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Akzente Neues aus der Nordzucker-Welt | Ausgabe 1 | Juni 2015

Marschroute Effizienz Für den Markt ohne Quoten

Potenziale entwickeln

„Der Markt gibt die Richtung vor“

Struktur schaffen

Interview mit Hartwig Fuchs über neue ­Strategien Seite 6

Dr. Lars Gorissen zum zukünftigen Rohstoffmarkt Seite 12

Nordzucker hebt die Teilung nach Regionen auf Seite 16


6 Teelöffel Zucker pro Tag hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit März 2015 für zielführend im Kampf gegen Adipositas. Die WHO-Empfehlung fußt auf einer alten Kariesstudie aus den 1950er Jahren, die von der WHO selbst als „nicht evident“ angesehen wird.

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| EDITORIAL |

„Wir müssen Nordzucker so ­aufstellen, dass das Unternehmen nachhaltig pro­fitabel bleibt.“

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Leserinnen und Leser, die Zuckerpreise scheinen sich nach einer langen Phase des freien Falls stabilisiert zu haben – allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Sowohl in der EU wie auch welt­ weit drücken hohe Lagerbestände den Preis. Wir müssen auch auf diesem Niveau profitabel arbeiten können, und dies bedeutet: „Effizienz erhöhen“ ist für uns das Gebot der Stunde. Und zwar kurzfristig, aber eben auch dauerhaft. Wir müssen Nordzucker so aufstellen, dass das Unternehmen nachhaltig pro­ fitabel bleibt – und zwar auch in länger anhaltenden Niedrigpreisphasen, die wir aktuell – wohl erstmalig in dieser extremen Ausprägung – erleben. Dazu gehören Preisschwankungen, die für andere Rohstoffe lange Normalität sind, und die schon bald auch für EU-Zucker Normalität sein werden. Um auch bei niedrigen Zucker­ preisen erfolgreich zu sein, müssen wir uns an die neuen Gegebenheiten anpassen – schlanker, schneller, effizienter werden; unsere Kostenstrukturen analysieren, Ein­ sparpotentiale identifizieren und heben; unser „Denken“ an einem neuen, freien Markt ausrichten. Wir sind heute – als ein schuldenfreies Unternehmen – hervorragend aufgestellt, um notwendige Anpassungsprozesse aktiv anzugehen und umzusetzen. Wir halten auch eine Durststrecke aus, die durchaus in das kommende Geschäftsjahr hinein­ reichen kann. Und wir werden Ihnen, unseren Eigentümern, aufzeigen, wie wir wie­ der nachhaltig profitabel arbeiten werden. Denn jetzt kommt es darauf an – und wir sind extrem zuversichtlich, dass wir die Herausforderungen meistern werden. Wenn Sie mich heute fragen, wo wir mit dem Umbau für den Markt ohne Quote stehen: Bei allen vorhandenen Unwägbarkeiten – die Hälfte des Weges dürfte bald hinter uns liegen. Unsere Marschroute und die Etappenziele für den entscheidenden zweiten Teil des Weges liegen fest. Lesen Sie mehr darüber in dieser Akzente. Herzlichst Ihr

Hartwig Fuchs

Portionieren, Pressen, ­Trocknen: Zuckerwürfel-­ Produktion in Arlöv. Akzente Juni 2015

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| INHALT |

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Wir kommen voran! Wie sich Top-Rübenanbauer auf neue Marktbedingungen einstellen.

Keks to go: Bahlsen erobert mobile Alltagsgenießer.

PANORAMA

PANORAMA

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Neue Organisationsstruktur bei Nordzucker

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Vier Bereiche unter einem Dach – SHEQ

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Titel – Potenziale entwickeln – Synergien heben Interview mit Hartwig Fuchs Effizienzsteigerung als Marschroute für die Zukunft Nordzucker weiterentwickeln – ein Kommentar von Dr. Michael Noth Mats Liljestam: Dem Kunden das ganze Paket anbieten „Der Markt wird die Richtung vorgeben“: ein Gespräch mit Agrarvorstand Dr. Lars Gorissen

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20 · 20 · 20: Mit Top­Erträgen im Wettbewerb punkten

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Axel Aumüller: „Schneller bestmögliche Ergebnisse“

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Arbeitsschutzpreise für zwei Entwicklungen bei Nordzucker

NAHAUFNAHME

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Caféhaus 3.0: Keks für die To­go­Kultur – Kundenbesuch bei Bahlsen

SÜSSE SEITE

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Hochgenuss in der Erdbeersaison

Impressum Herausgeber: Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig, Telefon +49 531 2411-348, Telefax +49 531 2411-378, akzente@nordzucker.de; Redaktion (red): Bianca Deppe-Leickel (bdl), Susanne Dismer-Puls (sdp), Lubomir Fischer, Mariann Mellström (mm), Tanja Schneider-Diehl (tsd), Marion Stumpe, Nina Tatter (nt), Björn Windfall; Gestaltung: Sieler Kommunikation und Gestaltung GmbH, Frankfurt; Druck: Leinebergland Druck GmbH & Co. KG, Alfeld Bildnachweis: Bahlsen, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie (BG RCI) Armin Plöger, Susanne Dismer-Puls, Karsten Martensen, Nils Hendrik Mueller, Günter Nimptsch, Nordic Sugar (Apelöga), Nordzucker, Thomas Preuß, Shutterstock

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Erdbeeren genießen: Die Sammelnussfrucht aus der Familie der Rosengewächse hat viel zu bieten.

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Menschen bei Nordzucker: Danas Matulis berät Rübenanbauer in Litauen und betreut den örtlichen 20 · 20 · 20-Club.

Titelbild KURZ NOTIERT

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Nachrichten aus dem Unternehmen

MENSCHEN BEI NORDZUCKER

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Danas Matulis aus dem Agri Center Litauen

ANGEKLICKT

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Ein Blick ins Internet

REZEPT

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Erdbeer­Tiramisu

Durchbruch geschafft: Zuckerrübe im 4-Blatt-Stadium Acht bis 14 Tage bei mindestens acht Grad Bodentemperatur braucht die Zuckerrübe bis zum Auflaufen der Saat. Unter guten Bedingungen erreicht sie das 4-Blatt-Stadium in etwa vier Wochen. Normalerweise. Im Frühjahr 2015 waren Nordzuckers Landwirte und Anbauberater wochenlang mit dem Zählen der zarten Pflanzen beschäftigt. Auf vielen Feldern zeigten sich die zeitig im März gedrillten Rüben nur lückenhaft und zögerlich. Vor allem in Deutschland hinderten verschlämmte und trockene, verkrustete Flächen den Durchbruch der Pflanze zum Licht. Abwarten oder umbrechen? Reicht der Pflanzenbestand oder muss das Feld zügig neu bestellt werden? Keine einfache Entscheidung. Denn die Neusaat kostet so viel wie die Erstsaat: je Hektar etwa 250 Euro für das Saatgut und rund 100 Euro für den Arbeitsund Maschineneinsatz.

Akzente Juni 2015

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| PANORAMA |

Hartwig Fuchs Chief Executive Officer

„Selbst wenn die Preise absehbar wieder steigen: Es muss uns klar sein, dass solche Phasen immer wiederkommen.“

Potenziale entwickeln – Synergien heben Neue Strategien in einem veränderten Markt Nordzucker steht vor großen Heraus­ forderungen. Hohe Bestände in der EU und auf dem Weltmarkt und Preise im anhaltenden Abwärtstrend schlagen sich in den Ergebnissen nieder. Für das nun angelau­fene Geschäftsjahr 2015/16 rechnet Nordzucker mit roten Zahlen. Der Vorstandvorsitzende Hartwig Fuchs erläutert Pläne, Herausforderungen und Chancen. Herr Fuchs, wie wird sich der Zuckermarkt entwickeln?

