Issuu on Google+

Werte leben. Wachstum schaffen.

Gesch채ftsbericht 2012/13

Hartwig Fuchs, Chief Executive Officer Nordzucker AG


Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Inhalt Mission Statement

1

Kennzahlen 

2

175 Jahre Zuckerproduktion 

4

Werte leben. Wachstum schaffen. 

6

Brief des Vorstands 

8

Four values – growing together 

10

Verantwortung12 Engagement20 Courage

26

Wertschätzung32 Trends im Agribusiness

38

Konzern-Lagebericht48 Nordzucker im Überblick

50

Rahmenbedingungen und Marktentwicklung53 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

56

Mitarbeiter61 Chancen und Risiken

61

Nachtragsbericht66 Prognosebericht66 Konzernabschluss68 Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

68

Konzern-Gesamtergebnisrechnung68 Konzern-Kapitalflussrechnung

69

Konzernbilanz70 Konzern-Eigenkapital­veränderungsrechnung

72

Konzernanhang 

73

Allgemeine Angaben

73

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

83

Erläuterungen zur Konzernbilanz

88

Konzern-Anlagespiegel Vorjahr (2011/12)

90

Konzern-Anlagespiegel 2012/13

92

Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

100

Sonstige Angaben

100

Aufstellung des Anteilsbesitzes 

117

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

119

Corporate Governance

120

Corporate Governance-Bericht

122

Entsprechenserklärung zum DCGK

123

Bericht des Aufsichtsrats

124

Glossar128 Finanzkalender

Umschlag


Kontinuierliche Umsatzsteigerung Millionen Euro

2.443 2.018 1.806

1.815

2009/10

2010/11

1.192

2008/09

2011/12

2012/13

Renditekennzahlen auf Rekordhöhen 2008/09

Gesamtleistungsrentabilität

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

%

15,2

9,7

16,6

18,4

22,8

Umsatzrendite 2

%

3,7

-0,7

4,8

10,1

14,4

Eigenkapitalrendite 3

%

6,1

-1,7

10,6

20,4

26,7

10,5

2,8

6,0

12,1

22,3

Jahre

1,8

4,0

1,1

0,6

0,1

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit je Aktie

EUR

3,46

6,78

6,49

4,59

6,49

Konzern-Ergebnis je Aktie

1

Zinsdeckungsgrad 4 Tilgungsdauer

5

EUR

0,91

-0,27

1,80

4,22

7,27

Dividende je Aktie 7

EUR

0,22

0,46

1,00

1,80

Dividendensumme

Mio. EUR

10,6

22,2

48,3

86,9

6

EBITDA/Gesamtleistung Jahresüberschuss (nach Minderheiten)/Umsatzerlöse 3  Jahresüberschuss (nach Minderheiten)/Eigenkapital 4 EBITDA/Zinssaldo

Nettoverschuldung/EBITDA Jahresüberschuss (nach Minderheiten)/Anzahl Aktien Dividendensumme/Anzahl Aktien

1

5

2 

6  7


Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Jahresüberschuss auf Rekordniveau Millionen Euro

360

208

91 44

-10 2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

Alle Finanzkennzahlen profitieren vom operativen Erfolg 2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

Mio. EUR

1.192

1.806

1.815

2.018

2.443

%

39

54

52

54

56

Gesamtleistung

Mio. EUR

1.086

1.718

1.699

2.282

2.607

EBITDA

Mio. EUR

165

166

283

420

594

EBIT

Mio. EUR

79

66

188

315

507

Jahresüberschuss

Mio. EUR

44

-10

91

208

360

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Mio. EUR

167

328

313

222

313

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Mio. EUR

67

62

56

64

74

Umsatzerlöse Auslandsanteil


1

Unsere Nordzucker-Werte Verantwortung, Engagement, Courage und Wertschätzung sind Ausdruck dessen, wofür wir als Unternehmen stehen. Wir werden sie als Basis nutzen, um unsere Entscheidungen und Hand­­­­­­­­ lungen auf ein stabiles Fundament zu stellen und uns auf unser Kern­ geschäft zu fokussieren. Sie werden uns helfen, unsere Position als starkes internationales Unternehmen weiter auszubauen. Die Werte verbinden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nordzucker mit einem starken Band, sie prägen unsere Einstellung nach innen wie unsere Außendarstellung und unseren Umgang mit unseren Geschäftspartnern und Stakeholdern.


2

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Dividende je Aktie auf hohem Niveau Euro

1,80

1,00

0,46 0,22 0,00 2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

Grundsolide Eigenkapitalquote bei zugleich fast vollständigem Abbau der Verschuldung 2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

Bilanzsumme

Mio. EUR

1.879

2.456

1.982

2.262

2.393

Eigenkapital

Mio. EUR

718

744

819

999

1.316

38

30

41

44

55

Eigenkapitalquote

%

Fremdkapital

Mio. EUR

1.160

1.712

1.163

1.263

1.077

Finanzverbindlichkeiten

Mio. EUR

497

778

364

256

71

Liquide Mittel

Mio. EUR

201

114

50

7

11

Mio. EUR

295

664

314

249

59

Nettoverschuldung 1

1

Liquide Mittel – Finanzverbindlichkeiten


Kennzahlen

1.504

Zuckerfabriken

5

Zuckerraffinerien 2

Zuckerfabrik Flüssigzuckerwerk Zuckerraffinerie Bioethanolanlage

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

Zuckerfabriken

5

Flüssigzuckerwerke

2

Bioethanolanlagen

1

Zuckerfabriken

3

Zuckerraffinerien (kombiniert mit Zuckerfabrik)

1

1.242

544

Wachstum und Konsolidierung im Wechsel 2008/09

Rübenanbauer

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

11.430

16.292

16.091

15.379

14.981

Rübenanbaufläche

ha

174.225

287.245

254.300

265.947

265.904

Rübenverarbeitung

t/Tag

98.681

143.392

133.192

143.520

138.797

Zuckererzeugung

Mio. t

1,68

2,87

2,30

2,91

2,80

3


4

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

175 Jahre Zuckerproduktion

Gründungsboom in der europäischen Zuckerindustrie: Nordstemmen nimmt 1865 den Betrieb auf, 1869 geht das südschwedische Werk Arlöv, das heute zu Nordic Sugar gehört, an den Start und 1882 Culmsee in Pommern (heute Chełmża, Polen).

Zucker gilt als „kriegswichtig“. Rübenanbauer und Zucker­ fabriken werden zu erhöhter Produktion aufgerufen.

Bild: Archiv KWS

Die 1838 gegründete ­Zucker­fabrik Klein Wanzleben ist eine der Keimzellen für 175 Jahre ­Erfolgsgeschichte der nord­deutschen und nord­euro­päischen Zuckerproduktion.

Das Werk Klein Wanzleben wird nach einem kompletten Neubau „auf der grünen Wiese“ in Betrieb genommen. Bis heute ist es eines der modernsten Werke in Europa.

Die Ausrichtung nach Osteuropa ist der strategische Schwerpunkt für die nächs­ ten Jahre. Die Zucker Aktien­gesellschaft Uelzen-Braunschweig (ZAG) beteiligt sich an der tschechischen Zucker­gesellschaft Cukrovar a Rafinerie Cukru Dobrovice TTD (Thurn und Taxis Dobrovice) A.S.

Die Nordzucker AG entsteht durch die Vermögensübertragung der ZAG auf die ZVN. Nordzucker ist damit der drittgrößte Zucker­ produzent in Europa.


175 Jahre Zuckerproduktion

Die Vertriebsgesellschaft Norddeutsche Zucker GmbH & Co. KG ist der erste große Zusammenschluss norddeutscher ­Zuckerunternehmen.

Zusammen mit der Union-­ Zucker ist nahezu die gesamte norddeutsche Zuckerwirt­ schaft in der Nordzucker AG vereint.

Die Zuckerfabrik Uelzen AG fusioniert mit der Braunschweiger Zucker AG zur Zucker-Aktiengesellschaft UelzenBraunschweig (ZAG).

Nordic Sugar wird Teil der Nordzucker-Familie und macht sie mit Abstand zum zweitgrößten Zucker­ produzenten in Europa.

5

Fünf Zuckergesellschaften entscheiden sich, ihr Vermögen auf die Zucker­ verbund Nord AG (ZVN) zu übertragen. Damit ist ein Meilenstein zu einer ­gemeinsamen norddeutschen Zucker­ gesellschaft erreicht.

Mit einem Rekordergebnis endet das bisher erfolgreichste ­Geschäftsjahr der Nordzucker AG.


6

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13

Werte leben. Wachstum schaffen.

Hartwig Fuchs, Chief Executive Officer

Axel Aum체ller, Chief Operating Officer


Werte Leben – Wachstum schaffen

Mats Liljestam, Chief Marketing Officer

Dr. Michael Noth, Chief Financial Officer

Dr. Niels PĂśrksen, Chief Agricultural Officer

7


8

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

vor 175 Jahren nahm im heutigen Nordzuckergebiet die erste Zuckerfabrik in Klein Wanzleben die ­Zuckerproduktion auf, somit wurde damals der Kern unseres heutigen Unternehmens geschaffen. Seitdem hat sich die Zuckerwelt immer wieder sich verändernden politischen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten anpassen müssen. Technischer Fortschritt und damit einhergehende Produktivitätssteigerungen haben Tradition in unserem Geschäft, genauso wie immer wieder durchgeführte Verschmelzungen zu größeren Einheiten. Grundlage waren dabei immer der enge und partnerschaftliche Kontakt zu unseren Aktionären und Rübenlieferanten und der Antrieb, immer besser und stärker zu werden. Im September dieses Jahres werden wir dieses 175-Jahr-Jubiläum entsprechend feiern. Freuen sollten wir uns auch über das Geschäftsjahr 2012/13, das als das bisher erfolgreichste Jahr in die Geschichte der Nordzucker AG eingehen wird. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis konnten nach dem bereits sehr guten Vorjahr nochmals deutlich gesteigert werden. Profitiert haben wir von gestiegenen Quotenzuckerpreisen und einer größeren Absatzmenge an Nicht-Quotenzucker. Unsere langfristig angelegten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im gesamten Konzern haben den Erfolgskurs weiter untermauert. Der von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam erarbeitete Vorschlag einer Dividende in ­Höhe von 1,80 Euro je Aktie, über deren Höhe die Hauptversammlung entscheiden wird, sichert zweierlei: zum einen, dass Sie als unsere Aktionäre angemessen an diesem exzellenten Ergebnis beteiligt werden; zum anderen, dass das Unternehmen finanziell gestärkt auf die vor uns liegenden Herausforderungen reagieren kann. Die Zahlen in Kürze: Wir haben den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 2.018,0 Millionen Euro um 424,8 Millionen Euro auf 2.442,8 Millionen Euro steigern können und dabei einen hervorragenden Jahresüberschuss von 360,3 Millionen Euro erzielt. Das Eigenkapital belief sich auf 1.316,0 Millionen Euro und hat damit erstmalig die Marke von einer Milliarde Euro überschritten; die Eigenkapitalquote stieg trotz einer höheren Bilanzsumme auf nunmehr rund 55 Prozent an. Die Steigerung der Eigenkapitalquote war ein Ziel, das wir uns vor drei Jahren gesetzt hatten. Wir haben das vergangene Jahr auch dazu genutzt, um unsere Nettoverschuldung auf rund 59 Millionen Euro zurückzuführen, und sind somit alles in allem in einer sehr guten finanzwirtschaftlichen Lage. In Anbetracht der immer noch volatilen Situation an den Finanz­ märkten ist dies eine wichtige Botschaft an unsere Eigentümer. Unser Umfeld verändert sich jedoch rapide. Aufgrund des anhaltenden Aufbaus von Lagerbeständen und einer insgesamt über dem Verbrauch liegenden Weltzuckerproduktion erwarten wir, dass die Zuckerpreise auf dem Weltmarkt auf dem gegenwärtig deutlich niedrigeren Niveau verharren werden. Dies könnte auch die EU-Preise beeinflussen, so dass wir für 2013/14 einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis nicht ausschließen können. Die hohe Volatilität der Zuckerpreise bleibt eine bedeutende Herausforderung für unser Geschäft. Die EU-Gremien entscheiden voraussichtlich im Juni über die Zukunft der Zuckermarktordnung (ZMO). Sie definiert bisher den Rahmen, in dem der EU-Zuckermarkt berechenbar, verlässlich und planbar zu mindestens 85 Prozent mit regional produziertem Zucker zu hiesigen Sozial- und Produktionsstandards gedeckt wird. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft die stabile Versorgung des EU-Markts mit hochwertigem Zucker aus heimischer Produktion zu gewährleisten. Auf der einen Seite gilt es, weiter unsere Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Auf der anderen Seite setzen wir uns unverändert für eine Verlängerung der ZMO bis 2020 sein, um den Rübenanbau in unseren Regionen nicht nur zu erhalten, sondern zu ­stärken; gleichzeitig benötigen wir Zeit, um unser Unternehmen auf eine Marktöffnung vorbereiten zu können. Ein weiterer Konsolidierungsprozess im europäischen Zuckermarkt bis zum Jahr 2020 ist abzusehen. A ­ ngesichts unserer Marktposition haben wir eine gute Basis, um sich auftuende Wachstumschancen in der EU zu nutzen. Allerdings wird der Verbrauch von Zucker innerhalb der EU nicht steigen – die Nachfragesteigerung nach Zucker findet außerhalb Europas statt; inwieweit wir daran profitabel teilhaben können, schauen wir uns intensiv an.


Brief des Vorstands

Dabei sind wir zutiefst überzeugt, dass langfristiger Unternehmenserfolg nur durch nachhaltiges Wirtschaften gewährleistet wird, indem insbesondere Umweltschutz sowie soziale Aspekte bei unternehmerischen Entscheidungen Berücksichtigung finden. Parallel dazu gilt es, entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Effizienz zu erhöhen. Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 erzielt das auf fünf Jahre angelegte Effi­zienzprogramm „Profitabilität plus“ Einsparungen in allen Bereichen des Unternehmens. Mehr als drei Viertel der Einsparungen konnten bislang erreicht werden. Die Harmonisierung und Optimierung der ­Geschäftsprozesse, eine Weiterentwicklung der Vertriebs- und Produktionsstrukturen zu einer verstärkt internationalen Ausrichtung, eine Anpassung der Investitions- und Instandhaltungsbudgets an die An­forderungen langer Kampagnen sowie die Integration der konzernweiten IT-Landschaft sind Maßnahmen, die erheblich zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beitragen. Zum nachhaltigen Erfolg gehören neben größeren Investitionen zur Effizienzsteigerung in den Werken unsere Maßnahmen zur Ertragssteigerung im Zuckerrübenanbau. Die Initiative 20 · 20 · 20 hat zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Rübe gegenüber anderen Ackerfrüchten weiter zu erhöhen und damit den Rübenanbau in unseren Regionen langfristig zu sichern. Ganz wichtig ist es, die Integration von Nordic Sugar und Nordzucker zu einem europäischen Unternehmen abzuschließen. Unsere vier von den Mitarbeitern des Konzerns definierten Kernwerte – Verantwortung, Engagement, Courage und Wertschätzung – stellen die Basis dessen dar, was wir für uns als europäische Unternehmenskultur über Ländergrenzen und ­unterschiedliche Sprachen hinweg entwickeln wollen. Und wir investieren in unsere Mitarbeiter – und zwar nicht nur finanziell, auch wenn wir in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt e ­ ine Erfolgsprämie an alle Mitarbeiter konzernweit ausschütten konnten. Mithilfe einer Vielzahl von Programmen und Modulen fördern wir nicht nur die Integration durch gezieltes Training, sondern stärken auch die emotionale Bindung zum Unternehmen. Nachhaltigkeit, Kundenorientierung und Effizienzsteigerung bilden gemeinsam mit unseren engagierten Kolleginnen und Kollegen die Basis, um die Marktposition des Unternehmens zu stärken und weiteres Wachstum im Kerngeschäft zu realisieren. Mit unserem engagierten Team blicken wir stolz auf unsere Tradition und optimistisch in die Zukunft. Die Entwicklung läuft weiter. Wir danken Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, dafür, dass Sie Nordzucker auf diesem Weg begleiten. Nordzucker AG Der Vorstand

Axel Aumüller

Hartwig Fuchs

Dr. Michael Noth

Mats Liljestam

Dr. Niels Pörksen

9


10

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13


Four values – growing together

Die Eckpfeiler für unser Handeln: vier Werte Verbindungen schaffen durch gemeinsame Werte Alle Mitarbeiter im Nordzucker Konzern haben sich im vergangenen Jahr mit den Unternehmenswerten auseinandergesetzt. Diskutiert wurden Fragen wie: Warum sind gerade diese Werte wichtig für mich? Wie helfen uns die Werte, unsere Ziele zu erreichen? Was bedeuten die Werte im Umgang mit Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten? Bereits kurz nach dem Erwerb von Nordic Sugar haben Mitarbeiter des Konzerns vier gemeinsame Werte definiert: Verantwortung, Courage, Wertschätzung und Engagement. Im Jahr 2011 ­begann ein umfassender Diskussions- und Einführungsprozess. Mitarbeiter aller Regionen sprachen darüber, wie sie die Werte verstehen und diese leben und erleben. Ziel war es, zunächst die Werte überall bekannt zu machen, aber auch miteinander zu reden und daraus Aktionen zu entwickeln. In der nächsten Zeit werden nun die vier Werte ins tägliche Arbeiten integriert werden. Kleinere Maßnahmen, die laufend an die Werte erinnern, aber auch größere Themen wie kulturelle Vielfalt und Zusammenarbeit über Abteilungs-, Werks- und Ländergrenzen hinweg sind nun ein Thema. Auch werden die Werte mit der täglichen Arbeit verbunden und sie bilden die Basis für Richtlinien und Standards im Konzern. Grundlegend für den Erfolg der Werte ist jedoch, dass sie eine Verbindung zwischen allen Mitarbeitern schaffen und sowohl motivieren wie gleichzeitig ein Gefühl von ­Zusammengehörigkeit geben. Sie helfen in schwierigen Entscheidungssituationen und erleichtern die ­Zusammenarbeit. Zudem schaffen die Werte eine gute Kultur; eine Kultur, auf die wir stolz sind – stolz auf ein werthaltiges und wertschaffendes Unternehmen. Hartwig Fuchs: „Unsere vier Unternehmenswerte bilden die Eckpfeiler für den Ausbau und das Zusammenwachsen unseres Unternehmens. Ich bin sehr stolz darauf, mit wie viel Engagement der Werteprozess von allen Ebenen und in allen Regionen des Unternehmens getragen wird. Mithilfe der Werte sind wir ein gutes Stück näher zusammengerückt und viel klarer in dem, was wir von­ einander erwarten können. Ich sehe Nordzucker hier auf einem außer­gewöhnlich guten Weg!“

11


Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

© Apelöga AB

12


Verantwortung

„Ich freue mich wirklich sehr, dass Nordzucker eine solch große Summe in Örtofta investiert. Das bedeutet uns sehr viel: für unsere Fabrik, aber natürlich auch für den Erfolg des ganzen ­Unternehmens.“ Bengt Högberg, Direktor der Zuckerfabrik Örtofta, Schweden

Verantwortung für die Zukunft Verantwortung übernehmen bei Nordzucker heißt, die Bedürfnisse unserer Stakeholder zu berücksichtigen und laufend neue Lösungen zu finden.

13


14

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Örtofta: Energie konsequent einsparen Nordzucker rüstet weiteren Standort mit innovativer Technik aus Etwa eine Autostunde fährt man von der Kopen­ hagener Nordic Sugar-Zentrale über die Öresundbrücke und Malmö nach Örtofta. Ein Schloss aus dem 14. Jahrhundert, eine Kirche und 200 Ein­ wohner: ­Umgeben von Feldern mit nährstoffreichen, schweren Böden liegt die größte Fabrik der Nordzucker-Tochter Nordic Sugar am Ortsrand der kleinen Gemeinde Örtofta. Rund um die Fabrik © Apelöga AB

in der südschwedischen Provinz Schonen bauen

Gute Nachrichten und neue Aufgaben für Bengt Högberg (li.) und das Team im Werk Örtofta: Ab 2014 spart die Fabrik mit neuer Technik ein Drittel des bisherigen Energieaufwands ein.

2.000 Landwirte auf durchschnittlich 19 Hektar Ackerfläche ­erfolgreich Zuckerrüben an. Im vergangenen Oktober kamen gute Nachrichten und anspruchsvolle neue Aufgaben über den Öresund nach Örtofta: Fabrikdirektor Bengt Högberg und sein Team erhielten grünes Licht für die bedeutendsten Energiesparprojekte der Zuckerfabrik Örtofta seit ihrer Inbetriebnahme 1890. Große Schritte zu nachhaltiger Effizienz Nachdem in jüngster Vergangenheit die Werke Uelzen, Deutschland, und Nakskov, Dänemark, mit

Verdampfungstrocknern (VDT) ausgerüstet wurden, erhält mit Örtofta nun ein weiterer Standort einen VDT. Installiert wird hier außerdem ein Vertikaler Kristallisationsturm (VKT). Insgesamt inves­tiert das Unternehmen im Werk Örtofta 23,5 Millionen Euro in neue Technik, die den Energieverbrauch in einer ihrer leis­tungs­­stärks­ten Zucker­fabriken dauerhaft um 30 Prozent senken wird. Z ­ udem verringern die neuen Anlagen die CO2-Emis­sionen der Produktion um 32.000 Tonnen jährlich. Realisiert werden damit weitere Teilschritte des bisher größten Energiesparprojekts von Nordzucker. Neue Technik spart jährlich 150 Gigawattstunden Projektiert ist die Installation des neuen VDT mit einem Investitionsvolumen von rund 17 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen für den VKT beträgt 6,5 Millionen Euro. Beide Anlagen gehen zur Kampagne 2014 in Betrieb. Der Fabrik beschert die neue Technik jährlich einen um 150 Gigawattstunden verringerten Energieaufwand. „Wir sparen damit in etwa so viel Energie ein, wie 7.500 Schwedenhäuser jährlich für ihre Heizung verbrauchen“, schmunzelt Högberg. Mit weniger Energie mehr erreichen Das Werk Örtofta verarbeitet rund 18.400 Tonnen Zuckerrüben pro Kampagnetag. „Das ist ein energie­ intensiver Prozess, den wir kontinuierlich optimieren“, erläutert der Direktor. „Die Kristallisa­tion, die Verdampfstation und die Schnitzeltrocknung sind unsere Hauptverbraucher.“ Der neue VDT trocknet extrahierte Pressschnitzel, die die Fabrik zu hochwerti­gen Futtermittelpellets verarbeitet. ­Effizient arbeitet die Anlage vor allem durch die konsequente Wiederverwendung von Dampf in der Produktion. Der neue VKT ermöglicht die kontinuierliche Kristallisa­tion bei deutlich niedrigeren Temperaturen als bisher. Allein 50 Gigawatt jährlich spart die Fabrik ab 2014 an dieser Stelle. „Das sind große Schritte, die unser Unternehmen anspruchsvollen Energie- und Klimazielen näherbringt und unsere Wett­ bewerbs­fähigkeit weiter stärkt“, resümiert Högberg.


Verantwortung

Mit wachsenden globalen Anforderungen Schritt halten Kundenbedürfnisse verantwortlich erfüllen „Die Reaktionen sind ähnlich“, beobachtet Marion Schaefer bei Kunden, die zum ersten Mal zum ­Lieferanten-Audit in eines der Nordzucker-Werke kommen: „Die meisten staunen über ungewohnte ­Dimensionen und die enormen Mengenströme, die ­unsere Fabriken bewältigen.“ Von ­ihrem Kopen­ hagener Büro aus koordiniert die Lebensmittelchemikerin das Thema nachhaltige Entwicklung. Produkt­qualität und -sicherheit stehen dabei neben Arbeits­­sicher­heit, Umwelt-, Klima- und Sozialfragen sowie entsprechenden Prüf- und Zertifizierungsanforderungen ganz obenan. Kunden-Audit: Prozessqualität auf dem Prüfstand Regelmäßige Prüfbesuche von Kunden, die Nordzucker-Produkte handeln oder weiterverarbeiten, sind keine flüchtigen Spaziergänge durch die Fabrik. Mit dem Werkleiter, dem Produktmanager oder Qualitätsbeauftragten aus dem Nordzucker-Vertrieb, dem Koordinator in der ­Fabrik, einem Ingenieur oder Meister aus Zuckerhaus und Service-Center steht ein kompetentes Team Nordzucker-Kunden direkt vor Ort zur Beantwortung aller Fragen zur Verfügung. Zu jedem Audit gehört die Dokumentenprüfung durch den Kunden: Die Analyse möglicher Produktgefährdungen zählt dazu; aber auch die konkrete Prüfung der Maßnahmen, die Nordzucker zum Beispiel zur Minimierung identifizierter Produktrisiken unternimmt. Alle Nordzucker-Standorte sind nach FSSC 22000, einem international anerkannten Produktsicherheitsstandard, zertifiziert. „Unsere konzernweit einheitlichen Systeme zu Produktsicherheit und Rückverfolgung aller Produkte stehen heute in jedem Kunden-Audit im Fokus“, erläutert Marion Schaefer: „Welche Maßnahmen werden zur Vermeidung von Fremdkörperein­trägen ergriffen? Wie sichern wir die Rückverfolgung unserer Lieferungen, um Risiken für den Kunden und Endverbraucher, aber auch für uns als haftbaren Hersteller gering zu halten?“ Während der bis zu zweitägigen Audits werden kritische Punkte direkt in der laufenden Produktion unter die Lupe genommen, Abweichungen zur Verbesserung notiert, Lösungen diskutiert und die Umsetzung nachverfolgt. „Häufig testen Kunden auch unsere Metalldetektoren, um sicher zu gehen, dass diese z­ uverlässig funktionieren. Außerdem stehen natürlich – je nach Endprodukt und Zielmarkt – individuelle Produkt­anforderun­gen und ­Servicewünsche an Nordzucker auf der Agenda“, so Marion Schaefer. Für Materialien, die zugekauft werden oder als Rohstoff eingesetzt werden, wie zum Beispiel importierter Bio-Rohrzucker oder Fairtrade-Produkte, wechselt Nordzucker die Seiten des Tisches und führt – nunmehr als Kunde – entsprechende Lie­fe­ ranten-Audits bei den Zulieferern durch. Jeder trägt Verantwortung „Die Anforderungen an die Lebensmittelwirtschaft erhöhen auch die ­Anforderungen an die Produktsicherheit und Rückverfolgbarkeit für uns und unsere Kunden“, betont Marion Schaefer. Besonders für international einkaufende und distribuierende Lebensmittelhersteller ist das eine riesige He­raus­ forderung: „Die lösen wir nur in gemeinsamer ­Verant­wor­tung – durch die sys­tematische Einbindung aller am Herstellungsprozess Beteiligten“, ist Schaefer sicher.

Marion Schaefer, Corporate Sustainable Development: „Für die Sicherung nachhaltiger Produktqualität tragen wir alle Verantwortung. Unsere Kunden honorieren das.“

15


16

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Ernährung und Gesundheit im Fokus Interview mit Prof. Dr. med. Uwe Tegtbur Was sind die Grundlagen für eine gesunde und ausgewogene Er­nährung und welche Rolle spielen Kohlenhydrate in unserer Ernährung? Ein Gespräch mit Prof. Dr. med. Uwe Tegtbur, Direktor des Instituts für Sportmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Herr Professor Tegtbur, der Mensch benötigt verschiedene Nährstoffe: Wasser, Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Mineral­ stoffe und Spurenelemente, um einige zu nennen. Welche Funk­tion übernehmen die Kohlenhydrate im mensch­lichen Körper? Kohlenhydrate sind die wesentlichen Energiequellen für den Menschen. Sie sind der Energielieferant für unser Denken und für die „Kohlenhydrate sind Energielieferanten für

­Arbeit unserer Muskeln. Unser Gehirn kann ausschließlich Kohlen­

unser Denken und für die Arbeit unserer

hydrate verstoffwech­seln, nicht aber Fette oder Proteine. Unsere

Muskeln“.

Muskeln können ihre Energie auch aus Fetten und Prote­inen gewin-

Prof. Dr. med. Uwe Tegtbur, Medizinische Hochschule Hannover

nen. Erst wenn die Kohlenhydratspeicher leer sind, verwendet der Körper Proteine als Energie­quelle. Das ist Stress für den Körper, der Kohlenhydratmangel führt bei körperlicher Aktivität zu erhöhten Adrena­linspiegeln, damit auch zu einem h ­ öheren Blutdruck und ­einer höheren Herzfrequenz.

Sie sagten gerade, dass der Körper Kohlenhydrate speichert, um sie später für die Tätig­ keit von Hirn und Muskeln verwenden zu können. Wo sind denn diese ‚Speicherräume‘ für Kohlenhydrate und können wir sie unbegrenzt auffüllen? Unser Körper speichert Kohlenhydrate in der Leber und in den Muskeln. Das ist von Mensch zu Mensch natürlich unterschiedlich, aber man kann sagen, dass ein Erwachsener etwa 200 bis 400 Gramm Kohlenhydrate speichern kann, der körperlich trainierte mehr als der u ­ ntrainierte. Das bedeutet, dass wir unsere Speicher leider nicht unbegrenzt auffüllen können. Was an Kohlenhydraten zu viel aufgenommen wird, wandelt der Körper zu Fett um und speichert es in dieser Form. Was bedeutet das für eine bewusste und gesunde Ernährung? In erster Linie geht es um die ausgeglichene Energiebilanz, also die Frage, ob Energiezufuhr und ­Energieverbrauch ausgewogen sind. Bei zu wenig Energieumsatz nimmt man mit der Zeit zu. Übergewicht ist vielmehr ein Bewegungs- als ein Ernährungsproblem. Außerdem kommt es darauf an, Kohlenhydrate dann zu sich zu nehmen, wenn der Körper sie benötigt, also vor Aktivität und auch bei hohen Stressbelastungen. Wenn man abnehmen will, halte ich es für sinnvoll, Kohlenhydrate dann aufzunehmen, wenn man sie auch verbraucht. Man liest immer wieder von Low-Carb-Diäten, also Diäten, die darauf abzielen, Kohlenhydrate einzusparen. Wie schätzen Sie diese Ernährungsweise ein? Wie gesagt, Kohlenhydrate sind der Energielieferant für unser Hirn und unsere Muskeln. Mit Low-Carb-Diäten reduziere ich die Leistungsfähigkeit meines Körpers. Entscheidend ist, wann ich die Kohlenhydrate zu mir nehme und ob meine Energiebilanz ausgeglichen ist.


Verantwortung

Sicherheit geht vor Nordzucker verbessert Sicherheitskultur „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind und waren immer von höchster Bedeutung für Nordzucker“, unterstreicht Chief Operating Officer Axel Aumüller. Im vergangenen Jahr hat der Konzern den Blick noch einmal geschärft und nimmt sichere Arbeitsbedingungen, die Prävention von Unfällen und den Schutz der Gesundheit verstärkt in den Fokus. Hintergrund ist der Anstieg von Arbeitsunfällen, die mehr als drei Krankheitstage nach sich zogen. Als Konsequenz wurde eine konzernweite Strategie verabschiedet, die das hochgesteckte Ziel von null Unfällen unterstreicht. „Es ist unser dringlichstes Ziel, die Anzahl an Unfällen weiter zu reduzieren, denn wir haben eine Verantwortung – gegenüber den Mitarbeitern und jeder auch für seine eigene Sicherheit. Unser erneuertes Ziel von null Unfällen hängt daher auch ganz eng mit unserem Werteprozess zusammen“, so Joachim Rüger, Senior Vice President Production, Eastern Europe. Und Axel Aumüller fügt hinzu: „Wir wollen beim Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz führend in der Zuckerindus­trie und in vergleichbaren Industrien werden.“ Dazu hat die „Health & Safety Production Workgroup“ Ziele und Aufgaben sowie einen Aktionsplan erarbeitet. „Wir akzeptieren keine unsicheren Arbeitsbedingungen, Sicherheit steht für uns an allererster Stelle. Denn nur wenn wir ein sicheres Arbeits­ umfeld bieten, produzieren wir erfolgreich“, so Rüger weiter. „Sicherheit geht jeden an. Das ist eigentlich der Ausgangspunkt. In unserem Aktionsplan haben wir das „Talk Safety“ genannt. Damit meinen wir, dass wir uns alle gegenseitig für Risiken bei der Arbeit sensibilisieren wollen. Gerade in der Produktion soll jeder, egal ob in der Kampagne oder außerhalb, einen Sinn dafür haben, welche Arbeitsweise riskant ist, und auch die Courage aufbringen, Kollegen darauf hinzuweisen, wenn sie sich einer Gefahr aussetzen“, sagt Iver Drabaek, Koordinator der ­Arbeitsgruppe. Die Arbeitsgruppe schaut besonders auf die Praxis: „Unser Ziel ist eine ausgeprägte Sicherheitskultur. Wir haben drei Untergruppen gebildet, in der Sicherheitskräfte aus dem Werk ihre Erfahrungen einbringen. Dadurch können wir mögliche Gefahrenpunkte identifizieren und so Unfälle vermeiden. Durch den Austausch in der Gruppe lernen wir zusätzlich von den Beispielen der anderen Werke und identifizieren die Maßnahmen, die konzernweiter Standard werden können“, so Drabaek weiter. Die begonnenen Aktivitäten haben in der letzten Kampagne bereits erste Erfolge gezeigt: Die Zahl der Unfälle ist gesunken. „Allen ist klar, dass dies erst der Anfang ist. Um die Sicherheitskultur zu verbessern und das Bewusstsein des Einzelnen zu schärfen, braucht es Zeit. Aber der Anfang ist gemacht“, meint Drabaek.

Arbeitssicherheit geht jeden an. Daher sensibilisiert Nordzucker ihre Mitarbeiter für riskante Arbeitsweisen. ­

17


18

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Vorausschauend investieren Logistik- und Ersatzinvestitionen ­gewinnen an Gewicht Mit dem Anfeuern der Kalköfen in 13 Zuckerfabriken be­ ginnt im Herbst die Nordzucker-Kampagne. Danach sollen die ­Fabriken von Europas zweitgrößtem Zucker­hersteller vor allem eins: kontinuierlich gut laufen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, für rund vier Monate im Jahr. Und das kostengünstig, umwelt- und ressourcenschonend, möglichst gleichmäßig und störungsfrei – über die gesamte Prozesskette von der Rübeneingangswaage bis ins Zucker­ silo und zum Kunden. Was auf den ersten Blick banal klingt, stellt komplexe Anforderungen an die ProduktionsverantWann investiert Nordzucker wo in welches Projekt? Investieren heißt die Zukunft im Blick haben und heute Prioritäten setzen.

wortlichen in Werken und Konzernzentrale. Wenn das Nordzucker-Produktionsteam den jährlichen In­ vestitionsplan für 13 Zuckerfabriken aufstellt, reden in­direkt auch viele externe Stimmen mit: Kunden, Aktionäre, Landwirte, EU-Kommission und nationale Gesetzgeber in sieben Ländern, lokale und regionale Aufsichtsbehörden. ­Intern ­fordern vor allem Vertrieb und Rübenmanagement die Berücksichtigung ihrer Belange, die wiederum mit der Investitionsstrategie der Produktion in Einklang zu bringen sind. Unterm Strich ein ganzes Bündel berechtigter Interessen, das kontinuierlich mit Produktionserfordernissen, konzern­ internen Kennzahlen und Entwicklungszielen auf einen ­Nenner zu bringen ist. Austarieren, priorisieren, investieren „Um unsere Fabriken auf lange Sicht produktionsfähig zu halten, müssen wir interne und externe Forderungen immer wieder neu austarieren und Prioritäten setzen“, sagt Chief Operating Officer Axel Aumüller. „Wo setzt Nordzucker begrenzte Mittel am effizientesten ein? Das ist die Kernfrage.“ In einem konzernweit organisierten Dialog liefert das Produktionsteam die Antworten dazu. Diese münden in Projekt- und Budgetpläne, die im Vorstand abgestimmt und schließlich im Aufsichtsrat diskutiert und beschlossen werden. Im laufenden Geschäftsjahr stehen für Investitionen in den Werken rund 70 Millionen Euro zur Verfügung. Energie: Kostenanstieg kompensieren Etwa 30 Millionen Euro davon entfallen aktuell auf rentable Investitionen: große und kleinere Projekte, die sich in der

Die Installation neuer Verdampfungstrockner in den Werken Uelzen, Nakskov und Örtofta ist Teil des bisher größten Energiesparprojekts der Nordzucker. ­


Verantwortung

Regel in kürzeren Zeitspannen von vier bis fünf Jahren amortisieren, Kosten sparen und positiv zum Konzernergebnis beitragen. „Energieeinsparungen spielen in diesem Bereich seit vielen Jahren unangefochten die Hauptrolle“, erläutert ­Aumüller. Besonders freut ihn, dass nach den Werken Uelzen und Nakskov auch das schwedische Werk Örtofta mit einem neuen Verdampfungstrockner in die Kampagne 2014 gehen wird, der den Energieverbrauch der Fabrik um gut ein Viertel senken wird. Zudem verringert jede ein­ gesparte Kilowattstunde den CO2-Ausstoß und bringt Nordzucker auch hier ambitionierten Einsparzielen einen großen Schritt näher. „Wenn wir sehr gut sind, schaffen wir es mit dem derzeitigen Investitionsvolumen, den Anstieg bei Energie- und Personalkosten weitestgehend zu kompensieren“, resümiert der Produktionsvorstand.

Mit innovativen Technologien zur Abwasseraufbereitung stellt Nordzucker vorbildliche Umweltstandards sicher.

Hohe Umweltstandards sichern Den mit etwa 40 Millionen Euro größeren Teil des Investitionsbudgets teilen sich aktuell Ersatz- und Compliance-Maßnahmen. Zu Letzteren zählen solche Investitionen, die zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und Umweltauflagen notwendig sind. Aktuell legt Nordzucker hier den Schwerpunkt auf innovative Technologien zur effizienten ­Abwasseraufbereitung sowie auf Maßnahmen zur Verminderung von Geruchsemissionen. „Auch in diesem Bereich investieren wir kontinuierlich“, unterstreicht Aumüller. „Damit sichern wir unseren Werken auch perspektivisch vorbildliche Umweltstandards.“ Neue Schwerpunkte Für die kommenden Jahre erwartet das Produktionsteam deutliche Verschiebungen zugunsten von Ersatz-, Compliance- und Logistikinvestitionen. Auslöser ist zum einen die neue Industrieemissionsrichtlinie der EU: Danach sollen Umwelteinträge künftig durch den Einsatz bestverfügbarer Technik (BVT) weiter vermindert werden. „In den kommenden Jahren werden wir deshalb an einigen Standorten zum Beispiel die Kesselanlagen zur Energiegewinnung erneuern beziehungsweise wesentlich anpassen müssen“, sagt Aumüller. Zudem sind die Sparanstrengungen als Folge der Zuckermarkt­ reform auch an der ­Produktion nicht spurlos vorübergegangen. „Unsere In­vestitionen in Sachanlagen liegen seit vielen Jahren unterhalb der Abschreibung“, betont er. Zeitgleich fahren die Fabriken seit fünf Jahren eine um ein Drittel verlängerte Kampagne. „Neben verbesserter Auslastung bringt das eben auch kürzere Intervalle bei der Nutzungsdauer von Anlagen und Anlagenteilen mit sich.“ Einen Anstieg erwartet der Produktionsvorstand auch bei den Logistikaufwendun­gen. Im Zuge der Zuckermarktreform hat Nordzucker mehrere Standorte geschlossen und einen Teil der dort vorhandenen Lagerkapazitäten aufgeben müssen. Die Produktion konzentriert sich heute an den verbliebenen Standorten, wo entsprechend höherer Lagerbedarf vorhanden ist.

19


20

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13


Engagement

„Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass das Wissen über verbesserte Anbaumethoden möglichst viele unserer Anbauer erreicht. Wir als Nordzucker haben die Kraft, Versuche a­ nzulegen und Ergebnisse weiterzutragen“. 

Markus Reiners, Manager Beet Procurement – Nordzucker, Werk Clauen

Engagiertes Team Engagement ist ein wichtiger Teil unserer Kultur. Eine ganze Reihe ­zukunftsgerichteter Projekte wie zum Beispiel 20 · 20 · 20 bereitet das Unternehmen und unsere Rübenanbauer auf künftige Herausforderungen vor.

21


22

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Von den Besten lernen 20 · 20 · 20 in der Praxis Wie können die 20 Prozent der leistungsstärksten Rübenanbauer im gesamten Nordzucker Konzern im Jahr 2020 je Hektar 20 Tonnen Zucker erzielen? Gemeinsam mit ihren Landwirten ist Nordzucker dabei, diese Frage zu beantworten. Seit 2011 verfolgt Nordzucker mit der Initiative 20 · 20 · 20 dieses Ziel und konzentriert sich dabei auf fünf Bereiche: Züchtung, Anbauverfahren, Ernte, Lagerung und Anbaustruktur. Nordzucker hat dazu in ihren sieben Anbauländern regionale Kompetenzteams eingerichtet. „Hier in Trenčianska Teplá haben wir uns acht Themen vorgenommen, die wir unter die Lupe ­nehmen und verbessern wollen, um den Zuckerertrag zu steigern. Dazu gehört die Saatbeetvor­ bereitung im Herbst mit einer vorhergehenden Grunddüngung. Der Vorteil besteht darin, dass durch die Bearbeitung des meist trockenen Bodens im Herbst dieser nicht unnötig verdichtet wird, was die Böden schont. Wir erreichen so Böden, die während des Winters gleichmäßig durchfeuchtet werden und dann im Frühjahr eine homogene Struktur aufweisen. Der Schlag muss dann nur noch einmal flach bearbeitet werden, bevor gedrillt werden kann. Dadurch erhalten wir die Wasserkapillarität in den ungestörten Böden und erzielen bessere Feldaufgänge und eine sehr gute Wurzelbildung. Das erhöht den Rübenertrag pro Hektar. Unsere Anbauberatung demonstriert über Feldversuche die Vorteile dieser Praxis, die in Deutschland gängig ist, auf und trägt so zur Verbreitung bei“, sagt Richard Šulík, Member of the Board, Považský cukor. Praxisfälle diskutieren und Ergebnisse verbreiten Ein weiteres Augenmerk liegt in der Slowakei auf der Mulchsaat: „Der Anteil der Mulchsaat an der Rübenanbaufläche in der Slowakei liegt derzeit bei 30 Prozent und soll mittelfristig auf deutlich über 50 Prozent erhöht werden. Das verbessert die Bodenstruktur und trägt aktiv zum Schutz vor Bodenerosion und oberflächlichen Verschlämmungen bei“, so Richard Šulík weiter. Auch in den deutschen Naturräumen wird an verschiedenen Stellschrauben gedreht, um den magischen 20 Tonnen Zucker je Hektar näherzu­ kommen. In den Kompetenzteams treffen sich auch hier Anbauberater und Landwirte, um Praxisfälle zu diskutieren und Erfahrungen mit Anbautechniken auszutauschen, denn spannend wird es, wo in einem Naturraum unter vergleichbaren Bedingungen deutlich abweichende Erträge erzielt werden. „In unserer 20 · 20 · 20-Gruppe testen derzeit zwischen 20 und 25 Landwirte eine App, die die geplante Pflanzenschutzanwendung mit der lokalen Wetterprognose abgleicht. Die App ermittelt dann den optimalen Ausbringungszeitpunkt innerhalb der nächsten 48 Stunden. Dies soll zum einen die Wirkung der Maßnahme absichern und verbessern und zum anderen die Rüben schonen“, erklärt Markus Reiners, Manager Nah dran: Die Nordzucker Anbauberatung sucht den Kontakt und bereitet den Boden für breiten Wissensaustausch.


Engagement

Beet Procurement, und fügt hinzu: „Dass die App jetzt in der Praxis getestet wird, ist ein Ergebnis eines 20 · 20 · 20-Workshops, den wir im März dieses Jahres gehalten haben. Zu dem Workshop hatten wir einen niederländischen Experten eingeladen, der einen Vortrag zum Einfluss der Witte­ rung auf den Pflanzenschutzmitteleinsatz hielt und diese App vorstellte. Am Ende hatten so viele Landwirte Interesse an der App, dass wir es auf die Beine stellen konnten, sie mit einigen Landwirten um Clauen herum auszuprobieren.“ Voneinander lernen So unterschiedlich die Bedingungen der Anbauregionen in allen Nordzucker-Ländern sind, eins ist gleich: Beide Seiten – Anbauer und Nordzucker – lernen voneinander. „Auch wir lernen von dem

Mit der Initiative 20 . 20 . 20 verfolgt Nordzucker seit 2011 das Ziel,

Wissen der Landwirte. Sie sind es, die jeden Tag

20 Tonnen Zucker je Hektar zu erwirtschaften.

in ihren Betrieben stehen und die aus der Praxis heraus bei Herausforderungen neue Wege suchen. Da gibt es eine Menge Querdenker, die innovative Ideen haben. Jüngstes Beispiel dazu ist ein Landwirt, der die Aufwandmengen bei Pflanzenschutzmaßnahmen deutlich reduziert hat. Mit angepasster Ausbringtechnik zum richtigen Zeitpunkt wurden hier im letzten Jahr deutliche Einspareffekte erzielt. Das sind dann Projekte, bei denen wir als Nordzucker sagen, ‚Mensch, dem gehen wir jetzt mal nach‘. Wir haben die Möglichkeiten, das Thema in Versuchen zu beleuchten, und die Kraft, solche Projekte nach vorne zu bringen, indem wir es in die Breite tragen, wenn wir sehen, dass es funktioniert“, erklärt Reiners. In Deutschland dominieren derzeit die Versuche zu Anbau und Aussaat: Zum Beispiel wird den Fragen nachgegangen, welche Auswirkung die Wahl der Zwischenfrucht auf den Zuckerertrag hat oder welche Auswirkungen Mulch- oder Herbstschlitzsaat haben. In Schweden wurde 2013 die Größe der Versuchsfläche auf dem Hof Granhill von zwölf auf 22 Hektar ausgedehnt. Im Mittelpunkt stehen Versuche zu Anbautechniken sowie zum Reihenabstand, zur Beregnung oder zur Fließabdeckung. In Nordeuropa ist außerdem eine zusätzliche Versuchsfläche in Dänemark hinzugekommen: „Auf unserer Versuchsfläche auf dem Hof Sofiehøj in Dänemark haben wir Sortenversuche sowie unterschiedliche Anbauversuche angelegt. Dabei testen wir unterschiedliche Anbaumethoden aus den Nordzucker-Ländern. Unser Ziel ist es, durch den Austausch direkt vor Ort die Erkenntnisse weiterzutragen“, sagt Claus Nørgaard, Manager Agricenter Denmark über die Aktivitäten auf der acht Hektar großen Fläche. Die regionalen 20 · 20 · 20-Zwischenergebnisse werden auch konzernweit ausgetauscht: „Im Juni werden wir bei einer konzernweiten Tagung aller Nordzucker-Anbauberater und -Versuchsansteller über die bisherigen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Initiativen innerhalb des Projekts diskutieren. So sichern wir den Austausch der Erfahrungen zwischen den Ländern und Naturräumen und legen gemeinsam die zukünftige Ausrichtung fest. Denn gemeinsam lernen wir von- und miteinander“, sagt Dr. Niels Pörksen, Chief Agricultural Officer.

