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Akzente

Neues aus der Nordzucker-Welt | Ausgabe 1 | Februar 2013

Erwartungen übertroffen

ZMO: Hartwig Fuchs plädiert für Verlängerung bis 2020.

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Hervorragender Quartalsabschluss: Interview mit Dr. Michael Noth.

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Nordzucker gut aufgestellt

Stevia – ein Jahr am Markt.


Inhalt

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4

22 Fruchtgummi in allen Variationen produziert die Trolli GmbH. Das Kundenporträt finden Sie auf Seite 22.

AKTUELL

MARKT UND KUNDE

04  Rübenkampagne auf Vorjahresniveau

18 Stevia – ein Jahr am Markt – Interview

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Im Werk Uelzen endete die Kampagne in den deutschen Nordzucker-Werken. Report dazu auf Seite 4.

08 Quartalsabschluss: glänzende Zahlen

20

SteviaZucker spricht neue Kundengruppen an

10 „Wir brauchen die ZMO bis 2020“ – Kommentar

21

SweetFamily lädt zum Naschen ein

11 REIHE Profitabilität  plus: Neue Kompressoren im Werk Uelzen

22

Kundenporträt: Ein Besuch bei der Trolli GmbH

11 Forum Zucker informiert im Internet

24

Markt im Blick

12

28

„ An der Eiche links abbiegen“ – mit dem Lkw auf Rübentour

RÜBE

TREFFPUNKT

14 Rüben als Biogassubstrat

26

15

Winterversammlungen 2013

15

Rübenpreisverhandlungen abgeschlossen

26 Fachversammlungen: Produktionstechnik für 500 norddeutsche Zuckerrüben-Profis

16

REIHE 20 ·20 ·20: Ernteverlust-Monitoring

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Bundesminister für Wirtschaft und Technologie in Schladen

17 Konzernweite Anbauerumfrage startet im Februar

27

Olaf Lies zu Gast in Nordstemmen

17 Auf alle Fälle vorbereitet: Servicepaket Winterdienst im Praxistest

27

Schwedische Sozialdemokratin besucht Örtofta

28

Rezept: Gewürzkakao mit SteviaZucker

Nordzucker engagiert



Impressum Herausgeber: Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig, Telefon +49 531 2411-314, Telefax +49 531 2411-378, akzente@nordzucker.de | Redaktion (red): Bianca Deppe-Leickel (bdl), Susanne Dismer-Puls (sdp), Oliver Ditsch, Frank Knälmann, Dr. Klaus Schumacher (kds), Marion Stumpe (ms), Nina Tatter (nt) | Gestaltung: Sieler Kommunikation und Gestaltung GmbH, Frankfurt | Druck: Leinebergland Druck GmbH & Co. KG, Alfeld | Bildnachweis: Fotolia, Boris Kuster, Uli Lücke, Günter Nimptsch, Nordic Sugar (Apelöga), Nordzucker, Thomas Preuß, Trolli GmbH

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Editorial

» Die Diskussion um die Verlängerung der ZMO hat deutlich an Vehemenz gewonnen; wir setzen uns unverändert dafür ein, dass die Zuckermarktordnung bis 2020 verlängert wird.

Hartwig Fuchs

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Leserinnen und Leser, Ende Januar 2013 haben wir erneut eine hervorragende Kampagne mit hohen Rübenmengen, gutem ­Zuckergehalt und einer insgesamt hohen Zuckererzeugung im Konzern abgeschlossen. Dass wir nach der Bilderbuchkampagne von vor einem Jahr wieder auf einem solch hohen Niveau die Kampagne ­beenden konnten, ist erfreulich, denn wir alle wissen, was auf den Feldern passiert, lässt sich nicht zu 100 Prozent beeinflussen – das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Zwar traten im Gegensatz zur letztjährigen Kampagne hier und da Probleme auf, dennoch bleibt der sehr positive Schlussstrich unter dieser Kampagne. Auch unser Geschäftsjahr werden wir – das zeichnet sich ab – voraussichtlich mit einem exzellenten Ergebnis abschließen. Wir dürfen die Augen aber trotzdem nicht vor dem verschließen, was sich in Europa tut. Die vergangenen Monate waren geprägt von einer zunehmenden Unsicherheit auf den Märkten. Hinzu kommt die Wirtschaftskrise in Südeuropa, die längst noch nicht überstanden ist und die das Exportgeschäft unserer Kunden beeinflusst. Beides führt dazu, dass offen ist, wie sich die Wirtschaft in der EU in den kommenden Monaten entwickeln wird. Das zweite Jahr in Folge lag die Weltproduktion von Zucker deutlich über dem globalen Bedarf – ein Umstand, der international seine Auswirkung auf die Preise gezeigt hat. Die Märkte, auf denen wir uns bewegen, bleiben dabei hoch volatil. In diesem Umfeld haben wir uns eine starke Position im Markt und in finanzieller Hinsicht erar­beitet, indem wir konservativ gewirtschaftet und Schulden zurückgeführt haben. Unsere Position gilt es nun zu behaupten und auszubauen. Über alle Themen hinweg hat die Diskussion um die Verlängerung der ZMO deutlich an Vehemenz gewonnen; wir setzen uns unverändert dafür ein, dass die Zuckermarktordnung bis 2020 verlängert wird. In Europa wird der Zuckermarkt in den nächsten Jahren nicht wachsen können, allerdings wird die Nachfrage nach Zucker in anderen Regionen zunehmen. Wir werden also über den europäischen Tellerrand hinausschauen und prüfen, ob wir an jenem Wachstum partizipieren können. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen wir aber nicht nur die richtigen Projekte finden und umsetzen. Wir müssen auch das Unternehmen kontinuierlich fit halten für die internationalen Märkte und die Herausforderungen, die auf uns zukommen werden. Daran arbeiten wir gemeinsam. Herzlichst Ihr

Hartwig Fuchs

Akzente 01/13

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AKTUELL

Titel

Rübenkampagne auf Vorjahresniveau Hervorragende Rübenernte verarbeitet. Vorteile durch frühe Aussaat, gute Ertragsbildung und perfekte Rübenlogistik. Flächeneffizienz, Logistik und Energie bleiben auf der Agenda

Dr. Niels Pörksen Chief Agricultural Officer

» „Frühe Aussaat, optimierte ­Produktionstechnik und perfekte Rübenlogistik sind wichtige Schlüssel zur Ertragsmaximierung. Die frühe Rübenaussaat lief 2012 in fast ­allen Regionen hervorragend. Das erlaubte eine lange Vegetationsperiode, und wir konnten früh mit ­Rübenernte und Kampagne beginnen.“

4

Dass zwei Kampagnen in Folge ähnlich erfolgreich und mit nahezu gleicher ­Zuckererzeugung beendet werden, hat durchaus Seltenheitswert. Ende Januar war es so weit: Nordzucker schaffte zum Kampagneschluss 2012/13 eine Punktlandung auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Für Akzente haben wir nach ersten Ergebnissen und Besonderheiten der Kampagne in den Anbauregionen und Fabriken gefragt.

Rüben­anbauer brauchen weniger Fläche Nach frühem Kampagnestart und durchschnittlich 125 Tagen beendete Nordzucker die Rübenverarbeitung 2012/13. Bei überwiegend günstigen Erntebedingungen und guten Rübenqualitäten wurde ein insgesamt hoher Zuckerertrag erzielt, der die Erwar-


AKTUELL

»

„Nach dem Kampagne-Frühstart hatten wir durch das Wetter optimale Bedingungen für eine sehr gute Ernte und die hohe Rübenqualität. Unser zurzeit größtes Investitionsprojekt, die neue Saftreinigung, funktionierte einwandfrei und trug zu der sehr guten Zuckerqualität bei. Mit wenig Störungen und dank guter Wetterbedingungen verlief unsere Kampagne ­relativ reibungslos.“

Zoltán Tóth Director Clauen

» Janusz Nożewnik Director Opalenica

» Bei überwiegend günstigen Erntebedingungen wurde ein insgesamt hoher Zuckerertrag erzielt.

tungen noch übertrifft. „Mit einer super Teamleistung haben wir eine hervorragende Ernte erzielt und zur Verarbeitung an die Fabriken geliefert“, zieht Agrar-Vorstand Dr. Niels Pörksen Bilanz. „Im Durchschnitt erreichen wir sehr gute Zuckererträge, ­jedoch variieren die Rübenerträge insgesamt stärker als im Vorjahr: nicht nur ­zwischen den Anbaugebieten“, erläutert er, „sondern bis hin zu Teilflächen ein und desselben Anbauers.“ Bereits im ­zweiten Jahr nach dem Start der Initiative 20 · 20 · 20 verbuche Nordzucker in vielen Regionen messbare Fortschritte in Sachen Flächeneffizienz. „Eine wachsende Zahl unserer Anbauer braucht inzwischen nachhaltig weniger Fläche für gleiche Erntemengen.“ Ein positiver Trend, der auch für die Planung des Anbaus 2013 wichtig sei,

„Mit 121 Tagen absolvierte das Werk Opalenica die längste Kampagne seit über 30 Jahren. Zum zweiten Mal nacheinander haben wir die 100.000-Tonnen-Marke übertroffen. 2012 gab es in unseren Anbaugebieten Rekorderträge: Noch nie vorher ist es unseren Landwirten gelungen, Spitzenerträge in Höhe von 77 Tonnen Rüben je Hektar zu erzielen. Nach kleineren Startproblemen fuhr die Fabrik gleichmäßig und ohne ernsthafte Schwierigkeiten. Besonders stolz sind unsere Mitarbeiter, dass sie es 2012 geschafft haben, das ganze Jahr unfallfrei durchzuarbeiten.“

„Wir hatten eine ausgezeichnete Kampagne mit einer exzellenten und beständigen Produktion. Wir mussten jedoch am Ende der Kampagne einige Herausforderungen meistern, da der Frost Rüben geschädigt hatte. Unsere Mitarbeiter haben volles Engagement gezeigt – nicht zuletzt beim Auffüllen ­unserer Läger mit der größten Zuckermenge, die wir je in Nykøbing hatten.“

Aksel Føns Johnsen Director Nordic Sugar Nykøbing

betont Pörksen. Als „in jeder Hinsicht gelungen“ lobt er das perfekte Zusammenspiel von Landwirten, Rodegemeinschaften, Transporteuren und Rübenbüros. „Geradezu vorbildlich“ lief nach seiner Einschätzung die Organisation der Rübenabdeckung in Norddeutschland und Polen: „Das hat wirk­ lich hervorragend geklappt“, freut sich Pörksen. „Die Rüben kamen trocken ins ­Lager und waren zügig flächendeckend vor Frost und Schnee geschützt. G ­ enauso muss es sein, ein Vorbild – auch für andere Regio­nen!“ Nordzucker-Fabriken liefen stabil mit ­hoher Leistung Zufrieden über „die in großen Teilen wirklich sehr gute Kampagne“ äußert sich auch Produktionsvorstand Axel Aumüller. „Sieht

man von einer geborstenen Dampfleitung in Örtofta und wiederkehrenden Ausfällen der Kesselsteuerung in Uelzen ab, wo zum Glück niemand zu Schaden kam, hatten wir nur wenige bemerkenswerte technische Ausfälle. Die Fa­briken liefen bei überwiegend sehr guten Rübenqualitäten stabil mit hoher Leistung. In Sachen Logistik, Energieeinsparung und Abwasseraufbereitung sind wir mit dem neuen Verdampfungstrockner in Uelzen, dem neuen Zuckersilo in Kèdainiai und moderner Abwassertechnik in Nordstemmen, Klein Wanzleben, Opalenica und ­Kèdainiai wichtige Schritte weiter. Unterm Strich“, resümiert Aumüller, „erreichen wir fast das Produk­tions­ergeb­nis des Rekordjahres 2011/12“. In Summe hat Nordzucker konzernweit 17,3 Millionen Tonnen Rüben (Vorjahr: 18 Millionen) >>

Akzente 01/13

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AKTUELL

Axel Aumüller Chief Operating Officer

» „Nordzucker hat in großen Teilen eine wirklich sehr gute Kampagne absolviert. Besonders freue ich mich, dass lange Kampagnen wie diese für unser Team kein Thema mehr sind und wir auch die damit einhergehenden Anforderungen viel besser meistern als noch vor einigen Jahren.“

FORTSETZUNG VON SEITE 5 „Rübenkampagne auf Vorjahresniveau“

v­ erarbeitet. Die Rüben wuchsen noch in der Miete“, schmunzelt Aumüller. „Das sagen zumindest unsere Mitarbeiter von dieser Kam­pagne. Unser gesamtes Team hat 2012/13 vor allem hohe logistische He­­raus­ forderungen hervorragend gemeistert.“ Probleme mit der Qualität der Rüben nach Frost- und Tauwetterperioden gab es am Ende der Kampagne vereinzelt in Deutschland, vor allem aber in Dänemark. Grund dafür waren zum Teil nicht oder nicht ausreichend geschützte Mieten. „Wenn wir größere Mengen angetaute, alterierte Rüben bekommen, geht die Leistung in der Fabrik steil nach unten. Energiebedarf und Hilfsstoffeinsatz steigen. Die Wirtschaftlichkeit bleibt dann blitzschnell auf der Strecke“, erläutert Aumüller die Bedeutung des Mietenschutzes. Hohe Zuwächse in Polen und Litauen Spitzendurchschnitte von über zwölf Tonnen Zucker je Hektar erzielten die Rübenanbauer in Deutschland, Polen und Dänemark. Er­freu­

Etwa 17,3 Millionen Tonnen Rüben wurden während der gesamten Kampagne im Konzern verarbeitet.

