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DEN ÜBERGANG GESTALTEN GESCHÄFTSBERICHT 2015/16


N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

M ITAR BE ITE R I M G E S C H Ä F T S JA H R

AN TEIL BES CH ÄF TIGTE F RAUEN

( JAHR E SDU RC H S C H N I T T )

(S TAMMPERS ON AL)

2015/16

2014/15

2013/14

2016

2015

2014

gesamt

3.206

3.284

3.278

Deutschland

1.262

1.264

1.252

gesamt

21,5 %

21,4 %

21,4 %

Deutschland

18,9 %

18,8 %

Dänemark

487

501

18,9 %

523

Dänemark

24,0 %

25,3 %

Schweden

395

25,1 %

439

433

Schweden

24,6 %

24,2 %

25,3 %

Polen

332

339

334

Polen

14,2 %

14,1 %

12,8 %

Finnland

273

286

287

Finnland

19,9 %

20,6 %

20,8 %

Litauen

246

258

253

Litauen

22,9 %

24,7 %

23,0 %

Slowakei

196

182

182

Slowakei

35,7 %

29,9 %

30,3 %

11

11

10

Irland

50,0 %

45,5 %

45,5 %

4

4

4

100,0 %

100,0 %

100,0 %

Irland Lettland

Lettland

BE T R IE BSZU G E H Ö RI G K E I T N AC H JA H RE N

MITARBEITER N ACH ALTERS G RUPPEN

( S TAM M PE RS O N A L )

(S TAMMPERS ON AL)

2016

2015

2014

> 35

13,3 %

12,1 %

10,7 %

> 60

2016

2015

2014

8,8 %

7,6 %

6,7 %

26 – 35

23,8 %

24,7 %

25,4 %

16 – 25

17,4 %

19,0 %

19,1 %

51 – 60

38,2 %

38,8 %

38,7 %

41 – 50

26,6 %

28,5 %

6 – 15

26,5 %

26,0 %

29,8 %

24,2 %

31 – 40

15,9 %

15,1 %

0 – 5

19,0 %

18,2 %

15,0 %

20,6 %

bis 30

10,6 %

9,9 %

9,7 %


N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

U M SAT Z

Millionen Euro 2.443

2.500 2.250

2.361

2.018

2.000

1.866 1.607

1.750 1.500 1.250 1.000 750 500 250 0

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

20

15

2014/15

2015/16

0,10

0,10*

2014/15

2015/16

JA H RE S Ü B E RS C H U S S

Millionen Euro

400

369*

350 300 250

209

208

200 150 100 50 0

2011/12

2012/13

2013/14

* angepasst

DIVIDENDE JE AKTIE

Euro

1,80

2,00 1,50 1,00

1,30

1,00

0,50 0

* Vorschlag

2011/12

2012/13

2013/14


KONZERNKENNZ AHLEN

NORDZUCKER – KENNZAHLEN IM ÜBERBLICK

R E NDIT E K E N N Z A H L E N

2015/16

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

EBITDA-Marge 1

%

18,4

24,3

20,0

7,5

5,6

Umsatzrendite 2

%

10,1

14,7

8,5

1,1

1,0

Eigenkapitalrendite 3

%

20,4

27,8

14,5

1,6

1,2 – 1,8

Tilgungsdauer 

Jahre

0,6

0,1

– 0,1

– 0,3

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit je Aktie

EUR

4,59

6,49

5,90

2,79

4,11

Konzern-Ergebnis je Aktie 5

EUR

4,22

7,44

4,17

0,43

0,32

Dividende je Aktie 6

EUR

1,00

1,80

1,30

0,10

0,10*

Dividendensumme

Mio. EUR

48,3

86,9

62,8

4,8

4,8*

4

1 EBITDA/Umsatzerlöse 2 Jahresüberschuss (nach Minderheiten)/Umsatzerlöse 3 Jahresüberschuss (nach Minderheiten)/Eigenkapital

4 Nettoverschuldung/EBITDA 5 Jahresüberschuss (nach Minderheiten)/Anzahl Aktien 6 Dividendensumme/Anzahl Aktien

* Vorschlag

FINANZK E N N Z A H L E N

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

Umsatzerlöse

Mio. EUR

2.018

2.443

2.361

1.866

1.607

EBITDA

Mio. EUR

420

594

472

140

90

EBIT

Mio. EUR

315

506 *

299

26

16

Jahresüberschuss

Mio. EUR

208

369 *

209

20

15

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

Mio. EUR

222

313

285

135

199

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Mio. EUR

64

74

79

82

60

* angepasst

BIL ANZK E N N Z A H L E N Z U M G E S C H Ä F T S JA H R E S E N DE

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

Bilanzsumme

Mio. EUR

2.262

2.403

2.337

2.144

2.013

Eigenkapital

Mio. EUR

999

1.291

1.386

1.272

1.278 64

Eigenkapitalquote

%

44

54

59

59

Finanzverbindlichkeiten

Mio. EUR

256

71

6

7

7

Liquide Mittel

Mio. EUR

7

11

58

45

172

Nettoverschuldung1

Mio. EUR

249

59

– 52

– 37

–164

1 Liquide Mittel – Finanzverbindlichkeiten

R Ü BE NANBAU U N D K A M PAG N E

2015/16

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

15.379

14.981

14.761

14.482

14.301

ha

265.947

265.904

241.000

242.000

191.000

Rübenverarbeitung

t/Tag

143.520

138.797

143.236

146.194

142.605

Zuckererzeugung

Mio. t

2,91

2,80

2,50

2,91

2,0

Rübenanbauer Rübenanbaufläche


Den Übergang gestalten : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

DEN ÜBERGANG GES TALTEN Nordzucker befindet sich im Übergang in eine neue Phase. Der Markt wird sich mit Auslaufen der Zuckermarktordnung 2017 deutlich verändern. Es kommen neue Herausforderungen und neue Möglichkeiten auf Nordzucker zu. Diese Phase wird begleitet von vielfältigen Vorbereitungen in allen Teilen des Unternehmens.

Hartwig Fuchs:

Dr. Michael Noth:

Wir haben richtungsweisende Maßnahmen initiiert, die uns den erfolgreichen Übergang auf 2017 ermöglichen werden. Dazu zählt das Schaffen einer länderübergrei­ fenden Nordzucker Identität, die von allen Mitarbeiten im gesamten Konzern gelebt wird. Und dazu gehört der Fokus auf den Markt – unsere gesamte Planung wird vom Markt her gedacht und basiert auf unserer Einschätzung, welche Mengen welcher Produkte zu welchem Preis am Markt abzusetzen sind. An beiden Themen werden wir mit aller Kraft weiterarbeiten.“

„Wir haben eine hervorragende Grundausstattung. Wir sind kapitalmäßig gut ausgestattet. Wir sind schul­ denfrei. Durch unsere Projekte Profitabilität plus und FORCE haben wir unsere Effizienz kontinuierlich ge­ steigert. Wir können mitspielen. Wir sollten aber auch unseren Eigentümern sehr dankbar sein. Denn letzt­ endlich haben sie sich entschlossen, mit dem Kauf von Nordic Sugar einen sehr großen Schritt nach vorn zu machen. Das war ein klares Bekenntnis zum Unter­ nehmen, das für uns sehr wichtig ist.“

Axel Aumüller:

Dr. Lars Gorissen:

„Produktionsmäßig sind wir auf die Veränderungen sehr gut eingestellt und vor allem flexibel. Wir sind eins der wenigen Unternehmen, das schon seit vielen Jahren gewohnt ist, auch 120, 125, 130 oder mehr Tage Kampagne im Schnitt über alle unsere Werke in den verschiedenen Ländern zu fahren, aber auch genauso kürzere Kampagnen, je nachdem, was eben notwendig ist.“

„Unser Fokus richtet sich schon jetzt auf die Zeit ab dem Geschäftsjahr 2017/18. Für die Verträge mit den Rübenanbauern gibt es künftig zwei Eckpfeiler: Die Mengen, die in Deutschland an die Lieferansprüche und damit an die Aktien gekoppelt sind, und natürlich die Preise. Die Kernbotschaft an unsere Anbauer ist ­Folgende: Wir sind nicht einfach nur mengenorientiert, sondern wir sind zunächst erstmal am Markt orientiert.“

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Den Übergang gestalten

INHALT 1 NORDZUCKER IM ÜBERBLICK Kennzahlen

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28

D E N Ü B E R G A N G G E S TA LT E N

KONZERN-L AGEBERICHT

6 � Brief des Vorstands 10 � Nordzucker im Übergang – vorbereiten, gestalten, Chancen nutzen 18 � Märkte, Kunden und Trends im Blick 20 � Hand in Hand zu mehr Effizienz im Zuckerrübenanbau 24 � Der Wind der Veränderung

0 3 34 35 38 39 39 40 41 45 45 46 46 48 56 56

� � � � � � � � � � � � � � �

Nordzucker im Überblick Gesamtwirtschaftliche Lage Zuckermarkt Markt für Futtermittel und Melasse Markt für Bioethanol Markt für Süßungsmittel Rübenanbau und Zuckererzeugung Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Investitionen Finanzierung Dividende Mitarbeiter Chancen und Risiken Nachtragsbericht Prognosebericht


Foto: Szymon Kusmierek

Den Übergang gestalten : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

58

110

KONZERNABSCHLUSS

W E I T E R E I N F O R M AT I O N E N

60 60 61 62 64 65 109

112 115 116 122 126

� Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung � Konzern-Gesamtergebnisrechnung � Konzern-Kapitalflussrechnung � Konzern-Bilanz � Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung � Konzern-Anhang � Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

� � � � �

Corporate-Governance-Bericht Entsprechenserklärung zum DCGK Bericht des Aufsichtsrats Glossar Finanzkalender

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4

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Vorstand

DEN ÜBERGANG GESTALTEN

Dr. Michael Noth und Hartwig Fuchs (Vorstandsvorsitzender)


Vorstand : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Axel Aumüller und Dr. Lars Gorissen

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Brief des Vorstands

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE,

hinter uns liegt ein sehr herausforderndes Geschäftsjahr, das wir – anders als ursprünglich erwartet – mit einem leicht positiven Ergebnis abschließen konnten. Dazu beigetragen haben zahlreiche Faktoren – zum Beispiel unsere Entscheidung, extrem niedrige Preise nicht zu akzeptieren und stattdessen die Fläche zu reduzieren; zudem haben unsere Anstrengungen im ­Programm FORCE, die Kostensituation weiter zu verbessern, erste Resultate gezeigt; die ­Vermarktung von Bioethanol hat uns bessere Preise als geplant beschert, und auch außer­ ordentliche Erträge wie der erfolgreiche Abschluss der langjährigen juristischen Auseinander­ setzung um die Produktionsabgabe haben uns zu diesem Ergebnis verholfen. Dank einer leichten Erholung der Zuckerpreise, die durch die Entwicklungen am Weltmarkt wie auch durch die Flächenreduzierung in der EU ausgelöst wurde, konnten zum Geschäftsjahres­ ende 2015/16 hin leicht höhere Preise erzielt werden. Insgesamt aber gingen die Umsatzerlöse im Konzern um fast 14 Prozent zurück – nach einem Umsatzrückgang von nahezu 20 Prozent im Vorjahr. Mit einem operativen Ergebnis von 16,2 Millionen Euro nach 26,0 Millionen Euro im Vorjahr und einem Jahresüberschuss von 14,9 Millionen Euro nach 20 Millionen Euro im Vorjahr ist die Ertragslage zwar keineswegs zufriedenstellend, dennoch sind wir in Anbetracht der Voraussetzungen zu Beginn des Geschäftsjahres 2015 stolz auf dieses Resultat und können in diesem Jahr eine Dividende in Höhe von 0,10 Euro je Aktie ausschütten, was der Ausschüt­ tung des Vorjahres entspricht. F Ü R 2 0 1 6 / 1 7 V E R B E S S E R T E S E RG E B N I S Z U E RWA R T E N

Entgegen der allgemeinen Entwicklung in der Landwirtschaft mit aktuell fallenden Preisen in fast jedem Segment hat sich der Zuckermarkt in den vergangenen Monaten leicht posi­ tiv entwickelt. Dies liegt insbesondere in der Erwartung eines globalen Produktionsdefizits begründet. Jedoch begrenzen die anhaltend hohen Bestände weltweit auch weiterhin die Preisentwicklung nach oben. Durch die Flächenrücknahmen der vergangenen Kampagne haben sich in Europa die Bestände hingegen wieder deutlich normalisiert. Im Vergleich zu den Vorjahren ist zudem mit einem etwas geringeren Importvolumen zu rechnen, dennoch bleibt die Versorgung des EU-Marktes gesichert, was sich unschwer an den stagnierenden Preisen ablesen lässt, die an die EU gemeldet werden. Ein erhöhter Wettbewerbsdruck unter den Zuckerherstellern in der EU, die sich in Vorbereitung auf die Liberalisierung ab 1. Oktober 2017 Marktanteile sichern wollen, zieht zudem einen erheblichen Preisdruck nach sich. In Abwägung dieser zum Teil gegenläufigen Entwicklungen gehen wir für das nun laufende Geschäftsjahr von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus. ­Aufgrund unserer Einsparungen aus dem Effizienzprogramm FORCE, anhaltend relativ niedriger Energiepreise und leicht verbesserter Zuckerpreise sollten wir jedoch ein Ergebnis erreichen, das deutlich über dem aktuellen Wert liegt.


Brief des Vorstands : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

AT T R A K T I V E B E D I N G U N G E N F Ü R D E N R Ü B E N A N B AU AU C H N AC H 2 0 1 7

Unser Blick geht allerdings heute bis weit über 2017 hinaus: Der Zuckermarkt wird dann in eine neue Ära eintreten. Die Marktbedingungen sowohl auf der Seite des Rübeneinkaufs als auch auf der Seite des Zuckerabsatzes werden sich deutlich verändern. So verhandeln wir derzeit mit unseren Anbauern über die künftige Vertragsgestaltung, bei der Mengen und Preise künftig nicht mehr den Maßgaben der Zuckermarktordnung folgen werden, sondern durch die Nachfrage und die Preise auf dem Zuckermarkt und die Preise der Alternativkultu­ ren bestimmt werden. Wir sind hier in allen Ländern auf einem guten Weg und wollen auch künftig wettbewerbsfähige Konditionen für den Rübenanbau ermöglichen. Insgesamt ist für alle Beteiligten nach Jahren der Markregulierung ein Umdenken erforderlich. Die Zuckerrübe wird jedoch attraktiv in der Fruchtfolge bleiben und ihren Platz behalten. Allerdings sehen wir die Flächenausdehnungsankündigungen innerhalb der Branche durchaus mit Skepsis – unser Ansatz bleibt, dass wir zunächst den Rübenpreis auf einem Niveau stabilisieren wollen, welches den Anbauern möglichst für mehrere Jahre ein berechenbares und auskömmliches Einkommen sichert. Eine Flächenausweitung nur um der Ausweitung willen muss zu niedrigeren Rüben­ preisen führen, da die EU ab 2017 mehr Zucker produzieren wird, als innerhalb der Gemein­ schaft abgesetzt werden kann. Zu niedrige Rübenpreise stellen aber längerfristig die regionale Zuckerproduktion aus regionalem Anbau in Frage und damit auch unser Geschäftsmodell einer nachhaltigen Wertschöpfung vom Anbauer bis zum Konsumenten. Insofern werden wir mit dem Thema „Flächenausweitung“ auch in der Zukunft sehr behutsam umgehen.

„W I R S I N D Ü B E R Z E U G T, DA S S W I R DA S G E S A M T E U N T E R N E H M E N N O C H D E U T L I C H S TÄ R K E R A U F K U N D E N UND MARK TORIENTIERUNG AUSZURICHTEN HABEN.“

S C H L A N K E P R O Z E S S E , E F F I Z I E N T E S T R U K T U R E N , S O L I D E K A P I TA L S T R U K T U R

Nordzucker bereitet sich in dieser Phase des Übergangs in allen Bereichen intensiv auf die Situation nach 2017 vor. Anfang 2015 haben wir angesichts der Marktlage und Preisentwick­ lung ein neues, umfassendes Effizienzprogramm aufgelegt. Daraus ergaben sich zum einen kurzfristige Einsparungen, zum anderen aber auch ein langfristiges Maßnahmenpaket, welches nun sukzessive umgesetzt wird. Wir erwarten, dass Nordzucker damit mindestens 50 Millionen Euro jährlich einsparen kann.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Brief des Vorstands

Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass es nötig sein wird, das gesamte Unternehmen noch deutlich stärker auf Kunden- und Marktorientierung auszurichten. Dazu gehört auch, mithilfe von Methoden aus dem Lean-Management Arbeitsabläufe zu straffen und zu optimie­ ren. Ganz besonders wichtig ist es uns hier, dass diese Methoden im gesamten Unternehmen Anwendung finden. Durch umfassende Veränderungsprojekte und unseren bereits seit einigen ­Jahren laufenden Werteprozess, unterstützt durch unsere neue, funktionale Organisationsstruk­ tur, haben wir eine gute Basis für eine erfolgreiche konzernweite Neuausrichtung geschaffen. Neben der Effizienz ist Nachhaltigkeit wichtiger Teil unserer Unternehmenskultur und unserer Entwicklungsziele. Die umfassende Weiterentwicklung unserer Wertschöpfungskette gemein­ sam mit unseren Rübenanbauern und Kunden ist uns ein wichtiges Anliegen.

„ U N S E R E S T R AT E G I E I N B E Z U G AU F WAC H S T U M G E H T I N D R E I R I C H T U NG E N : WAC H S T U M I M Z U CK E R M A R K T D E R E U, WAC H S T U M I M Z U CK E R M A R K T W E LT W E I T U N D WAC H S T U M I N V E RWA N DT E AG R A R M Ä R K T E .“

Wir haben vorsichtig gewirtschaftet in der Vergangenheit, und Sie, unsere Eigentümer, haben uns tatkräftig in der schnellen Schuldentilgung unterstützt – und so verfügen wir heute über eine sehr solide Kapitalstruktur mit einer hohen Eigenkapitalquote und einer komplett zurückgeführten Nettoverschuldung. Dies erlaubt es uns, auch weiter umfassend in unsere bestehenden Werke zu investieren. Ein wichtiges Augenmerk liegt hier auf der Verbesserung der Zuckerlogistik. C H A N C E N N U T Z E N – WAC H S T U M A N T R E I B E N

Ziel der Europäischen Kommission bei der Deregulierung des Zuckermarktes war es auch, die Wettbewerbsfähigkeit des Zuckersektors zu erhöhen. Damit wird ein weiterer Konsolidierungs­ prozess bei den Rübenanbauern und in der Zuckerindustrie angestoßen. Weniger ertragreiche Regionen und kleinere Unternehmen werden es schwer haben zu bestehen. Für uns, die wir uns in guten Anbauregionen befinden und über eine wettbewerbsfähige Unternehmensgröße und finanzielle Ausstattung verfügen, gilt es, die Chancen zu ergreifen, die sich aus der Konso­ lidierung ergeben werden. Unser klares Ziel ist es, im Zuckermarkt der EU weiter zu wachsen. Dabei sind wir für unterschiedliche Optionen offen. Der Zuckerbedarf weltweit wächst, und gegenwärtig wird weniger produziert als nachgefragt. Daraus ergeben sich Möglichkeiten für Investitionen außerhalb der EU. Wir werden uns interna­ tional engagieren, wenn es zu unseren Anforderungen passt. Auch eine Diversifikation in andere


Brief des Vorstands : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Agrarbereiche ist eine der Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten für N ­ ordzucker. Unsere Strategie in Bezug auf Wachstum geht also in drei Richtungen: Wachstum im Zuckermarkt der EU, Wachstum im Zuckermarkt weltweit und Wachstum in verwandte Agrarmärkte. Bei all diesen Projekten geht es jedoch stets und in erster Linie darum, den Unternehmenswert zu steigern und Gewinn zu erwirtschaften, um das Unternehmen nachhaltig profitabel aufzustel­ len. Damit wir auch in Zukunft angemessene Dividenden ausschütten können. Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr eine Reihe von Maßnahmen und Projekten ange­ stoßen und umgesetzt. Die Vorbereitung auf 2017 wird uns auch im laufenden Jahr weiter beschäftigen. Wir sehen uns jedoch auf einem guten Weg, diesen Übergang nach unserer Vorstellung zu gestalten und Nordzucker erfolgreich in die Zukunft zu führen. Wir danken Ihnen, als unsere Aktionäre und Aktionärinnen, für Ihr Vertrauen und Ihre Unter­ stützung, Nordzucker auch in diese neue Zukunft zu begleiten.

Nordzucker AG Der Vorstand

Hartwig Fuchs

Axel Aumüller

Dr. Lars Gorissen

Dr. Michael Noth

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Den Übergang gestalten

Axel Aumüller

„PRODUKTIONSMÄSIG IST NORDZUCKER AUF DIE VER­ ÄNDERUNGEN

„FÜR 2016/17 IST

SEHR GUT

DAS UNTERNEHMEN

­E I N G E S T E L L T

GUT UNTERWEGS.

UND VOR

E N T S C H E I D E N D I S T,

ALLEM FLEXIBEL.“

WA S DA NAC H PA S S I E R T. “

„DAS WICHTIGS TE IST FÜR NORDZUCKER, VOM MARK T HER ZU DENKEN UND ZU ARBEITEN.“

Hartwig Fuchs

Dr. Lars Gorissen

„WIR SIND K A P I TA L M Ä S I G GUT AUSGES TAT T E T U N D SCHULDENFREI.“ Dr. Michael Noth


Den Übergang gestalten : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

NORDZUCKER IM ÜBERGANG

VORBEREITEN, GES TALTEN, CHANCEN NUTZEN Nordzucker befindet sich im Übergang. Die alte Ordnung des Zuckermarkts in Europa wird abgelöst von einem marktorientierten System. Bei Nordzucker stehen alle Zeichen auf Start in diese neue Ära: neue Verträge mit den Rübenanbauern, Steigerung der Effizienz in Produktion und Ver­ waltung, klare Orientierung am Markt und am Kunden sowie die Nutzung von Chancen aus einer kommenden Marktkonsolidierung in der EU und dem weltweiten Wachstum der Zuckernach­ frage. Christian Kionka, Head of Communications and Public Affairs bei Nordzucker, diskutierte mit den Mitgliedern des Vorstands über dieses umfas­

zunächst einmal erfreulich. Gründe für die Preisstabilisierung waren die reduzierte Anbaufläche im Jahr 2015 und leicht geringere Importe aus den Entwicklungsländern. Die Zucker­ preise haben sich also stabilisiert, wobei es im Hinblick auf 2017 noch immer eine große Verunsicherung gibt. Und die Gesamtsituation in der Landwirtschaft ist unbefriedigend. Egal, was ich mir anschaue: Weizen und Raps notieren nied­ rigst, die Tierhaltung und die Milchproduktion sind defizitär, was sich übrigens in deutlich geringeren Rübenschnitzel­ preisen widerspiegelt. Aber dennoch gilt: Für 2016/ 17 sind wir gut unterwegs. Entscheidend ist, was danach passiert. Das nun laufende Geschäftsjahr ist das Abschiedsjahr von der alten Zuckermarktordnung. Noch kann niemand aus dem vorgegebenen Mengengerüst der Quoten­regelung raus. Das Jahr 2017/ 18 wird aus meiner Sicht richtig spannend. Christian Kionka: Bevor wir zu 2017/18 kommen, vielleicht noch kurz die Frage zum erwarteten Ergebnis für das nun ­laufende Jahr. Wird es wieder besser? Dr. Michael Noth: Nachdem wir 2015/16 mit einem aus­ geglichenen, leicht positiven Ergebnis abschließen konnten, sind wir für 2016/17 wieder optimistischer. Wir werden auf jeden Fall ein deutlich positives Ergebnis erzielen, sofern nichts Unvorhergesehenes passiert. Die Preise haben sich etwas stabilisiert, weitere Kostensenkungen aus unserem Ein­ sparprojekt Force und die deutlich gesunkenen Energiepreise helfen uns dabei. Christian Kionka: Für unsere Anbauer wird sich mit dem Wegfall des Mengengerüsts und der Rübenmindestpreise ja auch einiges verändern. Wie bereitet sich Nordzucker darauf vor?

Christian Kionka: Nordzucker befindet sich schon heute im Übergang auf die Marktverhältnisse ab 2017. Lassen Sie uns jedoch mit einer Frage zur aktuellen Situation beginnen. Nach einigen schwierigen Monaten mit erheblichem Preisdruck, der sich auch im Ergebnis niedergeschlagen hat, gibt es nun Anzeichen dafür, dass es wieder bergauf geht. Wie ist die Lage am Zuckermarkt derzeit?

Dr. Lars Gorissen: Wir konnten in allen Ländern außer Deutschland die Anbauverträge für 2016/17 abschließen. Unser Fokus richtet sich schon jetzt auf die Zeit ab dem Geschäftsjahr 2017/18. In Deutschland sind wir mit den Ver­ handlungen der Branchenvereinbarungen und Lieferverträge bereits weit fortgeschritten. Hier geht es darum, den Liefer­ anspruch zu implementieren, der sich aus den Satzungen der Holding-Gesellschaften ergibt. Für die Verträge gibt es künf­ tig zwei Eckpfeiler: Die Mengen, die an die Lieferansprüche und damit an die Aktien gekoppelt sind, und natürlich die Preise. In den anderen Ländern stellt sich die Situation etwas anders dar. Dort gibt es keine Lieferansprüche, und wir ver­ handeln derzeit mit den Anbauerverbänden über die Gestal­ tung der Vertrags- und Lieferbedingungen.

Hartwig Fuchs: In den vergangenen rund sechs Monaten waren wir mit einer großen Unsicherheit an den Märkten konfrontiert. Dies ist nun deutlich besser geworden. Wir sind von den absoluten Niedrigstpreisen im Zucker weg, das ist

Christian Kionka: Wie wird die Planung der Anbauflächen ab 2017 aussehen? Man hört ja von den Wettbewerbern durchaus Zahlen, dass sie den Anbau auf 140 Prozent aus­ dehnen wollen. Gilt das auch für Nordzucker?

sende Themenspektrum. Im Gespräch: Hartwig Fuchs, Axel Aumüller, Dr. Lars Gorissen, Dr. Michael Noth und Christian Kionka

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Den Übergang gestalten

„ I N D E R A LT E N Z U CK E R M A R K TO R D N U N G WA R M E N G E B E S O N D E R S W I C H T I G . I N D E R N E U E N W E LT M U S S M A N MEHR AUF DEN MARK T ACHTEN, FLEXIBLER SEIN.“ Dr. Michael Noth

Dr. Lars Gorissen: Die Kernbotschaft an unsere Anbauer ist eine ganz andere: Wir sind nicht einfach nur mengenorien­ tiert, sondern wir sind zunächst erst mal am Markt orientiert. Das heißt, unsere Anbauplanung fußt darauf, was die Kollegen im Zuckervertrieb geplant haben. Auf dieser Basis nehmen wir dann unsere Anbauplanung und die Vertragsgestaltung mit den Anbauern vor. Insgesamt wird aber wohl mehr angebaut werden und damit eine Erweiterung der Flächen erfolgen. Hartwig Fuchs: Ich halte eine Zielsetzung von großen Rübenanbauflächen und -mengen für den absolut verkehrten Ansatz. Wir wissen schon heute, dass die EU deutlich über Verbrauch produzieren wird. Wohin führen uns dann noch deutliche Flächenausweitungen? In eine Situation vergleich­ bar mit dem Milchmarkt. Wir stehen im Eigentum unserer Landwirte. Es darf doch nicht unser Ziel sein, ohne Rücksicht auf die Nachfrage die Produktion zu steigern und damit die Preise für die Produkte und damit auch die Rübenpreise zu drücken! Es gilt das Gesetz des Marktes, nämlich das zu pro­ duzieren, was mit auskömmlichen Margen auch abzusetzen ist – im Inland oder im Export.

Dr. Michael Noth: Wir haben im Geschäftsjahr 2015/16 ja gerade die Zuckervorräte deutlich reduziert. Und das war genau richtig, denn wenn wir große Mengen an Zucker lagern, dann haben wir damit sehr viel Kapital gebunden, welches wir besser für andere Zwecke einsetzen könnten, und bezahlen zusätzlich noch Geld für die Lagerung. Wir wollen nicht die größte Mengen produzieren, sondern Wert schaffen. Da müssen wir uns alle umorientieren. In der alten Zuckermarktordnung war Menge besonders wichtig. In der neuen Welt muss man mehr auf den Markt achten, flexib­ ler sein. Fixkostendegression spielt dabei sicher eine kleine Rolle. Aber letztendlich halte ich die gegenläufigen Effekte, also die hohe Kapitalbindung in den Vorräten und die häufig geringeren Erlöse für zusätzlich produzierte Mengen, für viel wichtiger. Dr. Lars Gorissen: Mengen als auch Preise sind letztendlich marktabhängig. Wenn dann am Ende dabei lange Kampag­ nen rauskommen, dann ist es ja wunderbar. Aber das ist nicht das primäre Ziel.


Den Übergang gestalten : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Christian Kionka: Wie sieht das aus Sicht der Produktion aus? Axel Aumüller: Produktionsmäßig sind wir auf die Verän­ derungen sehr gut eingestellt und vor allem flexibel. Wir sind eines der wenigen Unternehmen, das schon seit längeren Jah­ ren gewohnt ist, auch 120, 125, 130 oder mehr Tage Kampa­ gne im Schnitt über alle unsere Werke in den verschiedenen Ländern zu fahren, aber auch genauso kürzere Kampagnen, je nachdem, was eben notwendig ist. Uns von der Instand­ haltung und von den Investitionen her auf diese unterschied­ lichen Zyklen anzupassen, haben wir schon häufig praktiziert. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, die Werke sehr gut konsolidiert und wir wissen, was es heißt, flexibel zu agieren. Christian Kionka: Inwiefern muss sich denn das Unter­ nehmen insgesamt noch verändern, um für die Herausforde­ rung gewappnet zu sein? Hartwig Fuchs: Wir haben in den vergangenen Jahren einige entscheidende Maßnahmen auf die Schiene gebracht. Auf der einen Seite geht es darum, dem Unternehmen, das in den letz­ ten Jahren deutlich gewachsen ist, eine Identität zu geben. Das ist uns wichtig, denn vor allem in anspruchsvolleren Zeiten gilt es, an einem Strang zu ziehen. Und ich möchte sagen, das ist uns ziemlich gut geglückt. Wir haben uns gemeinsame Werte gegeben und einen umfassenden Veränderungsprozess aufge­ setzt, der sehr erfolgreich ist. Die neuen Anforderungen nach 2017 mit einem deutlich liberalisierten Markt und mit härterer Konkurrenz führen dazu, dass vor allem schnellere Entscheidun­ gen vonnöten sind. Daran müssen sich die Menschen gewöh­ nen – das erfordert ein Umdenken. Wir haben uns zudem inten­ siv mit Einsparungen und Effizienzsteigerung befasst. Insgesamt müssen wir eben nicht länger in Produktionsfähigkeit und deren Optimierung denken, sondern in Marktorientierung. Aber wir sind auf einem ganz ordentlichen Weg, denke ich. Axel Aumüller: Also, ich bin überzeugt, die Mitarbeiter in den Werken haben sehr gut begriffen, dass die Produktion im Grunde die Verbindung zwischen den Anforderungen des Marktes auf der einen und den angebauten Rüben auf der anderen Seite darstellen muss. Und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werken wissen auch, dass die Kunden ganz vorn stehen, und was es heißt, Kundenzufriedenheit her­ zustellen. Aktuell haben wir eine zusätzliche Qualitätsoffensive gestartet, die Kundenorientierung auch von der Seite noch mal in den Fokus rückt. Wir entwickeln uns da wirklich mit beeindruckend großen Schritten weiter und haben die ganze Mannschaft hinter uns. Wichtig ist zudem, dass wir die gan­ zen Projekte, die wir im Rahmen unseres Effizienzprogramms FORCE begonnen haben, jetzt strukturiert abarbeiten. Da ist ein Riesenstrauß an Maßnahmen vereinbart worden, die noch in den kommenden zwei bis drei Jahren umgesetzt werden.

Christian Kionka: Wenn wir über Marktorientierung spre­ chen, dann betrifft das ja die gesamte Wertschöpfungskette. Sind unsere Rübenanbauer auf die Veränderung auch schon vorbereitet? Dr. Lars Gorissen: Es handelt sich ja um einen krassen System­ wechsel, der politisch gewollt war. Keiner der Beteiligten, insbe­ sondere nicht die Rübenanbauer, wollten diesen System­wechsel. Dennoch kommt der Systemwechsel, und damit ist nun mal zwangsläufig ein neues Denken verbunden. Also muss man sich von gewissen Gewohnheiten der Vergangenheit trennen. Das ist ein schwieriger, teilweise auch für den einen oder anderen schmerzhafter Prozess, der sich aber über die Zeit entwickelt. Wir werden auch in den Folgejahren, also nach 2017, wenn wir erst einmal Erfahrungen mit den neuen Situationen gesammelt haben, sicherlich noch dazulernen und uns weiterentwickeln. Ich glaube aber, wir sind insgesamt auf einem guten Weg. Christian Kionka: Wie viel angebaut wird, wie viel produziert wird, hängt ja künftig vom Markt ab, wie wir bereits festge­ halten haben. Allerdings braucht der Rübenanbau eine Vor­ laufzeit von etwa 18 Monaten. Wissen wir denn schon heute, was wir 2017/18 verkaufen?

„WISSEN WIR DENN SCHON HEUTE, WA S W I R 2 0 1 7 / 1 8 VERKAUFEN?“

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Dr. Michael Noth: Das Wichtige ist, dass man vom Markt her erkennt, was man verkaufen kann, und dass man diese Erwartung auch schon grob bewertet. Dazu muss die Kom­ munikation zwischen Vertrieb, Produktion und Rübe gut funk­ tionieren, damit man Chancen am Markt auch ergreifen kann. Wir werden auch in Zukunft nicht mit allen unseren Vorher­ sagen genau treffen, aber wir sollten so flexibel sein, dass wir auf Schwankungen gut reagieren können, ohne riesige Vorräte zu finanzieren. Axel Aumüller: Als ein Maßnahmenpaket aus FORCE haben wir ja gerade die Optimierung dieses Planungsprozesses im Fokus, der uns noch besser die Verbindung zwischen dem Bedarf des Marktes auf der einen Seite und den Möglichkeiten der Rübenanbauer und der Produktion auf der anderen Seite bringt. Ich bin überzeugt, dass das sehr gut funktionieren wird. Christian Kionka: Wichtig ist neben der guten Mengen­ planung auch, unsere Werke auf einem Stand zu halten, dass sie wettbewerbsfähig sind. Was ist in dieser Hinsicht geplant? Axel Aumüller: Natürlich werden wir auch weiterhin in die bestehenden Werke investieren. Das hat ja Nordzucker auch in der Vergangenheit immer schon sehr konsequent und zielstrebig gemacht, mit einem klaren Fokus auf die Rahmen­ bedingungen. Logistik wird in der Zukunft ein Schwerpunkt sein. Dabei werden wir auch auf die Landkarte schauen, um zu sehen, ob beispielsweise jedes Service-Center und jedes Zuckerlager so ausgestattet ist, wie wir uns das für die Zukunft vorstellen. Christian Kionka: Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine ­große Rolle in der gesellschaftlichen Diskussion. Inwiefern auch für uns? Axel Aumüller: Nachhaltigkeit ist ein Thema, das wir schon seit vielen Jahren konsequent verfolgen. Im Rahmen der Neu­ organisation haben wir das Thema noch einmal höher bewer­ tet. Und das ist gut angelegtes Geld, um dem Kunden zu zeigen, dass es nicht nur um einen kurzfristigen Erfolg geht, sondern um Effizienz und Ökonomie, Arbeitssicherheit, Qua­ lität, Umweltschutz und soziale Fragen. Dr. Michael Noth: Letztendlich differenziert das unsere ­Produkte gegenüber dem Zucker, den man importieren kann. Schließlich können wir bei unserem Zucker sagen, von wo die Rübe stammt, aus der er produziert wurde, und unter welchen Arbeitsbedingungen. Unsere Kunden und die ­Konsumenten achten zu Recht immer mehr hierauf. Dr. Lars Gorissen: Eines unserer wichtigsten Unterneh­ mensziele ist, die Nachhaltigkeit im Rübenanbau zu fördern. 2015 haben wir in Deutschland, Polen und Schweden sehr erfolgreich eine Bewertung der Nachhaltigkeit auf Basis des

Farm Sustainability Assessment der Sustainable-Agriculture-­ Initiative durchgeführt. Es ist für unsere Kunden wichtig, dass wir das hohe Niveau auch von unabhängigen Stellen beur­ teilen und bewerten lassen – ein Aufwand, der sich lohnt. Christian Kionka: Kommen wir nun zur erwarteten Konsoli­ dierung des Zuckermarktes in der EU, die durch das Auslaufen der ZMO wohl bedingt wird. Wird diese wirklich eintreten? Wie wird der Prozess ablaufen? Und welche Rolle wird Nordzucker dabei einnehmen? Hartwig Fuchs: Selbstverständlich wird der Markt sich ­konsolidieren. Es hat sich nichts geändert an dem, was wir in den letzten Jahren auch vertreten haben. Es gibt dabei zwei Entwicklungen, die parallel laufen. Bestimmte Anbauregionen werden aus der Rübenproduktion nach gewisser Zeit ausschei­ den, einfach weil Anbau dort nicht mehr konkurrenz­fähig ist. Die topografisch schwierigen Regionen werden gegenüber den Gunststandorten weiter verlieren, weil andere Acker­ kulturen sich dort einfach besser rechnen. Parallel dazu gibt es aber auch eine kritische Größe, um große Investitionen überhaupt stemmen zu können. Beispielsweise im Hinblick auf 2020 und die Vorgaben des Weltklimagipfels. Für kleinere Unternehmen wird das wesentlich schwieriger, und die Ban­ ken werden auch genauer hinsehen, was noch finanzierbar erscheint, wenn gleichzeitig die Margen sinken. Außerdem wissen wir, dass wir in Europa mehr Zucker produzieren wer­ den, als wir hier absetzen können. Das heißt, absetzbar bleibt dann der ­Zucker, der relativ marktnah produziert wird. Das bedeutet, dass einige Unternehmen, die mit relativer Hafen­ ferne dastehen, höhere Kosten für den Export haben werden. Wir verfügen über Hafennähe und haben eine vernünftige Größe. Das sind schon mal gute Voraussetzungen.

„WIR SIND OFFEN FÜR DAS, WA S S I C H A N M Ö G L I C H K E I T E N E N T W I CK E LT, WA S I N D I E E U - M A R K T ­ S T R U K T U R H I N E I N PA S S T. “ Hartwig Fuchs

Dr. Michael Noth: Und wir haben eine hervorragende Grundausstattung. Das kann man hier getrost sagen. Wir sind kapitalmäßig gut ausgestattet. Wir sind schuldenfrei. Durch unsere Projekte Profitabilität plus und FORCE haben wir unsere Effizienz kontinuierlich gesteigert. Wir können mitspielen.


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„EINES UNSERER WICHTIGSTEN U N T E R N E H M E N S Z I E L E I S T, D I E N AC H H A LT I G K E I T IM RÜBENANBAU ZU FÖRDERN.“ Dr. Lars Gorissen

Dr. Lars Gorissen: Zudem haben wir sehr gute Standorte. Natürlich ist es so, dass es in Frankreich und sicherlich auch in Süddeutschland höhere Erträge als hier gibt. Aber wir haben dennoch einen Rübenanbau auf sehr hohem Niveau. Die Erträge, die wir in den letzten Jahren und auch im Schnitt haben zeigen können, waren gut und haben sich vor allem positiv entwickelt. Insofern verfügen wir auch im Bereich des Rübenanbaus über eine gute Grundlage. Wir sind sicher, dass wir die Märkte, die wir als Kern sehen und als Kern haben wollen, auch immer gut versorgen können.

Axel Aumüller: Das gilt natürlich auch für die Produktion. In den meisten Ländern, in denen wir produzieren, haben wir gezeigt, dass wir mit Kampagnenlängen bis 135 Tage bei unseren klimatischen Rahmenbedingungen sehr gut umge­ hen können. Was die Umweltinvestitionen angeht, müssen wir schon klar sehen, dass in den nächsten Jahren durch die neuen Regelungen im Rahmen der europäischen Emissionsricht­linien und anderer Umweltgesetze erhebliche Anforderungen auf uns zukommen werden. Aber als größeres Unternehmen kann man das natürlich besser bewältigen als ein kleines.

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Dr. Michael Noth: Und wir sind sehr solide finanziert. Das ist aus mehreren Gründen gut. Wir müssen mit zunehmender Volatilität damit rechnen, dass wir mal wieder ein schwieriges Jahr haben werden; auch in einem solchen Umfeld wollen wir gut aufgestellt sein. Wir wollen auch weiter unser Kerngeschäft durch Investitionen stärken, und es ist natürlich unser Ziel, auch durch Zukäufe in unserem kapitalintensiven Geschäft wachsen zu können. So oder so sind wir für jede dieser Herausforderun­ gen gut vorbereitet. Wir sollten aber auch unseren Eigentümern sehr dankbar sein. Denn letztendlich haben sie sich entschlossen, mit dem Kauf von Nordic Sugar einen sehr großen Schritt nach vorn zu machen, und zudem haben sie dann auch die Geduld aufge­ bracht zu sagen: Wir erlauben es dem Unternehmen, zügig die Schulden abzutragen. Das war ein klares Bekenntnis zum Unternehmen, das für uns sehr wichtig ist. Letztendlich wollen wir uns ja weiterentwickeln. Wir wollen nicht stehenbleiben. Hartwig Fuchs: Noch kurz als Ergänzung: Konsolidierung heißt ja nicht, dass jemand zwangsläufig komplett ausschei­ det. Das heißt auch nicht, dass jemand komplett übernommen wird. Das kann auch eine Kooperation sein oder eine Beteili­ gung, ein Joint Venture oder eine Allianz. Wir sind o ­ ffen für das, was sich an Möglichkeiten entwickelt, was in die EU-Markt­ struktur hineinpasst. Christian Kionka: Sie sagten, dass der Umfang möglicher Exporte jetzt noch nicht vorhersehbar ist. Der Weltzuckermarkt wird aber weiter wachsen und eine zunehmende Rolle spielen. Inwiefern ist der Blick raus aus der EU für Nordzucker noch interessant, und welche Regionen könnten eine Rolle spielen? Hartwig Fuchs: Wir haben uns außerhalb der EU bisher einige Projekte angesehen. Dabei waren wir grundsätzlich

fokussiert auf Verbrauchermärkte. Es ging darum, dort hin­ zugehen, wo sich das Wachstum der Nachfrage befindet, um dort lokale Märkte zu bedienen. Aber aufgrund der Entwicklung, die wir in den letzten zwölf Monaten gese­ hen haben, mit dem sehr großen Preisverfall, auch mit der mangelnden Investitionsfähigkeit in vielen produzierenden Ländern, schauen wir uns doch nun auch in den großen Pro­ duktionsländern um, hier ist natürlich auch Südamerika ein Thema. Auch Asien ist ein Thema. Nur, am Ende des Tages müssen wir dieses Geld, das nicht uns gehört, sondern den Eigen­tümern, so investieren, dass wir guten Gewissens sagen ­können: Jawohl, wir sind davon überzeugt, dass es passt. Christian Kionka: Dazu vielleicht noch eine Frage: Wo liegt die Zukunft? Im Rohr oder in der Rübe? Axel Aumüller: In der Rübe werden sich die Regionen durchsetzen, in denen kostengünstig im Verhältnis zu Alter­ nativfrüchten produziert werden kann. Und beim Rohr wird zunehmend eine Rolle spielen, wo Wasser in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Insofern werden alle Gebiete nicht ­unendlich ausweitbar sein. Dr. Lars Gorissen: Rohr hat ganz andere Zyklen als die Rübe. Rohr wächst mindestens fünf Jahre auf dem Feld, even­ tuell auch länger. Rüben wachsen nur ein Jahr auf derselben ­Fläche. Wir haben ja gesehen, dass wir mit der Rübe daher viel ­flexibler agieren können. Wir haben auf die Übermengen in Europa reagiert, indem wir die Flächen drastisch runterge­ fahren haben. So eine Flexibilität ist im Bereich des Rohrs gar nicht so ohne Weiteres möglich. Da kann man etwas wechseln zwischen Zucker und Ethanol, aber die Rübe ist deutlich flexi­ bler und wird aufgrund dieser Flexibilität im Gesamtweltmarkt auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

„WO LIEG T DIE ZUKUNFT? IM ROHR ODER IN DER RÜBE?“


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Christian Kionka: Ich möchte noch einmal auf die Unter­ nehmensstrategie zurückkommen. Ist wohl auch eine Diversi­ fikationsstrategie angedacht? Dies hat ja vor allem Vorteile hinsichtlich des Abfederns von Marktrisiken, die wir ja a ­ ufgrund der Volatilität des Zuckermarktes eindeutig haben. Hartwig Fuchs: Wir überlegen uns immer, ob wir das, was wir in der Zuckerproduktion in Europa gut beherrschen, übertragen können auf andere Agrarprodukte. Denken Sie an Risikomanagementthemen, bestimmte Zyklen, eine Markt­ planbarkeit und eine Produktionsplanbarkeit. Letztlich sind dies alles dieselben Themen eben nur bei unterschiedlichen landwirtschaftlichen Produkten. Das ist für uns grundsätzlich ein Thema. Aber dass wir weg-diversifizieren in etwas völlig anderes, kommt nicht infrage. Es muss schon sehr nahe an dem dran sein, was wir jetzt tun.

„WIR WERDEN DIE VERÄNDERUNGEN, DIE SICH DURCH DAS ENDE DER MARK TORDNUNG ERGEBEN, MEISTERN.“ Axel Aumüller

Christian Kionka: Spielen bei den Überlegungen Isoglukose, Stärke oder Bioethanol eine Rolle? Hartwig Fuchs: Bei Isoglukose habe ich ein Problem mit dem Produkt als solches. Ich glaube nicht daran, dass Iso­ glukose beim europäischen Konsumenten nachhaltig Erfolg haben wird. Die Erfahrungen mit dem High-Fructose-Corn-­ Sirup aus den USA belegen das. Außerdem werden dafür bestimmte Zuckerprodukte als Basis gebraucht. Ideal wäre Mais. Dafür kommen Rumänien, Bulgarien, Ungarn oder Serbien in Betracht. Meiner Meinung nach können wir mit regional produziertem Zucker, den Anforderungen der Kon­ sumenten eher entsprechen als mit einem aus Mais produ­ zierten Produkt, das irgendwo in Südosteuropa hergestellt wird und verbunden mit relativ hohen Kosten durch die EU transportiert werden muss. Stärke passt schon eher zu uns. Das klammern wir nicht von vorherein aus. Wie immer stellt sich die Frage, ob sich eine Investition in diesen Bereich rechnet und wir unsere Stärken anwenden können. Christian Kionka: Und wie sieht es mit Bioethanol aus? Hartwig Fuchs: Das Ergebnis 2015/16 ist zu einem guten Teil auch durch einen sehr guten Bioethanolmarkt gerettet worden. Ich gönne diesen Erfolg unserem Team in der Produktion und besonders in der Vermarktung. Das Problem ist nur, dass wir hier mit einem Markt konfrontiert sind, in dem die Preise extrem stark schwanken. Wichtiger noch: Wir selbst sind als Unternehmen selbst in diesem Markt zu klein. Das nimmt uns viele Möglich­ keiten, eigenständig zu gestalten. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir in diesem Bereich weiter vorangehen wollen. Christian Kionka: Zum Abschluss noch eine Frage, die Ihre Erwartung für die Zeit nach 2017 zusammenfassen soll: Was wird Nordzucker im Jahr 2020 ausmachen?

Dr. Michael Noth: Nordzucker wird ein starker Spieler in Europa sein, der es geschafft haben wird, auch außerhalb von Europa ein starkes Standbein aufzubauen. Ein Unternehmen mit einer Kultur, die es ermöglicht, ambitioniert, beweglich und marktorientiert zu sein. Kurz: Mit Lieferanten und Aktionä­ ren, deren Erwartungen wir erfüllen. Axel Aumüller: Wir werden die Veränderungen, die sich durch das Ende der Marktordnung ergeben, meistern. Wir sind gut vorbereitet. Die Mannschaft ist gut vorbereitet – vom Management bis zu den Mitarbeitern in den Werken. Wir sind gut positioniert. Da wird mir vor 2020 überhaupt nicht bange. Wir müssen unsere Chancen in Europa suchen und wir werden sie finden. Ich bin fest überzeugt, wir werden bis dahin auch außerhalb Europas mindestens eine Aktivität haben. Dr. Lars Gorissen: Genau, und wir werden ein Unter­nehmen sein, das es auch ohne Quote und Rübenmindestpreise geschafft hat, eine verlässliche Rübenversorgung sicherzustel­ len. Ein Unternehmen, für das die Rübenanbauer gerne Rüben anbauen. Hartwig Fuchs: Wichtig ist, dass der Übergang erst einmal geschafft wird. Und dass wir uns noch weiter auffächern inter­ national – vielleicht auch in andere Agrarkulturen. Wir sind auf einem guten Weg und wir wollen wachsen. Wenn wir 2020 von unseren Eigentümern hören: „Bei Nordzucker wurde in den letzten Jahren ein ordentlicher Job gemacht.“ – das wäre in Ordnung.

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MÄRK TE, KUNDEN UND TRENDS IM BLICK SCHNELLE ENTSCHEIDUNGEN, VERTRAUEN UND KONSEQUENZ SIND DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG

Nordzucker lenkt er schon seit mehr als sechs Jahren, vor einigen Monaten hat Hartwig Fuchs zusätzlich das Ressort Marketing und Vertrieb übernommen – in einer Zeit großer Umbrüche. Wohin entwickeln sich die Zuckerpreise in Europa nach den depressiven Tiefständen während des Zuckerwirtschaftsjahres 2014/15? Wird es eine neue Rally geben wie vor einigen Jahren, als die sinkende Produktion mit der heutigen Situation vergleichbar war? Wohin entwickelt sich der Bioethanolmarkt? Wie lange wird die Krise am Milchmarkt noch den Futtermittelmarkt beeinflussen? Das bedeutet für den CEO zusätzliche spannende Herausforderungen, die sich aus den Makroentwicklungen der verschiedenen Märkte ergeben.

„WIR MÜSSEN UNS EINE HOHE MARK TINTELLIGENZ E R A R B E I T E N , I N D E M W I R M A R K T I N F O R M AT I O N E N Z U S A M M E N ­ TRAGEN, SIE BEWERTEN, DARAUS UNSERE SCHLÜSSE ZIEHEN UND DIESE DANN AUCH KONSEQUENT UMSETZEN.“ Hartwig Fuchs, CEO/CMO

Der 1. Oktober 2017 markiert in diesem Zusammenhang einen besonderen Einschnitt für das Unternehmen: „Alte Denkmuster greifen schon jetzt nicht mehr“, sagt der Vorstands­ vorsitzende, der ganz offensichtlich Freude an der neuen Aufgabe hat. „Wir sind mittendrin im Systemwechsel, denn die Veränderungen im Markt passieren viel schneller, als viele zunächst erwartet hatten.“ Sein internationales Team ermunterte er von Anfang an, Verantwortung zu übernehmen, um schnell und konsequent zu handeln. Was in der Theorie plausibel klingt, kann in der Praxis unbequeme Entscheidungen erfordern, wie jüngst im Bioethanolgeschäft oder auch im Retailbereich geschehen. „Starke Verwerfungen und Preisexzesse hatten uns vor die Wahl gestellt, eine negative Preisspirale am Markt mitzugehen oder Marktanteile einzubüßen. Wir haben uns bewusst gegen diese Geschäfte entschieden – und lagen damit preislich in der Rückschau goldrichtig“, erklärt Fuchs. KEINE SCHEU VOR PROGNOSEN

Solche reflektierten Entscheidungen erfordern oft eine Abkehr von alten Verhaltensmustern. Diesen Prozess anzunehmen und sein Team dazu zu ermuntern, sieht Hartwig Fuchs als seine Führungsaufgabe an. „Wir müssen uns Tag für Tag eine hohe Marktintelligenz erarbeiten, indem wir Marktinformationen zusammentragen, sie bewerten, daraus die richtigen Schlüsse ziehen und diese konsequent umsetzen“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende.


