnerung zu rufen, die negative Auswirkungen auf afrikanische Länder hatten. Eine kritischere Selbstbetrachtung wäre besser anstatt die Augen zu verschliessen und Stereotypen zu benutzen. Fundraising sollte sich nicht auf die Verwendung von Stereotypen stützen, und die Medien sollten ausgewogene Informationen verbreiten, um ein kohärentes Bild der lokalen Situationen zu vermitteln und dabei die menschliche Würde zu respektieren. Schliesslich sollte die geleistete Hilfe den realen Bedürfnissen entsprechen. Der Standardsatz „ Es ist für einen guten Zweck “ reicht nicht. Man muss den Blickwinkel ändern, sich in die Lage der anderen versetzen und die eigene Lesart hinterfragen. Mit den Einsätzen, die Nouvelle Planète anbietet, sollen die TeilnehmerInnen an solche Überlegungen herangeführt werden, und mit unserer Zeitung möchten wir die konstruktiven Initiativen der lokalen Akteure aufzeigen, ohne die Herausforderungen und die Schwierigkeiten vor Ort zu leugnen. Die Dekonstruktion der Stereotypen ist auf dem Vormarsch ... Xavier Mühlethaler Schauen Sie sich zwei Videos an, die von NORAD gedreht wurden und sich mit dieser Thematik befassen : http://www.africafornorway.no/.

SENEGAL

Eine frühzeitige medizinische Behandlung erlaubt es oft, spätere Komplikationen und schwerwiegende Konsequenzen zu vermeiden. Zu langes Warten kann schreckliche Auswirkungen haben. Tauchen wir ein in die Realität der Gesundheitsversorgung eines ländlichen Dorfes im Senegal.

Wenn wir in der Schweiz ein gesundheitliches Problem haben, können wir dem Schweregrad entsprechend zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen. Je nachdem begeben wir uns zu unserer Hausärztin oder unserem Hausarzt, eventuell gehen wir auch zu einem ärztlichen Notfalldienst oder dann in die Notaufnahme eines Spitals. Sogar der Transport dorthin ist relativ einfach geregelt. Für einen Krankenwagen wählen wir die Nummer 144 oder für einen Helikopter die 1414. Auch wenn während den Ferien im Ausland ein medizinisches Problem auftaucht, müssen wir uns keine Sorgen machen. Ein Ambulanzflugzeug kümmert sich um unseren Rücktransport, auch wenn wir noch so weit von unserem Heimatland entfernt sind. Es ist klar, dass die Kosten, die ein derartiges Gesundheitssystem verursacht, gewaltig sind. Wir bekommen dies auch immer wieder anhand der jährlich steigenden Krankenkassenprämien zu spüren.

np@nouvelle-planete.ch www.nouvelle-planete.ch

Hallo Doktor, wo sind Sie ? Das Dorf Ndème Ndiaye befindet sich in der ländlichen Gemeinde Ndindy, welche flächenmässig etwa einem schweizerischen Bezirk entspricht. Was die medizinische Versorgung angeht, ist nur im Hauptort des Bezirks eine Gesundheitsstation vorhanden, die für alle 13'500 Bewohner ausreichen muss. Angesichts dieser Situation entschloss man sich im 17 km vom Hauptort entfernten Ndème Ndiaye vor 10 Jahren dazu, in einem unbewohnten Gebäude vorübergehend eine Gesundheitsstation einzurichten. Das war damals nur als Notlösung gedacht, um die Gesundheitsversorgung der Landbevölkerung kurzfristig zu verbessern. Doch das Provisorium blieb bis heute bestehen ! Da sich das Gebäude in einem schlechten Zustand befindet, nehmen der Gesundheitshelfer und die Hebamme ihre Konsultationen häufig unter freiem Himmel vor. Monatlich finden etwa 10 Geburten statt, manchmal unter prekären Bedingungen. Noch besorgniserregender ist

Zahlen und Fakten zum senegalesischen Gesundheitssystem

Die Berichterstatter Gesundheit werden ausgebildet

Die Bevölkerung aus der Region, in der sich das Dorf Ndème Ndiaye befindet, sieht sich mit einer Gesundheitsversorgung konfrontiert, die aus einer anderen Zeit - oder gar von einem anderen Stern - zu sein scheint. Hier sorgen nicht die finanziellen Kosten für Schlagzeilen, sondern die Anzahl Menschenleben, die das System kostet.

- 1 Krankenschwester auf 4'183 Einwohner (in der Schweiz 1 Krankenschwester auf 66 Einwohner) - 1 Arzt auf 18'615 Einwohner (in der Schweiz 1 Arzt auf 263 Einwohner) - 1 Hebamme auf 3'946 Frauen im gebärfähigen Alter

jedoch der Umstand, dass die Voraussetzungen für einen Notfalltransport sehr schlecht sind - in der Regenzeit ist ein solcher fast unmöglich. Auch hat die Gesundheitsstation Schwierigkeiten, alle Patienten zu behandeln, da schlichtweg nicht genug Ressourcen vorhanden sind. Um ernsthafte Risiken zu vermeiden, sollte man also besser gar nicht erst krank werden. Eine an den lokalen Kontext angepasste Infrastruktur Zusammen mit dem medizinischen Team wurde entschieden, die Gesundheitsstation so auszubauen, dass vor Ort 90% der Krankheiten, mit denen die Bewohner der Region die Station aufsuchen, behandelt werden können. Auch Geburten sollen künftig ohne die damit verbundenen Komplikationen durchgeführt werden können. Die Gesundheitsstation soll auch einen Esel sowie einen Transportwagen erhalten. Mit diesem Wagen könnten Verletzte oder Kranke jederzeit zur grösseren Station in Ndindy gebracht werden. Ein in der Nähe ansässiger Bauer wird sich um den Esel kümmern und dafür sorgen, dass der Transportwagen jederzeit einsatzbereit ist. Das Projekt sieht ebenfalls vor, einen Ausschuss für Gesundheitsfragen zu gründen sowie vier Berichterstatter einzusetzen, die über die gesundheitliche Situation in den Dörfern der Region aufklären. Indem das medizinische Personal regelmässig informiert wird, kann es auch mit passenden Sensibilisierungskampagnen zu Themen wie Malaria, Durchfallerkrankungen, Kinderlähmung oder frühen Schwangerschaften, Familienplanung und Beschneidung bei Mädchen reagieren. Dies alles in Zusammenarbeit mit den lokalen Schulen.