Kurz- oder mittelfristige Prognosen bleiben nach wie vor schwierig. Aktuell haben wir – nicht zuletzt aufgrund der Rekordernte 6

vom letzten Jahr – erhebliche Überschuss­ mengen im Markt, denn die Läger sind voll, die Importe bleiben hoch; es man­ gelt an Exportmöglichkeiten aus der EU. Auf dem Weltmarkt sieht es ähnlich aus: Das weltweite Angebot wird die Nach­ frage wohl im fünften Jahr in Folge über­ steigen, was zu den größten Lagerbestän­ den in der Geschichte führen dürfte. Zu den Überschüssen in den großen Zucker­ ländern Brasilien, Indien und Thailand kommen erhebliche Anreize zu expor­ tieren, um die heimischen Märkte zu ent­lasten. Indien zum Beispiel subven­ tioniert den Export. Der Preisdruck auf dem Welt­markt wird noch zusätzlich durch den Kursverfall der brasilianischen

Währung begünstigt. Alles keine guten Nach­richten. Da der Zuckermarkt aber von Zyk­ len geprägt ist, sind wir sicher, dass die Preise mittelfristig wieder steigen werden. Vor allem durch die Zurücknahme der Anbauflächen in der EU in diesem Jahr werden wir die Produktionsmengen – und damit das Angebot an Zucker – in diesem Jahr erheblich reduzieren. Die gesamte Zuckerbranche in der EU befin­ det sich zurzeit in einer schwierigen Phase. Denn zur allgemeinen Marktlage kommt, dass sich der Wettbewerb um Marktanteile in Erwartung der Deregu­ lierung 2017 deutlich verschärft hat. Wir müssen diese Niedrigpreisphase nicht


Prozesse prüfen und Ballast abwerfen.

nur überstehen, sondern uns bewusst machen, dass es jetzt an der Zeit ist, unser Unternehmen komplett auf Effi­ zienz und Effektivität zu überprüfen. Selbst wenn die Preise absehbar wieder steigen, muss uns klar sein, dass solche Phasen immer wiederkommen können. Für uns ist die jetzige Situation zugleich eine Chance, uns besser im Wettbewerb zu positionieren; uns Möglichkeiten offen zu halten, um aus der erwarteten Markt­ konsolidierung als Gewinner hervorzu­ gehen. Sie wollen Nordzucker umfassend auf Effizienz und Effek­tivität prüfen. Wie gehen Sie dabei vor?

Wir werden in diesem Jahr einem Verlust vermutlich nicht vermeiden können – und es ist unsere Aufgabe, Nordzucker selbst bei diesen niedrigen Marktpreisen profitabel aufzustellen. Wir prüfen also alle unsere Prozesse daraufhin, inwieweit sie wirklich zum Kundennutzen beitragen und auch vom Kunden bezahlt werden. Wenn ja, gestalten wir sie so schlank und

effizient wie möglich. Wenn nein, wer­ den wir diese Leistungen einstellen. Auf dem Prüfstand stehen beispielsweise Einkaufsprozesse, unsere Sortimentsviel­ falt und die Arbeitsteilung über Stand­ orte hinweg. Es wird also nicht nur das Bestehende optimiert, sondern ganz klar ­gefragt, wo findet sich Ballast, den wir noch abwerfen können. Neben der Notwendigkeit, sofort zu Einsparungen zu kommen, ist unsere Planung dabei langfristig ausgelegt. Wir haben immer­ hin eine gute Ausgangsposition. Nord­ zucker hat eine vernünftige Größe. Wir haben in den vergangenen Jahren sehr gut ­gewirtschaftet, sind schuldenfrei und haben eine sehr gut ausgebildete Mannschaft. Um den Markt zu entlasten, wird die Anbaufläche in diesem Jahr reduziert. Wie groß ist der Rückgang? Wollen Sie den Rübenanbau im kommenden Jahr wieder steigern?

Verglichen mit 2014 haben wir die ­Anbaufläche in Absprache mit unseren

­ nbauern 2015 deutlich reduziert. Wir A gehen davon aus, dass wir bereits 2016 Rübenanbau und Zuckererzeugung wie­ der steigern können. Durch die anste­ hende Rücknahme der Verarbeitung werden wir auch immer wieder mit der Frage nach eventuellen Werkschließun­ gen konfrontiert. Um es hier ganz klar zu sagen: Werkschließungen sind für uns derzeit keine Op­tion. Teil unserer Vor­ bereitung auf die weitere Öffnung des Markts ist es, Chancen zu ergreifen, die sich aus der Auf­hebung des Exportlimits ergeben. Weltweit steigt langfristig die Nachfrage nach Zucker – das werden wir im Blick be­halten. Wir können Zu­ cker produzieren, und zwar in hervorra­ gender Qualität. Wir h ­ aben ein beson­ deres Augenmerk auf Nachhaltigkeit, sei es in Bezug auf die Qualität unserer Pro­ dukte über alle Prozessschritte hinweg oder in Umweltfragen. Mit dieser Positio­ nierung und in enger Ausrichtung auf den Nutzen für unsere Kunden werden wir Nordzucker weiterentwickeln. � 

Das Interview führte Bianca Deppe-Leickel

Akzente Juni 2015

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| PANORAMA |

Axel Aumüller Chief Operating Officer

„Alle Arbeitsabläufe stehen auf dem Prüfstand.“

Hohe Bestände durch konsequente Planung abbauen.

Effizienzsteigerung als Marschroute für die Zukunft Mindestens 50 Millionen Euro Einsparungen jährlich Das Preisniveau im Zuckermarkt ist der­ zeit ausgesprochen niedrig. Um profi­ tabel wirtschaften zu können, gilt es, weiter deutlich an der Kostenschraube zu drehen. Nordzucker hat Anfang des Jahres ein neues Effizienzprogramm mit Namen FORCE aufgelegt, das unterschied­ liche Maßnahmen und Vorgehensweisen zur Effizienzsteigerung unter einem Dach vereint.

„Unser neues Effizienzprogramm wird uns helfen, schnell und massiv Kosten zu sparen, was angesichts der Marktlage absolut notwendig ist. Es geht aber auch

darum, Lean Management als dauerhafte, standortübergreifende Aufgabe zu be­ greifen, zu etablieren und alte Strukturen und Prozesse neu und schlank zu definie­ ren. Alle Arbeitsabläufe stehen auf dem Prüfstand. Wir bereiten uns damit um­ fassend auf eine Zeit ohne Quotenrege­ lung vor“, so Produktionsvorstand Axel Aumüller. Ziel des Effizienzprogramms ist es, jährlich mindestens 50 Millionen Euro einzusparen. „Besondere Verbesserungen erwarten wir aus einer konsequent auf den Markt ausgerichteten Produktions­ und Vertriebsplanung, um so noch be­

darfsgerechter produzieren zu können“, erläutert Axel Aumüller. Ferner wird das Produktportfolio nach Kundennutzen und internen Kosten analysiert und angepasst, was Abläufe in der Fertigung und Logistik vereinfachen und Kosten senken wird. Weitere Schwer­ punkte liegen auf der Überprüfung von Verwaltungsaufgaben, dem Personalein­ satz in den Werken und dem Einkauf von Dienstleistungen und Waren. An den Initiativen wird zurzeit in verschiedenen Teams intensiv gearbeitet. Erste Ergebnisse und konkrete Maßnahmen werden bereits im Sommer vorliegen. � bdl

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Nordzucker weiterentwickeln Von Dr. Michael Noth Dr. Michael Noth Chief Financial Officer

„Verbesserung der Effizienz muss für jeden von uns ein wichtiges Ziel sein.“

„Wir stehen ohne Zweifel vor einem sehr herausfordernden Jahr. Die Preise sind sehr niedrig, die Bestände in der EU aufgrund von Überproduktion und mangelnden Exportmöglichkeiten hoch. Zunehmend wird unser Markt von verschiedenen Ent­ wicklungen auf dem Weltmarkt beein­ flusst. In Brasilien lohnt es sich bei nied­ rigen Rohölpreisen weniger, Bioethanol statt Zucker zu produzieren, damit steht viel Zucker zur Verfügung. Der schwache Real erleichtert den dortigen Produzenten, trotz der niedrigen Zuckerpreise auf den Weltmarkt zu exportieren. Alle diese Fak­ toren beeinflussen unseren Markt und damit die Preise, die wir für unsere Pro­ dukte bekommen. Dies verändert unsere Situation grundlegend und erfordert ein neues Denken: Wir müssen das Unternehmen

umfassend auf den Markt und unsere Kunden ausrichten. Dazu gehört, schnel­ ler und flexibler zu werden. Kontinuierliche Verbesserung der Effizienz muss für jeden von uns ein wich­ tiges Ziel sein. Wir wollen im schwierigen Geschäftsjahr 2015/16 nicht nur so wenig wie möglich ausgeben, sondern vor allem unser Unternehmen auf Dauer schlanker und kostengünstiger aufstellen. Nach ein­ gehenden Analysen halten wir mindes­ tens 50 Millionen Euro wiederkehrende Einsparungen pro Jahr für realistisch. Wir haben aber auch in den letz­ ten Jahren nicht die Hände in den Schoß gelegt. Durch die erfolgreichen Jahre und unsere solide Finanzpolitik haben wir sämt­ liche Schulden getilgt. Damit können wir alle Chancen nutzen, die sich aus der Kon­ solidierung des Markts ergeben.“ �

Akzente Juni 2015

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| PANORAMA |

Mats Liljestam Chief Marketing Officer

Dem Kunden das ganze Paket anbieten Das Ende der Quote erfordert neue Denkmuster Worauf kommt es ab 2017 an? – Auf den Preis, darauf, dass die Leistung stimmt, oder geht es eigentlich darum, welchen zusätzlichen Nutzen der Kun­ de von seinem Lieferanten erwarten kann? Ein Gespräch mit CMO Mats Liljestam über Kundenorientierung und Nordzucker­Ziele.