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Wer mithilfe von Daten unterschiedlichster Quellen Prognosen über zukünftige Verfügbar­ keiten von Produkten und deren Nachfrage in wichtigen Märkten wagt, der müsse auch den zweiten Schritt gehen. „Dazu gehört es, Marktchancen in Erfolge umzusetzen. Hier ist oftmals Schnelligkeit gefordert“, betont Fuchs. Der künftige Einfluss von Isoglukose auf den Zuckermarkt, die Flächenerwartungen europa­ weit, die Konkurrenzfähigkeit der Rübe zu Raps und Weizen, der künftige EU-Verbrauch, wo werden sich gegebenenfalls Im- und Exporte abspielen – und wie werden sich die anderen Marktteil­nehmer posi­tionieren? All dies sind wichtige Fragen. „Wir haben zahlreiche mögliche ­Szenarien im Kopf und sind sehr agil in alle Richtungen.“ Fuchs weiß, dass seine Leute, die den Vertrieb von Zucker, Futtermitteln und Bioethanol sowie die anspruchsvolle Logistik managen, dicht am Markt sind und gut strukturiert planen und handeln. „Ich verlasse mich auf jeden Einzelnen. Sie kennen sich aus und haben ein sicheres Gespür für ihr Geschäft.“ Kooperative Führung, größtmögliche Entscheidungsfreiheit und Unterstützung sind Hartwig Fuchs wich­ tig, um in Zeiten großer Veränderungen erfolgreich zu sein. Wenn auf dem internationalen Parkett Schnelligkeit und Mut zählen, müssen Entscheidungswege klar und schlank sein, damit ­Prozesse nicht stocken und das Geschäft behindern. „Wir haben gemeinsam viel dafür getan, den Veränderungsprozess aktiv anzunehmen und in immer kürzerer Zeit Entscheidungen zu treffen – mit Erfolg. Aber: Es kann immer noch besser werden.“ Mehr Schnelligkeit und „weniger Bürokratie wagen“ – ein nicht immer einfacher und wider­ spruchsfreier Weg, wie Hartwig Fuchs ohne Umschweife zugibt. Die Balance zu halten und dabei die Rentabilität fest im Blick zu haben, sind wichtige Voraussetzungen dafür.

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2017

markiert für europä­ ische Rübenanbauer […] eine Zeitenwende.

HAND IN HAND ZU MEHR EFFIZIENZ IM ZUCKERRÜBENANBAU 2 0 . 2 0 . 2 0 S E T Z T N E U E M A S S S TÄ B E

Der

ph-Wert des Bodens muss optimal sein.


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2017 markiert für europäische Rübenanbauer und für Nordzucker eine Zeitenwende, die weder an Nordzucker noch an den Rüben anbauenden Betrieben vorbeigehen wird. Im M ­ ittelpunkt steht die Frage, wie der Rübenanbau der Zukunft noch effizienter gestaltet werden kann. Das wichtigste Ziel in der Anbauberatung heißt, unbedingt den Zuckerertrag vom Hektar nach­ haltig zu steigern mit positiven Effekten für Transport- und Verarbeitungskosten. Mit dem seit einigen Jahren begonnenen Programm 20·20·20 hat Nordzucker hierfür die Basis geschaffen. Dr. Andreas Windt, der für die Anbauberatung im Konzern zuständig ist und das Projekt leitet, ist mit den Fortschritten bisher sehr zufrieden: „Wir konnten kontinuierlich die Erträge steigern und treffen weitgehend den Korridor, den wir uns vorgenommen hatten, um den Zuckerertrag auf dem Hektar Jahr für Jahr signifikant zu verbessern.” Auch wenn es witterungsbedingt Rückschläge gibt, wie im vergangenen Jahr zum Beispiel in Polen, der Slowakei und Finnland, die die Erträge nach unten korrigiert haben, so tragen doch zahlreiche Aktivitäten dazu bei, den Anbau stetig zu verbessern. Das unter­ streicht auch Michał Szymański aus Urbanowo in Polen. Z E I T P U N K T D E R AU S S A AT H AT E N O R M E N E I N F L U S S

„Da ist zum einen natürlich der Zeitpunkt der Rübenaussaat. Er hat einen enormen Einfluss auf die Ernte und muss möglichst früh, aber sorgfältig gewählt werden. Nur so können die Wasservorräte, die über den Winter angesammelt wurden, optimal ausgenutzt werden. Zudem fördert dieses die Entwicklung des Wurzelsystems und sorgt für eine ausreichend lange Vege­ tationszeit. Je länger die Vegetationszeit, desto größer die Ernte. Auch der pH-Wert des Bodens muss optimal sein. Durch wirtschaftliches Düngen sollte der Nährstoffbedarf der Rübe, der im Vorfeld über eine Bodenanalyse ermittelt wird, gedeckt sein. Durch Nährstoffe in den entsprechenden Mengen kommt es zu einer ertragreichen Ernte von hoher Qualität.“ Der Vorsitzende einer Agrargenossenschaft hebt auch die Bedeutung der Anbaumethoden hervor: PROJEKTE IM RAHMEN VON 20.20.20

„Im Herbst des Jahres, das der Rübenaussaat vorangeht, säe ich eine Zwischenfruchtmischung aus, die aus drei Pflanzen besteht: Ackerbohnen, Ackererbsen und Phacelia. Als Zwischenfrucht baue ich auch Sonnenblumen an, die wegen ihres hohen Anteils an organischer Masse für die Mulchsaat wichtig sind. Denn seit vielen Jahren verzichte ich auf das Pflügen und setze stattdessen auf Mulchsaat und das Strip-Till-Verfahren.“ Bei diesem Verfahren erfolgen Bodenbearbeitung (nur im Bereich der zu säenden Reihe), Düngung und Aussaat in einem Arbeitsgang. So wird auch nach der Saat noch viel Fläche von einer Mulchauflage bedeckt. PROJEKT 20·20·20 TRÄGT FRÜCHTE

Exakt diese Maßnahmen sind Eckpfeiler für das Projekt 20·20·20. „Wir schauen in alle Richtun­ gen, die zur Ertragssicherung und Ertragssteigerung Beiträge leisten können.“ So ist neben dem Standort angepasster Bodenbearbeitung vor allem auch die passende Sortenauswahl für die Zuckererträge sehr wichtig. Düngung und Pflanzenschutz tragen ebenso zu guten Erträgen bei wie neue Ideen im Anbau. Versuche mit Gleichstand-Saat, bei der die Rüben versetzt im exakt gleichen, aber zu bisheriger Praxis verringertem Abstand gedrillt werden, zeigen zum Beispiel, dass sich die Zuckererträge erheblich steigern lassen. Mit einer Vliesabdeckung von Rüben oder bereits vorgezogenen Pflanzrüben lässt sich die Vegetationsphase positiv beeinflussen. Besondere Düngeverfahren mit Mikrogranulaten setzen auf den gezielten Einsatz von Düngern direkt in der Reihe. Aber auch mechanisch-chemische Unkrautkontrolle durch moderne Hacktechnik ist ein wichtiges Thema.

> Gleichstand-Saat 

> Saatbanddüngung mit Mikrogranulaten > Gärrestdüngung im Strip-Till-Verfahren > Mechanisch-chemische Unkrautkontrolle durch moderne Hacktechnik > Rüben unter Vlies > Pflanzrüben > Rotfäule-Versuche

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„Wir benötigen starke Partner wie die ARGE NORD und andere an unserer Seite, um Versuchs­ reihen entsprechend aufsetzen zu können“, betont Andreas Windt. Versuche zu auftretenden Krankheiten wie jüngst der Rotfäule sollen z. B. Aufschluss über die Bekämpfung liefern. Doch nicht alles, was im Versuchsmaßstab möglich ist, ist später auch betriebswirtschaftlich umsetzbar. Gerade die Wirtschaftlichkeit im direkten Vergleich mit Konkurrenzfrüchten hat Frank Knälmann, Head of Agri Analysis and Sourcing Models, sehr im Blick. „Die Rübe muss sich in wirtschaftlicher Hinsicht mittelfristig mit den Konkurrenzfrüchten messen können. Aber der reine ökonomische Vergleich mit anderen Früchten ist längst nicht alles. In Zeiten zuneh­ mender Volatilität der Agrarmärkte wird es für die Betriebe immer wichtiger, Marktrisiken aus­ zugleichen. Dies kann durch den Anbau verschiedener Früchte erfolgen. Der Betrieb hängt dann nicht nur von den ‚großen Früchten’ wie Raps und Weizen ab, sondern setzt auch noch auf Zucker.”

„IN EINEM KREIS FÜHRENDER RÜBENANBAUER F I N D E T E I N E R FA H R U N G S AU S TAU S C H M I T I N T E N S I V E N D I S K U S S I O N E N S TAT T, D E R O F T Z U E F F E K T I V E N LÖ S U N G E N F Ü R D E N R Ü B E N A N B A U F Ü H R T. “ Michał Szymański

Und Überzeugungsarbeit beim Landwirt ist natürlich auch gefragt, um neue Wege zu gehen. Michał Szymański hat das erkannt und hebt hervor, dass Kommunikation und Austausch über Trends und ackerbauliche Weiterentwicklung Erfolgselemente sind. Für den polnischen Land­ wirt sind Round-Table-Treffen, die unter anderem von Adam Kostrzewski, dem zuständigen Leiter des Agricenters in Opalenica, organisiert werden, sehr fruchtbar. „In einem Kreis führen­ der Rübenanbauer findet ein Erfahrungsaustausch mit intensiven Diskussionen statt, der oft zu effektiven Lösungen für den Rübenanbau führt.“ In Schweden und Dänemark hat sich sogar eine eigene Initiative gebildet. Die „Together to Twenty Tons of Sugar Twothousandtwenty” greift exakt die Ziele der Initiative 20 ·20 ·20 auf. Mittlerweile haben sich dem 5-T-Projekt auch zwei deutsche Betriebe angeschlossen, um den Austausch gemeinsam zu vertiefen. Dass künftig entlang der gesamten Kette einiges auf die Agricenter zukommen wird, liegt auf der Hand. Neben Anbauberatung und -betreuung sowie pflanzenbaulichen Themen werden sie sich auch damit beschäftigen müssen, was betriebswirtschaftlich sinnvoll sein kann, um die Herausforderungen des liberalisierten Marktes ab 2017 zu bestehen.

Michał Szymański ist 68 Jahre alt und erfahrener Leiter und Vorsitzender der Agrargenossenschaft in Urbanowo in Polen. Die Betriebsfläche der Genossenschaft beträgt 856 Hektar, 270 Hektar davon sind eigene Flächen. Überwiegend setzt die Gemeinschaft auf Ackerbau mit Zuckerrüben, Winterweizen, Raps, Mais, Triticale, Wintergerste und Luzerne sowie auf Milchproduktion. Rund 370 Milchkühe gehören zur Genossenschaft.


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Zur Rohstoffsicherung gehören aber auch attraktive und den neuen Anforderungen angepasste Vertragssysteme. Unser Ziel ist dabei, dass Anbauer frei wählen können zwischen fixen und variablen Preismodellen und Mehrjahres- und Jahresver­ trägen. Mehrere Optionen sollen es den Anbauern ermög­ lichen, eine für ihren Betrieb möglichst optimal passende Vertragsgestaltung zu wählen.

INTERVIEW MIT DR. LARS GORISSEN

RÜBENVERTRÄGE DER ZUKUNFT 1. Wie wird künftig die Vertragsgestaltung aussehen? Wir stehen 2017/18 aufgrund der Beendigung des Quoten­ systems vor einem echten – politisch gewollten – System­ wechsel. Auch wenn es weiterhin Branchenvereinbarungen und Lieferverträge geben wird, gelten vor allem hinsichtlich Preis- und Mengengestaltung neue Vorzeichen. Dabei wird das Mengenmanagement in Deutschland künftig über den Lieferan­spruch gemäß den Satzungen der Holdinggesellschaf­ ten und die Freie Menge geregelt. In allen anderen Konzern­ ländern sind wir dabei, flexible Vertragssysteme zu verhandeln, um zu einem wettbewerbsfähigen Anbau und zu Lieferstabilität zu gelangen. Ein entscheidender Punkt wird dabei natürlich der Preis sein, der den bisherigen Quotenmindestpreis ablöst und sich an den Alternativfrüchten, die unseren Rübenanbau­ ern zur Verfügung stehen, und an den Gegebenheiten im Zuckermarkt Jahr für Jahr orientieren wird. Die Rübe wird aber nicht immer die wirtschaftlich beste Frucht sein. Das ist ein normaler Vorgang mit marktabhängigen statt gesetzlich festge­ legten Mindestpreisen. In jedem Fall wird die Rübe auch nach 2017 eine wichtige und wettbewerbsfähige Frucht sein.

Und zu guter Letzt müssen wir alle zusammen unser Denken ändern, um den politisch gewollten Systemwechsel umzu­ setzen. Denn künftig folgt die Planung ausschließlich den Marktanforderungen. Das bedeutet, dass Jahr für Jahr die benötigten Mengen schwanken können – und damit auch die Preise. Denn sie müssen die Marktgegebenheiten reflektieren, nicht mehr festgelegte Quoten und Rübenmindestpreise. Wir stehen alle am Anfang einer großen Veränderung, das darf keiner vergessen. Und wir werden diese Situation gemeinsam meistern. 3. Gibt es unterschiedliche Herangehensweisen in den ver­ schiedenen Nordzucker-Ländern? In Deutschland, aber nicht in den anderen Ländern, gibt es den Lieferanspruch, der den Rahmen für die Vertragsgestal­ tung und das Angebot von Mengen festlegt. Unsere anderen Konzernländer sind freier in der Gestaltung. Wir folgen insgesamt einheitlichen Prinzipien bei lokaler Diffe­ renzierung in der Preisfindung. Ein Vergleich ist schwer, denn vor Ort kommt es vor allem auf die Konkurrenzfrüchte auf dem Feld an, und diese Konstellation ist in jedem Land anders.

„W I R S T E H E N A L L E A M A N FA N G E I N E R GROSEN VERÄNDERUNG, UND WIR WERDEN DIESE HERAUSFORDERUNG GEMEINSAM ANGEHEN UND MEISTERN.“

4. Was sind die größten Herausforderungen nach 2017? 2. Wie sichern Sie die Rübenmenge? Für unsere Anbauer ist die Zuckerrübe eine ganz wichtige Feldfrucht. Sie haben jahrelange Erfahrung und das nötige Know-how, um weiter nachhaltig und mit sehr guten Erträ­ gen Rüben anzubauen - von den kleinen Betrieben bis hin zu den ganz großen. Das ist die erste Voraussetzung, um unsere Rübenmenge zu sichern. Neben der Perspektive, auch mit der Rübe weiterhin attraktive wirtschaftliche Ergebnisse zu erzie­ len, gibt es weitere gute Argumente für die Rübe: Zunächst der auch weiter erwartete stetige Ertragsfortschritt, der bei anderen Früchten so nicht gegeben ist. Die Rübe weist außer­ dem eine hohe Ertragsstabilität auf – ein wichtiger Aspekt im Rahmen der betrieblichen Risikostreuung. Schließlich nimmt die Rübe eine wichtige Rolle in der Fruchtfolge ein und hat Vorteile im Rahmen der Greening-Anforderungen.

In allererster Linie wollen wir den Rübenanbau für die benö­ tigten Mengen sicherstellen. Dafür werden wir attraktive Angebote vorlegen, denn die Konkurrenz um die Fläche und auch die Rübe ist groß. Wir kommen aus der Welt der Quote, da mussten wir uns lange auf Unternehmensseite und auch auf Anbauerseite weniger Gedanken über unseren Rohstoff und ausreichende Mengen machen. Das wird jetzt anders. Wir werden nah am Marktgeschehen planen und handeln. Zudem sehe ich insbesondere eine noch größere Bedeutung unserer Agricenter: Die Beratung unserer Anbauer hinsichtlich Effizienz und verbesserter Anbaumethoden wird noch wich­ tiger werden müssen, um den Zuckerertrag auf dem Hektar weiter zu steigern. Mit unserem Programm 20·20·20 sind wir damit schon gut unterwegs. Beratung auch in ökonomischer Hinsicht wird auch ein wichtiger Aspekt sein.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Den Übergang gestalten

DER WIND DER VERÄNDERUNG EFFIZIENZ, KUNDENNUTZEN UND VERBESSERUNG IM FOKUS

Es ist deutlich zu spüren: Bei Nordzucker stehen die Zeichen auf Ver­ änderung. Dabei geht es nicht nur um Effizienzsteigerung und Kosten­ senkung, sondern um die Erarbeitung neuer Denkweisen. Was die ZMO bisher beschützt, geregelt, aber auch beschränkt hat, wird künftig neuen Mechanismen unterliegen. Nordzucker bereitet sich darauf mit einem umfassenden Veränderungsprozess vor, dem konsequenten Umsetzen von Methoden des Lean-Managements und einer großen Anzahl von Verbes­ serungsmaßnahmen. Das Unternehmen ist in Bewegung. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg am Markt ist Effizienz. Nordzucker arbeitet bereits seit vielen Jahren kontinuierlich an diesem Thema, zuletzt mit dem Projekt Profitabilität plus (2009 bis 2014), seit letztem Jahr mit FORCE. Axel Aumüller, Vorstand für Produktion, erläutert, warum FORCE für das Unternehmen so wichtig ist. „Wir haben bei Nordzucker schon viel erreicht, sehen aber noch viele weitere Möglichkeiten. Bei der Umsetzung jeder Maßnahme haben wir neue Ideen, um den nächsten Schritt zu machen.“ Dr. Michael Noth, Vorstand für Finanzen, ergänzt: „Wir haben in den vergangenen ­Jahren viel unternommen, um im Wett­ bewerb mit vorne zu liegen. Inzwischen legen alle unsere ­Mitbewerber nach; wir müssen also weiterarbeiten, um nicht zurückzufallen. Keiner wird irgendwann ‚effizient‘, entscheidend ist, wie sehr man sich jedes Jahr verbessert.“ Ein starkes, funktionsübergreifendes Team muss eine solche Herausforderung angehen und ohne Vorbehalte alle Bereiche im Unternehmen durchleuchten. Dieses Team führt bei ­Nordzucker Dr. Henning Thiem und wird dabei von tatkräftigen Kollegen aus Vertrieb, Logistik, Produktion, Einkauf und den indirekten Bereichen unterstützt. „Der Druck, der dahinterstand, war enorm“, so Projektleiter Dr. Henning Thiem, „denn es galt, angesichts der Entwicklung der Zuckerpreise zum einen schnelle Einsparungen zu erzielen, zum anderen aber auch mit Blick auf 2017 langfristig die Ertragslage durch unterschiedliche Maßnahmen zu sichern. Beides ist uns gelungen.“

Mit

FORCE hat das Unternehmen zu Beginn des Jahres 2015 ein neues und besonders ambitioniertes Einspar- und Effizienzprogramm aufgesetzt.

So konnte bereits für 2015/16 ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Bei den län­ gerfristigen Maßnahmen wird eine große Bandbreite abgedeckt, führt Dr. Henning Thiem weiter aus: „Neben typischen Einsparungen im Personal- und Sachkostenbereich standen vor allem eine Stärkung der Einkaufsfunktion, Prozessverbesserungen in der gesamten internen Wertschöp­ fungskette und den Verwaltungsfunktionen sowie die Überprüfung des Produktsortiments auf der Agenda.“ Mit FORCE wurde das gesamte Unternehmen analysiert, um das mit dem Vorstand vereinbarte Einsparziel von mindestens 50 Millionen Euro zu erreichen. „Wir sind optimistisch, die geplante Einsparung von 50 Millionen Euro einzufahren; wir müssen die Maßnahmen dazu aber auch konsequent umsetzen“, erklärt Dr. Michael Noth, Vorstand für Finanzen. Dazu werden nach jetzigem Stand etwa 400 Maßnahmen beitragen.


Den Übergang gestalten : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

„DIE LEAN-METHODEN SIND RADIKAL. SIE VERÄNDERN BEI KONSEQUENTER ANWENDUNG DIE DENKWEISE, DIE P R I O R I TÄT E N S E T Z U N G U N D D I E A R T, E N T S C H E I D U N G E N ZU TREFFEN.“ Sven Buhrmann, Head of Investments & Maintenance & Major Projects

„ [ … ] E S G A LT, A N G E S I C H T S D E R ENT WICKLUNG DER ZUCKERPREISE Z U M E I N E N S C H N E L L E E I N S PA R U N G E N ZU GENERIEREN, ZUM ANDEREN ABER AUCH MIT BLICK AUF 2017 L ANG­ FRIS TIG DIE ERTRAGSL AGE DURCH UNTERSCHIEDLICHE MASNAHMEN ZU SICHERN. BEIDES IST UNS GELUNGEN.“ Dr. Henning Thiem, Head of Sales & Marketing Controlling

„WIR HABEN UNSERE ABL ÄUFE IN DEN EINZELNEN WERKEN VERGLEICHBAR G E M AC H T, U M S O VO N DEN BESTEN ZU LERNEN.“ Axel Aumüller, Chief Operating Officer (COO)

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Den Übergang gestalten

P R O D U K T I O N U N D E I N K A U F S TA R K E I N G E B U N D E N

Einkauf und Produktion haben schon beim Projekt Profitabilität plus ganz wesentliche Beiträge geleistet. Axel Aumüller erläutert das Vorgehen im neuen Projekt: „Wir haben unsere Abläufe in den einzelnen Werken vergleichbar gemacht, um so von den Besten zu lernen. Dafür haben wir die ideale Fabrik auf der grünen Wiese konzipiert und diese dann mit der Realität vor Ort abgeglichen. Natürlich gibt es vor Ort Dinge, die individuell geregelt werden müssen, einfach weil die Gegebenheiten unterschiedlich sind. Jedoch finden sich mit dieser Methode auch sehr viele Ansätze für Verbesserungen, auf die man sonst keinesfalls gekommen wäre. So werden wir noch besser.“ Wichtig ist aber nicht nur diese Vergleichsuntersuchung, sondern auch die Etablierung von Methoden zur kontinuierlichen, dauerhaften Verbesserung im Unternehmen. „Dafür war es besonders wichtig, alle Führungskräfte und die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen, die wir für die Umsetzung benötigen. Bei FORCE haben wir gelernt, wie wichtig es ist, Prozessverbesse­ rungen zu einem dauerhaften Thema zu machen und nicht nur zu einem Projekt, das irgend­ wann wieder vorbei ist. Deshalb haben wir ganz neu ein Team von kompetenten Nordzucker-­ Mitarbeitern etabliert, das sich in Vollzeit damit beschäftigt, die Methoden und die Konzepte des Lean-Managements in die Breite des Unternehmens zu tragen“, sagt Axel Aumüller.

Schätzungsweise

50 MILLIONEN EURO

können dauerhaft mit dem FORCEProgramm eingespart werden.

LEAN IST RADIKAL

Die Lean-Methoden sind radikal. Sie verändern bei konsequenter Anwendung die Denkweise, die Prioritätensetzung und die Art, Entscheidungen zu treffen. Sie helfen, sich auf das Wesent­ liche zu konzentrieren. „Als Erstes wird bei Lean immer die Frage nach dem Kundennutzen gestellt. Nur, dass es dem Kunden nützt, reicht noch nicht aus. Der Kunde muss auch bereit sein, für den Nutzen zu zahlen“, erklärt Sven Buhrmann, Head of Investments & Maintenance & Major Projects, die Grundidee von Lean. Dieses konsequente oder eben radikale Ausrichten auf das Wesentliche ist der Kern des Lean-Ansatzes, den alle Mitarbeiter und Führungskräfte bei Nordzucker mithilfe von Schulungen und vor allem in der praktischen Anwendung verinnerlichen sollen. T R A N S PA R E N Z , V E R G L E I C H B A R K E I T , V E R S TÄ N D N I S

Lean bringt Transparenz in die Prozesslandschaft, Vergleichbarkeit und ein besseres Verständ­ nis für Schnittstellen und Aufgabenteilung. Nordzucker ist zu einem großen internationalen Unternehmen zusammengewachsen, und so manche Routinen und gewachsene Strukturen können vereinfacht und verschlankt werden. „Mach’s einfach“, so der klare Leitsatz, den sich Sven Buhrmann und sein Team auf die Fahne geschrieben haben. „Die Methoden von Lean bringen jeden Mitarbeiter dazu, Arbeitsabläufe und Routinen zu hinterfragen und zu überdenken. Dadurch kommt man häufig wie von selbst zu neuen, inno­ vativen Ideen, etwas anders und besser zu machen“, so Axel Aumüller. Um Lean wirklich im Unternehmen zu etablieren gilt es, alle Mitarbeiter einzubeziehen und langfristig konsequent mit den Lean-Methoden zu arbeiten. Deshalb werden im gesamten Unternehmen „Lean-Na­ vigatoren“ ausgebildet, die zugleich auch als Botschafter der Veränderung agieren sollen. Lean ist damit Teil eines umfassenden Veränderungsprozesses, der Nordzucker erfolgreicher, marktorientierter und kundenorientierter macht und auf die neuen Anforderungen nach 2017 vorbereitet. Der kulturelle Wandel dorthin hat schon längst begonnen.


Den Übergang gestalten : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

NORDZUCKER S TEHT FINANZIELL SOLIDE DA

Dr. Michael Noth, Chief Financial Officer (CFO)

Nordzucker hat mit 2015/16 ein schwieriges Jahr hinter sich gebracht und konnte dank FORCE und einer Sta­ bilisierung der Märkte doch noch mit einem leichten Gewinn abschließen. Vor diesem Hintergrund erläutert Dr. Michael Noth die Finanzstrategie des Nordzucker Konzerns: „Ziel der Finanzstrategie ist es, unser Unternehmen so­ lide zu finanzieren. Wir wollen unser Unternehmen so steuern, dass wir bei unseren Banken ein Finanzrating im Investment Grade erreichen. Wir gehören damit eher zu den etwas konservativeren Agrar- und Industrie­ unternehmen. Ein wichtiger Grund dafür ist die hohe Volatilität in unserem Kerngeschäft. Wir konnten in den vergangenen Monaten deutlich spüren, wie massiv sich der stark schwankende Weltmarktpreis auf unsere Marge auswirkt. Mit dem Auslaufen der ZMO 2017 werden die Zyklen noch stärker, nicht schwächer. Viele Unternehmen müssen in schwierigen Zeiten alles tun, um Löcher zu stopfen und nicht unterzugehen – wir wollen auch in einer solchen Situation Chancen ergreifen können und erfolgreich sein. Unser Geschäft ist sehr kapitalintensiv,

Größe und Wachstum sind wichtig für einen dauerhaften Erfolg am Markt. Daher wollen wir durch unsere konser­ vative Finanzierung auch die Wachstumsoptionen durch die Marktkonsolidierung in der EU oder auch außerhalb der EU nutzen können.

„ Z I E L D E R F I N A N Z S T R AT E G I E IST ES, UNSER UNTERNEHMEN SOLIDE ZU FINANZIEREN.“

Unsere Aktionäre haben aber auch schon sehr viel Geld ins Unternehmen investiert – ca. 1,3 Milliarden Euro zum Ende des letzten Geschäftsjahres. Diese enorme Investition muss sich auch für sie lohnen, sie muss so wie bei anderen Unternehmen auch verzinst werden. Dieser Verantwortung unseren Aktionären gegenüber sind wir uns voll bewusst. Daher ist es auch für uns wichtig, die Bedeutung der ­Aktie durch angemessene Dividenden zu betonen. Daher hat sich der Vorstand entschlossen, trotz des schwierigen ­letzten Geschäftsjahres eine Dividende vorzuschlagen.“

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ă„ F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

Foto: Boris Kuster


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

KONZERNL AGEBERICHT

28 30 34 35 38

� Konzern-Lagebericht � Nordzucker im Überblick � Gesamtwirtschaftliche Lage � Zuckermarkt � Markt für Futtermittel und Melasse 39 � Markt für Bioethanol

39 � Markt für Süßungsmittel 40 � Rübenanbau und Zuckererzeugung 41 � Ertrags-, Vermögensund Finanzlage 45 � Investitionen 45 � Finanzierung

46 46 48 56 56

� � � � �

Dividende Mitarbeiter Chancen und Risiken Nachtragsbericht Prognosebericht

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

KO N Z E R N L AG E­B E R I C H T D E R N O R D Z U C K E R AG N O R DZ U C K E R I M Ü B E R B L I C K Geschäftstätigkeit Nordzucker ist mit einem Marktanteil von mehr als 15 Pro­ zent – gemessen an der EU-Zuckerquote – der zweitgrößte Zuckerproduzent in der Europäischen Union (EU). Das Unter­ nehmen produzierte im zurückliegenden Geschäftsjahr in 13 Zuckerfabriken in sieben europäischen Ländern 2,0 Milli­ onen Tonnen Zucker aus Zuckerrüben. Im Jahresdurchschnitt waren 3.206 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt. Zu den Kunden zählen die Süßwarenindustrie sowie die Hersteller von Molkereiprodukten, Konfitüre, Backwaren, Eiscreme und Getränken, in geringerem Umfang auch für andere Verwendungen als für den menschlichen Verzehr. Nordzucker setzt rund 80 Prozent des Zuckers an Kunden

der Ernährungswirtschaft ab. Die restlichen rund 20 Pro­ zent werden über den Einzelhandel an die Endverbraucher ausgeliefert. Nordzucker vertreibt diese Zuckerprodukte an Endkonsumenten in vielen unterschiedlichen Produktkate­ gorien und Abpackungsgrößen, vor allem unter den Marken ­SweetFamily in Deutschland, Polen und der Slowakei sowie Dansukker in den nordischen Ländern. Standardprodukte gelangen auch unter Eigenmarken des Handels an die End­ verbraucher. Zum Angebot gehören überdies weitere Pro­ dukte der Zuckerherstellung, insbesondere die Futtermittel Trockenschnitzelpellets, Pressschnitzel und Melasse, Letztere auch für die Hefe- und Alkoholindustrie.

NORDZUCKER AG

NORDZUCKER AG Braunschweig / Deutschland NORDDEUTSCHE FLÜSSIGZUCKER GMBH & CO. KG Braunschweig / Deutschland

100 %

NORDIC SUGAR A/S Kopenhagen / Dänemark

100 %

POVA Ž SKÝ C U KOR A .S. Trenčianska Teplá / Slowakei

NORDIC SUGAR AB Malmö / Schweden

100 %

N ORD Z U CKE R POL SKA S.A . 99,87 % Opalenica / Polen

70 % SUOMEN SOKERI OY Kantvik / Finnland

80 %

SUCROS OY Säkylä / Finnland

80 %

A B N O R D I C S U G A R K Ė DA I N I A I Kėdainiai / Litauen N O R D Z U C K E R I R E L A N D LT D . Dublin / Irland

70,60 %

100 %

96,80 %


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

S TA N D O R T E I N E U R O PA

U N T E R N E H M E N S -­ ZENTRALE D

1

Braunschweig

REGIONALE H AU P T V E RWA LT U N G DK

2

Kopenhagen

Z U CK E R FA B R I K E N UND RAFFINERIEN D

DK

S

FIN

3

Clauen

4

Nordstemmen

5

Uelzen

6

Klein Wanzleben

7

Schladen

8

Nakskov

9

Nykøbing

10

Arlöv

11

Örtofta

12

Porkkala

13

Säkylä

LT

14

Kèdainiai

PL

15

Chełmża

16

Opalenica

SK

17

Trenč ianska Teplá

D

18

Flüssigzuckerwerk Groß Munzel

19

Flüssigzuckerwerk Nordstemmen

Z U CK E R FA B R I K E N – NICHT-KONSOLIDIERTE MINDERHEITSBETEILIGUNGEN CZ

20

Dobrovice

21

Ceské Meziříčí

29

13 12

30

28

26

2 24

31

11

14

10 23

8

9

1

6 22

27

5 18 25

4 19

3

15

16

7

20

21 17

W E I T E R E S TA N D O R T E D

22

Bioethanolanlage, Klein Wanzleben

S

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Köpingebro (Fibrex)

DK

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NP Sweet, Kopenhagen

B

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Büro Brüssel

VERTRIEBSBÜROS LV

26

Riga

LT

27

Wilna

EE

28

Tallinn

IS

29

Reykjavik

NO

30

Oslo

IE

31

Dublin

GR

32

Athen

32

31


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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

Strategische Ausrichtung Nordzucker hat seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1997 konsequent das Wachstum im Kerngeschäft Zucker vorangetrieben. Auf die Konsolidierung der norddeutschen Zuckerindustrie folgten mehrere Akquisitionen in Osteuropa. Mit dem Erwerb der Nordic Sugar Gruppe im Jahr 2009 setzte Nordzucker den Wachstumskurs fort und ist damit heute der zweitgrößte europäische Zuckerhersteller. Nach einer Bereinigung des Beteiligungsportfolios in den Jah­ ren 2010 und 2011 konzentriert sich der Nordzucker Konzern auf die Produktion und den Vertrieb von Zucker. Nordzucker profitiert dabei von einer starken Marktposition in der EU und einer soliden Finanzausstattung. Bei schärferem Wettbewerb dürfte der Zuckermarkt in der EU einen weiteren Konsolidierungsprozess durchlaufen, den Nordzucker mitgestalten wird. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an einer weiteren Steigerung der Effizienz und investiert gezielt in seine Werke, um deren hohe Leistungsbereitschaft zu erhalten. Insgesamt verfügt ­Nordzucker über beste Voraussetzungen, die Marktchancen, welche sich aus der Beendigung der Quotenregelung 2017 ergeben werden, nutzen zu können. Aufgrund des Auslaufens der Zuckermarktordnung im Jahr 2017 und der damit einhergehenden Aufhebung der Begren­ zung von Exportmengen wird dem Zuckerhandel künftig eine höhere Bedeutung zukommen. Die Erschließung von Know-how im europäischen Zuckerexport und der dazu erforder­lichen Logistik sind daher wichtige Elemente der Weiter­ entwicklung des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2015/16 hat Nordzucker eine Beteiligung von 25 Prozent an der August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, erworben, um sich auf diesem Feld zu verstärken, ohne die bereits bestehenden Beziehungen zu internatio­ nalen Partnern dabei zu vernachlässigen.

Darüber hinaus prüft das Unternehmen Wachstumschancen außerhalb Europas. Dabei stehen attraktive Wachstumsregio­ nen im Vordergrund, in denen Nachfrage und/oder Produk­ tion – im Gegensatz zur EU – deutlich ansteigen werden. Durch Produktion und Vermarktung von Zucker außerhalb von Europa will Nordzucker diese Chancen nutzen. Ange­ strebt werden Kooperationen mit lokalen, nationalen oder internationalen Partnern. Nordzucker bietet neben Zucker Produkte an, die den pflanz­ lichen Süßstoff Stevia enthalten, und bedient damit die stei­ gende Nachfrage nach natürlichen Süßungsmitteln. Nachhaltiges Handeln prägt alle Arbeitsabläufe des Unter­ nehmens. Langfristiger Unternehmenserfolg kann nur durch nachhaltiges Wirtschaften gewährleistet werden, indem Umweltschutz, Energieeffizienz sowie soziale Aspekte bei unternehmerischen Entscheidungen Berücksichtigung finden. Produktsicherheit, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben ebenfalls höchste Priorität im Unternehmen. Nord­zucker setzt sich in allen Bereichen der Nachhaltigkeit ehrgeizige Ziele, woraus laufend Verbesserungen resultieren. Dabei ist von besonderer Bedeutung, die gesamte Wertschöpfungskette von der Rübe bis zum Kunden in die Nachhaltigkeitsbetrach­ tung einzubeziehen. Ziel von Nordzucker ist es, qualitativ hochwertige Produkte und erstklassigen Service zu einem angemessenen Preis anzu­ bieten. Starke Kundenorientierung, individuelle Lösungen, hohe Flexibilität sowie Zuverlässigkeit bei Lieferungen und Leistungen sind für Nordzucker selbstverständlich. Das breite Produktspektrum mit einem großen Sortiment an Speziali­ täten schafft Mehrwert für den Kunden. Nordzucker arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung der Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Maßnahmen zur dauerhaften Ertragssteigerung im Zucker­ rübenanbau stehen besonders im Fokus der Anstrengun­ gen. Das Projekt 20 · 20 · 20 hat zum Ziel, dass die 20 Prozent besten Rübenanbauer im Jahr 2020 einen Hektarertrag von 20 Tonnen Zucker erwirtschaften. So wird die Wettbewerbs­ fähigkeit der Rübe gegenüber anderen Ackerfrüchten weiter erhöht und damit der Rübenanbau in unserer Region lang­ fristig gesichert. Das Projekt 20 · 20 · 20 umfasst Maßnahmen in den Bereichen Forschung, Anbautechniken und die Kom­ munikation der entsprechenden Erkenntnisse insbesondere durch die Anbauberatung.


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Anfang 2015 wurde ein neues Effizienzprogramm mit Namen FORCE gestartet. Das Ziel des Programms sind deutliche ­Kostensenkungen in allen Bereichen des Unternehmens. Über verschiedene Teilprojekte sollen in den kommenden drei Jah­ ren im Nordzucker Konzern jährliche Einsparungen von min­ destens 50 Millionen Euro erreicht werden. Schwerpunkte liegen im Einkauf, in der Produktion sowie in allen adminis­ trativen Bereichen. Darüber hinaus wurde im Unternehmen ein Team damit betraut, Methoden des Lean Managements bei Nordzucker zu etablieren. Das gesamte Management von Nordzucker wird in dieser Methodik geschult, erste P­ rojekte haben deutliche Leistungssteigerungen erzielt. Insgesamt zielen die Effizienzmaßnahmen von Nordzucker auf die ­ weitere Vorbereitung des Unternehmens auf die sich verän­ dernde Markt- und Wettbewerbssituation nach 2017 ab. Zur Vorbereitung des Unternehmens auf die Anforderun­ gen, die mit dem Auslaufen der Quotenregelung der EU im Jahr 2017 einhergehen, hat Nordzucker ein umfassendes Veränderungsprogramm mit Namen CHANGE begonnen, das Mitarbeiter auf allen Ebenen des Unternehmens ein­ bindet. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Marktverände­ rungen zu schärfen und daraus konkrete Maßnahmen für alle Bereiche abzuleiten. Dadurch wird Nordzucker noch stärker markt- und kundenorientiert, noch effi­zienter und effektiver, die Nachhaltigkeit und die Teamarbeit werden weiter verbessert. Der Veränderungsprozess basiert auf den vier Werten von Nordzucker, die das Unternehmen sich vor vielen Jahren zum Ziel gesetzt hat: Engagement, ­Verantwortung, Courage und Wertschätzung. Nordzucker wird also nicht nur effizienter und leistungs­ fähiger werden. Ein Nachhaltigkeitsansatz, der die komplette Wertschöpfungskette umfasst, sowie eine klare Kunden- und Marktorientierung stärken die Wettbewerbsposition und sind Voraussetzung für zusätzliches Wachstum im Kerngeschäft. Das Ziel von Nordzucker ist es nicht nur, die gute Marktstellung in Europa weiter auszubauen, sondern gleichzeitig Exportmög­ lichkeiten und neue Wachstumsfelder außerhalb von Europa zu erschließen. Alle Maßnahmen tragen zum zukünftigen Wachs­ tum und zur Profitabilität von Nordzucker bei.

Steuerung und Organisation des Unternehmens Der Nordzucker Konzern wird von einem mehrköpfigen Vor­ stand geführt. Der Vorstand berichtet an den Aufsichtsrat mit 21 Mitgliedern, davon sind 14 Vertreter der Aktionäre und sieben Vertreter der Arbeitnehmer. Die interne Steuerung des Nordzucker Konzerns erfolgt über finanzielle Kennzahlen. Dabei steht im Vordergrund, die Kapi­ talkosten für Eigentümer und Fremdkapitalgeber mindestens zu verdienen und das Unternehmen dauerhaft solide zu finan­ zieren. Die Erreichung der geplanten Effizienzsteigerungen wird regelmäßig nachverfolgt. Daneben gewinnen nicht-finanzielle Kennzahlen in allen Berei­ chen an Bedeutung für die Steuerung des Unter­nehmens. Zum Beispiel wird im Rahmen des Projektes 20 · 20 · 20 das Ziel verfolgt, dass bis zum Jahr 2020 die besten 20 Prozent der Rübenanbauer 20 Tonnen Zucker je Hektar erwirtschaf­ ten. Das Unternehmen bezieht zudem eine große Anzahl an Steuerungsgrößen aus dem Bereich Nachhaltigkeit mit ein. Diese Kennzahlen spiegeln die Bedeutung von Umwelt­ aspekten wie auch sozialen Aspekten wider. Zur Entwicklung dieser Kennzahlen wird regelmäßig auf der Internetseite des Konzerns berichtet. Die Erreichung auch der nicht-finanziel­ len Ziele wird regelmäßig verfolgt und als Entscheidungsbasis für weitere Maßnahmen genutzt. Seit Ende 2014 wird Nordzucker rein funktional gesteuert und geführt. Auf Vorstandsebene sind die Aufgaben nach den Ressorts Vorstandsvorsitz (zuständig für Personal, Recht, Unternehmensentwicklung, Interne Revision und Kommuni­ kation), Rübenbeschaffung, Produktion und Einkauf, Marke­ ting und Vertrieb sowie Finanzen gegliedert. Das Business Team, das aus fünf Führungskräften besteht, bündelt auf der Ebene direkt unter dem Vorstand die operative Steuerung des Unternehmens und bereitet Entscheidungen für den Vorstand vor. Die Steuerung erfolgt grundsätzlich funktional, sodass der jeweilige funktionale Verantwortungsbereich alle Tochter­ unternehmen und Werke sowie alle Länder umfasst, in denen Nordzucker tätig ist.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

Die zuvor gültige Matrix-­Organisation, die regionale und funktionale Elemente kombiniert hat, wurde damit deutlich vereinfacht und gestrafft. Die funktio­nale Struktur bündelt fachliche Kompetenz unternehmensübergreifend und nutzt das vorhandene Wissen zum Vorteil des Unternehmens in allen Standorten. Die Vereinheitlichung und Harmonisierung aller Prozesse erleichtert die interna­ tionale Zusammen­ arbeit im Nordzucker Konzern. Als „One Company“ („Eine Nord­zucker“) verbessert das Unternehmen deutlich seine Schlagkraft; insgesamt werden so die Effizienz gesteigert, die Prozessqualität erhöht und Wissenstransfer sowie Kosten­ einsparungen durch klare, sich nicht überschneidende Ver­ antwortlichkeiten erreicht. Aktionärsstruktur der Nordzucker AG Die Nordzucker Holding AG hält 84,1 Prozent der Anteile an der Nordzucker AG. Weitere 10,8 Prozent hält die Union-­ Zucker Südhannover Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Ein Anteil des Kapitals von 5,1 Prozent befindet sich in Streu­ besitz. Die Aktien der Nordzucker AG werden nicht an einer Börse gehandelt. Die Aktionäre der Nordzucker Holding AG und der Nordzucker AG sowie die Gesellschafter der Union-Zucker Südhannover Gesellschaft mit beschränkter Haftung sind zu einem wesentlichen Teil gleichzeitig aktive Rübenlieferanten der Nordzucker AG. Kein Einzelaktionär der Nordzucker Holding AG hält mehr als 25 Prozent der Anteile.

AK T IO NÄR SS T R UK TU R D E R N O RD Z U CK E R AG

123,7 Millionen Euro Grundkapital

84,1 %  Nordzucker Holding AG 10,8 %  Union-Zucker Südhannover GmbH 5,1 %  Streubesitz

G E S A M T W I R T S C H A F T L I C H E L AG E Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im vergangenen Jahr laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammen­ arbeit und Entwicklung (OECD) verlangsamt. Während das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2014 noch um 3,4 Prozent gestiegen ist, belief sich das Wachstum im Jahr 2015 nur noch auf 2,9 Prozent. Hierfür waren insbesondere die schwächere Entwicklung Chinas und der rohstoffexportie­ renden Länder verantwortlich. In der Europäischen Union steigerte sich das Wachstum leicht von 1,4 auf 1,9 Prozent. Die Unsicherheiten im Zusammen­ hang mit den Hilfspaketen für Griechenland haben die Kon­ junktur in den restlichen EU-Staaten kaum beeinträchtigt. Niedrigere Energiekosten sowie ein weiterhin relativ schwa­ cher Wechselkurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar konn­ ten das Wirtschaftswachstum hingegen positiv beeinflussen. Zudem stiegen durch die strikte Niedrigzinspolitik der Euro­ päischen Zentralbank die Bruttoinvestitionen erneut deutlich in der EU (3,3 Prozent nach 2,7 Prozent im Vorjahr). In Deutschland betrug das Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 laut Statistischem Bundesamt 1,7 Prozent (2014: 1,6 Prozent) und fällt damit im europäischen Vergleich zurück. Wichtigs­ ter Treiber des deutschen Wachstums war die Zunahme der ­privaten Konsumausgaben in Höhe von 1,9 Prozent, der höchste Wert seit dem Jahr 2000. Die gestiegene Verbrau­ chernachfrage wurde gestützt durch eine Zunahme der Beschäftigung sowie höhere Löhne und Gehälter. Starke Migrationsbewegungen haben die Inlandsnachfrage eben­ falls begünstigt.


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

E U- PR E I S E U N D W E LT M A RK T P R E I S E Z U CK ER 2 0 0 6  – 2 0 1 6

750 700 632 €/t

650 600 550

542 €/t

500

427 €/t

450 400

404 €/t

350 300

386 €/t

250 200 150 JUL 06

APR 07

JAN 08

OCT 08

EU Referenzpreis €/t

JUL 09

APR 10

JAN 11

OCT 11

EU Marktpreis €/t

JUL 12

APR 13

JAN 14

OCT 14

JUL 15

APR 16

Weltmarktpreis €/t

Quelle: EU-Price-Reporting, 28. April 2016

ZUCKERMARKT Branchenentwicklung Weltzuckermarkt Für das Kampagnejahr 2015/16 wird laut dem Markt­ forschungsinstitut F. O. Licht im dritten Jahr in Folge ein Rück­ gang in der Zuckerproduktion erwartet. Nach einer erzeugten Menge von 181,7 Millionen Tonnen im Jahr 2014/15 belaufen sich die Schätzungen für die Kampagne 2015/16 nur noch auf 176,9 Millionen Tonnen Zuckerproduktion. Der Zucker­ verbrauch hingegen wird den Erwartungen zufolge seinen Wachstumstrend der vergangen Jahre beibehalten und von 178,9 Millionen Tonnen in 2014/15 auf 181,7 Millionen Ton­ nen in 2015/16 steigen. Damit wird der Zuckerverbrauch zum ersten Mal nach sechs Jahren über der erzeugten Menge lie­ gen und der Endbestand 2015/16 auf 72,0 (78,4) Millionen Tonnen sinken. Ein wesentlicher Teil dieser Vorräte liegt auch in Märkten wie China und der EU, wo sie für den Gesamt­ markt nicht zugänglich sind. Der Endbestand 2015/16 wird somit 39,6 (43,9) Prozent des Jahresverbrauchs entsprechen. Insbesondere werden die fünf größten Erzeugerländer ihre Zucker­produktion reduzieren. Obwohl F. O. Licht in der Welt­ zuckerbilanz 2015/16 für das weltgrößte Produktionsland B ­ rasilien eine steigende Produktionsmenge vorhersieht, wird für alle ande­ ren Erzeuger, insbesondere Indien und die EU, mit einem deutlich geringeren Produktionsvolumen gerechnet. In Indien, dem Land

mit der weltweit zweitgrößten Zuckerproduktion, waren die Wet­ terbedingungen nicht sehr günstig. Die prognostizierte Zucker­ menge liegt für die Kampagne 2015/16 bei 28,3 Millionen Tonnen. Dies sind 2,5 Millionen Tonnen weniger als in der Vergleichs­ periode 2014/15 (30,8 Millionen Tonnen). Obwohl die Produk­ tionsmenge noch immer oberhalb des inländischen Verbrauchs liegt, ist der Export für Indien eine wenig attraktive Option. Es wird erwartet, dass die Exportmenge weit unterhalb der von der Regierung als Exportziel ausgegebenen drei Millionen Tonnen liegen wird. Die Weltzuckerproduktion lag im Zuckerwirtschaftsjahr 2014/15 noch über dem Verbrauch, sodass der Produk­ tionsüberschuss im Zusammenspiel mit einer Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem brasilianischen Real die Zucker­ preise auf dem Weltmarkt unter Druck setzte. Im August 2015 fielen die Preise für Rohzucker auf 229 US-Dollar je Tonne. Dies ist der niedrigste Stand seit 2008. Im Durchschnitt lagen die Weltmarktpreise im Kampagnejahr 2014/15 bei 295 US-Dollar je Tonne. Ein starker El Niño sorgte für insgesamt schwächere Ernten in den Produktionsländern und führte dazu, dass nun nicht mehr mit Überschüssen, sondern mit einem Defizit in der Kampagne 2015/16 gerechnet wird. Dies und die Erwar­ tung, dass für eine mittelfristig ausreichende Versorgung der Welt mit Zucker die Preise zu niedrig waren, bewirk­ ten eine Trendwende im Zuckerwirtschaftsjahr 2015/16. In den ersten fünf Monaten stiegen die Weltmarktpreise auf durchschnittlich 316 US-Dollar je Tonne. Dies entspricht einem Anstieg von 38 Prozent im Vergleich zu August 2015.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

W E LT ZU CK E R BIL AN Z

2015/16e

2014/15

2013/14

2012/13

2011/12

78.445

77.491

72.788

63.684

57.131

55.952

Produktion

176.904

181.730

181.348

184.099

174.576

165.201

Verbrauch

in 1.000 Tonnen Rohwert Anfangsbestand

2010/11

181.659

178.852

175.997

172.462

168.425

162.775

Mengenberichtigungen

– 1.736

– 1.925

– 647

– 2.534

403

– 1.247

Endbestand

71.954

78.445

77.491

72.788

63.684

57.131

39,61 %

43,86 %

44,03 %

42,21 %

37,81 %

35,10 %

– 6.491

953

4.704

9.103

6.553

1.179

in  % des Verbrauchs Überschuss/Defizit Quelle: F. O. Licht Weltzuckerbilanz, Februar 2016

TO P 5 E R ZE U GE R

2015/16e

2014/15

2013/14

2012/13

2011/12

2010/11

Brasilien

38.866

34.706

39.534

41.162

35.291

38.725

Indien

28.260

30.790

26.580

27.332

28.632

26.510

EU

14.958

19.062

17.102

17.420

19.072

15.902

China

10.870

11.474

14.476

14.193

12.519

11.363

Thailand

10.300

11.579

11.677

10.346

10.569

9.919

in 1.000 Tonnen Rohwert

Quelle: F. O. Licht Weltzuckerbilanz, Februar 2016

TO P 5 VE R BR AU C H E R

2015/16e

2014/15

2013/14

2012/13

2011/12

2010/11

Indien

27.717

27.283

26.277

25.351

24.568

22.575

EU

19.334

19.282

19.268

19.091

19.018

19.200

China

17.100

16.600

16.150

15.760

15.300

14.730

Brasilien

12.454

12.423

12.585

12.726

12.668

12.611

USA

10.968

10.955

11.109

10.661

10.205

10.379

in 1.000 Tonnen Rohwert

Quelle: F. O. Licht Weltzuckerbilanz, Februar 2016

Die Aufwertung des US-Dollars bewirkte eine noch stärkere Preiserholung, gerechnet in Euro: von 201 Euro je Tonne im August 2015 auf 288 Euro je Tonne im bisher laufenden Zuckerwirtschaftsjahr 2015/16; dies ist eine Erhöhung um 44 Prozent. Zuckermarkt in der EU Bis zum 30. September 2017 wird in der EU zwischen Quoten­ zucker für den menschlichen Verzehr und Nicht-Quotenzucker für den industriellen Einsatz (insbesondere die Herstellung von Bioethanol) und den Export unterschieden. Zucker für den menschlichen Verzehr kann zudem durch Importe aus AKP-/ LDC-Ländern oder durch CXL-Importe beschafft werden. Das Geschäftsjahr 2015/16 von Nordzucker fällt in zwei EU-Zucker­ wirtschaftsjahre: 2014/15 und 2015/16 (jeweils vom 1. Oktober bis zum 30. September).