Eine ähnliche Gesundheitsstation wie diese wird gebaut

Ihre Spenden geben Zugang zu medizinischer Grundversorgung Jedes Jahr erleiden im Senegal zahlreiche Personen irreversible Schäden aufgrund von Krankheiten, die vermeidbar wären. Im schlimmsten Fall sterben sie daran, meist weil sie zu spät Hilfe erhalten. Helfen Sie uns deshalb, die gegenwärtige Situation zu verbessern. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie den Ausbau der medizinischen Grundversorgung, so dass die Einwohner von Ndème Ndiaye ein leistungsfähigeres und effizientes Gesundheitssystem bekommen.

So kann Ihr Beitrag aussehen : CHF 25.– für den Ausbau der Transportmöglichkeiten in Notfallsituationen CHF 50.– für den Bau der Gesundheitsstation Wenn Sie uns helfen wollen, machen Sie auf dem Einzahlungsschein den Vermerk Senegal und kreuzen Sie Gesundheit an. Wir bedanken uns schon im Voraus ganz herzlich für Ihre Unterstützung ! Xavier Mühlethaler

Ethnische Minderheiten

Waisenkinder

Radfahren im Kampf gegen Tabakabhängigkeit Hühnerzucht für ein Waisenhaus INDIEN

Zur Feier des 100. Geburtstags von Baba Amte hat das Team von Hemalkasa seiner Fantasie freien Lauf gelassen und eine originelle Sensibilisierungs-Kampagne gestartet. Auf die Räder !

Die ethnischen Minderheiten im Wald Chhattisgarh kauen oft ab einem sehr jungen Alter Tabak. Eine Studie mit Krebspatienten im Spital von Hemalkasa, die grösstenteils an Kehlkopfkrebs leiden, hat gezeigt, dass die meisten von ihnen bereits mit etwa 6 Jahren mit dem Tabakkauen begonnen haben. Deshalb wurden letztes Jahr in zahlreichen Dorfschulen Sensibilisierungs-Kampagnen gestartet, um die Kinder auf die Folgen eines solchen Verhaltens aufmerksam zu machen. Für den 100. Geburtstag von Baba Amte suchte das Team von Hemalkasa nach einer originellen Aktivität. Sie entschieden sich, eine Fahrrad-Karawane durch den Wald zu machen. Diese sollte von Dorf zu Dorf fahren und die Bevölkerung auf die Probleme des Tabakkonsums aufmerksam machen und somit die Aktion vom Vorjahr weiterführen. Gesagt, getan !

Redaktionsverantwortlicher : Philippe Randin Adresse : Nouvelle Planète, Av. Boveresses 24, Postfach 84 1000 Lausanne 21 Tel. 021 881 23 80

Aufruf

Helfen Sie mit, den Zugang zur medizinischen Grundversorgung in der Region Ndème Ndiaye zu verbessern.

Mit dem Fahrrad in abgelegenen Dörfern

Ein 15-köpfiges Team hat sich in dieses Abenteuer gestürzt. Es brauchte Wagemut, um sich auf die unebenen Pisten zu trauen. Die vielen geplatzten und beschädigten

Rollenspiel zur Sensibilisierung der DorfbewohnerInnen

Reifen zeugen von den Schwierigkeiten der Aufgabe. Die Dorfbewohner empfingen die Radfahrer mit grosser Begeisterung und Trommelwirbeln. Die Sensibilisierung ging dann mit einem kleinen Sketch in der lokalen Sprache der SchülerInnen weiter. Das Anliegen war, die Bevölkerung auf die gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Folgen aufmerksam zu machen, welche übermässiger Tabakkonsum haben kann. Ein kurzer Vortrag erklärte einige der verwendeten Fachausdrücke und versuchte, vor allem die Jugendlichen unter den Zuschauern davon zu überzeugen, der Versuchung des Tabaks zu widerstehen. Jeden Tag wurden zwei bis drei Dörfer besucht. Eine unvergessliche Erfahrung für das Animationsteam. Es bleibt zu hoffen, dass die Zahl der Hospitalisierungen verringert werden kann. Es war höchste Zeit, den Ursprung dieses Problems der öffentlichen Gesundheit anzugehen - Baba Amte hätte dieses Vorgehen bestimmt unterstützt. Xavier Mühlethaler

UGANDA

Das Waisenhaus St-Moses erschliesst sich neue Einnahmequellen, um die Abhängigkeit von Spenden zu reduzieren. Kürzlich wurde ein neuer Hühnerstall eröffnet.