Also in Zukunft bestimmt nicht mehr die Quote die Produktionsmenge, sondern eine umfassende Absatzplanung. Das ist eine große Veränderung und ebenso eine Herausforderung.

Herr Liljestam, vor welchen Auf­ gaben steht Nordzucker mit Blick auf den Wegfall der Zuckerquoten?

Auf der einen Seite geht es natürlich darum, die Erwartung des Kunden zu erfüllen. Auf der anderen Seite geht es aber auch darum, jeden Tag, in jedem Gespräch mit unseren Kunden die Er­ wartungen auf beiden Seiten abzustim­ men. Wir müssen wissen, welche Quali­ tät und welche Menge Zucker gebraucht wird, wann sie benötigt wird, was wir besser machen können oder wo wir viel­ leicht mit unserem Know­how in der Produktentwicklung unterstützen kön­ nen. Kundenorientierung heißt nicht, sich hinzustellen und zu sagen ‚Wir ma­ chen alles, was Ihr wollt.‘ Eine solche Haltung geht nicht lange gut. Zucker verkaufen heißt mehr, als nur über einen Preis zu reden. Zucker zu verkaufen heißt auch, Service anzubieten. Dazu gehören Beratung, Logistik, das Reagie­ ren auf besondere Produktwünsche, eben das ganze Paket.

Unsere größte Aufgabe ist es, dass wir lernen müssen, unsere gesamte Planung ohne das Wort ,Quote‘ zu erstellen. Ich bin seit 22 Jahren in der Zuckerindustrie tätig, ich weiß, wie tief die Quotenrege­ lung im Denken der Branche verankert ist. Wir arbeiten schon heute in einem veränderten Marktumfeld, und wir ha­ ben bereits mit der Anpassung begon­ nen. Vor uns liegen aber noch weitrei­ chende Änderungen. Der Wettbewerb wird sich noch weiter intensivieren, die Anzahl der Zuckerproduzenten in Euro­ pa wird sinken. Diesen Herausforderun­ gen stellen wir uns. Das Erste und Wich­ tigste ist, dass wir ganz bewusst und mit voller Anstrengung unsere interne Denk­ weise ändern. Unsere zentrale Frage muss sein: Welche Menge Zucker können wir verkaufen? Diese müssen wir jeden Tag im Gespräch mit unseren Kunden im Hinterkopf haben. Und wir müssen sie uns stellen, wenn wir planen, wie viele Rüben angebaut und verarbeitet werden sollen.

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Was bedeutet Kundenorientierung für Sie?

Der Preis spielt also nicht die Haupt­ rolle bei der Kaufentscheidung?

Nein, auch wenn das häufig gesagt wird, aber der Preis spielt nicht die Hauptrolle. Ich sage immer, dass es an

„Je präziser wir den Kundenbedarf erfüllen, desto besser ist es für Nordzucker.“


Nordzucker punktet in Sachen Nach­haltigkeit.

364 Tagen im Jahr darum geht, welche Leistung man bringt, ob die Lieferungen zuverlässig sind, die Qualität stimmt – ob wir also geben, was wir unserem Kunden versprochen haben. Auch das Thema Nach­ haltigkeit spielt eine große Rolle für unsere Kunden, da ihre Kunden, die Verbraucher, eine nachhaltige Produktion von ihnen er­ warten. Hier sind wir ein hervor­ragender Partner für die Ernährungswirtschaft. Das alles ist ein entscheidender Faktor an 364 Tagen im Jahr. Nur an einem Tag, dem der Entscheidung über den Liefe­ ranten, geht es jedoch um den Preis. Über die Zukunft entscheidet unsere darauf­ folgende Leistung. Der Preis ist die Tür, durch die man gehen muss, um die Leis­ tung erbringen zu können. Und die Leis­ tungen, die wir erbringen, sind gut! Sie sprachen gerade die Nachhaltig­ keit an. Warum ist die nachhaltige Produktion für unsere Kunden so wichtig?

Da geht es darum, dass dies eine Anfor­ derung der Verbraucher ist. Es geht aber

noch um viel mehr, und zwar um Risiko­ absicherung. Für unsere Kunden ist es wichtig, in jedem Fall nachweisen zu können, wo die einzelnen Ausgangspro­ dukte herkommen, wie sie produziert wurden. Diese Nachverfolgbarkeit kön­ nen wir bieten. In Europa sind wir einer der zwei bis drei führenden Zuckerpro­ duzenten in puncto Nachhaltigkeit. Dass unsere Kunden dies honorieren, sehen wir in unseren guten Beziehungen zu ­ihnen. Nordzucker hat sich eine neue, eine funktionale Organisationsstruktur gegeben. Welche Vorteile ergeben sich daraus für unsere Kunden?

Unsere neue Organisation verbessert ­unsere interne Kommunikation. So be­ kommen wir einen besseren Überblick über den Markt. Das bedeutet, dass wir im Vertrieb nicht mehr auf mehrere Inseln innerhalb Europas schauen, sondern wir schauen auf eine Europakarte. Unsere Kunden sind heute auch europaweit oder sogar international aufgestellt. Das bedeu­

tet, dass ein Kunde früher aus drei ver­ schiedenen Regionen bedient wurde, weil er zum Beispiel Werke in drei Län­ dern betreibt. Heute wird er zentral be­ treut. Und es wird zentral entschieden, welches Werk dem Kunden den Zucker liefert. Wir h ­ aben so die I­nformationen zu einem Käufer in einer Hand und kön­ nen ihn besser bedienen, weil wir noch genauer wissen, was er braucht und wel­ chen ­zusätzlichen Service wir noch anbie­ ten können. Hinzu kommt, dass unseren Kunden noch einfacher als früher unsere gesamte Produktpalette zur Verfügung steht, also auch die Spezialitäten, die bislang nur regional vertrieben wurden. Das ist auch ein Beispiel unseres OneCompany-Ansatzes. Wir denken nicht mehr in einem regionalen Portfolio. Je präziser wir den Bedarf e ­ rfüllen, desto besser ist es für Nordzucker. Dass wir nun funktional organisiert sind, bedeu­ tet übrigens nicht, dass wir an unserer Markenstrategie etwas ändern. Wir wer­ den auch weiterhin mit den beiden ­Marken SweetFamily und Dansukker ­auftreten. �  

Das Gespräch führte Nina Tatter

Akzente Juni 2015

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| PANORAMA |

Dr. Lars Gorissen Chief Agricultural Officer

„Welches System wir auch immer umsetzen werden. Über den Erfolg entscheidet der Markt.“

„Der Markt wird die Richtung vorgeben“ Agrarvorstand Dr. Lars Gorissen zu den künftigen Herausforderungen auf dem Rohstoffmarkt 2017 steht vor der Tür – was wird sich verändern für die Rübenanbauer? Die Weichen werden bereits jetzt konzern­ weit gestellt. Und es gibt einiges zu klären. Mit Agrarvorstand Dr. Lars Gorissen sprach Tanja Schneider­Diehl. Kann die Rübe überhaupt dauerhaft im globalen Wettbewerb mit Rohr bestehen? Ja. Die gesamte Erzeugungskette ist hierzu ein wichtiger Schlüssel. Wir wissen im De­ tail woher unser Produkt kommt, welches Saatgut verwendet wurde, wer es auf wel­ chen Böden unter welchen Bedingungen angebaut hat. Wir können sagen, wann die Rüben gerodet und an welchem Tag in welches Werk geliefert worden sind. Damit haben wir schon jetzt höchste Transparenz 12

und hohe Nachhaltigkeitsstandards, die uns von Produzenten außerhalb der EU unterscheiden, die diese Informationen für Importe nicht liefern können. Viele unserer großen Kunden haben es sich zum Ziel ge­ setzt, bis 2020 alle Rohstoffe zu 100 Pro­ zent aus nachhaltigem Anbau zu beziehen – dieses Ziel können wir aufgrund der ho­ hen Anbaustandards in Europa mit unseren Anbauern geradezu ideal unterstützen. Wir müssen aber auch die Wettbewerbs­ fähigkeit der Rübe – Stichwort 20 · 20 · 20 – noch weiter steigern. Wie wird sich die zunehmende Volatilität der Märkte auf den Rübenanbau auswirken?

