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DAS MAGAZIN

2/2013

Für Interessenten und Kunden von Nissen & Velten und Partnern Topf Baubeschläge: Prozesse optimiert

Morandi Frères SA: Synergien in der Baustoffproduktion

Martin Wikelski: „Ich will verstehen, wie ein Tier denkt“

nexMart dataCloud: Smartes Management von Diversartikeln


ERP

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E-Commerce

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Geben Sie Gas mit eNVenta ERP eTrade im Versand- und Multichannelhandel

e N Ve n t a E R P e Tr a d e Basierend auf der branchenunabhängigen Softwarelösung eNVenta ERP, haben wir für den anspruchsvollen Versand- und Multichannelhandel eNVenta ERP eTrade entwickelt. Mit eNVenta ERP eTrade haben wir alles was Sie als anspruchsvolles mittelständisches Versandhandelsunternehmen benötigen, um effizient und schnell zu arbeiten. •

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Liebe Leserin, lieber Leser, Sonderbestellungen, beziehungsweise Bestellungen von Diversartikeln, sind im Großhandel nur sehr umständlich abzuwickeln, führen zu Medienbrüchen und lassen sich statistisch schwer erfassen. Die nexMart GmbH, welche den gleichnamigen elektronischen Marktplatz betreibt, hat mit der nexMart dataCloud nun eine elegante Bestelllösung für Diversartikel im Portfolio. Nissen & Velten ist der erste ERP-Hersteller, der sie in seine Software integriert. Lesen Sie mehr darüber auf Seite 6. Für Produktionsunternehmen bietet eNVenta ERP 3.1 eine Reihe neuer Funktionalitäten. Mehr darüber und über weitere Neuheiten in eNVenta und Framework Studio 3.6 erfahren Sie auf den Seiten 20 und 21.

Business-Software für erfolgreiche Unternehmen

Im Interview ab Seite 10 berichtet der international renommierte Forscher und Leiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie, Martin Wikelski, warum er Tierwanderungen von der Raumstation ISS aus verfolgen will, und wie Tiere in Zukunft Erdbeben und Hungersnöte voraussagen könnten. Michael Schneider, Spezialist für IT-Projektmanagement, gibt ab Seite 16 Hinweise, die Projektverantwortlichen weiterhelfen können. Unsere Bodensee-Serie entführt Sie diesmal ins schöne Meersburg. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und natürlich einen tollen Sommer!

Jörg Nissen & Günter Velten

Über Nissen & Velten Die Nissen & Velten Software GmbH steht seit 1989 für innovative Unternehmenssoftware für den Mittelstand. Das inhabergeführte Softwarehaus mit Sitz in Stockach (Kreis Konstanz) beschäftigt 60 Mitarbeiter. Es setzt erfolgreich auf nachhaltiges Wachstum und Unabhängigkeit. Die Unternehmenssoftware eNVenta ERP basiert auf .NET-Technologie, ist vollständig internetfähig und deshalb zukunftssicher. Die modular aufgebaute ERPSoftware bietet Warenwirtschaft, Logistik, CRM, PPS, E-Commerce und Controlling aus einer Hand. Zudem stellt Nissen & Velten den Kunden ein wachsendes Portfolio vorkonfigurierter Branchenlösungen zur Verfügung. Unternehmensgruppen und kooperierenden Unternehmen bietet eNVenta ERP die Option, durch eine tiefe Integration der Geschäftsprozesse Synergien auszuschöpfen. Die Software läuft wahlweise beim Kunden vor Ort oder im Rechenzentrum. Nissen & Velten sowie die eNVenta-Vertriebspartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz beraten die Kunden bei der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse und betreuen heute rund 550 ERP-Kunden.

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Inhalt

3.1

nexMart dataCloud: Smartes Diversartikel-Management

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Topf Baubeschläge: Prozesse optimiert

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Martin Wikelski über Tierwanderungen

10

Serie eNVenta Branchen: Biegerei

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Michael Schneider über IT-Projektmanagement

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Kistenpfennig: Gut aufgestellt mit DMS PROXESS

19

Framework Studio 3.6: Kontextsensitive Hilfe in eNVenta ERP

20

eNVenta ERP 3.1: Produktionsplanung verfeinert

21

News: u.a. Schweizer eNVenta-Partner auf der topsoft

22

Augros Lumecor: Integrierter Webshop war entscheidend

24

Lebensart: Das Brot des Bäckers

26

Morandie Frères: Synergien in der Baustoffproduktion

28

L. Klein: Edelstahl- und Metallhandel steigt auf eNVenta um

29

Neue Krimis: Morde in Oberschwaben, im Wallis und in Berlin

30

Rund um den Bodensee: Meersburg

32

News: u.a. Neue N&V-Website live

34

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N&V-Newsletter

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Advertorial

Reber GmbH setzt auf HMS und eNVenta ERP Seit dem 1. Januar 2011 nutzen die 15 Mitarbeiter der Reber GmbH mit Sitz in Frankenthal (Pfalz) die Unternehmenssoftware eNVenta ERP. Das Handelsunternehmen profitiert von nahtlosen Prozessen in der neuen Software: Vom ersten Angebot bis zur Lieferung und Rechnungsstellung. Der IT-Dienstleister HMS GmbH hat das ERPProjekt umgesetzt. Die Reber GmbH ist in der Metropolregion RheinNeckar ansässig. Das Unternehmen erzielt mit seinen 15 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz von fünf Millionen Euro in den Geschäftsfeldern Stahlgroßhandel und Großhandel mit Bewässerungstechnik. Im Stahlsegment kommen die Kunden aus der regionalen Industrie und dem Handwerk. Im wachsenden Bereich Bewässerungstechnik werden Wiederverkäufer und Spezialinstallationsbetriebe bundesweit beliefert.