23


24

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Wie geht es weiter mit der ZMO? Ein Gespräch mit Marie-Christine Ribera Frau Ribera, könnten Sie als Generaldirektorin des CEFS Ihre Organisation ein wenig beschreiben? CEFS steht für das Comité Européen des Fabricants de Sucre oder den Verband der Europäischen Zuckerindustrie, der 1953 gegründet wurde. Der Verband hat seinen Sitz in Brüssel und vertritt die europäischen Zuckerproduzenten und -raffinerien, insgesamt etwa 60 Unternehmen in 20 EUMitgliedsländern und in der Schweiz. Der Zucker wird in 106 Fabriken hergestellt, die direkt und indirekt Arbeit für 180.000 Mitarbeiter sowie für 170.000 Anbauer bieten. Wir sind ein kleines Team, das an verschiedenen Themen arbeitet, die für die Industrie von großer Bedeutung sind – von der Ernährung bis zur Umwelt, vom Handel bis zur Landwirtschaft. Marie-Christine Ribera, Generaldirektorin von CEFS (Comité Européen des Fabricants de

­Was hat für Sie momentan höchste Priorität?

Sucre, Verband der europäischen Zucker­­

Die höchste Priorität hat für uns als Organisation – und damit für unsere

industrie).

Branche – die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) Europas. Die Zuckermarktordnung beinhaltet Regelungen für den Markt und diese ­Regelungen werden reformiert. Wie werden diese Regelungen reformiert? Im Oktober 2011 unterbreitete die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag, nach dem die Zuckermarktordnung zum 30. September 2015 auslaufen soll. Sie sieht bisher die Bedingungen für den Kauf von Zuckerrüben und Zuckerrohr vor, sowie, was vielleicht am wichtigsten ist, nationale Quoten, die unter den Zuckerunternehmen in der EU aufgeteilt werden sollen. Ebenso sollen die Mechanismen für eine Marktüberwachung und Rücknahme von Zucker bei einem Überangebot entfallen. Und was geschah seit 2011? Der Vorschlag wurde dann durch die Mitgliedsländer (die im Rat der Europäischen Union zusammengefasst sind) und im Europäischen Parlament diskutiert. Im Rahmen des Mitentscheidungsverfahrens nach dem Vertrag von Lissabon haben beide das Recht und die Zuständigkeit, das endgültige Ergebnis mitzubestimmen. Im März 2013 entschied sich der Agrarministerrat für eine Verlängerung der Marktordnung bis 2017, das Parlament legte sich auf 2020 fest. Welche Position hat CEFS dazu? CEFS unterstützt die Verlängerung der aktuellen Marktordnung für Zucker bis 2020. Dadurch kann die europäische Zuckerbranche ihre Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz weiter optimieren, sie kann der ­Instabilität auf dem Weltzuckermarkt begegnen, eine sichere Versorgung gewährleisten und die LDCund AKP-Staaten erhalten den internationalen Zusagen der EU entsprechend mehr Zeit für Investi­ tionen in ihre Infrastruktur. Sie müssen doch von der Position des Rats, die Zuckermarktordnung nur bis 2017 statt bis 2020 zu verlängern, enttäuscht gewesen sein? Ja, das trifft zu. Das Parlament richtete eine klare Botschaft an den Rat – verlängert die Zuckermarktordnung bis 2020 – und wir waren zutiefst enttäuscht darüber, dass der Rat das nicht akzeptiert hat. Die Reform im Jahr 2006 führte zur Schließung von 83 Fabriken (nahezu jede zweite) und zum Verlust von über 22.000 direkten Arbeitsplätzen – das sollte nicht umsonst gewesen sein. Wir werden immer wettbewerbsfähiger, brauchen aber mehr Zeit. Das Einzige, was wir uns wünschen, sind Stabilität und Berechenbarkeit für weitere fünf Jahre. In solch einer kapitalintensiven Industrie ist das keine lange Zeit.


Engagement

Gibt es, abgesehen vom Ablaufdatum, noch andere Themen, die Ihnen Sorgen machen? CEFS begrüßt, dass der Rat und das Parlament die aktuellen Sonderrechte der Raffinerien beibehalten, aber nicht ausweiten wollen und die Entscheidung des Rats, keine Quotenerhöhung aufzunehmen. Wir unterstützen weder eine Umverteilung an die Mitgliedsstaaten, die ihre Quoten bei der letzten Reform aufgegeben haben, noch eine Erhöhung der Isoglukose-Quoten in bestimmten Mitgliedsländern. Das würde die Reform von 2006 auf den Kopf stellen, die auf einen Marktausgleich abzielte. Wir betrachten auch die Produktionsabgabe, die in der Branche für jede Tonne Quotenzucker bezahlt werden muss, als nicht gerechtfertigt und unfair. Sie sollte mit dem Auslaufen des aktuellen Finanzrahmens im Jahr 2014 aufgehoben werden. Was unternimmt das CEFS, damit seine Position gehört wird? Wir als CEFS und unsere Mitglieder werben sehr stark für unsere Position und ­erläutern die Gründe für eine Verlängerung bis 2020. In unserer Stellungnahme im März 2012 haben wir drei Hauptgründe vorgelegt und ausgeführt. Zudem vertreten wir mit unseren Branchenpartnern CIBE (für die Anbauer), EFFAT ­(Gewerkschaften) und den AKP- und LDC-Staaten eine gemeinsame Position. Als ­Koalition glauben wir, dass eine Verlängerung bis 2020 einen erheblichen Fortschritt für die Gewährleistung einer angemessenen Beschäftigung b ­ edeutet. Dies würde die Nachhaltigkeit in der Branche verbessern und für die Anbauer, Verarbeiter, Lieferanten, Arbeiter und Verbraucher eine ausreichende Zucker­ versorgung zu nachhaltigen Preisen sichern. Welchen Zeitplan gibt es für die Reform? Wie ich schon sagte, haben der Rat und das Parlament im März über ihre Positio­ nen entschieden. Seitdem verhandeln Kommission, Rat und Parlament miteinander in einem Trilog, um eine gemeinsame Position zu erreichen. Es besteht die Hoffnung, dass dies noch vor Juli unter der irischen Präsidentschaft gelingen wird. Wie Sie sehen, ist es ein langer Entscheidungsprozess von Oktober 2011 bis Juni 2013; im besten Fall sind es zwei Jahre, gar nicht zu reden von den ­Gesprächen über die Durchführungsverordnungen. Ein Inkrafttreten ist für 2015 vorgesehen.

Kommentar Dr. Niels Pörksen: „Den Rübenanbau in ­ ­ Europa noch wettbewerbsfähiger zu ­ machen bleibt unser ­erklärtes Ziel.“

Wie sieht der nächste Schritt für das CEFS aus? Wir beobachten die Verhandlungen. Wir erkennen die geleistete Arbeit an und verstehen die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass die Gemeinsame Agrarpolitik zeitnah verabschiedet und umgesetzt werden muss. Dennoch brauchen die europäischen Zuckerhersteller tragfähige und verlässliche Lösungen und keine Vereinbarung um der Vereinbarung willen. Sie bestehen darauf, dass eine Verlängerung der ZMO für Zucker bis 2020 ohne Veränderungen für die Privilegien der Raffinerien und ohne Quotenanhebung immer noch realisierbar ist – dem Sektor als Ganzem zuliebe. Eine letzte Frage: Was geschieht nach dem Ende der aktuellen ZMO für Zucker? Um eine Ausgewogenheit im europäischen Zuckermarkt nach der Quote zu sichern, ist es von größter Bedeutung, dass der Sektor eine Zusage in Form einer politischen Erklärung erhält, dass nach den Quoten keine Exportbeschränkungen für Zucker mehr existieren. Das ist nur das Aussprechen einer Selbstverständlichkeit. Es sollte also für unsere E ­ U-Entscheidungsträger nicht zu schwierig sein, einen geeigneten Weg zu finden, dies auszudrücken. Ebenso gibt es Bedarf für einen Krisenmechanismus (Markträumungsmechanismus), das heißt die Möglichkeit einer Marktrücknahme von Zucker sowohl aus EU-Erzeugung als auch aus Importen. Dadurch werden die Marktteilnehmer Anpassungen vornehmen können, um einen ausgeglichenen Markt sicherzustellen. Damit wird die Kommission handeln können, bevor eine Krise eintritt – und nicht erst danach.

25


26

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13


Courage

„Neue Wege zu gehen mit neuer Technik und über viele Ländergrenzen hinweg erfordert ein gutes Maß an Courage. Nordzucker entwickelt eine Kultur, die dies ermöglicht und fördert.“  

Aljoscha Kotulla, Specialist SAP Special Applications, Nordzucker, Braunschweig Björn Windfall, Senior Consultant, Agri and Beet, Nordic Sugar, Kopenhagen

Courage als Motor Courage begleitet Entscheidungen und treibt Projekte. Die Offenheit für neue Ideen ermöglicht Entwicklung.

27


28

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Kommunikation schafft Verbindungen Moderne Medien vorbildlich nutzen Was zeichnet Menschen gegenüber anderen Lebe­­ wesen aus? Da wäre der aufrechte Gang, der den Ackerbau erst ermöglicht – schließlich hat man die Hände frei. Sozusagen die anatomische Voraussetzung für den Rübenanbau. Selbstverständlich ist das nicht alles: Der Mensch kann mit Worten kommunizieren, lesen und schreiben. Dank moderner Medien ist der Austausch von Informationen – auch in größeren Mengen, über größere Dis­ tanzen und mit vielen Menschen gleichzeitig heute möglich. Aus Umfragen bei unseren Rübenanbauern hat sich ergeben, dass von Nordzucker ­eine verbesserte Kommunikation gewünscht wird. Eine der Maßnahmen hierzu ist die Weiterentwicklung des Agri-Portals. Nordzucker stellt bereits seit einigen Jahren ihren ­Rübenanbauern ein Informationsportal zu Verfügung, das laufend technisch und inhaltlich weiter­ Konsequente und abgestimmte Projektplanung ist die Grundlage für

entwickelt wurde. Im Rahmen der zunehmenden

eine erfolgreiche Umsetzung.

Integration der eingesetzten Technologien und Kommunikations­inhalte im Konzern wird derzeit mit Hochdruck an der Weiterentwicklung dieser konzernweiten Portal-Lösung für die Rübenanbauer gearbeitet.

„Bei allen Neuerungen im Portal ist es uns besonders wichtig, immer den Blickwinkel des Rübenanbauers zu berücksichtigen“, umreißt Björn Windfall, Senior Consultant Agri and Beet, die Ziele des internationalen „Agri-Portal“-Projekts. „Wir haben uns zuallererst gefragt: Was braucht der Nutzer wirklich und wie können wir diese Informationen leicht auffindbar und benutzerfreundlich zur Verfügung stellen?“, so Björn Windfall weiter. „Vor allem geht es darum, den Landwirt bei der täglichen Arbeit zu unterstützen. Wir stellen die Informationen zur Verfügung, die der Landwirt auch wirklich für seine Arbeit braucht und die von einer einheitlichen Plattform aus auf einfache Art und immer auf dem gleichen Weg abgerufen werden können.“ So soll eine neue Struktur der Seiten den Landwirt noch besser und klarer durch das Informations­ angebot führen. „Besonders wichtig ist es uns einerseits, Landwirten und Interessierten einen frei ­zugänglichen Bereich zu bieten, und uns andererseits mit unseren Rübenanbauern auf passwort­ geschützten Seiten direkt auszutauschen. Auf den öffentlichen Seiten sind immer die neuesten Informationen und Nachrichten rund um den Rübenanbau zu finden. Im individuellen Bereich findet man auf übersichtliche Weise betriebsspezifische Informationen wie Vertragsdaten und Abrechnungen. Zudem können dort Betriebsvergleiche durchgeführt und Bestellungen, zum Beispiel für Saatgut, abgewickelt werden. Der schnelle und direkte Zugang zu persönlichen Informationen steht damit im Fokus. Durch das neue Design, die Struktur und die Suchfunktion lassen sich die gewünschten Informationen schnell und einfach erreichen“, fügt Aljoscha Kotulla, Specialist SAP Special ­Applications, an.


Courage

„Außerdem arbeiten wir derzeit daran, das Agri-Portal auch mobil, das heißt für Smartphones und T ­ ablet-PCs kompatibel zu machen. So wird der Landwirt auf dem Feld direkt die Anbauempfehlungen oder aktuelle ­Neuigkeit nachverfolgen“, betont Björn Windfall. Aber auch aus interner Sicht bringt der neue Ansatz ­enorme Vorteile: „Wir verfolgen mit dem Agri-Portal ­einen konzernweiten Ansatz. Basis hierfür ist eine neue, einheitliche und länderübergreifende IT-Plattform. Für die ­Effizienz der IT ist es entscheidend, dass neue Entwicklungen und Funktionalitäten so einfacher auf andere Länder zu übertragen sind. Insgesamt senkt dieser integrierte Ansatz die Wartungskosten und lässt sich von der ­IT-Seite aus besser steuern“, beschreibt Aljoscha Kotulla die Vorteile aus Sicht der IT.

Moderne Technologie verändert die Kommunikation.

Ein weiteres Ziel ist es, das Agri-Portal so auszubauen, dass dies der erste und einfachste Weg für unsere ­Rübenanbauer zur Information ist; die Adresse, auf der alles zusammenfließt, ohne dass groß gesucht werden muss. Bei aller Begeisterung und den klaren Vorteilen der modernen Kommunikationsmedien stehen der persönliche Kontakt und der Dialog mit dem Anbauer für Nordzucker jedoch weiter im Mittelpunkt. „Das Agri-Portal ersetzt nicht das persönliche Gespräch, es erweitert es vielmehr. Damit positioniert sich das Agri-Portal als wesentliches Kommunikationsmedium, um den Dialog mit dem Geschäftspartner zu unterstützen. Das persönliche Telefonat und das direkte Gespräch mit den Ansprechpartnern im Rübenbüro sind und bleiben auch weiterhin ein wesentlicher Bestandteil unserer individuellen ­Betreuung“, führt Gerald Dohme, Senior Manager Corporate Communications, aus.

So begrüßt das Agri-Portal die Landwirte heute in Deutschland.

29


30

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Hand in Hand produktiver werden Erfahrungen austauschen – Trends setzen Nordzucker betreibt Produktionsstandorte in sieben Ländern. Das bedeutet: Unterschiedliche Sprachen und Kulturen treffen aufeinander. Für ein europaweit agierendes Unternehmen kann dies zur Herausforderung werden – besonders angesichts anspruchsvoller Ziele. Zur Überwindung von Sprach- und Kulturbarrieren haben konzernweit unsere vier Unternehmenswerte beigetragen, aber darüber hinaus bedarf es weiterer Maßnahmen. Bereits vor vier Jahren hat sich Axel Aumüller, Chief Operating Officer, gemeinsam mit den drei regio­nal verantwortlichen Produktionsmanagern für Nord-, Ost- und Zentraleuropa auf die Fahnen Axel Aumüller und Zoltán Tóth im Werk Clauen: Know-how-Austausch auf allen Ebenen.

geschrieben, Produkt- und Technologieentwicklung im ­Nordzucker Konzern gemeinsam flächendeckend voranzutreiben. Ziel ist es, aus Erfahrungen gemeinsam zu lernen und den Austausch darüber über Ländergrenzen hinweg zu intensivieren. Als

besonders effektiv erweist sich dieser Austausch vor dem Hintergrund einer gemeinsamen zukunfts­ orientierten Zielsetzung. Im Mittelpunkt der ersten Gespräche standen Fragestellungen hinsichtlich ­zukünftiger technologischer Entwicklungen. Dabei wurden Anforderungen unserer Kunden in Bezug auf Produkt­innovationen, -qualität und -sicherheit sowie Nachhaltigkeitsaspekten diskutiert. Schnell wurde klar, dass eine Organisationsform geschaffen werden musste, die gegenseitiges Lernen und das Einschätzen von Trends konzernübergreifend ermöglicht. Eine Lösung war schnell gefunden: Inzwischen gibt es 13 länderübergreifende „Production Working Groups“, um das konzernweite Know-how zu zukunftsrelevanten Themen zu bündeln und weiterzuentwickeln. Zudem treffen sich alle Experten, Werkleiter und Produktionsmanager sowie das zuständige Vorstandsmitglied Axel Aumüller im Global Production Meeting zweimal jährlich, um Themen wie Investitionsplanung, Instandhaltungsplanung, Energieeinsparungen, technologische Entwicklung, Informationssysteme für die Produktion, kundenspezifische Produktentwicklungen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie Nachhaltigkeit zu koordinieren und zu optimieren. „Wichtig ist, dass es hier nicht allein um die Definition von Standards und Richtlinien geht, sondern um ein gemeinsames Erarbeiten dessen, was wir brauchen, um die Produktionsprozesse weiterzuent­ wickeln. Wir können nur besser werden, wenn wir an einem Strang ziehen. Es ist wichtig, für den gesamten Konzern eine Marschroute festzulegen und umzusetzen“, erläutert Dr. Michael Gauß (Managing Director Central Europe und Senior Vice President Production Central Europe) den Ansatz. „Konkrete Maßnahmen zu planen ist dabei das eine, mindestens ebenso von Bedeutung sind aber auch die gemeinsame Diskussion und der Erfahrungsaustausch. Einerseits ist die angewandte Technologie überall dieselbe, andererseits gibt es aber eine große Menge von Erfahrungen mit unterschiedlichen


Courage

Projekten. Diesen Erfahrungsschatz gemeinsam zu nutzen fördert Motivation und Innovationskraft“, ergänzt Joachim Rüger, Senior Vice President Production Eastern Europe. „Es ist jedes Mal eine außergewöhnliche Erfahrung, mit den Kollegen aus den anderen Regionen zu spezifischen Themen zusammenzukommen. Dies gibt unglaublich viele Impulse für die eigene Arbeit, einmal natürlich in Bezug auf die Technologien, andererseits aber auch hinsichtlich der Abläufe und Prozesse innerhalb eines Werks. So entsteht sehr schnell eine inspirierende Atmosphäre“, so Dr. Jesper Thomassen, Senior Vice President Production Northern Europe. Die „Production Working Groups“ bündeln das geballte produktionstechnische Know-how im Unternehmen und sind zudem bedeutende Beratungs- und Durchführungsteams. So hat beispielsweise die „Energy Focus Group“ alle kürzlich entschiedenen Verdampfungstrockner-Projekte bewertet und wichtige Umsetzungsunterstützung geleistet. Die „Waste Stream Focus Group“ hat in Opalenica, Kėdainiai und Klein Wanzleben bei der Auslegung und Inbetriebnahme der neuen Abwasserreinigungsreaktoren beraten und unterstützt. Einen wichtigen Beitrag im Rahmen unseres Werteprozesses leistete die „Health & Safety Group“, die eine Verbindung unserer Nordzucker-Werte mit den Arbeitssicherheitsund Gesundheitsschutz-Richtlinien und -Prozessen geschaffen hat. Seit mehr als drei Jahren arbeiten alle Teams schwerpunktmäßig an den spezifischen Themen. Der Erfahrungsaustausch bereichert und inspiriert unterschiedliche Maßnahmen, seien es Investitionen, Umweltthemen, Arbeitssicherheit und Gesundheit oder die Verbesserung von Arbeitsabläufen. ­Nordzucker profitiert hier in vielerlei Hinsicht von ihrer Größe und ihrer europäischen Aufstellung.

Joachim Rüger, Dr. Michael Gauß und Dr. Jesper Thomassen im Gespräch.

31


32

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13


Wertschätzung

Appreciation – Wertschätzung „Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied im Alltag ausmachen – für einen selbst und für die anderen.“ 

Kristine Koppelhus, Assort Manager, Nordic Sugar Kopenhagen

Wertschätzung ist Trumpf Wertschätzung untereinander ist die Basis für Wachstum und Entwicklung.

33


34

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Personalmanagement der Zukunft Menschen im Fokus Qualifizierte Fachkräfte zu halten und zu gewinnen ist die Hauptaufgabe der Personalarbeit im Nordzucker Konzern. Zeitgemäße Angebote hinsichtlich Weiter­ bildung und -entwicklung sowie Work-Life-Balance sind bei Nordzucker längst selbstverständlich. „Der Erfolg unseres Unternehmens basiert auf engagierten und leistungsstarken Mitarbeitern an verschiedenen Standorten in Europa. Wir bieten ein internationales Umfeld und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten. Besonders liegt uns die langfristige Bindung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen am Herzen. Daher besetzen wir freie Stellen soweit möglich intern und bieten so hervorragende Entwicklungschancen“, erläutert Inga Dransfeld-Haase, Senior Vice President Corporate Human Resources den Inga Dransfeld-Haase, Senior Vice President Corporate Human Resources: „Nordzucker setzt auf Weiterbildung ­ und langfristige Mitarbeiterbindung.“

­konzernweiten Grundsatz. Aufgrund des demografischen Wandels wird es künftig schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. ­Daher baut Nordzucker darauf, Talente möglichst von innen heraus zu entwickeln. „Beispielsweise ermutigen und unterstützen wir gezielt Kollegen, insbesondere im technischen Bereich, berufsbegleitend zu studieren“, so Inga Dransfeld-Haase weiter.

Ein weiterer zentraler Aspekt der Personalarbeit bei Nordzucker ist die Nachfolgeplanung. Gezielt und frühzeitig wird festgestellt, wie sich die Altersstruktur entwickelt und welche Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen wann das Renteneintrittsalter erreichen. „Hierbei bedienen wir uns einer modernen IT-Lösung. Wir können so sehen, wie sich die Mitarbeiterstruktur langfristig verändern wird. Diese Transparenz ist für uns wichtig, damit wir Nachfolge planen können und weniger vom ‚Wettbewerb um die Talente‘ abhängig sind“, unterstreicht Inga Dransfeld-Haase. Um systematisch und strukturiert alle wesentlichen Personalthemen gemeinsam mit den Führungs­ kräften anzugehen, hat Nordzucker im Jahr 2010 HR-Konferenzen eingeführt, die jährlich auf Standort-, Länder- sowie Konzernebene stattfinden. Auf den HR-Konferenzen steht die Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt. „Die HR-Konferenzen sind wichtiger Bestandteil unserer Personalarbeit. Wir beraten gemeinsam mit den Führungskräften standort- und organisations-


Wertschätzung

übergreifend individuelle Personalentwicklungsmaßnahmen. In Deutschland kann beispielsweise die „Sugar Academy“, in der standardisierte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden, systematisch zur persönlichen Entwicklung genutzt werden“, erläutert Inga Dransfeld-Haase. Jedoch umfasst moderne Personalarbeit weit mehr als Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Seit ­geraumer Zeit rücken verstärkt Angebote rund um die „Work-Life-Balance“ in den Fokus. So wurde jüngst in der Unternehmenszentrale in Braunschweig die Nordzucker-Auszeit eröffnet. Hierbei handelt es sich um einen räumlich abgegrenzten Bereich, in dem Mitarbeiter für ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden sorgen können. Unter anderem stehen hier spezielle Fitness- und Gesundheitsangebote bereit. Außerdem sind flexible Arbeitszeitmodelle und die Unterstützung bei der Kinderbetreuung mittlerweile zu selbstverständlichen Bestandteilen der Nordzucker-Kultur geworden. „Nordzucker präsentiert sich so rundum als attraktiver Arbeitgeber, was wichtig ist, um neue Arbeitskräfte für uns zu gewinnen. Entscheidend ist aber, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Wir geben unseren Mitarbeitern Raum, ihre Fähigkeiten zu entfalten und sich mit dem Unternehmen zu identifizieren, damit sind die Voraussetzungen für gemeinsames Wachstum und erfolgreiche Zusammenarbeit geschaffen“, so Inga Dransfeld-Haase abschließend.

Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, Angebote zur Work-Life-Balance und ­ gelebte Unternehmenswerte zeigen: Die ­ Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt.

35


36

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Wer nicht fragt, bleibt dumm … Umfragen sind der Ausgangspunkt umfassender Maßnahmen Erfolg ist für uns nicht nur das, was am Ende des Jahres unter dem Strich herauskommt, sondern er manifestiert sich gleichermaßen in der Zufriedenheit unterschiedlicher Interessengruppen. Ein wichtiger Bestandteil der Weiterentwicklung und Positionierung von Nordzucker sind daher Umfragen unter verschiedenen Stakeholder-Gruppen. Denn nur wenn wir die Erwartungen unserer Kunden, Aktionäre und Rübenanbauer wirklich kennen, haben wir die Möglichkeit, sie zu erfüllen und in einen konstruktiven Dialog zu treten, der unser Unternehmen besser macht. „Wir führen in allen Regionen regelmäßig Befragungen unserer Kunden durch und freuen uns selbstverständlich, wenn wir positives Feedback erhalten. Genauso wertvoll sind aber auch Hinweise auf Unzufriedenheit. Deshalb ist das Wichtigste nach der Befragung die Auswertung der Ergebnisse und das Einleiten von Maßnahmen“, so Mats Liljestam, Chief Marketing Officer. Aus der letzten Kundenbefragung von Industriekunden in der Region Zentraleuropa ergaben sich neben großem Lob im Hinblick auf Lebensmittelsicherheit, Produktsortiment und Liefer­genauigkeit auch einige Felder, in denen sich die Kunden Verbesserungen von Nordzucker wünschen. Dies betrifft beispielsweise die Dauer der Reklamationsbearbeitung oder den Wunsch nach Informationen hinsichtlich Marktentwicklungen. „Direkt nach der Kundenbefragung haben wir begonnen, an diesen Themen zu arbeiten. Wir haben beispielsweise unseren Prozess zur Bearbeitung von Reklamationen

Anja-Alexandra Horn, Sales Development Manager, engagiert sich für Kundenzufriedenheit.


Wertschätzung

daraufhin deutlich gestrafft“, erläutert Ingo Saß, Senior Vice ­President Sales Central Europe. Aber nicht nur unsere Kunden werden regelmäßig befragt, sondern auch die Rübenliefe­ ranten. ­„Eine enge und partnerschaftliche Beziehung zu unseren Rübenanbauern hat bei uns Tradition und ist absolut selbstverständlich für uns. Umso wichtiger ist es, hin und wieder zu fragen: Was können wir besser machen?“, erläutert Dr. Niels Pörksen, Chief Agricultural Officer den Ansatz. Wir stehen in engem Kontakt mit unseren ­Rübenanbauern und bieten ihnen Services und Beratung an: über unsere Webseiten ebenso wie in vertrauensvollen Telefonaten oder durch persönliche Besuche. Im Februar

Beratung und Kommunikation mit den Landwirten hat besonderen

und März haben wir alle unsere Anbauer

Stellenwert.

gebeten, unsere Kontakte sowie Nordzucker als Geschäftspartner zu bewerten. Insgesamt haben 5.087 Anbauer aus sieben Ländern die Gelegenheit für eine Bewertung und Kommentierung genutzt. In den meisten Fällen schneidet Nordzucker sehr gut ab. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage im Jahr 2011 gibt es – insbesondere in Deutschland und Polen – deutlich bessere Ergebnisse, insbesondere in den Bereichen Anbauberatung und Kommunikation. Die nach 2011 eingeleiteten Maßnahmen haben offensichtlich gegriffen. Besonders spannend war eine im vergangenen Jahr durchgeführte Befragung einer ausgewählten Stichprobe von Aktionären. Hier wurde vor allem danach gefragt, wie der Weg des Unternehmens bewertet wird und inwieweit dem Unternehmen und dem Vorstand das Vertrauen ausgesprochen wird. „Die Ergebnisse dieser Befragung waren sehr positiv. Allerdings haben wir auch daraus gelernt, dass wir in unserer Kommunikation zu einzelnen Themen – insbesondere zu Zukunftsthemen – noch klarer und deutlicher werden können. Nordzucker befindet sich aufgrund der sich in Zukunft verändernden Rahmenbedingungen in einem Veränderungsprozess hin zu einem internationalen Unternehmen. Umso wichtiger ist es, unsere Aktionäre auf diesem Weg mitzunehmen und klarzu­ machen, warum wir diesen Weg gehen“, sagt Hartwig Fuchs, Chief Executive Officer. Nordzucker setzt in vielen Bereichen auch weiter auf einen regelmäßigen Austausch mit den unterschiedlichen Interessengruppen.

37


38

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13


Trends im Agribusiness

„Landwirtschaft denkt, lebt und arbeitet in langen Wellen. Die Kunst liegt nun darin, die Schnelligkeit der Märkte mit den langen Wellen der Landwirtschaft zu verknüpfen.“ 

Hartwig Fuchs, Chief Executive Officer

Die Zukunft im Blick Trends in der Landwirtschaft beeinflussen unser Geschäft. Rechtzeitig auf Veränderungen vorbereitet zu sein, schafft nachhaltigen Erfolg.

39


40

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Trends im Agribusiness Eine Branche im Wandel Klaus Schumacher: Herzlich willkommen im Hause Nordzucker. Ich freue mich, Herrn Carl-Albrecht Bartmer, den Präsidenten der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, und Mark van Driel, Geschäftsführer der Rabobank Deutschland, zu unserer heutigen Diskussionsrunde mit unserem Vorstandsvorsitzenden Hartwig Fuchs und unserem Finanzvorstand Dr. Michael Noth begrüßen zu dürfen. Wir wollen heute über Trends im Agribusiness sprechen, die die gesamte Agrarbranche und damit auch die ­Zuckerwirtschaft und den Rübenanbau beeinflussen. Herr Bartmer, wenn wir die Landwirtschaft in Deutschland heute betrachten, von welchen Trends lassen sich die Landwirte in ihren unternehmerischen Entscheidungen leiten? Sind dies nach wie vor die Mega-Trends, – also weltweites Bevölkerungswachstum und steigende Einkommen – die in den nächsten Jahren zu einem anhaltenden Wachstum der Nachfrage nach Nahrungsmitteln führen werden? Carl-Albrecht Bartmer: Grundsätzlich haben die bekannten Mega-Trends weiter starke Kraft. Sie scheinen sich ja im Moment auch in der relativ engen Versorgungssituation auf den Weltagrarmärkten und den damit verbundenen hohen Preisen für fast alle agrarischen Rohstoffe widerzuspiegeln. Deshalb ist die Stimmung in der Landwirtschaft extrem positiv. Und dies, obwohl wir augenblicklich über eine Kehrtwende in der Agrarpolitik diskutieren, die die Unterstützung der Landwirte verringern und gleichzeitig die verbleibenden Zahlungen sehr viel stärker an spezifische Leistungen, insbesondere im Umweltbereich, knüpfen will. Die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirtschaft, so zeigt es der aktuelle DLG-Trendmonitor, ist auf Rekordhöhe. Dies spiegelt auch die Marktverhältnisse ­wider. Es gibt gar keinen Grund, die großen Mega-Trends heute zu relativieren, sie sind weiter stark. Allerdings müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass es gerade auch in der EU und besonders in Deutschland durchaus eigene Dynamiken gibt, die das Verhalten von Landwirten beeinflussen. Bestes Stichwort hierzu ist die Bioenergie. Mit einem Anteil von fast 20 Prozent an der deutschen Ackerfläche hat sie eine hohe Bedeutung erreicht. Wir erleben ­eine erhebliche Verschiebung der-

Dr. Michael Noth, Hartwig Fuchs und Klaus Schumacher haben zum runden Tisch geladen.


Trends im Agribusiness

Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Produktionszweige, die häufig durch staatliche Eingriffe wie das ErneuerbareEnergien-Gesetz (EEG) ausgelöst beziehungsweise ­gefördert wird. Ich würde das nicht als Mega-Trend bezeichnen, aber es ist ein Ergebnis politischen Handelns, das uns noch länger begleiten und unternehmerische Entscheidungen in der Landwirtschaft beeinflussen wird. In Deutschland müssen wir uns außerdem mit einem weiteren Trend auseinandersetzen: Wir haben hier ­eine Tendenz zu einer emotionaleren Wahrnehmung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume, die ­allerlei Funktionen für urbane Zentren erfüllen müssen. Dazu kommen die Wünsche nach extensiverer Nutzung der Flächen zugunsten anderer Zwecke. Stichworte sind hier: Ökologie, Nachhaltigkeit, Qualität. Klaus Schumacher: Die Entwicklung in der Landwirt-

Carl-Albrecht Bartmer: „Die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte ist auf Rekordhöhe.“

schaft, die sich in den vergangenen 20 Jahren voll­ zogen hat, hatte auch entscheidend damit zu tun, dass wir den gemeinsamen Binnenmarkt in der EU ­geschaffen haben, der das Funktionieren einer gemeinsamen Agrarpolitik ermöglichte. Geht der Trend jetzt eher zurück zu einer Renationalisierung? Carl-Albrecht Bartmer: Die EU ist im Agrarbereich deshalb stark geworden, weil sie einheitliche Verhältnisse mit einer sinnvollen Arbeitsteilung angestrebt hat. Zudem wurden in den letzten beiden Jahrzehnten die klassischen, auf staatliche Intervention in Märkte ausgerichteten agrarpolitischen ­Sicherungssysteme zurückgefahren. Das hat in der Landwirtschaft tatsächlich einen großen Schub ausgelöst: in der Qualifikation und insbesondere im Unternehmertum der Betriebsleiter. Der Landwirt als Unternehmer hat seine Prozesse sehr viel effizienter entwickelt. Es gab deutlich mehr technischen Fortschritt als Reaktion auf diese Rahmenbedingungen und im Ergebnis rentablere Verfahren. Die Länder, die sich schon sehr früh für die weitgehende Entkopplung von Beihilfen von der Produktion entschieden haben, sind heute in der EU die wettbewerbsfähigsten. Leider ist das, was wir im Rahmen der Diskussion um die aktuelle Reform der Agrarpolitik erleben, quasi eine Rolle rückwärts. Man staunt über das Wiederbeleben lange überwunden geglaubter Politikkonzepte, sei es die Philosophie vom Erhalt des kleinen bäuerlichen Familienbetriebs statt wachsender, häufig auch familiengeführter Unternehmen, von regionalisierten Produktionssystemen statt internationalen Handels, von vermeintlich verschüttetem „altem Wissen“ versus modernen technischen Fortschritt. Klaus Schumacher: Herr Fuchs, wie spiegeln sich diese Veränderungen in der Landwirtschaft im Verhältnis zwischen Nordzucker und den Rübenlieferanten wider? Hartwig Fuchs: Da gibt es unterschiedliche Facetten, die zu betrachten sind. Für die hohe Investi­ tionsbereitschaft habe ich ein kleines Beispiel: Nach der Vereinbarung über die endgültige Höhe des Rübengelds für die Kampagne 2012 haben hier in Niedersachsen zehn Landwirte beziehungsweise

41


42

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Maschinenringe neue Rübenroder bestellt. Da gab es wirklich einen direkten Zusammenhang zwischen dem Rübengeld und der Bestellung. Auch an anderen Stellen merken wir sehr deutlich, dass unsere Rübenanbauer sich zunehmend als Unternehmer begreifen. Selbstverständlich besteht zum großen Teil noch die enge, zum Teil emo­ tionale Verbindung mit Nordzucker, aber andererseits muss sich die Rübe zunehmend dem Wett­ bewerb mit Alternativfrüchten stellen. Das verlangt uns mehr ab als in der Vergangenheit, denn wir müssen sehr viel konkurrenzfähiger sein. Wir müssen jedes Jahr erneut um die Rübenanbaufläche kämpfen und da kommen wir wieder auf einen dieser Mega-Trends zurück: Wir haben weltweit ein knappes Angebot an Ackerfläche. Für uns bedeutet das konkret: Wir müssen gegen Weizen und gegen Raps jedes Jahr wieder konkurrenzfähige Rübenpreise bieten, sonst bekommen wir die Rüben nicht. Klaus Schumacher: Herr van Driel, die Rabobank hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark in der Land-, Agrar- und in der Ernährungswirtschaft engagiert. Wie nehmen Sie diese Trends wahr? Mark van Driel: Ich sehe die Trends ganz ähnlich. Das weltweite Bevölkerungswachstum hat natürlich Auswirkungen auf die Landwirtschaft und auf die Preise. Aber das war eigentlich schon das Thema der vergangenen fünf Jahre. Was wir jetzt sehen, ist, dass die Landwirtschaft immer mehr mit den großen gesellschaftlichen Themen der Welt in Verbindung gebracht wird. Und natürlich auch mit dem Finanzbereich. Da sehen wir beispielsweise, dass immer mehr Investoren an den Waren­ terminbörsen engagiert sind. Ich denke aber, dass dies nur kurzfristig Einfluss auf die Preise hat – mittel- und langfristig werden immer Angebot und Nachfrage entscheidend für die Preisbildung

Mark von Driel: „Bevölkerungswachstum hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Preise.“


Trends im Agribusiness

sein. Ein anderes Thema ist, dass viele Lieferanten damit begonnen haben, die Landwirte zu finanzieren. Traditionell gab es natürlich auch hier in Deutschland die Genossenschaften, die die Ernte, das Saatgut und die Düngemittel finanzierten. Aber derzeit sehen wir in der ganzen Welt eine neue Dynamik, auch in Afrika, wo die Finanzmittel knapp sind. Es entstehen immer mehr Verbindun­ gen zwischen Saatgutherstellern, Düngemittelherstellern, Händlern, aber auch Finanzdienstleis­tern. Ein weiterer wichtiger Bereich sind die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln. Wo die Nahrungsmittel herkommen und wie sie hergestellt werden, wird immer mehr zum gesellschaftlichen Thema. Klaus Schumacher: Herr Dr. Noth, der Finanz­

Klaus Schumacher: „Finanzbereich und Agrarmärkte hängen eng zusammen.“ ­

bereich und die Agrarmärkte hängen eng zusammen. Welchen Einfluss hat das auf Nordzucker? Dr. Michael Noth: Es ist für uns sehr wichtig, dass wir ein Geschäftsmodell haben, das sich auch in volatileren Märkten bewährt. Wenn wir Risiken in Kauf nehmen, müssen wir so weit wie möglich die Möglichkeiten zum Risikoausgleich nutzen. Am besten ist es natürlich, wenn wir diese Risiken mit unseren Kunden und Lieferanten teilen können. Dies wird nicht vollständig gelingen, schon heute nutzen wir die Möglichkeiten zur Absicherung von Marktrisiken bei Banken und Warentermin­ börsen. Dies ist unverzichtbarer Teil unseres Risikomanagements. Insofern betrachten wir mit Sorge, dass uns als Reaktion auf die Finanzkrise eine Menge zusätzlicher Bürokratie auferlegt wird. Zudem steht auch noch eine Finanztransaktionssteuer im Raum. Das sind alles Dinge, die die notwendige Risiko­­

Dr. Michael Noth: „Es ist für uns wichtig, ein stetiges

absicherung für Unternehmen wie Nordzucker

Geschäftsmodell zu haben, das sich auch in volatileren ­

schwieriger und teurer machen.

Märkten bewährt.“

Klaus Schumacher: Hat diese hohe Volatilität auch Konsequenzen für unsere Finanzierung? Dr. Michael Noth: Die Finanzmärkte legen inzwischen mehr Wert auf Solidität. Dies ist ein Ergebnis der Finanzkrise 2009 und passt gut zu der Einstellung bei Nordzucker: Eine solide, belastbare Finanzierung ist die Basis für unser Geschäft. Die hohe Volatilität auf den Beschaffungsmärkten und Absatzmärkten macht diese solide Finanzierung umso wichtiger. Dabei folgen wir auch keinen Moden, sondern dies ist langfristig unsere Einstellung.

43


44

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Klaus Schumacher: Wir haben vorhin ja schon einmal das Stichwort „Rolle rückwärts“ in der Agrarpolitik gehabt. Herr Fuchs, ist das etwas, das die weitere Entwicklung der Nordzucker, die ja in den letzten Jahren sehr positiv war, ­behindern kann? Hartwig Fuchs: Es gibt sicherlich Aspekte, die uns Sorgen bereiten. Wir beobachten ja gerade, dass die politische Diskussion über die Verlängerung der Zuckermarktordnung unter veränderten Vorzeichen stattfindet. Das, was die ZMO leistet, wird nicht ausreichend wahrgenommen. Stichwort Versorgungssicherheit: Die ZMO sichert den Rahmen ab, in dem der europäische Markt berechenbar und planbar mit mindestens 85 Prozent des Bedarfs durch regional produzierten Zucker zu hiesigen Sozial- und Produktionsstandards versorgt wird. Planbarkeit bedeutet auch, dass für den Fall der Abschaffung der Quotenregelung eine Absicherung der Preisrisiken geschaffen wird Intensive Diskussion rund um die Zukunft der Landwirtschaft.

– und diese Möglichkeit haben wir in der Zucker­ wirtschaft in der EU heute schlicht nicht. Dr. Michael Noth: Genau dies ist ein Riesen­ thema. Wir müssen als Nordzucker mit unseren Rüben­anbauern frühzeitig – in der Regel vor der Winterweizenaussaat – Preisverhandlungen führen, um die Rübenfläche zu sichern. Unsere Rüben-

preise müssen dann beispielsweise mit einem Weizen-Future-Preis konkurrieren können. Wir garantieren dem Landwirt damit schon heute ­einen Mindestpreis für seine nächste Ernte, aber wir als Nordzucker wissen erst 18 Monate später, zu welchem Preis wir den Zucker werden vermarkten können. Klaus Schumacher: Herr van Driel, hat die Rabobank sich schon mal Gedanken darüber gemacht, was im Zuckersektor der EU passieren würde, wenn die Quotenregelung tatsächlich auslaufen sollte? Mark van Driel: Sobald die ZMO endet, wird derjenige, der am effizientesten produzieren kann und der sich bietende Wachstumschancen nutzt, profitieren. Die Volatilität der Zuckerpreise wird zunehmen, und wir haben uns schon einige Gedanken darüber gemacht, ob die Zuckerproduzenten sich nicht über Getreide-Futures absichern können. Klaus Schumacher: Dann schließt sich natürlich die Frage an, ob es nicht sinnvoller wäre, gleich über die Schaffung einer europäischen Warenterminbörse für Zucker nachzudenken? Mark van Driel: Wenn die Zuckermarktordnung und das Quotensystem abgeschafft werden, dann muss dieses Instrument zur Preisabsicherung geschaffen werden. Denn solange es keinen absicherbaren Marktpreis gibt, beschränken sich auch unsere Finanzierungsmöglichkeiten. Wir würden die Einführung einer solchen Terminbörse auf jeden Fall unterstützen. Denn den Engpässen im euro­päischen


Trends im Agribusiness

Markt, die es voraussichtlich zeitweise geben wird, wenn die Quoten nicht mehr da sind, muss man begegnen. Es wird immer wichtiger, Rohstoffe aus verschiedenen Teilen der Welt abzu­sichern. Dr. Michael Noth: Ich glaube aber auch, dass sich die Struktur der Zuckerwirtschaft in Europa noch einmal verändern wird, so wie dies über die letzten Jahrzehnte geschehen ist. Die Effizienz muss weiter steigen, Anpassungen an den Markt werden erfolgen müssen, vor allem dort, wo die Voraussetzungen nicht so gut sind. Wir müssen deshalb weiter unsere Hausaufgaben machen, selbst effizienter werden und ständig um Verbesserungen in unseren Abläufen ringen, um im Wettbewerb zu bestehen und zu wachsen. Hartwig Fuchs: Ich habe prinzipiell keine Bedenken, dass sich die Zuckerwirtschaft an den besten Standorten und in den besten Regionen auch ohne ZMO positiv weiterentwickeln wird, aber meine größte Sorge ist hier der Zeitfaktor. Landwirtschaft denkt, lebt und arbeitet in langen Wellen, und wir brauchen die Zeit bis 2020, um die Industrie weltmarktfähig aufzustellen. Immerhin: Die NordzuckerStandorte liegen in diesen besten Regionen. Wir werden dann jedoch sehr viel mehr leisten müssen, um tatsächlich nachher in der Lage zu sein, Versorgungssicherheit für unsere Kunden zu gewährleis­ ten. Dies wird Importe von Rohrzucker einschließen, der raffiniert wird. Aber noch einmal, entscheidend ist natürlich, dass wir uns in allem, was wir tun, auch absichern können. Das wird wichtiger werden als alles andere. Wir haben eine ganz klare Aufgabe als Nordzucker: Wir produzieren Zucker und müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern, indem wir kontinuierlich besser, schlanker und ­effizienter werden. Letztendlich tun wir das alles, um unseren Anteilseignern, sprich unseren Rübenbauern, die Möglichkeit zu geben, Zuckerrüben auch in Zukunft in der Fruchtfolge zu haben.

Dr. Michael Noth: „Die Effizienz muss weiter steigen und Anpassungen an den Markt müssen erfolgen.“

45


46

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Den Veränderungen gemeinsam die Stirn bieten – runder Tisch bei Nordzucker.

