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Akzente Neues aus der Nordzucker-Welt | Ausgabe 1 | März 2014

Auf Rübe setzen

Die Zukunft im Blick.

Mit klaren Zielen

Effizienz als Prozess

Kundenwunsch

Nordzucker stärkt Kerngeschäft und ­Vermarktung.

Ein Interview zu Effizienz und Sparsamkeit.

Nachhaltigkeit soll nachweisbar werden.


2017

endet die Quotenregelung. Nordzucker bereitet sich seit Langem vor: mit weitsichtigen Investitionen ebenso wie mit MaĂ&#x;nahmen zur Effizienzsteigerung.

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| Editorial |

„Wir müssen die Nordzucker noch viel ­stärker am Markt und am Wettbewerb ­ausrichten. Der Markt hat immer recht.“

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Leserinnen und Leser, nach 2017 wird sich unser Markt mit dem Wegfall der Quotenregelung deutlich ­verändern. Auf unseren diesjährigen Winterversammlungen haben wir uns auch weiter klar zu Rüben und zum Kerngeschäft Zucker bekannt. Aber wir wissen auch, die Zeiten werden rauer! Für 2013/14 rechnen wir mit einem sinkenden Ergebnis, doch die Zuckerpreise stehen weiter unter immensem Druck; in jüngster Zeit abgeschlossene Verträge mit unseren Kunden spiegeln dies mehr als deutlich wider. Folglich werden wir keine einfachen Jahre vor uns haben. Eine Zeit, die ganz im Zeichen der weiteren Steige­ rung der Wettbewerbsfähigkeit der Rübe auf den Feldern steht – gemeinsam mit unseren Partnern den Landwirten. Je produktiver die Rübe auf dem Feld, desto wirt­ schaftlicher lässt sich mit ihr Geld verdienen und desto erfolgreicher können unsere Rübenanbaugebiete in Europa und der Welt konkurrieren. Profitabilität bleibt oberstes Ziel: Wir werden Nordzucker noch stärker auf den Markt ausrichten und dabei gleichzeitig schneller, schlanker und effizienter werden. Dazu finden sich viele Beispiele in unserem Heft – zum Beispiel geht es um die In­­ves­ tition in Anlagen, die weniger Energie verbrauchen, den weitsichtigen Einkauf von Energie oder die Nutzung von Synergien. Und dann müssen wir zügig ein neues Preis­ ableitungsmodell mit unseren Rübenanbauern vereinbaren, um auch hier für die Zukunft schnell und transparent agieren zu können. Der Rübenanbauer muss vor der Aussaat wissen, womit er mindestens rechnen kann; und er soll an Marktent­ wicklungen beteiligt werden. Es gibt viel zu tun. Herzlichst Ihr

Hartwig Fuchs

Im polnischen Werk Opalenica wird kristalliner Weißzucker produziert.

Akzente März 2014

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| inhalt |

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Reportage: Mit 3.500 Tonnen Weißzucker pro Tag ist Uelzen die größte Zuckerfabrik im Konzern.

Ostern süß genießen: mit selbst gebackenen Osterlämmern, Hefekränzen oder dänischem Gebäck.

PANORAMA

BLICK IN DEN MARKT

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Klare Ziele – Nordzucker stärkt weiter Kerngeschäft und Vermarktung Effizienz als ein Baustein des Erfolgs – Interview mit Finanzvorstand Dr. Michael Noth

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Nachhaltigkeit: Transparenz vom Acker bis zum Schokoriegel

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Winterversammlungen 2014 – jetzt die Weichen für 2017 stellen

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Kampagne 2013/14

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Investieren mit Perspektive

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NAHAUFNAHME

Zwischenbericht: Ergebnis nach neun Monaten noch auf erfreulichem Niveau

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Süß und fruchtig frühstücken: ein Besuch bei der Stovit Group Sp. Z.o.o. Reich an Sorten und Ideen – Standortporträt Werk Uelzen Reihe Profitabilität plus: Intelligente Nutzung von Verpackungstechnik Europa wählt im Mai

Zusammenwachsen für mehr Flexibilität – Aus fuel 21 wird Nordzucker

SÜSSE SEITEN

Dänemark: sehr gute Erfolge beim Mietenschutz

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Im Fokus: ‚Futures‘ für das vierte Quartal – Einkaufen auf volatilen Energiemärkten

Ostern süß genießen – Lecker backen für die Ostertafel Osterlämmer oder süße Kränze aus Dänemark – Rezepttipps von SweetFamily und Dansukker


Nachgefragt

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Menschen bei Nordzucker: René Stabell Jørgensen wacht mit seinem Team über 15.000 technische Anlagen.

Dr. Thomas Stadler Landwirt, Föhrste bei Alfeld

Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion gewinnt für die Verbraucher in den letzten Jahren eine immer stärkere Bedeutung. Bei Nordzucker hat das Engage­ ment für Nachhaltigkeit eine lange Tradition, ebenso in der Landwirtschaft. Immer mehr unserer Kunden verlangen einen Nachweis, dass die Zuckerrüben, aus denen wir unseren Zucker herstellen, aus einem nachhaltigen Anbau stammen. Macht das aus Ihrer Sicht Sinn?

KURZ NOTIERT

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Nachrichten aus dem Unternehmen

MENSCHEN BEI NORDZUCKER

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Ein Blick ins Internet

REZEPT

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ist dies sinnvoll. Eine nachhaltige Bewirtschaftung ist für uns Familienbetriebe eine Selbstverständlichkeit, denn ich bin bestrebt, das, was ich übernommen habe, zu erhalten und auszubauen, damit die folgende Generation auch noch von der Bewirtschaftung leben kann. Wie könnte man diesen nachhaltigen Anbau nachweisen?

René Stabell Jørgensen ist Automation Manager bei Nordic Sugar in Nakskov, Dänemark

ANGEKLICKT

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Dr. Thomas Stadler: Wenn es hilft, den Absatz zu fördern,

Ostereier­Zitronen­Cake Pops

Dr. Thomas Stadler: Wir brauchen ein einfaches System

ohne Doppelkontrollen, das auf vorhandenes Material, Daten und Strukturen zurückgreift. Neue Auflagen sind nicht notwendig. Auch die Landwirtschaft hat hierdurch einen Vorteil. Das Vertrauen wird gestärkt und wir hätten ein „Aushängeschild“ für die Öffentlichkeit, mit dem wir unsere Nachhaltigkeit dokumentieren. Dr. Thomas Stadler bewirtschaftet einen 400 Hektar großen Betrieb mit rund zehn Prozent Grünlandanteil in Föhrste bei Alfeld. Seine vielseitige Fruchtfolge mit Winterweizen, Raps, Wintergerste, Zuckerrübe, Triticale, Roggen, Ackerbohnen, Mais und Hafer bewirtschaftet er pfluglos.

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| PANORAMA |

Von der Rübe bis zum Lager setzt Nordzucker auf mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Klare Ziele Nordzucker stärkt weiter Kerngeschäft und Vermarktung Mit dem Ende des Zuckerwirtschaftsjahres 2017 wird die Zuckermarktordnung fallen: Der Zuckermarkt in der EU ist dann nicht mehr durch Quoten begrenzt, der Rübenpreis muss frei verhandelt werden und gleichzeitig gibt es kein WTO-Exportlimit mehr für Zucker. Die enormen Veränderungen nach 45 Jahren Regulierung stellen die europäische Zuckerwirtschaft und damit auch den Nordzucker Konzern vor enorme Herausforderungen. Allerdings: Nordzucker bereitet sich seit Jahren auf diesen Einschnitt vor.

„Wir drehen an allen Stellschrauben, um uns dem Wettbewerb des Marktes erfolgreich stellen zu können: Angefangen von unserem Projekt 20 ·20 ·20 zur Steigerung des Zuckerrübenertrags, über Verbesserungen der Effizienz in der Produktion bis zur Nachhaltigkeit in der gesamten Produktionskette“, sagt der Vorstandsvorsitzende Hartwig Fuchs. Der Markt ist es, den der Vorstandsvorsitzende ständig im 6

Blick hat: „Wir beobachten schon seit Jahren eine steigende Volatilität auf dem Zuckermarkt – und diese wird nach 2017 noch weiter zunehmen. Weltmarktpreisbewegungen werden viel schneller nach Europa durchschlagen. Wir müssen Nordzucker daher noch stärker am Markt und Wettbewerb ausrichten. Das fängt beim Nachweis der gesamten Produktionskette von Zucker an, geht über die Produktentwicklung gemeinsam mit unseren Kunden aus der Lebensmittelwirtschaft bis hin zur weiteren Verbesserung unserer Logistikkette“, so Fuchs weiter. Für die Zukunft sieht Fuchs für den in der EU produzierten Zucker einen höheren Preisdruck voraus. Zu den Gründen zählt er die Ausweitung der Produktion aus Rüben in den Gunstregionen der EU, eine zunehmende Konkurrenz von Zucker aus Zuckerrohr sowie die Freigabe der Produktion von Isoglukose. „Wir werden daher gemeinsam mit den Landwirten daran arbeiten, die Rübenerträge

weiter zu steigern. Hier ist noch viel zu tun, aber wir sind auf einem guten Weg, denn erste Landwirte erzielen bereits 20 Tonnen Zucker vom Hektar“, sagt Fuchs und ergänzt: „Und was die Isoglukose angeht: Zucker ist das Produkt aus der Natur, seine Herkunft aus der Region lässt sich für unsere Kunden lückenlos nachvollziehen. Die Rübe ist wertvoll für die Fruchtfolge auf dem Schlag, und für mich persönlich kann ich sagen: Zucker schmeckt einfach besser – und all diese Punkte müssen wir in der Zukunft auch deutlich machen.“ Von der Reform der ZMO werden die Gunststandorte in der EU profitieren, da sie am einfachsten eine möglichst große Menge Zucker vom Hektar produzieren können. In Europa haben die Anbauer und Zuckerproduzenten in Frankreich eine besonders gute Ausgangslage: „Frankreich hat gleich drei Wettbewerbsvorteile: In Frankreich gibt es keine Energiewende wie in Deutschland, die französischen Werke sind der-


Ermittlungen des Bundeskartellamts abgeschlossen

„Wir beobachten schon seit Jahren eine steigende Volatilität auf dem Zuckermarkt und diese wird nach 2017 noch weiter zunehmen. Weltmarktpreisbewegungen werden viel schneller nach Europa durchschlagen. Wir müssen Nordzucker daher noch stärker am Markt und Wettbewerb ausrichten.“ Hartwig Fuchs, CEO Nordzucker

zeit nicht ausgelastet und Frankreich hat hervorragende Rübenanbaugebiete, aber auch unsere Werke liegen in solchen Gunststandorten. Dies werden wir klug vorantreiben und zu nutzen wissen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Um in Zukunft die Versorgung mit dem Rohstoff Rübe auf der einen Seite zu sichern und andererseits die Preise für Rüben und Zucker enger zusammen zu bringen „ist es unser Ziel, attraktive Rübenpreise in Relation zum Zuckermarkt für mehrere Jahre in Folge zu vereinbaren. Vorstellbar ist ein Basispreis plus einer marktabhängigen Komponente je nach Land, in dem das Unternehmen tätig ist. An erster Stelle steht für uns die Versorgung unserer Kunden und die weitere Stärkung einer langfristigen Kundenbindung. Nur so können wir unser Kerngeschäft weiter stärken“, betont Fuchs.

