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Akzente August 2005 • Neues aus dem Unternehmen Aktuell

Rübe

Markt & Kunde

Kampagnevorbereitung: den Gürtel enger schnallen 12

Was den erfolgreichen Anbauer auszeichnet

WTO-Auflagen zwingen EUZucker in die Intervention 24

Hauptversammlung hebt Vinkulierung auf Schlag ins Kontor: Panel-Entscheid und Reformvorschlag

17


2

I Inhalt I Akzente August 2005

Auf ein Wort

3

Konkurrenzdruck und Vorreiterrolle Die Zuckerfabrik Weetzen

Aktuell Ein Schlag ins Kontor – mit vielen Verlierern Panel Entscheid und Reformvorschlag

Special

4

Das süße Rezept

Der „alte Zopf“ bleibt leicht im Kopf Beliebte Vor- und Fehlurteile zur ZMO

8

Limetten-Eistee mit Nordzucker Brauner Zucker

8 x Klartext in Sachen Zuckermarktordnung

9

Grünes Licht für kontrollierte Öffnung Hauptversammlung hebt Vinkulierung auf

10

Den Gürtel noch enger schnallen Vorbereitung auf die Kampagne 2005

12

Noch ist Zucker Familiensache Thailands Zuckermarktordnung

14

16

Was zeichnet den erfolgreichen Rübenanbauer aus – Erläuterungen von Prof. Manfred Köhne

17

Personalien

18

Wo die Rübe sich wohl fühlt – Erfolgreicher Rübenanbau im Schaumburger Land

19

Feldtage Zuckerrübe

21

Uelzen und Szamotuly – Starke Regionen bei Nordzucker und was sie auszeichnet

22

Das neue SweetFamily Einmachbuch ist da. Auf Seite 27 finden Sie weitere Informationen und einen Coupon zum Bestellen.

Markt und Kunde WTO-Exportbeschränkungen zwingen EU-Zucker in die Intervention – Die Situation auf dem Zuckermarkt der EU

24

„Einmachen nach Herzenslust“ – Gelierzuckervermarktung 2005

26

„Für zuckerbraunen Sommerspaß“ – Zuwachs im SweetFamily-Sortiment

26

"Fruchtgenuss nach Herzenslust" Das neue SweetFamily Einmachbuch

27

Kurz vorgestellt: Hydrierte Stärkesirupe Nordzucker Süßungsmittel im Portrait

28

Neue Felder Landwirte – Ölscheichs der Zukunft Neue Felder informiert über Sunfuel – Kraftstoff aus Biomasse

Impressum Herausgeber: Nordzucker AG Küchenstrasse 9 · 38100 Braunschweig Telefon 0531 / 24 11 - 0 Telefax 0531 / 24 11 - 106 E-Mail akzente@nordzucker.de Redaktion: Gerald Dohme, Christian Kionka, Susanne Dismer-Puls (sdp) verantwortlich

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32

"Fruchtgenuss nach Herzenslust"

Rübe Neue Länder holen auf Stand der Rüben im Nordzuckergebiet

31

Layout und Satz: adconcept werbeagentur gmbh, Hannover Druck: CW Niemeyer Druck GmbH, Hameln, Aufl.: 19.000


Akzente August 2005 I Vorwort I

Sehr geehrte Rübenanbauer und Aktionäre, nun liegt er also vor, der Vorschlag der EU-Kommission. Mit deutlichen Preissenkungen für Zucker und Rüben sollen weniger produktive Markteilnehmer zum Aussteigen bewegt werden und erhebliche Mengen europäischen Zuckers vom Markt genommen werden. Dies alles stellt einen Kahlschlag dar, nicht nur im Norden und Süden Europas. Die Gründe liegen in der „Geber-Mentalität“ der politisch Handelnden. Das EBA-Abkommen, das AKP-Zuckerprotokoll und die Westbalkan-Präferenz können dazu führen, dass rund 4,5 Millionen Tonnen Zucker zuviel in die EU gelangen. Ergänzt um das verlorene WTOPanel bezüglich C-Zucker handelt es sich um 7,5 Millionen Tonnen. Begünstigt werden durch diesen Kommissionsvorschlag also andere, und unsere in 150 Jahren gewachsenen Interessen einer bäuerlichen Zuckerwirtschaft werden ignoriert. Deshalb können und werden wir diesen einseitigen Vorschlag nicht akzeptieren! Wir kämpfen weiter und haben dies in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit sehr deutlich gezeigt. Gemeinsam mit den Rübenanbauerverbänden, dem Landvolk und der Gewerkschaft Nahrung-GenussGaststätten konnten wir in der gelungenen bundesweiten Luftballonaktion deutlich machen, dass es um Zigtausende Existenzen geht. Die Medienresonanz war sehr hoch. In Brüssel zeigten die Landwirte vieler EU-Staaten ebenfalls sehr deutlich ihre ablehnende Haltung zu dem Vorschlag und der damit verbundenen Politik. Die Politiker haben unser Thema ebenfalls aufgegriffen. Der Bundesrat hat am 7. Juli einen Beschluss gefasst, der die Bundesregierung auffordert,

in den zukünftigen Verhandlungen die Interessen der deutschen Zuckerrübenanbauer stärker zu berücksichtigen. Die dramatische Preisreduktion wird abgelehnt und ebenso die mit dem Vorschlag einhergehende Arbeitsplatzvernichtung in den ländlichen Regionen. Außerdem weist der Bundesrat darauf hin, dass die Umsetzung des Vorschlags mit erheblichen Kosten verbunden ist, die die Länder nicht übernehmen wollen. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hat inzwischen den Bundeskanzler und die niedersächsischen Mitglieder des Europaparlaments aufgefordert, die bestehenden Möglichkeiten zur Sicherung der Zuckerwirtschaft in Niedersachen auszunutzen. Fest steht, dass wir gemeinsam weiter im engen Schulterschluss offensiv unsere Position vertreten müssen. Die zurückliegenden Hauptversammlungen haben gezeigt, dass die Weiterentwicklung der Nordzucker von den Aktionären mitgetragen wird. Gemeinsam haben wir nach einer Betrachtung des zurückliegenden hervorragenden Geschäftsjahrs den Blick nach vorn gerichtet. Mit der Abschaffung der Vinkulierung und der Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals sind wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gegangen. Die Standards, wie sie für börsennotierte Aktiengesellschaften gelten, wollen wir auch auf uns anwenden und sind dabei auf einem guten Weg. Die vor uns stehenden Veränderungen der ZMO zwingen uns zu einer konsequenten Strategie, wenn wir im Zuckergeschäft erfolgreich bleiben wollen. In klarer Verfolgung unserer Ziele wollen wir im Kerngeschäft Zucker weiter wachsen. Gemeinsam mit Ihnen stellen wir uns den

Anforderungen unserer Kunden und den Herausforderungen des Weltzuckermarktes. Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Abschluss der Getreideernte, gutes Wachstum für die erfreulich süßen Bestände auf Ihren Äckern und dass die Rüben im Herbst unfallfrei in die Nordzucker-Fabriken gelangen werden. Nordzucker AG Dr. Ulrich Nöhle Jens Fokuhl Günter Jakobiak

3


4

I Aktuell I Akzente August 2005

Ein Schlag ins Kontor – mit vielen Verlierern Panel-Entscheid und Reformvorschlag

Export-Verbot und ZuckermarktReformziele zusammengenommen,

werden künftig rund fünf bis acht Millionen Tonnen Zucker zuviel sein in der EU. Doch warum? Die Ursache dafür ist nicht – wie gemeinhin propagiert wird – das angeblich überholte, weil 40 Jahre alte, bisherige marktregulierende System der europäischen Zuckermarktordnung. Dieses funktioniert seit 1968 bis heute vorbildlich und haushaltsneutral! Ursache sind gut gemeinte, aber kurzsichtige und wenig überlegte Zugeständnisse der EU-Außenminister an die am wenigsten entwickelten Länder der Welt (LDC), ehemalige Kolonialländer (AKP) sowie an die West-Balkan-Staaten. Mit Importzugeständnissen für Zucker sollte Entwicklungshilfe für die ärmsten Länder der Welt geleistet sowie der Wiederaufbau auf dem Balkan nach den Kriegszerstörungen gefördert werden. Es ist die additive Wirkung dieser „Wohltaten“, die jetzt eine Reform der ZMO erzwingt. Politische Zugeständnisse, die offene Flanken in ein funktionierendes System schlagen. Jetzt bedrohen sie die europäische Zuckerwirtschaft. Und nicht nur die. Auch LDC- und AKP-Länder werden nicht als

Für jede durch die Zucker-Reformvorschläge bedrohte Existenz ein hoffnungsgrüner Ballon: Am 15. Juli gingen mit breitem Medienecho bundesweit um fünf vor zwölf symbolisch 70.000 Existenzen in die Luft. Zu den Kundgebungen

aufgerufen hatten die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker, regionale Rübenanbauerverbände und der Deutsche Bauernverband. Wie hier auf dem Kohlmarkt in Braunschweig versammelten sich Rübenanbauer und Mitarbeiter der Nordzucker

Das WTO-Zuckerpanel ist verloren. Als Ergebnis sollen die EU-Zuckerexporte (AKP-Reexport und C-Zuckerexporte) voraussichtlich zum September 2006 eingestellt werden. Der EU-Vorschlag für eine neue Zuckermarktordnung ab Juli 2006 stellt noch drastischere Preissenkungen für Rüben und Zucker in Aussicht: Die Rübenpreise sollen um 43 Prozent sinken, die Zuckerpreise um 39 Prozent. Ein dramatischer Schlag ins Kontor der europäischen Landwirtschaft und der mit ihr verbundenen Zuckerwirtschaft. Die bisher diskutierte „Quotenkürzung nach dem Rasenmäherprinzip“ ist zwar vom Tisch, doch zur Zeit weiß niemand, ob der als Ersatz dafür vorgesehene Restrukturierungsfonds den in Brüssel erwünschten Rückzug der Rübe aus den weniger wettbewerbsfähigen Regionen und möglicherweise die Verlagerung in die produktiveren Anbauregionen bringen kann. ZMO-Reform: Durch unüberlegte Wohltaten heraufbeschworen

Dr. Ulrich Nöhle

Gewinner vom Platz gehen. Zu stark sind auch für sie die Einschnitte im Preis. Brasilien kann sich freuen. Wo keine Rüben mehr wachsen, werden keine Fabriken mehr stehen Von der EU in Aussicht gestellte Ausgleichszahlungen an die Landwirte in Höhe von 60 Prozent mögen sich zunächst gut anhören. Doch langfristig können sie bestenfalls homöopathisch wirken. Denn sie beantworten nicht die Frage, wie die enge Verbindung zwischen grüner Seite, der Landwirtschaft, und weißer Seite, der Zuckerindustrie, bestehen kann. Wo keine Rüben mehr wachsen, werden auch keine Zuckerfabriken mehr stehen. Gravierende Arbeitsplatzverluste – insgesamt 100.000 in der EU-25 – stehen bevor. Das hat die EU-Kommission selbst ermittelt. Sie opfert also bewusst Teile der europäischen Landwirtschaft auf dem Gabentisch der WTO, deren oberstes Credo liberalisierte Märkte sind. Unberücksichtigt lässt die WTO die hohen Sozialund Umweltstandards in der EU. u

zeitgleich in Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Uelzen und Schleswig-Holstein, um für den Erhalt wirtschaftlichen Zuckerrübenanbaus in Europa zu kämpfen.


Akzente August 2005 I Aktuell I

5

ZMO-Reform: Der Kommissionsvorschlag auf einen Blick

Am 15. Juli auf dem Braunschweiger Kohlmarkt: Hans-Jürgen Uhl, MdB (oben); Dr. Ulrich Nöhle (Mitte); Jochen-Conrad Fromme, MdB (CDU) und Dr. Carola Reimann, MdB (SPD) (unten)

Der aktuelle Vorschlag geht von starken Preissen-

Das Geld für diesen Quotenrückkauf bringt die

kungen für Rübe und Zucker aus, die weniger

Zuckerindustrie durch eine Restrukturierungsab-

produktive Marktteilnehmer zum Aussteigen

gabe sowie eine Produktionsabgabe auf. Dies

bewegen und Übermengen vom Markt verdrän-

alles führt zu einer deutlichen Einschränkung des

gen sollen. Beim Rübenpreis ist eine Senkung

Rübenanbaus in der EU in schwachen Standorten,

von 43 Prozent, beim Zuckerpreis von 39 Prozent

nicht nur im Norden und Süden der EU, sondern

vorgesehen. Um den Ausstieg mit Geld zu versü-

auch hier bei uns. Es ist ein Kahlschlag und eine

ßen, erhalten die Aussteiger 730 Euro pro Tonne.

dramatische Entwicklung für unsere Landwirte.

heute 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10

(in €/t) Senkung Rübenpreis

43

33

25

25

25

= Minus 43 Prozent

Senkung Zuckerpreis

632

632

477

450

386

= Minus 39 Prozent

0

126

91

65

0

jährlich angepasst

0

12

12

12

= Erlös

632

506

380

380

380

Rohzuckerreferenzpreis *

524

497

395

373

320

Raffinationsbeihilfe

29

0

0

0

0

abzügl. Restrukturierungsabgabe abzügl. Produktionsabgabe (50/50)

dr Das am ist ati sch !

*) keine Restrukturierungsabgabe

• Rübenpreis kann um 10 Prozent fallen, falls Zuckerpreis unterhalb Referenzpreis • Intervention entfällt, stattdessen Vortragsmöglichkeit durch private Lagerhaltung Ziel: Verringerung „unwirtschaftlicher“ Marktteilnehmer „Zucker“ (Rübenanbauer + Zuckerindustrie + Rohrzuckerlieferanten + Raffinateure)

ZMO-Reform: Weitere geplante Maßnahmen • A- und B-Quote werden zusammen gelegt

• bis 2008/09 Raffination nur durch full time

• 60 % entkoppelte Flächenprämie für Landwirte,

refiner

bezogen auf ha/Rüben

• Quotenkaufmöglichkeit für C-Zuckerhersteller

• Restrukturierungsfond als Ausstiegshilfe für

2004/05 bis max. 1 Mio. t/EU-25

730 €/t degressiv

• davon D: 238.265 t

• wenn unzureichende Quotenrückgabe,

• + 300.000 t Isoglukose ( 3 x 100.000 p.a.)

horizontale Quotenkürzung; Stichtag: 1.3.2010

• Energiepflanzenprämie 45 €/ha

• temporäre Quotenkürzung bei Marktstörungen

• Verlegung ZWJ auf den 30.9.

möglich

• Ende der ZMO: ZWJ 2014/15 = 30.9.2015

• Überseedepartements nicht eingeschlossen in

• keine Zwischenüberprüfung bis zum 30.9.2015

Restrukturierung und Entschädigungsleistungen

ZMO-Reform: EU-Restrukturierungsfonds Zuckerindustrie • für Zuckerunternehmen, die Quoten aufgeben

- bei vollständigem Rückbau und „Rekultivierung“

• gespeist durch o. g. Strukturabgaben

- bei sozial verträglicher Lösung für Mitarbeiter

• bei endgültiger Schließung mindestens einer

- Prinzip „wer zuerst kommt – mahlt zuerst“

Fabrik:

Restrukturierungsfonds für zurückgegebene Quote Antragstellung bis Entscheidung bis Zahlung

wegen Budgeteinhaltung 2006/07

2007/08

2008/09

2009/10

730 €/t Quote

625 €/t Quote

520 €/t Quote

420 €/t Quote

1.8.2006

1.2.2007

1.2.2008

1.2.2009

1.9.2006

1.3.2007

1.3.2008

1.3.2009

40 % im Juni des betr. ZWJ und 60 % im Februar des folgenden ZWJ. Aufgabe der Produktion in der folgenden Kampagne!

Entschädigungsregel: Landwirte erhalten 4,68 €/t Rübe bei Aufgabe des Rübenanbaus vorbehaltlich Werkschließung im ZWJ 2006/07 Quelle: COM(2005) 263 final, Vorschlag der EU-Kommission zur Änderung der GMO Zucker, Brüssel 22. Juni 2005

‚ Unter www.nordzucker.de finden Sie den Punkt „Marktordnung aktuell“ mit wichtigen Dokumenten zur ZMO-Diskussion im Originalwortlaut.