Zu diesem Projekt gab es im letzten September einen Spendenaufruf, dem 55 Leserinnen und Leser der Zeitung von Nouvelle Planète folgten. Sie überwiesen insgesamt CHF 4‘118.–. Wir ergänzten diese Summe mit ungebundenen Spendengeldern, um das gesamte Projekt realisieren zu können. Bei einem Besuch vor Ort begleitete uns Samuel. Er ist vom Waisenhaus für den Anbau von Nahrungsmitteln und die Aufzucht von Tieren angestellt. Man spürt, dass er mit Leib und Seele Bauer ist und es ihm Spass macht, uns seine Arbeit zu zeigen. Der Hühnerstall wurde in einer renovierten und vergrösserten Scheune untergebracht. Deren neuer Teil wurde in Leichtbauweise ohne Seitenwände errichtet, die Tiere sind durch ein Drahtgeflecht geschützt. Der in Form eines „ L “ gebaute Hühnerstall ist in drei Teile gegliedert, einer davon wird bereits für die Küken genutzt. Wenn diese ausgewachsen sind, werden sie erst in den zweiten, anschliessend in den dritten Teil verlegt. Dadurch können Küken und Hühner in verschiedenen Entwicklungsstadien nebeneinander leben. Es ist auch vorgesehen, ausserhalb der Scheune ein Gehege anzulegen. Die 400 ersten Küken waren schon ziemlich gross bei unserem Besuch. Samuel plant, weitere frisch geschlüpfte Küken

Samuel zeigt uns seine Küken

zu kaufen. Die bisherigen Resultate erfüllen alle Erwartungen. Die Verantwortlichen des Waisenhauses hoffen, bald schon eigene Eier zum Essen zu haben und die Überproduktion sowie das Fleisch verkaufen zu können. Ausserdem sind die Exkremente der Hühner ein guter Dünger für die Gärten des Waisenhauses. Die erwarteten Einnahmen dürften die Lohnkosten einer der „Mamans“ abdecken, die sich um die Waisenkinder kümmern. Philippe Randin


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Juni 2014 | N° 148 Bildung

Das Dorf Zaogo legt seinen Schwerpunkt auf Bildung Im Dorf Zaogo gibt es zwei neue Bildungsinitiativen. Zum einen können die Jugendlichen die Mittelschule in einem neuen Gebäude absolvieren. Zum anderen können die Frauen dank einer Schulung zu Kleinkrediten einkommenserzeugenden Tätigkeiten nachgehen.

BURKINA FASO

Die Initiative der Dorfbewohner von Zaogo wurde vor allem dank der Hartnäckigkeit des Pfarrers Pascal Kalesnore, selber Einwohner des Dorfes, belohnt. Er erklärt : „ Ich hatte die Möglichkeit, das Dorf zu verlassen um meiner Schulbildung nachgehen zu können. Mir ist bewusst, wie wertvoll diese Ausbildung war. Deshalb ist es selbstverständlich, dass ich mich für Aus- und Weiterbildungsprojekte meines Dorfes einsetze. “ Die Rede ist von einem traditionellen Dorf, welches ohne Elektrizität und fl iessendem Wasser auskommt. Es liegt 150 km von der Hauptstadt entfernt an der Strasse, die nach Niger führt. Ausgehend von der mündlichen Anfrage der Einwohner hat der Priester ein Dossier zusammengestellt um seine Mission zur Mittelbeschaffung anzutreten. Dank dem Einsatz von mehreren Partnern – darunter die Chaîne de l’Amitié, eine Solidarpartnerschaft aus dem Netzwerk von Nouvelle Planète – realisierte sich der Traum der Einwohner schliesslich : Eine öffentliche Mittelschule wurde geschaffen. Das Hauptgebäude besteht aus vier Klassenzimmern. Zudem gibt es ein Verwaltungsgebäude sowie eine Bibliothek. Der Staat hat dafür vier Lehrkräfte angestellt. Die erste Klasse umfasst 108 Schüler, was den Nutzen der Einrichtung beweist.

Ländliche Entwicklung

Die Ernte, und dann ? GUINEA CONAKRY

Dass die Bauern die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte selbst in die Hand nehmen, ist entscheidend. Kap auf Komoya, Beginn des Wandels.

Die Erdnuss- und Reispflanzen kräuseln sich sanft in der Abendbrise. Morgen ist der grosse Tag : die Ernte steht bevor. Eine gewisse Aufregung macht sich im Dorfe Komoya breit. Die Bauernfamilien sind eifrig mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt. Sobald die Nacht ihre Schatten ausbreitet, ziehen sich die meisten in ihre Häuser zurück, um genug Schlaf zu kriegen und am Morgen in Form zu sein.

Die Schüler von Zaogo

Zusätzlich zum Bau der Mittelschule hat die „ Chaîne de l’Amitié “ ein Kleinkredite-Projekt unterstützt. Als Grundlage dazu erhielten die Mitglieder der lokalen Frauengruppe Wend Panga eine entsprechende Schulung. Ein Betreuer hat mit den Frauen Gruppengespräche geführt und ihnen erklärt, wie mit den Mitteln des Kredits gewirtschaftet werden muss. Danach konnte der Kredit eingeführt werden. Vorerst konnten 44

Frauen von einem Darlehen in der Höhe von CHF 100.– profitieren. So wurden Ideen umgesetzt, die im Rahmen der Schulung entstanden sind : eine Schafzucht, die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie beispielsweise die Produktion von Erdnusspaste, oder ein kleines Geschäft z.B. zum Verkauf von Seifen.

Der Hahn zerreisst die morgendliche Ruhe mit seinem gellenden Krähen. Das Dorf kommt langsam in Bewegung. Die ersten Karren und Menschengruppen brechen in Richtung Felder auf. Die Ernte wird unter einer sengenden Sonne eingefahren. Zum Glück gibt es Palmen in der Nähe, um sich im Schatten auszuruhen. Die Reisgarben und die Haufen von Erdnusspflanzen stapeln sich immer mehr. Gleichzeitig erscheinen die Käufer, die schnell ein gutes Geschäft abschliessen wollen. Die Bauern besitzen die Ausrüstungen nicht, die ihnen eine professionelle