Daher gewinnt das Thema Nachhaltigkeit bei Nordzucker zunehmend an Bedeutung: „Unsere Kunden und die Verbraucher wünschen sich heute einen Nachweis der Herstellungsbedingungen – von der Aussaat bis zum fertigen Zucker aus regionaler Herstellung. Das ist eine große Chance für uns! Denn das Nachdenken über ressourcenschonenden Umgang zum Beispiel mit Wasser in der Zuckerproduktion ist uns genauso wie unseren Landwirten selbstverständlich“, so Fuchs. Und die regionale Herstellung spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, lange Transportwege und damit Umweltbelastungen zu vermeiden. Es gelte daher, die Erfolge und Ergebnisse weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Vorstandsvorsitzende und seine Kollegen bleiben trotz aller Änderungen optimistisch. Zwar werde der

Bereits im November 2008 hat das Bundeskartellamt Untersuchungen zu möglichen Wettbewerbsverstößen in der Zuckerwirtschaft eingeleitet, die vor Kurzem abgeschlossen worden sind. Nordzucker hat in diesem Verfahren ein Bußgeld in einstelliger Millionenhöhe akzeptiert. Weder gegen ehemalige noch gegen aktuelle Mitarbeiter unseres Unternehmens wurden Bußgelder verhängt. Wir haben von Anfang an eng mit dem Bundeskartellamt kooperiert, um zur Aufklärung der Kartellverstöße beizutragen und die Weichen für einen Neuanfang zu stellen. Wir haben die Untersuchungen zum Anlass genommen, all unsere Geschäftsprozesse einer intensiven Prüfung zu unterziehen, sodass unsere Geschäftstätigkeit nicht nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, sondern auch in vollem Einklang mit den Compliance-Anforderungen unseres Unternehmens steht. Eine wesentliche Rolle hierbei spielen neben Mitarbeiterschulungen auch halbjährliche interne Überprüfungen. Wir dulden konzernweit keinerlei Wettbewerbsverstöße und setzen auf fairen Wettbewerb – sowohl national als auch international. Das Verfahren hat keinerlei Auswirkungen auf das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres. Die Ermittlungen in einem anderen von der EU-Kommission im April 2013 durchgeführten Verfahren wegen des Verdachts auf Wettbewerbsverstöße sind mittlerweile eingestellt worden. ❮

Markt ohne Quoten erst sein Gleichgewicht finden müssen, „aber die Rübe hat in Europa eine gute Zukunft vor sich! Darauf setzen wir, denn wir können Zucker“, ist Fuchs überzeugt. Wir haben gemeinsam mit unserem hervorragenden Team das Unternehmen schon sehr weit vorbereitet und wir werden nicht nachlassen, Nordzucker schneller, schlanker und effizienter zu machen. Dabei haben wir den europäischen Markt im Blick, schauen uns aber auch um, wo Wachstumsmöglichkeiten bestehen, um am steigenden Zuckerkonsum auf dem Weltmarkt zu partizipieren. Der Markt hat immer recht – deswegen müssen wir immer vom Markt her denken“, sagt Fuchs abschließend. ❮ nt Akzente März 2014

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| PanoraMa |

„In den ersten drei Quartalen hatten wir noch ordentlich Rückenwind aus der Vergangenheit , weil wir von alten Kontrakten mit höheren Preisen profitiert haben. Aber es wird deutlich schwieriger.“ Dr. Michael Noth, CFO Nordzucker

Nettoverschuldung zurückgeführt Die Nettoverschuldung, also die Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel, wurde vollständig abgebaut. Der Finanzmittelbestand überstieg die Finanzverbindlichkeiten zum Ende der Berichtsperiode um 137,9 Millionen Euro.

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Konzernumsatz

EBIT Konzern

Millionen Euro

Millionen Euro

Eigenkapitalquote Konzern Prozent

1.872

1.850

439 334

9 Monate 2012/13

9 Monate 2013/14

9 Monate 2012/13

9 Monate 2013/14

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30.11.2012

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30.11.2013


Effizienz als ein Baustein des Erfolgs Interview mit Finanzvorstand Dr. Michael Noth Herr Dr. Noth, Nordzucker bewegt sich in einem sich verändernden Umfeld. In allen Bereichen wurden und werden Projekte angestoßen, damit Nordzucker effizienter wird; denken wir zum Beispiel an Profi­ tabilität plus oder PRION. Warum muss Nordzucker immer effizienter werden?

Dr. Michael Noth: Nicht erst die Verän­ derungen, die mit dem Auslaufen der Quotenregelung 2017 vor uns liegen, sondern schon der jetzige starke Preis­ verfall stellt uns vor erhebliche Heraus­ forderungen. Wir sind sehr zuversicht­ lich, dass Nordzucker auch in Zukunft erfolgreich sein wird. Dazu müssen wir aber laufend effizienter werden, damit wir auch in schwierigen Zeiten profitabel bleiben und weiter wachsen können. Hat Nordzucker nicht schon eine hohe Effizienz erreicht?

Dr. Michael Noth: Effizienz ist kein Zustand, den man erreicht und dann nach getaner Arbeit nach Hause geht. Effizienz heißt, dass wir immer besser werden, und auch, dass wir immer eine Länge besser sein wollen als unsere Wettbewerber. Dies erfordert, dass wir Wandel und Veränderung im Unterneh­ men leben und nicht stehen bleiben. Nach einer langen Zeit der Regulierung ist

dies für uns schwierig, aber Nordzucker hat in den letzten 175 Jahren viele Veränderungen erfolgreich bewältigt. Unsere Projekte wie Profitabilität plus und PRION sind sehr erfolgreich. Diese Erfolge resultieren aus der engagierten Arbeit unserer Mitarbeiter, die Tag für Tag neue Ideen entwickeln und erfolg­ reich umsetzen. So glauben wir, dass wir bereits in 2013/14 und nicht erst wie geplant in 2014/15 bei Profitabilität plus das Einsparziel von 67 Millionen Euro erreichen werden. Bei PRION, unserem Projekt zum Aufbau einer neuen integ­ rierten IT­Landschaft, ging es auch nicht nur um Effizienz, sondern viel umfassen­ der um mehr Schnelligkeit, Flexibilität und Durchschlagskraft. Bei beiden Pro­ jekten haben unsere Kollegen tolle Arbeit geleistet. Wie hängen Effizienz und Sparsamkeit zusammen? Muss alles immer nur billiger werden?

Dr. Michael Noth: Um am Markt erfolg­ reich zu sein, müssen wir dem Kunden immer das richtige Produkt anbieten. Effi­ zienz heißt, dafür möglichst wenige Res­ sourcen einzusetzen. Dazu gehört auch, darüber nachzudenken, Leistungen nicht mehr anzubieten, die für den Kunden nicht wichtig sind, und uns so auf die Prozesse zu konzentrieren, die zu unserem Kern­ geschäft gehören. Sparsamkeit geht damit

einher. Das passt auch gut zu uns als bodenständigem Unternehmen. Die Qualität unserer Produkte steht für uns an erster Stelle und Qualität zieht sich durch alle Produktionsstufen – angefangen beim Rübenanbau. Die von uns ergriffe­ nen Maßnahmen sind so auch vielfältig: Investitionen in der Produktion, ein güns­ tigerer Einkauf von Leistungen und Ersatz­ teilen, einfachere und schlankere Prozesse oder auch ein Outsourcing von Dienst­ leistungen. Sie sagen selbst, dass die nächsten Jahre anspruchsvoller werden. Wie bereitet sich das Unternehmen darauf vor?

Dr. Michael Noth: Indem wir Nordzucker weiter kontinuierlich verbessern. Jede Ver­ besserung geht nur Schritt für Schritt. Das ist in der Organisation ‚Unternehmen‘ ge­ nauso wie beim Training einer Sportart. Auch eine Organisation lernt kontinuierlich. Diesen Prozess treiben unsere Mitarbeiter: Sie haben jeden Tag die Ideen, die uns voran­ bringen. Als Management können wir nur die Rahmenbedingungen schaffen, damit diese Ideen erfolgreich umgesetzt werden. Wenn wir weiter gut arbeiten, werden wir auch in Zukunft erfolgreich sein. Dies ist die Verantwortung unserer Mitarbeiter und des Managements gegenüber den Aktionären und natürlich auch ihren Kollegen. � Das Gespräch führte Nina Tatter

Ergebnis nach neun Monaten noch auf erfreulichem Niveau – Preise bleiben aber unter Druck Zwischenbericht Nordzucker AG Geschäftsjahr 2013/14 6 Monate / 1. März bis 31. August 2013

Hartwig Fuchs, Chief Executive Officer Nordzucker AG

Das laufende Geschäftsjahr hat sich in den ersten neun Monaten gut entwickelt, jedoch konnte das außerordentlich gute Ergebnis des Rekordjahres 2012/13 nicht erreicht werden. Erkennbar ist, dass die Preise für Quoten­ und Nicht­Quoten­ zucker immer stärker unter Druck stehen. Grund hierfür sind die gesunkenen Preise

auf dem Weltmarkt und weiterhin hohe Lagerbestände. Trotz rückläufiger Preise erreichte der Quotenzuckerumsatz durch stei­ gende Mengen in etwa das Vorjahres­ niveau. Beim Nicht­Quotenzucker sind hingegen Preise und Mengen gesunken. Das operative Ergebnis (EBIT) des Kon­

zerns war mit 439 Millionen Euro nach 334 Millionen Euro im Vorjahr deutlich rückläufig. Niedrigere Preise und im Ver­ gleich zum Vorjahr 2012/13 gestiegene Herstellungskosten führten zu diesem Rückgang. Das EBIT befindet sich aber dennoch auch weiter auf einem hohen Niveau. �

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| PanoraMa |

Transparenz vom Acker bis zum Schokoriegel

Der Nachweis einer nachhaltigen Produktion gewinnt für die Lebensmittelwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Notwendig sind dazu nachvollziehbare Bewertungssysteme.

Landwirtschaft und globale Lebensmittelproduzenten setzen auf Nachhaltigkeit

Zuckerrüben sind ein wichtiger Bestandteil einer mehrgliedrigen Fruchtfolge.

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Verantwortung für die „eine Welt“ und die Schärfung des eigenen Images beim Verbraucher – das sind zwei gewichtige Motive, die global agierende Lebens­ mittelproduzenten in ihrem Handeln zunehmend antreiben. Dabei verfolgen sie ein zentrales Ziel: Sie wollen mit größt­ möglicher Transparenz entlang der ge­ samten Produktionskette nachweisen, dass die Rohstoffe, die sie zu Lebensmit­ teln verarbeiten, unter Einhaltung fest­ gelegter Nachhaltigkeitsstandards er­ zeugt werden. Damit dieses Ziel auch erreicht wird, genügt es nicht, mit Mar­ ketingmitteln Wohlfühlbotschaften und Stimmungen zu erzeugen – nachprüf­ bare Systeme, klare Standards und regel­ mäßige Kontrollen müssen diesen Antritt untermauern. Diese Kundenforderung ist eine wichtige Aufgabe, zu der sich

die Nordzucker als Lieferant und Service­ dienstleister ganz im Interesse ihrer Kun­ den bekennt. Um diesen Schritt zu gehen, müssen alle Prozessbeteiligten – Produ­ zenten, Landwirte und Verbände – ge­ meinsam an einem Strang ziehen und die gegenseitigen Vorteile, aber auch Synergien zum Beispiel mit bereits be­ stehenden Systemen rechtzeitig erkennen. Dr. Ulf Wegener, Vice President Agricultural Sourcing Strategies, ist für die Nachhaltigkeitsstrategie in der Roh­ stoffbeschaffung der Nordzucker zustän­ dig und kennt die landwirtschaftliche Seite und ihre Haltung sehr gut: „Die Kunden sind natürlich Schrittmacher. Sie geben vor, wohin die Reise gehen wird. Gleichzeitig ist ihr Erfolg auch unser Er folg. Wichtig ist insbesondere, die gesamte Prozesskette zu betrachten.