Sicher ist: Die Rahmenbedingungen ab 2017 werden sich für uns und unsere

Anbauer wie Aktionäre drastisch ändern. Mengen und Preise werden allein vom Markt und dem Wettbewerb bestimmt werden. Deshalb werden wir entlang des Bedarfs und der Nachfrage planen und produzieren. Zudem werden wir angesichts des größeren Einflusses des Weltmarktes voraussichtlich auch auf niedrigerem Preisniveau konkurrenzfähig sein müssen. Das bedeutet, dass wir un­ sere Kostenbasis so gering wie möglich halten müssen, um wettbewerbsfähig sein zu können. Alle an der Wertschöp­ fungskette Beteiligten werden letztlich neu rechnen müssen. Unsere Rübenanbauer kennen ähn­ liche Entwicklungen schon von anderen Agrarrohstoffen wie Weizen und Raps. Wir müssen aber dennoch unsere Anbauer für 2017 mitnehmen, damit wir die not­


Neue Chancen für Wachstum ab 2017.

Zuckerrüben so nachhaltig und kostengünstig wie möglich produzieren.

wendige Marktorientierung und Flexibili­ tät auch gemeinsam umsetzen können. Denn die neuen Rahmenbedingungen ab 2017 bieten einige neue Chancen: Zum Beispiel Wachstum in neue weltweite Märkte. Ich gehe fest davon aus, dass wir auch ab 2017 mindestens auf dem bis­ herigen Niveau produzieren werden – wenn es gut läuft, sogar darüber. Das sind doch erfreuliche Aussichten. Ist die Versorgung unserer Werke in Deutschland mit Zuckerrüben auch dann gesichert, wenn der Lieferan­ spruch zur Umsetzung kommt?

Mit dem Auslaufen der Quote wird das bisherige Lieferrecht entfallen und ge­ mäß den Satzungen der Holding-Gesell­ schaften durch den Lieferanspruch, der an die Aktie gekoppelt ist, ersetzt. Die

Nordzucker AG ist verpflichtet, die Vor­ gaben der Holding-Satzungen umzuset­ zen. Ein Großteil der benötigten Rüben­ menge wird hierdurch schon abgedeckt. Allerdings wird noch eine nennenswerte „freie“ Rübenmenge verbleiben, die nicht durch Lieferanspruchsinhaber kontrahiert wird. Mit einer Änderung der HoldingSatzungen soll dafür gesorgt werden, dass eine Übertragung des Lieferanspruchs losgelöst von der Überlassung von rüben­ fähigem Land nicht möglich ist. Die so­ genannte „Freie Menge“ soll allen inter­ essierten Anbauern offenstehen, ohne dass dafür von den Anbauern eine Pacht oder Zahlungen geleistet werden müssen. Auf diese Weise können wir auch Land­ wirten, die nicht genügend Lieferanspruch besitzen, die Möglichkeit bieten, ohne zusätzliche Kosten mit einer gewissen Planungssicherheit Rüben anzubauen.

Im Falle einer höheren Nachfrage nach „Freien Mengen“ als von uns benötigt, wollen wir die Mengen nach wirtschaft­ lichen Kriterien zuteilen, d.h. gemäß einer optimalen Rübendisposition bezogen auf die einzelnen Verarbeitungswerke. Für diese Dispositionsmöglichkeit infolge der Änderung der Holding-Satzungen sind wir bereit, die Transportkosten für sämt­liche Vertragsrüben (Lieferanspruchsrüben und Rüben im Rahmen der „Freien Menge“) vom Feld bis zum verarbeitenden Werk zu übernehmen. Welches System wir auch immer für uns umsetzen werden; über den Erfolg entscheidet allein der Markt. Und das ist die eigentliche Herausforde­ rung im Hinblick auf die gesicherte Versor­ gung unserer Werke mit Zuckerrüben. �  

Das Gespräch führte Tanja Schneider-Diehl

Akzente Juni 2015

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| PANORAMA |

20 · 20 · 20: Wir kommen voran! „Top­Erträge sind extrem wichtig für einen konkurrenzfähigen Rübenan­ bau auch unter schwierigen Marktbedingungen. Die Rekordernte 2014 zeigt: Wir kommen mit Blick auf 2020 voran! Aktuell bleibt die Steigerung der Erträge wichtiger denn je. Dafür intensiviert Nordzucker den Wissens­ transfer in Sachen Zuckerrübe im länderübergreifenden 20 · 20 · 20­Netz­ werk. Fortgesetzt werden Feldbegehungen und Versuche. Auch die An­ bauberatung fokussieren wir ganz auf Effizienzsteigerung: auf neue Dünge­ strategien, Fruchtfolge, Zwischenfrüchte und mehr. Und dass die Rübe sogar mehr kann als 20 Tonnen Zucker je Hektar, das wissen wir: Über 25 Tonnen Zucker je Hektar sind machbar!“ � Dr. Andreas Windt, Agricultural Consulting Manager

Mit Top-Erträgen im Wettbewerb punkten Wie sich Rübenanbauer auf neue Markt-Bedingungen einstellen Jeder Fehler auf dem Feld kostet Ertrag. Wer mehr Ertrag will, muss also mehr richtig machen. Wie wappnen sich Land­ wirte für die neue Rübenwelt ab 2017? Für Akzente sprachen wir mit drei der besten Nordzucker­Anbauer über Erfah­ rungen und Pläne.

jahren setzt er nicht auf einsame Ent­ scheidungen. „Wir diskutieren das! Mit dem Agricenter Schweden, mit Kollegen und unserem Betriebsberater.“ Ob es um den Aussaatbeginn geht, den besten Moment für die drei Spritzdurchgänge oder wann die mechanische Hacke höchste Wirkung verspricht.

Vier Augen sehen mehr

Jeppe Martensson kommt vom Dünger­ streuen auf den Hof im südschwedischen Hviderup. Wo auch immer er Rüben drillt: Der Schornstein der Zuckerfabrik Ortöfta bleibt in Sichtweite. 2014 hat er auf 150 Hektar Zuckerrüben über 14 Tonnen Zucker je Hektar erzielt. So viel, dass er den Anbau in diesem Jahr hal­ biert. „2004 lagen wir noch unter 10 Ton­ nen“, sagt der 58­Jährige. Das A und O ist für ihn eine gute Bodenbeschaffen­ heit: „Dazu muss die Drainage funktio­ nieren. Und die Kalium­ und pH­Werte müssen stimmen.“ Zur Vorsicht mahnt er bei feuchten Böden. „Ungeduld zahlt sich nie aus“, weiß Martensson. „Bei der Rübe hängt alles vom richtigen Zeitpunkt ab.“ Er selbst hat längst ein sicheres Ge­ spür dafür. Aber auch nach 29 Rüben­

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Alles andere als Glückssache

570 Kilometer weiter südlich wartet Volker Antholz darauf, dass sich dichte Nebelschwaden über dem Schaumburger Land verziehen. Sechs Ernten vor dem Zieljahr 2020 hat er die 20­Tonnen­Marke übertroffen. Durchschnittlich 20,96 Tonnen Zucker je Hektar attestieren die Lieferscheine für 2014. „Wir haben früh gesät und konnten spät liefern“, freut ihn die persönliche Bestmarke. „Mitte der 90er waren hier noch zehn Tonnen Spitze.“ Wichtige Hilfen leisten das Agri­ center Nordstemmen und Berater vor Ort. Agricenter­Chef Franz Hesse dankt er noch heute für den Anruf, der ihn nach einem derben Ertragseinbruch zum zeitigen Umstieg auf rizomania­ tolerantes Saatgut bewogen hat. Den

nächsten Ertragssprung brachten Mittel gegen Pilzkrankheiten. Heute reichen der Antholz GbR 20 Hektar Zuckerrüben – etwa zehn Prozent der Betriebsfläche – um die Quotenlieferrechte zu bedie­ nen. Das Wort „Schokoladenboden“ hört der 49­Jährige aus Horsten nicht gern. „Nutzen kann ich Vorzüge nur, wenn ich mehr Aufwand betreibe und die Wirt­ schaftlichkeit nicht aus den Augen ver­ liere. Hohe Erträge brauchen ein hohes Nährstoffangebot. Das heißt, ich muss die Rübe gezielt füttern und sofort reagieren, wenn Blattkrankheiten drohen. Gute Rü­ benerträge sind alles andere als Glücks­ sache“, betont er. Offen für Innovation