6

I Aktuell I Akzente August 2005

An Verbraucherinteressen glatt vorbei Um die Landwirtschaft in anderen Teilen der Welt zu fördern, leisten wir Europäer uns einen dramatischen Export von Arbeitsplätzen und einen enormen Know-how-Verlust. Wir setzen höchste Sicherheitsstandards in unseren Lebensmitteln voraus und schaffen auf der anderen Seite Anreize für den Import von landwirtschaftlichen Produkten, die diesen Standards oftmals nicht entsprechen. Dies ist eine Politik, die an europäischen (Verbraucher)-Interessen glatt vorbei geht. Gestärkt werden die Starken – Chancen für die Leistungsfähigsten Ist das das Ende des europäischen Rübenanbaus? Ein klares Nein. Der Reformvorschlag der Zuckermarktordnung wirft nicht nur Schatten. Der vorgeschlagene Restrukturierungsfonds wird den europäischen Zuckermarkt dahingehend bereinigen, dass Marktteilnehmer aus unprofitablen Standorten im kalten Norden und im trockenen Süden der EU ihre Quote sehr wahrscheinlich ganz oder zum Teil zurückgeben. Dies stärkt starke Standorte und starke Unternehmen – dazu gehört die Nordzucker mit ihren Anbaugebieten. Für uns also auch eine wirkliche Chance! Doch Erfolg fällt auch hier nicht vom Himmel. Um uns zukunftsfähig aufzustellen, werden wir uns gemeinsam enorm anstrengen müssen. Dazu werden wir die gesamten Kostenstrukturen von der Züchtung

des Saatgutes, über die Aussaat bis zur Ernte, über die Herstellung des Zuckers bis zur Logistik ins Kundensilo dramatisch verbessern müssen. Denn nur die Leistungsfähigsten werden nach einer Marktbereinigung als Gewinner hervorgehen! Und dazu gehört Nordzucker gemeinsam mit der norddeutschen Landwirtschaft! ■

Unsere Forderungen zur ZMO-Reform Forderungen an die Volksvertreter: • Wir akzeptieren den Kommissionsvorschlag nicht und werden kämpfen • Nur ein Gesamt-Quotenregime kann das Zuckergleichgewicht erhalten: - Importquoten für AKP, LDC, Balkan u. a. - Exportquoten für EU - Zucker muss als sensibles Produkt erhalten bleiben - keine Vorab-Zugeständnisse gegenüber WTO-Doha-Runde - keine Dreiecksgeschäfte (swaps) - Berücksichtigung der Umweltund Sozialstandards • Die Preissenkung ist zu radikal • 100 Prozent Ausgleich der Einkommensverluste für die Landwirtschaft • Interventionssystem muss erhalten bleiben • Der Zeithorizont bis zur Umsetzung des Restrukturierungsfonds ist zu kurz


Akzente August 2005 I Aktuell I

Gründe für die Reform der ZMO Die Reformgedanken zur ZMO entspringen nicht der EU sondern der WTO derzeitige Gesamt-Zuckererzeugung EU-25

21,00 Mio. t 2,50 Mio. t

EBA/LDC-Initiative der EU

Dreiecksgeschäfte (Swaps) über LDC-Länder

? Mio. t

AKP-Zuckerprotokoll

1,30 Mio. t

SPS-Abkommen

0,30 Mio. t

West-Balkan-Präferenz

0,19 Mio. t

Kroatien, derzeit unbegrenzt

? Mio. t

In Summe

mindestens

WTO-Export-Verbot für C-Zucker In Summe

mindestens

=

4,50 Mio. t EU-Quotenzucker zuviel

+

3,00 Mio. t

=

7,50 Mio.t zuviel Zucker aus der EU

Die EU-Kommission hat „offensichtlich ohne Berücksichtigung der Interessen der europäischen Landwirtschaft“ Zugeständnisse im Bereich Zucker gemacht. Ohne diese Zugeständnisse hätten wir kein Zuckerproblem!

Wer ist wettbewerbsfähig – wer steigt aus? Wer würde den Restrukturierungsfonds in An-

England – wegen der langen Kampagnedauer – ,

spruch nehmen? Zu dieser Frage gibt es eine

Dänemark, Österreich und die Niederlande.

Darstellung der EU-Kommission. Unterschieden

Deutschland liegt im Mittelfeld. Wenn die nicht

wird hier die Wettbewerbsfähigkeit von Rüben-

wettbewerbsfähigen Länder alle aussteigen,

anbauern und Zuckerindustrie nach Ländern.

entspricht das nach den Berechnungen der EU-

Die EU-Kommission sieht nicht wettbewerbsfä-

Kommission einem Volumen von 4,1 Millionen

hige Landwirte und nicht wettbewerbsfähige

Tonnen Zucker. Damit wäre genügend Luft für

Fabriken in Italien, in Irland, in Portugal, in

den Zucker aus den ärmsten Ländern der Welt

Spanien, in Finnland und in Griechenland.

(LDC/EBA), für den AKP-Zucker und den

Von diesen Ländern erhofft man sich, dass sie

Zucker aus dem EU-Präferenzabkommen mit

aus der Produktion aussteigen.

dem Balkan. Nach dieser Rechnung wäre das

Die nach Einschätzung der Kommission wett-

bewerbsfähigen Länder könnten weiter Zucker

bewerbsfähigsten Länder sind: Frankreich,

produzieren.

Difference between average cost of sugar processing and EU average ($/t)

Ziel der EU-Kommission erreicht, und die wett-

150

„Competitive“ farmers „High cost“ factories

„High cost“ farmers „High cost“ factories

IT

100

EL

IRL

50

P ES

B -150

-100

NL

-50

0

A

DK

-50

F

EU DE

50

100

FIN

150

200

SW

UK

-100

„Competitive“ farmers „Competitive“ factories

„High cost“ farmers „Competitive“ factories -150

Difference between average cost of field production and EU average ($/t)

Quelle: EU-Kommission; Update Impact assessment (aktualisierte Folgenabschätzung) SEC(2005) 808

Möchte die Zuckermarkt-Reform am liebsten zur WTO-Konferenz in Hongkong Mitte Dezember 2005 in trockenen Tüchern präsentieren: EU-Kommissarin Mariann FischerBoel. Der Zeitplan scheint ehrgeizig. Auch wenn die Gruppe der Befürworter gewachsen ist: Deutschland, Belgien, Frankreich, Tschechien, Großbritannien sowie Malta und Zypern haben nach einer ersten Aussprache Mitte Juli im Sonderausschuss Landwirtschaft des Europaparlaments positiv, wenn auch zum Teil mit Änderungsvorschlägen auf den Kommissionsvorschlag vom 22. Juni reagiert. 8 Länder – Griechenland, Portugal, Spanien, Irland, Italien, Finnland, Litauen und Lettland – bekräftigten ihr kategorisches Nein gegen den Vorschlag. Mit ihrem Veto könnten diese Länder jede Entscheidung verhindern. Eher gemäßigte Kritik kommt aus Österreich, Polen, Ungarn der Slowakei und Slowenien. Die Niederlande und Estland verlangen dagegen radikalere Preisschnitte. Schweden hält die Abschaffung der Quoten für eine Option, und Dänemark will die Zuckermarktordnung in einigen Jahren erneut überarbeiten, bevor der Zuckermarkt völlig liberalisiert werde. Ein vielstimmiges Qrchester also, das die EU Kommissarin in vier Monaten zu einem funktionierenden Reformkompromiss zusammenführen will. sdp

7


8

I Aktuell I Akzente August 2005

Der „alte Zopf“ bleibt leicht im Kopf Hochkonjunktur für beliebte Vor- und Fehlurteile Mit ihren vielfältigen agrar-, handels-, fiskal-, sozial- und entwicklungspolitischen Aspekten ist die Zuckermarktreform schwerverdauliche Kost – für Nachrichtenmacher, -empfänger und Betroffene gleichermaßen. Viele Versuche, einfache Wahrheiten zu finden, gehen an den eigentlichen Fragen vorbei. Wer dem Thema in wenigen Sätzen oder Sendeminuten gerecht werden muss, operiert – meist aus Zeitmangel – mit Missverständnissen und

landet notgedrungen in kurzem Gras. Ein günstiges Umfeld für Vor- und Fehlurteile. Im sperrigen Interessengeflecht rund um den EU-Zucker haben sie seit einigen Wochen wieder Hochkonjunktur. Zwei der meist kolportierten Argumentationsmuster stehen weiter unangefochten oben auf der Beliebtheitsskala: „Zucker = Landwirtschaft = Subvention = muss weg“

Geiz ist nicht geil! – Sternmarsch nach Hildesheim

Faire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse forderten rund 1.000 Landfrauen, die sich am 10. Juni nach einem Sternmarsch auf dem Hildesheimer Marktplatz versammelt hatten. Der Einladung des Landfrauenverbands waren neben Vertretern aus Handel und Verbraucherschutz der niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen und Dr. Ulrich Nöhle gefolgt. Der Vorstandsvorsitzende der Nordzucker AG warnte vor einem Ausverkauf der europäischen Landwirtschaft im Rahmen der WTO-Verhandlungen

und wies auf große Einschnitte hin, die durch die geplante Reform der Zuckermarktordnung bevorstünden. „Ein Kahlschlag für Landwirte und 100.000 Arbeitsplätze im gesamten ländlichen Raum droht“, mahnte Nöhle. Gewinner sei weder der Zuckerrohrschneider in Mozambique noch der europäische Verbraucher. „Wir wehren uns nicht gegen Reformen, aber sie müssen unter wirschaftlich wichtigen und gesellschaftlich sinnvollen Aspekten erfolgen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. sdp

Diese Verknüpfung wird derzeit sehr prominent gepflegt von Großbritanniens Premierminister Tony Blair. Er prangert an, der EU-Haushalt sei mit über 40 Prozent Anteil ein „unzeitgemäß von Agrarausgaben dominierter Haushalt“. Dass der Agrarbereich der erste, und bis heute einer der wenigen Politikbereiche ist, der vergemeinschaftet ist und damit auf EU-Ebene federführend verantwortet wird, erwähnt Herr Blair nicht. Natürlich auch nicht, dass in der EU erzeugter Zucker den Agrarhaushalt bislang nicht belastet hat. – Zu Gunsten von Herrn Blair und seinen EU-Länderkollegen bleibt zu hoffen, dass die andere Hälfte des EU-Haushalts, nicht mehr nur allein der Finanzierung seiner Verwaltung dient. „Marktordnung = Planwirtschaft = Dinosaurier = alter Zopf = muss weg“ So lautet die einprägsame Formel derjenigen, die sich den derzeitigen Weltmarkt- (= Restmarkt-) preis als den kleinen Preis wünschen, zu dem sie ohne funktionstüchtige EU-Marktordnung Zucker gerne billigst einkaufen würden. Dieser Wunsch wird nicht aufgehen. Die Zuckermarktordnung ist „so alt“ geworden, weil sie die mit dieser Ordnung verknüpften Ziele über fast vier Jahrzehnte nahezu ohne Subventionen zuverlässig erreicht hat: Sichere Versorgung der Verbraucher zu günstigen Preisen bei angemessenem Einkommen der Zuckerrüben erzeugenden Landwirte. „Sozialstandards = alter Zopf = müssen weg“

Vor historischer Kulisse in der „heimlichen Hauptstadt der Zuckerrübe“: Die Vorsitzende des Niedersächsischen Landfrauenverbands Brigitte Scherb und Dr. Ulrich Nöhle auf dem Marktplatz in Hildesheim.

Diese Ziele – neudeutsch „Sozialstandards“ – sind es, die uns wachsender Wohlstand zu den alten Zöpfen legen lässt. Hoffentlich nicht übermütig und voreilig. sdp


Akzente August 2005 I Aktuell I

8 x Klartext in Sachen Zuckermarktordnung 1. Die EU-Zuckermarktordnung ist Existenzgrundlage für mehr als 310.000 landwirtschaftliche Betriebe und für insgesamt rund 300 000 Beschäftigte in der Zuckerindustrie sowie den ihr direkt vor- und nachgelagerten Bereichen in den 25 EU-Mitgliedstaaten. Darüber hinaus sind in den Afrika-Karibik-PazifikStaaten (AKP) hunderttausende Arbeitsplätze von der Zuckermarktordnung direkt abhängig. 2. Die Zuckermarktordnung ist seit 1981 in vollem Umfang haushaltsneutral. Kosten für den Export von Zucker werden durch die Erzeuger (Zuckerrübenanbauer und Zuckerfabriken) in Form von Erzeugerabgaben selbst getragen (so genannte Produktionsabgaben). Diese Abgaben vermindern die Nettoerlöse für Zuckerrüben und Zucker. Zucker, der in der EU hergestellt wird, belastet somit weder den EU-Haushalt noch die nationalen Haushalte. 3. Kosten entstehen lediglich für den Reexport von AKP-Zucker. Die Kosten für den Export dieses Zuckers haben die europäischen Produzenten nicht zu verantworten; sie sind eine Folge des Beitritts von Großbritannien zur Europäischen Gemeinschaft. Diese Kosten können auf jährlich rund

500 bis 600 Millionen Euro veranschlagt werden. Sie sind eine Form von Entwicklungshilfe. 4. Für die Verbraucher und Zuckerverarbeiter in der EU steht Zucker zu einem Preis zur Verfügung, der dem Preisniveau in anderen Industrieländern entspricht. Dieser Preis spiegelt die hohen europäischen Standards sowohl im sozialen als auch im ökologischen Bereich wider. Eine Produktion zum Weltmarktpreis wäre aufgrund dieser hohen Niveaus in der EU nicht kostendeckend möglich. In der Bundesrepublik ist Zucker in den vergangenen zwei Jahrzehnten real um mehr als 50 Punkte billiger geworden. 5. Es sind externe Faktoren, vor allem der Schiedsspruch der WTO bezüglich der Reexporte von AKPZucker sowie die 2001 von den EU-Außenministern verabschiedete „Alles außer Waffen“-Initiative (EBA), die eine Anpassung bzw. Reform der Zuckermarktordnung unumgänglich machen. Diese Reform wird zu erheblichen Produktionseinschränkungen und zu deutlichen Erlösminderungen für die Erzeuger führen. 6. Ausgleichszahlungen zur Kompensation von reformbedingten Erlösminderungen sind für die Aufrechterhaltung einer nachhaltigen

Rüben- und Zuckererzeugung in der EU und auch in vielen AKPStaaten unabdingbar. Dennoch wird es in vielen Regionen der EU zu einer Einstellung der Zuckererzeugung und damit zu zusätzlicher Arbeitslosigkeit vor allem in den ländlichen Regionen kommen. 7. Die Zuckerwirtschaft spricht sich nicht per se gegen eine Anpassung der Zuckermarktordnung an neue handelspolitische Herausforderungen aus. Die Anpassung muss aber mit Vernunft und Augenmaß erfolgen. Ansätze dafür hat die EU-Zuckerwirtschaft gemeinsam mit den AKP-Staaten und den am wenigsten entwickelten Ländern sowohl in Berlin als auch in Brüssel vorgelegt. 8. Der Anteil der Nahrungsmittelausgaben an den Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland macht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch 12,2 Prozent aus. Auch Zuckerrübenanbauer und Zuckerhersteller tragen als Teil der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft zu dieser günstigen Versorgung der Verbraucher mit qualitativ hochwertigen und sicheren Lebensmitteln bei. Wirtschaftliche Vereinigung Zucker, Bonn

