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Akzente Neues aus der Nordzucker-Welt | Ausgabe 3 | November 2013

Stark in Europa Nachhaltig. Engagiert. Miteinander.

Zuckerr端benkampagne

Halbjahresergebnis

R端benlogistik

Durchschnittliches Ergebnis erwartet.

Gestiegener Absatz gleicht Preisr端ckgang aus.

Mit dem AgriLog in eine smarte Zukunft.


207 2

verschiedene Einzelhandelsprodukte verkauft Nordzucker derzeit unter den Marken SweetFamily und Dansukker. Hinzu kommen unterschiedliche Sprachvarianten.


| EDITORIAL |

„Wir sind stolz auf unsere Tradition, aber wir orientieren uns nach vorne, in Richtung Zukunft. Dazu gehört ein klares Bekenntnis zu unseren Standorten.“

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Leserinnen und Leser, 2013 ist das Nordzucker-Jubiläumsjahr: Vor 175 Jahren gründeten Landwirte, Handwerker und Bürger in Klein Wanzleben eine Zuckerfabrik. Sie ist eine Keimzelle unseres heutigen Unternehmens. Diesen Anlass haben wir im September mit Gästen aus Rübenanbau, Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie Kunden gefeiert. Wir haben aber nicht nur auf 175 Jahre zurückgeblickt, sondern gemeinsam mit Ihnen nach vorn geschaut. Unter dem Motto „Nachhaltig. Engagiert. Miteinander.“ haben Experten diskutiert, wie Zuckerproduktion und Landwirtschaft in der Zukunft aussehen, welche Verantwortung wir haben und welche Chancen und Herausforderungen vor uns liegen. Das Motto unserer Jubiläumsfeier zeigt vor allem: Wir sind stolz auf unsere ­Tradition, aber wir orientieren uns nach vorne, in Richtung Zukunft. Dazu gehört auch ein klares Bekenntnis zu unseren Standorten, indem wir hier weiterhin in moderne Produktionstechnik und in die Logistik investieren. Dabei halten wir unsere Ziele fest im Blick: Wir werden den Energieverbrauch und die Emissionen verringern, unsere Logistik optimieren und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern. Wir tragen Verantwortung gegenüber unseren Kunden, aber auch gegenüber unseren Lieferanten und Ihnen gegenüber, unseren Aktionärinnen und Aktionären. Nordzucker wird auch in Zukunft Zucker produzieren und eine entscheidende Rolle in der Zuckerbranche spielen. Wir bereiten unser Unternehmen daher konsequent auf die Zeit nach dem Ende der Quotenregelung 2017 vor. Wir werden Nordzucker weiter stärken und wollen diesen Weg gemeinsam mit Ihnen gehen. Herzlichst Ihr

Von Zucker zum Backen oder Süßen über Sirup bis zu Würfelzucker, Kandis oder Teezucker reicht die Bandbreite der Produkte, die Nordzucker in Europa im Einzelhandel anbietet.

Hartwig Fuchs

Akzente November 2013

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| INHALT |

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Reportage: In der Zuckerraffinerie Arlöv wird ­Roh­zucker zu mehr als 100 Spezial­­ produk­ten verarbeitet.

Zeit für Apfelkuchen: In der Bäckerei Rühmann werden ­täglich zwei Sorten Apfelkuchen vom Blech gebacken.

PANORAMA

NAHAUFNAHME

6 Nachhaltig. Engagiert. Miteinander.

20 Fruchtzubereitungen: der Kern des Geschmacks –

10 Weiter gute Zahlen – Nordzucker mit nur leicht

22 Die Zuckerraffinerie in Arlöv veredelt Rohzucker

– Nordzucker f­eiert 175-jähriges Jubiläum

rückläufigem Halbjahresergebnis­

12 Tagtägliche Begleiter: der NordzuckerVerhaltenskodex

13 Mit einer starken Holding gemeinsam

ein Besuch bei der Eurohansa Spółka z o.o.

24 Energie für die Stadt Nykøbing: Zuckerfabrik schickt mehr Warmwasser an das lokale Fernwärmenetz

25 Nordzucker Polska präsentiert sich auf der Polagra

auf Erfolgskurs

14 Smarter in die Zukunft: Rübenlogistik an der Schwelle zum Touchscreen-Zeitalter

16 Nordzucker erwartet für 2013/14 eine Durchschnittskampagne

SÜSSE SEITEN

26 Zeit für Apfelkuchen – wir besuchen Bäcker- und Konditormeister Henning Rühmann

27 Apfelrezepte für die kühle Jahreszeit:

ein schneller Apfelkuchen und ein Apfel-Krümelkuchen

BLICK IN DEN MARKT

18 „Steigende Rüben- und Zuckererträge sichern

Wettbewerbsfähigkeit.“ Interview mit Ruud Schers von der Rabobank

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Nachgefragt

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Menschen bei Nordzucker: Rosemarie Holzgrebe arbeitet seit 27 Jahren für Nordzucker. Sie bearbeitet die Reklamationen.

Hans-Christian Koehler ist als aktiver Rübenanbauer aus ­Leidenschaft seit Gründung der Nordzucker AG Mitglied des Aufsichtsrats. 2011 übernahm er dessen Vorsitz.

Nach der Rechtsform eine Aktiengesellschaft, gefühlt ein Familienunternehmen besonderer Art mit vielen Stämmen, Marotten und Meriten – so hat Hans-Christian Koehler die Nordzucker beschrieben und Schlüsse aus ihrer erfolgreichen Geschichte gezogen. Bis heute wirkt die Kraft einer besonderen Gründungsidee für Nordzucker nach. Was bedeutet Ihnen die 175-jährige Geschichte?

KURZ NOTIERT

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Nachrichten aus dem Unternehmen

MENSCHEN BEI NORDZUCKER

30 Rosemarie Holzgrebe, Specialist Customer Complaints

Hans-Christian Koehler: Unsere 19 Gründer waren mutige

und optimistische Unternehmer. Sie gründeten ein Unternehmen, das in achter Generation bis heute Arbeit, Lohn und Brot gibt. Sie hatten Zuversicht und haben gemeinsam etwas völlig Neues gewagt. Die damalige Idee, Rübenanbauer und Aktionär eng zu verzahnen, bildet auch heute noch den vitalen Kern unserer Nordzucker. Wie beurteilen Sie den Konzentrationsprozess hin zur Nordzucker?

Quality & Technical Support, Nordzucker

Hans-Christian Koehler: Er dauerte insgesamt viel zu lange.

ANGEKLICKT

31 Ein Blick ins Internet REZEPT

32 Orangen-Sternplätzchen

Einzelinteressen wurden mit Zähnen und Klauen verteidigt, strategisch richtige Entscheidungen verzögert und viel Geld liegen gelassen. Doch es gab auch weitblickende, durchsetzungsfähige Visionäre, die den Mut hatten, voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Sie haben – trotz oft schmerzhafter Werksschließungen und großer emotionaler Einschnitte – die heutige Nordzucker „gebaut“. Was geben Sie Nordzucker für die nächsten 25 Jahre mit auf den Weg? Hans-Christian Koehler: Nordzucker wird getragen von

­ esonderen Eigentümern, die das Unternehmen durch b gute und weniger gute Zeiten begleiten. Wichtig für ­unseren künftigen Erfolg sind vor allem Zuversicht, fun­ diertes Know-how, Herzblut für Projekte und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen.

Akzente November 2013

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| PANORAMA |

175 Jahre Nordzucker. Impressionen von ­Empfang, Festakt und Symposium.

Aus Anlass des Jubilä­ums ist die Festschrift „175 Jahre Nordzucker“ erschienen. Sie können sie im Internet bestellen: www.175jahrenordzucker.de

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6


175 Jahre Nordzucker – Große Jubiläumsveranstaltung mit nachhaltiger Wirkung „Nachhaltig. Engagiert. Miteinander.“: 450 Gäste erlebten einen stimmungsvollen Festtag Besondere Geburtstage haben eine anziehende Wirkung. Aus Rübenanbau, ­Poli­tik, Wirtschaft und Kundschaft folgten deshalb 450 Gäste aus dem In- und Ausland der Einladung von Nordzucker, um gemeinsam auf die wichtigsten Sta­tionen der Firmengeschichte zurückzu­blicken und unter Nachhaltigkeitsaspekten über das Wirtschaften von morgen zu disku­tieren. Vorstandsvorsitzender Hartwig Fuchs eröffnete mit seiner Rede den offiziellen Festakt und die zentrale Veranstaltung der zahlreichen Jubiläumsfeierlichkeiten. „Mit Augenmaß und viel Energie sind wir in 175 Jahren einen weiten Weg gegangen. Uns ist vieles geglückt, wir sind heute ein erfolgreiches Unternehmen.“ Seine Rede drückte Respekt und Dank an alle Beteiligten aus und schlug Brücken zwischen den historischen Entwicklungen bis zur heute tätigen Nordzucker in sie-

ben Ländern und mit 18 Produktions­ stand­orten. „Wir produzieren nach wie vor in der Region. Unsere Landwirte sind heute Unternehmer und Agrarmanager, die effi­zient arbeiten und in langen Wellen denken. Sie stehen im internationalen Wettbewerb. Wir setzen darauf, dass es zu keiner weiteren einseitigen Markt­liberalisierung der EU kommt.“ Im Anschluss daran skizzierte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Christian Koehler den Weg hin zur Nordzucker in der engen Verzahnung von Rübenanbauern und Aktionären: „Unsere Rübenanbauer und Aktionäre sind bis heute das Rückgrat des Unternehmens. Unternehmerisches Denken und strategische Weit­ sicht haben uns geholfen zu wachsen. Wir sollten es jetzt wagen, den Blick über die Grenzen von Europa hinaus zu lenken.“ Zahlreiche Grußworte folgten: S ­ tephan

Prof. Lucia Reisch, Copenhagen Business School

„Wenn Sie Verbraucher konkret nach ihrer Einstellung zu Bioprodukten, Fair-Trade-Produkten, Selber-Machen, tauschen, Car-Sharing und ähnlichem befragen, finden Sie großes Interesse an diesen nachhaltigen Themen.“

Weil, der niedersächsische Ministerpräsident, sagte in einer Videobotschaft: „Wir profitieren von diesem niedersächsischen Unternehmen, das international erfolgreich ist.“ Dr. Hermann Onko Aiekens, Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, zeigte sich optimistisch, dass die Zuckerwirtschaft in Deutschland und Europa Zuckerrübenanbau und Produktion auch ohne Quotensystem erhalten und ausbauen wird. Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, erläuterte, dass die letztmalige Verlängerung der ZMO Zeit lasse für den notwendigen Anpassungsprozess. „Zwar werden Volatilität und Wettbewerb zunehmen, doch ich setze auf Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerwirtschaft.“

„Wir müssen in der gesellschaftlichen Debatte ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen und in Kreisläufen denken. Wenn Nachhaltigkeit zum Marketingtrick verkommt, dann ist sie ein Risikobereich.“

Prof. Klaus Töpfer, Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) Akzente November 2013