Mit dem Wegfall der Quotenregelung für Zucker und des Zuckerrübenmindestpreises ab Oktober 2017 steht der EU-Zuckermarkt vor grundsätzlichen Veränderungen. Zucker für den menschlichen Verzehr kann in der EU ohne Mengen­ beschränkung produziert werden, gleichzeitig entfällt die Mengenbeschränkung für die Produktion von Isoglukose in der EU. Damit wird sich nicht nur der Wettbewerb der Zucker­ hersteller untereinander deutlich intensivieren, sondern auch die Konkurrenz mit Isoglukose. Nach europaweiten Rekordernten konnte laut EU-Kommission im Zuckerwirtschaftsjahr 2014/15 eine Zuckerproduktion von 20,8 Millionen Tonnen verzeichnet werden. Hinzu kamen Importe in Höhe von 3,4 Millionen Tonnen. Bei deutlich niedrigeren Preisen gingen damit die Importe weiter zurück. Verbraucht wurden 19,4 Millionen Tonnen. Der Endbestand


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

in der EU belief sich unter Berücksichtigung der Anfangs­ bestände und Exporte auf 4,0 Millionen Tonnen. Auch mit Quotenzucker war die EU gut versorgt: Zum Ende des Zucker­ wirtschaftsjahres am 30. September 2015 standen 1,3 Mil­ lionen Tonnen aus europäischer Produktion beziehungsweise Importen zur Verfügung. Die große Ernte und der mit ihr verbundene Verkaufsdruck, die reichliche Versorgung mit Quotenzucker und die schwa­ chen Weltmarktpreise setzten den Quotenzuckermarkt unter Druck. Gleichzeitig wollten sich alle europäischen Zucker­ hersteller Marktanteile für die Zeit nach Beendigung der Quotenregelung sichern. Daraus entstand ein weiterer Preis­ verfall beim Quotenzucker im Zuckerwirtschaftsjahr 2014/15: Notierte der durchschnittliche Marktpreis in der EU laut Berichterstattung der EU-Kommission zu Beginn des Zucker­ wirtschaftsjahrs 2014/15 (Oktober 2014) noch bei 455 Euro je Tonne Weißzucker, lag er zum Ende des Zuckerwirtschafts­ jahres 2014/15 im September 2015 bei noch niedrigeren 425 Euro je Tonne. Nach dem Rekordjahr 2014/15 ist im Zuckerwirtschaftsjahr 2015/16 nur noch ein Produktionsvolumen von circa 18,3 Millionen Tonnen erreicht worden. Dieser Rückgang ist auf etwas schwierigere Witterungsbedingungen und eine deut­ liche Flächenrücknahme zurückzuführen; laut EU-Kommission hat sich die Anbaufläche um rund 14 Prozent verringert. Zur eigenen EU-Produktion kommen für das Zuckerwirtschafts­ jahr 2015/16 erwartete Importe in Höhe von 3,6 Millionen Tonnen. Den Verbrauch schätzt die EU-Kommission auf 19,2 Millionen Tonnen. Als Endbestand wird unter Berücksichti­ gung der Anfangsbestände und der Exporte eine Gesamt-­ Zuckermenge in Höhe von 1,2 Millionen Tonnen erwartet. Zum 30. September 2016 wird auch mit einer reduzierten Verfügbarkeit von Quotenzucker gerechnet: Hier verringert sich der Endbestand auf geschätzte 0,7 Millionen Tonnen. Trotz dieses Abschmelzens im Bestand sollte ausreichend Quotenzucker für die Verbraucher in Europa verfügbar sein, auch ohne weitere Maßnahmen der EU-Kommission. Ob und in welchem Umfang die Kommission durch zollbefreite Importe oder die Konversion von Nicht-Quotenzucker den Druck auf die Märkte weiter erhöht, steht noch nicht fest. Das Zuckerwirtschaftsjahr 2015/16 startete mit einem Durch­ schnittpreis von 417 Euro weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Bis Januar 2016 erholte sich der von der EU-Kom­ mission berichtete Durchschnittspreis auf 429 Euro je Tonne Weißzucker.

Geschäftsentwicklung Industriekundenbereich Nach der im vorherigen Geschäftsjahr erfolgten Umstellung des Nordzucker Konzerns auf eine funktionale Unternehmens­ organisation wurde der Vertriebsbereich Industriekunden im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals zentral über alle Regio­ nen geführt. Die funktionale Vertriebsstruktur ersetzte damit die bisherigen drei Regionen Zentral-, Nord- und Osteuropa. Die Betreuung der Kunden durch lokale Vertriebsbüros wurde beibehalten. Zu den Kunden im Industriekunden­bereich zähl­en neben der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie auch die Verwender des sogenannten Industriezuckers (Abnehmer im Bereich chemische Industrie, zum Beispiel für die Fermentation) sowohl innerhalb der EU als auch in Märk­ ten außerhalb der EU. Nordzucker sieht sich als Serviceanbieter, der neben dem Produkt Zucker umfassende Dienstleistungen anbietet und seine Kunden beim Süßungsmitteleinsatz kompetent berät. Hohe Standards in den Bereichen Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit runden das Gesamtangebot ab. Das Geschäftsjahr 2015/16 war in der EU von der Vorberei­ tung für die Zeit nach dem Wegfall der Quoten ab Oktober 2017 geprägt. Alle Zuckerproduzenten strebten nach einer möglichst guten Ausgangsposition, um Marktanteile zu halten oder weiter auszubauen. Dies geschah beispielsweise über die Fokussierung auf bestimmte Kundengruppen oder durch regionale Schwerpunktsetzung. Infolge der hohen Zucker­ bestände aus den Vorjahren war das Geschäftsjahr 2015/16 zudem durch Programme zum Bestandsabbau gekennzeich­ net. Die genannten Einflussfaktoren trugen insgesamt zu einem schwieriger werdenden Marktumfeld bei und werden auch die kommenden Perioden stark beeinflussen. Nordzucker konnte im Geschäftsjahr 2015/16 im Industrie­ segment eine Zuckermenge absetzen, die trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen auf Vorjahres­ niveau lag. Während das vergleichsweise kleine Geschäft mit Nicht-Quotenzucker rückläufig war, zeigte der Bereich der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ein deutliches Wachstum. Alle Länder, in denen Nordzucker in wesentlichem Umfang aktiv ist, trugen zu dieser Entwicklung bei.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

Einzelhandelskundenbereich Das Einzelhandelsgeschäft umfasst alle Absatzkanäle mit Endverbraucherprodukten. Hierunter fallen der Lebensmit­ teleinzelhandel, Discount- und Drogeriemärkte. Auch dieser Vertriebsbereich wird zentral über alle Länder geführt, wobei die Kundenbetreuung vor Ort durch lokale Vertriebsbüros erfolgt. Nordzucker versteht sich als Vollsortimenter im Zuckerbe­ reich und verfügt über ein entsprechend breit aufgestelltes Produktsortiment. Dies beinhaltet neben Standardprodukten auch einen hohen Anteil an Zuckerspezialitäten. Die Ver­ marktung erfolgt sowohl durch Nordzucker-Marken – wie beispielsweise SweetFamily oder Dansukker – als auch durch kundenspezifische Handels- beziehungsweise Fremdmarken. Verlässliche Qualitätsstandards, hohe Verfügbarkeit und ein starker Markenauftritt kennzeichnen Nordzucker als Partner des Einzelhandels. Im Einzelhandelsgeschäft haben sich die gleichen Faktoren wie im Industriegeschäft bemerkbar gemacht. In diesem herausfordernden Umfeld hat Nordzucker im abgelaufenen Geschäftsjahr eine im Vergleich zum Vorjahr leicht rück­ läufige Zuckermenge abgesetzt. Der größte europäische Einzelhandelsmarkt Deutschland war auch im abgeschlos­ senen Geschäftsjahr einem intensiven Wettbewerb ausge­ setzt. Nationale Zuckerproduzenten wie auch ausländische Mitbewerber strebten nach hohen Marktanteilen, um sich möglichst gut für die Zeit nach 2017 zu positionieren. In die­ sem schwierigen Umfeld hat sich Nordzucker gut behauptet. Auf den skandinavischen Absatzmärkten konnte die gute Marktposition gehalten werden, wenngleich auch hier ein zunehmender Wettbewerb insbesondere bei den Standard­ produkten zu beobachten war. Die Märkte in Osteuropa zeig­ ten sich insgesamt stabil.

M A R K T F Ü R F U T T E R M I T T E L U N D M E L A SS E Branchenentwicklung Bei der Produktion von Zucker werden aus dem sogenannten Rübenmark Futtermittel erzeugt, die getrocknet vor allem als Zuckerrübenpellets in der Mischfutterindustrie Bestandteil hochwertiger Tierfuttermittel sind. Daneben wird unge­ trocknete Ware als Pressschnitzel in der Tierhaltung wie auch in Biogasanlagen eingesetzt. Ein weiteres Koppelprodukt ist Rübenmelasse, die als wichtiger Grundstoff in der Fermen­ tationsindustrie vor allem zur Herstellung von Alkohol oder Hefen genutzt wird. Melasse findet darüber hinaus ebenso wie Vinasse aus der Bioethanolanlage in Klein Wanzleben in der Mischfuttererzeugung Verwendung. Die Nachfrage nach Mischfuttermitteln war im Jahr 2015 rückläufig. Dies lag zum einen daran, dass die Nachfrage für­ Milch- und Fleischprodukte zurückging. Hierfür waren unter anderem Ausfuhrverbote für Lebensmittel nach Russland und eine gesunkene Nachfrage aus China verantwortlich. Zum anderen führte der Wegfall der Milchquotenregelung in Europa dazu, dass die Milchproduzenten ihre Produktion ­steigerten, woraus ein Überangebot mit einhergehendem Preisverfall resultierte. Als Folge des Preisdrucks setzten die Produzenten vermehrt auf hofeigene Futtermischungen, um ihre Kosten zu senken. Schließlich wurden auf den ­spe­zialisierten Produktionsstandorten in Norddeutschland, Dänemark und den Niederlanden die Milchmengen aufgrund der angespannten Marktsituation wieder reduziert, was sich negativ auf die Nachfrage nach Futtermitteln auswirkte. Geschäftsentwicklung Nordzucker konnte die Absatzmenge an Melasse im Geschäfts­ jahr 2015/16 um eineinhalb Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern – bei insgesamt stabilen Preisen. Nachfragerückgänge im Tierfutterbereich wurden durch Absatzsteigerungen bei der Fermentationsindustrie ausgeglichen. Eine größere Menge als in den Vorjahren ist auch in der Bioethanolproduktion einge­ setzt worden. In Bezug auf Zuckerrübenpellets konnte Nordzucker die ­Verkaufsmengen des Vorjahres aufgrund geringerer Pro­ duktionsmengen nicht erreichen; gleichzeitig gingen die Preise aufgrund der oben geschilderten Marktsituation zurück. Im Geschäftsjahr 2015/16 lag die Absatzmenge ins­ gesamt knapp neun Prozent unter dem Vorjahr. Während der Absatz aus deutscher Produktion die Vorjahreswerte erreicht hat, ging der Absatz in den übrigen Ländern deut­ lich zurück.


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Die Vermarktung von hochabgepressten Zuckerrübenschnit­ zeln zur Frischverfütterung oder als siliertes, konserviertes Produkt ist ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld bei den Fut­ termitteln. Bei rückläufigen Preisen gingen die Absatzmengen im Geschäftsjahr 2015/16 aufgrund der viel kleineren Pro­ duktion in der Kampagne 2015/16 deutlich um 44 Prozent zurück. Trotzdem wurden allen interessierten Kunden, aller­ dings mit deutlich reduzierten Mengen, Zuckerrübenschnitzel angeboten. Als Folge der gestiegenen eigenen Bioethanolerzeugung erhöhte sich die verkaufte Vinassemenge im Geschäftsjahr 2015/16 um 14 Prozent bei gleichzeitig sehr festen Preisen.

Geschäftsentwicklung Nordzucker hat auf die zwischenzeitliche Preiserholung am Bioethanolmarkt mit einer Auslastungserhöhung reagiert und die Bioethanol-Vermarktungsmenge im Vergleich zum Vorjahr um circa zehn Prozent gesteigert. Voraussetzung dafür war eine weitere Erhöhung der Effizienz in der Fermentation; gleichzeitig konnte der Energieeinsatz reduziert werden. In einem im Vergleich zu den Vorjahren deutlich freundliche­ ren Marktumfeld konnte Nordzucker gleichzeitig die Absatz­ preise für Bioethanol deutlich erhöhen. Das von Nordzucker produzierte Bioethanol ist zum größten Teil frachtgünstig in Deutschland verkauft worden. Neben der reinen Abgabe als Beimischung zum Ottokraftstoff erfolgte 2015 verstärkt eine Vermarktung in technische Anwendungsgebiete.

MARKT FÜR BIOETHANOL Branchenentwicklung Die Preise auf dem europäischen Bioethanolmarkt schwank­ ten 2015/16 stark. Nachdem die Notierung für Ethanol FOB Rotterdam im Januar 2015 den Tiefstand von 417 Euro je Kubikmeter erreicht hatte, erholte sich der Ethanol-Preis bis zu seinem Höchststand von circa 680 Euro je m³ im Dezember 2015, lag dann allerdings Mitte Februar 2016 bereits wieder knapp unter 500 Euro je m³. Die temporäre Stilllegung einer großen Ethanol-Anlage in Großbritannien und die Versor­ gungsunsicherheit, nachdem einer der größten Produzenten ein Gläubigerschutzverfahren in Anspruch genommen hat, brachten die Preise für Bioethanol zunächst nach oben. Im ersten Quartal 2016 gaben die Preise wieder deutlich nach, weil im Frühjahr die Nachfrage saisonal deutlich zurückgeht. In Deutschland wurden im Jahr 2015 circa zwei Prozent mehr Ethanol als im Vorjahr produziert, die Nachfrage ging jedoch um circa viereinhalb Prozent zurück. Der Grund dafür war die Einführung einer Treibhausgas-Minderungs­ quote in Deutschland. Hierdurch ergibt sich die Höhe der geforderten Beimischung in Deutschland anders als in ande­ ren EU-Staaten nun durch die tatsächlich von Biokraftstoffen vermiedenen Treibhausgasemissionen. Da in Deutschland im Jahr 2015 die relative Treibhausgasminderung der ein­ gesetzten Biokraftstoffe überdurchschnittlich hoch ausfiel, wurden insgesamt weniger Biokraftstoffe beigemischt.

M A R K T F Ü R S Ü SS U N G S M I T T E L Branchenentwicklung Seit der EU-Zulassung von Stevia (Stevioglycosiden) für Lebensmittel und Getränke im Jahr 2011 wächst der Markt für Stevia und für mit Stevia gesüßte Produkte kontinuier­ lich, wenn auch insgesamt noch auf einem Niveau unter­ halb unserer ursprünglichen Erwartungen. Weitere Produkte befinden sich zurzeit noch in der Entwicklungsphase. Durch diese Aktivitäten steigt das derzeit noch geringe Marktvolu­ men sukzessive an. Die Einführung eines mit Stevia gesüßten ­koffeinhaltigen Softdrinks hat diese Entwicklung beschleu­ nigt; sie liegt aber immer noch deutlich hinter den ursprüng­ lichen Erwartungen zurück. Geschäftsentwicklung Nordzucker bearbeitet den Markt für Stevia-Süßstoffe in Nord- und Osteuropa in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Stevia-Produzenten PureCircle. Die Umsätze von NP Sweet A/S mit regionalen europäischen Lebensmittel- und Getränkekunden sind im Geschäftsjahr 2015/16 im Vergleich zum Vorjahr um circa zehn Prozent gestiegen. NP Sweet A/S arbeitet an einer hohen Anzahl von Projekten mit verschie­ denen Großkunden in Deutschland und Europa, sodass das Umsatzwachstum in den nächsten Jahren weiter anhalten dürfte.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

K A M PAG N E N E R G E B N I S S E I M KO N Z E R N

Rübenertrag t/ha

Zuckergehalt  %

Zuckerertrag t/ha

Kampagnedauer Tage

2015/16

66,4

17,5

11,6

88

2014/15

76,3

17,3

13,2

125

RÜBENANBAU UND ZUCKERER ZEUGUNG Im Anbaujahr 2015 waren die Bedingungen für die Rüben­ entwicklung sowohl zwischen den Anbauländern als auch während der Vegetationsperiode sehr unterschiedlich. Nach einer frühen Aussaat in Deutschland ließen die Wit­ terungsbedingungen bis in den Frühsommer eine eher unterdurchschnittliche Ernte erwarten. Durch ausreichende Niederschläge in Verbindung mit überdurchschnittlichen Temperaturen ab Ende Juli wurden Wachstumsdefizite mehr als ausgeglichen; die Rübenanbauer in Deutschland erzielten daher den zweitbesten Zuckerertrag der Anbaugeschichte. Die Witterungsbedingungen während der Kampagne waren durchweg gut. In Dänemark führten bis auf ein kühles Frühjahr gute Witterungsbedingungen während der gesamten Vege­ tationszeit zu einem Zuckerertrag, der circa fünf Prozent über dem langjährigen Mittel lag. Eine späte Aussaat in Schweden konnte durch gute Wachstumsbedingungen im weiteren Vegetationsverlauf kompensiert werden. Hervorzuheben

waren hier herausfordernde Rode- und Verladebedingungen ab Ende Oktober durch starke Niederschläge. Der finnische Rübenanbau litt während der gesamten Wachstumsperiode unter kalten und insgesamt ungünstigen Witterungsbedin­ gungen. Starke Frostereignisse zu Beginn der Rübenverar­ beitung stoppten das weitere Rübenwachstum. Das Ernte­ ergebnis lag deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. In der Slowakei und in Litauen führten trockene Witterungsbe­ dingungen zu leicht unterdurchschnittlichen Zuckererträgen. In Polen wirkte sich eine lang anhaltende Trockenheit insbe­ sondere im Anbaugebiet um Chelmza stark auf die Ertrags­ kraft der Zuckerrübe aus. Der Zuckerertrag in Polen lag circa 13 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert. Der durch­ schnittliche Rübenertrag betrug konzernweit 66,4 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 76,3 Tonnen je Hektar). Der Zuckergehalt belief sich auf 17,5 Prozent (Vorjahr: 17,3 Prozent), was einem durchschnittlichen Zuckerertrag von 11,6 Tonnen je Hektar entsprach (Vorjahr: 13,2 Tonnen je Hektar). Damit wurde fast der fünfjährige Mittelwert von 11,7 Tonnen je Hektar erreicht.

DURCH S CH N IT TLICH ER ZUCKERER TRAG N ORDZUCKER

Tonnen je Hektar

ZU CK E R E R ZE UGUN G N O RD Z U CK E R KO N Z E RN

Millionen Tonnen 14 3,0

2,9

2,8

2,5

2,9

12

2,5 2,0

2,0 1,0

4

0,5

2 2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

11,3

2011/12

2012/13

2013/14

11,6

8 6

2011/12

11,7

10

1,5

0

13,2

11,9

0

2014/15

2015/16


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Die Anbaufläche wurde in 2015/16 deutlich auf circa 191.000 Hektar reduziert (Vorjahr: 242.000 Hektar), um die hohen Zuckerbestände nach der sehr guten Ernte der Kampagne 2014/15 abzubauen. In der Kampagne 2015/16 produzierte Nordzucker konzernweit circa 2,0 Millionen Tonnen Zucker aus Rüben (Vorjahr: 2,9 Millionen Tonnen). Die Kampagne war mit 88 Tagen deutlich kürzer als im Vorjahr (125 Tage). Gezielte Investitionen und vorausschauende Instandhal­ tungsmaßnahmen ermöglichten eine weitgehend reibungs­ lose Rübenverarbeitung in den Nordzucker-Werken. Die Rübenanbauer und ihre Dienstleister sowie die Rübendispo­ sition und Produktion arbeiteten hervorragend zusammen und trugen neben den überwiegend guten Witterungs­ bedingungen so maßgeblich zum reibungslosen Ablauf der Kampagne bei. Nordzucker hat in den Konzernregionen eine hochent­wickelte und leistungsfähige Rübenlogistik. Diese wurde und wird in Vorbereitung für die Zeit nach Wegfall der Quoten ab Oktober 2017 und zur Berücksich­ tigung von länderspezi­fischen Anforderungen konsequent weiterentwickelt.

E R T R AG S -, V E R M Ö G E N S - U N D F I N A N Z L AG E Ertragslage Wie im Vorjahr lag die Rentabilität im Nordzucker Konzern auch im Berichtsjahr 2015/16 auf niedrigem Niveau. Ursäch­ lich war vor allem der weiterhin vorherrschende Preisverfall für Quotenzucker. Für die Ermittlung der EBITDA-Marge wird das EBITDA (operatives Ergebnis vor Abschreibungen) mit den Umsatz­ erlösen ins Verhältnis gesetzt. Dieser Wert liegt in diesem Jahr bei 5,6 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent) und hat damit die Ziel­ marke von 15,0 Prozent verfehlt.

wird, betrug im Berichtsjahr 1,0 Prozent nach 1,1 Prozent im Vorjahr. Damit wurde die Zielmarke von 5,0 Prozent ebenfalls unterschritten. Die Umsatzerlöse betrugen 1.607,4 Millionen Euro und lagen damit deutlich um 258,9 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres (1.866,3 Millionen Euro). Der Umsatzrückgang resultierte hauptsächlich aus rückläufigen Preisen von Quoten­ zucker. Daneben trugen zurückgehende Verkaufsmengen von Nicht-Quotenzucker und Pellets sowie niedrigere Pelletpreise zu dieser Reduzierung bei. Aus Quotenzucker konnten 1.152,1 Millionen Euro erlöst wer­ den. Die Quotenzuckererlöse lagen damit um 187,1 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 1.339,2 Millionen Euro. Der Preisrückgang wurde nur zum Teil durch höhere Absatz­ mengen kompensiert. Bei Nicht-Quotenzucker konnte das Umsatzniveau des Vor­ jahres ebenfalls nicht erreicht werden. Hier ergab sich ein Umsatzrückgang von 39,4 Millionen Euro auf 121,9 Millionen Euro (Vorjahr: 161,3 Millionen Euro). Der Umsatz aus dem Verkauf von Bioethanol lag wegen höherer Absatzmengen und -preise mit 94,9 Millionen Euro über dem Vorjahreswert (86,7 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse mit Nebenprodukten beinhalten die Umsatz­ erlöse aus dem Verkauf von Melasse und Futtermitteln (Trockenschnitzel­p ellets und Pressschnitzel). Sie sind um 30,0 Millionen Euro auf 153,7 Millionen Euro (Vorjahr: 183,7 Millionen Euro) gesunken; dies war im Wesentlichen auf geringere Absatzmengen zurückzuführen. Die sonstigen Umsatzerlöse verminderten sich von 95,4 Millionen Euro auf 84,9 Millionen Euro.

Die Umsatzrendite, die aus dem Verhältnis zwischen Jahres­ überschuss (nach Minderheiten) und Jahresumsatz gebildet

Die Herstellungskosten betrugen zum Ende des Berichts­ jahres 1.365,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1.552,7 Millionen Euro). Bei stark rückläufigen Preisen für Zucker hat Nordzucker die Rüben günstiger eingekauft. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2015/16 zu einem erheblichen Teil Zucker aus der sehr großen Kampagne 2014/15 verkauft.

KO NZE R NUM SAT Z

EBIT KON ZERN

Millionen Euro

Millionen Euro

3.000 2.500 2.000

600 2.443

2.361

2.018

1.866

1.500

1.607

400 200

500

100

0

0

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

315

300

1.000

2011/12

506 *

500

2011/12

* angepasst

299

2012/13

2013/14

26

16

2014/15

2015/16

41


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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

Die Vertriebskosten sind deutlich auf 153,9 Millionen Euro (Vorjahr: 169,1 Millionen Euro) gesunken. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen geringere Kosten für die Anmietung von Fremdlägern, geringere Frachtkosten für Zucker und andere Produkte sowie geringere Abschreibungen im Vertriebsbereich.

Insgesamt erzielte der Nordzucker Konzern ein operatives Ergebnis (EBIT) von 16,2 Millionen Euro nach 26,0 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 89,8 Millionen Euro (Vorjahr: 140,2 Millionen Euro).

Die Verwaltungskosten lagen im Berichtsjahr mit 79,3 Millio­ nen Euro ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 84,0 Millionen Euro. Dies war hauptsächlich auf geringere Aufwendungen für Reisen, Versicherungen sowie für Schulungen, Bewirtungen und Konferenzen in diesem Bereich zurückzuführen.

Die Finanzerträge haben sich von 7,2 Millionen Euro auf 13,6 Millionen Euro erhöht. Ursächlich hierfür waren im Wesent­ lichen im Berichtsjahr erfasste Zinserträge aus der gerichtlich erstrittenen Rückzahlung von Produktionsabgaben aus Vorjahren.

In den Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendun­ gen sowie in den sonstigen Aufwendungen waren insgesamt 186,6 Millionen Euro an Personalkosten (Vorjahr: 195,3 Milli­ onen Euro) und 73,7 Millionen Euro an Abschreibungen auf Sachanlagen (Vorjahr: 79,0 Millionen Euro) enthalten.

In den Finanzaufwendungen sind insbesondere Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten. Die Finanzaufwendungen haben sich im Vergleich zur Vorperiode um 2,7 Millionen Euro vermindert. Ursächlich waren insbesondere geringere Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen.

Die sonstigen Erträge lagen mit 42,4 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (62,0 Millionen Euro). Dies ist im Wesentli­ chen auf im Vorjahr deutlich höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen.

Die Erhöhung der Steuerquote auf 32,8 Prozent (Vorjahr: 10,9 Prozent) resultierte insbesondere aus abweichenden Steuersätzen. Aufgrund von Verlusten in ausländischen Toch­ tergesellschaften wirkten sich die dort niedrigeren Steuer­ sätze negativ aus. Im Vorjahr hatten positive Ergebnisse in ausländischen Tochtergesellschaften noch den umgekehrten Effekt. Ferner erhöhten Steuernachzahlungen für Vorjahre zusätzlich die Steuerquote, während in 2014/15 noch Steuer­ erstattungen für Vorjahre angefallen sind.

Die sonstigen Aufwendungen betrugen zum Berichtsjahres­ ende 35,2 Millionen Euro und lagen damit wesentlich unter dem Wert des Vorjahres (96,5 Millionen Euro). Im Vorjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen von 34,4 Millio­ nen Euro vorgenommen, die fast ausschließlich auf immate­ rielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem Erwerb von Nordic Sugar entfielen. Darüber hinaus haben sich die Aufwendungen aus Schadensfällen im Berichtsjahr deutlich verringert.

Insgesamt erzielte Nordzucker einen Jahresüberschuss vor Fremdanteilen in Höhe von 14,9 Millionen Euro (Vorjahr: 20,0 Millionen Euro). Nach Abzug der Fremdanteile war ein Konzernergebnis von 15,6 Millionen Euro nach 20,7 Millionen Euro im Vorjahr zu verzeichnen.

JAH RES ÜBERS CH US S KON ZERN

Millionen Euro E BIT DA KO NZE R N

Millionen Euro

400

300 472

420

250

209

208

200

300

150

200

140

100 0

369*

350

594

600 500

400

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

100 90 2015/16

50 0

20 2011/12

* angepasst

2012/13

2013/14

2014/15

15 2015/16


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Vermögenslage Die konsolidierte Bilanzsumme des Nordzucker Konzerns betrug zum Ende des Berichtsjahres 2.012,7 Millionen Euro und lag damit um 130,8 Millionen Euro unter dem Vorjahres­ wert (2.143,5 Millionen Euro). Die immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 22,3 Mil­ lionen Euro sind nahezu konstant geblieben (Vorjahr: 25,3 Millionen Euro). Im Nordzucker Konzern wurden im Berichtsjahr 57,9 Millionen Euro (Vorjahr: 78,6 Millionen Euro) in das Sachanlagevermögen investiert. Den Investitionen standen laufende Abschreibungen in Höhe von 68,5 Millionen Euro (Vorjahr: 68,5 Millionen Euro) und außerplanmäßige Abschreibungen von 0,6 Millionen Euro (Vorjahr: 1,0 Millionen Euro) gegenüber. Insgesamt ist das Sachanlagevermögen mit 834,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (848,8 Millionen Euro) leicht zurückgegangen. Die Finanzanlagen lagen mit 31,2 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau (26,5 Millionen Euro). Ursächlich für den Anstieg war der Erwerb der Anteile an der August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg. Die Vorräte haben sich insgesamt um 232,2 Millionen Euro auf 753,9 Millionen Euro (Vorjahr: 986,1 Millionen Euro) ver­ mindert. Die fertigen Erzeugnisse und Waren nahmen um

AK T IVA UND PA S S I VA 2 0 1 5 / 1 6 IM PROZE NT UA L E N S P L I T Z U R B I L A N Z S U M M E

230,4 Millionen Euro auf 655,0 Millionen Euro ab. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind um 3,8 Millionen Euro auf 57,3 Millionen Euro (Vorjahr: 53,5 Millionen Euro) angestiegen. Die kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte lagen mit 187,2 Millionen Euro um 14,5 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau (201,7 Millionen Euro). Der Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist von 139,0 Millionen Euro auf 128,3 Millionen Euro zurückgegangen; bestandsreduzierend wirkte hier vor allem der Forderungs­ verkauf im Rahmen des ABS-Programms. Die Forderungen aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind um 6,5 Millionen Euro auf 0,3 Millionen Euro zurückgegangen. Die finanziellen und die sonstigen Vermögenswerte erhöh­ ten sich in Summe um 2,8 Millionen Euro auf 58,7 Millionen Euro. Dies war im Wesentlichen zurückzuführen auf eine im Berichtsjahr erfasste Forderung auf Zinserträge aus Produkti­ onsabgaben sowie auf im Vergleich zur Vorperiode höhere Forderungen aus Schadensersatzansprüchen. Der Finanzmittelbestand überstieg die Finanzverbindlich­ keiten zum Bilanzstichtag um 164,4 Millionen Euro (Vorjahr: 37,3 Millionen Euro). Das Eigenkapital erhöhte sich leicht um insgesamt 6,9 Mil­ lionen Euro auf 1.278,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1.271,5 Millionen Euro). Das Konzern-Periodenergebnis erhöhte das Eigenkapital um 14,9 Millionen Euro (Vorjahr: 20,0 Millio­ nen Euro). Eigenkapitalreduzierend wirkte allerdings ein im kumulierten übrigen Eigenkapital beziehungsweise in der Gesamtergebnisrechnung erfasstes sonstiges Ergebnis von

Millionen Euro

2.200

2.013

2.013

2.000

N ET TO-V ERS CH ULDUN G (–) / -AN L AG E (+ )

1.800 1.600 1.400

Millionen Euro 45 %

64 %

250

1.200

200

1.000 800 600

37 %

19 %

0

100

52

50

400 200

164

150 37

0 18 %

17 %

– 50

Passiva

Langfristige Vermögenswerte

Eigenkapital

Vorräte

Langfristige Verbindlichkeiten

– 250

Kurzfristige Verbindlichkeiten

– 350

Übrige kurzfristige Vermögenswerte

– 59

– 100

Aktiva

– 150 – 200 – 300

– 249

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

minus 1,3 Millionen Euro (plus 0,8 Millionen Euro aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen nach Berücksichtigung latenter Steuern und minus 2,1 Millio­ nen Euro aus sonstigen Sachverhalten). Im Vorjahr wurde im sonstigen Ergebnis ein Betrag von minus 65,4 Millionen Euro (minus 52,9 Millionen Euro aus der Neubewertung von leis­ tungsorientierten Versorgungsplänen nach Berücksichtigung latenter Steuern und minus 12,5 Millionen Euro aus sonstigen Sachverhalten) erfasst. Ebenso führten die Zahlungen von Dividenden in Höhe von 6,8 Millionen Euro (Vorjahr: 69,4 Mil­ lionen Euro) an Aktionäre der Nordzucker AG und Minderheits­ aktionäre zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Die Eigen­ kapitalquote lag bei 63,5 Prozent und damit um 4,2 Prozent über dem Vorjahr (59,3 Prozent). Der Wert übertraf erneut deutlich die konzernweite Zielmarke von 30,0 Prozent. Die langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten erhöh­ ten sich auf 376,9 Millionen Euro (Vorjahr: 359,0 Millionen Euro). In dieser Summe enthalten sind langfristige Rückstellun­ gen von 272,7 Millionen Euro (Vorjahr: 252,9 Millionen Euro), die mit 221,8 Millionen Euro (Vorjahr: 219,3 Millionen Euro) im Wesentlichen Pensionsverpflichtungen betreffen. Die lang­ fristigen Verbindlichkeiten umfassen überwiegend passive latente Steuern, die sich im Berichtsjahr von 84,0 Millionen Euro auf 83,1 Millionen Euro reduziert haben. Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sanken deutlich von 512,9 Millionen Euro auf 357,4 Millionen Euro. So lagen vor allem die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber den Anbauern mit 183,2 Millionen Euro signifikant unter dem Vorjahresniveau (327,3 Millionen Euro). Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 45,1 Millio­ nen Euro auf 47,5 Millionen Euro.

C ASHFLOW AU S BE T R I E B L I C H E R TÄT I G K E I T

Millionen Euro

350

313

300 250

285

222

199

200 135

150 100 50 0

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

Finanzlage Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit lag mit 198,6 Mil­ lionen Euro deutlich über dem Wert des Vorjahres (135,0 Milli­ onen Euro). Der Anstieg ergab sich insbesondere aus einem im Vergleich zum Vorjahr sehr hohen Vorratsabbau. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag mit minus 64,8 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau (minus 78,6 Milli­ onen Euro); im erwartet schwierigen Geschäftsjahr 2015/16 wurden die Investitionen deutlich reduziert. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich von minus 69,6 Millionen Euro auf minus 6,9 Millionen Euro. Dies war darauf zurückzuführen, dass im Berichtsjahr ver­ gleichsweise geringere Dividendenausschüttungen in Höhe von 6,8 Millionen Euro (Vorjahr: 69,4 Millionen Euro) an die Unternehmenseigner geleistet wurden. Zum 29. Februar 2016 betrug der Finanzmittelbestand 171,8 Millionen Euro (Vorjahr: 45,0 Millionen Euro). Gesamtbeurteilung zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Nordzucker hat im Berichtsjahr 2015/16 seine ertragsbezo­ genen Ziele verfehlt: Weder in Bezug auf die EBITDA-Marge noch mit Blick auf die Umsatzrendite konnten die Zielmarken erreicht werden. Ursächlich dafür war der andauernd starke Preisverfall für Quotenzucker. Die Vermögens- und Finanzlage des Nordzucker Konzerns wird allerdings nach wie vor als gut eingestuft. Die Eigen­ kapitalquote erhöhte sich im Vorjahresvergleich und liegt mit 63,5 Prozent deutlich über der konzernweiten Zielmarke von 30 Prozent. Das Unternehmen hat zum Abschlussstich­ tag kaum Finanzverbindlichkeiten (7,4 Millionen Euro). Noch wesentlich deutlicher als im Vorjahr überstieg der Finanz­ mittelbestand die Finanzverbindlichkeiten um 164,4 Millio­ nen Euro. Trotz des rückläufigen Ergebnisses lag der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit weiterhin auf hohem Niveau.


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

INVESTITIONEN

FINANZIERUNG

Nordzucker investierte im Geschäftsjahr 2015/16 60,1 Millio­ nen Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr: 82,3 Millionen Euro). Die Schwerpunkte lagen wie im Vorjahr in Effizienzsteigerungen sowie in der Erfüllung behördlicher Auflagen und der Umsetzung von Ersatz­ investitionen. Wesentliche Investitionen betrafen den Ersatz des Nachprodukt-Verdampfungskristallisationsturmes und die Errichtung eines neuen zentralen Leitstandes im Werk Clauen, die Erweiterung der Schneidmaschinenstationen in den Werken Uelzen und Opalenica, die Aufstellung eines neuen Kalkofens im Werk Chelmza sowie die Verbesserung der Brennertechnik und der Abgasreinigung im Kesselhaus des Werkes Nyköping. Ebenfalls im Werk Nyköping erfolgte eine Modernisierung eines Teilabschnittes der Abwasser­ aufbereitung. Weitere Projekte wie die Überarbeitung der Fondan­tproduktion im Flüssigzuckerwerk Nordstemmen, der Ersatz des Weißzucker-Verdampfungskristallisationsturmes im Werk Clauen und die Modernisierung der Rübenaufbereitung im Werk Opalenica wurden bereits begonnen. Zum Bilanzstichtag bestanden Investitionsverpflichtungen in Höhe von 11,9 Millionen Euro (Vorjahr: 8,3 Millionen Euro). Diese Investitionsverpflichtungen werden aus dem Mittel­ zufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert.

Aufgaben und Ziele des Finanzmanagements Die wesentlichen Aufgaben des Nordzucker-Finanzmanage­ ments bestehen in der konzernweiten Lenkung und Kontrolle der Finanzflüsse auf Basis klar definierter Kriterien. Wichtigstes Ziel ist dabei die fortlaufende Sicherstellung ausreichender Liquidität im Konzern. Angesichts der steigenden Volatilitäten an den internationalen Märkten steht daneben das Manage­ ment von Rohstoff-, Zins- und Währungsrisiken im Mittelpunkt. Zu den Aufgaben des Finanzmanagements gehört weiterhin die Entwicklung und Umsetzung von Finanzierungsstrategien. Darüber hinaus wird ein enger Kontakt zu den Geschäfts­ banken von Nordzucker gehalten. Zum Bilanzstichtag standen dem Nordzucker Konzern insge­ samt 400,0 Millionen Euro (Vorjahr: 400,0 Millionen Euro) an nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien zur Verfügung. Zusätzlich zu den bestehenden Finanzierungsquellen wurde im Geschäftsjahr 2015/16 ein Asset-Backed-Securities-(ABS-) Programm zum Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Nordzucker-Gesellschaften mit einem maximalen Volumen von 100,0 Millionen Euro abgeschlos­ sen. Zum Bilanzstichtag wurden davon 32,0 Millionen Euro in Anspruch genommen. Finanzierung und Financial Covenants Im März 2014 hatte Nordzucker einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen. Dieser Kredit eröffnete dem Unternehmen deutlich größere unternehmerische Spielräume als die bis­ herige Finanzierung es zuließ. Die Ursprungslaufzeit dieses Kredits belief sich auf zunächst fünf Jahre. Kredite dieser Art beinhalten sogenannte „Financial Covenants“. Hierbei handelt es sich um Finanzkennzahlen, für die bestimmte Werte während der gesamten Laufzeit des Kredits einzuhalten sind.

INVE S T IT IO NE N I N SAC H A N L AG E N U N D IM M AT E R IE L L E V E R M Ö G E N S W E R T E

Millionen Euro

80 70

74

79

82

64

60

60 50 40 30 20 10 0

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

Damit sind Financial Covenants wesentlicher Bestandteil eines Kreditvertrags. Banken nutzen diese als Instrument der Risiko­ früherkennung und -vermeidung, indem sie aus den berech­ neten Kennzahlen Rückschlüsse auf die finanzwirtschaftliche Lage des Unternehmens ziehen. Bei Nordzucker sind diese auf Konzernebene definiert worden. Deren Einhaltung wird haus­ intern fortlaufend überprüft und zu bestimmten Terminen im Berichtsjahr an die Banken berichtet.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

Im Berichtsjahr 2015/16 wurde die vereinbarte Finanzkenn­ zahl (EBITDA im Verhältnis zum Verschuldungsgrad) zu allen Testterminen eingehalten. Auf Basis der vorliegenden kon­ zernweiten Unternehmensplanung geht der Vorstand der Nordzucker AG davon aus, dass auch zukünftig vereinbarte Finanzkennzahlen nicht verletzt werden. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Cashflows und der Finanzierung sind eingeleitet worden. Im Februar 2016 hat Nordzucker auf Basis der vereinbarten, zustimmungspflichtigen Verlängerungsoption eine Erhö­ hung der Laufzeit um zwei Jahre bis März 2021 beantragt. Der überwiegende Teil der Banken hat bis zum Abschluss­ stichtag einer solchen Verlängerung und dann nachfolgend einer Erhöhung ihrer Zusagen zugestimmt; dadurch stehen der Nordzucker AG bis März 2021 Kreditfazilitäten in Höhe von 312,6 Millionen Euro zur Verfügung. Als eine alternative Finanzierungsquelle für den Nordzucker Konzern wurde im Geschäftsjahr 2015/16 ein ABS-Programm für den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistun­ gen strukturiert. Das ABS-Programm ermöglicht Nord­zucker den grundsätzlich regresslosen Verkauf von Forderungen der Nordzucker AG und ihrer operativen Tochterunternehmen. Damit handelt es sich um einen „echten Forderungsverkauf“, durch den dem Unternehmen liquide Mittel zur Verfügung gestellt werden und die Bilanz entlastet wird.

DIVIDENDE Für das Berichtsjahr 2015/16 wird der Hauptversammlung der Nordzucker AG eine unveränderte Ausschüttung von 0,10 Euro je Aktie auf das Grundkapital vorgeschlagen. Dies entspricht einer Dividendensumme von 4,8 Millionen Euro.

Millionen Euro

87

80

63

60

48

40 20 0

2011/12

* Vorschlag

2012/13

2013/14

Im Nordzucker Konzern waren im Jahresdurchschnitt 3.206 Mitarbeiter beschäftigt. Die Mitarbeiterzahl lag damit deut­ lich unter dem Niveau des Vorjahres (3.284 Mitarbeiter). „Eine Nordzucker“ Nordzucker ist in sieben Ländern des europäischen Marktes vertreten und profitiert von ihrer internationalen Belegschaft. Unterschiedliche Perspektiven führen zu neuen, kreativen Lösungen und fördern das individuelle Lernen. Kompetenzen, nicht Nationalität, ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität haben Einfluss auf die Entwicklungsperspektiven jedes Mit­ arbeiters. Mit den verschiedenen Standorten in Europa und der entsprechenden Vielfalt versteht Nordzucker es als eine Verpflichtung, Offenheit und kulturelle Kompetenz zu unter­ stützen und zu fördern – als „eine Nordzucker“. Nordzucker ermöglicht es ihren Mitarbeitern, über sogenannte „Job Rotation“-Projekte für einen gewissen Zeitraum in anderen Ländern und Kulturen zu arbeiten. Dies unterstützt sowohl die Persönlichkeitsentwicklung als auch die beruf­ lichen Fähigkeiten. Im Rahmen des Veränderungsprozesses profitieren viele Berei­ che des Unternehmens von bereichs- und länderübergreifen­ den Pilotprojekten, deren Erfolge schon jetzt erkennbar sind. Ein Meilenstein der konzernweit harmonisierten und funktional ausgerichteten Personalprozesse ist eine Bündelung aller bishe­ rigen länderübergreifenden Mitarbeitergespräche (DIALOG). Dabei sind Qualität und Verbindlichkeit die Grundlagen, um erbrachte Leistungen zu würdigen, ein gemeinsames Verständ­ nis zu schaffen, gegenseitiges Feedback zu geben, Aufgaben zu diskutieren und Ziele zu definieren. Das Mitarbeitergespräch dient dazu, Herausforderungen, Kompetenzen sowie Entwick­ lungsmöglichkeiten offen und mit dem Ziel einer nachhaltigen Umsetzung zu besprechen. Im DIALOG bauen die verschiedenen Gesprächsinhalte kon­ sistent aufeinander auf und werden einheitlich zu einem Gesamtbild zusammengeführt. Ferner werden die einzelnen Prozesse (zum Beispiel Leistungsbeurteilungen, Zielverein­ barungen, Feedbackgespräche und Kompetenzentwicklung) stärker miteinander verknüpft.

DIVID E ND E NSUM M E N O R D Z U CK E R AG

100

M I TA R B E I T E R

5

5*

2014/15

2015/16


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Der DIALOG stützt die vier Werte des Unternehmens. Die Nordzucker-Werte (Verantwortung, Engagement, Courage und Wertschätzung) führen alle Mitarbeiter über nationale Grenzen und kulturelle Unterschiede hinweg und bilden die Grundlage für die tägliche erfolgreiche Zusammenarbeit. Bildung bei Nordzucker Nordzucker legt weiterhin einen Schwerpunkt auf die Ausund Weiterbildung der Belegschaft. Qualifikation, Weiter­ bildung und Entwicklungsperspektiven haben einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Die Wahl des richtigen Berufseinstiegs ist eine zentrale Ent­ scheidung im Leben. Im November 2015 erhielt Nordzucker eine Auszeichnung für zukunftsorientierte Aus- und Weiterbil­ dung sowie vernetztes Arbeiten im Rahmen des überbetrieb­ lichen Projekts „Berufe-Karussell“. Je besser die Informationen über die Alternativen für einen Berufseinstieg sind, desto zielsicherer kann die Entscheidung aufseiten von Nordzucker und der Berufseinsteiger getroffen werden. Genau an dieser Stelle setzt das praxisorientierte sogenannte „Berufe-Karussell“ in Form eines zweiwöchigen komprimierten Schulpraktikums an, indem es Einblicke in die Kulissen von vier Berufsbildern aus dem technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich in einem einzigen Praktikum gewährt. Neben der Berufsausbildung unterstützt Nordzucker in Deutschland seit einigen Jahren erfolgreich Umschulungen, also berufsbildende Maßnahmen, welche die Umschüler befähigen sollen, eine andere als die ursprünglich erlernte Tätigkeit auszuführen. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, die gesamte Nord­ zucker-Belegschaft für die Herausforderungen im internatio­ nalen Zuckermarkt fit zu machen und sie im Hinblick auf die neuen Anforderungen zu unterstützen. Nordzucker versteht Personalentwicklung – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft unserer Mitarbeiter – als einen fortwähren­ den Lern- und Entwicklungsprozess und bietet gruppen­ weit v­ ielfältige Personalentwicklungsmaßnahmen an. Die „Sugar Academy“, ein Nordzucker-internes Weiterbildungs­ programm in Deutschland, deckt eine breite Palette von ­Fachund Führungsthemen sowie branchenspezifischen Wissens­ gebieten ab; seine Angebote werden von der Belegschaft intensiv genutzt.

Ganzheitliche Mitarbeiterkonzepte Nordzucker begegnet dem Wandel der Zeit und den wach­ senden Arbeitnehmeranforderungen seit einigen Jahren mit einem ganzheitlichen Konzept „rund um den Mitarbeiter“. Im Fokus stehen die Mitarbeiter und ihr Umfeld – tägliche Ein­ flüsse aus Gesellschaft, den Medien, dem Arbeitsmarkt, dem Arbeitgeber und dem privaten Umfeld bewegen und beein­ flussen unseren Tagesablauf. Rahmenfaktoren wie Familie, Gesundheit, Vertrauen und Sicherheit spielen eine zunehmend große Rolle im Berufsleben. Deshalb ist es eine Kernaufgabe, moderne, länderübergreifende Konzepte zu entwickeln, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, ihre Familie und ihr Privatleben mit dem Beruf in Einklang zu brin­ gen. Basis dafür ist der Dialog mit den Mitarbeitern – sowohl vor Ort als auch bereichsübergreifend. Der stetige Austausch ermöglicht es, Bedürfnisse zu erfassen, um zielgerichtete und langfristig erfolgreiche Maßnahmen zu etablieren. Dieser ­ganzheitliche Ansatz spiegelt nicht nur die Fürsorgepflicht und soziale Verantwortung als Arbeitgeber wider, sondern vor allem auch die Wertschätzung für die Mitarbeiter. In Deutschland bietet Nordzucker den Mitarbeitern seit dem Jahr 2011 ein vielfältiges Angebot von Programmen und Dienstleistungen an, die es dem Mitarbeiter ermöglichen, gesund, fit und sportlich aktiv zu bleiben, sowie Freizeit und Beruf besser in Einklang zu bringen. Konzernweit liegt der Schwerpunkt auf Prävention und Gesundheitsförderung. Ein wichtiger Rahmenfaktor der Gesundheit ist eine ausge­ wogene Ernährung. Frauen in Führungspositionen Zur Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teil­ habe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst haben der Aufsichtsrat und der Vorstand der Nordzucker AG unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation, ins­ besondere des Unternehmensgegenstands, der Größe des Unternehmens, des Anteils der internationalen Geschäfts­ tätigkeit, der Vielfalt und der laufenden Anstellungsverhält­ nisse des Vorstands Folgendes festgelegt: Bis zum 30. Juni 2017 liegen die Zielgrößen für den Anteil an Frauen im Auf­ sichtsrat bei mindestens 19 Prozent und im Vorstand bei null Prozent. Für die erste Ebene unter dem Vorstand soll bis zum 30. Juni 2017 ein Frauenanteil von zehn Prozent erreicht werden, in der zweiten Ebene – dies sind Führungs­ kräfte mit Mitarbeiterverantwortung – 20 Prozent.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzern-Lagebericht

Derzeit hat Nordzucker in der ersten Ebene unter dem Vor­ stand einen Frauenanteil von sieben Prozent; in der zweiten Ebene unter dem Vorstand liegt der Frauenanteil bei 19 Pro­ zent. Nordzucker strebt weiterhin eine offene Unternehmens­ kultur an, in der Frauen und Männer gleichberechtigt zusam­ menarbeiten und Verantwortung übernehmen.

Das Risikomanagement diskutiert in regelmäßigen Abständen mit den unterschiedlichen Abteilungen und/oder Verantwort­ lichen den Fortschritt bei der Umsetzung der festgelegten Maßnahmen zur Risikominimierung; Vorstand und Aufsichts­ rat lassen sich regelmäßig über den Stand des Risikomanage­ ments informieren.

Das Unternehmen fördert die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bereichen, nicht nur in Führungsposi­ tionen. Der Faktor Zeit im Balanceakt zwischen Familie und Beruf ist für Männer wie für Frauen nach wie vor entscheiden­ des Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers – hier unterstützt Nordzucker die Mitarbeiter seit 2011 mit einem nachhalti­ gen Work-Life-Balance-Konzept, welches unter anderem eine unkomplizierte und zeitnahe Rückkehr in das Arbeitsleben nach einer Elternzeit ermöglicht – sowohl für Mütter als auch für Väter.

Alle operativen und strategischen Entscheidungen erfolgen stets auch unter Risikogesichtspunkten. So wird zum Bei­ spiel für die Unternehmensplanung in alternativen Szenarien untersucht, wie sich verschiedene Marktsituationen auf den Geschäftsverlauf auswirken können. Durch Beschreibung von Chancen und Risiken werden alternative Entwicklungen ver­ deutlicht und Handlungsbedarfe identifiziert. Im Jahresverlauf informiert das konzernweite Berichts- und Controllingsystem kontinuierlich alle verantwortlichen Entscheidungsträger zum tatsächlichen Geschäftsverlauf.

CHANCEN UND RISIKEN

Einige der identifizierten Risiken werden auf Risikoträger wie beispielsweise Versicherungen übertragen. Der Umfang und die Höhe des Versicherungsschutzes werden regelmäßig überprüft und situationsbedingt angepasst.