In der Nähe von Poznan – 27 Kilometer entfernt von Opalenica – baut Henryk Olejniczak Rüben an. Seit über 80 Jahren gehört die Rübe auf dem 70­Hektar­ Ackerbaubetrieb mit Milchviehhaltung dazu. Seine besondere Sorge gilt dem Wasser und der Kunst, dem häufig tro­ ckenen Frühjahr durch frühe Saat ein Schnippchen zu schlagen. Fallen die etwa 650 Millimeter Regen gut verteilt,


Gut 550 Kilometer Luftlinie trennen die Betriebe, auf denen Jeppe Martensson (Bild oben, sitzend), Volker Antholz (Bild oben rechts) und Henryk Olejniczak (Bild rechts) ­Zuckerrüben anbauen. Ein Patentrezept für Spitzen­erträge hat keiner der drei. Wohl aber reichlich Ideen, wie ambitionierte Anbauer bis 2020 gemeinsam in Richtung 20 Tonnen ­Zucker je Hektar marschieren: Together for twenty tons in 2020 oder kurz 5T: So heißt das Nordzucker-Projekt 20 · 20 · 20 in Skandinavien.

zieht die Rübe mit: 2014 auf stolze 14,9 Tonnen Zucker je Hektar. Sein Rezept? „Organischer Dünger, geschickter spar­ samer Umgang mit Wasserreserven und sofort raus aufs Feld, wenn das Agricen­ ter Pilz-Warnmeldungen versendet.“ Schulungen und Beratungsservice von Nordzucker Polska nutzt er intensiv. „Das hilft, um Rübensorten, Dünger und Pflanzenschutz bestmöglich einzu­ setzen.“ 2015 will der 57-Jährige Ertrag und Anbau mindestens halten. Die Kol­ legen bestellen weniger Fläche: Jeppe Martensson will 2017 zurück zu gewohn­ ten Anteilen. Volker Antholz sieht den „Weizenpreis als Orientierungslinie.“ 20 Jahre Produktion für hochvolatile Kar­ toffelmärkte lassen ihn das Quotenende positiv sehen. „Viel hängt davon ab, „was uns EU- und Landespolitik noch so vor­ schreiben“, meint er. „Und natürlich, was Nordzucker daraus macht!“ �  sdp

20 ·20 ·20: Wo wir stehen Zuckerertrag im Konzern*, in Tonnen pro Hektar 20,0 18,0 16,0 14,0 12,0 10,0 8,0 2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

20 % beste Anbauer (Ist)

Durchschnitt (Ist)

20 % beste Anbauer (Ziel)

Durchschnitt (Ziel)

2018

2019

2020

* ohne Finnland

Akzente Juni 2015

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| PANORAMA |

„Schneller bestmögliche Ergebnisse“ Aus drei wird eins: Nordzucker hebt Teilung nach Regionen auf Um schneller, schlanker und effizienter zu agieren, hat Nordzucker Ende 2014 die Verantwortlichkeiten neu geordnet. Die Teilung nach Regionen wurde auf­ gehoben und durch funktionale Linien­ verantwortlichkeiten ersetzt. Welche Änderungen ergeben sich hieraus für die Werke? Ein Gespräch mit COO Axel Aumüller. Herr Aumüller, was hat sich im Bereich Produktion mit der neuen Struktur verändert?

Da unser Unternehmen bislang in die drei Regionen Osteuropa, Nordeuropa und Zentraleuropa gegliedert war, hat­ ten wir auch drei Produktionsbereiche. Innerhalb unserer Regionen waren wir gut aufgestellt, aber was war zwischen den Regionen? Da gab es eine Informa­ tionslücke. Jetzt haben wir zwei Verant­ wortliche für Produktion, die einen Überblick über alle Werke haben, da sie funktional, also über Länder hinweg zuständig sind. Wir können Wissen zwi­ schen den Werken und Ländern deutlich besser teilen als früher, und dies hilft uns, effizienter zu arbeiten. Außerdem haben wir die Bereiche Produktion und Investitionen stärker voneinander ge­ trennt. Die Produktion ist heute für das Betreiben der Werke und die Vorberei­ tung auf die nächste Kampagne zustän­ dig. Warum wurden Produktion und Investitionen voneinander getrennt?

Der Bereich Investitionen war früher sehr nah an der Produktion; eigentlich zu nah. Natürlich hat auch früher jeder Verantwortliche für Produktion in seiner Region das Wichtigste für seine Region gemacht und seine Entscheidungen gut abgewogen, wo ein Verdampfungs­ trockner oder eine Saftreinigung gebaut

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Axel Aumüller Chief Operating Officer

„Die Mittel für Investitionen sind begrenzt. Eine Zentralabteilung kann besser entscheiden, wo sie am effizientesten eingesetzt werden.“

wird. Aber wir haben eben jeweils nur innerhalb einer Region geschaut. Die Mittel für Investitionen und Instandhal­ tung sind begrenzt. Und diese Mittel müssen wir bestmöglich für das gesamte Unternehmen einsetzen! Deswegen ha­ ben wir im Zuge der Neuorganisation den Investitionen und der Instandhal­ tung einen eigenen Bereich zugewie­ sen.

das Beste für seine Region. Das ist ganz normal. Eine Zentralabteilung sieht mit anderen Augen auf die Fälle und kann besser entscheiden, wo begrenzte Mit­ tel am effizientesten eingesetzt werden.

Wir stellen so sicher, dass die beste Entscheidung für das Unternehmen getroffen wird – unabhängig von einer gedanklichen Aufteilung in Regionen und jenseits von jedem Proporz. In einer Regionalstruktur will doch jeder immer

Bei Investitionsprojekten waren die Kolle­ gen früher lediglich Berater. Jetzt werden sie bei allen Investitionen, die den Haupt­ prozess betreffen, also die Saftreinigung oder die Kristallisation, von Anfang an in den Planungsprozess mit einbezogen.

Um bei den Investitionen zu bleiben: Was hat sich für die Kollegen aus dem Bereich Technology & Innovation (T&I ) geändert?


Die funktionale Organisationsstruktur … … ist ein Organisationsmodell, das die Aufgaben in einem Unternehmen nach betrieblichen Funktionen wie Beschaffung, Produktion, Absatz oder Verwaltung glie­ dert. Für Nordzucker heißt dies, dass Auf­ gaben jetzt – über Ländergrenzen hinweg – nach Funktionen organisiert sind. Die bisherige Gliederung nach Regionen ist

damit entfallen. Durch die funktionale Organisation laufen alle Themen eines Bereichs, egal aus welchem Land, zent­ ral in einem Bereich zusammen. So kön­ nen Informationen leichter ausgetauscht und Synergien genutzt werden. �  nt

Vier Bereiche unter ­einem Dach – SHEQ Wissen bündeln – gemeinsam besser werden

Mit der funktionalen Organisationsstruk­ tur, die Ende 2014 bei Nordzucker ein­ geführt wurde, wurden auch die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umwelt und Qualitätssicherung im Nordzucker Konzern neu gegliedert. Sie sind jetzt in dem Bereich SHEQ zu­ sammengefasst. SHEQ steht für die eng­ lischen Begriffe Safety, Health, Environ­ ment und Quality. „Die Themen, die im Bereich SHEQ zusammengefasst sind, sind natürlich nicht neu. Wir haben alle diese Themen schon vorher bei Nordzucker behandelt, nur

waren sie in unterschiedlichen Abteilun­ gen und Prozessen enthalten. Mit unse­ rer neuen Organisationsstruktur wurden sie funktional zusammengefasst, das heißt, wir haben eine klare Linienverantwort­ lichkeit. Durch diese neue Organisation werden unsere Prozesse transparenter und sicherer“, sagt Joachim Rüger, Leiter des neuen Bereichs. „Wir stellen sicher, dass alle Vorgaben, interne wie externe – also vom Code of Conduct über Kun­ denanforderungen bis zu recht­lichen Rahmenbedingungen –, erfüllt und die gewonnenen Erkenntnisse in einem kon­ tinuierlichen Verbesserungsprozess um­­ gesetzt werden.“ �  nt

Arbeitsschutzpreise für zwei Entwicklungen bei Nordzucker

Sie sind es, die am besten wissen, wie groß bei einer Saftreinigung die Vor­ kalkung geplant werden muss oder wie groß die Hauptkalkung, damit die An­ lage die beste Leistung bringt. Mir geht es darum, dass wir bei allen Projekten in Produktion und Technik das beste Wissen aus allen Bereichen einsetzen. Deswegen werden die Großinvestitionen wie zum Beispiel der Bau von Verdamp­ fungstrock­nern nun gesondert bearbeitet und deswegen ist es auch der Einkauf, der die finale Kaufentscheidung trifft und nicht die Kollegen aus der Produk­ tion oder von T&I. � 

Das Interview führte Nina Tatter

Für „Ketten als Absturzsicherung in großen Behältern mit Einbauten“ wurde E ­ lmar Lampe aus dem Werk Klein Wanzleben mit dem Förderpreis der Berufsgenossen­ schaft Rohstoffe und Chemische Industrie ausgezeichnet. Seine Entwicklung ver­ bessert die Sicherheit bei Arbeiten an Extraktionstürmen erheblich. Der Preis wurde am 24. April in der Alten Oper in Frankfurt am Main überreicht. Freuen konnten sich außerdem Andre Gädke, Jens

Foto: BG RCI/Armin Plöger

Bei allen Projekten das beste Wissen aus allen Bereichen ­einsetzen.