„Wir arbeiten mit der HMS GmbH seit 20 Jahren vertrauensvoll zusammen. Als uns Michael Schlesinger eNVenta ERP vorgestellt hat, haben wir sofort gesehen, dass die Software perfekt zu unserem Unternehmen passt. Tatsächlich sind auch die praktischen Erfahrungen sehr gut.“ Frank Reber, Geschäftsführer der Reber GmbH in Frankenthal

lungsumgebung von eNVenta ERP, schnell und problemlos durchgeführt worden. Auch die Schulungen der Anwender durch den IT-Dienstleister gingen reibungslos über die Bühne. Nach einer Woche waren die Mitarbeiter bereits gut mit der neuen Software vertraut. Heute schätzen sie den logischen, prozessorientierten Aufbau ihres neuen ERP-Systems. Die kundenbezogenen Informationen werden von der Erstellung eines Angebots bis zur Rechnungsstellung durchgehend verwendet. Eine redundante Pflege von Daten, wie sie in der Vergangenheit teilweise notwendig war, gibt es nicht mehr.

Da die alte Unternehmenssoftware zentrale Anforderungen an die Flexibilität der Preisfindung und den Datenexport nicht mehr erfüllte, entschloss sich die Geschäftsführung der Firma Reber, in eine neue Lösung zu investieren. Nachdem der langjährige IT-Dienstleister HMS GmbH die moderne Unternehmenssoftware eNVenta ERP präsentiert hatte, war bei Reber schnell klar, dass sie alle Anforderungen des Großhandels sehr gut erfüllen würde. Das anschließende Einführungsprojekt bestätigte diesen Eindruck auch in der Praxis.

So ist es kein Wunder, dass die Firma Reber bereits den Ausbau ihrer ERP-Lösung plant: Für das Geschäftsfeld Bewässerungstechnik soll ein B2B-Webshop auf der Basis des Moduls E-Commerce von eNVenta ERP entstehen. Frank Reber sagt dazu: „Bei der Bewässerungstechnik liegt die Nachfragespitze witterungsbedingt in den Monaten März bis Juni. In dieser Zeit häufen sich auch die technischen Anfragen. Vom neuen Webshop versprechen wir uns eine Entlastung des Innendiensts von Routineaufgaben, sodass Kapazitäten für die Beratung unserer Kunden frei werden.“

„Da viele Mitarbeiter mit der alten Software unzufrieden waren, war die Offenheit für eine neue, komfortablere Software-Lösung sehr groß“, erklärt Geschäftsführer Frank Reber. Die Zusammenarbeit mit der Firma HMS sei im Projektverlauf sehr konstruktiv gewesen. Anpassungen der Standardsoftware an Prozesse der Firma Reber seien mithilfe von Framework Studio, der Entwick-

Was können wir für Sie tun? HMS GmbH Max-Eyth-Str. 13 74354 Besigheim

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nexMart dataCloud

Smartes Management von Diversartikeln Die nexMart GmbH & Co. KG, Betreiber des gleichnamigen Business-to-Business-Portals, hat einen neuen Service für den Produktionsverbindungshandel entwickelt: In der nexMart dataCloud, die fünf Millionen Artikelstammdaten umfasst, lassen sich Diversartikel einfach finden und bestellen. Nissen & Velten hat die dataCloud als Pilotpartner von nexMart in eNVenta ERP integriert. Die eNVenta-Anwender Hefele und Von der Heydt sind die ersten deutschen Firmen, welche die dataCloud in der Praxis nutzen.

Diversartikelsuche direkt aus der Auftragsmaske von eNVenta ERP: Hier nach dem Multimaster des Elektrowerkzeugherstellers C. & E. FEIN GmbH.

Kunden erwarten heute zu recht, dass sie bei ihrem Großhändler alle am Markt verfügbaren Artikel bestellen können, auch wenn diese nicht im Artikelstamm des Händlers geführt werden. Ein gängiger Weg, dieser Anforderung zu entsprechen ist die Anlage von Diversartikeln im ERP-System und ihre kundenbezogene Bestellung. Doch die Nachteile dieses Vorgehens sind beträchtlich. Im Unternehmen liegen keine Logistikdaten zum Artikel vor. Derart bearbeitete Bestellungen erlauben keine Rohertragsbetrachtung und entziehen sich auch der statistischen Auswertung. Für das Erkennen von Trends und eine darauf aufbauende Dynamisierung des Sortiments liefern sie deshalb keine Hinweise. Generell leidet bei der Bestellung von Diversartikeln die Qualität der Folgeprozesse. Das bestätigt auch Raphael Herbig, Geschäftsführer des Produktionsverbindungshandels Von der Heydt mit Sitz in Speyer. Er erklärt: „Die Diversartikel haben wir überhaupt nicht in der Wahrnehmung und auch nicht in der Statistik. Nach einer gewissen Zeit müssen wir deshalb Auswertungen der Lieferanten an-

fordern, damit wir sehen können, welche Artikel doch häufiger gekauft wurden, damit wir sie dann vielleicht doch auf Lager legen.“ Im Hause Von der Heydt sind immerhin vier Mitarbeiter mit der Pflege von Artikelstammdaten beschäftigt, die in der Regel als Datei beziehungsweise auf Datenträgern geliefert werden. Doch bei der Bestellung von Nicht-Lagerartikeln durch Kunden kommen durchaus auch Papierkataloge der Hersteller zum Einsatz. Raphael Herbig beziffert den Anteil der Diversartikel an der Summe der Bestellungen mit rund 25 Prozent. Einen Anteil, den Hans Stumpf, Geschäftsführer der Hefele GmbH & Co. KG, für sein Haus bestätigen kann.