9


10 I Aktuell I Akzente August 2005

Grünes Licht für kontrollierte Öffnung Hauptversammlung hebt Vinkulierung für die Aktien der Nordzucker AG auf Die Aktionäre der Nordzucker AG unterstützen den vorgeschlagenen Wachstumskurs des Unternehmens. Das ist das Ergebnis der ordentlichen Hauptversammlung, die am 14. Juli 2005 in der Stadthalle Braunschweig stattfand. Den beiden entscheidenden Tagesordnungspunkten „Aufhebung der Vinkulierung“ (89 Prozent) und „Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals“ (81) stimmte die Hauptversammlung mit überzeugenden Mehrheiten zu und verbesserte damit die Möglichkeiten zur Finanzierung künftigen Unternehmenswachstums. Vorangegangen waren die Versammlungen der drei Holdinggesellschaften. Dort wurden diese beiden Tagesordnungspunkte lebhaft diskutiert, bevor Aktionäre und Gesellschafter der Holdings

das Stimmverhalten der jeweiligen Holding in der Hauptversammlung der Nordzucker AG festlegten. Akquisitionen und Zusammenschlüsse gezielt angehen Henning Hansen-Hogrefe, Aufsichtsratsvorsitzender der Nordzucker AG betonte ebenso wie der Vorstandsvorsitzende Dr. Ulrich Nöhle, dass die Nordzucker AG vor einer strategischen Neuausrichtung stehe, die auf das verlorene Panel und die bevorstehende Reform der Zuckermarktordnung Antworten geben müsse. Dr. Ulrich Nöhle hob hervor, dass das Unternehmen die Chancen aus den Veränderungen der Zuckermarktordnung nutzen werde. An die Aktionäre gerichtet

Ergebnisse der Hauptversammlungen 2005 Abstimmung über (Angaben in %)

Nordzucker AG

Union-Zucker Nordzucker Südhannover Nordharzer Holding AG GmbH Zucker AG

Gewinnverwendung / Dividende

99,99

92,89

100

99,42

Entlastung Vorstand / Geschäftsführung

99,98

85,89

100

78,73

Entlastung Aufsichtsrat

99,94

81,78

Wahl des Abschlussprüfers

99,94

95,08

100

80,41

Wahlen zum Aufsichtsrat / Geschäftsführung

99,96

86,67 - 98,57

100

88,99 - 92,63

Satzungsänderung zur Abschaffung der Vinkulierung der Aktien der Nordzucker AG *

88,98

90,11

2,28

63,55

Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals der Nordzucker AG

80,63

88,94

0

73,41

Satzungsänderung zur Vergütung v. Ausschussvorsitzenden im Aufsichtsrat der Nordzucker AG

99,92

80,14

98,19

Satzungsänderung Abschaffung Litera

67,00 - 67,57

Satzungsänderung zur Erweiterung des Geschäftsgegenstands Anwesendes Kapital

sagte er: „Sie haben uns heute die Luft zum Atmen gegeben, um uns im Weltmarkt zu bewähren.“ Nordzucker müsse mögliche Akquisitionen und Zusammenschlüsse mit Rübenzucker herstellenden Unternehmen gezielt angehen und eine starke Nummer zwei in der EU werden. Einstieg in Serbien Ein Schritt in diese Richtung sei eine Beteiligung der Nordzucker an vier Zuckerfabriken in Serbien, informierte der Vorstandsvorsitzende die Versammlung. Nachdem Serbien eine Quote in Höhe von 180.000 Tonnen Zucker zum Import in die EU zugeteilt wurde, habe Nordzucker entschieden, in der landwirtschaftlich hervorragenden Region Vojvodina nördlich von Belgrad in die Rübe zu investieren. Der Vertrag mit der MKC-Gruppe, an dessen Umsetzung noch gearbeitet werde, sieht eine Beteiligung in Höhe von 51 Prozent vor. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Henning Hansen-Hogrefe und der zum 1. März 2005 als neues Aufsichtsrats-Mitglied hinzugekommene Albrecht Hertz-Eichenrode mit eindeutigem Votum gewählt. In der anschließenden konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats wurde Henning HansenHogrefe zum Vorsitzenden wiedergewählt. Nordzucker Holding AG: Nordzucker soll wachsen

84,81 97,15

23,52

65,00

27,00

*) Abschaffung der Möglichkeit der Einziehung von Nordzucker AG Aktien und Aufhebung des Beschlusses der Hauptversammlung vom 12.09.02 zur Schaffung eines genehmigten Kapitals. Entscheidung zum Abstimmverhalten auf der Hauptversammlung der Nordzucker AG Kein Tagesordnungspunkt auf der Hauptversammlung dieser Gesellschaft Abstimmungen, die unmittelbar für diese Gesellschaft wirken

Die Hauptversammlung der Nordzucker Holding AG ermächtige ihren Vorstand mit 90,1 Prozent der Stimmen der Aufhebung der Vinkulierung für Aktien der Nordzucker AG zuzustimmen. 88,9 Prozent votierten für die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals in


Akzente August 2005 I Aktuell I 11

Der neue Aufsichtsrat der Nordzucker AG (v.l.n.r.) Vordere Reihe: Dr. Harald Isermeyer, Landwirt, Eickhorst; Goetz von Engelbrechten, Landwirt, Molzen; Dietrich Hauschildt-Staff, Landwirt, Steinbrück; Manfred Tessmann, Gewerkschaftssekretär, Vienenburg; Dieter Paschwitz, Mess- und Regelmeister, Hohenhameln; Henning Hansen-Hogrefe (Vors.) Landwirt, Ingeleben; Gunold Fischer (stellv.Vors.) Gewerkschaftssekretär, Hannover; Albrecht Hertz-Eichenrode, Vorstandsvorsitzender Hannover Finanz Gruppe, Hannover; Gunther Kenk, Gewerkschaftssekretär, Hannover; Jürgen Seidel (stellv.Vors.) Ingenieur, Gronau; Claus Lütje, Landwirt, Rade. Hintere Reihe: HansChristian Koehler, Landwirt, Tetensen-Eppensen; Jochen Steinhagen, Manager Rübenmanagement Nord, Uelzen; Rolf Huber-Frey, Betriebswirt, Freiburg; Wolfgang Wiesener, Mechaniker, Uelzen; Grudrun König, technische Angestellte, Wolfenbüttel; Eckhard Bosse EMSR-Meister (Elektro, Messen, Steuern, Regeln), Leiferde; Klaus Fentzahn, Mess- und Regeltechniker, Grüstrow; Rainer Knackstedt, Landwirt, Dedeleben; Hans-Heinrich Prüße, Landwirt, Ahlten.

Höhe von 32 Millionen Euro für die Nordzucker AG. Festgeschrieben wurde zudem eine Satzungsänderung, die die Beteiligung des 2004 gebildeten neuen Mehrheitsaktionärs an Nordzucker von bisher 75 Prozent auf jetzt „mehr als 50 Prozent“ fixiert. „Das ist ein eindeutiges Signal“, freute sich der Vorstandsvorsitzende der Nordzucker Holding AG, Gerhard Borchert. „Nordzucker soll wachsen“. Mit der Öffnung könne Nordzucker auch auf der Kapitalseite bestmöglich vorbereitet auf bevorstehende Strukturveränderungen im EU-Zuckermarkt reagieren. „Die Aufhebung der Vinkulierung ist kein Freibrief für unkontrolliertes Wachstum“, unterstrich Borchert. Auch ohne Vinkulierung müsse die Hauptversammlung der Nordzucker AG und mithin auch deren Holdinggesellschaften künftigen Investoren, die sich mit einem größeren Anteil am Unternehmen beteiligen wollen, zustimmen. Union-Zucker: Strukturwandel durch Zuckermarktreform erzwingt neue Diskussion Die Gesellschafter der Union-Zucker,

folgten am 7. Juli mit 97,7 Prozent der anwesenden Stimmen dem Vorschlag der Geschäftsführung, die Vinkulierung für Nordzucker-Aktien nicht aufzuheben. „Die Union-Zucker versteht sich nicht als Blockierer von Wachstum und einer erfolgreichen Weiterentwicklung der Nordzucker Nordzucker-Kapitalstruktur: Offen für strategische Entwicklungen Sicherstellung des bäuerlichen Einflusses

Nordzucker Holding AG

„Kapitalaktien“ Weitere Beteiligungen

UZ

NHZ

DirektBeteiligung

Ziel > 50 %

Nordzucker AG

Die Hauptversammlung 2005 stimmte mit großer Mehrheit für die Aufhebung der Vinkulierung. Damit sind zur Finanzierung der Wachstumsziele des Unternehmens künftig Kapitalbeteiligungen Dritter möglich. Die Nordzucker AG wird gehalten von drei Holdinggesellschaften. Es gibt Direktaktionäre und es soll weitere Beteiligungen geben. Die Holdinggesellschaften sichern die bäuerliche Mehrheit an der Nordzucker AG und stellen den bäuerlichen Einfluss sicher. Der „Grüne Block“ wird auch perspektivisch immer mindestens 51 Prozent der Anteile halten, um die bäuerlichen Interessen nachhaltig zu vertreten.

AG“, kommentierte der Sprecher der Geschäftsführung, Jürgen Seidel, das Versammlungsergebnis. Das Votum gegen die Aufhebung der Vinkulierung wolle man auch als Aufforderung zur Diskussion an die Partnergesellschaften verstanden wissen. Der durch die Reform der Marktbedingungen in der EU stark beschleunigte Strukturwandel erzwinge geradezu eine neue Auseinandersetzung mit Möglichkeiten, die bäuerliche Mehrheit an der Nordzucker AG langfristig zu sichern. Nordharzer Zucker AG: Geteiltes Votum Ein geteiltes Votum gab die Hauptversammlung der Nordharzer Zucker AG am 12. Juli. Zustimmung gab es für die „Aufhebung der Vinkulierung“; das „Genehmigte Kapital“ wurde abgelehnt. „Dies ist bedauerlich, denn das nun genehmigte Kapital ist so bemessen, dass die Dreiviertel-Mehrheit der drei bäuerlichen Holdings in jedem Fall erhalten bleibt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Nordharzer Zucker AG, Hans-Jochen Bosse. Die Aufhebung der Vinkulierung sei „ein wichtiger Beschluss zur richtigen Zeit“. sdp


12 I Aktuell I Akzente August 2005

Den Gürtel noch enger schnallen Wie bereitet sich Nordzucker auf die Kampagne 2005 vor? Vor der Kampagne 2005 stehen Zuckerfabriken und Rübenanbauer in der EU unter einem Druck, der in diesem Ausmaß noch nicht dagewesen ist: Der Zuckerpreis soll in zwei Jahren um 39 Prozent auf 385 Euro je Tonne sinken. Auf gut Deutsch: In zwei Stufen soll es deutlich weniger Geld für gleiche Arbeit geben! Welches sind die „Stellschrauben“, mit denen Nordzucker diese Einschnitte meistern will? Akzente hat Vorstandsmitglied Günter Jakobiak gefragt, wie sich die Zuckerfabriken in Norddeutschland auf die vermutlich letzte Kampagne unter alten Marktregeln und vor allem auf die Zeit danach einstellen.

Höhere Auslastung an erster Stelle An erster Stelle muss die höhere Auslastung des eingesetzten Kapitals stehen. Das heißt, wir brauchen intelligente Konzepte, um unsere Kampagnen auf deutlich über 100 Tage zu verlängern, wie das in Großbritannien durch günstigere Witterung gegeben ist. Daher beschäftigen wir uns sehr intensiv mit Lagerkonzepten, die die Versorgung der Fabriken auch über kritische Witterungssituationen mit Rohstoffen guter Qualität gewährleisten. Erste Versuche sind in der Kampagne 2004 bereits gelaufen. Hochgesteckte Ziele

Günter Jakobiak

Die Herstellung des Zuckers darf bald nicht mehr als 100 Mitarbeiter je Werk beanspruchen. Der Einsatz modernster Prozessleittechnik gepaart mit betrieblichen Analysen soll dies ermöglichen. Natürlich werden wir nicht an Serviceleistung gegenüber unseren Kunden sparen. Unser Handeln ist auf den wirtschaftlichen Erfolg unserer Kunden abgestimmt. Wir wollen und werden für unsere Kunden der kompetente Partner für Süße sein. Um auf dem Markt bestehen zu können, müssen unsere Leitlinien Qualität, Schnelligkeit, Flexibilität, Innovationsfreudigkeit sowie Ergebnisorientierung sein. Das verlangen wir von unseren Mitarbeitern.

Die Stellschrauben bleiben Steigerung der Effizienz durch Rationalisierung – für die Rübenzuckerindustrie ist das nicht erst seit Juni 2005 oberstes Ziel. Die wesentlichen „Stellschrauben“ in den Werken werden sich auch in Zukunft nicht ändern: Strukturentscheidungen, größere Einheiten, technologische Optimierung und organisatorische Neuerungen stehen weiter im Fokus unserer Aktivitäten. Dabei müssen wir immer im Hinterkopf haben, dass nur die kostengünstigst arbeitenden Fabriken in Europa überleben werden.

Der Druck, bei rückläufigen Zuckerpreisen und steigenden Kosten für Energie und Personal in einem begrenzten Markt weiter wirtschaftlich Zucker produzieren zu können, ist für uns nicht neu. Wirklich neu ist nur die enorme Geschwindigkeit, mit der wir „die Stellschrauben“ jetzt bewegen müssen. 2004 konnten wir die Zuckererzeugung pro Mitarbeiter erstmals auf über 1.000 Tonnen steigern. Diese Leistung wird künftig aber nicht ausreichend sein. Unsere neue Zielmarke heißt 1.500 Tonnen pro Mitarbeiter.

Kundenorientiert arbeiten heißt auch flexibel arbeiten Unter „kundenorientierter Arbeit“ verstehen wir auch die Flexibilität unserer Mitarbeiter, länger zu arbeiten, wenn mehr Arbeit da ist. Mit der Einführung der flexiblen Arbeitszeit hat Nordzucker den Weg zur Jahresarbeitszeit und zu dem damit verbundenen Wegfall von bezahlten Überstunden geebnet. 1999 bezahlten wir durchschnittlich noch 192 Überstunden pro Mitarbeiter. 2004 waren es nur noch 36. Auch die


Akzente August 2005 I Aktuell I 13

bevorstehende Änderung des Kampagneschichtmodells wird uns nicht nur helfen, die Personalkosten zu senken, da das Ansammeln von Überstunden reduziert wird, sondern den Mitarbeitern freie Tage während der Kampagne ermöglichen. Überstunden Produktion national Kundenorientierte Arbeitszeit ohne bezahlte Mehrarbeit bezahlte Mehrarbeitsstunden/MA 200

150

100

50 Vollständiger Abbau bezahlter MA!

0 99

00

01

02

03

04

Ziel

Bezogen auf die Herstellkosten werden schon seit Jahren Vergleiche durchgeführt. Zwischen unseren Werken gibt es ein internes Benchmarksystem, aus dem stetig neue Ziele zur Senkung der Produktionskosten abgeleitet werden. Konsequent haben wir diese in organisatorische Elemente umgesetzt. Dazu gehört unter anderem die Standardisierung in allen technischen Bereichen, der sparsame Umgang mit Hilfs- und Betriebsstoffen und die zustandsabhängige Instandhaltung. Für Letzteres wurde vor einigen Jahren eine neue Berufsgruppe – der Diagnosetechniker – geschaffen. Als nächsten wichtigen Schritt führen wir derzeit die risikobasierte Instandhaltung ein, die uns erlauben wird, hier noch kostengünstiger zu agieren, ohne tatsächlich die Sicherheit unserer technischen Anlagen zu verringern.