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| PANORAMA |

„Verlier niemals den Blick fürs Ganze. Wir engagieren uns für Lebensmittel- und Versorgungssicherheit und für höchste Sozial- und Umweltstandards. Das muss weiterhin Bestand haben und stellt die Richtschnur für fairen Wettbewerb dar.“ 

Für Gerd Sonnleitner, COPA-Präsident, steht die Zuckerwirtschaft für den Aufbruch in eine moderne Zeit. „Die Perspektiven auf den Agrarmärkten sind so gut wie seit 100 Jahren nicht mehr. Wir sollten Chancen aktiv nutzen.“ Der gesamten Veranstaltung verlieh Fernseh-Moderatorin Inka Schneider Lebendigkeit. Mit viel Charme und pfif­ figen Fragen verband sie Vorträge und kurze Interviews zu einem abwechslungsreichen Mix für die Zuhörer. Streich­ musik aus unterschiedlichen Jahrhun­ derten und eine musikalisch untermalte Lesung aus der neuen Festschrift ließen die Geschichte des Unternehmens auch sinnlich erlebbar werden. Nach dem Festakt und einem süßen Zwischenstopp mit Geburtstags­torte stand die Podiumsdiskussion zum Thema „Nachhaltig leben und wirtschaften – Werden wir unserer Verantwortung ge­ recht?“ auf dem Programm. Mit einem Impulsvortrag über die Anfänge der Nachhaltigkeit von Carl

„Wir haben viele Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit gemacht. Es ist für uns wichtig, über die gesamte Kette zu denken.“

Dr. Klaus Schumacher, Nordzucker 8

Hartwig Fuchs, CEO Nordzucker

von Carlowitz bis zu heutigen Fragen zur Unternehmensethik und zu Sozialund ­Umweltstandards stimmte der langjährige Direktor des UN-Umweltschutzprogramms UNEP, Professor Klaus Töpfer, die Zu­­hörer auf das Thema ein, das anschließend von vier weiteren Experten diskutiert wurde. Töpfer erläuterte den Begriff der Nachhaltigkeit und interpretierte ihn für heutige Handlungsweisen und Entscheidungen, die Auswirkungen auf die Zukunft haben. „Wir leben unter dem Diktat der Kurzfristigkeit und treffen häufig Entscheidungen, ohne die Auswirkungen unse­res Tuns genügend zu berücksichtigen.“ ­Seine Sichtweise von nachhaltiger Entwicklung bringt er auf den Punkt: „Verantwortlich handelt der, der sich den Herausforderungen stellt und die Auswirkungen seines Handelns für die Zukunft beachtet.“ Im Podium wurden unterschiedliche Positionen deutlich: Es sei für Verbraucher verwirrend bis unmöglich, Produkte zu kaufen, die nachhaltig produziert seien,

Ulrik Nehammer, Coca Cola

„Ein Nachhaltigkeitsansatz stärkt l­angfristig das Geschäft und die e ­ igene Wettbewerbsfähigkeit.“

betonte Frau Professor Lucia Reisch, Pro­fes­ sorin für Verbraucherpolitik.­Carl-Albrecht Bartmer, der Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, sieht auch ein Image­problem der Landwirtschaft. „Wir haben schon immer nachhaltig gewirtschaftet, es aber nicht so genannt. Daher müssen wir viel deutlicher darauf hinweisen, was wir in der Landwirtschaft alles tun.“ Ulrik Nehammer skizzierte Bemühungen bei Coca-Cola im Bereich Wasserreduktion und verwies zudem darauf, dass ein Nachhaltigkeitsansatz im Unternehmen langfristig das Geschäft stärken kann und zu mehr Wettbewerbsfähigkeit führt. Dr. Klaus Schumacher sieht bei Nordzucker viele Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit und regte die Haltung an, über die gesamte Kette vom Saatgut bis zum P ­ rodukt zu denken. Der große Festtag klang mit einer Galaveranstaltung „unter Freunden“ aus. 175 Jahre Nordzucker – das war ein ­Meilenstein für das Unternehmen und ein besonderer Tag für alle Gäste. � tsd

„Jeder definiert Nachhaltigkeit anders, deshalb brauchen wir Systeme, die Nachhaltigkeit messbar machen.“

Carl-Albrecht Bartmer, Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG)


Gespräche und ­künst­lerische ­Showeinlagen ­ krönten das Galadinner am Abend.

Akzente November 2013

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| PANORAMA |

Hartwig Fuchs

„Die aktuelle Marktentwicklung spricht jedoch weiter dafür, dass wir 2013/14 das Rekordergebnis 2012/13 nicht erreichen werden.“

Weiter gute Zahlen Nordzucker mit nur leicht rückläufigem Halbjahresergebnis

Zwischenbericht Nordzucker AG Geschäftsjahr 2013/14 6 Monate / 1. März bis 31. August 2013

Hartwig Fuchs, Chief Executive Officer Nordzucker AG

1.222,7 Millionen Euro – diesen Umsatz erwirtschaftete Nordzucker in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2013/14. Den ausführ­ lichen Zwischenbericht finden Sie im Download Center unter www.nordzucker.de.

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In den ersten sechs Monaten des Ge­ schäfts­jahres 2013/14 konnte Nordzucker erneut eine erfreuliche Geschäftsentwick­ lung verzeichnen. Der Umsatz stieg um rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Auf der Kostenseite – insbesondere über die Bewertung der Lagerbestände – wirkte sich jedoch der höhere Rübenpreis der vergangenen Kampagne aus, sodass der Periodenüberschuss um rund 15 Millionen Euro unter dem Niveau des Vorjahres lag. Herr Fuchs, die Weltmarktpreise ­liegen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Dennoch konnte Nordzucker den Umsatz erneut ­steigern. Worin liegen die Gründe ­dafür? Rechnen Sie im Laufe des Jahres 2013/14 noch mit einem Erlösrückgang?

Hartwig Fuchs: Auf dem Weltmarkt sind die Preise wie erwartet aufgrund ­einer im Vergleich zum Verbrauch ­höheren Produktion zurückgegangen. Erlösrückgänge beim Nicht-Quoten­ zucker aufgrund von Preisrückgängen waren die Folge. Allerdings konnten wir durch eine gesteigerte Absatzmenge bei nahezu konstanten Preisen beim Quotenzucker diesen Rückgang mehr als ausgleichen. Die aktuelle Marktentwicklung spricht jedoch weiter dafür, dass wir 2013/14 das Rekordergebnis 2012/13 nicht erreichen werden. Weltweit liegt die Zuckerproduktion derzeit deutlich über dem Verbrauch, sodass die Zuckerbestände steigen, was zu ­einem Preisrückgang auf dem Weltmarkt führt. Der Preisrückgang wird sich im Laufe des aktuellen Geschäftsjahres voraussichtlich auch zunehmend

auf dem E ­ U-Zuckermarkt bemerkbar machen. Die im September konzernweit ge­ startete Zuckerrüben-Kampagne lässt in diesem Jahr große Ertrags­ unter­schiede zwischen den einzelnen Regionen unseres Unternehmens erwarten. Im Schnitt gehen wir davon aus, dass wir mit unserer produzierten Zuckermenge deutlich hinter den ­beiden vergangenen Rekordjahren zurückbleiben werden. Eine schwache Kampagne wirkt sich auch immer ­negativ auf das Ergebnis aus. Wie sind die Erwartungen?

Hartwig Fuchs: Wie Sie es selbst sagen, sind unsere Ertragserwartungen in den einzelnen Re­gionen sehr unterschiedlich. Hier manifestiert sich einer der deutlichen


Dr. Michael Noth

„Es ist gut, angesichts der kommenden Herausforderungen eine gute und solide Basis für die Zukunft geschaffen zu haben.“

Die Entwicklung des ersten Halbjahres im Überblick

Vorteile unserer breiten internationalen Aufstellung. In Summe wird es aber durch­ aus so sein, dass wir die Rekordernte der beide Vorjahre nicht erreichen werden. Wir müssen jedoch die endgül­tigen Kam­ pagneergebnisse abwarten, um wirklich solide Aussagen über Zuckermengen und Absatzpläne machen zu können. Da es aber noch Vorräte aus den beiden starken Vorjahren gibt, sehen wir die erwartet durchschnittliche Erzeugung nicht als problematisch an.

Konzernumsatz

EBIT Konzern

Millionen Euro

Millionen Euro

1.188

1.223

Periodenüberschuss Konzern

Nettoverschuldung Konzern

Millionen Euro

Millionen Euro

273 229

199

185

25

6 Monate 2012/13

6 Monate 2013/14

6 Monate 2012/13

6 Monate 2012/13

6 Monate 2013/14

6 Monate 2013/14

-104 31.8.2012

Herr Dr. Noth, im Halbjahresabschluss weisen Sie eine Eigenkapitalquote von sage und schreibe 68,4 Prozent aus. Wie sehen Sie hier die weitere Entwicklung?

Dr. Michael Noth: Es ist gut, angesichts der kommenden Herausforderungen eine

gute und solide Basis für die Zukunft ­geschaffen zu haben. So können wir ­unseren Weg hinsichtlich möglichen Wachstums einerseits und e ­ iner Steigerung der Wirtschaftlichkeit andererseits

31.8.2013

am allerbesten nachkommen. Wenn wir überlegen, wo wir 2009 gestartet sind, ist diese Steigerung aus eigener Kraft ein enormer Erfolg. � 

Das Gespräch führte Bianca Deppe-Leickel

Akzente November 2013

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| PANORAMA |

Der NordzuckerVerhaltenskodex Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit als tagtägliche Begleiter Axel Aumüller

„Unser Verhaltenskodex fasst die wichtigsten Spielregeln unseres Unternehmens zusammen.“

„Unsere Kunden er­­war­ten heute mehr denn je klare Statements von uns, die viele Bereiche der Nach­ haltigkeit betreffen.“ Mats Liljestam

Je größer ein Unternehmen wird, je entfernter die einzelnen Werke oder Büros zueinander liegen, je mehr unterschiedliche Sprachen gesprochen werden und je größer die Anzahl unterschiedlicher Kulturen ist, desto wichtiger ist es, Klarheit zu schaffen über unerlässliche und nicht diskutierbare Verhaltensnormen. Nordzucker hat sich nun einen konzernweit verbindlichen Verhaltenskodex gegeben, der zweierlei leistet: Er macht für die Außenwelt Selbstverständliches sichtbar und nach innen Routiniertes b ­ ewusst. „Unser Verhaltenskodex fasst die wichtigsten Grundsätze ethischen Verhaltens zusammen. So haben wir zu Papier ge­­ bracht, was uns im Verhalten gegenüber Kunden, Lieferanten, der Gesellschaft und unseren Mitarbeitern als grundsätzlich und verbindlich gilt“, erläutert Axel Aumüller, COO der ­Nordzucker AG, den Ansatz. „Unsere Kunden erwarten heute mehr denn je klare State­ ments von uns, die viele Bereiche der Nachhaltigkeit be­treffen. Soziale Verantwortung und Ethik sind ein wichti­ger Bestandteil davon“, sagt Mats L­ iljestam CMO der Nordzucker AG. Da Papier bekanntermaßen geduldig ist, wird die konzernweite Einführung durch entsprechende Schulungsmaßnahmen begleitet. „Sicherlich sind die meisten Grundsätze mehr als selbstverständlich für uns. Trotzdem ist es wichtig, sie sich vor Augen zu führen und zu verinnerlichen. Wir werden daher allen Mit­arbeitern Gelegenheit geben, unseren Ver­haltenskodex mit ihren Vorgesetzten zu besprechen“, führt Axel Aumüller weiter aus. Basis für den Verhaltenskodex bil­den die vier Nordzucker Werte Verantwortung, Engagement, Courage und Wertschätzung. Sie lassen sich mit jedem einzelnen Grundsatz im Kodex in Verbindung bringen. � bdl

„Alle guten Grundsätze sind in der Welt vorhanden, man braucht sie nur anzuwenden.“ Blaise Pascal (1623 – 1662)

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Ein gutes Team: Hans Jochen Bosse, Jochen Johannes Juister, Heinz-Jürgen Ahrberg, Andreas Scheffrahn, Helmut Bleckwenn und Wilhelm Wedde (von links). Mit der Verschmelzung der Nordharzer Zucker Aktiengesellschaft auf die Nordzucker Holding Aktiengesellschaft wer­den die Interessen aus dem Bereich Nordharz nun in der Holding ­vertreten.

