Issuu on Google+

Akzente Neues aus der Nordzucker-Welt | Ausgabe 1 | Januar 2009

„Auch nach innen wachsen“ Interview mit Hans-Gerd Birlenberg Lebensmittel: Neue Kennzeichnungsansätze mit Lücken Pellets: Nach der Hausse kam die Baisse


Rubrik

4

Aktuell

21 Markt und Kunde

4

„Auch nach innen wachsen“, Interview mit Hans-Gerd Birlenberg WTO-Verhandlungen – schneller Abschluss oder langes Warten Nordzucker-Aufsichtsrat 2008 Povazsky Cukor: Ausgezeichnet Lebensmittel: Neue Kennzeichnungsansätze mit Lücken Nordzucker legt Nachhaltigkeitsbericht 2008 vor fuel 21: Gelungene Leistungsfahrt in Klein Wanzleben Halbjahresbericht 2008/09 Neue Rolle für die Rübe – E.ON verfolgt ehrgeizige Bioenergie-Ziele Abbau von drei Standorten läuft nach EU-Vorgabe Wesentliche Investitionen 2009/10 Winterversammlungen 2009 Personalien

21 22 23 24 25 26 26 27

5 6 7 8 9 10 10 11 13 13 14 15

Inhalt

EuroSugar Markt-Telegramm Wachstumsmarkt Biozucker Pellets: Nach der Hausse kam die Baisse E85 – Die Mischer kommen Zertifizierungen 2008 bestanden Neues SweetFamily-Rezept von Bernd Siefert Kommt gut an: TV-Kampagne von SweetFamily SweetFamily: Die flüssige Art des Zuckerns

28 Treffpunkt 28 29 29 30 31

Norddeutscher Zuckerrübentag 2008 Zu Gast in Schladen: Agrarausschuss des niedersächsischen Landtags Ehemaligentreffen in Uelzen Zuckerfabrik Nörten: Weißes Gold im Leinetal Werksführungen: Eintauchen in die Nordzucker-Welt

16 Rübe 16 17 18 19 20

Zwischenbilanz Kampagne 2008/09 Rübenverarbeitung bis in den Januar Nematodenmonitoring bei Nordzucker Anbauerportrait: Djoka Mitic, Debeljaca, Serbien Mehr Geld durch Rübe

Impressum Herausgeber: Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig, Telefon 0531/2411-314, Telefax 0531/2411-106, akzente@nordzucker.de · Redaktion (red): Helmut Bleckwenn, Susanne Dismer-Puls (sdp), Rolf Hoffmann, Simone Nickel, Tanja Schneider-Diehl (tsd), Marion Stumpe (ms), Dr. Ulf Wegener · Gestaltung und Satz: Sieler Kommunikation und Gestaltung GmbH, Frankfurt · Druck: CWN-Druck, Hameln · Bildnachweis: Corbis; Nordzucker AG

2


Editorial

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Leserinnen und Leser, kurz vor Weihnachten läuft die Kampagne in unseren fünf deutschen Werken sowie in unseren zwei Werken in Polen noch auf Hochtouren. Dank einer Rekordernte mit Zuckergehalten, die in Deutschland deutlich über 18 Prozent liegen, wird die Zuckerproduktion bis Mitte Januar des neuen Jahres hinein dauern. Lange Kampagnen erlauben eine verbesserte Ausnutzung der Kapazitäten und ermöglichen eine höhere Produktionseffizienz. Sie bedeuten aber auch eine erhöhte Belastung für die Mitarbeiter in unseren Werken. Ich will hier die Gelegenheit nutzen, mich ausdrücklich für das Hans-Gerd Birlenberg

Engagement und die Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter zu bedanken. Ich habe erlebt, wie selbst zwei größere Produktionsunterbrechungen von unseren Mitarbeitern mit Ehrgeiz und Eifer

behoben wurden, so dass es nur zu kurzen Produktionsausfällen kam. Darauf können wir mit Recht stolz sein. Soviel zu unserem operativen Geschäft. Schauen wir auf unsere strategischen und langfristigen Themen: 2008 haben wir einige Aufgaben zur langfristigen Weiterentwicklung unseres Unternehmens geschultert. Die Sicherung des nachhaltigen Unternehmenserfolgs ist dabei unsere oberste Maxime. Dazu gehören nicht nur der geplante Erwerb der

»

Im sicheren Bewusstsein unserer Stärken die notwendigen Maßnahmen vorantreiben.

«

Danisco Sugar, sondern auch strategische Aufgaben rund um die künftigen Rohrzuckerimporte, unsere ersten Schritte in die Geschäftsfelder der erneuerbaren Energien sowie das Ausschöpfen der Vorzüge unseres europaweiten Vertriebs über die Eurosugar. 2008 haben wir viel bewegt. Lassen Sie uns – im sicheren Bewusstsein unserer Stärken – die 2009 notwendigen Maßnahmen weiter mit Nachdruck vorantreiben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine glückliche Weihnachtszeit sowie uns allen kampagne- und rübenfreundliches Wetter bis in den Januar. Ihr

Hans-Gerd Birlenberg

Akzente Ausgabe 01/09

3


Aktuell Effizienzsteigerung: Die Vorschläge der Mitarbeiter sind die Basis.

Auch nach innen wachsen Der Vorstandsvorsitzende Hans-Gerd Birlenberg über die Vorarbeiten zur Integration von Danisco Sugar

Die Integration von Danisco Sugar in den Nordzucker-Konzern stellt Nordzucker 2009 vor große Aufgaben. Der Vorstandsvorsitzende HansGerd Birlenberg spricht im Interview mit Bianca DeppeLeickel über den Beginn der Vorarbeiten sowie die wichtigsten Themen, die das Unternehmen und seine Mitarbeiter aktuell beschäftigen.

Herr Birlenberg, im Sommer haben Sie den Vertrag über den Erwerb von Danisco Sugar A/S unterzeichnet. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Wie blicken Sie auf diesen Tag zurück? Das war natürlich ein wichtiger Tag für meine Kollegen, für mich und für die Zukunft der Nordzucker insgesamt. In einem kleinen Team haben wir extrem hart an der Vorbereitung des Unternehmenskaufs gearbeitet. Dazu gehörten die detaillierte Analyse unseres künftigen Partners, die Prüfung strategischer Optionen und die Verhandlungen selbst. Natürlich bringt der Tag, an dem man alles unter Dach und Fach bekommt, eine ganz eigene Stimmung. Das ist gut und das beflügelt für den weiteren Weg. Die Arbeit ist mit einer geleisteten Unterschrift nicht vorbei, sondern sie fängt ja erst an. Natürlich gibt es noch andere wichtige Themen, die uns umtreiben. Welche Themen sind das? Wie ist der Stand der Dinge? Wichtig ist und bleibt selbstverständlich das Thema Quotenreduktion in der EU. Ab 2009 wird vermehrt Rohrzucker aus LDC- und AKP-Staaten in die EU kommen. Darauf stellen wir uns ein. In Chelmza in Polen haben wir 2008 unsere erste Rohrrohzuckerkampagne erfolgreich abgeschlossen. Auch hier spielt der Erwerb von Danisco Sugar eine wichtige Rolle: Danisco Sugar ist ein so ge-

4

„Wir müssen uns auch nach innen hin stärken und laufend verbessern.“ nannter „Traditional Refiner“. Das heißt, hier ist über Jahrzehnte gewachsenes Know-how und Technik für die Raffination von Rohrrohzucker vorhanden. Beides haben wir bisher nicht, werden es aber angesichts der künftigen Marktentwicklung dringend brauchen. Mit Chelmza und dem Erwerb von Danisco Sugar haben wir 2008 ein wichtiges Fundament für das sich neu formierende Raffinationsgeschäft geschaffen. Neben der strategischen Ausrichtung auf den künftigen Zuckermarkt gilt unser Hauptaugenmerk natürlich dem Tagesgeschäft. Die Zuckerrübenkampagne läuft und unsere Bioetha-


Aktuell

nolanlage in Klein Wanzleben fährt mittlerweile unter Volllast. Technisch haben wir damit erstmalig die Voraussetzungen für ein neues Standbein geschaffen. Das Kartellamt hat dem Erwerb von Danisco Sugar noch nicht zugestimmt. Was tut Nordzucker in der Zwischenzeit? Wir produzieren Zucker und Bioethanol und stellen natürlich in erster Linie sicher, dass alles reibungslos läuft. Auf der anderen Seite bereiten wir uns intensiv auf die kommenden Monate vor, in denen wir durch den Unternehmenskauf ein sehr viel größerer Zuckerproduzent werden. Wir gehen weiter davon aus, dass es im Zuckermarkt der EU künftig nur noch eine Hand voll Marktteilnehmer geben wird. Zusammen mit Danisco Sugar werden wir – was unseren Marktanteil angeht – eine starke Nummer zwei sein. Aber um es noch einmal zu betonen: Größe allein ist kein Garant für

ein erfolgreiches Unternehmen. Wir müssen uns auch nach innen hin stärken und laufend verbessern. Wie wollen Sie solche Verbesserungen erreichen? Verbesserungen kann man nicht verordnen. Man kann sie auch nicht allein aus finanzieller Sicht werten. Deshalb wollen wir noch stärker als bisher die Vorschläge der Mitarbeiter berücksichtigen. Denn nur sie kennen die Arbeitsschritte bis ins Detail. Bei der Analyse, die wir im Rahmen des Effizienzsteigerungsprojektes gerade durchführen, gehen wir genauso vor. Die Vorschläge der Mitarbeiter sind die Basis. Noch einmal zurück zu Danisco Sugar: Können Sie den großen Aufwand finanziell bewältigen und ist die Integration gemessen am finanziellen Aufwand und den notwendigen Managementressourcen zu schultern?

Sicherlich liegt eine bedeutende und auch schwierige Aufgabe vor uns. Wankelmut und Schwarzseherei sind dabei fehl am Platz. Wir werden diese Herausforderung schultern – der Markt lässt uns keine andere Wahl. Der Zuckermarkt verändert sich massiv. Darin steckt aber auch die gute Nachricht: Mit Zucker kennen wir uns sehr gut aus! Wir gewinnen ein neues Unternehmen in der gleichen Branche mit ebenfalls erfahrenen, gut ausgebildeten Mitarbeitern und ein großes zusammenhängendes Marktgebiet im Norden Europas. Danisco Sugar ist für uns der bestmögliche Partner. Gemeinsam bauen wir ein gewichtiges und erfolgreiches europäisches Unternehmen. Wir wissen, was zu tun ist und welche Herausforderungen vor uns liegen. Alles in allem ist das eine optimale Ausgangsposition. ■ Davon bin ich überzeugt.

Schneller Abschluss oder langes Warten WTO-Verhandlungen: Wie geht es weiter? Ende Juli 2008 waren die WTO-Verhandlungen in Genf nach intensiven Bemühungen – für viele Beobachter überraschend – abgebrochen worden. Ursächlich waren nicht zu überbrückende Interessensgegensätze zwischen den USA auf der einen und China sowie Indien auf der anderen Seite. In einer Aussprache unter den WTO-Mitgliedern zu dem so genannten „LamyPaket“, das weitgehend Akzeptanz fand, kam es zu verbalen Attacken der USA gegen Indien und China. Die USA warfen den Schwellenländern vor, sich nicht an den im G7-Kreis (Australien, Brasilien, China, EU, Indien, Japan, USA) vereinbarten Kompromiss zu halten und immer weitergehendere Forderungen zu stellen. Die USA sahen die Gefahr, dass diese Länder geforderte Instrumente zur Marktabschottung gegen Agrareinfuhren einsetzen würden. Sowohl China als auch Indien setzten sich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Abbruch der Verhandlungen Während die USA einen Subventionsabbau auf unter 15 Milliarden US-Dollar zugestan-

den haben und die EU ihre Zollsätze für Agrarprodukte um durchschnittlich 60 Prozent senken sollte, forderte Indien, seinen bestehenden Außenschutz sogar noch zu erhöhen. China verlangte außerdem Ausnahmeregelungen im Industriebereich. Der Konflikt mit den USA war zu diesem Zeitpunkt unauflösbar, so dass WTO-Generaldirektor Pascal Lamy am 29. Juli den Abbruch des Ministertreffens verkündete. Beratungen gehen in Kleingruppen weiter Obwohl einige WTO-Mitglieder (darunter auch Brasilien) sowie der Vorsitzende der Agrarverhandlungsgruppe, Botschafter Crawford Falconer, zu einer raschen Wiederaufnahme der Gespräche aufriefen, hielten es Beobachter angesichts der Wahlen in den USA im November 2008 sowie in Indien im Sommer 2009 für unwahrscheinlich, dass es kurzfristig zu einer Fortsetzung kommt. Crawford Falconer hat zwar zwischenzeitlich seine Beratungen in Kleingruppen von WTO-Mitgliedern fortgesetzt, aus Verhandlungskreisen wird jedoch verlautbart, dass die Positio-

nen der WTO-Mitglieder noch sehr weit auseinander liegen. „Lamy-Paket“ bleibt weiter nicht öffentlich Erstaunlich ist, dass der Lamy-Kompromisstext vom 26. Juli 2008 in allen Details nicht veröffentlicht ist. Das bedeutet, dass zahlreiche Interpretationsspielräume und -wünsche diskutiert werden. Aus Sicht der WTO ist es aus verhandlungstaktischen Gründen verständlich, nicht alle Details bekannt zu geben. Eine Einigung von mehr als 150 Mitgliedsstaaten kann nur im Rahmen eines Gesamtkompromisses nach langen Verhandlungsrunden gelingen. Wenn Gelegenheit besteht, technische Einzelheiten zu zerreden, kann der Verhandlungsführer quasi von vorn anfangen. Bei der Frage, ob die Verhandlungen bald zu einem einvernehmlichen Abschluss gebracht werden können, sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen: US-Wahlen: Während Barack Obama in seinem Wahlkampf eher protektionistische Töne angeschlagen hat, wird der Wechsel

Akzente Ausgabe 01/09

5


WTO-Verhandlungen: Stand Landwirtschaft (Lamy-Paket) vom 26. Juli 2008 Senkung der höchsten Zölle in Industrieländern um 70 Prozent, Beschränkung des Höchstzollsatzes auf 100 Prozent. Ausnahme von der regulären Zollsenkung in Form sensibler Produkte für vier Prozent der Zolllinien. Als Kompensation sollten zusätzliche Zollquoten in Höhe von vier Prozent des Inlandsverbrauchs eingeräumt werden. Diese Regelung entspricht dem EU-Ziel von „vier plus vier“: Sollte Zucker als sensibles Produkt eingestuft werden, entspräche das einer zusätzlichen Importquote von rund 700.000 Tonnen. Die besondere Schutzklausel, mit der bei Überschreitung bestimmter mengenoder preismäßigen Auslöseschwellen Zusatzzölle erhoben werden können, soll für Industrieländer sofort abgeschafft werden. Auf maximal ein Prozent der Tariflinien sollte eine Übergangsfrist von sieben Jahren angewendet werden können. Die EU hatte hier bis zuletzt einen unbefristeten Fortbestand für mindestens ein Prozent der Tariflinien gefordert.

der US-Administration nicht als zusätzliches Hindernis für die WTO-Verhandlungen angesehen. ● EU-Handelskommissar Peter Mandelson wird im nächsten Jahr nach Großbritannien zurückkehren und durch eine britische Kollegin ersetzt, die bisher keine Erfahrungen im Welthandel hat. Mandelson möchte sicher noch einen baldigen Erfolg.

Crawford Falconer wird noch im Dezember als Vorsitzender der WTO-Agrar●

verhandlungen zurücktreten und nach Neuseeland zurückkehren, um dort ein politisches Amt zu übernehmen. Auch sein Abgang von dieser Bühne wäre mit Verhandlungserfolg positiver. Die Amtszeit von WTO-Generaldirektor Pascal Lamy endet am 31. August 2009. Voraussichtlich wird er jedoch für eine neue Amtszeit kandidieren.