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lich hohe Zuwächse verzeichnete Nordzucker 2012 in Polen und Litauen. Mit durchschnittlich 12,7 Tonnen Zucker je Hektar lagen die polnischen A ­ nbauer in ihrem 14. NordzuckerJahr erstmals gleichauf mit den wiederum sehr guten Erträgen ihrer norddeutschen Kollegen. „Beratung, richtige Sortenwahl, frühe Aussaat: In Polen passte diesmal einfach alles“, sagt Pörksen. „Ganz besonders freuen wir uns, dass Litauen sich so positiv entwickelt und mit sehr guten Erträgen sogar über dem guten Ergebnis in Schweden liegt.“ Zentraleuropa: Spitzenerträge brauchen nicht immer gutes Wetter In der Region Zentraleuropa endete die Kampagne nach 133 Tagen Verarbeitung am 23. Januar in Uelzen. Managing Direktor Dr. Michael Gauß hebt die hohe Verfügbarkeit der fünf deutschen Werke und gute Transportbedingungen hervor, die eine zügige Verarbeitung ermöglichten. „Technische Probleme bei der Kesselhaus-

In den fünf deutschen Werken endete die Kampagne nach 133 Tagen.

steuerung und Maischeaufbereitung in ­einem unserer Werke haben wir gemeistert“, sagt Gauß. Für den Leiter der Rüben­ beschaffung, Volker Bückmann, hat die Rübe 2012 bewiesen, „dass sie auch bei nicht immer optimaler Witterung die ertrags­stärkste Kultur auf dem Acker ist.“ Eine Einschätzung, die Landwirt Henrik Hoffmann aus Meine 2012 gut teilen kann: „13,5 Tonnen Zucker je Hektar. Das ist unser bisher bestes Ergebnis.“ Stolz ist Hoffmann auf den hohen Zuckergehalt seiner Rüben von knapp 18,5 Prozent. „Auffallend gut waren auch unsere Lieferungen am 11. Januar: tolle Rübenqualität unter dem Abdeckvlies.“ Die gesamte Rüben­logistik, einschließlich Vliesabdeckung der Mieten, habe 2012 sehr gut funktioniert, freut sich auch Bückmann. In fast allen Regionen sei inzwischen die Umstellung auf breitere Mieten und Ver­la­demäuse erfolgt. Die geringere Ober­ fläche und das breitere Vlies verbesserten den Schutz der Rüben. Für den Rübenanbau 2013 gelte es jetzt, die Anbaufläche einzelbetrieblich noch einmal zu prüfen und die beiden starken Ernten dabei nicht zu vergessen. Gute Erträge in Dänemark und ­Schweden Auch in Dänemark und Schweden hat die Rübe ihr großes Potenzial mit gutem Erfolg unter Beweis gestellt, berichtet der Leiter der Rübenbeschaffung in Nordeuropa Jannik Olejas. Allerdings führten ungewöhnlich hohe Erd- und Krautanhänge in den schwedischen und dänischen Fabriken stellenweise zu Störungen in den Rübenschneidmaschinen. Ursache sind laut Jannik Olejas Probleme bei der Unkrautbekämpfung. Die sei durch strenge staatliche Einschrän-


aKtUEll

kungen und umfangreiche Anwendungsvorschriften erschwert und stelle Landwirte vor neue Herausforderungen. Neben der Unkrautbekämpfung rücke die in Dänemark vorgestellte maschinelle Vliesabdeckung der Rübenmieten in den Fokus, um Frostschäden am Ende der Kampagne zu begrenzen. einbußen in Finnland und der Slowakei In Finnland kam es nach später Aussaat, kaltem Sommer und einer regenreichen Ernte

zu deutlichen Ertragseinbußen. „Schwierige Bedingungen“, so Jannik Olejas, „die eine kurze, zeitweise mühevolle Kampagne zur Folge hatten.“ Das gegenteilige Extrem machte den slowakischen Anbauern der Nordzucker zu schaffen. Nach langer Sommertrockenheit blieben die Erträge in der Slowakei deutlich unter dem Schnitt“, berichtet Dr. Gerd Jung für die Rübenbeschaffung aus der Region Osteuropa. Das sehr gute Ergebnis in Polen habe diese Ein-

bußen allerdings mehr als kompensieren können. „Insgesamt sehr gute Verarbeitungsbedingungen“, attestiert Produktionsleiter Joachim Rüger für die Region Osteuropa: „Die Werke Chełmża, Opalenica und Trenčiansca Teplá fuhren bei guten Bedingungen sehr gleichmäßig.“ Auch die kurze Frostperiode Mitte Dezember mit Temperaturen bis minus 15 Grad habe in der Region Osteuropa dank guter Mietenabdeckung kaum Schäden verursacht. n 

Dänemark*

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

68,3

73,3

Zuckergehalt (%)

18,1

16,9

Zuckerertrag (t/ha)

12,3

12,4

135

138

Kampagnedauer (Tage)

»

2012

2011

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

69,1

71,2

Rübenertrag (t/ha)

72,0

64,1

Zuckergehalt (%)

18,3

18,1

Zuckergehalt (%)

17,6

18,1

Zuckerertrag (t/ha)

12,7

12,9

Zuckerertrag (t/ha)

12,7

11,6

133

130

114

102

Deutschland

Kampagnedauer (Tage)

Polen

Kampagnedauer (Tage)

2012

2011

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

34,8

48,0

Rübenertrag (t/ha)

59,3

62,9

Zuckergehalt (%)

16,1

15,7

Zuckergehalt (%)

17,1

16,8

5,6

7,5

Zuckerertrag (t/ha)

10,2

10,6

58

89

126

129

Finnland*

Zuckerertrag (t/ha) Kampagnedauer (Tage)

Schweden*

Kampagnedauer (Tage)

2012

2011

2012

2011

Rübenertrag (t/ha)

62,9

51,2

Rübenertrag (t/ha)

47,8

63,5

Zuckergehalt (%)

17,1

17,3

Zuckergehalt (%)

16,8

18,7

Zuckerertrag (t/ha)

10,7

8,9

Zuckerertrag (t/ha)

8,0

11,9

129

115

Kampagnedauer (Tage)

80

111

Litauen*

Kampagnedauer (Tage)

Kampagneergebnisse Nordzucker Konzern.

Slowakei

* Stand 07.02.2013, Zahlen vorläufig

Susanne Dismer-Puls, freie Autorin

Ryszard Woś, Landwirt in Pawłówko, Polen

„Ich baue seit vielen Jahren etwa 30 Hektar Zuckerrüben an, sie ist eine wichtige Frucht bei meiner Anbauplanung. Sorgfältiger Anbau mit etwas Hilfe vom Wetter machte 2012 hohe Erträge von 12,7 Tonnen Zucker je Hektar möglich. Die Zuckerrübe überzeugt durch stabil hohe Erträge. Das ermutigt mich, auch bei hohen Preisen für konkurrierende Früchte optimistisch in die Zukunft zu sehen.“

»

henrik hoffmann Landwirt in Meine

„Wir bewirtschaften in Meine einen Ackerbaubetrieb mit 25 Hektar Zuckerrüben. Das Jahr 2012 hat mit rund 13,5 Tonnen Zuckerertrag je Hektar das bisher beste Ergebnis geliefert. Besonders gefreut habe ich mich über den beeindruckenden Zuckerhalt von knapp 18,5 Prozent unserer Zuckerrüben.“ Akzente 01/13

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AKTUELL

Glänzende Zahlen Drittes Quartal 2012/13 hervorragend abgeschlossen krise in Südeuropa und die volatile Entwicklung auf den Weltmärkten auf unser Geschäft auswirken werden, ist aber schwer abzusehen. Darüber hinaus liegt die Weltproduktion an Zucker das zweite Jahr in Folge über dem Bedarf. Nichts ist so beständig wie der Wan­ del an den Märkten. Unsere Position ist im Moment erfreulich, aber die Welt steht be­­ kanntermaßen nicht still. Wir werden an­ge­ sichts der jetzt guten Ergebnisse weiter daran arbeiten, uns auf die Zukunft vorzubereiten.

Dr. Michael Noth Chief Financial Officer

Das Effizienzprogramm „Profitabilität plus“ läuft bereits seit fast drei Jahren. Bisher hat Nordzucker alle definierten Zielvorgaben erreicht. Wird Nordzucker auch weiter bei den Einsparzielen bleiben, die noch bis 2015 festgelegt sind? Dr. Michael Noth: Ja, auf jeden Fall. Effizienz verlangt nicht eine einmalige Umsetzung von Maßnahmen, sondern die konti-

nuierliche Verbesserung – Monat für Monat, Jahr für Jahr. Nordzucker hat hier in den letzten Jahren viel erreicht, aber wir müssen trotzdem immer weitermachen. Der Finanzbereich unterstützt d ­ iesen Prozess, aber er wird von allen Funktionen, vor allem Produktion und Einkauf, getrieben. Sind die Einsparpotenziale nicht langsam ausgereizt? Dr. Michael Noth: Nein, bestimmt nicht. Unser Zuckerunternehmen kann auf eine lange Erfahrung zurückblicken, und damit fallen Einsparungen vielleicht nicht so leicht wie in jungen Branchen. Trotzdem haben unsere Mitarbeiter noch viele Ideen, die es lohnt umzusetzen. Eine wichtige Rolle ist es dabei, unsere Investitionsmittel gezielt dort einzusetzen, wo wir den größten Nutzen haben. Hier sind wir als Vorstand gefordert und rechnen und analysieren sehr genau.

Nordzucker schreibt weiter exzellente Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2012/13 wird ein Ergebnis erwartet, das nochmals deutlich über dem des Vorjahres liegen wird. Finanzvorstand Dr. Michael Noth erläutert die Zusammenhänge.

Herr Dr. Noth, in diesem Jahr erzielt Nordzucker in jedem Quartal hervorragende Ergebnisse. Warum ist das so und vor allem, wird es so weitergehen? Dr. Michael Noth: Tatsächlich haben wir in den vergangenen Monaten die Chancen, die der Markt uns bietet, sehr gut genutzt. Die letzten beiden Kampagnen verliefen hervorragend. Dabei profitieren wir von den Maßnahmen, die wir in den letzten Jahren ergriffen haben: Wir haben uns auf Zucker konzentriert und unser Beteiligungsportfolio optimiert, und mit unserem Programm „Profitabilität plus“ arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung unserer Kostenstrukturen. Wie geht es weiter? Die Aussichten auf den europäischen Zuckermärkten erscheinen der­zeit gut; die Entwicklung verläuft positiv. Wie sich in Zukunft die Wirtschafts-

8

Derzeit wird PRION – das Projekt zur Vereinheitlichung der Prozesse und der IT-Systeme – in der Region Nordeuropa ausgerollt.