Gemeinsam auf Erfolgskurs Mit einer starken Holding in die Zukunft Nach dem deutlichen Votum der Nordharzer- und der Nordzucker-Holding-Hauptversammlungen für die Ver­ schmelzung der beiden Gesellschaften wurde diese am 11. September 2013 mit der Eintragung ins Handels-­ ­­register wirksam. Herr Juister, mit der Verschmelzung hält die Nordzucker Holding nun rund 84 Prozent an der Nordzucker AG. Verändert sich die Arbeit in der Holding dadurch?

Juister: Erst einmal freue ich mich sehr, dass der ganze Prozess nun so schnell vollzogen werden konnte. Die klaren Mehrheiten für die Verschmelzung haben eine eindeutige Sprache gesprochen und sind Ausdruck dessen, wo der Weg hingeht. Um Nordzucker auch weiter als kompetente MutterHolding begleiten zu können, war dies ein wichtiger Schritt. Wir haben die Interessen der bäuerlichen Aktionäre weiter ­gebündelt und damit gestärkt. Wir freuen uns darauf, die Nordzucker AG weiter als starke Holding zu begleiten!

für den R ­ übenanbau nach 2017. In der Satzung der Nordzucker Holding AG wird auf den Lieferanspruch verwiesen, der nach Ende der bisherigen Marktordnung greift. Die rechtliche Umsetzung und die sichere Rübenversorgung für unsere Fabriken nach 2017 werden zur Zeit intensiv mit der Nordzucker AG und den Anbauerverbänden besprochen. Dieses kann aus ­unserer Sicht auch nur gemeinsam gelingen. Ich spüre, wie professionell daran gearbeitet wird und bin voller Zuversicht, dass wir am Ende ein finales Ergebnis präsentieren können, das den Herausforderungen g ­ erecht wird. Die aktuelle Satzung der Nordzucker Holding finden Sie auf der Internetseite der Nordzucker AG im Downloadbereich im Menüpunkt ,Aktien & Aktionäre‘. � 

Das Gespräch führte Bianca Deppe-Leickel

Kapitalstruktur Nordzucker AG Die neue Verteilung auf die Gruppen, in %

5,1

Welche Aufgaben und Herausforderungen liegen angesichts des Auslaufens der Quotenregelung aktuell an?

Juister: Für uns geht es hier um zweierlei: Zunächst gilt es, die Nordzucker AG in ihrem Bestreben, sich weiter wettbe­ werbs­fähig aufzustellen und vor allem die Ertragskraft der Rübe zu fördern, tatkräftig zu unterstützen. Unsere zweite wichtige ­Aufgabe ist die Klärung der Rahmenbedingungen

10,8

Nordzucker Holding AG 84,1

Union-Zucker Südhannover GmbH Direktaktionäre

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| PANORAMA |

Smarter in die Zukunft Rübenlogistik an der Schwelle zum Touchscreen-Zeitalter

Nach dem Roden greift die Logistik­ kette.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Rübentransporte die Geduld der Autofahrer über Gebühr strapazierten. „Es fällt auf, dass wir weniger auffallen“, bestätigt Holm Kemmer. „Unsere Transporte sind sicherer, sauberer und leiser geworden.“ Er muss es wissen. Seit zwei Jahrzehnten koordiniert er mit zwei Kollegen in der Braunschweiger Küchenstraße und sechs Disponenten in fünf Nordzucker-Fabriken die Rübenlogistik in Norddeutschland. Für alle sichtbar sei der Wandel von der Schlepper- zur Lkw-Anfuhr. Viel unauffälliger haben sich jedoch andere Parameter seines Arbeitsfeldes verändert. Je süßer die Rübe, desto weniger Transporte

So stieg der mittlere Zuckergehalt der Rüben in zwei Jahrzehnten von 17,4 auf 17,9 Prozent. Ein halbes Prozent mehr? „Das hört sich erst mal völlig unspektakulär an“, nickt Kemmer. Sein Taschenrechner zeigt andere Zahlen: In Norddeutschland braucht Nordzucker heute 14

gut 220.000 Tonnen Rüben weniger, um die gleiche Zuckermenge wie Anfang der 90er zu gewinnen. „Weiter gerechnet spart uns das rund 16.000 Lkw-Transportfahrten pro Kampagne.“ Herausragende Umweltleistungen

Als herausragende Umweltleistung von innovativer Rode-, Reinigungs- und Mie­ tenpflegetechnik sieht Kemmer die Verringerung der mit den Rüben angelieferten Erde. „Im Schnitt haben wir heute 3,8 Prozent weniger Erdanhang als in den frühen 90ern. Umgerechnet heißt das: Allein während der Kampagne sparen wir weitere 28.000 Transportvorgänge! Und – nicht zu vergessen – noch einmal so viel, wenn die in der Fabrik abgereinigte Erde wieder ausgefahren werden muss.“ Eingesparte Transporte, die zudem die CO2-Bilanz deutlich verbessern. Nicht nur Rode- und Verladetechniken, auch das Logistik-Management wurde kontinuierlich verbessert. „Mit 35 top

organisierten Liefergemeinschaften, die 60 Mäuse einsetzen, verfügen wir heute über vorbildliche Strukturen“, betont der Leiter der Nordzucker-Rübenbeschaffung in Deutschland, Volker Bückmann. Seit 2003 profitieren Nordzucker und die Anfuhrgemeinschaften von MIR – dem GPS-gestützten Logistiksystem der Nordzucker. MIR hat laut Kemmer weitere deutliche Effizienzsteigerungen ermöglicht. AgriLog: Rübenlogistik 2.0

Derzeit arbeitet Nordzucker ganz konkret an einer innovativen online-basierten Vernetzung aller Logistikpartner. „Als leistungsfähiges Rübenlogistik-Werkzeug ist MIR bis heute noch immer wertvoll“, unterstreicht Holm Kemmer. Dennoch lasse das System im Smartphone- und Touchscreenzeitalter natürlich inzwischen viele Wünsche offen und zwinge derzeit noch sehr viel ans Telefon. Wenn alles nach Plan läuft, soll sich das schon zur Kampagne 2015 ändern, verspricht Claus-Friso Gellermann. Er koordiniert


„In Hinblick auf 2017 liegen große Veränderungen vor uns. Gemeinsam werden wir sie bewältigen.“ Dr. Lars Gorissen

Dr. Lars Gorissen leitet konzernweit den Bereich Agrarwirtschaft und Rohstoffbeschaffung

Wie können alle Schritte der Rübenlogistik noch besser vernetzt werden und der aktuelle Stand jederzeit abrufbar sein? Nordzucker arbeitet am AgriLog.

für Nordzucker die Entwicklung von ­AgriLog. Der smarte MIR-Nachfolger soll vor allem eins leisten: alle Beteiligten und alle Prozesse ohne zusätzliche Hardware perfekt vernetzen. „Rode-, Mietenpflege- und Verladearbeiten sollen auf­ einander abgestimmt, flexibler, intuitiver und komfortabler via AgriPortal, Tablet und Laptop planbar werden“, erläutert Gellermann. „Einbauen wollen wir zum Beispiel wichtige Tools, die die automatische Zuordnung und die Planung von Reihenfolgen der Mauseinsätze via Geoansichten erleichtern.“ Nicht nur Liefergemeinschaften und Spediteure sollen von AgriLog profitieren. „Auch Land­ wirte gewinnen Vorteile daraus“, ist ­Gellermann überzeugt. Die vereinfachte Meldung der Anbauflächen zählt er dazu. „Aber vor allem die durch bessere Vernetzung abzustimmende Arbeitserledigung.“ Noch ist AgriLog Zukunftsmusik. Zur Kampagne 2014 startet Nordzucker mit ausgewählten Partnern in die Pilotphase. � sdp

Dr. Lars Gorissen, Senior Vice President und General Counsel, Corporate Legal, wurde im O ­ ktober vom Vorstand zum Leiter des Bereichs Corporate Agriculture and ­Rawmaterial Procurement ernannt und übernahm damit mit den Bereich ­Agrarwirtschaft und Roh­stoffbeschaffung innerhalb des gesamten Konzerns. Der 41-jährige Jurist ist seit 2008 bei Nordzucker. Geboren und aufge­ wach­sen in Münster absolvierte Dr. Lars Gorissen zunächst sein Studium der Rechtswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und promovierte anschließend in Bonn. Sein Referendariat absolvierte er in Osnabrück. Bevor Lars Gorissen 2008 zu Nordzucker kam, war er als Jurist in der Rechtsabteilung bei Siemens in Erlangen und München tätig. Bei Nordzucker begann er als Assis­tent des Vorstands mit Schwerpunkt Aufsichtsrats­angelegenheiten, bevor er 2009 die L­ eitung der konzernweiten Rechts­­abteilung übernahm. In dieser Funktion begleitete er mit seinem Team die erfolgreiche Verschmelzung der Nordharzer Zucker AG mit der Nordzucker Holding AG Nach seinem nun vollzogenen Wechsel in den Bereich Agrarwirtschaft und Rohstoffbeschaffung unterstreicht der Jurist: „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe, denn vor mir liegen spannende Themen und Herausforde-

rungen. Gemeinsam mit meinem Team gilt es, den Bereich Agrarwirtschaft und Rohstoffbeschaffung im Nordzucker Kon­ zern mit Weitsicht in eine Zukunft ohne Quote zu führen.“ Mit Blick auf das Ende der Quotenregelung für Zucker in der EU im September 2017 fügt er an: „Vor uns liegen große Veränderungen. Ge­mein­­sam mit den Verbänden und unseren Land­ wirten werden wir sie bewältigen. In den vergangenen Wochen habe ich zahl­reiche Gespräche geführt und werde weitere führen, um einen möglichst breiten Überblick zu erhalten.“ Dem Vater zweier Kinder ist sein Team wichtig: „Im gesam­ten Konzern haben wir Kolleginnen und K ­ ollegen mit langjähriger Erfahrung im Bereich Rübe und Rohstoff. Wir werden die Zusam­men­­ arbeit und den Austausch auch über Län­ dergrenzen hinweg intensivieren.“ Lars Gorissen übernahm den Bereich Agrarwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, nachdem Dr. Niels Pörksen am 30. September das Unternehmen auf eigenen Wunsch hin verlassen hatte. Niels Pörksen hatte das Vorstandsressort Agrarwirtschaft und Rohstoffbeschaffung im Oktober 2009 übernommen und seitdem erfolgreich geführt. Unter anderem hat er die Initiative 20 · 20 · 20 maßgeblich vorangetrieben und damit das Thema Ertragssteigerung im Rübenanbau im unternehmerischen Bewusstsein der Nordzucker verankert. � bdl