Ob angesichts der Weltfinanzkrise die Bereitschaft der WTO-Mitglieder zur Öffnung

für Agrarprodukte, Industriegüter, Dienstleistungen und Finanzströme fortbesteht oder eher Bemühungen um mehr Regulierung an Gewicht gewinnen – wie sie unter der französischen EU-Ratspräsidentschaft zu erkennen sind – sei dahin gestellt. Auch die fundamentalen Faktoren des Verhandlungsmandats für den neuen amerikanischen Präsidenten, die Wahlen in Indien und die bestehenden Meinungsverschiedenheiten machen einen Abschluss der Verhandlungen vor dem zweiten Halbjahr 2009 wenig wahrscheinlich. Ein letzter Versuch, zu einem kurzfristigen Abschluss zu gelangen, könnte die Generalversammlung im Dezember sein. Das G20-Treffen Mitte November 2008 hat hierzu positive Signale gegeben.

Christian Kionka, Manager Public Affairs

Der neue Nordzucker-Aufsichtsrat 2008

Von links: Hans-Heinrich Prüße, Jochen Johannes Juister, Wolfgang Wiesener, Henning Hansen-Hogrefe, Dr. Karl-Heinz Engel, Rainer Knackstedt, Rolf Huber-Frey, Hans Jochen Bosse, Dr. Hans-Theo Jachmann, Andreas Scheffrahn, Dr. Harald Isermeyer (Vorsitzender), Dr. Clemens Große Frie, Gerhard Borchert, Helmut Meyer, Dr. Andreas Schwarz, Gerd von Glowczewski. Vorne sitzend von links: Sigrid Krussmann, Albrecht Hertz-Eichenrode, Marina Strootmann, Hans-Christian Koehler, Dieter Woischke 6


Aktuell

Das Nordzucker-Werk in Trencianska Tepla ist nach Abschluss der Restrukturierung führender Zuckerhersteller in der Slowakei.

Gutes Ergebnis nach einem harten Jahr Povazsky Cukor „bestgeführtes Agrarunternehmen in der Slowakei“ ergebnis, das die Gesellschaft nach einem vor allem in den mittel- und osteuropäischen Ländern turbulenten Zuckerjahr 2007 vorgelegt hat.

Freut sich über eine besondere Auszeichnung: Ivan Kardos, Vorstandsvorsitzender von Povazsky Cukor a.s.

Grund zur Freude für Rübenanbauer und Mitarbeiter der Zuckerfabrik in Trencianska Tepla: Das slowakische Fachmagazin für Land- und Ernährungswirtschaft hat die Nordzucker-Tochter Povazsky Cukor zum „bestgeführten Agrarunternehmen“ der Slowakei gewählt. Grundlage für die Auszeichnung ist auch das gute Geschäfts-

Seit 2007 arbeiten in der Slowakei nur noch zwei Zuckerfabriken, die NordzuckerTochter Povazsky Cukor a.s. mit dem Werk in Trencianska Tepla und Seredsky cukrovar a.s. in Sered. Povazsky Cukor ist nach Abschluss der Restrukturierung das führende Zuckerunternehmen des Landes. Die Position der Gesellschaft im slowakischen Markt hat sich stabilisiert. Erreicht wurde außerdem eine neue Balance in den Verbindungen zu den Rübenanbauern. Das Zuckerjahr 2007 war für Povazsky Cukor ein ausgesprochen hartes Jahr, resümierte Ivan Kardos, der Vorstandsvorsitzende von Povazsky Cukor, bei der Verleihung der Urkunde. Hauptgrund waren die 2007 durchgehend ungünstigen Witterungsbedingungen während der

gesamten Wachstumsperiode der Zuckerrüben. Die Erfüllung der Zuckerproduktionsquoten in Höhe von rund 83.000 Tonnen stand mehrfach in Frage. Erreicht werden konnte sie schließlich doch mit der Hilfe des Hauptgesellschafters Nordzucker AG, bei dem Povazsky Cukor die in Trencianska Tepla fehlenden Rüben einkaufen konnte. Trotz der großen Schwierigkeiten im vergangenen Jahr konnte Povazsky cukor ein sdp gutes Ergebnis erzielen.

Das Fachmagazin top agro wählte Povazsky Cukor zum „bestgeführten Agrarunternehmen der Slowakei“

Akzente Ausgabe 01/09

7


pro Portion (eine Portion entspricht 50g)

pro Portion (eine Portion entspricht 50g)

Energie

Bekämpft die Kennzeichnung das Übergewicht? Eher nicht. Sie verwirrt statt aufzuklären.

Zucker

Fett

gesättigte Fettsäuren

Salz

10g 0,8g 0,3g 0,3g

113 kcal 6%

11%

Richtwerte in % für Tageszufuhr T

1%

2%

5%

Richtwerte in % für T Tageszufuhr

Neue Kennzeichnungsansätze mit Lücken Nährwertdebatte stiftet Verwirrung statt Orientierung Die Diskussion um die Nährwertkennzeichnung läuft derzeit auf Hochtouren. Erweckt ein Lebensmittel den Anschein, dass es wegen seines Energie- oder Nährstoffgehaltes besondere Nährwerteigenschaften besitzt, müssen laut heute geltender Nährwertkennzeichnungsverordnung entweder die so genannten Big 4, beziehungsweise Big 8 gekennzeichnet werden.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Ernährung (BMELV) hat noch unter Minister Horst Seehofer ein freiwilliges Kennzeichnungssystem entwickelt, das sich an die Empfehlungen des europäischen Verbands der Lebensmittelhersteller (CIAA) für die Nährwertkennzeichnung anlehnt. Dieses Modell findet sich zunehmend am Markt wieder.

Entscheidend ist die Energiebilanz Für die Entstehung von Übergewicht ist weder ein einzelnes Lebensmittel noch ein einzelner Nährstoff verantwortlich. Entscheidend ist vielmehr die Energiebilanz. Wenn dem Körper auf Dauer mehr Energie zugeführt wird, als er verbrennt, wird diese Energie in den Fettzellen gespeichert und führt langfristig zu Übergewicht. Im Sinne einer verbesserten Verbraucherinformation wäre die Kennzeichnung des Brennwertes also vollkommen ausreichend. Keine noch so gute Nährwertkennzeichnung ist geeignet, Übergewicht zu bekämpfen. Denn nicht allein die Nahrungsaufnahme, sondern vielmehr ein passiver Lebensstil gehört zu den Hauptursachen für Übergewicht.

Der „Leitfaden für erweiterte Nährwertinformationen auf vorverpackten Lebensmitteln“ des BMELVs fordert die Kennzeichnung auf freiwilliger Basis und beinhaltet folgende Elemente: Brennwert und Gehalte an Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und (Koch)-Salz bezogen auf die vom Hersteller definierte Portion oder auf 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter.

Referenzwerte für den täglichen Bedarf Zusätzliches Element des BMELV-Leitfadens ist die so genannte GDA-Kennzeichnung. Unter GDA (= Guideline daily amount) versteht man Richtwerte für die tägliche Zufuhr. Als Orientierungswert werden die Richtwerte gemessen am Energiebedarf einer durchschnittlichen Frau zu Grunde gelegt:

BMELV-Leitfaden: Kennzeichnung mit Lücken

8

Angaben über die beiden Hauptenergielieferanten Eiweiß und Kohlenhydrate fehlen, während der Zuckeranteil separat ausgewiesen wird.

Brennwert

2000 kcal

Zucker

90 g

Fett

70 g

gesättigte Fettsäuren

20 g

Kochsalz

6g

Die Angaben auf jeder Verpackung erfolgen prozentual zu diesen Referenzwerten. Der Referenzwert für Zucker entbehrt dabei jeder wissenschaftlichen Grundlage. Für die Gesamtkohlenhydrataufnahme – nicht für Zucker allein – existieren Verzehrempfehlungen: Mindestens 50 Prozent der Energiezufuhr sollen aus Kohlenhydraten stammen. Ampel verhilft nicht zu gesünderem Lebensstil Zusätzlich wird – in Anlehnung an das in Großbritannien verwendete Ampelsystem – eine farbige Hinterlegung diskutiert. Ungeklärt ist, ab welchem Zucker- oder Fettgehalt ein Lebensmittel rot, orange oder grün gekennzeichnet werden müsste. Die Ampel diskriminiert einzelne Lebensmittel, weil sie die Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel suggeriert. Angepasste Rezepturen täuschen mehr Gesundheit vor Zucker besonders zu kennzeichnen, ist wissenschaftlich nicht begründet, denn


Aktuell

Lebensmittelkennzeichnung nach Big 4 bzw. Big 8 Big 4

Big 8

Brennwert

Brennwert

Brennwert pro g bzw. ml

Eiweiß

Eiweiß

4 kcal

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate

4 kcal

Zucker

4 kcal

Fett

Fett

9 kcal

gesättigte Fettsäuren

9 kcal

Ballaststoffe

2 kcal

Salz

Nährwerttabelle entnommen werden. Vorgesehen sind folgende Angaben pro 100 Gramm, beziehungsweise 100 Milliliter: ● ● ●

Die geltende Nährwert-Kennzeichnungsverordnung schreibt den Ausweis der so genannten Big 4, beziehungsweise Big 8 vor.

● ● ● ● ●

Zucker liefert wie jedes andere Kohlenhydrate vier Kilokalorien pro Gramm. Die Debatte nehmen einige Lebensmittelhersteller zum Anlass, die Rezepturen ihrer Produkte neu zu formulieren: Der Zuckergehalt wird reduziert und die Produkte entsprechend beworben, ohne das diese Produkte zwangsläufig einen reduzierten Energiegehalt aufweisen. Häufig werden solche Produktreformulierungen bei Cerealien durchgeführt; der Zuckergehalt wird reduziert und durch Getreide (das überwiegend aus Stärke, also Kohlenhydraten besteht) ersetzt. Da fermentierbare Stärken ebenfalls kariogen sind, wird auch die Zahngesundheit der Verbraucher nicht positiv beeinflusst. Letztlich wird dem Verbraucher, der ein vermeintlich gesünderes Produkt kauft, nicht geholfen. Entwurf der EU-Kommission erfasst alle Elemente Die EU-Kommission hat Anfang 2008 einen Verordnungsvorschlag vorgelegt, mit dem das allgemeine Lebensmittelkennzeichnungsrecht inklusive des Nährwert-

kennzeichnungsrechts konsolidiert und aktualisiert werden soll. So soll die Nährwertkennzeichnung mit Angaben zu Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zuckern und Salz sowie den GDAAngaben (siehe oben) verpflichtend werden. Kritisiert wird der Kommissionsvorschlag durch den von Dr. Renate Sommer vorgelegten Berichtsentwurf des federführenden Umweltausschusses. Gegenargumente sind unter anderem, dass die neue Lebensmittelkennzeichnung nicht dazu beiträgt, den Verbraucher besser zu informieren. Insbesondere wird die Nicht-Beachtung des wissenschaftlichen Rahmens moniert. Die Mehrheit der Endverbraucher interessiert sich für den Energiegehalt eines Lebensmittels, daher soll gemäß Berichtsentwurf die verpflichtende Angabe des Brennwerts auf der Schauseite der Verpackung ausreichend sein. Aus welchen Nährstoffen sich der Brennwert eines Produkts zusammensetzt, kann dann der

Brennwert einschließlich eine Spalte mit den GDA-Angaben Eiweiß Fett gesättigte Fettsäuren Kohlenhydrate Zucker Stärke Natrium aus Salz

Die von Dr. Renate Sommer vorgeschlagene Kennzeichnung schreibt Zucker keine Sonderstellung zu. Wie Stärke wird Zucker innerhalb der Kohlenhydrate gekennzeichnet. Der Berichtsentwurf verzichtet außerdem auf eine Kennzeichnungspflicht nach Ampelfarben. Jedoch soll eine GDA-Kennzeichnung für die Nährstoffe erfolgen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Berichtsentwurf auch bei anderen Parlamentariern Anklang findet und als Verordnung verabschiedet wird. Allerdings ist mit intensiven Debatten nicht nur im Europäischen Parlament, sondern auch im EU-Ministerrat zu rechnen. So setzt sich Deutschland für eine Umsetzung der BMELV-Empfehlungen auch auf EU-Ebene ein, wobei die GDA-Kennzeichnung auf freiwilliger Basis erfolgen soll.

Marion Schaefer, Manager Verbraucherschutz und Managementsystem

gen für alle deutschen Zuckerfabriken. Sie informieren detailliert über erreichte und zukünftige Ziele und Leistungen der Nordzucker-Werke in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen. Der Nachhaltigkeitsbericht liegt auf Deutsch und Englisch vor. Sie finden die Berichte wie gewohnt im Downloadcenter unter www.nordzucker.de. Sollten Sie ein gedrucktes Exemplar benötigen, so lassen Sie es uns wissen unter pr@nordzucker.de oder rufen Sie uns an: 0531/2411-314. Tanja Schneider-Diehl, Manager Public Relations

Nachhaltigkeitsbericht

„Verantwortlich handeln – die Zukunft sichern“ – unter diesem Motto erschien im Oktober der zweite Nachhaltigkeitsbericht der Nordzucker AG. Auf Konzernebene beleuchtet er umfassend die drei wesentlichen Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales. Dabei stehen Themen wie Ressourcenschonung und Umweltschutz im Mittelpunkt. Mit der Verknüpfung von ökonomischen und sozialen Zusammenhängen lenkt der Bericht den Blick zusätzlich auf die integrierte Betrachtung aller Aspekte nachhaltigen Wirtschaftens. Zeitgleich erschienen die ausführlichen Umwelterklärun-

2008

Nordzucker legt Nachhaltigkeitsbericht 2008 vor

Verantwortlich hande ln – die Zukunft sicher n Nachha ltigkeits bericht

2008

Akzente Ausgabe 01/09

9


Aktuell

Nach acht Monaten Anfahrbetrieb läuft die Bioethanolanlage in Klein Wanzleben reibungslos unter Volllast.

fuel 21 auf Herz und Nieren geprüft Gelungene Leistungsfahrt in Klein Wanzleben Die fuel 21 GmbH & Co. KG hat im September die Leistung ihres Werks unter Volllast eindrucksvoll demonstriert. Nach rund acht Monaten Anfahrbetrieb war zunächst ein geplanter Produktionsstopp notwendig, um anstehende Reparaturen und Umbauten auszuführen. Anschließend ging es in die „Vollen“. Das Team fuhr die Anlage wieder an. Mit dem Rohstoff Dicksaft wurde sie unter Vollauslastung auf „Herz und Nieren“ geprüft. Die Powerfahrt brachte ein mehr als erfreuliches Ergebnis: Die Anlage lief reibungslos auf hohem Niveau. Alle gegebenen Garantien konnten eingehalten werden und bestätigen die erfolgreiche Arbeit der fuel 21 und ihrer Mannschaft in den vergangenen Monaten.

zukünftig den Markt nachhaltig zu versorgen und dabei die gesamte Kapazität nutzen zu können. Ebenso glatt wie die Garantiefahrt war kurz nach Start der Zuckerrübenkampagne die Umstellung der Rohstoffversorgung auf Rohsaft. Dies gelang ohne Reibungsverluste, weil die Zusammenarbeit zwischen der Zuckerfabrik in Klein Wanzleben und dem Bioethanolwerk Hand in Hand ging und geht. In den kommenden Wochen und Monaten ist es das Ziel der fuel 21, die Effizienz weiter zu steigern und die guten Ergebnisse während der Garantiefahrt zu festigen. Hubertus Rother, Projektmanager E85, fuel 21 GmbH & Co. KG

Das Team in Klein Wanzleben sieht sich nach der Garantiefahrt sicher in der Lage,

Halbjahresbericht 2008/09 Umsatz und Ergebnis stabil Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2008/09 war erheblich durch Auswirkungen der Zuckermarktreform geprägt. Die erwartete Zahlung der EU-Restrukturierungsbeihilfe aus der zweiten Welle der Quotenrückgabe wirkte Ergebnis verbessernd. Dieser Effekt wird allerdings durch die für Quotenzucker anfallende Restrukturierungsabgabe sowie die Kosten für die Werkschließung in Ungarn kompensiert. So konnte die Nordzucker AG im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 einen Umsatz von rund 561 Millionen Euro erwirtschaften. Das Betriebsergebnis (EBIT) der ersten sechs Monate liegt bei rund 44 Millionen

Euro. Das Vorjahresniveau wurde damit bei Umsatz und Betriebsergebnis nahezu erreicht. Der Umsatz der Vorjahresperiode betrug 575 Millionen Euro, der EBIT 49 Millionen Euro. Trotz der stabilen Ergebnisse erfordern die Veränderungen in der europäischen Zuckerbranche eine klare strategische Weiterentwicklung. Mit dem geplanten Erwerb der Danisco Sugar A/S hat Nordzucker die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung gestellt. Für die Durchführung der Akquisition steht noch die Zustimmung der Kartellbehörden aus. Bianca Deppe-Leickel, Manager Investor Relations

Den kompletten Halbjahresbericht finden Sie in unserem Download-Center unter www.nordzucker.de.