Weiterverarbeitung ihrer Ernte erlauben würden. Trotz eines enttäuschenden Entgelts arbeiten sie deshalb immer weiter : man muss sich seinen Lebensunterhalt schwer verdienen! In der Dämmerung versammeln sich die Bauern unter dem Palaverbaum um zu diskutieren, Gedanken auszutauschen und sich von diesem harten Tag auszuruhen. Es weht ein Wind des Aufstandes. Die magere Vergütung ihrer Ernten hinterlässt eine grosse Enttäuschung. Die 72 Mitglieder der Bauernvereinigung beschliessen einstimmig, ihr Los zu ändern, indem sie die Verarbeitung der Ernte selbst in die Hand nehmen. Dank dem Bau einer Reis- und Erdnussveredelungsanlage, die von Nouvelle Planète finanziert wird, konnte der Wandel eingeleitet werden. Reiskleie und der Geruch von gerösteten Erdnüssen werden sich bald im ganzen Dorf verbreiten : ein Zeichen der Hoffnung ! Xavier Mühlethaler

Philippe Randin

Ähnliche Anlagen wurden schon im Senegal installiert

Umweltschutz

Dorfbewohner setzen sich für den Wald in Ijim ein

Die neue Mittelschule von Zaogo

Ländliche Entwicklung

KAMERUN

Brücken, Träger wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung VIETNAM

Die Förderung der Mobilität der lokalen Bevölkerung zeigte in den Provinzen des Mekongdeltas sofort positive Auswirkungen.

Seit einigen Jahren schon setzt sich Nouvelle Planète in Vietnam für Projekte im Bereich Brückenbau ein. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Dorfes hängt in grossem Masse davon ab, wie gut erreichbar die umliegenden Regionen für seine Bewohner sind. In Gegenden mit Flüssen wie dem Mekongdelta vereinfacht der Brückenbau die täglichen Reisen seiner Einwohner, verbessert den Schulweg für die Kinder und macht die regionalen Märkte zugänglich für die Bauern. Diese Brücken beeinflussen die Lebensqualität in den Dörfern und man konnte beispielsweise feststellen, dass die Kinder regelmässiger zur Schule gingen oder sich das Einkommen der Bauern verbesserte.

Trotz des starken wirtschaftlichen Aufschwungs Vietnams bleiben einige Provinzen davon wenig berührt. Die mangelhafte Infrastruktur und die daraus resultierende reduzierte Mobilität der Dorfbewohner hemmt die Entwicklung dieser Randregionen, die dann auch bei den Investitionen der Regierung abseits stehen. In diesem Zusammenhang realisierte Nouvelle Planète bisher mehrere Projekte, welche die Erneuerung und den Bau von Strassen, Wegen, Dämmen, Fussgängerund Strassenbrücken erlaubten. Zwei Brückenprojekte wurden jetzt gerade fertiggestellt. Ein Bau von 36,5 m Länge und 2,3 m Breite ersetzte im Dorfe Phuóc Lôc B eine alte Brücke, von welcher man nicht einmal

mehr die alten Pfeiler wiederverwenden konnte. Im Dorf La Ghi wurde eine 30 m lange Brücke renoviert. Diese zwei Projekte dienten zudem dazu, die lokale Bevölkerung so auszubilden, dass sie sich in Zukunft selbst um den Unterhalt und die Renovierung kümmern kann. 2014 sollen dank der Hilfe verschiedener Spender und Partner 5 weitere Brücken in drei Provinzen des Mekongdeltas entstehen. Nouvelle Planète wird auch künftig Projekte unterstützen, die die Mobilität der Lokalbevölkerungen verbessern, denn in entsprechende Infrastrukturen zu investieren, gibt den Bewohnern der ländlichen Regionen neue Perspektiven.

Mit dem Aufbau von ökologisch bewirtschafteten Gärten und Bienenzucht engagieren sich 10 Gemeinden im Nordwesten des Landes für eine nachhaltige Nutzung des Waldes.

Seit Mitte der neunziger Jahre ist Kamerun aufgrund der wachsenden Nachfrage und der Ausfuhr von Holz mit einer starken Rodung der Wälder konfrontiert. Der Wald ist in den letzten Jahren massiv geschrumpft und die negativen Auswirkungen für die lokale Bevölkerung sind zahlreich: verminderte Biodiversität, weniger natürliche Ressourcen, ausgelaugte und immer weniger fruchtbare Böden und vieles mehr.

Von nun an bewirtschaften die Gemeinschaften selbständig Bienenhäuser und biologische Gärten und haben bereits mehr als tausend Bäume gepflanzt. Das Projekt erhält grosse Unterstützung von der lokalen Bevölkerung, die seit Beginn stark eingebunden ist und so auch die Vorteile einer nachhaltigen Waldnutzung erkannte. Das Projekt erlaubt es den Frauen und den älteren Leuten, ein Einkommen zu erzielen, indem sie ihre Ernte und den Honig verkaufen. Auch die Kinder der Region sind in das Projekt eingebunden, da sie regelmässig in den Gärten helfen. CDVTA, der Partner von Nouvelle Planète in Kamerun, wird die Entwicklung der Gartenbau- und Bienenzucht-Aktivitäten der Gemeinschaften weiter begleiten und wo nötig Unterstützung bieten, damit der Wald und die Umgebung langfristig ökologisch, wirtschaftlich und gemäss sozialen Kriterien genutzt werden kann. Olivier Dumont

Olivier Dumont

Einige Projektresultate : Die Imkerinnen des Ijim Waldes

Die alte Brücke des Dorfes Phuóc Lôc B…

…hat mit der neuen nicht mehr viel zu tun

Das Projekt, das von Nouvelle Planète unterstützt und von einem Partner in Kamerun entwickelt wurde, startete im Februar 2013. Frauen und ältere Leute aus der Region wurden in einer Reihe von Kursen mit den Grundlagen der ökologischen Landwirtschaft und der Bienenzucht vertraut gemacht. Dazu wurden Werkzeug, Material und Saatgut zur Verfügung gestellt.