Risikomanagement Zweck und Ziel des Risikomanagements innerhalb des ­Nordzucker Konzerns ist es, Risiken, die sich aus der Geschäfts­ tätigkeit entwickeln, frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben. Hierfür hat Nordzucker ein unter­ nehmensweites integriertes System zur Identifikation und Steuerung von Risiken eingeführt. Das Risikomanagement des Nordzucker Konzerns umfasst klar definierte Systeme und Methoden, die in die Aufbau- und Ablauforganisation eingebunden sind. Die konzernweit gültigen Richtlinien und festgelegten Kontrollen werden ständig überprüft, weiterent­ wickelt und an die sich wandelnden geschäftlichen Bedin­ gungen angepasst. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die im Nordzucker Konzern vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme, wie zum Beispiel das Interne Kontrollsystem (IKS). Die Risikomanagementstra­ tegie verfolgt die frühzeitige Erkennung, Bewertung, Vermei­ dung und Verringerung von Risiken sowie gegebenenfalls die Übertragung dieser auf Dritte. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft geht Nordzucker bewusst Risiken ein, wenn diese unvermeidbar sind oder wahrscheinlich durch Chancen kompensiert werden.

Konzernrevision Die interne Revision prüft und bewertet die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäfts­ prozesse, der Organisation sowie des Risikomanagements und des Internen Kontrollsystems (IKS). Die Ergebnisse jeder Prüfung werden in einem Prüfungsbericht festgehalten, und die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen wird systema­ tisch und regelmäßig überwacht. Neben Prüfungen auf Basis einer jährlichen risikoorientierten Revisionsplanung führt die Interne Revision auch Ad-hoc-Prüfungen durch. Außerdem ist die Interne Revision beratend tätig, beispielsweise bei der Erstellung von Richtlinien, der Optimierung von Geschäfts­ prozessen und der Verbesserung des Internen Kontrollsys­ tems des Nordzucker Konzerns. Die Interne Revision ist organisatorisch direkt dem Vorstands­ vorsitzenden unterstellt und berichtet regelmäßig an den Gesamtvorstand sowie an den Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats. Diese Berichterstattung umfasst neben dem Stand der Revisionsprüfungen auch wesentliche Feststellun­ gen aus Prüfungen sowie den Umsetzungsstatus der verein­ barten Maßnahmen.


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Politische und rechtliche Chancen und Risiken Zuckermarktordnung Die Mitgliedsstaaten der EU, EU-Parlament und EU-Kommis­ sion haben im Juni 2013 beschlossen, die Zuckermarkt­ ordnung in ihrer gegenwärtigen Ausgestaltung lediglich bis zum Ende des Zuckerwirtschaftsjahres 2016/17 am 30. September 2017 zu verlängern. Die Zuckermarktordnung bildet bis zu diesem Datum den Handlungsrahmen für die Zuckerwirtschaft in der EU. Gleichzeitig haben EU-Rat, EU-Parlament und EU-Kommission beschlossen, die Zucker­ marktordnung in ihrer jetzigen Form danach enden zu lassen. Die EU-Kommission ist nach wie vor damit beschäftigt, den Rechtsrahmen für die Zeit ab Oktober 2017 auszugestalten. Hierzu werden die einschlägigen Regelungen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen. Mit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2017/18 werden die Quotenregelungen für Zucker und Isoglukose sowie der Mindestpreis für Zuckerrüben – und damit die wesentlichen Bausteine der bisherigen Zuckermarktordnung – abgeschafft. Mit dem Ende der Quotenregelung fällt auch das WTO-­ Exportlimit in Höhe von derzeit 1,37 Millionen Tonnen. Der bevorstehende Wegfall der Quotenregelungen für Zucker und Isoglukose hat bereits heute erhebliche Auswirkungen auf den EU-Zuckermarkt. Einzelne Zuckerproduzenten haben bereits angekündigt, ihre Produktion nach dem Wegfall der Quotenregelung ausweiten zu wollen. Das größere Angebot an Zucker wird den Wettbewerb verschärfen, und es ist in der Folge ein Verdrängungswettbewerb unter den europäischen Zuckerproduzenten zu erwarten. Da neben der Quoten­ regelung für Zucker auch die Quotenregelung für Isoglukose entfällt, wird auch der Wettbewerb zwischen Zucker und Iso­g lukose deutlich härter werden. Die EU-Kommission und andere Marktbeobachter gehen davon aus, dass zukünf­ tig eine größere Menge an Isoglukose in der EU vermarktet werden wird. In diesem neuen Wettbewerbsumfeld müssen die Zucker­ produzenten ihr Geschäftsmodell deutlich anpassen. Mit dem Ende der Quoten steht die Orientierung der Produktion an Absatzmöglichkeiten und Markt noch stärker im Fokus als zuvor. Die dauerhafte Sicherung von ausreichenden Rüben­ mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen spielt in diesem Umfeld eine noch größere Rolle (siehe Abschnitt „Rohstoff­ sicherung“). Eine weitere Steigerung der Effizienz in allen Unternehmensbereichen ist unerlässlich.

Um sich bestmöglich auf die Veränderung der Rahmenbe­ dingungen vorzubereiten, arbeitet Nordzucker weiter konti­ nuierlich an der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Steigerung der Effizienz des Zuckerrübenanbaus im Vergleich zu den Alternativkulturen. Im Projekt 20 · 20 · 20 bündelt Nordzucker alle Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität im Rübenanbau. Zu Beginn des Jahres 2015 hat Nordzucker ein neues Effizienzprogramm mit dem Namen FORCE gestartet, um in allen Funktionen und Standorten des Unternehmens weitere nachhaltige Einspa­ rungen und Effizienzverbesserungen zu erreichen. Das Ziel ist dabei nicht nur eine einmalige Kostensenkung, sondern eine dauerhafte Verbesserung von Arbeitsabläufen. Die starke Position von Nordzucker im europäischen Wettbe­ werb sowie die umfassenden Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit eröffnen nach Beendigung des Quoten­ systems auch neue Marktchancen, sowohl in Europa als auch im Export. In Europa bereitet sich Nordzucker auf die Siche­ rung und den Ausbau seiner Marktanteile vor. Mit der Quoten­ regelung endet 2017 auch die Beschränkung der Exportmen­ gen aus der EU. Nordzucker hat durch die Beteiligung an der August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG den Zugang zu Markt-Know-how sowie Logistik und damit ihre Wettbewerbsposition deutlich verbessert. Um der Veränderung der Rahmenbedingungen im Markt angemessen zu begegnen, wurde im gesamten Unterneh­ men ein umfassender Veränderungsprozess gestartet, der das Unternehmen auf die künftigen Anforderungen des Marktes vorbereitet. Die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur erfordert die Einbindung aller Mitarbeiter, die sich aktiv in die Veränderungsprozesse einbringen. Alle Bereiche des Unter­ nehmens setzen sich so mit den zu erwartenden Veränderun­ gen auseinander und bereiten sich auf die Zeit nach dem Aus­ laufen der Zuckermarktordnung 2017 intensiv vor. Ziel ist es hier, die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen und die Risiken entsprechend so weit wie möglich zu reduzieren.

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WTO-Verhandlungen Im Dezember 2013 hatten sich die Mitglieder der Welt­ handelsorganisation (WTO) im Rahmen ihrer Ministerkonfe­ renz auf Bali darauf verständigt, ein Arbeitsprogramm für die Fortsetzung der Liberalisierung des Handels zu definieren. Daran anknüpfend haben die WTO-Mitgliedstaaten auf der „Nairobi-Konferenz“ vom 15. bis 19. Dezember 2015 beschlos­ sen, die Exportsubventionen für Agrargüter fünf Jahre früher als ursprünglich vorgesehen abzuschaffen. Für EU-Zucker wurde die Frist für die Abschaffung von Exporterstattungen auf den 30. September 2017 festgelegt. Da EU-Zuckerausfuhren ab dem 1. Oktober 2017 aber nicht mehr als subventioniert betrachtet werden, hat diese Vereinbarung keine negativen Auswirkungen auf die EU-Zuckerwirtschaft. Die Exportsubven­ tionen in Entwicklungsländern sind bis Ende 2018 abzubauen, allerdings können Exportsubventionen für Transport, Fracht und Vermarktung noch bis Ende 2023 gewährt werden. Positiv zu bewerten ist, dass sich für den Zuckerhandel zwi­ schen der EU und den LDC-Staaten aus den Vereinbarungen von Nairobi kein Anpassungsbedarf gegenüber den gegen­ wärtig gültigen Ursprungsregelungen ergibt. Die kommenden WTO-Verhandlungen sollen sich nicht nur auf den Abbau der Zölle und der Subventionen für die Agrar­ güter, sondern auch auf den Zollabbau für Industrie­güter, Dienstleistungen usw. konzentrieren. Die Vereinbarung ent­ hält allerdings keine Frist, sodass die weitere Entwicklung ungewiss ist. Abgesehen von den Ergebnissen der Nairobi-Konferenz ist für den europäischen Zuckersektor der Erhalt des Außen­ schutzes von zentraler Bedeutung. Eine Abschmelzung des EU-Außenschutzes ohne Berücksichtigung der speziellen Belange der Zuckerwirtschaft würde die Wettbewerbsinten­ sität in der EU noch stärker erhöhen, als dies bereits durch die Veränderungen ab 2017 der Fall ist. Der Außenschutz schützt die europäische Zuckerwirtschaft vor Importen, die über die Mengen hinausgehen, die zollreduziert oder zoll­ frei über Präferenzmengen etwa aus den Least Developed Countries (LDC) oder zunehmend auch aus bilateralen Handelsabkommen auf den europäischen Markt kommen. Ohne EU-Zölle könnte in beliebigem Umfang Zucker in die EU zu Weltmarktpreisen eingeführt werden, was allerdings eine Ungleichbehandlung der europäischen Zuckerherstel­ ler bedeutete, da in so gut wie allen zuckerproduzierenden Ländern der Welt der Staat massiv die lokale Produktion fördert sowie vor Konkurrenz von außen schützt. In so gut wie allen Ländern der Welt greift der Staat aber massiv in die Zuckerproduktion ein und fördert die lokale Produktion.

Freihandelsabkommen der EU Freihandelsabkommen gewinnen für die Europäische Union immer mehr an Bedeutung. In den letzten Jahren abge­ schlossene Handelsabkommen mit Moldawien, Georgien, der Ukraine, Kolumbien, Peru, Panama und den Staaten ­Zentralamerikas ermöglichen jährlich zollfreie Zuckereinfuhren von mehr als 320.000 Tonnen. Bereits verhandelt, aber noch nicht in Kraft getreten, sind Handelsabkommen mit weiteren Importkontingenten von Zucker zugunsten der Republik Süd­ afrika, Ecuadors, Kanadas, Vietnams sowie Singapurs. Hinter diesen verhandelten Import-Kontingenten stehen noch ein­ mal 200.000 Tonnen sowie zusätzlich der Abbau der Zollsätze für Weiß- und Rohzucker im Fall von Kanada und Singapur binnen sieben beziehungsweise fünf Jahren ab Inkrafttreten des Abkommens. Mit weiteren Staaten wie den USA, Indien, Malaysia, Thailand und Japan, Marokko, Ägypten, Jordanien sowie den Golf-­ Staaten laufen Verhandlungen. Von besonders großer Bedeu­ tung für den EU-Zuckermarkt sind daneben die Verhandlun­ gen mit den Mercosur-Ländern der südamerikanischen Wirt­ schaftszone, die unverändert stocken. Insbesondere Brasilien als der größte Zuckerexporteur weltweit drängt auf eine Importquote für Zucker und Ethanol. Sowohl den Risiken aus den WTO-Verhandlungen als auch aus Freihandelsabkommen begegnet Nordzucker mit Maß­ nahmen zur weiteren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, wie im Abschnitt „Zuckermarktordnung“ beschrieben. Mehrkosten für CO2-Zertifikate Als Unternehmen, das durch eine eigene Strom- und Wärme­ erzeugung Kohlendioxid (CO2) emittiert, benötigt N ­ ordzucker entsprechende Zertifikate. Fehlende Zertifikate müssen durch Auktionen oder andere Geschäfte jährlich erworben werden. Durch die schwache wirtschaftliche Entwicklung in Europa sind die für CO2-Zertifikate erwarteten Preissteigerungen bisher ausgeblieben. Es gibt aber einen erheblichen politi­ schen Druck, die Zertifikate und damit den CO2-Ausstoß in den nächsten Jahren deutlich zu verteuern. So haben sich auf der Weltklimakonferenz von Paris im Dezember 2015 die UN-­Mitgliedsstaaten darauf verständigt, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts eine globale Treibhausgasneutralität zu errei­ chen. Durch Investitionen in Energieeffizienz und Optimie­ rung des Anlagenbetriebs arbeitet Nordzucker kontinuierlich daran, die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Dies senkt nicht nur die zu erwartenden Kosten für CO2-Zertifikate, son­ dern steigert auch die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens bei Nordzucker.


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Rechtliche Risiken Die Gesellschaften des Nordzucker Konzerns unterliegen verschiedenen gesetzlichen Regulierungsvorschriften, aus denen sich Haftungsrisiken ergeben können. Dazu gehören insbesondere die Zuckermarktordnung in Verbindung mit den dazugehörigen Vorschriften des Zoll- und Lizenzrechts sowie das Lebensmittel- und Futtermittelrecht. Weitere Risi­ ken können auch aus steuerrechtlichen Vorschriften der ver­ schiedenen Länder, in denen der Nordzucker Konzern tätig ist, sowie aus Rechtsstreitigkeiten resultieren. Nordzucker geht davon aus, dass durch vom Bundeskartell­ amt etwaig festgestellte Wettbewerbsverstöße vor 2009 in Deutschland kein Schaden bei den Abnehmern von Zucker entstanden ist. So gab es im Zuckermarkt auch in dem vom Bundeskartellamt beanstandeten Zeitraum Wettbewerb ­zwischen den Zuckerherstellern, sodass es zu Kundenwech­ seln und unterschiedlichen Verkaufsmengen kam. Zudem kauf­ ten viele Kunden Zucker bei mehreren in- und ausländischen Zuckerproduzenten. Ferner ist der Zuckermarkt durch die Euro­ päische Zuckermarktordnung stark reguliert. Dies gilt insbeson­ dere auch für Mengen und Preise. Die Zuckermenge ist durch die Quotenregelung der Europäischen Zuckermarkt­ordnung begrenzt. Bis 2006 konnten die Zuckerhersteller gegen Erhalt einer Erstattung zudem Quotenzucker in den Weltmarkt expor­ tieren. Die Europäische Zuckermarktordnung sah des Weite­ ren Interventionspreise, also Mindestpreise, für Zucker vor; der Interventionspreis wurde 2006 durch den Referenzpreis ersetzt. Ebenso regelt die Europäische Zuckermarktordnung die von den Zuckerproduzenten zu zahlenden Mindestpreise für den Einkauf von Zuckerrüben. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass es Dritten zukünftig – entgegen der Erwartung von Nordzucker – gelingt, Schadensersatzansprüche erfolgreich gegen Nordzucker gel­ tend zu machen.

Marktchancen und -risiken Zuckermarkt und Zuckerpreise Seit der Reform der Zuckermarktordnung 2006, die erheb­ liche Kürzungen der Produktionsquoten beinhaltete, haben Schwankungen des Weltmarktpreises einen deutlichen Ein­ fluss auf die Marktverhältnisse in der EU. Um die Nachfrage nach Zucker zur Ernährung zu befriedigen, ist die EU auf Importe aus AKP- und LDC-Staaten beziehungsweise vom Weltmarkt angewiesen. Ab 2017 sind solche Importe nicht mehr erforderlich, aber weiterhin möglich. Mit Abschaffung der Quoten wird gleichzeitig die Mengenbegrenzung der Exporte enden; dies dürfte erneut den Einfluss des Weltmark­ tes auf die europäischen Preise stärken und die Volatilität in Europa steigern. Wie im Abschnitt „Zuckermarktordnung“ beschrieben, berei­ tet sich Nordzucker mit umfassenden Maßnahmen zur stärke­ ren Markt- und Kundenorientierung sowie Effizienzsteigerung auf diese Herausforderungen vor. Aufgrund der starken Markt­ position, der soliden finanziellen Ausstattung und der bereits umgesetzten beziehungsweise eingeleiteten Maßnahmen sieht sich das Unternehmen aber auf diese Marktveränderun­ gen gut vorbereitet. Nachfrage nach Zucker steigt weltweit langfristig an Durch Bevölkerungswachstum und einen Anstieg des Wohl­ stands vor allem in den Schwellenländern wächst der Zuckerver­ brauch weltweit und langfristig betrachtet kontinuierlich an. Für Nordzucker ergibt sich hieraus eine Chance auf Exporte oder das Engagement in den betreffenden Regionen außerhalb der EU. Diskussion über gesunde Ernährung und Zucker Zucker macht weder krank noch dick, sondern gehört zu einer ausgewogenen Ernährung. Trotzdem gilt Zucker in der öffent­ lichen Diskussion als Verursacher von Übergewicht und Krank­ heiten wie Diabetes, Adipositas und Karies. Die Diskussion über Zucker hat sich 2015/16 weiter verschärft, sie wird europaweit geführt. Deshalb arbeiten Lebensmittelhersteller an der Reduk­ tion des Zuckergehalts in Lebensmitteln, und in einzelnen Län­ dern gibt es bereits eine Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel beziehungsweise ihre Einführung wird diskutiert. Dies kann zu einer Reduzierung des Zuckerverbrauchs in Europa führen.

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Wissenschaftliche Studien zeigen aber, dass eine Reduzierung des Zuckerkonsums nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung des Körpergewichts führt. Die einseitige Diskussion über Zucker lenkt auch von den tatsächlichen Ursachen ab, die vor allem im Lebensstil begründet sind, und verstellt den Blick auf die Möglichkeiten, Übergewicht und Lebensstil-bedingten Krankheiten vorzubeugen und sie einzudämmen. Um darüber aufzuklären, betreibt Nordzucker auch im Rah­ men gezielter Verbandsarbeit kontinuierlich und intensiv auf nationaler und auf EU-Ebene Aufklärung bezüglich der Wir­ kung des Zuckers in der Ernährung sowie über die Zusam­ menhänge von Zucker und ausgewogener Ernährung in einem gesunden Lebensstil. Dadurch sollen auf Basis wissen­ schaftlicher Erkenntnisse Politiker und Verbraucher praxisnah, verständlich und sachlich über die Zusammenhänge infor­ miert werden – mit dem Ziel, irreführende und nicht zu einer Problemlösung führende Beschlüsse zu vermeiden. Rohstoffsicherung Der Rübenanbau steht beim Landwirt in Konkurrenz zum Anbau anderer Ackerkulturen. Die Entscheidung, ob Zucker­ rüben oder andere Feldfrüchte angebaut werden, hängt stark von der relativen Preisentwicklung der verschiedenen Kulturen sowie vom regional erzielbaren Ertragsniveau ab. Eine hohe Attraktivität anderer Feldfrüchte führt auch zu steigendem Kos­ tendruck beim Rübeneinkauf. Bei tendenziell weiter steigender Wettbewerbsintensität, insbesondere nach Ende der Zucker­ marktordnung, wird es umso wichtiger, dass die Rübenan­ bauer durch hohe Produktivität zu wettbewerbsfähigen Kosten und gleichzeitig für sie attraktiven Erträgen liefern können. Ein wichtiges langfristig wirksames Element der Rohstoff­ sicherung ist das Ertragssteigerungsprogramm 20 ·20 ·20. ­Nordzucker hat sich das konzernweite Ziel gesetzt, mit den 20 Prozent besten Anbauern im Jahr 2020 einen Zuckerertrag von 20 Tonnen je Hektar zu erzielen. Dieses Programm ist gerade bei volatilen Agrarmärkten von großer Bedeutung, um die relative Vorteilhaftigkeit des Zuckerrübenanbaus gegen­ über anderen Feldfrüchten zu sichern. Zur Erreichung dieses Ziels arbeitet Nordzucker intensiv mit Anbauern, Forschungs­ institutionen, Anbauerverbänden und anderen Unternehmen in der Wertschöpfungskette zusammen. Um die Rohstoffmengen zu sichern, schließt Nordzucker frühzeitig Lieferverträge mit den Rübenanbauern ab. Der­ zeit bereitet sich das Unternehmen intensiv auf die Zeit nach dem Ende der Quotenregelung vor. In Deutsch­ land wird ab der Kampagne 2017 der in der Satzung der

­ ordzucker Holding AG sowie der Union-Zucker Südhan­ N nover Gesellschaft mit beschränkter Haftung geregelte Aktienlieferanspruch umgesetzt. Rüben anbauende Aktio­ näre beziehungsweise deren Landnutzer erhalten somit das Recht, eine bestimmte Rübenmenge je gehaltener Aktie mit der Nordzucker AG zu kontrahieren. Nicht über den Aktien­ lieferanspruch kontrahierte Mengen werden als sogenannte „freie Menge“ allen Rübenanbauern angeboten. Sofern sei­ tens der Rübenanbauer mehr „freie Menge“ nachgefragt wird als von der Nordzucker AG angeboten, erfolgen die Verteilung der „freien Menge“ und der Kontraktabschluss nach wirtschaftlichen Kriterien. Auch in anderen Konzernre­ gionen wurden Verhandlungen mit den Anbauerverbänden begonnen, um auch ab 2017 dauerhaft eine verlässliche Rübenversorgung zu tragfähigen Kosten zu sichern. Eine faire Bezahlung der Rüben, die Reduzierung der Kosten in der Wertschöpfungskette mit einem besonderen Fokus auf Transportkosten, eine angemessene Risikoteilung zwischen Unternehmen und Rübenanbauern sowie eine einfache, transparente Abwicklung stehen dabei im Vordergrund. Energiepreise Zur Zuckerherstellung werden verschiedene Einsatzstoffe wie insbesondere Rohöl und Kohle benötigt, deren Preise grundsätzlich Schwankungen ausgesetzt sind. Neben dem Preisänderungsrisiko besteht das Risiko, dass die zur Produk­ tion benötigten Mengen nicht rechtzeitig verfügbar sind (Produktionsausfallrisiko). Nordzucker reduziert Rohöl-Preis­ änderungsrisiken in gewissem Umfang durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften und langfristigen Lieferverträgen. Um den Energiebedarf zu senken, wird ferner nachhaltig in energieeffiziente Maschinen und Anlagen investiert. Dem Produktionsausfallrisiko wirkt Nordzucker entgegen, indem das Unternehmen den Einsatz alternativer Rohstoffe testet. Ferner reduziert Nordzucker das Produktionsausfallrisiko durch eine vorausschauende Einkaufspolitik und langfristige Lieferbeziehungen. Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten Aufgrund der begrenzten Anzahl von Anbietern und einem weiter anhaltenden Konzentrationsprozess bei den Liefe­ranten besteht das Risiko einer erhöhten Abhängigkeit. Dadurch kann es zu Problemen im Produktionsprozess (zum Beispiel bei Insolvenz oder Lieferschwierigkeiten) oder Preiserhöhungen kommen. Die Senkung von Einkaufskosten wird so deutlich erschwert.


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Um für Nordzucker kostengünstig eine jederzeitige Verfüg­ barkeit wichtiger Teile sicherzustellen, wurde die Zusam­ menarbeit mit den betroffenen bedarfsanfordernden Abtei­ lungen intensiviert, um rechtzeitig Bedarfe zu erkennen und den ­Einkaufsprozess optimal zu gestalten. Konzernweit wur­ den kritische Ersatzteile identifiziert, beschafft und gelagert. Dadurch konnte das Beschaffungsrisiko verringert werden. Strategische Zielsetzung des Einkaufs ist die Diversifizierung der Lieferantenquellen. Danach muss es für alle zu beschaf­ fenden kritischen Güter und Dienstleistungen grundsätzlich mehrere Lieferanten geben, die zu identifizieren, zu beurtei­ len und zu entwickeln sind. Hierfür wurde das globale Ein­ kaufsmarketing weiter intensiviert. Ferner wurden im Rahmen des Effizienzprogramms FORCE umfangreiche Maßnahmen zur Kosten- und Prozessoptimierung im Einkauf identifiziert. Betriebsrisiken Längere Kampagnen Zur Steigerung der Produktivität wurde die Kampagnedauer in den Werken seit 2009 grundsätzlich auf durchschnittlich 120 Tage erhöht, auch wenn in der abgelaufenen Kampagne die Werke aufgrund der Marktsituation im Schnitt deutlich unter 100 Tagen gelaufen sind. Die längeren Kampagnen bergen zwei Risiken. Zum einen können durch einsetzendes Winterwetter die Rübenernte, Rübenlogistik und die Verarbei­ tung erheblich erschwert werden; zum anderen werden mit längeren Kampagnen Produktionsausfälle wahrscheinlicher. Nordzucker hat daher sowohl auf dem Feld als auch in der Fabrik umfassende Maßnahmen ergriffen, um diese Risiken zu minimieren. So wurde in den vergangenen Jahren die Abdeckung der Rüben mit Schutzvlies optimiert. Ebenso hat Nordzucker die technologischen Verfahren in den Fabriken verbessert, um diese so weit wie möglich auf die Verarbei­ tung von teilweise frostgeschädigten Rüben einzustellen. Um das Risiko von Produktionsausfällen zu vermindern, ist seit einigen Jahren die risikoorientierte Instandhaltung eingeführt worden, die im Rahmen der neuen Organisationsstruktur jetzt auch unternehmensweit konsequent umgesetzt wird. In der Zukunft sollen hier noch intensiver analytische Methoden zur Durchführung gezielter Instandhaltungsmaßnahmen einge­ setzt werden. Zur weiteren Absicherung hat Nordzucker eine Produktions­ ausfallversicherung abgeschlossen.

Umwelt Bei der Produktion von Zucker können Auswirkungen auf die Umwelt nicht komplett vermieden werden. Dazu gehören Emissionen in die Luft (Gerüche, Lärm), Abfall­ anfall und der Umgang mit Abwasser. Risiken ergeben sich beim möglichen Überschreiten von Grenzwerten, Anwohner­ beschwerden oder durch neue gesetzliche Auflagen. Nordzucker legt großen Wert darauf, belastende Umwelt­ einflüsse so weit wie möglich zu begrenzen. Investitionen zur Vermeidung von Lärm und Gerüchen sind jedes Jahr ein wesentlicher Teil des Investitionsprogramms. Wichtige Schwerpunkte in den letzten Jahren waren zum Beispiel die Verbesserung der Abwasserreinigung, um Geruchsbelästi­ gungen zu minimieren, sowie Maßnahmen zum Schallschutz. Um die Ergebnisse dieser Maßnahmen zu prüfen, werden alle Nordzucker-Werke nach den jeweils gültigen nationalen und internationalen Rechtsvorschriften und Standards regel­mäßig überprüft. Dazu gehören die Zertifizierungen nach dem Umweltmanagementsystem DIN EN ISO 14001 und der EU-Umweltbetriebsprüfungs-Verordnung (EG) 1221/2009 (EMAS III). Dabei unterzieht sich Nordzucker nicht nur den gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen, sondern nimmt auch freiwillige Zusatzprüfungen vor. Der aktive Dialog mit Anwohnern vor Ort ist für Nordzucker eine Selbstverständlichkeit. Im direkten Kontakt mit den Anwohnern hat die Werksleitung die Möglichkeit, die Aus­ wirkungen auf Nachbarn besser zu vermitteln und über die Prozesse im Werk zu informieren. Produktsicherheit Als Lebensmittelproduzent trägt Nordzucker Verantwortung für die Qualität und Sicherheit der angebotenen Produkte. Durch kontinuierliche Verbesserungen der Produktions­ prozesse, gezielte Investitionen und strenge interne Richt­ linien arbeitet das Unternehmen konsequent daran, den erreichten sehr hohen Sicherheitsstand noch weiter zu ver­ bessern. Um Risiken frühzeitig zu erkennen, werden regel­ mäßig Prüfungen und Zertifizierungen zur Produktsicherheit durchgeführt. So entsprechen alle Standorte der DIN EN ISO 9001 und den Produktsicherheitsstandards der DIN EN ISO 22000 in Verbindung mit dem PAS 220 (FSSC 22000). Bedingt durch unterschiedliche lokale Anforderungen, sind einige Standorte zudem gemäß der nachfolgenden Standards und Normen zertifiziert: Arbeitsschutz-Managementsystem OHSAS 18001, Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001, deutsche Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung

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(Biokraft-NachV – die Umsetzung der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen), IFS-Standard (International Food Standard des ­Lebensmittelhandels) sowie der Standard GMP B2 für die Qualitätslenkung bei Futtermittel-Ausgangserzeugnissen. ­ Ökologische und Fair-Trade-Produkte werden entsprechend der gültigen Gesetzgebung und Standards erzeugt und geprüft. IT-Risiken Die fortschreitende Digitalisierung der Geschäftsprozesse und der Ausbau des elektronischen Informationsaustauschs mit Kunden, Lieferanten und Rübenanbauern erfordert eine umfassende Risikovorsorge, um eine ausreichende Verfügbar­ keit aller Systeme sicherzustellen. Durch das aktive Monitoring und die kontinuierliche Anpassung unserer Schutzmechanis­ men (wie zum Beispiel Firewalls und Anti-Malware-Systeme) wird das verbleibende Risiko größtmöglich abgesichert. Über die installierten Kontrollsysteme und Risiko-Management-­ Systeme erfolgt zudem eine ständige Überprüfung der verbleibenden systemimmanenten Risiken. Die bestehende IT-Landschaft wird kontinuierlich, auch unter Hinzuziehung externer Fachkräfte, auf Schwachstellen überprüft, um früh­ zeitig die notwendigen Maßnahmen zu deren Beseitigung angehen zu können. Bei der Auswahl der IT-Dienstleister legt Nordzucker großen Wert auf überprüfbare Sicherheits­ kriterien und Servicevereinbarungen. Nordzucker ist durch diese Ausrichtung gut für den sich ändernden IT-Markt und die damit verbundenen Risiken aufgestellt. Finanzwirtschaftliche Risiken Finanzwirtschaftliche Risiken betreffen Forderungsausfälle, Währungs-, Rohstoff- und Zinsrisiken sowie das Liquiditäts­ risiko. Ferner können sich Risikopositionen aus der Anlage­ strategie und der Verfügbarkeit von Kreditfinanzierungen ergeben. Forderungsausfälle Forderungen gegenüber Kunden oder anderen Vertrags­ parteien können ausfallen. Dieses Risiko verschärft sich in kon­ junkturellen Krisen oder auch aufgrund von starken Schwan­ kungen von Rohstoffpreisen, welche die Kunden belasten. Um diese Risiken zu begrenzen, prüft Nordzucker vor Vertrags­ abschluss die Bonität der Kunden und schließt in der Regel eine Forderungsversicherung ab. Der Vertrieb steht laufend in engem Kontakt mit den Kunden; durch aktives Forderungs­ management werden Forderungsausfälle begrenzt.

Währungs-, Rohstoff- und Zinsrisiken Aus der steigenden Volatilität von Zinssätzen und Währungs­ kursen sowie aus schwankenden Rohstoffpreisen entstehen operative Risiken, die im Konzern zentral durch die Treasury-­ Abteilung zusammengeführt werden. Um diese Risiken zu begrenzen, werden sie bereits vor Abschluss von Verträgen umfassend analysiert. Muss ­Nordzucker Risiken übernehmen, werden gängige Finanz­instrumente von Banken und Börsen eingesetzt. Für die ­Sicherung der offenen Risiko­ positionen des Konzerns werden dazu Finanzderivate wie ­Termingeschäfte, Swaps und Futures abgeschlossen. Der Nordzucker Konzern unterliegt hierbei in üblichem Rah­ men einem Kontrahentenrisiko im Sinne einer mög­lichen Nicht-Erfüllung der Verpflichtungen durch einen Vertrags­ partner. Zur Minimierung dieses Vertragspartnerrisikos wer­ den Finanzderivate entweder direkt über die Börse und/oder nur mit erstklassigen internationalen Finanzinstituten abge­ schlossen, deren wirtschaftliche Entwicklung regel­mäßig unter anderem durch die Analyse der Finanzratings interna­ tionaler Rating-Agenturen geprüft wird. Die Abhängigkeit von einzelnen Instituten wird darüber hinaus durch eine Verteilung der Geschäfte auf verschiedene Vertragsparteien begrenzt. Alle sich im Einsatz befindlichen Finanzderivate dienen aus­ schließlich der Sicherung operativer Grundgeschäfte aus Vertrieb und Einkauf sowie der Währungssicherung bei Finanztransaktionen. Für die bei börsengelisteten Derivaten vorgeschriebenen Deckungsbeträge auf verpfändeten Sonderkonten werden als Anbieter ebenfalls nur erstklassige internationale Finanz­ institute ausgewählt. Zum 29. Februar 2016 bestanden im Nordzucker Konzern Währungsderivate mit einem nominalen Nettovolumen von 135,7 Millionen Euro (zum 28. Februar 2015: 149,4 Millionen Euro). Bei Derivaten zur Absicherung von Preisschwankun­ gen in Rohstoffpreisen bestanden zum Geschäftsjahresende Sicherungsgeschäfte mit einem nominalen Nettovolumen von 20,0 Millionen Euro (zum 28. Februar 2015: 16,1 Millio­ nen Euro) sowie Sicherungsgeschäfte auf CO2-Zertifikate mit einem nominalen Nettovolumen von 0 Millionen Euro (zum 28. Februar 2015: 2,2 Millionen Euro). Diese bestehenden Sicherungsgeschäfte haben in der Regel eine Laufzeit von unter einem Jahr und bilden das Laufzeit­ profil des Grundgeschäfts ab.


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Die durch die neue EU-Regulierung „EMIR“ eingeführten Standards in Bezug auf Reportingverpflichtungen zu Handels­ tätigkeiten in Derivaten waren von Nordzucker bereits zum gesetzlich definierten Startdatum am 14. Februar 2014 umge­ setzt. Die gesetzlich vorgeschriebene Berichterstattung ist im Geschäftsjahr 2015/16 vollumfänglich erfüllt worden. Ferner wurde im Geschäftsjahr 2015/16 erstmals die hierauf bezo­ gene und gesetzlich vorgeschriebene Prüfung nach § 20 Abs. 1 WpHG ohne Beanstandung durchgeführt. Liquiditätsrisiko Aufgrund des saisonalen Geschäftsverlaufs kommt es im Laufe eines Geschäftsjahres zu großen Schwankungen im Kapital­ bedarf des Nordzucker Konzerns. Der Umfang der Ernte und die Preisentwicklung auf den Märkten haben einen erheb­ lichen Einfluss auf den Mittelbedarf des Unternehmens. Kann das Unternehmen diesen Mittelbedarf nicht aus freier Liqui­ dität oder verfügbaren Kreditmitteln decken, entsteht hieraus unter Umständen eine existenzbedrohende Situation. Daher erstellt der Finanzbereich regelmäßig Prognosen auf Basis eines standardisierten Vorschauprozesses zur Liquiditätsent­ wicklung des Konzerns; anhand dieser Prognosen werden dann Finanzierungsstrategien erarbeitet und umgesetzt. Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln Die Finanzkrise in der EU hat zu einer deutlich verschärften Bankenregulierung geführt, welche die Kreditversorgung der Unternehmen in Zukunft deutlich erschweren dürfte. Darü­ ber hinaus könnten zukünftig neue Finanzkrisen auftreten, die Finanzierungen deutlich verteuern könnten. Um diese Risiken zu reduzieren, hat Nordzucker im März 2014 eine neue Konsortialfinanzierung mit reduziertem Bankenkreis und verbesserten Bedingungen abgeschlossen. Dieser Kredit hatte eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und wurde im März 2016 um zwei Jahre auf nunmehr insgesamt sieben Jahre ver­ längert. Die Laufzeit geht somit deutlich über das Ende der Zuckermarktordnung hinaus. Alle Konsortialbanken verfügen über eine sehr gute Bonität und eine hohe Zuverlässigkeit. Der mittelfristige Konsortialkredit zur Finanzierung des operati­ ven Geschäftsvolumens deckt nach Einschätzung des Manage­ ments zusammen mit dem ABS-Programm und den vorhan­ denen liquiden Mitteln den Kapitalbedarf des Unternehmens. Durch den Bestand an liquiden Mitteln und freien Finanzie­ rungslinien kann Nordzucker aus derzeitiger Sicht jederzeit den Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Für die Sicherung der Finanzierung eines soliden Wachstums sind nach aktueller Einschätzung ebenfalls ausreichende Mittel vorhanden.

Die Verfügbarkeit des Kredits hängt allerdings von der Ein­ haltung verschiedener Bedingungen ab, insbesondere muss Nordzucker eine bestimmte Finanzrelation einhalten („Finan­ cial Covenants“). Das Unternehmen geht auf Grundlage der vorliegenden konzernweiten Unternehmensplanung davon aus, dass in den Folgejahren die Bedingungen des Kreditver­ trags eingehalten werden. Darüber hinaus sind weitere Maß­ nahmen in Angriff genommen worden, welche die Einhaltung dieser Finanzrelationen in Zukunft unterstützen. Auch die für den laufenden Geschäftsbetrieb notwendigen Garantien können über den Konsortialkredit wie auch über bilaterale Linien jederzeit und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden. Eine unmittelbare Abhängigkeit von einzel­ nen Kreditgebern besteht nicht. Anlagepolitik Riskante Finanzanlagen oder der Ausfall einer Bank können zum Verlust finanzieller Vermögenswerte führen, die für die Sicherung der Liquidität erforderlich sind. Nordzucker ver­ folgt bei Geldanlagen eine konservative Anlagepolitik. Die Anlage von freier Konzernliquidität erfolgt nur bei erstklas­ sigen europäischen Finanzinstituten in Geldmarktprodukten. Dabei werden die Anlagebeträge so beschränkt, dass die Ein­ lagen durch die jeweils relevanten Sicherungseinrichtungen gedeckt sind. Mögliche Ausfallrisiken werden zusätzlich durch die Auftei­ lung der Anlage auf verschiedene Vertragsparteien begrenzt. Diese Anlagepolitik hält das Risiko von Negativzinsen auf Anlagebeträge bei Banken auch angesichts der vorhandenen liquiden Mittel trotzdem im überschaubaren Rahmen. Der Nordzucker Konzern beobachtet jedoch intensiv die sich aus der Politik der Europäischen Zentralbank ergebenden Markt­ veränderungen, um notfalls kurzfristig aktiv diesem Risiko durch eine geänderte Anlagestrategie begegnen zu können. Gesamtbild der Chancen und Risiken Nordzucker arbeitet aktuell in einem sich schnell wandelnden Umfeld. Das Auslaufen der Zuckermarktordnung im Jahr 2017, die schon längere Zeit anhaltenden niedrigen Weltmarkt­ preise für Zucker und der hohe Wettbewerbsdruck stellen Nordzucker wie alle übrigen europäischen Zuckerhersteller vor erhebliche Herausforderungen. Die wichtigste Konse­ quenz dieser Risiken war ein deutlicher Preisverfall auf den europäischen Zuckermärkten, was einen Umsatz- und Ergeb­ nisrückgang zur Folge hatte. Die Preise haben dabei in Europa ein bisher nicht gekanntes tiefes Niveau erreicht.

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Nach Überwindung dieser Umbruchphase, die noch eine gewisse Zeit anhalten dürfte, werden die Chancen für Nordzucker wieder eine höhere Bedeutung gewinnen. ­ Zucker ist ein weltweit stark nachgefragtes Produkt. Der Ver­ brauch von Zucker wird mit steigender Weltbevölkerung und steigendem Wohlstand zunehmen. Eine zukünftige Konsoli­ dierung in Europa bietet dem Unternehmen viele Chancen. Zudem dürfte Wachstum außerhalb von Europa dem Unter­ nehmen in den nächsten Jahren attraktive Geschäftsmöglich­ keiten bieten. Die Gesamtbeurteilung der gegenwärtigen Chancen- und Risikosituation ergibt, dass keine den Fortbestand des Unter­ nehmens gefährdenden Risiken bestehen. Auch für die Zukunft sind bestandsgefährdende Risiken gegenwärtig nicht erkennbar.

N AC H T R AG S B E R I C H T Im Februar 2016 hat die Nordzucker AG auf Basis der verein­ barten zustimmungspflichtigen Verlängerungsoption eine Erhöhung der Laufzeit der Konsortialfinanzierung um zwei Jahre bis zum 9. März 2021 beantragt. Im Zuge der Kredit­ verlängerung hat die Nordzucker AG ihr Bankenkonsortium neu geordnet. Dadurch sind bereits zwei Banken aus dem Konsortium ausgetreten, eine weitere beteiligt sich nur für die ursprüngliche Laufzeit am Konsortialkredit. Damit steht bis 2019 ein Konsortialkredit von 344,5 Millionen Euro zur Verfügung (Berichtsperiode: 400,0 Millionen Euro), von 2019 bis zum März 2021 ein Kreditbetrag von 312,6 Milli­ onen Euro. Durch das im letzten Geschäftsjahr begonnene ABS-Programm mit einem Volumen bis zu 100,0 Millionen Euro, durch die vorhandenen liquiden Mittel sowie durch den nun deutlich über das Ende der Zuckermarktordnung verlän­ gerten Kredit ist Nordzucker weiterhin sehr solide finanziert.

P R O G N OS E B E R I C H T Das Geschäftsjahr 2015/16 verlief erwartungsgemäß heraus­ fordernd. Entgegen der Vorjahresprognose ist es dennoch gelungen, das Jahr mit einem leicht positiven Ergebnis abzu­ schließen. Die Absatzpreise stabilisierten sich im Jahresverlauf auf niedrigem Niveau, nach Verkauf des noch relativ teuren Zuckers aus der Kampagne 2014/15 sanken im Verlauf des Geschäftsjahres die Herstellkosten für Zucker leicht. Zusam­ men mit den Einsparungen aus dem Anfang 2015 gestarte­ ten Effizienzprogramm FORCE konnte das Unternehmen von Quartal zu Quartal etwas bessere Ergebnisse erzielen – und dies, obwohl das Preisniveau für Zucker insgesamt niedrig blieb. Dies zeigt, dass Nordzucker auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich wirtschaften kann. Trotz dieser etwas positiveren Entwicklung verfehlte das Unternehmen – wie im Vorjahr erwartet – die Finanzziele wie EBITDA-Marge von 15,0 Prozent und Umsatzrendite von 5,0 Prozent deutlich. Lediglich die Eigenkapitalquote mit einer Zielmarke von 30,0 Prozent wurde erheblich übertroffen. Die Kapitalstruktur ist allerdings weiterhin sehr solide. Durch den starken Bestandsabbau aufgrund der kurzen Kampagne und das im Geschäftsjahr 2015/16 zum ersten Mal genutzte ABS-Programm zum Verkauf von Forderungen erhöhten sich die verfügbaren liquiden Mittel. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016/17 ist positiver. Die Weltagrarmärkte haben sich zwar deutlich eingetrübt, in die­ sem schwierigen Umfeld hat sich der Zuckermarkt aber von den anderen Agrargütern abgekoppelt: Während für Weizen und für Mais die Preise an der Terminbörse Chicago (CBOT) zwischen März 2015 und Februar 2016 um etwa neun Prozent beziehungsweise acht Prozent zurückgingen, konnten die Zuckerpreise (New York Sugar No. 11) im selben Zeitraum um etwa sieben Prozent zulegen. Im Zuckerwirtschaftsjahr 2014/15 standen die Weltmarktpreise für Zucker noch deutlich unter Druck, vor allem aufgrund der hohen weltweiten Bestände und des schwachen brasilianischen Reals. Im laufenden Zucker­ wirtschaftsjahr 2015/16 haben sich die Preise jedoch wieder deutlich erholt, insbesondere aufgrund der Erwartung, dass erneut die globale Nachfrage die Produktion übersteigen wird. Die anhaltend hohen Bestände weltweit begrenzen jedoch die Preisentwicklung nach oben.


Konzern-Lagebericht : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

In Europa hat die Zuckerindustrie in der abgelaufenen Kampa­ gne 2015/16 die Flächen stark zurückgenommen mit der Folge einer deutlichen Normalisierung der Bestände. Im Vergleich zu den Vorjahren ist zudem im laufenden Zuckerwirtschaftsjahr mit geringeren Importen zu rechnen. Beides unterstützt die leichte Preiserholung in Europa, allerdings weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Im Verlauf des Jahres 2016 könnten Maßnahmen der EU-Kommission zur Konvertierung von Nicht-Quotenzucker oder zollreduzierten Importen dieses neu gefundene Gleichge­ wicht dennoch erneut stören. In der Kampagne 2016/17 dürf­ ten die Flächen nach der starken Rücknahme im Vorjahr wieder steigen. Alle Produzenten stehen auch weiterhin im intensiven Wettbewerb um Marktanteile, um sich möglichst gut für die Zeit nach Auslaufen der Zuckermarktordnung im Jahr 2017 zu positionieren. Trotz der leichten Erholung des europäischen Zuckermarkts ist für das Geschäftsjahr 2016/17 ein nicht ein­ faches Umfeld und eine Umsatzentwicklung annähernd auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2015/16 zu erwarten. Die niedrigen Energiepreise und weitere Einsparungen aus dem Programm FORCE sollten aber ein Ergebnis ermöglichen, das deutlich über dem aktuellen Wert liegt. Im kommenden Jahr werden die bisher verwendeten Leis­ tungskennziffern (EBITDA-Marge, Umsatzrendite und Eigenkapitalquote) durch die Messgröße „Kapitalkosten der Eigentümer“ ersetzt. Diese Kennziffer berücksichtigt den Umstand, dass Aktionäre eine marktgerechte Verzins­ ung des eingesetzten Kapitals erwarten. Das darauffolgende Geschäftsjahr 2017/18 ist kaum vorher­ zusagen. Es umfasst die letzten sieben Monate des alten Quotenregimes und die ersten fünf Monate ohne Quoten. Angesichts der erheblichen Änderungen im europäischen Zuckermarkt, der zu erwartenden Maßnahmen vieler Herstel­ ler zur Gewinnung zusätzlicher Marktanteile und der hohen Volatilität der Weltzuckermärkte fallen Prognosen sehr schwer. Gerade in der Übergangsphase könnten aber massive Verwer­ fungen auftreten, die auch die Ergebnisse von Nordzucker erheblich unter Druck bringen.