Diversartikel per Mausklick finden und bestellen Die nexMart GmbH & Co. KG, Betreiber des gleichnamigen Business-to-Business-Portals für den Handel der Branchen Werkzeuge, Beschläge, Eisenwaren, Holz, Gartengeräte und technischer Bedarf, hat ein völlig neues Angebot für den Produktionsverbindungshandel entwickelt, welches das Handling von Diversartikeln deutlich effektiver gestalten könnte: Die nexMart dataCloud ermöglicht es Großhändlern, direkt aus ihrem Warenwirtschaftsystem auf die aktuellen Daten von über fünf Millionen Artikeln im nexMart-Portal zuzugreifen. Über die reine Produktinformation hinaus können dabei auch Preise und Verfügbarkeit der Artikel direkt beim Hersteller abgefragt werden. Die Firma Nissen & Velten hat als erster ERP-Hersteller und Pilotpartner von nexMart die dafür nötigen Webservices für die Unternehmenssoftware eNVenta ERP entwickelt. Aus dem Kreis der Anwender von eNVenta ERP testen aktuell die Firmen Von der Heydt und Hefele als Pilotkunden den neuen Service im Praxis­ einsatz. Bisher bildet der Aufwand zur hausinternen Pflege der Stammdaten bei jedem mittelständischen Händler eine natürliche Grenze bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Produktdaten. Dadurch werden zumeist nur die im jeweiligen Sortiment geführten Artikel aktuell gehalten – die anderen Artikel werden oft in Schattenartikelstämmen abgelegt. Durch den Zugriff auf die nexMart dataCloud werden Verfügbarkeit und Import neuer Daten für den Handel deutlich vereinfacht. Das Recherchieren kann medienbruchfrei auch nach

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Gruppenbild anlässlich eines Pressegesprächs zur nexMart dataCloud in Stuttgart (von links): Alexander Haim (Leiter Vertrieb und Marketing bei nexMart), Raphael Herbig (Geschäftsführer der Von der Heydt GmbH, Speyer), Hans Stumpf (Geschäftsführer Hefele GmbH & Co. KG, Plattling), Jörg Nissen (Geschäftsführer Nissen & Velten Software GmbH, Stockach) und Udo von Meltzing (Geschäftsführer der nexMart GmbH & Co. KG, Stuttgart).

Schlagworten direkt aus eNVenta ERP erfolgen, die gefundenen Daten per Klick in das ERPSystem übernommen werden. Die kontinuierliche Aktualisierung der Daten durch nexMart eröffnet den teilnehmenden Händlern ein hohes Maß an Freiheit bei der Sortimentsrecherche und -zusammenstellung und bietet eine sehr gute Ergänzung zu bestehenden Schattendatenbanken innerhalb der Warenwirtschaft. Der individuelle Pflegeaufwand wird somit deutlich reduziert. Aktuell sind mehr als 80 Lieferanten im deutschen nexMart-Portal vertreten. Insbesondere der Bereich Werkzeuge und Elektrowerkzeuge ist sehr gut abgedeckt. 30 Lieferanten lassen den Zugriff auf ihre IT-Systeme zu und bieten dem Handel damit auch eine aktuelle Preis- und Verfügbarkeitsrecherche. Bei der Implementierung des neuen Webservices lässt sich eine Umsetzung der Herstellerrabattgruppen, die mit den Artikeldaten aus der dataCloud geliefert werden, in die individuellen Rabattgruppen des Händlers im ERP-System festlegen. Eine Übersetzungstabelle in eNVenta ERP sorgt für die weitgehend automatische Umgruppierung.

Integration der nexMart dataCloud in eNVenta ERP Konkret in der Praxis stellt sich der Prozessablauf in eNVenta ERP folgendermaßen dar: Der Telefonverkäufer im Innendienst erhält eine Kundenanfrage nach einem Artikel, der nicht Teil des Sortiments ist. Stand heute würde er vielleicht einen Herstellerkatalog wälzen oder auch auf einen

elektronischen Katalog zurückgreifen, um das passende Produkt zu finden. Mit der dataCloudIntegration geht er nun in seiner eNVenta-Maske auf den Reiter „nexMart Pool“, wählt einen der bei nexMart vertretenen Lieferanten, kann in einem freien Suchfeld wahlweise Artikelnummern, EAN, Herstellernummern oder Begriffe eingeben und erhält eine Liste mit Produkten, die mit Fotos und beschreibenden Texten versehen sind, als Suchergebnis. Von den Lieferanten, die dieses Feature unterstützen, bekommt er darüber hinaus aus deren ERP-System auch eine Preis- und Verfügbarkeitsinformation. Der Artikel wird bei einem Import in eNVenta ERP als nexMart – Beschaffungsartikel, beziehungsweise als Sonderbestellung klassifiziert. Da jedoch die Herstellerartikelnummer übergeben wird, ist die Nachfrage nach diesen Artikeln statistisch problemlos auszuwerten. Nach einer Bestellung via nexMart kommen im Folgeprozess via EDI Rücknachrichten vom Hersteller, das heißt eine Bestellbestätigung, der Lieferschein und die Rechnung, die sich mit der Artikelnummer problemlos zuordnen lassen. Zum Jahresende 2013, ab Version 3.2 von eNVenta ERP, wird die Anbindung des ERP-Systems an die nexMart dataCloud Bestandteil des TGH-Packages von eNVenta sein. Von den registrierten Händlern auf dem nexMart-Portal werden keine Gebühren für die Nutzung der dataCloud erhoben. Rainer Hill

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Topf Baubeschläge

Neue Unternehmenssoftware optimiert Prozesse Das norddeutsche Großhandelsunternehmen Johannes Topf Baubeschlag GmbH hat eNVenta ERP eingeführt. Die 63 Mitarbeiter profitieren beispielsweise von effektiveren Prozessen im Bestellwesen und dem elektronischen Datenaustausch mit Lieferanten.