10

Zwische nbericht Nordzuc ker AG Geschäft sjahr 2008/09 1. Halbjahr 1. März bis 31. August 2008


Aktuell

E.ON verfolgt ehrgeizige Bioenergieziele

Neue Rolle für die Rübe im Konzert der Energiepflanzen 2008 haben E.ON und Nordzucker die Nordzucker Bioerdgas GmbH & Co. KG gegründet. Die gemeinsame Gesellschaft sammelt in einer Pilotanlage am Standort der ehemaligen Zuckerfabrik Groß Munzel erste Erfahrungen mit der Gewinnung von Biogas aus Zuckerrüben. Das gemeinsame Projekt ist Teil der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten beider Unternehmen. Für Akzente stellen Friedrich Wolf, Geschäfts führer der E.ON Bioerdgas, und Dr. Walter Weißenfels, Leiter Projektmanagement, den Nordzucker-Partner E.ON und seine Bioenergie-Aktivitäten und -Ziele vor. Warum ist Bioenergie ein Thema für E.ON? Erneuerbare Energien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft – für mehr Klimaschutz, mehr Versorgungssicherheit und die Schonung der Ressourcen unserer Erde. Deshalb suchen wir weltweit nach geeigneten Standorten, um Ressourcen wie Wind, Wasser und Biomasse Klima schonend und effizient zu nutzen. Erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie wegweisende, internationale Projekte tragen diesem Anspruch und unserer Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt Rechnung. In Schweden erzeugen wir schon 30 Prozent unserer Energie aus Wasserkraft. Vor den Küsten Englands und Deutschlands betreiben wir große Offshore-WindkraftAnlagen. Und bei der Biomasse-Nutzung treiben wir in Deutschland neben der Produktion Forschung und Entwicklung mit Hochdruck voran. Der Erfolg gibt uns Recht. Schon heute erzeugen wir 14 Prozent unserer Energie aus erneuerbaren Energien. Diesen Anteil weiter auszubauen ist unser erklärtes Ziel für die Zukunft. Auf dieser Suche nach alternativen Lösungen für eine zukunftsorientierte Energieversorgung wird auch Bio-Erdgas eine bedeutende Rolle spielen. Denn mit der Erschließung von Bio-Erdgas können wir einen regenerativen Energieträger nutzen, der ein hohes Maß an Energieeffizienz aufweist und gleichzeitig sehr umweltverträglich ist. Bei der Verbrennung dieses Gases entsteht nur so viel CO2, wie die dafür genutzte Biomasse während des Wachstums zuvor der Atmosphäre entzogen hat.

Welche Ziele verfolgt E.ON im Bereich Bioenergie? Nur mit einem ausgewogenen Energiemix, der alle Erzeugungsarten einbezieht, ist es möglich, dem Klimawandel und den sich rasant ändernden globalen Rahmenbedingungen des Energiemarktes zu begegnen. Deshalb sind wir für diese Zukunft schon heute gut gerüstet. Nicht nur aus ökologischer Sicht leisten die erneuerbaren Energien hierzu einen wichtigen Beitrag. Mit ihrem Ausbau möchten wir die Zukunft nachhaltig gestalten und unserer Verantwortung als einer der größten Energiedienstleister der Welt gerecht werden.

E.ON: Installierte Kapazität an Erneuerbaren Energien

Welche Rolle spielt Bio-Erdgas in der Bioenergie-Strategie von E.ON? E.ON hat im Jahr 2007 die E.ON Bioerdgas GmbH gegründet, die unter dem Dach von E.ON Climate & Renewables sämtliche Aktivitäten des Konzerns in diesem Bereich bündelt. Für uns ist Bioerdgas ein wichtiger und richtiger Schritt für die Zukunft der Energieversorgung – und für den Klimaschutz. Innerhalb des E.ON-Konzerns steht vielfältige Erfahrung mit den benötigten Technologien zur Verfügung. Beispielsweise erzeugen wir in Schweden erfolgreich BioErdgas zum Einsatz in Kraftfahrzeugen. Und in Deutschland hat E.ON 2008 die Produktion von Bio-Erdgas mit der Inbetriebnahme der bisher größten Anlage für die Aufbereitung von Biogas zu Bio-Erdgas in Schwandorf begonnen. Statt – wie bisher – Biogas nur für die lokale Strom- und Wärmeerzeugung zu nutzen, wird es in Schwandorf in das Erdgasleitungsnetz eingespeist.

E.ON hat ehrgeizige Bioenergieziele.

(2007/2010/2015)1 in GW 1 GW

0,2 0,2 0,3 2,0 0,3 0,1 0,7

20072,4

~4 GW

~10 GW

0,2 0,5 0,1 0,2

20103,4

2015

Die Nordzucker Bioerdgas GmbH & Co. KG betreibt eine Pilotanlage, die Biogas aus Zuckerrüben erzeugt.

Akzente Ausgabe 01/09

11


Hintergrund: Wer ist E.ON? E.ON ist das weltweit größte private Strom- und Gasunternehmen mit einem Umsatz von knapp 69 Mrd. EUR und rund 88.000 Mitarbeitern. Über Europa und Russland hinaus ist das Unternehmen in den USA im Strom- und Gasgeschäft sowie auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien aktiv. Hierbei betätigt sich E.ON auf allen Wertschöpfungsstufen: von der Erzeugung/Produktion (upstream) über den Import und Großhandel (midstream) bis zum Vertrieb an Endkunden (downstream). Mit Upstream hat E.ON eines der größten Stromerzeugungsportfolios sowie eine signifikante Position in der Gasproduktion in Europa. Midstream ist der Konzern der größte europäische Erdgasimporteur und einer der größten Energiehändler. Downstream versorgt E.ON mehr als 30 Millionen Kunden mit Energie. Zusätzlich ist E.ON bei Strom wie Gas im Netzgeschäft tätig: in Deutschland auf der Übertragungs- und Verteilungsebene, in etwa einem Dutzend anderen europäischen Ländern auf der Verteilungsebene.

In Schwandorf können wir so zirka 1.000 Kubikmeter Bio-Erdgas pro Stunde produzieren und damit den Jahreswärmebedarf von etwa 5.000 Haushalten über die bestehenden Erdgasleitungen decken. Im Vergleich zu anderen regenerativ erzeugten Energien, zum Beispiel Windund Wasserkraft, nimmt Bio-Erdgas als junge Technologie naturgemäß erst einen geringen Anteil im Portfolio ein. Zukünftig wird dieser Anteil gesteigert werden.

MU Pan-European Gas

E.ON Energie AG München

E.ON Ruhrgas AG Essen

MU Russia

MU UK

E.ON Russia Power, Moskau

E.ON UK plc, Coventry

MU Italy

Corporate Center E.ON AG Düsseldorf

E.ON Italy, Mailand

MU Nordic E.ON Nordic AB, Malmö

MU Spain

MU US-Midwest

E.ON España, Madrid

E.ON U.S. LLC, Louisville

MU Climate & Renewables E.ON Climate & Renewables GmbH, Düsseldorf

MU Energy Trading E.ON Energy Trading AG, Düsseldorf

MU = Market Unit

Die E.ON AG mit Sitz in Düsseldorf ist das Corporate Center des E.ONKonzerns. Das Geschäft ist gemäß der Struktur der Zielmärkte geografisch oder funktional in Market Units (MU) gegliedert.

Bio-Erdgas hat im Gegensatz zur Wind- oder Solarenergie den Vorteil, dass es über das gesamte Jahr kontinuierlich erzeugt werden kann und sich problemlos im Erdgasnetz speichern lässt. Es unterliegt keinen saisonalen Schwankungen und ist in der Produktion vollkommen unabhängig von Wind und Wetter. Wie bewertet die E.ON Bioerdgas GmbH die Zuckerrübe als Rohstoff für Bio-Erdgas im Vergleich mit konkurrierenden Nachwachsenden Rohstoffen? Zuckerrüben wurden als Substrat für Biogasanlagen bislang unterschätzt. Trotz des eigentlich bekannt hohen Potenzials im Gasertrag wie auch in der Flächenleistung der Kultur, fand die Zuckerrübe bislang nur in wenigen Anlagen als Substrat Verwendung.

Zuckerrüben können als Biogas-Energiepflanze mit Mais konkurrieren

12

MU Central Europe

Nicht zuletzt aufgrund der Änderung der Zuckermarktordnung und der Veränderungen an den Rohstoffmärkten, ist die Zuckerrübe deutlich stärker in das Blickfeld der Biogassubstrate gerückt. Die mit Zuckerrüben erzielten Leistungen (Energieertrag je Hektar) können gut mit der derzeit am weitesten verbreiteten Biogas-Energiepflanze, dem Mais, konkurrieren. Wir gehen deshalb davon aus, dass zukünftig auch die Zuckerrübe im Konzert der Energiepflanzen ein wesentliches Instrument darstellen wird.

Friedrich Wolf Managing Director/ Geschäftsführer, E.ON Bioerdgas GmbH, Essen

Dr. Walter Weißenfels Head of Project Management/ Leiter Projektmanagement, E.ON Bioerdgas GmbH, Essen


Aktuell Demontage- und Abbrucharbeiten in Güstrow, Szerencs und Szolnok

Güstrow: Rübenhof.

Szerencs: Demontage der Schnitzelpressen.

Szolnok: Rückbau des Vorderbetriebs.

Abbau von drei Standorten läuft nach EU-Vorgabe Mit der Schließung der Werke Güstrow in Deutschland sowie Szerencs und Szolnok in Ungarn nach der Kampagne 2007 müssen diese Standorte gemäß den Vorgaben der EU-Kommission demontiert werden. In Güstrow begannen die Arbeiten im Februar 2008 mit dem Abbau des Extraktionsturmes, der Turbine und der dazu gehörigen Anlagen. Im April wurde der Rückbau des Rübensilos begonnen. Demontage- und Abbrucharbeiten sind sehr genau aufeinander abgestimmt, so dass es bisher zu keinen nennenswerten Behinderungen kam. Die Abbrucharbeiten finden in Abstimmung mit dem Bauamt des Landkreises, dem Staatlichen Amt für Um-

welt- und Naturschutz (STAUN) sowie dem Landesamt für Umwelt statt. Bei allen Arbeiten wird berücksichtigt, dass die noch stattfindenden Zuckertransporte aus dem Servicecenter nicht beeinträchtigt werden. Die Transporte werden bis Dezember 2008 abgeschlossen sein. Im März 2009 werden die Demontagearbeiten beendet sein. Dann beginnt der Abbruch des Hauptbetriebsgebäudes.

beginnen. Die Demontage der Maschinen startete bereits zu einem früheren Zeitpunkt und läuft wie in Güstrow parallel zu den Abbrucharbeiten weiter. Auch an den beiden ungarischen Standorten laufen die Arbeiten entsprechend der vorgelegten Zeit- und Budgetpläne. In Szerencs wurden Zuckerverpackung und –transport im Oktober 2008 eingestellt. In Szolnok läuft die Zuckerlogistik dagegen noch weiter.

Szerencs und Szolnok Auch in den ungarischen Werken konnte Nordzucker nach dem Erhalt der erforderlichen Genehmigungen termingerecht Anfang Juli 2008 mit den Abbrucharbeiten

Elmar Kuhnt, Manager Investitionen und Verfahrenstechnik

Wesentliche Investitionen 2009/10 Deutschland Clauen ■ Nutzung von Biogas (aus biolog. Abwasserreinigung) im Kesselhaus ■ NH3-Reduzierung im Carbonatationsabgas ■ Restrukturierung der zentralen Stromversorgung

■ ■

Weiterer Austausch des Prozessleitsystems Sondersortenproduktion außerhalb der Rübenkampagne

Klein Wanzleben Ersatz der Steuerung im Rüpro ■ Ersatz einer Restentleerungsschnecke eines Weißzuckersilos ■

Nordstemmen Umrüstung der Schnitzeltrocknung für den Einsatz von Braunkohlestaub ■ Aufstellung einer zweiten Krautpresse ■ Umrüstung der Schnitzelpressen auf Einzelfrequenzumrichterbetrieb ■

Schladen Optimierung der Druckluftstation ■ Optimierung der WeißzuckerSiloklimatisierung ■

Uelzen Erweiterung der Heizfläche der Verdampfstation

Flüssigzucker Groß Munzel ■ Trennung der Werkstatt vom Produktionsgebäude Nordstemmen Installation einer Produktionslinie für Flüssigbiorohrzucker ■ Hochrüstung der Prozessleitsystems ■ Erweiterung der Heizfläche in der Eindampfungsanlage ■ Ersatz der Harze der Chromatographie ■

Polen Chelmza ■ Ersatz der Entschlackung der Kohlekessel ■ Gebäudesanierung des Turbinenhauses Opalenica Ersatz von vier Weißzucker-Zentrifugen Optimierung der Entstaubungsanlage des ServiceCenters

■ ■

Slowakei Trencianska Tepla ■ Umsetzung kleinerer Auflageinvestitionen Ungarn Hatvan ■ Installation einer Loseannahme für extern gelieferten Zucker Serbien Pecinci + Vrbas ■ Aufstellung einer Vorsiebung und einer Loseverladung für Zucker ■ Sanierung der Packmaschinen

Akzente Ausgabe 01/09

13


TERMINKALENDER

Winterversammlungen 2009 Wochentag Datum

Zeit

Veranstaltungsort / Adresse

Mittwoch Donnerstag Freitag Dienstag

28.01.2009 29.01.2009 30.01.2009 03.02.2009 03.02.2009 04.02.2009 04.02.2009 04.02.2009 04.02.2009 04.02.2009 05.02.2009 05.02.2009 05.02.2009 05.02.2009 06.02.2009

9:00 9:00 9:00 9:00 14:00 9:00 9:00 9:00 14:00 14:00 9:00 9:00 14:00 14:00 9:00

06.02.2009 06.02.2009

9:00 14:00

09.02.2009 09.02.2009 09.02.2009 09.02.2009 10.02.2009 10.02.2009 10.02.2009 10.02.2008

9:00 9:00 14:00 14:00 9:00 9:00 14:30 14:00

11.02.2009 11.02.2009 11.02.2009

9:00 9:00 14:00

11.02.2009 12.02.2009 12.02.2009 12.02.2009

14:00 9:00 9:00 14:00

13.02.2009

9:00

Hundisburg, Landesforstbetrieb „Haus des Waldes“, Schloss Halberstadt, Bildungs- und Gesundheitszentrum, Kirschallee 6 Stendal, Rathaus, Markt 1 Meldorf, Zur Erheiterung, Rosenstraße 6 Satrup, Angelner Hof, Flensburger Str. 26 Meine, Gemeindezentrum, Am Kiebitzmoor 2 Breitenfelde, Siemers Gasthof, Dorfstraße 21 Nienburg-Holtorf, Krügerhof, Landstraße 26 Wasbek, Kühls Gasthof, Hauptstr. 41 Isernhagen, Hotel Hennies, Hannoversche Straße 40 Stederdorf, Hotel Schönau, Peiner Straße 17 Northeim, Hotel Freigeist, Am Gesundbrunnen Gieboldehausen, Niedersachsenhof, Am Schützenplatz 1 Lengede, Landhaus Staats, Brückenweg 6b Clauen-Süd, Hohenhameln, OT Clauen, Werkskantine, Zuckerfabrik 3 Ahlerstedt, Schützenhof Bockelmann, Stader Straße 2 Clauen-Nord, Hohenhameln, OT Clauen, Werkskantine, Zuckerfabrik 3 Bornum, Lindenhof, Im Winkel 23 Walsrode, Forellenhof, OT Walsrode-Hünzingen Wunstorf, Hotel Wehrmann, Kolenfelder Straße 86 Bergen, Stadthaus, Lange Straße 1 Groß Elbe, Bürgerschänke, Landstr. 3 Lüchow, Ratskeller, Lange Straße 56 Amelinghausen, Gasthaus Schenk, Lüneburger Straße 48 Schöppenstedt (für SLA Ost), Gaststätte Zum Zoll, Braunschweiger Str. 13 Bönnien, Gasthaus Maas, Störyer Straße 8 Emmen, Gasthaus Pasemann, Emmer Dorfstraße 35 Nordstemmen-Nord, Kantine Zuckerfabrik NST, Calenberger Straße 36 Winterfeld, Rasthaus Wieseneck, Dorfstraße 7 Esbeck, Gasthaus Hennies, Geseniusstraße 18 Uelzen, Stadthalle, An der Zuckerfabrik 1 Nordstemmen-Süd, Kantine Zuckerfabrik NST, Calenberger Straße 36 Altgandersheim,Köhlers Landgasthaus, Rük 18

13.02.2009

14:00

17.02.2009 17.02.2009

9:00 14:00

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Dienstag

Schladen-Mitte/West, Kantine Zuckerfabrik SLA, Bahnhofstraße 13 Güstrow, Viehhalle, Speicherstraße 11 Upahl, Dubbe´s Gasthof, Hauptstraße 33

Rübenbüro Verband WZL WZL WZL SLW/UEL SLW/UEL CLA SLW/UEL NST SLW/UEL CLA CLA NST SLA CLA CLA

ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV ZAV

UEL CLA

RAN ZAV Nds. Mitte

WZL CLA NST UEL SLA UEL UEL SLA

ZAV Nds. Ost ZAV Nds. Mitte u. RAN ZAV Nds. Mitte RAN ZAV Nds. Mitte RAN RAN Nieders. Ost

NST UEL NST

ZAV Nds. Mitte RAN ZAV Nds. Mitte

UEL NST UEL NST

ZAV Güstrow ZAV Südnieders. RAN ZAV Südnieders.