Mittelfristig sollte sich der europäische Zuckermarkt jedoch wieder positiver entwickeln. Die hohe Leistungskraft der Rübe erlaubt den europäischen Zuckerproduzenten eine wettbe­ werbsfähige Belieferung ihrer Kunden, der Markt wird sich nach einer Übergangsphase weiter konsolidieren. Nordzucker ist ein starker Anbieter in Europa, der diese Chancen nutzen kann und sich intensiv darauf vorbereitet. Das Unternehmen ist stark genug aufgestellt, um an der Marktkonsolidierung aktiv teilzunehmen und seine Stellung in Europa weiter auszu­ bauen. Die Kapitalstruktur ist so solide, dass das Unternehmen auch weiter sein Kerngeschäft durch Investitionen stärken kann. Ebenso können Wachstumsmöglichkeiten außerhalb von Europa in Betracht gezogen werden. Nordzucker hat alle bisherigen Veränderungen in Europa erfolgreich gemeistert und ist gestärkt aus ihnen hervorgegangen. Das Unterneh­ men wird auch in einer Welt ohne Zuckerquoten diesen Weg erfolgreich fortsetzen. Braunschweig, 22. April 2016 Der Vorstand

Hartwig Fuchs

Axel Aumüller

Dr. Lars Gorissen

Dr. Michael Noth

57


58

N O R D Z U C K E R G E S C H Ă„ F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernabschluss

Foto: Mariann Rasmussen


Konzernabschluss : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

KONZERNABSCHLUSS

60 �  Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 60 �  Konzern-Gesamtergebnisrechnung 61 �  KonzernKapitalflussrechnung 62 � Konzern-Bilanz 64 �  Konzern-Eigenkapital­ veränderungsrechnung

65 � Konzern-Anhang 65 � Allgemeine Angaben 79 � Erläuterungen zur ­Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 84 � Erläuterungen zur

86 � Konzern-Anlagespiegel ­Vorjahr (2014/15) 93 � Erläuterungen zur KonzernKapitalflussrechnung 94 � Sonstige Angaben 108 � Aufstellung des

Konzern-Bilanz

Anteilsbesitzes

86 � Konzern-Anlagespiegel

109 � Bestätigungsvermerk

2015/16

des Abschlussprüfers

59


60

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernabschluss

KONZER N -G EWIN N - U ND V E R LU S T R E C H N U NG für die Zeit vom 1. März 2015 bis zum 29. Februar 2016 der Nordzucker AG, Braunschweig

TEUR

Erläuterung im Anhang

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Umsatzerlöse

8

1.607.373

1.866.277

Herstellungskosten

9

– 1.365.153

– 1.552.654

242.220

313.623

Vertriebskosten

10

– 153.904

– 169.111

Verwaltungskosten

11

– 79.330

– 84.032

Sonstige Erträge

12

42.441

62.031

Sonstige Aufwendungen

13

– 35.205

– 96.509

Bruttogewinn

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT)

16.222

26.002

Finanzerträge

14

13.579

7.168

Finanzaufwendungen

15

– 7.563

– 10.266

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen

16

– 85

– 470

22.153

22.434

Ergebnis vor Steuern Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

17

Konzern-Periodenergebnis davon den Anteilseignern ohne beherrschenden Einfluss zustehendes Ergebnis davon den Anteilseignern zuzurechnendes Konzernergebnis

– 7.262

– 2.447

14.891

19.987

– 675

– 725

15.566

20.712

KO N Z E R N - G E S A M T E R G E B N I S R E C H N U N G TEUR Konzern-Periodenergebnis Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

14.891

19.987

639

– 73.751

Latente Steuern auf Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

187

20.888

Sonstiges Ergebnis aus Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

826

– 52.863

– 1.885

– 13.330

– 345

-400

Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe Nettoergebnis aus der Absicherung von Cashflows Latente Steuern auf Posten des sonstigen Ergebnisses, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

100

1.257

Sonstiges Ergebnis aus Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

– 2.130

– 12.473

Konzern-Gesamtergebnis nach Steuern

13.587

– 45.349

davon den Anteilseignern ohne beherrschenden Einfluss zustehendes Gesamtergebnis davon den Anteilseignern zuzurechnendes Konzern-Gesamtergebnis

– 519

– 1.150

14.106

– 44.199


Konzernabschluss : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

KO N Z E R N - K A P I TA L F LU S S R E C H N U N G für die Zeit vom 1. März 2015 bis zum 29. Februar 2016 der Nordzucker AG, Braunschweig

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Ergebnis vor Steuern

22.153

22.434

Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen

– 1.392

6.434

Abschreibungen/Zuschreibungen auf das Anlagevermögen

73.613

114.164

Veränderung der Rückstellungen

– 5.095

– 7.773

231.119

18.218

TEUR

Veränderung der Vorräte Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Veränderung der sonstigen betrieblichen Aktiva und Passiva Gewinne/Verluste aus dem Abgang des Anlagevermögens Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge

10.459

45.449

– 144.054

– 69.711

11.745

5.625

1.242

1.420

68

1.294

Erhaltene Zinsen im Geschäftsjahr

1.086

1.349

Gezahlte Zinsen im Geschäftsjahr

– 2.394

– 2.298

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen Gezahlte Steuern im Geschäftsjahr Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen Cashflow aus Investitionstätigkeit

85

470

– 37

– 2.093

198.598

134.982

327

796

– 58.062

– 75.894

10

0

– 2.274

– 3.693

12

848

– 4.849

– 637

– 64.836

– 78.580

Ein- /Auszahlungen aus Eigenkapitalveränderungen

0

– 5

Auszahlungen an Unternehmenseigner (Dividende)

– 6.761

– 69.362

– 1

– 1

Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten Auszahlungen für Finanzierungsleasing

– 141

– 267

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

– 6.903

– 69.635

Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds

126.859

– 13.233

44.989

58.339

– 67

– 117

171.781

44.989

Finanzmittelbestand am Anfang der Periode Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds Finanzmittelbestand am Ende der Periode

61


62

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernabschluss

KO N Z E R N - B I L A N Z zum 29. Februar 2016 der Nordzucker AG, Braunschweig

AK TIVA TEUR

Erläuterung im Anhang

29.2.2016

28.2.2015

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE Anlagevermögen Immaterielle Vermögenswerte

21

22.269

25.323

Sachanlagen

22

834.810

848.848

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

24

2.929

3.521

Finanzanlagen

25

Nach der Equity-Methode bilanzierte Anteile an Unternehmen Sonstige Finanzanlagen

25.1/25.2

7.307

2.568

25.3

23.906

23.931

31.213

26.499

891.221

904.191 0

Forderungen und sonstige Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte

29

0

Sonstige Vermögenswerte

30

1.432

6

1.432

6

Latente Steuern

17

5.583

4.792

898.236

908.989

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

57.346

53.512

Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen

41.595

47.175

654.988

885.429

753.929

986.116 138.889

KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE Vorräte

26

Fertige Erzeugnisse und Waren Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Fremde

27

127.336

Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

28

914

67

Forderungen aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

17

272

6.820

Finanzielle Vermögenswerte

29

20.514

13.197

Sonstige Vermögenswerte

30

38.156

42.742

187.192

201.715

Finanzmittel Kurzfristige Vermögenswerte Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte

31

171.781

44.989

1.112.902

1.232.820

1.516

1.703

1.114.418

1.234.523

2.012.654

2.143.512


Konzernabschluss : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

PASSIVA TEUR Eigenkapital

Erläuterung im Anhang

29.2.2016

28.2.2015

32

Gezeichnetes Kapital

32.1

123.651

123.651

Kapitalrücklage

32.2

127.035

127.035

Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

32.3

1.046.339

1.035.604

Kumuliertes übriges Eigenkapital

32.4

– 57.844

– 56.383

1.239.181

1.229.907

Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital Anteile ohne beherrschenden Einfluss

32.5

39.186

41.636

1.278.367

1.271.543

Langfristige Rückstellungen, Verbindlichkeiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

33

221.834

219.334

Sonstige Rückstellungen

34

50.874

33.603

Finanzverbindlichkeiten

35

7.147

7.407

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

37

5.500

5.500

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

38

18

18

Sonstige Verbindlichkeiten

39

8.446

9.220

Latente Steuern

17

83.066

83.955

376.885

359.037

Kurzfristige Rückstellungen, Verbindlichkeiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

33

11.521

11.308

Sonstige Rückstellungen

34

45.100

66.845

Finanzverbindlichkeiten

35

261

248

Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

17

18.233

16.269

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

36

183.202

327.348

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

37

32.384

39.777

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

38

19.230

6.035

Sonstige Verbindlichkeiten

39

47.471

45.102

357.402

512.932

2.012.654

2.143.512

63


64

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernabschluss

KO N Z E R N E I G E N K A P I TA LV E R Ä N D E R U N G S R E C H N U N G der Nordzucker AG, Braunschweig

TEUR Stand 1.3.2014

Gezeichnetes Kapital

Kapitalrücklage

Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

123.651

127.035

1.077.009

Periodenergebnis

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital

8.528

1.336.223

49.595

20.712

– 725

19.987

– 64.911

– 64.911

– 425

– 65.336

– 64.911

20.712

Sonstiges Ergebnis Konzerngesamtergebnis

20.712

Ausschüttung Sonstige

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

Summe Eigenkapital 1.385.818

– 44.199

– 1.150

– 45.349

– 62.792

– 62.792

– 6.570

– 69.362

675

675

– 239

436

Stand 28.2.2015

123.651

127.035

1.035.604

– 56.383

1.229.907

41.636

1.271.543

Stand 1.3.2015

123.651

127.035

1.035.604

– 56.383

1.229.907

41.636

1.271.543

15.566

– 675

14.891

– 1.460

– 1.460

156

– 1.304

– 1.460

Periodenergebnis

15.566

Sonstiges Ergebnis Konzerngesamtergebnis

15.566

14.106

– 519

13.587

Ausschüttung

– 4.830

– 4.830

– 1.931

– 6.761

– 1

– 1

0

– 1

1.239.181

39.186

1.278.367

Sonstige Stand 29.2.2016

123.651

127.035

1.046.339

– 57.844


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

KO N Z E R N A N H A N G D E R N O R D Z U C K E R AG A L LG E M E I N E A N G A B E N 1. G R U N D L AG E N Der Konzernabschluss zum 29. Februar 2016 der Nord­zucker AG (Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig) wurde in Anwendung der Regelungen des § 315a HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) beziehungsweise vom IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind (EU-IFRS), unter Berücksichtigung der ergänzenden handelsrechtlichen Rege­ lungen aufgestellt. Die Anforderungen der EU-IFRS wurden vollständig erfüllt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der Ver­ mögens-, Finanz- und Ertragslage der Nordzucker AG sowie der einbezogenen Tochterunternehmen, Gemeinschafts­ unternehmen und assoziierten Unternehmen (im Folgenden: „Nordzucker Konzern“ oder „Konzern“). Die Nordzucker AG ist als Mutterunternehmen des Konzerns im Handelsregister beim Amtsgericht Braunschweig (HRB 2936) eingetragen. Der von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungs­ gesellschaft, Stuttgart, geprüfte und mit uneingeschränk­ tem Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss der Nordzucker AG wird im Bundesanzeiger veröffent­ licht. Der Geschäftsbericht kann über die Internet-Seite der ­Nordzucker AG (www.nordzucker.de) eingesehen werden. Die Berichtswährung ist Euro, die Berichtseinheit lautet ­Tausend Euro (TEUR). Der Konzernabschluss wird vom Vorstand der Nordzucker AG am 23. Mai 2016 durch Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

2. K  ONSOLIDIERUNG UND UNTERNEHMENSERWERBE 2.1. Konsolidierungsgrundsätze Tochterunternehmen In den Nordzucker Konzernabschluss sind – neben der ­Nordzucker AG als Mutterunternehmen – die in- und auslän­ dischen Unternehmen einbezogen, bei denen die Nordzucker  AG Beherrschung gemäß IFRS 10 ausübt (Tochterunternehmen). Aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 10 ergeben sich keine Änderungen des Konsolidierungskreises (siehe Gliederungs­ punkt 2.3). Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, vollkonsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Rechnungslegungsmethoden für die gleiche Berichtsperiode aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Konzerninterne Transaktionen zwischen den Konzernunternehmen werden in voller Höhe eliminiert. Gemeinschaftsunternehmen Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Bei Gemeinschaftsunter­ nehmen hat die Nordzucker AG Rechte am Nettovermögen des Unternehmens und führt es zusammen mit einer anderen Partei (gemeinschaftliche Beherrschung). Bei der Einbeziehung nach der Equity-Methode werden die IFRS-Abschlüsse dieser Unter­ nehmen zugrunde gelegt. Verluste aus Gemeinschaftsunter­ nehmen, die den Beteiligungsbuchwert beziehungsweise sonstige langfristige Forderungen aus der Finanzierung dieser Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht. Die in der Berichts- und in der Vergleichsperiode nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen waren sowohl einzeln als auch in Summe für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordzucker Konzerns unwesentlich.

65


66

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

Assoziierte Unternehmen Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-­ Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Bei assoziier­ ten Unternehmen hat die Nordzucker AG einen maßgeblichen Einfluss, d. h. es besteht die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens mit­ zuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaft­ liche Beherrschung der Entscheidungsprozesse. Die Nordzucker AG hat sich mit Vertrag vom 16. Dezember 2014 zu 25 Prozent der Anteile an der August Töpfer Zucker­ handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, beteiligt. Bei der August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG handelt es sich um ein Tochterunternehmen der August Töpfer GmbH & Co. KG, Hamburg. Die Zustimmung des Bundes­ kartellamts zu der Beteiligung erfolgte am 8. April 2015. Die August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, wurde im Geschäftsjahr 2015/16 erstmalig als asso­ ziiertes Unternehmen in den Nordzucker Konzernabschluss einbezogen. Das Unternehmen war für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordzucker Konzerns nicht wesentlich.

Die Anzahl der vollkonsolidierten Tochterunternehmen erhöhte sich durch die innerhalb der Berichtsperiode durchgeführte Neugründung der Nordzucker Services GmbH & Co. KG, Braunschweig. In der Berichtsperiode hat sich die Anzahl der nach der Equity-­Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit dem Erwerb von 25 Prozent der Anteile an der August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, um ein assoziiertes Unternehmen erhöht. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes kann im Geschäftsbericht der Nordzucker AG eingesehen werden und wird im Bundes­ anzeiger veröffentlicht. Alle in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie das nach der Equity-Methode ein­ bezogene Gemeinschaftsunternehmen NP Sweet A/S haben als Abschlussstichtag den 29. Februar 2016. Alle weiteren nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen haben als Abschlussstichtag den 31. Dezember 2015. 2.4. Wesentliche Tochterunternehmen In der folgenden Tabelle werden die wesentlichen Tochter­ unternehmen des Nordzucker Konzerns aufgeführt:

2.2. Unternehmenserwerbe und Beteiligungen In der Berichts- und der Vergleichsperiode wurden keine Unternehmenserwerbe getätigt. Für die Bilanzierungsgrundsätze bei Unternehmenserwerben wird auf Gliederungspunkt 3.16 verwiesen.

WES EN TLICH E TOCH TERUN TERN EH MEN

Konzernanteil Nordic Sugar A/S, Kopenhagen/Dänemark

100 %

2.3. Konsolidierungskreis

Nordic Sugar AB, Malmö/Schweden

100 %

Der Konsolidierungskreis des Nordzucker Konzerns ergibt sich aus folgender Aufstellung:

NORDZUCKER GmbH & Co. KG, Braunschweig

100 %

Nordzucker Ireland Limited, Dublin/Irland

100 %

KO NSO L ID IE R UN GS K R E I S

Nordzucker Services GmbH & Co. KG, Braunschweig

99,870 %

Považský Cukor a.s., Trencianska Tepla/Slowakei

96,798 %

Sucros Oy, Säkylä/Finnland 29.2.2016

28.2.2015

Vollkonsolidierte Tochterunternehmen Inland

3

13

13

Inland

3

2

Ausland

2

2

Ausland

Suomen Sokeri Oy, Kantvik/Finnland AB Nordic Sugar Kėdainiai, Kėdainiai/Litauen

4

Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen

100 %

Nordzucker Polska S.A., Opalenica/Polen

Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG, Braunschweig

80 % 80 % 70,6 % 70 %


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Für die Personenhandelsgesellschaften in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG

3. E  R L Ä U T E R U N G D E R A N S AT Z- U N D BEWERTUNGSMETHODEN

> NORDZUCKER GmbH & Co. KG, Braunschweig > Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG, Braunschweig

3.1. Allgemeine Grundsätze

> Nordzucker Services GmbH & Co. KG, Braunschweig

Die Bewertung der Bilanzposten des Konzernabschlusses erfolgt überwiegend auf Grundlage der fortgeführten Anschaffungs­ kosten. Zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden insbe­ sondere derivative Finanzinstrumente sowie Deckungskapital für Pensionsverpflichtungen in der Form von Planvermögen.

wurde die Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung von Jahres­ abschlüssen nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften gemäß § 264b HGB in Anspruch genommen. 2.5. Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen Die Vermögenswerte und Schulden von Tochterunterneh­ men, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Die funktionale Währung ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem das Tochterunternehmen tätig ist. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum gewogenen Durchschnittskurs der jeweiligen Berichtsperiode umgerechnet. Eigenkapital­ komponenten der Tochterunternehmen werden zum ent­ sprechenden historischen Kurs bei Entstehung umgerechnet. Die aus der Umrechnung resultierenden Währungsdifferen­ zen werden innerhalb des kumulierten übrigen Eigenkapitals (d. h. im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Die Kurse für die Umrechnung wesentlicher Fremd­ währungsabschlüsse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt entwickelt:

Einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz sind zur Verbesserung der Übersichtlichkeit der Dar­ stellung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkosten­ verfahren gegliedert. Dabei werden den in der Berichtsperiode vereinnahmten Umsatzerlösen die zur Erzielung dieser Umsatz­ erlöse angefallenen Kosten gegenübergestellt, welche nach den Funktionsbereichen Herstellung, Vertrieb und Verwaltung gruppiert sind. Die Vermögenswerte und Schulden sind in der Bilanz ent­ sprechend ihrer Fälligkeit in langfristig (bei Fälligkeiten über einem Jahr) und kurzfristig gegliedert. 3.2. Ertrags- und Aufwandsrealisierung Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt gemäß IAS 18 zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, sofern die Höhe der Erlöse zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen ­wahrscheinlich zufließen wird. Die Umsatzerlöse werden um Erlösschmälerungen gemindert.

K U R SE FR E M DWÄ H R U N G E N

für EUR 1

Durchschnittskurs

Stichtagskurs

2015/16

2014/15

29.2.2016

28.2.2015

4,21193

4,19256

4,35430

4,15240

310,10133

309,62953

311,26000

303,03000

Dänische Kronen (DKK)

7,46144

7,45212

7,46020

7,46600

Schwedische Kronen (SEK)

9,33674

9,19641

9,32190

9,36930

Polnische Zloty (PLN) Ungarische Forint (HUF)

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Zinsen werden periodengerecht als Aufwand beziehungs­ weise Ertrag erfasst. Zinsaufwendungen, die im Zusammen­ hang mit der Anschaffung und Herstellung bestimmter ­Vermögenswerte entstanden sind, werden nur aktiviert, sofern es sich gemäß IAS 23 um qualifizierte Vermögenswerte handelt. Dividenden werden mit Entstehen des Rechtsanspruchs ertragswirksam vereinnahmt.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

3.3. I mmaterielle Vermögenswerte einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerte Unter den Bilanzposten fallen im Wesentlichen erworbene immaterielle Vermögenswerte, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte. Erworbene immaterielle Vermögenswerte (erworbene Rechte und Lizenzen) werden erstmalig mit ihren Anschaffungskosten (Erwerbspreis, direkt zurechenbare Kosten) bewertet. Im Rah­ men von Unternehmenserwerben (siehe auch Gliederungs­ punkt 3.16) identifizierte Vermögenswerte, wie vertragliche Kundenbeziehungen, Markenrechte und Wettbewerbsverbote, werden, sofern die Kriterien des IFRS 3 und des IAS 38 erfüllt sind, als erworbene immaterielle Vermögenswerte erfasst und erstmalig zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (wie zum Bei­ spiel selbst erstellte Software) werden angesetzt, wenn sie die Aktivierungskriterien des IAS 38 (insbesondere Nachweise über die technische Realisierbarkeit, über die Absicht und Fähigkeit zur Nutzung sowie über die verlässliche Bewert­ barkeit) erfüllen. Die Herstellungskosten umfassen die direkt der Entwicklungsphase zurechenbaren Kosten sowie Fremd­ kapitalkosten, sofern diese gemäß IAS 23 zu aktivieren sind. Forschungskosten werden als Aufwand berücksichtigt. Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte mit beschränkter Nutzungsdauer werden nach der erstmaligen Erfassung planmäßig abgeschrieben. Dabei kommt die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung, und es werden die folgenden Nutzungsdauern unterstellt:

IM M AT E R IE L L E VE R M Ö G E N S W E R T E

Nutzungsdauer in Jahren Entgeltlich erworbene Produktionsquoten ERP-Lizenzen Andere Software

11 20 3 – 15

Die Angemessenheit der Nutzungsdauern wird regelmäßig überprüft. Falls erforderlich, werden Anpassungen der Nut­ zungsdauern vorgenommen. Bestehen für immaterielle Ver­ mögenswerte mit beschränkter Nutzungsdauer gemäß IAS 36 Anhaltspunkte für eine Wertminderung und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstel­ lungskosten, werden die Posten außerplanmäßig abgeschrie­ ben (siehe auch Gliederungspunkt 3.6). Sind die Gründe für die außerplanmäßigen Abschreibungen entfallen, werden ent­ sprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Ein Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich in Verbindung mit einem Unternehmenserwerb (siehe auch Gliederungspunkt 3.16), wenn die dem Unternehmensveräußerer übertragene Gesamtgegenleistung (Kaufpreis und etwaige künftige bedingte Gegenleistungen) über dem Nettobetrag der erwor­ benen identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden liegt. Der positive Differenzbetrag ist gemäß IFRS 3 zu aktivieren. Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie Geschäfts- oder ­Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich gemäß IAS 36 auf Wertminderung überprüft (siehe auch Gliederungspunkt 3.6). Der Wertmin­ derungstest für den Geschäfts- oder Firmenwert erfolgt dabei auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Posten bei der erstmaligen Erfassung zugeordnet wurde. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird derjenigen zahlungsmit­ telgenerierenden Einheit zugeordnet, die voraussichtlich von den Synergien aus dem Unternehmenszusammenschluss pro­ fitiert. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist nach IAS 36 die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten mit von anderen Vermögenswerten weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüssen. Innerhalb des Nordzucker Konzerns stellt dies die niedrigste Ebene dar, auf welcher der Geschäfts- oder ­Firmenwert für die interne Unternehmenssteuerung überwacht wird. Eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts ergibt sich immer dann, wenn der erzielbare Betrag der dem Posten zugeordneten zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter dem Buchwert dieser zahlungsmittelgenerierenden Ein­ heit liegt; der Geschäfts- oder Firmenwert ist dann um diesen Differenzbetrag außerplanmäßig abzuschreiben. Grundlage für die Berechnung des erzielbaren Betrags ist der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Dieser bestimmt sich über ein Barwertmodell unter Berücksichtigung von Cashflows, die auf internen Planzahlen basieren. Eine spätere Rückgängigmachung der Wertminderung beziehungsweise Zuschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts kann nicht vorgenommen werden. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang oder aus der Wert­ minderung von immateriellen Vermögenswerten werden innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten ­„sonstige Erträge“ beziehungsweise im Posten „sonstige Auf­ wendungen“ ausgewiesen.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

3.4. Sachanlagen Sachanlagevermögen wird gemäß IAS 16 erstmalig zu Anschaf­ fungs- oder Herstellungskosten erfasst und in der Folge plan­ mäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaft­ lichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten umfassen den Erwerbspreis, alle direkt zurechenbaren Kosten, geschätzte Kosten für künftige Entsor­ gungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen sowie Fremd­ kapitalkosten, sofern diese gemäß IAS 23 zu aktivieren sind. Für die planmäßigen Abschreibungen werden die folgenden Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

SAC HANL AGE N

Nutzungsdauer in Jahren Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Gleisanlagen Fuhrpark Anhänger und Eisenbahnwaggons Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung

20 – 60 4 – 60 70 4 – 15 25 3 – 25

Die Angemessenheit der Nutzungsdauern wird regelmäßig überprüft. Falls erforderlich, werden Anpassungen der Nutzungs­ dauern vorgenommen. Die Abschreibung beginnt grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, zu dem der Vermögenswert betriebsbereit ist. Auf produktionsbezogene Sachanlagen, die nur in der Kampagne genutzt werden, wird die volle Jahresabschreibung verrechnet. Bestehen gemäß IAS 36 Anhaltspunkte für eine Wertminderung und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaf­ fungs- oder Herstellungskosten, werden die Posten außerplan­ mäßig abgeschrieben (siehe auch Gliederungspunkt 3.6). Sind die Gründe für die außerplanmäßigen Abschreibungen entfal­ len, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Gehen bei gemieteten oder geleasten Sachanlagen im Wesent­ lichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und ­Risiken auf den Mieter beziehungsweise Leasingnehmer über, sind die Posten nach IAS 17 in der Bilanz des Leasingnehmers als Vermö­ genswert zu aktivieren. Der Vermögenswert wird erstmalig zum Barwert der Mindestleasingzahlungen oder – falls dieser Wert geringer ist – zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegen­ standes bewertet. Im Gegenzug ist eine Verbindlichkeit in ent­ sprechender Höhe für das Finanzierungsleasing zu passivieren. Nach der erstmaligen Erfassung wird der Leasinggegenstand planmäßig und gegebenenfalls außerplanmäßig abgeschrieben. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, dass das Eigentum auf den Leasingnehmer übergeht, erfolgt die

planmäßige Abschreibung über den kürzeren Zeitraum aus der Laufzeit des Leasingverhältnisses und der Nutzungsdauer. Im umgekehrten Fall muss der Leasing­gegenstand planmäßig über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang oder aus der Wertmin­ derung von Sachanlagevermögenswerten werden innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „sonstige Erträge“ bezie­ hungsweise im Posten „sonstige Aufwendungen“ ausgewiesen. 3.5. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Immobilien, die zur Vermietung an Dritte bestimmt sind, werden gemäß IAS 40 erstmalig zu Anschaffungs- oder Herstellungskos­ ten erfasst. Zur Folgebewertung nutzt der Nordzucker Konzern einheitlich das Wahlrecht zur Bewertung von als Finanzinves­ tition gehaltenen Immobilien zu Anschaffungs- oder Herstel­ lungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen dabei linear über die Nutzungsdauer von 20 – 60 Jahren. Sofern gemäß IAS 36 Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen und der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungsoder Herstellungskosten ist, erfolgt eine Wertminderung (siehe auch Gliederungspunkt 3.6), die beim Entfallen der Gründe in nachfolgenden Perioden wieder rückgängig gemacht wird. 3.6. Wertminderungen von immateriellen Vermögens­werten (einschließlich Geschäftsoder Firmenwerte), Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien Wertminderungen beziehungsweise außerplanmäßige Ab­ schreibungen werden gemäß IAS 36 durch Vergleich des Buchwerts mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Ein solcher Wertminderungstest erfolgt auf Ebene der einzelnen Ver­ mögenswerte, wenn es möglich ist, den erzielbaren Betrag für den einzelnen Vermögenswert zu schätzen. Ansonsten muss der Wertminderungstest auf Ebene der zahlungsmittel­ generierenden Einheit erfolgen. Dies ist die kleinste Zusam­ menfassung von Vermögenswerten, die weitestgehend unab­ hängige Mittelzuflüsse erzeugt. An jedem Abschlussstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für die Wertminderung von Vermögenswerten vorliegen. Liegt ein solcher Anhaltspunkt vor, muss der erzielbare Betrag des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt und mit dem Buchwert verglichen werden. Für den Geschäfts- oder Firmenwert, für sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie für noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte wird – unabhängig davon, ob Anhaltspunkte bestehen oder nicht – einmal jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zah­ lungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt sich aus dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert. Für eine zahlungs­ mittelgenerierende Einheit wird der erzielbare Betrag in der Regel unter Anwendung des Discounted-Cashflow-Verfahrens unter Berücksichtigung von Zahlungsströmen, die auf inter­ nen Planzahlen basieren, ermittelt. Die Cashflows werden dabei mit einem Kapitalkostensatz, der die aktuellen Markt­ erwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, diskontiert. Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn der erziel­ bare Betrag des Vermögenswerts beziehungsweise der zah­ lungsmittelgenerierenden Einheit geringer ist als der entspre­ chende Buchwert. Bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist zunächst ein etwaiger Geschäfts- oder Firmenwert zu vermindern beziehungsweise zu eliminieren. Reicht der Buchwert nicht aus, sind die anderen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit anteilig zu reduzieren. Außer für den Geschäfts- oder Firmenwert muss an jedem Abschlussstichtag überprüft werden, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine zuvor erfasste Wertminderung nicht län­ ger besteht oder sich vermindert hat. Ist dies der Fall, muss der Buchwert des Vermögenswerts oder der zahlungsmittel­ generierenden Einheit auf seinen erzielbaren Betrag erhöht werden. Dabei dürfen Vermögenswerte nicht über ihre um planmäßige Abschreibungen fortgeführten Buchwerte zuge­ schrieben werden, die bestimmt worden wären, wenn zuvor keine Wertminderungen erfasst worden wären. 3.7. Zuschüsse für Investitionen Zuwendungen der öffentlichen Hand, welche gemäß IAS 20 Zuwendungen für Vermögenswerte darstellen (d. h. Zuschüsse für Investitionen sind), werden nur dann erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass ein Unterneh­ men innerhalb des Nordzucker Konzerns die damit verbun­ denen Bedingungen erfüllen wird und die Zuwendungen gewährt werden. Die Zuschüsse werden nicht vom entspre­ chenden Vermögenswert abgezogen, sondern als passiver Abgrenzungsposten im Bilanzposten „sonstige Verbindlich­ keiten“ berücksichtigt. Der Abgrenzungsposten wird nach­ folgend über die Nutzungs- beziehungsweise Abschrei­ bungsdauer des entsprechenden Sachanlagevermögenswerts erfolgswirksam (d. h. über die Gewinn- und Verlustrechnung) aufgelöst.

3.8. Finanzinstrumente Finanzinstrumente werden in IAS 32 definiert; die diesbe­ züglichen Bilanzierungs- und Angabevorgaben finden sich in IAS 39 beziehungsweise IFRS 7. Unter den Begriff des Finanzinstruments fallen finanzielle Vermögenswerte und finan­zielle Verbindlichkeiten. Finanzielle Vermögenswerte umfassen liquide Mittel, vertraglich zugesicherte Rechte zum Empfang von Barmitteln oder anderweitigen finan­ziellen ­Vermögenswerten wie zum Beispiel Forderungen aus Liefe­ rungen und Leistungen, derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert und an anderen Unter­ nehmen gehaltene Eigenkapitalinstrumente. Finanzielle ­Verbindlichkeiten umfassen vertragliche Verpflichtungen, liquide Mittel oder andere finanzielle Vermögenswerte. Hierzu zählen zum Beispiel aufgenommene Darlehen, ­kurzfristige Kredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und derivative Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert. In den Bilanzposten „sonstige Finanzanlagen“, „finanzielle Ver­mögenswerte“, „Forderungen aus Lieferungen und Leis­ tungen“, „Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen“ sowie „Finanzmittel“ sind ausschließlich finan­ zielle Vermögenswerte enthalten. Die Bilanzposten „Finanz­ verbindlichkeiten“, „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“, „Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen“ sowie „sonstige finanzielle ­Verbindlichkeiten“ setzen sich ausschließlich aus finanziellen Verbindlichkeiten zusammen. Bei der erstmaligen Erfassung müssen Finanzinstrumente Bewertungskategorien, die in IAS 39 aufgeführt sind, zugeord­ net werden. Über die Bewertungskategorie bestimmt sich die Folgebewertung der Posten. Für finanzielle Vermögenswerte existieren vier Bewertungskategorien („erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögens­ werte“, „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“, „Kredite und Forderungen“, „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“). Finanzielle Verbindlichkeiten können zwei Bewertungskategorien („erfolgswirksam zum bei­zulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlich­ keiten“, „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“) zugeordnet werden. In der Berichts- und Vergleichsperiode waren der Bewertungs­ kategorie „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“ keine finanziellen Vermögenswerte zugeordnet. Ferner wur­ den keinerlei Umwidmungen von einer Bewertungskategorie in eine andere Bewertungskategorie vorgenommen.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten sind anzusetzen, sobald ein Unternehmen Vertragspartei der Regelungen des Finanzinstruments wird. Marktübliche Käufe oder Verkäufe werden innerhalb des Nordzucker Konzerns einheitlich zum Erfüllungstag (Tag, an dem der Vermögens­ wert an oder durch das Unternehmen geliefert wird) erfasst. Die Erstbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts gelten die Vor­ gaben in IFRS 13. Transaktionskosten sind bei nicht erfolgs­ wirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Posten im Erstbuchwert zu berücksichtigen. Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte oder finan­ zielle Verbindlichkeiten bei ihrem erstmaligen Ansatz freiwillig als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewer­ tende finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ zu designieren (Fair-Value-Option), hat der Nordzucker Konzern keinen Gebrauch gemacht. Nach dem erstmaligen Ansatz sind Finanzinstrumente der Bewertungskategorien „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/Verbindlich­ keiten“ zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Darunter fallen auch derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame bilanzielle Sicherungsbeziehung nach IAS 39 einge­ bunden sind (siehe auch Gliederungspunkt 3.14). Wertände­ rungen werden erfolgswirksam (d. h. über die Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Die Folgebewertung von Posten, die unter die Bewertungskategorie „zur Veräußerung verfüg­ bare finanzielle Vermögenswerte“ fallen, erfolgt ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert. Wertänderungen werden allerdings unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte e ­ rfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital (d. h. im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Lässt sich der beizulegende Zeitwert für Posten der Bewertungskategorie „zur Veräußerung ver­ fügbare finanzielle Vermögenswerte“ ausnahmsweise nicht verlässlich bestimmen, werden diese zu Anschaffungskosten bewertet. In eine wirksame bilanzielle Sicherungsbeziehung eingebun­ dene derivative Finanzinstrumente (siehe auch Gliederungs­ punkt 3.14) sind keiner Bewertungskategorie zugeordnet. Sie werden auch zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, allerdings kommt für die Erfassung der Wertänderungen in Abhängigkeit der Art der Sicherungsbeziehung auch eine erfolgsneutrale Erfassung im kumulierten übrigen Eigenkapital (d. h. im sonsti­ gen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung) infrage.

Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungskategorie „Kredite und Forderungen“ sowie finanzielle Verbindlichkeiten der ­Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“ werden nach dem erstmaligen Ansatz zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die unter dem Bilanzposten „Finanzmittel“ subsumierten finan­ ziellen Vermögenswerte werden innerhalb des Nord­zucker Konzerns der Bewertungskategorie „Kredite und Forderungen“ zugeordnet. Sie umfassen Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten mit einer anfäng­ lichen Restlaufzeit von bis zu drei Monaten. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen regelmäßig dem Nominalwert. An jedem Abschlussstichtag ist zu ermitteln, ob gemäß IAS 39 eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Es müssen objektive Hinweise auf einen Schadensfall (zum Bei­ spiel erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Schuldners, Vertragsbruch, Zugeständnisse an den Schuldner infolge wirtschaftlicher oder rechtlicher Gründe im Zusammenhang mit den finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers, erhöhte Insolvenzwahrscheinlichkeit des Schuldners, einen wesentlichen oder andauernden Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten) vorliegen, und dies muss eine verlässlich schätzbare Aus­ wirkung auf die erwarteten künftigen Cashflows haben. Für finanzielle Vermögenswerte der Bewertungskategorien „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“ und „Kredite und Forderungen“ wird ein etwaiger Wertminderungsbetrag durch Vergleich des Buchwerts mit dem Barwert der geschätz­ ten künftigen Cashflows (abgezinst mit dem Effektivzinssatz) ermittelt. Bei Posten der Bewertungskategorie „zur Veräuße­ rung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ erfolgt eine Gegenüberstellung von Anschaffungskosten und beizulegen­ dem Zeitwert. 3.9. Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte Unter den Bilanzposten „zur Veräußerung bestimmte Vermö­ genswerte“ fallen gemäß IFRS 5 als „zur Veräußerung gehalten“ eingestufte langfristige Vermögenswerte und Abgangsgruppen. Eine solche Einstufung hat zu erfolgen, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch die fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Ferner müs­ sen die Posten zur sofortigen Veräußerung im gegenwärtigen Zustand verfügbar sein, und der Verkauf muss als höchstwahr­ scheinlich gelten sowie innerhalb eines Jahres erwartet werden.

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Ein langfristiger Vermögenswert unterliegt – solange er als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuft wird oder zu einer als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuften Veräußerungs­ gruppe gehört – nicht der planmäßigen Abschreibung. Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuft werden, sind unmittelbar nach der Einstufung sowie zu den nachfolgenden Abschlussstichtagen zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten. Falls ein langfristiger Vermögenswert nicht mehr als „zur Ver­ äußerung gehalten“ eingestuft wird oder nicht mehr zu einer als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuften Veräußerungs­ gruppe gehört, wird dieser wieder als langfristiger Posten ausgewiesen und ist zum Zeitpunkt der Entscheidung, nicht zu verkaufen, entweder zu bewerten zum erzielbaren Betrag oder aber – falls dieser Wert niedriger ist – mit dem Buchwert vor Einstufung, bereinigt um alle planmäßigen Abschreibun­ gen oder Neubewertungen, die ohne eine Einstufung erfasst worden wären. 3.10. Vorräte Vorräte sind gemäß IAS 2 grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Netto­ veräußerungswert zu bewerten. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten beinhalten alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt auf der Grundlage eines gewich­ teten Durchschnittswerts. Die Herstellungskosten umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten sowie produktionsbezogene Gemeinkosten. Fremdkapital­ zinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen, da die Erzeugnisse des Konzerns nicht als qualifizierende Ver­ mögenswerte gemäß IAS 23 einzustufen sind. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der ge­schätz­ ten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwen­ digen Vertriebskosten. Der Nettoveräußerungswert von unfer­ tigen Erzeugnissen und Leistungen wird retrograd aus dem Nettoveräußerungswert der fertigen Erzeugnisse und Leistungen unter Berücksichtigung der noch bis zur Fertigstellung anfallen­ den Kosten ermittelt. Halbfabrikate aus den Fertigungsprozessen werden mit den jeweiligen Vollkosten-Ansätzen bewertet, wobei die anteiligen Gemeinkosten anhand der Produktionsmengen und der Fertigungstiefe zugeordnet werden. Liegen die Ansätze

für fertige Erzeugnisse und Waren am Abschlussstichtag über den entsprechenden Marktwerten, so werden die Bestände auf den zu erwartenden Erlös abgewertet. Der unter den fertigen Erzeugnissen ausgewiesene Zuckerbestand aus eigener Produk­ tion ist zu Herstellungskosten angesetzt, sofern nicht im Hinblick auf die Verwertungsmöglichkeit ein niedrigerer Ansatz in Form des Nettoveräußerungswerts anzusetzen ist. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden neben den Fertigungskosten auch die dem Fertigungsbereich zurechenbaren Gemeinkosten­ anteile sowie verbrauchsbedingte lineare Abschreibungen ein­ bezogen. Des Weiteren enthalten die Herstellungskosten des Quotenzuckers den Fabrikanteil der Produktionsabgabe in Höhe von 6,00 Euro je Tonne. Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Wertminderung der Vor­ räte auf den Nettoveräußerungswert geführt haben, wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen. 3.11. Rückstellungen für Pensionen Gemäß IAS 19 müssen für Pensionszusagen in der Form von leistungsorientierten Plänen, bei denen das versicherungs­ mathematische Risiko (dass die Leistungen höhere Kosten als erwartet verursachen) sowie das Anlagerisiko (dass die ange­ legten Vermögenswerte nicht ausreichen, um die erwarteten Leistungen zu erbringen) im Wesentlichen das Unternehmen trägt, Rückstellungen gebildet werden. Die Rückstellung wird als Nettoschuld ausgewiesen, d. h. von der leistungsorientier­ ten Verpflichtung (welche die künftigen Pensionszahlungen an die Arbeitnehmer widerspiegelt) wird das zur Finanzierung der Pensionszahlungen gebildete Kapital (Deckungskapital) in Abzug gebracht, wenn das Deckungskapital die Definitions­ merkmale von Planvermögen aufweist. Die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung erfolgt mithilfe einer versicherungsmathematischen Bewertungs­ methode (Methode der laufenden Einmalprämien oder Anwart­ schaftsbarwertverfahren). Dieses Verfahren unterstellt, dass der Arbeitnehmer in jedem Tätigkeitsjahr einen zusätzlichen Teil seines endgültigen Leistungsanspruchs erdient; demzufolge erhöht sich die leistungsorientierte Verpflichtung sukzessive bis zum Renteneintritt. Die künftigen Auszahlungen werden mit einem Rechnungszins diskontiert, der zu jedem Abschluss­ stichtag über Marktrenditen von erstrangigen Unternehmens­ anleihen abgeleitet wird. Das Verfahren berücksichtigt versiche­ rungsmathematische Annahmen wie demografische Annahmen (wie zum Beispiel Sterbewahrscheinlichkeit, Fluktuation, Früh­ verrentung) sowie finanzielle Annahmen (wie zum Beispiel Rechnungszins, künftige Gehaltstrends).


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Kostenkomponenten im Zusammenhang mit Rückstellungen für Pensionen sind Dienstzeitaufwand, Nettozinsen (Zins­ aufwand, Zinsertrag), versicherungsmathematischer Gewinn oder Verlust, Ertrag aus Planvermögen. Innerhalb der Gewinnund Verlustrechnung werden der Dienstzeitaufwand (d. h. der Anstieg des Barwerts einer leistungsorientierten Verpflichtung, die aus einer Arbeitsleistung in der Berichtsperiode entsteht) in den Posten „Herstellungskosten“, „Vertriebskosten“ und „Verwaltungskosten“ und die Nettozinsen im Posten „Finanz­ aufwendungen“ ausgewiesen. Die Nettozinsen bestimmen sich durch Multiplikation der Nettoschuld mit dem Rechnungszins der leistungsorientierten Verpflichtung. Versicherungsmathe­ matischer Gewinn oder Verlust sowie Ertrag aus Planvermögen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital (d. h. im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Ver­ sicherungsmathematische Gewinne und Verluste sind Verän­ derungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflich­ tung aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen (Auswirkungen der Abweichungen zwischen früheren ver­ sicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung) und Auswirkungen von Änderungen versiche­ rungsmathematischer Annahmen. Der Ertrag aus dem Planver­ mögen ist die Abweichung der tatsächlichen Verzinsung des Planvermögens von der Verzinsung auf Basis des Rechnungs­ zinses der leistungsorientierten Verpflichtung. 3.12. Sonstige Rückstellungen Unter den Bilanzposten „sonstige Rückstellungen“ fallen zum einen personalbezogene Rückstellungen für Jubiläums-, Alters­ teilzeit-, Vorruhestands- und Abfindungsverpflichtungen sowie Verpflichtungen für Tantiemen, Prämien und andere Grati­ fikationen. Diese werden gemäß IAS 19 in Abhängigkeit der Merkmale der Verpflichtung entweder nach den Regeln für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer, nach den Regeln für sonstige (d. h. nicht als Pensionsleistungen geltende) lang­ fristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer oder aber nach den Regeln für langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses bilanziert. Der Bilanzposten „sonstige Rückstellungen“ beinhaltet ferner Rekultivierungsverpflichtungen und andere Rückstellungen (wie zum Beispiel für Rechtsstreitigkeiten oder für belastende Verträge beziehungsweise drohende Verluste). Derartige Rück­ stellungen werden nach IAS 37 angesetzt, wenn aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige (rechtliche oder faktische) Verpflichtung entstanden ist, die wahrschein­ lich mit einem Ressourcenabfluss verbunden ist und deren Höhe sich verlässlich schätzen lässt. Die Bewertung erfolgt zum Betrag der bestmöglichen Schätzung für die Ausgaben, die zur

Erfüllung der Verpflichtung zum Abschlussstichtag erforderlich sind. Langfristige Rückstellungen müssen mit einem risiko­ adäquaten Zins diskontiert werden. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkenn­­baren rechtlichen und faktischen Verpflichtungen des N ­ ordzucker ­Konzerns gegenüber Dritten. 3.13. Latente Steuern Latente Steuern werden gemäß IAS 12 zur Berücksichtigung künftiger steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Ver­ mögenswerte und Schulden und deren Wertansätzen im IFRSAbschluss sowie auf Verlustvorträge gebildet. Die Bemessung der latenten Steuern erfolgt dabei auf Grundlage der vom Gesetzgeber zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode erlas­ senen Regelungen für die Berichtsperioden, in denen sich die Differenzen ausgleichen beziehungsweise die Verlust­ vorträge wahrscheinlich genutzt werden. Aktive latente ­Steuern auf Verlustvorträge werden nur dann angesetzt, wenn ihre Realisierbarkeit in näherer Zukunft hinreichend gesichert erscheint. Eine Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern wird ausschließlich vorgenommen, falls bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Gegenbuchung zur bilanziellen Erfassung latenter Steuern erfolgt innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ – außer die Steuer resultiert aus einem Geschäftsvorfall oder Ereignis, der bezie­ hungsweise das in der gleichen oder einer anderen Periode entweder im kumulierten übrigen Eigenkapital (d. h. im ­sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung) oder an anderer Stelle direkt im Eigenkapital angesetzt wird. 3.14. Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätig­ keit Risiken ausgesetzt, die aus Zinsänderungen, Wechsel­ kursänderungen und anderen Marktrisiken resultieren. Als Instrument zur Steuerung der genannten Risiken kommen derivative Finanz­instrumente zum Einsatz. Die Bilanzierung derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach den Vorgaben des IAS 39. Derivative Finanzinstrumente wer­ den dabei entweder freistehend bilanziert, oder sie sind in eine wirksame bilanzielle Sicherungsbeziehung („Hedge Accounting“) eingebunden. Hedge Accounting bedeutet, in einem dokumentierten wirtschaftlichen Zusammenhang stehende Grund- und Sicherungsgeschäfte derart einzu­ gehen, dass die aus Marktpreisänderungen resultierenden

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kompensatorischen Ergebniseffekte in derselben Periode eintreten. Sofern eine Sicherungsbeziehung designiert wird, erfolgt die Erfassung der Gewinne und Verluste aus Grund- und Sicherungsgeschäft nach den speziellen Hedge-­ Accounting-Regeln. Für jeden Sachverhalt besteht grund­ sätzlich ein Wahlrecht zum Hegde Accounting. Allerdings ist die Anwendung der Hedge-Accounting-Regelungen an Bedingungen geknüpft. So muss die Sicherungsbeziehung dokumentiert werden. Ferner hat der Sicherungszusam­ menhang wirksam beziehungsweise effektiv zu sein, d. h. die Wert- beziehungsweise Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft müssen sich innerhalb einer Bandbreite ausgleichen. Wertmaßstab für die Erst- und Folgebewertung derivativer Finanzinstrumente ist der beizulegende Zeitwert. Der beizu­ legende Zeitwert bestimmter Derivate kann sowohl positiv als auch negativ sein; in Abhängigkeit davon handelt es sich ­entweder um einen finanziellen Vermögenswert oder um eine finanzielle Verbindlichkeit. Der beizulegende Zeitwert ist nach den Vorgaben des IFRS 13 zu bestimmen. Sofern keine notier­ ten Marktpreise aus aktiven Märkten vorliegen, werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Barwert- oder Options­ preismodellen errechnet, deren wesentliche Inputfaktoren (zum Beispiel Marktpreise, Zinssätze) von notierten Preisen oder ande­ren direkt oder indirekt beobachtbaren Inputfaktoren ­abgeleitet werden. Freistehende, d. h. nicht in eine wirksame bilanzielle Siche­ rungsbeziehung nach IAS 39 eingebundene derivative Finanz­ instrumente sind stets den Bewertungskategorien „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ zuzuordnen. Wertänderungen werden innerhalb der Gewinn- und Verlust­ rechnung im Posten „Finanzerträge“ oder im Posten „Finanz­ aufwendungen“ erfasst. In eine wirksame bilanzielle Sicherungsbeziehung eingebun­ dene derivative Finanzinstrumente sind keiner Bewertungs­ kategorie zugeordnet. Sie werden ebenfalls zum beizulegen­ den Zeitwert bilanziert, wobei die Erfassung in Abhängigkeit von der Art der Sicherung (Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge) beziehungsweise von den Merkmalen der Sicherung entwe­ der erfolgswirksam (d. h. in der Gewinn- und Verlustrechnung) oder erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital (d. h. im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung) erfolgt. Zinsderivate werden innerhalb des Nordzucker Konzerns stets in bilanzielle Sicherungsbeziehungen eingebunden. Zur Absicherung von Währungs- und Marktrisiken kommen auch freistehende Derivate zum Einsatz.

3.15. Transaktionen und Posten in Fremdwährung Eine Fremdwährungstransaktion ist gemäß IAS 21 ein Ge­ schäftsvorfall, dessen Wert in einer Fremdwährung angegeben ist oder der die Erfüllung in einer Fremdwährung erfordert. Eine Fremdwährung ist jede Währung außer der funktionalen Währung des Konzernunternehmens. Fremdwährungstrans­ aktionen sind Geschäftsvorfälle zum Kauf oder Verkauf von Waren oder Dienstleistungen in Fremdwährung, Mittelauf­ nahmen oder Verleihungen in Fremdwährung oder Erwerbe oder Veräußerungen von Vermögenswerten und Schulden in Fremdwährung auf sonstige Weise. Fremdwährungsposten sind Bilanzposten, die in Fremdwährung eingegangen oder aufgenommen wurden (und deren Einbuchungen somit Fremdwährungstransaktionen vorausgingen). Fremdwährungstransaktionen beziehungsweise Fremdwäh­ rungsposten werden erstmalig mit dem am jeweiligen Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Die Folgebewertung eines Fremdwährungspostens hängt davon ab, ob es sich bei diesem um einen monetären oder um einen nicht-monetären Posten handelt. Monetäre Posten in einer Fremdwährung sind zu jedem Abschlussstichtag unter Verwendung des Stichtagskurses (d. h. dem Kassakurs am Abschlussstichtag) in die funktionale Währung umzurechnen; Umrechnungsdifferenzen müssen in der Regel erfolgswirksam (d. h. innerhalb der Gewinn- oder Verlustrechnung) erfasst werden. Nicht-monetäre Posten sind – sofern sie zu Anschaf­ fungs- oder Herstellungskosten bewertet werden – mit dem Kurs, der am Tag der erstmaligen Erfassung bestand, in die funktionale Währung umzurechnen. Zum beizulegenden Zeit­ wert bewertete nicht-monetäre Posten hat man mit dem Kurs umzurechnen, der am Tag der Bemessung gültig war (d. h. in der Regel mit dem Stichtagskurs). Umrechnungsdifferenzen aus nicht-monetären Posten sind wie alle anderen Gewinne beziehungsweise Verluste zu behandeln, d. h. sie sind entwe­ der erfolgswirksam oder erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital (d. h. im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergeb­ nisrechnung) zu erfassen.


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3.16. Unternehmenserwerbe Unternehmenszusammenschlüsse werden gemäß IFRS 3 unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungs­ kosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizule­ genden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwer­ ber die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermö­ gens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unter­ nehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Überein­ stimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Dies beinhaltet auch eine Trennung der in Basisverträgen eingebetteten derivativen Finanzinstrumente. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam (d. h. in der Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbs­ zeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden in der Regel in Übereinstimmung mit IAS 39 entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sons­ tigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet, und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne beherrschenden Einfluss über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schul­ den des Unternehmens bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmen­ wert nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens ein­ mal jährlich gemäß IAS 36 auf Wertminderung überprüft (siehe Gliederungspunkte 3.3, 3.6).

4. E R M E SS E N S E N T S C H E I D U N G E N U N D S C H ÄT Z U N G S U N S I C H E R H E I T E N Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird neben den Ansatz- und Bewertungsmethoden auch von Schätzungen und Annahmen beeinflusst. Geschätzte Werte und sich tatsächlich ergebende Werte können – gegebenen­ falls in erheblichem Umfang – voneinander abweichen. Wesentliche Schätzungen und Annahmen werden insbeson­ dere hinsichtlich der Festlegung der konzerneinheitlichen Abschreibungsdauern, der Wertberichtigungssätze auf Forde­ r­ungen sowie der Bestimmung der versicherungsmathemati­ schen Annahmen bei der Bewertung der Pensionsrückstellun­ gen getroffen. Gleichfalls in erheblichem Ausmaß ist es für die Bilanzierung von Rückstellungen oder die Angabe von Even­ tualverbindlichkeiten – insbesondere im Zusammenhang mit anhängigen oder sich möglicherweise ergebenden Rechtsstrei­ tigkeiten oder anderen ausstehenden Ansprüchen – erforder­ lich, Schätzungen und Annahmen vorzunehmen. So müssen etwa Schätzungen über die Wahrscheinlichkeit, dass ein anhän­ giges Verfahren für den Kläger erfolgreich ist, sowie die sich ­daraus eventuell ergebende Zahlungsverpflichtung vorgenom­ men werden. Auch ergeben sich Schätzungsunsicherheiten bei der Bildung von Rückstellungen für belastende Verträge beziehungsweise drohende Verluste dahingehend, ob ein Verlust wahrscheinlich ist und ob man diesen Verlust zuverläs­ sig ­schätzen kann. Hinsichtlich der Realisierbarkeit der aktiven ­latenten Steuern sind vor allem Schätzungen bezüglich der künf­ tig erzielbaren steuerlichen Gewinne zu treffen. Weitere signi­ fikante Schätzungen werden bei der Frage, ob für Vermögens­ werte oder zahlungsmittelgenerierende Einheiten Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, bei der Durchführung des Werthaltigkeitstests nach IAS 36 im Hinblick auf die Bestimmung der Cashflows im Prognosezeitraum sowie bei der Auswahl eines adäquaten Kapitalisierungszinssatzes getätigt. Bezüglich der Buchwerte der von wesentlichen Schätzungen betroffenen Bilanzposten wird auf die entsprechenden Erläuterungen zur Konzernbilanz verwiesen.

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5. E R S T M A L I G A N Z U W E N D E N D E R EC H N U N G S L EG U N G S VO R S C H R I F T E N Der Nordzucker Konzern hat die folgenden Verlautbarungen beziehungsweise Änderungen an Verlautbarungen des IASB beziehungsweise des IFRS IC in der Berichtsperiode erstmalig angewandt: > Änderung des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ (Bezeichnung der Änderung: „Arbeitnehmerbeiträge“); > „Verbesserungen der International Financial Reporting ­Standards“ („Zyklus 2010 – 2012“; Veröffentlichung 2013); > „Verbesserungen der International Financial Reporting ­Standards“ („Zyklus 2011 – 2013“; Veröffentlichung 2013). Die Änderung des IAS 19 regelt die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zum Pensionsplan als Reduktion des Dienstzeitaufwands, sofern diese die in der Berichtsperiode erbrachte Leistung widerspiegeln. Über Sammelstandards „Verbesserungen der International Financial Reporting Standards“ nimmt das IASB Änderungen verschiedener IFRS vor. Über den Zyklus 2010 – 2012 wurden insgesamt sieben Standards modifiziert; im Rahmen des Zyk­ lus 2011 – 2013 sind vier Standards geändert worden. Alle vorstehend aufgeführten Regeländerungen haben für den Nordzucker Konzern keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beziehungsweise auf die Cashflows.

6 . N I C H T A N G E WA N D T E R EC H N U N G S L EG U N G S VO R S C H R I F T E N Für den Konzernabschluss der Nordzucker AG zum 29. Feb­ ruar 2016 wurden keine IFRS freiwillig vorzeitig angewandt. Die Verlautbarungen werden erstmals zum Zeitpunkt ihrer verpflichtenden Anwendung berücksichtigt. Die Anwendung der IFRS setzt voraus, dass die Europäische Union (EU) die teilweise noch ausstehenden Anerkennungen erteilt. Ferner wendet der Nordzucker Konzern bislang IFRS 8 „Geschäftssegmente“ sowie IAS 33 „Ergebnis je Aktie“ nicht an; eine verpflichtende Anwendung ergibt sich nur für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Die im Folgenden aufgelisteten Regelungsänderungen ­werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beziehungsweise auf die Cashflows des Nordzucker Konzerns haben.