Für Rickmer Topf ist die Einführung der neuen Unternehmenssoftware ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

Die Firma Topf Baubeschläge arbeitet seit dem 1. Januar 2013 mit der Unternehmenssoftware eNVenta ERP von Nissen & Velten. Das im Jahr 1835 gegründete Großhandelsunternehmen verfügt neben dem Stammhaus im schleswig-holsteinischen Husum über Niederlassungen in Itzehoe und seit dem 1. März 2013 auch in Glinde direkt an der Stadtgrenze Hamburgs. Typische Kundengruppen sind etwa Tischler, Zimmerer, Fenster- und Türenbauer sowie Trockenbauer, welche gerne auf die breiten Produktsortimente in den Bereichen Baubeschläge, Montage- und Dichtungstechnik sowie Lacke, Eisenwaren und Werkzeuge zurückgreifen.

Zukunftsfähiges ERP-System gesucht Als sich abzeichnete, dass die im Einsatz befindliche Unternehmenssoftware das Ende ihres Lebenszyklus erreichen würde, initiierte Geschäftsführer Rickmer Topf gemeinsam mit dem befreundeten Freiburger Unternehmen Beschläge Koch die Suche nach einem neuen ERPSystem. Gewünscht waren dabei Modernität und Zukunftsfähigkeit, aber auch effizientere Prozesse und nicht zuletzt ein optimierter Daten- und Informationsaustausch mit Herstellern und Lieferanten. Die tiefe Integration eines Webshop stand ebenfalls im Pflichtenheft, welches das Projektteam mit Hilfe von Mitarbeiterbefragungen erarbeitet hatte. Nach intensiver Marktforschung und mehreren Präsentationen von Softwareanbietern fiel die Wahl auf Nissen & Velten. eNVenta ERP überzeugte durch seine moderne Architektur, einen hohen Abdeckungsgrad der Anforderungen sowie ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis und kompetente Projektpartner.

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Eigenes Handbuch verfasst Es folgte ein Workshop mit dem Consulting des ERP-Anbieters, in dem der Projektumfang, die notwendigen SoftwareModule und geringfügige kundenspezifische Anpassungen festgelegt wurden. Anschließend folgten Implementierung, die Datenübernahme aus der alten Software, Tests, Anpassungen und die Schulungen der Mitarbeiter. Das ERP-Projektteam bestand bei Topf aus IT-Leiter Steffen Biber, Geschäftsführer Rickmer Topf und allen Bereichsleitern des Unternehmens. Dieses Projektteam hat schließlich auch die Key User geschult und ein unternehmensspezifisches Anwenderhandbuch selbst erstellt, welches bei den Mitarbeitern sehr gut ankam. Mithilfe von Framework Studio, der Entwicklungsumgebung von eNVenta ERP, passte IT-Leiter Steffen Biber auch Bildschirmmasken des ERP-Systems individuell für verschiedene Abteilungen des Unternehmens an. Die 63 Mitarbeiter der Firma Topf arbeiten heute in allen Unternehmensbereichen außer der Lohnbuchhaltung mit der neuen Software. Nutzen zieht das Unternehmen beispielsweise aus dem automatischen Bestellwesen. Dieses automatisiert die Beschaffung aller Artikel, für die das Reich-

Kundenservice: Im zugangsgesicherten „Raum 24“ können Stammkunden auch kurzfristig bestellte Ware nach Ladenschluss selbst abholen.


weiten-Verfahren sinnvolle Informationen liefert. Sehr gut kommt im Unternehmen auch der Verfahrensablauf von Sonderbestellungen an, also von kundenspezifischer Beschaffungsware, für die eine Lagerhaltung nicht sinnvoll ist. Im neuen ERP-System entspricht der integrierte Workflow weitgehend der „normalen“ Bestellung und läuft entsprechend reibungslos. So sind bereits im Webshop Datensätze der Lieferanten von Sonderbestellungen hinterlegt. Bestellung, Warenfluss und Preisfindung sind entsprechend einfach zu organisieren, was in der alten Software nur mit umständlichen Arbeitsschritten und Medienbrüchen möglich war. Deutlich komfortabler ist heute auch das Handling von Retouren und Gutschriften. Im neuen ERP-System werden alle Prozesse vom ursprünglichen Lieferschein abgeleitet, sodass eine einfache Rückabwicklung möglich ist.

Über Topf Baubeschläge Die Johannes Topf Baubeschlag GmbH in Husum, gegründet am 1. Mai 1835, ist ein spezialisierter Anbieter von Waren und Dienstleistungen für die Bauwirtschaft und das Holz- und Kunststoff verarbeitende Gewerbe. Das Großhandelsunternehmen führt Baubeschläge, Befestigungs- und Montagetechnik, Dichtungstechnik und Lacke, Eisenwaren sowie Werkzeuge und Maschinen. Die Außendienstmitarbeiter betreuen Fertigungsbetriebe Tischlereien und Zimmereien. Bauunternehmen und Bauelementhändler, den Baustoffhandel und Kommunen in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg. Das Unternehmen, welches 63 Mitarbeitern beschäftigt, ist nach ISO-9001 zertifiziert.

www.topf-online.de

Datenaustausch mit dem E/D/E

„Wir sind für unsere Kunden das beste Team!“ lautet das Motto der Firma Topf Baubeschläge: Die Mitarbeiter mit Geschäftsführer Rickmer Topf und Frau Sabine Topf in der Mitte.