Aktuell

Exzellenter Abschluss des dritten Quartals 2012/13

Konzernumsatz Millionen Euro

Eigenkapital Konzern Millionen Euro

1.872

1.266

1.477

In den ersten neun Monaten 2012/13 konnten Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesteigert werden. Konzernweit erzielte Nordzucker einen Umsatz von 1.871,9 Millionen Euro (Vorjahresperiode: 1.476,9 Millionen Euro). Ein höheres Preisniveau als im Vorjahr hat leicht rückläufige Absatzmengen von Quotenzucker mehr als kompensiert. Beim Nicht-Quotenzucker v­ erlief es genau anders herum: Ein niedrigeres Preisniveau wurde durch höhere Absatzmengen mehr als ausgeglichen. Vor Steuern und Zinsen konnte dabei ein operatives Ergebnis von 439,2 Millionen Euro erzielt werden (Vorjahresperiode: 206,5 Millionen Euro). ­Unter dem Strich steht ein Periodenüberschuss von 315,5 Millionen Euro – ein Anstieg von rund 176,5 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (Vorjahresperiode: 139,0 Millionen Euro). Der hervorragende Geschäftsverlauf spiegelt sich auch in der Entwicklung des Eigenkapitals wider. Dieses erhöhte sich von 912,1 Millionen Euro auf 1.265,8 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 43,6 Prozent auf 55,0 Prozent an. Damit ist das Unternehmen in einer ausgezeichneten Lage, nicht zuletzt, weil auch die Nettoverschuldung auf nur noch 6,1 Millionen Euro (Vorjahresperiode: 162,3 Millionen Euro) ­zurückgeführt werden konnte. n

Gibt es hinsichtlich der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen Unterschiede in den einzelnen Ländern? Dr. Michael Noth: Ja, die gibt es. Denn un­terschiedliche Standorte haben auch unterschiedliche Historien, (unterschiedliche) Bedingungen und (unterschiedliche) Anforderungen durch die Kunden. Dies gilt es auf der einen Seite zu berücksichtigen – auf der anderen Seite sind uns aber auch Vergleiche zwischen den Regionen und das Übertragen von Best-Practice-Ansätzen auf andere Standorte wichtig. Hier nutzen wir die Vorteile konsequent, die ein europäisch aufgestelltes Unternehmen bietet. Inwieweit hilft die konzernweite Einführung eines einheitlichen IT-Systems dabei, die Unternehmensziele zu erreichen? Dr. Michael Noth: Wir sind gerade dabei, Nordic Sugar nun auch in unsere IT-Welt zu integrieren und dabei einheitliche Prozesse einzuführen. Für eine einheitliche Steuerung und weitgehende Transparenz im Konzern ist dies eine der Grundvoraussetzungen. Außerdem schaffen wir so eine

912

9 Monate 2011/12

9 Monate 2012/13

Periodenüberschuss Konzern

Nettoverschuldung Konzern

Millionen Euro

Millionen Euro

316

162

139

6 9 Monate 2011/12

9 Monate 2012/13

gute Basis, unsere Prozesse unternehmensweit und umfassend zu optimieren und damit effizienter, effektiver und schneller zu werden. Das Team, das an diesem Projekt konzernübergreifend arbeitet, zeigt dabei enormes Engagement. Als Sie Ihre Tätigkeit bei Nordzucker aufgenommen haben, hatten Sie sehr viel mit Krediten und Verpflichtungen gegenüber den Banken zu tun – und der gesamte Vorstand musste teilweise schwierige Entscheidungen treffen, die sich heute auszahlen. Mittlerweile ist die Verschuldung des Unternehmens fast auf null zurückgefahren. Wo sehen Sie heute Ihre Hauptaufgabe? Dr. Michael Noth: Der Finanzbereich hat genauso wie alle anderen Funktionen die Aufgabe, sich auf die Zukunft vorzubereiten. Das heißt für uns, dass wir unsere Mitarbeiter und unsere Systeme weiterentwickeln müssen. Wir haben viel geschafft, sind aber noch lange nicht da, wo wir sein wollen. Ganz spezifisch für uns ist wichtig, dass wir die nächsten Wachstumsschritte sinnvoll finanzieren können. n 

9 Monate 2011/12

9 Monate 2012/13

9 Monate 2011/12

9 Monate 2012/13

Wichtige Termine 29. Mai 2013 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2012/13 2. Juli 2013 Union Zucker 09:00 Uhr Südhannover GmbH, Gesellschafter versammlung Atrium des gräflichen Landsitzes Hardenberg 9. Juli 2013: Nordharzer Zucker AG, 10:00 Uhr Hauptversammlung Stadthalle Braunschweig 10. Juli 2013 Nordzucker Holding AG, 10:00 Uhr Hauptversammlung Stadthalle Braunschweig 11. Juli 2013 Nordzucker AG, 10:00 Uhr Hauptversammlung Stadthalle Braunschweig

Das Gespräch führte Bianca Deppe-Leickel

Akzente 01/13

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AKTUELL AKTUELL

Hartwig Fuchs

„Wir brauchen die ZMO bis 2020“ Im Laufe des Jahres 2013 werden die Weichen für die Zukunft der gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik gestellt und damit auch für die 2015 auslaufende EUZuckermarktordnung (ZMO). Der Agrarausschuss des EU-Parlaments plädiert für eine Verlängerung der ZMO bis ins Jahr 2020. Nordzucker unterstützt gemeinsam mit der gesamten europäischen Zuckerwirtschaft die Forderung, die Zuckermarktordnung bis 2020 zu verlängern. Ein Kommentar von Hartwig Fuchs:

Sommer 2011 gesehen, als der Zucker für den Lebensmittelmarkt in der EU aufgrund fehlender Importe ein relativ rares Gut wurde. Eine weitere Herausforderung ist die lange Planung der Rübenfläche – die im Juni fixiert werden muss, damit im März gedrillt und im Herbst geerntet werden kann – und da bewegen wir uns immer auf einem schmalen Grat: Einerseits müssen die Rübenpreise so attraktiv sein, dass der

Rübenanbau im Vergleich mit Weizen und Raps konkurrenzfähig ist, andererseits müssen die Produktionskosten von Zucker möglichst niedrig sein, damit Zucker aus heimischer Produktion auch in Zukunft mit Zucker vom Weltmarkt mithalten kann. Wir müssen deshalb die Wettbewerbsfähigkeit des Zuckersektors weiter stärken, aber auch die Risikoabsicherung in der Zukunft ermöglichen. Hierfür brauchen wir Zeit.“ n 

„Für eine Verlängerung der Zuckermarktordnung bis 2020 gibt es gute Gründe. Denn die Zuckerproduzenten haben die einschneidenden Folgen der Reform von 2006 bis 2009 noch nicht in allen Bereichen verdaut. Damals wurden rund 80 Fabriken in der gesamten EU geschlossen. In der Folge stiegen zahlreiche Landwirte aus dem Zuckerrübenanbau aus und Arbeitsplätze in der Industrie gingen verloren. Es war Ziel der Reform, den Zuckerrübenanbau auf die Gunststandorte in Europa zu konzentrieren. Und so hat auch Nordzucker seine Zuckerproduktion an den Standorten mit den günstigsten Anbaubedingungen für Zuckerrüben zusammengefasst. Unsere fünf deutschen Werke befinden sich mitten in den besten Anbaugebieten Norddeutsch­ lands. Hier produzieren wir gemeinsam mit unseren Landwirten Zucker für den deutschen und den europäischen Markt unter hohen Sozial- und Umweltstandards; gleichzeitig liegen unsere Kosten – vor ­allem der Aufwand für Energie – über dem Niveau diverser Rohrzuckerproduzenten. Wir sichern die Versorgung unserer Kunden aus der Ernährungs- und Getränke­ industrie und natürlich der Kunden im ­Supermarkt. Wie wichtig die Zuckerproduktion in Europa ist, haben wir spätestens im 2013 wird ein wichtiges Jahr für die gemeinsame europäische Agrarpolitik.

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aktuell

REIHE: Profitabilität plus

Neue Kompressoren in zehn Tagen Werk Uelzen zieht den Austausch von Anlagen vor Unterschiedliche Anlagen in einer Zuckerfabrik benötigen Druckluft, zum Beispiel Anlagen der Mess- und Regeltechnik oder Entstaubungsanlagen im Service Center. Denn wenn Zucker in großen Mengen – Paket um Paket und Sack um Sack – verpackt wird, kann sich feiner Zuckerstaub auf die Anlagen legen. Darum gibt es in den Nordzucker Service Centern große Entstaubungs­ anlagen. Zur Versorgung mit Druckluft sind im Werk Uelzen seit September 2012 fünf neue Kompressoren auf der 8,5-bar-Station im Einsatz. Der Austausch der Kompressoren war eine Maßnahme aus dem Programm „Profitabilität plus“.

Ursprünglich war der Einbau der neuen Kompressoren erst für das Jahr 2013 vorgesehen. „Doch dann gab es noch im letzten Jahr die Möglichkeit, die Kompressoren zu tauschen, und wir ­haben alles darangesetzt, sie eine Kampagne früher aufzustellen. Solche Kompressoren kauft man ja nicht von der Stange. Die Lieferzeit betrug vier Monate. Der eigentliche Austausch der alten gegen die neuen Kompressoren ging dann innerhalb von nur zehn Tagen über die Bühne. Das hat nur geklappt, weil eine tolle Mannschaft an einem Strang gezogen hat und die Installation hervorragend geplant war“, ist Sven Buhrmann, Direktor des Werks Uelzen, überzeugt. Die Kosten für die fünf neuen Kompressoren und ihre Installation inklusive Schallschutzhauben betrugen 400.000 Euro. Jährlich sparen die Anlagen rund 198.000 Euro, sodass die installierten Maschinen einen bedeutenden Beitrag zum Erfolg des Effizienz-

Machen ordentlich Druck! Die fünf neuen Kompressoren sparen bei der Erzeugung von Druckluft 20 Prozent Energie und somit jährlich 198.000 Euro ein.

programms Profitabilität plus im Werk Uelzen leisten. Weiterhin tragen sie zur Erreichung des Ziels bei, in Uelzen bis zum Jahr 2020 sechs bis acht Prozent weniger Energie als 2011 zu verbrauchen. „Unsere alten Mannesmann-Wittig-Kompressoren benötigten 8,0 Kilowatt pro Minute, um einen Kubikmeter Druckluft zu erzeugen, die neuen zweistufigen verbrauchen nur zwischen 6,1 und 6,2 Kilowatt. Zusätzlich wird durch Einsatz von zwei Frequenz­ umrichtern unnötiger Leerlauf vermieden. Das heißt, wir sparen nun bei der Drucklufterzeugung 20 Prozent Energie ein“, erläutert Preuß. Nordzucker profitiert jedoch nicht allein von der Energieeinsparung und den geringeren Energiekosten: „Die alten Kompressoren hatten ja schon 25 Jahre auf dem Buckel. Sie mussten daher häufiger repariert werden. Wir sparen nun bei den Instandhaltungskosten und verbessern gleichzeitig die Verfügbarkeit der Anlagen. Denn wenn die Kompressoren repariert werden mussten, beeinträchtigte dies ja die Anlagen, die mit Druckluft versorgt werden“, so Thomas Preuß abschließend. n nt

Forum Zucker informiert im Internet www.mit-zucker.de online

www.mit-zucker.de ist die neue Website, die Verbraucher rund um das Produkt Zucker informiert. Zu finden sind hier sowohl Informationen zum Weg von der Rübe zum Zucker als auch Hintergrundinformationen zum Verbrauch von Zucker in Deutschland. Verantwortlich für die Inhalte der Website ist das Forum Zucker. Das Forum Zucker ist eine Initiative der deutschen Zuckerwirtschaft, die auf das große Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher an allen Fragen rund um Zucker eingeht. Schauen Sie doch mal rein.