Mit Verantwortung Motivation steigern Gravierend für alle Mitarbeiter war und ist die flächendeckende Einführung der Gruppenarbeit. Nordzucker investiert durch umfangreiche Schulungsmaßnahmen in ihre Mitarbeiter. Im Gegenzug erwarten wir daraus langfristig deutliche finanzielle Effekte durch Kostenersparnis und Prozessoptimierung. Wir gehen davon aus, dass die eigenverantwortliche Gestaltung der Arbeitsabläufe inklusive Budgetverantwortung in der Instandhaltungszeit die Motivation unserer Mitarbeiter für die gemeinsamen Ziele weiter steigern wird. Die Budgetverantwortung wurde bis auf die Gruppen herunter gebrochen. Dadurch erhält jeder Mitarbeiter die notwendige Transparenz über Kosten und Aufwand für seine Aufträge. Ich glaube, jeder spürt hautnah, dass sich Nordzucker innerhalb der letzten Jahre stark verändert hat und hohe Anforderungen an ihre Mitarbeiter stellt. Was bisher 15 Jahre Zeit brauchte – zum Beispiel die Verdopplung der Zuckererzeugung pro Mitarbeiter – muss jetzt in geringerer Zeit zu schaffen sein. Deshalb darf auch das Thema Kampagnelänge – unser vielleicht größter Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Rohrzucker - nicht mehr länger tabu sein. Unsere Herstellkosten haben wir sukzessive in den letzten Jahren reduziert. Wir sind verpflichtet genau das auch weiterhin zu tun.

sondern auch die Konzentration auf „Spezialitäten“ und die Berücksichtigung logistischer Erwägungen. Zuckererzeugung pro Mitarbeiter Produktion national Der Zucker-Output pro Mitarbeiter muss sich auf 1.500 t Ww erhöhen Mitarbeiter

Effektivität (t Ww/MA) t Ww/MA

Anzahl der Kampagnenmitarbeiter * 2.000

1.600

1.750

1.400

1.500

1.200

1.250

1.000

1.000

800

750

600

500

400

250

200

0

0 97

98

99

00

01

02

03

04

Ziel

* ohne Azubis, Wehr- und Ersatzdienst etc.; bezogen auf die Gesamtzuckererzeugung

Beschaffung internationalisieren

Investitionen auf Schwerpunkte verdichten

Darüber hinaus werden wir den internationalen Einkaufsmarkt zur Beschaffung intensiv nutzen. Durch unsere Aktivitäten in den osteuropäischen Ländern haben wir vermehrt Zugang zu qualitativ hochwertigen aber preiswerteren Produkten. Bereits in der Kampagne 2005 werden wir Investitionsgüter aus osteuropäischer Produktion bei Nordzucker Deutschland einsetzen. Besonders im Energiebereich nutzen wir schon länger die Vorzüge einer internationalisierten Beschaffung für unsere Werke.

Auch die Investitionen in unseren Fabriken werden wir weiterhin auf Schwerpunkte verdichten. An erster Stelle steht wie bisher der Kunde. Kapazitätsanpassungen in den Werken werden Strukturen bereinigen. Dabei meine ich nicht nur Werksschließungen

Unter dem enormen Druck der Pläne von EU und WTO hat sich Nordzucker hohe Ziele gesteckt: Mit vereinter Kraft und verlässlichem Handeln werden wir unsere Ziele erreichen und uns weiterhin am Markt erfolgreich behaupten. ■


14 I Aktuell I Akzente August 2005

Noch ist Zucker Familiensache

Thomas Graf, Marktordnungsfragen, Neue Felder

Thailands Zuckermarktordnung vor der Liberalisierung

Produktion

Verbrauch

Export

7.460

8.000

6.494

7.000

5.833

5.117

6.000

4.565

5.000

3.904 1.836

1.985

3.000

2.221

2.623

4.000

1.874

Bei den Erträgen liegt Thailand mit 57 bis 63 Tonnen Zuckerrohr pro Hektar weltweit im Mittelfeld. Es übertrifft Nordost-Brasilien und Südafrika, wo jeweils knapp unter 50 Tonnen pro Hektar geerntet werden. Weltspitzenerträge mit über 75 Tonnen pro Hektar werden in Teilen Indiens, Mittel- und Südbrasilien erzielt.

Angaben in 1000 t Rohwert

4.850

Durch den höheren Wasserbedarf von Rohr im Vergleich zur Rübe muss hier sogar in Regionen mit bis zu 1.400 mm natürlichem Niederschlag zusätzlich beregnet werden.

Thailand: Produktion, Verbrauch und Export von Zucker

4.325

Thailand ist nach Brasilien, Indien, der EU, China und den USA der sechstgrößte Zuckererzeuger der Erde. Unter den weltgrößten Exporteuren hat sich das Land auf Platz zwei vorgekämpft. Als Teil der tropischen/subtropischen Region hat es das erforderliche Maß an Wärme für den Zuckerrohranbau. Frostgefahr erlaubt den Anbau von Rohr nur bis zum 22. Breitengrad.

Auffällig in Thailand ist die große Schwankungsbreite bei der Zuckerproduktion. Hauptursachen dafür sind große Schwankungen der Rohranbaufläche sowie Ertragsschwankungen durch Rohrkrankheiten, Schädlinge oder außergewöhnliche Trockenheit.

6.323

Große Schwankungen bei Produktion und Export

Die Zuckerausbeute in Prozent vom Rohrertrag liegt in Thailand bei ca. 10 Prozent. Dieser Wert erscheint relativ mäßig im Vergleich mit Brasilien (12 Prozent) und Australien (13 bis 14 Prozent).

1.688

Den WTO-Streit um subventionierte Zuckerexporte der EU haben die Klägerländer Brasilien, Thailand und Australien am 28. April 2005 als Sieger beendet. Nach Brasilien und Australien rückt Thomas Graf für Akzente die Rahmenbedingungen für Zuckerrohranbauer und Zuckerproduzenten in Thailand in den Fokus.

1995/96

1997/98

1999/00

2001/02

2.000

1.000

0 2003/04

Quelle: F. O. Licht World Sugar Balances 95/96 – 04/05

Hauptanbaugebiete für Zuckerrohr in Thailand Niederschlag (mm/J)

° Breite

Nord

1.100 - 1.450

Zentral Nordost

Temperatur Ø

Bewässe- Fläche rung Rohr (ha)

Rohrertrag

Zuckerertrag/t Rohr

16 -19 ° N 28 °C

keine

219.000

57 t/ha

97 kg

1.100 - 1.400

14 -16 ° N 27 °C

ergänz.

402.000

59 t/ha

96 kg

1.100 - 1.200

15 -17 ° N 27 °C

keine

392.000

63 t/ha 101 kg

Die Rohrverarbeitung variiert stark zwischen 47 und 60 Millionen Tonnen Zuckerrohr. Die Zuckererzeugung hat in den letzten zehn Jahren ihr Minimum bei 4,3 Millionen Tonnen und ihr Maximum im Jahre 2003 mit 7,5 Millionen Tonnen erreicht. Rohranbau in klein strukturierten Familienbetrieben Der Rohranbau wird von 130.000 klein strukturierten Familienbetrieben mit einem durchschnittlichen Anbau von acht Hektar pro Betrieb durchgeführt. Etwa ein Fünftel der gesamten Anbaufläche kann beregnet werden. Feldarbeiten werden vorwiegend in Handarbeit verrichtet. Während der vierjährigen Nutzungsdauer einer Anpflanzung werden vier Ernten durchgeführt. Die Kampagne dauert von Ende November bis April. Kostenführer trotz mäßiger Auslastung der Rohrmühlen Zur Zuckerindustrie Thailands gehören 48 Rohrmühlen, die auf eine Verarbeitung von insgesamt 600.000 Tonnen pro Tag ausgelegt sind. In der Kampagne 2004/05 wurde jedoch oft nur eine 50 prozentige Auslastung erreicht. Im Vergleich zu anderen Ländern verfügt Thailand über relativ hohe Kapazitäten pro Fabrik mit hohem Zeitwert. Zusammen mit niedrigen Lohnkosten führt dies dazu, dass Thailand weltweit – allerdings mit beträchtlichem Abstand nach Brasilien und Australien – zu den Kostenführern zählt. Nach Expertenschätzungen übersteigen die Herstellkosten für Zucker in Thailand das Kostenniveau der effizientesten Zuckerhersteller um etwa 30 Prozent. Die Umweltstandards befinden sich auf einem niedrigen Niveau.


Myanmar

Akzente August 2005 I Aktuell I 15

Chiang Rai

Laos

Vietnam

Chiang Mai Khon Kaen Nakhon Phimai Sawan Ubon Nakhon Ratchathani Ratchasima Bangkok

Hua Hin

Chumphon Surat Thani

Kambodscha

Vietnam

= Zuckerrohranbaugebiete in Thailand

Die Familien geführte Zuckerindustrie Thailands befindet sich im Wandel. Erwartet wird eine Restrukturierung der Branche und verstärkte Diversifikation – sowohl in die Produktion von Alkohol, Faserplatten aus Bagasse und in Kraftwerke auf Basis Bagasse. Der Inlandsabsatz stieg auf fast zwei Millionen Tonnen Zucker. Der Pro-Kopf Verbrauch beträgt 31 Kilogramm Zucker pro Jahr. Der Export erreichte 2,4 bis 4,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Im Wettbewerb auf dem Weltmarkt für Zucker ist Brasilien der Hauptkonkurrent. Außer einer relativ kleinen US-Zolltarifquote von 14.700 Tonnen pro Jahr genießt Thailand keinerlei Vorteile aus Präferenzabkommen. Thailands Zuckermarktordnung: Einfuhrzölle, fixe Preise und Quoten für den Inlandsabsatz Die thailändische Regierung ist im Begriff, die seit Anfang der 80er Jahre eingeführte Zuckermarktordnung zu verändern. Reguliert wird der Markt derzeit durch zwei verschiedene Systeme. Das eine deckt die Produktion, das andere deckt die Verbrauchsseite ab. Für die Produktionsseite gilt ein Ertragsteilungssystem, das seit 1982 in Kraft ist. Danach erhalten die Anbauer 70 Prozent des Nettoertrags der Zuckerverkäufe. Die Mühlenbetreiber erhalten die übrigen 30 Prozent. Zuständig für die Preisfestsetzung des Zuckerrohrs ist der Thailändische Rat für Zuckerrohr und Zucker (TCSB). Der Preis von Rohr wird von dem gewogenen Durchschnitt

aus Inlandspreisen und den gewöhnlich niedrigeren Exportpreisen abgeleitet. Produktionsquoten wie in der EU gibt es nicht. Quoten bestehen für die Absatzseite. Darüber hinaus erfolgt eine Preisregulierung für den Zuckerabsatz im Inland. Die Einzelhandelspreise für Weißzucker betragen derzeit umgerechnet 315 Euro pro Tonne. Der Großhandelspreis ist mit umgerechnet 280 Euro pro Tonne festgesetzt. Der Wechselkurs bewegte sich in 2004 um die 50 THB (Thai Baht) pro 1 Euro. Mit dieser Form der Marktregulierung waren sowohl für Anbauer als auch für Rohrmühlen auskömmliche stabile Preise verbunden. Das Preisniveau im Inland war fast doppelt so hoch wie das Niveau der Exportpreise. Zusätzlich erhält die Zuckerwirtschaft noch Schutz durch Einfuhrzölle, Förderung durch Kreditpakete und diverse Subventionen. Anstieg bei Erzeugung und Verbrauch, Einstieg in Ethanol Eine Untersuchung der Marktregelungen hat der Thailändischen Zuckermarktordnung nur begrenzte Effektivität bescheinigt. Sie gibt weder Anbauern noch Mühlen Anreize, die Qualität oder die Effizienz der Produktion zu verbessern. Daraufhin kündigte der thailändische Industrieminister im Frühjahr 2005 an, die Marktordnung abzuschaffen. Ziel ist eine Liberalisierung des inländischen Zuckerhandels mit flexibleren Preisbildungssystemen. Für die Zukunft bis 2010 werden sowohl für Zuckererzeugung, Verbrauch und Exporte Steigerungen vorhergesagt. Im Kampagnejahr 2005/06 wird zum ersten Mal Ethanol aus Zuckerrohr hergestellt. Von der in 2010

erwarteten Rohrproduktion von rund 83 Millionen Tonnen dürften allein 14,3 Millionen Tonnen in die Ethanolverarbeitung für den heimischen Markt gehen. ■ Quellen: CEFS (2005): „An analysis of sugar policy reform and trade liberalisation“; Der Fischer Weltalmanach 2005; Gudoshnikov, S.; Jolly, L.; Spence, D.(ISO): The world sugar market (2004); F. O. Licht: World Ethanol and Biofuels Report, International Sugar and Sweetener Report; Europäisches Zuckerjournal

Thailand in Zahlen Einwohnerzahl

61.613.000

Bruttosozialpr./Kopf (2002)

2.000 US-$

Arbeitslosigkeit (2003)

2,2 %

Inflation (D. 1990 – 2001)

3,9 %

Gesamtexport 2003 davon Nahrungsmittel

68,9 Mrd. US-$ 3,9 Mrd. US-$

Zuckererzeugung 2004/05 davon Inlandsverbrauch davon Export Bestandsveränderung

7.100.000 t Rw 2.291.300 t Rw 4.984.200 t Rw -175.500 t Rw

Zuckerrohrfläche

1.013.000 ha

Zuckerrohrbetriebe

130.000

Ø Anbau pro Betrieb

8 ha

Ertragsniveau Rohr

mäßig; 60 t/ha

Technisierung in Landwirtschaft

gering

Zuckerrohr Nutzungsdauer

4 Ernten / 4 Jahre

Erntezeit

November - April

Umweltstandards

niedrig

Zuckerfabriken - Lohnkosten - Zeitwert - Produktionskosten - Verarbeitungskapazität

niedrig hoch niedrig hoch

Kapazitätsauslastung

niedrig

Ausbeute (kg Zucker/t Rohr)

mäßig (100)

Umweltstandards

niedrig

Wettbewerbsfähigkeit

30 % teurer als Brasilien

Zuckermarktordnung und indirekte Subventionen

Verkaufsquoten Preisfestsetzung Zoll, div. Hilfen

Quellen: Fischer Weltalmanach 2005, F.O. Lichts Europ. Zuckerjournal 30.03.2005, Zimmermann, Zeddies ZR 5/2003, Sweetener Analysis 4/2004


16 I Rübe I Akzente August 2005

Neue Länder holen auf Stand der Rüben im Nordzuckergebiet Die Aussaat der Rüben erfolgte sowohl in Norddeutschland als auch in den Anbaugebieten unserer drei Mittelund Osteuropäischen Länder Polen, Slowakei und Ungarn zum Großteil in den ersten beiden April-Wochen. Die Aussaat- und auch die Auflaufbedingungen waren optimal und stimmten alle Beteiligten zunächst positiv, bis am 20. und 21. April regional sehr starke Fröste (bis minus 13 Grad) insbesondere im Norden Deutschlands und Polens die Situation änderten. Umbrüche nach starkem Frost Insgesamt mussten im Gebiet Nordzucker national auf Grund von Frost rund 4.700 Hektar umgebrochen werden. Schwerpunkte lagen in den Einzugsgebieten der Fabriken Güstrow, Uelzen und Klein-Wanzleben sowie in den angrenzenden ostpolnischen Gebieten im Raum Stettin und Danzig. Im Anbaugebiet unserer polnischen Zuckerfabriken Opalenica und Chelmza mussten 545 Hektar umgebrochen werden. In der Slowakei hatten die Frostnächte nur leichte Pflanzenverluste zur Folge.

Anbaufläche und Ertragserwartung (z. Zt. langjähriges Mittel) in den Nordzucker-Anbaugebieten Anbaufläche (ha)

Ertragserwartung (t/ha)

144.900

56

Polen

22.600

46

Ungarn

20.650

45

Slowakei

11.850

48

Deutschland

Dr. Ulf Wegener, Rübenmanagement International, (li.) Dr. Andreas Windt, Rübenmanagement Werk Wierthe, (re.)

In Ungarn mussten rund 4 Prozent der Zuckerrübenfläche auf Grund von heftigen Niederschlägen, dadurch bedingten Verschlämmungen und Verkrustungen umgebrochen werden. Verzögertes Wachstum Sowohl in Deutschland als auch in Polen war die Jugendentwicklung der Rüben eher schleppend, da die Temperaturen insbesondere in den ersten beiden Mai-Dekaden gegenüber dem Vorjahr und dem langjährigen Durchschnitt etwas niedriger waren. Erst als die Temperaturen nach Pfingsten deutlich anstiegen, reagierten die Rüben mit schnellerem Wachstum. Deutlich wärmer war es dagegen in Ungarn, so dass die ersten Rüben bereits in der letzten Maiwoche ihre Reihen schlossen. In der Slowakei schlossen die Reihen zwischen dem 5. und 10. Juni. In Polen und Deutschland schlossen die Bestände mit Ausnahme der neubestellten Schläge um den 10. bis 15. Juni die Reihen. Dabei präsentieren sich vor allem die Rüben in Südniedersachsen in einem guten Zustand.