Im Rahmen des Projekts hat die Firma Topf auch ihren 40.000 Artikel umfassenden Webshop auf der Basis des Multishop, der E-Commerce-Lösung des E/D/E – Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler, neu aufgesetzt und per Schnittstelle mit dem ERP-System verknüpft. In einem nächsten Schritt wird auch der elektronische Datenaustausch mit dem E/D/E, mit Hilfe der entsprechenden eNVenta ERP-Schnittstelle implementiert. Bestellungen, Lieferbestätigungen und Rechnungen werden dann rein elektronisch ausgetauscht. Rickmer Topf, Geschäftsführer der Johannes Topf Baubeschlag GmbH, sagt über seine neue ERPLösung: „Der Funktionsumfang von eNVenta ERP ist sehr mächtig. Das System ist komplex, zum Teil aber sogar genial.“ Für das Unternehmen sei die Einführung des neuen ERP-Systems eine Herausforderung gewesen, die man gemeistert habe, und zugleich ein wichtiger, notwendiger Schritt in die Zukunft.

Seit 1835 in Husum: Der Hauptsitz der Firma Topf Baubeschläge. Mit zwei Niederlassungen beliefert das Unternehmen Kunden in Schleswig-Holstein und Hamburg.

Rainer Hill

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Martin Wikelski

„Ich will verstehen, wie ein Tier denkt“ Professor Dr. Martin Wikelski ist Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und Inhaber des Lehrstuhls für Ornithologie der Universität Konstanz. Seit vielen Jahren erforscht er die globalen Wanderungen von Vögeln und anderen Tierarten – ab 2015 auch mit Hilfe der ISS aus dem Weltall. Rainer Hill hat er erzählt, welche Fragen er untersucht und welchen praktischen Nutzen die Antworten für die Menschheit haben könnten. Herr Professor Wikelski, das Beringen von Vögeln mit dem Ziel, den Vogelzug zu erforschen, kennen auch Laien. Ihnen stehen heute sehr viel leistungsfähigere Hilfsmittel zur Verfügung. Erzählen Sie doch mal!

Martin Wikelski will Tiere als Biosensoren des Menschen einsetzen.

Wir wollen wissen, wie Tiere weltweit wandern, welche Mechanismen es dabei gibt und auch wie sich das Verhalten einzelner Individuen im Laufe des Lebens entwickelt. Das war früher nur über Beringungen möglich. Heute haben wir die Möglichkeit, die Daten über GPS aufzuzeichnen und so Bewegungsmuster, aber auch physiologische Parameter wie Körpertemperatur oder Herzfrequenz der Tiere zu erfassen und in Echtzeit zu übertragen. Dadurch entstehen völlig neue Möglichkeiten: Wir können Tiere zum Beispiel als Indikatoren für Umweltveränderungen einsetzen. Am Ende erfüllt sich damit ein Traum von Aristoteles, der schon im Altertum Tiere als Sensoren einsetzen wollte. Haben die neuen technischen Möglichkeiten einen Forschungsboom ausgelöst? Im Moment stehen wir erst am Anfang. Es gibt bislang nur lokale Zentren, in denen diese Forschung betrieben wird. Es ist ein bisschen wie mit der Radioastronomie in den fünfziger Jahren: Das fing auch mit dem vereinzelten, lokalen Aufbau von Instrumenten an. Heute baut man Radioteleskope für zwei Milliarden Euro und schaltet alle weltweit vorhandenen zusammen, um beispielsweise schwarze Löcher zu entdecken und den Ursprung des Universums zu verstehen.

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Das bedeutet, wir stehen erst am Anfang eines exponentiellen Wachstums Ihres Forschungsgebiets? Genau. Wenn man sieht, wie viele Daten über Aufenthaltsorte von Tieren jährlich von Wissenschaftlern erfasst werden, so geht es aktuell superexponentiell in die Höhe. Zum einen durch GPS-Technologien und Miniaturisierung, zum anderen aber auch, weil wir diese Informationen dringend benötigen. Ob es die Bonner Konvention, das „Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten“ betrifft oder die Arbeit des Weltrats für Biologische Vielfalt, einem Gremium der Vereinten Nationen: Alles hängt von der Erhebung dieses Daten ab. Welchen Zweck erfüllt die Website Movebank? Das ist gewissermaßen ein Online-Museum, welches wir noch ausbauen werden. Wir wollen damit ein Crowd Sourcing der Wissenschaft unterstützen. Interessierte Laien können die Bewe-

Aufgezeichnete Flugrouten von Zugvögeln auf dem Weg von Europa nach Afrika.

„Ziegen können einen Vulkanausbruc gung einzelner Tiere auf der Website und in Form von Twitter-Feeds live verfolgen. Sie können den Tieren in ihrer natürlichen Umgebung folgen und sie zum Beispiel fotografieren. So bekommen wir Wissenschaftler neben den Daten, die das Tier selbst sammelt, auch noch Bilder und Berichte über Sichtungen. Das sind wertvolle Informationen, die wir allein gar nicht erheben könnten. An welchen Projekten arbeitet Ihre Forschungsgruppe aktuell? Wir arbeiten hier lokal mit Amseln: Manche bleiben hier, manche ziehen. Warum wandern Tiere also überhaupt, das wollen wir im Detail untersuchen. Die Stockente ist für uns ein Modellorganismus für die Übertragung von Krankheiten in der Natur. Da wollen wir uns die Genetik und die Physiologie anschauen, um zu verstehen wie Krankheiten übertragen werden. Das wird ein globales Projekt, da Stockenten mehr oder weniger weltweit verbreitet sind. Dann erforschen wir Fruchtfledermäuse in Afrika und Asien, um zu erfassen, wie die so genannten Ökosystemleistungen, das sind die Vorteile, die Menschen aus ökologischen Systemen beziehen, mit biologischer Vielfalt und Krankheiten zusammenhängen. Und schließlich

Ab 2015 können im Rahmen des ICARUSProjekts Tierwanderungen aus dem All verfolgt werden.