Klaus Schumacher: Wenn ein Unternehmen wie Nordzucker darüber nachdenkt, sich weiter zu ­internationalisieren, wird die landwirtschaftliche Aktionärsschaft das mittragen? Carl-Albrecht Bartmer: Also, ich glaube, dass die Entwicklung von Nordzucker in den vergangenen Jahren tatsächlich einen erheblichen Entwicklungsprozess auch aufseiten der Anteilseignerschaft ­widerspiegelt. Nämlich, dass die unternehmerische Rolle eines Unternehmens der Ernährungswirtschaft, das Zucker herstellt, viel stärker als eine eigenständige Rolle wahrgenommen und anerkannt wird, dass die Zuckerfabriken nicht mehr als „Appendix“ der landwirtschaftlichen Betriebe gesehen werden, die doch bitte die Rüben so verarbeiten, dass auch der Rübenpreis passt. Und ich glaube, dass dieser Erkenntnisprozess eingesetzt hat, Nordzucker als ein Unternehmen zu verstehen, das sich im Wettbewerb mit anderen Zuckerherstellern behaupten muss und das Chancen in sich globalisierenden Märkten wahrnehmen muss. Dieser Pfad ist ein ganz normaler, fast schon emanzipatorischer Pfad einer ursprünglich bäuerlichen Gründung eines Verarbeitungsunternehmens hin zu einem eigentlich in sich selbst ruhenden Unternehmen, an dem man Anteile hält. Das ist am Ende für die Landwirte als Anteilseigner rentabel und nicht zuletzt auch eine Absicherung der Rübenverarbeitung in der eigenen Region. Mark van Driel: Entwicklung und Internationalisierung sind für die Zukunft sicherlich wichtig, aber Nordzucker hat außerdem eine große Vorreiterrolle im Organisieren und Steuern von Lieferketten. ­Eine Kompetenz, die angesichts der vorhin diskutierten Trends immer stärker an Bedeutung gewinnt. Hartwig Fuchs: Im Konzept, aus einer Region ein landwirtschaftliches Erzeugnis zu verarbeiten und daraus etwas zu produzieren, was wirklich diesen regionalen Bezug hat, steckt nach wie vor eine große Kraft! Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Lieferkette sind immer wichtigere Anforderungen der Verbraucher an Lebensmittel. Und genau das können wir mit unserem Ansatz viel einfacher gewährleisten und uns so von Wettbewerbern auf dem Weltmarkt abgrenzen. Carl-Albrecht Bartmer: Ich glaube, dass die Bedeutung der Wertschöpfungskette immer mehr zunehmen wird. Der eine Grund ist der, den Sie genannt haben, Herr Fuchs: Rückverfolgbarkeit. Es gibt einen zweiten Grund: Ich glaube, dass innerhalb einer übergreifenden Wertschöpfungskette die Prozesse viel effizienter organisiert werden können.


Trends im Agribusiness

Mark van Driel: Über eine stringent geführte Wertschöpfungskette können auch Kunden besser g ­ ebunden werden. Die Rohstoffmärkte, auf denen hier ein Stück Fleisch und dort ein Sack Getreide gekauft wird, werden an Bedeutung verlieren und eher festere und langfris­ ti­gere Wirtschaftsbeziehungen entstehen. Klaus Schumacher: Aus Sicht des Endverbrauchers sind Produktsicherheit und Qualität bei Lebensmitteln aktuell ja ein großes Thema. Wie gehen wir damit um? Carl-Albrecht Bartmer: Das ist ein ganz bedeutendes Thema. Wir haben eine hocheffiziente, vom Qualitätsniveau noch nie so abgesicherte Agrar- und Ernährungswirtschaft wie im Augenblick. Allerdings funktioniert die Kommunikation darüber nur bedingt. Aus meiner Sicht muss der Landwirt vor Ort, also dort, wo er höchstes Vertrauen genießt, viel stärker zum Sprecher seiner

Hartwig Fuchs: „Mit einer Kombination von Preisattraktivität und Qualität des Produkts zusammen mit Serviceleistungen wird die europäische Zuckerindustrie im Weltmarkt bestehen können.“

Branche werden und so in den Regionen und darüber hinaus den Stellenwert der Landwirtschaft und natürlich seiner eigenen Arbeit ins rechte Licht rücken. Hartwig Fuchs: Richtig, das ist auch für uns eine der wichtigsten Kommunikationsaufgaben. Ziel muss es sein, die Stärke und den Nutzen der Landwirtschaft für die Gesellschaft und unsere Wirtschaft zum Ausdruck zu bringen. Mark van Driel: Die Antwort auf dieses Problem ist meines Erachtens, dass wir mehr und klarer zum Thema Nachhaltigkeit kommunizieren müssen. Der durch Bevölkerungswachstum und Einkommenszuwachs ausgelösten steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln bei gleichzeitig unveränderter Fläche können wir nur über größere Strukturen begegnen, die besser und effizienter organisiert werden müssen – zwar nicht bio, aber nachhaltig. Diese Themen müssen künftig noch klarer kommuniziert werden. Klaus Schumacher: Herr Fuchs, wir haben diese Nachhaltigkeitsdebatte, wir haben eine Kommunikationsdebatte, wir haben gleichzeitig wahrscheinlich sehr starke Veränderungen in unseren Rahmenbedingungen, Stichwort Zuckermarktordnung: Ist das alles zusammengenommen eher eine Chance als ein Risiko für die Nordzucker? Hartwig Fuchs: Eine Herausforderung ist es auf jeden Fall. Wir werden uns umstellen müssen, um die nötige Marktnähe zu behalten. Ich glaube, dass dies eine Chance beinhaltet, weil wir davon überzeugt sind, dass wir – wenn man uns ausreichend Zeit gibt, uns darauf einzustellen – in der Lage sein werden, konkurrenzfähig zu sein, auch mit dem Weltmarkt. Das setzt bestimmte Dinge wie funktionierende Preisabsicherungsinstrumente voraus. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die EU auch in Zukunft regelmäßig Zuckerexporte in die Länder tätigen wird, die in Zukunft auf größere Ein­fuhren angewiesen sein werden. Mit einer Kombination aus Preisattraktivität und Qualität des Produkts zusammen mit Serviceleistungen wird die europäische Zuckerindustrie im Weltmarkt bestehen können. Und insofern ist das auch eine Riesenchance.

47


48

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13


Konzern-Lagebericht

„Transparenz in den Zahlen ist die wichtigste Voraussetzung, um die richtigen Maßnahmen einzuleiten.“ 

Sven Jansen, Senior Vice President Corporate Finance and Controlling, Nordzucker Braunschweig

Konzern-Lagebericht der Nordzucker AG Daten, Zahlen, Fakten zum Verlauf des Geschäftsjahrs 2012/13.

49


50

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Konzern-Lagebericht der Nordzucker AG Nordzucker im Überblick

Die Werke in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt produzieren jährlich rund eine Million Tonnen Quotenzucker für Kunden aus der

Geschäftstätigkeit

Ernährungswirtschaft und dem Lebensmittelhandel – in erster Linie

Nordzucker ist mit einem Marktanteil von mehr als 15 Prozent

für den deutschen Markt. Die Nordzucker AG vermarktet zudem wei-

der zweitgrößte Zuckerproduzent in der Europäischen Union.

tere Produkte der Zuckerherstellung wie Futtermittel und Melasse.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr produzierte das Unternehmen an 13 Standorten in sieben europäischen Ländern 2,8 Millionen

Die fuel 21 GmbH & Co. KG in Klein Wanzleben, eine 100-pro-

Tonnen Zucker aus Zuckerrüben. Im Jahresdurchschnitt waren

zentige Tochter der Nordzucker AG, produziert und vermarktet

3.290 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt.

Bioethanol aus Zwischenprodukten der Zuckerherstellung (Rohsaft, Dicksaft) und Melasse.

Zu den Kunden zählen die Süßwarenindustrie sowie Hersteller von Molkereiprodukten, Konfitüre, Backwaren, Eiscreme und Ge-

Daneben ist die Nordzucker AG Mehrheitsgesellschafterin der

tränken. Nordzucker setzt rund 80 Prozent des Zuckers an Nah-

Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG (NFZ), die in Nord­

rungsmittel- und Getränkehersteller ab. Über den Einzelhandel

stemmen und Groß Munzel je ein Flüssigzuckerwerk b ­ etreibt.

werden rund 20 Prozent des Zuckers ausgeliefert. Nordzucker vertreibt diesen Zucker vor allem unter den Produktmarken

In der Region Zentraleuropa waren im Geschäftsjahr 2012/13 im

SweetFamily und Dansukker. Zum Produktportfolio gehören auch

Durchschnitt 1.242 Mitarbeiter tätig.

weitere Produkte der Zuckerherstellung, insbesondere die Futtermittel Trockenschnitzelpellets und Pressschnitzel sowie Melasse für

Auf das Geschäft der Region Zentraleuropa entfielen rund 44

die Hefe- und Alkoholindustrie.

Prozent des Konzernumsatzes.

Konzernstruktur

Nordeuropa

Der Nordzucker Konzern besteht aus drei Regionen: Zentral-,

In der Region Nordeuropa produziert beziehungsweise verar-

Nord- und Osteuropa.

beitet Nordic Sugar mit Sitz in Kopenhagen Zucker in fünf ­Fabriken sowie in zwei Raffinerien in Dänemark, Schweden,

Zentraleuropa

Finnland und Litauen. Das Unternehmen vermarktet eine breite

Die Nordzucker AG betreibt fünf Zuckerfabriken in Deutschland,

Palette an Zuckerprodukten hauptsächlich in den nordischen

die den wesentlichen Teil des Geschäfts in Zentraleuropa bilden.

Ländern sowie den Baltischen Staaten und in Irland. Die Marke

Unternehmensstruktur des Nordzucker Konzerns

Nordzucker AG Region Zentraleuropa (CE)

Region Nordeuropa (NE)

Region Osteuropa (EE)

Nordzucker AG Braunschweig/Deutschland

Nordic Sugar A/S, Kopenhagen/Dänemark, 100 %

Nordzucker Polska S.A., Przeżmierowo/Polen, 99,87 %

Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG, Braunschweig/ Deutschland, 70 %

Nordic Sugar AB, Malmö/Schweden, 100 %

Považský Cukor a.s., Trenčianska Teplá/Slowakei, 96,80 %

Suomen Sokeri OY, Kantvik/Finnland, 80 %

Tereos TTD a.s., Dobrovice/Tschechien, 35,38 %

fuel 21 GmbH & Co. KG, Klein Wanzleben/Deutschland, 100 %

Sucros OY, Säkylä/Finnland, 80 % AB Nordic Sugar Kėdainiai, Wilna/Litauen, 70,60 % Nordzucker Ireland Ltd., Dublin/Irland, 100 %


51

Konzern­Lagebericht

Nordzucker im Überblick

Standorte in Europa

29

Unternehmenszentrale D 1 Braunschweig

Nordeuropa

Regionale Hauptverwaltung DK 2 Nordic Sugar, Kopenhagen Zuckerfabriken und Raffinerien D 3 Clauen 4 Nordstemmen 5 Uelzen 6 Klein Wanzleben 7 Schladen DK 8 Nakskov 9 Nykøbing S 10 Arlöv 11 Örtofta FIN 12 Porkkala 13 Säkylä LT 14 Kėdainiai PL 15 Chełmża 16 Opalenica SK 17 Trenčianska Teplá D 18 Flüssigzuckerwerk Groß Munzel 19 Flüssigzuckerwerk Nordstemmen Zuckerfabriken – nicht konsolidierte Minderheitsbeteiligungen CZ 20 Dobrovice 21 České Meziříčí Weitere Standorte D 22 fuel 21, Bioethanol S 23 Köpingebro (Fibrex) DK 24 NP Sweet, Kopenhagen B 25 Büro Brüssel Vertriebsbüros LV 26 Riga LT 27 Wilna EE 28 Tallinn IS 29 Reykjavik NO 30 Oslo IE 31 Dublin

13 12 30 28

26 11 2 10 24 23 8 9

31

14 27

15

5 18 4

25

19

3

6

1

22

16

7

20

Zentraleuropa

21 17

Osteuropa


52

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Dansukker hat einen hohen Bekanntheitsgrad in der Region.

Aktionärsstruktur der Nordzucker AG

Nordic Sugar ist Marktführer in Nordeuropa und trug 2012/13

123,7 Millionen Euro Grundkapital

mit 1.504 Mitarbeitern rund 40 Prozent zum Konzernumsatz von Nordzucker bei.

Nordzucker Holding Aktiengesellschaft

In Kopenhagen ist auch das Unternehmen NP Sweet ansässig,

Union-Zucker Südhannover Gesellschaft mit beschränkter Haftung

76,23 Prozent, 94,3 Millionen Euro

ein Joint Venture von Nordzucker und Pure Circle, das Produkte

10,82 Prozent, 13,4 Millionen Euro

auf Basis des Süßungsmittels Stevia (Stevioglycoside) gemein-

Nordharzer Zucker Aktiengesellschaft

sam mit Kunden entwickelt und an sie vertreibt.

7,83 Prozent, 9,7 Millionen Euro

Direktaktionäre

Osteuropa

5,12 Prozent, 6,3 Millionen Euro

Zur Region Osteuropa gehören zwei Zuckerfabriken in Polen, von denen eine auch als Zuckerraffinerie genutzt wird, sowie eine Zuckerfabrik in der Slowakei. Darüber hinaus hält Nordzucker eine Beteiligung von rund 35 Prozent an der zuckererzeugenden Ge-

Die kontinuierliche Verbesserung der Effizienz entlang der ge-

sellschaft Tereos TTD a.s. in Tschechien. Das Absatzgebiet der

samten Wertschöpfungskette wird zudem durch vielfältige Pro-

­Region Osteuropa umfasst auch weitere osteuropäische Staaten.

jekte konzernweit vorangetrieben. Neben größeren Investitionen

Im Jahresdurchschnitt 2012/13 beschäftigte Nordzucker in der

zur Effizienzsteigerung gehören hierzu ebenso Maßnahmen mit

­Region Osteuropa 544 Mitarbeiter. Der Anteil am Konzernumsatz

der Zielsetzung einer dauerhaften Ertragssteigerung im Zucker-

lag 2012/13 bei rund 16 Prozent.

rübenanbau. Die Initiative 20 · 20 · 20 hat zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Rübe gegenüber anderen Ackerfrüchten wei-

Strategische Ausrichtung

ter zu erhöhen und damit den Rübenanbau in unseren Regionen

Nordzucker hat seit der Gründung des Unternehmens im Jahr

langfristig zu sichern.

1997 auf Wachstum im Kerngeschäft Zucker gesetzt. Auf eine ­Expansion in Norddeutschland folgten mehrere Akquisitionen

Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 erzielt das auf fünf Jahre ange-

in Osteuropa. Mit dem Erwerb von Nordic Sugar im Jahr 2009

legte Effizienzprogramm „Profitabilität plus“ Einsparungen in allen

setzte Nordzucker den Wachstumskurs fort und ist damit heute

Bereichen des Unternehmens. Mehr als zwei Drittel des Einspar-

der zweitgrößte europäische Zuckerhersteller.

ziels konnten bislang erreicht werden. Die Harmonisierung und Optimierung der Geschäftsprozesse sowie die Integration der

Nach einer umfassenden Bereinigung des Beteiligungsportfolios

konzernweiten IT-Landschaft sind weitere wichtige Maßnahmen,

in den Jahren 2010 und 2011 wird sich der Konzern zunächst vor

die erheblich zur nachhaltigen Steigerung der Wett­bewerbs­

allem auf das Kerngeschäft konzentrieren: die Produktion und den

fähigkeit des Unternehmens beitragen.

Vertrieb von Zucker. Der Nordzucker Konzern profitiert dabei von seiner starken Marktposition in der EU. Diese weiter auszubauen

Nachhaltigkeit, Kundenorientierung und Effizienzsteigerung

bleibt das wichtigste unternehmerische Ziel. Darüber hinaus prüft

­bilden die Basis, um die Marktposition des Unternehmens zu

das Unternehmen Wachstumschancen außerhalb Europas.

stärken und weiteres Wachstum im Kerngeschäft zu realisieren.

Nachhaltiges Handeln ist bedeutend für alle Arbeitsabläufe des

Steuerung

Unternehmens. Langfristiger Unternehmenserfolg kann nur

Das Unternehmen wird von einem fünfköpfigen Vorstand ge-

durch nachhaltiges Wirtschaften gewährleistet werden, indem

führt. Er berichtet an den Aufsichtsrat mit 21 Mitgliedern, davon

insbesondere Umweltschutz sowie soziale Aspekte bei unterneh-

sind 14 Vertreter der Aktionäre und sieben Vertreter der Arbeit-

merischen Entscheidungen Berücksichtigung finden. Produkt­

nehmer. Die interne Steuerung des Unternehmens erfolgt über

sicherheit, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind in die-

Kennzahlen. Folgende Ziele werden verfolgt: Umsatzrendite von

sem Zusammenhang ebenfalls von hoher Bedeutung. In all

fünf Prozent, Gesamtleistungsrentabilität von 15 Prozent, Eigen-

diesen Bereichen werden laufend Maßnahmen zur Erreichung

kapitalrendite von zehn Prozent und eine Eigenkapitalquote von

definierter Nachhaltigkeitsziele umgesetzt.

30 Prozent.

Kern unserer Geschäftspolitik sind Kundenorientierung und Pro-

Aktionärsstruktur der Nordzucker AG

duktsicherheit. Deshalb sind zertifizierte Qualitätsstandards ge-

Kapitaleigner der Nordzucker AG sind die Nordzucker Holding

nauso wie hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit bei Lieferungen

Aktiengesellschaft (76,2 Prozent), die Union-Zucker Südhannover

und Leistungen für Nordzucker selbstverständlich. Der Konzern

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (10,8 Prozent) sowie die

verfügt über ein breites Produktspektrum mit kundenindividu-

Nordharzer Zucker Aktiengesellschaft (7,8 Prozent). Außerdem

ellen Lösungen und ein großes Sortiment an Spezialitäten.

befindet sich ein geringer Anteil des Kapitals (5,2 Prozent) in


Konzern-Lagebericht

Nordzucker im Überblick | Rahmenbedingungen und Marktentwicklung

Weltmarktpreise Zucker 2004 – 2013 900 800 700 600 Weißzucker $/t fob 500 400 300 200 Weißzucker €/t fob 100 Jan 04

Jul 04

Jan 05

Jul 05

Jan 06

Jul 06

Jan 07

Jul 07

Jan 08

Jul 08

Jan 09

Jul 09

Jan 10

Jul 10

Jan 11

Jul 11

Jan 12

Jul 12

Jan 13

Quelle: Weißzuckerbörse London, London Nr. 5, Stand Mai 2013

Streubesitz. Die Aktie der Nordzucker AG wird nicht an der

Zuckermarkt in der EU

­Börse gehandelt. Die Aktionäre sind zu einem wesentlichen

Der Zuckermarkt in der EU war in der Vergangenheit durch die

Teil gleichzeitig aktive Rübenlieferanten der Nordzucker AG.

EU-Zuckermarktordnung der EU weitgehend vom Weltmarkt entkoppelt und damit durch eine hohe Mengen- und Preisstabilität gekennzeichnet, während Überschüsse auf den Weltmarkt expor-

Rahmenbedingungen und Marktentwicklung

tiert wurden.

Gesamtwirtschaftliche Lage

Diese Marktsituation hat sich mit der Reform der Zuckermarktord-

Infolge der europäischen Schuldenkrise war die Wirtschaftsleis­

nung von 2006 verändert. Die Quoten, die in der EU zur Produktion

tung in Europa 2012 leicht rückläufig. Im Jahresverlauf verstärkten

von Zucker für den menschlichen Verzehr berechtigen, wurden

sich die negativen Tendenzen. In den für Nordzucker wichtigs­

auf ein Niveau von rund 80 bis 85 Prozent des Bedarfs redu­ziert.

ten Ländern war die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dage-

Dadurch ist es seitdem erforderlich, dass Zucker aus AKP- und

gen leicht positiv; auch hier zeigte sich im Zeitablauf eine Ein-

LDC-Staaten importiert wird, um für einen Ausgleich für die nicht

trübung. In den südlichen Mitgliedsländern der EU nahm die

mehr vorhandene EU-Produktion zu sorgen. Der darüber hinaus

Wirtschaftsleistung deutlich ab.

produzierte Nicht-Quotenzucker wird an Kunden außerhalb der Ernährungswirtschaft in der EU verkauft oder kann bis zu einer

Branchenentwicklung

Höchstmenge von 1,35 Millionen Tonnen in Märkte außerhalb

Weltzuckermarkt

der EU exportiert werden.

Die Weltmarktpreise für Zucker waren im Geschäftsjahr 2012/13 rückläufig. Im langfristigen Vergleich lagen die Preise jedoch wei-

Reichen die Importmengen aus Präferenzabkommen nicht aus,

ter auf hohem Niveau. Wie in den letzten Jahren war die Preis­

kann die EU-Kommission im Rahmen der Zuckermarktordnung auf

volatilität sehr hoch. Zu Beginn des Geschäftsjahrs 2012/13 lag der

diese Entwicklungen am Markt reagieren, um eine stabile Versor-

Zuckerpreis an der Warenterminbörse London (Weißzucker Nr. 5,

gung mit Zucker zu garantieren. Um den Bedarf an Zucker für

free-on-board, nächster Termin) bei 645 US-Dollar je Tonne. In

den menschlichen Verbrauch zu decken, kann sie sowohl Nicht-

den Folgemonaten ging er sukzessive zurück, der tiefste Punkt

Quotenzucker zum menschlichen Verzehr freigeben als auch zu-

lag bei 562 US-Dollar im Mai 2012. Im Juli 2012 erreichte der

sätzliche Importe zu reduzierten Zollsätzen ermöglichen. Diese

­Zuckerpreis wiederum eine Marke von 636 US-Dollar und damit

Maßnahmen werden seitens der EU-Kommission auf Basis der

ein Zwischenhoch. Er sank anschließend auf 497 US-Dollar je

Versorgungsbilanz für das jeweilige Zuckerwirtschaftsjahr, das in

Tonne im Februar 2013.

der EU vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres

53


54

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

läuft, getroffen. Dies bedeutet, dass zwei Zuckerwirtschaftsjahre

in den USA sowie des Vorgehens der EU gegen das vermutete

das Geschäftsjahr der Nordzucker AG betreffen.

Preisdumping. Dadurch stiegen die Preise für Bioethanol in Europa vor allem ab dem späten Frühjahr an. Unterstützend wirkte hier-

In den beiden zurückliegenden Geschäftsjahren reichten die Im-

bei auch die Preisentwicklung von Rohöl und Benzin. Unterjährig

portmengen nicht ohne zusätzliche Maßnahmen zur Deckung

schwankte der Bioethanolpreis allerdings erheblich.

des Bedarfs im EU-Zuckermarkt aus. Daher hat die Kommission im Zuckerwirtschaftsjahr 2011/12 in zwei Schritten 650.000 Tonnen

Marktentwicklung im Zuckergeschäft

Nicht-Quotenzucker für den menschlichen Verzehr freigegeben.

Marktentwicklung: Region Zentraleuropa

Hinzu kamen insgesamt 399.000 Tonnen aus zusätzlichen Impor-

Die Region Zentraleuropa bedient hauptsächlich den deutschen

ten zu reduzierten Zollsätzen.

Zuckermarkt – etwa 80 Prozent der verkauften Zuckermenge geht an die Ernährungswirtschaft und 20 Prozent über den Han-

Für das laufende Zuckerwirtschaftsjahr 2012/13 hat die EU-Kom-

del an die Endverbraucher. Insgesamt kann der Zuckermarkt in

mission angekündigt, bis zu 1,2 Millionen Tonnen Zucker aus

Deutschland als ausgeglichen hinsichtlich Produktionsmenge

­zusätzlichen Importen und Nicht-Quotenzuckerfreigaben in den

und Nachfragemenge bezeichnet werden. Durch Importe aus

Markt zu bringen. Von diesen 1,2 Millionen Tonnen hat die

den angrenzenden Nachbarländern entsteht jedoch zunehmend

Kommission in bisher zwei Schritten 300.000 Tonnen Nicht-

Wettbewerbsdruck.

Quotenzucker für den Lebensmittelbereich freigegeben und ­Zuschläge für Importe von 285.000 Tonnen zu reduzierten

Der Absatz in der Region Zentraleuropa wurde im Geschäftsjahr

­Zollsätzen erteilt.

2012/13 von kühlem und regnerischem Wetter in den Sommermonaten beeinflusst. Insbesondere Hersteller von Getränken,

Markt für Futtermittel und Melasse

Eiscreme und Grill-Saucen mussten in den Sommermonaten

Die Preise für Trockenschnitzelpellets lagen von Februar bis

Umsatz- und Absatzeinbußen hinnehmen, folglich lag auch der

­August 2012 aufgrund geringer Lagermengen und deutlich ge-

Zuckerabsatz der Nordzucker AG unter den Erwartungen. Das

stiegener Futtergetreidepreise auf einem hohen Niveau. Alterna-

aufgrund des Wetters geringere Angebot an Früchten beein-

tive Futtermittel standen ebenfalls nicht in ausreichendem Um-

trächtigte zudem den Absatz von Gelierzucker.

fang zur Verfügung, was die Preisentwicklung begünstigte. Bis in die Kampagne hinein stiegen die Preise weiter an und stag-

Die Produkte der Kunden von Nordzucker werden zu einem erheb-

nierten erst, als eine ertragreiche Rübenernte abzusehen war.

lichen Teil exportiert. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden diese ­Exporte durch die Auswirkungen der Euro-Krise, vor allem in Süd­

Trotz der erneut hohen Rübenmengen in der Kampagne

europa, erschwert. Die exportorientierte deutsche Ernährungswirt-

2012/13 blieb aufgrund der guten Rübenqualität ein Anstieg

schaft hat diesen Absatzrückgang jedoch teilweise durch Erschlie-

der Melasseproduktion aus. Zudem nahmen die Importmengen

ßung neuer Märkte außerhalb der EU kompensieren können.

von Rohrmelasse nach Europa ab. Die geringere Verfügbarkeit und dadurch steigende Preise bei Rohrmelasse waren die Gründe

2012/13 hat Nordzucker in der Region Zentraleuropa rund

dafür, dass Rübenmelasse wieder konkurrenzfähig wurde und

1.000.000 Tonnen Quotenzucker abgesetzt und lag mit dieser

der Melassemarkt insgesamt von einem hohen Preisniveau ge-

Menge leicht über Vorjahr. Die Absatzpreise blieben im Laufe

prägt war.

des Jahres weitgehend stabil, bewegten sich im Durchschnitt aber deutlich über dem Vorjahresniveau.

Markt für Süßungsmittel Nach der EU-Zulassung von Stevia (Stevioglycosiden) für Lebens-

Der Nicht-Quotenzucker-Absatz lag leicht über der Vorjahres-

mittel und Getränke im Jahr 2011 hat sich der Markt für Stevia und

menge von rund 60.000 Tonnen.

für mit Stevia gesüßte Produkte kontinuierlich entwickelt. Viele Produkte sind inzwischen im Markt und viele weitere befinden

Marktentwicklung: Region Nordeuropa

sich zurzeit noch in der Entwicklungsphase. Durch diese Aktivitäten

Das Marktgebiet der Region Nordeuropa umfasst hauptsächlich

steigt das derzeit noch geringe Marktvolumen sukzessive an.

Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Island, Irland sowie die baltischen Staaten. Durch Import von Rohrrohzucker vom

Markt für Bioethanol

Weltmarkt zur Raffination wird das Zuckerangebot aus eigener

Die Nachfrage nach nachhaltig produziertem Bioethanol bleibt

Produktion ergänzt.

in der EU stabil. In Deutschland wächst der Marktanteil von E10 am gesamten Benzinabsatz langsam, aber stetig und betrug im

Nordic Sugar hat ihre starke Position in der Region Nordeuropa

dritten Quartal 2012 rund 15 Prozent. Gleichzeitig verringerten

halten können und wie im Vorjahr rund 770.000 Tonnen Quoten-

sich die US-Exporte in die EU aufgrund der geringen Maisernte

zucker an Industrie- und Handelskunden abgesetzt.


Konzern-Lagebericht

55

Rahmenbedingungen und Marktentwicklung

Hohe Ernteerträge im Jahr 2011/12 ermöglichten es Nordic Sugar,

Der Nordzucker Konzern hat im vergangenen Geschäftsjahr seine

zusätzlich 320.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker abzusetzen und

Position in der Region Osteuropa gestärkt und Marktchancen

damit Kunden aus der chemischen Industrie sowie Märkte außer-

aktiv genutzt. Einer eigenen Zuckerquote von 200.000 Tonnen

halb der EU mit Zucker zu versorgen (Vorjahr: 225.000 Tonnen).

stand ein Quotenzuckerabsatz von über 450.000 Tonnen gegenüber. Neben Zuckerkäufen innerhalb des Konzerns waren

Marktentwicklung: Region Osteuropa

hierfür sowohl eine stärkere Position im Weißzuckerhandel als

Die Region Osteuropa weist eine heterogene Marktstruktur auf,

auch Aktivitäten in der Raffination von Rohrrohzucker ausschlag-

sowohl Kaufkraft als auch das Verhältnis von Zuckerabsätzen an

gebend.

Industrie- bzw. Handelskunden sind zwischen den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. In der Region reicht die lokale

Rübenanbau und Kampagne

­Rübenzuckerproduktion nicht zur Deckung der Nachfrage aus,

Sehr gute Witterungsbedingungen von der Aussaat bis zur Ernte

so dass sie ein klassischer Markt für Importe ist.

haben in den meisten Regionen zu einem hohen Rüben- und Zuckerertrag geführt. Die Verarbeitungsbedingungen waren

In Osteuropa legen sowohl der Lebensmitteleinzelhandel als

­zudem überwiegend positiv und führten insgesamt zu einem

auch Industriekunden mittlerweile verstärkt Wert auf Absiche-

sehr zufriedenstellenden Rübenjahr 2012/13 für Nordzucker.

rung der Verfügbarkeit durch längerfristige Verträge.

Kampagnenergebnisse im Konzern

2012

2011

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

59,3

62,9

Rübenertrag (t/ha)

34,8

48,0

Zuckergehalt (%)

17,1

16,8

Zuckergehalt (%)

16,1

15,7

Zuckerertrag (t/ha)

10,2

10,6

Zuckerertrag (t/ha)

5,6

7,5

58

89

Schweden

Kampagnedauer (Tage)

Dänemark

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

68,2

73,3

Zuckergehalt (%)

18,1

16,9

Zuckerertrag (t/ha)

12,3

12,4

136

138

Kampagnedauer (Tage)

126

Finnland

Kampagnedauer (Tage)

129

Litauen

Kopenhagen

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

62,9

51,2

Zuckergehalt (%)

17,1

17,3

Zuckerertrag (t/ha)

10,7

8,9

129

115

Kampagnedauer (Tage)

Braunschweig

Deutschland

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

69,1

71,2

Zuckergehalt (%)

18,3

18,1

Zuckerertrag (t/ha)

12,7

12,9

133

130

Kampagnedauer (Tage)

Polen

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

72,0

64,1

Zuckergehalt (%)

17,6

18,1

Zuckerertrag (t/ha)

12,7

11,6

114

102

Kampagnedauer (Tage)

Slowakei

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

47,8

63,5

Zuckergehalt (%)

16,8

18,7

8,0

11,9

80

111

Zuckerertrag (t/ha) Kampagnedauer (Tage)


56

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Durchschnittlicher Zuckerertrag Nordzucker

in Dänemark aufgrund ihrer mangelnden Qualität nicht verarbei-

Tonnen je Hektar

tet werden. 11,9

10,6

10,9

11,7

9,6

Rübendisposition, Produktion und Zuckerlogistik kooperierten hervorragend und trugen so maßgeblich zum reibungslosen Kampagneverlauf bei. Während der Verarbeitungszeit beeinträchtigten die Witterungsbedingungen die Rübenverarbeitung regional und zeitlich nur vereinzelt.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Ertragslage 2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

Die Ertragslage im Konzern hat sich im Geschäftsjahr 2012/13 weiterhin sehr positiv entwickelt. Ursächlich hierfür waren insbesondere die Preise für Quotenzucker, die im Jahresdurchschnitt deutlich über Vorjahresniveau lagen. Neben dieser Preissteige-

Zuckererzeugung Nordzucker Konzern

rung trugen ein höherer Absatz von Nicht-Quotenzucker sowie

Millionen Tonnen

die zusätzlichen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung maßgeblich zu diesem Ergebnisanstieg bei. 2,9

2,9

2,8

Nordzucker erwirtschaftete 2012/13 ein operatives Ergebnis (EBIT) von 506,7 Millionen Euro, das das EBIT des Vorjahres

2,3

(315,0 Millionen Euro) deutlich übertraf. Nach Zinsen und Steuern ergab sich ein Jahresüberschuss vor Fremdanteilen in Höhe

1,7

von 360,3 Millionen Euro (Vorjahr: 208,3 Millionen Euro). Nach Abzug der Fremdanteile war ein Konzernergebnis von 351,0 Millionen Euro nach 203,9 Millionen Euro im Vorjahr zu verzeichnen. Die Umsatzrendite, die aus dem Verhältnis zwischen Jahresüber2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

schuss (nach Minderheiten) und Jahresumsatz gebildet wird, ­betrug im Berichtsjahr 14,4 Prozent nach 10,1 Prozent im Vorjahr. Damit wurde die Zielmarke (5 Prozent) erneut deutlich übertroffen.

Konzernweit produzierte Nordzucker in der Kampagne 2012/13 2,8 Millionen Tonnen Zucker aus Rüben (Vorjahr: 2,9 Millionen

Für die Ermittlung der Gesamtleistungsrentabilität wird das EBITDA

Tonnen). Die Kampagne dauerte wie im Vorjahr durchschnitt-

(operatives Ergebnis vor Abschreibungen) mit der Gesamtleis­

lich 125 Tage.

tung (Umsatz plus Bestandsveränderung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse sowie aktivierte Eigenleistungen) ins Verhältnis

Die überwiegend gute Witterung führte zu hohen Erträgen, die

gesetzt. Dieser Wert liegt in diesem Jahr bei 22,8 Prozent (Vor-

nur leicht unter dem Vorjahresniveau lagen. Der durchschnitt-

jahr: 18,4 Prozent) und überschritt damit ebenfalls die Zielmarke

liche Rübenertrag lag konzernweit bei 65,2 Tonnen je Hektar

von 15 Prozent.

(Vorjahr: 67,3 Tonnen je Hektar). Der Zuckergehalt belief sich auf 17,9 Prozent (Vorjahr: 17,6 Prozent), was einem durch-

Die Umsatzerlöse betrugen 2.442,8 Millionen Euro und übertrafen

schnittlichen Zuckerertrag von 11,7 Tonnen je Hektar entsprach

damit um 424,8 Millionen Euro den Wert des Vorjahres (2.018,0

(Vorjahr: 11,9 Tonnen je Hektar).

Millionen Euro). Diese deutliche Erlössteigerung konnte vor allem beim Zucker realisiert werden.

Gezielte Investitionen und vorausschauende Instandhaltungsmaßnahmen ermöglichten eine weitgehend reibungslose

Die Erlöse aus Quotenzucker (einschließlich zugekauften Zuckers)

­Rübenverarbeitung in den Nordzucker-Werken. Gegen Kam­

lagen bei 1.750,9 Millionen Euro und damit 291,9 Millionen Euro

pagneende waren aufgrund von Witterungseinflüssen punktuell

über dem Vorjahreswert von 1.459,0 Millionen Euro. Der Quoten-

allerdings besondere Anstrengungen erforderlich, um die Verar-

zuckerabsatz stagnierte im Vergleich zum Vorjahr, jedoch lagen

beitung zu gewährleisten. In geringem Umfang konnten Rüben

die durchschnittlichen Preise über Vorjahresniveau.


Konzern-Lagebericht

57

Rahmenbedingungen und Marktentwicklung | Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Beim Nicht-Quotenzucker stieg der Absatz nach der guten Ernte

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 29,7 Millionen Euro

2011 deutlich gegenüber dem Vorjahr, während sich die durch-

unter dem Vorjahreswert (42,5 Millionen Euro). Wesentliche Son-

schnittlichen Preise unter Vorjahresniveau bewegten. Insgesamt

dereffekte traten hier – wie im Vorjahr – nicht auf.

konnten die Erlöse auf 261,0 Millionen Euro gesteigert werden, Der Materialaufwand lag mit 1.622,0 Millionen Euro um 121,2

nach 162,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Millionen Euro über dem Vorjahresniveau (1.500,8 Millionen Euro). Der Bioethanolumsatz der fuel 21 aus eigener Produktion lag bei

Dieser Anstieg war im Wesentlichen durch im Vergleich zum Vor-

86,8 Millionen Euro und damit 17,5 Millionen Euro über dem

jahr höhere Rübenkosten bedingt.

Vorjahreswert. Absatzpreise und vor allem Absatzmengen stiegen Der Personalaufwand hat sich von 188,7 Millionen Euro im Vor-

im Vergleich zum Vorjahr.

jahr auf 201,5 Millionen Euro erhöht. Dieser Anstieg resultierte Der Umsatz mit Melasse verminderte sich bei rückläufigen Men-

vor allem aus tariflichen Lohnsteigerungen sowie höheren erfolgs-

gen und nur leicht höheren Preisen auf 45,1 Millionen Euro (mi-

abhängigen Zahlungen an die Konzernbelegschaft.

nus 4,2 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr). Bei den Futtermitteln (Pellets und Schnitzel) führten gesteigerte Absatzmengen

Die Abschreibungen (verrechnet mit Zuschreibungen) betrugen

bei nahezu konstantem Preisniveau zu einem Umsatzanstieg um

im Berichtsjahr 87,6 Millionen Euro gegenüber 105,4 Millionen

22,9 Millionen Euro auf 151,7 Millionen Euro.

Euro im Vorjahr. Im Vorjahr waren hier außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen der fuel 21 in Höhe von

Der Umsatz aus sonstigen Handelswaren (insbesondere Saatgut)

20,0 Millionen Euro enthalten.

bewegte sich mit 108,7 Millionen Euro leicht unter VorjahresniDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich leicht

veau (119,3 Millionen Euro).

von 214,2 Millionen Euro auf 219,2 Millionen Euro. Bei deutlich Die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen erhöhten

höherem Absatz stiegen vor allem die Transportkosten.

sich zum Ende des Geschäftsjahrs um 163,6 Millionen Euro (Vorjahr: 261,8 Millionen Euro). Diese im Vergleich zum Vorjahr um

Insgesamt erzielte Nordzucker 2012/13 ein operatives Ergebnis

98,2 Millionen Euro geringere Bestandserhöhung resultierte ins-

(EBIT) von 506,7 Millionen Euro nach 315,0 Millionen Euro im

besondere aus den deutlich höheren Verkäufen von Nicht-Quo-

Vorjahr. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)

tenzucker.

­belief sich auf 594,3 Millionen Euro (Vorjahr: 420,4 Millionen Euro).

Unter Berücksichtigung des gestiegenen Umsatzes, der Bestands­

Das Zinsergebnis lag bei minus 26,7 Millionen Euro, nach minus

erhöhung und der aktivierten Eigenleistungen ergab sich eine

34,7 Millionen Euro im Vorjahr. Hier ist zu beachten, dass im Be-

Gesamtleistung in Höhe von 2.607,3 Millionen Euro, die deutlich

richtsjahr versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 14,0

über dem Niveau des Vorjahres (2.281,6 Millionen Euro) lag.

Millionen Euro aus der Zinsentwicklung bei den Pensionsrückstel-

Konzernumsatz

Gesamtleistung Konzern

Millionen Euro

Millionen Euro

2.607

2.443 2.282 2.018 1.806

1.815

1.192

2008/09

1.718

1.699

2009/10

2010/11

1.086

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

2008/09

2011/12

2012/13


58

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

EBITDA Konzern

EBIT Konzern

Millionen Euro

Millionen Euro

594 507 420 315 283 165

2008/09

188

166

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

79

66

2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

lungen aufwandswirksam verbucht wurden. Ohne diesen Sonder-

Bei einem Ergebnis vor Steuern von 481,4 Millionen Euro (Vor-

effekt hätte das Zinsergebnis minus 12,7 Millionen Euro betragen.

jahr: 286,3 Millionen Euro) betrug der Steueraufwand 121,1 Millionen Euro (Vorjahr: 78,0 Millionen Euro). Daraus resultierte im

Die Verbesserung des Zinsergebnisses ohne den Sondereffekt

Berichtsjahr eine Konzernsteuerquote von 25,2 Prozent (Vorjahr:

ist im Wesentlichen eine Folge der weiteren Rückführung der

27,2 Prozent).

­Finanzverbindlichkeiten sowie der günstigen Konditionen des im letzten Geschäftsjahr neu abgeschlossenen Kreditvertrags.

Insgesamt erzielte Nordzucker einen Jahresüberschuss vor Fremdanteilen von 360,3 Millionen Euro nach 208,3 Millionen Euro im

In das Finanzergebnis gehen neben dem Zinsergebnis noch das

Vorjahr. Nach Abzug der Minderheitenanteile in Höhe von 9,3

Beteiligungsergebnis und das sonstige Finanzergebnis ein. Aus

Millionen Euro lag der Jahresüberschuss bei 351,0 Millionen Euro

diesen Positionen ergab sich ein Ergebnisbeitrag in Höhe von

(Vorjahr: 203,9 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss hat sich da-

1,4 Millionen Euro (Vorjahr: 5,9 Millionen Euro). Insgesamt be-

mit gegenüber dem Vorjahr um mehr als 70 Prozent erhöht.

trug das Finanzergebnis minus 25,3 Millionen Euro nach minus Vermögenslage

28,7 Millionen Euro im Vorjahr.

Die konsolidierte Bilanzsumme des Nordzucker Konzerns betrug zum Ende des Berichtsjahres 2.393,2 Millionen Euro und lag ­damit um 131,6 Millionen Euro über dem Vorjahreswert von 2.261,6 Millionen Euro. Die Vorräte nahmen durch die beiden guten letzJahresüberschuss Konzern

ten Kampagnen deutlich zu. Finanziert wurde dies durch einen

Millionen Euro

starken Anstieg des Eigenkapitals bei sehr guter E ­ rgebnislage; die Verschuldung konnte erneut zurückgeführt werden. 360

Die langfristigen Vermögenswerte bewegten sich mit 1.058,5 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau (1.079,2 Millionen Euro).

208

Die immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 165,3 Millionen Euro (Vorjahr: 174,1 Millionen Euro) beinhalten den Good-

91

will aus dem Erwerb von Nordic Sugar sowie aktivierte Zucker-

44

quoten und Software/Lizenzen. Das Sachanlagevermögen betrug 853,1 Millionen Euro (Vorjahr:

-10

861,1 Millionen Euro). Die Investitionen des Berichtsjahres lagen 2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

leicht unter dem Niveau der Abschreibungen.


Konzern-Lagebericht

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Die Finanzanlagen lagen mit 26,6 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Wesentliche Geschäftsvorfälle haben sich hier nicht ergeben. Die aktiven latenten Steuern lagen unter

Aktiva und Passiva 2012/13 im prozentualen Split zur Bilanzsumme Millionen Euro

Vorjahr (7,8 Millionen Euro; Vorjahr: 11,9 Millionen Euro). Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen 1.332,2 Millionen

2.393

Euro nach 1.180,5 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Entwicklung

2.393

44%

55%

ist auf den weiteren Aufbau von Vorräten zurückzuführen.

Millionen Euro erhöht. Aufgrund der guten Ernte der letzten beiden Kampagnen sowie der gestiegenen Herstellungskosten

14%

43%

Die Vorräte haben sich um 129,6 Millionen Euro auf 1.027,8

31%

13% Aktiva

Passiva

ist der Wert der Zuckerbestände im Vergleich zum Vorjahr wei­ ter angestiegen. Die kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte lagen mit 293,1 Millionen Euro leicht über Vorjahresniveau (274,9 Millionen Euro). Das Eigenkapital von Nordzucker stieg auf 1.316,0 Millionen

Langfristige Vermögenswerte

Eigenkapital

Vorräte

Langfristige Verbindlichkeiten

Übrige kurzfristige Vermögenswerte

Kurzfristige Verbindlichkeiten

­Euro nach 999,2 Millionen Euro im Vorjahr. Aufgrund des Jahres­ überschusses erhöhte sich das Eigenkapital um 360,3 Millionen

Insgesamt konnten die lang- und kurzfristigen Finanzverbind­

Euro, die Dividendenzahlungen von 51,3 Mio. Euro an Aktio­

lichkeiten auf einen Stand von 70,7 Millionen Euro (Vorjahr:

näre der Nordzucker AG und Minderheitsaktionäre wirkten ge­

256,3 Millionen Euro) zurückgeführt werden.

genläufig. Trotz der gestiegenen Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 44,2 Prozent im Vorjahr auf 55,0 Prozent.

Zum 28. Februar 2013 lag der Finanzmittelbestand bei 11,3 Milli­

Dieser Wert übertraf wiederum deutlich die konzernweite Ziel­

onen Euro nach 7,4 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nettoverschul-

marke von 30 Prozent.

dung (Finanzverbindlichkeiten abzüglich Finanzmittel) r­ eduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr damit deutlich um insgesamt 189,5

Die langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sanken

Millionen Euro auf einen Stand von 59,4 Millionen Euro.

auf 343,6 Millionen Euro (Vorjahr: 428,2 Millionen Euro). In die­ ser Summe enthalten sind langfristige Rückstellungen von 184,5 Millionen Euro (Vorjahr: 158,1 Millionen Euro), die im Wesent­ lichen Pensionsverpflichtungen betreffen.

Nettoverschuldung des Konzerns Millionen Euro

Die langfristigen Verbindlichkeiten umfassen überwiegend Finanz­ verbindlichkeiten und passive latente Steuern. Die Finanzverbindlich­ keiten sind im Vergleich zum Vorjahr um 83,9 Millionen Euro auf 4,6 Millionen Euro zurückgegangen. Die passiven latenten Steuern -59

betrugen 136,2 Millionen Euro, nach einem Vorjahreswert in Höhe von 153,9 Millionen Euro. -295

-314

-249

Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten vermin­ derten sich auf 733,6 Millionen Euro (Vorjahr: 834,2 Millionen

-664

Euro). Dies ist vor allem eine Folge der Rückführung der kurzfris­ tigen Finanzverbindlichkeiten um 101,8 Millionen Euro auf 66,1 Millionen Euro.

2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

59


60

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Millionen Euro

Millionen Euro

328

313

74

313 67

62

222

64 56

167

2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

2008/09

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

Finanzlage

­kurzfristigen Krediten (minus 185,9 Millionen Euro) sowie aus

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit 313,3 Mil-

Dividendenausschüttungen (minus 51,3 Millionen Euro).

lionen Euro über dem Wert des Vorjahres (221,8 Millionen Euro). Hier hat sich insbesondere das Ergebnis des Berichtsjahres posi-

Zum 28. Februar 2013 betrug der Finanzmittelbestand 11,3 Mil-

tiv ausgewirkt. Diese Entwicklung wurde jedoch zu einem Teil

lionen Euro (Vorjahr: 7,4 Millionen Euro).

durch gegenläufige Effekte im Working Capital kompensiert. Investitionen Der Cashflow aus Investitionstätigkeit verbesserte sich von minus

Nordzucker investierte 74,1 Millionen Euro in Sachanlagen und

129,6 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 72,2 Millionen Euro.

immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr: 64,0 Millionen Euro).