· 35 Bienenhäuser mit 104 Bienenstöcken · 1‘015 gepflanzte Bäume · 25 private Gärten und 15 Kompostanlagen · 18 Gemeinschaftsgärten · Sechs Treibhäuser · Bienenzucht-Kurse für 49 Frauen · Kurse in Bio-Gartenbau und Landwirtschaft für 283 Frauen


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Juni 2014 | N° 148 Indigene Völker

Die Anerkennung von Landrechten kommt mit Hochgeschwindigkeit voran Dank der Unterstützung von Nouvelle Planète haben es unsere Partner der peruanischen NGO CEDIA vor kurzem geschafft, den indigenen Gemeinschaften eine Fläche grösser als diejenige des Kantons Wallis zuzuteilen.

PERUANISCHES AMAZONASGEBIET

In der Februarausgabe 2014 haben wir versprochen, weiterhin über Neuigkeiten der Arbeit des CEDIA (Centro para el Desarrollo del Indigena Amazonico) zu informieren. Hier sind sie ! Das peruanische Amazonasgebiet erstreckt sich über eine Fläche grösser als Frankreich. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden ungefähr 15% des Bodens der Region im Namen der indigenen Gemeinschaften eingegrenzt und gekennzeichnet, also eine Fläche fast drei Mal so gross wie die Schweiz. Dank seiner langfristigen und auf konkrete Resultate ausgerichteten Tätigkeiten auf dem Terrain ist es dem CEDIA gelungen, ganz alleine einen Drittel dieser Arbeit auszuführen.

Tabelle der Vergleichsflächen (in km2) : · Peruanisches Amazonasgebiet 782’880 · Frankreich 641’185 · Gekennzeichneter indigener 114'000 Boden (=15% des peruanischen Amazonasgebietes) · Schweiz · Anerkennung im Tigretal · Kanton Wallis · Vorgesehene Anerkennung Bas-Ucayali · Kanton Neuenburg

41’285 5’997 5’224 1'000 802

Das CEDIA ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus und möchte 14 neue einheimische Gemeinschaften in der Region Bas-Ucayali in der Nähe von Requena eingrenzen und kennzeichnen. Die Einwohner dieser Gemeinschaften sind Kukama-Kukamiria- und Shipibo-Conibo-Ureinwohner. Die Gesamtfläche des Projektes wird auf einige 110'000 Hektaren geschätzt (also 1'100 km2), was einer Fläche grösser als jene des Kantons

Neuenburg entspricht. Die Kosten des Vorhabens belaufen sich auf CHF 77'519.–, also 70 Rappen pro Hektar. Die CEDIA profitiert im Moment von einer Vereinbarung mit der regionalen Regierung der Provinz Loreto, die es ihr erlaubt, die topographische Arbeit sowie alle notwendigen Schritte für die Anerkennung von Landrechten abzuwickeln. Diese Gelegenheit muss ergriffen werden. Vor nicht allzu langer Zeit hat es der Zustand der nationalen Politik nämlich kaum erlaubt, mit der Kennzeichnung indigener Gebiete voranzukommen. Umso wichtiger ist es, die Gunst der Stunde zu nutzen. Ohne Kennzeichnung ihrer Gebiete haben auch noch so überzeugte indigene Völker Schwierigkeiten, ihre Landrechte und ihre Waldgebiete zu schützen. Ohne eine kollektive Rechtspersönlichkeit oder die Mittel, um ihre Bodenrechte zu belegen, sind sie Einzelpersonen und Unternehmen ausgeliefert, die ihre Ressourcen ausbeuten wollen. Die professionellen Fischer können die Fischbestände ungestraft reduzieren, die Holzfäller können kostbares Holz abbauen und die Siedler können sich überall niederlassen, wo sie wollen. Noch schlimmer ist, wenn Schwarzhändler Laboratorien und illegale Landebahnen einrichten, und die Polizei dazu tendiert, die Ureinwohner als Verantwortliche festzunehmen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Kennzeichnung des Bodens während der letzten 30 Jahre zur ersten Priorität der indigenen Gemeinschaften des peruanischen Amazonasgebietes wurde – noch wichtiger als die Schulbildung, die medizinische Versorgung oder der Zugang zum Markt oder zur Kommunikation. Durch die Verteidigung ihres Bodens sichern die Einheimischen ihre Existenz. Jeremy Narby

Blick auf unsere Jahresrechnung 2013 Dank Ihrer Grosszügigkeit zeigen die Projekte im Süden grossartige Resultate. Auch die Ergebnisse der Einsätze und der solidarischen Partnerschaften sind sehr positiv. All dies obwohl die Administrativkosten unter 6% gehalten wurden. Herzlichen Dank an alle Spendenden, freiwilligen MitarbeiterInnen und Partner für ihre bisherige und künftige Unterstützung. 2013 (en CHF) 2012 (en CHF) ERTRAG Ertrag in Zusammenhang mit den Projekten Spenden (Private, Gemeinden, Kantone, Vereinigungen, Stiftungen, Erbschaften, usw.) Sonderzuwendung für spezifische Projekte über 5 Jahre Unterstützung von Projekte durch Partnerschaften

Ertrag „Direkte Beziehungen und Sensibilisierung” Einnahmen im Rahmen der solidarischen Partnerschaften Einnahmen im Rahmen der Einsätze für Jugendliche und Praktika Einnahmen im Rahmen der Einsätze für Erwachsene-Senioren Einnahmen im Rahmen der Entdeckungsreisen Einnahmen im Rahmen der Aktionsgruppen