liegen vor mir gerade die neuen Sender für Störche. Damit können wir erstmals die gesamte Lebensgeschichte von Individuen sammeln. Zweimal am Tag schickt uns der Sender am Tier eine SMS mit Daten. Damit wollen wir herausfinden, wie viel Energie sie verbrauchen, was sie gesehen haben und wie sie sich entscheiden, wenn sie vor einer neuen Situation stehen. Was die Tiere gesehen haben? Das ist jetzt aber nicht wörtlich gemeint, oder? Jein. Wir verknüpfen die Zugrouten der Tiere mit Umweltdaten, die zum jeweiligen Zeitpunkt am jeweiligen Ort herrschen. Wir können alle verfügbaren Umweltdaten der NASA auf Knopfdruck mit den von uns erhobenen Daten in Zusammenhang setzen. In ein zwei Jahren werden wir zusammen mit den Sendern auch Kameras installieren, sodass wir auch das Verhalten der Tiere mitbekommen. Eine Frage, die uns am Ende interessiert, lautet: Wie können wir mit Hilfe von Störchen die Massenvermehrung von Wanderheuschrecken in der Sahelzone vorhersagen? Die Störche ernähren sich von diesen Heuschrecken. Es wäre also dumm, sie nicht als Sensoren zu nutzen.

h fünf Stunden im Voraus anzeigen.“ Im Rahmen des ICARUS-Projekt wollen Sie Tierwanderungen von der internationalen Raumstation ISS aus verfolgen. Worum geht es da genau? Ich möchte ICARUS mit einem plakativen Bild beschreiben: Man kann als Blinder gut leben, aber wenn man einen Hund besitzt, hat man schon sehr viel mehr Möglichkeiten. Und wenn man so einen Blindenhund hat, wird man den auch nie

wieder weggeben wollen. Mit ICARUS wollen wir der Menschheit Augen und Ohren geben für alles, was da draußen passiert. Wir wollen mit Empfangstechnik auf der Raumstation ISS ein Langzeitexperiment zum Tracking von Tausenden von Tieren durchführen und das im globalen Maßstab. Zu den Arten, die erforscht werden sollen, gehören Störche, Stockenten, Blässgänse, Amseln und Stare, aber auch Meeresschildkröten und Menschenaffen. Das technische System dafür, welches wir mit nutzen, ist zunächst mal eine Lösung für den Nischenmarkt globale SMS. Die Sender sind miniaturisierte Kommunikationschips. Damit könnten zum Beispiel Menschen in Not Rettungsrufe absetzen, wenn es kein GSMNetz vor Ort verfügbar ist. Finanziert wird das System vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und von Russland. Die Weltraumagentur Roscosmos bringt die nötige Antennentechnik 2015 vom Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS.

Die Wanderung der Monarchfalter vom Winterquartier in Mexiko nach Kanada ließ sich 2009 erstmals mit Miniatursendern verfolgen.

Gibt es ein generelles Erklärungsmuster für die Herausbildung von Tierwanderungen aus evolutionsbiologischer Sicht? Ja. Es lohnt sich für Tiere woanders hinzugehen, wenn die Umwelt variabel ist. Variabel kann dabei vieles sein: Die Temperatur, die Verfügbarkeit von Futter, die Anwesenheit von Fressfeinden, die Populationsdichte der eigenen Art und vieles mehr. Deshalb ist auch das Argument irreführend, dass wir in wenigen Jahren wegen des Klimawandels keine Zugvögel mehr haben werden. Eine Variabilität von Umweltbedingungen wird es immer geben.

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Martin Wikelski

Was sind neben der Vorhersage von Heuschreckenplagen weitere praktische Anwendungsfelder der Migrationsforschung? Ein großes Anwendungsgebiet ist die Sicherung der Ökosystemleistung: Von der Nutzpflanzenbestäubung bis zur Lachswanderung. Ein weiteres Thema ist das Verständnis der Ausbreitung von Seuchen. Das größte Thema ist wahrscheinlich das Umwelt-Monitoring. Zum Beispiel geht es um die Vorhersage von Naturkatastrophen. Wir haben dazu aktuell eine Patentanmeldung laufen. Am Ätna haben wir festgestellt, dass das Verhalten von Ziegen einen Vulkanausbruch fünf Stunden im Voraus anzeigen kann. Ähnliches wollen wir für Elefanten in Indonesien zeigen. Konkret messen wir dabei Bewegungsmuster, aber auch Herzschlag oder Körpertemperatur der Tiere. Wir wollen damit auch demonstrieren, dass die Tiere einen praktischen Nutzen und einen ökonomischen Wert für die Menschen haben.

Über Martin Wikelski Professor Dr. Martin Wikelski ist Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und Inhaber des Lehrstuhls für Ornithologie der Universität Konstanz. Vor seiner Berufung an den Bodensee hat er als Forscher dreizehn Jahre in den USA gelebt. Zuletzt war er in New Jersey als Professor an der renommierten Eliteuniversität Princeton tätig. Er ist ein Pionier der Erforschung von Tierwanderungen und hat angesehene Wissenschaftspreise gewonnen. Das amerikanische Magazin National Geographic hat ihn im Jahr 2010 als „Abenteurer des Jahres“ ausgezeichnet. Wenn ICARUS, die internationale Kooperation für die Erforschung von Tieren aus dem Weltraum, mit der Installation der notwendigen Technik auf der ISS in den Echtbetrieb geht, wird für Martin Wikelski ein Traum wahr, an dessen Verwirklichung er viele Jahre gearbeitet hat.