NST/SLA SLA

ZAV Nds. Mitte Südnieders. ZAV Nds. Mitte

UEL UEL

ZAV Güstrow ZAV Güstrow

Wussten Sie eigentlich … … dass Zucker auch bei Husten nützliche Dienste leistet? Einen Esslöffel Zucker mit einer klein geschnittenen Zwiebel in eine Schale geben. Über Nacht ziehen lassen. Anschließend den Saft abgießen und trinken. Klingt unschön, schmeckt halb so schlimm und hilft! ms 14

Magdeburg Magdeburg Magdeburg Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Nds. Ost Schleswig-Holstein Nds. Mitte Schleswig-Holstein Nds. Mitte Nds. Mitte Südnieders. Südnieders. Nds. Mitte Nds. Mitte


Aktuell

Personalien Dr. Lars Gorissen (36) ist seit dem 4. August als Manager Referat Vorstand & Aufsichtsrat bei der Nordzucker AG tätig. Er war zuvor in verschiedenen Funktionen in der Rechtsabteilung der Siemens AG in Erlangen und München tätig. Dort beriet er das operative Geschäft der Unternehmensbereiche Industrieanlagenbau, Automobiltechnik und Energieerzeugung. Außerdem war er an zahlreichen M&A- und Joint Venture-Projekten beteiligt. Zuletzt hat er in München in der SiemensKonzernrechtsabteilung an den Ermittlungen im Rahmen der Siemens Korruptionsaffäre mitgearbeitet. Parallel zu seinen rechtsberatenden Tätigkeiten leitete Dr. Gorissen Knowledgemanagement-Teams in den Bereichen E-Commerce, Gesellschaftsrecht und M&A. „Die richtigen Mitarbeiter zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Arbeitsplatz einsetzen“ – unter diesem Motto machte und macht Detlev Penke (50) es sich zur Aufgabe, Potenziale zu erkennen und weiterzuentwickeln. In allen Positionen war und ist es für ihn selbstverständlich, Mitarbeiter zu „MitUnternehmern“ zu entwickeln. Dies gelte nicht nur für die Führungskräfte und das Management, unternehmerische Eigenschaften wären ebenso wichtig für alle Mitarbeiter. Detlev Penke ist seit dem 1. Mai 2008 Mitglied der Geschäftsleitung der Nordzucker AG und konzernweit zuständig für das strategische und operative Personalgeschäft. In dieser Funktion berichtet er direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Nach seinem Studium der Mathematik, Physik und Rechtswissenschaften in Bielefeld sowie mehreren Auslandsaufenthalten, übernahm er seine erste Position bei der Deutschen Gesellschaft für Personalführung. Nach gut zwei Jahren wechselte er zur Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Bielefeld. Hier war er zunächst als Assistent der Inhaberfamilie tätig und übernahm nach kurzer Zeit weiterführende Aufgaben im Personalbereich. Mit seinem Wechsel zum Handelsunternehmen Klöckner Co – es ist der größte produzentenunabhängige Stahl- und Metalldistributeur im Gesamtmarkt Europa und Nordamerika – bekleidete Detlev Penke die Positionen des Leiters Personalbereich für die Bereiche Chemie,

Energie und Textilien mit einem Betreuungsbereich von fast 3.000 Mitarbeitern. Dies beinhaltete Aufgaben wie den Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Gesamtbetriebsrat und die Begleitung des Aufbaus des Europäischen Betriebsrats. 1996 wechselte Penke zur Citybank Privatkunden AG nach Düsseldorf. Seine Aufgabenstellung hier war die Zusammenführung einer deutschen mit einer amerikanischen Unternehmenskultur, die Integration und Unterstützung von Change-ManagementProzessen sowie die Restrukturierung von mehreren dezentralen Call- und Datenverarbeitungszentren. Penke lenkte die Personalarbeit in Deutschland und Europa. Nach erfolgreichem Abschluss vorgenannter Projekte, wechselte der Manager in die Nahrungsmittelindustrie und übernahm bei Nestlé den Bereich Human Resources. Schwerpunkte des Schweizer Konzerns waren der Aufbau einer businessorientierten Personalabteilung sowie die Integration von Unternehmenszukäufen. Bevor Penke zu Nordzucker kam, war er Mitglied der Geschäftsführung in einem Automobilzulieferunternehmen mit weltweit über 8.000 Mitarbeitern sowie später in einem Maschinenbauunternehmen für die Gebrauchsgüterindustrie. In beiden Unternehmen oblag ihm die multinationale Zuständigkeit von Asien über Europa bis nach Nord- und Südamerika. Als Head of Human Resources verantwortete er die Zusammenführung unterschiedlicher Unternehmenskulturen, Personalsysteme und Personalstrategien. Claus Petersen (58), seit 1999 innerhalb der Nordzucker AG als Manager für den Vertrieb Futtermittel und Melasse für alle deutschen Werke zuständig, scheidet Ende Januar 2009 aus dem aktiven Berufsleben aus. Am 1. Februar beginnt für den versierten Manager die Ruhephase der Altersteilzeit. Jahr für Jahr – zehn Kampagnen lang – wurden in seiner Abteilung rund 500.000 Tonnen Trockenschnitzel-Pellets und rund 200.000 Tonnen Melasse verkauft. Über 40 Jahre lang waren Trockenschnitzel-Pellets und Co. Inhalt seines vielfältigen beruflichen Lebens. Von 1971 bis 1983 war Petersen im Handelshaus E. Kampffmeyer in Hamburg zunächst als Getreideabwickler, dann als Futtermittelhändler tätig. Die nächste Station wurde von 1983 bis 1997 das Handelshaus Ludwig

Wünsche & Co. in Hamburg. Hier entwickelte sich Petersen zum internationalen Futtermittelhändler speziell für zuckerhaltige Futtermittel. Nach Schließung des Agrarbereichs wechselte er zum Zuckerhändler Hans-Otto Wagner nach Hamburg, ehe er zu Nordzucker kam. Dr. Balázs Pokol (52) hat am 1. Oktober die Funktion des Director Finance und Legal affairs bei der Eurosugar S.A.S. in Paris übernommen. In dieser Position ist er verantwortlich für den gesamten Bereich der Finanzen, für Rechtsfragen, Risikomanagement und Versicherungen. Der promovierte Agrarwissenschaftler war nach einigen beruflichen Stationen seit 1993 für die ungarische Zuckerindustrie tätig. Zunächst wurde er CFO der ungarischen Mátra Cukor, die bis 2003 zur Unternehmensgruppe Eridania Beghin-Say gehörte. 1996 übernahm er als CEO die Leitung der Zuckerfabrik Szerencs, die ebenfalls zu Mátra Cukor gehörte. 1999 schließlich wurde er CEO der gesamten ungarischen Mátra Cukor-Gruppe und verantwortete als Direktor den Bereich Ökonomie mit den Themen Rechnungslegung, Rechtsfragen, Geschäftsprozesse sowie Umstrukturierung. Mit der Übernahme der Mátra Cukor-Gruppe durch Nordzucker wurde er als Vorstand für Finanzen, IT, Beschaffung und Vertrieb berufen, 2004 wurde er stellvertretender Vorsitzender und 2006 schließlich Vorstandsvorsitzender der Mátra Cukor. Pokol folgt auf Achim Lukas, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch im Herbst verlassen hatte. Zoltán Tóth (41) hat am 1. Oktober die Position des General Managers bei der Mátra Cukor Zrt. in Ungarn übernommen. Der Diplomingenieur folgt auf Dr. Balazs Pokol, der zu Eurosugar S.A.S nach Paris wechselte. Seit 2004 leitete Toth den Bereich Produktion und Technik als Vorstandsmitglied der Mátra Cukor Zrt. Davor war er als Maschinenbauingenieur seit 1992 in verschiedenen Positionen der Produktionsleitung in ungarischen Zuckerfabriken und in einem französischen Werk der Unternehmensgruppe Beghin-Say tätig. Mátra Cukor Zrt. versorgt auch nach der Schließung der Fabriken den ungarischen Markt sowie die mit diesem in Verbindung stehenden Zuckermärkte von Hatvan aus.

Akzente Ausgabe 01/09

15


Rübe

Zwischenbilanz Kampagne 2008/09 Norddeutschland und die Slowakei schaffen 11 Tonnen Zucker je Hektar Nach der frühen und kurzen Aussaatperiode der Rüben in Serbien und der Slowakei vollzogen sich ein schneller Aufgang und eine zügige Jugendentwicklung unter hervorragenden klimatischen Bedingungen. In Deutschland und Polen wurden die Zuckerrüben in den Nordzucker-Gebieten später und über einen längeren Zeitraum gesät. In Polen fehlte Regen Der aussaatbedingte Entwicklungsrückstand der Rüben wurde in Norddeutschland durch gute Bedingungen in den Monaten Mai und Juni nahezu kompensiert. In diesen Monaten fiel in Polen dagegen fast kein Regen, mit der Folge ungünstig entwickelter Bestände. Verkrustungen im Saatbett führten hier zu unterdurchschnittlichen und unregelmäßigen Bestandsdichten. Insgesamt mussten in Polen 2.000 Hektar nachgesät werden. Auch über die Sommermonate dauerte das Niederschlagsdefizit in Polen an und

zeigte sich ansatzweise auch in den anderen Ländern. Vorteile hatten beregnungsfähige Betriebe, die die Wassergabe in dieser Phase intensiv genutzt haben, um ihre Rübenbestände mit ausreichendem Nass zu versorgen. Ab Mitte August zeigten die meisten Anbauregionen hohe Wachstumsraten. Die hervorragenden visuellen Prognosen für Deutschland, die Slowakei und Serbien wurden durch Proberodungen und die nach Kampagnebeginn festgestellten Erträge bestätigt. In Polen blieb es leider bei den hier erwarteten unterdurchschnittlichen Erträgen. Spitzenerträge in Deutschland und der Slowakei

spricht das einem mittleren Zuckerertrag von elf Tonnen je Hektar. Ein Spitzenertrag für jedes Land! Die serbischen Anbauer erzielen einen Zuckerertrag von 8,9 Tonnen je Hektar, bei einem Rübenertrag von 52,2 Tonnen je Hektar und einem erfreulich hohen Zuckergehalt von 17,1 Prozent. In Polen erwartet Nordzucker unterdurchschnittliche Erträge von 7,6 Tonnen Zucker je Hektar, bei 45 Tonnen Zuckerrüben und 16,9 Prozent Zuckergehalt. Die Kampagne dauert in Norddeutschland voraussichtlich 116 Tage. In den osteuropäischen Länden erwarten wir eine Kampagnelänge zwischen 73 und 83 Tagen.

Mit dem Stand Anfang Dezember erwartet Nordzucker für Deutschland und die Slowakei einen Rübenertrag von 62,5 Tonnen, beziehungsweise 61,5 Tonnen je Hektar bei einem Zuckergehalt von 18,2 Prozent in Deutschland und 17,8 Prozent in der Slowakei. In beiden Ländern ent-

Dr. Ulf Wegener, Manager Rohstoffbeschaffung International

Rübenernte 2008 in Norddeutschland: Trotz später Aussaat Spitzenerträge.

Schlagkräftige Transport- und Verladeeinheiten sichern eine leistungsstarke Rübenlogistik.

16

Ein schöner Erfolg für die Nordzucker-Anbauer in der Slowakei: In der Kampagne 2008/2009 erreichte der durchschnittliche Zuckerertrag elf Tonnen je Hektar.


Rübe

Rübenverarbeitung bis in den Januar Nordstemmen lagert Dicksaft ein In Serbien begann die Rübenverarbeitung in Vrbas bereits am 4. September, während sie in Deutschland erst zwischen dem 16. und 23. September startete. Die Slowakei folgte am 26. September und die zwei Werke in Polen nahmen ihre Rübenverarbeitung am 7. beziehungsweise 8. Oktober 2008 auf. Das Ende der Kampagne wird in den internationalen Werken vor Weihnachten erwartet; in den deutschen Werken voraussichtlich um den 15. Januar 2009. Nur das Werk Kovacica in Serbien hat die Rübenverarbeitung bereits am 30. Oktober beendet, da in dieser Region besonders wenige Rüben gewachsen sind. In Serbien waren 2008 nach einem sehr trockenen Sommer und durch Anbaueinschränkungen deutlich weniger Rüben zu verarbeiten. Entsprechend hat Nordzucker in dieser Kampagne nur drei der vier serbischen Fabriken angefahren. Das Werk Bac verarbeitete in dieser Kampagne keine Rüben.

inzwischen eine Tagesverarbeitung von durchschnittlich rund 15.000 Tonnen Rüben je Kampagnetag. Zwei größere Schadensfälle in den Werken Clauen (Turbinenbrand) und Nordstemmen (Produktionsunterbrechung durch Energieunterversorgung) konnten, dank den äußerst motivierten Mannschaften vor Ort, in kurzer Zeit bewältigt werden.

Klein Wanzleben (oben) und Nordstemmen (unten) verarbeiten je 15.000 Tonnen Rüben pro Kampagnetag.