Akzente November 2013

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| PANORAMA |

„Seit Juli haben wir in Dänemark perfekte Bedingungen für die Rübe: eine gute Kombination aus Sonne, Wärme und Regen. Das hat den Zuckergehalt der Rüben zum Ende der Vegetationsperiode kräftig angekurbelt. Bei aktuell besten Erntebedingungen erwarten wir hier Zuckererträge nahe unserem fünfjährigen Mittel.“ Claus Nørgaard, Leiter Rübenbüro Dänemark

„Wir sind sehr gut in die Kampagne gestartet. Schon zu Beginn lagen die Rübenqualitäten über dem Durchschnitt. Zahlreiche Neu- und Umbaumaßnahmen waren pünktlich zum Start fertiggestellt und unser 80.000-Tonnen-Silo wird derzeit zum ersten Mal befüllt.“ Sven Buhrmann, Direktor Werk Uelzen, Deutschland

Nordzucker erwartet eine Durchschnittskampagne Kampagnestart 2013 in Litauen und Schweden Rübenhunger ­verfünfhundertfacht Lange Kampagnen gab es bereits vor 175 Jahren: Stattliche 150 Tage dauerte die Jungfern-Kampagne der ersten Zuckerfabrik in Klein Wanzleben. 1838/39 wurden 30 Tonnen Zuckerrüben je Kampagnetag verarbeitet. Seitdem hat sich der Rübenhunger in Klein Wanzleben verfünfhundertfacht: Die junge Nachfolgerin am Ortsrand verarbeitet rund 15.000 Tonnen pro Tag. Die Tagesverarbeitung von damals liefern Landwirte von heute in knapp einer LkwLadung.

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Insgesamt durchschnittliche Ernteaus­sich­­ ten für Zuckerrüben führten 2013 konzernweit zu einem späteren Kam­pagne­­ beginn. Den Anfang der Nordzucker-Kampagne 2013 machten am 17. Sep­tember die Werke Kėdainiai und Örtofta in ­Litauen und Schweden; dicht gefolgt von den polnischen Werken. Nakskov und Nykøbing in Dänemark sowie die deutschen Werke und Trenčianska ­Teplá in der Slowakei starteten in der dritten Septemberdekade. Mit dem finnischen Werk Säkylä arbeiten seit dem 1. Oktober alle Nordzucker-Fabriken im Kampagnebetrieb. Produktqualität im Fokus

Technikvorstand Axel Aumüller ist zufrieden: „Den Start haben alle NordzuckerWerke ohne größere Störungen gut gemeistert. Wann es wo losgeht, das wägen wir jedes Jahr sorgfältig ab“, betont er. „Durch den späteren Kampagnebeginn gewinnt die Rübe noch wertvolle Zeit zu wachsen und bildet – mit etwas Glück und ausreichend Sonne – mehr Zucker. Chancen auf Zuckerzuwachs, die wir in

diesem Jahr mit Blick auf durchschnitt­ liche Ernteerwartungen nutzen können, ohne dabei unnötig Wetterrisiken einzugehen.“ Insgesamt rechnet Aumüller mit etwa 100 Tagen Kampagne im Konzern. „Nach zwei Mammutkampagnen, in ­denen vor allem die hohe Durchsatzleistung im Vordergrund stand, legen wir in diesem Jahr unseren Fokus konsequent auf bestmögliche Effizienz.“ Sonnenreicher Sommer gleicht regional aus

Das späte, kalte Frühjahr hatte der Rübe in fast allen Nordzucker-Regionen kleinere Wachstumsfenster beschert. Vor ­allem Nordeuropa und Polen profitierten jedoch ab Juli von sonnenreichen Sommermonaten. Für die Anbauländer Schweden, ­Litauen und Dänemark erwartet Nordzucker aktuell Zuckererträge nahe dem fünfjährigen Mittel. Sune Berghäll, Direktor im finnischen Werk Säkylä, freut sich 2013 sogar auf ein sehr gutes Rübenjahr. „Nach dem kalten, verregneten 2012 haben unsere Landwirte und Mitarbeiter wirklich sehr auf

ein besseres Jahr gehofft“, sagt er und sieht seine Wünsche bestens erfüllt: „Wir erwarten in diesem Jahr Hektar­erträge nahe unserem Allzeithoch. Die ersten ­Rüben in Säkylä sind von hervorragender Qualität mit Zuckergehalten von über 17 Prozent. Das ist wirklich sehr gut bei uns in Finnland“, betont Berghäll. Polen: späte Aussaat gut kompensiert

Auch die polnischen Rüben haben die spätere Aussaat über den Sommer gut kompensiert. Für die Landwirte im Rübeneinzugsgebiet der Zuckerfabrik Chełmża


Nach vorn geschaut – kommende Investitionen im Geschäftsjahr 2014/15 Wenn im März 2014 das neue Geschäftsjahr beginnt, stehen die kommenden Investitionen zum Großteil fest und die Projekte stecken bereits in den Startlöchern. Einige Beispiele: Wichtige Investitionen stehen beispielsweise im Werk Örtofta an. Die Arbeiten dazu wurden bereits 2013 begonnen: Ein neuer Verdampfungstrockner reduziert ­zukünftig gemeinsam mit einem kontinuierlichen Kristallisationsapparat den Gesamtenergieverbrauch – ebenso werden durch den neuen Trockner die Emissionen bei der konventionellen Schnitzeltrocknung deutlich verringert.

Wie hier in Nordstemmen läuft derzeit in allen NordzuckerWerken die Kampagne.

Im dänischen Werk Nykøbing erfordern neue Emis­ sionsgrenzen eine Umstellung des Kesselhauses und die eventuelle Installation einer Abgasreinigung, wäh­ rend im gut 50 Kilometer entfernten Nakskov die Vorplanungen für den altersbedingten Austausch der horizontalen DDS Schnitzel-Extraktion auf eine effizientere Turmanlage vorbereitet wird. In Uelzen wird im kommenden Jahr mit dem Ersatz der vertikalen Schnitzelpressen durch verläss­lichere horizontale Pressen ein mehrjähriges Erneuerungsprogramm eingeleitet, welches im nächsten Schritt auch weitere Werke aus den anderen Regionen umfasst. �  nt

erwartet der Leiter des Rübenbüros Dariusz Zielinski erfreulich hohe Zuckererträge zwischen elf und zwölf Tonnen je Hektar. Der Fünfjahresschnitt liegt hier bei rund zehn Tonnen. Zu Kampagnebeginn hatte Chełmża mit reichlich Regen und durchweichten Böden zu kämpfen. Inzwischen laufen Erntearbeiten und Fabrik auch hier bei ruhigem Herbstwetter nach Plan. In der Slowakei litten die Rüben das zweite Jahr in Folge unter langer Sommertrockenheit. „Die Verarbeitung läuft gut“, sagt Pavel Kyselica, Direktor im Werk Trenčianska Teplá. „Wir bekom-

men sehr saubere Rüben, aber es könnten mehr sein.“ Norddeutschland unter Fünfjahres­mittel

Zuckererträge unter dem fünfjährigen Mittel erwartet Nordzucker 2013 für die fünf norddeutschen Fabriken. „Mit 17,4 Prozent lag unser Startzuckergehalt sehr hoch“, berichtet Franz Hesse aus dem Nordstemmer Rübenbüro. Der hohe ­Zuckerwert zu Kampagnebeginn weise jedoch auch auf das 2013 eher verhaltene Massewachstum der Rübe hin. Für das

über 250 Kilometer von Bremen bis Göttingen reichende Rübeneinzugsgebiet der ­Zuckerfabrik Nordstemmen rechnet Hesse mit Erträgen, die leicht unter dem fünfjährigen Mittel liegen, jedoch bei starken regionalen Schwankungen. „Nachdem ein Großteil der Rüben verarbeitet ist, zeigt sich wieder einmal, dass die Rübe auch im Herbst noch zu allem fähig ist. Die Zuckergehalte sind bis weit in den Herbst hinein stabil geblieben und die Rübenerträge sind bis zum Ende der Rodungen weiter angestiegen.“ �  sdp Akzente November 2013

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| BLICK IN DEN MARKT |

„Steigende Rüben- und Zuckererträge sichern Wettbewerbsfähigkeit.“

Zuckererzeugung in ausgewählten Ländern 2002–2012, Tonnen Zucker pro Hektar 14 12 10 8 6 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12

Zuckerrübenerträge in ausgewählten Ländern 2002–2012, Tonnen Zuckerrüben pro Hektar 100

Ruud Schers ist Analyst in der Forschungs- und Beratungsabteilung für die Ernährungs- und Agrarwirtschaft (Food & Agribusiness Research and Advisory Department, FAR) der Rabobank. Die Rabobank Gruppe, international ­spe­zialisiert auf die Lebensmittel- und Agrarindustrie, ­betreut weltweit mehr als 10 Millionen Kunden in 47 Ländern.

90 80 70 60 50 40 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12 Belgien Polen Quelle: Rabobank

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Frankreich Niederlande

Deutschland UK


Rabobank sieht steigende Zuckerproduktion in der EU Interview mit Ruud Schers Die EU-Quoten und Mindestpreise für Zuckerrüben werden zum Ende des Zuckerwirtschaftsjahres 2016/17 abgeschafft. Was bedeutet das für den Zuckersektor der EU? Bleibt die Rübenproduktion weiterhin wettbewerbsfähig?

Eine weitere Konzen­ tration der Zucker­ produktion in der EU ist möglich.

HFS ist die Abkürzung für High Fructose Syrup. Andere Bezeichnungen im deutschen Sprachraum sind Isoglucose oder Glucosesirup. Isoglucose ist ein süßer Sirup mit einem besonders ­hohen Fruktosegehalt, der aus Stärke – zum Beispiel aus Mais und Weizen – gewonnen wird. Isoglucose kann in der Lebensmittelher­ stellung, vor allem bei den Produzenten von Erfrischungs­getränken als Süßungsmittel eingesetzt werden.