Sie haben hier am Max-Planck-Institut in Radolfzell ein Besucherzentrum namens MaxCine gegründet. Was ist das Ziel? Mit Reihen wie „Kids go Science“ wollen wir Kinder nachhaltig ermutigen, ihren eigenen verrückten Ideen nachzugehen. Damit kommen wir alle weiter, allerdings nicht in dem Sinne, dass jetzt jeder Biologe werden müsste. Generell soll MaxCine unsere Arbeit einem breiten Publikum zugänglich machen. Wir haben die Möglichkeit – von der Gesellschaft finanziert – unserer Forschung nachzugehen. Mit diesem Angebot wollen wir der Gesellschaft auch wieder etwas zurückgeben. Eine Einrichtung wie die unsere gibt es an MaxPlanck-Instituten sonst eigentlich nicht, aber mir ist sie ein sehr wichtiges Anliegen. Was treibt Sie persönlich an? Die Neugier, zu verstehen, wie ein Tier denkt. Und das bekommen wir nur heraus, indem wir Fragen beantworten können: Was kennt es? Was sieht es? Wo kommt es her? Was hat es getan? Und wie entscheidet es in neuen Situationen?

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Martin Wikelski montiert eine Antenne an einer Flugzeugtragfläche.


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eNVenta ERP und PROXESS: Eine umwerfend gute Kombination Die perfekte Lösung aus Warenwirtschaft, Workflow und elektronischer Archivierung: Erweitern Sie eNVenta ERP mit dem passenden Dokumenten-Management-System: Dokumente verwalten Sie einfach und sicher mit PROXESS, dem anwenderfreundlichen Dokumenten-Management-System für den Mittelstand. In der Kombination mit eNVenta ERP von Nissen & Velten wird daraus ein leistungsfähiges Gesamtpaket aus Warenwirtschaft, Belegerkennung, Workflow und elektronischer Archivierung – unschlagbar produktiv, im Ergebnis umwerfend gut. Gerne beraten wir Sie, wie Sie mit der Integration von PROXESS Ihre Prozesse produktiver und kostengünstiger gestalten können.

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eNVenta Branchen

Leitstand und Scanner: Integrierte Geschäftsprozesse für die Biegerei Das Softwarehaus Nissen & Velten hat sich in den vergangenen Jahren darauf fokussiert, maßgeschneiderte Branchenlösungen zu entwickeln. Auch Unternehmen aus dem Kreis der eNVenta-Partner gehen diesen Weg mit. „eNVenta – Das Magazin“ startet mit dieser Ausgabe eine Serie, in der einzelne Branchenlösungen vorgestellt werden. Zum Start stellen wir eNVenta Biegerei vor. Die Branchenlösung kombiniert heute einen sehr breiten Funktionsumfang mit einer nahtlosen Integration in die Warenwirtschaft der Unternehmenssoftware.

Bedarf lassen sich Textpassagen auch noch im Angebot selbst jederzeit individuell anpassen. Erhält das Angebot den Zuschlag wird es in einen Auftrag umgewandelt, bei dem die komplette Konditionierung bereits durchgeführt ist. Die Basis für diese Beschleunigung der Prozesse ist die regelmäßige Pflege der Stammdaten. In der Arbeitsvorbereitung werden die Pläne des Statikers für ein Bauvorhaben erfasst. Auf Knopfdruck lässt sich der Biegeplan in einen Auftrag überführen oder mehrere Biegepläne in einem Auftrag konsolidieren, etwa für ein Bauvorhaben. Die drei Produktarten Betonstahl, Stahlmatten und Zubehör – wie etwa Abstandshalter oder Bohrpfähle – können sowohl als ein Auftrag wie auch in separaten Aufträgen erfasst werden. Eine Herausforderung für die Sachbearbeiter in der Arbeitsvorbereitung besteht häufig darin, dass sie nicht mit der Preisfindung befasst sind und deshalb Freigabeprozesse anstoßen müssen. Wird die kundenspezifische Konditionierung in eNVenta ERP konsequent durchgeführt, liefert das ERP-System automatisch die korrekten Preise. Das heißt, die Sachbearbeiter verfügen jederzeit über die benötigten Informationen. eNVenta Biegerei erlaubt neben der schnellen Erfassung und Auftragsgenerierung auch die Pflege aller

Zu den Anwendern von eNVenta Biegerei zählt zum Beispiel die IBS Isar Betonstahlbiegerei mit Hauptsitz im niederbayerischen Plattling.

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eNVenta Biegerei verfügt über einen integrierten Workflow vom ersten Angebot bis zum Auftrag und schließlich zur Auslieferung. Das neu entwickelte Angebotswesen erlaubt es, Kundenangebote sehr komfortabel zu erstellen. Die Kalkulation und die Konditionierung für ein spezifisches Bauprojekt werden dabei im ERP-System durchgeführt. Auf der Basis der verschiedenen Schlüssel und Preisarten lässt sich mit den hinterlegten dynamischen Textbausteinen zu den einzelnen Leistungen ein flexibles Angebot direkt in eNVenta ERP erstellen. Auf diese Weise wird dem Sachbearbeiter Schreibarbeit, welche sonst im Textverarbeitungssystem anfällt, abgenommen. Die Texte werden dabei nur einmal im ERP-System verschlüsselt und sind dann immer wieder nutzbar. Die Angebotserstellung wird so deutlich vereinfacht und die Änderungshistorie beziehungsweise der Verhandlungsverlauf eines Angebots bis zum Vertragsabschluss mit dem Kunden ist Schritt für Schritt nachvollziehbar. Bei

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ein Arbeitsschritt wie „Schneiden“ oder „Biegen“ abgeschlossen, wird dies via Scan des Barcodes auf dem Etikett an das ERP-System zurückgemeldet. So ist der Status der Produktion jederzeit in Echtzeit verfügbar.

Übersichtlich und komfortabel: Positionserfassung in eNVenta Biegerei.

gängigen und selteneren Zuschläge, wie beispielsweise die Abrechnung nach Münchener Liste oder Längs- und Querschnittsaufpreise.