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AKTUELL Etwa 10.600 Tonnen Rüben pro Tag wurden in der Kampagne in Clauen verarbeitet. ­Für eine reibungslose Anfuhr arbeiten die Transportgemeinschaften und Nordzucker eng zusammen.

„An der Eiche links abbiegen“ Mit dem Lkw auf Rübentour Ohne Rüben kein Zucker. Damit stetig ­Rüben in der Fabrik vorhanden sind, ar­­ bei­ten die Rübenbüros in allen NordzuckerWerken eng mit den Transportgemeinschaften zusammen, und das schon lange vor der Kampagne. So auch in Clauen. Etwa 10.600 Tonnen Rüben wurden hier während der Kampagne täglich verarbeitet, und das rund 133 Tage lang.

Ein Donnerstag im Januar, es ist 10:55 Uhr. Ich steige auf dem Rübenhof in Clauen zu 12

Annette Beitzen in den Lkw. Die Landwirtin fährt seit über 20 Jahren während der Kampagne Rüben in die Fabrik. Erst mit dem Schlepper und seit 2009 für die Transportgemeinschaft BetaTrans mit dem Lkw. Von Clauen geht es nach Meerdorf. „Wir haben zwei Mäuse in unserer Abfuhrtruppe und fahren während der gesamten Kampagne zwei Werke an. Meistens fahren wir am Wochenanfang nach Nordstemmen und am Ende der Woche nach Clauen. Unser Einzugsgebiet ist groß. Die Maus ist teil-

weise zwei Stunden vom Einzugsgebiet Nordstemmen zum Einzugsgebiet Clauen unterwegs. Damit der Aufwand möglichst gering ist, wird die Maus nur einmal pro Woche umgesetzt“, erzählt Annette Beitzen während der Fahrt. Am Ende der Woche bekommen sie und ihre Kollegen vom Disponenten die Liste, von welchen Schlägen in der kommenden Woche die Rüben abgeholt werden. Gerade nachts sei es nicht immer leicht, den richtigen Weg zu finden: „Die Wege zu den Schlägen sind ja nicht


aktuell

Alle Abteilungen arbeiten eng zusammen, wenn es um die Logistik von Rüben, ­Zucker, Hilfsstoffen und Nebenprodukten geht.

ausgeschildert. Wir haben detaillierte Flurkarten auf dem Lkw und stehen per Funk mit den Mausfahrern in Kontakt. Die lotsen einen dann schon mal mit Hilfe von markanten Punkten. Also zum Beispiel ‚An der Eiche links abbiegen‘“, so Beitzen weiter. In Meerdorf angekommen liegt der Schlag zur Linken an der Straße. Annette Beitzen muss rückwärts in den Feldweg setzen. Sie fährt dazu rechter Hand in einen anderen Feldweg und wird beim Rückwärtsfahren von einem Kollegen sicher über die Straße geleitet. Nach dem Beladen geht es die 29 Kilometer zurück nach Clauen. Gut 35 Minuten später erreichen wir das Werk. An der Rüpro zeigen rote Lampen an, an welcher Position Annette Beitzen halten soll, damit die zufällige Stich­ probe für die Qualitätsbestimmung ge­­ nommen werden kann. Ich steige aus dem Lkw aus und sehe, wie sie zur Westplatte fährt, die Rüben ab­­kippt und zu einer neuen Tour aufbricht. Im Rübenbüro bin ich mit Markus ­Reiners verabredet. Er erklärt, dass die ­Planung, welches Werk wie viele Tonnen Rüben und von welchen Schlägen bekommen soll, ihren Anfang in der Anbauempfehlung der Nordzucker und der Flächenmeldung der Landwirte hat. „Nach unserer Empfehlung und ihrer individuellen Ertrags­ erwartung entscheiden die Landwirte, auf wie viel Hektar sie Zuckerrüben anbauen. Haben sie dann im Frühjahr gedrillt, melden sie die Anbaufläche und die Standorte der Schläge endgültig an Nordzucker und an ihre zuständige Liefergemeinschaft. Nach den Proberodungen und den daraus resultierenden Ertragsschätzungen errech­

Das Nordzucker-Werk gibt die benötigte Tagesmenge vor. Den genauen Abfuhrplan erarbeitet die Transportgemeinschaft.

net Nordzucker die zu erwartende Rübenmenge für alle fünf deutschen Standorte. Im Anschluss wird eine sogenannte erste Disposition gerechnet. Das heißt, es wird festgelegt, welche Rüben von welchen Schlägen in welches Werk gefahren werden.“ Ziel von Nordzucker ist es dabei, die Frachtkosten zu optimieren und die Transporte effizient zu gestalten. „Die einmal festgelegte Disposition wird dann im Laufe der Kampagne immer wieder an­­ gepasst. Wenn zum Beispiel in einer Region Norddeutschlands die Erträge höher oder

niedriger ausfallen als erwartet oder ein Werk technische Störungen hat, werden Rüben umdisponiert, damit die Kampagne in allen Werken ungefähr um das gleiche Datum endet“, so Reiners weiter. Die Transportgemeinschaften arbeiten mit unterschiedlichen Führungswegen – sie nutzen Flurkarten und teilweise GPS – um die Schläge zu erreichen. „Derzeit arbeitet Nordzucker an einem neuen Programm, das es erleichtern soll, die Mieten auch bei Nacht und Nebel zu finden“, so Reiners. n nt

Rüben, die ab Anfang Dezember ins Werk geliefert werden, müssen zum Schutz vor Frost abgedeckt sein. Daher ist die Abdeckung der Rüben Teil der Logistikkette.

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in Schleswig-Holstein davon zu überzeugen, dass die Rübe eine gute Substratalternative zum Silomais ist und damit eine sichere Rohstoffbasis der Biogasanlagen darstellen kann. Denn durch die schnelle Gasproduktion, den geringeren Rühraufwand und eine bessere Gasausbeute des Substratmix verbessert sich die Wirtschaftlichkeit der Biogasproduktion. In Zukunft werden wir mehr Biogasanlagen mit Rüben beliefern.“

Seit 2010 verarbeitet die Biogasanlage des landwirtschaftlichen Betriebs Schwarten Zuckerrüben.

Rüben als Biogassubstrat Nordzucker steigert Absatzmenge Biogasanlagen prägen unsere Landschaft heute ebenso wie Äcker oder Windräder. In ihnen wird aus Biomasse Gas gewonnen. Das Gas treibt entweder einen Generator an und erzeugt so Strom und Wärme oder wird ins Erdgasnetz eingespeist. Als Biomasse werden zum Beispiel Silomais oder Gras eingesetzt. Dass auch Zuckerrüben ein hervorragendes Potenzial zur Gasproduktion haben, hat sich bereits im Jahr 2010 in einem Pilotprojekt von Nordzucker gezeigt.

Bei dem Pilotversuch auf der Biogasanlage Schwarten in Schuby wurden knapp 20.000 Tonnen Rüben zu Rübenbrocken oder Rübenbrei verarbeitet. Das so gewonnene Biogassubstrat wurde dann an etwa 20 Biogasanlagen geliefert. Es zeigte sich, dass die Zuckerrübe im Mix mit einem anderen Substrat den Vergärungsprozess im Fermenter beschleunigt und fördert. Ziel von 100.000 Tonnen erreicht Im ablaufenden Geschäftsjahr 2012/13 startete Nordzucker daher die Vermarktung von Rüben als Biogassubstrat. Nordzucker kauft Rüben aus dem Vertragsanbau in Schleswig-Holstein an und verkauft die Rüben an Betreiber von Biogasanlagen. Beide, Lieferant und Abnehmer, befinden sich in Schleswig-Holstein, sodass die Transportentfernung zwischen Miete und Biogasanlage gering ist und der weite Transport

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zum Werk Uelzen entfällt. Nordzucker liefert den Biogasanlagen vorgereinigte ganze Rüben aus der Feldrandmiete, die Anlagenbetreiber entscheiden dann, in welcher Form sie die Rüben in ihrer Anlage nutzen – als Rübenbrei, Rübenbrocken, frisch oder siliert – und bereiten die Rüben entsprechend auf. Ziel für 2012 war es, 100.000 Tonnen an Biogasanlagen zu verkaufen. Ende Januar war diese Marke knapp erreicht. Geringer Aufwand mit Rübenbrei Die Erfahrungen sind positiv: „Bereits 2010 haben wir mit der Produktion von Biogas angefangen. Wir verarbeiten in unserer Biogasanlage Rübenbrei und füttern ihn als Co-Substrat zu. Die Vorteile vom Rübenbrei liegen für mich auf der Hand: Wenn die Rüben erst mal zu Brei verarbeitet sind, ist der Aufwand gering, da der Brei mit einer Pumpe aus der Lagune automatisch in den Fermenter gepumpt wird. Die Fütterung der Anlage mit Rübe bindet also keine zusätzlichen Kapazitäten“, erklärt Landwirt Dirk Schwarten. Guter erfolg Für die Logistik, dass die Rüben rechtzeitig von der Miete zur Biogasanlage kommen, ist Nordzucker verantwortlich. Claus Pommerehne – bei Nordzucker für die Alternative Rübenverwertung zuständig – blickt erfreut auf das abgelaufene Jahr: „Wir haben es geschafft, Betreiber von Biogasanlagen

30 Anlagen in Schleswig-Holstein nutzen die Rübe Etwa 30 Anlagen sind im ablaufenden Geschäftsjahr von Nordzucker mit Rüben beliefert worden. Im kommenden Jahr sollen es mehr werden. Dann kommen weitere Biogasanlagen im nördlichen SchleswigHolstein und im nördlichen MecklenburgVorpommern hinzu. Geplant ist, die Menge Rüben auf 150.000 Tonnen zu erhöhen. „Wir fokussieren uns mit den Aktivitäten auf die Regionen, die am weitesten von unseren Fabriken entfernt sind“, ergänzt Pommerehne. Auch der Zuckerrübenverband Schleswig-Holstein e.V. unterstützt die Verwertung von Rüben in Biogasanlagen. „Maismonokultur für Biogasanlagen hat keine Zukunft. Zum einen brechen die Erträge stark ein und zum anderen nimmt die Kritik in der Bevölkerung zu. Nachhaltigkeit und Fruchtfolge bekommen einen ganz neuen Stellenwert. Die Zuckerrübe erobert in diesem Zuge große Marktanteile am Substratmarkt. Es kommt jährlich fast zur Verdoppelung der eingesetzten Mengen“, erklärt der Vorsitzende des Anbauerverbands Andreas Thiessen. n nt

Biogastag in Albersdorf Etwa 280 Besucher waren am 20. September nach Albersdorf gekommen, um sich auf dem Praxistag über die Rübenaufbereitung zu Biogassubstrat zu informieren. Auf dem ehemaligen Kasernengelände informierte die Nordzucker AG gemeinsam mit ihren Ausstellern über die richtige Verfahrensweise zur Reinigung, Entsteinung und Zerkleinerung der Rüben zu Rübenbrei und Rübenbrocken, um in der Biogasanlage gemeinsam mit Silomais eine optimale Gasausbeute erzielen zu können.


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Winterversammlungen 2013 Auf den derzeit laufenden Winterversammlungen der Nordzucker AG und der Zuckerrübenanbauerverbände ziehen Vertreter der Nordzucker und der Verbände eine äußerst positive Bilanz der abgeschlossenen Rübenverarbeitungskampagne 2012/13.

„Kurz nach dem Kampagneende und sechs bis acht Wochen vor der nächsten Aussaat lohnt es sich für jeden Rübenanbauer, einmal kritisch Bilanz zu ziehen und gemeinsam nach vorn, auf Erfolgsfaktoren für das neue Rübenjahr zu sehen“, meint Dr. Andreas Windt. Für ihre Anbauer ziehen die Rübenbüros ein regionales Résumé und stellen einen differenzierten Kampagnerückblick vor: Dabei stehen besonders Rübenerträge und Qualitäten in den jeweiligen Naturräumen sowie betriebswirtschaftliche Betrachtungen im Mittelpunkt. Teil zwei rückt das bevorstehende Rübenjahr in den Blick. „Dazu erläutern unsere Nordzucker Anbauberater aktuelle anbautechnische Hinweise: Für 2013 gibt es Tipps zum richtigen Einsatz von Düngern und Herbiziden und die Beantwortung der Frage, ob ein früher Aussaattermin Schosser begünstigt. Außerdem berichten wir über Aktivitäten und Ergebnisse des Nordzucker-Programms 20 · 20 · 20“ so Windt weiter. Die Rüben-

Beide Winterversammlungen am 8. Februar in Clauen stießen auf große Resonanz.