Ruud Schers: Eine wettbewerbsfähige Rübenproduktion hängt mit einer ganzen Reihe Faktoren zusammen. Ein wesent­ licher Punkt ist der Rübenpreis. Durch stärkeren Druck und die Volatilität der Zuckerpreise in der EU, die für die Zeit nach 2017 erwartet wird, werden auch die Rübenpreise volatiler. Jedoch werden sich die starken Abweichungen bei den Rübenpreisen innerhalb der EU, die wir in den vergangenen Jahren beobachten konnten, voraussichtlich verringern. Ein anderer Punkt sind die Auswirkungen der Veränderungen der gemein­ samen Agrarpolitik der EU (GAP), die durch die Umverteilung von Direktzahlungen die Einnahmen der Landwirte ­beeinflussen werden. Die starken Unterschiede bei den EU-Direktzahlungen innerhalb der Regionen und sogar inner­ halb der Agrarsektoren und die Umsetzung durch die nationalen Regierungen und – um beim Beispiel Deutschland zu bleiben – die Bundesländer werden in der nächsten Zeit mit entscheidend sein. Es ist zudem wichtig anzumerken, dass die EU in den vergangenen 15 Jahren eindrucksvolle Fortschritte im Hinblick auf Rüben- und Zuckererträge gemacht hat, was die Wett­bewerbsfähigkeit des Sektors sicher gestärkt hat. Die Reform von 2006 führte zu einer Konzentration des Rübenanbaus auf die profitabelsten Gegenden der EU. Werden wir das nach 2017 erneut ­erleben?

Ruud Schers: Zwischen 2000 und 2009 wurden europaweit über 140 Zucker­ fabriken geschlossen, während zwischen 2005 und 2009 fast die Hälfte der Arbeitsplätze infolge der Reform verloren gingen. ­Dadurch wurde die EU ein wett­ bewerbs­fähigerer und e ­ ffizienterer Zuckerproduzent, der seine Produktion auf die besten Standorte konzentriert hat. Heute

finden 85 Prozent der europäischen Zucker­­produktion in den EU-15­-Ländern statt. Eine weitere Konzentration der Produktion ist möglich, aber sicher nicht in dem Ausmaß, wie wir es in den vergangenen zehn Jahren erlebt haben. Welche EU-Länder werden ohne die Quoten ihre Rübenproduktion steigern und welche werden sie verringern oder gar ganz aufgeben?

Ruud Schers: Am wahrscheinlichsten ist ein zweistufiges Szenario. Zunächst dürfte die europäische Zuckerproduk­ tion nach 2017 ansteigen, was zu einem Rückgang der Zuckerpreise und einer Verschärfung des Wettbewerbs zwischen den Produzenten führen wird. In der zweiten Phase könnte der europäische Zuckermarkt wieder ins Gleichgewicht kommen, wenn die Steigerung der Zuckerproduktion durch einen Rückgang oder eine Aufgabe in bestimmten Gegenden ausgeglichen wird. Genauer ­gesagt könnten die Produzenten in Frankreich, Deutschland, Benelux und anderen Teilen des „Rübengürtels“ ihre Zuckerproduktion anheben. Wir gehen davon aus, dass in Frankreich die größte Produktionssteigerung stattfinden wird, da es dort im Vergleich zu anderen Ländern beträchtliche Möglichkeiten zur Verlängerung der Kampagnen gibt. Ein Rückgang oder eine Aufgabe der Produktion könnte am Rand oder außerhalb des „Rübengürtels“ zu beobachten sein, wo die Effizienz sowohl des Rübenanbaus als auch der Fabrikauslastung sich als entscheidender darstellen könnte. Parallel zum Zucker werden auch die Quoten für Isoglukose abgeschafft. Welchen Einfluss wird das auf den Zuckermarkt haben?

Ruud Schers: Der tatsächliche Einfluss der Isoglukose hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Als Erstes wird die preis­liche Wettbewerbsfähigkeit der I­soglukose gegenüber dem Zucker entscheidend sein. Sie ist mit den Preisen von Mais und Weizen verknüpft. Zum Zweiten müssen die Nahrungsmittelund Getränkehersteller entscheiden,

ob sie ihre Produktion auf Isoglukose umstellen. Da Isoglukose in flüssiger Form ­vorliegt, kann sie Zucker nicht in allen Bereichen ersetzen. Wenn sich der H ­ FS-Verbrauch mit einem aktuellen Markt­anteil von fünf Prozent erheblich erhöht, werden die Auswirkungen sicher durch einen Preisdruck auf dem euro­ päischen Zuckermarkt zu spüren sein. Wird die EU weiterhin ein NettoImporteur von Zucker sein?

Ruud Schers: Nach 2006 wurde die EU vom Zucker­exporteur zum Netto-Importeur. Mit der Aussicht auf eine höhere europäische Zuckerproduktion in Verbindung mit mehr Isoglukose- und weiter bestehenden Präferenzimporten, könnte die EU ihre Exporte steigern. Der wesentliche Punkt in dieser Hinsicht ist die Profitabilität. Das Niveau der Weltzucker­ preise muss hoch genug sein, damit der Export eine rentable Option wird. Alles in allem, was sind die Haupt­ risiken für eine wettbewerbsfähige Zuckerrüben- und Zuckerproduktion in einem EU-Markt ohne Quoten?

Ruud Schers: Statt über die Risiken möchte ich viel ­lieber zuerst über die Chancen sprechen. Die Chancen der europäischen Zuckerunternehmen liegen in der Gewinnung neuer Marktanteile in ihren eigenen Ländern oder andernorts in der EU. Was die Risiken angeht, denke ich, dass es wichtig sein wird, die Entwicklung der EU-Handelsabkommen zu beobachten. Eine Steigerung des Imports von Weißzucker aus Präferenzländern, der auf den EU-Markt kommt, könnte störend wirken. Darüber hinaus könnten Entwicklungen auf multilateraler Ebene die Importzölle für nicht präferenziellen Zucker beeinflussen. Im Fall einer beträchtlichen Erhöhung des Marktanteils der Isoglukose schließlich würde der europäische Zuckermarkt ­negativ beeinträchtigt werden. Alles in allem wird die Zeit nach 2017 für die europäischen Z ­ uckerproduzenten sowohl mit Chancen als auch Risiken eine Herausforderung werden. �  

Das Interview führte Dr. Thordis Möller

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| NAHAUFNAHME |

Nicht nur Fruchtzuberei­ tungen für Eis oder Joghurt, auch schokolierte Nüsse sind im Sortiment.

Der Kern des Geschmacks Eurohansa Spółka z o.o. stellt Fruchtzubereitungen her An der Weichsel gelegen ist die ehemalige Hansestadt Toruń mit ihren Gebäuden im Stil der Backsteingotik ein bei Touristen beliebtes Ziel. Bekannt ist die Universitätsstadt nicht allein für die hüb­ schen Backsteinhäuser, die den Platz rund um das Rathaus säumen und an ­Lüneburg erinnern. Bekannt ist sie auch für ihren wohl berühmtesten Sohn Nikolaus Kopernikus, der hier geboren wurde, und für eine Spezialität: Toruńer Leb­kuchen.

„Toruńskie Pierniki sind in ganz Polen bekannt; ja, sie sind quasi ein Symbol für die Stadt, so wie zum Beispiel Aachener Printen oder Lübecker Marzipan in Deutsch­land, und das auch über Polen hinaus. Fragen Sie mal Touristen, die nach Toruń kommen“, erzählt Barbara Śliwka, als wir sie treffen. Barbara Śliwka

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ist Produktionschefin bei der Eurohansa GmbH, einer Kundin der Nordzucker Polska S.A. Gemeinsam mit dem zuständigen Vertriebskollegen von Nordzucker Polska, Tomasz Wroblewski, treffe ich sie auf dem Gelände der Eurohansa – etwas außerhalb der 200.000-Einwohner-Stadt gelegen. „In unserem Werk in Toruń stellen wir Fruchtzubereitungen für Bäckereien und Konditoreien sowie für die Molkereiindustrie und die Speiseeisherstellung her. Aber auch Schokoladenhersteller wie Wawel, der in Polen wohl wichtigste Schokoladenproduzent, gehören zu unseren Kunden. Erst mit unseren Fruchtzubereitungen wird aus Naturjoghurt Fruchtjoghurt oder aus Leb­ kuchen ein mit Pflaume gefüllter Leb­ kuchen“, erklärt Śliwka.

Seit 1992 produziert Eurohansa – damals noch mit dem Namen Agrohansa, in Toruń Fruchtzubereitungen. 90 Mit­ arbeiter arbeiten hier in zwei Produk­ tionshallen. Die Anlagen von Eurohansa können täglich 20 Tonnen Fruchtzubereitungen für Bäckereien und Konditoreien und weitere 20 Tonnen für die Molkerei- und Speiseeisindustrie produzieren. Die Bandbreite der Produkte ist riesig „Wir fertigen auf Bestellung unserer Kunden. Das liegt zum einen an der kürzeren Haltbarkeit unserer Produkte. Zum an­­deren birgt dies für uns den Vorteil, dass wir so ganz flexibel auf die Wünsche unserer Kunden reagieren können. Letzten Endes ist es immer der Kunde, der die Entscheidung trifft, welches Produkt wir hier produzieren“, unterstreicht die Produktionschefin.


Die Fruchtzubereitungen geben Joghurt seinen Geschmack oder bilden den Kern fruchtgefüllter Schokoladen. Fruchtige Füllung, fruchtiger Geschmack. Fruchtfüllungen können auch Kekse ver­feinern. Das Nordzucker-Werk Chełmża liefern jede Woche vier bis fünf Lkw-Züge ­mit Zucker.

Zahlen & Fakten Eurohansa Spółka z o.o.

Die Fruchtzubereitungen werden aus ­heimischen und exotischen Früchten ­gleichermaßen hergestellt. 700 verschiedene Geschmacksrichtungen sind es insgesamt. Mengenmäßig stehen Erdbeerund Vanillezubereitungen für Molkereiprodukte und Speiseeis ganz oben an. „Da hat es in den Jahren seit 1992 eigentlich keine große Verschiebung in Polen gegeben. Erdbeer- und Vanillegeschmack sind immer noch der Hit“, sagt Barbara Śliwka. Die Früchte wie zum Beispiel Erdbeeren der Sorte Senga Sengana wer­den in Stücke geschnitten verarbeitet. Dazu werden sie ganzjährig frisch und ­gefroren bei Eurohansa angeliefert. „Um unsere Frucht­­zubereitungen herzustellen, brauchen wir selbstverständlich nicht nur Früchte, sondern auch Zucker – zum ­Sü­ßen und zum Konservieren. Etwa

6.000 Ton­nen verbrauchen wir im Jahr“, so Śliwka. Nur etwa 20 Kilometer südlich vom Nordzucker-Standort Chełmża gelegen, sind die Transportwege kurz. „Etwa vier bis fünf Lkw-Züge liefern wir jede Woche direkt aus unserem Werk in Chełmża. Euro­ hansa ist ein kleiner regio­naler Kunde für uns, auf den wir uns verlassen können und der günstig zu unserem Werk liegt“, sagt Nordzucker Polska-Key-Accounter Tomasz Wróblewski. Die Produktion bei Eurohansa schwankt über das Jahr hinweg. „Das liegt daran, dass im Sommer mehr Speiseeis konsumiert wird. Wenn es draußen kalt ist, e ­ ssen die Leute einfach weniger Eis und dann benötigen unsere Kunden auch weniger Fruchtzubereitungen“, so Śliwka.

l Produzent

von Fruchtzubereitungen und schokolierten Nüssen l Gründung: 1992 l Zwei Standorte in Toruń und Puławy l Etwa 180 Mitarbeiter

Eurohansa verkauft ihre Produkte nicht nur in Polen, sondern exportiert beispielsweise in die USA, nach Russland und ins Baltikum. Hier wie dort werden Frucht­ zubereitungen mit und ohne Frucht­stück­ chen verkauft, die die fertigen Joghurts, Pralinen, Schokoladen oder Lebkuchen erst zu dem machen, was sie sind. „Die wenigsten Verbraucher kennen zwar unseren Namen, aber unsere Produkte sind in aller Munde“, sagt Barbara Śliwka lächelnd. �  nt

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| NAHAUFNAHME |

Mehr als 100 Spezialprodukte werden in der Raffinerie A ­ rlöv aus Rohzucker aus Zuckerrüben und -rohr hergestellt. Enge Verbindung: Die Raffinerie in ­Arlöv und das Werk in Örtofta arbeiten als enge Partner ­zusammen.