Axel Aumüller, Mitglied der Geschäftsleitung, Produktion, Einkauf, Logistik

Nordzucker Konzern Kampagne 2008/09*

Polen

Nordstemmen startet erste DicksaftKampagne im Frühjahr 2009 Das Werk Nordstemmen erzielt durch die neue Extraktion eine höhere durchschnittliche Rübenverarbeitung. Erhöht wurde die Ausspeisung von Dicksaft, der in der ersten Nordstemmer Dicksaftkampagne im Frühjahr 2009 zu Zucker verarbeitet werden soll. In Klein Wanzleben begann die Rohsaftausspeisung für die fuel 21 am 4. Oktober. Die beiden Fabriken erreichen

2008

2007

18.500

19.400

Rübenertrag (t/ha)

45,0

60,5

Zuckergehalt (%)

16,9

17,7

Zuckerertrag (t/ha)

7,6

10,7

Kampagnedauer (Tage)

78

94

Anbaufläche (ha)

Warschau

Posen

Berlin Braunschweig

Deutschland

2008

2007

Slowakei

2008

2007

Anbaufläche (ha)

7.200

11.200

127.300

140.950

Rübenertrag (t/ha)

61,5

47,0

Rübenertrag (t/ha)

62,5

61,7

Zuckergehalt (%)

17,8

16,4

Zuckergehalt (%)

18,2

17,2

Zuckerertrag (t/ha)

10,9

7,7

Zuckerertrag (t/ha)

11,4

10,6

Kampagnedauer (Tage)

83

106

Kampagnedauer (Tage)

116

117

Anbaufläche (ha)

Bratislava

2008

2007

21.300

37.150

Rübenertrag (t/ha)

52,2

45,3

Zuckergehalt (%)

17,1

14,8

Zuckerertrag (t/ha)

8,9

6,7

Kampagnedauer (Tage)

73

118

Serbien Anbaufläche (ha)

Belgrad

* Ergebnisse vorläufig, Stand 3.12.2008

Akzente Ausgabe 01/09

17


Rübe

Gemeinsam gegen „müde Rüben“ Nematodenmonitoring bei Nordzucker Eine der wichtigsten Aufgaben der Anbauberatung ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe. Im Fokus stehen dabei vor allem anbautechnische Maßnahmen, die in der Regel den größten Effekt auf den Zuckerertrag haben. Vor allem in den klassischen Rübenanbaugebieten mit hohem Rübenanteil in der Fruchtfolge blieben die Ertragssteigerungen in den vergangenen Jahren hinter denen anderer Regionen zurück. Ein Grund dafür ist das erhöhte Aufkommen von Rübennematoden. Dies ist eine Fadenwurmart, die das feine Wurzelwerk der Rübe besiedelt und bei hohem Befall zu empfindlichen Ertragseinbußen und „rübenmüden Böden“ führen kann. Schwerpunkte des Befalls liegen vor allem in der Hildesheimer Börde – im Einzugsgebiet um das Werk Clauen – sowie im engeren Einzugsgebiet des Werks Schladen. Raps braucht mehr Aufmerksamkeit Aber auch einige Standorte in der Magdeburger Börde gelten als gefährdet, da insbesondere Raps bei falschem Anbaumanagement zu einer deutlichen Vermehrung von Rübennematoden führen kann. Um mehr über die tatsächliche Verbreitung von Rübennematoden zu erfahren, hat Nordzucker im Sommer 2008 in Zusammenarbeit mit Land-Data eurosoft und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine Offensive gegen Nematoden gestartet. Zum einen bietet die Kenntnis über das Vorkommen der Nematoden die Möglichkeit, angepasst zu reagieren. Zum anderen stehen seit zwei Jahren neue nematodentolerante Zuckerrübensorten zur Verfügung, die bei Befall deutliche Mehrerträge erbringen. Der Anbau dieser Sorten ist aber nur bei nachgewiesenem Befall sinnvoll. 600 Rübenanbauer ließen 5.000 Bodenproben ziehen Die Resonanz auf das Projekt war sehr groß: 600 Landwirte beteiligten sich am Monitoring und ließen insgesamt rund 5.000

18

Stichwort: Nematoden Heterodera schachtii oder Rübenälchen gehören zu den Fadenwürmern. Ihr Vorkommen ist seit über 100 Jahren bekannt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts mussten Zuckerfabriken geschlossen werden, weil großflächiger Nematodenbefall den Anbau von Zuckerrüben nicht mehr zuließ. Nematoden befallen die Feinwurzeln der Zuckerrüben und können erhebliche Ertragseinbußen auslösen. Begünstigt wird ihr Vorkommen durch eine zu enge Fruchtfolge sowie durch steigende Temperaturen, die den Generationswechsel beschleunigen. Pflanzenschutzmittel gegen Nematoden sind nicht zugelassen, so dass eine wirksame Bekämpfung nur über resistente Zuckerrübensorten, Zwischen-

Proben ziehen. Nachdem Nordzucker alle Landwirte in potentiellen Nematodengebieten informiert hatte, nahmen diese bei Bedarf Kontakt zum Probenehmer Land-Data eurosoft auf. Nach Rücksprache mit den Landwirten wurden Proben zur gleichzeitigen Grundnährstoff- und Nematodenuntersuchung genommen und zur LUFA in Hameln transportiert. Die Kosten

Nematodennester in Zuckerrüben. Bei längerer Trockenheit ist der Befall auch für Laien gut sichtbar.

früchte oder große Anbaupausen erfolgen kann. Seit zwei Jahren können bei Nematodenbefall tolerante Zuckerrübensorten eingesetzt werden, die trotz Befall hohe Erträge ermöglichen.

Nematoden oder Rübenälchen gehören zur großen Familie der Fadenwürmer. Treten sie in zu hoher Konzentration im Boden auf, leidet der Rübenertrag (Foto IRS).

für die Probenahme hat Nordzucker übernommen, so dass der Landwirt lediglich die Kosten für die Nährstoff- und Nematodenuntersuchung zu zahlen hatte. Nach Teilung der Probe durch die LUFA wurde eine Hälfte auf Nährstoffe (pH-Wert, Kalium, Phosphor, Magnesium) untersucht, die andere Hälfte zum Pflanzenschutzamt nach Hannover geschickt und dort auf Nemato-


Rübe

den untersucht. Da die Untersuchung auf Nematoden aufwendiger ist als die Nährstoffuntersuchung, dauerte die Übersendung dieser Ergebnisse in der Regel länger. Die Ergebnisse wurden sowohl an den Landwirt als auch an Nordzucker versendet, wo sie für die individuelle Beratung genutzt werden. Breites Befallsspektrum Die bisher vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass zur sicheren Befallsabschätzung in jedem Fall eine Bodenuntersuchung vorgenommen werden sollte. Denn in allen Regionen gibt es Flächen ohne Befall, mit niedrigem und mit hohem Befall. Das gilt auch in den Anbaugebieten, in denen zunächst ein durchgehend hoher Befall vermutet wurde. Umgekehrt wurden auch in Regionen, in denen eher wenig Befall vermutet wurde, zahlreiche Felder mit Nematodenbefall ermittelt.

Drei Viertel der beprobten Flächen haben Nematoden

Mehr Infos in den Winterversammlungen

Das Gesamtergebnis zeigt, dass etwa drei Viertel der beprobten Flächen Nematoden haben, während ein Viertel der Flächen frei davon sind. Als nematodenfrei gelten Bodenproben, in denen definitiv keine Eier und Larven des Wurzelparasiten gefunden wurden. Als „schwacher Befall“ gelten Probenwerte von einem bis 300 Eier und Larven je 100 Gramm Boden. Bis zu diesem Wert können weiterhin Zuckerrübensorten ohne Nematodentoleranz eingesetzt werden. „Hoher Befall“ gilt für Werte von 300 bis 1000 Eier und Larven. Ab 1000 Eier und Larven pro 100 Gramm Boden spricht man von „sehr starkem Befall“. In diesen Fällen müssen Rübenanbauer reagieren und Ertragseinbußen durch „müde Rüben“ mit geeigneter Sortenwahl und dem Anbau nematodenresistenter Zwischenfrüchte vorbeugen.

Fazit: Ein Projekt, das allen Beteiligten Nutzen bietet: den Landwirten, die genauere Kenntnis über Nematoden und Nährstoffe gewinnen. Nordzucker, die Hinweise für die gezielte Beratung erhält und nicht zuletzt die beteiligten Institutionen, die von entsprechenden Aufträgen profitieren. Weitere Details zum Thema Nematodenmonitoring wird Nordzucker auf den Winterversammlungen ab Ende Januar 2009 berichten.

Dr. Andreas Windt,

Manager Anbauberatung

ANBAUERPORTRAIT

Vertrauen ist wichtig Rübenanbauer im Gespräch: Djoka Mitic, Debeljaca, Serbien Pavel Sokol arbeitet im Rübenbüro der serbischen Zuckerfabrik Kovacica. Mit seinen Kollegen betreut er etwa 40 landwirtschaftliche Betriebe, die in der fruchtPavel Sokol, baren Vojvodina Rübenmanager, Sunoko Werk Zuckerrüben für die Kovacica, Serbien. Nordzucker-Tochter Sunoko d.o.o in Novi Sad anbauen. Für Akzente hat Sokol den Landwirt Djoka Mitic gefragt, warum der Rübenanbau für seinen Betrieb interessant ist.

„Meine Produktionstechnik ist gut an die örtlichen Klima- und Bodenbedingungen angepasst. Wir erreichen hohe und stabile Erträge. Sichere Erträge und ein bekannter Rübenpreis sorgen dafür, dass ich Einkommen und Investitionen gut planen kann. Außerdem habe ich mit Rüben eine optimale Fruchtfolge. Unsere Maschinenausstattung ist für etwa 150 Hektar Rübenanbau ausgelegt. Die Maschinen sind also vorhanden. Ich kann sie auslasten und mit dem Rübenanbau Geld verdienen. Wichtig ist für mich, dass ich Sunoko und Nordzucker bezogen auf Zahlung und Vertragserfüllung vertrauen kann. Ich denke, wenn es auch in Serbien eine staatliche Prämie für den Rübenanbau geben würde – wie in den benachbarten EU-Ländern – dann hätten wir hier langfristig stabile Rübenanbauflächen und Zuckerrübenerträge.“

Djoka Mitic (46), Agro As Debeljaca. Zusammen mit seinem Partner bewirtschaftet Mitic 1.300 Hektar Ackerfläche. Davon werden je nach Marktlage jährlich 60 bis 140 Hektar mit Zuckerrüben bestellt (2008: 71 Hektar).

Akzente Ausgabe 01/09

19


Rübe

Mehr Geld durch Rübe Die Rübe behauptete auch 2008 ihre Wettbewerbsfähigkeit 2008 legten die Zuckererträge in vielen Anbaugebieten der Nordzucker AG kräftig zu. Die Ergebnisse der Kampagne zeigen, dass der Rübenanbau auch unter den Bedingungen der neuen Zuckermarktordnung hoch wettbewerbsfähig bleibt. Nordzucker rechnet zum Stand Anfang Dezember in Deutschland mit einem Rekordzuckerertrag von durchschnittlich 11,4 Tonnen je Hektar bei einem Zuckergehalt von rund 18,2 Prozent und einem Rübenertrag von 62,5 Tonnen je Hektar. Der durchschnittliche Rübenpreis einschließlich aller Nebenleistungen wird voraussichtlich bei etwa 39 Euro je Tonne Rüben liegen. Es ergibt sich somit ein Erlös ohne Betriebsprämien von fast 2.500 Euro je Hektar. Nach Abzug der Arbeits- und Direktkosten in Höhe von rund 1.300 Euro je Hektar verbleibt eine arbeits- und direktkostenfreie Leistung (AdfL) von etwa 1.100 Euro je Hektar. Damit leistet die Rübe auch 2008 einen wesentlichen Beitrag zum Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe. 2008: Spitzenposition mit Abstand Auch im Vergleich mit anderen Früchten behauptet die Rübe eine deutliche Spitzenposition. Die arbeits- und direktkostenfreie Leistung von Raps und Weizen liegt bei einem Ertrag von 4,25 beziehungsweise 8,5 Tonnen je Hektar und einem angenommenen Erntepreis 2008 von 360 beziehungsweise 170 Euro je Tonne mit rund 440 bis 580 Euro je Hektar deutlich unter dem Ergebnis des Rübenanbaus mit 1.142 Euro je Hektar. Die Rübe bleibt auch 2009 attraktiv Auch im kommenden Anbaujahr 2009 wird die Rübe ihre Wettbewerbsfähigkeit behaupten. Die Umsetzung der letzten Stufe der neuen Zuckermarktordnung und sinkende Pelleterlöse werden den Rübenpreis 2009 auf etwa 35 Euro je Tonne bei einem Zuckergehalt von 17,8 Prozent (fünfjähriges Mittel Nordzucker) sinken lassen. Trotz dieser Entwicklung behält die Rübe ihre Attraktivität. Die arbeits- und direktkostenfreie Leistung der Rübe liegt,

wenn man von einem Ertrag auf Höhe des fünfjährigen Mittels der Nordzucker AG ausgeht, mit etwa 780 Euro je Hektar deutlich über dem Ergebnis der Vergleichsfrüchte, die etwa 440 Euro je Hektar bei Weizen und etwa 580 Euro je Hektar bei Raps erreichen. Immer vorausgesetzt, dass sowohl die Produktionskosten von Rüben als auch die der Vergleichsfrüchte sowie die Produktpreise der Vergleichsfrüchte konstant bleiben.

Frank Knälmann, Manager Agrarwirtschaft

Wettbewerbsfähigkeit 2008 und 2009 2008

Rüben

Weizen

Raps

t/ha

62,5

8,5

4,25

Zuckergehalt

%

18,20

Zuckerertrag

t/ha

10,96

Produktpreis (inkl. aller Nebenleistungen)

EUR/ha

38,75

170,00

360,00

Vorfruchtwert

EUR/ha

40

0

80

Summe Erlöse

EUR/ha

2.462

1.445

1.610

Saatgut

EUR/ha

200

61

64

Dünger

EUR/ha

328

319

305

Pflanzenschutzmittel

EUR/ha

205

163

185

Summe Direktkosten

EUR/ha

733

543

554

Summe Arbeitserledigung

EUR/ha

555

437

453

Zinsansatz

EUR/ha

32

24

25

Summe Kosten

EUR/ha

1.320

1.004

1.032

AdfL

EUR/ha

1.142

441

578

Rüben

Weizen

Raps

t/ha

59,5

8,5

4,25

Zuckergehalt

%

17,80

Zuckerertrag

t/ha

10,59

Produktpreis (inkl. aller Nebenleistungen)

EUR/ha

34,58

170,00

360,00

Vorfruchtwert

EUR/ha

40

0

80

Summe Erlöse

EUR/ha

2.097

1.445

1.610

Saatgut

EUR/ha

200

61

64

Dünger

EUR/ha

328

319

305

Pflanzenschutzmittel

EUR/ha

205

163

185

Summe Direktkosten

EUR/ha

733

543

554

Summe Arbeitserledigung

EUR/ha

555

437

453

Zinsansatz

EUR/ha

32

24

25

Summe Kosten

EUR/ha

1.320

1.004

1.032

AdfL

EUR/ha

777

441

578

Ertrag

2009 Ertrag

Quelle: Nordzucker 12/2008 20

Bei allen Vergleichen muss berücksichtigt werden, dass der Rübenpreis im Gegensatz zu den anderen Agrarrohstoffpreisen fest steht. Die Rübe bleibt damit eine feste und planbare Größe für den landwirtschaftlichen Betrieb.


Markt & Kunde

+++ EuroSugar Markt-Telegramm + + + EuroSugar Markt-Telegramm +++

EU-Zuckermarkt: Ruhe vor neuen Stürmen Versorgungssicherheit steigt im Kurs Nach Jahren des Angebotsüberhangs steuert der EU-Zuckermarkt Ende 2008 auf eine neue Balance zu: Auch größere Zuckerverwender spüren, dass die Aufgabe von sechs Millionen Tonnen Zuckerquote nicht ohne Einfluss auf die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem Rübenzucker bleibt. Während Schwierigkeiten mit der diesjährigen Rübenversorgung in einigen der neuen Defizitländer am Mittelmeer und im Osten der EU dazu führen, dass sogar die deutlich verringerten Produktionsquoten nicht erfüllt werden, starten Importe aus Afrika und Karibik nur langsam. Diese Lage sorgt für eine insgesamt eher auf Versorgungssicherheit ausgerichtete Einkäuferstrategie. Zucker ist nicht mehr gleich Zucker Gewohnte Qualitäten gewinnen an Wert Nach Jahren harten Preiswettbewerbs stellen wir fest, dass die Märkte insgesamt „durchatmen“. Viele Zuckerraffinerien im Mittelmeerraum befinden sich derzeit noch im Planungsstadium, und nur wenige Verwender setzen unraffinierten Importzucker direkt ein. Viele Verwender realisieren zudem, dass Zucker nicht gleich Zucker ist. Die bisher gewohnte EU-Rübenzuckerqualität gewinnt einen höheren Stellenwert, so dass Hersteller zuckerhaltiger Lebensmittel bereit sind, für Transporte aus Überschussin Defizitregionen entsprechende Aufschläge zu akzeptieren. Diese Entwicklung beobachten wir vor allem in Spanien. Sie betrifft aber auch zunehmend den Südosten der EU. Vor allem Zuckerverwender mit hohem Bedarf sichern ihre Mengen ab und fragen entsprechend längerfristige Lieferkontrakte nach.

schüsse erzeugen. Nachgefragt und vermarktet werden diese Mengen in allen angrenzenden Märkten, aufgrund der entstandenen Defizitsituation aber vor allem im Mittelmeerraum. Die bisherigen Überschussländer Deutschland und Polen arbeiten bezogen auf Rübenzucker mengenmäßig ausgeglichen – oder im Defizit, wenn man das Baltikum zum polnischen Markt hinzurechnet. Auch die tschechische Republik wird in Zukunft vorwiegend den eigenen Markt beliefern. Finanzkrise mit neuen Unsicherheiten In einer vergleichsweise gemäßigteren Marktsituation wurde zum 1. Oktober 2008 erstmals der Referenzpreis für Zucker gesenkt. Zuckerindustrie und Zuckerverwender haben bereits lange vorher hart um neue Verträge gerungen. Inzwischen hat Eurosugar mit dem größten Teil seiner Kunden neue Lieferbedingungen abgeschlossen. Neue Unsicherheiten bringt die Weltfinanzkrise. Zum einen erhält die Liquiditätssituation unserer Kunden mit Blick auf unsere Risikovorsorge einen neuen Stellenwert. Zum anderen fordern die nicht an den Euro gekoppelten Währungen – zum Beispiel in Polen und Ungarn – erhöhte Aufmerksamkeit.