Daher ist der Dialog mit all unseren Landwirten und auf europäischer Ver­ bandsebene sehr wichtig.“ Nordzucker ist dabei

Nachhaltigkeit wird bei Nordzucker seit 1838 großgeschrieben und vieles, was heute intensiv diskutiert wird, ist seit Lan­ gem gelebte Praxis im Konzern. Mit einer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie, einer langjährigen Berichterstattung und zahl­ reichen Zertifizierungen in allen relevan­ ten Bereichen von Lebensmittelsicher­ heit, Energie­ und Umweltmanagement, Arbeitssicherheit, Futtermittelsicherheit bis hin zu Fair Trade und Biozertifikaten steht Nordzucker schon sehr gut da. „Nordzucker hat die Herausforderung schon sehr früh angenommen und steht als Unternehmen in der Verantwortung,


„Der Nachweis von Nachhaltigkeit beim Anbau, den große Kunden zunehmend fordern, macht Sinn. So können Verbrau­cher mit gutem Gewissen ihre Lebens­mittel verzehren. Aber wir Landwirte dokumen­ tieren heute bereits alle Maßnahmen und müssen schon jetzt viele Nachweise erbrin­ gen. Eine zusätzliche Bürokratie im Rahmen der Nachhaltigkeit über den Agrarantrag hinaus ist für mich nicht akzeptabel. Wir müssen Parallel-Systeme verhindern, indem auf vorhandene Kontrollen wie zum Bei­ spiel Cross-Compliance zurückgegriffen wird. Um den Nachhaltigkeits­kriterien der Kunden zu entsprechen, müsste aus meiner Sicht ein Fragenkata­log mit zehn Fragen ausreichend sein.“

Rübenanbau: gezielte Maßnahmen mit nach­ haltiger Wirkung

Werner von Behr, Landwirt aus Hoya, zum Nachweis des nachhaltigen Anbaus von Zuckerrüben

• Hohe Biodiversität durch Rübenanbau in Vliesabdeckung schützt Rübenmieten vor Frost. Schulungen zeigen, wie Mieten sicher abgedeckt werden.

mehrgliedrigen Fruchtfolgen

• Sortenwahl mit Berücksichtigung spezifischer Toleranz- oder Resistenzeigenschaften

• Nematodenmonitoring zur Unterstützung in der Sortenwahl

• Sinkende Stickstoffdüngung bei steigenden Zuckererträgen

• Bodenschonung durch konservierende Bo­ gemeinsam mit ihren 15.000 Rübenan­ bauern die vorhandenen hohen Nach­ haltigkeitsstandards zu dokumentieren. Dabei müssen Systeme helfen, die be­ lastbare Ergebnisse und nachvollziehbare Fakten liefern.“ Die Liste von Maßnahmen, die die Nachhaltigkeit im Zuckerrübenanbau garan­tieren, ist lang und imposant (siehe Kasten). Nur wurden diese schrittweisen Errungenschaften nicht unbedingt an die große Glocke gehängt. Dr. Wegener unterstreicht diesen Sachstand: „Land­ wirte dokumentieren schon heute eine ganze Menge und sind unter dem Stich­ wort Cross Compliance zur Einhaltung einer Vielzahl von Anbauauflagen ver­ pflichtet. Das von Zuckerkunden gefor­ derte Bewertungssystem von landwirt­ schaftlichen Nachhaltigkeitsstandards

muss dem Rechnung tragen und diese Auflagen berücksichtigen. Nordzucker ist in die Entwicklung eines Bewertungs­ systems in Zusammenarbeit mit Zucker­ kunden eingebunden und nutzt die Chance der aktiven Mitgestaltung. Für dieses Hand-in-Hand-Voran­ gehen wirbt Nordzucker intensiv. „Wir wollen unsere aktive Rolle in dem Pro­ zess unterstreichen und unsere Land­ wirte mitnehmen und um Verständnis werben. Wir sehen für alle Seiten große Chancen, die nachprüfbar nachhaltige Produktion mit sich bringt. Das ist für uns eine Aufgabe, die wir mit viel Energie und Beharrlichkeit angehen.“ �  tsd

denbearbeitung mit Mulch- und Schlitzsaat

• Erheblich gesunkener Einsatz von Pflanzen­ schutzmitteln auf der Fläche durch gezielte Behandlung direkt an der Saatgutpille

• Monitoring von Blattkrankheiten zur Umset­ zung des Bekämpfungsschwellenprinzips

• Einsatz von Carbokalk aus dem Zuckerpro­ duktionsprozess zur Bodenverbesserung

• Bedarfsgerechte Düngung auf Basis von ­Bodenuntersuchungen

• Roderfahrertrainings verbessern das Rode­ ergebnis

• Einsatz von modernen Rodern zur Reduzie­ rung von Ernteverlusten

• Vliesabdeckung schützt Rüben bis zur Verar­ beitung und führt zu besserer Vorreinigung auf dem Acker

• Rübenvorreinigung auf dem Acker reduziert Erdanhang und damit Transporte auf der Straße

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| PanoraMa |

Jetzt die Weichen für 2017 stellen Winterversammlungen 2014 Zuckerkuchenduft lockt 125 Rüben­ anbauer aus dem Südkreis Hildesheim an gedeckte Tischreihen in die Kantine der Zuckerfabrik Nordstemmen. „Selten gab es zum Schluss eine solche Aufhol­ jagd der Erträge“, begrüßt Hans­Heinrich Schnehage vom Anbauerverband die Versammlung. Errechnet hat er Ernte­ ergebnisse, die im Schnitt sieben Prozent unter dem Fünfjahresmittel der Region liegen. Dr. Lars Gorissen, der neue Leiter Agrarwirtschaft der Nordzucker, stellt sich kurz vor und umreißt Kernaufgaben der kommenden Monate: „Die Rüben­ mengen, die wir heute von Ihnen bekom­ men, die wollen wir auch nach 2017 sichern; deshalb stehen die Gestaltung des Rübeneinkaufs ab 2017 und intensi­ vierte 20 · 20 · 20­Aktivitäten zur Steige­ rung der Erträge jetzt obenan.“

Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn: Die Winterversammlungen zogen konzentriert Bilanz über die abgelaufene Kampagne und gaben einen Ausblick.

Fragen zur Bewertung der Rübenköpfe, bevor regionale Düngeempfehlungen und Anbauhinweise von Anbauberater Frithjof Pape in eine konzentrierte Fach­ diskussion münden. Fit machen für die Zukunft

„Erheblichen Verhandlungsbedarf“ für DNZ und Nordzucker­Holdings listet Helmut Bleckwenn, der Vorsitzende des Dachverbands Norddeutscher Rüben­ anbauer (DNZ), auf. „Es ist nicht so, dass wir nach 2017 keine Regeln mehr haben.“ Dennoch müsse bis dahin noch vieles auf

den Prüfstand. Einen Blick auf die Talfahrt der Zuckerweltmarktpreise, umkämpfte Märkte und Folgen der anstehenden Re­ form wirft Volker Bückmann. „Wir machen uns fit für die Zukunft“, betont der Leiter der Rübenbeschaffung in Norddeutsch­ land und verweist auf erneut deutlich erhöhte Investitionen, die Nordzucker 2014/15 plane. „Wir glauben an die Rübe“, schließt Bückmann den Vortrags­ teil. Nach lebhafter Diskussion endet die Versammlung mit Einschätzungen über Geschmacksnachteile des künftigen Konkurrenten Isoglukose. � sdp

Schwieriges Rübenjahr erfolgreich gemeistert

Eine lange Kaltphase, Starkregen Ende Mai, Rüben, die bis zu zehn Tage unter Wasser überlebten, Hagel, Hitze und eine späte Rodung mit viel Schmutz in den Mieten: „Ein schwieriges Jahr“, resümiert Rübenbüroleiter Franz Hesse. „Mit durchschnittlich 12,4 Tonnen Zucker dennoch erfolgreich.“ Über Hof­ und Laborkontrollen berichtet der Geschäftsführer des Anbauerverbandes, Dr. Clemens Becker. Enttäuscht reagie­ ren die Landwirte, als Becker statt der endgültigen Rübenpreise eine leere Folie zeigt und um Geduld bittet, weil die Verhandlungen mit Nordzucker noch andauern. Einige Anbauer haben

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125 Zuckerrüben­ anbauer besuchten im Februar die Winterversammlung in Nordstemmen.


Kampagne 2013/14 Überdurchschnittliche Ergebnisse auf Konzernebene mit starken regionalen Unterschieden Nordzucker hat die Zuckerrübenkam­ pagne 2013/14 am 21. Januar 2014 mit überdurchschnittlichen Ergebnissen ab­­ geschlossen. Prägend in diesem Anbau­ jahr waren in allen Konzernregionen eine witterungsbedingt spätere Aussaat und regional sehr unterschiedliche Wachstums­ verläufe. Insgesamt verarbeitete das Unter­ nehmen europaweit in 13 Werken rund 15 Millionen Tonnen Rüben (Vorjahr 17).

Rüben. In Dänemark, Schweden und ­Litauen lagen die Zuckererträge je Hektar auf einem überaus hohen Niveau. In ­Dänemark wurden 12,8 Tonnen je Hektar erzielt (Durchschnitt:11,8), in Schweden führte eine sehr gute Ernte zu 11,3 Ton­ nen je Hektar (9,9) und Litauen erreichte 11,0 Tonnen je Hektar (8,5). Auch Finn­ land lag mit 6,9 Tonnen je Hektar noch leicht über dem Durchschnitt (6,3).

Region Zentraleuropa

Region Osteuropa

In 102 Kampagnetagen fuhren die nord­ deutschen Werke ein insgesamt durch­ schnittliches Ergebnis ein. Mit rund 11,3 Tonnen Zucker je Hektar lag der Ertrag etwas unter dem langjährigen Mittel (11,8). Das am Ende respektable Ergeb­ nis spiegelt einen wenig optimalen Wachstumsverlauf und Trockenheit im Sommer wider.

Die Kampagne in der Region Osteuropa endete in Polen nach 99 Kampagnetagen (121), in der Slowakei nach rund 97 Tagen (80). Dabei lag das Ernteergebnis in Polen mit 11,9 Tonnen je Hektar Zuckerertrag (langjähriges Mittel: 10,4) auf einem sehr hohen Niveau und zeigte wieder einmal das Potenzial des polnischen Zucker­ rüben­anbaus. In der Slowakei führten eine spätere Aussaat sowie Trockenheit während der Sommermonate zu einem durchschnittlichen Zucker­ertrag von 10,3 Tonnen je Hektar (10,2). � tsd

Region Nordeuropa

Die fünf Werke von Nordic Sugar verar­ beiteten rund sechs Millionen Tonnen

Konzernweit wurden rund 15 Millionen Tonnen Rüben zu Zucker verarbeitet, der nun in den Lägern bereitsteht.

Sławomir Giec, Rübenanbauer, Huby Oporowo, Polen

„Ich bin sehr zufrieden mit der Rübenernte 2013. Mit 81 Tonnen Rüben pro Hektar bei 18,4 Prozent Zucker liegen meine Erträge trotz später Aussaat Mitte April über den Erwartungen. Ich würde gern mehr Zuckerrüben anbauen. Das Quotensystem scheint da allerdings zurzeit Grenzen zu setzen.“

Jesper Tambour, Rübenanbauer, Havmosegård, Dänemark

„Die Erntebedingungen waren fantastisch. Noch nie war die Rübenernte einfacher! Mit 19,2 Prozent hat mein Zuckergehalt 2013 alle Rekorde gebrochen. Entsprechend habe ich viel mehr Zucker geliefert als vertraglich verein­ bart war. Deshalb muss ich den Anbau 2014 verrin­ gern.“

In Polen wurden im Schnitt 11,9 Tonnen Zucker je Hektar erzielt.

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| PanoraMa |

Maßnahmen zur Energieeinsparung: 2012 wurde ein Ver­ dampfungstrockner (VDT) in Uelzen in Betrieb genommen. 2014 nimmt ein VDT in Örtofta seine Arbeit auf. Boris Kuster koordi­ niert die konzern­ weite Investitions­ planung.

In Chełmża wird 2014 in eine neue Abwasser­ reinigung investiert wie hier in Nordstemmen.