„Nach zwei Rekordjahren raten wir unseren Anbauern, für das nächste Anbaujahr ihre Zuckerrübenflächeneinzuschränken. Jetzt gilt es, die Märkte im Auge zu behalten und eng an der Vertragsmenge zu planen.“ Volker bückmann Senior Vice President Beet Procurement Central europe

kampagne 2012/13 war für alle Beteiligten sehr erfreulich. „Unsere Rübenanbauer konnten rund zehn Prozent mehr Zucker vom Hektar ernten als im Schnitt der vergangenen Jahre“, erklärte Dr. Heinrich-

Hubertus Helmke, Geschäftsführer des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). Mit Blick auf das Frühjahr und die nahende Aussaat sagte Volker Bückmann, Leiter der Rohstoffbeschaffung der Nordzucker AG: „Nach zwei Rekordjahren raten wir unseren Anbauern, für das nächste Anbaujahr ihre Zuckerrübenflächen einzuschränken. Jetzt gilt es, die Märkte im Auge zu behalten und eng an der Vertragsmenge zu planen.“ Auch in den Regionen Nord- und Osteuropa finden im Januar und Februar Winterversammlungen statt. Themen sind Anbautechniken sowie Rübenerträge. nred

Rübenpreisverhandlungen abgeschlossen Ende Januar haben die Nordzucker AG und der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (DNZ) ihre Verhandlungen über die Preise für Zuckerrüben der Kampagne 2012/13 erfolgreich abgeschlossen. Für Quotenrüben wurde ein Grundpreis von 43,50 Euro pro Tonne bei 16 Prozent Zuckergehalt vereinbart. Der durchschnittliche Auszahlungspreis inklusive sämtlicher Zu- und Abschläge beträgt damit knapp 58 Euro je Tonne. Agrarvorstand Dr. Niels Pörksen äußerte sich zufrieden über den Abschluss rechtzeitig vor den Winterversamm-

lungen: „Die Rübe steht im harten Wettbewerb zu anderen Agrarkulturen deshalb freut es uns besonders, dass es uns aufgrund der zu erwartenden Ergebnissituation der Nordzucker möglich ist, diesem Wettbewerb mit sehr attraktiver Rübenpreisen Rechnung tragen zu können. Die Zuckerrübe ist eine sehr wettbewerbsfähige Kultur. Unsere gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen des Projektes 20 · 20 · 20 zeigten erneut Ertragseffekte und haben red dieses Bild somit noch verstärkt.“ n

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Rübe

REIHE: 20 · 20 · 20

Hinterher gesiebt Nordzucker schärft den Blick für vermeidbare Verluste bei der Rübenernte – im Praxisversuch bewiesen norddeutsche Roderfahrer erfreulich niedrige Ernteverluste

Innerhalb der Initiative 20 ·20 · 20 zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Rübe geht Nordzucker dem Ertragspotenzial auf den Grund – zum Beispiel beim Ernteverlust-Monitoring. Die deutschen Rübenbüros konnten jetzt im Praxisversuch ­erfreulich niedrige Ernteverluste nachweisen. Nach Abschluss der über zwei Ernten durchgeführten Tests steht fest: Norddeutschlands Landwirte und Roderfahrer lassen deutlich weniger Rüben auf dem Feld als bisher angenommen.

zum Verlust-Monitoring durchgeführt und ausgewertet. Dazu wurde der Boden auf abgeernteten Testflächen an insgesamt 33 verschiedenen Standorten in Norddeutschland bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern gesiebt. Verbliebene Rüben und Rübenbruch wurden so ans Tageslicht befördert, gewogen und Verlustanteile am Gesamtertrag errechnet. Gesiebt wurde mit einem Separierer. Eine Maschine, die normalerweise dem Entsteinen von Ackerflächen dient.

Wie viel Rübe bleibt nach dem Roden ungeerntet im Boden? „Dazu gab es für unser Gebiet bislang nur Faustzahlen“, erläutert der Leiter der Nordzucker-Anbauberatung in Deutschland, Dr. Andreas Windt, den ­Ansatz. „Praktiker gehen von Masseverlusten bis zu zehn Prozent der Erntemenge aus. Die Roderhersteller schätzen die Verluste – abhängig vom Fahrer – sogar noch höher ein.“ Masseverluste bei der Rübenernte ­lassen sich bisher noch nicht kontinuierlich während der Rodearbeiten kontrollieren, sagt Windt. Die dazu nötige Technik biete bislang noch kein Roderhersteller an.

Im Schnitt blieb gut eine Tonne Rüben je Hektar auf dem Feld Unterm Strich fielen die im Test ermittelten Verluste erfreulich gering aus: 2011 blieben durchschnittlich 1,2 Prozent des Rübenertrags auf dem Feld; das entsprach 0,97 Ton­ nen Rüben je Hektar. 2012 lag die durchschnittliche Einbuße durch nicht geerntete Rüben bei 1,41 Prozent des Ertrags oder 1,21 Tonnen Rüben je Hektar. „Interessant wird es natürlich, wenn wir uns die Spanne und extreme Einzelwerte der nachgewie­ senen Rodeverluste ansehen“, erläutert ­Andreas Windt. Die Einzelergebnisse aus zwei Jahren rangieren zwischen 0,19 und 7,59 Tonnen Verlust je Hektar; das entsprach Ernteeinbußen von 0,4 bis zu sieben Prozent. Windt errechnet daraus „rund 200 Euro je Hektar Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Rodeergebnis“. Das entspreche in etwa den gesamten ­Rodekosten je Hektar.

Über zwei Jahre Rodeverluste exakt ­ermittelt Um tatsächlich angefallene Rodeverluste dennoch sichtbar zu machen und exakt zu beziffern, haben die Werksstudentinnen Anja Reimers und Anne Neuschrank für Nordzucker über zwei Jahre Praxisversuche 16

Nach der Ernte aus dem Boden gesiebt wurden die Rübenteile mit einem Separierer. Die Maschine wird normalerweise zum Entsteinen von Ackerflächen eingesetzt.

Fehler erkennen und vermeiden Verantwortlich für abweichende höhere Masseverluste waren neben ungleichen Beständen vor allem suboptimal eingestellte Roder. Auch die Pflanzengesundheit hatte Einfluss auf die Rodeverluste. So zeigten mit Rotfäule befallene Flächen höhere Masseverluste. Die Rüben waren brüchiger. Der Vergleich zwischen Rübenrodern der am Test beteiligten vier Hersteller erbrachte dagegen keine signifikanten Unterschiede. Dauerauftrag an das „Fingerspitzen­gefühl“ Die Stichproben zeigen, dass in Norddeutschland im Regelfall fast optimal und verlustarm gerodet wird. „Ein überraschend gutes Ergebnis“, lobt auch Dr. Ulf Wegener. Für den Leiter strategische Rohstoffbeschaffung sind die guten Testergebnisse jedoch kein Grund, das Thema Ernteverluste zu den Akten zu legen. „Nordzucker will den Blick für vermeidbare Ernteverluste dauerhaft schärfen. Augenmaß und grobe Schätzwerte helfen uns da nur bedingt weiter. Aber natürlich werden wir nicht ­jedem Roder ,hinterhersieben‘“, lacht er. Mit Blick auf ehrgeizige Ertragsziele im Rahmen der 20 · 20 · 20-Initiative spiele die an den Standort angepasste Einstellung von Rode- und Reinigungstechnik jedoch eine herausragende Rolle. „Unsere Testergebnisse unterstützen Landwirte und Roderfahrer, mehr Sicherheit und das nötige Fingerspitzengefühl zu gewinnen.“ n  

sdp


Rübe

Feedback erwünscht Konzernweite Anbauerumfrage startet im Februar Nordzucker möchte ihren Service für ­Rübenanbauer weiter gezielt verbessern und lädt alle Anbauer zu reger Beteiligung an der Anbauerumfrage 2013 ein. Die kon­ zernweit gleichlautende Umfrage ­startete im Februar 2013. Rübenanbauer ­in P­ olen erhalten den anonym auszufüllenden Fragebogen auf den Winterversammlungen. ­Anbauer in den übrigen Ländern benachrichtigt Nordzucker per E-Mail. Sie können die Fragen ­direkt online beantworten. Wie bereits 2011 stehen auch in diesem Jahr ­Fragen zum Beratungsservice, zu Qualität und Nutzung von Informationsangeboten und zur Zufriedenheit mit dem „Geschäfts­ partner Nordzucker“ im Fokus.

Sieben Minuten, die sich lohnen „Die differenzierte Rückmeldung aller Rübenanbauer ist Nordzucker sehr wichtig“, erläutert Dr. Ulf Wegener, der für strategische Rohstoffbeschaffung verantwortlich zeichnet. Von den Umfrageergebnissen verspricht er sich wertvolle Impulse, um Nordzucker-Kommunikation und -Beratungsangebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Die Umfrage und deren Auswertung betreuen Dr. Gerd Jung (Ost­europa) ClausFriso Gellermann (Zentraleuropa) und Björn Windfäll (Nordeuropa). Ulf Wegener wünscht sich in diesem Jahr besonders aus Norddeutschland höhere Resonanz. 2011 lag die Antwort­quote hier bei 22 Prozent, gegen­­über stattlichen 50 Prozent der ­Anbauer in L­ itauen und Schweden, wo

Kann direkt online beantwortet werden: die konzernweite Anbauerumfrage.

Online-­Umfragen seit 2007 zum inzwischen gern genutzten Feedback-Instrumen­tarium ­gehören. „Ich denke, das sind zehn Minuten, die sich für jeden lohnen“, meint er und ist zuversicht­lich, dass die deutschen Nordzucker-Anbauer 2013 aufholen. n sdp

Auf alle Fälle vorbereitet Sachsen-Anhalt probt den Winterservice mit Wetterformel Kampagnen angelegten Testphase muss es jetzt seine Praxistauglichkeit beweisen. „Wir wollen Erfahrungen sammeln, von denen später sicher auch andere Regionen profitieren“, sagt Schönecker. Drei Jahre auf Bewährung: ­Servicepaket Winterdienst Wer räumt und wer zahlt, wenn Zusatzdienste gebraucht werden? Als praktikable Antwort darauf vereinbarten Nordzucker und der Anbauerverband Magdeburg das Servicepaket WinterKalt erwischt: Mietenabdeckung unter erschwerten ­Bedingungen. dienst. Es sieht vor, dass die hier beteiligten drei Spediteure, die zu­sammen 1,2 Millionen Tonnen Rüben trans­portieren, ab 2012 auch Wie das Wetter wird, kann auch Axel nötige Winterdienste wie Schneeräumen Schönecker nicht vorhersagen. „Ich bin auf Wegen und Mieten, Streuen der Zukein Prophet!“ Sicher ist der Rübenbüro­ gangswege und – unter bestimmten Beleiter der Zuckerfabrik Klein Wanzleben dingungen – Bagger zum Brechen einge­jedoch, dass viele seiner Rübenanbauer in frorener Mieten übernehmen. „Um diese Sachsen-Anhalt Wintereinbrüchen während Dienste zu finanzieren, haben wir im Geder Rübenabfuhr gelassener entgegensehen genzug eine maximale Kostenpauschale je als vor zwei Jahren. Der Anbauerverband Tonne Rüben ver­ein­bart. Die zahlen Rüben­ Magdeburg und Nordzucker haben ein anbauer jedoch nur in dem Umfang an schlüssiges Konzept gefunden, um Schnee­ Nordzucker, in dem Winterdienste tatsächlich massen und klirrendem Dauerfrost künftig angefallen sind“, erläutert Axel Schönecker Paroli zu bieten. In einer zunächst auf drei

das Servicepaket. Vereinbart wurden für die laufende Kampagne maximal zehn Cent je Tonne Rüben. Für die kommenden Kampagnen 2013/14 und 2014/15 sind es höchstens 20 Cent. Kosten, die darüber hinaus anfallen, trägt Nordzucker. Einer für alle, alle für einen „Die nach oben gedeckelte Pauschale ist – wenn Sie so wollen – das Herzstück der im Frühjahr mit dem ZAV Magdeburg getroffenen Vereinbarung. „Alle Beteiligen zahlen; alle gewinnen Sicherheit,“ unterstreicht er. „Und zwar unabhängig davon, wer wann unter welchen Bedingungen geliefert hat. Im Ernstfall tragen alle extreme Lasten für diejenigen, die das Wetterpech bei der Abfuhr erwischt.“ Zur laufenden Kampagne haben sich Anbauer mit zwei Dritteln der gesamten Liefermenge dem Projekt angeschlossen. „Für den ­Anfang eine gute Akzeptanz“, findet Schön­ecker. Seine Bewährungsprobe hat der Pilotversuch Winterservice mit Wetterformel nach Schneeverwehungen in der ersten Dezemberdekade 2012 bereits hinter sich. „Alles hat sofort wunderbar funktioniert“, freut sich Axel Schönecker. Und für die ­Zukunft? „Da schau’n wir erst mal, wie das Wetter wird!“ n sdp