Dies ist vor allem eine Folge der im Vorjahr als Finanzinvestition

Wesentliche Investitionen betrafen den ersten Bauabschnitt des

erfassten Zahlung der letzten Kaufpreisrate für Nordic Sugar in

Verdampfungstrockners in Nakskov, den zweiten Bauabschnitt

Höhe von 73,7 Millionen Euro. Die Investitionen in immaterielle

des zweiten Verdampfungstrockners in Uelzen, die Errichtung

Anlagen und Sachanlagen lagen mit 74,1 Millionen Euro über

eines Zuckersilos in Kėdainiai sowie die Verbesserung der Ab-

Vorjahresniveau (64,0 Millionen Euro).

wasserreinigungsanlagen in Klein Wanzleben, Opalenica und Kėdainiai. Wie in den vergangenen Jahren lagen die Schwer-

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von minus

punkte der Investitionen auf Effizienzsteigerung vor allem durch

237,2 Millionen Euro resultierte aus Ein-/Auszahlungen von

Energieeinsparungsmaßnahmen sowie auf der Erfüllung behördlicher Auflagen und der Vornahme von Ersatzinvestitionen. Aufgaben und Ziele des Finanzmanagements Die wesentlichen Aufgaben des Nordzucker-Finanzmanagements

Dividendensumme Nordzucker AG

bestehen in der konzernweiten Lenkung und Kontrolle der Finanz-

Millionen Euro

flüsse auf Basis klar definierter Zielkriterien. Wichtigstes Ziel ist 87

die Erhaltung der Liquidität. Daneben stehen die Optimierung des Netto-Zinsaufwands und das Management von Zins- und Währungsrisiken im Mittelpunkt. Zu den Aufgaben des Finanzmanagements gehört weiterhin die

48

Festlegung und Umsetzung von Finanzierungsstrategien. Darüber hinaus hält es einen engen Kontakt mit den Banken.

22 11

Covenants

0 2008/09

2009/10

Zwischen dem Bankenkonsortium und der Nordzucker AG wur2010/11

2011/12

2012/13

den im Rahmen des im Juni 2011 abgeschlossenen Konsortial-


Konzern-Lagebericht

61

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage | Mitarbeiter | Chancen und Risiken

vertrags sogenannte „Financial Covenants“ vereinbart. Hierbei

eingeführt. Dadurch wird sichergestellt, dass in regelmäßigen

handelt es sich um Finanzkennzahlen, für die bestimmte Werte

Abständen die geschäftsbedrohenden Risiken des Unterneh-

während der gesamten Laufzeit des Kredits einzuhalten sind.

mens identifiziert und bewertet werden. Für jedes identifizierte Risiko werden individuelle Maßnahmen zur Risikovermeidung,

Die Covenants sind wesentlicher Bestandteil des Kreditvertrags.

Risikobegrenzung oder Risikoabwälzung festgelegt. Das Risiko-

Banken nutzen diese als Instrument der Risikofrüherkennung

management prüft fortlaufend den Fortschritt bei der Umset-

und -vermeidung, indem sie aus den berechneten Kennzahlen

zung der festgelegten Maßnahmen und überarbeitet diese, falls

Rückschlüsse auf die finanzwirtschaftliche Lage des Unterneh-

notwendig.

mens ziehen. Sie sind für den Gesamtkonzern und nicht allein für die Nordzucker AG definiert worden.

Alle operativen und strategischen Entscheidungen erfolgen stets auch unter Risikogesichtspunkten. So wird zum Beispiel für die

Die Einhaltung der Finanzkennzahlen aus dem Konsortial-Kredit-

Unternehmensplanung in alternativen Szenarien untersucht, wie

vertrag ist durch die Nordzucker AG zu bestimmten Terminen

sich verschiedene Marktsituationen auf den Geschäftsverlauf aus­

im Berichtsjahr zu prüfen. Im Berichtsjahr wurden alle Finanzkenn-

wirken können. Durch Beschreibung von Chancen und Risiken

zahlen zu allen Testterminen eingehalten. Auf Basis der vorliegen­

werden alternative Entwicklungen verdeutlicht und die Diskussion

den konzernweiten Unternehmensplanung geht der Nordzucker-

über notwendige Maßnahmen vorangetrieben. Im Jahresverlauf

Vorstand davon aus, dass auch zukünftig die vereinbarten Werte

informiert das konzernweite Berichts- und Controllingsystem

eingehalten werden.

kontinuierlich alle verantwortlichen Entscheidungsträger zum tatsächlichen Geschäftsverlauf.

Dividende Im Berichtsjahr wird der Hauptversammlung der Nordzucker AG

Einige der identifizierten Risiken werden auf Risikoträger wie

eine Ausschüttung von 1,80 Euro je Aktie auf das Grundkapital

beispielsweise Versicherungen abgewälzt. Der Umfang und die

vorgeschlagen. Dies entspricht einer Dividendensumme von

Höhe des Versicherungsschutzes werden regelmäßig überprüft

86,9 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden insgesamt 48,3 Millio-

und situationsbedingt angepasst.

nen Euro (1,00 Euro je Aktie) ausgeschüttet. Konzernrevision Durch diese wiederum im Vergleich zum Vorjahr deutlich hö-

Die Konzernrevision prüft und bewertet die Wirksamkeit, Wirt-

here Dividende werden die Aktionäre an der erfreulichen Ent-

schaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsprozesse,

wicklung des Unternehmens beteiligt. Gleichzeitig verbleibt ein

der Organisation sowie des Risikomanagements und der Inter-

erheblicher Teil des Ergebnisses im Unternehmen zur Finanzierung zukünftigen profitablen Wachstums.

Mitarbeiter

Anzahl Mitarbeiter Nordzucker Konzern im Jahresdurchschnitt nach Regionen

Die Anzahl der Mitarbeiter im Nordzucker Konzern bewegte sich im Jahresdurchschnitt auf dem Niveau des Vorjahres (3.290 Mitarbeiter; Vorjahr: 3.280). Davon waren 1.242 in Zentraleuro-

2012/13

1.242

544

1.504

3.290

2011/12

1.211

548

1.521

3.280

2010/11

1.357

Chancen und Risiken

2009/10

1.350

1.302

Risikomanagement

2008/09

1.360

1.484

pa, 544 in Osteuropa und 1.504 in Nordeuropa (einschließlich Irland) beschäftigt.

563

1.588

3.508 1.694

4.346

2.844

Unternehmerisches Handeln als Wahrnehmen von Chancen bringt mit sich, dass sich Unternehmen Risiken aussetzen. Um diese Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben, hat Nordzucker ein unternehmensweites integriertes System zur Identifikation und Steuerung von Risiken

Zentraleuropa

Osteuropa

Nordeuropa


62

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

nen Kontrollsysteme (IKS). Nach Abschluss der einzelnen Prü-

des Zuckerrübenanbaus im Vergleich zu den Alternativkulturen

fungen wird die Umsetzung der vereinbarten Empfehlungen

und wird zudem alle Möglichkeiten der Steigerung der Produk-

und Maßnahmen systematisch überwacht. Neben Untersu-

tivität und Effizienz im Unternehmen nutzen.

chungen auf Basis einer jährlichen risikoorientierten Planung führt die Konzernrevision auch Ad-hoc-Prüfungen durch.

WTO-Verhandlungen Die WTO-Verhandlungen im Rahmen der Doha-Runde haben im

Die Konzernrevision ist organisatorisch direkt dem Vorstands-

abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin keine Fortschritte gemacht.

vorsitzenden unterstellt und berichtet regelmäßig an den Ge-

Die nächste Verhandlungsrunde wird im Dezember 2013 auf Bali

samtvorstand und an den Prüfungs- und Finanzausschuss des

stattfinden. Bei dieser Konferenz werden die WTO-Mitglieder

Aufsichtsrats.

­versuchen, im Agrarbereich Entscheidungen auf den Gebieten

Politische und rechtliche Risiken

tieller Importquoten“ und „Ernährungssicherung/öffentliche

Zuckermarktordnung

­Lagerhaltung von Agrargütern“ zu erreichen.

­„Exportwettbewerb/Exportstützungen“, „Verwaltung präferen­

Die Zuckermarktordnung bildet nach derzeitiger Rechtslage bis zum Ende des Zuckerwirtschaftsjahres 2014/15 am 30. September

Möglicherweise wird es auch eine Entscheidung zur Verringerung

2015 den Handlungsrahmen für die Zuckerindustrie in der EU. Die

der Einfuhrzölle im Agrarsektor geben. Für Zuckereinfuhren der EU

EU-Kommission hat im Rahmen der Vorschläge zur Reform der

könnte dies über einen Zeitraum von sieben Jahren zu einer deut-

­Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) empfohlen, die Quotenregelung

lichen Senkung der Importzölle führen.

für Zucker zum 30. September 2015 auslaufen zu lassen. Damit würde neben der Quotenregelung auch der Rübenmindestpreis

Freihandelsabkommen der EU

entfallen. Außerdem würde das WTO-Exportlimit in Höhe von der-

Freihandelsabkommen gewinnen für die Europäische Union

zeit 1,37 Millionen Tonnen aufgehoben. Die Kommission schlägt

­immer mehr an Bedeutung. Mit neun Staaten, darunter die

vor, die Sonderregelung in Form nationaler Beihilfen, die Finnland

­Ukraine, Singapur, Kolumbien und Länder Zentralamerikas, sind

seinen Rübenanbauern gewährt (350 Euro je Hektar), beizubehalten.

Abkommen bereits abgeschlossen, wenn auch noch nicht inkraft­ getreten. Mit weiteren 20 Staaten laufen Verhandlungen. In

Ende Januar 2013 hat sich der Agrarausschuss des Europäischen

­dieser Gruppe sind Zuckerexporteure wie Brasilien gemeinsam

Parlaments für eine Verlängerung der Zuckermarktordnung bis

mit den anderen Mercosur-Staaten, USA, Kanada sowie Indien,

zum Ende des Zuckerwirtschaftsjahres 2019/20 am 30. September

Malaysia, Thailand und Vietnam, ebenso die Golf-Staaten. Bei

2020 ausgesprochen. Das Plenum des EU-Parlaments hat sich

bereits bestehenden Handelsabkommen, etwa mit den Mittel-

dieser Forderung Mitte März 2013 angeschlossen. Wir verweisen

meerländern oder der Republik Südafrika, geht es um weiterge-

zu weiteren Erläuterungen auf unseren Nachtragsbericht.

hende Regelungen.

Nordzucker unterstützt die Forderung der nationalen und euro-

Bereits vereinbart wurde, dass Kolumbien, Peru und die Staaten

päischen Verbände der Zuckerwirtschaft, die Zuckermarktord-

Zentralamerikas bis zu 246.000 Tonnen (mit jährlichen Steige-

nung bis mindestens 2020 zu verlängern. Die Sicherung der

rungen) zollfrei in die EU exportieren können. Die Verhand-

Versorgung des EU-Markts lässt sich durch eine Produktionsquote

lungen mit den Mercosur-Ländern der südamerikanischen Wirt-

gewährleisten. Quotenregelung und Rübenmindestpreis ver-

schaftszone stocken derzeit. Insbesondere Brasilien als einer der

schaffen dem Rübenanbau zudem eine hinreichende Planungs­

größten Zuckerexporteure drängt auf eine Importquote für

sicherheit.

­Zucker und Ethanol.

Ein Wegfall der EU-Zuckermarktordnung könnte erhebliche Aus-

In Anbetracht der derzeitigen Vielzahl von Verhandlungen über

wirkungen auf den EU-Zuckermarkt haben. Da gleichzeitig mit

Freihandelsabkommen wird deutlich, dass Importquoten und

den Quoten für Zucker auch die Quoten für Isoglukose wegfallen

Zollpräferenzen künftig zunehmend von Interesse für den euro-

würden, könnte dies zu einem Verdrängungswettbewerb mit

päischen Zuckermarkt sein werden.

Zucker führen. Wie genau diese Effekte auf die Marktversorgung und die Wettbewerbsstruktur im EU-Markt wirken werden, ist

Mehrkosten für CO2-Zertifikate

aus heutiger Sicht nur schwer abzuschätzen.

Als Unternehmen, das durch eine eigene Strom- und Wärmeerzeugung Kohlendioxid (CO2) emittiert, benötigt Nordzucker entspre-

Um sich bestmöglich auf eine mögliche Veränderung der Rah-

chende Zertifikate. Die Zertifikate erhält das Unternehmen zum Teil

menbedingungen vorzubereiten, arbeitet Nordzucker weiter

kostenfrei zugeteilt, zum Teil hat Nordzucker diese im CO2-Zertifi-

kontinuierlich an der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

kate-Handel gekauft.


Konzern-Lagebericht

63

Chancen und Risiken

2013 beginnt die dritte Handelsperiode des seit dem Jahr 2005

schäftsjahrs sind die Weltmarktpreise wieder gesunken. Bei

in der EU bestehenden CO2-Emissionshandels. Für die Stromer-

niedrigeren Weltmarktpreisen ist der Anreiz für AKP- und LDC-

zeugung müssen die benötigten Zertifikate für alle dem Emissi-

Staaten, ihren Zucker in die EU zu exportieren, wieder gestie-

onshandel unterliegenden Unternehmen vollständig durch Auk­

gen, und die Importe haben zugenommen. Dadurch könnten

tionen erworben werden. Zertifikate für die Wärmeerzeugung

zukünftig die Marktpreise in der EU unter Druck geraten. Dies

auf Basis von Erdgas erhält Nordzucker bis 2015 kostenlos, da die

kann die Rentabilität von Nordzucker erheblich belasten.

­gesamte Branche von der EU-Kommission in die Carbon LeakageListe aufgenommen wurde. Bei den in dieser Liste aufgeführten

Zucker als Nahrungsmittel wurde wiederholt als ungesund oder

Industrien wird angenommen, dass es durch die zusätzlichen

gar krankmachend dargestellt. Einzelne Wissenschaftler gehen

­Kosten für CO2-Zertifikate zu einer Verlagerung der Produktion

davon aus, dass die zunehmende Zahl einiger Krankheiten mit

ins Nicht-EU-Ausland kommen könnte.

dem steigenden Konsum von Zucker in Verbindung zu bringen ist. Im Dezember 2012 stellte die Deutsche Gesellschaft für Er-

Es ist davon auszugehen, dass der Emissionshandel zukünftig zu stei-

nährung (DGE) in ihrem zwölften Ernährungsbericht fest, dass

genden finanziellen Belastungen des Unternehmens führen wird.

der Zuckerabsatz in Deutschland seit Jahren konstant bei rund

Denn ab 2013 unterliegen auch die Trocknungsanlagen und weitere

34 Kilogramm pro Kopf und Jahr liegt. Ein veränderter Lebensstil

Anlagen, die bisher noch nicht berücksichtigt waren, dem Emissions-

mit weniger Bewegung führt demnach zu Übergewicht und

handel. Die Carbon-Leakage-Liste wird 2015 überarbeitet werden.

Adipositas. Mediale und öffentliche Diskussionen können Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten der Verbraucher haben

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Investitionstätigkeit umfasst vor

und auf diese Weise die Nachfrage nach Zucker beeinflussen.

diesem Hintergrund Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, zum Beispiel durch die Installation moderner Verdamp-

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker hat eine Informations-

fungstrockner, die bei geringerem Energieeinsatz für die Schnitzel-

kampagne gestartet, die die Zusammenhänge zwischen Zucker

trocknung gleichzeitig den CO2-Ausstoß mindern. Darüber hinaus

und Gesundheit objektiv darstellt, um der negativen medialen

beobachtet Nordzucker den Zertifikatemarkt, um sich frühzeitig mit

Berichterstattung sowie der negativen Wahrnehmung in der

den benötigten Zertifikaten einzudecken.

­Öffentlichkeit entgegenzutreten. Die Nordzucker AG unterstützt diese Bemühungen ausdrücklich.

Rechtliche Risiken Wie bereits in den Vorjahren berichtet, führen Wettbewerbsbe-

Rohstoffsicherung

hörden Untersuchungen wegen möglicher Kartellrechtsverstöße

Der Rübenanbau steht beim Landwirt in Konkurrenz zum Anbau

in der Zuckerindustrie durch. Grundsätzlich können sich für die

anderer Ackerkulturen. Die Entscheidung, ob Zuckerrüben oder

Unternehmen der Zuckerindustrie bei Kartellverstößen Risiken in

andere Feldfrüchte angebaut werden, hängt stark von der rela-

Form von Bußgeldzahlungen oder Schadensersatzansprüchen

tiven Preisentwicklung der verschiedenen Kulturen sowie vom

Dritter ergeben. Nordzucker geht jedoch weiterhin davon aus,

regional erzielbaren Ertragsniveau ab. Eine hohe Attraktivität an-

dass von den Verfahren keine nachteiligen Wirkungen auf das

derer Feldfrüchte führt auch zu steigendem Kostendruck beim

Unternehmen zu erwarten sind.

Rübeneinkauf.

Nordzucker unterliegt des Weiteren verschiedenen gesetzlichen

Zur Sicherung der Rohstoffmengen schließt Nordzucker stets

Regulierungsvorschriften, aus denen sich Haftungsrisiken erge-

frühzeitig Lieferverträge mit den Rübenanbauern ab. Einen Teil

ben können. Dazu gehören insbesondere die Zuckermarktord-

der Industrierüben beschafft das Unternehmen durch Einjahres-

nung in Verbindung mit den dazugehörigen Vorschriften des

verträge, einen Teil durch Mehrjahresverträge. Alle Verträge

Zoll- und Lizenzrechts sowie das Lebensmittel- und Futtermittel-

bieten im Vergleich zu den alternativen Feldfrüchten attraktive

recht. Weitere Risiken können auch aus steuerrechtlichen Vor-

Konditionen.

schriften der verschiedenen Länder, in denen Nordzucker tätig ist, resultieren.

Bei den bestehenden mehrjährigen Industrierübenverträgen hat das Unternehmen Verträge mit unterschiedlichen Preismodellen

Marktrisiken

abgeschlossen. In Deutschland konnten die Anbauer zwischen

Zucker

festen Rübenpreisen oder einer Koppelung des Industrierüben-

Seit der Reform der Zuckermarktordnung 2006 haben Schwan-

preises an die Kursentwicklung von Weizen und Raps wählen.

kungen des Weltmarktpreises erheblichen Einfluss auf die Markt-

In allen Konzernregionen bestehen ähnliche Möglichkeiten der

verhältnisse in der EU. Die EU ist zur Versorgung auf Importe

Vertragsgestaltung, indem die Rübenpreise beispielsweise mit

vom Weltmarkt angewiesen. Im Laufe des vergangenen Ge-

dem Weizenpreis, dem Zuckerpreis oder dem lokalen Unterneh-


64

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

menserfolg gekoppelt sind. Auf diese Art wird die Wettbewerbs­

wird das Unternehmen durch die Qualifizierung europäischer

fähigkeit der jeweils gezahlten Rübenpreise sichergestellt.

Wettbewerber bei ausgewählten Produkten und die Standardisierung bei Instandhaltung und Verpackungen zusätzliche Ein-

Ein weiteres wesentliches Element der Rohstoffsicherung für die

sparungen erzielen.

nächsten Jahre ist das Ertragssteigerungsprogramm 20 ·20 ·20. Nordzucker hat sich das konzernweite Ziel gesetzt, mit 20

Betriebsrisiken

­Prozent der Anbauer im Jahr 2020 einen Zuckerertrag von 20

Längere Kampagnen

Tonnen je Hektar zu erzielen. Dieses Programm ist gerade bei

Zur Steigerung der Produktivität wurde die Kampagnedauer in

volatilen Agrarmärkten von großer Bedeutung, um die relative

den Werken schrittweise erhöht. So dauert eine Kampagne heu-

Vorzüglichkeit des Zuckerrübenanbaus gegenüber anderen

te im Schnitt mehr als 120 Tage. Das bedeutet, dass die Produk-

Feldfrüchten zu sichern. Zur Erreichung dieses Ziels arbeitet

tionsphase in der Regel bis in den Januar hineingeht. Die län-

Nordzucker intensiv mit Anbauern, Anbauerverbänden und an-

geren Kampagnen bergen zwei Risiken. Zum einen können

deren Unternehmen in der Wertschöpfungskette zusammen.

durch einsetzendes Winterwetter die Rübenernte, Rübenlogistik und die Verarbeitung erheblich erschwert werden, zum anderen

Energiepreise

werden mit längeren Kampagnen Produktionsausfälle wahr-

Die angespannte Lage auf den Rohstoffmärkten hat Nordzucker

scheinlicher.

auch im zurückliegenden Jahr vor Herausforderungen gestellt. Rohöl und dessen Folgeprodukte sind in Verbindung mit der

Nordzucker hat daher sowohl auf dem Feld als auch in der F­ abrik

Währungskursentwicklung auf historische Höchststände gestie-

umfassende Maßnahmen ergriffen, um diese Risiken zu minimie-

gen. Politische Konflikte im Nahen Osten und konjunkturelle

ren. Dazu gehört beispielsweise die Abdeckung der ­Rübenmieten

Schwankungen können einen erheblichen Einfluss auf die Ener-

mit einem Schutzvlies, um die Rüben vor Frost zu schützen.

giepreise haben. In der Produktion helfen neue Verfahren, auch mit dem Wechsel Um die Auswirkungen von Energiepreisschwankungen zu redu-

extremer Wetterlagen sowie angetauten oder alterierten Rüben

zieren, investiert Nordzucker gezielt in Maßnahmen zur Reduk­

besser umzugehen. Dazu gehört beispielsweise die Optimierung

tion des Energieverbrauchs. Beispiele sind neue Verdampfungs-

der Saftreinigung, ein wichtiger Schlüssel zur Verarbeitung auch

trockner in Uelzen und Nakskov. Darüber hinaus mindert der

frostgeschädigter Rüben.

Einkauf durch gezielte Sicherungsmaßnahmen die Auswirkungen möglicher Preisschwankungen.

Mit längerer Kampagnedauer steigt das Risiko von Produktionsausfällen. In einigen Regionen ist es möglich, die Rübenströme

Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten und

an alternative Standorte umzulenken, was jedoch auch zu län-

Preiserhöhungen im Einkauf

geren Kampagnen an diesen Standorten und einem erheblichen

Die Reduzierung der Zuckerproduktionskapazitäten im Zuge der

logistischen Mehraufwand führt. Um das Risiko von Produktions-

ZMO-Reform 2006 führte auf der Lieferantenseite zu einem Kon-

ausfällen zu vermindern, ist die risikoorientierte Instandhaltung

zentrationsprozess. Bei Anbietern für die Zuckerindustrie zuge-

eingeführt worden. In der Phase zwischen zwei Kampagnen

schnittener Aggregate ergibt sich dadurch häufig eine Monopol-

werden alle wesentlichen Maschinen der Fabrik intensiv über-

situation mit entsprechend hohem Preisniveau.

prüft, gegebenenfalls instandgesetzt und falls notwendig ausgetauscht. Zur weiteren Absicherung hat Nordzucker eine Produk-

Vor diesem Hintergrund wurde ein globales Einkaufsmarketing

tionsausfallversicherung abgeschlossen.

zur Identifizierung möglicher Alternativanbieter gestartet. Zudem werden Maschinen- und Anlagenbauer für Anlagen der Zucker-

Umwelt

technologie interessiert und gewonnen.

Die Produktion von Zucker hat Auswirkungen auf die Umwelt. Dazu gehören Emissionen, Abfälle, Abwasser und Gerüche.

Die Standardisierung angewendeter Technologien führt zudem

­Risiken ergeben sich hinsichtlich des möglichen Überschreitens

häufig zu Abhängigkeiten von Lieferanten. Nordzucker setzt

von Grenzwerten.

­daher auf langfristige Partnerschaften und die Abschlüsse langjähriger Vertragsverhältnisse.

Die Nordzucker-Werke sind nach den jeweils gültigen nationalen und internationalen Rechtsvorschriften und Standards geprüft.

Bei der Beschaffung von Komponenten hat Nordzucker Preis­

Dazu gehören die Zertifizierungen nach dem Umweltmanage-

erhöhungen über langjährige Rahmenverträge weitestgehend

mentsystem DIN EN ISO 14001 und der EU-Umweltbetriebs­

ausschließen können. Im Rahmen des Programms „Profitabilität plus“

prüfungs-Verordnung (EG) 1221/2009 (EMAS II).


Konzern-Lagebericht

65

Chancen und Risiken

Nordzucker hat zudem umfassende Maßnahmen vorgenommen,

Forderungsausfälle

um Geruchsbelastungen für die Anwohner – insbesondere aus

Forderungen gegenüber Kunden oder anderen Vertragsparteien

der Wasseraufbereitung – weiter zu reduzieren.

können ausfallen. Dieses Risiko verschärft sich in konjunkturellen Krisen oder auch aufgrund von starken Schwankungen von Roh-

Produktsicherheit

stoffpreisen, die die Kunden belasten.

Als Lebensmittelproduzent trägt Nordzucker Verantwortung für die Qualität und Sicherheit der angebotenen Produkte.

Um diese Risiken zu begrenzen, prüft Nordzucker vor Vertrags­ abschluss die Bonität der Kunden und schließt in der Regel eine

Um diesen Risiken umfassend zu begegnen, werden regelmäßig

Forderungsversicherung ab. Der Vertrieb ist laufend in engem

Prüfungen und Zertifizierungen zu Produktsicherheit durchge-

Kontakt mit den Kunden; durch aktives Forderungsmanagement

führt. So entsprechen alle Standorte der DIN EN ISO 9001 und

werden Forderungsausfälle begrenzt.

den Produktsicherheitsstandards der DIN EN ISO 22000 in Verbindung mit dem PAS 220 (FSSC 22000).

Währungs-, Rohstoff- und Zinsrisiken Aus der steigenden Volatilität von Zinssätzen und Währungskursen

Bedingt durch unterschiedliche lokale Anforderungen sind eini-

sowie aus schwankenden Rohstoffpreisen entstehen operative

ge Standorte zudem gemäß den nachfolgenden Standards und

­Risiken, die im Konzern zentral durch die Treasury-Abteilung zu-

Normen zertifiziert: Arbeitsschutz-Managementsystem OHSAS

sammengeführt und nach den Vorgaben des Risikomanagements

18001, Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001, deutsche

gedeckt werden.

Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV – die Umsetzung der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nut-

Um diese Risiken zu begrenzen, werden sie bereits vor Abschluss

zung von Energie aus erneuerbaren Quellen), IFS-Standard (In-

von Verträgen umfassend analysiert. Des Weiteren werden gän-

ternational Food Standard des Lebensmittelhandels) sowie der

gige Finanzinstrumente von Banken und Börsen eingesetzt. Für

Standard GMP B2 für die Qualitätslenkung bei Futtermittel-Aus-

die Sicherung der offenen Risiko-Positionen des Konzerns werden

gangserzeugnissen. Ökologische Produkte werden entspre-

dazu Finanzderivate wie Termingeschäfte, Swaps und Futures

chend der gültigen Gesetzgebung erzeugt und geprüft.

­abgeschlossen.

Alle die Produktsicherheit betreffenden Prozessen werden im

Der Nordzucker Konzern unterliegt hierbei in üblichem Rahmen

Rahmen der genannten Zertifizierung regelmäßig überprüft und

einem Kontrahentenrisiko im Sinne einer möglichen Nicht-Erfül-

gegebenenfalls angepasst.

lung vertraglicher Verpflichtungen durch einen Vertragspartner. Zur Minimierung dieses Vertragspartnerrisikos werden Finanz­

IT-Risiken

derivate nur mit erstklassigen internationalen Finanzinstituten

Durch den umfassenden Einsatz von IT-Systemen bestehen Risiken

­abgeschlossen, deren wirtschaftliche Entwicklung regelmäßig

durch unbefugten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten ­sowie

unter anderem durch die Analyse der Finanzratings internationa-

die mangelnde Verfügbarkeit der Systeme infolge von Betriebs-

ler Rating-Agenturen begleitet wird. Der risikobehafteten Abhän-

störungen und Katastrophen.

gigkeit von einer Vertragspartei wird darüber hinaus durch eine Verteilung des Geschäftsvolumens über mehrere Anbieter vor­

Dem Risiko eines unbefugten Zugriffs auf Unternehmensdaten

gebeugt.

begegnet Nordzucker durch den Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen. Die IT-Sicherheit wird zusätzlich durch die

Alle sich im Einsatz befindlichen Finanzderivate dienen aus-

definierte und restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen

schließlich der Sicherung operativer Grundgeschäfte aus Vertrieb

auf Systeme und Informationen sowie durch die Erstellung von

und Einkauf sowie ergänzend den betriebsnotwendigen Finanz-

Datensicherungen erhöht. Dazu werden im Rahmen unterneh-

transaktionen.

mensweit gültiger Standards die am Markt bewährten technischen Mittel eingesetzt. Mit einer redundanten Auslegung der IT-Infra-

Für die bei börsengelisteten Derivaten vorgeschriebenen Deckungs-

strukturen sichert sich Nordzucker gegen Risiken ab, die im Stö-

beträge auf verpfändeten Sonderkonten werden als Anbieter eben-

rungs- oder Katastrophenfall entstehen.

falls nur erstklassige internationale Finanzinstitute ausgewählt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zum 28. Februar 2013 bestanden im Nordzucker Konzern Wäh-

Finanzwirtschaftliche Risiken betreffen Forderungsausfälle, Wäh-

rungsderivate mit einem nominalen Nettovolumen von 49,9

rungs-, Rohstoff- und Zinsrisiken sowie das Liquiditätsrisiko. Ferner

­Millionen Euro. Bei Derivaten zur Absicherung von Preisschwan­

können sich Risikopositionen aus der Anlagestrategie und der

kungen in Rohstoffpreisen bestanden zum Geschäftsjahresende

Verfügbarkeit von Kreditfinanzierungen ergeben.

Sicherungsgeschäfte mit einem nominalen Nettovolumen von


66

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

1,5 Millionen Euro. Diese bestehenden Sicherungsgeschäfte

­Linien jederzeit und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt wer-

­haben in der Regel eine Laufzeit von unter einem Jahr und bilden

den. Eine unmittelbare Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern

das Laufzeitprofil des Grundgeschäfts ab.

besteht nicht.

Liquiditätsrisiko

Anlagepolitik

Aufgrund des saisonalen Geschäftsverlaufs kommt es im Laufe

Fehlerhafte Anlagestrategien können zum Verlust finanzieller Ver-

eines Geschäftsjahrs zu großen Schwankungen im Kapitalbedarf

mögenswerte führen. Nordzucker verfolgt hinsichtlich der Investi-

des Nordzucker Konzerns. Der Umfang der Ernte und die Preis-

tionen des Finanzmittelbestands eine konservative Anlagepolitik

entwicklung auf den Märkten haben einen erheblichen Einfluss

Die Anlage von freier Konzernliquidität erfolgt nur bei erstklassigen

auf den Mittelbedarf des Unternehmens.

europäischen Finanzinstituten in Geldmarktprodukten unter Beachtung der Regeln länderspezifischer Sicherungseinrichtungen

Wenn das Unternehmen nicht über ausreichend Liquidität ver-

und der Bonität der Vertragspartner.

fügt, kann hieraus eine existenzbedrohende Situation entstehen – entweder wegen des Ausfalls von angelegten Mitteln oder

Mögliche Ausfallrisiken werden ergänzend durch die Aufteilung

­wegen mangelnder Verfügbarkeit von Kreditmitteln.

der Anlage freier Konzernliquidität auf verschiedene Vertragsparteien sichergestellt.

Daher erfolgen regelmäßig Prognosen auf Basis eines standardisierten Vorschauprozesses, die die kurz- und mittelfristige Liqui­ ditätsentwicklung von Tochtergesellschaften und des gesamten Konzerns umfassen. Auf Basis dieser Prognosen werden dann ­Finanzierungsstrategien erarbeitet und umgesetzt

Nachtragsbericht Reform der EU-Agrarpolitik Im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Euro-

Verfügbarkeit von Kreditfinanzierung

päischen Union (GAP) wird auch über den Fortbestand der

Trotz der weiter schwelenden ökonomischen Krise in der EU sowie

­Zuckermarktordnung (ZMO) diskutiert. Die Europäische Kommission

der sich verändernden Rahmenbedingungen an den Kreditmärk-

hat vorgeschlagen, die Zuckermarktordnung über das Ende des

ten als Folge der zunehmenden Bankenregulierung sind keine

­jetzigen Geltungszeitraums bis zum 30. September 2015 hinaus

­negativen Einflüsse auf die Liquiditätsversorgung des Nordzucker

nicht mehr zu verlängern. Das EU-Parlament hat sich für eine Ver-

Konzerns festzustellen. Einen wesentlichen Faktor stellt dabei die

längerung bis 2020, der Agrarministerrat bis 2017 für die Verhand-

sich weiter verbessernde Bonität des Konzerns dar.

lungen der drei europäischen Institutionen („Trilog“) positioniert.

Bis 2016 ist die Hauptfinanzierungsquelle ein syndizierter Kredit,

Neben der Frage nach einer Laufzeit der Zuckermarktordnung ab

den das Unternehmen 2011 von 14 Kreditinstituten zur Verfü-

Oktober 2015 werden eine Neuausgabe von Zuckerquoten an

gung gestellt bekam. Dieser mittelfristige Konsortialkredit zur

Mitgliedsstaaten, die nach der Reform 2006 die Quote zurück­

­Finanzierung des operativen Geschäftsvolumens deckt nach Ein-

gegeben hatten, und weitere Vorteile für traditionelle Raffinations-

schätzung des Managements zusammen mit den vorhandenen

betriebe diskutiert.

­liquiden Mittel den Kapitalbedarf des Unternehmens. Durch den Bestand an liquiden Mitteln und ungenutzte Banklinien kann Nordzucker aus derzeitiger Sicht jederzeit den Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Für die Sicherung der Finanzierung eines

Prognosebericht

soliden Wachstums sind nach aktueller Einschätzung ebenfalls aus-

Das Geschäftsjahr 2012/13 war das bisher beste Jahr in der Ge-

reichende Mittel vorhanden. Das Unternehmen geht auf Grund­

schichte der Nordzucker AG. Im Vergleich zum Vorjahr sorgten

lage der vorliegenden konzernweiten Unternehmensplanung

ein stabiles Preisniveau und ein höherer Absatz von Nicht-Quo-

­davon aus, dass in den Folgejahren die Bedingungen des Kredit-

tenzucker für eine erhebliche Umsatz- und Ergebnissteigerung.

vertrags eingehalten werden.

Zudem haben sich die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung weiter ausgezahlt. Die europäische Wirtschafts- und Finanzkrise und die

Auch die für den laufenden Geschäftsbetrieb notwendigen Garan-

zuletzt rückläufigen Zuckerpreise auf dem Weltmarkt haben den

tien können über den Konsortialkredit wie auch über bilaterale

guten Geschäftsverlauf 2012/13 nicht mehr beeinträchtigt.


Konzern-Lagebericht

Chancen und Risiken | Nachtragsbericht | Prognosebericht

Im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 erwarten wir, dass die Welt-

für die Folgejahre erschwert. Es ist aber davon auszugehen, dass

marktpreise aufgrund des anhaltenden Aufbaus von Lagerbestän-

sich das Ergebnis 2014/15 und auch in den Folgejahren auf einem

den und einer insgesamt über dem Verbrauch liegenden Welt­

geringeren Niveau im Vergleich zu 2012/13 einpendeln wird.

zuckerproduktion auf dem gegenwärtig deutlich niedrigeren Niveau verharren werden. Dies wird sich im Verlauf des Geschäftsjahrs

Deshalb gilt es unverändert, die Effizienz und Produktivität der

tendenziell auch auf dem EU-Zuckermarkt bemerkbar machen, so

Zuckerproduktion zu steigern.

dass wir für 2013/14 mit einem Rückgang bei Umsatz und ErgebDazu gehört auch, mögliche Wachstumsoptionen zu prüfen, um

nis rechnen.

die starke Position von Nordzucker im Zuckermarkt der EU weiter Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Volatilität der Zucker-

auszubauen und am wachsenden Zuckermarkt außerhalb der EU

preise weiter hoch bleibt. Zudem besteht Unklarheit über die

zu partizipieren.

­politischen Rahmenbedingungen für die Branche, was Prognosen

Braunschweig, den 26. April 2013 Der Vorstand

Axel Aumüller

Hartwig Fuchs

Dr. Michael Noth

Mats Liljestam

Dr. Niels Pörksen

67


68

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Konzernabschluss der Nordzucker AG Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung für die Zeit vom 1. März 2012 bis zum 28. Februar 2013 der Nordzucker AG, Braunschweig

Umsatzerlöse

Erläuterung im Anhang

1.3.2012 - 28.2.2013 TEUR

1.3.2011 - 29.2.2012   TEUR

5

2.442.840

2.018.017

163.603

261.834

Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen Andere aktivierte Eigenleistungen

814

1.815

2.607.257

2.281.666

6

29.676

42.477

Gesamtleistung Sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand

7

1.621.968

1.500.803

Personalaufwand

8

201.454

188.681

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen

9

87.562

106.945

0

1.537

10

219.245

214.231

506.704

315.020

Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen Sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) Zinsergebnis a) Zinsen und ähnliche Erträge

11

b) Zinsen und ähnliche Aufwendungen Beteiligungsergebnis a) Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen

12

b) Übriges Beteiligungsergebnis Sonstiges Finanzergebnis a) Sonstige Finanzerträge

13

b) Sonstige Finanzaufwendungen Finanzergebnis Ergebnis vor Steuern Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Konzern-Periodenergebnis Davon den Anteilseignern ohne beherrschenden Einfluss zustehendes Ergebnis Den Anteilseignern zuzurechnendes Konzernergebnis

14

437

3.806

27.088

38.472

-26.651

-34.666

-822

76

4.713

3.471

3.891

3.547

10.808

12.342

13.390

9.955

-2.582

2.387

-25.342

-28.732

481.362

286.288

121.104

77.997

360.258

208.291

9.294

4.348

350.964

203.943

360.258

208.291

6.568

-1.484

Konzern-Gesamtergebnisrechnung Konzern-Periodenergebnis Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe Nettoergebnis aus der Absicherung von Cashflows Ertragsteuern Sonstiges Ergebnis nach Steuern Konzern-Gesamtergebnis nach Steuern Davon den Anteilseignern ohne beherrschenden Einfluss zustehendes Gesamtergebnis Davon den Anteilseignern zuzurechnendes Konzern-Gesamtergebnis

930

-2.587

-279

769

651

-1.818

7.219

-3.302

367.477

204.989

9.294

4.348

358.183

200.641


69

Konzernabschluss

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung | Konzern-Gesamtergebnisrechnung | Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. März 2012 bis zum 28. Februar 2013 der Nordzucker AG, Braunschweig

Ergebnis vor Steuern

1.3.2012 - 28.2.2013

1.3.2011 - 29.2.2012

in Mio. EUR

in Mio. EUR

481,4

286,3

Zinsen und ähnliche Erträge

-0,4

-3,8

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

27,1

38,5

Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens

87,6

105,4

Zunahme/Abnahme der langfristigen Rückstellungen

26,3

4,8

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge

-14,1

3,5

0,8

0,0

Ergebnis assoziierter Unternehmen

-163,6

-261,8

Zunahme/Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen

5,6

15,0

Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens

1,6

-1,8

Abnahme/Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind

13,5

-96,9

Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind

-16,9

215,7

Bestandsveränderung fertige und unfertige Erzeugnisse

Erhaltene Zinsen im Geschäftsjahr

0,4

3,8

Gezahlte Zinsen im Geschäftsjahr

-7,7

-23,8

Gezahlte Steuern im Geschäftsjahr

-128,3

-63,1

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

313,3

221,8

Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens

1,9

7,1

-69,3

-56,4

0,0

0,1

-4,8

-7,6

Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten

0,0

0,9

Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten

0,0

-73,7

Cashflow aus Investitionstätigkeit

-72,2

-129,6

Auszahlungen an Unternehmenseigner (Dividende)

-51,3

-24,9

41,7

88,3

Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen

Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten

-227,6

-198,1

-237,2

-134,7

Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds

3,9

-42,5

Finanzmittelbestand am Anfang der Periode

7,4

50,3

Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds

0,0

-0,4

11,3

7,4

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Finanzmittelbestand am Ende der Periode


70

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Konzernbilanz zum 28. Februar 2013 der Nordzucker AG, Braunschweig Aktiva

Erläuterung im Anhang

28.2.2013 TEUR

29.2.2012   TEUR

Immaterielle Vermögenswerte

15

165.337

174.066

Sachanlagen

16

853.050

861.059

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

18

5.676

6.785

Finanzanlagen Nach der Equity-Methode bilanzierte Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen

19 19.1

3.068

3.593

19.2

23.536

20.428

Langfristige Vermögenswerte Anlagevermögen

Sonstige Finanzanlagen

26.604

24.021

1.050.667

1.065.931

Forderungen und sonstige Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte

23

0

7

Sonstige Vermögenswerte

24

9

1.369

9

1.376

Latente Steuern

7.827

11.883

1.058.503

1.079.190

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

46.885

44.451

Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen

50.491

43.373

14

Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte

20

Fertige Erzeugnisse und Waren

930.387

810.414

1.027.763

898.238

194.423

Forderungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Fremde

21

212.425

Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

22

4.263

233

Forderungen aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

14

1.470

5.084

Finanzielle Vermögenswerte

23

12.597

13.185

Sonstige Vermögenswerte

24

62.376

61.971

293.131

274.896

Finanzmittel Kurzfristige Vermögenswerte Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte

25

11.297

7.406

1.332.191

1.180.540

2.497

1.867

1.334.688

1.182.407

2.393.191

2.261.597


Konzernabschluss

Konzernbilanz

Passiva Eigenkapital

Erläuterung im Anhang

28.2.2013 TEUR

29.2.2012 TEUR

26

Gezeichnetes Kapital

26.1

123.651

123.651

Kapitalrücklage

26.2

127.035

127.035

Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

26.3

954.501

653.603

Kumuliertes übriges Eigenkapital

26.4

58.901

51.682

1.264.088

955.971

Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital Anteile ohne beherrschenden Einfluss

26.5

51.880

43.260

1.315.968

999.231

Langfristige Rückstellungen, Verbindlichkeiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

27

151.944

134.727

Sonstige Rückstellungen

28

32.541

23.415

Finanzverbindlichkeiten

29

4.575

88.473

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

31

5.500

5.500

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

32

294

1.181

Sonstige Verbindlichkeiten

33

12.555

20.985

Latente Steuern

14

136.238

153.917

343.647

428.198

Kurzfristige Rückstellungen, Verbindlichkeiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

27

5.283

5.281

Sonstige Rückstellungen

28

73.683

68.059

Finanzverbindlichkeiten

29

66.108

167.852

Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

14

62.882

60.000

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

30

465.425

455.122

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

31

16.245

11.498

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

32

6.383

15.900

Sonstige Verbindlichkeiten

33

37.567

50.456

733.576

834.168

2.393.191

2.261.597

71


72

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der Nordzucker AG, Braunschweig

Gezeichnetes Kapital

Stand 1.3.2011

ErwirtschafKapital- tetes Konzernrücklage eigenkapital

Auf die Gesellschafter des MutterKumuliertes unternehmens übriges entfallendes Eigenkapital Eigenkapital

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

Summe Eigenkapital

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

123.651

127.035

471.569

54.984

777.239

41.497

818.736

203.943

4.348

208.291

-3.302

-3.302

-1

-3.303

-3.302

200.641

4.347

204.988

Jahresergebnis

203.943

Sonstiges Ergebnis Konzerngesamtergebnis

203.943

Ausschüttung

-22.219

-22.219

-2.691

-24.910

311

311

106

417

955.972

43.259

999.231

350.964

9.294

360.258

Sonstige Stand 29.2.2012

123.651

127.035

Jahresergebnis

653.604

51.682

350.964

Sonstiges Ergebnis

7.219

7.219

7.219

7.219

358.183

9.294

367.477

Konzerngesamtergebnis

350.964

Ausschüttung

-48.301

-48.301

-2.949

-51.250

-1.766

-1.766

2.276

510

1.264.088

51.880

1.315.968

Sonstige Stand 28.2.2013

123.651

127.035

954.501

58.901


Konzernanhang

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2012/13 der Nordzucker AG, Braunschweig Allgemeine Angaben

Nordzucker AG direkt oder indirekt die Möglichkeit zur Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik dieser Gesellschaften hat.

1. Grundlagen

Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab

Der Konzernabschluss zum 28. Februar 2013 der Nordzucker AG

dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt,

(Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig) wurde in Anwendung

vollkonsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherr-

der Regelungen des § 315 a HGB nach den vom International

schung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die

Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffent-

Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung

lichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie

einheitlicher Rechnungslegungsmethoden für die gleiche Be-

in der Europäischen Union anzuwenden sind, unter Berücksichti-

richtsperiode aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunterneh-

gung der ergänzenden handelsrechtlichen Regelungen aufge-

mens. Alle konzerninternen Salden, Geschäftsvorfälle, unrealisier-

stellt. Die Anforderungen der IFRS wurden vollständig erfüllt und

te Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen und

führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen ent-

Dividenden werden in voller Höhe eliminiert.

sprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nordzucker AG und der einbezogenen Tochter-, assoziierten und

Verluste eines Tochterunternehmens werden den Anteilen ohne

Gemeinschaftsunternehmen (im Folgenden: „Nordzucker Konzern“

beherrschenden Einfluss auch dann zugeordnet, wenn dies zu

oder „Konzern“).

einem negativen Saldo führt. Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherr-

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter

schung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind die derivativen Finanzinstrumente und zur Veräußerung

Konsolidierungsgrundsätze vor dem 1. Januar 2010

verfügbaren finanziellen Vermögenswerte, die zum beizulegenden

Einzelne oben genannte Anforderungen wurden prospektiv

Zeitwert bewertet wurden.