Investieren mit Perspektive Nordzucker hat 2017 fest im Blick und stärkt kontinuierlich die Leistungsfähigkeit der Werke Wichtige Investitionsprojekte in 2014/15: Chełmża (Polen): Abwasserreinigung Nykøbing (Dänemark): Abgasreinigung Kesselhaus Örtofta (Schweden): Bau Verdamp­ fungstrockner Uelzen (Deutschland): Erneuerung der Schnitzelpressenstation

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Wenn das neue Geschäftsjahr der Nordzucker am 1. März 2014 beginnt, stehen konzernweit 95 Millionen Euro bereit, um vor allem die produzierenden Standorte für die Zukunft kontinuierlich weiter zu modernisieren. „Investitionsbe­ darfe folgen hierbei oft längeren Wellen. Lag der Schwerpunkt der vergangenen Jahre unter anderem beim Thema Abwas­ serreinigung, so konzentrierten sich die letzten größeren Investitionen vor allem auf profitable Projekte, die auf Energie­ einsparung setzen und Emissionen redu­ zieren“, erklärt Boris Kuster, der die kon­ zernweite Investitionsplanung koordiniert. „Nordzucker setzt in diesem Feld weiter­ hin auf die Technologie der Verdamp­ fungstrocknung, die in 2014 nun auch im schwedischen Werk Örtofta realisiert wird.“ Hinzu kommen wichtige investive Maßnahmen, die die Marktversorgung optimieren, die Logistik verbessern oder Frachten reduzieren. Sichtbare Zeichen dieser Investitionsoffensive sind die mittlerweile schon gebauten Silos in

Nykøbing und Kėdainiai. In der vergangenen Kampagne wurde zusätzlich das neue 80.000­Tonnen­Silo in Uelzen in Betrieb genommen (siehe Seite 23). Ein weiterer Fokus liegt auf Verbes­ serungen der Produktqualität und Lebens­ mittelsicherheit. „Gewachsene Kunden­ und Qualitätsanforderungen werden zum Beispiel durch die Einhausung von Lose­Verladungen und durch zusätzliche Metalldetektoren erfüllt“, erläutert Kuster weiter. Darüber hinaus sind größere Er­ satzinvestitionen für die Extraktion und für Schnitzelpressen in verschiedenen Werken vorgesehen. Auflagen im Bereich Emissionen betreffen vor allem Kesselanlagen und Turbinen. In Kürze wird in Klein Wanz­ leben in Abgasreinigungstechnik und eine Gas­Turbine mit erheblich geringe­ ren Stickstoffemissionen investiert. Eben­ so sind für die Erfüllung der schärferen Europäischen Emissionsgrenzwerte grö­ ßere Umstellungen im Kesselhaus in Nykøbing notwendig. � tsd


Drei Fragen an Axel Aumüller Die konzernweite Planung aller Investitionen ist keine einfache Aufgabe. Wie gehen Sie das an?

Axel Aumüller: „Mit der internationalen Ausrichtung von Nordzucker hat sich die Komplexität im Investitionsprozess er­ heblich erhöht. Investitionen standen zurück­blickend im Licht der durch die letzte Marktordnung ausgelösten Kon­ solidierungsphase – hierbei wurden vor allem die Anlagen aus geschlossenen Standorten sinnvoll in die verbleibenden Standorte integriert. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen. Im Investitionsteam konzentrieren wir uns daher nun stärker auf größere Projekte und bewerten deren strategische Bedeutung für die Zukunfts­ fähigkeit unserer Werke. Im jährlichen Turnus werden hierbei nicht selten mehr als 200 Projektvorschläge priorisiert.“

Mit nun 95 Millionen Euro steigert Nordzucker zum dritten Mal in Folge das Investitionsniveau zum Vorjahr. Was sind die Gründe?

Axel Aumüller: „Wir haben mit unserer Investitionsplanung das Ende der Quo­ tenregelung fest im Blick und legen den Schwerpunkt darauf, unsere Werke fit für 2017 zu machen. Primär wollen wir vor allem unsere Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen und unseren Kunden quali­ tativ hochwertigen Zucker anbieten. Dies heißt aber auch, dass wir die sich ständig weiterentwickelnden gesetzli­ chen Auflagen einhalten und unseren Nachhaltigkeitsanspruch erfüllen. Somit gibt es viel zu tun.“  o setzt Nordzucker in diesem Jahr W Schwerpunkte?

Axel Aumüller, Vorstand Produktion

Axel Aumüller: „Wir setzen nach wie vor auf Maßnahmen zur Energieeinspa­ rung, zur Verbesserung der Produktqua­ lität und der Logistik. Gleichzeitig verfol­ gen wir eine stärkere Standardisierung von Systemen. Das ist in mehrfacher Hinsicht positiv für uns – wir erreichen so eine schlankere Ersatzteillagerung, realisieren Preiseffekte im Einkauf und vereinheit­ lichen Anforderungen an die Bedienung der Anlagen im täglichen Einsatz.“ �  Das Interview führte Tanja Schneider-Diehl

Werke bereiten sich auf die kommende Kampagne vor „Momentan arbeite ich an der Umstruktu­ rierung der Abpackung für Puderzucker. In diesem Bereich wird eine neue Ver­pa­ ckungsanlage installiert – das ist für mich eine der größten Herausforderungen. Mit der neuen Anlage soll einerseits die Abpackung von Puderzucker verbessert und andererseits die Kosten durch mini­ male Ausfallzeiten verringert werden.“ Daniel Schaper, Elektroniker, Fachrichtung Betriebstechnik, Schladen

„Derzeit arbeite ich an der Instand­haltung der Rübenprobenanlage. Im Laufe der kom­ menden Monate werden meine Kollegen und ich zu­­sätzlich das Service Center auf das Prozessleitsystem PCS7 umbauen. Für mich besitzt der Wert „Courage“ einen hohen Stellenwert. Ich finde es wichtig, dass man zum einen den Mut besitzt, sich Fehler einzugestehen, und zum anderen, berufliche Probleme mit den Kollegen von Angesicht zu Angesicht zu besprechen, anstatt es mit Dritten auszuwerten.“

Søren Brøndum, Maschinenführer, Nakskov, Dänemark

Jozef Turza, Wartungsleiter, Trečianska Teplá, Slowakei

„Während der Zwischenkampagne arbeite ich am Kalkofen. Für dieses Jahr planen wir den Austausch des Ofenunterteils. Ich bin Teil der Projektgruppe, die für das Lösen und Umsetzen dieser Aufgabe verantwort­ lich ist. Es ist eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Ich freue mich, Teil die­ ses Projekts zu sein, und sehe es nach 35 Jahren im gleichen Werk als Anerkennung meiner Kompetenz in diesem Bereich.“

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| PanoraMa |

Nordzucker profitiert von Einsparungen und deutlich mehr Flexibilität am Standort Klein Wanz­ leben. (V.l.:) Udo Harten, Direktor der Zuckerfabrik Klein Wanzleben, und Dr. Andreas Schwarz, ab 1. März Betriebsleiter der Zucker fabrik Klein Wanz­ leben, vor der Vinasse­ eindampfung der Ethanol­ anlage.

Zusammenwachsen für mehr Flexibilität Aus fuel 21 wird Nordzucker fuel 21 Im Dezember 2007 wurde die Bioethanolanlage der fuel 21 in Betrieb genommen. Zum 1. März 2014 ist die fuel 21 GmbH & Co. KG, Klein Wanzleben, in der Nordzucker AG aufgegangen. Unter dem Dach der Nordzucker AG produziert die Anlage weiterhin Bioethanol aus Rohsaft, Dicksaft und Melasse. Die neue Struktur vereinfacht die Koordination und reduziert Kosten.

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Die bisher eigenständige Tochter fuel 21 GmbH & Co. KG geht am 1. März in der Nordzucker AG auf. Welche Er­ wartungen Nordzucker daran knüpft, erläutern Dr. Andreas Schwarz als künf­ tiger Betriebsleiter und Udo Harten, der Direktor der Zuckerfabrik Klein Wanzleben. Herr Dr. Schwarz, worin sehen Sie als Noch­Geschäftsführer der fuel 21 das wichtigste Ziel der Zusammenlegung?

Dr. Andreas Schwarz: „Ganz einfach: Unter einem Unternehmensdach können wir deutlich effizienter zusammenarbei­ ten. Zudem nutzen wir steuerliche Vor­ teile und sparen Verwaltungsaufwand. Ein Beispiel ist die Lohnabrechnung für die Mitarbeiter der Bioethanolproduk­ tion: Ab 1. März muss Nordzucker den Aufwand dafür nicht mehr separat ge­ genüber der Tochter abgrenzen und entsprechend abrechnen. Natürlich wis­ sen wir auch nach dem 1. März genau, ob und wie rentabel wir Ethanol produ­ zieren. Nordzucker führt die Produktion als Profitcenter mit voller Kostentrans­ parenz weiter.“

Warum folgt der Zusammenschluss jetzt?

Dr. Andreas Schwarz: „Den Bau der Bio­ ethanolanlage hat Nordzucker 2006/07 mithilfe von EU­Fördermitteln realisiert. Diese Mittel waren an eine Reihe von Be­ dingungen geknüpft, die jetzt auslaufen. Dazu zählte auch der Betrieb als eigen­ ständige Gesellschaft.“ Was ändert sich für den Fabrikbetrieb in Klein Wanzleben?

Udo Harten: „An der Arbeit selbst än­ dert sich nichts. Unsere Stammbelegschaft wächst auf 175 Mitarbeiter – darunter 45 Mitarbeiter der bisherigen fuel 21. Größer wird unsere Flexibilität, vor allem bei der Arbeitsorganisation. Hier können wir künftig auf Spezialisten beider An­ lagen setzen, die sich – unter anderem bei Wochenendbereitschaften – quali­ fiziert vertreten. Erhebliche Vorteile er­ warten wir auch von der gemeinsamen Instandhaltung. Unterm Strich also ein intensiverer Know­how­Austausch, von dem alle profitieren. Außerdem wird einiges erfreulich einfacher: Funktionen

wie der Qualitätsmanagementbeauftragte oder die Sicherheitsfachkraft müssen nicht mehr doppelt besetzt sein. Und wir verfügen auch hier über qualifizierte Vertretung.“ Welche Vorteile sehen Sie außerdem?

Udo Harten: „Flexibilität gewinnen wir natürlich auch perspektivisch – mit Blick auf den Markt: Mit dem Bau der Ethanol­ anlage hat sich Nordzucker 2007 ein Ven­ til geschaffen, um Nichtquotenrüben zu verwerten, weil der Zuckerexport in Drittländer seitdem empfindlich einge­ schränkt ist. Heute ist absehbar, dass diese Beschränkung mit den EU­Produk­ tionsquoten 2017 ausläuft. Spätestens dann zählt Flexibilität mehr denn je. Die Voraussetzungen schaffen wir jetzt. Un­ sere Dicksafttanks geben Nordzucker die Chance, nach 2017 kurzfristiger nach Marktlage zu entscheiden: Lohnen sich Extra­Dicksaftkampagnen für mehr Kris­ tallzucker? Oder produzieren wir mehr Ethanol, weil das möglicherweise gera­ de rentabler ist? Das gibt uns eine gute Position, finde ich.“ � Das Interview führte Susanne Dismer-Puls


In zwei Stunden sind 2.500 Tonnen Zucker­ rüben abgedeckt. Landwirt Finn Romme Hansen (links) schützt seine Mieten b ­ ereits im zweiten Jahr mit Vlies. Steen Bisgaard, Sugar Beet Manager, Nordic Sugar, freut sich, dass 2013 rund 85 Prozent der Spätlie­ ferrüben in Dänemark abgedeckt waren.

Vlies und Gerät zum Ausrollen werden vom Lohnunternehmen gestellt. Die Landwirte helfen bei der Mietenabdeckung.