Finanzieller Ertrag

TOTAL Ertrag

2'812'519'59 0.00 288’858.72

71.3 % 3'334'525.63 0.00% 2'023'842.00 7.3 % 288'960.53

50.0 % 30.4% 4.3 %

3'101'378.31

78.7 % 5’647’328.16

84.7 %

12'630.35 598'494.88 173'704.00 18'668.35 28'657.88

0.3 % 15.2 % 4.4 % 0.5 % 0.7 %

14’440.00 745’882.45 203’348.10 23’600.00 25’614.00

0.2 % 11.2 % 3.1 % 0.4 % 0.4 %

832'155.46

21.1% 1’012’884.55

15.2 %

8'755.64

0.2 %

5’622.32

0.1 %

3'942'289.41

100.0 %

6’665’835.03

100.0 %

348'751.99 306'333.47 39'615.40 8'450.02 105'981.41 343'636.62 169'756.40 353'634.59 269'403.94 302'756.60 0.0 581'267.13 167'481.51 50’000.00 296'665.58 72'932.12 960.20

8.8 % 7.8 % 1.0 % 0.2 % 2.7 % 8.7 % 4.3 % 9.0% 6.8 % 7.7 % 0.0% 14.7 % 4.2 % 1.3 % 7.5 % 1.8 % 0.0 %

532’410.51 410’534.19 0.0 15’984.69 55’264.37 284’143.85 177’803.34 299’068.03 214’268.00 405'944.34 21.40 688’475.60 315’699.43 50’000.00 288’492.75 70’710.80 343.30

8.0 % 6.2 % 0.0 % 0.2 % 0.8 % 4.3 % 2.7 % 4.5 % 3.2 % 6.1% 0.0 % 10.3 % 4.7 % 0.8 % 4.3 % 1.1 % 0.0 %

86.7 % 3’809’164.60

57.1 %

11'448.42 698'169.58 170'907.91 13'844.97 11'055.45 10'066.80

0.3 % 17.7 % 4.3 % 0.4 % 0.3 % 0.3 %

14’034.50 746’900.16 202’550.65 20’103.75 14’365.80 6’594.00

0.2 % 11.2 % 3.0 % 0.3 % 0.2 % 0.1 %

915'493.13

23.2% 1’004’548.86

15.1 %

231'832.79 2'131.46 -624'794.95

5.9 % 0.1 % -15.8 %

218’499.17 8’470.62 1’625’151.78

3.3 % 0.1 % 24.4 %

3'942'289.41

100.0 %

6’665’835.03

100.0 %

AUFWAND FÜR DIE LEISTUNGSERBRINGUNG Projektbezogener Aufwand Projekte in Burkina Faso Projekte in Senegal Projekte in Guinea Conakry Projekte in Niger Projekte in Uganda Projekte in Madagaskar Projekte in Kamerun Projekte in Vietnam Projekte in Indien Projekte in Myanmar Projekte in Philippinen Projekte im Amazonasgebiet Projekte in Haiti Projekte des Secours Dentaire International (SDI) Projekte der Partnerschaften Löhne und Sozialabgaben in Zusammenhang mit den Projekten Kosten für Fundraising

3'417'626.98 Aufwand „direkte Beziehungen und Sensibilisierung” Dienstleistungen für die Partnerschaften Aufwand im Rahmen der Einsätze für Jugendliche Aufwand im Rahmen der Einsätze für Erwachsene Aufwand im Rahmen der Entdeckungsreise Programm für Sensibilisierung und Information Förderung direkter Beziehungen

Verwaltungs- und Informationskosten Finanzielle Aufwände Auflösung oder Zuteilung an Programme TOTAL ALLGEMEIN

Die Abrechnungen von Nouvelle Planète werden entsprechend den Normen OPRC 1-6 und ORPC 21 Swiss GAAP RPC sowie ZEWO durch Nathalie Caracas, anerkannte Revisorin in Lausanne, geprüft. Nouvelle Planète ist anerkannt für ihre « ausschliesslich nutzbringende Öffentlichkeitsarbeit » und abgabenfrei, die Spenden können von den Steuern abgezogen werden. Auf Anfrage erhalten Sie eine Spendenbestätigung. Der Tätigkeitsbericht wie auch eine detaillierte Abrechnung (inklusive dem Revisionsbericht) ist auf www.nouvelle-planete.ch oder auf Anfrage per Post erhältlich. Die Einwohner einer Gemeinde zeigen einen Grenzstein

Reise

Die Kunst, auch in Zeiten des Wandels beständig zu sein MYANMAR

Ein einziges Wort umschreibt die momentane Situation im Land: Wandel. Unsere Einsatzstrategie wurde daher ganzheitlich überdacht und an den völlig veränderten Kontext angepasst.

Das Thermometer zeigt diesen Nachmittag in Bagan kein Mitleid und ganze 45°C an. Zudem weht ein heisser Wind, der jedes bisschen Flüssigkeit sofort trocknet. Der Asphalt auf der Hauptstrasse schmilzt. Wer genau hinschaut, sieht sogar die Spuren der Autopneus. Wie in einem Backofen! Nicht ohne Grund wird diese Region auch dry zone genannt. Zum Glück besitzen die elf in dieser Region gebauten Schulen Zwischendecken und ein Vordach vor den Klassenzimmern, damit der Unterricht in einigermassen angenehmen Temperaturen stattfinden kann. Die Projekt-Begünstigten zeigen sich zwar sehr dankbar für die Unterstützung von Nouvelle Planète, aber die zahlreichen Interventionen von Seiten der Regierung in dieser Region

stimmen uns nachdenklich. Geldmangel scheint weniger das Problem zu sein, es ist wohl eher eine Frage des Willens. Selbst wenn der politische Wandel, der vor einigen Jahren startete, momentan ins Stocken geraten ist, bemerkt man einen gewissen Optimismus der Bevölkerung. Das gesamte Land ist eine Baustelle, selbst die ländlichen Gegenden. Es gibt zahlreiche von der Regierung erbaute Strassen, Brücken, landwirtschaftliche Bewässerungsanlagen sowie Projekte, um die Dörfer mit Strom zu versorgen. Hinsichtlich dieses Wandels ist es unerlässlich, sich der Weiterentwicklung bewusst zu werden und wenn nötig, ohne zu zögern umzulenken und Strategien anzupassen. Nach 5 Jahren