­angewandt. Nachfolgend aufgelistete Sachverhalte wurden auf Basis der bisherigen Konsolidierungsgrundsätze fortgeführt:

Einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz sind zur Verbesserung der Übersichtlichkeit der Darstellung

Der Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss vor

zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang erläutert.

dem 1. Januar 2010 wurde nach der sogenannten Parent-Entity-­

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkosten-

Extension-Methode bilanziert. Dabei wird die Differenz zwischen

verfahren gegliedert.

dem Kaufpreis und dem Buchwert des anteiligen erworbenen Rein­vermögens als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Sofern nicht anderweitig angegeben, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR)

Verluste wurden den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss so

angegeben.

lange zugeordnet, bis deren Saldo Null war. Die übersteigenden Verluste wurden dem Mutterunternehmen zugeordnet, außer in

Der Konzernabschluss wird vom Vorstand der Nordzucker AG am

Fällen, in denen die Anteile ohne beherrschenden Einfluss die

23. Mai 2013 durch Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Verpflichtung übernommen hatten, die Verluste auszugleichen. Die Zuordnung von vor dem 1. Januar 2010 entstandenen Verlusten zwischen den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss und

2. Konsolidierung

den Eigentümern des Mutterunternehmens wurde nicht revidiert.

2.1. Konsolidierungsgrundsätze

Bei einem Beherrschungsverlust bilanzierte der Konzern die verblei-

Konsolidierungsgrundsätze ab dem 1. Januar 2010

bende Beteiligung in Höhe des entsprechenden Anteils am Rein­

In den Konzernabschluss des Nordzucker Konzerns sind die in- und

vermögen zum Zeitpunkt des Beherrschungsverlusts. Der Buchwert

ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die

dieser Beteiligungen zum 1. Januar 2010 wurde nicht angepasst.

73


74

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

2.2. Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminde-

Unternehmenszusammenschlüsse ab dem 1. März 2010

rungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des jährlichen Wert-

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung

minderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusam-

der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines

menschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem

Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertra-

Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

genen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeit-

bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu­

wert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschen-

geordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmens-

den Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unter-

zusammenschluss profitieren. Dies gilt unabhängig davon, ob

nehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile

andere Vermögenswerte oder Schulden des Erwerbers diesen

ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen

zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zah-

entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechen-

lungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Eine

den Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbe-

zahlungsmittelgenerierende Einheit oder eine Gruppe von zah-

nen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammen-

lungsmittelgenerierenden Einheiten, der der Geschäfts- oder

schlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst und

Firmenwert zugeordnet wird, stellt die niedrigste Ebene inner-

als Verwaltungskosten ausgewiesen.

halb des Unternehmens dar, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für die interne Unternehmenssteuerung überwacht wird.

Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der finanziellen Vermögenswerte

In den Fällen, in denen der Geschäfts- oder Firmenwert einen Teil

und übernommenen Schulden in Übereinstimmung mit den Ver-

der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Gruppe von zah­

tragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Er-

lungsmittelgenerierenden Einheiten) darstellt und ein Teil des

werbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Dies beinhaltet

Geschäftsbereichs dieser Einheit veräußert wird, wird der dem

auch eine Trennung der in Basisverträgen eingebetteten Derivate.

veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs

Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom

bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung des Ge-

Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene

schäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils

Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeit-

des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der

punkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder

relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und dem Teil

Verlust erfolgswirksam erfasst.

der zurückbehaltenen zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Beim Verkauf einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird

Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeit-

die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Nettover­

punkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Ände-

mögen zuzüglich der kumulierten Fremdwährungsdifferenzen

rungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegen­

und des nicht amortisierten Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgs-

leistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt,

wirksam erfasst.

werden in Übereinstimmung mit IAS 39 entweder in der Gewinnund Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine be-

Unternehmenszusammenschlüsse vor dem 1. März 2010

dingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird

Nach der bisher angewandten Methode für die Bilanzierung von

nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigen­

Unternehmenserwerben galten im Vergleich zu den oben be-

kapital bilanziert.

zeichneten Anforderungen folgende abweichende Grundsätze:

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu

Unternehmenszusammenschlüsse wurden unter Anwendung der

Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der über-

Erwerbsmethode bilanziert. Direkt dem Unternehmenserwerb

tragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne

zuordenbare Transaktionskosten stellten einen Teil der Anschaf-

beherrschenden Einfluss über die erworbenen identifizierbaren

fungskosten dar. Der Anteil ohne beherrschenden Einfluss

Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns

(früher als Minderheitsanteil bezeichnet) wurde zum entspre-

bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden

chenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des

Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Tochterunterneh-

erworbenen Unternehmens bewertet.

mens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.


Konzernanhang

Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen erfolgte eine

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes wird bei dem Betreiber des

gesonderte Erfassung einzelner Erwerbsvorgänge. Ein zusätzlich

elektronischen Bundesanzeigers elektronisch eingereicht.

75

erworbener Anteil wirkte sich nicht auf den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem vorangegangenen Erwerbsvorgang aus.

Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften haben als Abschlussstichtag den 28. Februar 2013.

Wenn der Konzern ein Unternehmen erwarb, erfolgte eine Neubeurteilung der durch das erworbene Unternehmen vom

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wer-

Basisvertrag getrennt bilanzierten eingebetteten Derivate zum

den nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezo-

Erwerbszeitpunkt nur dann, wenn der Unternehmenszusammen-

gen. Als assoziierte Unternehmen werden Unternehmen definiert,

schluss zu einer Änderung der Vertragsbedingungen führte,

bei denen der Nordzucker Konzern einen maßgeblichen Einfluss

durch die es zu einer erheblichen Änderung der Zahlungsströme

auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann. Gemein-

kam, die sich ansonsten aus dem Vertrag ergeben hätten.

schaftsunternehmen liegen vor, wenn eine vertragliche Verein­ barung zwischen den Partnerunternehmen zur gemeinschaftli-

Eine bedingte Gegenleistung wurde nur dann erfasst, wenn der

chen Führung der wirtschaftlichen Tätigkeit dieses Unternehmens

Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung hatte, wenn mehr für

besteht. Bei der Einbeziehung nach der Equity-Methode werden

einen Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen als

die IFRS-Abschlüsse dieser Unternehmen zugrunde gelegt. Verluste

dagegen sprach und eine verlässliche Schätzung möglich war.

aus assoziierten Unternehmen, die den Beteiligungsbuchwert

Nachträgliche Anpassungen der bedingten Gegenleistung

bzw. sonstige langfristige Forderungen aus der Finanzierung dieser

wurden als Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts ausgewiesen.

Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht.

2.3. Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis des Nordzucker Konzerns ergibt sich

2.4. Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen

aus folgender Aufstellung:

Die Vermögenswerte und Schulden von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Posten der Gewinn- und Verlust-

Konsolidierungskreis

rechnung werden zum gewogenen Durchschnittskurs des 28.2.2013

Vollkonsolidierte Gesellschaften Inland Ausland

29.2.2012

jeweiligen Jahres umgerechnet. Eigenkapitalkomponenten der Tochterunternehmen werden zum entsprechenden historischen

4

4

19

18

Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen

Kurs bei Entstehung umgerechnet. Die aus der Umrechnung resultierenden Währungsdifferenzen werden als Ausgleichs­ posten für Währungsumrechnung innerhalb des kumulierten übrigen Eigenkapitals bzw. der Anteile nicht beherrschender

Inland

2

2

Ausland

2

2

Gesellschafter erfasst. Die Kurse für die Umrechnung wesentlicher Fremdwährungsabschlüsse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt entwickelt:

Kurse Fremdwährungen für EUR 1

Durchschnittskurs

2012/13

2011/12

Stichtagskurs

28.2.2013

29.02.2012

4,16353

4,18113

4,15150

4,12120

Ungarische Forint (HUF)

288,25639

283,62660

295,80000

288,71000

Dänische Kronen (DKK)

7,44799

7,44754

7,45600

7,43560

Polnische Zloty (PLN)

Schwedische Kronen (SEK)

8,65947

9,02575

8,44750

8,80880

Norwegische Kronen (NOK)

7,43935

7,75952

7,48700

7,44050

Litauische Litas (LTL)

3,45280

3,45280

3,45280

3,45280


76

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

3. Erläuterung der Bilanzierungsund Bewertungsmethoden

Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt keiner planmäßigen

3.1. Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von immateriellen

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt zum Zeitpunkt der

Gegenständen des Anlagevermögens werden in den sonstigen

Leistungserbringung, sofern die Höhe der Erlöse zuverlässig

betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen ausgewiesen.

Abschreibung (siehe auch oben Gliederungspunkt 2.2).

ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich zufließen wird. Die Umsatzerlöse werden um Erlösschmälerun­

3.3. Sachanlagen

gen gemindert.

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der

entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungs-

Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

dauer abgeschrieben. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen alle Einzelkosten sowie alle Gemeinkosten, die im

Zinsen werden periodengerecht als Aufwand bzw. Ertrag erfasst.

Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Fremd-

Zinsaufwendungen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung

kapitalkosten werden aktiviert, sofern es sich bei den selbst

und Herstellung bestimmter Vermögenswerte entstanden sind,

erstellten Sachanlagen um qualifizierende Vermögenswerte

werden im Konzern nur aktiviert, sofern es sich um qualifizierte

handelt. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Gegen-

Vermögenswerte handelt.

ständen des Anlagevermögens werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen ausgewiesen.

Dividenden werden mit Entstehen des Rechtsanspruchs ertragsGemietete oder geleaste Vermögenswerte, die im wirtschaftli-

wirksam vereinnahmt.

chen Eigentum von Unternehmen des Konzerns liegen (finance3.2. Immaterielle Vermögenswerte

lease), werden mit dem Barwert der Miet- bzw. Leasingraten

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit den

oder, sofern niedriger, mit dem Zeitwert des Miet- bzw. Leasing-

Kosten angesetzt, die in der Entwicklungsphase nach dem Zeit-

objektes im Anlagevermögen aktiviert und planmäßig linear

punkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen

abgeschrieben. Der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus

Realisierbarkeit bis zur Fertigstellung entstanden sind. Die akti-

den künftigen Miet- und Leasingraten wird als Verbindlichkeit

vierten Herstellungskosten umfassen die direkt der Entwick-

passiviert.

lungsphase zurechenbaren Kosten. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen konzerneinheitlich über die folgenden Nutzungsdauern:

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt.

Sachanlagen Selbst erstellte und erworbene immaterielle Vermögenswerte, die

Nutzungsdauer in Jahren

eine bestimmbare Nutzungsdauer aufweisen, werden ab dem Zeitpunkt der Bereitstellung linear über die erwartete wirtschaft­

Gebäude

liche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:

Technische Anlagen und Maschinen

Gleisanlagen Fuhrpark

Immaterielle Vermögenswerte

20 –60 4 – 60 70 4– 15

Anhänger und Eisenbahnwaggons Nutzungsdauer

in Jahren

Entgeltlich erworbene Produktionsquoten ERP-Lizenzen Andere Software

Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung

25 3–25

9 20 3–15

Die Angemessenheit der Nutzungsdauern wird regelmäßig überprüft. Falls erforderlich, werden Anpassungen der Nutzungsdauern vorgenommen.

Die Angemessenheit der Nutzungsdauern wird regelmäßig überprüft. Falls erforderlich, werden Anpassungen der Nutzungs-

Der Abschreibungsbeginn wird grundsätzlich durch den Zeit-

dauern vorgenommen.

punkt der Versetzung in den betriebsbereiten Zustand bestimmt. Auf produktionsbezogene Sachanlagen, die nur in der Kampagne genutzt werden, wird dabei die volle Jahresabschreibung verrechnet.


Konzernanhang

Bei Vermögenswerten in Form von finance-leases, bei denen der

in den Folgeperioden der Nutzungswert angestiegen ist. Die Zu-

Eigentumsübergang auf Unternehmen des Konzerns am Ende

schreibung erfolgt dabei höchstens auf den Betrag, der sich ohne

des Miet- bzw. Leasingvertrages hinreichend sicher ist, erfolgt

die Erfassung der Wertminderung unter Berücksichtigung plan-

die planmäßige Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungs-

mäßiger Abschreibungen ergeben hätte.

dauer der Vermögenswerte. 3.6. Investitionszuschüsse und -zulagen Investitionszuschüsse und -zulagen der öffentlichen Hand, die

Ansprüche aus Investitionszuschüssen und -zulagen werden ab

für die Anschaffung bzw. Herstellung von Sachanlagen gewährt

dem Zeitpunkt bilanziert, zu dem der Nordzucker Konzern eine

werden, werden mit Bildung eines passiven Abgrenzungspostens

hinreichende Sicherheit hinsichtlich der Gewährung und der Er-

innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Der

füllung der mit der Gewährung verbundenen Bedingungen hat.

Abgrenzungsposten wird nachfolgend über die Nutzungsdauer

Für die Anschaffung von Vermögenswerten gewährte Zuschüsse

des bezuschussten Vermögenswertes erfolgswirksam aufgelöst.

bzw. Zulagen werden unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen und über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögens-

3.4. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

werte erfolgswirksam aufgelöst.

Immobilien, die der Nordzucker Konzern zur Vermietung an Dritte bestimmt hat, werden entsprechend des in IAS 40

3.7. Emissionsrechte

definierten Wahlrechts zu fortgeführten Anschaffungs- bzw.

Unentgeltlich zugewendete Emissionsrechte werden durch den

­Herstellungskosten bilanziert. Diese Immobilien werden linear

Nordzucker Konzern nicht bilanziert. Der Nordzucker Konzern

über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 20 – 60 Jahren

bilanziert entsprechende Verpflichtungen dann zu Anschaf-

abgeschrieben.

fungskosten, wenn die im Nordzucker Konzern gehaltenen Emissionsrechte nicht ausreichen.

3.5. Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

3.8. Finanzinstrumente

Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhalts-

Die Bilanzierung der Finanzinstrumente des Nordzucker Konzerns

punkte für eine Wertminderung nicht-finanzieller Vermögens­

erfolgt nach IAS 39. Im Konzern werden alle Käufe oder Verkäufe

werte vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine

von finanziellen Vermögenswerten unabhängig von ihrer Kate-

jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit

gorisierung grundsätzlich bei Erwerb, d. h. zum Erfüllungstag,

erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren

bilanziert.

Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor („Impairment-Test”). Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten Eine Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte und Sach-

werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden

anlagen wird vorgenommen, sofern aufgrund bestimmter Ereig-

Zeitwert bewertet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Trans-

nisse der Buchwert der Vermögenswerte nicht mehr durch den

aktionskosten werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die

zu erwartenden Veräußerungserlös bzw. den diskontierten Netto-

in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

Cashflow aus einer weiteren Nutzung gedeckt ist. Sofern eine

bewertet werden, ebenfalls angesetzt und über die Laufzeit

Ermittlung des erzielbaren Betrags für einzelne Vermögenswerte

amortisiert. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeit­

nicht möglich ist, da die Cashflows abhängig sind von denen

werte entsprechen regelmäßig den Marktpreisen der Finanzinstru­

anderer Vermögenswerte, erfolgt die Bestimmung des Cashflows

mente. Sofern diese nicht unmittelbar durch Rückgriff auf einen

für die nächsthöhere Gruppierung von Vermögenswerten (Be-

aktiven Markt verfügbar sind, erfolgt eine Bewertung auf Grund­

richtseinheit, zahlungsmittelgenerierende Einheit), für die ein

lage der Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode), d. h.

derartiger Cashflow ermittelt werden kann. Die Zahlungsströme

auf Grundlage der erwarteten Zahlungsströme unter Anwendung

der Berichtseinheiten werden mit einem Kapitalkostensatz, der

der zum Bilanzstichtag gültigen Referenzzinssätze.

die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, dis-

Bei der Bilanzierung von Finanzinstrumenten ist gemäß IAS 39

kontiert. Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn der

eine Zuordnung zu den Bewertungskategorien „Kredite und

Barwert der Zahlungsströme kleiner ist als der Buchwert des

Forderungen (K&F)“, „zur Veräußerung verfügbar (Available for sale

Anlage- und Netto-Umlaufvermögens der Berichtseinheit.

– AFS)“, „bis zur Endfälligkeit gehalten (Held to maturity – HTM)“ sowie „zu Handelszwecken gehalten (Held for trading – HFT)“, „Fair

An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür

Value Option (FVO)“ oder „finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu

vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der in Vorperioden

fortgeführten Anschaffungskosten (Financial liabilities measured at

erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert

amortised cost – FLAC)“ vorgesehen.

haben könnte. Zuschreibungen werden vorgenommen, sofern

77


78

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle

Der Nordzucker Konzern unterzieht die in der Bilanz ausgewiese-

Verbindlichkeiten bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirk-

nen finanziellen Vermögenswerte der Kategorien „Kredite und

sam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle

Forderungen“, „zur Veräußerung verfügbar“ und „bis zur Endfällig-

­Vermögenswerte/Verbindlichkeiten (FVO) zu designieren, hat

keit gehaltene Wertpapiere“ regelmäßig einer Prüfung hinsichtlich

der ­Nordzucker Konzern keinen Gebrauch gemacht.

des Vorliegens von Wertminderungen. Hierbei werden Erfahrungswerte und individuelle Risikoeinschätzungen zugrunde ge-

Finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten,

legt. Die Risikoeinschätzungen berücksichtigen dabei Kriterien

die der Kategorie „zu Handelszwecken gehalten“ zuzuordnen

wie erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder

sind, bewertet der Konzern zu beizulegenden Zeitwerten. Wert­

des Schuldners, Vertragsbruch, Zugeständnisse an den Schuldner

änderungen werden ergebniswirksam erfasst.

infolge wirtschaftlicher oder rechtlicher Gründe im Zusammenhang mit den finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers und

Zum Zeitpunkt des Zugangs erfolgt für Finanzinstrumente der

eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner insolvent

Bewertungskategorie „zur Veräußerung verfügbar“ die Bewer-

werden könnte. Weitere Kriterien sind das Verschwinden eines

tung grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Das Ergebnis

aktiven Marktes für den fraglichen Vermögenswert oder beob-

aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert wird unter

achtbare Daten, die auf eine messbare Verringerung der erwarte-

Berücksichtigung steuerlicher Aspekte erfolgsneutral im kumulier-

ten künftigen Cashflows aus einer Gruppe von finanziellen Vermö-

ten übrigen Eigenkapital erfasst. Bei einer Veräußerung des finan-

genswerten seit deren erstmaligem Ansatz hinweisen

ziellen Vermögenswerts wird das im Eigenkapital bilanzierte kumulierte Bewertungsergebnis aufgelöst und das realisierte Er-

Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten sind der Textziffer 36

gebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Falle einer

zu entnehmen.

Wertminderung wird die sogenannte Neubewertungsrücklage um den Wertminderungsbetrag korrigiert und der entsprechende

3.9. Finanzanlagen und Wertpapiere

Betrag in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Sonstige Finanzanlagen und Wertpapiere werden gemäß IAS 39 je nach Art und Zweck des finanziellen Vermögenswertes

Sofern kein Zeitwert für Finanzinstrumente zu ermitteln ist oder

kategorisiert und entweder der Kategorie „zur Veräußerung

sich die Zeitwerte nicht über geeignete Bewertungsmethoden

verfügbar“ oder der Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehalten“

ableiten lassen, erfolgt die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaf-

zugeordnet.

fungskosten. Für flüssige Mittel und andere kurzfristige originäre Finanzinstrumente entsprechen die Zeitwerte den zu den jeweili-

3.10. Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte

gen Stichtagen bilanzierten Buchwerten.

Langfristige Vermögenswerte werden unter den zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten ausgewiesen, sofern eine

Vermögenswerte, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden sol-

Veräußerung des Vermögenswertes innerhalb der nächsten zwölf

len, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berück-

Monate als sehr wahrscheinlich angesehen wird. Eine entspre-

sichtigung der Effektivzinsmethode bilanziert. Eine Wertminde-

chende Klassifizierung erfolgt nur dann, wenn der Vermögens-

rung wird auf derartige Vermögenswerte erfasst, sofern der

wert in einem veräußerungsbereiten Zustand ist und mit der

erzielbare Betrag bei Anwendung des ursprünglich bestimmten

Vermarktung der Objekte begonnen wurde. Zur Veräußerung

Effektivzinses unter den Buchwert gesunken ist.

bestimmte Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Zeit-

Im Geschäftsjahr wurden keine Umwidmungen finanzieller Ver-

wert abzüglich der erwarteten Veräußerungskosten bilanziert.

mögenswerte aus der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ in

Ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung der zur Veräußerung be-

die Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehalten“ vorgenommen. Eben-

stimmten Vermögenswerte werden keine planmäßigen Ab-

so wurde bei keinen Finanzinstrumenten der Kategorie „zur Ver-

schreibungen mehr vorgenommen. Falls nach Ablauf des Zwölf-

äußerung verfügbar“, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, auf

monatszeitraums keine Veräußerung erfolgt, werden die betref-

eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten umgestellt.

fenden Vermögenswerte in die entsprechenden Bilanzpositionen

Keine Relevanz für den Nordzucker Konzern besitzen ebenfalls

umgegliedert und die erforderlichen planmäßigen Abschreibun-

Neueinstufungen, die einer umgekehrten Logik folgen.

gen nachgeholt.

Darüber hinaus kam es im Nordzucker Konzern weder im Be-

3.11. Vorräte

richtszeitraum noch im Vorjahr zu Abgängen finanzieller Ver­

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten an­

mögens­werte, die nicht zu deren Ausbuchung geführt hätten.

gesetzt.


Konzernanhang

Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt auf der Grundlage

Ausfallrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen

eines gewichteten Durchschnittswertes. Die Herstellungskosten

berücksichtigt, die aufgrund von Erfahrungswerten und individu-

umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten

ellen Risikoeinschätzungen ermittelt werden.

79

sowie produktionsbezogene Gemeinkosten. 3.13. Finanzmittel Die Bewertung der Vorräte zum Bilanzstichtag erfolgt zu Anschaf-

Die Finanzmittel umfassen Bankguthaben und Kassenbestände.

fungs- oder Herstellungskosten oder dem niedrigeren realisierba-

Die bilanzierten Buchwerte entsprechen den Zeitwerten.

ren Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar.

3.14. Pensionsrückstellungen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden gemäß IAS19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit

Der Nettoveräußerungswert von unfertigen Erzeugnissen und

credit method) unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt-

Leistungen wird retrograd aus dem Nettoveräußerungswert der

und Rentenanpassungen errechnet. Die Bewertung der Pensi-

fertigen Erzeugnisse und Leistungen unter Berücksichtigung der

onsverpflichtungen erfolgt dabei auf Basis von Pensionsgutach-

noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten ermittelt.

ten unter Einbeziehung der zur Deckung dieser Verpflichtungen bestehenden Vermögenswerte (Planvermögen). Der Barwert

Halbfabrikate aus den Fertigungsprozessen werden mit den je-

der leistungsorientierten Verpflichtung wird durch Diskontierung

weiligen Vollkosten-Ansätzen bewertet, wobei die anteiligen

der geschätzten künftigen Zahlungsmittelabflüsse bestimmt.

Gemeinkosten anhand der Produktionsmengen und der Ferti-

Der Rechnungszins orientiert sich hierbei an hoch qualitativen

gungstiefe zugeordnet werden. Liegen die Ansätze für fertige

Unternehmens­­­an­leihen, die in Hinblick auf die Währung und

Erzeugnisse und Waren am Abschlussstichtag über den entspre-

die Laufzeit den zugrunde liegenden Pensionsverpflichtungen

chenden Marktwerten, so werden die Bestände auf den zu erwar­

ent­sprechen.

tenden Erlös abgewertet. Übersteigen die versicherungsmathematischen Gewinne und Der unter den fertigen Erzeugnissen ausgewiesene Zuckerbe-

Verluste, die aus der Veränderung der versicherungsmathema­

stand aus eigener Produktion ist zu Herstellungskosten angesetzt,

tischen Parameter resultieren, 10 % des höheren Betrags von

sofern nicht im Hinblick auf die Verwertungsmöglichkeit ein nied-

Pensionsverpflichtungen bzw. Planvermögen zum Beginn des

rigerer Ansatz in Form des Nettoveräußerungswertes anzusetzen

Geschäftsjahrs, erfolgt grundsätzlich eine ergebniswirksame

ist. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden neben den

Erfassung des die 10 % Grenze übersteigenden Betrags über die

Fertigungskosten auch die dem Fertigungsbereich zurechenbaren

Restdienstdauer der anspruchsberechtigten Mitarbeiter (Korridor-

Gemeinkostenanteile sowie verbrauchsbedingte lineare Abschrei-

methode). Wegen der stark veränderten versicherungsmathema-

bungen einbezogen. Des Weiteren enthalten die Herstellungs-

tischen Parameter (Zinssatzminderung) und dem daraus im Be-

kosten des Quotenzuckers den Fabrikanteil der Produktionsab­

richtsjahr resultierenden versicherungsmathematischen Verlust

gabe in Höhe von 6,00 Euro je Tonne.

hat der Nordzucker Konzern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die versicherungsmathematischen Ergebnisse auch über

Fremdkapitalzinsen werden in die Herstellungskosten nicht mit

einen kürzeren Zeitraum ergebniswirksam zu erfassen.

einbezogen, da die Erzeugnisse des Konzerns nicht als qualifizierende Vermögenswerte einzustufen sind.

Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil sowie die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen werden als Be-

Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Wertminderung der Vorräte

standteil des Finanzergebnisses ausgewiesen.

geführt haben, wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen.

3.15. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren

3.12. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

rechtlichen und faktischen Verpflichtungen des Konzerns ge-

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige

genüber Dritten, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren

Vermögenswerte werden bei Ersterfassung mit ihren Zeitwerten

Höhe zuverlässig eingeschätzt werden kann. Die Rückstellungen

zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung

werden entsprechend IAS 37 mit dem erwarteten Erfüllungs­

erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Für kurzfristige

betrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden auf der

finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Kredite und Forderun-

Grundlage entsprechender Marktzinssätze mit ihrem auf den

gen“ entspricht der Marktwert näherungsweise dem Buchwert.

Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.


80

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Rückstellungen für Restrukturierungen werden nur angesetzt,

der Regelungen des Hedge Accounting den Nachweis eines effek-

sofern zum Bilanzstichtag eine hinreichende Konkretisierung der

tiven Sicherungszusammenhangs. Die Effektivität eines Siche-

beabsichtigten Maßnahmen erfolgt ist und diese Maßnahmen

rungszusammenhangs ergibt sich aus einer gegenläufigen Ent-

kommuniziert worden sind.

wicklung von Zeitwertänderungen im Fall von Fair Value Hedges oder über die gegenläufige Entwicklung von Zahlungsströmen

3.16. Verbindlichkeiten

im Fall von Cashflow Hedges bezüglich des gesicherten Grund-

Verbindlichkeiten werden bei Ersterfassung mit ihrem Zeitwert

geschäfts.

unter Berücksichtigung von Transaktionskosten sowie Agien und Disagien angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten

Zeitwertänderungen bei Derivaten, die zur Absicherung künftiger

Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Zahlungsströme dienen (Cashflow Hedges) und als effektiv gelten, werden erfolgsneutral unter Berücksichtigung der steuerlichen

3.17. Latente Steuern

Wirkungen im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen.

Latente Steuern werden zur Berücksichtigung zukünftiger

Die im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesenen Beträge

steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den

werden ausgebucht, sofern das Grundgeschäft bilanziell erfasst

steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Vermögenswerte und

bzw. erfolgswirksam geworden ist.

Schulden und deren Wertansätzen im IFRS-Abschluss sowie auf Verlustvorträge gebildet. Die Bemessung der latenten Steuern

Derivate, die ungeachtet ihrer wirtschaftlichen Sicherungswirkung

erfolgt dabei auf Grundlage der vom Gesetzgeber zum Ende

die Kriterien des IAS 39 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft

des jeweiligen Geschäftsjahrs erlassenen Regelungen für die

nicht erfüllen, werden als „zu Handelszwecken gehalten“ eingestuft

­Geschäftsjahre, in denen sich die Differenzen ausgleichen bzw.

und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

die Verlustvorträge wahrscheinlich genutzt werden. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur dann angesetzt,

Beim Abschluss von Sicherungsgeschäften klassifiziert der

sofern ihre Realisierbarkeit in näherer Zukunft hinreichend gesi-

Nordzucker Konzern Zinsderivate im Rahmen der Bilanzierung

chert erscheint.

von Sicherungsbeziehungen ausschließlich als Cashflow Hedges. Weiterhin setzt der Konzern nicht ausschließlich designierte

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern die

Derivate zur Absicherung von Währungs- und Marktrisiken ein.

Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. 3.19. Transaktionen in Fremdwährung 3.18. Derivative Finanzinstrumente und die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerech-

Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit

net. Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden

Risiken ausgesetzt, die aus Zinsänderungen, Wechselkursände-

mit dem Wechselkurs zum Bilanzstichtag in die funktionale Wäh-

rungen und anderen Marktrisiken resultieren. Als Instrument zur

rung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstande-

Steuerung der genannten Risiken kommen derivative Finanz­

nen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden ergebnis-

instrumente zum Einsatz.

wirksam erfasst.

Die Bilanzierung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt dabei

3.20. Verwendung von Schätzungen

grundsätzlich zu Zeitwerten. Der Zeitwert der Derivate kann so-

Die Aufstellung des IFRS-Konzernabschlusses erfordert Schätzun-

wohl positiv als auch negativ sein. Sofern kein Marktwert vorliegt,

gen und Annahmen, die Einfluss auf den Ausweis von Vermögens-

wird der Zeitwert anhand von Barwert- und Optionspreismodellen

werten und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten

errechnet. Als Eingangsparameter für diese Modelle werden die

zum Bilanzstichtag sowie den Ausweis von Erträgen und Aufwen-

am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktpreise und Zins­

dungen haben. Wesentliche Schätzungen und Annahmen sind

sätze verwendet, die von anerkannten Quellen bezogen werden.

insbesondere hinsichtlich der Festlegung der konzerneinheitlichen Abschreibungsdauern, der Wertberichtigungssätze auf Forderungen,

Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte derivativer Finanz-

der versicherungsmathematischen Parameter bei der Bewertung

instrumente werden erfolgsneutral im Eigenkapital (bei Cash-

der Pensionsrückstellungen getroffen worden. Hinsichtlich der

flow Hedges) bzw. erfolgswirksam (bei Fair Value Hedges) er-

Realisierbarkeit der aktiven latenten Steuern sind vor allem Schät-

fasst, sofern sie in effektive Sicherungsbeziehungen (sog. Hedge

zungen bezüglich zukünftig erzielbarer steuerlicher Gewinne zu

Accounting) eingebunden sind. Die Vorschriften des Hedge

treffen. Weitere signifikante Schätzungen wurden bei der Durch-

­Accounting bezwecken eine weitestgehend kompensierende

führung des Werthaltigkeitstestes nach IAS 36 im Hinblick auf die

­Erfassung von Wertänderungen der Sicherungsinstrumente und

Bestimmung der Cashflows im Prognosezeitraum sowie der Aus-

der abgesicher­ten Grundgeschäfte. Neben der Dokumentation

wahl eines adäquaten Kapitalisierungszinssatzes getätigt. Die sich

der Sicherungsbeziehung verlangt IAS 39 für die Anwendung

tatsächlich ergebenden Beträge können von den Beträgen, die


Konzernanhang

sich aus Schätzungen und Annahmen ergeben, abweichen. Bezüg-

SIC-12 Konsolidierung – Zweckgesellschaften. IFRS 10 begründet

lich der Buchwerte der von wesentlichen Schätzungen betroffenen

ein einheitliches Beherrschungskonzept, welches auf alle Unter-

Bilanzpositionen wird auf die entsprechenden Erläuterungen zur

nehmen einschließlich der Zweckgesellschaften Anwendung

Konzernbilanz verwiesen.

findet.

81

IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen: IFRS 11 wurde im

4. Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften des IASB

Mai 2011 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnt. Der Standard ersetzt den IAS 31 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen

Der vorliegende Abschluss für das Geschäftsjahr 2012/13 wurde

und die Interpretation SIC-13 Gemeinschaftlich geführte Unter­

auf Basis einheitlicher Anwendung und in Übereinstimmung mit

nehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen.

allen zum Bilanzstichtag 28. Februar 2013 anzuwendenden Inter-

Mit IFRS 11 wird das bisherige Wahlrecht zur Anwendung der

national Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Euro­

Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen aufge­

päischen Union anzuwenden sind, erstellt. Bereits veröffentlichte

hoben. Diese Unternehmen werden künftig allein At-Equity in

Standards sowie Interpretationen des International Financial Re-

den Konzernabschluss einbezogen.

porting Interpretations Committee (IFRIC), deren Anwendung für das Berichtsjahr noch nicht verbindlich ist, werden von

IFRS 12 Angaben über Beteiligungen an anderen Unternehmen:

Nordzucker nicht angewendet.

IFRS 12 wurde im Mai 2011 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2014

Die angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen

beginnt. Der Standard regelt einheitlich die Angabepflichten für

grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit Aus-

den Bereich der Konzernrechnungslegung und konsolidiert die

nahme der nachfolgend aufgeführten neuen und überarbeiteten

Angaben für Tochterunternehmen, die bislang in IAS 27 geregelt

Standards und Interpretationen.

waren, die Angaben für gemeinschaftlich geführte und assoziierte Unternehmen, welche sich bislang in IAS 31 bzw. IAS 28 befanden,

4.1. Verbindliche Anwendung von neuen und geänderten

sowie für strukturierte Unternehmen.

Standards im Berichtsjahr: Änderung von IFRS 7 – Angaben über die Übertragung von finan-

IFRS 13 Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts: IFRS 13 wurde

ziellen Vermögenswerten: Die Änderung von IFRS 7 wurde im

im Mai 2011 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzu-

Oktober 2010 veröffentlicht und war erstmals im Geschäftsjahr

wenden, das am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnt. Der

2012/13 anzuwenden. Die Änderung bestimmt umfangreiche

Standard legt Richtlinien für die Ermittlung des beizulegenden

neue qualitative und quantitative Angaben über übertragene

Zeitwerts fest und definiert umfassende quantitative und qualitative

finanzielle Vermögenswerte, die nicht ausgebucht wurden, und

Angaben über die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

über das zum Berichtsstichtag bestehende anhaltende Engage-

Nicht zum Regelungsbereich des Standards gehört dagegen die

ment bei übertragenen finanziellen Vermögenswerten.

Frage, wann Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden müssen oder können. IFRS 13 definiert

Aus der Anwendung des vorstehenden geänderten Standards

den beizulegenden Zeitwert als den Preis, den eine Partei in

haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung

einer regulären Transaktion zwischen Marktteilnehmern am

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben,

Bewertungs­stichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts erhalten

weil entsprechende Sachverhalte nicht vorliegen.

oder für die Übertragung einer Verbindlichkeit zahlen würde.

4.2. IFRS, deren EU-Endorsement zum 28. Februar 2013

Änderung von IAS 1 – Darstellung von Bestandteilen des sonstigen

erfolgt ist, deren Anwendung im Berichtsjahr aber

Ergebnisses: Die Änderung von IAS 1 wurde im Juni 2011 veröf-

noch nicht verbindlich war:

fentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am

Folgende neue und geänderte Standards und Interpretationen,

oder nach dem 1. Juli 2012 beginnt. Die Änderung des IAS 1 be-

deren EU-Endorsement bereits erfolgt ist, deren Anwendung

trifft die Darstellung der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses.

aber noch nicht verbindlich war, wurden im Berichtsjahr nicht

Dabei sind Bestandteile, für die künftig eine erfolgswirksame

angewandt:

Umgliederung vorgesehen ist (sog. Recycling), gesondert von Bestandteilen, die im Eigenkapital verbleiben, darzustellen.

IFRS 10 Konzernabschlüsse: IFRS 10 wurde im Mai 2011 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder

Änderung von IAS 12 – Latente Steuern: Realisierung zugrunde

nach dem 1. Januar 2014 beginnt. Der neue Standard ersetzt

liegender Vermögenswerte: Die Änderung von IAS 12 wurde im

die Bestimmungen des bisherigen IAS 27 Konzern- und Einzelab-

Dezember 2010 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr

schlüsse zur Konzernrechnungslegung und die Interpretation

anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnt. Mit


82

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

der Änderung des IAS 12 wurde eine Vereinfachungsregelung

Regelungsbereich von IAS 28 – neben den assoziierten Unter­

eingeführt. Demnach wird (widerlegbar) vermutet, dass für die

nehmen – auch auf die Anwendung der Equity-Methode auf

Bemessung der latenten Steuern bei Immobilien, die zum beizu-

Gemeinschaftsunternehmen ausgeweitet.

legenden Zeitwert bewertet werden, grundsätzlich eine Realisierung des Buchwerts durch Veräußerung ausschlaggebend ist. Bei

Änderung von IAS 32 und IFRS 7 – Saldierung von finanziellen

den nicht-abnutzbaren Sachanlagen, die nach dem Neubewer-

Vermögenswerten und finanziellen Schulden: Die Änderung von

tungsmodell bewertet werden, soll stets von einer Veräußerung

IAS 32 und IFRS 7 wurde im Dezember 2011 veröffentlicht und ist

ausgegangen werden.

erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2014 respektive 1. Januar 2013 beginnt. Mit der Ände-

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (überarbeitet 2011): Der

rung sollen bestehende Inkonsistenzen über eine Ergänzung der

überarbeitete Standard IAS 19 wurde im Juni 2011 veröffentlicht

Anwendungsleitlinien beseitigt werden. Die bestehenden grund-

und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach

legenden Bestimmungen zur Saldierung von Finanzinstrumenten

dem 1. Januar 2013 beginnt. Die vorgenommenen Anpassungen

werden jedoch beibehalten. Mit der Änderung werden darüber

reichen von grundlegenden Änderungen, bspw. betreffend der

hinaus ergänzende Angaben definiert.

Ermittlung von erwarteten Erträgen aus dem Planvermögen und der Aufhebung der Korridormethode, welche der Verteilung

Bis auf die zum überarbeiteten IAS 19 dargestellten Auswirkungen

bzw. der Glättung von aus den Pensionsverpflichtungen resultie-

hätten sich keine weiteren wesentlichen Auswirkungen auf die

renden Volatilität im Zeitablauf diente, bis zu bloßen Klarstellungen

Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Kon-

und Umformulierungen sowie neuen und geänderten Anhangs­

zerns ergeben.

angaben. Der Standard fordert eine retrospektive Anwendung. 4.3. IFRS, deren EU-Endorsement noch ausstehend ist: Nordzucker macht bisher von der Korridormethode im Rahmen

Folgende neue und geänderte Standards und Interpretationen,

der Bilanzierung der Pensionsrückstellungen Gebrauch. Insbeson-

deren EU-Endorsement noch ausstehend ist, wurden nicht vor-

dere durch den Wegfall der bisherigen Bilanzierungsmöglichkeit

zeitig angewandt:

ist mit wesentlichen Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse von Nordzucker zu rechnen. Aufgrund der Neuregelun-

IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung: Der

gen wird eine Veränderung des Eigenkapitals in Höhe von rund

erste Teil der Phase I bei der Vorbereitung des IFRS 9 Finanz­

23 Mio. Euro sowie eine Veränderung der Pensionsrückstellungen

instrumente wurde im November 2009 veröffentlicht. Der Standard

in Höhe von rund 33 Mio. Euro erwartet. Schwankungen der ver-

beinhaltet Neuregelungen zur Klassifizierung und Bewertung

sicherungsmathematischen Annahmen, insbesondere des Zins­

von finanziellen Vermögenswerten. Hiernach sind Schuldinstru-

satzes, werden zukünftig zu einer höheren Volatilität im Eigen­

mente abhängig von ihren jeweiligen Charakteristika und unter

kapital führen. Die geänderten Regelungen zur Bilanzierung von

Berücksichtigung des Geschäftsmodells entweder zu fortge­

Altersteilzeitverpflichtungen werden zu keinen wesentlichen

führten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizule-

­Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des

genden Zeitwert zu bilanzieren. Eigenkapitalinstrumente sind

Nordzucker Konzerns führen.

immer zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Wertschwankungen von Eigenkapitalinstrumenten dürfen aber auf-

IAS 27 Einzelabschlüsse (überarbeitet 2011): Der überarbeitete

grund des eingeräumten instrumentenspezifischen Wahlrechts,

Standard IAS 27 wurde im Mai 2011 veröffentlicht und ist erstmals im

welches im Zeitpunkt des Zugangs des Finanzinstruments aus-

Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2014 be-

übbar ist, im sonstigen Ergebnis erfasst werden. In diesem Fall

ginnt. Mit der Verabschiedung von IFRS 10 und IFRS 12 beschränkt

würden für Eigenkapitalinstrumente nur bestimmte Dividenden­

sich der Anwendungsbereich von IAS 27 allein auf die Bilanzierung

erträge erfolgswirksam erfasst. Eine Ausnahme bilden finanzielle

von Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten und assoziier-

Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden und

ten Unternehmen in separaten Einzelabschlüssen eines Unternehmens.

die zwingend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Der IASB hat im Oktober 2010 den zweiten Teil

IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschafts-

der Phase I des Projekts abgeschlossen. Der Standard wurde da-

unternehmen (überarbeitet 2011): Der überarbeitete Standard IAS 28

mit um die Vorgaben zu finanziellen Verbindlichkeiten ergänzt

wurde im Mai 2011 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäfts-

und sieht vor, die bestehenden Klassifizierungs- und Bewer-

jahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnt.

tungsvorschriften für finanzielle Verbindlichkeiten mit folgenden

Mit der Verabschiedung von IFRS 11 und IFRS 12 wurde der

Ausnahmen beizubehalten: Auswirkungen aus der Änderung


83

Konzernanhang

des eigenen Kreditrisikos bei finanziellen Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert wurden, müssen erfolgsneutral erfasst und derivative Verbindlichkeiten auf nicht notierte Eigenkapitalinstrumente dürfen nicht mehr zu Anschaffungskosten angesetzt werden. IFRS 9 ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem

Erläuterungen zur Konzern-Gewinnund -Verlustrechnung 5. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

1. Januar 2015 beginnt. Umsatzerlöse Verbesserungen zu IFRS (2009-2011): Bei den Verbesserungen zu IFRS 2009-2011 handelt es sich um einen Sammelstandard, der im Mai 2012 veröffentlicht wurde und Änderungen in ver-

TEUR

schiedenen IFRS zum Gegenstand hat, welche verpflichtend für

Zuckerumsatz aus eigener Produktion

Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am oder nach dem

Übrige

1.1.2013 beginnen. Der Konzern hat die folgenden Änderungen noch nicht angewandt:

1.3.2011 -29.2.2012

1.763.234

1.392.187

679.606

625.830

2.442.840

2.018.017

Regionen 1.059.303

940.840

IFRS 1: Klarstellung, dass ein Unternehmen, welches die

Nordeuropa

946.949

800.762

Bilanzierung nach IFRS beendet hat und beschließt oder ver-

Osteuropa

436.588

276.415

2.442.840

2.018.017

Zentraleuropa ●

1.3.2012 -28.2.2013

pflichtet ist, diese fortzusetzen, die Möglichkeit hat, IFRS 1 erneut anzuwenden. Wendet das Unternehmen IFRS 1 nicht erneut an, muss es seinen Abschluss rückwirkend anpassen, ●

so als ob es die Anwendung von IFRS niemals beendet hätte;

Die übrigen Umsatzerlöse beinhalten unter anderem Verkäufe

IAS 1: Klarstellung des Unterschieds zwischen freiwilligen

von Handelswaren, Bioethanol und weitere Produkte, wie z. B.

zusätzlichen Vergleichsinformationen und vorgeschriebenen

­Futtermittel.

Vergleichsinformationen, welche in der Regel die voran­ gegangene Berichtsperiode umfassen; ●

IAS 16: Klarstellung, dass wesentliche Ersatzteile und Wartungs­geräte, die als Sachanlagen qualifizieren, nicht unter die Anwendungsbestimmungen für Vorräte fallen;

6. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:

IAS 32: Klarstellung, dass Ertragsteuern auf Ausschüttungen an Inhaber von Eigenkapitalinstrumenten unter die Anwendungs-

Sonstige betriebliche Erträge

bestimmungen des IAS 12 Ertragsteuern fallen; ●

1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

Erträge aus Anlagenabgängen

861

3.806

Auflösungen Wertberichtigungen auf Forderungen

104

2

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

7.714

13.597

Versicherungs- und sonstige Schadensersatzleistungen

5.249

3.455

689

1.032

1.248

1.598

IAS 34: Regelung zur Angleichung von Angaben über

TEUR

Segmentvermögen mit den Angaben zu Segmentschulden in Zwischenabschlüssen sowie zur Angleichung von Angaben in der Zwischenberichterstattung mit den Angaben für die Jahresberichterstattung. Wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus einer Anwendung der in diesem Abschnitt dargestellten Änderungen werden nicht erwartet.

Erträge aus der Auflösung von ­Investitionszulagen, -zuschüssen und sonstigen Forderungen Erträge aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie Hausund Grundstückserträge

2.893

2.167

Übrige betriebliche Erträge

10.918

16.820

Sonstige betriebliche Erträge

29.676

42.477

Währungskursgewinne


84

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Die Währungskursgewinne sind, wie auch die in den sonstigen

In 2012/13 bzw. im Vorjahr waren im Konzern durchschnittlich

betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Währungskurs­

beschäftigt:

verluste, insbesondere auf die Entwicklung der jeweiligen Landeswährungen im Verhältnis zum Euro zurückzuführen.

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

7. Materialaufwand

Zentraleuropa

1.242

1.211

Nordeuropa (einschließlich Irland)

1.504

1.521

Der Materialaufwand unterteilt sich wie folgt:

Osteuropa

544

548

3.290

3.280

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl

Materialaufwand TEUR

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren Aufwendungen für bezogene Leistungen Materialaufwand

1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

1.517.620

1.417.629

104.348

83.174

1.621.968

1.500.803

9. Abschreibungen Die Abschreibungen teilen sich wie folgt auf: Abschreibungen 1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

86.767

85.709

Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

795

21.236

87.562

106.945

TEUR

8. Personalaufwand Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen: Personalaufwand 1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 29.2.2012

181.179

170.063

11.389

11.037

Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne

2.281

1.845

Aufwendungen für beitrags­ orientierte Pläne

6.604

5.737

201.453

188.682

TEUR

Löhne und Gehälter Soziale Abgaben und sonstige soziale Aufwendungen

Personalaufwand

Abschreibungen

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden entsprechend IAS 36 vorgenommen, sofern der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist, wobei der erzielbare Betrag als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert und dem Wert des erwarteten Mittelzuflusses aus der Nutzung des Vermögenswerts (Value in Use) ermittelt wird. Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Vorjahres resultierten

Die Aufwendungen für leistungs- und beitragsorientierte Pläne

im Wesentlichen aus Abschreibungen auf das Anlagevermögen

betreffen Leistungen des Konzerns für leistungs- und beitrags­

der Bioethanolaktivitäten des Nordzucker Konzerns.

orientierte Pensionszusagen sowie pensionsähnliche Verpflichtungen. Der den Pensionsaufwendungen zugehörige Zinsanteil der leistungsorientierten Zusagen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.