Rohzucker veredeln Ein Besuch in der Zuckerraffinerie im schwedischen Arlöv „Unsere starke Anpassungsfähigkeit ist insbesondere auf unsere flexiblen Produktionsanlagen und die Tat­sache zurückzuführen, dass unsere Mitar­bei­ ter kompetent und dazu in der Lage sind, Aufgaben an unterschiedlichen Plätzen in unserer Produktion durchzuführen. Darüber hinaus sind wir alle sehr kundenorientiert und stark bemüht sicherzustellen, dass die Kunden zufrieden sind.“ Katarina Silfversparre, Werk­leiterin Arlöv

An der nördlichen Stadtgrenze von ­Malmö, befindet sich die Zucker-Raffinerie Arlöv. Sie wurde vor 144 Jahren gegründet und bis 1958 sowohl als tradi­ tionelle Zuckerfabrik als auch als Raffinerie für die Verarbeitung von Zuckerrüben und raffiniertem Rohzucker betrieben. Die tägliche Raffinationskapazität liegt

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bei 1.000 Tonnen Rohzucker. Die Produktion läuft durchgängig von Montagmorgen bis Freitagnacht. Flexibel und hochwertig

Die Raffinerie in Arlöv raffiniert Rohzucker zu mehr als 100 Spezialprodukten, von Produkten für den Einzelhandel wie BioRohrzucker bis Flüssigzucker für die Ernährungswirtschaft. „Arlöv ist ein besonderes Werk ­ in der Nordzucker-Familie“, sagt die Werk­leiterin Katarina Silfversparre. „Wir verfügen über eine äußerst flexible Produk­tion und wir pro­du­zieren eine Reihe hochwertiger Produkte. Da­­rüber hinaus dienen wir für viele Produkte als Backup, wenn eine andere NordzuckerFabrik bei den Aus­lieferungen an Kunden auf Probleme stößt. Es dauert nicht lange, die Produktion zu reorganisieren und zu l­iefern, was benötigt wird.“

Zucker als Rohstoff

Arlöv erhält rund 150.000 Tonnen Rohzucker, der aus Örtofta kommt, wo sich die einzige Zuckerrübenfabrik Schwedens befindet. Die beiden Standorte arbeiten sehr eng zusammen. Der Bedarf an Siloflächen in Örtofta verringert sich, da große Mengen an Rohzucker während der Kam­ pagne von der Fabrik abtransportiert werden können. „Es wären zudem zusätzliche In­­ves­­ titionen in Örtofta erforderlich, wenn die Zucker­fabrik ausschließlich Weißzucker produzieren würde“, erläutert Katarina Silfversparre und ergänzt: „Zusammen sind wir sogar noch effizienter als allein. Wir können uns ge­­genseitig aushelfen, sowohl bei den Produkten als auch beim Personal. Und da Örtofta unser größter Lieferant ist, können wir gemeinsam über Qualität und Beschaffenheit des Zuckers sprechen.“


Sirup ist im Einzelhandel in Skandinavien besonders beliebt. Dort wird ein breit gefächertes Sortiment angeboten, das stetig zunimmt und heute rund 30 Produkte umfasst. Hauptprodukt in ­Arlöv ist Flüssig­ zucker.

Neben dem schwedischen Roh­zucker ­verarbeitet Arlöv Bio-Rohrrohzucker aus Südamerika. Flüssigzucker ist das bei Weitem wichtigste Produkt in Arlöv. Flüssigzucker ist Zucker vermischt mit Wasser und wird z. B. von Kunden verwendet, die Limonade, Marmelade, Ketchup und Süßigkeiten produzieren. „Viele unserer Produkte werden in Zusammenarbeit mit unseren Kunden entwickelt“, sagt Katarina Silfversparre. „Flüssigzucker stellen wir seit 40 Jahren her und die Produktion nimmt stetig zu. Zucker in flüssiger Form bedeutet, dass der Kunde einige Prozesse umgehen kann, die wir stattdessen durch­führen. Wir können das Produkt auf den einzelnen Kunden zuschneiden und die Nachfrage ist sehr stabil. Unsere Kunden sind vorwiegend in Schweden ansässig, aber auch in Dänemark und Deutschland.“

Mitarbeiterbeteiligung

„Unsere knapp 160 Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten sind uns sehr wichtig, wenn es darum geht, unseren Kunden Mehrwert zu bieten. Deshalb werden große Anstren­ gun­gen unternommen, um die ­Fähigkeiten zu verbessern und unsere Mitarbeiter an den Prozessen und dem Geschäftsplan des Unternehmens zu beteili­­gen.“ Alle Mitarbeiter können Beiträge zu den Zielen ihrer Abteilungen und damit des gesamten Werks leisten. Ziele, Kenn­zahlen und Ergebnisse werden in allen Bereichen vereinbart und regelmäßig bewertet. Zur Verbesserung der Fähigkeiten werden Mini-Schulungsprogramme angeboten, in denen verschiedene Abteilungen von­einander lernen. Einige Mitarbeiter arbeiten in anderen Abteilungen, um zu sehen, wie die Mitarbeiter selbst ein Bindeglied in einem Arbeitsprozess darstellen.

Katarina Silfversparre: „Früher waren wir streng getrennt in solche, die mit Trockenprodukten (z. B. Kristallzucker) arbeiten, und solche, die mit Nassprodukten (z. B. Flüssigzucker) arbeiten. Heute lautet unsere Vision: ,Ein Arlöv mit einzigartiger Kompetenz für Nass und Trocken.‘ Das hebt hervor, dass wir hinsichtlich beider Produktgruppen einzigartig, aber auch füreinander da sind. Es gibt in Schweden ein Sprichwort, demzufolge wir zusammen durch ,Nass und Trocken‘ gehen – wie man in Deutschland sagt: ,durch dick und dünn‘. Wir sind der Ansicht, dass dies perfekt zu unserem Arbeitsplatz passt.“ �   

Produkte in Arlöv l Flüssigzucker l Sirup l Zuckerwürfel l Spezialprodukte l Kristallzucker

Ulrik Larsen

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| NAHAUFNAHME |

Nachhaltig: In ­Nykøbing werden Energie und Emissionen eingespart und die Fabrik hat zusätzliche Einnahmen.

Produktionsleiter Olof Dahlgren: „400 zusätzliche Haushalte profitieren in Nykøbing.“

Energie für die Stadt Die Zuckerfabrik in Nykøbing schickt mehr Warmwasser an das lokale Fernwärmenetz

Profitabilität plus Was haben wir bereits erreicht?

Einer der Beiträge zum Effizienzverbesserungsprogramm ­Profitabilität plus der dänischen Zuckerfabrik in Nykøbing kommt auch der lokalen Gemeinschaft zugute. Bereits viele Jahre lang hat die ­Fabrik Energie in das lokale Fernwärmesystem abgegeben. Im Jahr 2012 hat Nordzucker in ein Wärmetauschersystem investiert, das mehr Warmwasser an das lokale Fernwärmenetz liefert. Das Ziel dieser Kampagne ist die Abgabe von weiteren 7.600 MWh, die dem Energieverbrauch von etwa 400 Haushalten entsprechen. Vor 2012 lieferte die Fabrik bis zu 15.000 MWh. „Das Timing unserer Kampagne für die Wärmelieferung ist fast perfekt, da die Fabrik den Großteil der Heizperiode auf Vollbetrieb läuft“ sagt Olof Dahlgren, Produktionsleiter in Nykøbing. Verwendung von Dampf

„Wir geben von Oktober bis zum Ende der Kampagne im J­anuar Warmwasser

an das Netz ab. Die Energie stammt aus dem überschüssigen Kondensat im letzten Abschnitt des D ­ ehydrationssystems. Der Wärmetauscher kühlt das Kondensat von 80 Grad Celsius auf etwa 40 Grad Celsius für das Fernwärmenetz, bevor es in das Heizungssystem der Stadt eingeleitet wird“, erläutert Olof Dahlgren. „Das neue System ist zum Teil eine Erweiterung, durch die wir mehr Energie an die Stadt abgeben können, und zum Teil eine technische Verbesserung zur effizienteren Übertragung der Energie.“

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Profitabilität plus Millionen Euro

61,8

65,1

66,9

50,6 49,9 43,3

Viele Vorteile

„Die Lieferungen an die städtischen Fernwärmekunden sind in mehrerer Hinsicht wertvoll. Zunächst wird die Energie, die sonst vergeudet würde, ausgenutzt. Wir generieren einen Umweltnutzen, da fossile Energieträger ersetzt werden können. Und schließlich erzielen wir durch die Lieferung des Warmwassers Einnahmen. Dadurch wird unsere Investition in weniger als 18 Monaten wieder amortisiert.“ �  

Ziel des Effizienzprogramms Profitabilität plus ist es, bis zum Geschäftsjahr 2014/15 66,9 Millionen Euro einzusparen. Als Etappenziel für das vergangene Geschäftsjahr waren 49,9 Millionen gesetzt. Mit 61,8 Millionen Einsparungen wurde dieses Ziel übertroffen.

Ulrik Larsen

2011/12

2012/13

2013/14

Geplantes Einsparziel Bereits erreichte Einsparungen

2014/15


Raum für Gespräche bot der Galaabend von Nordzucker Polska.

Strahlkraft: Zur Polagra Food Fair kommen Geschäftspartner aus ganz Osteuropa.

Der polnische Agrarminister Stanislav Kalemba (links) eröffnete den Zuckerkongress.