Dänemark: sehr gute Erfolge beim Mietenschutz für Spätlieferrüben Je länger die Kampagnen, desto wichtiger ist der Schutz der auf dem Feld gelager­ ten Rüben vor Witterungseinflüssen. Ab Ende November gehören vliesbedeckte Rübenmieten in vielen Anbauregionen der Nordzucker bereits zum gewohnten Bild. Verbreitet ist die Mietenabdeckung in Norddeutschland, wo das Verfahren seit 1999 eingesetzt wird; aber auch in Polen, der Slowakei oder in Schweden, wo Mieten bei starker Kälte zusätzlich mit Heuballen geschützt werden. In Deutsch­ land gilt der 10. Dezember, in Polen und der Slowakei der 20. November als ver­ bindlicher Jour fixe, bis zu dem Rüben­ mieten mit Vlies abgedeckt sein müssen. Dänische Anbauer schafften auf Anhieb 85 Prozent

In der Kampagne 2013 verbuchten jetzt die dänischen Anbaugebiete sehr gute Erfolge in Sachen Qualitätssicherung durch Mietenschutz. Nahezu aus dem Stand wurden rund 85 Prozent der Spät­

lieferrüben aus geschützten Mieten ­geliefert, schätzt Steen Bisgaard, Sugar Beet Manager im Agricenter von Nordic Sugar in Nykøbing, Dänemark. In den von milderem Ostseeklima geprägten Anbauregionen der Fabriken Nakskov und Nykøbing war das schützende Vlies bereits mit guten Erfolgen getestet wor­ den. 2012 waren rund 50.000 Tonnen Zuckerrüben nach Frost-Tau-Wechseln ­ in ungeschützten Mieten verfault und konnten nicht mehr verarbeitet werden. „2013 war es dann einfach, mehr Rüben­ anbauer für dieses Projekt zu gewinnen“, betont Bisgaard. „Weder Landwirte noch Zuckerfabriken wünschen sich eine Wie­ derholung dieser Ereignisse.“ Bis zum 10. Dezember 2014 hofft er, 100 Pro­ zent der Anbauer vom Nutzen der Mie­ tenabdeckung zu überzeugen. Erfolgreiche Testphase

Neben Bisgaard gehören der Lohnunter­ nehmer Børge Fredslund von der Eskilstrup

Maskinstation und der Landwirt Finn Romme Hansen aus Ravnsøgård nahe Nr. Alslev auf der Insel Falster zu den ­dänischen Pionieren in Sachen Mieten­ pflege. Auf der Suche nach effektiven Methoden gab es schnell wertvollen Er­ fahrungsaustausch mit Bisgaards nord­ deutschen Kollegen Franz Hesse und Holm Kemmer. Ein Treffen mit dem LandtechnikHersteller Hermann Klünder 2011 über­ zeugte den Lohnunternehmer schließlich, das erste von inzwischen elf Mieten-­ Wickelgeräten in Dänemark einzusetzen. „Ich wollte Frostschäden vermeiden und die Rüben trocken halten, bis sie ver­ laden werden“, berichtet Finn Romme Hansen von seinem ersten Vlieseinsatz 2012. Einen Monat lagerten seine Rüben in Mieten. „Im Vergleich zu den direkt nach der Ernte gelieferten Rüben verlo­ ren sie etwa die Hälfte ihres Zuckerge­ halts. Hätten wir sie nicht abgedeckt, wäre der Verlust wohl doppelt so hoch ausgefallen.“ �  Ulrik Larsen / red Akzente März 2014

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| Blick in den Markt |

Damit die Werke in der Kampagne unter Dampf stehen, werden Erdgas, Kohle und Schweröl eingekauft.

Im Fokus: ‚Futures‘ für das vierte Quartal Einkaufen auf volatilen Energiemärkten Erdgas, Schweröl und Kohle braucht Nordzucker, um 13 Zuckerfabriken saiso­ nal unter Dampf zu halten. „Jahrelang gab es bei den Preisen für Brennstoffe nur eine Richtung: nach oben!“, sagt Frank Bauwens, Senior Vice President Procurement. Seit gut zwei Jahren regis­ trieren die Einkäufer der Nordzucker eine gewisse Beruhigung der Preise für Primärenergieträger. „Wenn auch auf hohem Niveau“, schränkt Bauwens ein. Für 2014 erwartet er ein weiteres Stabi­ litätsjahr. Neue US-Vorkommen treiben den Markt

Getrieben sei diese Entwicklung vor allem durch die fortgesetzte Erschließung neu­er Rohöl- und Erdgasvorkommen in den USA. „In der EU merken wir noch nicht so viel davon, weil die Infrastruktur noch 18

nicht perfekt ist. Der Wandel der USA vom Importeur zum Exporteur wirbelt die Energiemärkte aber schon heute erheb­ lich durcheinander.“ Eine Sonder­situation registriert Bauwens derzeit beim Börsen­ referenzwert API II für Kohle, wo der Preis aufgrund hoher Vorräte, milder Witterung und weltweit schwacher Konjunktur der Stahlproduzenten gegenüber Februar 2013 um 20 Prozent gefallen ist. Preise sichern mit Terminkontrakten

Auf dem Bildschirm im Büro der Konzern­ einkäufer flimmern endlose Zahlenko­ lonnen und gezackte Kurven: GasfutureNotierungen wie TTF, NCG oder Gas­ pool, ThomsonReuters für Schweröl (HFO: Heavy Fuel Oil) und API II für Kohle­ notierungen – ausgewählte Indizes der wichtigen Energie- und Rohstoffbörsen

Europas. „Ständige Marktbeobachtung ist das A und O“, unterstreicht Henning Sander, Senior Manager Procurement. Als Category-Manager koordiniert der Betriebswirt die Energiebeschaffung für alle Werke im Konzern. Börsenportale liefern ihm und seinen Teamkollegen in Kopenhagen, Opalenica und Trenčianska Teplá wichtige Orientierung über Preis­ entwicklungen und den richtigen Zeit­ punkt, Kontrakte abzuschließen. Im Fokus haben die Einkäufer die Notierungen für Lieferungen zum vierten Quartal, wenn Kesselhäuser und Kalköfen ans Netz ge­ hen. „Ein gutes Netzwerk, der ständige Blick auf die Preise, aber auch Vergleichs­ daten der Vorjahre, Budgetvorgaben und aktuelle Marktindikatoren signalisie­ ren uns, wann der richtige Zeitpunkt ist, den Börsenmakler anzurufen und erste


Zuckergewinnung – ein energieintensives Geschäft.

Henning Sander und Frank Bauwens (v. l.) beobachten für Nordzucker die Energiemärkte.

Weltmarktpreise Zucker 2007–2013, EUR/Tonne WW London Nr. 5 fob 600 500 400 300 200 100 2008

2009

2010

2011

2012

2013

Tranchen in Form von Terminkontrakten für die nächste Kampagne zu ,hedgen‘, also zu sichern“, erläutert Sander.

Preise Energieträger

Jährliche Festpreiskontrakte sind passé

2007–2013, EUR/MWSt

Der permanente Blick auf die Notierun­ gen gehört noch nicht lange zu Sanders Arbeitsroutinen. „Noch bis vor etwa drei Jahren haben wir mit den regionalen Ver­ sorgern einmal jährlich Festpreiskontrakte für die komplette Kampagne ausgehan­ delt. Diese Zeiten sind vorbei!“, betont Sander. „Heute werden Primärenergie­ träger separat an eigenen Börsenplätzen gehandelt. Preisflexibilität und Volatilität haben ganz andere Formen angenommen, die zu völlig neuen Vertragsmodellen geführt haben.“

65 55 45 35 25 15 5 2008 Kohle

2009 Gas

2010

2011

2012

2013

Rohöl

Quelle: Dow Jones

Nordzucker Energiemix nach Heizwert Schweröl 20 %

Kohle 20%

Energiemärkte sind Ländermärkte Erdgas 60%

Quelle: Nordzucker

Erdgas braucht weniger CO2-Zertifikate, genügt den vor allem in ­Deutschland wachsenden Umweltauflagen und macht heute den Löwen­ anteil der in Nordzucker-Fabriken eingesetzten Energieträger aus.

„Unsere Einkäufer sind in sieben Länder­ märkten unterwegs“, unterstreicht Sander. Angefangen bei nationalen Energie- und Umweltgesetzen, anderen Handelsstruk­ turen bis hin zu lokalen Infrastruktur- und Logistikbedingungen hat jede Region ihre Eigenheiten. Hinzu kommen Spezi­ fikationen der Technik in der Fabrik. So arbeiten die Fabriken in Dänemark und

Finnland mit Schweröl und Kohle. „Gas ist dort – anders als in Schweden, Litauen und der Slowakei – für Nordzucker noch gar nicht verfügbar.“ Ebenso in Polen, wo Sanders Kollege Tadeusz Polak aus­ schließlich Kohle einkauft und per Bahn nach Chełmża und Opalenica ordert. Für Jonas Brock, der Nordeuropa von Kopenhagen aus betreut, ist die Ener­ giebeschaffung gleichzeitig eine sehr große Logistikaufgabe: Importkohle und Schweröl müssen in großen Men­ gen rechtzeitig verschifft werden. Das heißt, neben Preis und Zeit sind hier ­erhebliche Transport-, Lager- und Tank­ kapazitäten zu managen. Dagegen laufen die Turbinen der deutschen Fabriken ­inzwischen fast ausnahmslos just in time mit Gas. Eine zentrale EU-Energiebörse, über die Großverbraucher wie Nordzu­ cker ihre Bedarfe künftig komplett und über Ländergrenzen hinweg abwickeln? „So weit sind wir noch lange nicht!“, schmunzelt Sander. Für die Energiewirt­ schaft sei ein funktionierender EU-Bin­ nenmarkt in weiten Teilen noch Zukunfts­ musik. � sdp

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| Nahaufnahme |

Marmeladen aus heimi­ schen Früchten wie Erd­ beeren, Kirschen oder Johannisbeeren gehören zu den beliebtesten Sorten.

Süß und fruchtig frühstücken Ein Besuch bei der Stovit Group Sp. Z.o.o. Wer in Polen Konfitüre oder andere Frucht­­aufstriche kauft, greift mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Produkt von Stovit, denn das Unternehmen aus dem Städtchen Bydgoszcz ist der zweit­ größte Anbieter in diesem Marktsegment in Polen. Nina Tatter hat den Kunden von Nordzucker Polska gemeinsam mit Key Accounter Tomasz Wroblewski besucht. Seit den 1990er-Jahren spezialisierte Stovit sich auf Marmeladen und Konfitüren.

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„Stovit ist seit etwa anderthalb Jahren unser Kunde bei Nordzucker Polska. Seit­­ dem liefern wir regelmäßig Zucker im Werk an“, erzählt Tomasz Wroblewski auf der Fahrt von Toruń nach Bydgoszcz. Dort angekommen begrüßen uns Izabela Babula und Piotr Jabłonski und führen uns in einen Besprechungsraum, in dem das Sortiment von Stovit in vielen verschiedenen schlanken und bauchigen

Gläsern sowie hohen und niedrigen Plastikbechern auf einem bunten Display steht. Manche der bauchigen Gläser erinnern mit ihren Papierhauben über den Deckeln an hausgemachte Marme­ lade. Die andere Gläser haben ganz un­­ terschiedliche Formen und fallen mit ihren auffälligen Etiketten ins Auge. „Wir haben sechs Produktionsstra­ ßen in unserem Werk, zwei davon für die ­Ab­­füllung in Gläsern. Wir füllen unsere Kon­­fitüren und Fruchtaufstriche in ganz unterschiedlichen Größen ab – vom 750 Gramm-Glas, das man in jedem Super­ markt findet, über das 25-­Gramm-­­Alu-­­ ­Becherchen, das man zum Beispiel im Café zum Frühstück bekommt, bis zum 12-Kilogramm-Eimer für Gaststätten. Diese Bandbreite an Verpackungen zeigt auch, dass wir unterschied­liche Kundengruppen

bedienen“, unterstreicht Izabela Babula, Direktorin für Marketing und Export. Als Stovit 1979 gegründet wurde, verarbeitete das Unternehmen haupt­ sächlich Obst und Gemüse. In den frü­ hen 1990ern spezialisierte sich Stovit dann auf die Produktion von Konfitüren und anderen Fruchtaufstrichen. Zwischen­ zeitlich hatte der politische und gesell­ schaftliche Wandel Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre die Privatisierung staat­ licher Fabriken nach sich gezogen. Auch diese Entwicklung begünstigte die Spe­ zialisierung. Heute stellt Stovit verschiedene Marken her: Mit „Fruta“ hat Stovit ein gängiges Produkt im mittleren Preisseg­ ment etabliert. „Mirella“ spricht Kunden an, die zu Waren des unteren Preisseg­ ments greifen. „Wir sind in allen großen


Zahlen & Fakten

Stovit Group Sp. Z.o.o. l Sitz

in Bydgoszcz

l Hersteller

von Konfitüren, Fruchtaufstrichen und Fruchtzubereitungen

l 147

Mitarbeiter

l Gründung

1979

l 2007

Supermarktketten Polens mit unseren Produkten präsent – sowohl mit unseren Eigenmarken als auch mit Handelsmar­ ken“, sagt Izabela Babula und ergänzt: „Zu den beliebtesten Sorten gehören Erdbeere, Kirsche und Schwarze Johan­ nisbeere. Daran hat sich schon seit vie­ len Jahren nichts geändert.“ Neben heimischen Früchten ver­ arbeitet Stovit auch exotisches Obst wie zum Beispiel Ananas oder Kiwis. „Die kommen natürlich nicht aus Polen“, lacht Piotr Jabloński aus dem Einkauf. „Dennoch kaufen wir die meisten Früchte wie Erdbeeren, Kirschen und Johannis­ beeren auf dem polnischen Markt ein und kennen unsere Lieferanten schon lange. Das ist uns wichtig, da wir auf eine hervorragende Qualität unserer Rohstoffe setzen“, sagt Piotr Jabloński.