In den meisten Nordzucker Anbaugebieten (mit Ausnahme der frostgeschädigten Gebiete) werden mit Bestandesdichten um 90.000 Pflanzen/ha gute Werte erreicht. Besonders in den mittel- und osteuropäischen Ländern hat die intensive Beratung dazu geführt, dass von Jahr zu Jahr bessere Bestandesdichten erzielt wurden, die sowohl in Ungarn als auch in der Slowakei 90.000 Pflanzen/ha deutlich übersteigen. Während in den mittel- und osteuropäischen Ländern die Unkrautbekämpfung früher standardmäßig im Vorauflauf durchgeführt wurde, geht auch dort die Tendenz zum Nachauflauf. Insgesamt hat die Unkrautbekämpfung gut gewirkt, auch wenn es örtlich aufgrund der höheren Niederschläge schwierig war, die Rübenflächen zu befahren. Abzuwarten bleibt, inwieweit die kühle Witterung im Mai die Schosserbildung gefördert hat. Die intensive Anbauberatung der letzten Jahre hat in den mittel- und osteuropäischen Anbauregionen positive Früchte getragen. In allen Nordzuckeranbaugebieten kann momentan von einer guten Durchschnittsernte ausgegangen werden. ■


Akzente August 2005 I Rübe I 17

Was den erfolgreichen Rübenanbauer auszeichnet Professor Dr. Manfred Köhne erläutert die Messgrößen Die Veränderungen der Zuckermarktordnung (ZMO) erfordern zwingend, alle Rationalisierungsreserven in den Rüben anbauenden Betrieben auszuschöpfen. Dass es erhebliche Reserven gibt, zeigen Betriebsvergleiche. Die größten Reserven bestehen in den weniger erfolgreichen Betrieben. Aber auch in Spitzenbetrieben gibt es meistens noch einzelne Stellschrauben, die zu verbessern sind. Und: Im Zeitablauf bieten sich durch neue Erkenntnisse sowie technische, wirtschaftliche und politische Veränderungen neue Möglichkeiten. Kennzahlen erfolgreicher (E) und weniger erfolgreicher (W) Ackerbaubetriebe E Betriebsgröße (ha)

W

446

256

69

70

Ertrag Zuckerrüben (dt/ha)

634

563

Ertrag Zucker (dt/ha)

107

97

19

19

1.768

1.716

Direktkosten (Euro/ha)

405

449

Arbeitskosten (Euro/ha)

495

604

Vergleichszahl (BP)

Anbau Zuckerrüben (%) Leistungen Ackerbau (Euro/ha)

Allgemeinkosten (Euro/ha)

82

121

Summe Kosten Ackerbau (Euro/ha)

982

1.174

Reinertrag (Euro/ha)

786

542

Grundrente (Euro/ha)

529

165

Quelle: Riedel, in: DLG-Mitteilungen 4/2005, S. 23

Kosten reduzieren – bei standortspezifischen Höchsterträgen Wichtige Hinweise zu den Merkmalen erfolgreicher Ackerbaubetriebe mit wesentlichem Rübenanteil vermittelt die Tabelle. Danach zeichnen sich die Erfolgreichen vor allem durch höhere Naturalerträge bei geringeren Direktkosten (besonders Düngung und Pflanzenschutz) sowie vor allem durch geringere Kosten der Arbeitserledigung

aus. Wie kommt man dahin und was ist sonst noch wichtig: Die naturale Produktionstechnik muss optimiert und immer wieder neuen Erkenntnissen angepasst werden. Es müssen die Höchsterträge angestrebt werden, die der Standort zulässt. Dabei sind die ertragsteigernden Betriebsmittel möglichst überlegt und gezielt einzusetzen. Auch muss die Optimierung der angestrebten Qualitäten bedacht werden. Die Kosten der Arbeitserledigung machen etwa die Hälfte der Gesamtkosten im Ackerbaubetrieb aus. Davon wiederum sind etwa die Hälfte Lohnkosten bzw. Lohnansätze. Der Betrieb sollte nur mit so viel Löhnen und vor allem Lohnansätzen für die Familienarbeitskräfte belastet werden, wie unbedingt erforderlich sind. Zielgrößen sind gegenwärtig etwa 200 Hektar und mehr je Arbeitskraft oder zehn Arbeitskraftstunden je Hektar alles inklusive. Wer wesentlich davon entfernt ist, muss bei zu geringerer Betriebsgröße außerlandwirtschaftliche Beschäftigungsmöglichkeiten suchen oder wachsen oder den Betrieb auslaufen lassen. Zusammenarbeit und Kooperationen Die genannten Zielgrößen erfordern den Einsatz hoch arbeitsproduktiver Maschinen. Die meisten traditionellen Rüben anbauenden Betriebe in den alten Bundesländern sind für eine kostengünstige Auslastung zu klein. Kooperation mit anderen Betrieben oder/und der Einkauf der Maschinenleistungen sind unerlässlich. Zielgröße bei weitgehender Eigenmechanisierung (bis auf die Rübenernte) ist zum Beispiel ein Maschinen-Anschaffungswert von 1.200 Euro je Hektar und darunter. Saisonal eingesetzte Maschinen sollten bis zur Grenze der Saisonkapazität, mit

Prof. Dr. Manfred Köhne, Universität Göttingen

einer gewissen Reserve, ausgelastet werden. Schlepper sollten 700 Jahresstunden oder mehr erreichen. 100 Schlepper PS je 100 Hektar sollten ausreichend sein. Trotz dieser hohen Vorgaben sollten Maschinen möglichst lange genutzt und erst bei größerer Unsicherheit ersetzt werden. Im Anbauverhältnis bestehen in den meisten Betrieben keine großen Reserven. Wahrscheinlich wird es auch zukünftig an den meisten Standorten der Nordzucker AG angebracht sein, den Rübenanbau im Rahmen der zukünftigen Quotenausstattung auszurichten. Der Umfang der weiteren Früchte richtet sich nach dem Deckungsbeitrag unter Berücksichtigung der Kosten der Arbeitserledigung. Dabei sollten neuere Entwicklungen, wie der Anbau von Energiepflanzen, immer aktuell geprüft werden. Wachsen oder Weichen Die Tabelle zeigt in der ersten Zeile, dass auch die Betriebsgröße ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Größere Betriebe haben Vorteile beim Bezug und Absatz. Besonders gilt zukünftig jedoch Folgendes: Bisher erbrachten Rübenbaubetriebe bei hohem Eigentumsanteil mit 100 bis 150 Hektar noch angemessene Einkommen. Dies wird sich künftig jedoch drastisch ändern. Auch aus Gründen einer hinreichenden Einkommenserzielung muss künftig wesentlich mehr Fläche je Arbeitskraft bewirtschaftet werden. In vielen Betrieben ist daher Wachstum eine unerlässliche Maßnahme. Da die Verschlechterung der ZMO vermehrt Landwirte in die Betriebsaufgabe drängt, wird das Angebot an den Pacht- und abgeschwächt auch an den Kaufmärkten für Land und Lieferrechte steigen. Trotzdem werden diese Faktoren knapp bleiben. u


18 I Rübe I Akzente August 2005

Personalien Deshalb muss verstärkt der Kooperation mit anderen Landwirten nachgegangen werden. Bei der Bildung von Betriebsgemeinschaften müssen jedoch Arbeitskräfte ausscheiden. Die Mitbewirtschaftung von anderen Betrieben ist auch eine Option. Wem ein hinreichendes Wachstum in diesen Formen verbaut ist, sollte verstärkt über eine Betriebsaufgabe nachdenken.

Zum 30.06.2005 ging Alexander Franz, Rü-

wünschen ihm für seinen Ruhestand alles Gute,

benmanagement Clauen, in den Vorruhestand.

beste Gesundheit und eine interessante

Franz war zunächst in der Zuckerfabrik Sehnde

Freizeitgestaltung.

Frank Knälmann

tätig. Nach der Fusion der Zuckerfabriken Sehnde und Lehrte wechselte er 1985 in die Rübenabteilung Lehrte, wo neben der Lieferrechtsverwaltung auch die Rübendisposition zu seinen Aufgaben zählte. Seit dem Frühjahr 2000 war Franz im Werk Clauen für die Lieferrechtsverwaltung und die Bearbeitung von Altvereinbarungen zuständig. Seine genauen Kenntnisse über die Historie

Kaufen oder Pachten? Beides ist zur Zeit noch teuer Die Pachtpreise für Land und Lieferrechte werden/müssen sinken. Das Gleiche gilt für die Kaufpreise für Lieferrechte. Zumindest in dichter besiedelten Gebieten hängen die Landpreise von vielen weiteren Faktoren ab. Hier wird die Preissenkung vermutlich nur gering ausfallen. Der Kauf von Land ist in Hochpreisgebieten ohnehin kaum empfehlenswert. Vor Pacht oder Kauf von Land oder Lieferrechten sollte sorgfältiger als bisher kalkuliert und viel kritischer vorgegangen werden. Die Pacht hat gegenüber dem Kauf eindeutige Vorteile: Der Kapitalbedarf und die Risiken sind geringer, auch kann und sollte den Unsicherheiten mit angemessenen Pachtpreisanpassungsklauseln begegnet werden.

und Zusammenhänge bei Lieferrechten und Altvereinbarungen werden wir vermissen. Wir danken ihm für die geleistete Arbeit und

Irmhild Börner übernimmt die Aufgaben von Alexander Franz und ist in Clauen ab sofort alleinige Ansprechpartnerin für Lieferrechte.

Bernd Holm, zuletzt Rübenmanagement

Koordinator für den landwirtschaftlichen

International, verabschiedete sich am 13. Juli

Bereich arbeitete.

sdp

2005 als aktiver Mitarbeiter von Nordzucker. Als studierter Landwirt war Holm seit 1977 für Anbauberatung und Logistik bei der SchleswigHolsteinischen Zucker AG zuständig. Von 1990 bis 1997 leitete er das Rübenbüro in Schleswig und arbeitete in den neuen Bundesländern. Im Werk Klein Wanzleben übernahm er die Rübenlogistik und die Anbauberatung. 1997 wechselte Holm in den Bereich Nordzucker International, wo er zunächst in Polen, später auch in der Slowakei und in Ungarn als

Abschied in die Ruhephase: Bernd Holm

Nach zusammen 70 Jahren Arbeit im Zucker-

übernommenen Aufgaben. Auf den Winter-

rübenanbau scheiden Erika Pohl und Norbert

und Fachversammlungen und den Versamm-

Wüstemann aus dem Rübenmanagement im

lungen des Zuckerrübenanbauerverbandes

Werk Güstrow aus.

Güstrow konnten beide in Vorträgen diese Beratung intensiv fortführen.

Austausch mit Kollegen ist wichtiger denn je Gerade der erfolgreiche Landwirt verzichtet nicht auf eine gute produktionstechnische und ökonomische Beratung. Er braucht gedankliche Sparringspartner. Besonders wertvoll ist dabei die Zusammenarbeit mit Berufskollegen in Arbeitskreisen, unter der Moderation des Beraters. Dies schützt vor Betriebsblindheit und gibt immer wieder Anregungen für Verbesserungen. Nur wer so mit der Zeit geht, bleibt auf Erfolgskurs. ■

Nach Schulausbildung Agrartechniker / Abitur und Studium zum Dipl. Agrar. Ing. haben Pohl

Kollegen und Landwirte haben gern mit Erika

1972 und Wüstemann nach Fachschulabschluss

Pohl und Norbert Wüstemann zusammen

zum Agrartechniker 1968 als Mitarbeiter in der

gearbeitet. Beiden wünschen wir für die

Rübenabteilung in der Zuckerfabrik Güstrow ihr

Zukunft alles Gute.

Brigitte Grunwald

Berufsleben begonnen. „Rübenbeschaffung“, angefangen bei der Anbauplanung, praktischer Anbauberatung, Rübenlagerung und Transport waren die Hauptaufgaben, die vor der Wende in regionalen Anbauregionen für das Werk Güstrow zu erledigen waren. Nach der Wende wurden die zu betreuenden Gebiete größer und umfängliche Aufgaben in der Lieferrechtsverwaltung kamen hinzu. Intensive Pflanzenschutzberatung im Frühjahr in den Zuckerrübenkulturen gehörten für beide zu den gern

Erika Pohl und Norbert Wüstemann bei der Versuchsfeldernte mit einem besonderen Exemplar


Akzente August 2005 I Rübe I 19

Wo die Rübe sich wohl fühlt Erfolgreicher Rübenanbau im Schaumburger Land

Franz Hesse, Rübenmanagement Werk Groß Munzel

Das Schaumburger Land ist das westlichste Einzugsgebiet von Nordzucker, eingebettet zwischen Steinhuder Meer, Schaumburger Wald und den Bückebergen. Rübenanbau hat hier eine lange Tradition, jedoch ist der Anteil der rübenanbauenden Betriebe sowie der Anteil Rüben in der Fruchtfolge vergleichsweise gering. Bedingt durch die günstigen Witterungs- und Bodenbedingungen sowie durch die geschützte Lage zählen das Schaum-

burger Land, wie auch das östlich anschließende Calenberger Land zu Spitzenanbaustandorten in Norddeutschland.

aus. Im Jahresmittel fallen hier etwa 700 Millimeter Niederschlag, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9,8 Grad Celsius.

Boden und Klima in der Region sind für gute bis sehr gute Erträge im Getreide und Rübenbau bestens geeignet. Die tiefgründigen Lösslehmböden mit etwa 50 – 80 Bodenpunkten zeichnen sich durch gutes Wasserund Nährstoff-Nachlieferungsvermögen

Boden und Klima allein entscheiden jedoch nicht über den Erfolg des Betriebs. Wir wollen im Gespräch mit Hartmut Brunkhorst aus Schöttlingen, bei Stadthagen ergründen, was den erfolgreichen, zukunftsorientierten/ -fähigen Betrieb auszeichnet.

Brunkhorst: Wir bewirtschaften hier einen Ackerbaubetrieb von insgesamt 207 Hektar Anbaufläche. Darüber hinaus besteht eine 50 Prozent Beteiligung an einer GbR im Nachbardorf mit 80 Hektar Ackerland mit einer 1.300 Tonnen Getreidelagerung sowie 1.400 Schweinemastplätzen. Wir sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf die jetzige Betriebsgröße gewachsen. Neben 119 Hektar Weizen (Vermehrung) bauen wir 67 Hektar Zuckerrüben an. Auf Brache entfallen 21 Hektar. Mit drei anderen Betrieben erfolgt ein Flächentausch, so dass auch die Kartoffel in der Fruchtfolge vorkommt. Die Erträge liegen bei 8,9 Tonnen pro Hektar Weizen und 72,4 Tonnen pro Hektar Zuckerrüben (5-jähr. Mittel). Insbesondere bei den Weizenerträgen sehe ich jedoch noch Potenziale, die wir angehen müssen. Die Zuckererträge liegen bei 12,7 Tonnen pro Hektar. Angesichts der künftigen Änderungen der Zuckermarktordnung müssen wir hieran weiterarbeiten.

Brunkhorst: Bei einem hohen Ertragsniveau sehe ich kaum Chancen, die Direktkosten, etwa für Saatgut, Düngemittel oder Pflanzenschutz wesentlich zu senken. Hier fahren wir neben besten Sorten auch eine angepasste Dünge-

und Pflanzenschutzstrategie. Die Kosten hierfür sind in den letzten Jahren nur unwesentlich gefallen. Einspareffekte beim Einkauf von Betriebsmitteln – Dünger, Pflanzenschutzmittel – werden über den Einkauf über die Raiffeisen Warengenossenschaft – direkt oder als Streckengeschäft bei größeren Einheiten – genutzt.

Hesse: Sie haben auch an den Kostenstrukturen erfolgreich gearbeitet. Welche Maßnahmen zur Kostensenkung waren dabei besonders effektiv?