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6.1. Verpflichtende Erstanwendung in der Berichtsperiode 2016/17 Die folgenden Verlautbarungen werden im Nordzucker ­Konzernabschluss zum 28. Februar 2017 erstmalig ver­ pflichtend zur Anwendung kommen: > Änderung des IAS 16 „Sachanlagen“ und des IAS 38 ­„Immaterielle Vermögenswerte“ (Bezeichnung der Ände­ rung: „Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden“); > Änderung des IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ (Bezeichnung der Änderung: „Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten“); > Änderung des IAS 16 „Sachanlagen“ und des IAS 41 „Land­ wirtschaft“ (Bezeichnung der Änderung: „Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen“); > Änderung des IAS 27 „Einzelabschlüsse“ (Bezeichnung der Änderung: „Equity-Methode in Einzelabschlüssen“); > Änderung des IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ (Bezeichnung der Änderung: „Angabeninitiative“); > „Verbesserungen der International Financial Reporting ­Standards“ („Zyklus 2012 – 2014“; Veröffentlichung 2014); > Änderung des IFRS 10 „Konzernabschlüsse“, des IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“ und des IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemein­ schaftsunternehmen“ (Bezeichnung der Änderung: „Invest­ ment Entities: Applying the Consolidation Exception“; EU-Übernahme noch nicht erfolgt). Über die Änderung des IAS 16 und des IAS 38 wird klarge­ stellt, dass das Verhältnis zwischen dem erzielten Umsatz und dem erwarteten künftigen Gesamtumsatz nicht für die Abschreibung von Sachanlagen herangezogen werden kann, sondern lediglich in begrenzten Fällen für die Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten. Durch die Änderung des IFRS 11 wird kodifiziert, dass ein gemeinschaftlich Tätiger, der den Erwerb eines Anteils an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit bilanziert, bei der es sich um einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 „Unterneh­ menszusammenschlüsse“ handelt, die entsprechenden Grundsätze für die Bilanzierung von Unternehmenszusam­ menschlüssen nach IFRS 3 und anderen Standards anzuwen­ den und die in diesen Standards für Unternehmenszusam­

menschlüsse geforderten Angaben zu machen hat. Ferner wird konkretisiert, dass ein bislang gehaltener Anteil an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit nicht neu bewertet wird, wenn ein weiterer Anteil an derselben gemeinschaftlichen Tätigkeit unter Beibehaltung der gemeinschaftlichen Beherrschung erworben wird. Außerdem wurde eine Ausnahme vom Anwendungsbereich aufgenommen, die präzisieren soll, dass die Änderungen keine Anwendung finden, wenn die Parteien (einschließlich des berichtenden Unternehmens), die sich die gemeinschaftliche Beherrschung teilen, unter der gemein­ samen Beherrschung einer Partei stehen. Infolge der Änderungen des IAS 16 und des IAS 41 fallen bio­ logische Vermögenswerte, welche die Definition von frucht­ tragenden Pflanzen erfüllen, nicht mehr in den Anwendungs­ bereich von IAS 41, sondern in den Anwendungsbereich von IAS 16. Durch die Änderung des IAS 27 können Anteile eines Inves­ tors an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen im Einzelabschluss wahlweise unter Anwendung der Equity-Methode bewertet werden. Durch die Änderung des IAS 1 wird konkretisiert, dass sich die Wesentlichkeit auf den gesamten Abschluss bezieht und die Angabe unwesentlicher Informationen die Nützlichkeit von Finanzangaben einschränken kann. Zudem ist der Stelle im Abschluss und der Reihenfolge von Informationen Bedeutung beizumessen.

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Über Sammelstandards „Verbesserungen der International Financial Reporting Standards“ nimmt das IASB Änderungen verschiedener IFRS vor. Im Rahmen des Zyklus 2012 – 2014 wurden insgesamt fünf Standards geändert. Über die Änderung des IFRS 10, des IFRS 12 und des IAS 28 werden Klarstellungen im Zusammenhang mit der Befrei­ ung von der Konsolidierungspflicht für Anlagegesellschaften vorgenommen. 6.2. V  erpflichtende Erstanwendung in der Berichtsperiode 2017/18 oder später Diese Standards beziehungsweise Standardänderungen kom­ men im Nordzucker Konzernabschluss zum 28. Februar 2018 oder für spätere Berichtsperioden erstmalig zur Anwendung: > Änderung des IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ und des IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschafts­ unternehmen“ (Bezeichnung der Änderung: „Sale or Con­ tribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture“; EU-Übernahme noch nicht erfolgt); > IFRS 9 „Financial Instruments“ (EU-Übernahme noch nicht erfolgt); > IFRS 15 „Revenue from Contracts with Customers“ (EU-Übernahme noch nicht erfolgt); > IFRS 16 „Leases“ (EU-Übernahme noch nicht erfolgt). Die Änderung des IFRS 10 und des IAS 28 stellt klar, dass ein Investor den vollständigen Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten an beziehungsweise in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen erfasst, sofern die Vermögens­ werte einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 „Unter­ nehmenszusammenschlüsse“ darstellen. IFRS 9 ersetzt die bestehenden Regelungen in IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Der Standard wurde vom IASB in mehreren Phasen entwickelt und veröffentlicht; mittlerweile hat das IASB alle Phasen abgeschlossen. IFRS 9 beinhaltet Neuregelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten sowie zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Die bestehenden Klassifizie­ rungs- und Bewertungsvorschriften für finanzielle Verbind­ lichkeiten werden überwiegend beibehalten.

IFRS 15 regelt die Erfassung von Umsatzerlösen neu und ersetzt damit IAS 18 „Umsatzerlöse“ und IAS 11 „Fertigungsaufträge“ sowie die zugehörigen Interpretationen. Umsatzerlöse sind zu erfassen, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält. Ferner macht der Standard Vor­ gaben zur Darstellung der auf Ebene des jeweiligen Vertrags bestehenden Leistungsüberschüsse oder -verpflichtungen (Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten aus Kundenverträ­ gen) und verlangt umfangreiche Angaben zu Umsatzerlösen. IFRS 16 ersetzt die bestehenden Regelungen in IAS 17 zur Bilanzierung und Offenlegung von Leasingverhältnissen. Gemäß IFRS 16 muss der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertrag­ lichen Rechte und Verpflichtungen bilanziell erfassen; die bisher notwendige Unterscheidung zwischen Finanzierungs­ leasingverhältnissen (Bilanzierung des Leasinggegenstands als Vermögenswert) und Operating-Leasingverhältnissen (kein Bilanzierung des Leasinggegenstands als Vermögens­ wert; Erfassung der Leasingzahlungen als Aufwand) entfällt. Der Leasinggeber muss seine Leasingverhältnisse – wie nach den bisherigen Vorschriften des IAS 17 – entweder als Finan­ zierungsleasingverhältnisse oder als Operating-Leasing­ verhältnisse einstufen und entsprechend erfassen. Die Ein­ stufungskriterien wurden aus IAS 17 in IFRS 16 übernommen.

7. Ä  N D E R U N G E N D E R B E R I C H T SS T R U K T U R S O W I E Ä N D E R U N G E N D E R A N S AT Z- U N D BEWERTUNGSMETHODEN In der Berichtsperiode ist in der Kapitalflussrechnung die ­Darstellung der Ableitung des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit geändert worden. Die Darstellung der Vergleichs­ periode wurde entsprechend angepasst. Änderungen der Ansatz- und Bewertungsmethoden, die sich aufgrund der erstmaligen Anwendung von Rechnungsle­ gungsvorschriften ergeben (siehe dazu Gliederungspunkt 5), haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordzucker Konzerns.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

E R L Ä U T E R U N G E N Z U R KO N Z E R N G E W I N N - U N D V ER LUS T R EC H N U N G 8 . U M S AT Z E R LÖS E

Die Vertriebskosten setzen sich wie folgt zusammen:

V ER TRIEBS KOS TEN

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

1.273.953

1.500.465

94.878

86.742

153.663

183.656

Produkte Zucker Bioethanol Nebenprodukte Sonstige

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Frachten

– 72.456

– 78.234

Mieten, Pachten und Fremdlagerkosten

– 26.263

– 29.200

Personalaufwand

– 20.534

– 20.176

Abschreibungen

– 4.896

– 9.294

Werbung

– 9.435

– 9.813

Verkaufsprovision

– 1.463

– 2.536

TEUR

U M SAT ZE R LÖ S E

TEUR

10. V E R T R I E B S KOS T E N

84.879

95.414

1.607.373

1.866.277

Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten überwiegend Verkäufe von Handelswaren.

9. H E R S T E L L U N G S KOS T E N

Übrige Vertriebsaufwendungen Summe

Die Verwaltungskosten sind folgendermaßen gegliedert:

V ERWALTUN G S KOS TEN

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Personalaufwand

– 41.732

– 41.793

Beratungskosten

– 15.045

– 14.578

Gebühren und Abgaben

– 4.384

– 4.331

Abschreibungen

– 2.703

– 2.911

Mieten und Pachten

– 2.382

– 2.627

Reisekosten

– 1.673

– 2.582

– 67.096

Telefon/Kommunikation

– 1.258

– 1.443

– 40.313

– 40.582

Übrige Verwaltungsaufwendungen

– 1.365.153

– 1.552.654

TEUR

HE R S T E L LU N G S KO S T E N

Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Sonstige Aufwendungen Summe

– 19.858 – 169.111

11. V E R WA LT U N G S KOS T E N

Die Herstellungskosten haben die folgenden Bestandteile:

TEUR

– 18.857 – 153.904

1.3.2015 – 29.2.2016 – 1.140.452 – 118.095 – 66.293

1.3.2014 – 28.2.2015 – 1.318.171 – 126.805

Summe

– 10.153

– 13.767

– 79.330

– 84.032

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

12 . S O N S T I G E E R T R ÄG E

13. S O N S T I G E A U F W E N D U N G E N

Die sonstigen Erträge haben diese Zusammensetzung:

Die sonstigen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

SO NS T IGE E R T R ÄG E

S ON S TIG E AUF WEN DUN G EN

TEUR Versicherungs- und sonstige Schadensersatzleistungen

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

27.180

24.456

Abschreibungen

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

5.562

19.879

Währungskursgewinne

1.795

3.225

Erträge aus Anlageabgängen

141

627

Auflösungen Wertberichtigungen auf Forderungen

307

352

Erträge aus der Auflösung von Investitionszulagen, -zuschüssen und sonstigen Forderungen

591

634

Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie Hausund Grundstückserträge

516

484

Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Übrige betriebliche Erträge Summe

TEUR

770

178 12.196

42.441

62.031

Versicherungs- und sonstige Schadensersatzleistungen der Berichtsperiode betreffen im Wesentlichen Erstattungen aus einem Brandschaden in einem Silo in Uelzen in Höhe von TEUR 12.032 (Vorjahr: TEUR 18.536) sowie aus einem Brand­ schaden in einem externen Lagerhaus in Tjustorp (Schweden) in Höhe von TEUR 12.038 (Vorjahr: TEUR 5.540). In der Berichtsperiode erfasste Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen ergaben sich hauptsächlich aus der Auflösung von Rückstellungen für Brandschäden, für Prozess­risiken sowie für belastende Verträge. In der Vergleichs­periode waren im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Prozessrisiken enthalten. Die Währungskursgewinne sind, wie auch die in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesenen Währungskursverluste, insbe­ sondere auf die Entwicklung der jeweiligen Landeswährungen im Verhältnis zum Euro zurückzuführen.

1.3.2014 – 28.2.2015

– 144

– 34.626

– 13.381

– 33.356

Forschung und Entwicklung

– 4.961

– 5.149

Währungskursverluste

– 2.099

– 3.566

Verluste aus Anlagenabgängen

– 1.385

– 2.047

– 296

– 1.656

Aufwendungen aus Schadensfällen

Wertberichtigungen auf Forderungen Personalaufwand Übrige betriebliche Aufwendungen

5.579

1.3.2015 – 29.2.2016

Summe

– 901

– 317

– 12.038

– 15.792

– 35.205

– 96.509

Die Aufwendungen aus Schadensfällen der Berichtsperiode beinhalten Aufwendungen aus einem Brandschaden in einem Silo in Uelzen in Höhe von TEUR 11.322 (Vorjahr: TEUR 24.417) sowie aus einem Brandschaden in einem externen Lagerhaus in Tjustorp (Schweden) in Höhe von TEUR 675 (Vorjahr: TEUR 8.913).

14. F I N A N Z E R T R ÄG E Die Finanzerträge sind folgendermaßen gegliedert:

F IN AN ZER TRÄG E

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Erträge aus sonstigen Beteiligungen

5.860

5.798

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

7.532

1.135

Zinserträge von Kreditinstituten

91

214

Sonstige finanzielle Erträge

96

21

13.579

7.168

TEUR

Summe

Bei den Erträgen aus sonstigen Beteiligungen handelt es sich um Dividenden. Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge der Berichts­periode betreffen im Wesentlichen Zinserträge aus der gerichtlich erstrit­ tenen Rückzahlung von Produktionsabgaben aus Vorjahren. Gliederungspunkt 42 enthält weitere Informationen zu den Nettoergebnissen von Finanzinstrumenten.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

15. F I N A N Z A U F W E N D U N G E N Die Finanzaufwendungen haben diese Zusammensetzung:

S TEUERN VOM EIN KOMMEN UN D VOM ER TRAG

FINANZAUFW E N D U N G E N

TEUR Zinsaufwendungen aus Rückstellungen Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsaufwendungen von Kreditinstituten

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gliedert sich nach der Herkunft wie folgt auf:

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

– 3.837

– 5.480

– 1.585

TEUR

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Laufende Steuern Laufende Steuern im Inland

– 3.620

731

Laufende Steuern im Ausland

– 4.958

– 16.576

– 8.578

– 15.845

– 4.132

5.979

– 1.597 Latente Steuern

– 809

– 700

Sonstige finanzielle Aufwendungen

– 1.332

– 2.489

Summe

– 7.563

– 10.266

Latente Steuern im Inland Latente Steuern im Ausland

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

5.448

7.419

1.316

13.398

– 7.262

– 2.447

Die Zinsaufwendungen von Kreditinstituten beinhalten auch Zinsen auf Kreditinanspruchnahmen sowie Gebühren. Zusätzliche Angaben hinsichtlich der Nettoergebnisse zu Finanzinstrumenten finden sich in Gliederungspunkt 42.

16 . E  R G E B N I S A U S N AC H D E R EQ U I T YMETHODE BIL ANZIERTEN UNTERNEHMEN Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unter­ nehmen hat sich im Vergleich zur Vorperiode um TEUR 385 verbessert. Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen werden unter dem Bilanzposten „Finanzanlagen“ ausgewiesen (siehe Gliederungspunkt 25.1 und Gliederungspunkt 25.2).

17. S  T E U E R N VO M E I N KO M M E N U N D VO M E R T R AG Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steu­ ern erfasst. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich dabei aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Soli­daritätszuschlag und den entsprechenden ausländischen Einkommen- beziehungsweise Ertragsteuern zusammen.

Die Vorjahre betreffende laufende und latente Ertragsteuern beeinflussten den Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 479 negativ. Der erwartete Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, der sich bei Anwendung des Steuersatzes der Konzern­ obergesellschaft Nordzucker AG in Höhe von 29,00 Prozent (Vorjahr: 29,00 Prozent) auf das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern und Anteilen der Gesellschafter ohne beherrschen­ den Einfluss ergeben hätte, lässt sich wie folgt auf die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag laut Gewinn- und Verlust­ rechnung überleiten:

S TEUERAUF WAN D

TEUR

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

IFRS-Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

22.153

22.434

Konzernsteuersatz in  %

29,00 %

29,00 %

Erwarteter Steueraufwand

– 6.424

– 6.505

Abweichende Steuersätze

– 1.370

1.394

Steuern für Vorjahre

– 479

1.731

Steuerfreie Erträge

1.740

2.785

Nicht-abziehbare Betriebsaufwendungen

– 688

– 1.647

Sonstige Effekte

– 41

– 205

Steueraufwand

– 7.262

– 2.447

Bei in Deutschland ansässigen Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft beträgt der Körperschaftsteuersatz 15 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die geschuldete Körperschaftsteuer.

81


82

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

Zusätzlich unterliegen in Deutschland ansässige Unterneh­ men der Gewerbesteuer, deren Höhe sich in Abhängigkeit gemeinde­spezifischer Hebesätze bestimmt. Die Auswirkungen abweichender Steuersätze zwischen aus­ ländischen Steuersätzen und dem Konzernsteuersatz der Nordzucker AG (29,00 Prozent) sind in der Überleitungs­

rechnung unter den steuersatzbedingten Abweichungen im In- und Ausland ausgewiesen. Die aktiven und passiven latenten Steuern resultieren haupt­ sächlich aus temporären Bewertungsunterschieden zwischen IFRS-Abschluss und lokaler Steuerbilanz der einzelnen Kon­ zerngesellschaften für folgende Posten:

L AT E NT E S T E U E R N N AC H B I L A N Z P O S T E N

29.2.2016 TEUR Immaterielle Vermögenswerte

Aktive latente Steuern

28.2.2015 Passive latente Steuern

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

441

1.054

529

638

Sachanlagen

2.087

111.261

2.027

113.071

Vorräte

1.064

10.298

1.744

9.215

374

1.134

733

1.384

Pensionsrückstellungen

36.005

81

36.472

642

Sonstige Rückstellungen

1.449

0

4.225

234

Übrige Verbindlichkeiten

1.292

3.889

1.064

8.754

42.712

127.717

46.794

133.938

7.522

0

7.981

0

50.234

127.717

54.775

133.938

– 44.651

– 44.651

– 49.983

– 49.983

5.583

83.066

4.792

83.955

Sonstige Aktiva

Latente Steuern auf temporäre Differenzen Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge Bruttobetrag Saldierung Bilanzansatz

Die in der Konzernbilanz dargestellte Veränderung der laten­ ten Steuern zum Abschlussstichtag von insgesamt TEUR 1.680 wurde in Höhe von TEUR 1.316 (Vorjahr: TEUR 13.398) erfolgswirksam (d. h. in der Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Ferner wurde ein Betrag von TEUR 364 (Vorjahr: TEUR 22.145) erfolgsneutral (d. h. im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung) erfasst; wechselkursbedingte Änderungen sind dabei im Posten „Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe“ berücksichtigt worden. Aktive und passive latente Steuern werden je Gesellschaft beziehungsweise Organkreis saldiert. Sofern latente Steuern auf Ebene von Personengesellschaften bestehen, erfolgte eine Saldierung nur für körperschaftsteuerliche Zwecke auf Ebene der Nordzucker AG. Für die Gewerbesteuer werden die latenten Steuern auf Ebene der einzelnen Personen­ gesellschaften saldiert.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Der folgenden Tabelle lassen sich die erfolgswirksam sowie die erfolgsneutral gebuchten Änderungen der aktiven und passiven latenten Steuern entnehmen:

ÄND E R UN GE N L AT E N T E R S T E U E RN

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Passive latente Steuern

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

– 88

– 416

491

7.372

60

1.810

164

3.891

Vorräte

– 680

– 1.083

– 642

– 355

Sonstige Aktiva

– 359

250

338

– 328 – 642

TEUR Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen

Pensionsrückstellungen

Aktive latente Steuern

– 467

561

21.616

Sonstige Rückstellungen

– 2.776

234

– 5.349

0

Übrige Verbindlichkeiten

228

4.865

– 100

1.106

– 4.082

6.221

16.518

11.044

– 459

0

7.981

0

– 4.541

6.221

24.499

11.044

Latente Steuern auf temporäre Differenzen Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge Summe

Für den auf Einzelgesellschaftsebene bilanzierten Überhang aktiver latenter Steuern über passive latente Steuern wird auf Basis der aktuellen Ertragssituation beziehungsweise aufgrund von Unternehmensplanungsrechnungen die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern als hinreichend sicher erachtet. Im Geschäftsjahr wurden für ausländische steuerliche Ver­ lustvorträge in Höhe von TEUR 11.753 (Vorjahr: TEUR 7.002) keine aktiven latenten Steuern bilanziert, da künftiges posi­ tives steuerliches Einkommen in der näheren Zukunft nicht erwartet wird. Des Weiteren wurden im Inland für Verlust­ vorträge in Höhe von TEUR 298 (Vorjahr: TEUR 1.136) keine latenten Steuern aktiviert, da künftiges positives steuerliches Einkommen in der näheren Zukunft nicht erwartet wird. Für temporäre Differenzen auf Anteile von Tochterunter­ nehmen in Höhe von TEUR 192.715 (Vorjahr: TEUR 166.430) wurden keine latenten Steuern gebildet, da der Nordzucker Konzern den zeitlichen Verlauf der Umkehrung steuern kann und sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

18 . M AT E R I A L A U F WA N D Der Materialaufwand unterteilt sich wie folgt:

MATERIAL AUF WAN D

TEUR Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren Aufwendungen für bezogene Leistungen Summe

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

– 824.210

– 1.248.710

– 92.772

– 109.049

– 916.982

– 1.357.759

19. P E R S O N A L A U F WA N D Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

PERS ON AL AUF WAN D

TEUR Löhne und Gehälter Soziale Abgaben und sonstige soziale Aufwendungen Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne Summe

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

– 149.814

– 156.151

– 22.564

– 26.300

– 8.768

– 9.400

– 5.499

– 3.477

– 186.645

– 195.328

83


84

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

Die Aufwendungen für leistungs- und beitragsorientierte Pläne sind Leistungen des Konzerns für leistungs- und bei­ tragsorientierte Pensionszusagen sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne betreffen Dienstzeitaufwendungen. Sie beinhalten nicht die den Pensionsaufwendungen zugehörigen Netto-­ Zinskosten der leistungsorientierten Zusagen. Diese werden innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Finanzaufwendungen“ ausgewiesen. In der Berichtsperiode waren im Nordzucker Konzern ­durchschnittlich 3.206 Mitarbeiter (Vergleichsperiode: 3.284 Mitarbeiter) beschäftigt.

2 0. A B S C H R E I B U N G E N

ERL ÄUTERUNGEN ZUR KO N Z E R N - B I L A N Z 21. I M M AT E R I E L L E V E R M Ö G E N S W E R T E Die Entwicklung der einzelnen Posten der immateriellen Ver­ mögenswerte des Konzerns ist im Anlagespiegel dargestellt. Zum Ende der Berichtsperiode lagen keine immateriellen Ver­ mögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer vor. In der Berichtsperiode wurden Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von TEUR 4.961 (Vorjahr: TEUR 5.149) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Aufwendun­ gen sind vollständig dem Posten „sonstige Aufwendungen“ zugeordnet.

Die Abschreibungen teilen sich wie folgt auf: 2 2 . S AC H A N L AG E N ABSCHR E IBUN GE N

TEUR Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanz­ investition gehaltene Immobilien Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanz­ investition gehaltene Immobilien Summe

1.3.2015 – 29.2.2016

– 73.702

1.3.2014 – 28.2.2015

– 78.954

– 641

– 35.388

– 74.343

– 114.342

Die außerplanmäßigen Abschreibungen der Vergleichs­periode betreffen überwiegend Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 34.398, die mit dem Erwerb der Nordic Sugar Gruppe aktiviert wurden.

Hinsichtlich der Entwicklung der Sachanlagen wird auf den Anlagespiegel des Nordzucker Konzerns verwiesen. Bei den Vermögenswerten, die im Rahmen eines Finanzie­ rungsleasingverhältnisses gemäß IAS 17 aktiviert sind, handelt es sich im Wesentlichen um ein Speicherbecken in Stöcken sowie um ein Silo in Saxkøbing. Die Leasinggegenstände werden als technische Anlagen und Maschinen ausgewiesen. Der Nordzucker Konzern hat in der Berichtsperiode Entschä­ digungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 161) für den Untergang beziehungsweise die Wertminderung von Sach­ anlagen von Dritten, zum Beispiel Versicherungen, erhalten. Zum Abschlussstichtag der Berichts- und der Vergleichs­ periode sind Sachanlagevermögenswerte in Höhe von TEUR 5.400 als Sicherheiten für Verbindlichkeiten begeben worden.

23. W  ERTHALTIGKEITS TES T DER I MMATERIELLEN V E R M Ö G E NS W E R T E U N D SACH A N L AG E N Werthaltigkeitstests für die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden im Wesentlichen auf der Grundlage der jeweiligen Nutzungswerte auf Ebene zahlungsmittel­ generierender Einheiten durchgeführt. Die zahlungsmittel­ generierenden Einheiten sind bislang entsprechend der Geschäftsaktivitäten des Nordzucker Konzerns sowie unter Berücksichtigung regionaler Aspekte bestimmt worden. Wegen des Übergangs des Nordzucker Konzerns auf eine funktionale Unternehmensstruktur wurde die Identifikation


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten geändert. Bis zum 31. Januar 2015 erfolgten Werthaltigkeitstests auf Basis von Regionen beziehungsweise Ländern. Ab dem 31. Januar 2015 werden die Werthaltigkeitstests über eine zahlungs­ mittelgenerierende Einheit vorgenommen, die konzernweit alle Cashflows sowie die damit verbundenen Vermögenswerte und Schulden aus dem Zuckerverkauf berücksichtigen. In der Berichts- und in der Vergleichsperiode wurde für die Nordic Sugar Gruppe ein Werthaltigkeitstest im Hinblick auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen durch­ geführt. Der erzielbare Betrag basierte dabei jeweils auf dem Nutzungswert. Der für die Diskontierung der Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verwendete Vorsteu­ erzinssatz betrug rund 7,47 Prozent (Vorjahr: 7,62 Prozent). Bei den in die Berechnung des Netto-Cashflows einfließen­ den nachhaltigen Ergebnissen wurde eine Wachstumsrate von 0 Prozent (Vorjahr: 0 Prozent) angesetzt. Preisrückgänge und das beschlossene Ende der Zuckermarktordnung im Jahr 2017 haben die Zukunftserwartungen der Nordic Sugar Gruppe deutlich eingetrübt. So wurden insbesondere für die nach 2017 folgenden Geschäftsjahre deutlich geringere Ergebnisse erwartet, als diese ursprünglich prognostiziert worden waren. In der Vergleichsperiode führten die geänderten Marktaussichten zu einer Wertminderung in Höhe von TEUR 34.398 der beim Erwerb der Nordic Sugar Gruppe aktivierten Vermögenswerte. In der aktuellen Berichtsperiode wurden keine Wertminde­ rungen vorgenommen.

2 5. F I N A N Z A N L AG E N Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzanlagen haben sich keine wesentlichen Veränderungen im Nordzucker Konzern ergeben. 25.1. N  ach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen In der Berichts- und Vergleichsperiode lagen keine nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen vor, die einzeln oder in Summe für die Darstellung der Ver­ mögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordzucker Konzerns wesentlich waren. 25.2. Nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen Durch den Erwerb von 25 Prozent der Anteile an der August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, dem das Bundeskartellamt am 8. April 2015 zugestimmt hat, wurde die August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG in der Berichtsperiode erstmals als assoziiertes Unter­ nehmen mittels der Equity-Methode einbezogen. In der Berichts- und Vergleichsperiode lagen keine nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen vor, die einzeln oder in Summe für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Nordzucker Konzerns wesentlich waren.

24. A L S F I N A N Z I N V E S T I T I O N E N G E H A LT E N E I M M O B I L I E N Die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien im ­Nordzucker Konzern betreffen insbesondere Wohnungen sowie nicht-betriebsnotwendige Grundstücke. In der Berichtsperiode wurden Mieterlöse in Höhe von TEUR 29 (Vorjahr: TEUR 44) erzielt, denen Aufwendungen in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 21) gegenüberstehen. Darüber hinaus fielen Aufwendungen in Höhe von TEUR 35 (Vorjahr: TEUR 134) an, denen keine Mieterlöse gegenüberstanden. Der beizulegende Zeitwert der gehaltenen Immobilien beträgt zum Abschlussstichtag TEUR 6.172 (Vorjahr: TEUR 7.241). Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte aufgrund von internen Einschätzungen auf der Basis von Vergleichsobjekten. In der Berichts- und Vergleichsperiode wurden keine nach­ träglichen Anschaffungskosten aktiviert.

25.3. Sonstige Finanzanlagen Für die unter den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte der Bewertungskategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ erfolgt der Wertansatz zum Abschlussstichtag entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zu Anschaffungskosten (siehe Gliederungspunkt 3.8). Die Anteile an der Tereos TTD a.s. werden trotz einer Beteili­ gungsquote von 35,38 Prozent hier ausgewiesen, da aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Regelungen kein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausgeübt werden kann. In der Berichtsperiode hat der Nordzucker Konzern Dividenden in Höhe von TEUR 5.802 (Vorjahr: TEUR 5.744) erhalten.

85


86

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

KO N Z E R N - A N L AG E S­ P I E G E L 2 0 1 5 / 1 6 der Nordzucker AG, Braunschweig

Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. beizulegende Zeitwerte Stand am 1.3.2015

Währungseffekte

Zugang

Umbu­ chungen

Abgang

Stand am 29.2.2016

Geschäfts- oder Firmenwerte

0

0

0

0

0

0

Rechte, Patente und Lizenzen

53.878

– 267

3

0

– 1.325

52.289

2.720

0

0

0

0

2.720

101.029

60

1.432

398

– 67.262

35.657

TEUR Immaterielle Vermögenswerte

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen

1.887

0

691

– 255

0

2.323

159.514

– 207

2.126

143

– 68.587

92.989

Sachanlagen Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebsund Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

451.851

– 1.651

3.774

2.667

– 1.021

455.620

1.700.399

– 1.883

41.139

6.895

– 9.180

1.737.370

47.040

– 148

3.242

405

– 2.225

48.314

9.068

– 39

9.794

– 8.616

– 52

10.155

2.208.358

– 3.721

57.949

1.351

– 12.478

2.251.459

6.263

0

0

– 1.529

– 67

4.667

2.374.135

– 3.928

60.075

– 35

– 81.132

2.349.115

KO N Z E R N - A N L AG E S­ P I E G E L 2 0 1 4 / 1 5 der Nordzucker AG, Braunschweig

Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. beizulegende Zeitwerte Stand am 1.3.2014

Währungseffekte

Geschäfts- oder Firmenwerte

89.028

Rechte, Patente und Lizenzen

53.708

TEUR

Stand am 28.2.2015

Zugang

Umbu­ chungen

Abgang

– 8

0

0

– 89.020

0

21

149

0

0

53.878

Immaterielle Vermögenswerte

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen

2.981

0

0

– 1

– 260

2.720

100.397

– 1.306

2.575

574

– 1.211

101.029

1.492

0

960

– 565

0

1.887

247.606

– 1.293

3.684

8

– 90.491

159.514

Sachanlagen Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebsund Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

449.399

– 2.135

6.627

1.940

– 3.980

451.851

1.656.698

– 7.935

60.108

5.968

– 14.440

1.700.399

46.247

– 132

3.286

198

– 2.559

47.040

8.999

– 248

8.605

– 8.117

– 171

9.068

2.161.343

– 10.450

78.626

– 11

– 21.150

2.208.358

9.417

0

14

– 3.123

– 45

6.263

2.418.366

– 11.743

82.324

– 3.126

– 111.686

2.374.135


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Abschreibungen

Buchwerte

Zuschreibungen

Umbu­ chungen

Abgang

Stand am 29.2.2016

Stand am 29.2.2016

Stand am 28.2.2015

0

0

0

0

0

0

0

– 2.841

0

0

1

1.325

– 49.806

2.483

5.334

– 104

0

0

0

0

– 2.616

104

208

– 2.278

0

0

– 1

67.176

– 18.298

17.359

17.894

Stand am 1.3.2015

Währungseffekte

plan- außerplanmäßige mäßige

0

0

0

– 48.544

253

– 2.512

0

– 83.135

– 60

0

0

0

0

0

0

0

0

2.323

1.887

– 134.191

193

– 5.223

0

0

0

68.501

– 70.720

22.269

25.323

– 250.876

484

– 8.344

– 73

653

– 872

273

– 258.755

196.865

200.975

– 1.071.017

568

– 57.677

– 568

2

– 2

8.533

–  1.120.161

617.209

629.382

– 37.602

111

– 2.457

0

0

0

2.215

– 37.733

10.581

9.438

– 15

0

0

0

15

0

0

0

10.155

9.053

– 1.359.510

1.163

– 68.478

– 641

670

– 874

11.021

– 1.416.649

834.810

848.848

– 2.742

0

– 1

0

100

874

31

– 1.738

2.929

3.521

– 1.496.443

1.356

– 73.702

– 641

770

0

79.553

– 1.489.107

860.008

877.692

Stand am 1.3.2014

Währungseffekte

Stand am 28.2.2015

Stand am 28.2.2015

Abschreibungen plan- außerplanmäßige mäßige

Buchwerte

Zuschreibungen

Umbu­ chungen

Abgang

Stand am 28.2.2014

– 89.028

8

0

0

0

0

89.020

0

0

0

– 44.800

– 21

– 2.944

– 779

0

0

0

– 48.544

5.334

8.908

– 2.662

0

– 108

0

0

0

258

– 2.512

208

319

– 44.048

848

– 7.387

– 33.619

0

– 2

1.073

– 83.135

17.894

56.349

0

0

0

0

0

0

0

0

1.887

1.492

– 180.538

835

– 10.439

– 34.398

0

– 2

90.351

– 134.191

25.323

67.068

– 246.230

489

– 8.225

– 684

0

0

3.774

– 250.876

200.975

203.169

– 1.029.837

3.678

– 57.382

– 261

32

– 1

12.754

– 1.071.017

629.382

626.861

– 37.257

97

– 2.879

0

0

– 1

2.438

– 37.602

9.438

8.990

– 147

0

0

– 15

0

0

147

– 15

9.053

8.852

– 1.313.471

4.264

– 68.486

– 960

32

– 2

19.113

– 1.359.510

848.848

847.872

– 4.902

0

– 29

– 30

147

2.065

7

– 2.742

3.521

4.515

– 1.498.911

5.099

– 78.954

– 35.388

179

2.061

109.471

– 1.496.443

877.692

919.455

87


88

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

26 . VO R R ÄT E Die unfertigen Erzeugnisse enthalten im Wesentlichen Dicksaft zur Herstellung von Bioethanol und kristalliner Ware. Wertminderungen und Rückgängigmachungen von Wertmin­ derungen (Wertaufholungen) auf Vorräte werden innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Herstellungskosten“ erfasst. In der Berichtsperiode ergaben sich Wertminderungen von TEUR 1.256 (Vorjahr: TEUR 11.338) und Wertaufholungen von TEUR 3.916 (Vorjahr: TEUR 1.931). Die Wertminderungen in der Berichts- und Vergleichsperiode betrafen im Wesent­ lichen Wertberichtigungen auf brandgeschädigte und ander­ weitig beschädigte Vorräte.

Angaben zu den Ausfallrisiken und zur Altersstruktur sind ­Gliederungspunkt 43.2 zu entnehmen.

2 9. F I N A N Z I E L L E V E R M Ö G E N S W E R T E Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

F IN AN ZIELLE V ERMÖG EN S WER TE

TEUR Positiver beizulegender Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten Schadensersatzansprüche

27. F O R D E R U N G E N A U S L I E F E R U N G E N

Übrige finanzielle Vermögenswerte

UND LEISTUNGEN

Bilanzausweis

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

29.2.2016

28.2.2015

1.509

3.892

11.773

3.357

7.232

5.948

20.514

13.197

Angaben zu Ausfallrisiken und zur Altersstruktur werden unter Gliederungspunkt 43.2 gemacht.

FO R DE R U N GE N AU S L I E F E RU N G E N U N D L E I S T U N G E N

TEUR Bruttoforderungen

29.2.2016

28.2.2015

129.091

141.149

– 1.755

– 2.260

127.336

138.889

Wertberichtigungen Bilanzausweis

3 0. S O N S T I G E V E R M Ö G E N S W E R T E Die sonstigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:

S ON S TIG E V ERMÖG EN S WER TE

Angaben zu den Ausfallrisiken und zur Altersstruktur der Forde­ rungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Gliederungs­ punkt 43.2 enthalten. Der Aufwand aus der Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Berichts­ periode beträgt TEUR 296 (Vorjahr: TEUR 1.656).

2 8 . F O R D E R U N G E N G EG E N N A H E S T E H E N D E PERSONEN UND UNTERNEHMEN Die Forderungen gegen nahestehende Personen und Unter­ nehmen haben die folgende Zusammensetzung:

TEUR Forderungen aus sonstigen Steuern

29.2.2016

28.2.2015

10.793

34.795

Übrige sonstige Vermögenswerte

28.795

7.953

Bilanzausweis

39.588

42.748

Die übrigen sonstigen Vermögenswerte der Berichtsperiode betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Zinserträgen aus der gerichtlich erstrittenen Rückzahlung von Produktions­ abgaben aus Vorjahren.

31. Z U R V E R Ä U SS E R U N G B E S T I M M T E VERMÖGENSWERTE

FO R DE R U N GE N GE G E N N A H E S T E H E N D E PE R SO NE N U ND U N T E RN E H M E N

TEUR Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen Forderungen gegen sonstige nahestehende Personen und Unternehmen Bilanzausweis

29.2.2016

28.2.2015

897

67

17

0

914

67

Die Vermögenswerte, die gemäß IFRS 5 als „zur Veräußerung verfügbar“ eingestuft sind, umfassen Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert von TEUR 1.516 (Vorjahr: TEUR 1.703). Aus diesen resultierten in der Berichts- und in der Vergleichs­ periode nur unwesentliche Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

32 . E I G E N K A P I TA L

32.3. Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Die Veränderung des Konzerneigenkapitals ist in der Eigen­ kapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital umfasst die in den vergangenen Geschäftsjahren sowie in der laufenden Periode erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezoge­ nen Unternehmen. Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rah­ men von Unternehmenserwerben entstanden sind, die vor dem 1. März 2004 durch den Konzern durchgeführt worden sind, wurden mit den Rücklagen verrechnet. Der Ausgleichs­ posten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen wurde in der IFRS-Eröffnungsbilanz mit dem erwirtschafteten Eigenkapital verrechnet.

Das Kapitalmanagement des Nordzucker Konzerns ist insbe­ sondere auf eine starke Eigenkapitalbasis und eine nachhal­ tige Dividendenpolitik ausgelegt, um einerseits die laufende Geschäftstätigkeit sicherzustellen und andererseits den Aktio­ nären eine angemessene Dividendenrendite zu ermöglichen. Die rechnerische Eigenkapitalquote beträgt zum 29. Februar 2016 64 Prozent (Vorjahr: 59 Prozent). Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 0,10 je Stückaktie (Vorjahr: EUR 0,10 je Stückaktie) auszuschütten. Die Nordzucker AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Der Vorstand steuert den Konzern erfolgsbezogen auf der Grundlage kapitalmarktorientierter Unternehmensziele, die durch das Erreichen bestimmter Konzernkennzahlen gemessen werden. Als maßgebliche Konzernkennzahlen dienen die EBITDA-Marge, die Umsatz­ rendite, die Eigenkapitalquote sowie die Eigenkapitalrendite, für die bestimmte Zielwerte definiert wurden. 32.1. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) beträgt zum Abschluss­ stichtag unverändert EUR 123.651.328,00 und ist in 48.301.300 auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Das Grundkapital ist voll eingezahlt und hat wie im Vorjahr einen rechnerischen Anteil am gezeichneten Kapital von EUR 2,56 je Aktie. Als Aktionär mit mehr als 50 Prozent der Aktien war am Ab­ schlussstichtag die Nordzucker Holding AG, Braunschweig, mit 84,06 Prozent legitimiert. 32.2. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage wurde aus Aufgeldern aus Kapitalerhö­ hungen der Nordzucker AG gebildet.

Im erwirtschafteten Konzerneigenkapital ist mit TEUR 12.365 die gesetzliche Rücklage von zehn Prozent des gezeichneten Kapitals enthalten, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht zur Ausschüttung zur Verfügung steht (§150 AktG). 32.4. Kumuliertes übriges Eigenkapital Das kumulierte übrige Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

KUMULIER TES ÜBRIG ES EIG EN KAPITAL

29.2.2016

28.2.2015

Neubewertung von leistungs­ orientierten Versorgungsplänen

– 88.185

– 88.850

Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe

31.373

33.252

TEUR

Nettoergebnis aus der Absicherung von Cashflows Bilanzausweis

– 1.032

– 785

– 57.844

– 56.383

32.5. Anteile ohne beherrschenden Einfluss Die Anteile der Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss entfallen im Wesentlichen auf die folgenden Unternehmen:

AN TEILE OH N E BEH ERRS CH EN DEN EIN F LUS S

29.2.2016

28.2.2015

Sucros Oy

22.753

24.983

AB Nordic Sugar Kėdainiai

12.615

12.598

Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG

2.282

2.397

Považský Cukor a.s.

1.452

1.574

82

81

TEUR

Nordzucker Polska S.A. Matra Cukor Ztr. Bilanzausweis

2

3

39.186

41.636

89


90

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

Der Gesamtbetrag des den Anteilseignern ohne beherrschen­ den Einfluss zustehenden Konzern-Periodenergebnisses der Berichtsperiode in Höhe von TEUR – 675 resultierte im Wesent­ lichen aus der Norddeutschen Flüssigzucker GmbH & Co. KG (TEUR 164), aus der Sucros Oy (TEUR – 739) sowie aus der Považský Cukor a.s. (TEUR – 122). Das den Anteilseignern ohne beherrschenden Einfluss zustehende Konzern-Perioden­ ergebnis von insgesamt TEUR – 725 der Vergleichsperiode entfiel insbesondere auf die Norddeutsche Flüssigzucker ­ GmbH & Co. KG (TEUR 488), auf die Sucros Oy (TEUR – 579), auf die AB Nordic Sugar Kėdainiai (TEUR – 478) sowie auf die Považský Cukor a.s. (TEUR – 161).

33. P E N S I O N S V E R P F L I C H T U N G E N Rückstellungen für Pensionen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an aktive und ehe­ malige Mitarbeiter des Nordzucker Konzerns sowie für deren Hinterbliebene gebildet. Die Ausgestaltung der Altersversorgung richtet sich nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Die Versorgungssysteme innerhalb des Konzerns sind sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Die Pensionszusagen basieren auf Betriebsvereinbarungen sowie in wenigen Fällen auf Einzelzusagen mit fixierten Auszahlungsbeträgen. Für die leistungsorientierten Versorgungssysteme bestehen sowohl rückstellungsfinanzierte als auch durch Planvermögen gedeckte Zusagen. So wurden im Jahr 2005 für einen Teil der Versorgungspläne Rückdeckungsversicherungen mit Verpfän­ dung an den Versorgungsberechtigten abgeschlossen. Ferner hat der Nordzucker Konzern für einen Teil der Versorgungs­ pläne bei einer Unterstützungskasse eine zusätzliche Versor­ gungszusage abgeschlossen. Dabei wurden 80 Prozent der Versorgungsverpflichtungen kongruent gegen Einmalbeitrag ausfinanziert. Im Jahr 2012 hat der Nordzucker Konzern für alle neuen Mit­ arbeiter einen leistungsorientierten Versorgungsplan abge­ schlossen, über den die biometrischen Risiken auf Arbeit­ nehmer und Arbeitgeber verteilt werden. Der Versorgungsplan beinhaltet einen Wechsel auf eine Kapitalzusage mit markt­ abhängigem Zins. In der Berichtsperiode belaufen sich die erfassten Aufwen­ dungen für beitragsorientierte Pläne auf TEUR 8.768 (Vorjahr: TEUR 9.400).

Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für die leistungs­ orientierten Versorgungssysteme erfolgt gemäß IAS 19 auf der Grundlage versicherungsmathematischer Annahmen. In der Berichts- und der Vergleichsperiode kamen die folgenden gewichteten finanziellen Annahmen zur Anwendung:

F IN AN ZIELLE AN N AH MEN ZU PEN S ION S V ERPF LICH TUN G EN

Berichtsperiode 2015/16

Vergleichsperiode 2014/15

Inland

Ausland

Inland

Ausland

Rechnungszins

1,80 %

2,30 %

1,60 %

2,00 %

Lohn- und Gehaltstrend

2,50 %

3,00 %

2,50 %

3,00 %

Rententrend

1,50 %

1,50 %

1,50 %

1,50 %

Hinsichtlich der Lebenserwartung wurden bei den inländischen Unternehmen des Nordzucker Konzerns die Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck verwendet. Bei einem Rechnungszins von 1,8 Prozent (Vorjahr: 1,6 Pro­ zent) betrug die Duration der Verpflichtungen im Inland 21,1 Jahre (Vorjahr: 21,7 Jahre). Im Ausland lag die Duration der Verpflichtungen bei einem Rechnungszins von 2,3 Prozent (Vorjahr: 2,0 Prozent) bei 14,0 Jahren (Vorjahr: 21,0 Jahre). Die folgende Tabelle zeigt, welche prozentuale Auswirkung eine Veränderung der getroffenen Annahmen auf die leistungs­ orientierte Verpflichtung zum Abschlussstichtag hätte, sofern die jeweils anderen Annahmen unverändert bleiben würden:

S EN S ITIV ITÄT SAN ALYS E

Berichtsperiode 2015/16 Rechnungszins

Lohn- und Gehaltstrend Rententrend

Vergleichsperiode 2014/15

Inland

Ausland

Inland

Ausland

+ 0,5 %

– 7,86 %

– 6,00 %

– 8,35 %

– 6,18 %

– 0,5 %

8,97 %

6,67 %

9,63 %

6,90 %

+ 0,5 %

0,47 %

1,40 %

0,67 %

1,34 %

– 0,5 %

– 0,45 %

– 1,26 %

– 0,64 %

– 1,21 %

+ 0,5 %

4,76 %

5,68 %

4,99 %

5,91 %

– 0,5 %

– 4,38 %

– 5,23 %

– 4,55 %

– 5,42 %


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Die in der Bilanz erfassten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen haben sich wie folgt entwickelt:

E NT W ICK LU N G D E R P E N S I O N S RÜ CK S T E L LU N G E N

Leistungsorientierte Verpflichtung TEUR Stand 1.3.2014

Planvermögen

Nettoschuld

Inland

Ausland

Gesamt

Inland

Ausland

Gesamt

Gesamt

190.259

45.189

235.448

72.016

7.270

79.286

156.162

Dienstzeitaufwand

3.130

347

3.477

/

/

/

3.477

Zinsaufwand/Zinsertrag

6.469

1.304

7.773

2.422

210

2.632

5.141

Übrige Wertänderungen

0

30

30

0

0

0

30

Summe erfolgswirksam

9.599

1.681

11.280

2.422

210

2.632

8.648

Ertrag aus Planvermögen

/

/

/

40

241

281

– 281

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

62.594

11.437

74.031

/

/

/

74.031

Summe Neubewertungen (erfolgsneutral)

62.594

11.437

74.031

40

241

281

73.750

/

/

/

102

74

176

– 176

Einzahlungen auf Rückdeckungsversicherungen Erstattungen aus Rückdeckungsversicherungen Geleistete Rentenzahlungen Währungskursdifferenzen und sonstige Anpassungen Stand 28.2.2015

/

/

/

– 5.507

– 605

– 6.112

6.112

– 9.038

– 2.668

– 11.706

0

0

0

– 11.706

/

– 2.148

– 2.148

/

0

0

– 2.148

253.414

53.491

306.905

69.073

7.190

76.263

230.642

Dienstzeitaufwand

4.993

506

5.499

/

/

/

5.499

Zinsaufwand/Zinsertrag

4.055

855

4.910

1.105

103

1.208

3.702

Übrige Wertänderungen

0

– 13

– 13

0

0

0

– 13

Summe erfolgswirksam

9.048

1.348

10.396

1.105

103

1.208

9.188

Ertrag aus Planvermögen

/

/

/

– 12.808

– 648

– 13.456

13.456

– 10.914

– 3.181

– 14.095

/

/

/

– 14.095

– 10.914

– 3.181

– 14.095

– 12.808

– 648

– 13.456

– 639

/

/

/

102

35

137

– 137

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste Summe Neubewertungen (erfolgsneutral) Einzahlungen auf Rückdeckungsversicherungen Erstattungen aus Rückdeckungsversicherungen Geleistete Rentenzahlungen Währungskursdifferenzen und sonstige Anpassungen Stand 29.2.2016

/

/

/

– 5.157

– 635

– 5.792

5.792

– 8.850

– 2.756

– 11.606

0

0

0

– 11.606

/

115

115

/

0

0

115

242.698

49.017

291.715

52.315

6.045

58.360

233.355

Die versicherungsmathematischen Verluste der Berichts- und der Vergleichsperiode resultierten im Wesentlichen aus Ände­ rungen des Rechnungszinses. Für die Berichtsperiode 2016/17 werden Beiträge in das Plan­ vermögen in Höhe von TEUR 719 (Vorjahr: TEUR 719) erwartet.

91


92

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

3 4. S O N S T I G E R Ü C K S T E L L U N G E N Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

SO NS T IGE R ÜCK S T E L LU N G E N

TEUR

Stand 28.2.2015

Währungseffekte

Zuführungen/ Umgliederungen

Inanspruchnahme

Auflösung

Stand 29.2.2016

Prozessrisiken und Risikovorsorge

25.082

– 3

19.320

– 507

– 468

43.424

Personalbezogene Rückstellungen

21.929

– 73

13.063

– 12.646

– 1.044

21.229

Rückstellungen für Lieferanten und Kunden

17.471

– 1

– 2.005

– 8.944

– 189

6.332

Übrige sonstige Rückstellungen Bilanzausweis

35.966

– 11

2.536

– 9.546

– 3.956

24.989

100.448

– 88

32.914

– 31.643

– 5.657

95.974

Die Rückstellungen für Prozessrisiken und Risikovorsorge wur­ den im Wesentlichen gebildet für Risiken aus verschiedenen lau­ fenden Rechtsstreitigkeiten und diversen rechtlichen Risiken. Die in der Berichtsperiode erfassten Zuführungen beziehen sich überwiegend auf erwartete Rechtsberatungskosten. Die personalbezogenen Rückstellungen umfassen im Wesent­ lichen Rückstellungen für Tantiemen, Prämien und andere Gratifikationen, Urlaubs- und Arbeitszeitguthaben, Alters­ teilzeitverpflichtungen sowie Verpflichtungen für Vorruhe­ stand und Abfindungen. Die Rückstellungen für Lieferanten und Kunden beziehen sich auf variable Zahlungen an Rübenlieferanten sowie auf Boniund Provisionszahlungen an Kunden. Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen unter anderem Rekultivierungsverpflichtungen. Die dafür gebildete Rückstel­ lung enthält die voraussichtlich anfallenden Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Rückbau und der Rekultivierung von betrieblich genutzten Flächen sowie Rückbauverpflichtun­ gen an ehemaligen Produktionsstandorten. Die übrigen sonsti­ gen Rückstellungen wurden in der Berichtsperiode gebildet für ausstehende Rechnungen und sonstige zu erwartende Belastungen. Inanspruchnahmen innerhalb der übrigen sons­ tigen Rückstellungen bezogen sich in der Berichtsperiode im Wesentlichen auf Rückstellungen, die in Vorperioden für belas­ tende Verträge gebildet wurden.

35. F I N A N Z V E R B I N D L I C H K E I T E N Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

F IN AN ZV ERBIN DLICH KEITEN

TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

29.2.2016

28.2.2015

5.400

5.403

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen

2.008

2.252

Bilanzausweis

7.408

7.655

Zur Sicherung der Liquiditätsversorgung des Nordzucker Konzerns wurde ein syndizierter Kredit mit einer Laufzeit von anfänglich fünf Jahren vereinbart. Der für die kurzfristige Finan­ zierung des operativen Geschäftsvolumens enthaltene revolvie­ rende Kredit gewährt einen Kreditrahmen von TEUR 400.000, wovon zum Abschlussstichtag TEUR  400.000 (Vorjahr: TEUR 400.000) nicht in Anspruch genommen worden sind. Die Verzinsung des revolvierenden Kredits ist teilweise abhän­ gig von einer bestimmten Unternehmenskennzahl (EBITDA im Verhältnis zum Verschuldungsgrad). In der Berichts- und Vergleichsperiode wurden durch den Nordzucker Konzern keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten für Finanzverbindlichkeiten gestellt.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

36 . V E R B I N D L I C H K E I T E N A U S L I E F E R U N G E N UND LEISTUNGEN

39. S O N S T I G E V E R B I N D L I C H K E I T E N Die sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen: S ON S TIG E V ERBIN DLICH KEITEN

VE R BIND L IC HK E I T E N AU S L I E F E R U N G E N U N D L E I S TUN G EN

TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Rübenlieferanten Andere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Bilanzausweis

29.2.2016

28.2.2015

97.762

229.833

85.440

97.515

183.202

327.348

37. V E R B I N D L I CH K E I T E N G EG E N Ü B E R N A H E­ STEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen sind wie folgt gegliedert:

VE R BIND L IC HK E I T E N G E G E N Ü B E R NAHE S T E HE ND E N P E RS O N E N U N D U N T E RN E H M E N

TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Gemeinschaftsunternehmen

29.2.2016

28.2.2015

6.062

6.162

Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahes­tehenden Personen und Unternehmen

31.822

39.115

Bilanzausweis

37.884

45.277

38. SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

SO NS T IGE FIN A N Z I E L L E V E R B I N D L I C H K E I T E N

TEUR Negativer Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten

29.2.2016

28.2.2015

7.477

4.281

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten

11.771

1.772

Bilanzausweis

19.248

6.053

29.2.2016

28.2.2015

17.869

20.195

Investitionszulagen, -zuschüsse und sonstige Förderungen

9.631

10.221

Abgrenzungen

2.529

4.561

TEUR Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

75

196

Übrige sonstige Verbindlichkeiten

25.813

19.149

Bilanzausweis

55.917

54.322

Die Verbindlichkeiten aus Investitionszulagen, -zuschüssen und sonstigen Förderungen resultieren aus entsprechenden Zuwen­ dungen der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung von begünstigten Sachanlagen. Sie werden über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermö­ genswerte über die Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst. Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten der Berichts- und der Vergleichsperiode beinhalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Produktionsabgaben. In der Berichtsperiode wurden darun­ ter auch Verbindlichkeiten aus Zinserträgen aus der gerichtlich erstrittenen Rückzahlung von Produktionsabgaben aus Vorjahren erfasst.