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„Stevia ist eine Alternative zu synthetischen Süßstoffen, denn es spricht diejenigen an, die Kalorien reduzieren wollen, dabei aber zum einen nicht auf Geschmack verzichten und zum anderen nicht zu künst­lichen Produkten greifen möchten.“ Mats Liljestam Chief Marketing Officer

Interview

Stevia – ein Jahr am Markt Alternative für kalorienbewusste Verbraucher Seit gut einem Jahr sind Steviolglycoside in der Euro­päischen Union als Süßungsmittel zugelassen. Seitdem vertreibt NP Sweet Stevia an Kunden der Lebensmittel- und Ge­tränke­industrie. Im Dezember 2012 folgte mit dem Stevia­ Zucker – einer Kombination aus Zucker und Steviolglycosiden – ein Produkt für die Verbraucher. Vermarktet wird es von Nordzucker unter den Marken Sweet­ Family und Dansukker. Ein Gespräch mit dem Vorstand Marketing und Vertrieb Mats Liljestam:

Herr Liljestam, im März 2011 hat Nordzucker gemeinsam mit Pure Circle das VertriebsJoint-Venture NP Sweet gegründet. Mit der Zulassung von Stevia als Lebensmittelzusatz in der EU konnte NP Sweet die operative Tä­ tigkeit aufnehmen. Wie hat sich seitdem die Position von NP Sweet im Markt ent­wickelt? Mats Liljestam: Der Markt für Stevia ist ­natürlich noch ein relativ kleiner Markt.

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Auf diesem aber hat unser Joint Venture eine gute Marktstellung. Gemeinsam mit einem anderen Mitbewerber haben wir in Deutsch­land eine führende Rolle und be­liefern namhafte Kunden aus verschiedenen Segmenten der Lebensmittel­ branche. Die Erwartungen an das neue Süßungsmittel aus der Steviapflanze waren von Beginn an sehr hoch. Manche befürchteten gar, Stevia könne dem Zucker Konkurrenz machen. Wie hat sich der Markt entwickelt? Mats Liljestam: Wir haben immer gesagt, dass Stevia keine Konkurrenz zum Zucker ist. Es spricht diejenigen Verbraucher an, die Kalorien reduzieren wollen, dabei aber zum einen nicht auf Geschmack verzichten und zum anderen nicht zu synthetischen Produkten greifen möchten. Denn der entscheidende Vorteil von Stevia ge­ genüber künstlichen Süßstoffen ist, dass es natürlichen Ursprungs ist.

Aber Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass die Erwartungen hoch waren – sowohl bei den Produzenten und Vertreibern von Stevia als auch in der Lebensmittelbranche. Betrachtet man den Vertrieb von Stevia, so ist der Absatz an Kunden der Lebensmittel­branche bislang unter den Erwartungen geblieben. Das geht nicht nur NP Sweet so, sondern auch unseren Wettbewerbern. Die Kunden haben noch nicht so zahlreich wie erhofft von Süßstoffen auf Stevia um­­­gestellt. Ich halte dies aber für eine normale Entwicklung. Was den gewohnten Geschmack von Lebensmitteln angeht, sind wir Menschen konservativ – in dem Sinne, dass wir gerne bei Gewohntem bleiben. Ein bekanntes Produkt stellt man nicht gerne um, wenn es am Markt gut läuft, weil es passieren kann, dass es den Kunden hinterher vielleicht nicht mehr zusagt, weil es anders schmeckt. Da geht es nicht nur um Marktanteile, sondern letztlich auch um hohe


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Steviolglycoside – Fakten • Steviolglycoside: Süßungsmittel, das aus der Pflanze Stevia

rebaudiana gewonnen wird. Steviolglycoside haben die 200- bis 300-fache Süßkraft von Zucker und sind praktisch kalorienfrei.

• EU-Zulassung: Mit Inkrafttreten der EU-Verordnung 1333/2008 im Dezember 2011 wurden Steviolglycoside in der EU als Süßungsmittel in bestimmten Produktgruppen zugelassen.

• NP Sweet: Im März 2011 gegründetes Joint Venture, das

zu gleichen Teilen durch Nordzucker und den malaysischen Weltmarktführer für Steviaprodukte Pure Circle gehalten wird. Ziel des Unternehmens sind der Vertrieb und die Weiterentwicklung von Steviaprodukten. www.npsweet.com

Seit 2011 in der EU als Süßungsmittel zugelassen: das aus der Pflanze Stevia gewonnene Süßungsmittel.

Summen. Daher dauert es, bis sich die Ersten vorwagen. Es haben nun erste Unternehmen Produkte erfolgreich umgestellt: Zum Beispiel verwenden die Schwartauer Werke in ihrer Konfitüre „Wellness“ nun Stevia anstelle von herkömmlichen Süßstoffen und erzielen damit auch deutlich bessere Absatzmengen. Oder schauen wir uns Danone an: Der mit Stevia gesüßte Joghurt Danvia sollte zunächst in Österreich eingehend getestet werden, bis entschieden werden sollte, ob er auch in Deutschland auf den Markt kommt. Nach nur einem halben Jahr kam er auch zu uns. Dies alles lässt einen positiven Trend erkennen. Gibt es weitere positive Zeichen? Mats Liljestam: Ja, in der Tat, die gibt es. Denn sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch im Handel steigt das Interesse. Die Kunden fragen in ihrem Supermarkt nach Produkten, die mit Stevia gesüßt

sind, und die Supermärkte geben diese Anfragen dann an ihre Lieferanten weiter. So kommt es, dass nun unsere Kunden zum Beispiel aus der Süßwarenindustrie auf uns zukommen, weil sie Stevia von NP Sweet beziehen möchten, obwohl sie im vergangenen Jahr noch nicht von Süßstoffen auf Stevia umstellen wollten. Gemeinsam entwickeln wir dann Lösungen, wie Stevia in den Produkten optimal eingesetzt werden kann. Die Verbraucher fragen aber nicht nur nach Konfitüre oder Süßigkeiten mit Stevia, sondern sie wollen auch selbst mit Stevia süßen. Darum hat Nordzucker unter ihren Marken SweetFamily und Dansukker den SteviaZucker eingeführt. Mit dieser Kombination aus Zucker und Stevia bieten wir unseren Kunden ein kalorienreduziertes Produkt, das geschmacklich nah am Zucker ist. n

SteviaSugar ist das erste konzernweit entwickelte Produkt. Es wird unter anderem in Dänemark vertrieben.

Das Gespräch führte Nina Tatter

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MARKT & KUNDE

SteviaZucker spricht neue Kundengruppen an Kalorien einsparen, den Geschmack von Zucker genießen Seit Dezember bietet Nordzucker mit SteviaZucker – einer Kombination aus Stevia und Zucker – ein neues Produkt für Endverbraucher an. Das Produkt wird derzeit in fünf Ländern unter den Marken SweetFamily und Dansukker vertrieben. Nicht nur der Vertrieb geht über Ländergrenzen hinweg, auch die Produktentwicklung erfolgte durch eine intensive Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns.

Entwickelt wurde das Produkt regionsübergreifend in enger Zusammenarbeit der Abteilungen Product Development und Innovation & Technology und wird aktuell in Deutschland, Dänemark, Finnland, Schweden und der Slowakei eingeführt. Die Produktion findet im schwedischen Arlöv statt. Das benötigte Stevia liefert dabei das Nordzucker-Joint-Venture NPSweet. „Unser SteviaZucker ist das erste Produkt, das länderübergreifend in unserem Unternehmen entwickelt wurde. Es ist damit ein hervorragendes Beispiel, wie das Unternehmen Nordzucker von seiner ­Internationalität profitiert“, unterstreicht Vorstand Mats Liljestam. Seit Ende 2011 sind Steviolglycoside in der EU als Süßungs­mittel zugelassen. Da Stevia natürlichen Ursprungs und praktisch kalorienfrei ist, verspricht es, eine attraktive Alternative zu künstlichen Süßungsmitteln zu sein. Eine ideale Ausgangssituation, findet Mats L­ iljestam: „Unser neues Produkt S ­ teviaZucker stellt keine Konkurrenz zum be­kannten Haushaltszucker dar, sondern ist vielmehr eine Ergänzung unseres Portfolios, da die Konsumenten von künstlichen Süßungsmitteln angesprochen werden und nicht diejenigen von Zucker.“ Auf dem europäischen Markt ist SteviaZucker das erste Produkt seiner Art: eine Kombination aus Stevia und Zucker.

Hierin liegt seine Stärke. „Mit SteviaZucker sprechen wir Kunden an, die bewusst Kalorien reduzieren wollen, aber gleichzeitig auf den Geschmack von Zucker nicht verzichten möchten“, sagt Oliver Ditsch, Senior Manager Marketing & Sales Retail. Möglich wird dies durch die besondere Charakteristik des Produkts: Um SteviaZucker zu erhalten, werden Steviolglycoside, also die süßen Stoffe aus der Steviapflanze, auf Zuckerkristalle aufgesprüht. Auf diese Zucker-Steviolglycosid-Körnchen wird wieder eine winzige

Schicht Zucker aufgebracht. So entsteht ein Produkt, das bei gleichem Volumen nur etwa 50 Prozent der Kalorien von Zucker pro Portion hat. Angeboten wird SteviaZucker im Supermarkt als 500-Gramm-Packung. Das Interesse der Supermarktketten ist da, freut sich Oliver Ditsch. „Der Distributionsaufbau ist bislang äußerst zufriedenstellend verlaufen. Wir sind zuversichtlich, unsere anspruchsvollen Distributionsziele zu erreichen.“ n nt

Rezeptideen finden Sie in der Rubrik „SteviaZucker“ auf der SweetFamily-Homepage www.sweet-family.de.

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Gleiches Volumen bei halbem Gewicht SteviaZucker ist die Alternative für kalorienbewusste Genießer. Die Verwendung ist ganz einfach: Da das Volumen von Zucker und SteviaZucker gleich ist, gilt beim Abmessen mit einem Löffel oder Messbecher eine Umrechnung von 1 : 1, also einfach die gleiche Füllmenge wie beim Zucker verwenden. Soll der SteviaZucker gewogen werden, so muss die Gewichtsangabe für Zucker laut Rezept halbiert werden, um die gleiche Süßkraft zu erzielen. nred

Halbes Gewicht

=

100 g Zucker

50 g SteviaZucker

gleiche Süßkraft

=

1 TL Zucker

gleiches Volumen

1 TL SteviaZucker

SweetFamily lädt zum Naschen ein Ende vergangenen Jahres ist die Broschüre Norddeutsche Desserts erschienen. In ihr werden 17 Rezepte vorgestellt. Zu finden sind traditionelle Rezepte wie Friesentörtchen oder Bremer Küsterküchlein und neue Rezeptideen wie das Schichtdessert mit karamellisierten Aprikosen. Ausgewählt wurden sowohl einfache als auch mittelschwere Rezepte, von denen einige schnell gemacht sind und andere etwas länger dauern. Und auch für jede Jahreszeit ist etwas dabei: So lädt die Zitronenjette als sommerlicher Nachtisch zum Probieren ein und der Bratapfel schmeckt im Winter. Das Heft mit den Anregungen für den Abschluss eines Menüs folgt den Vorgängern Norddeutsch backen und Norddeutsche Rezepte und kann auf der Homepage www.sweet-family.de bestellt werden. nred

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Trolli produziert Gummibonbons in allen Formen.