Müller, Andreas Born, Mario Barenscheer, Thomas Rex, Sebastian Rose, Martin Töws und Lothar Steinmann aus dem Werk Uelzen. Für ihre „Fahrbare Arbeitsbühne für Zentrifugenreparaturen“ wurden sie mit dem Sonderpreis der Branche Zucker ausgezeichnet. Die fahrbare Plattform ermöglicht ein sichereres Arbeiten an den Kugelköpfen von Zentrifugen. 2015 zeichnete die Berufsgenossen­ schaft bereits zum 18. Mal Entwicklun­ gen aus, die den Arbeits­ schutz verbessern. In die­ sem Jahr beteiligten sich 689 Männer und Frauen mit 297 Bei­trägen. Insge­ samt 51 Teilnehmer erhiel­ ten Förder- und Sonder­ preise. Der Förderpreis ­Arbeit, Sicherheit und Ge­ sundheit ist mit insgesamt 100.000 Euro der höchst­ dotierte Arbeitsschutzpreis in Deutschland. �  red

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| NAHAUFNAHME |

Daten & Fakten Bahlsen GmbH & Co. KG Produkte Süßgebäck (Keks, Kuchen, Riegel) Gründung 1889 Sitz Hannover Dachmarken Bahlsen, Leibniz Nationale Marken Brandt (D), Krakuski (PL), Kornland (AT) Werke Barsinghausen (D), Varel (D), Berlin (D), Skawina (PL) Umsatz 515 Mio. Euro (2014); davon rund 50 Prozent in Deutschland Absatz 132.000 Tonnen Mitarbeiter 2.636

Caféhaus 3.0: Keks für die To-go-Kultur Bahlsen erobert mobile Alltagsgenießer Das Haus in der Podbielskistraße 11 ­gehört zu Hannovers besonderen Orten. Trutzig-erhaben empfängt Bahlsen seine Gäste mit einer imposanten Mischung aus Caféhaus und transparenter BüroModerne. 280 Mitarbeiter arbeiten ­heute in der Zentrale der 1889 gegründeten Hannoverschen Cakesfabrik. ­Hermann Bahlsen, der umtriebige Sohn eines Tuch­ händlers, ließ sie 1911 im Stadtteil List erbauen.

Im Erdgeschoss schlägt das Herz des ­Familienunternehmens: „Bahlsens erste Fabrikationshalle – ein Ort mit besonde­ rer Aura“, zwinkert Karsten Grove. „Gut für Ideen und Denken ohne Schranken.“ In der hohen Halle mit Glasdach und Wandfliesen in Urkeks-Dekor herrscht Getriebe. Umgeben von Büroetagen murmeln Rührwerke, Fließbänder, Stanz­ vorrichtungen und Backautomaten. „Wir produzieren Muster für neue Keksproben“, 18

erklärt Bahlsens Entwicklungsleiter. „Die müssen heute raus.“ Keksideen für alle Tage Unter seiner Regie probieren Bäcker, ­Lebensmitteltechniker und Maschinen­ bauer neue Rezepturen. „Wir testen in drei Schritten“, erklärt Grove. „Zuerst ein Kilo Teig, ob die Idee trägt. Dann zehn Kilo, ob die neue Rezeptur auf der Miniatur-Backstraße besteht.“ Wenn der neue Keks Verkostung, Kalkulation, Back-, Stanz- und Packungstests in der Zentrale bestanden hat, übernehmen Bahlsens Teigmacher die letzte Teststufe, bevor der Marktgang entschieden wird: den 1000-Kilo-Echt-Einsatz im Kuchenwerk Varel, in Berlin-Tempelhof, wenn viel Schokolade im Spiel ist, im polnischen Werk Skawina oder in Barsinghausen. Gefragt sind alltagstaugliche Nachfahren für den weltbekannten Leibniz-Keks. Keks-, Kuchen- und Riegel-Variationen,

mit denen Bahlsen seine Marktführerschaft im umkämpften Heimatmarkt Deutsch­ land behaupten will und Wachstums­ märkte in China, dem Mittleren Osten und den USA erobert. Unterwegs ohne Krümel und ­Schokoladenfinger

„Die Chancen für Marktwachstum in Deutschland sind begrenzt“, betont Bahlsens Unternehmenssprecher Christian Bahlmann. Gut 50 Prozent des Umsatzes erzielt Bahlsen im Heimatmarkt. Wichtige Märkte sind neben Polen, Österreich und Italien die Benelux-Länder, Groß­ britannien und Spanien, wo Bahlsen Ländergesellschaften unterhält. „Das nachmittägliche Kaffeetrinken ist ein aussterbender Keksanlass“, erläutert der 44-Jährige, der seit zwei Jahren für Bahlsen arbeitet. Keks ist heute „als klei­ ne Belohnung zwischendurch“ gefragt. ­Außerdem soll er „to-go-fähig“ sein –


1911 erbaut: die Bahlsen-Zentrale mitten in Hannover.

also ohne Krümel und Schoko­laden­finger für unterwegs taugen. Häufig diene er auch als „eine Art Mahlzeitenersatz – wenn das Mittagessen ausfällt und schnell Energie gebraucht wird, weil erst abends Zeit für eine vernünftige Mahlzeit ist.“ Näher ran an Kunden und Märkte Zum Jubiläumsjahr 2014 hat Bahlsen kräftig investiert und einen der größten Umbauprozesse in 125 Jahren auf den Weg gebracht. „Internationaler werden und näher ran an Kunden und Märkte“, umreißt Bahlmann die neue Ziellinie. Kompetenzen aus der Zentrale wurden in die Ländergesellschaften verlegt. „Wir wollen schneller sein und regionale Vor­ lieben optimal bedienen: etwa den in Italien üblichen Frühstückskeks oder die im Mittelmeerraum verbreitete Merenda – ein Imbiss gegen 16.00 Uhr. Aber auch die Vorliebe für sehr süßes Süß­ gebäck im arabischen Raum oder Chinas

Mitbringkultur.“ Letztere bedient Bahlsen aus dem Shanghaier Büro erfolgreich mit einer wertigen Keksdose im Drachen­ dekor. Tüten und Kekse werden kleiner Das gesamte Produktprogramm und die Verpackungen wurden überarbeitet und die Marke Bahlsen komplett neu aufge­ stellt. Allein 40 Millionen Euro habe Bahlsen 2014 in die Werbung investiert, betont Bahlmann. 12 Millionen Euro flossen in die Werke. „Der Umbau trägt erste Früchte“, sagt er und verweist auf 20 neue Produkte – darunter Adaptatio­ nen und Geschmacksvarianten –, mit ­denen Bahlsen ab 2015 in 120 Ländern „das Leben versüßen“ will. „Wenn wir gut sind, brauchen wir heute noch etwa sechs Monate von der ersten Rezept­ idee bis ins Ladenregal“, sagt Entwickler Karsten Grove. Tam Tam, Be Happy, Blondies, Brownies oder Cookies heißen

„Hier ist Spinnen Pflicht“, betont Bahlsens Entwick­lungs­ leiter Karsten Grove. In einer kleinen Rühr­ schüs­sel mischt seine Kollegin Zucker (von Nordzucker) und Eier (aus Bodenhaltung) mit Mehl (aus kontrolliertem Vertrags-Anbau, rück­verfolgbar von der Hedwigsburger Okermühle bis zum Acker). Mehr w ­ ill ­Grove gar nicht ­zeigen. „Aber gehen Sie mal davon aus, dass es kein Gewürz gibt, von dem wir hier keine P­ roben hätten.“

die neuen Gebäck-Kreationen. Via www.Bahlsen.de sind sie auch im haus­ eigenen Online-Shop zu finden. Viele kommen ebenfalls als Mini-Varianten oder einzeln verpackt ins Regal. „Nicht nur die Tüten werden kleiner“, erläutert Bahlmann. „Auch mit kleineren Keks­ formen hilft Bahlsen, bewusst zu genie­ ßen und Reste zu vermeiden.“ „Life is sweet“ – das Leben ist süß, lautet die Bahlsen-Mission. Den Zuckeranteil in den Rezepturen sieht Bahlsens Entwick­ lungschef Karsten Grove denn auch eher nicht schwinden. „Neben der Süße bringt Z ­ ucker Volumen und weite­ re wichtige Back-Eigenschaften. Womit wollen Sie das ersetzen?“ �  sdp

Neue Nachfahren für den Leibniz-Keks – „nur echt mit 52 Zähnen“. Mit dem Klassiker von 1891 und neuen Keks-Pionieren versüßt Bahlsen das Leben 2015 in 120 Ländern der Welt.