Durch Zusammenarbeit mit drei weiteren Betrieben versuchen wir die Arbeitserledigungskosten zu senken, so dass die Gesamt-Einsatzfläche der Maschinen jetzt bei 450 Hektar liegt. Die Abrechnung untereinander erfolgt dabei teilweise nach Maschinenringsätzen oder pauschal nach Fläche. Überbetrieblich wird nur etwas Mähdrusch im Lohn in unmittelbarer Umgebung erledigt. Künftig soll diese gemeinschaftliche Arbeitserledigung mit anderen Betrieben weiter optimiert werden. Wir müssen Kosteneffekte durch innerbetriebliche Flächenoptimierung nutzen und möchten den Flächentausch mit Nachbarbetrieben auch weiter nutzen und ausbauen. Hesse: Wie haben Sie in Ihrem Betrieb die Transporte beispielsweise von Getreide und Zuckerrüben organisiert? u


20 I Rübe I Akzente August 2005

Brunkhorst: Das Getreide wird überwiegend selbst eingelagert und bei der örtlichen Warengenossenschaft am Hafen Wiehagen mit eigenen Fahrzeugen abgeliefert. Den Rübentransport mit Mausverladung organisiert die Lade- und Reinigungsgesellschaft (LRG) Weserbergland in bäuerlicher Gruppenanfuhr. Das Werk Groß Munzel liegt nur etwa 20 km entfernt. Wir sind so organisiert,

dass wir Montags mit der Abfuhr beginnen, die Nacht durchfahren und Dienstags abends unsere Wochenmenge geschafft haben. Danach lädt die Maus in einer benachbarten Region, und wir widmen uns anderen Feldarbeiten. Das geht natürlich nur mit entsprechendem Fahrzeug- bzw. Fahrerwechsel. Wir fahren von unserem Betrieb aus mit einem Schlepperzug mit. Nach den anfänglichen organisatorischen Schwierigkeiten mit der

Kenndaten Rübenanbau Bodenbearbeitung Nach Vorfrucht Winterweizen grubbern, Aussaat Senf mit Düngerstreuer, anschließend eingrubbern, Einmulchen mit Scheibenegge bei Frost, Einsatz von Roundup vor Saat, Saatbettbereitung mit Kombination aus Grubber und Egge/ Krümler. Seit 4 Jahren ausschließlich Mulchsaat zu ZR. Aber mindestens 1 x pro Fruchtfolge Pflügen um die Fruchtbarkeit des Oberbodens (Krumentiefe) zu erhalten.

Hesse: Wie bedeutend ist für Sie das Management des Betriebes? von Bodenuntersuchung. Bodenuntersuchung als Orientierungsgröße für Düngestrategie. Kalkung individuell nach Untersuchung. Ziel pH 7 Ernte ZR.- Rodegemeinschaft Deister-Weser mit Holmer Terrados Kosten Saatgut: Dünger: PS

209 €/ha 131 €/ha 246 €/ha incl. Fungizide

Saat heute fast ausschließlich rizotol. Sorten (Mars, Modus, Ballade)

Direktkosten

Pflanzenschutz 3 - 4 NAK-Anwendungen mit verminderter Aufwandmenge

Arbeitserleicht. 400 €/ha Kosten: (außer Lohn)

Nach Reihenschluss Spurennährstoffe Cocktail, ca. 1. Augustwoche Fungizidbehandlung, hauptsächlich wegen Mehltau und Cercospora.

Stückkosten:

Vor 10 Jahren Düngung HTK oder Kompost zur Zwischenfrucht, 55 kg N (HASto) vor Saat ges. Fruchtfolge-Kalidüngung nach Bilanzierung Mitte Mai Nettoentzug + 20 kg bei P und K, unabhängig

Nachtanfuhr bietet die kompakte Rübenanfuhr über nur zwei Tage pro Woche auch Vorteile. Solange es möglich und ökonomisch sinnvoll ist, möchte ich mich auch weiter am Rübentransport zur besseren Auslastung meiner Schlepper und Anhänger beteiligen. Falls auf LKW-Transporte umgestellt werden sollte, sind hierzu die entsprechenden technischen und rechtlichen Vorkehrungen – auch Erfahrungen – in der bestehenden Abfuhrgruppe getroffen.

Heute

619 €/ha incl. Hagelversich.

23,60 €/ha (ohne Ansatz für Lieferrecht) 10 % der AK/ha Anteil für Verwaltung, Dokumentation 25 % der AK/ha Tendenz dramatisch steigend

Brunkhorst: Dies ist ein überaus wichtiger Faktor im Betrieb, der auch viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich schätze, dass rund 50 Prozent des Erfolges vom Management abhängig sind und nicht von der Größe. Über den Betriebswirtschaftlichen Arbeitskreis Weserbergland werden horizontale und vertikale Betriebsvergleiche sowie Kostenkalkulationen angestellt und diskutiert. Bei annähernd gleichen Boden- und Klimaverhältnissen weisen die Gewinne im Rübenanbau Unterschiede von 500 bis über 1.000 Euro je Hektar Rübenfläche auf. Das sind zu einem wesentlichen Teil Management-Unterschiede. Eine optimale Betriebsführung ist heute ohne die Unterstützung durch Beratung nicht mehr zu leisten. Das Angebot dazu ist überall vorhanden. Hesse: Worin sehen Sie die Hauptanforderungen an den Betriebsleiter? Brunkhorst: Sicherlich ist eine gute Ausbildung Grundvoraussetzung für einen Betriebsleiter, aber zunehmend wichtig ist die Sensibilität in der Wahrnehmung von sich abzeichnenden Veränderungen. Und das darf nicht bei der Wahrnehmung aufhören, sondern


Akzente August 2005 I Rübe I 21

die Kraft zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen muss vorhanden sein. Darüber hinaus gewinnt die Fähigkeit zur Zusammenarbeit des Betriebsleiters mit anderen Betrieben an Bedeutung. Hesse: Welche Erwartungen haben Sie an Nordzucker? Brunkhorst: Als Wichtigstes ist der Erhalt des Rübenanbaues in Norddeutschland zu nennen. Darüber hinaus sollte Vorzüglichkeit der Regionen – insbesondere die Ertragsfähigkeit Berücksichtigung finden – natürlich auch und insbesondere in der Region Calenberg-Schaumburg, da hier Potenziale liegen, die einen Rübenanbau – auch unter veränderten Bedingungen – erlauben. Unter dem sich abzeichnenden Kostendruck

sind bei künftigen Werksstrukturkonzepten neben den Verarbeitungskosten auch die Transportkosten und die Lage zum Kunden mehr zu berücksichtigen. Die Dividende meiner NordzuckerAktien wird sicher geschätzt, jedoch spielt sie am gesamten Einkommen eine eher untergeordnete Rolle – eindeutigen Vorrang hat die Rübenbezahlung. Hesse: Welche Rolle spielt die Entwicklung von Nordzucker, um Rübengeld und Dividende auch unter schwierigen Bedingungen zahlen zu können? Brunkhorst: Für die langfristige Fortführung des Hauptgeschäftes Zucker aus Zuckerrüben ist sicher weiteres Wachstum notwendig, das auch finanziert werden muss. Wenn die eindeutige

Überlegenheit des landwirtschaftlichen Kapitals gewährleistet ist, sollte fremdes Kapital mit akquiriert werden. Ein Engagement in Brasilien ist ok, um die Zuckerströme in die EU mit gestalten zu können – nicht aber, um Rübenanbau in Norddeutschland zu ersetzen. Nordzucker sollte unbedingt an der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Quotenzukauf-Aktion (C-Zucker 2004) teilnehmen und das entsprechende Rübenlieferrecht – gegen Entgelt – an die Rübenanbauer ausgeben. Vielen Dank für Ihre Ausführungen und noch ein erfolgreiches Rübenjahr. ■

Feldtage Zuckerrübe Praxisorientiert direkt auf dem Feld Um dem Ziel 15 Tonnen Zucker je Hektar näher zu kommen, haben auch in diesem Jahr das Rübenmanagement Klein Wanzleben und der ZAV Magdeburg praxisorientierte Feldtage durchgeführt. Zu den Feldbesichtigungen in den fünf verschiedenen Naturräumen Altmark, östlich der Elbe, Übergangsgebiet, Börde und Harzvorland kamen ca. 150 Landwirte. Kompetente Berater vermittelten vor Ort aktuelles

Fachwissen. Grundsatz dabei war die Einhaltung der „guten fachlichen Praxis“. Dazu gehört die schlagspezifische Dokumentation aller auf dem Feld angewandten Maßnahmen. Dies dient gleichzeitig der Gewährleistung einer geforderten Rückverfolgbarkeit. Denn auf dem Feld beginnt die natürliche und nachhaltige Lebensmittelproduktion.

Im Vordergrund steht auf den Feldtagen die Verbesserung der Rohstoffqualität für die Zuckerproduktion. Dazu gehört der Anbau neuester Sorten mit hohen Zuckergehalten und guter innerer Qualität. Hierzu präsentierten die Saatgutfirmen neueste Züchtungen. Eine Herausforderung für den Rübenanbauer ist die Regulierung der Unkräuter mit möglichst geringem Aufwand. Zum einen um Kosten zu sparen und die Umwelt zu entlasten, zum anderen um Rüben mit guter äußerer Qualität an die Zuckerfabrik zu liefern. Um dies zu erreichen, werden aus den angelegten Herbizidexaktversuchen individuelle Empfehlungen abgeleitet. Im kommenden Jahr stehen die Feldtage unter dem Focus „Steigerung der Rentabilität im Rübenanbau“. Axel Schönecker, Rübenmanagement Werk Klein Wanzleben


22 I Rübe I Akzente August 2005

Uelzen-West und Szamotuly

Georg Sander, Rübenmanagement Werk Uelzen, (li.), Jaroslaw Kamieniarz, Rübenmanagement Werk Opalencia, (re.)

Starke Regionen bei Nordzucker und was sie auszeichnet In Akzente 1/2005 haben wir mit einer Portraitreihe starker Anbauregionen im Einzugsgebiet der Nordzucker begonnen. In dieser Ausgabe stellen wir die Regionen Uelzen-West in Niedersachsen und Szamotuly in Polen vor. Anbauregion Szamotuly In der Region Szamotuly in Polen werden etwa 2.400 Hektar Rüben von rund 530 landwirtschaftlichen Betrieben angebaut. Im Schnitt bauen diese Betriebe damit 4,6 Hektar Rüben pro Betrieb an. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 30 Hektar. Mit 96 Prozent überwiegen in der betrieblichen Organisation deutlich die Familienbetriebe. Nur vier Prozent sind Genossenschaften oder juristische Personen.

Die Witterung zeichnet sich durch ein gemäßigtes Klima mit einem mittleren Jahresniederschlag von 550 Millimetern aus. Die Böden sind eiszeitlich geprägt und überwiegend sandig bis schluffig. Zur Rübe wird überwiegend gepflügt. Mulchsaat wird derzeit etwa auf drei Prozent der Fläche praktiziert. Die Saatbettbereitung erfolgt in der Regel nach Herbsteinebnung der Pflugfurche mit Saatbettkombinationen in ein- oder zweimaligem Arbeitsgang. Die Aussaat der Zuckerrüben erfolgt Anfang bis Mitte April sechs- oder zwölfreihig. Um die Zuckergehalte zu steigern, werden 80 Prozent zuckergehaltsbetonte Sortentypen (Z und NZ-Sorten) angebaut. Das Saatgut ist zu 100 Prozent mit Montur gebeizt. Die Unkrautbekämpfung erfolgt ausschließlich im gezielten Nachauflauf, die Handbereinigung spielt keine Rolle mehr.

ertrag von 42 Tonnen je Hektar im Jahr 2000 auf 46 in 2004 gesteigert. Auch der Zuckergehalt entwickelte sich kontinuierlich positiv von 16,9 Prozent im Jahr 2000 auf 17,5 Prozent 2004. Damit wurde ein Zuckerertrag von 8,1 Tonnen je Hektar erzielt. Als wichtiges Instrument zur Ertragssicherung wurde das Nordzucker Cercospora-Monitoring eingeführt, bei dem ausgewählte Flächen wöchentlich begutachtet und so termingerechte Bekämpfungsempfehlungen erarbeitet werden. Um die Verluste im Feld zu minimieren wurde die sechsreihige Rodung im Umfang deutlich ausgebaut. Mittlerweile werden 50 Prozent der Fläche mit modernen sechsreihigen Rodesystemen geerntet, die andere Hälfte der Fläche wird mit einreihigen Rodesystemen geerntet. Potenzial bei Produktionstechnik

Die Ertragsfähigkeit der sandigen bis schluffigen Böden konnte mit einer optimierten Produktionstechnik gesteigert werden. So wurde durch eine intensive Anbauberatung der RübenLinks: Die Rübenverladung mit moderner Verlade- und Reinigungstechnik ist ein zentrales Element in einer straff organisierten Logistikkette. Sie garantiert eine hohe Schlagkraft bei gleichzeitig hohem Erdabreinigungseffekt.

Pila

Gorzów Wielkopolski

Czarnków

Rübenertrag (t/ha)

Wronki

Oborniki

Opalenica

60

40

Poznan ´

Zuckergehalt (%)

70

50

Szamotuly

Wolsztyn

Entwicklung von Rübenertrag und Zuckergehalt in der Region Szamotuly

42,3

43,7

45,4

46,2

41,7

30 20

16,9

16,4

17,2

17,5

17,5

10 0 2000

2001

Zur Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale im Bereich der Produktionstechnik muss zukünftig der Aussaatzeitraum durch eine verbesserte technische Qualität der Sägeräte verkürzt werden. Damit wird eine bessere Ausnutzung der Vegetationsperiode und die Stabilisierung der Bestandsdichte auf hohem Niveau erreicht. Zur besseren Nutzung des Bodenwassers soll die Mulchsaattechnologie weitere Verbreitung finden.

2002

2003

2004

Zur Kostenreduzierung muss der Maschinenaufwand in den Betrieben verringert werden. Dazu wird eine überbetriebliche Nutzung von Sä-, Bodenbearbeitungsgeräten und Erntemaschinen angestrebt. Außerdem sind Optimierungen in der Betriebsstruktur notwendig. Die Zukunftsbetriebe müssen wachsen. Über


Akzente August 2005 I Rübe I 23

die Vergrößerung der Betriebe und die damit mögliche Spezialisierung und Kostendegression sind weitere Steigerungen in der Produktivität möglich. Nur bei Nutzung aller Potenziale kann die Rentabilität der Rübenproduktion gestärkt werden. Anbauregion Uelzen Im direkten Umland (Landkreis) der Zuckerfabrik Uelzen bauen rund 660 Betriebe Zuckerrüben auf einer Fläche von 9100 Hektar an. Die durchschnittliche Anbaufläche beträgt somit 13,8 Hektar pro Betrieb. Bei einem Rübenertrag von 56,4 Tonnen und Zuckergehalt von 17,1 Prozent wurden im Mittel der letzten fünf Jahre 9,6 Tonnen Zucker pro Hektar geerntet. Im Jahr 2004 ernteten die 25 Prozent besten Betriebe im Kreisgebiet (entspricht 30 Prozent der Anbaufläche) 67,1 Tonnen je Hektar Rüben mit einem Zuckergehalt von 17,7 Prozent (11,9 Tonnen Zuckerertrag je Hektar).

Im Kreis Uelzen werden zirka 70.000 Hektar (92 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF)) von rund 830 Betrieben bewirtschaftet. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 85 Hektar. 18 Prozent der Betriebe bewirtschaften mehr als 100 Hektar (45 Prozent der LF). Im Vergleich wirtschaften in Niedersachsen sechs Prozent der Betriebe auf mehr als 100 Hektar (26 Prozent der LF).