Fruchtig-süßer Duft: Mit jeder Drehung der Trommel fällt ein Schwung duftender Gummibärchen auf das Förderband.

Kundenporträt

Der Geschmack von süß-sauren Äpfeln Ein Besuch bei der Trolli GmbH Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern – in großen Lettern verrät der magentafarbene Schriftzug auf dem Hochregallager, wer hier Fruchtgummi herstellt: Trolli. Deutschlands zweitgrößter Hersteller von Gummibonbons und Schaumgummibonbons produziert hier Gummibonbons in allen Formen und Geschmacksvarianten: von sauren Würmern über Weingummi und Gummibärchen bis zu süß-sauren Pfirsich- und Apfelringen. Gleich wird mir Produktionsleiter Björn Ahrendt zeigen, wie.

Etwa 125.000 Tonnen Fruchtgummi produziert die Mederer-Gruppe, zu der die Trolli GmbH gehört, jährlich weltweit, rund 160 Tonnen jeden Tag in Hagenow. Los geht’s in der sogenannten Küche. Hier wird unter Druck aus Glucosesirup, Gelatine, Zucker und Wasser die Grundmasse für Fruchtgummi her-

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gestellt. Die zähflüssige, farblose, süße Masse ist der Grundstoff für die meisten Fruchtgummisorten aus dem Sortiment von Trolli. Die Grundmasse allein macht aber noch keinen Apfelring. In die heiße flüssige Grundmasse kommen in der Dosierstation die Zutaten hinzu, die aus ihr die flüssige Fruchtgummimasse für zum Beispiel Trolli-Gummiwürmer machen: „Aroma und Farbe bestimmen Geschmack und Aussehen. Mit der Säure kann ich zusätzlich noch etwas spielen: Ich kann bestimmen, wie sauer das Produkt ist und wie schnell sich beim Verzehr der saure Geschmack entwickelt. Die Säure bringt auch die fruchtige Note ganz besonders ins Spiel. Ein Apfel hat ja, auch wenn er süß ist, einen leicht sauren Geschmack. Das erzeugen wir hier“, erklärt Björn Ahrendt. Eine Etage unter der Dosierstation laufen gerade Hunderte rotgelbe Trolli-Glühwürm-

chen durch die Gießanalage. Noch liegen sie im sogenannten Formpuder – weißem Stärkepulver – auf ihren Kästen. „Die Gummifiguren werden flüssig in den Formpuder gegossen. In der Gießanlage wird dazu vorher der Formpuder in die Kästen gefüllt, glatt gezogen und ein Stempelbrett drückt die Formen in den Puder. So entstehen die Negativformen für jeden Kasten Würmer, Bärchen oder Ringe immer wieder neu. Der Vorteil von dem Puder ist, dass das Fruchtgummi daran nicht haften bleibt und er immer wieder verwendet werden kann“, so Ahrendt weiter. Die nun flüssigen Würmer, Bärchen oder anderen Figuren müssen erst einmal abkühlen und fest werden. Dazu werden die Kästen auf Paletten gestapelt und in den Trockenraum gebracht. Jedes Produkt hat seine eigene Standzeit. Bis die Bärchen oder Ringe weiterverarbeitet werden können, müssen sie viele Stunden in dem Raum verbleiben. „Die Standzeit, die Art und Menge der Gelatine bestimmen, wie weich oder fest ein Pro-


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Zahlen & Fakten Trolli GmbH ●Deutschlands

zweitgrößter Hersteller

von FruchtgummiundEfficax SchaumgummiKundenbilder Quispiam impiger, quo cos Hanc rectum upilio pyus abico. bonbons ●Gründung

1948 in Fürth durch Willy Mederer ●Drei Produktionsstandorte in Deutschland, außerdem Standorte in drei weiteren Ländern ●Über 1000 Mitarbeiter in Deutschland, davon 400 in Hagenow ●Produktion von 125.000 Tonnen Fruchtgummi weltweit jährlich ●Umsatz: 240 Millionen Euro pro Jahr weltweit

Produzierte das Unternehmen zu Beginn Süßwaren wie Pfefferminzfondant und Cremehütchen, erfolgte in den 1970er-Jahren die Umstellung auf ein Fruchtgummisortiment.

dukt wird“, erklärt Ahrendt. Während die Fruchtgummis von Gabelstaplern auf ihre Stellplätze gebracht werden, gehen Björn Ahrendt und ich in die nächste Halle. Hier bekommen Pfirsichringe gerade ihre charakteristische Bezuckerung. Die Gabelstapler bringen sie aus dem Trockenraumraum zur Gießanlage zurück. Hier werden sie von ihrem Puder befreit und ein Förderband bringt die Ringe zu einer Art Trommel, in der sie ihren süß-sauren

Zuckermantel bekommen. Trocknen die Ringe, bleibt der Zucker an ihnen haften und sie können verpackt werden. Vorbei geht es an weiteren Produktionsstraßen, auf denen andere Fruchtgummisorten hergestellt werden. Nun sind wir also in der Verpackung angekommen. Von hier hat man einen guten Überblick und erkennt die verschiedenen Verpackungsanlagen. Manche sind vollautomatisch, an anderen stehen Mitarbei-

Mit einer Produktionsstätte in China beliefert Trolli die asiatischen Märkte sowie den Nahen und Mittleren Osten.

Seit 1982 ein Renner: Apfelringe von Trolli.

ter, die die fertig gepackten Tüten in Kartons legen. Es gibt Anlagen, die verpacken Gummibärchen in Beutel, andere verpacken Weingummi und wieder andere TrolliMischungen in Dosen. Gerade verpacken große Becherwaagen Pfirsichringe. Wir steigen hoch auf ein Podest, wo in Waagen die richtige Menge Pfirsichringe pro Beutel abgewogen wird. Jeweils 200 Gramm der Pfirsichringe wiegen sie ab und dann geht es portionsweise nach unten. Dort faltet eine Maschine aus einer Folienrolle einen Schlauch, der auf der Rückseite und an der Unterseite verschweißt wird, füllt die Ringe ein und schweißt oben doppelt zu. Dazwischen trennt die Maschine den Beutel vom nächsten. Gemeinsam mit anderen Beuteln wird unser Beutel in einen Karton gepackt, kommt auf eine Palette und fährt ins Hochregallager. Hier wird es nur kurze Zeit dauern, bis die Pfirsichringe gemeinsam mit anderen Fruchtgummis in einen Supermarkt ausgeliefert werden. n   nt

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MARKT & KUNDE

MARKT IM BLICK

Biokraftstoffe in der Diskussion Biokraftstoffe wie Bioethanol oder Biodiesel spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz und bei der Energieversorgung. Hinsichtlich der Treibhausgasemissionen, die bei der Produk­ tion entstehen, sowie der Nutzungskonkurrenz zu ­Lebens- und Futtermitteln werden Biokraftstoffe in der Ö ­ ffentlichkeit derzeit jedoch vermehrt diskutiert. Getreide-, Ölsaaten- sowie ­Zuckermärkte sind zunehmend von den ­Entwicklungen am ­Biokraftstoffmarkt beeinflusst, vor allem auch weil sie künftig weiter stark abhängig von den politischen Rahmenbedingungen sein werden.

Von den im Jahre 2012 weltweit rund 102 Millionen Kubikmetern produzierten Ethanols wurden mit 52,5 Millionen Kubikmetern über die Hälfte in den USA hergestellt, gefolgt von Brasilien mit 23,6 Millionen Kubikmetern mit einem Anteil von 23 Prozent (Quelle: Conab) sowie der EU mit 6,6 Millionen Kubikmetern bzw. 7 Prozent an der weltweiten Produktion (Quelle: F.O. Licht). Während in den USA und der EU die Ethanolproduktion vorwiegend auf Mais und Weizen basiert, dient in Brasilien vor allem Zuckerrohr als Produktionsbasis. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass die Entwicklungen am weltweiten Bioethanolmarkt zunehmend von Bedeutung für den Zuckermarkt sind. Für den Bioethanolmarkt waren im Jahre 2012 dabei vor allem zwei Entwicklungen bedeutend:

Ethanolproduktion 2004 – 2013

Geringere Ernte und hoher Zuckerpreis lassen Ethanolproduk­ tion in Brasilien schrumpfen In Brasilien sank aufgrund verringerter Zuckerrohrernten die Ethanolproduktion 2012 im Vergleich zu 2011 um rund 3 Prozent auf 22,4 Millionen Kubikmeter (2011: 23). Darüber hinaus wurde aufgrund des hohen Zuckerpreises mehr Zuckerrohr in die Zuckerproduktion, zulasten von Ethanol, geleitet. Dies führte dazu, dass die Regierung die nationale Beimischungsverpflichtung von 25 Prozent auf 20 Prozent senkte. Für das Wirtschaftsjahr 2012/13 (April/März) schätzt die staatliche Versorgungsgesellschaft Conab einen Anstieg der Zuckerproduktion um knapp 5 Prozent auf 37,7 Millionen Tonnen (2011/12: 36), während für die Ethanolerzeugung ein Rückgang um 5 Prozent auf 23,6 Millionen Kubikmeter (24,8) prognostiziert wird. Die brasilianische Regierung plant jetzt, im Juni 2013 die Beimischungsverpflichtung wieder auf 25 Prozent anzuheben, und es wird darüber hinaus diskutiert, ob die Steuer auf Ethanol herabgesetzt werden soll. Ein weiterer Grund für die derzeit relativ langsame Entwicklung der brasilianischen Ethanolproduktion ist jedoch auch der von der Regierung subventionierte, unter den Herstellungskosten liegende Benzinpreis. Deshalb können die Ethanolproduzenten kaum die gestiegenen Rohstoffkosten an die Verbraucher weitergeben, ohne an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Benzin zu verlieren. Eine Deregulierung des Benzinpreises, die Anhebung der Beimischungsquote

Anteil Rohstoffe an weltweiter Ethanolherstellung 2012

In 1000 Kubikmeter

Weizen 6%

60.000 50.000

Melasse 5%

40.000 30.000 Mais 63 %

20.000 10.000

Zuckerrohr 25 %

0 2004

2005 USA

Quelle: F.O. Licht

24

2006

2007 Brasilien

2008

2009

2010

2011

2012

2013*

EU * Schätzung

Andere 1%


MARKT & KUNDE

2012 wurden 6,6 Millionen Kubikmeter Ethanol in der EU hergestellt. Das sind 7 Prozent der weltweiten Produktion.