Einsätzen in der Region von Bagan, um den Inle See und Kyauktane südlich von Yangon, wird sich Nouvelle Planète deshalb umorientieren und ausschliesslich im Chin Staat, der im Westen des Landes an der Grenze zu Indien liegt, arbeiten. Diese Gegend von ungefähr 36'000 km2 (zum Vergleich : die Schweiz umfasst 41'200 km2) ist von der Regierung vernachlässigt, da sie lediglich von ethnischen Minderheiten bewohnt wird und nur schwer zugänglich ist. Die Armut ist hier sehr gross und unsere Projekte helfen denen, die es am nötigsten haben. Die Wichtigkeit unserer Einsätze ist demnach wieder klar ersichtlich. Xavier Mühlethaler

Das Lehrpersonal von Kan Tein posiert stolz vor ihrer neuen Behausung


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Juni 2014 | N° 148

Solidarische Partnerschaften

Das Ende einer 21-jährigen Partnerschaft

Madagaskartage im Zoo Zürich

Seit 1993 wurden in Toézouri unter der Initiative der in Leubringen sesshaften Unterstützungsgruppe Toézouri dutzende Entwicklungshilfeprojekte durchgeführt. Die Gruppe ist Mitglied des Netzwerks der solidarischen Partnerschaften von Nouvelle Planète. Ein Rückblick auf die über zwanzigjährige Unterstützungsgeschichte.

SCHWEIZ BURKINA FASO

Bei ihrer Gründung im Jahr 1993 hatte sich die Gruppe zum Ziel gesetzt, allen Kindern in Toézouri eine Ausbildung zu ermöglichen. Der Grossteil des Vereinsbudgets wurde denn auch für Schulund Kantinenkosten eingesetzt. Der Beitrag der Eltern deckte dabei 20% der Spesen. Das Ergebnis : 2014 kommen fast alle Kinder in den Genuss einer Primar- und Sekundarschulbildung. Dank ihrer relativ umfassenden Ausbildung verfügt die junge Generation über mehr Perspektiven bei der Stellensuche. So brachten die Schulbänke von Toézouri einen Arzt, einen Gerichtsschreiber, mehrere Lehrer und einen Umweltingenieur hervor.

Gemüse sowie die mit Netzen gefangenen Fische werden auf den Märkten verkauft und führen zu neuen Einnahmequellen, welche die Bevölkerung dieser armen und trockenen Region stärken. In rund zwanzig Jahren hat sich der burkinische Pfarrer Michel Nikiéma zusammen mit seinem Schweizer Freund Walter Bigler und einigen engagierten Leubringerinnen einen Traum erfüllt. Den Traum, die Lebensbedingungen in seinem Heimatdorf zu verbessern. Da seine Ziele nun fast erreicht sind und kein Nachfolgeprojekt vorhanden ist, hat das Komitee entschieden, die ehren-

Die Aktivitäten der Unterstützungsgruppe halfen ausserdem, die Nahrungsmittelsicherheit in den Dörfern rund um Toézouri zu gewährleisten. Heute scheint die Selbstversorgung dank des Baus des Stausees Viim-Kuilga im Jahr 2011 auf gutem Weg. Das Wasserwerk ermöglicht den Obst- und Gemüseanbau – Kartoffeln, Auberginen und Zwiebeln sowie Papaya und Bananen gedeihen nun in grossen Mengen am Ufer des ViimKuilga. Die geernteten Früchte und das

amtliche Gruppe aufzulösen. „ Gemäss dem Entscheid der Generalversammlung wird der Restbetrag nach Begleichung der letzten Kosten für das laufende Schuljahr und der Löhne unserer Auftragsnehmer einem Projekt zugeteilt, das der gesamten Dorfbevölkerung zugutekommt “, informiert die Kassiererin und Initiantin der Gruppe Mireille Gujer. „ In Zukunft können Toézouri und die Region sich ausgehend von der in den letzten zwanzig Jahren geschaffenen Grundlage weiterentwickeln “ , versichert Walter Bigler, der Präsident der Gruppierung. Sarah Tschan

Fischer auf dem Stausee Viim-Kuilga, der dank der Partnerschaft gebaut werden konnte

Event

Die FEDEVACO lädt zur Feier SCHWEIZ

Event

SCHWEIZ

Die Madagaskartage im Zoo Zürich bieten die einzigartige Gelegenheit, nachtaktive Tiere zu beobachten, madagassische Köstlichkeiten zu probieren oder sich über die Aktivitäten von Organisationen in Madagaskar zu informieren. Am Wochenende vom 5./6. Oktober heisst es wieder, Masoala hautnah !

Der Morgen bietet sich für geführte Rundgänge auf den Erlebniswegen im Masoala Regenwald an, und wer nicht wasserscheu ist, kann am Nachmittag gar einen tropischen Regen miterleben – vergesst nicht, eure Pelerinen einzupacken ! Besonders spannend wird es am Abend. Ausnahmsweise bleibt der Zoo an den Madagaskartagen nämlich bis um 20.00 Uhr und die Masoala Halle bis um 22.00 Uhr geöffnet. Die Besucher haben die seltene Möglichkeit, bei genauem Hinsehen auch nachtaktive Tiere des Masoala Regenwaldes zu erspähen, welche tagsüber schlafen und daher bei normalen Zoobesuchen oft verborgen bleiben. Auch Probierfreudige kommen an diesem Event auf ihre Kosten : Auf einem Markt im Infocenter wie auch im Masoala-Shop können madagassische Produkte ersteigert werden und im Masoala Restaurant gibt es einheimische kulinarische Köstlichkeiten. An der Mora Mora Bar werden nicht nur Getränke, sondern auch Pflanzen aus Madagaskar zum Kauf angeboten.