85

Konzernanhang

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Das Zinsergebnis enthält Zinserträge und Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt

Zeitwert bewertet werden. Weitere Angaben hierzu sind in den

zusammen:

Ausführungen unter der Textziffer 36 enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Der Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen (netto) beinhaltet

TEUR

Vertriebsaufwendungen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

mit TEUR 14.000 die erfolgswirksame Realisierung von versicherungs­­ 1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

131.160

112.888

3.110

3.340

Aufwendungen für Leasing, Miete, Pacht sowie übrige Nutzungsüberlassung

11.486

5.161

Verwaltungsaufwendungen

47.478

53.965

Sonstige Steuern

1.815

3.799

Währungskursverluste

2.657

6.467

21.539

28.612

219.245

214.232

Übrige Aufwendungen Sonstige betriebliche Aufwendungen

11. Zinsergebnis

mathematischen Verlusten, die außerhalb des 10 % Korridors liegen. Es erfolgt die Realisierung innerhalb eines kürzeren Zeitraumes, als die mögliche Verteilung über die Restdienstlaufzeit der vom Pensionsplan erfassten Mitarbeiter.

12. Beteiligungsergebnis Das Beteiligungsergebnis ergibt sich wie folgt: Beteiligungsergebnis TEUR

1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

-822

76

Erträge aus sonstigen Beteiligungen

4.713

3.471

Beteiligungsergebnis

3.891

3.547

Zusätzliche Angaben hinsichtlich der Ergebnisbeiträge der Finanz­ instrumente finden sich unter der Textziffer 36.

Das Zinsergebnis setzt sich wie folgt zusammen: Zinsergebnis TEUR

Zinsen und ähnliche Erträge Zinserträge von Kreditinstituten Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsaufwendungen an Kreditinstitute Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen (netto) Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsergebnis

1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

329

1.166

26

3

13. Sonstiges Finanzergebnis Das sonstige Finanzergebnis beinhaltet insbesondere Kurseffekte

82

2.637

437

3.806

5.234

23.552

19.873

5.972

1.981

8.948

27.088

38.472

-26.651

-34.666

aus Finanzierungen sowie Ergebnisse aus Termingeschäften und Derivaten.

14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern erfasst. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich dabei aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und den entsprechenden ausländischen Einkommen- bzw. Ertragsteuern zusammen.


86

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Steueraufwand

gliedert sich nach der Herkunft wie folgt auf: TEUR

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag TEUR

Laufende Steuern Laufende Steuern im Inland Laufende Steuern im Ausland Latente Steuern

Latente Steuern im Inland Latente Steuern im Ausland Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

IFRS-Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -28.2.2012

481.363

286.288

29,00

29,00

Erwarteter Steueraufwand

139.595

83.024

45.333

Steuersatzbedingte Abweichungen im In- und Ausland

-14.970

-10.649

67.400

44.027

Steuersatzänderung

-8.825

-738

136.507

89.360

Nicht-aktivierte latente Steuern auf Verlustvorträge

-126

0

4.909

5.057

0

-611

-2.169

-1.743

1.285

3.220

0 119

301 497

Sonstige Effekte

1.286

-361

Steueraufwand

121.104

77.997

1.3.2012 -28.2.2013

1.3.2011 -29.2.2012

69.107

Konzernsteuersatz in %

-3.346

-5.988

Steuern für Vorjahre

-12.057

-5.375

-15.403

-11.363

Nutzung Verlustvorträge (nicht aktiviert in Vorjahren)

121.104

77.997

Steuerfreie Erträge Nicht abziehbare Betriebsaufwendungen Nicht anrechenbare Ertragsteuern Hinzurechnungen/Kürzungen Gewerbesteuer

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten periodenfremden Steueraufwand von TEUR 4.909 (Vorjahr: TEUR 5.057) Aus der Erstattung des Körperschaftsteuerguthabens resultiert für die Nordzucker zum Bilanzstichtag eine langfristige Steuerforde-

Bei in Deutschland ansässigen Unternehmen in der Rechtsform

rung in Höhe von TEUR 957 (Vorjahr: TEUR 1.153). Aus der Aus-

einer Kapitalgesellschaft beträgt der Körperschaftsteuersatz 15 %

schüttung von potenziellen Dividenden an die Anteilseigner der

zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlags auf die geschuldete Körper-

Nordzucker resultieren keine ertragsteuerlichen Konsequenzen

schaftsteuer.

auf Ebene der Nordzucker. Zusätzlich unterliegen in Deutschland ansässige Unternehmen Der erwartete Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom

der Gewerbesteuer, deren Höhe sich in Abhängigkeit gemeinde­

Ertrag, der sich bei Anwendung des Steuersatzes der Konzern­

spezifischer Hebesätze bestimmt.

obergesellschaft Nordzucker AG in Höhe von 29,00 % (Vorjahr: 29,00 %) auf das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern und Anteilen

Die Auswirkungen abweichender Steuersätze zwischen ausländi-

anderer Gesellschafter ergeben hätte, lässt sich wie folgt auf die

schen Steuersätzen und dem Konzernsteuersatz der Nordzucker AG

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag laut Gewinn- und Ver-

(29,00 %) sind in der Überleitungsrechnung unter den steuer-

lustrechnung überleiten:

satzbedingten Abweichungen im In- und Ausland ausgewiesen. Die aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus der Aktivierung steuerlicher Verlustvorträge sowie hauptsächlich aus temporären Bewertungsunterschieden zwischen IFRS-Abschluss und lokaler Steuerbilanz der einzelnen Konzerngesellschaften für folgende Positionen:


87

Konzernanhang

28.2.2013

Latente Steuern

TEUR Immaterielle Vermögenswerte Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Übrige Sachanlagen Finanzanlagen Vorräte

29.2.2012

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

443

10.202

59

12.067

0

0

2

0

2.490

124.278

8.423

134.532

0

0

61

323

3.179

9.574

3.593

9.631 1.082

459

1.991

2.438

Pensionsrückstellungen

8.658

0

4.784

-508

Sonstige Rückstellungen

9.221

-2.098

7.188

-2.569

329

458

8

264

Sonstige Aktiva

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Übrige Verbindlichkeiten Latente Steuern auf temporäre Differenzen Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge Bruttobetrag Saldierung Bilanzansatz

185

11.676

5.061

21.544

24.964

156.081

31.617

176.367

2.706

0

2.716

0

27.670

156.081

34.333

176.367

-19.843

-19.843

-22.450

-22.450

7.827

136.238

11.883

153.917

Die in der Konzernbilanz dargestellte Veränderung der latenten

von Personengesellschaften bestehen, erfolgte eine Saldierung

Steuern zum Bilanzstichtag erfolgt in Höhe von TEUR 15.403 er-

nur für körperschaftsteuerliche Zwecke auf Ebene der Nordzucker

folgswirksam und in Höhe von TEUR -279 erfolgsneutral durch

AG. Für die Gewerbesteuer wurden die latenten Steuern auf

Verrechnung mit dem Eigenkapital.

Ebene der einzelnen Personengesellschaften saldiert.

Aktive und passive latente Steuern sind je Gesellschaft bzw.

Aus der Bilanzierung der latenten Steuern haben sich folgende

Organkreis saldiert worden. Sofern latente Steuern auf Ebene

ergebniswirksame Änderungen der Bilanzansätze ergeben:

Latente Steuern

1.3.2012 – 28.2.2013

1.3.2011 – 29.2.2012

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

Aktive latente Steuern

-384

-1.865

34

-39

2

0

6

103

5.933

-11.715

1.046

-8.123

61

-323

0

210

413

-57

-2.399

1.655

1.980

589

-1.719

1.924

Pensionsrückstellungen

-3.873

508

1.089

537

Sonstige Rückstellungen

-2.033

471

-1.223

-865

TEUR Immaterielle Vermögenswerte Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Übrige Sachanlagen Finanzanlagen Vorräte Sonstige Aktiva

Passive latente Steuern

-321

194

509

270

Übrige Verbindlichkeiten/Leasing

4.876

-9.869

-1.467

-4.359

Latente Steuern auf temporäre Differenzen

6.654

-22.067

-4.124

-8.687

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge Summe

10 6.664

1.448 -22.067

-2.676

-8.687


88

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

In den passiven latenten Steuern sind in Höhe von TEUR 1.097

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Beträge enthalten (Vorjahr: TEUR 366), die auf temporäre Differenzen bei Derivaten in „Cashflow Hedges“ gebildet worden sind. Aufgrund der erfolgsneutralen Bilanzierung dieser Sachver-

15. Immaterielle Vermögenswerte

halte sind die daraus resultierenden latenten Steuern ebenfalls

Die Entwicklung der einzelnen Posten der immateriellen Ver­

im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen.

mögenswerte des Konzerns ist im Anlagespiegel dargestellt.

Für den bilanzierten Überhang aktiver latenter Steuern über

In der Berichtsperiode lagen mit Ausnahme der Geschäfts- oder

passive latente Steuern und für aktivierte steuerliche Verlustvor-

Firmenwerte keine immateriellen Vermögenswerte mit unbe-

träge auf Ebene der einzelnen Konzerngesellschaften wird auf

stimmter Nutzungsdauer vor. Der Geschäfts- oder Firmenwert

Basis der aktuellen Ertragssituation bzw. aufgrund von Unter-

in Höhe von Mio. EUR 89,0 resultiert aus dem Erwerb der Nordic

nehmensplanungsrechnungen die Werthaltigkeit der aktiven

Sugar Gruppe.

latenten Steuern als hinreichend sicher erachtet. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden immaterielle Vermögenswerte mit Für inländische gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe

Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 3.972 (Vorjahr: TEUR 4.252)

von TEUR 19.603 (Vorjahr: TEUR 20.517) wurden aktive latente

genutzt, die bereits in voller Höhe abgeschrieben worden sind.

Steuern in Höhe von TEUR 2.706 gebildet. Nach gegenwärtiger Rechtslage ist die Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge im Inland zeitlich unbeschränkt möglich.

16. Sachanlagen

Im Geschäftsjahr wurden für ausländische steuerliche Verlustvor-

Hinsichtlich der Entwicklung der Sachanlagen wird auf den

träge in Höhe von TEUR 4.594 (Vorjahr: TEUR 3.479) und für

Anlagespiegel des Nordzucker Konzerns verwiesen.

inländische gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 16.706 (Vorjahr: TEUR 18.269) keine aktiven latenten

Die Vermögenswerte, die die Kriterien eines Finance-Lease nach

Steuern bilanziert, da zukünftiges positives steuerliches Einkom-

IAS 17 erfüllen, betreffen im Wesentlichen ein Speicherbecken in

men in der näheren Zukunft nicht erwartet wird. Des Weiteren

Stöcken und diverse Leasing-Verträge für IT-Ausstattung.

wurden im Inland für vororganschaftliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 297 (Vorjahr: TEUR 297) keine latenten Steuern

Zum 28. Februar 2013 werden Sachanlagen mit Anschaffungs- bzw.

aktiviert, da eine Nutzung während der Organschaft nicht zu­

Herstellungskosten von TEUR 245.843 (Vorjahr: TEUR 238.737)

lässig ist.

genutzt, die bereits vollständig abgeschrieben worden sind.

Für thesaurierte Gewinne und Wechselkursdifferenzen der

In der Berichtsperiode wurden Aufwendungen für selbst erstellte

Tochter­unternehmen und die daraus resultierenden temporären

Sachanlagen in Höhe von TEUR 814 (Vorjahr: TEUR 1.816) aktiviert.

Unterschiede zwischen den Nettovermögen der Tochterunternehmen im IFRS-Konzernabschluss und deren steuerlichem Be-

Der Nordzucker Konzern hat im Geschäftsjahr 2012/13 Entschädi-

teiligungsbuchwert wurden keine latenten Steuern bilanziert.

gungen in Höhe von TEUR 1.824 (Vorjahr: TEUR 1.522) für den

Die temporären Differenzen, aus denen sich hierfür passive

Untergang bzw. die Wertminderung von Sachanlagen von Dritten,

latente Steuern ergeben könnten, belaufen sich zum Bilanzstich-

z.B. Versicherungen, erhalten.

tag auf TEUR 364.353 (Vorjahr: TEUR 170.223). Würden für diese zeitlichen Unterschiede latente Steuern angesetzt werden,

Die Netto-Buchwerte der aktivierten Leasinggegenstände teilen sich

wären für deren Bewertung nach deutschem Steuerrecht ledig-

wie folgt auf:

lich 5 % der Veräußerungsgewinne bzw. der Dividenden zzgl. eventueller ausländischer Quellensteuer zu berücksichtigen.

Finance-Leases 28.2.2013

29.2.2012

Technische Anlagen und Maschinen

607

711

Finance-Leases

607

711

TEUR


Konzernanhang

17. Werthaltigkeitstest der immateriellenVermögenswerte und Sachanlagen

Darüber hinaus fielen Aufwendungen in Höhe von TEUR 9 (Vor-

Werthaltigkeitstests für die immateriellen Vermögenswerte und

Der Zeitwert der gehaltenen Immobilien beträgt zum 28. Februar

Sachanlagen werden im Wesentlichen auf der Grundlage der je-

2013 TEUR 9.502 (Vorjahr: TEUR 10.991). Die Bestimmung des

weiligen Nutzungswerte auf Ebene zahlungsmittelgenerierender

Zeitwertes erfolgte aufgrund von internen Einschätzungen der

Einheiten durchgeführt. Die zahlungsmittelgenerierenden Einhei-

Marktwerte auf der Basis von Vergleichsobjekten.

89

jahr: TEUR 11) an, denen keine Mieterlöse gegenüber standen.

ten sind entsprechend der Geschäftsaktivitäten des Nordzucker Konzerns sowie unter Berücksichtigung regionaler Aspekte be-

Im Geschäftsjahr 2012/13 und im Vorjahr wurden keine nachträg-

stimmt worden.

lichen Anschaffungskosten aktiviert.

Hinsichtlich des in der Konzernbilanz angesetzten Geschäftsoder Firmenwertes der Nordic Sugar Gruppe wurde ein Werthaltig­ keitstest durchgeführt (Ermittlung des Nutzungswertes). Die

19. Finanzanlagen

Cashflows dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurden

Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzanlagen haben sich keine

auf der Grundlage der Planungsrechnungen für die nächsten fünf

wesentlichen Veränderungen im Nordzucker Konzern ergeben.

Jahre ermittelt. Der für die Diskontierung der Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verwendete Vorsteuerzinssatz betrug rund 8,96 % (Vorjahr: 8,74 %). Bei den in die Berech-

19.1. Nach der Equity-Methode konsolidierte Gesellschaften

nung des Netto-Cashflows einfließenden nachhaltigen Ergebnis-

Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen,

sen wurde eine Wachstumsrate von 0 % (Vorjahr: 0 %) angesetzt.

die nach der Equity-Methode bewertet werden, haben insge-

Es ergab sich kein Wertminderungsbedarf für diesen Geschäfts-

samt im Geschäftsjahr ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 8

oder Firmenwert.

(Vorjahr: TEUR 152), Umsatzerlöse von TEUR 1.976 (Vorjahr: TEUR 0), Aktiva in Höhe von TEUR 17.820 (Vorjahr: TEUR

Über den Werthaltigkeitstest auf Berichtsebene hinaus werden

14.547) sowie Schulden in Höhe von TEUR 12.546 (Vorjahr:

Sachanlagen auch einzeln auf ihren jeweils erzielbaren Betrag

TEUR 9.314) in ihren Abschlüssen ausgewiesen.

außerplanmäßig z. B. bei Werkschließungen abgeschrieben und bei Wegfall der Gründe für diese Abschreibung wieder zuge-

Der Anteil des Nordzucker Konzerns an den Gewinnen/Verlusten

schrieben. Im Geschäftsjahr haben sich keine Zuschreibungen

der assoziierten Unternehmen betrug in der Berichtsperiode

ergeben (Vorjahr: TEUR 1.537).

TEUR -821 (Vorjahr: TEUR 76), da neben dem laufenden Ergebnisbeitrag eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 825 auf ein Gemeinschaftsunternehmen vorgenommen

18. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien

wurde. Bei der Einbeziehung nach der Equity-Methode werden die Ver-

Die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien im Nordzucker

luste aus den assoziierten Unternehmen, die den Beteiligungs-

Konzern betreffen insbesondere Wohnungen sowie nicht betriebs­

buchwert bzw. sonstige langfristige Forderungen aus der Finan-

notwendige Grundstücke.

zierung dieses Unternehmens übersteigen würden, nicht erfasst, da keine Nachschusspflicht besteht.

Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden Mieterlöse in Höhe von TEUR 133 (Vorjahr: TEUR 74) erzielt, denen Aufwendungen in

Im Berichtsjahr hat der Nordzucker Konzern keine Dividenden

Höhe von TEUR 171 (Vorjahr: TEUR 228) gegenüberstehen.

erhalten.


90

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Konzern-Anlagespiegel Vorjahr (2011/12) der Nordzucker AG, Braunschweig

Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. Zeitwerte

Stand am 1.3.2011

Währungseffekte

Zugang

Umbuchungen

Abgang

Stand am 29.2.2012

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

147.182

-431

7.533

358

1.775

152.867

Immaterielle Vermögenswerte Erworbene Rechte und Lizenzen Selbst erstellte Software Geschäfts- oder Firmenwerte Geleistete Anzahlungen

4.447

-1

0

0

0

4.446

89.072

216

0

0

0

89.288

330

2

61

-324

55

14

241.031

-214

7.594

34

1.830

246.615

Sachanlagen Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

481.058

-1.584

1.195

-1.198

18.069

461.402

1.491.616

-1.254

19.410

22.983

17.831

1.514.924

45.799

-307

1.699

2.272

3.108

46.355

4.614

-204

34.104

-26.026

80

12.408

2.023.087

-3.349

56.408

-1.969

39.088

2.035.089

14.568

0

2

1.986

4.075

12.481

2.278.686

-3.563

64.004

51

44.993

2.294.185


91

Konzernanhang

Abschreibungen

Buchwerte

Stand am 1.3.2011

Währungseffekte

planmäßige

außerplanmäßige

Zuschreibungen

Umbuchungen

Abgang

Stand am 29.2.2012

Stand am 29.2.2012

Stand am 28.2.2011

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

57.184

-232

13.174

358

250

0

1.666

68.568

84.299

89.998

3.912

0

114

0

82

0

0

3.944

502

535

38

-1

0

0

0

0

0

37

89.251

89.034

0

0

0

0

0

0

0

0

14

330

61.134

-233

13.288

358

332

0

1.666

72.549

174.066

179.897

231.648

421

11.822

1.675

504

-1.430

15.737

227.895

233.507

249.410

849.084

757

57.658

19.092

76

-712

16.529

909.274

605.650

642.532

36.152

-485

2.904

56

0

991

2.905

36.713

9.642

9.647

147

1

0

0

0

0

0

148

12.260

4.467

1.117.031

694

72.384

20.823

580

-1.151

35.171

1.174.030

861.059

906.056

6.052

-1

37

55

624

1.151

974

5.696

6.785

8.516

1.184.217

460

85.709

21.236

1.536

0

37.811

1.252.275

1.041.910

1.094.469


92

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Konzern-Anlagespiegel 2012/13 der Nordzucker AG, Braunschweig

Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. Zeitwerte

Stand am 1.3.2012

Währungseffekte

Zugang

Umbuchungen

Abgang

Stand am 28.2.2013

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

152.867

881

3.826

177

2.127

155.624

Immaterielle Vermögenswerte Erworbene Rechte und Lizenzen Selbst erstellte Software Geschäfts- oder Firmenwerte Geleistete Anzahlungen

4.446

0

0

0

0

4.446

89.288

-214

0

0

0

89.074

14

0

929

-14

0

929

246.615

667

4.755

163

2.127

250.073

Sachanlagen 461.402

1.042

3.668

-2.451

2.740

460.921

1.514.924

5.066

35.499

25.340

11.053

1.569.776

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

46.355

56

2.669

1.573

4.673

45.980

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

12.408

-2

27.462

-27.500

49

12.319

2.035.089

6.162

69.298

-3.038

18.515

2.088.996

12.481

0

6

-1.263

62

11.162

2.294.185

6.829

74.059

-4.138

20.704

2.350.231

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Umbuchungen zu Nettobuchwerten in Höhe von TEUR 1.705 betreffen Vermögenswerte der Nordzucker AG und der ungarischen Gesellschaft, die zur Veräußerung bestimmt sind.


Konzernanhang

Abschreibungen

Buchwerte

Stand am 1.3.2012

Währungseffekte

planmäßige

außerplanmäßige

Umbuchungen

Abgang

Stand am 28.2.2013

Stand am 28.2.2013

Stand am 29.2.2012

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

TEUR

68.568

197

13.979

2

10

2.110

80.646

74.978

84.299

3.944

0

109

0

0

0

4.053

393

502

37

0

0

0

0

0

37

89.037

89.251

0

0

0

0

0

0

0

929

14

72.549

197

14.088

2

10

2.110

84.736

165.337

174.066

227.895

-78

11.704

230

-6.455

1.722

231.574

229.347

233.507

909.274

1.764

57.536

555

8.904

9.731

968.302

601.474

605.650

36.713

9

3.405

5

218

4.428

35.922

10.058

9.642

148

0

0

0

0

0

148

12.171

12.260

1.174.030

1.695

72.645

790

2.667

15.881

1.235.946

853.050

861.059

5.696

0

34

3

-244

4

5.485

5.677

6.785

1.252.275

1.892

86.767

795

2.433

17.995

1.326.167

1.024.064

1.041.910

93


94

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

19.2. Sonstige Finanzanlagen Für die in den sonstigen Finanzinstrumenten des Anlagevermö-

21. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

gens enthaltenen Finanzinstrumente der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ erfolgt der Wertansatz zum Bilanzstichtag

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie

zum Zeitwert bzw., sofern dieser aufgrund des Fehlens eines

folgt zusammen:

aktiven Marktes oder über andere Bewertungsmethoden nicht verlässlich ermittelt werden kann, zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.2.2013

29.2.2012

214.483

197.963

Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2.059

3.540

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Fremde

212.424

194.423

TEUR

Im Berichtsjahr wurde die bisher quotal konsolidierte SWEET­GREDIENTS GmbH & Co.KG wegen untergeordneter Bedeutung entkonsolidiert. Der Beteiligungsbuchwert in Höhe von TEUR 3.122 ist in den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen. Die Anteile an der Tereos TTD a.s. werden trotz einer Beteiligungs­

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen brutto

quote von 35,38 % hier ausgewiesen, da aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Regelungen kein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausgeübt werden kann.

Angaben zu den Ausfallrisiken und zur Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter der Textziffer 37

Im Berichtsjahr hat der Nordzucker Konzern Dividenden in Höhe

enthalten. Der Aufwand aus der Wertberichtigung von Forderun-

von TEUR 4.713 (Vorjahr: TEUR 3.763) erhalten.

gen aus Lieferungen und Leistungen des Geschäftsjahrs beträgt TEUR 562 (Vorjahr: TEUR 905).

20. Vorräte Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

22. Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

Vorräte

Die Forderungen gegen nahestehende Personen und Unterneh28.2.2013

29.2.2012

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

46.885

44.451

Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen

50.491

43.373

TEUR

Fertige Erzeugnisse und Waren Vorräte

men setzen sich wie folgt zusammen: Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

930.387

810.414

TEUR

1.027.763

898.238

Forderungen gegen assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Die unfertigen Erzeugnisse enthalten im Wesentlichen zur Herstellung von Bioethanol benötigten Dicksaft.

28.2.2013

29.2.2012

132

102

Forderungen gegen sonstige nahestehende Personen und Unternehmen

4.132

131

Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen

4.264

233

Vorräte in Höhe von TEUR 3.025 (Vorjahr: TEUR 1.258) wurden zu ihrem Nettoveräußerungswert bilanziert. Die Wertberichtigung auf Vorräte beträgt TEUR 2.949 (Vorjahr: TEUR 2.306).

Die nach Konsolidierung verbleibenden Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen sind der Klasse von ­Finanzinstrumenten „Finanzielle Vermögenswerte und sonstige Forderungen“ zugeordnet. Angaben zu den in dieser Klasse bestehenden Ausfallrisiken und zur Altersstruktur sind der Text­ ziffer 37 zu entnehmen.


Konzernanhang

95

25. Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte

23. Finanzielle Vermögenswerte Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Die Vermögenswerte, die gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung klassifiziert sind, umfassen Grundstücke und Bauten mit einem

Finanzielle Vermögenswerte TEUR

Wert von TEUR 2.497 (Vorjahr: TEUR 1.867). 28.2.2013

29.2.2012

Schadensersatzansprüche

3.260

711

Positiver Zeitwert von Derivaten

5.033

7.695

0

10

4.304

4.776

12.597

13.192

Wertpapiere „Available for sale“ Übrige finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte

26. Eigenkapital Die Veränderung des Konzerneigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Das Kapitalmanagement des Nordzucker Konzerns ist insbesondere auf eine starke Eigenkapitalbasis und eine nachhaltige Divi-

Die finanziellen Vermögenswerte sind in Höhe von TEUR 0

dendenpolitik ausgelegt, um einerseits die laufende Geschäftstä-

(Vorjahr: TEUR 7) langfristig.

tigkeit sicherzustellen und andererseits den Aktionären eine angemessene Dividendenrendite zu ermöglichen. Die rechnerische

Die finanziellen Vermögenswerte sind mit Ausnahme der positi-

Eigenkapitalquote beträgt zum 28. Februar 2013 55 % (Vorjahr:

ven Zeitwerte von Derivaten und den Wertpapieren als „zur

44 %). Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen,

Veräußerung verfügbar“ der Klasse von Finanzinstrumenten

eine Dividende in Höhe von EUR 1,80 je Stückaktie (Vorjahr:

„Finanzielle Vermögenswerte und sonstige Forderungen“ zugeord-

EUR 1,00 je Stückaktie) auszuschütten.

net. Angaben zu den in dieser Klasse bestehenden Ausfallrisiken und zur Alterstruktur werden unter der Textziffer 37 gemacht.

Die Nordzucker AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapital­ erfordernissen. Der Vorstand steuert den Konzern erfolgsbezogen

Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sind in der Klasse

auf der Grundlage kapitalmarktorientierter Unternehmensziele,

von Finanzinstrumenten „Finanzanlagen“ enthalten, die der Kate-

die durch das Erreichen bestimmter Konzernkennzahlen gemes-

gorie „zur Veräußerung verfügbar“ zugeordnet werden, und sind

sen werden. Als maßgebliche Konzernkennzahlen dienen die

vollständig zu Zeitwerten bilanziert.

Gesamtleistungsrentabilität, die Umsatzrendite, die Eigenkapitalquote sowie die Eigenkapitalrendite, für die bestimmte Zielwerte definiert wurden.

24. Sonstige Vermögenswerte

26.1. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) beträgt zum 28. Februar

Die sonstigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:

2013 unverändert EUR 123.651.328,00 und ist in 48.301.300 auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt.

Sonstige Vermögenswerte 28.2.2013

29.2.2012

Forderungen aus sonstigen Steuern

50.092

31.510

Übrige sonstige Vermögenswerte

12.293

31.830

Sonstige Vermögenswerte

62.385

63.340

TEUR

Das Grundkapital ist voll eingezahlt und hat wie im Vorjahr einen rechnerischen Anteil am gezeichneten Kapital von EUR 2,56 je Aktie. Als Aktionär mit mehr als 50 % der Aktien war am Bilanzstichtag die Nordzucker Holding Aktiengesellschaft, Braunschweig, mit

Die sonstigen Vermögenswerte sind in Höhe von TEUR 9 (Vor-

76,23 % legitimiert.

jahr: TEUR 1.369) langfristig. Seit diesem Berichtsjahr werden Forderungen aus Energiesteuererstattungen unter den Forderun-

26.2. Kapitalrücklage

gen aus sonstigen Steuern ausgewiesen. Im Vorjahr erfolgte der

Die Kapitalrücklage wurde aus Aufgeldern aus Kapitalerhöhun-

Ausweis in Höhe von TEUR 12.854 unter den übrigen sonstigen

gen der Nordzucker AG gebildet.

Vermögenswerten.


96

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

26.3. Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

26.5. Anteile ohne beherrschenden Einfluss

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital umfasst die in den ver-

Die Anteile anderer Gesellschafter entfallen im Wesentlichen auf

gangenen Geschäftsjahren sowie in der laufenden Periode er-

die folgenden Unternehmen:

zielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen von Unternehmenserwerben entstanden sind, die vor dem

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

1.März 2004 durch den Konzern durchgeführt worden sind,

TEUR

Unternehmen. Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen

wurden mit den Rücklagen verrechnet. Der Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen wurde in der IFRS-Eröffnungsbilanz mit dem erwirtschafteten Eigenkapital verrechnet.

28.2.2013

29.2.2012

Sucros OY

29.844

26.924

AB Nordic Sugar Kėdainiai

16.929

14.278

Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG

2.458

0

Považský cukor a.s.

2.272

1.708

Im erwirtschafteten Konzerneigenkapital ist mit TEUR 12.365

Cukrownia Melno S.A., i.L.

210

211

die gesetzliche Rücklage von 10 % des gezeichneten Kapitals

Sonstige Gesellschaften

167

139

enthalten, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht zur

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

51.880

43.260

Ausschüttung zur Verfügung steht (§150 AktG). 26.4. Kumuliertes übriges Eigenkapital Das kumulierte übrige Eigenkapital setzt sich wie folgt

Im Berichtsjahr wurden 30 % der Anteile an der Norddeutsche

zusammen:

Flüssigzucker GmbH & Co. KG veräußert. In der EigenkapitalVeränderungsrechnung ist dieser Vorgang in der Zeile „Sonstige“ ausgewiesen.

Kumuliertes übriges Eigenkapital TEUR

Zeitwertanpassung bei Derivaten in Cashflow Hedges

28.2.2013

29.2.2012

897

246

Währungsdifferenzen aus der Konsolidierung ausländischer Tochtergesellschaften

58.004

51.436

Kumuliertes übriges Eigenkapital

58.901

51.682

27. Pensionsverpflichtungen Rückstellungen für Pensionen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter des Nordzucker Konzerns sowie für deren Hinterbliebene gebildet.

Zum 28. Februar 2011 betrug die Rücklage für Zeitwertanpas-

Die Ausgestaltung der Altersversorgung richtet sich nach den

sung bei Derivaten in Cashflow Hedges TEUR 2.064 und die im

rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der

Eigenkapital erfassten Währungsdifferenzen aus der Konsolidierung

jeweiligen Länder.

ausländischer Tochtergesellschaften TEUR 52.920. Die Versorgungssysteme innerhalb des Konzerns sind sowohl beitrags- (defined contribution plans) als auch leistungsorientiert (defined benefit plans). Die Pensionszusagen basieren auf Betriebsvereinbarungen sowie in wenigen Fällen auf Einzelzusagen mit fixierten Auszahlungsbeträgen. Für die leistungsorientierten Versorgungssysteme bestehen sowohl rückstellungsfinanzierte als auch durch Planvermögen gedeckte Zusagen. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für die leistungs­ orientierten Versorgungssysteme erfolgt nach IAS 19 auf der Grundlage versicherungsmathematischer Annahmen. In den Geschäftsjahren 2012/13 bzw. im Vorjahr wurden die folgenden gewichteten Parameter angewendet:


97

Konzernanhang

Pensionsverpflichtungen Parameter

Pensionsrückstellungen 28.2.2013

29.2.2012

Rechnungszins (%)

3,45

4,75

Gehaltstrend (%)

2,50

2,50

Rententrend (%)

1,50

1,50

TEUR

Veränderung des Anwartschafts­ barwerts Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahrs Dienstzeitaufwand des Geschäftsjahrs

Hinsichtlich der Lebenserwartung wurden bei den inländischen Unternehmen des Nordzucker Konzerns die Richttafeln 2005 G

Zinsaufwand für die Pensionsrück­ stellung im Geschäftsjahr Rentenzahlungen

von Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Übertragungen von Pensionen auf andere Unternehmen

Für die leistungsorientierten Versorgungssysteme entstanden in

Effekte von Pensionsplankürzungen und Pensionsplanaufhebungen

TEUR 7.818), die sich wie folgt zusammensetzen:

Versicherungsmathematischer Gewinn (-)/ Verlust (+) des laufenden Geschäftsjahrs

Pensionsaufwand

Auswirkungen von Wechselkurs­ veränderungen

TEUR

Anwartschaftsbarwert zum Ende des Geschäftsjahrs

2012/13 Aufwendungen in Höhe von TEUR 22.635 (Vorjahr:

Dienstzeitaufwand Effekte von Pensionsplankürzungen und Pensionsplanaufhebungen Amortisation unrealisierter versicherungsmathematischer Gewinne (-) und Verluste (+) Zinsaufwand für die Pensionsrückstellung im Geschäftsjahr Rendite des Pensionsplanvermögens Auswirkungen von Wechselkurs­ veränderungen Pensionsaufwand

28.2.2013

29.2.2012

2.816

2.058

Veränderung des Planvermögens

0

-2

Barwert des Planvermögens für gedeckte Pensionsverpflichtungen zu Beginn des Geschäftsjahrs

13.877

-209

9.043

8.832

-3.170

-2.861

68

0

22.635

7.818

Zuwendungen an Versorgungseinrichtungen/Planvermögen

28.2.2013

29.2.2012

188.076

179.250

2.816

2.058

9.043

8.832

-10.898

-10.885

0

-71

-2

-2

32.612

8.751

2.022

143

223.670

188.076

35.685

38.223

1.524

152

Einzahlungen aus dem Planvermögen

-5.039

-3.682

Rendite des Pensionsplan­vermögens

1.516

992

Barwert des Planvermögens für gedeckte Pensionsverpflichtungen zum Ende des Geschäftsjahrs

33.686

35.685

189.984

152.391

-32.756

-12.383

157.227

140.008

Netto-Pensionsverpflichtungen Unrealisierte versicherungsmathematische Gewinne (+)/ Verluste (-) Pensionsrückstellungen

Die in der Bilanz erfassten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen haben sich wie folgt entwickelt: Die erwartete Rendite des Pensionsplanvermögens beträgt TEUR 3.170 (Vorjahr: TEUR 2.861), die erfahrungsbedingte Abweichung im Berichtsjahr TEUR -1.654 (Vorjahr: TEUR -1.868). Zum 28. Februar 2011 betrug die erfahrungsbedingte Abweichung TEUR -760 (28. Februar 2010: TEUR 496; 28. Februar 2009: TEUR -620). Zum 28. Februar 2011 betrugen der Barwert der Pensionsverpflichtungen TEUR 179.250 (28. Februar 2010: TEUR 177.181; 28. Februar 2009: TEUR 137.657), der Barwert des Planvermögens TEUR 38.223 (28. Februar 2010: TEUR 39.335; 28. Februar 2009: TEUR 41.667), die unrealisierten versicherungsmathematischen Gewinne (+)/ Verluste (-) TEUR -1.633 (zum 28. Februar 2010: TEUR -2.542 und zum 28. Februar 2009: TEUR +10.942) und die Pensionsrückstellung TEUR 139.394 (28. Februar 2010: TEUR 135.304; 28. Februar 2009: TEUR 106.932). Auf das Planvermögen entfallen in diesem Zeitraum keine unrealisierten Gewinne oder Verluste.


98

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

28. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen: Sonstige Rückstellungen TEUR

Stand 29.2.2012

WährungsZuführung/ kurseffekte Umgliederungen

Inanspruchnahme

Auflösung

Stand 28.2.2013

Rekultivierungsverpflichtungen

6.615

53

0

252

100

6.316

Jubiläumsaufwendungen

2.253

23

644

108

0

2.812

Altersteilzeit Tantiemen, Prämien und andere Gratifikationen

5.878

0

1.688

754

0

6.812

11.113

7

13.668

10.823

297

13.668

4.639

0

109

1.670

33

3.045

Übrige sonstige Rückstellungen

60.976

-151

48.280

28.250

7.284

73.571

Sonstige Rückstellungen

91.474

-68

64.389

41.857

7.714

106.224

Vorruhestand, Abfindungen

Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe von TEUR 32.540

von TEUR 10.939 aus den sonstigen Verbindlichkeiten in

(Vorjahr: TEUR 23.415) langfristig.

diesen Bilanzposten umgegliedert. Es handelt sich um die in Vorjahren getroffene Vorsorge für wahrscheinliche Zahlungen

Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthält die

von Produktionsabgaben.

voraussichtlich anfallenden Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Rückbau und der Rekultivierung von betrieblich genutzten Flächen sowie Rückbauverpflichtungen an ehemaligen Produktionsstandorten.

29. Finanzverbindlichkeiten Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Die Rückstellung für Vorruhestand und Abfindungen umfasst die voraussichtlichen Verpflichtungen des Konzerns aufgrund getroffener betrieblicher Vorruhestandsvereinbarungen im Rahmen eines Sozialplans, der im Zusammenhang mit den in den Folgejahren eintretenden Veränderungen der Zuckermarkt­ ordnung abgeschlossen wurde. Des Weiteren sind in dieser

Finanzverbindlichkeiten TEUR

28.2.2013

29.2.2012

70.050

255.577

634

748

70.684

256.325

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Rückstellung auch Verpflichtungen aus sonstigen Einzelver­

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

einbarungen enthalten.

Finanzverbindlichkeiten

Die übrigen sonstigen Rückstellungen wurden u. a. gebildet für Boni und Provisionen, drohende Verluste aus schwebenden

Die zum 28. Februar 2013 bestehenden Verbindlichkeiten gegen-

Geschäften, ausstehende Rechnungen und sonstige zu erwar-

über Kreditinstituten sind durch die folgenden Fälligkeiten gekenn-

tende Belastungen. Im Berichtsjahr wurde ein Betrag in Höhe

zeichnet:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

TEUR 28.2.2013 29.2.2012

Restlaufzeit bis zu einem Jahr

Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren

Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren

Summe

66.013

0

4.037

70.050

167.741

81.008

6.828

255.577

Die Verzinsung der Darlehen ist teilweise abhängig von be­ stimmten Unternehmenskennzahlen wie Eigenkapitalquote sowie EBITDA im Verhältnis zu Verschuldungsgrad und Zinsaufwand. Zur Sicherung der Liquiditätsversorgung der Nordzucker AG wurde am 17. Juni 2011 ein SyndicatedLoan mit einer Laufzeit von fünf Jahren vereinbart.


99

Konzernanhang

Der im SyndicatedLoan für die kurzfristige Finanzierung des ope-

Der Posten ist in Höhe von TEUR 5.500 (Vorjahr: TEUR 5.500)

rativen Geschäftsvolumens enthaltene „RevolvingCredit“ gewährt

langfristig.

einen Kreditrahmen von TEUR 465.000, wovon zum Bilanzstichtag TEUR 395.892 (Vorjahr: TEUR 365.000) nicht in Anspruch ge-

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und

nommen worden sind.

Unternehmen sind der Klasse von Finanzinstrumenten „Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber nahe-

Des Weiteren bestanden zum Bilanzstichtag weitere bilaterale

stehenden Personen und Unternehmen“ zugeordnet.

Kreditlinien, von denen zum Bilanzstichtag TEUR 47.727 (Vorjahr: TEUR 44.957) nicht in Anspruch genommen sind. Im Geschäftsjahr wurden keine finanziellen Vermögenswerte im

32. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sinne des IFRS 7.14 als Sicherheiten für Finanzverbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt

durch den Nordzucker Konzern gestellt.

zusammen: Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

28.2.2013

29.2.2012

Negativer Zeitwert von Derivaten

2.615

13.002

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten

4.061

4.079

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

6.676

17.081

TEUR

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.2.2013

29.2.2012

Verbindlichkeiten gegenüber Rübenlieferanten

393.530

326.752

TEUR 294 (Vorjahr: TEUR 1.181) langfristig.

Andere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

71.895

128.370

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind mit Ausnahme

465.425

455.122

TEUR

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind in Höhe von

der Derivate der Klasse von Finanzinstrumenten „Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen“ zugeordnet. Die negativen Zeitwerte von Derivaten werden in der Klasse von Finanzinstrumenten „Derivate“ geführt.

31. Verbindlichkeiten gegenüber nahe­ stehenden Personen und Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und

33. Sonstige Verbindlichkeiten

Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Die sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

Sonstige Verbindlichkeiten

TEUR

Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

28.2.2013

5.500

29.2.2012

5.500

28.2.2013

29.2.2012

Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit

23.279

19.700

Investitionszulagen, -zuschüsse und sonstige Förderungen

11.584

16.897

3.852

5.452

TEUR

Abgrenzungen 16.246

21.746

11.498

16.998

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

95

222

Übrige sonstige Verbindlichkeiten

11.312

29.170

Sonstige Verbindlichkeiten

50.122

71.441


100

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 12.555

vative Finanzinstrumente und an anderen Unternehmen gehaltene

(Vorjahr: TEUR 20.985) langfristig.

Eigenkapitalinstrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen vertragliche Verpflichtungen, ein Barvermögen oder andere finan-

Die Verbindlichkeiten aus Investitionszulagen, -zuschüssen und

zielle Vermögenswerte abzugeben. Hierzu zählen aufgenommene

sonstigen Förderungen resultieren aus entsprechenden Zu­

Darlehen, kurzfristige Kredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen

wendungen der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit der

und Leistungen und Derivate.

Anschaffung oder Herstellung von begünstigten Sachanlagen. Sie werden über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermö-

Die nachstehenden Darstellungen geben Auskunft über die Buch-

genswerte erfolgswirksam aufgelöst.

werte der einzelnen Bewertungskategorien. Zudem werden die beizulegenden Zeitwerte je Klasse von Finanzinstrumenten ge-

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesent­

zeigt. Die Darstellungen gestatten den Vergleich zwischen den

lichen Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern aus ausstehen-

Buch- und den beizulegenden Zeitwerten.

den Lohn- und Gehaltszahlungen. Für flüssige Mittel und andere kurzfristige originäre Finanzinstrumente, d. h. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, finan-

Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

zielle Vermögenswerte, derivative Finanzinstrumente und sonstige Forderungen sowie Verbindlichkeiten, entsprechen die Zeitwerte den zu den jeweiligen Stichtagen bilanzierten Buchwerten. Die Fair Value Option kommt im Nordzucker Konzern nicht zur

34. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds

Anwendung. Zum Bilanzstichtag existieren ebenfalls keine Finanzinstrumente der Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehalten“.

Der Finanzmittelfonds beinhaltet lediglich die Finanzmittel gemäß Bilanzausweis. Hierbei handelt es sich um liquide Mittel,

Die Nettoerfolge aus Finanzinstrumenten – zugeordnet zu den in

die jederzeit verfügbar sind.

Ziffer 3.8 genannten Bewertungskategorien nach IAS 39 – ergeben sich aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, aus Wert-

Aus den in der Konzernkapitalflussrechnung ausgewiesenen

minderungen, Wertaufholungen und aus Ausbuchungen. Hinzu

Finanzmittelfonds wurden keine Mittel für Bankbürgschaften

kommen Zinserträge und -aufwendungen und sonstige Ergebnis-

bzw. Sicherheitshinterlegungen verwendet.

komponenten aus Finanzinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

35. Nicht zahlungswirksame Transaktionen

Das Zinsergebnis enthält Zinserträge in Höhe von TEUR 411

In Berichtsjahr bzw. im Vorjahr sind keine wesentlichen nicht

7.174 (Vorjahr: TEUR 30.289) aus Finanzinstrumenten, die nicht

zahlungswirksamen Vorgänge im Finanzierungs- und Investitions-

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

(Vorjahr: TEUR 1.826) und Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR

bereich erfolgt. Im Berichtszeitraum wurden keine Zinserträge aus wertberichtigten finanziellen Vermögenswerten vereinnahmt.

Sonstige Angaben 36. Weitere Angaben zu den Finanzinstrumenten

37. Risikomanagement 37.1. Allgemeine Angaben Nordzucker verfügt über ein unternehmensweites System zur

Als Finanzinstrumente gelten Verträge, die gleichzeitig bei einem

frühzeitigen Identifikation und laufenden Überwachung von

Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts

Risiken sowie zu deren Bewertung und ihrer Begrenzung. Durch

und bei der Gegenpartei zur Entstehung einer finanziellen Ver-

das integrierte Risikomanagementsystem werden Risiken und

bindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führen.

Maßnahmen umfassend ermittelt und in der operativen und strategischen Planung berücksichtigt. Im Rahmen des Risiko­

Finanzielle Vermögenswerte umfassen in diesem Zusammenhang

managements werden potenzielle Risiken wie Ausfall- bzw.

liquide Mittel, vertraglich zugesicherte Rechte zum Empfang von

Kreditrisiken, Liquiditäts- und Wechselkursrisiken sowie Zins­

Barmitteln oder anderweitigen finanziellen Vermögenswerten wie

risiken fortlaufend bewertet und daraus Maßnahmen entwickelt

zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deri-

und umgesetzt. Operative und strategische Entscheidungen


101

Konzernanhang

erfolgen stets auch unter Risiko-Gesichtspunkten. Das konzern-

Der Nordzucker Konzern sieht sich keinem signifikanten Bonitäts-

weite Berichts- und Controllingsystem gewährleistet die konti-

risiko gegenüber einer einzelnen Vertragspartei ausgesetzt. Die

nuierliche Information aller verantwortlichen Entscheidungsträger.