Lüneburg

Elbe

Der Landkreis Uelzen liegt in der Übergangszone zwischen maritimem und kontinentalem Witterungseinfluss. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,6 Grad Celsius, bei mittleren Jahresniederschlägen von 630 Millimetern. In der Zeitspanne April bis September fallen zirka 340 Millimeter Niederschlag. Die durchschnittliche Bonität beträgt 40 Bodenpunkte auf überwiegend sandigen Standorten. Beregnung sichert Erträge Die Feldberegnung hat für die Region eine außerordentliche Bedeutung und sichert Erträge und gute Qualitäten. So können in der beschriebenen Region zirka 60.000 Hektar, das sind 88 Prozent der Ackerfläche, beregnet werden. Sowohl Grundwasser (für 52.000 Hektar) als auch Wasser des Elbeseitenkanals (für 8000 Hektar) dienen als Wasserreservoir. Die Wasserentnahme wird für einen Zeitraum von sieben Jahren festgesetzt und beträgt durchschnittlich 80 Millimeter pro Hektar und Jahr. Eine mehrjährige Wasserquotenausgabe ermöglicht einen Ausgleich des Wasserbedarfs zwischen den Jahren. Im Kreis Uelzen werden auf 17 Prozent der Ackerflächen Zuckerrüben angebaut. Noch wird die Rübe überwiegend Entwicklung von Rübenertrag und Zuckergehalt in der Region Uelzen Rübenertrag (t/ha)

BAB 7

Zuckergehalt (%)

70

Uelzen

61,4

60 55,5

55,4

50

Celle

58,7

51,1

40 30

Hannover BAB 2 Braunschweig

Wolfsburg

20

17,5

16,4

16,6

17,5

17,4

10 0 2000

2001

2002

2003

2004

Region Uelzen Bodeneinteilung nach Bodenwertzahlen Bonität

Anteil in % der landw. genutzten Fläche

25-30

11

31-35

28

36-40

26

41-45

24

46-50

6

> 50

5

nach Pflugfurche im Frühjahr bestellt (rund 60 Prozent). In den letzten Jahren nimmt die Mulchsaatbestellung deutlich zu (in 2005 rund 40 Prozent). Die Aussaat beginnt in der Regel in der letzten Märzwoche und zieht sich bis in die erste Aprildekade. Gedrillt werden zu 90 Prozent rizomaniatolerante Sorten. Die Unkrautbekämpfung erfolgt fast ausnahmslos im Nachauflaufverfahren. Die Bekämpfung von Blattkrankheiten (Cercospora, Ramularia) wird anhand des von Nordzucker und den Landwirtschaftskammern praktizierten Blattmonitorings vorgenommen. Regionalempfehlungen erfolgen nach dem Schadschwellenprinzip. Die Ernte erfolgt zu 90 Prozent mit sechsreihigen Rübenrodern. Die Anfuhr wird zu zwei Drittel organisiert (Maschinenring) und zu einem Drittel in Selbstanfuhr durchgeführt. Die seit vielen Jahren praktizierte Mietenpflege kann seit der letzten Kampagne durch einen Dienstleister durchgeführt werden. Spezielle Technik ersetzt die doch sehr mühselige Handabdeckung der Rübenmieten mit Rübenschutzvlies. ■


24 I Markt und Kunde I Akzente August 2005

WTO-Exportbeschränkungen zwingen EU-Zucker 2005 erstmals seit 1986 in die Intervention Die Situation auf dem Zuckermarkt der EU Der EU-Zuckermarkt ist seit Mitte 2004 unter Druck. Die Folge sind sinkende Preise im Süden und Osten der EU. Deutliches Zeichen für das MarktUngleichgewicht ist die Tatsache, dass europäische Zuckerhersteller Quotenzucker erstmals seit 1986 zur Intervention angedient haben. Auslöser der angespannten Marktlage ist das Zusammentreffen verschiedener Entwicklungen. Beitritt mit Überbeständen Nach dem EU-Beitritt im Mai 2004 ist das Zuckerangebot im östlichen Teil der EU höher als erwartet. Ursächlich sind unter anderem Verstöße in einigen Beitrittsländern gegen EU Vorgaben zur Bevorratung von Zucker. Inzwischen hat die EU unter anderem gegen Estland und Lettland hohe Strafen verhängt. Zudem scheinen auch die den Beitrittsländern zugeteilten Zuckerquoten den inländischen Verbrauch zum Teil deutlich zu übersteigen. Malta, Zypern und Estland ausgenommen, produzieren alle Beitrittsländer Zucker. EU-Export-Auschreibungen (Tender) in Mio. t Quotenzucker

Quelle: WVZ

3,0

2,5

2,0

Offene Türen zum Balkan Zum hohen Angebotsdruck im Süden und Osten der EU trägt seit einigen Monaten zusätzlich Zucker in nicht quotierten, unkontrollierten Mengen aus den Balkanländern bei. Die wegen illegaler Geschäfte durch die EU verhängte Aussetzung der Präferenzlieferungen aus dem Balkan war im August 2004 aufgehoben worden. Importquoten gelten ab Juli 2005 – zunächst jedoch nur für Serbien mit 180.000 Tonnen, Montenegro mit 12.000 Tonnen und Albanien mit 1.000 Tonnen. Weiter unreguliert gelangt Zucker derzeit aus Kroatien in die angrenzenden EU-Märkte. Chance zu Marktentlastung vertan Eine Chance zu einer mindestens teilweisen Entlastung des innergemeinschaftlichen Zuckermarktes hat die EU im Herbst 2004 vertan, indem die in den Vorjahren regelmäßig eingesetzte Deklassierung von Zuckermengen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2004/05 ausgesetzt wurde. Zum Mengendruck trägt zusätzlich die gute Zuckerrübenernte in der EU bei. Nach derzeit vorliegenden Daten stieg die Zuckererzeugung in der EU-25 von 18,1 Millionen Tonnen im Vorjahr auf 19,7 Millionen Tonnen aus der Kampagne 2004. Daraus resultiert ein Anstieg der zu erwartenden EUExporte in Drittländer um 1,7 auf insgesamt etwa 5,8 Millionen Tonnen.

1,5

EU-Exportausschreibungspraxis verschärft den Druck

1,0

0,5

0 96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 * * EU (25) EU-15 geschätzt

Um die WTO-Exportbeschränkungen nicht zu überschreiten, hält die EUKommission die Exportlizenzen derzeit knapper, als es angesichts der Marktsituation nötig wäre. Folge des restrik-

Manfred Steffen, Sales & Marketing Industriekunden

Stichwort: Quotenzuckerexport Reguläres Ventil für den über den innergemeinschaftlichen Verbrauch hinaus erzeugten Quotenzucker ist der gestützte Export. Den Reexport von Zucker aus den AKP-Ländern und Indien ausgenommen, wird der Export von EU-Quotenzucker – ohne den EU-Haushalt zu belasten – über variable Abgaben von Rübenanbauern und Zuckererzeugern finanziert. EU-Hersteller, die Quotenzucker exportieren wollen, benötigen dazu Exportlizenzen. Über deren Vergabe entscheidet die EU-Kommission, die wöchentlich oder 14-tägig Ausschreibungen („Tender“) durchführt. Das System der Ausschreibungen sichert der EU die Kontrolle über den ZuckerExport. Die Hersteller erhalten die – in der Regel – eigenfinanzierte Ausfuhrerstattung. Maximal also den Unterschied zwischen dem beim Kunden im Drittland erzielten Marktpreis und dem derzeit gültigen Bruttointerventionspreis von 632 Euro je Tonne Zucker in der EU. Kontrolle ist nötig, weil der Zuckerexport der EU mengen- und wertmäßig innerhalb der eingegangenen WTO-Verpflichtungen gehalten werden muss. sdp

tiven Ausschreibungsverhaltens, das im so genannten Bieterverfahren durchgeführt wird, sind erhebliche Abschläge („Discounts“) bei den Exporterstattungen. Wenn der günstigste Anbieter die Exporterlaubnis erhält, führt künstliche Verknappung der Lizenzen schnell zu Preisen unterhalb des Brutto-Interventionspreises für EU-Zucker. Bis zum EUBeitritt der zehn neuen Länder im Mai


Akzente August 2005 I Markt und Kunde I 25

2004 bewegten sich diese Abschläge zwischen einem und 4,4 Euro je Tonne Zucker. Seitdem sind die Discounts in der Spitze im März 2005 auf über 100 Euro je Tonne gestiegen und seitdem nur leicht zurückgegangen. Diese Abschläge werden bei allen exportierenden Zuckerherstellern zu erheblichen Ergebnisbelastungen führen. Die bisherigen Ausschreibungen dieses Jahres dürften insgesamt zu knapp über 2,5 Mio. Tonnen gestützten Exportmengen führen. EU-Export-Ausschreibungen (Tender) Abschlag (Discount) zu theoretischer Höchsterstattung Quelle: WVZ EURO/t

80

Die Preise für Zucker sind – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – nahezu überall in der EU unter Druck. Angespannt ist die Situation vor allem in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern und im Mittelmeerraum. Aufgrund der Preisentwicklung haben inzwischen die ersten EU-Anbieter die Notbremse gezogen und Zucker der Intervention angedient – ein Notnagel, der in der EU zuletzt für kleinere Mengen 1986 in Anspruch genommen werden musste. Den Anfang machte Belgien im Februar 2005. Seitdem wurden in vielen Ländern der EU Zuckermengen interveniert. Ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Für die NordzuckerGruppe sind in Ungarn und Polen Interventionsmengen akzeptiert.

Der Schlüssel liegt bei der Kommission Europas Zuckerhersteller geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Da die Zuckerrüben auf Basis des Interventionspreises bezahlt werden, tut sich mancherorts bereits eine gewaltige Schere zwischen Kosten und Erlösen auf. Als Folge werden weitere Zuckermengen zur Intervention angemeldet. Insgesamt liegt der Schlüssel zur Lösung der Probleme bei der EUKommission: Sie kann weitere Störungen auf den europäischen Märkten verhindern, indem sie den intervenierten Zucker exportiert. Darüber hinaus hat sie die Möglichkeit, mit einer Deklassierung auf Basis realistischer Verbrauchswerte der EU-25 für eine echte Stabilisierung der Märkte zu sorgen. ■

60

Interventionen der EU 2005/06 -10

40

Quelle: EU, Stand 08.07.2005

(in t Zucker) 20

0 Aug 02 Dez 02 Jun 03 Dez 03 Jun 04 Dez 04 Feb 05 Jun 05

Notbremse Intervention Die Entlastung des EU-Marktes durch gestützte Exporte um 2,6 Mio. Zucker ist zu gering zur Wiederherstellung einer ausgewogenen Zuckerbilanz.

Gesamt

Belgien Frankreich Ungarn

Zurückgewiesen

51.557

38.000

Im Prüfungsverfahren

66.523

-

Akzeptiert (bis 31. März)

247.378

Akzeptiert (nach 31. März) Insgesamt akzeptiert

3.000

Italien

-

557

-

-

52.000

136.340

267.192

49.891

514.570

Total (in Prüfung 581.093 + akzeptiert)

Polen

Slowenien Schweden

-

10.000

-

18.718

47.805

-

-

-

-

-

-

59.038

20.000

87.000

83.301

17.000

10.000

-

101.891

156.340

87.000

83.301

17.000

10.000

59.038

101.891

156.340

87.000

102.019

64.805

10.000

59.038


26 I Markt und Kunde I Akzente August 2005

„Einmachen nach Herzenslust“ Gelierzuckervermarktung 2005

Manfred Rinderer (li.), Marketing & Sales Handel und Dr. Marcus Fuchs (re.), Produktmanager

Bei den Gelierzuckersorten handelt es sich um den vierten Sortimentsbaustein nach Basiszucker, Zucker zum Backen & Dekorieren sowie weiße und braune Zucker für Getränke, der den Kunden und Verbrauchern im Rahmen der Einführung von SweetFamily“ vorgestellt wird. Im März/April diesen Jahres erinnerten Anzeigen in der „Lebensmittelzeitung“ und der „Rundschau für den Lebensmittelhandel“ die Handelspartner an die SweetFamily-Gelierzuckervermarktung, die durch die Key-Account-Manager bereits zu Jahresbeginn in Verkaufsgesprächen vorgestellt wurde. Die klassische Kommunikation gegenüber den Konsumenten ist vielseitig. In der „Brigitte“ wird in den Monaten Juni, Juli und August das gesamte Gelierzuckersortiment beworben. Im gleichen Zeitraum steht im „Diabetiker-“ und „Senioren-Ratgeber“ der Diätgelierfruchtzucker-3:1 im Fokus. Der Monat Juli stand im Zeichen der Verkaufsförderung des Gelierzuckers 3:1. Großplakate auf Verbrauchermarktund SB-Warenhausparkplätzen und

eine Rezeptbeilage in den Zeitschriften „Tina Koch- und Backideen“, „Kochen & Genießen“, „Lisa Kochen & Backen“ sowie „Mein schöner Garten“ bewerben das Neuprodukt. Zwei weitere Rezeptbeilagen in den gleichen Zeitschriften runden die Kommunikation ab. Die August-Ausgabe hat das Thema Einmachen mit der Mikrowelle zum Inhalt. Die Mikrowellen-Rezepte zeigen, dass mit allen SweetFamily-Gelierzuckerprodukten Fruchtaufstriche deutlich schneller als mit dem herkömmlichen Herstellprozess zubereitet werden können. Trotzdem bleibt eine Haltbarkeit von zwei Jahren gewahrt.

„Für zuckerbraunen Sommerspaß!“ Zuwachs im SweetFamily-Sortiment Die SweetFamily-Produkte Brauner Zucker und Brauner Würfelzucker bringen alles mit, was für einen süßen Sommer erforderlich ist. Dazu gehören erfrischende Getränke und Cocktails, leichtes Gebäck und kühle Desserts.

Eine 500g Streudose zum praktischen Dosieren und Dekorieren schafft zusätzliche Kaufanreize. Die Auflage der Dose ist limitiert. Sie kann problemlos mit braunem Zucker im 500g Schlauchbeutel nachgefüllt werden.

Anzeigen in der „Bunte“ sowie in „Essen & Trinken für jeden Tag“ übermitteln diese Botschaft an die Konsumenten und weisen auf eine einmalige Sonderverpackung für den braunen Zucker hin.

Auf dem Deckel der Dose zeigt ein rundes Rezeptheftchen den Konsumenten die Anwendungsvielfalt der braunen Zuckerprodukte von SweetFamily. ■

Bei allen Maßnahmen wird auf die Verkaufsförderungsaktion mittels Treuekarte hingewiesen. Sammelt ein Konsument mindestens vier „3:1Sortenhinweise“ einer Sweet-FamilyGelierzucker-3:1-Verpackung sowie acht entsprechende Sortenhinweise von anderen SweetFamily-Produkten, klebt diese auf die Treuekarten und sendet sie an die Nordzucker AG, so erhält er als Treueprämie das neue SweetFamily-Einmachbuch. Die Treuekarten sind im Handel erhältlich oder stehen auf der Nordzucker-Homepage zum Download bereit. ■


Akzente August 2005 I Markt und Kunde I 27

NEU „Fruchtgenuss nach Herzenslust“ Bernd Hoyer, Marketing Service

Das neue SweetFamily Einmachbuch In der neuen, stark überarbeiteten Version unseres Bestsellers „Einmachen & Co“ stellt der Verbraucherservice von SweetFamily erneut seine Kompetenz auch in Fragen des Einmachens unter Beweis. 270 Seiten umfasst das praxisorientierte Nachschlagewerk für Einsteiger und Profis. Neben weiterentwickelten, vor allem aber neuen Rezepten finden Sie natürlich bewährte Klassiker.

Da ist für jeden Geschmack das Richtige dabei. Neben Rezepten für Marmeladen, Konfitüren und Gelees finden Früchteliebhaber Anregungen für leckere Liköre, Chutneys, Saucen, Kompotte, Relishes, Eingelegtes und Aufgesetztes. Jede Rubrik beginnt mit einer ausführlichen Einleitung, indem die Grundrezepte der Zubereitungen erklärt werden und auf Besonderheiten bei der Zubereitung der Rezepte hingewiesen wird. Hilfreiche Praxistipps und Varianten mit und ohne Alkohol runden die Kapitel ab.

Ist es Ihnen nicht auch schon einmal so gegangen: Sie mögen eine Frucht oder eine Zubereitung ganz besonders, haben von Ihrer Ernte noch Obst oder Gemüse übrig oder möchten einen bestimmten Gelierzucker verwenden. Die praktischen Register im neuen SweetFamily Einmachbuch „Fruchtgenuss nach Herzenslust“ verhelfen Ihnen schnell zum Genuss. Ein umfangreiches Kapitel über Früchtewissen und zahlreiche Tipps und Tricks runden die Rezeptwelt ab.

Sind Sie auf den süßen Fruchtgeschmack gekommen? Dann bestellen Sie „Fruchtgenuss nach Herzenslust“ für Zubereitungen, um sich selbst und andere zu verwöhnen, zu einem Preis von 9,50 € zzgl. 2,00 € Versandkosten unter:

Bestell-Coupon Bitte senden Sie mir _____ Exemplar(e) „Fruchtgenuss nach Herzenslust“ zum Stückpreis von 9,50 € zzgl. 2,00 € Versandkosten Tragen Sie bitte gut lesbar (Druckbuchstaben) Ihre vollständige Anschrift ein.