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| SÜSSE SEITE |

Hochgenuss in der Erdbeersaison Mit SweetFamily Erdbeeren genießen Es ist so weit: Im eigenen Garten, auf dem Erdbeerfeld, auf dem Markt oder im Super­ markt ­lachen uns süße, s­ aftige Erdbeeren an und verführen uns zum puren Verzehr oder laden ein, etwas Leckeres mit ihnen zuzubereiten. Wussten Sie, dass die heutige ­Gar­ten­erdbeere, so wie wir sie kennen, im Jahr 1750 durch eine Kreuzung ver­ schiedener amerikanischer Wildsorten entstand? Botanisch gesehen gehören Erd­ beeren zur F­ amilie der Rosengewächse und sind somit k­ eine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte, ­wobei die kleinen

gelben Nüsschen auf der Oberfläche die eigentlichen Früchte sind. Übrigens enthalten Erdbeeren mehr Vitamin C als Orangen und Zitronen. Darüber hinaus sind Erdbeeren sehr reich an Folsäure, ­Kalzium, M ­ agnesium und Eisen. Viele gute Gründe also, sie pur oder ­verarbeitet zu genießen. Zum Beispiel als Rote-Grütze-Kuchen im Glas. Probieren Sie unser Rezept doch einmal aus. Viele wei­ tere Anregungen wie Erdbeergrütze mit Frisch­käsecreme oder Erdbeersmoothies mit Vanilleeis finden Sie im Internet unter www.sweet-family.de. � red

Rote-Grütze-Kuchen im Glas Zutaten (für 12 kleine Weckgläser): 120 g weiche Butter 375 g gemischte Beeren (Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren) 90 g SweetFamily „Fix für fruchtige Desserts“ 100 g SweetFamily Puderzucker 1 Päckchen Vanillezucker 3 Eier (M) 170 g Weizenmehl (Type 405) 2 TL Backpulver Zubereitung: Backofen auf 180 °C vorheizen (Umluft 160 °C). Weckgläser (120 ml Inhalt) mit 20 g weicher Butter ausstreichen. Beeren waschen und verlesen. 225 g Beeren mit SweetFamily „Fix für fruchtige Desserts“ in einem Mixbecher 15 Sekunden fein pürieren. Dann die übrigen Beeren untermischen. Restliche Butter, Puderzucker und Vanillezu­ cker in einer Rührschüssel schaumig schla­ gen. Eier unterschlagen. Mehl und Backpul­ ver unterrühren. Die Gläser zu einem Drittel mit Teig füllen und auf mittlerer Schiene 25 Minuten backen. Kuchengläser aus dem Ofen nehmen. Beeren-Grütze auf den heißen Teig verteilen. Gläser mit Gummiringen, Deckel und Klam­ mern verschließen und auskühlen lassen. Tipp: Die kleinen Kuchen sind perfekt für Picknicks oder als Gast­geschenk und halten im Kühl­ schrank ein paar Tage.

Beeren fix verwandeln Mit SweetFamily „Fix für fruchtige Desserts“ k­ önnen Sie Ihr Lieblingsobst in eine frische ­Grütze oder leckere Kuchentoppings verwan­deln – ganz ohne Kochen. Das macht die Zubereitung einfach und den Geschmack ­herrlich frisch. Portio­nieren Sie Ihren fruchtigen Nachtisch je nach Bedarf – ob nun für zwei Personen oder eine g ­ roße Gästerunde! �red

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| KURZ NOTIERT |

Neuer Richtwert

Nicht haltbar: WHO-Empfehlung für Zuckerverzehr Anfang März veröffentlichte die WHO (World Health Organization) einen neuen Richtwert zum Zuckerverzehr. Danach soll die Gesamt­ energiezufuhr durch Zucker weniger als zehn Prozent betragen. „Wir sehen diesen Richtwert als nicht zielführend und auch wissenschaftlich als nicht haltbar an. Die neue WHO­Empfehlung fußt auf veralteten Studien von geringer Qualität, die zum Thema Karies gemacht wurden. Neuere Erkenntnisse zur Zahngesundheit oder zur Ernährung sind nicht eingeflossen. Ein Grenzwert für Zucker ist nicht notwendig, um sich gesund zu ernähren und das Körpergewicht in Balance zu halten. Dazu ist das Zusammenspiel von gesamter Ernährung und Bewegung zu beachten“, erläutert Christian Kionka, Head of Communications & Public Affairs. „Für die Entstehung von Übergewicht ist unter anderem die Gesamt­ energieaufnahme entscheidend, nicht ein einzelner Nährstoff“, betont Kionka. � red

Dr. Mathias Böker Head of Sugar Factory, Werk Uelzen

Stabwechsel im Werk Uelzen Dr. Mathias Böker (54) übernahm am 9. Februar 2015 die Leitung des Werks Uelzen. Böker, der langjährige Manager Produktion und Technik und Betriebsleiter im Werk Uelzen, löst Direktor Sven Buhrmann (50) ab, der nach fünf Jahren als Head of Investment & Maintenance & Major Projects in die Unternehmenszentrale nach Braunschweig wechselte. � red

Hoher Besuch

Zuckermarkt aktuell für Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war am 2. April Gast der Nordzucker in Braunschweig. Im Hintergrundgespräch erläuterte der Vorstandsvorsitzende Hartwig Fuchs die Situation der Nordzucker im europäi­ schen Zuckermarkt mit stark gesunkenen Preisen, Export­ limit, Importen, Produktionsabgabe und nationalen Bei­ hilfen für den Rübenanbau in zahlreichen wettbewerbs­ schwachen Ländern. Gesprächsthemen waren auch die Energiepolitik und die neue WHO­Verzehrsempfehlung für Zucker, die auch Sigmar Gabriel kritisch beurteilte. An dem interessanten und atmosphärisch guten Ge­ spräch nahmen außerdem Schladens Bürgermeister Andreas Memmert teil, der das Gespräch kurzfristig ver­ mittelt hatte, sowie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Dieter Woischke und Christian Kionka, Head of Commu­ nications & Public Affairs. � red

Engagiert

Nordzucker fördert Schulsport-Initiative Mit einer Spende in Höhe von insgesamt 12.000 Euro hat Nordzucker drei Jahre lang das so genannte Braunschweiger Modell an Ganztagsschulen un­ terstützt, für das der Stadtsport­ bund Ende April eine rundum positive Bilanz zog. Das Projekt startete 2013 mit einem „Sport­ artenkarussell“. Ganztagsschu­ len boten mit dem Stadtsport­ bund, der Bürgerstiftung und Vereinen für ein Schuljahr eine

Sport­AG an. Bis zu zehn Sport­ arten wurden im wöchentlichen Wechsel angeboten. Über 1.000 Kinder machten mit und entdeckten Sportarten wie Judo oder Hockey für sich. Zusätzlich gab die Bürgerstiftung Stipendi­ en für die Mitgliedschaft in Sportvereinen und die Erstaus­ stattung mit Sportbekleidung an über 70 Kinder und Jugendli­ che, deren Eltern die Kosten nicht tragen können. � red Akzente Juni 2015

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| MENSCHEN BEI NORDZUCKER |

Danas Matulis Berater im Agri Center Litauen „Ich gehe raus zu den Landwirten, berate sie, mit welcher Sorte sie auf ihrem Boden den ­besten Ertrag vom Hektar bekommen und wel­ che Pflanzenschutzmaßnahmen sie durchführen sollten. Jeder Fall ist anders, das macht es so ­interessant“, sagt Anbauberater Danas Matulis in Kėdainiai. Seit Sommer 2012 arbeitet er im ­AgriCenter des Standorts. Danas Matulis ist im Norden Litauens aufgewachsen und lebt heute in Kaunas – etwa 50 Kilometer von Kėdainiai ent­ fernt. Hier hat er auch Agrarwirtschaft studiert. „Die Landwirtschaft war mir immer sehr nah, auch wenn meine Eltern keine Landwirte sind.