Konzentration des Bonitätsrisikos ist aufgrund der heterogenen Kundenstrukturen des Nordzucker Konzerns begrenzt. Eine spezielle

Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit

Überwachung und Steuerung auf Basis bestimmter Risikokategorien

Ausfall- bzw. Kreditrisiken, Liquiditäts- und Wechselkursrisiken so-

zur Vermeidung von Risikokonzentrationen erfolgt daher nicht.

wie Zinsrisiken ausgesetzt. Die genannten Risiken werden durch adäquate Risikomanagementverfahren gesteuert. Der Nordzucker

Das maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten der bilan-

Konzern setzt zur Absicherung von Zins- und Wechselkursschwan-

zierten finanziellen Vermögenswerte abzüglich jeglicher Wert­

kungen sowie zur Absicherung von Rohstoffkosten derivative

berichtigungen ohne Berücksichtigung der risikomindernden

Finanzinstrumente ein. Der Einsatz dieser Derivate ist durch ent-

­Vereinbarungen (siehe die Übersichten zu Klassen und Katego­

sprechende Richtlinien des Konzerns geregelt und auf die Absi-

rien der Finanzinstrumente).

cherung bestehender Grundgeschäfte sowie geplanter Transak­ tionen, deren Eintreten hinreichend wahrscheinlich ist, beschränkt.

Im Berichtszeitraum wurde bei keinen finanziellen Vermögens-

Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, die

werten eine Neuverhandlung der Vertragskonditionen vorge-

Handlungsrahmen und die Berichterstattung sowie die strikte

nommen, ohne die es zu Überfälligkeiten und/oder Wertminde-

Trennung von Handel und Abwicklung festgelegt. Diese transpa-

rungen gekommen wäre.

rente und funktionale Organisation des Risikosteuerungsprozesses gilt für alle Risikoarten.

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen deuten zum Abschluss-

37.2. Ausfallrisiko

stichtag keinerlei Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner des

Als Kredit- bzw. Ausfallrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die

Nordzucker Konzerns ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach-

Geschäftspartner ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen

kommen werden.

nicht nachkommen und dies für den Nordzucker Konzern zu einem Verlust führt. Zur Reduktion des Bonitätsrisikos werden

Die nachstehende Tabelle zeigt für die relevanten Klassen von

die Geschäftspartner im Rahmen des Kreditrisikomanagements

Finanz­instrumenten die Gesamtbuchwerte, die Buchwerte der

einer Bonitätsprüfung unterzogen. Erkennbaren Ausfallrisiken

weder im Wert geminderten noch überfälligen finanziellen Ver­

wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getra-

mögens­werte sowie eine Altersstruktur der zwar nicht wert­

gen, wobei die Risiken von Forderungsausfällen zum Teil durch

geminderten, jedoch überfälligen finanziellen Vermögenswerte:

Warenkreditversicherungen begrenzt sind. Zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig

Altersstruktur finanzieller Vermögenswerte

Gesamtbuchwert

Zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig

Weniger als 30 Tage

Zwischen 31 und 60 Tagen

Zwischen 61 und 90 Tagen

Zwischen 91 und 180 Tagen

Mehr als 181 Tage

Finanzanlagen

23.537

23.537

0

0

0

0

0

Finanzielle Vermögenswerte und sonstige Forderungen

16.125

16.125

0

0

0

0

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

212.424

191.083

15.143

1.535

1.316

1.271

2.076

252.086

230.745

15.143

1.535

1.316

1.271

2.076

TEUR

Stand 28.2.2013

Summe Stand 29.2.2012 Finanzanlagen

20.439

20.439

0

0

0

0

0

Finanzielle Vermögenswerte und sonstige Forderungen

5.721

5.721

0

0

0

0

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

194.422

157.703

23.524

830

1.957

9.866

542

Summe

220.582

183.863

23.524

830

1.957

9.866*

542

*) Den Forderungen stehen korrespondierende Verbindlichkeiten gegenüber, die nach dem Bilanzstichtag verrechnet wurden.


102

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Übersicht der Kategorien und Klassen von Finanzinstrumenten im Vorjahr (2011/12) der Nordzucker AG, Braunschweig

Aktiva Bewertung

Summe 29.2.2012

Nominalwert Flüssige Mittel/ Barreserve

Bewertungskategorie

TEUR

At cost

Fair Value

Finanzanlagen

20.429

10

0

0

5.721

0

0

0

194.423

0

0

0

0

7.695

0

0

7.407

0

7.407

0

227.980

7.705

7.407

0

Finanzielle Vermögenswerte und sonstige Forderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Derivate Flüssige Mittel Summe

At cost

Fair Value

Passiva Bewertung

Fortgeführte Anschaffungskosten

Summe 29.2.2012

Finanzielle Verbindlichkeiten bzw. zu fortgef. Anschaffungskosten

Bewertungskategorie

At cost

Fair Value

Finanzverbindlichkeiten

256.325

0

256.325

0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

455.122

0

455.122

0

21.077

0

21.077

0

Derivate

0

13.002

0

0

Summe

732.524

13.002

732.524

0

TEUR

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

At cost

Fair Value


103

Konzernanhang

Fortgeführte Anschaffungskosten Kredite und Forderungen

At cost

Fair Value

Fair Value Zur Veräußerung verfügbare fin. Vermögenswerte (AFS)

At cost

Fair Value

Zu Handelszwecken gehalten (FVTPL-HFT)

At cost

Fair Value

Derivate in Sicherungsbeziehungen nach IAS 39

At cost

Fair Value

70

0

20.359

10

0

0

0

0

5.721

0

0

0

0

0

0

0

194.423

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

5.910

0

1.785

0

0

0

0

0

0

0

0

200.214

0

20.359

10

0

5.910

0

1.785

Fair Value Derivate in Sicherungsbeziehungen nach IAS 39

At cost

Fair Value

Zu Handelszwecken gehalten (FVTPL-HFT)

At cost

Fair Value

Fair Value Option (FVTPL-FVO)

At cost

Fair Value

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1.228

0

11.774

0

0

0

1.228

0

11.774

0

0


104

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Übersicht der Kategorien und Klassen von Finanzinstrumenten 2012/13 der Nordzucker AG, Braunschweig

Aktiva Bewertung

Summe 28.2.2013

Nominalwert Flüssige Mittel/ Barreserve

Bewertungskategorie

TEUR

At cost

Fair Value

Finanzanlagen

23.537

0

0

0

Finanzielle Vermögenswerte und sonstige Forderungen

16.125

0

0

0

212.425

0

0

0

0

5.033

0

0

11.297

0

11.297

0

263.384

5.033

11.297

0

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Derivate Flüssige Mittel Summe

At cost

Fair Value

Passiva Bewertung

Fortgeführte Anschaffungskosten

Summe 28.2.2013

Finanzielle Verbindlichkeiten bzw. zu fortgef. Anschaffungskosten

Bewertungskategorie

TEUR

At cost

Fair Value

Finanzverbindlichkeiten

70.684

0

70.684

0

465.424

0

465.424

0

25.806

0

25.806

0

Derivate

0

2.615

0

0

Summe

561.914

2.615

561.914

0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen

At cost

Fair Value


105

Konzernanhang

Fortgeführte Anschaffungskosten Kredite und Forderungen

At cost

Fair Value

Fair Value Zur Veräußerung verfügbare fin. Vermögenswerte (AFS)

At cost

Fair Value

Zu Handelszwecken gehalten (FVTPL-HFT)

At cost

Fair Value

Derivate in Sicherungsbeziehungen nach IAS 39

At cost

Fair Value

64

0

23.473

10

0

0

0

0

16.125

0

0

0

0

0

0

0

212.425

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

2.038

0

2.995

0

0

0

0

0

0

0

0

228.614

0

23.473

10

0

2.038

0

2.995

Fair Value Derivate in Sicherungsbeziehungen nach IAS 39

At cost

Fair Value

Zu Handelszwecken gehalten (FVTPL-HFT)

At cost

Fair Value

Fair Value Option (FVTPL-FVO)

At cost

Fair Value

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

7

0

2.608

0

0

0

7

0

2.608

0

0


106

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Übersicht der Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten der Nordzucker AG, Braunschweig

28.2.2013 TEUR

aus Zinsen

Flüssige Mittel/Barreserve

329

Kredite und Forderungen

82

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AFS )

3

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (FAHFT und FLHFT)

0

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzverbindlichkeiten (FLAC)

-7.213

Summe

-6.799

29.2.2012 TEUR

aus Zinsen

Flüssige Mittel/Barreserve

1.167

Kredite und Forderungen

659

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AFS ) Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (FAHFT und FLHFT)

-613 0

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzverbindlichkeiten (FLAC)

-29.676

Summe

-28.463


Konzernanhang

107

aus der Folgebewertung

aus Dividenden

zum Fair Value

W채hrungsumrechnung

Wertberichtigung

Wertaufholung

aus Abgang

Nettoergebnis 2012/13

0

0

0

0

0

0

329

0

0

236

-562

104

0

-140

4.713

930

0

0

0

0

5.646

0

-2.582

0

0

0

0

-2.582

0

0

0

0

0

0

-7.213

4.713

-1.652

236

-562

104

0

-3.960

aus der Folgebewertung

aus Dividenden

zum Fair Value

W채hrungsumrechnung

Wertberichtigung

Wertaufholung

aus Abgang

Nettoergebnis 2011/12

0

0

0

0

0

0

1.167

0

0

-773

-907

2

0

-1.019

3.471

-2.587

0

0

0

0

271

0

2.116

0

0

0

0

2.116

0

0

0

0

0

0

-29.676

3.471

-471

-773

-907

2

0

-27.141


108

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Die Finanzinstrumente der Klassen Finanzanlagen, Finanzielle Ver-

nehmen seinen Zahlungsverpflichtungen zu einem vertraglich

mögenswerte und sonstige Forderungen und Forderungen aus

vereinbarten Zeitpunkt nicht nachkommen kann. Zur Sicher­

Lieferungen und Leistungen vor Wertminderungen haben einen

stellung der Liquidität des Nordzucker Konzerns werden die

Bruttobuchwert von insgesamt TEUR 254.145 (Vorjahr: TEUR

Liquiditätsbedürfnisse zentral überwacht und geplant. Es wer-

224.122). Es wurden Wertminderungen in Höhe von TEUR 2.059

den stets ausreichend liquide Mittel gehalten, um allen Ver-

(Vorjahr: TEUR 3.540) vorgenommen.

pflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Kurzfristige Kreditlinien, die bei Bedarf in Anspruch genommen werden

Der Nordzucker Konzern hat weder im Berichtszeitraum noch im

können, stellen zusätzlich die Liquidität sicher.

Vergleichszeitraum Sicherheiten im Sinne von IFRS 7.15 erhalten oder verwertet.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären

37.3. Liquiditätsrisiko

finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstru-

Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass das Unter-

mente ersichtlich.

Vertragliche Restlaufzeiten TEUR

Stand 28.2.2013

Buchwert

Finanzverbindlichkeiten

Bruttozu-/ abflüsse

Restlaufzeit­ bis zu einem Jahr

Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren

Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren

70.684

-71.359

65.284

0

6.075

465.425

-465.425

465.425

0

0

25.806

-25.806

20.306

5.500

0

Derivative finanzielle Vermögenswerte

2.615

-2.615

2.615

0

0

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten

5.033

5.033

5.033

0

0

569.563

-560.172

558.663

5.500

6.075

Finanzverbindlichkeiten

256.325

-265.666

172.998

84.871

7.797

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

455.122

-455.122

455.122

0

0

Sonstige finanzielle Verb. und Verb. ggü. nahest. Pers. und Unt.

21.077

-21.077

15.577

5.500

0

Derivative finanzielle Vermögenswerte

13.002

-13.002

13.002

0

0

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten

7.695

7.695

7.695

0

0

753.221

-747.172

664.394

90.371

7.797

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Verb. und Verb. ggü. nahest. Pers. und Unt.

Summe Stand 29.2.2012

Summe

Einbezogen in die Restlaufzeitenanalyse sind alle Instrumente im

a. Währungsrisiko

Bestand, für die zum Bilanzstichtag bereits Zahlungen vertraglich

Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Geschäftsaktivitäten

vereinbart sind. Erwartete Zahlungen für zukünftig erwartete

in verschiedenen Ländern, die nicht zum Euro-Raum zählen,

Verbindlichkeiten werden nicht berücksichtigt. Die variablen

einem Wechselkursrisiko ausgesetzt.

Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag fixierten Zinssätze er-

IFRS 7 fordert zur Einordnung der Bedeutung der Wechselkursrisi-

mittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind

ken eine Sensitivitätsanalyse. Durch die Anwendung von Sensiti-

entsprechend der Einschätzung der jeweiligen Rückzahlungszeit-

vitätsanalysen wird für diese Risikoart ermittelt, welche Auswir-

punkte zugeordnet.

kungen eine Änderung der genannten Wechselkurse auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital des Nordzucker

37.4. Marktrisiken

Konzerns zum Bilanzstichtag nehmen würde. Die Auswirkungen

Marktrisiken entstehen aus möglichen Veränderungen von Risi-

werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der

kofaktoren, die zu Änderungen von Marktwerten oder zu Ände-

Wechselkurse um 10 % auf den Bestand relevanter Positionen

rungen zukünftiger Zahlungsströme führen. Als relevante Risiko-

in Fremdwährung (Nettorisikoposition in Fremdwährung) zum

faktoren sind für den Nordzucker Konzern Wechselkursschwan-

­Bilanzstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der

kungen und Zinsänderungen von Bedeutung.

Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.


Konzernanhang

Die Nettorisikoposition wird um geplante Transaktionen inner-

weiteren Darlehensbeziehungen zu variablen Konditionen erfol-

halb der kommenden zwölf Monate sowie um vorhandene Siche-

gen sollen. Eine hypothetische Veränderung der für die variablen

rungsinstrumente (auch wenn kein bilanzielles Hedge- Accoun-

verzinslichen Instrumente maßgeblichen Zinssätze um +/-50 Ba-

ting gemäß IAS 39 vorgenommen wird) adjustiert.

sispunkte würde demzufolge aufgrund der Restlaufzeit in diesem

109

Bereich zu unwesentlichen Auswirkungen in Relation zum EigenFremdwährungspositionen in Dänischen Kronen und Litauischen

kapital und Zinsergebnis des Konzerns führen.

Litas unterliegen aufgrund der Angehörigkeit der betreffenden Staaten zum Wechselkursmechanismus der Europäischen Union

c. Sicherungsmaßnahmen

nur einem unwesentlichen Wechselkursrisiko. Das Wechselkurs­

Der Nordzucker Konzern setzt derivative Finanzinstru­mente

risiko aus Fremdwährungspositionen in US-Dollar ist aufgrund

ausschließlich zur Absicherung der Zins und Wechselkursrisiken

der unmittelbaren Absicherung und der damit verbundenen

sowie der Risiken aus Rohstoffpreisänderungen ein.

geringen Höhe dieser Positionen ebenfalls unwesentlich. Grundsätzlich wird das bestehende Zinsänderungsrisiko aus Darüber hinaus betreibt der Nordzucker Konzern eine umfang­

variabel verzinslichen Darlehen durch Zinsderivate reduziert.

reiche Absicherung von tatsächlichen Fremdwährungsrisiken

Alle Zinsderivate sind als Cashflow Hedges im Rahmen des

über den Natural-Hedge-Ansatz wie auch über den gezielten

Hedge Accounting nach IAS 39 designiert. Zum Bilanzstichtag hat

Einsatz von Derivaten mit der Folge, dass die verbleibenden

der Nordzucker Konzern keinerlei Zinsderivate kontrahiert, da

Netto-Risikopositionen unwesentlich sind.

sich der Nordzucker Konzern auf Basis der Finanzplanung zum Bilanzstichtag keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt sieht.

b. Zinsrisiko Der Nordzucker Konzern ist aufgrund seiner Finanzierungs­ak­

Zum Vorjahresbilanzstichtag hatte der Nordzucker Konzern

tivitäten Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Finanzierungen werden

Forward-Swaps zum Nominalbetrag von insgesamt 196,6 Mio.

in verschiedenen Währungsräumen vorgenommen, wobei die

EUR abgeschlossen. Der entsprechende Vorjahresmarktwert

überwiegende Währung der Euro ist. Zinsänderungsrisiken aus

hat TEUR -1.228 betragen.

Finanzierungsaktivitäten, die in Ungarischen Forint, Schwedischen Kronen, Litauischen Litas, Polnischen Zloty oder Dänischen Kronen

Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass die den Siche-

vorgenommen werden, sind wegen der geringen Betragshöhe

rungsmaßnahmen zugrunde gelegten Grundgeschäfte auch

nicht wesentlich.

tatsächlich zustande kommen. Im Falle des Wegfalls einer Sicherungsmaßnahme werden die Beträge, die sich während der

Zum Bilanzstichtag halten die Konzerngesellschaften einen Ge-

Laufzeit im kumulierten übrigen Eigenkapital angesammelt haben,

samtbestand zinstragender bzw. zinssensitiver Instrumente in

aufgelöst, wenn das gesicherte Grundgeschäft ergebniswirk-

Höhe von 65,2 Mio. Euro (Vorjahr: 256,3 Mio. Euro). Diese ent-

sam wird bzw. wenn das gesicherte Grundgeschäft nicht mehr

fallen vollständig auf variabel verzinsliche Instrumente (Vorjahr:

eintritt.

244,6 Mio. Euro). Im Vorjahr entfielen zusätzlich 11,7 Mio. Euro auf festverzinsliche Instrumente.

Zur Reduzierung des Wechselkursrisikos werden neben dem Natural-Hedge-Ansatz in Polen und Schweden die zusätzlich

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitäts-

­entstehenden Bruttopositionen abgesichert. Darüber hinaus

analysen dargestellt. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wird er-

werden Wechselkursrisiken – ebenfalls unterjährig – über ge-

mittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Marktzinssätze

eignete Derivate, wie zum Beispiel Devisentermingeschäfte,

auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf das Eigenkapital

gesichert.

zum Bilanzstichtag haben würde. Der Konzern hält zum Stichtag Derivate, die auf die AbsicheAbweichend zum Vorjahr hat der Nordzucker Konzern zur Ab­

rung von Währungsrisiken und Preisänderungsrisiken im Be-

sicherung des Zinsrisikos der variabel verzinslichen Instrumente

reich Zucker und Energie (CO2) abzielen. Die folgende Tabelle

zum Bilanzstichtag keine Cashflow Hedges abgeschlossen, da

gibt einen Überblick über die im Konzern eingesetzten bilan-

diese Mittel planungsgemäß kurzfristig getilgt werden und keine

zierten derivativen Finanzinstrumente und ihrer Marktwerte:


110

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

2012/13

Derivative Finanzinstrumente Nominalwert

Marktwert Gesamt

Marktwert Vermögen

Marktwert Schulden

Währungsbezogene Geschäfte Devisentermingeschäfte

186.388

-125

982

-1.107

Devisen-Swaps

321.293

2.747

2.995

-248

41.520

-455

1.056

-1.511

549.201

2.167

5.033

-2.866

TEUR

Rohstoffpreisbezogene Geschäfte Sugar-Future Summe

Sämtliche Derivate haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

38. Wesentliche Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Derivate mit Marktwerten in Höhe von TEUR 2.995 (Vermögen) und TEUR 7 (Schulden) werden nicht zu Handelszwecken gehalten. Eine Sensitivitätsanalyse auf die bilanzierten Marktwerte würde zu unwesentlichen Auswirkungen in Relation zum Eigenkapital und Ergebnis des Konzerns führen.

Wesentliche Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Konzernanteil

Region Zentraleuropa NORDZUCKER GmbH & Co. KG, Braunschweig

100 %

Die Marktwertveränderungen von Cashflow Hedges werden in

fuel 21 GmbH & Co. KG, Klein Wanzleben

100 %

Höhe des effektiven Teils erfolgsneutral im Eigenkapital gebucht.

Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co.KG, Braunschweig

70 %

Im Berichtszeitraum wurde ein Betrag in Höhe von TEUR 930 (Vorjahr: TEUR -2.587) im Eigenkapital erfasst.

Region Nordeuropa Nordic Sugar A/S, Kopenhagen/Dänemark

100 %

Bezüglich der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten für

Nordic Sugar AB, Malmö/Schweden

100 %

­Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert

Suomen Sokeri OY, Kantvik/Finnland

80 %

werden, ist eine hierarchische Einstufung vorzunehmen, die in

Sucros OY, Säkvlä/Finnland

80 %

drei Bewertungslevel unterscheidet. Die Bewertung auf dem

AB Nordic Sugar Kėdainiai, Wilna/Litauen

71 %

­Bewertungslevel 1 erfolgt auf Basis unangepasster, auf aktiven

Nordzucker Irland Limited, Dublin/Irland

100 %

Märkten verwendeter Marktpreise. Auf dem Bewertungslevel 2 erfolgt die Bewertung anhand von Preisen, die von Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden. Bei der Bewertung auf Bewertungslevel 3 werden individuelle

Region Osteuropa Považský cukor a.s., Trencianska Teplá/Slowakei

97 %

Nordzucker Polska S.A., Przeżmierowo/Polen

99 %

­Bewertungsparameter zugrunde gelegt. Der Nordzucker Konzern

Gemeinschaftsunternehmen

bewertet Finanzinstrumente auf Basis des Bewertungslevels 2.

NP Sweet A/S, Kopenhagen/Dänemark

50 %

MEF Melasse Extraktion Frellstedt GmbH, Frellstedt/Deutschland

50 %

Der Konzern führt keine eigene Bewertung der Derivate durch. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte (Mark to Market) wird von den Vertragsbanken unter Anwendung anerkannter

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Nordzucker AG und des

­mathematischer Verfahren unter Verwendung vorliegender

Konzerns wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht

Marktdaten vorgenommen (Bewertungslevel 2).

und veröffentlicht. Für die Personenhandelsgesellschaften in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG ●

NORDZUCKER GmbH & Co. KG, Braunschweig

fuel 21 GmbH & Co. KG, Klein Wanzleben

Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG, Braunschweig

wurde die Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung von Jahresabschlüssen nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften gemäß § 264 b HGB in Anspruch genommen.


111

Konzernanhang

39. Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Bei der Nordzucker Holding Aktien­gesellschaft, der Union Zucker

Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten

rinnen der Nordzucker AG; die entsprechenden Verbindlichkei-

für den Nordzucker Konzern die Personen und Unternehmen, die

ten betreffen laufende Verrechnungskonten. Die übrigen Ver-

den Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf die-

bindlichkeiten entfallen auf sonstige nahestehende Unternehmen

sen ausüben oder durch den Konzern beherrscht bzw. maßgeblich

und resultieren im Wesentlichen aus Darlehen sowie Lieferungs-

beeinflusst werden. Zur ersten Gruppe gehören die aktiven Mitglie-

und Leistungsbeziehungen.

Südhannover Gesellschaft mit beschränkter Haftung und der Nordharzer Zucker Aktien­gesellschaft handelt es sich um Gesellschafte-

der der Vorstände und der Aufsichtsräte der Nordzucker AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Nordzucker Holding Aktien­

Die Leistungserbringung für nahestehende Unternehmen betrifft

gesellschaft. Ferner werden die Tochtergesellschaften, die Mutter­

die Nordzucker Holding Aktien­gesellschaft, Braunschweig, und

gesellschaft sowie die assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen

das Finanzergebnis resultiert aus assoziierten und Gemeinschafts-

des Nordzucker Konzerns als nahestehende Personen und Unterneh-

unternehmen.

men definiert. Den Forderungen gegen sowie den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen liegen Geschäftsbeziehungen zu

40. Haftungsverhältnisse

marktüblichen Konditionen zugrunde.

Haftungsverhältnisse des Konzerns bestehen wie folgt:

Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzernabschluss

Haftungsverhältnisse

im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Tochterunterneh-

28.2.2013

29.2.2012

1.395

1.288

men bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit naheste-

TEUR

henden Personen und Unternehmen:

Haftung für Bürgschaften

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen

Zum 28. Februar 2013 sind Vermögenswerte des Sachanlagever-

TEUR

Bilanz Forderungen gegen nahestehende Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen

28.2.2013

29.2.2012

4.263

233

21.745

16.997

1.3.201228.2.2013

1.3.201129.2.2012

mögens in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 42.214) als Sicherheiten für Verbindlichkeiten begeben worden.

41. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen des Konzerns setzen

TEUR

Gewinn- und Verlustrechnung Leistungserbringung für nahestehende Unternehmen Finanzergebnis

391

107

-822

-216

sich wie folgt zusammen: Sonstige finanzielle Verpflichtungen TEUR

Bestellobligo für Sachanlagevermögen

Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen entfallen mit TEUR 4.105 (Vorjahr: TEUR -5.693) fast ausschließlich auf die Nordzucker Holding Aktiengesellschaft, Braunschweig. Von den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen entfallen im Wesentlichen TEUR 5.500 (Vorjahr: TEUR 5.500) auf die MEF Melasse-Extraktion Frellstedt GmbH, Frellstedt, TEUR 6.150 (Vorjahr: TEUR 3.628) auf die Union Zucker Südhannover Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Nordstemmen, TEUR 3.542 (Vorjahr: TEUR 1.966) auf die Nordharzer Zucker Aktiengesellschaft, Schladen, und erstmals TEUR 3.339 auf die SWEETGREDIENTS GmbH & Co.KG, Nordstemmen.

28.2.2013

29.2.2012

21.463

15.448

0

0

815

985

Operating-Lease/Miete

12.614

7.594

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

34.892

24.027

Wartungsverpflichtungen Finance-Lease


112

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Die gesamten zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Mietund Leasingverträgen zum 28. Februar 2013 gliedern sich dabei wie folgt auf: Miet- und Leasingverträge Restlaufzeit bis zu einem Jahr

Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren

Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren

Summe

Künftige Zahlungen in Finance-Leases

152

558

105

815

Künftige Zahlungen in Operating-Leases

3.903

7.740

971

12.614

Restlaufzeit bis zu einem Jahr

Restlaufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren

Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren

Summe

Tilgungen

123

495

103

721

Zinsanteil

29

63

2

94

152

558

105

815

TEUR

Die künftigen Zahlungen aus Finance-Lease lassen sich zum 28. Februar 2013 wie folgt aufteilen: Finance-Lease

TEUR

Zahlung

42. Abschlussprüferhonorar Gesellschaften des Nordzucker Konzerns haben von der Ernst & Young GmbH in Höhe von TEUR 352 Leistungen in Zusammenhang mit der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung des Abschlusses des Nordzucker Konzerns und der Nordzucker AG sowie in Höhe von TEUR 136 für Steuerberatungsleistungen und TEUR 412 für sonstige Leistungen bezogen.

43. Aufsichtsrat und Vorstand Der Aufsichtsrat setzte sich im Geschäftsjahr 2012/13 wie folgt

Michael Gerlif, Finanzvorstand der Lekkerland AG & Co. KG, Frechen Rainer Knackstedt, Landwirt, Dedeleben Matts Eskil Rosendahl, Berater, Huddinge/Schweden Hans-Heinrich Prüße, Landwirt, Lehrte Ahlten (bis 12. Juli 2012) Hans Jochen Bosse, Landwirt, Ohrum Dr. Karl-Heinz Engel, Hauptgeschäftsführer der Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH, Riol

zusammen:

Dr. Clemens Große Frie, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS RAIFFEISEN AG, Münster/Hannover

als Vertreter der Aktionäre

Dr. Hans Theo Jachmann, Geschäftsführer der Syngenta Agro GmbH und Syngenta Germany GmbH, Maintal

Hans-Christian Koehler, Landwirt, Barum-Eppensen, Vorsitzender Helmut Meyer, Landwirt, Betheln, stellv. Vorsitzender Dr. Harald Isermeyer, Landwirt, Vordorf Gerhard Borchert, Landwirt, Brome

Jochen Johannes Juister, Landwirt, Nordhastedt Andreas Scheffrahn, Landwirt, Cramme Helmut Bleckwenn, Landwirt, Garmissen (seit dem 12. Juli 2012)


Konzernanhang

als Vertreter der Arbeitnehmer

Die Kriterien für die Festlegung der Vergütung der einzelnen Vor-

Rolf Huber-Frey, Betriebswirt, Freiburg (bis 12. Juli 2012)

standsmitglieder bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vor-

Wolfgang Wiesener, Schlosser, Uelzen, stellv. Vorsitzender (bis 12. Juli 2012)

Lage, der Erfolg, die Zukunftsaussichten, die Nachhaltigkeit der

Olaf Joern, Mechatroniker, Uelzen (seit dem 12. Juli 2012)

unter Berücksichtigung des Vergleichsumfeldes und der Vergü-

Gerd von Glowczewski, Betriebsschlosser, Schladen

standsmitgliedes, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Unternehmensentwicklung als auch die Üblichkeit der Vergütung tungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder umfasst monetäre

Marie Lohel, Energieelektronikerin, Magdeburg (seit dem 12. Juli 2012)

Vergütungsteile, Versorgungszusagen und sonstige Zusagen wie

Sigrun Krussmann, Laborantin, Seelze

teile bestehen aus einem festen Jahresgrundgehalt, das in zwölf

Ulf Gabriel, Elektromeister, Banteln

und leistungsabhängigen variablen Vergütung. Der variable Anteil

Dieter Woischke, Betriebselektriker, Algermissen, stellv. Vorsitzender

ge setzen sich zusammen aus dem festen Jahresgrundgehalt und

Marina Strootmann, Industriekauffrau, Vorsitzende des Betriebsrates der Nordzucker AG, Braunschweig

Governance Kodex (DCGK) wird die Systematik der Vorstandsver-

die Gestellung eines Dienstwagens. Die monetären Vergütungsgleichen Raten monatlich ausgezahlt wird, und einer ergebnisbeträgt maximal 50 Prozent der Gesamtbezüge (die Gesamtbezüder variablen Vergütung). Entsprechend dem Deutschen Corporate gütung an der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens ausgerichtet. Demnach werden 45 % der variablen Vergütung als kurzfristige variable Vergütung (Short-Term Incentive, STI) an die

Als Vorstände waren im Geschäftsjahr 2012/13 bestellt:

Zielerreichung des entsprechenden Geschäftsjahrs gekoppelt. Die

Hartwig Fuchs, Hamburg, Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer

übrigen 55 % werden als langfristige variable Vergütung (Long-

Axel Aumüller, Oelber a.w.W., Chief Operating Officer

erreichung der jeweils vorangegangenen drei Jahre ermittelt.

Mats Liljestam, Höllviken/Schweden, Chief Marketing Officer

Zusagen auf Leistungen, die einem Vorstandsmitglied für den Fall

Dr. Niels Pörksen, Limburgerhof, Chief Agricultural Officer

gewährt werden, sind mindestens auf den Wert der Restlaufzeit

Dr. Michael Noth, Braunschweig, Chief Financial Officer.

Term Incentive, LTI) anhand einer durchschnittlichen Ziel­

der vorzeitigen Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied des Vertrages begrenzt. Für die einzelnen Mitglieder des Vorstands ergibt sich nachfolgende Vergütung für das Geschäftsjahr 2012/13:

44. Vergütungsbericht Im Folgenden werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Nordzucker AG beschrieben sowie Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat gemacht. 44.1. Vergütung des Vorstands Systematik und Höhe der Vorstandsvergütung werden auf Vorschlag des Personalausschusses des Aufsichtsrats durch das Aufsichtsratsplenum festgelegt und regelmäßig überprüft.

113


114

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Vergütung der Mitglieder des Vorstands 2012/13 Barvergütung

Altersvorsorge

Sonstiges 1)

Gesamt

Angaben in EUR

Fix-Gehalt

Variabler Jahresbonus

Hartwig Fuchs

460.417

455.403

160.000

15.996

1.091.816

Axel Aumüller

350.000

346.188

125.000

27.958

849.146

Mats Liljestam

350.000

346.188

108.000

26.933

831.121

Dr. Niels Pörksen

380.000

375.861

125.000

14.733

895.594

Dr. Michael Noth

380.000

375.861

125.000

16.172

897.033

1.920.417

1.899.501

643.000

101.792

4.564.710

Altersvorsorge

Sonstiges 1)

Gesamt

Summe 1)

Geldwerte Vorteile gem. den steuerlichen Bestimmungen z. B. aus der Gestellung von Dienstwagen etc.

Für das Geschäftsjahr 2011/12 ergab sich die Vergütung der ­Mitglieder des Vorstands wie folgt:

Vergütung der Mitglieder des Vorstands 2011/12 Barvergütung Angaben in EUR

Fix-Gehalt

Variabler Jahresbonus

Hartwig Fuchs

450.000

430.962

160.000

15.926

1.056.888

Axel Aumüller

341.667

327.212

125.000

28.298

822.177

Mats Liljestam

342.235

327.756

108.000

26.812

804.803

Dr. Niels Pörksen

362.500

347.163

125.000

14.663

849.326

Dr. Michael Noth Summe 1)

380.000

363.923

125.000

16.273

885.196

1.876.402

1.797.016

643.000

101.972

4.418.390

Geldwerte Vorteile gem. den steuerlichen Bestimmungen z. B. aus der Gestellung von Dienstwagen etc.

Den Mitgliedern des Vorstands sind Pensionszusagen ausschließ­

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung der

lich in Form von Beitragszusagen gewährt.

Nordzucker AG geregelt.

Frühere Vorstandsmitglieder erhielten Ruhegehälter in Höhe von

Nach diesen Regeln erhalten Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste

TEUR 752. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren

Vergütung in Höhe von EUR 13.000 und eine dividendenabhän-

Vorstandsmitgliedern hat die Nordzucker AG Pensionsrückstellun-

gige Vergütung in Höhe von EUR 500 für jedes über fünf Prozent

gen von TEUR 10.728 (Vorjahr: TEUR 9.463) gebildet.

ausgeschüttete Prozent Dividende. Die Dividende beträgt für das Geschäftsjahr 2012/13 vorbehaltlich der Zustimmung durch die

Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2012/13 vom

Hauptversammlung EUR 1,80 (Vorjahr: EUR 1,00) pro Stückaktie

Unternehmen weder Kredite noch Vorschüsse.

bzw. 70,31 (Vorjahr: 39,06) Prozent. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, die beiden Stellvertreter und der

44.2. Vergütung des Aufsichtsrats

Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses jeweils das Ein-

Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des

einhalbfache der Festvergütung eines einfachen Mitgliedes. Zu-

Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der

sätzlich erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats für die Teilnahme

Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage

an Terminen in seiner Funktion als Mitglied des Aufsichtsrats

der Gesellschaft. Die Vergütung enthält neben einer festen

EUR 300,00 pro Termin.

Zahlung eine dividendenabhängige und eine terminbezogene Komponente. Vorsitz und stellvertretender Vorsitz sowie Vorsitz des Prüfungs- und Finanzausschusses werden zusätzlich vergütet.


Konzernanhang

115

Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung zum ­Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2012/13 werden ­nachfolgende Beträge gewährt: Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats 2012/13 Feste Vergütung 1

Variable Vergütung 1

Termin Vergütung 1

Gesamt

Gesamt Vorjahr

Hans-Christian Koehler

39.000,00

32.656,25

16.200,00

87.856,25

62.711,58

Helmut Meyer

19.500,00

32.656,25

3.600,00

55.756,25

41.331,25

Dieter Woischke

19.500,00

32.656,25

6.900,00

59.056,25

42.831,25

Andreas Scheffrahn

19.500,00

32.656,25

9.300,00

61.456,25

41.458,03

Dr. Harald Isermeyer

13.000,00

32.656,25

6.600,00

52.256,25

48.424,14

Gerhard Borchert

13.000,00

32.656,25

3.900,00

49.556,25

35.731,25

Hans Jochen Bosse

13.000,00

32.656,25

2.400,00

48.056,25

32.131,25

Dr. Clemens Große Frie

13.000,00

32.656,25

2.400,00

48.056,25

33.631,25

Sigrun Krussmann

13.000,00

32.656,25

4.800,00

50.456,25

34.231,25

Dr. Karl-Heinz Engel

13.000,00

32.656,25

1.500,00

47.156,25

31.231,25

Dr. Hans Theo Jachmann

13.000,00

32.656,25

3.300,00

48.956,25

33.031,25

Jochen Johannes Juister

13.000,00

32.656,25

5.400,00

51.056,25

32.431,25

Gerd von Glowczewski

13.000,00

32.656,25

2.400,00

48.056,25

32.431,25

Rainer Knackstedt

13.000,00

32.656,25

3.300,00

48.956,25

33.031,25

Michael Gerlif

13.000,00

32.656,25

4.200,00

49.856,25

33.031,25

Marina Strootmann

13.000,00

32.656,25

5.100,00

50.756,25

34.231,25

Ulf Gabriel

13.000,00

32.656,25

4.800,00

50.456,25

23.133,67

Matts Eskil Rosendahl

Angaben in EUR

13.000,00

32.656,25

4.500,00

50.156,25

21.328,52

Rolf Huber-Frey

4.772,60

11.988,87

1.200,00

17.961,47

31.831,25

Wolfgang Wiesener

4.772,60

11.988,87

1.800,00

18.561,47

33.931,25

Hans-Heinrich Prüße

4.772,60

11.988,87

2.400,00

19.161,47

35.731,25

Olaf Joern

8.227,40

20.667,38

1.800,00

30.694,78

-

Marie Lohel

8.227,40

20.667,38

1.800,00

30.694,78

-

Helmut Bleckwenn

8.227,40

20.667,38

1.800,00

30.694,78

-

318.500,00

685.781,25

101.400,00

1.105.681,25

747.855,94

Summe 1

Angaben ohne Entschädigung für die von Aufsichtsratsmitgliedern aufgrund ihrer Tätigkeit zu entrichtende Umsatzsteuer.

Zusätzlich werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats die durch

liegt. Die Aktien stehen nicht im Zusammenhang mit der Vergütung

die Ausübung des Amtes entstehenden Auslagen sowie die auf

des Aufsichtsrats.

­ihre Vergütung und Auslagen zu entrichtende Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), erstattet. Der Gesamtbetrag der erstatteten Auslagen

44.4. Sonstiges

mit Umsatzsteuer beläuft sich auf TEUR 38 (Vorjahr: TEUR 37).

Die Mitglieder von Organen der Nordzucker AG werden von der Nordzucker AG von Ansprüchen Dritter im gesetzlich zuläs-

Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2012/13

sigen Rahmen freigestellt. Zu diesem Zweck unterhält die Ge-

vom Unternehmen weder Kredite noch Vorschüsse.

sellschaft eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder der Nordzucker AG. Sie wird jährlich

44.3. Aktienbesitz des Vorstands und des Aufsichtsrats

abgeschlossen bzw. verlängert. Die Versicherung deckt das

Mitglieder des Vorstands halten keine Aktien.

persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass der Personenkreis bei Ausübung seiner Tätigkeit für Vermögensschäden in

Mitglieder des Aufsichtsrats und ihnen nahestehende Personen

Anspruch genommen wird. Es besteht ein Selbstbehalt gemäß

waren zum 28. Februar 2013 im Besitz von Aktien, deren Anzahl

Ziffer 3.8 des Deutschen Corporate Governance Kodex.

jedoch unter 1 Prozent der ausgegebenen Aktien der Nordzucker AG


116

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

45. Dividendenvorschlag

nicht mehr zu verlängern. Das EU-Parlament hat sich für eine ­Verlängerung bis 2020, der Agrarministerrat bis 2017 für die

Die an die Aktionäre ausschüttbaren Dividenden bemessen sich ge-

­Verhandlungen der drei europäischen Institutionen („Trilog“)

mäß Aktiengesetz nach dem im Jahresabschluss der Nordzucker AG

­positioniert.

ausgewiesenen, nach den handelsrechtlichen Vorschriften bestimmten Bilanzgewinn. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2012/13

Neben der Frage nach einer Laufzeit der Zuckermarktordnung ab

weist einen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 90.562.352,13 aus.

Oktober 2015 werden eine Neuausgabe von Zuckerquoten an

Der Vorstand schlägt vor, diesen Bilanzgewinn zur Ausschüttung

Mitgliedsstaaten, die nach der Reform 2006 die Quote zurückge-

einer Dividende für das Geschäftsjahr 2012/13 (EUR 1,80 je divi-

geben hatten, und weitere Vorteile für traditionellen Raffinations-

dendenberechtigte Stückaktie) zu verwenden.

betriebe diskutiert. Braunschweig, den 26. April 2013

46. Wesentliche Ereignisse nach Bilanzstichtag

Der Vorstand

Im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der

Hartwig Fuchs

­Europäischen Union (GAP) wird auch über den Fortbestand der ­Zuckermarktordnung (ZMO) diskutiert. Die Europäische Kommission

Axel Aumüller Mats Liljestam

hat vorgeschlagen, die Zuckermarktordnung über das Ende des jetzigen Geltungszeitraumes bis 30. September 2015 hinaus

Dr. Michael Noth

Dr. Niels Pörksen


Konzernanhang

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Aufstellung des Anteilsbesitzes der Nordzucker AG, Braunschweig zum 28. Februar 2013 Anteil am Kapital direkt Kurzbezeichnung

%

fuel 21

100

NFZ KG

70

NZ SPEZIAL

100

NZ KG

100

indirekt %

über Tochterunternehmen

100

NSH AS

Einbezogene Tochterunternehmen fuel 21 GmbH & Co. KG (Stadt Wanzleben-Börde, Deutschland) Norddeutsche Flüssigzucker GmbH & Co. KG (Braunschweig, Deutschland) NORDZUCKER SPEZIAL GmbH (Braunschweig, Deutschland) NORDZUCKER GmbH & Co. KG (Braunschweig, Deutschland) Nordzucker Eastern Europe GmbH [in Liquidation] (Wien, Österreich) Nordzucker Polska S.A. (Opalenica, Polen) Cukrownia Melno S.A. [in Liquidation] (Opalenica, Polen) Povazsky Cukor a.s. (Trencianska Tepla, Slowakei) Matra Cukor z.r.t. (Hatvan, Ungarn) Nordic Sugar Holding A/S (Kopenhagen, Dänemark) Nordic Sugar A/S (Kopenhagen, Dänemark)

NZ EE

100

NZ Polska

99,87

Melno

84,32

Povazsky

96,798

Matra

99,89

NSH AS

100

NS AS

Titoconcerto AB (Malmö, Schweden)

Titoconcerto

100

NSH AS

Nordic Sugar AB (Malmö, Schweden)

NS AB

100

Titoconcerto

Nordic Sugar Services AB [zum 28.02.2013: Gold Cup 8590 AB] (Malmö, Schweden) AB Nordic Sugar Kedainiai (Kedainiai, Litauen) Nordic Sugar UAB [in Liquidation] (Vilnius, Litauen) Nordic Sugar Oy (Kantvik, Finnland) Sucros Oy (Säkylä, Finnland) Suomen Sokeri Oy (Kantvik, Finnland) SIA Nordic Sugar (Riga, Lettland) Ingolf Wesenberg & Co. AS (Oslo, Norwegen) Nordzucker (Ireland) Limited (Dublin, Irland) SugarPartners Holdings Limited [in Liquidation] (Dublin, Irland)

NSS AB

100

NS AB

NS Kedainiai

70,6

NS AS

NS UAB

100

NS AS

NS Oy

100

NS AS

Sucros Oy

80

NS Oy

Suomen Oy

80

Sucros Oy

NS SIA

100

NS AS

IW AS

50

NS AS

100

NZ Ireland

NZ Ireland SP Holdings

100

117


118

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Anteil am Kapital direkt Kurzbezeichnung

%

indirekt %

über Tochterunternehmen

Assoziierte Unternehmen, die gemäß § 312 HGB at Equity bewertet werden: MEF Melasse-Extraktion Frellstedt GmbH (Frellstedt, Deutschland)

MEF

50

NZ KG

Norddeutsche Zucker-Raffinerie Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Frellstedt, Deutschland)

NZR

50

NZ KG

50

NSH AS

NZ GmbH

100

NZ KG

SG KG

100

NZ NZ SPEZIAL

SWEETGREDIENTS Verwaltungs GmbH (Nordstemmen, Deutschland)

SG GmbH

100

SG KG

NZ Erste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (Braunschweig, Deutschland)

NZ 1. VVG

100

NZ Zweite Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH [zum 28.02.2013: Nordwestdeutsche Zucker Handelsgesellschaft mbH] (Braunschweig, Deutschland)

NZ 2. VVG

100

NP Sweet A/S (Kopenhagen, Dänemark) Eurosugar S.A.S. (Paris, Frankreich)

NP Sweet ES

50

Tochterunternehmen, die gemäß § 296 Absatz 2 HGB nicht einbezogen werden: Bioethanolgesellschaft Klein Wanzleben mbH (Stadt Wanzleben-Börde, Deutschland) Norddeutsche Flüssigzucker Verwaltungs-GmbH (Braunschweig, Deutschland) Nordzucker Verwaltungs-GmbH (Braunschweig, Deutschland) SWEETGREDIENTS GmbH & Co. KG (Nordstemmen, Deutschland)

Bioethanol KW

100

NFZ GmbH

70

Assoziierte Unternehmen, die gemäß § 311 Absatz 2 HGB nicht einbezogen werden: Nordzucker Bioerdgas GmbH & Co. KG (Braunschweig, Deutschland) Nordzucker Bioerdgas Verwaltungs-GmbH (Braunschweig, Deutschland)

NZ BEG KG

50

NZ BEG GmbH

50

TTD

35,38

Sonstige Beteiligungen, die nicht einbezogen werden: Tereos TTD, a.s. (Dobrovice, Tschechien)


Konzernanhang

Aufstellung des Anteilsbesitzes | Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben

Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwie-

wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

gend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss

„Wir haben den von der Nordzucker AG, Braunschweig, aufge-

einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungs-

stellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und

kreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungs-

Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrech-

grundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetz-

nung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang – sowie

lichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des

den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. März 2012

Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der

bis zum 28. Februar 2013 geprüft. Die Aufstellung von Konzern-

Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grund-

abschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU

lage für unsere Beurteilung bildet.

anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Ver-

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

antwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewon-

Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den

nenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie

Konzernlagebericht abzugeben.

sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB

vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen

unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)

Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und

festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschluss­­

Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang

prüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und

mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes

durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf

Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken

die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung

der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“

der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-,

Hannover, 29. April 2013

Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshand-

Ernst & Young GmbH

lungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungs­

(Hentschel)

(Dr. Janze)

bezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die

Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer

119


120

Gesch채ftsbericht Nordzucker 2012/13


Corporate Governance

„Wir als Aufsichtsrat der Nordzucker begleiten kritisch den eingeschlagenen Weg unseres Unternehmens und unterstützen diesen. Neben dem ständigen Dialog mit dem Vorstand ­ in Fragen der strategischen Weiterentwicklung überwachen wir insbesondere die Integration Nordic, das Effizienzsteigerungs­programm sowie eine nachhaltige Instandhaltung und ­Investition in die Werke des Konzerns.“ 

Hans-Christian Koehler, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate Governance Gute Corporate Governance ist ein wichtiger Eckpfeiler unseres Handelns.