E R L Ä U T E R U N G E N Z U R KO N Z E R N K A P I TA L F L USS R E C H N U N G 4 0. Z U S A M M E N S E T Z U N G D E S F I N A N Z M I T T E L B E S TA N DS Der Finanzmittelbestand der Kapitalflussrechnung umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel (d. h. Kassen­ bestände sowie Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten), soweit sie innerhalb von drei Monaten verfügbar sind. Die Zah­ lungsmittel unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen. 41. S O N S T I G E A N G A B E N Z U R K A P I TA L F L U SS R EC H N U N G

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten schließen erhaltene Zahlungen in Höhe von TEUR 10.026 auf Forderungen aus Lie­ ferungen und Leistungen, die im Rahmen des ABS-Programms verkauft wurden, ein. Die Geldeingänge stehen dem Forde­ rungserwerber zu.

In der Berichts- beziehungsweise Vergleichsperiode sind keine wesentlichen nicht-zahlungswirksamen Vorgänge im Finanzierungs- und Investitionsbereich erfolgt. Innerhalb des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit wurden in der Berichtsperiode erhaltene Dividenden in Höhe von TEUR 5.802 (Vorjahr: TEUR 5.744) berücksichtigt.

93


94

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

SONSTIGE ANGABEN 42 . W E I T E R E A N G A B E N Z U D E N FINANZINSTRUMENTEN In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien für die Berichtsperiode aufgeführt:

BUC HW E R T E VO N F I N A N Z I N S T R U M E N T E N N AC H B E W E R TUN G S KATEG ORIEN

LaR1

TEUR

Buchwert 29.2.2016

Fortgeführte Anschaffungs­ kosten

AfS2 Anschaffungskosten

Beizu­ legender Zeitwert

FAFVPL/ FLFVPL3

FLAC4

Keine Kategorie

Beizu­ legender Zeitwert

Fortgeführte Anschaffungs­ kosten

Beizulegender Zeitwert

Langfristige Vermögenswerte Sonstige Finanzanlagen Finanzielle Vermögenswerte

23.906

0

23.906

0

0

/

0

0

0

0

0

0

/

0

127.336

127.336

0

0

/

/

/

Kurzfristige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegen nahe­stehende Personen und Unternehmen

914

914

0

0

/

/

/

20.514

11.773

0

0

1.411

/

7.330

171.781

171.781

/

0

0

/

/

Finanzverbindlichkeiten

7.147

/

/

/

0

7.147

0

Verbindlichkeiten gegenüber nahe­stehenden Personen und Unternehmen

5.500

/

/

/

0

5.500

0

18

/

/

/

0

18

0

261

/

/

/

0

261

0

183.202

/

/

/

0

183.202

0

32.384

/

/

/

0

32.384

0

Finanzielle Vermögenswerte Finanzmittel Langfristige Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Kurzfristige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber nahe­stehenden Personen und Unternehmen Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

19.230

/

/

/

7.231

11.753

246

Summe Aktiva

344.451

311.804

23.906

0

1.411

/

7.330

Summe Passiva

247.742

/

/

/

7.231

240.265

246

1 Bewertungskategorie „Kredite und Forderungen“. 2 Bewertungskategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“. 3 Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ beziehungsweise „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“. 4 Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Die folgende Tabelle zeigt für die Vergleichsperiode die Buch­ werte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien:

BU C HW E R T E VO N F I N A N Z I N S T RU M E N T E N N AC H B EWER TUN G S KATEG ORIEN

AfS2

LaR1

TEUR

Buchwert 28.2.2015

Fortgeführte Anschaffungs­ kosten

Anschaffungskosten

Beizu­ legender Zeitwert

FAFVPL/ FLFVPL3

FLAC4

Keine Kategorie

Beizu­ legender Zeitwert

Fortgeführte Anschaffungs­ kosten

Beizulegender Zeitwert

Langfristige Vermögenswerte Sonstige Finanzanlagen Finanzielle Vermögenswerte

23.931

4

23.927

0

0

/

0

0

0

0

0

0

/

0

138.889

138.889

0

0

/

/

/

Kurzfristige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegen nahe­stehende Personen und Unternehmen

67

67

0

0

/

/

/

Finanzielle Vermögenswerte

13.197

3.357

0

0

3.313

/

6.527

Finanzmittel

44.989

44.989

/

0

0

/

/

Finanzverbindlichkeiten

7.407

/

/

/

0

7.407

0

Verbindlichkeiten gegenüber nahe­stehenden Personen und Unternehmen

5.500

/

/

/

0

5.500

0

18

/

/

/

0

18

0

248

/

/

/

0

248

0

327.348

/

/

/

0

327.348

0

39.777

/

/

/

0

39.777

0

Langfristige Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Kurzfristige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber nahe­stehenden Personen und Unternehmen Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

6.035

/

/

/

2.686

1.754

1.595

Summe Aktiva

221.073

187.306

23.927

0

3.313

/

6.527

Summe Passiva

386.333

/

/

/

2.686

382.052

1.595

1 Bewertungskategorie „Kredite und Forderungen“. 2 Bewertungskategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“. 3 Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ beziehungsweise „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“. 4 Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“.

Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finan­ ziellen Verbindlichkeiten erfolgt gemäß Verfügbarkeit relevan­ ter Informationen auf Grundlage der drei in IFRS 7 respektive IFRS 13 aufgeführten Stufen der Fair-Value-Bewertungshierar­ chie. Für die erste Stufe sind notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf aktiven Märkten direkt beobachtbar. Auf der zweiten Stufe wird die Bewertung

auf Grundlage von Bewertungsmodellen vorgenommen, in welche am Markt beobachtbare Größen einfließen. Die An­wen­ dung von Bewertungsmodellen, die nicht auf am Markt be­ob­ achtbare Inputfaktoren zurückgreifen, sieht die dritte Stufe vor. Alle derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlich­ keiten fallen unter die Stufe 2. Zur Bestimmung des beizule­ genden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten wird auf

95


96

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

anerkannte finanzmathematische Modelle zurückgegriffen; dabei werden ausschließlich beobachtbare Inputfaktoren (zum Beispiel Zinssätze, Wechselkurse) berücksichtigt. Der beizule­ gende Zeitwert entspricht für derivative Finanzinstrumente dem Betrag, den der Nordzucker Konzern zum Abschluss­stichtag bei Übertragung erhalten würde beziehungsweise zahlen müsste. Für flüssige Mittel und andere kurzfristige Finanzinstrumente, d. h. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finanzielle Vermögenswerte, derivative Finanzinstrumente und sonstige Forderungen sowie Verbindlichkeiten, entsprechen die Zeit­ werte den zu den jeweiligen Abschlussstichtagen bilanzierten Buchwerten. Die Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:

Zinsen aus erhaltenen Darlehen werden unter den zu fortge­ führten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbind­ lichkeiten erfasst. Der Ausweis innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Posten „Finanzaufwendungen“. Innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung enthält der Posten „Finanzerträge“ beziehungsweise der Posten „Finanzaufwen­ dungen“ Zinserträge in Höhe von TEUR 995 (Vorjahr: TEUR 627) und Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 2.394 (Vorjahr: TEUR 2.298) aus Finanzinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. In der Berichts- und Vergleichsperiode wurden keine Zins­ erträge aus wertberichtigten finanziellen Vermögenswerten vereinnahmt.

43. R I S I KO M A N AG E M E N T NE T TO E RGE BNISSE AU S F I N A N Z I N S T R U M E N T E N

1.3.2015 – 29.2.2016

1.3.2014 – 28.2.2015

Kredite und Forderungen (LaR)

1.311

– 336

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS)

5.860

5.799

4

8

– 2.394

– 2.298

4.781

3.173

TEUR

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten (FAFVPL/FLFVPL) Zu fortgeführten Anschaffungs­ kosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) Summe

Unter den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewer­ teten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstru­ menten erfasst. Der Ausweis innerhalb der Gewinn- und Ver­ lustrechnung erfolgt im Posten „Finanzerträge“ beziehungs­ weise im Posten „Finanzaufwendungen“. Kredite und Forderungen beinhalten Wertberichtigungen auf Forderungen, Zinsen aus Forderungen und gewährten Dar­ lehen sowie Gewinne beziehungsweise Verluste aus der Währungsumrechnung aus Forderungen. Wertberichti­ gungen auf Forderungen sowie Gewinne beziehungsweise Verluste aus der Währungsumrechnung von Forderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Posten „sonstige Erträge“ beziehungsweise „sonstige Aufwendun­ gen“ ausgewiesen. Zinsen aus Forderungen und gewährten Darlehen werden im Posten „Finanzerträge“ erfasst. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte beinhalten Dividenden, welche innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Finanzerträge“ beziehungsweise im Posten „Finanzaufwendungen“ ausgewiesen werden.

43.1. Allgemeine Angaben Der Nordzucker Konzern verfügt über ein unternehmen­s­ weites System zur frühzeitigen Identifikation und laufenden Überwachung von Risiken sowie zu deren Bewertung und ihrer Begrenzung. Durch das integrierte Risikomanage­ mentsystem werden Risiken und Maßnahmen umfassend ermittelt und in der operativen und strategischen Planung berücksichtigt. Im Rahmen des Risikomanagements werden potenzielle Risiken, wie Ausfall- beziehungsweise Kredit­ risiken, Rohstoff-, Liquiditäts- und Wechselkursrisiken sowie Zinsrisiken, fort­laufend bewertet und daraus Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Operative und strategische Ent­ scheidungen e ­ rfolgen stets auch unter Risikogesichtspunkten. Das konzernweite Berichts- und Controllingsystem gewähr­ leistet die kontinuierliche Information aller verantwortlichen Entscheidungsträger. Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit Ausfall- beziehungsweise Kreditrisiken, Rohstoff-, Liquiditäts- und Wechselkursrisiken sowie Zinsrisiken ausgesetzt. Die genannten Risiken werden durch adäquate Risikomanagementverfahren gesteuert. Der Nordzucker Konzern setzt zur Absicherung von Zins- und Wechselkursschwankungen sowie zur Absicherung von Rohstoffkosten derivative Finanzinstrumente ein. Der Ein­ satz dieser Instrumente ist durch entsprechende Richtlinien des Konzerns geregelt und auf die Absicherung bestehender Grundgeschäfte sowie geplanter Transaktionen, deren Eintre­ ten hinreichend wahrscheinlich ist, beschränkt. Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, die Handlungs­ rahmen und die Berichterstattung sowie die strikte Trennung von ­Handel und Abwicklung festgelegt. Diese transparente und funktionale Organisation des Risikosteuerungsprozesses gilt für alle Risikoarten.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Darüber hinaus hat Nordzucker in Einklang mit der am 12. März 2014 in Kraft getretenen EU-Regulierung „EMIR“ ein adäquates, den gesetzlichen Vorschriften entsprechendes Reporting-System installiert. Den gesetzlichen Vorgaben des § 20 Abs. 1 WpHG folgend, hat sich der Nordzucker Konzern in der Berichtsperiode einer externen Prüfung dieses Systems durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen, die zu keinen Beanstandungen führte. 43.2. Ausfallrisiko Als Kredit- beziehungsweise Ausfallrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die Geschäftspartner ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dies für den Nordzucker Konzern zu einem Verlust führt. Zur Reduktion des Ausfallrisikos werden die Geschäftspartner im Rahmen des Kreditrisikomanagements einer Bonitätsprüfung unter­ zogen. Erkennbaren Ausfallrisiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen, wobei die Risiken

von Forderungsausfällen größtenteils durch Warenkredit­ versicherungen begrenzt sind. Der Nordzucker Konzern sieht sich keinem signifikanten Ausfallsrisiko gegenüber einer einzelnen Vertragspartei aus­ gesetzt. Die Konzentration des Kreditrisikos ist aufgrund der heterogenen Kundenstrukturen des Nordzucker Konzerns begrenzt. Eine spezielle Überwachung und Steuerung auf Basis bestimmter Risikokategorien zur Vermeidung von Risiko­ konzentrationen erfolgt daher nicht. Das maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten der bilanzierten finanziellen Vermögenswerte zum jeweiligen Abschlussstichtag.  Die nachstehende Tabelle zeigt für finanzielle Vermögenswerte die Gesamtbuchwerte, die Buchwerte der weder im Wert geminderten noch überfälligen finanziellen Vermögenswerte sowie eine Altersstruktur der zwar nicht wertgeminderten, jedoch überfälligen finanziellen Vermögenswerte:

ALT E R SS T R UK T U R F I N A N Z I E L L E R V E RM Ö G E N S W E R TE

TEUR

Zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig

Gesamtbuchwert

Zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig

Weniger als 30 Tage

Zwischen 30 und 60 Tagen

Zwischen 61 und 90 Tagen

Zwischen 91 und 180 Tagen

Mehr als 180 Tage

23.906

23.906

0

0

0

0

0

Stand 29.2.2016 Sonstige Finanzanlagen Finanzielle Vermögenswerte (ohne derivative Finanzinstrumente), Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

19.919

19.919

0

0

0

0

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

127.336

112.853

12.390

819

429

14

339

Summe

171.161

156.678

12.390

819

429

14

339

23.931

23.931

0

0

0

0

0

Stand 28.2.2015 Sonstige Finanzanlagen Finanzielle Vermögenswerte (ohne derivative Finanzinstrumente), Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

9.372

9.372

0

0

0

0

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

138.889

125.664

10.987

390

489

721

383

Summe

172.192

158.967

10.987

390

489

721

383

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungs­ verzug befindlichen Bestands an Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keinerlei Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner des Nordzucker Konzerns ihren Zahlungsverpflich­ tungen nicht nachkommen werden.

„Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ ausgewie­ sen werden, haben einen Bruttobuchwert (d. h. Buchwert vor Wertminderungen) von insgesamt TEUR 172.916 (Vorjahr: TEUR 174.452). In der Berichtsperiode wurden Wertminde­ rungen in Höhe von TEUR 296 (Vorjahr: TEUR 1.656) erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte, die in der Tabelle oben unter dem Posten „Sonstige Finanzanlagen“, „Finanzielle Vermögens­ werte (ohne derivative Finanzinstrumente), Forderungen gegen nahe­stehende Personen und Unternehmen“ sowie

Der Nordzucker Konzern hat weder im Berichtszeitraum noch im Vergleichszeitraum finanzielle Vermögenswerte als Sicher­ heiten erhalten oder gegeben.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

43.3. Liquiditätsrisiko Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass das ­Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen zu einem ver­ traglich vereinbarten Zeitpunkt nicht nachkommen kann. Zur Sicherstellung der Liquidität des Nordzucker Konzerns werden die Liquiditätsbedürfnisse zentral überwacht und geplant. Es werden stets ausreichend liquide Mittel sowie kurzfristige Kreditlinien vorgehalten, um allen Verpflichtun­ gen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbar­ ten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen – auch gegliedert nach verschiedenen Restlaufzeitenbändern – der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich:

ZAHLUN GE N AU S F I N A N Z I N S T RU M E N T E N N AC H R E S T L AUF ZEITEN

TEUR

Buchwert

Bruttozu-/ abflüsse

Restlaufzeit bis zu einem Jahr

Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren

Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren

7.408

– 7.408

– 261

– 6.330

– 817

183.202

– 183.202

– 183.202

0

0

49.655

– 50.029

– 44.511

– 5.518

0

7.477

– 7.477

– 7.477

0

0

Stand 29.2.2016 Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber nahe­stehenden Personen und Unternehmen Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Derivative finanzielle Vermögenswerte Summe

– 1.509

1.509

1.509

0

0

246.233

– 246.607

– 233.942

– 11.848

– 817

Stand 28.2.2015 Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber nahe­stehenden Personen und Unternehmen

7.655

– 7.655

– 245

– 6.397

– 1.013

327.348

– 327.348

– 327.348

0

0

47.049

– 47.693

– 42.175

– 5.518

0

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten

4.281

– 4.281

– 4.281

0

0

Derivative finanzielle Vermögenswerte

– 3.892

3.892

3.892

0

0

382.441

– 383.085

– 370.157

– 11.915

– 1.013

Summe

Einbezogen in die Restlaufzeitenanalyse sind alle Instrumente im Bestand, für die zum Abschlussstichtag bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind. Erwartete Zahlungen für künftig erwartete Verbindlichkeiten werden nicht berücksichtigt. Die variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Abschlussstichtag fixierten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind den Restlaufzeitenbereichen entspre­ chend der Einschätzung der jeweiligen Rückzahlungszeit­ punkte zugeordnet.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

43.4. Marktrisiken Marktrisiken entstehen aus möglichen Veränderungen von Risikofaktoren, die zu Änderungen von Marktwerten oder zu Änderungen künftiger Zahlungsströme führen. Als relevante Risikofaktoren sind für den Nordzucker Konzern Wechselkurs­ schwankungen, Zinsänderungen und Rohstoffpreisänderun­ gen von Bedeutung. a. Währungsrisiko Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftsaktivi­täten in verschiedenen Ländern, die nicht zum Euro-Raum zählen, einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. IFRS 7 fordert zur Einordnung der Bedeutung der Wechsel­ kursrisiken eine Sensitivitätsanalyse. Durch die Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für diese Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der genannten Wechselkurse zum Abschlussstichtag auf das Periodenergebnis sowie auf das Eigenkapital des Nordzucker Konzerns hätte. Die Auswirkun­ gen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Wechselkurse um zehn Prozent auf den Bestand relevanter Positionen in Fremdwährung (Netto-Risikoposition in Fremd­ währung) zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Abschlussstichtag repräsenta­ tiv für die Berichtsperiode ist. Die Nettorisikoposition wird um geplante Transaktionen inner­ halb der kommenden zwölf Monate sowie um vorhandene Sicherungsinstrumente (auch wenn keine wirksame bilanzielle Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 vorhanden ist) adjustiert. In der Vergleichsperiode wurde in Litauen der Euro eingeführt. Fremdwährungspositionen in Dänischen Kronen unterliegen aufgrund der Zugehörigkeit zum Wechselkursmechanismus der Europäischen Union nur einem unwesentlichen Wechselkurs­ risiko. Das Wechselkursrisiko aus Fremdwährungspositionen in US-Dollar ist aufgrund der unmittelbaren Absicherung und der damit verbundenen geringen Höhe dieser Positionen ebenfalls unwesentlich. Darüber hinaus betreibt der Nordzucker Konzern eine umfang­ reiche Absicherung von tatsächlichen Fremdwährungsrisiken über den Natural-Hedge-Ansatz wie auch über den gezielten Einsatz von Derivaten mit der Folge, dass die verbleibenden Netto-Risikopositionen unwesentlich sind. b. Zinsrisiko Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Finanzierungs­ aktivitäten Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Finanzierungen werden in verschiedenen Währungsräumen vorgenommen, wobei die überwiegende Währung der Euro ist. Zinsänderungs­ risiken aus Finanzierungsaktivitäten, die in Schwedischen Kro­ nen, Polnischen Zloty oder Dänischen Kronen vorgenommen werden, sind wegen der geringen Betragshöhe unwesentlich.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitäts­ analysen dargestellt. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wird ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Marktzins­ sätze zum Abschlussstichtag auf das Periodenergebnis sowie auf das Eigenkapital haben würde. In der Berichts- und Vergleichsperiode wurden keine Cash Flow Hedges zur Absicherung des Zinsrisikos der variabel verzins­ lichen Instrumente abgeschlossen, da diese Mittel planungs­ gemäß kurzfristig getilgt werden und keine weiteren Darle­ hensbeziehungen zu variablen Konditionen erfolgen sollen. Eine hypothetische Veränderung der für die variablen verzinslichen Instrumente maßgeblichen Zinssätze um +/-50 Basispunkte würde demzufolge aufgrund der Restlaufzeit in diesem Bereich zu unwesentlichen Auswirkungen in Relation zum Eigenkapital und Zinsergebnis des Konzerns führen. Auf der Anlageseite sah sich der Nordzucker Konzern im Geschäftsjahr und in Gesamteuropa einer neuen Entwicklung ausgesetzt. Die neue Einlagenpolitik der Europäischen Zentral­ bank und anderer Zentralbanken mit negativen Zinsen auf Ein­ lagenfazilitäten der Banken führt im Marktumfeld für Anlagen von Unternehmenskunden zu einem steigenden Druck auf die Guthabenverzinsung. Von einzelnen Banken in unterschiedlichen Ländern wurde bereits der Versuch gestartet, die Guthaben auf Konten der Unternehmen kompensierend für die eigenen Kos­ ten mit negativen Zinsen zu versehen. Der Nordzucker ­Konzern hat früh auf diese Entwicklung reagiert und mithilfe bilateraler Vereinbarungen mit den Banken bislang nennenswerte Belastun­ gen vermieden. Aufgrund der weiteren Verschärfung in der Zins­ politik der Zentralbanken kann in diesem Segment jedoch noch nicht von einer Entspannung berichtet werden. Der Nordzucker Konzern befindet sich deswegen in fortlaufendem Austausch mit seinen Hausbanken in allen L­ ändern, um auch in Zukunft durch veränderte Zuweisungen von Geschäftsverkehr oder durch ­Verteilung von Anlagemitteln weiterhin einer Belastung des Konzernergebnisses vorzubeugen. c. Rohstoffrisiko Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäfts­ aktivitäten verschiedenen Preisänderungsrisiken aus Rohstof­ fen ausgesetzt. Diese betreffen im Wesentlichen Weltmarkt­ zucker, Rohstoffe in Form von Energieträgern sowie damit verbundene CO2-Emissionen. d. Sicherungsmaßnahmen Der Nordzucker Konzern setzt derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung der Zins- und Wechselkurs­ risiken sowie der Risiken aus Rohstoffpreisänderungen ein. Grundsätzlich wird das bestehende Zinsänderungsrisiko aus vari­ abel verzinslichen Darlehen durch Zinsderivate reduziert. Alle Zinsderivate sind als Cash Flow Hedges in bilanzielle Sicherungs­ beziehungen nach IAS 39 designiert. Zum Abschlussstichtag hat

99


10 0

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

der Nordzucker Konzern keinerlei Zinsderivate kontrahiert, da sich der Nordzucker Konzern auf Basis der Finanzplanung zum Bilanzstichtag keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt sieht. Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass die den Sicherungsmaßnahmen zugrunde gelegten Grundgeschäfte auch tatsächlich zustande kommen. Im Falle des Wegfalls einer Sicherungsmaßnahme werden die Beträge, die sich während der Laufzeit im kumulierten übrigen Eigenkapital angesammelt haben, aufgelöst, wenn das gesicherte Grund­ geschäft ergebniswirksam wird beziehungsweise wenn das gesicherte Grundgeschäft nicht mehr eintritt. Zur Reduzierung des Wechselkursrisikos werden neben dem Natural-Hedge-Ansatz in Polen und Schweden die zusätzlich entstehenden Bruttopositionen abgesichert. Darüber hinaus­ werden Wechselkursrisiken – ebenfalls unterjährig – über geeignete Derivate, wie zum Beispiel Devisentermin­ geschäfte, gesichert. Der Konzern hält zum Abschlussstichtag derivative Finanz­ instrumente, die auf die Absicherung von Währungsrisiken und Preisänderungsrisiken im Bereich Zucker und Energie (Öl) abzielen. Die derivativen Finanzinstrumente haben fast ausschließlich eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Eine Sensitivitätsanalyse auf die bilanzierten Marktwerte würde zu unwesentlichen Auswirkungen in Relation zum Eigenkapital und Ergebnis des Konzerns führen. Marktwertänderungen von in Cash Flow Hedges eingebun­ denen derivativen Finanzinstrumenten werden in Höhe des effektiven Teils erfolgsneutral (d. h. im sonstigen Ergebnis) im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. In der Berichts­ periode wurde ein Betrag in Höhe von TEUR – 345 (Vorjahr: TEUR – 400) im sonstigen Ergebnis erfasst. Der Konzern führt keine eigene Bewertung der Derivate durch. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wird von den Vertragsbanken unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren unter Verwendung von beobachtbaren Inputfaktoren vorgenommen (Stufe 2 der FairValue-Bewertungshierarchie).

4 4. B E Z I E H U N G E N Z U N A H E S T E H E N D E N PERSONEN UND UNTERNEHMEN Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für den Nordzucker Konzern die Personen und Unter­ nehmen, die den Konzern beherrschen beziehungsweise einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den Konzern beherrscht beziehungsweise maßgeblich beeinflusst werden. Zur ersten Gruppe gehören die aktiven Mitglieder der

Vorstände und der Aufsichtsräte der Nordzucker AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Nordzucker Holding AG. Ferner werden die Tochterunternehmen, das Mutterunternehmen, die Gemeinschaftsunternehmen und die assoziierten Unterneh­ men des Nordzucker Konzerns als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Den Forderungen gegen sowie den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen liegen Geschäfts­ beziehungen zu marktüblichen Konditionen zugrunde. Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzern­ abschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Tochterunternehmen bestanden die folgenden Geschäfts­ beziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen:

BEZIEH UN G EN ZU N AH ES TEH EN DEN PERS ON EN  / UN TERN EH MEN

TEUR

29.2.2016

28.2.2015

914

67

37.884

45.277

Bilanz Forderungen gegen nahestehende Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen Gewinn- und Verlustrechnung Leistungserbringung für nahestehende Unternehmen

508

632

Finanzergebnis

– 85

– 470

Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen entfal­ len in der Berichtsperiode mit TEUR 779 überwiegend auf die August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG sowie mit TEUR 92 auf die NP Sweet A/S und in der Vergleichsperiode mit TEUR 41 überwiegend auf die NP Sweet A/S, Kopenhagen. Von den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen entfallen in der Berichtsperiode TEUR 10.234 auf die Nordzucker Holding AG, Braunschweig, TEUR 3.427 auf die SWEETGREDIENTS GmbH & Co. KG, Nordstemmen, TEUR 6.062 auf die MEF Melasse-Extraktion Frellstedt GmbH, Frellstedt, und TEUR 17.055 auf die Union Zucker Südhannover GmbH, Nordstemmen. In der Vergleichsperiode entfallen TEUR 15.467 auf die Nordzucker Holding AG, Braunschweig, TEUR 3.416 auf die SWEETGREDIENTS GmbH & Co. KG, Nordstemmen, TEUR 6.162 auf die MEF Melasse-Extraktion Frellstedt GmbH, Frellstedt, und TEUR 19.510 auf die Union Zucker Südhannover GmbH, Nordstemmen. Bei der Nordzucker Holding AG, der Union Zucker Südhannover GmbH handelt es sich um Gesellschafterinnen der Nord­ zucker AG; die entsprechenden Verbindlichkeiten betreffen laufende Verrechnungskonten. Die übrigen Verbindlichkeiten


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

entfallen auf sonstige nahestehende Unternehmen und resul­ tieren im Wesentlichen aus Darlehen sowie Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Die Leistungserbringung für nahestehende Unternehmen betrifft überwiegend die NP Sweet A/S, Kopenhagen, und das Finanzergebnis resultiert aus assoziierten Unternehmen und aus Gemeinschaftsunternehmen.

Die künftigen Zahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnis­ sen lassen sich zum Abschlussstichtag wie folgt aufteilen:

F IN AN ZIERUN G S LEAS IN GV ERH ÄLTN IS S E

TEUR

45. H A F T U N G S V E R H Ä LT N I SS E Zum Abschlussstichtag der Berichtsperiode sowie der Ver­ gleichsperiode bestehen keine Haftungsverhältnisse gegen­ über konzernfremden Dritten.

Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufvon mehr zeit bis von mehr als als fünf zu einem einem Jahr bis Jahren Jahr zu fünf Jahren

Summe 2.009

Tilgungen

261

931

817

Zinsanteil

130

365

135

630

Zahlung

391

1.296

952

2.639

47. A B S C H L U SS P R Ü F E R H O N O R A R 4 6 . S O N S T I G E F I N A N Z I E L L E VERPFLICHTUNGEN Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen des Nordzucker Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:

S O NS T IGE FIN A N Z I E L L E V E R P F L I C H T U N G E N

TEUR Bestellobligo für Sachanlagevermögen

29.2.2016

28.2.2015

11.852

8.302

690

212

2.639

3.029

Bestellobligo für immaterielle Vermögenswerte Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen Summe

9.478

10.978

24.659

22.521

Die gesamten künftigen Zahlungsverpflichtungen aus Mietund Leasingverträgen gliedern sich dabei zum Abschluss­ stichtag wie folgt auf:

M IE T - UND L E A S I N GV E R T R ÄG E

TEUR

Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufvon mehr zeit bis von mehr als als fünf zu einem einem Jahr bis Jahren Jahr zu fünf Jahren

Gesellschaften des Nordzucker Konzerns haben von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, in Höhe von TEUR 388 (Vorjahr: TEUR 331) Leistungen in Zusam­ menhang mit der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung des Abschlusses des Nordzucker Konzerns und der Nordzucker AG sowie in Höhe von TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 25) für Steuer­ beratungsleistungen und TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 327) für sonstige Leistungen bezogen.

4 8 . A U F S I C H T S R AT U N D VO R S TA N D Der Aufsichtsrat setzte sich in der Berichtsperiode wie folgt zusammen: Vertreter der Aktionäre Hans-Christian Koehler Landwirt, Barum, Vorsitzender Helmut Meyer (bis 16.7.2015) Landwirt, Betheln, stellvertretender Vorsitzender (bis 16.7.2015) Jochen Johannes Juister Landwirt, Nordhastedt stellvertretender Vorsitzender (ab 17.7.2015)

Summe

Künftige Zahlungen in Finanzierungs­leasingverhältnisse

391

1.296

952

2.639

Künftige Zahlungen in OperatingLeasingverhältnisse

4.336

5.142

0

9.478

Helmut Bleckwenn Landwirt, Garmissen Gerhard Borchert Landwirt, Brome

101


102

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

Hans Jochen Bosse Landwirt, Ohrum

Als Vorstände waren in der Berichtsperiode bestellt:

Dr. Karl-Heinz Engel ehemaliger Geschäftsführer der Hochwald Foods GmbH, Riol

Hartwig Fuchs Hamburg, Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer, Chief Marketing Officer (ab 25.11.2015)

Joachim Engelke (ab 17.7.2015) Landwirt, Giesen OT Hasede

Axel Aumüller Braunschweig, Chief Operating Officer

Michael Gerlif Unternehmensberater, Köln

Dr. Lars Gorissen Braunschweig, Chief Agriculture Officer

Dr. Clemens Große Frie (bis 16.7.2015) Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS RAIFFEISEN AG, Telgte

Mats Liljestam (bis 25.11.2015) Höllviken/Schweden, Chief Marketing Officer

Friedrich Christoph Heins (ab 17.7.2015) Landwirt, Uehrde

Dr. Michael Noth Braunschweig, Chief Financial Officer

Dr. Harald Isermeyer Landwirt, Vordorf Dr. Hans-Theo Jachmann Diplom-Agraringenieur, Limeshain

49. V E R G Ü T U N G S B E R I C H T

Rainer Knackstedt Landwirt, Dedeleben

Im Folgenden werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Nordzucker AG beschrieben sowie Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat gemacht.

Matts Eskil Rosendahl Berater, Svartsjö/Schweden

49.1. Vergütung des Vorstands

Grit Worsch Vorstand bei der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg eG, Woltersdorf Vertreter der Arbeitnehmer Dieter Woischke Betriebselektriker, Algermissen, stellvertretender Vorsitzender Ulf Gabriel Elektromeister, Banteln Gerd von Glowczewski Betriebsschlosser, Schladen Olaf Joern Mechatroniker, Uelzen Sigrun Krussmann Laborantin, Seelze Marie Lohel Energieelektronikerin, Magdeburg Marina Strootmann Industriekauffrau, Braunschweig, Vorsitzende des Betriebsrats der Nordzucker AG

Systematik, Höhe und Auszahlungszeitpunkt der Vorstands­ vergütung werden auf Vorschlag des Personalausschusses des Aufsichtsrats durch das Aufsichtsratsplenum festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Kriterien für die Festlegung der Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder bilden sowohl die Aufgaben des ein­ zelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg, die Zukunftsaussichten, die Nachhaltigkeit der Unternehmensentwicklung als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Ver­ gleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder umfasst mone­ täre Vergütungsteile, Versorgungszusagen und sonstige Zusa­ gen wie die Gestellung eines Dienstwagens. Die monetären Vergütungsteile bestehen aus einem festen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen Raten monatlich ausgezahlt wird, und einer ergebnis- und leistungsabhängigen variablen Vergütung. Der variable Anteil beträgt maximal 50 Prozent der Gesamtbe­ züge (die Gesamtbezüge setzen sich zusammen aus dem festen Jahresgrundgehalt und der variablen Vergütung). Entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) wird die Systematik der Vorstandsvergütung an der nachhaltigen Ent­ wicklung des Unternehmens ausgerichtet. Demnach ­werden


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

45 Prozent der variablen Vergütung als kurzfristige variable Vergütung (Short-Term Incentive, STI) an die Zielerreichung des entsprechenden Geschäftsjahres gekoppelt. Die übrigen 55 Prozent werden als langfristige variable Vergütung (LongTerm Incentive, LTI) anhand einer durchschnittlichen Ziel­ erreichung der jeweils vorangegangenen drei Jahre ermittelt. Zusagen auf Leistungen, die einem Vorstandsmitglied für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Tätigkeit als Vorstands­ mitglied gewährt werden, sind mindestens auf den Wert der Restlaufzeit des Vertrags begrenzt. Für die einzelnen Mitglieder des Vorstands ergibt sich nach­ folgende Vergütung für die Vergleichsperiode 2014/15 sowie für die Berichtsperiode 2015/16:

HAR T W IG FUC H S VO R S TANDS VO R SI T Z E N D E R SE I T 1. F E BRUA R 20 1 0

2014/15

2015/16

2015/16 Minimum

2015/16 Maximum

2014/15 Zufluss

2015/16 Zufluss

575.000

575.000

575.000

575.000

575.000

575.000

16.550

17.643

17.643

17.643

16.550

17.643

591.550

592.643

592.643

592.643

591.550

592.643

51.502

108.793

0

258.750

229.458

51.502

LTI (Laufzeit 2011/12 bis 2013/14)

0

0

0

0

307.517

0

LTI (Laufzeit 2012/13 bis 2014/15)

219.767

0

0

0

0

219.767

LTI (Laufzeit 2013/14 bis 2015/16)

0

157.178

116.377

219.767

0

0

0

0

0

0

0

0

271.269

265.971

116.377

478.517

536.975

271.269

in Euro Festvergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung

Sonstiges Summe Versorgungsaufwand

160.000

160.000

160.000

160.000

160.000

160.000

1.022.819

1.018.614

869.020

1.231.160

1.288.525

1.023.912

2014/15

2015/16

2015/16 Minimum

2015/16 Maximum

2014/15 Zufluss

2015/16 Zufluss

400.000

400.000

400.000

400.000

400.000

400.000

18.580

18.615

18.615

18.615

18.580

18.615

418.580

418.615

418.615

418.615

418.580

418.615

35.827

75.682

0

180.000

151.641

35.827

LTI (Laufzeit 2011/12 bis 2013/14)

0

0

0

0

203.229

0

LTI (Laufzeit 2012/13 bis 2014/15)

152.881

0

0

0

0

152.881

LTI (Laufzeit 2013/14 bis 2015/16)

0

109.342

80.959

152.882

0

0

0

0

0

0

0

0

188.708

185.024

80.959

332.882

354.870

188.708

Gesamtvergütung

AX E L AUM ÜL L E R M I TGL IED DES VO R S TA N D S SE I T 9 . N OV E M BE R 20 0 9

in Euro Festvergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung

Sonstiges Summe Versorgungsaufwand Gesamtvergütung

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

732.288

728.639

624.574

876.497

898.450

732.323

103


10 4

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

DR . L AR S GO R ISSE N M ITGL IED DES VO R S TA N D S SE I T 1 . M Ä R Z 20 1 4

2014/15

2015/16

2015/16 Minimum

2015/16 Maximum

2014/15 Zufluss

2015/16 Zufluss

325.000

350.000

350.000

350.000

325.000

350.000

15.604

15.287

15.287

15.287

15.604

15.287

340.604

365.287

365.287

365.287

340.604

365.287

29.110

66.222

0

157.500

0

29.110

LTI (Laufzeit 2011/12 bis 2013/14)

0

0

0

0

0

0

LTI (Laufzeit 2012/13 bis 2014/15)

124.216

0

0

0

0

124.216

LTI (Laufzeit 2013/14 bis 2015/16)

0

95.674

70.838

133.771

0

0

0

0

0

0

0

0

153.326

161.896

70.838

291.271

0

153.326

in Euro Festvergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung

Sonstiges Summe Versorgungsaufwand

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

618.930

652.183

561.125

781.558

465.604

643.613

2014/15

2015/16

2015/16 Minimum

2015/16 Maximum

2014/15 Zufluss

2015/16 Zufluss

400.000

400.000

400.000

400.000

400.000

400.000

17.224

16.796

16.796

16.796

17.224

16.796

417.224

416.796

416.796

416.796

417.224

416.796

35.827

75.682

0

180.000

151.641

35.827

LTI (Laufzeit 2011/12 bis 2013/14)

0

0

0

0

203.229

0

LTI (Laufzeit 2012/13 bis 2014/15)

152.881

0

0

0

0

152.881

LTI (Laufzeit 2013/14 bis 2015/16)

0

109.342

80.959

152.882

0

0

0

0

0

0

0

0

188.708

185.024

80.959

332.882

354.870

188.708

Gesamtvergütung

DR . M IC HAE L N OT H M ITGL IED DES VO R S TA N D S SE I T 1 6 . AU G US T 2 0 0 9

in Euro Festvergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung

Sonstiges Summe Versorgungsaufwand Gesamtvergütung

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

730.932

726.820

622.755

874.678

897.094

730.504


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

M AT S L IL JE S TA M M I TGL IED DES VO R S TA N D S BI S 2 5 . N OV E M BE R 20 1 5

2014/15

2015/16

2015/16 Minimum

2015/16 Maximum

2014/15 Zufluss

2015/16 Zufluss

400.000

400.000

400.000

400.000

400.000

400.000

1.472

2.601

2.601

2.601

1.472

2.601

401.472

402.601

402.601

402.601

401.472

402.601

35.827

35.827

0

180.000

139.670

35.827

LTI (Laufzeit 2011/12 bis 2013/14)

0

0

0

0

187.184

0

LTI (Laufzeit 2012/13 bis 2014/15)

152.881

0

0

0

0

152.881

LTI (Laufzeit 2013/14 bis 2015/16)

0

95.186

80.959

152.882

0

0

0

0

0

0

0

0

188.708

131.013

80.959

332.882

326.854

188.708

in Euro Festvergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung

Sonstiges Summe Versorgungsaufwand

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

125.000

Gesamtvergütung

715.180

658.614

608.560

860.483

853.326

716.309

Den Mitgliedern des Vorstands sind Pensionszusagen in Form von beitragsorientierten und leistungsorientierten Zusagen gewährt. Frühere Vorstandsmitglieder erhielten Ruhegehälter in Höhe von TEUR 802 (Vorjahr: TEUR 791). Für die Pensionsverpflich­ tungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern hat die Nordzucker AG Pensionsrückstellungen von TEUR 12.267 ­(Vorjahr: TEUR 12.946) gebildet. Mitglieder des Vorstands erhielten in der Berichts- und der Vergleichsperiode vom Unternehmen weder Kredite noch Vorschüsse. Die vorstehenden Tabellen zur Vorstandsvergütung entspre­ chen den vom Deutschen Corporate Governance Kodex seit letztem Geschäftsjahr empfohlenen Tabellen (Ziffer 4.2.5 DCGK in Verbindung mit den Mustertabellen). In der ersten Spalte ist die für die Vergleichsperiode 2014/15 gewährte Vorstandsvergütung dargestellt, aufgeteilt insbe­ sondere in (i) Festvergütung, (ii) Nebenleistungen (wie die Gestellung von Dienstwagen), (iii) einjährige variable Vergütung, (iv) mehrjährige variable Vergütung sowie (v) Versorgungsaufwand. Die zweite Spalte enthält die für die Berichtsperiode 2015/16 gewährte Vorstandsvergütung entsprechend der vorgenann­ ten Aufteilung. In der dritten und vierten Spalte ist die für die Berichtsperi­ ode 2015/16 minimal beziehungsweise maximal erreichbare ­Vergütung des Vorstands dargestellt. Bei der Festvergütung, den Nebenleistungen und dem Versorgungsaufwand sind

minimale und maximale Vergütung sowie gewährte Vergütung identisch. Bei der einjährigen variablen Vergütung beträgt der Minimalbetrag null, bei der mehrjährigen variablen Vergütung muss der Betrag über null liegen, da in den vorangegangenen zwei Geschäftsjahren 2013/14 und 2014/15 bereits Teilbeträge erwirtschaftet worden sind. Die fünfte Spalte weist den tatsächlichen Zufluss in der Ver­ gleichsperiode 2014/15 aus, die sechste Spalte den tatsäch­ lichen Zufluss in der Berichtsperiode 2015/16. Insbesondere die variablen Vergütungen werden im darauffolgenden Geschäftsjahr ausgezahlt (d. h. die variable Vergütung für die Vergleichsperiode 2014/15 in der Berichtsperiode 2015/16), sodass die Beträge in der fünften (beziehungsweise sechs­ ten) Spalte von den Beträgen in der ersten (beziehungsweise zweiten) Spalte abweichen. 49.2. Vergütung des Aufsichtsrats Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft. Die Vergütung enthält neben einer festen Zahlung eine dividendenabhängige und eine sitzungsabhän­ gige Komponente. Vorsitz und stellvertretender Vorsitz des Aufsichtsrats sowie Vorsitz der und Teilnahme an Ausschüs­ sen (mit Ausnahme des Nominierungsausschusses) werden zusätzlich vergütet. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung der Nordzucker AG geregelt.

10 5


10 6

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

Nach diesen Regeln erhalten Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste Vergütung in Höhe von EUR 18.000 und eine dividen­ denabhängige Vergütung in Höhe von EUR 90 je EUR 0,01 Dividende, die im Durchschnitt der letzten drei Jahre auf die Stückaktie ausgeschüttet worden ist. Die Dividende beträgt für die Berichtsperiode 2015/16 vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung EUR 0,10 (Berichtsperiode 2014/15: EUR 0,10; Berichtsperiode 2013/14: EUR 1,30) pro Stückaktie. Die Höhe der variablen Vergütung ist begrenzt auf die Höhe der einfachen festen Vergütung. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Zweieinhalbfache, Stellvertreter und

Ausschussvorsitzende jeweils das 1,4-Fache sowie Ausschuss­ mitglieder das 1,2-Fache der Summe aus fester und variabler Vergütung. Bekleidet das Aufsichtsratsmitglied mehrere dieser Funktionen, so wird der erhöhte Vergütungssatz nur einmal gewährt. Zusätzlich erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Aus­ schüsse ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 300,00 pro Sitzung. Vergütet werden maximal zwei Sitzungen pro Tag. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung zum Dividendenvorschlag für die Berichtsperiode 2015/16 werden nachfolgende Beträge gewährt:

VE RGÜT UN G DE R M I TG L I E D E R D E S AU F S I C H T S RAT S 2 0 1 5 /1 6

Feste Vergütung*

Variable Vergütung*

Summe

Gesamtvergütung

Sitzungsgelder*

Hans-Christian Koehler

18.000

4.500

22.500

2,5

Gesamt

Gesamt Vorjahr

366/366

56.250

6.600

62.850

Dieter Woischke

18.000

4.500

22.500

73.275

1,4

366/366

31.500

4.200

35.700

Helmut Meyer (1.3. – 16.7.2015)

41.682

18.000

4.500

Michael Gerlif

18.000

4.500

22.500

1,4

138/366

11.877

1.500

13.377

39.882

22.500

1,4

366/366

31.500

5.400

36.900

Dr. Harald Isermeyer

18.000

39.384

4.500

22.500

1,2

366/366

27.000

6.300

33.300

Jochen Johannes Juister (1.3. – 16.7.2015)

36.756

Jochen Johannes Juister (17.7.2015 – 29.2.2016)

18.000

4.500

22.500

1,2

138/366

10.180

2.400

12.580

37.056

Marina Strootmann

18.000

4.500

22.500

1,4

228/366

19.623

2.700

22.323

18.000

4.500

22.500

1,2

366/366

27.000

3.600

30.600

36.156

Ulf Gabriel

18.000

4.500

22.500

1,2

366/366

27.000

3.900

30.900

35.856

Sigrun Krussmann

18.000

4.500

22.500

1,2

366/366

27.000

3.900

30.900

35.556

Hans Jochen Bosse

18.000

4.500

22.500

1,2

366/366

27.000

3.600

30.600

33.258

Matts Eskil Rosendahl

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

2.100

24.600

31.128

Gerhard Borchert

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

3.000

25.500

29.430

Dr. Hans Theo Jachmann

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

3.000

25.500

29.430

Rainer Knackstedt

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

1.800

24.300

29.130

Gerd von Glowczewski

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

1.500

24.000

29.130

Dr. Karl-Heinz Engel

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

1.800

24.300

29.130

Olaf Joern

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

2.100

24.600

29.130

Marie Lohel

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

2.100

24.600

28.830

Dr. Clemens Große Frie (1.3. – 16.7.2015)

18.000

4.500

22.500

1,0

138/366

8.484

300

8.784

28.530

Helmut Bleckwenn

18.000

4.500

22.500

1,0

366/366

22.500

1.800

24.300

28.530

Grit Worsch (1.3. – 16.7.2015)

18.000

4.500

22.500

1,0

138/366

8.484

900

9.384

18.238

Grit Worsch (17.7.2015 – 29.2.2016)

18.000

4.500

22.500

1,2

228/366

16.820

1.200

18.020

Joachim Engelke (17.7.2015 – 29.2.2016)

18.000

4.500

22.500

1,0

228/366

14.016

1.200

15.216

Friedrich Christoph Heins (17.7.2015 – 29.2.2016)

18.000

4.500

22.500

1,0

228/366

in EUR

Summe

Faktor Zeitanteil

/

14.016

900

14.916

/

560.250

67.800

628.050

719.496

* Angaben ohne Entschädigung für die von Aufsichtsratsmitgliedern aufgrund ihrer Tätigkeit zu entrichtende Umsatzsteuer.


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Zusätzlich werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats die durch die Ausübung des Amts entstehenden Auslagen sowie die auf ihre Vergütung und Auslagen zu entrichtende Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) erstattet. Der Gesamtbetrag der erstatteten Auslagen mit Umsatzsteuer beläuft sich auf TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 21). Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten in der Berichts- und der Vergleichsperiode vom Unternehmen weder Kredite noch Vorschüsse.

50. D I V I D E N D E N VO R S C H L AG Die an die Aktionäre ausschüttbaren Dividenden bemessen sich gemäß Aktiengesetz nach dem im Jahresabschluss der Nordzucker AG ausgewiesenen, nach den handelsrechtlichen Vorschriften bestimmten Bilanzgewinn. Der Jahresabschluss der Nordzucker AG für die Berichtsperiode 2015/16 weist einen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 34.870.956,23 aus. Der Vorstand schlägt vor, diesen Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende für die Berichtsperiode 2015/16 (EUR 0,10 je dividendenberechtigte Stückaktie) zu verwenden.

49.3. Aktienbesitz des Vorstands und des Aufsichtsrats Mitglieder des Vorstands halten keine wesentlichen Aktien­ bestände.

51. W  E S E N T L I C H E E R E I G N I SS E N AC H D E R

Mitglieder des Aufsichtsrats und denen nahestehende Perso­ nen waren zum 29. Februar 2016 im Besitz von Aktien, deren Anzahl jedoch unter einem Prozent der ausgegebenen Aktien der Nordzucker AG liegt. Die Aktien stehen nicht im Zusam­ menhang mit der Vergütung des Aufsichtsrats.

Im Februar 2016 hat die Nordzucker AG auf Basis der verein­ barten zustimmungspflichtigen Verlängerungsoption eine Erhöhung der Laufzeit der Konsortialfinanzierung um zwei Jahre bis zum 9. März 2021 beantragt. Im Zuge der Kredit­ verlängerung hat die Nordzucker AG ihr Bankenkonsortium neu geordnet. Dadurch sind bereits zwei Banken aus dem Konsortium ausgetreten, eine weitere beteiligt sich nur für die ursprüngliche Laufzeit am Konsortialkredit. Damit steht bis 2019 ein Konsortialkredit von 344,5 Millionen Euro zur Verfügung (Berichtsperiode: 400,0 Millionen Euro), von 2019 bis zum März 2021 ein Kreditbetrag von 312,6 Milli­ onen Euro. Durch das im letzten Geschäftsjahr begonnene ABS-Programm mit einem Volumen bis zu 100,0 Millionen Euro, durch die vorhandenen liquiden Mittel sowie durch den nun deutlich über das Ende der Zuckermarktordnung verlän­ gerten Kredit ist Nordzucker weiterhin sehr solide finanziert.

49.4. Sonstiges Die Mitglieder von Organen der Nordzucker AG werden von der Nordzucker AG von Ansprüchen Dritter im gesetzlich zulässigen Rahmen freigestellt. Zu diesem Zweck unterhält die Gesellschaft eine Vermögensschaden-HaftpflichtGruppen­versicherung für Organmitglieder der Nordzucker  AG. Sie wird jährlich abgeschlossen beziehungsweise ver­ längert. Die Versicherung deckt das persönliche Haftungs­ risiko für den Fall ab, dass der Personenkreis bei Ausübung seiner Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genom­ men wird. Es besteht ein Selbstbehalt gemäß Ziffer 3.8 des ­Deutschen Corporate Governance Kodex.