Nordzucker Polska präsentiert sich auf der Polagra Polnischer Agrarminster eröffnet Zuckerkongress Polagra Food Fair Die internationale Messe Polagra Food Fair spielt in der ­ersten Liga der Er­ nährungsindustrie in Osteuropa und zieht Jahr für Jahr wichtige Entscheider aus den Bereichen Lebensmittelhersteller sowie Groß- und Einzel­händler an. Der richtige Ort in Posen (Poznan), um Nordzucker Polska vor allem auch im Jubiläumsjahr „175 Jahre Nordzucker“ als Partner zu positionieren.

Im Mittelpunkt der Messepräsentation von Nordzucker Polska standen neben dem gut besuchten Messestand ein ei­­gens organisierter Zuckerkongress sowie eine abendliche Gala, zu der die wichtigsten Partner von Nordzucker Polska und der Region Osteuropa eingeladen waren. „Dank des Engagements von Nordzucker gehören unsere beiden Werke zu den modernsten Zuckerfabriken in Polen. Wir sind in der Lage, internationale und lokale Kunden im Bereich Handel und Industrie mit bester Qualität zu beliefern“, sagte Jaroslaw Kamieniarz, CEO Nordzucker Polska, während der Abend­gala und nahm das Konzernjubiläum zum Anlass, um die Leistungsfähigkeit der polnischen Werke zu betonen. Zuckerkongress: Zuckermarkt im Mittelpunkt

Der Zuckerkongress bildete den Rahmen, um mit Geschäfts­ partnern das weite Themenfeld Zuckermarkt zu diskutieren. Den Kongress eröffneten der polnische Agrarminister, Stanisław Kalemba, und der Vice President of International Trade Fair, Przemysław Trawa. Dr. Volker Diehl, Senior Vice President Sales Eastern Europe, unterstrich, dass der Zuckermarkt in E ­ uropa im Wandel sei: „In der EU wird der Konsolidierungsprozess weiter-

gehen, doch konkurrenzfähige Unternehmen wie wir werden langfristig überleben. Dabei hilft uns auch unser Fo­­kus auf Nachhaltigkeit.“ Mariusz Tomczak, Vertriebsvorstand Nordzucker ­Polska, gab einen Ausblick auf den lokalen Zuckermarkt: „Auch wenn die Zuckerrübenernte in diesem Jahr niedriger ausfallen wird, stellen wir die Versorgung unserer Kunden sicher.“ Lars Bo Jorgensen, General Manager NP Sweet, informierte zum Thema Süßen mit Stevia: „Die Wahrneh­mung von S ­ tevia wächst in den größ­ten Märkten weltweit. Natürliche ­Eigenschaften sind ein wichtigerer Fokus als Gesundheit und Ernährung.“ Durch die Brille der Kunden bezogen Mirosław ­Antosik und Maciej Banaś von Zentis Stellung: „Konstante Qualitäts­richt­ linien und höchste Sicherheitsstandards sind ein Grund für den Erfolg unse­res Unternehmens. Wir erwarten von unseren Rohstofflieferanten hohe und gleichbleibende Qualität, rechtzeitige Lieferung und Flexibilität für unsere sich schnell ändern­­ den Anforderungen. Nordzucker e ­ rfüllt unsere Erwartungen in v­ ollem Umfang.“ Der Zuckerkongress endete mit e ­ inem Diskus­sions­forum mit dem Schwerpunkt „Der europäische ­Zuckermarkt ohne f­este Quoten – wie geht es weiter nach 2017?“ �  tsd

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| SÜSSE SEITEN |

Die kalte Jahreszeit mit Äpfeln genießen Im Handumdrehen: Bäcker Ronny Oßendorf ­belegt den Apfel­kuchen.

Zeit für Apfelkuchen

Die Apfelfüllung wird in der Bäckerei Rühmann hausgemacht.

Schon aus wenigen Zutaten lassen sich ungewöhnliche und leckere Apfelkuchen zaubern. Wenn der warme Kuchen dann aus dem Ofen seinen Duft in der Wohnung verbreitet, weckt er Erinnerungen an den Sommer. Nicht ein Apfelkuchen, sondern viele Bleche Kuchen werden in der Bäckerei des Nordzucker-Kunden Bäcker- und Konditormeister Henning Rühmann in Salzgitter täglich in die Öfen geschoben. Schon wenn man den Verkaufsraum des Hauptgeschäfts betritt, steigt der Duft frischer Kuchen aus der dahinterliegenden Bäckerei in die Nase.

Zwei Sorten Apfelkuchen vom Blech werden hier g ­ e­backen: ein Apfel-Mürbe­teig­kuchen und ein Apfel-­Hefeteig­ kuchen. „Das Wich­­tigste für guten Apfel­kuchen ist der Hefeteig. Das muss richtig guter Butter­hefeteig sein. Je besser der Teig, desto besser der K ­ uchen“, sagt Rühmann. Apfelkuchen wird immer gerne gekauft. Jeden Tag werden mehrere Bleche her­gestellt. „Für ’nen Bäcker- und Konditormeister mit Herz und Seele: Henning Rühmann.

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Versüßen Sie sich die kühle Jahreszeit und probieren Sie unsere Apfelrezepte Mehr Rezepte finden Sie im Internet unter www.sweet-family.de/rezepte/

Apfel-Krümelkuchen Zutaten:

Zubereitung:

Für die 200 g 150 g 1 3 Pck. 400 g 2 TL

Butter, Zucker, Ei, Vanillezucker, Mehl und Backpulver ­vermengen und zu Krümeln kneten. Die Springform gut ­einfetten und mit d ­ er Hälfte der Krümel belegen. Die Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden.

Krümel: Butter, weich SweetFamily Unser Feinster Ei Vanillezucker Mehl Backpulver Fett für die Form

Für den Belag: 800 g 1 EL

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Apfelspalten auf die Krümel g ­ eben, mit Zimt bestäuben. Die rest­ lichen ­Krümel darüberstreuen. Den Apfelkuchen im Backofen (Umluft: 160 °C, Mitte) etwa 50 Minuten ­backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist. Vor dem Anschneiden auskühlen lassen.

Äpfel Zimt

Schneller Apfelkuchen Zutaten:

Zubereitung:

360 g Weizenmehl 7 g Backpulver 5 g Vanillezucker 3 g Kardamom 300 g Dansukker 150 g weiche Butter oder Margarine 400 ml natürlicher Joghurt 2 – 3 Äpfel, geschält und in Spalten geschnitten

Mehl, Zucker, Backpulver, Vanillezucker und Kardamom in einer Schüssel mischen. Die Butter oder Margarine in kleinen Stücken sowie den Joghurt hinzufügen. Das Ganze zu einem Teig verrühren und in eine gefettete Springform geben. Die Apfelspalten in den Teig drücken. Den Kuchen mit Rohrzucker bestreuen und auf mittlerer Stufe bei 200 °C 45 Minuten backen.

Topping: 50 g

Rohrzucker

guten ­Apfelkuchen braucht man eine gute Unterhitze. Deswegen b ­ acken wir den Apfelkuchen auf Steinplatten, also nicht im Umluftofen. Der Ofen wird gut vorgeheizt und dann kommen die Bleche auf die vorgeheizten Platten. Wenn nicht genügend Hitze von unten kommt, wird der Boden durch die Flüssigkeit der Äpfel ­klitschig und das will man ja nicht“, erklärt R ­ ühmann. Anders als bei vielen Rezepten für Apfelkuchen, die man zu Hause backt, werden die Äpfel

bei Bäcker Rühmann nicht roh verwendet, sondern vorher gedünstet, damit sie beim Backen gleichmäßiger durchgaren. Dazu stellt die Bäckerei eine angedickte Apfelmasse her. Egal ob in der Bäckerei oder zu Hause: Die Apfelfüllung sollte nicht zu dick sein, damit der Hefeteig unter den Äpfeln noch gehen kann. „Meint man es zu gut mit der Füllung, wird der Teig von den Äpfeln sozusagen erdrückt“, so der Backprofi. �  nt

Rund und vielseitig Mindestens 25 Kilogramm Äpfel konsumiert jeder Deutsche pro Jahr – als Saft, auf dem Kuchen oder pur. In Deutschland gibt es weit über 3.000 Apfel­ sorten, aber in den Supermärkten spielen nur zehn bis 15 Sorten eine Rolle. Die Sorten, die vom ­Erwerbsobstbau nicht mehr angeboten werden, werden als alte Apfelsorten bezeichnet.

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| KURZ NOTIERT |

Gut platziert

20 · 20 · 20

Nordzucker in den Top-Ten

Positive Resonanz: Anbauerveranstaltungen in Nord- und Osteuropa

Die Nord/LB hat in der Ausgabe November ihres Niedersachsen Reports zwei Ranglisten der bedeutendsten niedersächsischen ­Unternehmen vorgelegt. Nordzucker belegt in der Liste der 50 wirtschaftsstärksten niedersächsischen Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen Platz 9 und v­ erbesserte sich damit von Rang 12. Als Maßstab für die Rangfolge der Unternehmen wird „die Wertschöpfung herangezogen, die den Beitrag der jeweiligen Unternehmen zur Wirtschaftsleistung im Land am besten ausdrückt“, so die Nord/LB. In der Rangliste der 100 größten niedersächsischen Unternehmen nach ihrem Umsatz kommt Nordzucker auf Platz 20 (nach Platz 23 im Vorjahr). Die NORD/LB legt für jedes Geschäftsjahr eine aktuelle ­Rangliste vor. Die nun veröffentlichte Liste legt das Geschäftsjahr 2012 zugrunde. � red

Mit der Initiative 20 · 20 · 20 verfolgt Nordzucker das Ziel, die Rübenerträge zu steigern, damit Zuckerrüben gegenüber anderen Feldfrüchten wettbewerbsfähig bleiben. Die Wettbewerbsfähigkeit spielt vor dem Hintergrund der auslaufenden Quotenregelung eine entscheidende Rolle. Auf Rübentagen in allen Ländern des Konzerns gibt Nordzucker ihr Wissen an ihre Anbauer weiter. Fast die Hälfte aller Rübenanbauer in Dänemark, Schweden, Finnland und Litauen nahmen 2013 an Nordic Sugar Informationsveranstaltungen rund um den Zucker­ rübenanbau teil. „Von unseren Anbauern, aber auch in den Medien verbuchen wir dazu sehr positive Rückmeldungen“, zieht Björn Windfall, Senior Consultant Agri and Beet, in Kopenhagen Bilanz. Im Mittelpunkt standen 2013 neue Anbautechniken zur Steigerung der Rübenerträge, neue Maschinen und „Precision Farming“-Techniken, bei denen Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit und der Ertragsfähigkeit auf e ­ inem Schlag berücksichtigt werden. Überdurchschnittlich groß war das Interesse an ­Fragen rund um den Zucker­rübenanbau 2013 bei den polnischen und slowakischen Anbauern der Nordzucker. Auf dem Nordzucker-Rübentag im polnischen Slawkowo, einem 500-Hektar-Familienbetrieb in der Nähe von Chełmża, konnte das Rübenmanagement am 18. Juni fast 1.500 ­Anbauer begrüßen. Unter anderem standen Präzision bei der Aussaat, Fehler bei Saatbettbereitung und Anbau ­sowie Mulchsaattechnik im Vordergrund. Ende Mai 2013 fanden mehr als zwei Drittel der slowakischen NordzuckerAnbauer den Weg zum Rübentag in Nové Sady, etwa 100 Kilometer vom Werk in Trencianska Tepla e ­ ntfernt. � 