Stovit bedient mit seinen Produkten ­sowohl den polnischen Markt als auch den Export – zum Beispiel in die USA oder das Vereinigte Königreich. Für die Zukunft sieht Stovit Chancen, im Export zu wachsen und dort mehr Marktanteile zu gewinnen und plant, einen Fabrikneu­ bau auf der grünen Wiese zu errichten. Das Gelände für den Neubau ist schon gekauft. „Die neue Fabrik soll außerhalb von Bydgoszcz entstehen und mindes­ tens die doppelte Kapazität von unse­ rem jetzigen Werk haben. Geplant ist der Neubau für die nächsten Jahre, aber es kommt natürlich auf die Marktsitua­ tion und die Konjunkturaussichten an. Der Neubau würde uns ganz andere Möglichkeiten bieten. An unserem jetzi­ gen Standort haben wir kaum Platz für

Übernahme durch das spanische ­Unternehmen Grupo Angel Camacho, das unter anderem Olivenöl herstellt

www.stovit.com.pl

weitere Produktionsstraßen, in einer neuen Fabrik werden wir diese Beschrän­kungen nicht haben“, sagt Izabela Babula. Angedacht sind Produktionslinien für eine neuartige Verpackung, die dem Wunsch der Kunden entgegenkommt, schnell und sauber das Brötchen am Morgen mit leckerem Fruchtaufstrich zu bestreichen. „Neue innovative Produkte sind eine Grundvoraussetzung für Wachs­ tum. Noch ist der Neubau Zukunftsmusik, dennoch sind die Pläne weit gediehen. Sobald er steht, wird er die jetzige Fabrik ersetzen. �  nt

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| nahaufnahME | Das Werk Uelzen • Über 2.500 Rübenanbauer aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beliefern das Werk Uelzen. • In der Kampagne werden täglich etwa 20.000 Tonnen Rüben verarbeitet. • Jährlich werden etwa 400.000 Tonnen Zucker hergestellt.

Reich an Sorten und Ideen Werk Uelzen liefert breite Produktpalette „Ich persönlich sage ja immer, wer in Norddeutschland ein Päckchen Zucker kauft, kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Produkt aus Uelzen, denn 70 Prozent des Zuckers für den Lebensmitteleinzel­ handel kommen von hier.“ Sven Buhrmann, Werkleiter Uelzen

„Uelzen ist mit 3.500 Tonnen Weiß­ zuckerproduktion pro Tag die größte Zuckerfabrik im gesamten Konzern“, antwortet Sven Buhrmann, Direktor des Uelzener Werks, nicht ohne Stolz auf die Frage nach den Besonderheiten ‚seines‘ Werks. An Spitzentagen werden bis zu 21.000 Tonnen Zuckerrüben pro Tag verarbeitet.

Das Werk Uelzen produziert zu jeweils 50 Prozent Grundsorte und Raffinade. Damit ist der Raffinadeanteil in Uelzen beson­ ders hoch, denn der ‚natürliche‘ Raffina­ 22

deanteil in einem typischen Produktions­ prozess liegt bei etwa 20 Prozent. „Den höheren Raffinadeanteil erreichen wir, indem wir einen Teil der Grundsorte auflösen und auf Raffinade verkochen“, erläutert Buhrmann. Auch das also eine Besonderheit des Standorts südlich von Lüneburg. Aufgrund der Vielzahl an Sorten, die in Uelzen produziert werden, beliefert das Werk Uelzen die unterschied­ lichsten Kunden von der Getränkeindus­ trie über Pharmaunternehmen bis hin zur Süßwarenindustrie. Von den zahlreichen unterschiedlichen Sorten profitieren nicht nur die Kunden aus der Industrie, auch für den Einzelhandel wird in Uelzen ab­ gefüllt: „Wir sind der Sortenstandort der Nordzucker in Deutschland. In unserem ServiceCenter werden allein 60 verschie­ dene Produkte für den Einzelhandel ver­ packt“, so Buhrmann. Etwa 250 Mitarbeiter arbeiten im Jahresschnitt in dem Werk, das 1883 als „Aktien­Zuckerfabrik Uelzen“ in Betrieb genommen wurde. 290 Tonnen pro Tag

wurden bei der ersten Rübenkampagne verarbeitet – Zahlen, die heute, etwa 130 Jahre später, mit der Verarbeitungsleistung moderner Anlagen nicht mehr vergleich­ bar sind. Verstärkt um Kampagnekräfte sorgen gut 300 Mitarbeiter im Schicht­ betrieb für einen reibungslosen Ablauf während der Kampagne. Sie überwachen und kontrollieren Anlagen, kommunizieren mit den zwölf Anfuhrgemeinschaften, die die Zuckerrüben pünktlich auf dem Rüben­ hof abliefern, oder kontrollieren die Quali­ tät des Zuckers. Da Zuckerrüben zu etwa 70 Prozent aus Wasser bestehen, fallen bei der Pro­ duktion von Zucker enorme Mengen Wasser an. „Deswegen sind Zuckerfa­ briken ja eigentlich gleichzeitig Wasser­ werke“, sagt Georg Sander, Rübenbüro­ leiter in Uelzen, und schmunzelt. Das Wasser wird in der Zuckerfabrik gerei­ nigt für verschiedene Prozesse wie das Waschen der Rüben wiederverwendet. Danach fallen im Laufe einer Kampagne viele Kubikmeter Wasser an; hier greift


Das neue Silo – 5 Fakten • Investitionssumme: 14 Millionen Euro • Lagerkapazität: 80.000 Tonnen Weißzucker • Baumaterial: 8.000 Kubikmeter Beton und 900 Tonnen Stahl • Höhe: 75 Meter • Bauzeit: circa neun Monate Im Jahr 2013 wurde ein neues Silo am Standort errichtet. Das neue Silo war am 24. Dezember 2013 zum ersten Mal komplett ­gefüllt.

das Abwassermanagement. Da der Landkreis Uelzen die höchste Bereg­ nungsdichte in Niedersachsen hat – beregnet werden 100 Prozent der ­Flächen –, findet sich auch hier eine Besonderheit: „Bei uns wird das gesamte Wasser, das bei der Zuckerproduktion anfällt, nach der Nutzung in der Fabrik gereinigt und der größte Teil über die vor­handenen Feldberegnungsanlagen der landwirtschaft­lichen Betriebe auf die Ackerfläche der Landwirtschaft zurück­ geführt. Im Moment speichern wir wäh­ rend der Kampagne in zwei Becken gut eine Million Kubikmeter Wasser, das dann in der darauffolgenden Vegetationsperiode zur Beregnung von Kartoffeln, Getrei­de oder Zuckerrüben genutzt wird. Das ist ein enormer Beitrag zum Ressourcenschutz und ein wichtiger Beitrag zur Nachhal­ tigkeit“, unterstreicht Sander. Im laufen­ den Jahr soll zu den beiden bestehenden Becken ein weiteres mit einem Fassungs­ vermögen von 400.000 Kubikmetern Wasser hinzukommen, sodass sämtliches

anfallende Wasser einer Kampagne gespeichert werden kann. Um die Schonung von Ressourcen geht es auch bei den beiden Aussaatver­ fahren, die maßgeblich vom Rübenbüro Uelzen entwickelt und vorangetrieben worden sind. Sowohl beim Schlitzsaatver­ fahren im Frühjahr als auch bei der Herbst­ schlitzsaat stehen der Erhalt der Boden­ struk­tur, die Wassereffizienz und der Schutz vor Bodenerosion im Vordergrund. Da­­ durch, dass die Rübenpille direkt über den ge­locker­ten und rückverfestigten Streifen abgelegt wird, bleiben in den dazwischen­ liegenden Streifen das Wurzelwerk und der Aufwuchs der Vorfrucht beziehungs­ weise Zwischenfrucht bestehen und hel­ fen so, den Boden vor Winderosion zu schützen. „2007 haben wir hier mit der Schlitz­saat im Frühjahr angefangen, heute ist das Verfahren international anerkannt“, unterstreicht Sander und ergänzt, dass im vergangenen Jahr etwa 15 Prozent der Flä­ chen in Einzugsgebiet Uelzen mit diesem Verfahren bestellt worden waren. �  nt

Etwa 250 Mitarbeiter hat das Werk Uelzen im Jahresschnitt.

Akzente Februar 2014

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| Nahaufnahme |

An Ort und Stelle gepackt Intelligente Nutzung von Verpackungstechnik Jeweils eine zusätz­ liche Abpackung von 1-KilogrammPaketen und eine 25-Kilogramm-Ab­ sackung sowie ein Palettierroboter und ein Hochregal­ lager machen das Servicecenter in Chełmża effizienter.

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Ziel des Effizienzprogramms Profitabilität plus ist es, die Effi­ zienz im Nordzucker Konzern zu erhöhen und in dem Zuge auch Kosten zu reduzieren. In unserer Reihe stellen wir Bei­ spiele aus unterschiedlichen Werken vor: In Chełmża wird im Service Center mit zusätzlichen Verpackungsanlagen, die ­Anfang 2012 dort aufgebaut wurden, seit etwa einem Jahr gleich dreifach gespart.