121


122

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahrs 2012/13 Corporate Governance umfasst das System der Leitung und Über-

Die Einhaltung hoher Ansprüche an die Lebensmittel- und Futter-

wachung eines Unternehmens, einschließlich seiner Organisation,

mittelqualität und -sicherheit, die Ressourcenschonung, die konti-

seiner geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie der

nuierliche Minimierung und Verhütung von Umweltbelastungen

internen und externen Kontroll- und Überwachungsmechanismen.

sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind integraler Be-

Eine klar strukturierte und gelebte Corporate Governance hat für

standteil aller Tätigkeiten der Nordzucker AG. Fehlervermeidung

die Nordzucker AG eine hohe Bedeutung und gewährleistet eine

und Vorbeugung haben dabei einen besonderen Stellenwert.

verantwortliche, auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung. Sie fördert das Vertrauen der Aktionäre, der

Der Vorstand der Nordzucker AG legt als Leitungsorgan die Un­

Finanzmärkte, der Geschäftspartner und der Mitarbeiter sowie der

ternehmenspolitik fest. Er ist für die strategische Ausrichtung des

Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung des Nordzucker

­Unternehmens, die Planung und Festlegung des Unternehmens-

Konzerns.

budgets, die Ressourcenallokation sowie die Kontrolle der Geschäfts­ entwicklung verantwortlich. Ferner ist er zuständig für die Aufstel-

Corporate Governance ist die Grundlage der Entscheidungs- und

lung der Quartals- und Jahresabschlüsse der Nordzucker AG und

Kontrollprozesse bei der Nordzucker AG. Das Handeln der Nord-

des Konzernabschlusses.

zucker AG wird an klar definierten Leitlinien ausgerichtet. Diese Leitlinien beinhalten eine konsequente Orientierung an den Be-

Der Aufsichtsrat der Nordzucker AG hat einundzwanzig Mitglieder.

dürfnissen und Erwartungen der Aktionäre, Kunden, Geschäfts-

Zwei Drittel der Aufsichtsräte sind Vertreter der Anteilseigner, ein

partner und Mitarbeiter.

Drittel Vertreter der Arbeitnehmer. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Der Aufsichts-

Die Grundsätze guter Unternehmensführung sind für börsenno-

rat erörtert regelmäßig die Geschäftsentwicklung und Planung

tierte Aktiengesellschaften im Deutschen Corporate Governance

­sowie die Strategie des Unternehmens und deren Umsetzung. Er

Kodex (nachfolgenden „Kodex“) geregelt. Der Kodex enthält

prüft und verabschiedet den Jahresabschluss der Nordzucker AG

­Empfehlungen und Anregungen zur guten Unternehmensführung

und des Konzerns unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte

und beschreibt außerdem gesetzliche Pflichten börsennotierter

des Abschlussprüfers und der Ergebnisse der Prüfung durch den

Aktiengesellschaften. Aufgrund der Vorschrift des § 161 AktG

Prüfungsausschuss. Wesentliche Vorstandsentscheidungen sind an

­haben sich börsennotierte Aktiengesellschaften jährlich zur Ein­

seine Zustimmung gebunden.

haltung von Empfehlungen des Kodex zu erklären. Diese Erklärung erfolgt sowohl vergangenheitsbezogen als auch zukunftsbezogen.

Im Hinblick auf seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat in

Die Nordzucker AG ist als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft

­Anlehnung an die Empfehlung gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen

nicht gesetzlich verpflichtet, eine solche Erklärung nach § 161

Corporate Governance Kodex am 10. März 2011 beschlossen, bei

AktG abzugeben. Der Kodex richtet sich an börsennotierte Aktien-

der Zusammensetzung des Aufsichtsrats die folgenden Elemente

gesellschaften, seine Beachtung wird aber auch nicht börsennotier­

zu berücksichtigen:

ten Aktiengesellschaften empfohlen. Die Nordzucker AG befasst sich daher auf freiwilliger Basis intensiv mit dem Empfehlungen

l

mindestens drei Aufsichtsratssitze für Personen, die im beson-

des Kodex und berichtet in regelmäßigen Abständen, in der Regel

deren Maße das Kriterium der Internationalität verkörpern

jährlich, über die unternehmenseigene Corporate Governance.

­(etwa durch Auslandserfahrung oder ausländische Staatsange-

Dies schließt eine Erklärung zu den Empfehlungen des Kodex ein, die sich inhaltlich an die von § 161 AktG geforderte Entsprechens-

hörigkeit); l

erklärung anlehnt. Sofern der Kodex gesetzliche Pflichten börsen-

tion bei Kunden, Anbauerverbänden oder sonstigen Geschäfts-

notierter Aktiengesellschaften außerhalb von Empfehlungen regelt, sind diese auf die Nordzucker AG nicht anwendbar. Die Gesellschaft

mindestens drei Aufsichtsratssitze für Personen, die keine Funkpartnern wahrnehmen;

l

mindestens zwei Aufsichtsratssitze für Frauen.

geht auch keine freiwillige Verpflichtung ein, diese zu befolgen. Derzeit sind diese Ziele erfüllt. Die Erzielung eines angemessenen und dauerhaften Gewinns, die kontinuierliche Generierung von Wachstum und die Erhöhung un-

Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll bei Vorschlägen

serer Marktanteile leiten die Tätigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters.

zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern eine Altersgrenze von 65

Dabei stellt die beständige Verbesserung aller Geschäftsprozesse

Jahren berücksichtigt werden.

durch kompetente, zielorientiert geführte und leistungsorientiert entlohnte Mitarbeiter die Existenz und die langfristige systematische Fortentwicklung des Unternehmens in einem sich wandelnden Wettbewerbsumfeld sicher.


Corporate Governance

Corporate Governance-Bericht

Erklärung der Nordzucker AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex in Anlehnung an § 161 AktG

4. Die seit Beginn der Nordzucker AG in der Satzung vorgesehene Regelung zur erfolgsorientierten Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder knüpft an die Dividendenzahlung eines Jahres an und entspricht damit nicht der im Mai 2012 einge-

Vorstand und Aufsichtsrat der Nordzucker AG, Braunschweig,

führten Regelung des Kodex, nach der eine erfolgsorientierte

­haben sich mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate

Vergütung der Auf­sichtsratsmitglieder auf eine nachhaltige

­Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 eingehend

Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll (Ziffer 5.4.6).

befasst. Obwohl der Deutsche Corporate Governance Kodex für die

Vorstand und Aufsichtsrat prüfen eine Anpassung der Vergü-

Nordzucker AG als nicht börsennotiertes Unternehmen nicht ver-

tungsregelung und werden diese gegebenenfalls der Haupt-

bindlich vorgeschrieben ist, wurde und wird den dortigen Empfehlungen durch die Nordzucker AG mit folgenden Ausnahmen entsprochen:

versammlung zur Beschlussfassung vorlegen. 5. Wegen der Einbeziehung der Nordzucker AG in den Konzernabschluss der Nordzucker Holding Aktiengesellschaft hat diese ein besonderes Informationsbedürfnis (Ziffer 6.3).

1. Die Einberufung der Hauptversammlung und die Einberufungsunterlagen werden aufgrund der Aktionärsstruktur nicht auf elek­

Sofern der Kodex gesetzliche Pflichten börsennotierter Aktiengesell­

tronischem Wege übermittelt (Ziffer 2.3.2).

schaften außerhalb von Empfehlungen regelt, sind diese auf die

2. Über die Anforderungen für nicht börsennotierte Gesellschaften

Nordzucker AG nicht anwendbar. Die Gesellschaft geht auch keine

hinaus sind zwei Finanzexperten im Sinne des § 100 Absatz 5

freiwillige Verpflichtung ein, diese zu befolgen. Im Übrigen wird

AktG Mitglieder des Aufsichtsrats. Zwar ist keiner dieser Finanz-

auf die Ausführungen im Corporate Governance-Bericht verwiesen.

experten Vorsitzender, aber beide sind Mitglieder des Prüfungsausschusses (Ziffer 5.3.2).

Braunschweig, März 2013

3. Interessenkonflikte in der Person von Aufsichtsratsmitgliedern treten aufgrund der besonderen Bedeutung landwirtschaftlichen

Hartwig Fuchs Hans-Christian Koehler

Sachverstandes für das Unternehmen zurück (Ziffer 5.5.3).

Vorstandsvorsitzender

Aufsichtsratsvorsitzender

123


124

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Bericht des Aufsichtsrats der Nordzucker AG Geschäftsjahr 2012/13 Der Aufsichtsrat der Nordzucker AG hat auch im Geschäftsjahr 2012/13 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Fragen der Strategie, die Unternehmensplanung einschließlich etwaiger Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung, den Gang der Geschäfte, die ­aktuelle Lage des Unternehmens, dessen strategische Weiterentwicklung, die Risikolage, das Risikomanagement und Geschäfts­ vorgänge von erheblicher Bedeutung. Der Aufsichtsrat hat in fünf turnusgemäßen Sitzungen über die geschäftliche und strategische Entwicklung des Unternehmens beraten. Weiterhin wurden dem Aufsichtsrat alle Sachverhalte vorgelegt, die der Entscheidung durch den Aufsichtsrat bedurften. Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen mit dem Vorstand in regelmäßigem Kontakt, hat sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert und mit ihm Fragen der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance im Unternehmen beraten. Alle Beratungen und Entscheidungen des Aufsichtsrats hatten stets die Sicherung und Mehrung des Vermögens der ­Gesellschaft zum Ziel. Schwerpunkt der Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2012/13 war die Begleitung der strategischen Weiterentwicklung

Hans-Christian Koehler, Vorsitzender des Aufsichtrats

des Unternehmens. Der Aufsichtsrat ist vom Vorstand über die europäischen und globalen Entwicklungen und Perspektiven im Zuckermarkt und deren Bedeutung für Nordzucker informiert worden. Davon ausgehend hat der Vorstand dem Aufsichtsrat ­regelmäßig und insbesondere während einer Strategiesitzung im November 2012 ausführlich über die strategischen Handlungsfelder und Initiativen der Nordzucker AG berichtet. Außerdem hat der Aufsichtsrat den der Hauptversammlung vor­­ gelegten Vorschlag zur Änderung der Satzung zur Anpas­­sung der Vergütung des Aufsichtsrats ab dem Geschäftsjahr 2013/14 vorbereitet. Der Vorschlag sieht vor, dass maximal zwei Sitzungsgelder pro Tag für Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Aus-


Corporate Governance

Bericht des Aufsichtsrats

schüsse abgerechnet werden können und die Abrech­nungs­

Vorstand und Aufsichtsrat haben eine aktualisierte Entsprechens­

fähigkeit von sonstigen Terminen entfällt. Letzteres soll durch

erklärung in Anlehnung an § 161 Aktiengesetz abgegeben, die

die vorgeschlagene Erhöhung der Fixvergütung des Aufsichtsrats

den Aktionären auf der Internetseite der Nordzucker AG dauerhaft

aus­geglichen werden. Die variable Vergütung der Aufsichtsrats-

zugänglich ist. In diesem Zusammenhang ist zu berichten, dass

mitglieder soll entsprechend der im Mai 2012 eingeführten

der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2012/13 wieder eine Effi­zienz­

Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex auf eine

prüfung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance

nachhaltige Unternehmens­entwicklung ausgerichtet werden

­Kodex durch­führt hat. Ergebnis der Prüfung war, dass die Effizienz

und deshalb in Zukunft an die durchschnittliche Dividende der

der Arbeit des Aufsichtsrats auf Basis der Maßnahmen aufgrund

jeweils letzten drei Geschäftsjahre anknüpfen. Außerdem wird

der im Geschäftsjahr 2010/11 durchführten Effizienzprüfung weiter

vorgeschlagen, die Höhe des variablen Betrags auf die Höhe

verbessert worden ist. Ziel des Aufsichtsrats ist es, diesen Trend

des einfachen festen Betrags zu begrenzen und gleichzeitig die

weiterzuverfolgen und die Effizienz noch weiter zu steigern.

Anforderungen an das Erreichen der maximalen Höhe der variablen Vergütung so anspruchsvoll zu gestalten, dass die maximale

Der Aufsichtsrat begrüßt das Verlangen gemäß § 122 Abs. 2 AktG

Höhe der variablen Vergütung nicht im Regelfall eintritt. Vorge-

der Nordzucker Holding Aktiengesellschaft und der Nordharzer

schlagen wird auch, in Zukunft die Mitgliedschaft in den Aus-

Zucker Aktiengesellschaft an den Vorstand der Nordzucker AG,

schüssen mit Ausnahme des Nominierungsausschusses durch

die Beschlussfassung über einen Verzicht auf die Geltendmachung

­einen Zuschlag von 20 % auf die fixe und variable Vergütung

von Ansprüchen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats der

zu berücksichtigen. Der Vorsitz im Aufsichtsrat soll durch einen

Nordzucker AG wegen satzungswidrig erhaltener Sitzungsgelder

Zuschlag von 150 % und der stellvertretende Vorsitz und der

auf die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung der

Vorsitz im Prüfungs- und Finanzausschuss jeweils mit einem Zuschlag

Nordzucker AG zu nehmen. Aus Sicht des Aufsichtsrats ist für die

von 40 % auf die fixe und variable Vergütung berücksichtigt

Beurteilung dieses Vorgangs von entscheidender Bedeutung, dass

werden. Dieser Vorschlag basiert auf einer Vergütungsanalyse,

die Betroffenen über viele Jahre hinweg davon ausgegangen sind,

der eine umfassende Marktrecherche unter Berücksichtigung der

dass die Sitzungsgelder ein berechtigter und rechtmäßiger Ausgleich

Daten von nahezu 1.000 Gesellschaften zugrunde liegt. Insge-

für die zum Teil aufwendigen und mit großem zeitlichem Aufwand

samt würde mit der neuen Regelung im Regelfall eine Reduzie-

verbundenen Leistungen der betroffenen Aufsichtsratsmitglieder sind.

rung der Aufsichtsratsvergütung im Vergleich zu der Vergütung

Mit diesem Verständnis sind nur Sitzungsgelder für Termine abge-

im Geschäftsjahr 2012/13 erreicht.

rechnet worden, die tatsächlich stattgefunden haben, im Zusam­ menhang mit der Tätigkeit als Aufsichtsrat standen und d ­ amit dem

Nach wie vor wird angesichts der bevorstehenden weiteren

Interesse der Nordzucker AG dienten. Das große Engagement der

­Anpassung der Zuckermarktordnung („ZMO“) besonderes

Aufsichtsräte auf dieser Basis hat in hohem Maße dazu beigetra-

­Augenmerk auf die Themen Wirtschaftlichkeit und Effizienz ge-

gen, dass das Unternehmen heute ­europaweit gut aufgestellt ist.

legt. ­Da­her hat sich der Aufsichtsrat auch über die Umsetzung der Einsparungsmaßnahmen aus dem langfristig angelegten

Ausschüsse des Aufsichtsrats

­Effi­zienz­steigerungs­programm des Unternehmens regelmäßig

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat

berichten lassen und die Maßnahmen mit dem Vorstand disku-

Ausschüsse eingerichtet. Die Ausschüsse bereiten die Beschlüsse

tiert. Die Ziele für das Geschäftsjahr 2012/13 wurden erreicht,

des Aufsichtsrats sowie Themen, die im Plenum zu behandeln sind,

so dass sich aus dem Programm weiterhin Kosteneinsparungen

vor. Die Ausschussvorsitzenden berichten dem Aufsichtsrat über

in allen Bereichen des Unternehmens ergeben. Der Aufsichtsrat

die Arbeit der Ausschüsse jeweils in der nächsten Sitzung des Auf­

wird die Umsetzung des Effizienzprogramms weiter eng beglei-

sichtsrats.

ten und kontrollieren. Das Präsidium des Aufsichtsrats tagte während des BerichtszeitDer Aufsichtsrat hat sich intensiv mit der Konzernplanung für das

raums vier Mal. Das Aufsichtsratspräsidium befasste sich mit der

Geschäftsjahr 2012/13 einschließlich der Investitionsplanung, der

Erklärung der Nordzucker AG zum Deutschen Corporate Gover-

Mittelfristplanung und regelmäßig mit Ertragsvorschauen für das

nance Kodex in Anlehnung an § 161 AktG, der Vorbereitung und

abgelaufene Geschäftsjahr befasst.

Auswertung der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats, Vorschlägen zur Änderung der Satzung zur Anpassung der Vergütung des

Zudem hat der Aufsichtsrat die Erfüllung der Empfehlungen und

Aufsichtsrats, wesentlichen aktuellen Themen und bereitete die

Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erörtert.

sich anschließenden Aufsichtsratssitzungen vor.

125


126

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Der Prüfungs- und Finanzausschuss tagte im Berichtszeitraum

Jahresabschluss 2012/13

fünf Mal. Der Prüfungs- und Finanzausschuss befasste sich in

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2012/13

­Gegenwart des Abschlussprüfers mit den Abschlüssen und Lage-

der Nordzucker AG und deren Lagebericht fristgemäß vorgelegt.

berichten der Nordzucker AG und des Konzerns für das Geschäfts-

Dies gilt auch für den Konzernabschluss nach IFRS, den Konzern­

jahr 2011/12. Weiter gab der Prüfungs- und Finanzausschuss dem

lagebericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Der vorlie-

Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag des Aufsichts-

gende IFRS Konzernabschluss befreit gemäß § 315 a HGB von der

rats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers

Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem

für das G ­ e­schäftsjahr 2012/13. Gegenstand der Beratungen war

Recht.

auch die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das G ­ e­schäftsjahr 2012/13, die Kontrolle der Unabhängigkeit

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

des Abschlus­s­prüfers und seine Vergütung. Der Prüfungs- und

­Hannover, hat den Jahresabschluss 2012/13 der Nordzucker AG,

Finanzausschuss hat sich ferner befasst mit der Konzern- und

deren Lagebericht, den Konzernabschluss nach IFRS und den

Investitions­planung, den Quartalsabschlüssen und dem Halbjah-

Konzernlagebericht geprüft, jeweils einen uneingeschränkten

resabschluss der Nordzucker AG und des Nordzucker Konzerns,

­Bestätigungsvermerk erteilt und die Prüfungsberichte dem Auf-

Ertragsvorschauen für das Geschäftsjahr 2012/13, dem Risiko­

sichtsrat rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden vom Prüfungs- und

managementsystem des Unternehmens, der Wirksamkeit, der

Finanzausschuss und vom Aufsichtsrat eingehend geprüft und im

Ausstattung und den Feststellungen der internen Revision und

Beisein des Abschlussprüfers nach dessen Bericht über die wesent-

mit dem internen Kontrollsystem. Die Prüfung und B ­ illigung des

lichen Ergebnisse seiner Prüfung umfassend erörtert. Der Aufsichts-

Jahres- und Konzernabschlusses für das abgeschlos­sene Ge-

rat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer

schäftsjahr sowie der Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers

angeschlossen und im Rahmen seiner eigenen Prüfung festgestellt,

für das Geschäftsjahr 2013/14 wurden auf einer Sitzung außer-

dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat

halb des Berichtszeitraums vorbereitet. Es fanden separate

die vom Vorstand aufgestellten Jahresabschlüsse gebilligt; der

­Treffen des Vorsitzenden des Prüfungs- und Finanzausschusses

Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat außer-

und des Vorsitzenden des Aufsichtsrats mit dem Abschluss­­

dem dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanz-

prüfer statt.

gewinns zugestimmt.

Der Personalausschuss tagte im Berichtszeitraum vier Mal. Der

Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen

Personalausschuss hat sich mit dem Vergütungssystems des Vor-

Unternehmen

stands und dabei insbesondere mit der Ausgestaltung der Nach-

Der Vorstand hat den von ihm aufgestellten Bericht über Bezie-

haltigkeitskomponente im Rahmen der Vorstandsvergütung be-

hungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2012/13

fasst. Darauf aufbauend hat der Personalausschuss die Entscheidun­

(Abhängigkeitsbericht) dem Aufsichtsrat fristgerecht vorgelegt.

gen des Aufsichtsrats zur variablen Vergütung des Vorstands

Der Abschlussprüfer hat den Abhängigkeitsbericht geprüft und

vorbereitet. Außerdem hat der Personalausschuss die Verlänge-

folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

rung der Bestellung von Hartwig Fuchs als Vorsitzenden des Vorstands der Nordzucker AG und die Verlängerung der Bestellung

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen

von Axel Aumüller als Mitglied des Vorstands der Nordzucker AG

wir, dass

vorbereitet.

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung

Der Aufsichtsrat hat außerdem einen Nominierungsausschuss

der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“

­gebildet mit der Aufgabe, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten

Der Abhängigkeitsbericht und der Prüfungsbericht hierzu wurden

für die Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der An-

allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig übermittelt. Der Auf-

teilseigner durch die Hauptversammlung vorzuschlagen.

sichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands und den


Corporate Governance

127

Bericht des Aufsichtsrats

Prüfungsbericht des Abschlussprüfers eingehend geprüft und im

In der konstituierenden Sitzung am 12. Juli 2012 wählte der Auf-

Beisein des Abschlussprüfers nach dessen Bericht die wesent-

sichtsrat Hans-Christian Koehler zum Aufsichtsratsvorsitzenden

lichen Ergebnisse seiner Prüfung umfassend erörtert. Der Auf-

der Nordzucker AG. Als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende

sichtsrat gelangte zu der Überzeugung, dass dem Ergebnis der

wurden Helmut Meyer aus dem Kreis der Aktionärsvertreter und

Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt wird und keine

Dieter Woischke aus dem Kreis der Arbeitnehmervertreter ge-

Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands zum Abhän-

wählt. Ebenfalls in seiner konstituierenden Sitzung wählte der

gigkeitsbericht zu erheben sind.

Aufsichtsrat Michael Gerlif, Dr. Harald Isermeyer, Jochen Johannes Juister, Andreas Scheffrahn, Sigrun Krussmann und Dieter Woischke

Personalia des Aufsichtsrats

in das Aufsichtsratspräsidium. In den Personalausschuss wählte

Am 12. Juli 2012 schied Hans-Heinrich Prüße aus dem Aufsichtsrat

der Aufsichtsrat Dr. Harald Isermeyer und Dieter Woischke. In den

der Nordzucker AG aus, weil er aus Altersgründen für eine Wieder-

Nominierungsausschuss wählte der Aufsichtsrat Gerhard Borchert,

wahl nicht zur Verfügung stand. Der Aufsichtsrat dankt Hans-Heinrich

Dr. Harald Isermeyer, Dr. Hans Theo Jachmann und Helmut

Prüße für seine langjährige Tätigkeit in diesem Gremium. Anstelle

Meyer. Hans-Christian Koehler ist als Aufsichtsratsvorsitzender

von Hans-Heinrich Prüße ist Helmut Bleckwenn, Landwirt, am 12.

Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsratspräsidiums, des Perso-

Juli 2012 durch die Hauptversammlung bis zur Beendigung der

nalausschusses und des Nominierungsausschusses. Weiterhin

Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr

wählte der Aufsichtsrat Michael Gerlif, Matts Eskil Rosendahl,

2016/17 beschließt, in den Aufsichtsrat gewählt worden. Außer-

­Andreas Scheffrahn, Ulf Gabriel und Marina Strootmann in den

dem sind am 12. Juli 2012 durch die Hauptversammlung, bis zur

Prüfungs- und Finanzausschuss. Andreas Scheffrahn ist zum Vor­

Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für

sitzenden dieses Ausschusses gewählt worden.

das Geschäftsjahr 2016/17 beschließt, wieder Hans-Christian ­Koehler, Landwirt, Rainer Knackstedt, Landwirt, und Andreas

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie den Mitarbeiterinnen

Scheffrahn, Landwirt, in den Aufsichtsrat gewählt worden.

und Mitarbeitern für ihren großen persönlichen und erfolgreichen Einsatz.

Rolf Huber-Frey und Wolfgang Wiesener schieden ebenfalls am 12. Juli 2012 aus dem Aufsichtsrat der Nordzucker AG aus. Der Aufsichtsrat dankt Rolf Huber-Frey und Wolfgang Wiesener eben-

Braunschweig, 23. Mai 2013

falls für ihre langjährige Tätigkeit. Als Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat wurden am 19. Juni 2012 jeweils für die Dauer von fünf Jahren Ulf Gabriel, Gerd von Glowczewski, Sigrun Kruss-

Hans-Christian Koehler

mann, Marina Strootmann und Dieter Woischke wieder und Olaf

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Joern und Marie Lohel neu gewählt.


128

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Glossar Finanzwirtschaft Cashflow Netto-Zufluss an Geldmitteln. Differenz aus den zahlungs­ wirksamen Einnahmen und den zahlungswirksamen Aufwendungen in e ­ iner Abrechnungsperiode. Aus Vereinfachungsgründen wird der Cashflow aus dem Jahresüberschuss nach Steuern zuzüglich nicht zahlungswirksamer Aufwendungen, insbesondere den Abschreibungen und den Veränderungen der langfristigen Rückstellungen, ermittelt. Der Cashflow steht dem Unternehmen für Investitionen, Rückführung von Verbindlichkeiten und Gewinnausschüttung zur Verfügung. Compliance-Erklärung (‚Entsprechenserklärung‘) Geschäftsjährlich von Vorstand und Aufsichtsrat börsennotierter Gesellschaften gemäß § 161 AktG abzugebende und zu veröffentlichende Erklärung, inwieweit die Unternehmensführung den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ entspricht und welche Empfehlungen nicht angewendet werden. Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) (‚Richtlinien zur Unter­­­nehmensführung‘) 2002 formulierter Kodex zur Führung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften. Der DCGK enthält ­national und international anerkannte Standards verant­wor­ tungs­voller Unternehmensführung, die vor allem auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit ausgerichtet sind. Festgelegt sind darin Zuständigkeiten ­von Vorstand und Aufsichtsrat, Regelungen und Empfehlungen zum Schutz der Aktionärsrechte und zur Besetzung der Führungsund Aufsichtsgremien sowie zu deren Vergütung. Auch nicht börsennotierten ­Unternehmen wird die Beachtung des DCGK empfohlen. Dividende Der auf die einzelne Aktie entfallende Betrag des Bilanzgewinns einer Aktiengesellschaft. Die Dividende wird entweder in Prozent des Nennwertes oder in Währungseinheiten pro Stück (Dividende je Aktie) ausgedrückt. Über die Ausschüttung der Dividende beschließt die Haupt-(Gesellschafter)-Versammlung. In Deutschland wird die ­Dividende jährlich gezahlt. EBIT (‚Earnings before interest and taxes‘) Bezeichnet den Ertrag vor Zinsen und Steuern. Diese Kennzahl soll eine Aussage über das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft machen. Dabei bleibt die unterschiedliche Kapitalausstattung von Unternehmen unbeachtet, sodass das allgemeine Zinsniveau sowie Steuersätze keine Berücksichtigung finden. EBITDA (‚Earnings before interest, taxes depreciation and amortization’) ­Bezeichnet den Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl ist ein Maß für die operative Leistungsfähigkeit vor Investi­tionsaufwand. Eigenkapitalquote Kennzahl, die das Verhältnis des bilanziellen Eigen­ kapitals zur Gesamtbilanzsumme darstellt. Eigenkapitalrendite ist eine Größe, die die Profitabilität des eingesetzten Kapitals abbildet und ermittelt sich aus dem erzielten Jahresüberschuss im Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital. Equity-Methode Eine Bilanzierungsmethode, bei der die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in der Folge entsprechend dem Anteil des Anteilseigners am sich ändernden Reinvermögen des Beteiligungsunternehmens berichtigt werden.

Finance-Lease Im Gegensatz zum operating-lease überträgt der Leasinggeber das Investitions­risiko auf den Leasingnehmer. Dieser wird dadurch zum wirtschaftlichen Eigentümer des Vermögensgegenstands. Forward Swap Vereinbarung zwischen zwei Parteien, in der Zukunft ­liegende Zinszahlungen unterschiedlicher Zinsfixierung auf einen ­bestehenden Bezugsbetrag untereinander auszutauschen. Gesamtleistungsrentabilität Zur Ermittlung dieser Kennzahl wird das ­EBITDA (‚Earnings before interest, taxes, depreciation and amortiza­tion’‚ Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachan­lagen sowie immaterielle Vermögenswerte) ins Verhältnis zur Gesamtleistung (Umsatz zuzüglich Bestandsveränderungen) ­gesetzt. Hedge Accounting nach IAS 39 (to hedge: ‘ab­sichern’) bezeichnet die bilanzielle Abbildung zweier oder mehrerer Verträge (auch Finanz­instrumente), die in einem Sicherungszusammenhang stehen. Von grundsätzlichen Regeln zur Bilanzierung wird dabei abgewichen. IASB (International Accounting Standards Board) ist ein international besetztes unabhängiges Gremium von Rechnungslegungsexperten, das die International Financial Reporting Standards (IFRS) entwickelt und bei Bedarf überarbeitet. IFRIC (International Financial Reporting Interpretations Committee) ­bezeichnet eine Gruppe im Rahmen der International Accounting ­Standards Committee Foundation (IASC). Aufgabe des IFRIC ist es, für IFRS und IAS Rechnungslegungsstandards Auslegungen zu veröffent­ lichen, in den Fällen, wo sich zeigt, dass der Standard unterschiedlich oder falsch interpretiert werden kann, bzw. neue Sachverhalte in den bisherigen Standards nicht ausreichend gewürdigt wurden. IFRS (‚International Financial Reporting Standards’) oder IAS (‚International Accounting Standards’) sind Rechnungslegungsregeln, die eine welt­­weit vergleichbare Bilanzierung sicherstellen. Für börsennotierte Unter­nehmen sind sie in Deutschland und der gesamten EU ab Jahresbeginn 2005 vorgeschriebenes Regelwerk zur Bilanzierung. Impairment-Test (Werthaltigkeitstest unter IFRS) Regelmäßig vorgeschriebener Test zur Überprüfung des Wertansatzes von langlebigen Vermögenswerten, der gegebenenfalls zu einer außerplanmäßigen ­Abschreibung führen kann. Joint Venture (‚Gemeinschaftsunternehmen’) Kooperation von Gesellschaften, bei der es zur Gründung einer neuen, rechtlich selbstständigen Geschäftseinheit kommt, an der die Gründungsgesellschaften (zwei oder mehrere Gesellschaften) mit ihrem Kapital beteiligt sind. Neben dem Kapital bringen die Gründungsgesellschaften meist einen wesentlichen Ressourcenanteil an Technologie, Schutzrechten, technischem oder anderem Know-how und Betriebsanlagen ein. Konsolidierung Der Konzernabschluss wird so aufgestellt, als ob alle Konzerngesellschaften ein rechtlich einheitliches Unternehmen bilden. Alle Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Transaktionen zwischen den Konzernunternehmen werden durch Aufrechnung (Aufwands- und Ertrags- ­sowie Zwischenergebniskonsolidierung) eliminiert. Beteili­­ gungen an Konzernunternehmen werden gegen deren Eigenkapital aufgerechnet (Kapitalkonsolidierung) und alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten eliminiert (Schuldenkonsolidierung), da solche Rechtsverhältnisse innerhalb einer juristischen Person nicht existieren. Aus der Summierung und Konsolidierung der verbleibenden Posten der Jahresabschlüsse ergeben sich die Konzernbilanz und die Konzern- Gewinn- und -Verlustrechnung.


Glossar

Natural-Hedge-Ansatz (‚natürliche Absicherung’) Minimierung von Währungsrisiken z.B. durch Finanzierung von Fremdwährungsinvestitionen in derselben Währung. Nettoverschuldung Finanzverbindlichkeiten ­abzüglich Liquide Mittel. Operating Lease (Ausrüstungsleasing) Ein Leasingverhältnis wird nach IFRS als Operating-Leasingverhältnis klassifiziert, wenn es nicht im Wesentlichen alle Risiken und Chancen überträgt, die mit dem Eigentum verbunden sind. Stückaktie Das gezeichnete Grundkapital der Nordzucker AG ist in auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 2,56 Euro eingeteilt. Syndizierter Kredit Kreditvergabe durch mehrere Banken (Syndikat) auf Basis einer einheitlichen vertraglichen Dokumentation und zu denselben Konditionen und Bedingungen. Umsatzrendite Eine Kennzahl, die den Jahresüberschuss ins Verhältnis zum Umsatz setzt und damit eine Aussage zur Profitabilität des ­Unter­neh­mens ermöglicht. Volatilität (‚Schwankung, Veränderung, Bewegung’) Ein Markt ist ­volatil, wenn er großen Preisschwankungen ausgesetzt ist. Volatilität ­bezeich­net das statistische Maß für Marktschwankungen. Zucker und Bioethanol Bioethanol Ethanol, der aus Biomasse (nachwachsenden KohlenstoffTrägern) hergestellt wurde. Stärke (z.B. aus Weizen oder Mais) wird dazu enzymatisch in Glukose aufgespalten, die anschließend mit Hefe­ pilzen setzt und zu Ethanol vergoren wird. Für die Ethanol­gewin­nung aus Zuckerrüben gelangen Rohsaft oder Dicksaft als Zwischenprodukte der Zuckererzeugung direkt zur Fermentation. Bio­ethanol ist gegen­ über fossilen Energieträgern CO2-neutral und bietet langfristig wirtschaftliche Vorteile. In Deutschland gilt seit 2007 das Biokraftstoffquoten­ gesetz, das Beimischungsquoten von Bioethanol zu Ottokraftstoffen festlegt. CO2 (Kohlenstoffdioxid,‚Treibhausgas’) Chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, die neben Kohlenstoffmonoxid zur Gruppe der Kohlenstoffoxide gehört. Das farb- und geruchlose Gas ist natür­ licher ­Bestandteil der Luft. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen und bei der Zellatmung. Pflanzen und manche Bakterien wandeln CO2 in Biomasse um. Dicksaft Ein auf rund 70 bis 75 Prozent Tro­cken­substanz eingedickter, gereinigter Zuckersaft. Dicksaft entsteht am Ende der Verdampfstation, bevor die eigentliche Kristallisation des Zuckers in den Kochapparaten im Zuckerhaus folgt. Emission Abgabe von Substanzen an die U ­ mwelt. Isoglukose Vorwiegend aus Maisstärke hergestellter Zucker, der in ­Getränken und Obstkonserven verwendet wird. Isoglukose ist ein Marktordnungsprodukt. Kohlenhydrate oder Saccharide, zu denen vor allem die Zucker und Stärken gehören, bilden zusammen mit den Fetten und Proteinen den quantitativ größten verwertbaren und nicht-verwertbaren (Ballaststoffe) Anteil an der menschlichen Nahrung. Kohlenhydrate sind der Hauptenergielieferant für den menschlichen Organismus.

129

Melasse Sirupartiges Nebenerzeugnis der Zu­ckergewinnung, das zur Herstellung von Hefen und Futtermitteln eingesetzt wird. Mulchsaat Unter Mulchsaat versteht man ein pflugloses Saatverfahren, bei dem die Pflanzenreste einer Zwischenfrucht oder das Stroh der Vorfrucht vor und nach der Aussaat die Bodenoberfläche bedecken und diese dadurch vor Erosion und Verschlämmung schützt. Pellets Nebenerzeugnis der Zuckergewinnung. Pellets bestehen aus ­extrahierten, getrockneten Zuckerrübenschnitzeln, die melassiert oder unmelassiert als Futtermittel angeboten werden. Raffination (oder ‚Raffinierung’) Bezeichnet im allgemeinen Sinne ein Verfahren zur Reinigung oder Veredelung von Rohstoffen. Bei Zucker bedeutet dies das Entfärben von braunem Rohzucker (aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe) durch die (wiederholte) Abfolge verschiedener Verfahrensschritte. Rohrrohzucker Zucker der aus Zuckerrohr gewonnen wird. Dieser kann durch Raffination auch in Weißzucker umgearbeitet werden. Rohsaft Aus Zuckerrüben gewonnener zuckerhaltiger Saft, der zu Z ­ ucker oder Bioethanol weiterverarbeitet werden kann. Schlitzsaat In jüngster Zeit werden Rüben vereinzelt auch in Schlitzsaat gesät, auch Streifensaat oder strip-till genannt. Dabei handelt es sich um ein spezielles Verfahren der Einzelkornsaat, bei dem der Boden ausschließlich in der Saatreihe bis zu einer Tiefe von 25 cm gelockert wird. Dies geschieht durch Zinkenschare, die vor der Drillmaschine angeordnet sind. Die Vorteile gegenüber der herkömmlichen Mulchsaat mit Saatbettbereitung im Frühjahr sind nach ersten Erkenntnissen eine hohe Energieeffizienz und geringer Arbeitsaufwand pro Hektar, Einsparen von Bodenwasser sowie ein guter Schutz vor Bodenerosion. Schnitzel Ausgepresste Rübenschnitzel sind ein Produkt, das bei der Zuckergewinnung anfällt. Sie werden als Futtermittel verwendet. Weißzucker ist der übliche Verbrauchszucker und wird aus Rohzucker ­gewonnen. Zuckerwirtschaft AKP-Staaten (Afrika, Karibik und Pazifik) 77 mehrheitlich ehemalige Ko­lonialstaaten Frankreichs und Großbritanniens, denen die EU seit 1975 durch Präferenzabkommen (Cotonou-­Abkommen) einen ­bevorzugten Z ­ ugang zum Binnenmarkt und den zollfreien Import von 1,3 Millionen Tonnen Rohzucker einräumt. Die EU will das ­Cotonou-Abkommen ab 2008 durch so genannte Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) mit den AKP-Staaten ablösen. Bezogen auf Zucker soll darin eine Gleichstellung dieser Länder mit den am ­wenigsten entwickelten Ländern (LDC) ­erfolgen. CEFS Das Comité Européen des Fabricants de Sucre bzw. der Verband der euro­päischen ­Zuckerindustrie vertritt alle europäischen Zucker­ produzenten und ­Raffinierungsgesellschaften bei den europäischen ­Institutionen ­(Ministerrat, Europäische Kommission, Europäisches Parlament, ­Wirtschafts- und Sozialausschuss etc.) und bei verschie­denen inter­nationalen Organisationen (FAO, WTO etc.).

CIBE (Confederation Internationale des Betteraviers Europeens) ­Internationale Vereinigung Europäischer Rübenanbauer.


130

Geschäftsbericht Nordzucker 2012/13

Dansukker das Tochterunternehmen des Nordzucker Konzerns, Nordic Sugar, bietet für Verbraucher unter der Marke Dansukker eine breite ­Palette süßer Zuckerprodukte aus Zuckerrübe und Zuckerrohr. Das A ­ ngebot wurde kontinuierlich entwickelt, um es den Bedürfnissen ­moderner Haushalte anzupassen und enthält zum Beispiel verschiedene Kristallzucker, Würfel- und Puderzucker, braune Zucker und Sirupe ebenso wie Bio- und Fairtrade-Varianten. Doha-Runde oder Entwicklungs-Runde bezeichnet ein Paket von Aufträgen, die die Wirtschafts- und Handelsminister der WTO-Mitgliedsstaaten 2001 auf der vierten Welthandelskonferenz in Doha (Hauptstadt von Katar) bearbeiten und bis 2005 abschließen sollten. Zu den zentralen Verhandlungsthemen gehören außer der Liberalisierung des Agrarhandels, der verbesserte Marktzugang für Entwicklungsländer und Fragen zum Schutz geistigen Eigentums. Nachdem die WTO-Konferenz in Cancún 2003 keine Einigung brachte, wurden die Verhandlungen unterbrochen, im Juli 2004 wieder aufgenommen und Ende Juli 2006 durch WTO-Generaldirektor Pascal Lamy erneut ohne Ergebnis abgebrochen. EFFAT Europäischer Verband der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismusgewerkschaften. Fairtrade Kern des Fairtrade-Standards ist die Zahlung eines garantierten ­Mindest­preises, der über dem Weltmarktpreis liegt und die Kosten der Produzenten für ihre Lebenshaltung und den Anbau deckt. LDC (,Least developed countries’) Die am wenigsten entwickelten Länder der Erde. Dieser Begriff bezieht sich auf einen EU-Beschluss von 2001, nach dem alle Waren außer Waffen aus den 50 am wenigsten ent­wickelten Ländern zollfrei in die EU importiert werden dürfen. Für ­Zucker wurde eine Übergangsregelung bis 2009 vereinbart. Ab 1. Juli 2009 kann Zucker aus den LDC-Staaten zollfrei und ohne Mengen­ begrenzung in die EU eingeführt werden. SweetFamily ist die internationale Dachmarke des Nordzucker Konzerns. In Deutschland, Polen, der Slowakei und Ungarn werden seit ­November 2004 Rübenzuckerprodukte für Endverbraucher, Bäckereihandwerk und Lebens­mittelindustrie unter der Marke SweetFamily vermarktet. WTO (,World Trade Organisation’) Multinationale Verhandlungsorga­ nisation mit Sitz in Genf, in der 150 Mitgliedstaaten über die Liberalisierung des Welthandels verhandeln. ZMO (‚Zuckermarktordnung’) Seit 1968 (in den Geltungsbereichen EWG/EG/EU) bestehende gemeinsame Marktorganisation für Zucker, die Preise für Zucker- und Zuckerrüben, maximale Produktionsmengen für Zucker sowie Außenschutzbestimmungen regelt. Die bisher gültige Verordnung (EG) Nr. 1260/2001 wurde zum 1. Juli 2006 abgelöst von der Verordnung (EG) Nr. 318/2006, die die Agrarminister der EU-Mitgliedsstaaten am 20. Februar 2006 verabschiedet haben. Zuckerquote Zuckerquoten wurden in der EU eingeführt, um die ­Zuckerproduktion zu begrenzen und Überschüsse zu vermeiden. Für die innerhalb dieser Quote produzierten Mengen besteht eine ­Abnahme- und Preisgarantie.

Zertifizierungen, Qualitätssicherung und Verbraucherschutz DIN EN ISO 9001 Diese Norm gehört zur Normenreihe EN ISO 9000 ff., die die Grundsätze für Maßnahmen zum Qualitätsmanagement dokumentieren. Dabei geht die EN ISO 9001 speziell auf Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem ein, bei denen eine ­Organisation ihre Fähigkeit darlegen muss, Produkte b ­ ereitzustellen, welche die Anforde­rungen der Kunden und allfällige behördliche ­Anforderungen erfüllen. DIN EN ISO 14001 Diese international gültige Norm legt weltweit ­anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest. DIN EN ISO 22000 Beinhaltet Vorgaben für ein weltweit gültiges ­Managementsystem im Bereich Lebensmittelsicherheit. DIN EN ISO 50001 Ein zertifizierbarer ISO-Standard (International ­Organization for Standardization), der die Anforderungen für die ­Einrichtung, Umsetzung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems vorgibt. EMAS II (,Eco Management and Audit Scheme’) Freiwilliges System der EU für das Umweltmanagement und die Förderung der Umweltschutzleistungen. FSSC 22000 ist die erste globale Food Safety-Norm, die auf die Lebensmittelproduktion abzielt. Diese Norm wurde speziell für Unternehmen entwickelt, die tierische oder pflanzliche Produkte oder Lebensmittelzutaten herstellen oder verarbeiten. GMP B2 (,Good Manufacturing Practice B2’) Niederländischer Standard zur Qualitätslenkung der Futtermittel für die Tierfütterung für ausländische Lieferanten. IFS-Standard (,International Food Standard’) Der Standard dient der ­Lebensmittelsicherheit und dem Verbraucherschutz. OHSAS 18001 (‚Occupational Health- and Safety Assessment Series’) ist keine Norm, kann aber als Zertifizierungsgrundlage für Managementsysteme zum Arbeitsschutz (AMS) verwendet werden. Die Struktur von OHSAS orientiert sich an der DIN EN ISO 14001. Somit eignet es sich zur Anwendung als integriertes Managementsystem. PAS 220 (‚Publicly Available Specification 220’) Zertifizierungsstandard, der entwickelt wurde, um grundlegende Anforderungen für die Zerti­ fizierung von Produktionsprozessen innerhalb der Lebensmittelkette zu definieren und der dazu dient, die Einhaltung von Standards zur ­Lebensmittelsicherheit sicherzustellen. Er ist auf die gemeinsame ­Anwendung mit DIN EN ISO 22000 abgestimmt. ISO 22000 und PAS 220 sind allgemein als FSSC 22000 bekannt. Work-Life-Balance Der Begriff Work-Life-Balance steht für einen ­Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang ­stehen. Die Begriffsbildung Work-Life-Balance stammt aus dem ­Englischen: Arbeit (work), Leben (life), Gleichgewicht (balance).


131

Wichtige Termine Finanzkalender Hauptversammlungen 2. Juli 2013 09.00 Uhr Union-Zucker Südhannover Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Atrium des gräflichen Landsitzes Hardenberg, Nörten-Hardenberg 9. Juli 2013

10.00 Uhr Nordharzer Zucker Aktiengesellschaft, Stadthalle Braunschweig

10. Juli 2013

10.00 Uhr Nordzucker Holding Aktiengesellschaft, Stadthalle Braunschweig

11. Juli 2013

10.00 Uhr Nordzucker AG, Stadthalle Braunschweig

Online-Publikationen Folgende Publikationen finden Sie im Download-Center unter www.nordzucker.de • Geschäftsberichte und Quartalsberichte • Compliance-Erklärung • Aktionärsbriefe Aktuelle Publikation • Nachhaltigkeitsbericht 2012/13 – „Follow us“

Unser neuer Nachhaltigkeitsbericht zeigt unser verantwortungsvolles Handeln auf und gibt einen Überblick über unsere vielseitigen Nachhaltigkeitsaktivitäten.


Nordzucker AG Küchenstraße 9 38100 Braunschweig Telefon: 0531 24 11-0 Telefax: 0531 24 11-100 info@nordzucker.de www.nordzucker.de Corporate Communications Klaus Schumacher Telefon: 0531 24 11-366 pr@nordzucker.de Investor Relations Bianca Deppe-Leickel Telefon: 0531 24 11-335 ir@nordzucker.de Aktienregister Claus-Friso Gellermann Telefon: 0531 24 11-118 aktien@nordzucker.de

Der vorliegende Geschäftsbericht des Nordzucker Konzerns ist auch in englischer Sprache verfügbar. Der Bericht wird in den Sprachen Deutsch und Englisch im Internet unter www.nordzucker.de im Download-Center als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung gestellt.


Geschäftsbericht