Nordzucker AG Verbraucherservice, „Süße Küche“ Postfach 35 01, 38025 Braunschweig Tel. 0531 – 2411 441 Fax 0531 – 2411 135 suessekueche@Nordzucker.de

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Einfach ausschneiden oder kopieren und per Post oder Telefax an den Verbraucherservice „Süße Küche“


28 I Markt und Kunde I Akzente August 2005

Kurz vorgestellt: Hydrierte Stärkesirupe Nordzucker Süßungsmittel im Portrait Maßgeschneiderte nichtkariogene Zuckeraustauschstoffe Kaloriengehalt als auch die Kariogenität der Zucker sind seit langem im Fokus der kundenorientierten Industrie. Eine wachsende Zahl an zuckerfreien Produkten dokumentiert diese Bemühungen. Pionier auf diesem Gebiet ist die Stärkeindustrie. So ist Sorbit seit über fünfzig Jahren als nichtkariogener Zuckeraustauschstoff bekannt. Darüber hinaus wurden weitere maßgeschneiderte Zuckeraustauschstoffe auf Stärkebasis entwickelt. Mittels gezieltem enzymatischen Abbau von Stärke und anschließender Hydrierung lassen sich im wesentlichen vier Klassen von hydrierten Stärkesirupen herstellen: Sorbit Pulver, Sorbitsirupe, maltithaltige Sirupe und kristallines Maltit.

Mundpflege 20 %

hydrierte Glukosesirupe und hydrierte Stärkehydrolysate sind synonyme Ausdrücke für Produkte, die als Hauptkomponente Maltit enthalten. Der Gehalt liegt je nach Produkt zwischen 50 und 80 Prozent. Aufgrund der guten Feuchthalteeigenschaften und der hohen Kristallisationsstabilität finden Malitsirupe ihre Hauptanwendung in Gummisüßwaren, Kaugummi und in Vitaminund Hustensäften. Wegen der relativ hohen Eigensüßkraft von 45 bis 80 Prozent ist ein zusätzlicher Einsatz von Süßstoffen nicht notwendig. In vielen Fällen ist ein direkter Austausch von Zucker ohne Rezepturänderung möglich.

Kosmetika 19 %

Kristallines Maltit ist aufgrund seiner hohen Süßkraft von 90 Prozent im Vergleich zu Saccharose, seiner hohen Verträglichkeit und seines geringen glykämischen Index besonders geeignet für die Herstellung von Schokolade, Couverturen und Kaugummi. Viele Diabetikersüßwaren basieren auf kristallinem Maltitol. ■

nante Polyol weltweit. Der europäische Verbrauch von Maltit liegt deutlich unter 40.000 Tonnen. Führende Anbieter beider Polyole sind Roquette, Lestrem (F) und Cargill, Minneapolis (USA) sowie deren europäische Tochter Cerestar. Die Nordzucker Tochter Syral S.A. im französischen Marckolsheim, bietet aus dieser Produktgruppe Sorbit (Pulver und Sirup) sowie seit diesem Jahr Maltitsirup an. Verwendung von Sorbitol in Europa andere Food 10 % Backwaren 7%

Dominante Position im Zuckeralkohol Markt Sorbit ist sowohl das kostengünstigste, bewährteste und mit über 400.000 Tonnen allein in Europa auch das domi-

Süßwaren 16 % andere Non-Food 17 %

Detergentien 11 %

Schematischer Herstellungsprozess Der Kunde braucht bestimmte Eigenschaften

Stärke Oligosacch. Maltose Dextrose

97-100 %

enzym. Verflüssigung 1-3 % 85-90 % 7-12 %

2-10 % 50-80 % 5-30 %

70-96 % 2-15 % 2-15 %

Katalytische Hydrierung Aufreinigung Verdampfung Kristallisation / Sprühtrocknung

Sorbit Pulver

Maltit Pulver

Maltitsirupe

Sorbitsirupe

Dr. Volker Diehl, New Products InnoSweet GmbH

Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften hat Sorbit ein breites Anwendungsspektrum gefunden. In der Nahrungsmittelindustrie wird Sorbit bevorzugt als Feuchtigkeitsstabilisator und Zuckeraustauschstoff (50 Prozent der Süßkraft von Saccharose) insbesondere in Hartkaramellen, Pastillen und Kaugummi eingesetzt. Das Haupteinsatzgebiet für Sorbit liegt jedoch außerhalb des Nahrungsmittelbereichs. Insbesondere zur Herstellung von Zahnpasta, Kosmetik und als Rohstoff für die Vitamin-CHerstellung findet Sorbit seinen Absatz. Maltitsirup, maltithaltige Sirupe,

Verwendung von Maltitol in Europa Schokolade 5% Backwaren 20 %

Kaugummi 20 %

Gummisüßwaren / Hartkaramellen 55 %


Akzente August 2005 I Neue Felder I 29

Landwirte – Ölscheichs der Zukunft? Neue Felder informiert über SunFuel – Kraftstoff aus Biomasse SunFuel ist ein BTL-Kraftstoff. BTL steht für Biomass-to-Liquid. Die vorliegende Studie von Nordzucker-Neue Felder fasst den aktuellen Stand ökonomischer, ökologischer und technischer Erkenntnisse zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei der am weitesten entwickelte BTL-Kraftstoff mit Namen „SunFuel“ oder „SunDiesel“, der von der Firma Choren mit staatlicher Förderung entwickelt worden ist. Von Seiten der Automobilhersteller Volkswagen und DaimlerChrysler wird diese Entwicklung unterstützt. Basis für SunFuel ist die Kraftstoffstrategie der Automobilhersteller: • Die Biokraftstoffe der ersten Generation (Biodiesel und Bioethanol) stoßen in einigen Jahren an ihre Grenzen. • Die voraussichtlich etwa ab 2010 zu erwartende breitere Einführung von BTL Kraftstoffen stellt ein wichtiges Element der Kraftstoffversorgung des nächsten Jahrzehnts dar. • Im darauf folgenden Jahrzehnt ab 2020 wird es einen Übergang zu regenerativ erzeugtem Wasserstoff geben, der als bis auf weiteres absehbares Ziel der Entwicklung der Energieträger im Automobilsektor angesehen wird.

Thomas Graf, Marktordnungsfragen, Neue Felder

Prognose zur Entwicklung der Marktanteile verschiedener Kraftstoffe Wasserstoff CNG* Fossiles Benzin Bio-EtOH/ETBE

Bio-/BTL Diesel Fossiler Diesel GTL Diesel

* Compressed natural Gas = Erdgas

100 % 80 % 60 % 40 % 20 % 0% 2000

2005

2010

2015

2020

Quelle: Maly, Rudolf, Daimler Chrysler: „Neue Trends im Biosegment“ zitiert nach der Festschrift der FNR ‚Von Forschung zum Markt‘, S.60 (Ablage2.6.1 K 4)

BTL- Industrie konkurriert um das beste Verfahren Die Studie stellt die Produkteigenschaften des SunFuel, den Rohstoffbedarf, das Herstellungsverfahren und die Expansionspolitik am Beispiel von Choren vor. Die SunFuel-Industrie ist im Moment intensiv mit der Entwicklung und Erprobung der Herstellungsverfahren für BTL-Kraftstoffe befasst. Zu den verschiedenen miteinander konkurrierenden Verfahren liefert ein Experte der Energietechnik ins Detail gehende Beschreibungen. Optionen zur Bereitstellung von Kraftstoffen3 Kraftstoffbereitstellungspotentiale in P J/a

Staatliche Unterstützung für BTL-Kraftstoffe Um die einzelstaatlichen Verpflichtungen aus dem Kyoto Protokoll zu erfüllen und der weiteren Emittierung von Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen entgegenzuwirken, sehen sich die EU-Mitgliedsstaaten in der Pflicht, Maßnahmen zur Förderung von Biokraftstoffen zu ergreifen. Die seit dem 1.1.2004 in Deutschland gültige Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe gilt auch für BTL. Ministerin Künast hat sich im November 2004 öffentlich dazu bekannt, dass sie sich dafür einsetzen will, diese bis zum Jahr 2009 befristete Regelung weiterhin in Kraft zu lassen. Grundlage für diese Willenserklärung ist offenbar die kurz zuvor durch das Bundeskabinett verabschiedete Kraftstoffstrategie. Insofern besteht ein Konsens zwischen Automobilindustrie und Staat bezüglich der Entwicklung und mittelfristigen Bedeutung der BTL-Kraftstoffe.

Nutzung Prognose min Prognose max

1.000 800 600 400 200 0 Festbrennstoffe

Öl, Ethanol

Biogas

3

Kaltschmitt, Martin: „Erneuerbare Energien und Ihre Rolle bei der zukünftigen Energieversorgung“; Vortrag auf der Tagung Zukunft der Stromversorgung für Deutschland und Europa am 13.05.2004 in Hannover; Hrsg. Niedersächsisches Umwelministerium, Graue Reihe (Abl. 2.9.17)

Die Position von Mineralölindustrie und Umweltbundesamt wird beschrieben, um den Konflikt der Interessensgruppen darzustellen. Die Landwirtschaft als prädestinierter Rohstofflieferant beobachtet diesen potentiellen Absatzkanal für Biomasse mit großem Interesse. Sie muss aber der beteiligten Industrie genügend Zeit für den Aufbau der erforderlichen Strukturen einräumen. u


30 I Neue Felder I Akzente August 2005

Geschreddertes Holz – einer der Rohstoffe zur Herstellung von SunFuel.

Interessenten können die Langfassung anfordern bei thomas.graf@nordzucker.de ■

lichen Rohstoffen und dem Zeitbedarf zur Realisierung ist in der genannten Dokumentation nachzulesen.

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Externes Gutachten bestätigt Zukunftschancen für SunFuel In dem Bemühen um eine möglichst objektive Bewertung nimmt ein externer Berater zu den Zukunftschancen von BTL-Kraftstoffen Stellung. Das Gutachten der INPUT GmbH mit mög-

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Dezentral-Zentral-Konzept

aufkommensnahe Biomasseveredelung Holz

Zentrale

Herstellung Erneuerbarer Kraftstoffe

NTV

Strom aus regenerativen Quellen

Strom/Wärme O2

Stroh

NTV

Biomasse

NTV

Strom/Wärme

Strom/Wärme

Biokoks

Carbo-V-Vergaser CO

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Quelle: Choren Industries GmbH

Dezentrale

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Im Moment laufen Studien zur Bestimmung der für jede Region optimalen Pflanzenarten zur Bereitstellung der Biomasse. Die Vorstellung von Landwirten als Ölscheichs der Zukunft ist wahrscheinlich zu rosig. Die Landwirtschaft befindet sich in Konkurrenzverhältnissen zur Forstwirtschaft, zu internationalen Biomasseanbietern und auch zu Abfallanbietern. Sie muss sich als preisgünstiger und zuverlässiger Lieferant profilieren.

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Erneuerbare Kraftstoffe

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Akzente August 2005 I Special I 31

Konkurrenzdruck und Vorreiterrolle Die Zuckerfabrik Weetzen Gute Erfahrungen mit dem Rübengeschäft zwischen Deister und Leine überzeugten am 17. Juni 1882 im Gasthaus „Bettenser Garten“ eine Gruppe von Landwirten, das Wagnis einzugehen und die „Zuckeractienfabrik Weetzen“ zu gründen. Das Aktienkapital betrug anfänglich 300.000 Mark, nach mehrmaliger Erhöhung schließlich 600.000 Mark bei 2.000 Aktien zu je 300 Mark. Die Statuten übernahmen die Gründer fast ohne Änderung von der 1876 in Betrieb genommenen Zuckerfabrik Rethen, die Vorbildcharakter für die Weetzener hatte. Angestrebt war eine Tagesverarbeitung von maximal 250 Tonnen. Unter Carl Pape, dem ersten Fabrikdirektor, wurden in der ersten Kampagne 1883 beachtliche 18.800 Tonnen Zuckerrüben verarbeitet. Der Doppelzentner Rüben brachte damals 2,44 Mark für Aktien-, Über- und Kaufrüben. Ein Erfolg - doch spürte die Weetzener Fabrik den Konkurrenzdruck von Anfang an. Die Lösung lag in der kontinuierlichen Erhöhung der Rübenverarbeitung: 1896 auf 400, 1938 bereits 700 bis auf etwa 3.000 Tonnen pro Kampagnetag im Jahr 1985. Zukunftsweisende und mutige Entscheidungen der Zuckerfabrik waren: • 1890 der Bau einer Schnitzeltrocknung. Während andere mit der Einmietung der Nassschnitzel experimentierten, entschieden sich die Weetzener für die damals fortschrittlichste Methode, die in Fachkreisen noch mit größter Skepsis betrachtet wurde. • Ab 1898 die Bezahlung der Rüben nach Zuckergehalt, die das gewichtsabhängige Rübengeld ab löste.

Manuela Obermeier, (li.) freie Autorin, (Text) Birgit Rothe (re.), Nordzucker Archiv Uelzen, (Recherche)

• 1908 die Umstellung auf elektrische Beleuchtung.Der Vorstand persönlich achtete darauf, keinesfalls überdimensionierte Glühbirnen zu verwenden.

Die Zuckerfabrik Weetzen Ende der 1970er Jahre (oben); Schwerstarbeit für Mensch und Tier – Abfahren der Erde aus den Stapelteichen 1932 (unten)

Weltkriege, Inflation und weltweite Wirtschaftsdepression waren schwierige Zeiten für die Zuckerfabrik. Kriegszerstörungen blieben weitgehend aus. Trotz erschwerter Bedingungen konnten die Kampagnen auch in den Kriegsjahren gefahren werden. Während des Ersten Weltkriegs kam es zu einem Einbruch um 41 Prozent im Rübenanbau. Die Kontingentierung ab 1931 führte in Weetzen zur Kampagne mit der geringsten Rübenverarbeitung (15.300 Tonnen). Eine vorteilhafte Entscheidung war es, 1935 die Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft – Zuckerfabrik Weetzen, Warnecke & Co. KG – umzuwandeln. Hierdurch konnten die Aktionäre eine Doppelbesteuerung vermeiden und die eingesparten Gelder für notwendige Reparaturen und Modernisierungsmaßnahmen einsetzen. Nur drei Jahre später musste die Zuckerfabrik Bennigsen aufgeben. Weetzen übernahm das Rübenkontingent und nutzte Bennigsen zur Rübenblatttrocknung. Unter der Fabrikleitung von Kurt Müller (1947-1965) stellte Weetzen zu Beginn der 50er Jahre auf Weißzucker um. 1954 wurden zwei Stahlsilos zur Lagerung von losem Weißzucker errichtet. 1958 kam es zu einer Beschränkung des Zuckerabsatzrechts auf 85 Prozent und 1965 sogar auf 80 Prozent. Für die Leitung der Zuckerfabrik Weetzen hieß die Losung nunmehr: Wirtschaftliche Erzeugung und Rationalisierung bei konstanter Verarbeitung. Fusionen wurden damit unvermeidbar.

Die Weetzener Aktionäre entschieden sich 1969 für die Verschmelzung mit der Zuckerfabrik Rethen zur Hannoverschen Zucker AG Rethen-Weetzen. 1986 folgte die Fusion der Fabriken in Weetzen und Rethen mit der Lehrter Zucker AG zur Hannover Zucker AG Lehrte. Noch im selben Jahr schlossen sich die Pforten der Weetzener Zuckerfabrik, während die wesentlich größere Fabrik Rethen weitergeführt wurde. Die Weetzener Fabrikgebäude blieben als Industriestandort erhalten. Hier fertigt heute die Bachmann Aluminium GmbH Verpackungsbehälter aller Art. ■


Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig Pressesendung, H61179, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt

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Limetten-Eistee Den Limettentee mit kochendem Wasser aufgießen, nach Geschmack mit SweetFamily Brauner Zucker süßen und abkühlen lassen. Jeweils die Hälfte der in Achtel geschnittenen Limette, des Limettensaftes und zerstoßenes Eis in ein Cocktail-Glas geben. Zutaten anschließend mit SweetFamily Brauner Zucker bestreuen und die Gläser mit Limettentee auffüllen.

Für den Eistee: (für 2 Cocktail-Gläser) 3 Beutel Limettentee 1/2l Wasser SweetFamily Brauner Zucker 1/2 Limette 2cl Limettensaft zerstoßenes Eis Zum Dekorieren: Wassermelone Minzblätter


2005-08_Akzente