Installiert wurde eine zusätzliche Abpackstraße für 1-KilogrammPakete sowie eine zusätzliche Absackung für 25-Kilogramm-­ Säcke. Um die zusätzlichen Produkte lagern zu können, wur­ den außerdem ein neuer Palettierroboter und ein Hochregalla­ ger angeschafft. Im Zusammenspiel der Abpackanlagen, des Roboters und des Hochregallagers wird in Chełmża dreifach gespart, denn bis zur Errichtung der neuen Verpackungslinien wurde ein größerer Teil des in Chełmża produzierten Zuckers von einem externen Dienstleister verpackt. Das bedeutete, der Zucker wurde zum Transport in Säcke verpackt, transportiert, vom Dienstleister wieder ausgepackt und dann in 1-KilogrammPakete beziehungsweise 25-Kilogramm-Säcke verpackt. „Mit den neuen Anlagen sparen wir Transportkosten, die Verpackungs­ dienstleistung sowie die Lagerung beim Anbieter und natür­ lich das interne Handling des Dienstleisters“, erklärt Joachim Rüger, Senior Vice President Production, Eastern Europe. Hin­ zu kommen die Kosten für die Bigbags, die nur einmalig für den Transport genutzt werden können. „Die zweite 1-Kilogramm-Verpackung, die wir nun hier am Standort haben, hat eine höhere Leistung als unsere erste und mit der neuen 25-Kilogramm-Absackung konnten wir die Kapazitäten der Anlage verdoppeln“, erklärt Kazimierz Kuśmierek, Betriebsingenieur Zuckerhaus und Service Center in Chełmża. Die 1-Kilogramm- und die 25-Kilogramm-Verpackungs­ linie sind anders als der Palettierroboter und das Hochregal­ lager keine neuen Anlagen, sondern sie standen zuvor bereits im ehemaligen Standort Hatvan in Ungarn beziehungsweise im niedersächsischen Nordstemmen. Nach dem Umzug nach Chełmża wurden sie generalüberholt. Seit Anfang 2013 sind die Anlagen an ihrem neuen Standort in Betrieb. Die Kosten für das gesamte Projekt betru­ gen 2,5 Millionen Euro. Je nach Auslastung der Anlage ist die Investition in 3 bis 4 Jahren amortisiert. „Der Einspareffekt, den wir erzielen können, ist mengenabhängig. Wird in einem Jahr mehr Zucker in Chełmża raffiniert, so ist der Einspareffekt größer. Ist weniger Zucker zu verpacken, fällt der Effekt natür­ lich geringer aus“, so Rüger. � nt


Fakten zur Europawahl 2014 l 28

Mitgliedsstaaten

l 503,7

Millionen Einwohner, davon 375 Millionen W ­ ahlberechtigte

l 751

Mitglieder des Europäischen Parlamentes (MdEP) (bislang 766)

l Wahltermine

22. bis 25. Mai 2014

Staaten mit Nordzucker-Standorten 1. Deutschland, 82 Millionen Einwohner, Mitglied seit 1952, 96 MdEP 2. Dänemark, 5,5 Millionen Einwohner, Mitglied seit 1973, 13 MdEP 3. Schweden, 9,2 Millionen Einwohner, Mitglied seit 1995, 20 MdEP 4. Finnland, 5,3 Millionen Einwohner, Mitglied seit 1995, 13 MdEP 5. Litauen, 3,3 Millionen Einwohner, Mitglied seit 2004, 11 MdEP 6. Polen, 38,1 Millionen Einwohner, Mitglied seit 2004, 51 MdEP 7. Tschechische Republik, 10,4 Millionen Einwohner, Mitglied seit 2004, 21 MdEP 8. Slowakei, 5,4 Millionen Einwohner, Mitglied seit 2004, 13 MdEP,

Im Mai sind etwa 375 Millionen Bürger in der EU zur Europawahl aufgerufen.

Europa wählt im Mai Die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Europa, damit auch Nord­zucker, ist un­­mittelbar von den euro­päischen Ent­ scheidungen betroffen. Auch um hier leichter an Informationen zu gelangen und dichter an den Entschei­dungspro­ zessen zu sein, hat Nordzucker im Jahr 2012 sein Büro in Brüssel eröffnet. Ge­ rade in der für Nordzucker wichtigen Gemein­samen ­Agrarpolitik, der Verbrau­ cherschutz-, der Energie- oder der Um­ weltpolitik bestimmen Vorgaben und Regu­lie­rungen auf der EU-Ebene den Rahmen in den Mitgliedstaaten. Vom 22. bis 25. Mai 2014 sind etwa 375 Millionen Menschen in der Europäi­ schen Union aufgerufen, die Politik der kommenden Jahre mitzubestimmen; in Deutschland wird am 25. Mai gewählt. Alle fünf Jahre wählen die Euro­päer ihre Vertretung, das Europäische Parlament. Die Europäische Union ist einzigartig und mit ihren künftig 751 Abgeordneten das größte direktgewählte Parlament der Welt. Trotz­dem ist die Wahlbeteiligung gering. Das Europäische Parlament ist wich­ tig, weil es alle Bürger­innen und Bürger ver­­tritt und damit ein Gegengewicht zur Europäischen Kommission und zum Rat der Europäischen Union, der Vertretung der Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten, ist.

Die EU ist wichtig, weil viele politische Entscheidungen, die für alle Bürgerinnen und Bürger der 28 EU-Staaten verbind­ lich sind, nicht mehr in den jeweiligen Hauptstädten fallen, sondern in den ­europäischen Gremien in Brüssel und Straßburg. Rund zwei Drittel der gültigen Rechtsnormen gehen auf Beschlüsse der EU zurück. Das schafft gleiche Standards in den Mitgliedstaaten und die sind wichtig. Trotz der Bedeutung des EUParlaments für die Menschen in Europa droht erneut eine geringe Wahlbeteili­ gung, 2009 lag sie bei nur 43 Prozent. Das heißt, nicht einmal jeder Zweite hat seine Stim­­me abgegeben. Eine niedrige Wahlbeteiligung sowie die derzeitige wirtschaftliche Lage in einzelnen Mitglieds­­ staaten lassen befürchten, dass die radi­ kalen Kräfte Stimmen-Zugewinne erzielen werden. Nordzucker mit seinen Stand­ orten in sieben Staaten hat von der ­zusammengewachsenen EU profitiert. Stabile und verlässliche politische Ver­ hältnisse sind die Voraussetzung für eine auch weiterhin positive Entwicklung des Unternehmens. Eine Möglichkeit zur Mitgestaltung ist die Teilnahme an der Wahl zum Europäischen Parlament. �  

Lissabon-Vertrag Am 1. Dezember 2009 trat der LissabonVertrag in Kraft, der die Gesetzgebungs­ kompetenz des Europäischen P ­ arlaments deutlich erweiterte. Waren es vorher fast reine Mitentscheidungsverfahren, gibt es jetzt eine echte Mitbestimmung und in mehr als 40 EU-­Bereichen (zum Bei­ spiel Landwirtschaft, Energiepolitik und Regionalförderung) sogar ein ordentli­ ches Gesetzgebungsverfahren. Auch im Haushalt der EU wird es keine einzige Budget-Linie mehr geben, der das Parla­ ment nicht zugestimmt hat. Das Euro­ päische Parlament ist damit ein gleich­ berechtigter Partner neben dem Minis­ terrat, in dem die Regierungen der Mitgliedsstaaten vertreten sind.

Alexander Sick

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| sÜssE sEitEn |

Weitere Rezepte zu Ostern finden Sie im Internet unter www.sweet­family.de

Ostern süß genießen Lecker backen für die Ostertafel mit SweetFamily und Dansukker Wenn bei uns am Ostersonntag der Osterhase bunt bemalte Eier oder süße Schokoeier in Gärten und Wohnzimmern versteckt, hat der Hase in Schweden an diesem Tag frei. Ein Osterküken bringt dort die Eier. Hier wie dort freuen sich Kinder über die bunten und süßen Eier. Der Brauch, dass der Osterhase zu Ostern Eier bringt, kam vor rund 300 Jahren in Deutschland auf. Der Hase ist gleichsam wie die Eier, die er bringt, ein Symbol der Fruchtbarkeit und damit eng mit dem Frühjahr verbunden. Mit

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dem christlichen Osterfest hat er also eigentlich nichts zu tun. An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu, gleichzeitig endet die Fastenzeit. Wenn sich Ostern Fami­ lien und Freunde treffen, steht auf vie­ len Kaffeetafeln ein gebackenes Oster­ lamm auf dem Tisch. Das Osterlamm ist ein Symbol für die Auferstehung Christi. Backen Sie in diesem Jahr doch auch einmal ein Osterlamm aus Rühr­ teig. Alles, was Sie dafür brauchen, ist eine Lämmchenbackform, die Zutaten

für den Teig, etwas Puderzucker oder Kokosflocken zum Verzieren und unser Rezept. Sie planen zu Ostern ein Brunch? Wie wäre es dann mit kleinen Hefekrän­ zen oder süßen Wecken in Hasenform? Oder Sie probieren dieses Jahr süße Kränze aus Dänemark aus. Das Rezept von Dansukker finden Sie nebenan auf Seite 27. Weitere Rezepte finden Sie im Inter­ net auf den Seiten www.dansukker.com oder www.sweet­family.de Dort finden Sie auch zahlreiche Backtipps und natürlich unsere Produkte. � nt


Osterlamm Zutaten: 120 g Butter 120 g SweetFamily Unser Feinster 2 Eier 1 Päckchen Vanillezucker 80 g Mehl 80 g Speisestärke 2 TL Backpulver 80 g gemahlene Mandeln Fett und Mehl für die Backform zum Bestäuben SweetFamily Puderzucker

Zubereitung: Aus den Zutaten einen Rührteig herstellen. Die Lammform sorg­ fältig mit Fett auspinseln, dann mit Mehl einstäuben. Den Teig ­ein­füllen und bei 170 °C 45 Minuten backen. Anschließend noch 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen ruhen lassen. Lamm ­vorsichtig aus der Form lösen. Mit Puderzucker bestäuben. Dekorations-Tipps: • Statt Puderzucker kann auch weiße oder dunkle K ­ uvertüre zum Verzieren verwendet werden. Damit das Lamm im Gras sitzt, ein­ fach zusätzlich gehackte Pistazien in die noch feuchte Kuvertüre streuen. • Und so wird aus einem unschuldigen Oster-Lamm ein schwarzes Schäfchen: einfach 20 g weniger Mandeln verwenden und dafür noch 1 EL Kakao hinzufügen.

Süße Gebäckkränze Zutaten:

Zubereitung:

200 g Butter oder Margarine 85 g feiner Zucker 300 g Mehl 1 Ei Grüne und gelbe Lebensmittelfarbe

Die Butter oder Margarine mit dem Zucker, Mehl und Ei vermengen. Den Teig in zwei Hälften teilen und einen Teil mit gelber und den anderen mit grüner Lebensmittelfarbe einfärben. Die beiden Teile in Plastikbeuteln eine Stunde lang im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend beide Teigteile auf einer mit Mehl bestreuten Ober­ fläche ausrollen und mit Ausstechformen kleine Kreise ausstechen. Die gelben und grünen Kreise so übereinanderlegen, dass sie kleine Kränze bilden. Die Kränze auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech platzieren und auf mittlerer Schiene bei 175 °C etwa 10 ­Minuten backen. Auf einem Gitterboden auskühlen lassen. Die ­Gebäckkränze in einem trockenen, luftdicht verschließbaren Behälter aufbewahren. Sie können den Teig auch zu Bahnen ausrollen, die Sie dann flechten und zu Kränzen formen können.

Einfach verzieren mit Puderzucker Damit Ihr Osterlamm ein schönes weißes ‚Fell‘ bekommt, können Sie es mit Puderzucker bestreuen – zum Beispiel ganz einfach mit unserem praktischen Puderzuckerspender oder Sie fertigen eine Glasur aus Puderzucker an. Je nach Geschmack können Sie zusätzlich noch Kokosflocken auf die Glasur ­geben. Auch für unsere leckeren Ostereier-Zitronen-Cake Pops rühren Sie ganz einfach eine Glasur aus Puderzucker und Zitronensaft an. Das Rezept für die Cake Pops finden Sie auf der Rückseite der Akzente. �

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| kurz notiErt |

Informiert

Kampagnetreffen mit 30 Besuchern in Uelzen Rund 30 ehemalige Gremienmitglieder, Werkleiter und Vorstände kamen Anfang Dezember zum Kampagnetref­ fen in Uelzen zusammen. Vorstand Axel Aumüller hatte die Ehemaligen nach Uelzen eingeladen, um sie über Neuigkeiten aus dem Nordzucker Konzern und den Ver­ lauf der Kampagne zu informieren. In seiner Präsentation ging er unter anderem auf das Halbjahresergebnis und die Themen Nachhaltigkeit und Arbeitssicherheit ein. Als Gastgeber gab Sven Buhrmann, Direktor des Werks Uelzen, einen Überblick über die Kampagne am Stand­ ort, berichtete über das neu errichtete Silo 9, geplante Investitionen und die demografische Entwicklung am Standort. � red

Ausgezeichnet

Internationaler Schulbauernhof Hardegsen Die Niedersächsische Bingo­Umweltstiftung (NBU) hat den von Nordzucker unterstützten Internationalen Schulbauernhof Hardegsen zum Projekt des Monats Januar gekürt. Die Stiftung zeichnet jeden Monat ein Projekt für „Denkmalsanierung und Ausbildungsförderung“ aus. Die Ehrung des Schulbauernhofs Hardegsen – verbunden mit einem Scheck über 500 Euro – wird monatlich für Projekte ausge­ sprochen, um besonders die nachhaltige Etablierung langfristiger Ziele im Natur­ und Denkmalschutz zu würdigen. In der Ehrung wur­ de insbesondere der Vorbildcharakter hervorgehoben, denn bei den Sanierungsarbeiten zur Erhaltung eines denkmalgeschützten Hof­ gebäudes werden Jugendliche und junge Erwachsene der Jugend­ werkstatt Steimke, Uslar, eingebunden. � red

Lecker!