BERICHTSPERIODE

Braunschweig, 22. April 2016 Der Vorstand

Hartwig Fuchs

Axel Aumüller

Dr. Lars Gorissen

Dr. Michael Noth

107


10 8

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Konzernanhang

AUFSTELLUNG DES ANTEIL SBESITZES der Nordzucker AG, Braunschweig, zum 29. Februar 2016

Anteil am Kapital direkt

indirekt  %

über Tochter­unternehmen

NS AS

100 %

NSH AS

Titoconcerto AB (Malmö, Schweden)

Titoconcerto

100 %

NSH AS

Nordic Sugar AB (Malmö, Schweden)

NS AB

100 %

Titoconcerto

Kurzbezeichnung

 %

Einbezogene Tochterunternehmen Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG (Braunschweig, Deutschland) NORDZUCKER Spezial GmbH (Braunschweig, Deutschland) NORDZUCKER GmbH & Co. KG (Braunschweig, Deutschland) Nordzucker Services GmbH & Co. KG (Braunschweig, Deutschland) Nordzucker Polska S.A. (Opalenica, Polen) Považský Cukor a.s. (Trenčianska Teplá, Slowakei) HZN Solutions Zrt (Hatvan, Ungarn) Nordic Sugar Holding A/S (Kopenhagen, Dänemark) Nordic Sugar A/S (Kopenhagen, Dänemark)

NFZ KG

70 %

NZ SPEZIAL

100 %

NZ KG

100 %

NZ Services KG

100 %

NZ Polska

99,87 %

Povazsky 96,798 % HZN

99,89 %

NSH AS

100 %

Nordic Sugar Services AB (Malmö, Schweden)

NSS AB

100 %

NS AB

AB Nordic Sugar Kėdainiai (Kėdainiai, Litauen)

NS Kėdainiai

70,6 %

NS AS

NS Oy

100 %

NS AS

Sucros Oy

80 %

NS Oy

80 %

Sucros Oy

MEF

50 %

NZ KG

NZR

50 %

NZ KG

NP Sweet

50 %

NSH AS

Nordic Sugar Oy (Kantvik, Finnland) Sucros Oy (Säkylä, Finnland) Suomen Sokeri Oy (Kantvik, Finnland) Nordzucker Ireland Limited (Dublin, Irland)

Suomen Oy NZ Ireland

100 %

Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden MEF Melasse-Extraktion Frellstedt GmbH (Frellstedt, Deutschland) Norddeutsche Zucker-Raffinerie Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Frellstedt, Deutschland) NP Sweet A/S (Kopenhagen, Dänemark) Eurosugar S.A.S. (Paris, Frankreich)

ES

50 %

Assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden August Töpfer Zuckerhandelsgesellschaft mbH & Co. KG (Hamburg, Deutschland)

ATZU

25 %

Tochterunternehmen, die nicht einbezogen werden NZ Dritte Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (Braunschweig, Deutschland) Norddeutsche Flüssigzucker Verwaltungs-GmbH (Braunschweig, Deutschland) NORDZUCKER Verwaltungs-GmbH (Braunschweig, Deutschland)

NZ 3. VVG

100 %

NFZ GmbH

70 %

NZ GmbH

100 %

NZ KG

SG KG

100 %

NZ SPEZIAL

SWEETGREDIENTS Verwaltungs GmbH (Nordstemmen, Deutschland)

SG GmbH

100 %

SG KG

NZ Erste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (Braunschweig, Deutschland)

NZ 1. VVG

100 %

NZ 2. VVG

100 %

NZ Services GmbH

100 %

NS SIA

100 %

NS AS

NS UAB

100 %

NS AS

IW AS

50 %

NS AS

ATV

25 %

NS AS

SWEETGREDIENTS GmbH & Co. KG (Nordstemmen, Deutschland)

NZ Zweite Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (Braunschweig, Deutschland) Nordzucker Services Verwaltungs-GmbH (Braunschweig, Deutschland) Nordic Sugar SIA (Riga, Lettland) Nordic Sugar UAB i.L. (Vilnius, Litauen) Gemeinschaftsunternehmen, die nicht einbezogen werden Nordzucker Bioerdgas Verwaltungs-GmbH (Braunschweig, Deutschland) Nordzucker Bioerdgas GmbH & Co. KG (Braunschweig, Deutschland) Ingolf Wesenberg & Co. AS (Oslo, Norwegen)

NZ BEG GmbH

50 %

NZ BEG KG

50 %

Assoziierte Unternehmen, die nicht einbezogen werden August Töpfer Verwaltungs GmbH (Hamburg, Deutschland) Sonstige Beteiligungen, die nicht einbezogen werden Tereos TTD, a.s. (Dobrovice, Tschechien)

TTD

35,38 %

Tropical Cubes Co. Ltd. (Morcellement St André, Mauritius)

TC

12,5 %

ATZU

C.I. Food Colombia S.A.S. (Yumbo, Kolumbien)

CIF

12,5 %

ATZU

HST 16,668 %

ATZU

H.S.T. Hamburg Sugar Terminal GmbH & Co. KG (Hamburg, Deutschland) Verwaltungsgesellschaft H.S.T. Hamburg Sugar Terminal mbH (Hamburg, Deutschland) SBI Jordberga AB (Linköping, Schweden)

VHST 16,668 % SBI

5 %

ATZU NS AB


Konzernanhang : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

B E S TÄT I G U N G S V E R M E R K D E S A B S C H LU S S P R Ü F E R S

Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht ­haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Wir haben den von der Nordzucker AG, Braunschweig, auf­ gestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinnund Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalfluss­ rechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. März 2015 bis zum 29. Februar 2016 geprüft. Die Auf­ stellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergän­ zend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrecht­ lichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Ver­ treter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grund­ lage der von uns durchgeführten Prüfung eine B ­ eurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht ab­ zugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger­ Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Ver­ stöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzern­ abschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungs­ legungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht ver­ mittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirt­ schaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Er­ wartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im R ­ ahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungs­ bezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der

in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der ­Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der we­ sentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlus­ ses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung ­gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den er­ gänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handels­ rechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmun­ gen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vor­ schriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzern­ abschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“

Hannover, 28. April 2016 Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Janze

Weiß

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

10 9


110

N O R D Z U C K E R G E S C H Ă„ F T S B E R I C H T 2015/16 : Weitere Informationen

Foto: Tommi Haikonen


Weitere Informationen : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

WEITERE INFORMATIONEN

112 � Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahrs 2015/16 115 � Entsprechenserklärung zum DCGK 116 � Bericht des Aufsichtsrats 122 � Glossar 126 � Finanzkalender

111


112

N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Weitere Informationen

C O R P O R AT E GOVERNANCEBERICHT DES GESCHÄFTSJAHRS 2015/16 – zugleich Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a Abs. 4 HGB –

A L LG E M E I N E S Corporate Governance umfasst das System der Leitung und Überwachung eines Unternehmens einschließlich seiner Organisation, seiner geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie der internen und externen Kontroll- und Überwachungsmechanismen. Eine klar strukturierte und gelebte Corporate Governance hat für die Nordzucker AG eine hohe Bedeutung und gewährleistet eine verantwor­ tungsbewusste, auf langfristige Wertschöpfung ausgerich­ tete Unternehmensführung. Sie fördert das Vertrauen der Aktionäre, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und der Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in die Leitung und Über­ wachung des Nordzucker Konzerns. Corporate Governance ist die Grundlage der Entscheidungsund Kontrollprozesse im Nordzucker Konzern. Das Handeln der Nordzucker wird an klar definierten Leitlinien ausgerich­ tet. Diese Leitlinien beinhalten eine konsequente Orientie­ rung an den Bedürfnissen und Erwartungen der Aktionäre, Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter. Die Erzielung eines angemessenen und dauerhaften Gewinns, die kontinuierliche Generierung von Wachstum und die Erhö­ hung der Marktanteile leiten die Tätigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters. Dabei stellt die beständige Verbesserung aller Geschäftsprozesse durch kompetente, zielorientiert geführte und leistungsorientiert entlohnte Mitarbeiter die Existenz und die langfristige, systematische Fortentwicklung des Unterneh­ mens in einem sich wandelnden Wettbewerbsumfeld sicher.

D UA L E S F Ü H R U N G SS Y S T E M Die Nordzucker AG mit Sitz in Braunschweig unterliegt den Vorschriften des deutschen Aktienrechts. Darin ist als Grund­ prinzip das duale Führungssystem verankert, welches dem Vorstand die Leitung des Unternehmens und dem Aufsichts­ rat die Beratung und Überwachung des Vorstandes zuordnet. Beide Gremien sind im Hinblick auf ihre Mitglieder mit eige­ nen Kompetenzen ausgestattet und arbeiten im Unterneh­ mensinteresse eng und vertrauensvoll zusammen.

ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE D E S VO R S TA N D E S Der Vorstand der Nordzucker AG besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Der Vorstand der Nordzucker AG legt als Leitungsorgan die Unternehmenspolitik fest. Er ist für die strategische Ausrich­ tung des Unternehmens, die Planung und Festlegung des Unternehmensbudgets, die Ressourcenallokation sowie die Kontrolle der Geschäftsentwicklung in der Gesellschaft und dem Konzern verantwortlich. Ferner ist er zuständig für die Aufstellung der Jahresabschlüsse und Zwischenberichte der Nordzucker AG und des Konzerns. Die Führung der Geschäfte der Nordzucker AG obliegt dem Vorstand als Kollegialorgan. Im Hinblick auf die Zusammensetzung des Vorstands hat der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 Aktiengesetz (nach­folgend: „AktG“) am 16. Juli 2015 beschlossen, die Zielgröße für den Anteil der Frauen im Vorstand auf 0 Prozent mit einer Umset­ zungsfrist bis zum 30. Juni 2017 festzulegen. Der Vorstand hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur internen Organisation eine Geschäftsordnung gegeben. Die vom Vorstand gemäß § 76 Abs. 4 AktG beschlossene Zielquote für die erste Führungsebene unter dem Vorstand beträgt 10 Prozent und diejenige für die zweite Führungs­ ebene 20 Prozent, jeweils mit Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017.


Weitere Informationen : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE

WESENTLICHE PR AKTIKEN

D E S A U F S I C H T S R AT S

DER UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Der Aufsichtsrat der Nordzucker AG hat einundzwanzig Mitglieder. Zwei Drittel der Aufsichtsräte sind Vertreter der Anteilseigner, ein Drittel Vertreter der Arbeitnehmer. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Füh­ rung der Geschäfte. Der Aufsichtsrat erörtert regelmäßig die Geschäftsentwicklung und Planung sowie die Strategie des Unternehmens und deren Umsetzung. Er prüft und verab­ schiedet den Jahresabschluss der Nordzucker AG und des Konzerns unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und der Ergebnisse der Prüfung durch den Prüfungs- und Finanzausschuss. Wesentliche Vorstandsent­ scheidungen sind an seine Zustimmung gebunden.

Neben den Corporate-Governance-Grundsätzen sind zudem die folgenden Prinzipien wesentliche Grundlagen der nach­ haltigen und verantwortungsvollen Unternehmensführung des Nordzucker Konzerns:

Im Hinblick auf seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat in Anlehnung an die Empfehlung gemäß Ziffer 5.4.1 des Kodex sowie gemäß § 111 Abs. 5 AktG am 16. Juli 2015 beschlossen, bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats insbesondere die folgenden Elemente zu berücksichtigen:

> Interne Grundsätze, Richtlinien, Verfahrensbeschreibungen

> mindestens drei Aufsichtsratssitze für Personen, die im besonderen Maße das Kriterium der Internationalität ver­ körpern (etwa durch Auslandserfahrung oder ausländische Staatsangehörigkeit); > mindestens drei Aufsichtsratssitze für Personen, die keine Funktion bei Kunden, Anbauerverbänden oder sonstigen Geschäftspartnern wahrnehmen; >m  indestens vier Aufsichtsratssitze für Frauen. Die Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat beträgt 19 Prozent mit einer Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017; >A  ltersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder beträgt grundsätz­ lich 65 Jahre; sowie > Grenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat beträgt grundsätzlich 25 Jahre. Derzeit sind diese Ziele erfüllt. Der Aufsichtsrat hat sich zur internen Organisation eine Geschäftsordnung gegeben und zur optimalen Wahrnehmung seiner Aufgaben einen Präsidialausschuss, einen Prüfungs- und Finanzausschuss, einen Personalausschuss sowie einen Nomi­ nierungsausschuss gebildet.

>D  ie vier Unternehmenswerte Verantwortung, Engagement, Courage und Wertschätzung bilden die Basis der Kultur im Nordzucker Konzern. > Darauf aufbauend enthält der Verhaltenskodex Leitsätze für das Verhalten der Mitarbeiter des Nordzucker Konzerns sowie der im Namen von Nordzucker tätigen Handelsver­ treter, Berater oder andere Geschäftspartner. sowie Arbeitsanweisungen und Handbücher konkretisieren diese Leitsätze. > Die sechs Schlüsselbotschaften geben die Leitlinien des Unternehmens insbesondere im Hinblick auf den Verän­ derungsprozess wegen des Auslaufens der Europäischen Zuckermarktordnung am 30. September 2017 vor. > Die Business Principles bilden die Grundlage für die Zusam­ menarbeit in einer funktionalen Organisationsstruktur.

E R K L Ä R U N G VO N VO R S TA N D U N D ­A U F S I C H T S R AT D E R N O R DZ U C K E R AG G E M Ä SS § 161 A K T I E N G E S E T Z Die Grundsätze guter Unternehmensführung sind für bör­ sennotierte Aktiengesellschaften im Deutschen Corporate Governance Kodex (nachfolgend: „Kodex“) geregelt. Der Kodex enthält Empfehlungen und Anregungen zur guten Unternehmensführung und beschreibt außerdem gesetzliche Pflichten börsennotierter Aktiengesellschaften. Aufgrund der Vorschrift des § 161 AktG haben sich börsennotierte Aktien­ gesellschaften jährlich zur Einhaltung von Empfehlungen des Kodex zu erklären. Diese Erklärung erfolgt sowohl vergangen­ heitsbezogen als auch zukunftsbezogen. Die Nordzucker AG ist kein börsennotiertes Unternehmen im Sinne von § 161 Abs. 1 AktG. Sie unterliegt daher nicht der Verpflichtung, jährlich zu erklären, inwieweit das Unternehmen dem von der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance

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Kodex“ erlassenen Kodex folgt und aus welchen Gründen gegebenenfalls nicht. Die Prinzipien guter und transparen­ ter Unternehmensführung sind jedoch fester Bestandteil der Unternehmenskultur der Nordzucker AG. Vorstand und ­Aufsichtsrat der Nordzucker AG haben daher (wie in den Vorjahren) beschlossen, freiwillig eine Erklärung nach § 161 Abs. 1 AktG abzugeben (siehe Seite 113 des Geschäfts­ berichts). Die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sind auf der Homepage der Nordzucker AG abrufbar. Sofern der Kodex gesetzliche Pflichten börsennotierter Aktiengesell­ schaften außerhalb von Empfehlungen regelt, sind diese auf die ­Nordzucker AG nicht anwendbar. Die Gesellschaft geht auch keine freiwillige Verpflichtung ein, diese zu befolgen.

gefährden würden. Zudem werden regelmäßig interne Revisionsprüfungen durchgeführt, die durch eine unab­ hängige Überwachung des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagement­systems zur guten Unternehmensführung beitragen.

R EC H N U N G S L EG U N G Die Nordzucker AG erstellt den Jahresabschluss nach den Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handels­ gesetzbuches (HGB). Für die Rechnungslegung des Nord­ zucker-­Konzerns sind die International Financial Reporting Standards (IFRS) maßgeblich, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind.

CO M P L I A N C E , R I S I KO M A N AG E M E N T, ­I N T E R N E S KO N T R O L L S Y S T E M U N D INTERNE REVISION Unter Compliance versteht man die Gesamtheit der konzern­ weiten Maßnahmen im Hinblick auf die Einhaltung von gesetzlichen und unternehmensinternen Ge- und Verboten durch das Unternehmen, die Leitungsorgane und Mitarbei­ ter. Verstöße, insbesondere Kartell- und Korruptionsverstöße, werden von Aufsichtsrat und Vorstand der Nordzucker AG nicht geduldet. Entsprechenden Hinweisen auf Fehlverstöße wird unverzüglich nachgegangen. Mittels interner Maß­ nahmen soll Gesetzesverstößen durch die Mitarbeiter und das Unternehmen vorbeugt werden bzw. es soll unterstützt werden, die Gesetze und unternehmensinternen Richtlinien korrekt anzuwenden. Dazu erfolgen regelmäßig Schulungen. Zu einer sorgfältigen Unternehmensleitung und guten ­Corporate-Governance-Praxis gehört auch der verantwor­ tungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Das Interne Kontrollsystem des Nordzucker Konzerns stellt sicher, dass Risiken dort, wo sie entstehen, bewertet und entspre­ chende Maßnahmen getroffen werden. Darüber hinaus ver­ fügt der Nordzucker Konzern über ein konzernweites Risiko­ managementsystem, in dem Entwicklungen, die erhebliche Nachteile auslösen können, identifiziert und bewertet wer­ den. Das Risikomanagementsystem dient auch der Vermei­ dung von Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens

N AC H H A LT I G K E I T A L S U M FA SS E N D E S KO N Z E P T Nachhaltigkeit ist für den Nordzucker Konzern und viele ihrer Kunden ein Thema höchster Priorität. Für uns als Lebensmittel­ hersteller sind ökologische und soziale Themen natürlicher Bestandteil der täglichen Arbeit. Für den Nordzucker Konzern ist es entscheidend, gemeinsam mit Lieferanten, Dienstleis­ tern, Mitarbeitern und Kunden eine nachhaltige Wertschöp­ fungskette zu entwickeln. Ganz oben auf der Agenda stehen: Rückverfolgbarkeit, Qualität und Zuverlässigkeit. Der von der Nordzucker AG erstellte Nachhaltigkeitsbericht ist unter www.nordzucker-growing-together.com abrufbar. Zudem sind die Einhaltung hoher Ansprüche an die Lebens­ mittel- und Futtermittelqualität und -sicherheit, die Ressour­ censchonung, die kontinuierliche Minimierung und Verhü­ tung von Umweltbelastungen sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz integraler Bestandteil aller Tätigkeiten des Nordzucker Konzerns. Fehlervermeidung und Vorbeugung haben dabei einen besonderen Stellenwert. Braunschweig, im Mai 2016 Für den Aufsichtsrat Hans-Christian Koehler Aufsichtsratsvorsitzender

Für den Vorstand Hartwig Fuchs Vorstandsvorsitzender


Weitere Informationen : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

F R E I W I L L I G E E R K L Ä R U N G Z U M D E U T S C H E N CO R P O R AT E G OV E R N A N C E KO D E X G E M Ä SS § 161 A K TG F Ü R DA S G E S C H Ä F T S J A H R 2 015/2 016 Die Nordzucker AG ist kein börsennotiertes Unterneh­ men im Sinne von § 161 Abs. 1 AktG. Sie unterliegt daher nicht der Verpflichtung, jährlich zu erklären, inwieweit das Unternehmen dem von der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ erlassenen Deutschen ­Corporate Governance Kodex („Kodex“) folgt und aus ­welchen Gründen gegebenenfalls nicht. Die Prinzipien guter und transparenter Unternehmensführung sind jedoch fester Bestandteil der Unternehmenskultur der Nordzucker AG. Vorstand und Aufsichtsrat der Nordzucker AG haben daher – wie in den Vorjahren – beschlossen, frei­ willig eine Erklärung nach § 161 Abs. 1 AktG abzugeben. Dies vorausgeschickt, erklären Vorstand und Aufsichtsrat der Nordzucker AG, dass die Gesellschaft seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im März 2015 den Emp­ fehlungen des Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 bzw. ab deren Geltung der Fassung des Kodex vom 5. Mai 2015 mit Ausnahme folgender Empfehlungen ent­sprochen hat und entsprechen wird:

1. Interessenkonflikte in der Person von Aufsichtsratsmit­ gliedern treten aufgrund der besonderen Bedeutung landwirtschaftlichen Sachverstandes für das Unter­ nehmen zurück (Ziffer 5.5.3 Satz 2). 2. Wegen der Einbeziehung der Nordzucker AG in den Konzernabschluss der Nordzucker Holding AG hat Letz­ tere ein besonderes Informationsbedürfnis (Ziffer 6.1). Sofern der Kodex gesetzliche Pflichten börsennotierter Aktiengesellschaften außerhalb von Empfehlungen regelt, sind diese auf die Nordzucker AG nicht anwendbar. Die Gesellschaft geht auch keine freiwillige Verpflichtung ein, diese zu befolgen. Im Übrigen wird auf die Ausführungen im Corporate-Governance-Bericht verwiesen. Braunschweig, März 2016 Der Aufsichtsrat Der Vorstand Hans-Christian Koehler Hartwig Fuchs Aufsichtsratsvorsitzender Vorstandsvorsitzender

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B E R I C H T D E S A U F S I C H T S R AT S D E R N O R DZ U C K E R A G F Ü R DA S G E S C H Ä F T S J A H R 2 015/ 16

Hans-Christian Koehler, Vorsitzender des Aufsichtsrats


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SEHR GEEHRTE AK TIONÄRIN, SEHR GEEHRTER AK TIONÄR, Nordzucker hat entgegen unseren anfänglichen Erwartungen im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Jahresüberschuss erzielt, der die Ausschüttung einer Dividende in Höhe des Vorjahres ermöglicht. Wir sehen dies als Beleg dafür, dass Nordzucker auch bei anhaltend schwierigem Umfeld gut aufgestellt ist. Zu diesem positiven Ergebnis haben neben zuletzt besser als erwarteten ­Marktpreisen vor allem zwei Entscheidungen wesentlich beigetragen: Die Einführung der funktionalen Organisation zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015, die mithilfe schlankerer Strukturen Entscheidungswege beschleunigt hat; und das im Geschäftsjahr 2014/2015 begon­ nene Effizienzsteigerungsprogramm, das bereits im Berichtsjahr 2015/2016 Ein­sparungen in Millionenhöhe ermöglichte. Dennoch: Effizienz ist kein Zustand, sondern eine Aufgabe, die Mitarbeiter und Vorstand jeden Tag neu umzusetzen haben. Nicht zuletzt deshalb schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, im Rahmen einer Satzungsänderung den Aufsichtsrat der Nordzucker AG aus Effizienzgründen ab der Hauptversammlung 2017 von 21 auf 15 Mitglieder zu verkleinern. Nordzucker steuert gut vorbereitet in den neuen EU-Markt ohne Zuckerquote und Rüben­ mindestpreis. Die im Juli 2015 beschlossenen Satzungsänderungen bei der Nordzucker ­Holding AG und der Union-Zucker Südhannover GmbH sowie die Vereinbarung zur Umset­ zung des ­Lieferanspruchs zwischen beiden Holdings und der Nordzucker AG gewähr­leisten auch nach dem Wegfall der Lieferrechte am 30. September 2017 einen für die Landwirte und die Nordzucker AG verlässlichen und wirtschaftlichen Rübenanbau. In allen unseren Anstrengungen gilt es, auch künftig nicht nachzulassen. Die anstehende ­Liberalisierung des Europäischen Zuckermarkts und die absehbar steigende Volatilität bei den Zuckerpreisen fordert auch in den kommenden Jahren den vollen Einsatz: Von den Rüben­ anbauern, den Aktionären und unseren Geschäftspartnern, aber auch von den Mitarbeitern sowie von Vorstand und Aufsichtsrat. Die von Aufsichtsrat und Vorstand verfolgte Strategie verspricht für die Zukunft weiteres Wachstum: Und zwar nicht nur innerhalb Europas, wo wir ab 2017 mit einer Konsolidierung rechnen, sondern auch in solchen Drittstaaten, für die wir einen stetig starken Anstieg der Nachfrage nach Zucker erwarten. Deshalb schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, dem Vorstand durch die Schaffung eines genehmigten Kapitals die Möglichkeit einzuräumen, Wachstums-­Chancen mit Zustimmung des Aufsichtsrats kurzfristig nutzen zu können.

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N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16 : Weitere Informationen

Der Aufsichtsrat der Nordzucker AG hat auch im Geschäftsjahr 2015/2016 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung der Nordzucker AG und des Nordzucker-Konzerns kontinuierlich beraten und überwacht. Diese Überwachung und Beratung erfolgte insbesondere in Aufsichtsratssitzungen und den Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats.

A U F S I C H T S R AT SS I T Z U N G E N Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2015/2016 zu vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen. Außerdem trat das Aufsichtsgremium im März 2015 zu einer Klausurtagung, nach der Hauptversammlung im Juli 2015 zur konstituierenden Sitzung sowie im Oktober 2015 zu einer Strategiesitzung zusammen. An allen Sitzungen nahm jeweils auch der Vorstand teil. Vor seiner ersten ordentlichen Aufsichtsratssitzung kam der Aufsichtsrat am 25. März 2015 zu einer Klausurtagung zusammen, wo die zum Geschäftsjahresende 2014/2015 mit e ­ xterner Unterstützung durchgeführte Effizienzprüfung des Aufsichtsrats intensiv diskutiert wurde. Diese Prüfung haben wir entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex 2010/2011, 2012/2013 und im Geschäftsjahr 2015/2016 durchgeführt. Auf der Basis von Einzelgesprächen und der Auswertung von Fragebögen wurden Vorschläge diskutiert, wie die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie die Zusammenarbeit mit dem Vorstand weiter zu optimieren ist. Neben Anregungen zur Verkleinerung des Aufsichtsrats ab 2017 wurden eine konsequente Verfolgung vereinbarter Maßnahmen sowie eine höhere Transparenz zur Gewinnung von Informationen eingefordert. Entsprechende Änderungen haben wir seitdem auf den Weg gebracht. Während der ersten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 26. März 2015 beschloss der ­Aufsichtsrat das Budget der Nordzucker-Gruppe für das Geschäftsjahr 2015/2016 und nahm die Mehrjahresplanung zur Kenntnis. Zudem beschloss der Aufsichtsrat eine Änderung der Geschäftsordnung des Vorstands, die mit der Einführung der funktionalen Struktur erforderlich geworden war. Um unerwünschtem Ressortdenken vorzubeugen, haben wir dem Vorstand die Möglichkeit eingeräumt, ein „Business Team“ zu installieren und bestimmte ­Aufgaben unter Beibehaltung der Gesamtverantwortung des Vorstands an dieses abzugeben. Des W ­ eiteren erörterte der Aufsichtsrat die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen ­Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 und verabschiedete eine aktualisierte, freiwillige Entsprechenserklärung in Anlehnung an § 161 Aktiengesetz, die den Aktionären auf der Internetseite der Nordzucker AG sowie im jeweiligen Geschäftsbericht d ­ auerhaft zugänglich ist. Zudem wurde die variable Vergütung des Vorstands für das vorangegangene Geschäftsjahr 2014/2015 beschlossen. Der Jahres- und Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2014/2015 sowie der Abhängigkeits­ bericht standen im Mittelpunkt der zweiten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 1. Juni 2015 („Bilanzsitzung“). Nach dem Bericht des Abschlussprüfers und eingehender Diskus­ sion sowie auf Empfehlung seines Prüfungs- und Finanzausschusses stellte der Aufsichtsrat den ­Jahresabschluss der Nordzucker AG fest und billigte den Konzernabschluss. Auch die Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung am 16. Juli 2015 standen auf der Agenda. Zudem beschloss der Aufsichtsrat auf Empfehlung seines Personalausschusses die Ziele für die variable Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015/2016.


Weitere Informationen : N O R D Z U C K E R G E S C H Ä F T S B E R I C H T 2015/16

Bei der Hauptversammlung am 16. Juli 2015 wählten die Aktionäre der Nordzucker AG Dr. Karl-Heinz Engel erneut in den Aufsichtsrat. Für die turnusgemäß ausgeschiedenen Dr. Clemens Große Frie und Helmut Meyer wurden Joachim Engelke und Friedrich Christoph Heins neu in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Clemens Große Frie und Helmut Meyer für ihren langjährigen Einsatz zum Wohle der Nordzucker-Gruppe. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung fand die konstituierende Aufsichtsratssitzung statt, bei der Personalia im Vordergrund standen: Hans-Christian Koehler wurde in seinem Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt. Zu seinen Stellvertretern wurden Jochen Johannes Juister aus dem Kreis der Anteilseigner-Vertreter und Dieter Woischke aus dem Kreis der Arbeitnehmer-Vertreter gewählt. In den Präsidialausschuss, dem Hans-Christian Koehler als Aufsichtsratsvorsitzender vorsteht, wurden Hans Jochen Bosse, Michael Gerlif, Dr. Harald Isermeyer, Jochen Johannes Juister, Sigrun Krussmann und Dieter Woischke wieder­ gewählt. Sowohl Michael Gerlif als Vorsitzender sowie Ulf Gabriel, Dr. Harald Isermeyer, Jochen Johannes Juister und Marina Strootmann als weitere Mitglieder wurden für den Prüfungs- und Finanz­ausschuss wiedergewählt. Zu Mitgliedern des Personalausschusses wurden Dr. Harald Isermeyer, Sigrun Krussmann, Dieter Woischke und Grit Worsch gewählt, zu ­Mitgliedern des Nominierungsausschusses Helmut Bleckwenn, Gerhard Borchert, Dr. Harald Isermeyer und Dr. Hans Theo Jachmann. Hans-Christian Koehler steht als Aufsichtsratsvorsitzender dem ­Personal- und dem Nominierungsausschuss vor. Des Weiteren beschloss der Aufsichtsrat seine Ziele bezogen auf die Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Vorstand gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Zu berücksichtigen war dabei auch die vom Gesetzgeber neu eingeführte flexible Frauenquote zum 30. Juni 2017 (vgl. Corporate-­ Governance-Bericht im Geschäftsbericht). Am 14. Oktober 2015 fand eine Strategiesitzung von Aufsichtsrat und Vorstand statt. Beide Gremien streben einvernehmlich weiteres Wachstum der Nordzucker-Gruppe innerhalb und außerhalb Europas an. Wachstum, das wir unter anderem über die Teilhabe am bevorstehen­ den Konsolidierungsprozess in der EU erreichen wollen, und das unsere Leistungsfähigkeit unter veränderten Marktbedingungen und erhöhtem Wettbewerbsdruck nachhaltig sichert. Bei der dritten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 15. Oktober 2015 stimmte der Aufsichts­rat auf Empfehlung seines Prüfungs- und Finanzausschusses nach gründlicher Prüfung dem vom Vorstand vorgelegten Investitionsbudget für das Geschäftsjahr 2016/2017 zu. Beraten wurde zudem das weitere Vorgehen nach dem Ausscheiden von Mats Liljestam aus dem Vorstand der Nordzucker AG. Die vierte ordentliche Aufsichtsratssitzung fand am 3. Dezember 2015 im Rahmen einer Ex­kursion des Aufsichtsrats in das Werk Nordstemmen statt. Im Mittelpunkt standen künf­ tige ­Potenziale des Rübenanbaus in der Nordzucker-Gruppe und Fragen wie z. B.: Wo kann ­Nordzucker den Rübenanbau weiter ausdehnen? In welchen Gebieten stehen Zuckerrüben unter besonderem Druck von Konkurrenzfrüchten? Außerdem hat sich der Aufsichtsrat der Wirksamkeit der Internen Revision, des Risikomanagements und des Internen Kontroll­systems der Nordzucker-Gruppe versichert. Drei elementare Unternehmensfunktionen, deren Wirksam­ keit wir regelmäßig hinterfragen. In allen Sitzungen des Berichtsjahrs hat sich der Aufsichtsrat darüberhinaus mit den Folgen und Risiken des Kartellverfahrens für Nordzucker, mit dem Finanzstatus des Unternehmens sowie mit Vorausschauen und Planungen der Nordzucker AG und der Nordzucker-Gruppe befasst. Er hat die Strategie, deren Weiterentwicklung und die Unternehmensplanung der NordzuckerGruppe regelmäßig mit dem Vorstand diskutiert. Der Gang der Geschäfte, die Risikolage, das Risikomanagement nebst internem Kontrollsystem und die Ordnungsmäßigkeit nach den Compliance-Vorgaben sowie Geschäftsvorgänge von erheblicher Bedeutung waren ebenfalls Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen.

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Der Vorstand ist innerhalb und außerhalb von Aufsichtsratssitzungen seinen Informations­ pflichten nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnungen nachgekommen und hat den Aufsichts­rat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse unterrichtet. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat alle Sachverhalte vorgelegt, die der Entscheidung durch den Aufsichtsrat bedurften. Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt. Darüber hinaus stand insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende auch außerhalb der Auf­ sichtsratssitzungen mit dem Vorstand in regelmäßigem Kontakt. Er hat sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert und mit dem Vorstand Fragen der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage, des Risiko­ managements und der Übereinstimmung mit Compliance-Vorgaben im Unternehmen beraten.

A U SS C H Ü SS E D E S A U F S I C H T S R AT S Der Aufsichtsrat der Nordzucker AG hat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben vier Ausschüsse gebildet: Präsidialausschuss, Prüfungs- und Finanzausschuss, Personalausschuss und Nominierungsausschuss. Der jeweilige Ausschussvorsitzende berichtet in der Aufsichts­ ratssitzung über die wesentlichen Inhalte der Ausschusssitzungen. Außerdem werden sämt­ liche Protokolle der Ausschusssitzungen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2015/2016 fünf Mal (10. März, 12. Mai, 29. September, 19. November 2015 und 16. Februar 2016). Das Aufsichtsrats­ präsidium befasste sich insbesondere mit den jeweils wesentlichen aktuellen Themen des Nordzucker-Konzerns sowie mit wichtigen Projekten und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens mit Blick auf das Ende von Quotenregelung und EU-Mindestpreis. Das ­Präsidium bereitete zudem die Aufsichtsratssitzungen (einschließlich Termin- und Themen­ planung), die Hauptversammlung sowie die Klausurtagung und die Strategiesitzung des Auf­ sichtsrats vor und setzte sich mit der freiwilligen Entsprechenserklärung der Nordzucker AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex in Anlehnung an § 161 AktG auseinander. Der Prüfungs- und Finanzausschuss trat im Geschäftsjahr 2015/2016 fünf Mal (10. März, 12. Mai, 29. September, 19. November 2015 und 16. Februar 2016) zusammen. Eine weitere Sitzung fand am 9. Februar 2016 per Telefonkonferenz statt. Er befasste sich regelmäßig mit dem Finanzstatus und den Vorausschauen, der Unternehmensfinanzierung, der Investitions­planung, den Quartals- und Halbjahresabschlüssen des Nordzucker-Konzerns und der N ­ ordzucker AG, dem Risikomanagement, dem internen Kontrollsystem sowie der Wirksamkeit, der Ausstat­ tung und den Ergebnissen der Internen Revision. Der Ausschuss diskutierte in Gegenwart des Abschlussprüfers die Abschlüsse und Lageberichte des Nordzucker-­Konzerns sowie der Nordzucker AG für das Geschäftsjahr 2014/2015. Gegenstand der Beratungen war auch die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015/2016 und die Kontrolle der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Die Prüfung und ­Billigung des Jahresund Konzernabschlusses und des Abhängigkeitsberichts für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2015/2016 sowie der Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2016/2017 und der Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung wurden auf einer Sitzung außerhalb des Berichtszeitraums am 9. Mai 2016 vorbereitet.


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Der Personalausschuss tagte im Berichtsjahr am 5. März 2015 und 17. Februar 2016. Eine weitere Sitzung am 3. April 2015 fand als Telefonkonferenz statt. Er hat insbesondere das ­System der Vorstandsvergütung überprüft sowie die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die variable Vergütung des Vorstands vorbereitet (vgl. Vergütungsbericht im Geschäftsbericht). Der Nominierungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2015/2016 am 9. März, am 1. Juni 2015 sowie am 15. Februar 2016 zusammen. Er aktualisierte das Anforderungsprofil für die Anteils­ eigner-Vertreter im Aufsichtsrat. Dem Gesamtaufsichtsrat wurden Empfehlungen vorgestellt, welche Kriterien Aufsichtsratskandidaten für Wahlvorschläge an die Hauptversammlung ­erfüllen sollten. Er schlug dem Gesamtaufsichtsrat außerdem Kandidaten für den Aufsichtsrats­ vorsitzenden und seine Stellvertreter sowie die Aufsichtsratsausschüsse vor.

J A H R E S A B S C H L U SS 2 015/16 Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss der Nordzucker AG und des Konzerns sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht sowie den Gewinnverwendungsbeschluss und den Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen fristgerecht vorgelegt. Die von der Hauptversammlung am 16. Juli 2015 auf Vorschlag des Aufsichtsrats als Abschluss­ prüfer gewählte Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, hat den Jahresabschluss der Nordzucker AG für das Geschäftsjahr 2015/2016, deren Lagebericht, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer hat auch den Abhängigkeitsbericht geprüft, den Aufsichtsräten rechtzeitig vorgelegt und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“ Die oben genannten Dokumente wurden vom Prüfungs- und Finanzausschuss und vom Auf­ sichtsrat nach rechtzeitiger Vorlage eingehend geprüft und im Beisein des Abschlussprüfers nach dessen Bericht über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung umfassend erörtert. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer in seiner ­Sitzung am 23. Mai 2016 angeschlossen und im Rahmen seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass ­Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten ­Jahresabschlüsse gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat außerdem dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns zugestimmt, wonach für das Geschäftsjahr 2015/2016 eine Dividende von EUR 0,10 je Stückaktie ausge­ schüttet wird. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeitern und dem Vorstand der Nordzucker-Gruppe für die im Geschäftsjahr 2015/2016 geleistete Arbeit. Braunschweig, den 23. Mai 2016

Hans-Christian Koehler Vorsitzender des Aufsichtsrats

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G LO S S A R

Eigenkapitalquote Kennzahl, die das Verhältnis des bilanziellen Eigenkapitals zur Gesamtbilanzsumme darstellt.

FINANZ WIRTSCHAF T

Eigenkapitalrendite Eine Größe, welche die Profitabilität des eingesetzten Kapitals abbildet. Sie ermittelt sich aus dem erzielten Periodenergeb­ nis im Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital.

Cashflow Netto-Zufluss an Geldmitteln. Differenz aus den zahlungs­ wirksamen Einnahmen und den zahlungswirksamen Ausga­ ben in einer Berichtsperiode. Der Cashflow steht dem Unter­ nehmen für Investitionen, Rückführung von Verbindlichkeiten und Gewinnausschüttung zur Verfügung. Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) (‚Richtlinien zur Unternehmensführung‘) 2002 formulierter Kodex zur Führung und Überwachung deut­ scher börsennotierter Gesellschaften. Der DCGK enthält natio­ nal und international anerkannte Standards verantwortungsvol­ ler Unternehmensführung, die vor allem auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit ausgerichtet sind. Festgelegt sind darin Zuständigkeiten von Vorstand und Aufsichtsrat, Regelungen und Empfehlungen zum Schutz der Aktionärsrechte und zur Besetzung der Führungs- und Aufsichtsgremien sowie zu deren Vergütung. Auch nicht börsennotierten Unternehmen wird die Beachtung des DCGK empfohlen. Dividende Der auf die einzelne Aktie entfallende Betrag des Bilanzgewinns einer Aktiengesellschaft. Die Dividende wird entweder in Pro­ zent des Nennwerts oder in Währungseinheiten pro Stück (Dividende je Aktie) ausgedrückt. Über die Ausschüttung der Dividende beschließt die Haupt - (Gesellschafter) - Versamm­ lung. In Deutschland wird die Dividende jährlich gezahlt. EBIT (‚Earnings before interest and taxes‘) Bezeichnet den Gewinn der betrieblichen Tätigkeit vor Abzug von Zinsen und Steuern. Diese Kennzahl soll eine Aussage über das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft machen. Dabei bleibt die unterschiedliche Kapitalausstattung von Unter­ nehmen unbeachtet, sodass das allgemeine Zinsniveau sowie Steuer­sätze keine Berücksichtigung finden. EBITDA (‚Earnings before interest, taxes depreciation and amortization’) Bezeichnet den Gewinn der betrieblichen Tätigkeit vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl ist ein Maß für die operative Leistungsfähigkeit vor Berücksichtigung von Aufwendungen für Investitionen.

Entsprechenserklärung Geschäftsjährlich von Vorstand und Aufsichtsrat börsennotierter Gesellschaften gemäß § 161 AktG abzugebende und zu ver­ öffentlichende Erklärung, inwieweit die Unternehmensführung den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ entspricht und welche Empfeh­ lungen nicht angewendet werden. Future Ein verbindlicher Terminkontrakt zwischen zwei Parteien (im Gegensatz zu halbseitig verpflichtenden Verträgen bei Optio­ nen), eine Art Termingeschäft. Ein solcher Vertrag ist charakteri­ siert durch die verpflichtende Lieferung (für den Verkäufer) bzw. Abnahme (für den Käufer) eines genau bestimmten Vertrags­ gegenstands (Basiswert) in einer bestimmten Menge (Kontrakt­ größe) und Qualität, zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft (Termin) und zu einem konkreten, bereits bei Vertrags­abschluss festgelegten Preis. Konsortialkredit Siehe syndizierter Kredit. Nettoverschuldung Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel. Swap (Englisch: (Aus-)Tausch) Im wirtschaftlichen Sinne ein Sammelbegriff für eine Verein­ barung, deren Gemeinsamkeit ein Austausch von zukünftigen Basisgütern ist. Das können Zahlungsströme, Zinsen, Devisen, Rohstoffe etc. sein. Die Vereinbarung definiert dabei, wie der Austausch berechnet und wann er fällig wird. Syndizierter Kredit Kreditvergabe durch mehrere Banken (Syndikat, Konsortium) auf Basis einer einheitlichen vertraglichen Dokumentation und zu denselben Konditionen und Bedingungen. Umsatzrendite Eine Kennzahl, die das Periodenergebnis ins Verhältnis zum Umsatz setzt und damit eine Aussage zur Profitabilität des Unter­ nehmens ermöglicht.


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ZUCKER UND BIOETHANOL Bioethanol (Agraralkohol) Ethanol, der aus Biomasse (nachwachsenden Kohlenstoffträgern) hergestellt wird. Stärke (z. B. aus Weizen oder Mais) wird dazu enzymatisch in Glukose aufgespalten, die anschlie­ ßend mit Hefepilzen versetzt und zu Ethanol vergoren wird. Für die Ethanolgewinnung aus Zuckerrüben gelangen Rohsaft oder Dicksaft als Zwischenprodukte der Zuckererzeugung direkt zur Fermentation. Bioethanol ist gegenüber fossilen Energieträgern CO2-neutral und bietet langfristig wirtschaftliche Vorteile. In Deutschland gilt seit 2007 das Biokraftstoffquotengesetz, das Beimischungsquoten von Bioethanol zu Ottokraftstoffen festlegt. CO2 (Kohlenstoffdioxid,‚Treibhausgas’) Chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, die neben Kohlenstoffmonoxid zur Gruppe der Kohlenstoffoxide gehört. Das farb- und geruchlose Gas ist natürlicher Bestand­ teil der Luft. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoff­ haltigen Substanzen und bei der Zellatmung. Pflanzen und manche Bakterien wandeln CO2 in Biomasse um. Dicksaft Ein auf rund 70 bis 75 Prozent Trockensubstanz eingedickter, gereinigter Zuckersaft. Dicksaft entsteht am Ende der Verdampf­ station, bevor die eigentliche Kristallisation des Zuckers in den Kochapparaten im Zuckerhaus folgt. Emission Abgabe von Substanzen an die Umwelt. Isoglukose Vorwiegend aus Maisstärke hergestellter Zucker, der in Geträn­ ken und Obstkonserven verwendet wird. Isoglukose ist ein Marktordnungsprodukt.

Melasse Sirupartiges Nebenerzeugnis der Zuckergewinnung, das zur Herstellung von Hefen und Futtermitteln eingesetzt wird. Pellets oder Trockenschnitzelpellets Nebenerzeugnis der Zuckergewinnung. Pellets bestehen aus ex­ trahierten, getrockneten Zuckerrübenschnitzeln, die melassiert oder unmelassiert als Futtermittel angeboten werden. Rohrrohzucker Zucker, der aus Zuckerrohr gewonnen wird. Dieser kann durch Raffination auch in Weißzucker umgearbeitet werden. Schnitzel oder Pressschnitzel oder Rübenschnitzel Ausgepresste Rübenschnitzel sind ein Produkt, das bei der Zuckergewinnung anfällt. Sie werden als Futtermittel verwendet. Stevia Ein aus der Pflanze „Stevia rebaudiana“ („Süßkraut“, auch „Honigkraut“ genannt) gewonnener Süßstoff, der hauptsächlich aus Steviolglycosiden besteht. Steviolglycoside sind als E 960 in der EU seit dem 2. Dezember 2011 als Lebensmittel­zusatzstoffe zugelassen. Weißzucker Der übliche Verbrauchszucker, der durch Raffination aus Roh­ zucker gewonnen wird.

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ZUCKERWIRTSCHAF T AKP-Staaten (Afrika, Karibik und Pazifik) 77 mehrheitlich ehemalige Kolonialstaaten Frankreichs und Großbritanniens, denen die EU seit 1975 durch Präferenz­ abkommen (Cotonou-Abkommen) einen bevorzugten Zugang zum Binnenmarkt und den zollfreien Import von 1,3 Millionen Tonnen Rohzucker einräumt. Die EU will das Cotonou-Abkommen ab 2008 durch so genannte Wirtschafts­ partnerschaftsabkommen (WPA) mit den AKP-Staaten ablösen. Bezogen auf Zucker soll darin eine Gleichstellung dieser Länder mit den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC) erfolgen. Dansukker Das Tochterunternehmen des Nordzucker Konzerns, Nordic Sugar, bietet für Verbraucher unter der Marke Dansukker eine breite Palette süßer Zuckerprodukte aus Zuckerrübe und Zuckerrohr an. Das Angebot wurde kontinuierlich entwickelt, um es den Bedürfnissen moderner Haushalte anzupassen und enthält zum Beispiel verschiedene Kristallzucker, Würfel- und Puderzucker, braune Zucker und Sirupe ebenso wie Bio- und Fairtrade-Varianten. Fairtrade Kern des Fairtrade-Standards ist die Zahlung eines garantierten Mindestpreises, der über dem Weltmarktpreis liegt und die Kosten der Produzenten für ihre Lebenshaltung und den Anbau deckt. LDC (,Least developed countries’) Die am wenigsten entwickelten Länder der Erde. Dieser Begriff bezieht sich auf einen EU-Beschluss von 2001, nach dem alle Waren außer Waffen aus den 50 am wenigsten entwickelten Ländern zollfrei in die EU importiert werden dürfen. Für Zucker wurde eine Übergangsregelung bis 2009 vereinbart. Seit dem 1. Juli 2009 kann Zucker aus den LDC-Staaten zollfrei und ohne Mengenbegrenzung in die EU eingeführt werden.

Produktionsabgabe Marktordnungsabgabe der Rübenanbauer und Zuckerhersteller zur Finanzierung der Exporte von in der EU nicht abgesetztem Quotenzucker. SweetFamily Die internationale Dachmarke des Nordzucker Konzerns. In Deutschland, Polen, der Slowakei und Ungarn werden seit November 2004 Rübenzuckerprodukte für Endverbraucher, Bäckereihandwerk und Lebensmittelindustrie unter der Marke SweetFamily vermarktet. WTO (,World Trade Organisation’) Multinationale Verhandlungsorganisation mit Sitz in Genf, in der 150 Mitgliedstaaten über die Liberalisierung des Welt­ handels verhandeln. ZMO (‚Zuckermarktordnung’) Seit 1968 (in den Geltungsbereichen EWG/EG/EU) beste­ hende gemeinsame Marktorganisation für Zucker, die Preise für Zucker- und Zuckerrüben, maximale Produktionsmengen für Zucker sowie Außenschutzbestimmungen regelt. Die bis­ her gültige Verordnung (EG) Nr. 1260/2001 wurde zum 1. Juli 2006 abgelöst von der Verordnung (EG) Nr. 318/2006, die die Agrarminister der EU-Mitgliedsstaaten am 20. Februar 2006 verabschiedet haben. Zum 30. September 2017 läuft die ZMO in ihrer jetzigen Form aus. Zuckerquote Zuckerquoten wurden in der EU eingeführt, um die Zucker­ produktion zu begrenzen und Überschüsse zu vermeiden. Für die innerhalb dieser Quote produzierten Mengen besteht eine Abnahme- und Preisgarantie. Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) Das Wirtschaftsjahr der gemeinsamen Marktorganisation für EU-Zucker beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September.


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Z E R T I F I Z I E R U N G E N , Q UA L I TÄT SS I C H E R U N G UND VERBR AUCHERSCHUTZ DIN EN ISO 9001 Diese Norm gehört zur Normenreihe EN ISO 9000 ff., die die Grundsätze für Maßnahmen zum Qualitätsmanagement doku­ mentieren. Dabei geht die EN ISO 9001 speziell auf Anforde­ rungen an ein Qualitätsmanagementsystem ein, bei denen eine Organisation ihre Fähigkeit darlegen muss, Produkte bereitzustellen, welche die Anforderungen der Kunden und allfällige behördliche Anforderungen erfüllen. DIN EN ISO 14001 Diese international gültige Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest. DIN EN ISO 22000 Diese Norm beinhaltet Vorgaben für ein weltweit gültiges Managementsystem im Bereich Lebensmittelsicherheit. DIN EN ISO 50001 Ein zertifizierbarer ISO-Standard (International Organization for Standardization), der die Anforderungen für die Einrichtung, Umsetzung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energie­ managementsystems vorgibt. EMAS III (,Eco Management and Audit Scheme’) Freiwilliges System der EU für das Umweltmanagement und die Förderung der Umweltschutzleistungen.

FSSC 22000 Die erste globale Food Safety-Norm, die auf die Lebensmittel­ produktion abzielt. Diese Norm wurde speziell für Unterneh­ men entwickelt, die tierische oder pflanzliche Produkte oder Lebensmittelzutaten herstellen oder verarbeiten. GMP B2 (,Good Manufacturing Practice B2’) Niederländischer Standard zur Qualitätslenkung der Futter­ mittel für die Tierfütterung für ausländische Lieferanten. IFS-Standard (,International Food Standard’) Dieser Standard dient der Lebensmittelsicherheit und dem Verbraucherschutz. OHSAS 18001 (‚Occupational Health- and Safety Assessment Series’) Keine Norm, kann aber als Zertifizierungsgrundlage für Manage­ mentsysteme zum Arbeitsschutz (AMS) verwendet werden. Die Struktur von OHSAS orientiert sich an der DIN EN ISO 14001. Somit eignet es sich zur Anwendung als integriertes Manage­ mentsystem. PAS 220 (‚Publicly Available Specification 220’) Zertifizierungsstandard, der entwickelt wurde, um grundle­ gende Anforderungen für die Zertifizierung von Produktions­ prozessen innerhalb der Lebensmittelkette zu definieren und der dazu dient, die Einhaltung von Standards zur Lebensmittel­ sicherheit sicherzustellen. Er ist auf die gemeinsame Anwen­ dung mit DIN EN ISO 22000 abgestimmt. ISO 22000 und PAS 220 sind allgemein als FSSC 22000 bekannt.

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WICHTIGE TERMINE FINANZK ALENDER 28. Juni 2016 Gesellschafterversammlung Union-Zucker Südhannover in Nörten-Hardenberg 6. Juli 2016 Hauptversammlung Nordzucker Holding AG, Stadthalle Braunschweig 7. Juli 2016 Hauptversammlung Nordzucker AG, Stadthalle Braunschweig

O N L I N E - P U B L I K AT I O N E N Folgende Publikationen finden Sie unter www.nordzucker.de > Geschäftsberichte und Quartalsberichte > Compliance-Erklärung > Aktionärsbriefe Bitte beachten Sie auch unsere Nachhaltigkeitsseite: www.nordzucker-growing-together.com


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Nordzucker AG Küchenstraße 9 38100 Braunschweig Telefon: 0531 2411-0 Telefax: 0531 2411-100 info@nordzucker.de www.nordzucker.de Corporate Communications Christian Kionka Telefon: 0531 2411-173 pr@nordzucker.de Investor Relations Bianca Deppe-Leickel Telefon: 0531 2411-335 ir@nordzucker.de Aktienregister Nicole Riedel-Elias Telefon: 0531 2411-163 aktien@nordzucker.de

Der vorliegende Geschäftsbericht des Nordzucker Konzerns ist auch in englischer Sprache verfügbar. Der Bericht wird in den Sprachen Deutsch und Englisch als HTML-Version im Internet unter www.nordzucker.de und im Download-Center als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Einige der verwendeten Fotos entstammen einem Fotowettbewerb und wurden von Nordzucker-Mitarbeitern fotografiert.

Geschäftsbericht Nordzucker AG 2015/16 - Mai 2016  
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