sowie eine Reduzierung der Ethanolsteuer würde die Nachfrage nach Ethanol forcieren. Wie sich dies auf die heimische Zuckerproduktion und folglich auf den globalen Zuckermarkt auswirken könnte, bleibt abzuwarten. Die Ethanolproduktion in den USA sank 2012 aufgrund der dürrebedingten schlechten Maisernte um 3 Prozent auf 52,5 Millionen Kubikmeter (2011: 54,2), und das Land musste vermehrt Ethanol importieren, um die nationale Beimischungsverpflichtung nach dem Renewable Fuels Standard (RFS) zu erreichen. Diese sieht vor, den Anteil von Biokraftstoffen (Biodiesel sowie Bioethanol) im Transportsektor bis 2022 auf bis zu 136 Millionen Kubikmeter zu erhöhen. Mit der derzeitigen Produktionskapazität von etwa 57 Millionen Kubikmetern (Quelle: Renewable Fuels Association) ist es fraglich, ob dieses Ziel über die nächsten zehn Jahre erreicht werden kann. Die durch die Dürre verursachten hohen Maispreise führten dazu, dass der RFS in die öffentliche Kritik geriet. Denn über 40 Prozent der Maisernte (rund 114 Millionen Tonnen) wurden trotz der Verknappung am Markt für die Ethanolherstellung verwendet, was vor allem zu Protesten der Milch- und Fleischproduzenten gegen den RFS wegen stark steigender Futtermittelpreise führte. Beimischungsverpflichtung wird diskutiert Aktuell wird auch in der EU eine Änderung der Beimischungsverpflichtung von Biokraftstoffen aufgrund der „Tank versus Teller“Debatte diskutiert. Der EU-Richtlinie 2009/28/EG für Erneuerbare Energien (RED für Renewable Energy Directive) liegt das derzei­ tige verpflichtende Ziel, 10 Prozent erneuerbare Energie im Verkehrssektor bis 2020 zu erreichen, zugrunde. In der EU wurden 2012 etwa 9 Millionen Kubikmeter Biodiesel aus 7,68 Millionen

Tonnen Pflanzenöl produziert (26 Prozent der gesamten Produktion von 26,6 Millionen Tonnen (Quelle: Fediol, Zahlen für 2011)). Für die 6,6 Millionen Kubikmeter hergestellten Bioethanols wurden etwa 4,6 Millionen Tonnen Weizen (3,7 Prozent der gesamten Produktion von 123 Millionen Tonnen (Quelle: EU-Kommission DG AGRI 2012/13 forecast)), 3 Millionen Tonnen Mais (5,4 Prozent der gesamten Produktion von 55,4 Mio. Tonnen (Quelle: EU-Kommission DG AGRI 2012/13 forecast)) und rund 15 Millionen Tonnen Zucker­rüben (13,6 Prozent der gesamten Produktion von 110 Millionen Tonnen (Quelle: EU-Outlook 2012)) verwendet. Vor allem wegen der Problematik der indirekten Landnutzungsänderung (ILUC), die zunehmend in den Fokus der öffent­ lichen Diskussion im Zusammenhang mit der Produktion von Biokraftstoffen gerückt ist, präsentierte die Europäische Kommission im September 2012 einen Vorschlag, der vorsieht, den Anteil erneuerbarer Energien der ersten Generation, also jene, die mit Nahrungsmitteln konkurrieren, von 10 Prozent auf 5 Prozent zu reduzieren. Für 2011 lag der Anteil bereits bei etwa 4,5 Prozent. Dies bedeutet, dass zumindest für die Biokraftstoffe erster Generation kaum noch Wachstumspotenzial in der EU zu erwarten ist. Auch in nächster Zeit werden die politischen Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe sowohl in der EU als auch in anderen Haupterzeugerländern mit großen Unsicherheiten behaftet sein. Aufgrund der Verknüpfung der Märkte werden die künftigen Entwicklungen am Biokraftstoffmarkt auch Folgen für den Zuckermarkt haben. Vergangene Befürchtungen, dass vor allem die Beimischungsquote Brasiliens erheblich den Weltmarktpreis für Zucker beeinflusst, haben sich bisher nicht in dem erwarteten Ausmaß bestätigt. n 

Dr. Thordis Möller, Economics

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Treffpunkt

Phantoms@School weiterhin unterstützt Auch lokal unterstützt Nordzucker Vereine und Initiativen. In Braunschweig unter anderem das Projekt Phantoms@School der Bundesligabasketballer der New Yorker Phantoms. „Phantoms@School macht Laune und stärkt die Kids fürs Leben, denn Basketball fördert Fitness und Koordination, Teamgeist und Spaß an intensiver Bewegung. Mit der richtigen Ernährung on top sind schon zwei wichtige Säulen für ein gesundes und ausgeglichenes Leben gegeben. Das ist unsere Motivation als hier ansässiger Lebensmittelproduzent, das Projekt auch in diesem Jahr zu fördern“, unterstreicht Vorstandsmitglied Axel Aumüller. Die Nordzucker AG unterstützt die Initiative im 2. Jahr in Folge. n red

Nordzucker unterstützt Phantoms@School und fördert so Spaß an Sport und Bewegung.

Engagement vor Ort Spenden an United Kids Foundation und AHA-Erlebnis Kindermuseum

Zum vierten Mal in Folge hat die Nordzucker AG die Weihnachts­ initiative der United Kids Foundation unterstützt. Im Dezember ­gingen 1.000 Euro an die Stiftung. Dieser Betrag ist der Erlös aus dem Mummekuchenverkauf anlässlich der im November veran­ stalteten Mummemeile in der Braunschweiger Innenstadt. Außerdem unterstützt Nordzucker erstmalig die zahlreichen Aktionen des AHA-Erlebnis Kindermuseums in Wolfenbüttel. Im November wurde ein Scheck in Höhe von 500 Euro überreicht. Das Geld war durch den Verkauf von SweetFamily Rote Grütze auf dem Altstadtfest Wolfenbüttel zusammengekommen. n red

Daniela Gierth überbrachte Steffen Krollmann – Vorstandsvorsitzender der ­Volksbank BraWo Stiftung – den Scheck für die United Kids Foundation.

Produktionstechnik für 500 norddeutsche Zuckerrüben-Profis Fachversammlungen: anbautechnische Themen im Mittelpunkt Ungewohnt früh trafen sich rund 500 norddeutsche RübenanbauSpezialisten in diesem Jahr bereits im Advent zu den Fachversammlungen des Forums Zucker­rübe Nord. Das Fachtreffen nimmt alljährlich i­nnovative Verfahren und aktuelle produktionstechnische Herausforderungen des Rübenanbaus in den Fokus. Unter ­Regie des Forums Zuckerrübe Nord koordinieren Nordzucker, der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die Be­ratungsringe Fragen und Antworten zum aktuellen Fachaustausch rund um die Rübe. Schwerpunkte der Treffen, die Anfang D ­ e­zember in Lengede (Kreis Peine), Nord­stemmen (Zuckerfabrik), Schöppenstedt (Kreis Wolfenbüttel) und Bornum (Kreis Helmstedt) stattgefunden haben, waren: Zwischenfrüchte, Organische Düngung zu Zucker­rüben, Stroh­manage­ment nach der Getreideernte und Beregnung auf ­Parabraunerden. „Die in diesem Jahr geführten Diskussionen und die sehr gute Resonanz zeigen uns das große Interesse der Rübenanbauer an produktionstechnischen Fragen“, resümiert der Leiter der NordzuckerAnbauberatung in Deutschland, Dr. Andreas Windt. Neben der Vernetzung im Nordzucker-Programm 20 · 20 · 20 sind die Erfahrungen aus den Fachversammlungen für Windt ein weiterer wichtiger Grund, fachliche Themen auch in den Winterversammlungen 2013 wieder stärker in den Vordergrund zu rücken. n sdp

Nordzucker unterstützt Welthungerhilfe Wie viele andere Unternehmen verzichtete auch Nordzucker zu Weihnachten auf Geschenke an Geschäftspartner. Stattdessen spendete das Unternehmen Ende des Jahres 10.000 Euro an die Welthungerhilfe. „Die Welthungerhilfe leistet enorm wichtige ­Arbeit im Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Als ein Vertreter der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft ist sich 26

Nordzucker der Verantwortung bewusst, hier einen ­Beitrag zu leisten. Wir tun dies aus voller Überzeugung“, so der Vorstandsvorsitzende Hartwig Fuchs. Bereits zur Inter­nationalen Grünen Woche 2012 hatte Nordzucker einen Betrag gleicher Höhe an die Welthungerhilfe gespendet. n red


treffpunkt

Bundesminister für Wirtschaft und Technologie in Schladen Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler besuchte Anfang ­Januar das Nordzucker-Werk Schladen, um sich während der ­Zuckerrübenkampagne über die regionale Bedeutung des ­Zuckerrübenanbaus und der Zuckerproduktion zu informieren. Der Vorstandsvorsitzende der Nordzucker AG, Hartwig Fuchs, warb für eine Verlängerung der Zuckermarktordnung bis zum Jahr 2020 und unterstrich: „Niedersachsen ist Europas Zuckerregion Nummer 1. Der Zuckerrübenanbau gehört zur heimischen Landwirtschaft, denn mehr als 25 Prozent der deutschen Zuckerproduktion finden hier statt. Das soll auch so bleiben. Deshalb muss die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors im internationalen Vergleich weiter gestärkt werden. Dazu benötigen wir entsprechende Rahmenbedingungen und unterstützen deshalb die Forderung nach einer Verlängerung der Zuckermarktordnung bis 2020. Minister Rösler stimmte grundsätzlich einer Verlängerung der Zuckermarktordnung zu, ließ aber den zeitlichen Rahmen offen. Wichtig sei die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produzenten, um langfristig auf liberalisierteren Märkten zu bestehen. n red

Dr. Philipp Rösler (3. V. l.) während seines Rundgangs mit CEO Hartwig Fuchs und CAO Dr. Niels Pörksen in Schladen.

Olaf Lies zu Gast in Nordstemmen Im Dezember besuchte der stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Niedersachsen und –zum damaligen Zeitpunkt noch Mitglied des Wahl-Kompetenzteams für die Themen Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur von Stephan Weil das Werk Nordstemmen. Vor Ort informierte sich Lies über die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Zuckerproduktion. Christian ­Kionka, Director European Affairs erläuterte ihm die Bedeutung der Nordzucker als zweitgrößter Zuckererzeuger Europas für Niedersachsen. Die agrar- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind ein wichtiger Standortfaktor. Die Verlängerung der EU-Zuckermarktordnung bis zum Jahr 2020 bringt stabile Planungsgrundlagen für die heimische Zuckerproduktion. Lies zeigte sich auch interessiert an den für Nordzucker wichtigen Themen Energie, Umwelt und Arbeitsmarkt Lies wird nach Abschluss der Ko­ alitionsverhandlungen voraussichtlich neuer Wirtschaftsminister in Niedersachsen. n red

Der designierte niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (2. von rechts) mit seiner Delegation sowie Christian Kionka und André Pollex in Nordstemmen.

Schwedische Sozialdemokratin besucht Örtofta Am 7. Dezember besuchte die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Landwirtschaft des schwedischen Parlaments, Matilda Ernkrantz, das schwedische Werk Örftofta. Die Vorsitzende zeigte sich von der Besichtigung beeindruckt und betonte diesbezüglich den hohen Stellenwert den persönliche Besuche im Ernährungs- und Agrarsektor für Politiker hätten um die Leistung des Sektors besser beurteilen zu können. Mit dem Besuch bot sich die Möglichkeit die wichtigen politischen wie regulativen Rahmenbedingungen der Rübenproduktion, vor allem hinsichtlich der künftigen GAP-Reform sowie den Einsatz wichtiger Produktionsmittel wie Pestizide, zu diskutieren. n red

Matilda Ernkrantz im Gespräch mit Johan Neikell, Vice President Industry Nordic Sugar A/S (im Vordergrund rechts).

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Gewürzkakao Zutaten:

50 g Zartbitter-Kuvertüre ) 400 ml Milch (1,5 % Fett ucker 1 TL SweetFamily SteviaZ 1-2 Prisen Zimt om 1 Prise gemahlener Kardam

Zubereitung: Die Kuvertüre fein hacken und mit 300 ml Milch in einem Topf erhitzen. Die Kuvertüre unter Rühren auflösen. SweetFamily SteviaZucker, Zimt und Kardamom unterrühren. Anschließend 100 ml Milch in einem Topf erhitzen, vom Herd ziehen und mit einem Milchschäumer aufschlagen. Den Gewürzkakao in Gläser gießen, den Milchschaum darauf verteilen und sofort servieren. Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten Pro Glas ca.: 208 kcal 5,9 g Fett 28,7 g Kohlenhydrate 9,4 g Eiweiß

s und leckere Weitere Tipp en Sie unter: Rezepte find

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