Kulinarische Erlebnisse für Kinder Seit über 10 Jahren ist Nordic Sugar der Hauptsponsor des Kuli­ narisk Fritidsordning in Kopenhagen, in dessen Rahmen Kochkurse für Kinder angeboten werden. Wenn Meyers Madhus für das „Kulinarische Nachmittagspro­ gramm“ jedes Jahr seine Pforten für 120 Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren öffnet, stehen Spaß am Kochen sowie das Kennenlernen und Genießen der skandinavischen Küche im Mittelpunkt. Meyers Küchenkinder, wie dieses Programm auch genannt wird, wurde von Meyers Madhus im Jahr 1999 entwickelt und konnte von Beginn an auf Nordic Sugar als Hauptsponsor zählen. Verbraucher der Zukunft „Von Anfang an wurde das Sponsoring des kulinarischen Nachmittags­ programms als langfristige Partnerschaft betrachtet“, erklärt Jeanette Nordenhem, die im Bereich Marketing tätig ist. „Für uns war es selbst­ verständlich, diese Partnerschaft einzugehen, weil es dabei um die

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Ausbildung gesunder Ernährungsgewohnheiten geht und Kinder ler­ nen, wie man Essen ganz frisch zubereitet. Die Kinder, die an diesem Programm teilnehmen, sind die Verbraucher der Zukunft. Es handelt sich also um kein Programm, mit dem schnelle Ergebnisse erzielt werden. � red


Nordzucker Aktientreff

Aktien online suchen

Nordzucker Polska stellt sich vor

Ausstellung auf den Hauptversammlungen 2014 Ab diesem Jahr stellen sich die europäischen Nordzucker­Töchter mit ihren Werken auf den beiden Hauptversammlungen im Juli vor. Den Anfang macht Nordzucker Polska mit den beiden Werken in Opalenica und Chełmża. Eine Ausstellung wird Wissenswertes über die Werke und das Land Polen zeigen. Die Hauptversammlun­ gen finden am 9. und 10. Juli in der Stadthalle Braunschweig statt. � red

Knapp zwei Jahre nach Freischaltung registriert Claus­Friso Gellermann reges Interesse am Nordzucker­Aktientreff. „Neben Anzeigen ist das ein neuer Weg, Aktien der Nordzucker AG oder der Nordzucker Holding AG anonym anzubieten oder zu suchen“, sagt er. Aktuell registriert Nordzucker 679 Nutzer mit Account. In den vergangenen zwölf Monaten gab es rund 6.800 Aufrufe der Web­ seite von 2.600 Besuchern; 35 Prozent davon waren zum ersten Mal auf www.nordzucker­Aktientreff.de. „Aktuell finden Sie neun Ange­ bote und 19 Aktiengesuche auf der Seite.“ Das spiegele etwa das Ver­ hältnis von Angebot und Nachfrage. Wie viele Verkäufe zu welchem Kurs über den Aktientreff zustande kommen, lässt sich nicht nachvoll­ ziehen. „Nordzucker stellt nur die Webseite, die bewusst als Kontakt­ plattform mit Chiffresystem läuft“, erläutert Gellermann. � red

Engagiert

Nordzucker unterstützt den Braunschweiger Karnevalsumzug Mit vielen kleinen und größeren Maßnahmen unterstützt Nordzucker Vereine und Aktivitäten rund um ihre Stand­ orte. So auch in Braunschweig: Hier wurde in diesem Jahr zum ersten Mal der Braunschweiger Karnevalsumzug finan­ ziell unterstützt. Der Umzug, der traditionell am Sonntag vor Rosenmontag stattfindet, gehört zu den größten Um­ zügen Norddeutschlands. � red

Martin Eichholz Seit 2. Januar zuständig für die Holding- und Aktionärsbetreuung

Personalie

Wechsel in der Holdingbetreuung Seit dem 1. Januar ist Martin Eichholz als Legal Counsel in der Rechtsabteilung bei Nordzucker tätig. Der 33­jäh­ rige Rechtsanwalt, der in Bayreuth und Kiel studiert hat, war zuvor viereinhalb Jahre als Justitiar bei einer Sparkasse in Schleswig­Holstein tätig. Neben der Tätigkeit in der Rechtsabteilung übernimmt Herr Eichholz die Holding­ betreuung und ist zudem für Fragen zu Aktien­ und Lie­ ferrechten zuständig. Claus­Friso Gellermann, der bislang für die Betreuung der Holding tätig war, ist in die Abtei­ lung Corporate Beet Procurement gewechselt. � red

Lecker! Norddeutschlands größter Karnevalsumzug − und wir sind natürlich dabei. Brunswiek Helau! www.nordzucker.de

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| Menschen bei nordzucker |

René Stabell Jørgensen Automation Manager, Nordic Sugar Nakskov, Dänemark René Stabell Jørgensen und sein Team sind in der Zucker­ fabrik in Nakskov für die gesamte Automation und die Stromversorgung von über 15.000 elektronischen Anlagen verantwortlich. „Ich bin praktisch bei jedem Projekt und jeder Instand­ haltungsmaßnahme in der gesamten Fabrik mit dabei. Im vergangenen Jahr waren das über 40 verschiedene Projekte. Dabei sind immer auch sehr große Investitionsprojekte wie das Prozessleitsystem unseres neuen Verdampfungstrockners, aber ebenso eine Vielzahl kleiner elektrischer Installationen.“ Vor zwei Jahren wechselte René Stabell Jørgensen in die Zuckerbranche. Deutlich spürt man bei ihm die Begeisterung für seine Arbeit. Zum Beispiel wenn er von der Zusammen­ arbeit mit seinen Kollegen in Nykøbing spricht. Gern möchte er den Erfahrungsaustausch mit Kollegen in anderen Werken ausbauen – auch über Ländergrenzen hinweg. Derzeit steht jedoch ein anderes Projekt im Mittelpunkt: Alle Arbeitsabläufe in seiner Abteilung werden momentan bis ins Detail analysiert, damit das kleine Team möglichst effizi­ ent die zahlreichen Anlagen im Werk betreuen kann. �  nt

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| Angeklickt |

Nordzucker-Publikationsabonnement

Ein Blick ins Internet rund um Nordzucker und SweetFamily Erfahrungen aus erster Hand – Nordic Sugar lässt in Employer Branding Kampagne Mitarbeiter zu Wort kommen Seit etwa einem Jahr helfen eine Handvoll Nordic Sugar-Mitarbeiter beim Employer Branding, der Positionierung als poten­ zieller Arbeitgeber in Dänemark. Jetzt wird das Konzept auch in Schweden ­eingeführt. Unter der Überschrift „Wir fügen keinen Service hinzu. Wir stellen Mitarbeiter mit Talent ein“ berichten die Mitarbeiter über eigene Erlebnisse und Erfahrungen. Sie vermitteln damit eine Momentaufnahme vom Unternehmen als Arbeitsplatz und auch von den vielen verschiedenen Arbeitsaufgaben in einem Zuckerunternehmen. Das Konzept setzt sich zusammen aus Videos, Anzeigen und einer neuen Unterseite auf der Website von Nordic Sugar. Lesen Sie mehr unter www.nordicsugar.com/join_us

Gut informiert. Jetzt kostenloses Nordzucker-Publikationsabonnement bestellen Registrieren Sie sich auf unserer Internet­ seite, um künftig aktuelle Informationen über Nordzucker schnell zu erhalten. Schon ­heute stellen wir für Sie im Internet folgende Publikationen bereit: Geschäfts­ bericht, Quartals­bericht, Aktionärsbrief, Aktionärszeitschrift Akzente und unseren Nachhaltigkeitsbericht. Künftig können Sie Ihre gewünschten Publikationen bequem per E-Mail oder alternativ per Post erhalten. Unter www.nordzucker.de/abo können Sie sich kostenlos registrieren. Als Aktionär ­haben Sie vor einigen Tagen Zugangs­ daten per Post erhalten, mit denen Sie sich einloggen können, damit wir Ihr Abonne­ ment Ihren Aktionärsdaten zuordnen kön­ nen. Aktionäre werden gebeten, sich bis zum 22. März zurückzumelden.

Employer Branding Kampagne in Nordeuropa

Das Publikationsabonnement ist auch für Nicht-Aktionäre kostenlos bestellbar. Unter www.nordzucker.de/abo befindet sich ebenfalls die Eingabemaske für Jedermann. Wenn Sie die Sprache der Internetseite auf „Englisch“ einstellen, registrieren Sie sich für die englischsprachigen Publikationen. Ihre Ansprechpartnerin bei Fragen ist Bianca Deppe-Leickel.

„… Wir stellen Mitarbeiter mit Talent ein“

Impressum Herausgeber: Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig, Telefon +49 531 2411-348, Telefax +49 531 2411-378, akzente@nordzucker.de; Redaktion (red): Bianca Deppe-Leickel (bdl), Susanne Dismer-Puls (sdp), Oliver Ditsch, Frank Knälmann, Tomas Kocis, Mariann Mellström (mm), Thordis Möller (tm), Tanja Schneider-Diehl (tsd), Dr. Klaus Schumacher (kds), Marion Stumpe, Nina Tatter (nt); Gestaltung: Sieler Kommunikation und Gestaltung GmbH, Frankfurt; Druck: Leinebergland Druck GmbH & Co. KG, Alfeld | Bildnachweis: Susanne Dismer-Puls, Marek Kruszewski, Karsten Martensen, Nils Hendrik Mueller, Günter Nimptsch, Nordic Sugar (Apelöga), Nordzucker, Thomas Preuß, Shutterstock

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Ostereier-Zitronen-Cake Pops Zutaten (20 Stück):

5 Eier r 90 g „Unser Feinster“ Zucke von SweetFamily 1 Päckchen Vanillezucker 90 g Mehl 1 Bio-Zitrone 200 g Mascarpone 60 g Zitronenmarmelade 40 ml Zitronensaft 250 g SweetFamily Puderzucker 20 Holzspieße und Zuckerdekor

Pro Stück ca.: 165 kcal; 6,3 g Fett; 24 g Kohlenhydrate; 2,8 g Eiweiß

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Zubereitung: Eier in einer Rührschüssel mit dem Handmixer 3 Minuten schaumig schlagen. 90 g Zucker und Vanillezucker zugeben. Weitere 3 Minuten schlagen, bis ein elastischer Schaum entstanden ist. Mehl kurz unterschlagen. Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen und glatt streichen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze auf mittlerer Schiene ca. 12 Minuten backen. Auskühlen lassen und das Backpapier vom Teig abziehen.

Zitrone heiß waschen, trocken reiben, Schale fein abreiben und Saft auspressen. Beides mit klein gebröseltem Biskuit, Mascarpone und Zitronengelee in einer Rührschüssel verkneten. Die Teigmasse zu 20 Eiern formen und auf Spieße stecken. Zitronensaft mit Puderzucker verrühren. Die Cake Pops damit überziehen. Mit Zuckerdekor nach Wunsch zu Ostereiern dekorieren. Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten

Akzente 01/2014 - März 2014