Masoala-Halle im Zoo Zürich

Neben diesem abwechslungsreichen Programm, madagassischem Essen und Musik können die Besucher Madagaskar auch als Wirkungsstätte zahlreicher Organisationen kennenlernen, welche ihre Aktivitäten im Rahmen der Madagaskartage vorstellen. Auch Nouvelle Planète präsentiert seine Projekte an einem Infostand im Foyer des Masoala Regenwaldes. Wir freuen uns auf zahlreiche Besuche und spannende Diskussionen ! Nicole Weydknecht

Fairtrade-Produkte

Am Samstag, 13. September lädt die FEDEVACO anlässlich ihres 25-Jahr-Jubiläums in Morges Gross und Klein zum Feiern ein. Die Bahnhofshallen der SBB werden in den Farben des Südens erstrahlen : Es warten Ausstellungen, Comics, Filme, Theater, Tanz und Köstlichkeiten von nah und fern.

Le Balafon : Ein Genuss für Sie, Ihre Bekannten und die Produzenten aus dem Süden An dieser Stelle wieder eine Auswahl an kulinarischen Produkten zum selber Entdecken oder um Bekannten zu offerieren ! Das Fairtraide-Geschäft Le Balafon bietet eine grosse Auswahl an Nahrungsmitteln und Handwerk aus aller Welt an. Die Waren werden gemäss den Prinzipien der solidarischen Wirtschaft gehandelt. Die Partner aus dem Süden erhalten einen gerechten Preis, der ihr Know-how wertschätzt und gleichzeitig die Umwelt schützt. Danke, dass Sie nachhaltig konsumieren !

Um 13 Uhr eröffnet der Zirkus Coquino das Fest mit einem interaktiven Spektakel. In einem Workshop können die Wagemutigsten die Freuden des Trapezspringens erleben. Junge Erwachsene feiern mit der Lausanner Truppe Nuncha Crew und ihrer Breakdance-Show. Zwischen den Veranstaltungen laden ausgefallene Objekte, Comic-Plakate, Pressezeichnungen und Dokumentarfilme zum Staunen ein. Für die Theatergruppe lesArts gibt es in ihren Stücken nicht nur einen Weg. Sie animiert das Publikum, ihre Sketches zum fairen Handel zu verändern. Passend zu diesem Thema haucht eine Modeschau der etwas anderen Art den von Textura eingesammelten Kleidern ein zweites Leben ein. Köstlichkeiten von nah und fern runden das Programm ab.

Erwähnen Sie bei Ihrer Bestellung „ Nouvelle Planète “ und profitieren Sie von 5% Rabatt.

Am Abend nimmt der Sänger K das Publikum in seine klangvolle Welt mit, die voller erfrischender und heiterer Poesie ist. Den einprägsamen Klängen und Texten von K folgen die leidenschaftlichen Rhythmen der Perkussionen der bekannten senegalesischen Gruppe Nana Cissokho & The Baye Fall Family. FEDEVACO, die Dachorganisation von rund vierzig Organisationen für

(© FEDEVACO / Maxime Gindroz).

Das Programm, das die Waadtländer Föderation für Entwicklungszusammenarbeit (FEDEVACO) gratis anbietet, nimmt die BesucherInnen mit auf eine Reise, auf der sie die Arbeit von Personen entdecken können, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen.

… Dunkle Bio-Schokolade mit einer Prise Salz, „ pointe de sel “ 100g

CHF 3.90

Dunkle Bio-Schokolade mit rosa Pfeffer, „ baies roses “ 100g

CHF 3.60

Bitterorange-Stangen mit dunkler Bio-Schokolade überzogen 150g

CHF 9.90

Bio-Honig-Set, 3 Sorten 3 x 125g (Mexico)

Getrocknete Bananen 100% natürlich 100g

CHF 3.90

Getrocknete Ananas 100% natürlich 100g

CHF 3.90

Bio-Mango-Brombeersaft (Ecuador) 1l

CHF 4.40

Reiswaffeln mit dunkler Bio-Schokolade überzogen 2 x 15g

CHF 1.35

Auswahl von 3 Sorten Reis 3 x 500g (schwarz, rot, weisser Jasmin, Basmati) CHF 15.60

Praktische Informationen

5 Reissorten in dreieckiger Verpackung 5 x 200g (Thailand, Laos)

Samstag, 13. September 2014, von 13 Uhr bis 01 Uhr

Bio-Kokos-Milch mit Curry 400ml

Schwarze Morcheln aus Argentinien 20g

Frauengruppe aus Burkina Faso, die von Nouvelle Planète unterstützt wird

Entwicklungszusammenarbeit - darunter auch Nouvelle Planète - engagiert sich seit 25 Jahren für Projekte in den Bereichen Wasser, Bildung, Menschenrechte und Gesundheit. Die Föderation vertritt ihre Mitglieder gegenüber dem Kanton Waadt und den Waadtländer Gemeinden. Zur Feier ihres Vierteljahrhunderts möchte die FEDEVACO die Bevölkerung an ihrer Arbeit und an der Solidarität der Waadtländer Gemeinden teilhaben lassen. Als treue Partnerin hat beispielsweise die Stadt Morges mehreren Frauengruppierungen aus Burkina Faso, die in der Produktion von Karitébutter tätig sind, ermöglicht, eine Zertifizierung

für fairen Handel zu erhalten. Dies war ein Projekt von Nouvelle Planète, das von der FEDEVACO unterstützt wurde.

Halle SBB, Rue des Sablons, Morges, Eintritt frei Vollständiges Programm : www.fedevaco.ch

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