Auch die über lange Zeit schwierige Marktkonstellation in der Balkan-Region verliert derzeit an Brisanz, weil die Zuckerhersteller vor Ort ihre EU-Präferenzquoten zunehmend selbst oder in Vertriebsallianzen vermarkten.

Vor neuen Marktumbrüchen Der Zuckermarkt wird zum Jahresende 2009 erneut kräftig in Bewegung geraten. Eine Ursache ist die Möglichkeit der zollund quotenfreien Lieferung von LDC-Zucker im Rahmen des Abkommens „alles außer Waffen“ der EU mit den am wenigsten entwickelten Ländern ab 1. Oktober 2009. Außerdem entfällt die Präferenz für die bisherigen traditionellen Raffinerien. In der Folge treten alte und ganz neue Raffinateure in den Wettbewerb. Das führt zu wiederum veränderten Angebotssituationen in allen regionalen Märkten der EU.

Überschüsse nur noch aus Frankreich Nach dem Quotenschnitt kann nur noch Frankreich nennenswerte Zuckerüber-

Kurzfristige Änderungen werden auch durch den Wegfall der Exportmöglichkeiten für Quotenzucker erwartet. Dafür müssen

nunmehr Kunden innerhalb der EU gefunden werden. Zusätzlich kann die von der EU-Kommission verfügte Streichung von Erstattungen für Zucker in zuckerhaltigen Exportprodukten (so genannte NichtAnhang-1-Produkte) die Nachfrage nach Quotenzucker empfindlich treffen. Neben der weiteren Öffnung der EU für Importe wird derzeit die Zulassung von Nichtquotenzucker für die Produktion zuckerhaltiger Exportprodukte diskutiert. Im Bereich der Chemischen Industrie hat die EU-Kommission mit der jüngsten Öffnung der EU für 400.000 Tonnen Weltmarktzucker bereits gezeigt, dass sie grundsätzlich bereit ist, den Zuckerherstellern zusätzliche Lasten aufzubürden. Sie argumentiert, dass die im kommenden Jahr bevorstehende Senkung der Referenzpreise die EUMarktpreise näher an den Weltmarktpreis heranführe und so die Attraktivität der EU für Zuckerimporte weiter verringere. Angesichts massiver Quotenkürzungen um sechs Millionen Tonnen Zucker, 80 Fabrikschließungen und gewaltigen, schmerzlichen Anpassungsschritten der gesamten europäischen Zuckerwirtschaft muss ein solches Argument wohl wie blanker Zynismus klingen.

Manfred Steffen, CEO Eurosugar S.A.S, Paris

Akzente Ausgabe 01/09

21


Lebensmittelhandel: Seit Jahren steigen die Umsätze im Bio-Segment (Fotos: Hersteller)

Wachstumsmarkt Biozucker 5.000 Tonnen werden in Europa produziert, 70.000 Tonnen nachgefragt Eines ist im Bio-Segment seit Jahren sicher: Die Umsatzzahlen steigen. Dennoch hat sich im Markt einiges verändert. Noch vor wenigen Jahren, als Scharen von Konsumenten immer auf der Suche nach Schnäppchen waren, hätte wohl niemand gedacht, dass gerade die Discounter schon bald weitaus mehr Produkte in Bio-Qualität verkaufen würden, als der Naturkosthandel von nebenan. Öko-Lebensmittel sind in der Mitte der Bevölkerung angekommen. BioWaren im Wert von 5,4 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr in Deutschland abgesetzt (Europa: 15 Milliarden Euro). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Plus von 15 Prozent. Der Markt ist damit schon das vierte Jahr in Folge zweistellig gewachsen.

Umsatzentwicklung von Bio-Lebensmitteln in Deutschland in Mrd. Euro 6 +18 %

5 4 +32 %

3

+11 %

+3 %

2002

2003

+13 %

+11 %

2 1 0 2000

2001

2004

2005

2006

Quelle: U. Hamm, Universität Kassel und Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)

Die Lebensmitteldiscounter verkaufen inzwischen mehr Produkte in Bio-Qualität als der Naturkosthandel.

Biolimonaden wachsen überproportional Neben klassischen Produkten in Bio-Qualität wie Obst, Gemüse und Kartoffeln, werden auch immer mehr verarbeitete Waren wie Müsli, Schokolade und andere Süßwaren angeboten und nachgefragt. Insbesondere die trendigen Biolimonaden wachsen über-

22

proportional. Neben der Erfolgsstory Bionade haben sich mittlerweile weitere Marken wie Sinconada, Beos und die Eigenmarken der Discounter etabliert. Der Löwenanteil wird importiert Mit diesen Produktgruppen kommt der Biozucker ins Spiel. Die Nachfrage übersteigt jedoch derzeit bei weitem das Angebot an einheimischem Biorübenzucker, bei dessen Produktion auch die Nordzucker engagiert ist. Einer europäischen Produktion von 5.000 Tonnen pro Jahr steht derzeit eine Nachfrage von nahezu 100.000 Tonnen pro Jahr gegenüber. Der Löwenanteil wird dementsprechend importiert und aus Rohrzucker gewonnen. Der Markt für Biorohrzucker folgt den für Bio-Märkten und Importmärkten typischen Gesetzmäßigkeiten. Die Biomärkte sind verhältnismäßig klein, wenig berechenbar und reagieren stark auf Änderungen in der Nachfrage. Zusätzliche +15 % große Abnehmer beeinflussen erheblich Verfügbarkeit und Preise. Biorohrzucker wird außerhalb der Quote gehandelt und unterliegt einem Importzoll von 419 Euro pro Tonne. Weitere 2007 preisbildende Faktoren sind die volatilen Wechselkurse (US Dollar/ Euro) und nicht unerhebliche Frachtkosten. Die Produktion von Biozucker wird weltweit auf zirca 180.000 Tonnen geschätzt. Dominierende Produzenten sind Paraguay und Brasilien, von Überschüssen sind die Märkte wegen des weltweiten Bio-Booms jedoch weit entfernt. Nachfrage nach hochwertigen Qualitäten steigt Eurosugar hat sich als starkes europäisches Vertriebsnetzwerk auch eine umfassende Kompetenz im Bereich von Spezialitäten

und innovativen Produkten auf die Fahne geschrieben und fungiert so auch als Partner ihrer Kunden im Wachstums-Segment Biozucker. Viele Kunden – die unter anderem auch konventionellen Zucker von Eurosugar beziehen – verlangen auch und gerade für ihre Bio-Produkte eine gleichbleibend hohe Qualität und Sicherheit in Sachen Ursprung, Herstellung und Rückverfolgbarkeit der Bio-Rohstoffe. Traditionell werden die Märkte von braunen und halbweißen Bio-Rohrzuckern dominiert. Mittlerweile steigt jedoch die Nachfrage nach hochwertigen, dem konventionellen Zucker entsprechenden Qualitäten. Eurosugar verfügt schon heute über ein Netzwerk an qualifizierten Produzenten und ist zertifiziert als Importeur und Inverkehrbringer nach EG-Öko-Verordnung. Doch das Engagement geht noch weiter: Unter Einbindung der technologischen Kompetenz der Nordzucker AG werden am Standort Nordstemmen Kapazitäten ausgebaut, um aus dem Rohstoff Biorohrzucker jetzt auch hochwertige Flüssigzucker – z. B. für die Getränkeindustrie anzubieten. Fazit Mit der anhaltend steigenden Bio-Nachfrage in Europa und weltweit boomt auch der Absatz von Bio-Zucker. Die Verknüpfung der Kompetenzen von Eurosugar und Nordzucker ermöglicht das Angebot eines kontinuierlich wachsenden Portfolios, um den Anforderungen unserer europäischen Kunden umfassend entsprechen zu können.

Dr. Volker Diehl, Manager Innovation, Quality and Customer Service


Markt & Kunde

Pellets: Nach der Hausse kam die Baisse

Trockenschnitzel-Pellets: Bis zur Ernte waren 75 Prozent der Kampagnemenge 2008 vorkontrahiert.

Fallende Getreidepreise und die weltweite Finanzkrise treiben Abwärtsspirale Das Jahr 2007 war für Futtermittel wie Pellets und Melasse ein Ausnahmejahr. Hohe Getreidepreise, die nach oben scheinbar kein Ende kannten, beflügelten auch die Preissituation von Pellets und Co. Doch auf die Blütenträume folgte Mitte dieses Jahres das Tal der Tränen. Was war geschehen?

auch der Vorverkauf der TrockenschnitzelPellets für die Kampagne 2008 früh begann. Bis zur Ernte waren bereits rund 75 Prozent der Kampagnemenge zu guten Preisen kontrahiert.

Getreide und Mais bilden die Basis für die Grundfutterversorgung. Zusätzlich wird Getreide im Mischfuttersektor eingesetzt, der Anteil beträgt derzeit rund 50 Prozent. Getreide wird von so genannten Substituten wie Sojaschrot, Rapsschrot, Palmexpeller, Corngluten, Citruspellets, Trockenschnitzel-Pellets, Sojaschalen, Melasse und anderen ersetzt, wenn diese aufgrund der

Da die Getreideernte in der EU 2008 um rund 50 Millionen Tonnen höher gegenüber dem Vorjahr ausgefallen ist, kamen die Getreidepreise aufgrund der Menge kräftig ins Rutschen. Aus der Ernte wurde der Weizen bei rund 180 Euro pro Tonne aufgenommen und fiel dann bis auf unter 140 Euro im Oktober zurück: eine Halbierung innerhalb weniger Monate!

Inhaltsstoffe im Verhältnis zu Getreide preisgünstiger sind. Deshalb besteht bei Futtermitteln eine gewisse Abhängigkeit vom Getreidepreis. Anfang 2008 erreichten die Getreidepreise den höchsten Punkt. Der Weizen wurde in der Spitze mit rund 280 Euro pro Tonne gehandelt. Dazu parallel passten sich die Futtermittelpreise schnell dem Getreidepreisniveau an, so dass

Getreidepreis in wenigen Monaten halbiert

Futtermittel folgen dem Getreidepreis nach unten.

Zusätzlich wirkte sich die Finanzkrise negativ auf die Börsennotierungen für Agrarprodukte aus. Das Kapital vieler Spekulanten wanderte über Nacht wieder ab, so dass ein regelrechter Preisverfall in allen Rohwaren einsetzte.

Mengenmäßig fiel die Getreideernte gut, qualitativ aber sehr unterschiedlich aus. Dies hatte einen erheblichen Einfluss auf die Futterqualitäten. Hinzu kam noch eine Rekordernte bei Mais, so dass allgemein die Preise im Futtersektor weiter fielen. In einigen Substituten lagen die Preisunterschiede zwischen „high“ und „low“ bei über 50 Prozent des Warenwertes. Diese extremen Preisunterschiede werden sich in den Bilanzen der Getreide- und Futtermittelbranche widerspiegeln. Nach der Getreideernte kam das Pelletsgeschäft praktisch zum Erliegen. Es gab nur nominelle Preise, die ständig zurückgenommen wurden. Sie erreichten in der laufenden Kampagne das Niveau von unter 120 Euro pro Tonne, allerdings ohne nennenswerte Umsätze. Einige überregionale Exportkontrakte trugen zu einer gewissen Entlastung im Absatz bei. Märkte erreichen den Boden Der Abverkauf der Nachkampagnemengen hängt im Wesentlichen von der weiteren Entwicklung der Getreidepreise ab. Es ist zu erwarten, dass die Märkte langsam den Boden erreicht haben. Beim Getreide ist die Differenz zum Interventionspreis nicht mehr allzu groß. Derartig hohe Preise wie in der gerade vorübergegangenen Hausse sind momentan nicht wieder zu erwarten. Bei Annäherung der Getreidepreise an den Interventionspreis werden die Preise für die Substitute – also auch für die Futtermittel der Nordzucker AG – wieder das langjährige „normale“ Niveau erreichen.

Claus Petersen Manager Vertrieb Produke

Akzente Ausgabe 01/09

23


BIOENERGIE VOR ORT | HILDESHEIM

Die Mischer kommen

Die Deppe-Tankstelle am Berliner Kreisel in Hildesheim: Seit Oktober 2008 gehört E85 auch hier zum Angebot. Hildesheim, Tankstelle Steuerwalder Straße: Heidi Büchler im Gespräch mit Hubertus Rother, fuel 21.

Alle halbe Stunde tankt einer Ethanol Bis vor kurzem war die Region Hildesheim Hannover noch ein fast weißer Fleck auf der Deutschlandkarte für E85-Tankstellen. Inzwischen sammeln Autofahrer und Tankstellenbetreiber praktische Erfahrungen mit dem Treibstoffgemisch aus 85 Prozent biogenem Alkohol und 15 Prozent Benzin. Den Anfang machte in der Hildesheimer Nordstadt die Freie Tankstelle Konrad Deppe an der Steuerwalder Straße. Bereits seit Februar 2008 bietet sie neben Super, Super Plus, Dieselkraftstoff und Autogas auch E85 an. Weil sich der Verkauf von E85 in der Nordstadt sehr gut entwickelt hat, können Autofahrer seit Ende Oktober an einer weiteren von insgesamt sieben Deppe-Tankstellen E85 tanken. Hinzugekommen ist als zweiter Hildesheimer Standort die Freie Tankstelle an der B1. Auch in Hannover führen inzwischen vier freie Tankstellen den Ethanolkraftstoff, der an Tankstellen in Schweden, USA, Brasilien und vielen anderen Ländern schon lange zum Angebot für Autofahrer gehört. In Hildesheim kündigen zurzeit weitere freie Tankstellen die Einführung von E85 an. Offen für Neues „Wir sind offen für Neues“, begründet Betriebsstellenleiter Norbert Deppe bei einem Gespräch mit dem E85-Projektmanager der fuel 21, Hubertus Rother, die Erweiterung des Angebots. Seitdem Benzin- und Superpreis gleichgezogen haben, war es nur eine Frage des Zeitpunktes, die überzählige Benzinzapfsäule auf Ethanol umzustellen. „Wir waren die ersten im Landkreis, die Rapsöl angeboten haben. Jetzt sind wir die ersten, die auch E85 anbieten“. Die Deppe-Tankstelle in Staßfurt wird demnächst E85 anbieten. „Die Umrüstung ist da. Aber die behördliche Genehmigung für den Verkauf von E85 ist in Sachsen-Anhalt aufwändiger und lässt noch auf sich warten.“ Die DeppeTankstellen in Algermissen und Sehnde sollen später folgen. 24

Mitdenken für den Autofahrer Während die großen Mineralölkonzerne die frei gewordenen Benzinsäulen vor allem für die Einführung meist höherpreisiger Ottokraftstoffe mit klingenden Namen und Eigenschaften nutzen, profilieren sich die DeppeTankstellen unter anderem mit dem Angebot preiswerter, umweltfreundlicher, biogener Kraftstoffe als mitdenkender Partner beim Autofahrer. Das fängt beim Kraftstoffangebot und der großzügigen Anlage der Tankstellen an, deren Zapfsäulen auch für LKW bequem zu nutzen sind, und hört im Verkaufsraum nicht auf, wo Kaffee- und Brötchenduft zur Pause an Stehtischen einladen. Wer nicht fragt, ist erfahrener Mischer „Die Mengen sind richtig gut hoch gegangen“, urteilt Deppe über die ersten Wochen mit E85. Erst als die Preise für Superbenzin Mitte November zu einem unerwartet starken Sinkflug ansetzten, hat sich die Nachfrage nach E85 wieder beruhigt. Bei etwa

1,25 Euro je Liter Superbenzin sieht er die Schmerzgrenze und den Umkehrpunkt, an dem ein Teil seiner E85-Kunden wieder vermehrt Super tanken. „Was ist eigentlich E85?“, „Kann ich das tanken?“, „Wo gibt’s das noch?“, „Wo kann ich umrüsten?“ Seinen Kolleginnen und Kollegen in den Tankstellen klingeln seit Wochen die Ohren. Bei vielen Interessenten ist die Unwissenheit sehr groß. Auch weil die Autohersteller meist nur ungern und sehr zögerlich über Verträglichkeiten für Baujahr und Motoren Auskunft geben. Die kleine Infobroschüre, die Deppe zur Einführung von E85 hat drucken lassen, gibt es schon in zweiter Auflage. Einsteiger beginnen mit 30 zu 70 Wer nicht fragt, ist meist „erfahrener Mischer“. „Die tanken E85, winken und tanken noch mal Super dazu“, erzählt Heidi Büchler, die in der Freien Tankstelle an der Steuerwalder Straße arbeitet. Sie

Deutschland führt DIN-Norm für E85 ein Seit Mitte August ist in Deutschland die DIN-Norm 51625 für E85 eingeführt und beschlossen. Sie wird in Zukunft für Lieferanten und Tankstellen verbindlich sein. Mit der neuen Norm ist ab sofort ein qualitätsgerechter Kraftstoff deutschlandweit gewährleistet. Das hat enorme Vorteile für Verbraucher und deren Fahrzeuge. Denn in der Vergangenheit war es gängige Praxis, dass E85 von jedem Hersteller nach eigener Rezeptur verkauft werden durfte und wurde. Das führte dazu, dass nicht alle Ethanolkraftstoffe die hervorragenden Qualitäten eines genormten E85-Kraftstoffes aufwiesen. Mit fatalen Folgen: So konnte es in der Vergangenheit zu deutlich erhöhten Verbräuchen kommen. Auch das Anspringverhalten des Motors wurde oft nachteilig beeinflusst.