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Viele meiner Freunde kamen von Betrieben, denn die Landwirtschaft ist in der Region, aus der ich komme, sehr wichtig. Außerdem fand ich, dass sie einer der wichtigsten Wirtschafts­ zweige ist, weil hier die Lebensmittel hergestellt werden. Mit meiner Arbeit bin ich ganz nah dran.“ Bei Nordzucker arbeitet er an der Initiative 20 · 20 · 20 mit und betreut Landwirte in einem sogenannten 20 · 20 · 20-Club. Außerdem schreibt er Nachrichten für das AgriPortal in Litauen: „Ungefähr drei Mal die Woche stelle ich zusam­ men mit meinen Kollegen Nachrichten in das Portal ein.“ An seiner Arbeit schätzt er auch die internationale Zusammenarbeit und hat bereits während eines Nordzucker-internen Austausch­ programms zwei Monate in Nord­stemmen gear­ beitet. �  nt


| ANGEKLICKT |

Ein Blick ins Internet rund um Nordzucker, SweetFamily und Dansukker

Jeden Monat neu: der SweetFamily Newsletter SweetFamily Newsletter Rezepte - Produkte - Ideen - Ratgeber NEWSLETTER MAI 2015

Den Sommer genießen – SweetFamily liefert ab sofort regelmäßig tolle Rezepte für Kuchen, Kekse und Konfitüren Draußen blüht der Holunder; Rhabarber und Beeren haben Saison. Zeit für Siruppe, tolle Gelees, Omas Holunderblüten­ Kuchen und vieles mehr. Als Geschenk. Als Kostprobe für Freunde. Oder ganz einfach zum Selbstgenießen. Und wo war noch das Rezept dazu? Monatlich maßgeschneiderte Tipps für jeden Anlass Ab sofort informiert der neue SweetFamily Newsletter regelmäßig über aktuelle Rezepte für jede Gelegenheit. Wer nicht mehr lang suchen möchte, erhält monat­ lich maßgeschneiderte Tipps und Anre­ gungen für jeden Anlass und jede Jahres­ zeit. Für den Newsletter mit erprobten Rezeptideen können Sie sich ab sofort direkt unter www.Sweet­Family.de an­ melden. Mit tollen Rezepten für Kuchen, Kekse und Konfitüren ist garantiert das Richtige für Sie dabei!

Dansukker.co.uk macht Lust auf internationale Küche Wer Spaß an internationaler Küche hat, dem bietet Dansukker auf seiner eng­ lischen Website unter www.dansukker. co.uk reichlich neue Inspiration. Hier blättern Sie in vielen spannenden Rezepten. Neues zur Saison finden Sie ebenso wie Rezepte für das ganze Jahr. Ob Ge­ bäck, Konfitüren, Getränke oder span­ nende pikante Gerichte aus aller Welt. Aktuell bietet Dansukker zum Beispiel Anregungen, wie Kinderpartys zum Spaß ohne Ende werden. Wie Sie die leckerste Eiscreme ganz einfach selbst herstellen. Außerdem gibt es feine und vielfältige Rezepte für einfache und praktische Kuchen vom Backblech. Gut für große Mengen im Handumdrehen und genau das Richtige für Ihre Party oder wenn Sie Ihren Arbeits­Kollegen einen Kuchen spendieren wollen. Wer es herzhafter mag, für den hat Dansukker einfache Brot­ und Brötchenrezepte mit Sauerteig und Pfiff, mit Fenchel, Anis und anderen Gewürzen zusammengestellt. Schauen Sie einfach mal rein. Aber Achtung: Hier macht Klicken Appetit auf mehr. Garan­ tiert! � red

Lieber SweetFamily-Fan Mit dem Start der Erdbeersaison kommt die unbändige Lust, die frisch auf den Feldern gepflückten Früchte gleich zu leckeren Kuchen, Desserts, Smoothies und Konfitüren zu verarbeiten. Letztere bekommen übrigens mit unserem SweetFamily Gelierzucker für Erdbeeren Geschmack des Jahres "Vanille-Holunderblüte-Geschmack" einen überraschenden Pfiff. Vanille unterstreicht die fruchtige Süße der Erdbeeren und der typische Holundergeschmack rundet das Aroma mit einer besonderen Note ab. Stöbern Sie doch gleich mal in unseren Erdbeerrezepten. W ir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und gutes Gelingen. Ihr Süße Küche-Team

Gelierzucker für Erdbeeren Geschmack des Jahres

zum Produkt

Eine gute Frage

Ihre Meinung ist gefragt!

Bei Erdbeermarmelade gibt es keine zwei Meinungen: sie schmeckt immer. Und durch Kombination mit anderen Früchten oder Aromen entstehen im Handumdrehen neue leckere Kreationen. La Lassen Sie uns jetzt wissen, mit welchem Geschmack Sie Ihre selbst gemachte Erdbeerkonfitüre am liebsten verfeinern möchten.

zur Abstimmung

Wir sehen rot

Strawberries forever

Mit Erdbeeren beginnt die frischeste Backzeit des Jahres: Obstkuchen. Alle Zeichen stehen jetzt auf rot, es wird geputzt und geschnippelt und alle freuen sich auf Erdbeerkuchen. Ob Torte, Biskuitboden oder kleine Tartelettes - der Variation sind keine Grenzen gesetzt. Schauen Sie doch gleich mal auf unsere Rezeptseiten.

Mit Erdbeeren backen

zu den Rezepten

Erdbeere

Rund um die Frucht

Die Saison ist eröffnet: erö Endlich wieder Erdbeeren satt, endlich wieder selber pflücken und endlich wieder naschen ohne Reue. Machen Sie mit Erdbeeren, was Sie wollen - sie lassen sich wirklich vielfältig verarbeiten. Neben vielen Rezepten finden Sie bei uns auch Wissenswertes rund um diese Frucht. Schnuppern Sie doch einfach mal rein.

Erdbeere

mehr erfahren >

Der nächste Newsletter erscheint im Juni.

Und hier noch drei Rezepte für die absoluten Erdbeer-Fans:

Dansukker: Anregungen für Kinderpartys

Erdbeer-ProseccoFruchtaufstrich (1)

10 Min. zum Rezept

Joghurt-Panacotta mit Erdbeeren (0)

ca. 20 Min. zum Rezept

Erdbeer-Smoothie mit Holunderblütensirup (3)

15 Min. zum Rezept

Leckere Marinaden zur Grillsaison – von Dansukker

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Erdbeer-Tiramisu Zutaten (für ca. 8 Personen):

750 g Erdbeeren 180 g SweetFamily „Fix für fruchtige Desserts“ 400 ml Sahne 4 EL Amaretto 1 TL Vanillemark 250 g Mascarpone 80 g SweetFamily Feiner Zucker 14 Löffelbiskuits Pro 100 g ca.: 524 kcal; 31 g Fett; 53 g Kohlenhydrate; 5 g Eiweiß

c ke r e und le s p p i te r : re T Si e u n Weite n e d n e te fi mily.d Rezep a f t e s we www.

Zubereitung: 1. Erdbeeren waschen, putzen und vierteln. Davon 450 g mit SweetFamily „Fix für fruchtige Desserts“ 15 Sekunden pürieren. Die übrigen Erdbeeren unterrühren.

kuits kurz eintauchen und nebeneinander auf die Creme legen. Erst zwei Drittel der Erdbeergrütze darauf verteilen, dann die übrige Mascarponecreme.

2. Mascarpone mit Vanillemark und Zucker glatt rühren, dann steif geschlagene Sahne unterziehen.

4. Mit der restlichen Erdbeergrütze dekorative Schlieren in die Creme ziehen. Vor dem Servieren mindestens 4 Stunden kalt stellen.

3. Die Hälfte der Creme in eine Auflaufform (ca. 2 Liter Inhalt) streichen. Amaretto auf einen kleinen Teller gießen. Die Löffelbis-

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten + Kühlzeit


Akzente 01/2015 - Juni 2015