Nordzucker hilft

Künstlerhaus Lauenburg und Verein Neugierig e.V. erhalten Spende ­ ordzucker spendet 30.000 Euro an das Künstlerhaus LauenN burg, eine Stipendienstätte für Bildende Kunst, Literatur und Komposition. Weitere 20.000 Euro gehen an den gemeinnützigen Verein Neugierig e.V. in Sachsen-­Anhalt, der sich dem wertschätzenden Umgang mit Kindern und Jugendlichen widmet. Beide Initiativen waren Opfer der Flutkatastrophe im Sommer geworden. Das Geld kam bei einer internen Spenden­ aktion zusammen und wurde vom Unternehmen auf insgesamt 50.000 Euro aufgestockt. � red

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In allen Konzernregionen informierten sich 2013 Anbauer, wie Rübenerträge gesteigert werden können.

red


Vernetzt Jesper Jeppesen Seit dem 1. September neuer Direktor des Werks Nykøbing

Personalie

Werk Nykøbing unter neuer Führung Aksel Føns Johnsen, Direktor des Werks ­Nykøbing, Dänemark, ist nach 37 Jahren im Zuckersektor in den Ruhestand getreten. Sein Nachfolger ist Jesper Jeppesen, der ­zuvor als Manager Produktion und Technik in Nykøbing tätig war. � red

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NP Sweet tritt Stevia-Netzwerk bei NP Sweet, das Joint Venture von Nordzucker und Pure Circle zur Vermarktung von Steviolglycosiden, ist dem im Sommer gegrün­ deten S ­ tevia-Netzwerk beigetreten. 15 Unternehmen, Lebensmittelinstitute und universitäre ­For­schungseinrichtungen haben sich zu dem Netzwerk „SteviaTechnologien für Süßwaren und andere Lebensmittel“ zusammengeschlossen. Das Netzwerk, das im Rahmen der Mittelstands­ förderung vom Bundeswirtschafts­ministerium gefördert wird, hat sich zum Ziel gesetzt, die Anwendung von S ­ tevia als alternatives Süßungsmittel in der Lebensmittelindustrie ­weiter zu erforschen und zu ver­bessern. � red

Kontaktfreudig

Nordzucker auf Jobmessen aktiv • Um potenzielle Bewerber frühzeitig auf Nordzucker als Arbeitgeber aufmerk­sam zu machen, zeigt sich Nordzucker jedes Jahr auf un­ter­schiedlichen Job­ messen. Einige Beispiele: • Am 11. Und 12. Oktober informierten Auszubildende des Werks Klein Wanzleben gemeinsam mit Schülern einer ­Kooperationsklasse auf der Berufsorientierungsmesse KickStart über die Ausbildung in Klein Wanzleben. • Auch auf der IdeenExpo 2013 waren Auszubildende ­aktiv. Auf dem Messegelände Hannover präsentierten sie gemeinsam mit ihren Aus­bildern einen interaktiven Messestand inklusive einer Zuckerfabrik im Modell­ format. • Studenten wurden unter anderem in Schweden und Dänemark an­gesprochen: An der Universität im schwedischen Lund nahm Nordic S ­ ugar gemeinsam mit 130 anderen Unternehmen an der zweitägigen Berufsmesse Arkad teil. Auf der Messe stellen sich Unternehmen vor, um Kandidaten für Abschlussarbeiten, Praktika oder ­Ferienjobs kennenzulernen. • Auch bei der größten dänischen Job- und Karrieremesse an der Technischen Universität Dänemark (DTU) war Nordic Sugar vertreten und konnte sich als attraktiver Arbeitgeber ins Gespräch bringen. Insgesamt besuchten mehr als 10.000 Studierende die Messe. � red

Großer Andrang: Schülerinnen und Schüler lassen sich auf der IdeenExpo ­ erklären, wie eine Zuckerfabrik arbeitet.

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| MENSCHEN BEI NORDZUCKER |

Rosemarie Holzgrebe Specialist Customer Complaints Quality & Technical Support, Nordzucker Unternehmenszentrale, Braunschweig Wer zum Beispiel eine Tüte SweetFamily Feiner Z ­ ucker von Nordzucker in die Hand nimmt und die Packung b ­ etrachtet, der hat ihr Bild schon ein­mal gesehen: R ­ osemarie Holzgrebe. Gemeinsam mit zwei Kollegin­nen gibt sie SweetFamily ein ­Gesicht. Im Vertrieb bearbeitet sie die Reklama­tionen aus Industrie und Handel ebenso wie die der Endverbraucher. Rosemarie Holzgrebe ist seit 27 Jahren dabei. Schon von Beginn an ist sie im Vertrieb tätig: „Viele Jahre meines süßen Berufslebens habe ich in der Disposition gearbeitet und dafür gesorgt, dass der Zucker rechtzeitig beim Kunden ankommt. Damals ging das ja noch per Telefon und Fax. Ohne Com­ puter – das ist heutzutage undenkbar.“ Heute kümmert sie sich zusammen mit ihren Kolle­ ginnen um die Probleme der Kunden und Verbraucher rund um unsere Produkte und gibt schnell und kompetent Auskunft. Auch wenn der eine oder andere Brief von verärgerten ­Verbrauchern darunter ist, macht ihr die Arbeit Spaß: „Die Verbraucher sind mir ans Herz gewachsen. Wir können nur besser wer­den, wenn wir mit unseren Kunden im Dialog bleiben. Deshalb habe ich immer ein offenes Ohr.“ �  nt

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| ANGEKLICKT |

Ein Blick ins Internet rund um Nordzucker und SweetFamily Freude schenken. Erst backen, dann ­verpacken SweetFamily lädt zum Backen von ganz besonderen Plätzchen ein. Dekorieren Sie die Kaffeetafel an Weihnachten doch einmal mit einer Herde Rentiere, die über Ihren Tisch galoppiert. Rezept und ­Dekoidee finden Sie auf www.sweet-family.de

haben wir Informationen dazu zusammengestellt. Während der Kam­pagne haben Sie zusätzlich auch in unseren Werken die Möglichkeit, sich vor Ort ­erklären zu lassen, wie der Zucker aus der Rübe kommt. Nutzen Sie die Ge­ legenheit einer Werksführung. Informationen zu unseren Werksführungen finden Sie im Menüpunkt ‚Über Nordzucker‘.

Süßer Baumschmuck Ideen für hübsch dekorierte Plätzchen als Weihnachtsbaumschmuck hat das ­Forum Zucker auf www.mitzucker.de ­zusammengestellt. Unter dem Motto Süße Weihnachtszeit finden sich außerdem Rezepte für Plätzchen und Anregungen für das eigene Lebkuchenhäuschen. Das Forum Zucker ist eine Initiative der deutschen Zuckerwirtschaft.

Neues vom Agriportal Seit September ist das neue AgriPortal in Deutschland und der Slowakei online. In einem öffentlich zugänglichen Bereich bietet es aktuelle Nachrichten aus den deutschen Nordzucker-Standorten und Informationen zu den Themenfeldern Rübenanbau, Produkte und Agrar-Märkte. Neben dem öffentlichen Bereich steht ein individueller, passwortgeschützter Teil für Rübenanbauer und landwirtschaftliche Dienstleister bereit. In den nordeuropäischen Ländern läuft das neue Portal bereits seit dem Frühjahr. agriportal.nordzucker.de �  red

Interesse an einer Werksführung? Nur zwölf Stunden dauert es, bis eine Ladung Rüben zu Zucker verarbeitet ist. Auf unserer Internetseite www.nordzucker.de

Nordzucker Werksführungen

Süße Weihnachtszeit

SweetFamily: Dekoratives für die Kaffeetafel an Weihnachten

Neues AgriPortal ist online

Impressum Herausgeber: Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig, Telefon +49 531 2411-348, Telefax +49 531 2411-378, akzente@nordzucker.de Redaktion (red): Bianca Deppe-Leickel (bdl), Susanne Dismer-Puls (sdp), Oliver Ditsch, Frank Knälmann, Tomas Kocis, Mariann Mellström (mm), Thordis Möller (tm), Tanja Schneider-Diehl (tsd), Dr. Klaus Schumacher (kds), Marion Stumpe, Nina Tatter (nt), Gestaltung: Sieler Kommunikation und Gestaltung GmbH, Frankfurt Druck: Leinebergland Druck GmbH & Co. KG, Alfeld | Bildnachweis: Marek Kruszewski, Nils Hendrik Mueller, Günter Nimptsch, Nordic Sugar (Apelöga), Nordzucker, Shutterstock

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Orangen-Sternplätzchen Zutaten (40 Stück): Für den Teig: 350 g Mehl 70 g Marzipanrohmasse 70 g SweetFamily Puderzucker Schale 1 Bio-Orange 2 Eigelbe 150 g Butter

: Füllung Für die ngenmarmelade ra r 2 EL O ngenblütenwasse ra Zucker 2 EL O tFamily Feiner ee lee 1 EL Sw Johannisbeerge ker tes zuc 2 EL ro tFamily Puder e we 3 EL S Bestreuen zum

Pro 100 g ca.: 415 kcal; 20,5 g Fett; 51 g Kohlenhydrate; 6,3 g Eiweiß Zubereitung: Für den Teig alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in Folie wickeln und 6 Stunden kühl stellen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Den Teig geschmeidig kneten. Arbeitsfläche und Teig mit Mehl bestreuen und ca. 4 mm dick ausrollen. Mit einem Sternförmchen (7 cm Ø) ausstechen. Die Teigsterne auf das Backblech legen. Die Hälfte der Sterne mit einem kleineren Sternförmchen (6 cm Ø) ausstechen. Die Teig-Innenflächen herausnehmen, sodass ein Sterngitter entsteht. Mit dem übrigen Teig verkneten, ausrollen und nochmals ausstechen. Sterne im vorgeheizten Backofen (180 °C Ober-/Unterhitze, Umluft 160 °C) ca. 8 Minuten hellbraun backen. Kekse auskühlen lassen.

Für die Füllung die Orangenmarmelade, Orangenblütenwasser und Zucker in einem Topf aufkochen lassen und anschließend durch ein Sieb streichen. Johannisbeergelee in einen Topf geben und kurz aufkochen. Beides abgekühlt lassen, in ein Spritztütchen füllen und auf die ganzen Kekse geben. Die Sterngitter mit Puderzucker bestreuen und auf die Marmeladensterne setzen. Tipp: Für die Terrassenkekse die Hälfte des Teiges mit 3 unterschiedlich großen Blütenförmchen ausstechen. Wie in der Zubereitung beschrieben den Teig backen, anschließend mit Aprikosenmarmelade die Plätzchen zusammensetzen. Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten + ca. 6 Std. Kühlzeit

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Akzente Ausgabe 3 - November 2013