Ein Tipp für Sie als Verbraucher: Achten Sie beim Tanken von E85 immer auf die Auszeichnung des Kraftstoffs nach DIN – Norm. Dies ist bei fossilen Kraftstoffen lange üblich.


Markt & Kunde

Besuch aus Klein Wanzleben: Hubertus Rother, Projektmanager E85 der fuel 21, informierte sich bei Norbert Deppe (re) über Erfahrungen bei der Einführung von E85. Deppe leitet den Betrieb von sieben Tankstellen der Firma Konrad Deppe Freie Tankstellen, Algermissen.

Jetzt ist die Unsicherheit längst nicht mehr so groß. „Bei uns tankt alle halbe Stunde einer E85. Morgens und nach Feierabend sind es mehr“.

zent E85, beobachtet Heidi Büchler. Die Mischer halten es individuell. Beliebt sind bei den Einsteigern Mischverhältnisse von 30 Prozent E85 zu 70 Prozent Superbenzin. Getankt wird aber auch 40 zu 60 oder 50 zu 50 Prozent.

Die Autofahrer tauschen untereinander Erfahrungen aus. An der Zapfsäule, vor der Kasse oder – sehr beliebt – in unzähligen Einträgen in Internetforen rund um das Auto. Norbert Deppe empfiehlt interessierten Autofahrern das umfangreiche Informationsangebot unter www.e85.biz.

Über Verträglichkeit informieren die Autohersteller

Zertifikate Nordzucker* (Deutschland) Futtermittelsicherheit

GM PB 2

S Q+

1

1

91 092/ G-2 -EW VO

(seit 2003 )

(seit 2004 )

Biozucker

2

1

(seit 2002 )

(seit 2004 )

DIN EN ISO 9001 Qualitätsmanagement

EMAS

(seit 1994)

/ÖK

3

(seit 2003 )

1

(seit 1996 )

OA ud

it

Die Zertifizierungsaudits fanden in diesem Jahr vom 15. bis zum 31. Oktober in den deutschen Standorten statt. Zum Teil überprüfen neutrale, zum Teil vereidigte Gutachter, ob alle im Managementsystem festgelegten Abläufe sowie die rechtlichen und normativen Vorgaben eingehalten werden. All dies erfolgt auf freiwilliger Basis. Allerdings sind viele der Zertifikate heute Liefervoraussetzung für die Kunden. In den Bereichen Qualität, Lebens- und Futtermittelsicherheit sowie Umwelt erfüllt Nordzucker alle gesetzlichen Anforderungen und Auflagen sowie Standards und Normen. Lob gab es in einigen Standorten für die Punkte Ordnung und Sauberkeit. Aber es gab auch einige wertvolle Hinweise von den Prüfern zur kontinuierlichen Verbesserung. Die Potenziale sind bis zur nächsten Zertifizierung im Oktober 2009 abzuarbeiten.

Während Deppe bei Autogas zurzeit einen regelrechten Boom registriert, steht die Nachfrage nach E85 nach gutem Start am Anfang. Wie sie sich weiterentwickelt? Deppe zuckt die Schultern. Bis zum 10. November hätte er noch „stürmisch“ gesdp antwortet.

IFS

Zertifizierungen 2008 bestanden

„Wir können und dürfen unseren Kunden keine Empfehlungen geben“, betont Heidi Büchler. „Unsere Auskunft lautet: Tanken Sie E85 nur nach Rücksprache mit Ihrem Autohersteller. Ohne Umrüstung können Sie eventuell mischen. Wenn Sie reines E85 tanken wollen, müssen Sie Ihren Benziner umrüsten oder ein Flexfuel-Fahrzeug fahren“. Anfangs waren die Kunden sehr kritisch, berichtet Büchler. „Da wurde jedes Motoren-Geräusch argwöhnisch belauscht.“

QMMil ch

kennt ihre Mischer schon länger. Seit Februar studiert sie das Kaufverhalten der E85-Kunden. „Zu Anfang tankten vor allem junge Leute E85. Die sind experimentierfreudig, besser informiert und sie haben weniger Geld.“ Neun Monate nach dem Start kommen E85-Kunden an der Steuerwalder Straße aus allen Bevölkerungsgruppen. Darunter viele, die bereits umgerüstet haben. Besonders unter den Jüngeren tanken viele „Halb und Halb“ oder 100 Pro-

DI Umweltmanagement

1 2 3

N

EN

(seit 1996)

IS O

140 01

(seit 2007)

DIN E N

2 IS O

20

00

Lebensmittelsicherheit

Nicht in den Flüssigzuckerwerken Nur in Nordstemmen, Uelzen und dem Flüssigzuckerwerk Nordstemmen Nur in Nordstemmen und Uelzen

*Nach folgenden Standards und Normen wurden wir zertfiziert:

Marion Schaefer, Manager Verbraucherschutz und Managementsystem

DIN EN ISO 9001: Qualitätsmanagement (Basis unseres Managementsystems) DIN EN ISO 22000: Managementsystem für die Lebensmittelsicherheit IFS 5: International Food Standard, Version 5, Standard des Lebensmittelhandels zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit GMP B2 und Q&S: niederländischer bzw. deutscher Standard zum Management der Futtermittelsicherheit DIN EN ISO 14001 und EG-VO-761/2001 (auch EMAS oder Öko-Audit genannt): Umweltschutzmanagement

Akzente Ausgabe 01/09

25


R uBernd b r i k Siefert kreiert neue Rezepte für SweetFamily

„Omas leckerstes Geheimnis“ Neue SweetFamily-Rezepte hat Bernd Siefert für die süße Winterküche entwickelt. Die vier winterlichen Rezepte finden Verbraucher derzeit auf den SweetFamily „Feinster Zucker“Packungen. Kuchen, Kekse & Co. kann jeder überall fertig kaufen. Bernd Siefert und SweetFamily haben raffinierte Ideen entwickelt, wie Zuhause einfach und aus wenigen Zutaten ganz besondere Dinge entstehen: Eine Gugelhupf-Variante mit Marzipan Zutaten: 50 g Marzipanrohmasse 7 Eigelb 250 g Butter 100 g SweetFamily Puderzucker Mark einer Vanilleschote Abrieb einer Zitronenschale (unbehandelt) 7 Eiweiß 1 Prise Meersalz 150 g SweetFamily Feinster Zucker 150 g Weizenmehl Typ 405 100 g Weizenpuder (Speisestärke) Gugelhupfbackform (Ø 20 cm)

Ofen auf 180 °C (Umluft 160 °C) vorheizen. Marzipan mit dem Eigelb zu einer glatten Masse verkneten. Puderzucker, Butter, Vanillemark und Zitronenschale zugeben und schaumig rühren. Eiweiß und Salz schaumig schlagen. SweetFamily Feinster Zucker nach und nach unterziehen, bis der Eischnee steif ist. Weizenmehl und Weizenpuder mischen. Schnee und Mehlgemisch abwechselnd unter die Buttermasse heben und in eine gefettete und bemehlte Gugelhupfbackform bringen. 45 Minuten backen, auskühlen, und die Gäste können kommen.

Tipp: Kandierte Früchte oder Rosinen in Mehl wälzen und zusätzlich in den Teig geben.

Werbung wirkt

TV-Kampagne von SweetFamily kommt gut an Im Mittelpunkt der KommunikationsMaßnahmen für die Marke SweetFamily stand in diesem Jahr die erste TV-Kampagne von Nordzucker, die von den Zuschauern sehr gut aufgenommen wurde. Der Hauptdarsteller, Konditorweltmeister Bernd Siefert, wurde in einer Befragung als sehr sympathisch und kompetent beschrieben. Er konnte somit glaubhaft vermitteln, dass es sich bei Gelierzucker von SweetFamily um ein hochwertiges Produkt handelt, mit dem Marmeladen sicher gelingen. Außer im TV-Spot wurde Siefert noch in Anzeigen, im PR-Bereich, im Internet und auf den Verpackungen mit Rezepttipps eingesetzt. Neben den hohen Sympathiewerten in der Befragung zeigt sich der Erfolg dieses Maßnahmenbündels auch in den harten Zahlen: SweetFamily verzeichnete im Bereich Gelierzucker stabile Absätze im Vergleich zum Vorjahr – bei

26

einem um 9,7 Prozent sinkenden Markt ein sehr erfreuliches Ergebnis (Quellen: Eurosugar, Nielsen). Auch die Bekanntheit der Marke SweetFamily legte im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent zu (Quelle: Carat Expert GmbH). Die Fortsetzung der Kampagne mit Bernd Siefert im Bereich Backen ist somit sehr erfolgversprechend.

Bernd Lingelbach, Marketing Manager Consumer and Industry


Markt & Kunde

SweetFamily: Die flüssige Art des Zuckerns SweetFamily Flüssig von Nordzucker, die neue Dimension des Süßens! Mit dieser Marktneuheit besetzt die Marke als Pionier ein neues Zuckersegment mit hohem Potenzial. Mit SweetFamily Flüssig setzt die Marke neue Maßstäbe im Zuckerregal. Im Rahmen eines Marktforschungstests wurde das hohe Potenzial des Produkts bestätigt, denn die Endverbraucher waren von dem Produkt regelrecht begeistert. Kein Wunder bei den Produktvorteilen: Er löst sich sofort auf und rührt sich hervorragend ein. Speisen werden mit ihm perfekt abgerundet, Saucen und Marinaden verleiht er eine optimal samtig-weiche Konsistenz. Ein Alleskönner in der modernen Küche mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. SweetFamily erweitert mit dem neuen Produkt seine Zielgruppe und spricht auch jüngere Verwender an. Sie nutzen Flüssigzucker für Getränke wie Kaffee, Tee und heiße Spezialitäten sowie für Müsli und Obstsalat, während ambitionierte Köchinnen SweetFamily Flüssig auch gerne für kreative, anspruchsvollere und vielfältigere Zubereitungen wie Saucen, Marinaden, Vinaigrettes, Desserts und zum Kochen allgemein verwenden. SweetFamily begeistert so Jung und Alt. SweetFamily Flüssig besteht aus den rein natürlichen Zutaten Fruktosesirup, Salz und Apfelextrakt. Die spezielle Rezeptur verleiht ihm seine typische Konsistenz, die weich-samtige Viskosität und den natürlichen Süßgeschmack. Das innovative Produkt ist ab März 2009 in der 250 Milliliter PET-Flasche für 1,49 Euro im Handel erhältlich.

Simone Nickel, Product-Manager Retail

Ein wahrer Alleskönner – SweetFamily Flüssig, ab März 2009 im Handel

SweetFamily Flüssig für Vinaigrettes: Olivenöl-Vinaigrette (ca. 3 – 4 Portionen)

5 EL Olivenöl 3– 4 EL heller Balsamicoessig 2 EL SweetFamily Flüssig Salz, frisch gemahlener Pfeffer Öl, Essig und Sweet Family Flüssig mit einem kleinen Schneebesen verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Vinaigrette schmeckt sehr gut zu gemischten Blattsalaten.

Akzente Ausgabe 01/09

27


Sehr groß war das Interesse an neuen Techniken zur Aufbereitung von Energierüben für die Biogasgewinnung.

Schonend „entblattet“ bleibt der Rübenkörper unversehrt, Lager- und Köpfverluste sind geringer.

Die Zuckerrübe hat Zukunft Auch als Energiepflanze Dritter Norddeutscher Zuckerrübentag Am 9. Oktober fand auf dem Klostergut Mönchehof in Kolenfeld der 3. Norddeutsche Zuckerrübentag statt. Eingeladen hatten die Zuckerrübenanbauerverbände Niedersachsen-Mitte e. V. und Südniedersachsen e. V., der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die fuel 21 GmbH & Co. KG und die Nordzucker AG. Mehr als 2.000 Besucher nutzten die Chance, sich rund um die Rübe zu informieren. Neu auf dem Programm standen in diesem Jahr Produktionstechnik und Neuentwicklungen für die energetische Verwertung der Zuckerrübe. Energetisch auf gleichem Niveau wie Mais Welche Potenziale in der Zuckerrübe als Energielieferant stecken, wurde in drei Kurzreferaten erläutert. Professor Bernward Märländer, Institut für Zuckerrübenforschung in Göttingen, zeigte auf, dass die Zuckerrübe im Durchschnitt 15 Tonnen Trockenmasseertrag pro Hektar liefert. Würde das Blatt mit geerntet, so erhöhte sich der Trockenmasseertrag sogar auf 20 Tonnen Trockenmasseertrag je Hektar. Auf guten Standorten sind Spitzenerträge bis

zu 25 Tonnen möglich. Die Zuckerrübe sei damit idealer Rohstofflieferant für Biogasanlagen, aber auch für die Herstellung von Biomass to Liquid (BtL), einem synthetischen Biokraftstoff. Das zeige auch der Vergleich des Nettoenergiegewinns pro Hektar. Bei einem Ertrag von 56 Tonnen Rüben je Hektar erzielt die Zuckerrübe eine Nettoenergie von 207,6 Gigajoule je Hektar. Beim Weizen mit einem Ertragsniveau von 7,8 Tonnen je Hektar liegt dieser bei 108,4 Gigajoule je Hektar, und der Raps erzielt bei einem Ertrag von 3,5 Tonnen je Hektar sogar nur einen Nettoenergiegewinn von 85,5 Gigajoule. Die Zuckerrübe liegt hier auf dem gleichen Niveau wie Energiemais. Bioethanol aus Rüben glänzt mit hoher Flächeneffizienz Seit Dezember 2007 produziert fuel 21 in Klein Wanzleben Bioethanol aus Zuckerrüben. Dr. Albrecht Schaper, Geschäftsführer der fuel 21 GmbH & Co. KG, erläuterte die Anlage mit einer Jahreskapazität von 130.000 Kubikmetern. Während der Kampagne wird das erste Zwischenprodukt der Zuckererzeugung, der so genannte

Norddeutscher Rübentag 2008. Treffpunkt für Landwirte, Züchter, Maschinenhersteller sowie Gremien- und Verbandsvertreter aus ganz Deutschland.

28

Rohsaft, zur Ethanolgewinnung genutzt. Außerhalb der Kampagne dient Dicksaft als weiteres Zwischenprodukt als Rohstoff für die Ethanolproduktion. Dieser ist durch seinen hohen Zuckergehalt lagerfähig. Bei einem Rübenertrag von 60 Tonnen je Hektar können laut Schaper 6.000 Liter Ethanol je Hektar produziert werden. Damit liegt die Bioethanolerzeugung pro Hektar doppelt so hoch wie bei Getreide. Rübenbeimischung stabilisiert Biogasgewinnung Über die Nutzung der Zuckerrübe in Biogasanlagen referierte Sebastian Schaffner von der KWS AG. Er bescheinigte der Zuckerrübe nicht nur einen hohen Trockenmasseertrag pro Hektar, sondern auch eine hohe Energieausbeute. Ebenso sei die Zuckerrübe bei der Umsetzungsgeschwindigkeit führend. Während Rüben schon nach zehn bis 15 Tagen komplett zu Biogas umgesetzt werden, benötigt der Mais dazu rund 40 Tage. Weiter berichtete Schaffner über die ersten Ergebnisse aus einem Praxisversuch. Dabei habe sich gezeigt, dass eine Zumischung der Zuckerrüben in Höhe von 20 bis 25 Prozent den Prozess der Biogas-

Bioenergie aus Zuckerrüben – ein großes Thema, nicht nur für den Nachwuchs.


Tr e f f p u n k t Henning Hornbostel (re.), Rübenanbauerverband Nord, im Gespräch mit Christoph Altemüller von der Hunning Maschinenbau GmbH, die die Zerkleinerung von Rüben für die Biogaserzeugung in einer Hammermühle vorstellte.

Die Resultate der im Feldeinsatz vorgestellten Entblattungstechnik (Bild) überzeugten die Zuschauer.

gewinnung stabilisiere und die Methanausbeute um bis zu zwei Prozent erhöhe. Das Problem des Erdanhangs solle kein Ausschlusskriterium sein, meinte Schaffner. Hier werde an praktikablen Lösungen gearbeitet. Auch habe der Bodentyp einen Einfluss darauf. Während die Bodenpartikel Ton und Lehm zum größten Teil mit den Gärrückständen ausgetragen werden, sedimentiert der Sand schnell und bleibe daher in höheren Mengen im Gärbehälter zurück.

Waschen, entblatten, zerkleinern: Neue Techniken für die Energierübe Im Anschluss an die Vorträge hatten die Besucher Gelegenheit, sich bei einer Maschinenvorführung über Neuerungen bei der Sätechnik, dem Roden, der Mietenpflege sowie dem Laden und Reinigen zu informieren. Insbesondere die Biogasanlagenbetreiber konnten sich über die spezielle Technik der

Entblattung der Rübe, die Rübenwäsche am Feldrand und die Aufbereitung, Zerkleinerung und Konservierung der Zuckerrübe kundig machen.

Rolf Hoffmann, Manager Nachwachsende Rohstoffe

Ehemaligentreffen in Uelzen Zum jährlichen Treffen ehemaliger Direktoren und Führungskräfte hatte Nordzucker in diesem Jahr in das Werk Uelzen eingeladen. Vorstandsvorsitzender Hans-Gerd Birlenberg und sein Vorstandskollege Dr. Henrik Einfeld nutzen das Zusammenkommen, um die rund 40 interessierten Fachleute über die wesentlichen Entwicklungen des sich wandelnden Zuckermarkts und über die Entwicklungen nach der Quotenrückgabe sowie die erfreulichen Ergebnisse der laufenden Kampagne zu informieren. Der Vorstandsvorsitzende sagte: „Wir alle sind in hohem Maße von der neuen Zuckermarktordnung betroffen.“ Insgesamt habe Nordzucker europaweit 413.000 Tonnen Quote zurückgegeben. Importe von Rohrrohzucker sehe Nordzucker als Chance. „In Chelmza in Polen haben wir den Anfang gemacht“, unterstrich Birlenberg. Der Einstieg in die Rohrrohzuckerumarbeitung sei ebenso wie die Inbetriebnahme der Bioethanolanlage eine gezielte Investition und damit eine Antwort auf die neuen Herausforderungen. Dr. Henrik Einfeld erläuterte alle Kampagneergebnisse in den einzelnen Ländern, bevor sich die ehemaligen Manager nach einleitenden Informationen des Werkleiters Joachim Rüger über die Uelzener Fabrik auf den Rundgang durchs Werk aufmachten. tsd

Zu Gast in Schladen: Agrarausschuss des niedersächsischen Landtags Ende September 2008 besuchten die CDU-Abgeordneten des niedersächsischen Landtagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung unter Leitung des Ausschussvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Frank Oesterhelweg das Nordzucker-Werk Schladen. Werkleiter Burkhard Jahn und Rübenmanager Matthias Schulte übernahmen die Führung durch das Werk. Der Betriebsablauf und die Innovationen im Sozial-, Produktions- und Energiebereich wurden dargestellt. Besondere Begeisterung riefen die neue Zufahrt und die Verkehrslösung für die Rübenanlieferung hervor, da sie die Stadt und die umliegenden Orte während der Kampagne spürbar entlasten.

Die Gäste lauschen Werkleiter Burkhard Jahn (Schladen): links mit Christian Kionka die Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer, Dr. Hans-Joachim DenekeJöhrens, Clemens Große Macke und Frank Oesterhelweg, ganz rechts die Abgeordnete Ingrid Klopp.

Christian Kionka, Manager Public Affairs, stellte die politischen Forderungen der Nordzucker für die Landwirtschaft, den Zuckermarkt, die Nährwertkennzeichnung und die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen dar. Die Abgeordneten griffen die Argumente in einer angeregten Diskussion auf. Mit anderen politischen Gruppen werden weitere Gespräche vor Ort in den kommenden Monaten folgen. red

Akzente Ausgabe 01/09

29


120 Jahre Zuckerfabrik Nörten

Weißes Gold im Leinetal 16 Landwirte unterzeichneten am 8. Mai 1872 den Vertrag zur Gründung der ActienZuckerfabrik zu Nörten. 105.000 Thaler standen zum Bau der Fabrik in der Nähe des Bahnhofs zur Verfügung. Da fast alle Gründungsaktionäre zur damaligen Zeit Großgrundbesitzer waren, fiel es nicht schwer, 254 Hektar Ackerland für den Zuckerrübenanbau zur Verfügung zu stellen. Für alle Aktionäre bestand eine Rübenanbaupflicht von mindestens drei Hektar pro Aktie.

35 Prozent und 1880 sogar 46 Prozent Dividende gezahlt werden. Traumhafte und nie wieder erreichte Renditen für das weiße Gold. 1913, 40 Jahre nach der Gründung, verarbeitete die Fabrik bereits täglich 749 Tonnen, das Zehnfache der ersten Kampagne. Im Jahr ihrer Schließung, 1993, hatte sie eine Tagesverarbeitung von 4.200 Tonnen erreicht. Das war eine gewaltige Steigerung, die nur durch kontinuierliche technische Verbesserungen und Rationalisierungsmaßnahmen zu erzielen war.

Blütejahre mit traumhaften Renditen

Besonders wichtig war für Geschäftsanteil der um die JahrDie erste Nörtener Kamdie Nörtener die Sicherung hundertwende in eine GmbH pagne lief im Oktober der Wasserversorgung. umgewandelten Gesellschaft. 1873 an. Am Ende hatten Dabei kam es zu juristidie Gründer 10.145 schen Streitigkeiten. Seit Tonnen Zuckerrüben verarbeitet, was da1911 nahmen die Probleme mit dem namals der durchschnittlichen Kampagnehen Kaliwerk Reyershausen zu. Giftige Ableistung einer Zuckerfabrik entsprach. Mit wässer gelangten von dort in die Rode und Richard Sickel (Direktor von 1873 –1896) Leine und verursachten immer wieder Beund Carl Graf Hardenberg (Vorstand) watriebsstörungen in der Zuckerfabrik. Erst ren vorausschauende Männer am Werk. 1929 brachte der Bau einer Pumpstation Von Anfang an wurde ein Zuckerchemiker an der Espoldebrücke eine einvernehmliche beschäftigt und der Verkauf des produzierLösung. ten Rohzuckers überregional organisiert. Kunden waren Raffinerien in Braunschweig, Frühstart in die Weißzuckererzeugung Zu den wohl weitsichtigsten Entscheidunim Rheinland und in Süddeutschland. Das gen zählte die sehr frühe Umstellung auf Weißzucker 1913. Damit stiegen die Nörtener in die Direktvermarktung ihres Zuckers ein. Zeitgleich experimentierten sie mit weiteren Nebenprodukten wie der Herstellung von Kunsthonig aus Sirup. Eine Idee, die 1922 für kurze Zeit wieder aufblühte, aber nicht weiterverfolgt wurde. Postkarte um 1900 mit der Fabrik und Direktorenvilla.

Nachprodukt konnte sogar nach Großbritannien verkauft werden. Für die Beteiligten entwickelte sich die Zuckerfabrik in kurzer Zeit zur Goldgrube. 1877 konnten bereits

30

Mit dem Ersten Weltkrieg brachen schwierige Zeiten an, die in den 1920er Jahren in eine nie da gewesene Zuckerkrise mündeten. Das Resultat waren Preisverfall, Überproduktion und Kontingentierungen, die zu

Logo der Zuckerfabrik in den 1950er Jahren

Entlassungen und Streiks führten. Die Situation hatte sich in den 1930er Jahren kaum beruhigt, als mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs eine Zeit des Mangels an Rüben, Material und qualifizierten Arbeitern folgte. Und obwohl die Fabrik in Nörten von Kriegszerstörungen verschont geblieben war, hatte sie einen schweren Neustart. Zu den Feld- und Transportdiebstählen machte ihr 1945/46 ein Leinehochwasser zu schaffen. Das gesamte Fabrikgelände stand samt Zuckerlager unter Wasser. Frühe Freundschaft mit Northeim Schlimmer war die Situation für die befreundete Zuckerfabrik in Northeim. – Die Northeimer hatten 17 Tote zu beklagen und standen vor einer völlig zerstörten Zuckerfabrik. – Doch die Aktionäre entschieden sich mutig für den Wiederaufbau. Die Nörtener übernahmen solange die Verarbeitung der Rüben. Die gegenseitige Unterstützung hatte Tradition. Schon im Gründungsjahr Northeims 1875 soll es Gespräche über eine Kooperation gegeben haben. Im Verlauf der Jahre halfen sich die Fabriken immer wieder. Zur Erleichterung der Anfuhr in Schlechtwetterphasen vereinbarten sie Rübentausch. 1880 kam es zwischen den Zuckerfabriken in Northeim, Nörten und


Tr e f f p u n k t

Obernjesa zu Preisabsprachen. 1906 übernahm Nörten die Rübenverarbeitung der stillgelegten Zuckerfabrik in Göttingen. Als 1928 die Zuckerfabrik in Einbeck in Schwierigkeiten geriet, kam der Gedanke eines Zusammenschlusses erneut auf. Aber trotz intensiver Bemühungen gab es zwischen Nörten, Northeim und Einbeck keine Einigung. Das Rübenkontingent von Einbeck ging abermals an Nörten. 1959 fan-

den erneut Fusionsverhandlungen unter Einbeziehung von Obernjesa statt, jedoch wieder ohne Erfolg. Union in Stufen Erst 1969 kam es zur Gründung der Union Zucker Nörten-Northeim GmbH mit Sitz in Northeim. 1970 folgte der Beitritt zur Westdeutschen Zuckervertriebsgesellschaft mbH & Co. KG. Acht Jahre später entstand mit

dem Anschluss Nordstemmens die UnionZucker Südhannover GmbH. 1986 trat die Zuckerfabrik Gronau der Union-Zucker bei. Im gleichen Jahr trat diese der norddeutschen Vertriebsgesellschaft Nordzucker GmbH & Co. KG in Uelzen bei. Nach der Schließung der Fabriken in Northeim (1985) und Gronau (1987) kam auch 1993 für die Zuckerfabrik Nörten-Hardenberg das Aus. Manuela Obermeier, Birgit Rothe

Zwei Stunden eintauchen in die Nordzucker-Welt Werksführungen bei Nordzucker. Beziehungen und Verständnis an der Basis pflegen Seit vielen Jahren öffnet Nordzucker regelmäßig zum Start der Kampagne die Tore ihrer Zuckerfabriken für Besuchergruppen. Ob interessierte Landwirte, Vereine, Landfrauen oder ganze Firmenabteilungen – alle bekommen einen spannend verpack-

gerüstet mit Helm und Kopfhörer, startet jede Gruppe die vielseitige Tour auf dem Rübenhof. Weiter geht es über die verschiedenen Stationen, die der süße Saft durchlaufen muss, bis endlich Zucker in Silo und Tüte rieselt. Eine spannende Reise, die Besucher hautnah miterleben.

nierte und angehende Zuckerspezialisten neue Seiten „ihrer Nordzucker“ neben reichlich Gelegenheit Zusammenhänge neu zu sehen und aufzufrischen. Nach

Neu: Werkführung für NordzuckerMitarbeiter

„Beeindruckend war die Effizienz mit der gearbeitet wird und wie im Laufe der verschiedenen Verarbeitungsstufen der Rohstoff Rübe umfassend verwertet wird. Richtig gut geschmeckt haben die Kostproben von dem gewonnenen Saft!“ Dr. Lars Gorissen

ten Ausflug in die Zuckerproduktion. Der zweistündige Besuch an der Basis bietet mehr als eine klassische Führung. Vor dem Gang in die Produktion sorgen Vortrag und Film für einen Überblick und ausführliche Information über die Nordzucker AG als Unternehmen und die Zuckerherstellung im Detail. Wo arbeiten die Tochtergesellschaften? Wie sehen die Zuckerverpackungen der internationalen Standorte aus? Und was passiert eigentlich in einem Extraktionsturm? Nicht selten sieht man staunende Gesichter, wenn Unbekanntes gelüftet und Irrtümer aufgeklärt werden. Einblick in die unterschiedlichen Produktionsschritte gibt es im Werk selbst. Aus-

Ein Besuch vor Ort pflegt die Beziehung und das Verständnis zwischen Unternehmen und Kunden auf besondere Weise. Aber auch Nordzucker-Mitarbeitern bietet eine Werkführung Gelegenheit, interessante Ein- und Übersichten rund um Rübe, Zucker und Nordzucker zu gewinnen und das eigene Unternehmen aus ganz neuen Perspektiven kennen zu lernen.

„Es war eine tolle Führung. Mit viel Charme und Liebe zum Detail wurde der Herstellungsprozess der verschiedenen Zuckerarten aufgezeigt.“ Nora Umlauff

2008 hatten Nordzucker-Mitarbeiter die Gelegenheit, an ausgesuchten Terminen „interne Werkführungen“ mit Familienangehörigen oder Freunden teilzunehmen. Mit viel Spaß entdeckten exami-

„Ein Blumenstrauß voller Impressionen. Energy by sugar! Verhilft besonders den neuen Mitarbeitern sich schneller und besser in die Prozesse der Nordzucker AG einzufinden.“ Shalini Mehra

den ersten „internen“ Führungen ist die Reaktion bei Mitarbeitern und Werkleitern großartig. Besonders neue Kollegen nutzten die „interne Werkführung“, um die Zuckerrübenkampagne erstmalig hautnah mit zu erleben und hinter die Kulissen zu sehen. Dem Kollegen über die Schulter schauen Nach den ersten Erfahrungen, die Mitarbeiter aus den Führungen mit an ihren Arbeitsplatz bringen, zeigt sich: Der Ausflug an die Basis hat sich gelohnt. Der Blick über die Schulter des Kollegen bringt das Produkt Zucker näher, schärft den Blick für Abläufe, Zusammenhänge und die Aufgaben der Kollegen in den Fabriken. Die Führungen werden fortgesetzt. Für „normale“ Besuchergruppen und für Mitarbeiter, die ihr Unternehmen von vielen Seiten kennenlernen Karoline Pawelczyk möchten.

Akzente Ausgabe 01/09

31


Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig

Der Zucker der Zukunft ist ab März 2009

oFlüssigzucker – einzigartig im deutschen Markt oUniversell einsetzbar (für Getränke, Desserts, zum Kochen ...)

oLeichte Verarbeitung durch flüssige Konsistenz oEinfache Handhabung dank PET-Squeeze-Flasche


2009-01_Akzente