Leistungsfähiges Werkzeug: Leitstand und Scanner Die gesamten Produktions- und Logistikprozesse von Biegereibetrieben können über den BiegereiLeitstand von eNVenta ERP transparent abgebildet und gesteuert werden. Die zu produzierenden Positionen eines Bauprojekts, wie etwa Matten, Körbe oder Bügel, werden von eNVenta Biegerei in Abhängigkeit von Maßen und Eigenschaften auf den vorhandenen Maschinenpark verteilt. Das System erzeugt Biegeetiketten in Form von Matrixbarcodes. Die notwendigen Produktionsinformationen, wie die zu produzierende Anzahl, Schenkel- und Winkelbemaßungen sowie Biegerichtung werden nach dem BVBS 2.0-Standard per Scanning an die Maschinen übergeben. Ist

Die gefertigten Produktionsmengen werden nach der Fertigung zu Bünden zusammengefasst und wiederum mit Barcode-Etiketten versehen. Anhand der Informationen über die Zusammensetzung der Bünde kann die Disposition optimiert, sowie die Verladezeit reduziert werden. Zusätzlich können die Informationen über die zulässigen Nutzlasten der verschiedenen im Unternehmen eingesetzten Fahrzeuge, wie etwa auch der möglichen Kombinationen von Zugmaschinen und Sattelaufliegern, im Fahrzeugstamm gepflegt werden. In der aktuellen Version von eNVenta Biegerei ist auch der Formenstamm aktualisiert worden. Die Variationsmöglichkeiten der grafischen Darstellung von Schenkeln und Winkeln wurden erweitert, um die Lesbarkeit auf dem Biegeetikett zu verbessern. Eine Biegeformensuche hilft weiter, wenn der Sachbearbeiter die Formennummer nicht kennt. Die Abbildung und Erfassung von regelmäßigen und unregelmäßigen Staffeln wurde in eNVenta Biegerei ebenfalls optimiert. Regelmäßige Staffeln lassen sich nach Abständen, Anfangs- und Endlängen automatisch berechnen. Für unregelmäßige Staffeln wurde die manuelle Bearbeitung in eNVenta Biegerei vereinfacht. Jede Staffelposition lässt sich dafür einzeln anklicken und komfortabel ändern. Rainer Hill

Österreichische Biegerei in der Cloud Der IT-Dienstleister ERP-Solutions GmbH, ein langjähriger Partner von Nissen & Velten in Österreich, hat die Branchenlösung eNVenta Biegerei bei einem Kunden neu eingeführt. Seit dem 1. April 2013 arbeitet das Biegereiunternehmen BSZ Bewehrung GmbH in Mauthausen mit eNVenta ERP. Die Besonderheit: Das Unternehmen bezieht die Software aus der Cloud, genauer aus dem Microsoft-Rechenzentrum, in dem die Branchenlösung eNVenta Biegerei unter Windows Azure läuft. Die ERP-Solutions GmbH hat die Lösung für den österreichischen Markt angepasst und administriert die SaaS-Lösung. Weitere Unternehmen haben bereits Interesse an der modernen Komplettlösung für die Branche bekundet, die sowohl in der Cloud als auch als Installation beim Kunden vor Ort zur Verfügung steht.

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IT-Projektmanagement

„Über den Erfolg eines Projektes wird in einer frühen Phase entschieden“ Michael Schneider ist Associate Partner des Münchener Beratungshauses Xenium AG. Er berät Unternehmen bei der Durchführung von erfolgskritischen IT-Projekten. Rainer Hill hat ihn gefragt, worauf mittelständische Unternehmen achten müssen, damit ihre Projekte das Ziel erreichen und Früchte tragen. Herr Schneider, aus dem Ruder laufende Projekte im Hochbau wie der Flughafen Berlin oder die Elbphilharmonie kommen schnell in die Schlagzeilen. IT-Projekte scheitern in der Regel leise. Gibt es Untersuchungen über die Erfolgsquoten von IT-Projekten?

Nicht nur ITProjekte können aus dem Ruder laufen: Leerer Flughafen BerlinSchönefeld.

Es gibt Studien etwa der Standish Group oder auch von Roland Berger, die besagen, dass nur knapp 20 Prozent aller IT-Projekte innerhalb des vorgegebenen Budgets und der vorgesehenen Zeit die Funktionalität erbringen, die sie erbringen sollen. Auf der anderen Seite werden 30 Prozent aller IT-Projekte abgebrochen, weil sie aus dem Ruder gelaufen sind. Dann bleiben noch die 50 Prozent übrig, bei denen es Abweichungen in der Zeit oder im Budget oder eben einen geringeren Funktionsumfang als geplant gibt.

Woran scheitern IT-Projekte, wenn sie scheitern? Es gibt viele Ursachen, warum Projekte scheitern. Eine Hauptursache ist die nur rudimentär vorhandene Planung oder eine von Beginn an unrealistische Planung. Aber selbst wenn es ursprünglich eine realistische Planung gab, fehlt während des Projekts oft das Controlling, also die regelmäßige Fortschrittskontrolle: Liege ich noch im Zeitplan und im Budget? Permanente Änderungswünsche während des Projektzeitraums treiben die Kosten in die Höhe. Dazu kommen häufig Akzeptanzprobleme, wenn die Endanwender nicht oder zu spät in das Projekt mit einbezogen werden. Und am Ende der Entwicklungsphase gibt es häufig viel zu kurze Testzeiträume und damit Qualitätsprobleme. Zusammengefasst kann man zu den Gründen sagen: Unklare Ziele, fehlende Entscheidungen bei Auftraggeber oder Auftragnehmer und ganz global ein Mangel an regelmäßiger Kommunikation. Das kann auch heißen, dass unbequeme Wahrheiten unter den Teppich gekehrt werden und bestehende Spannungen und Konflikte nicht ausgesprochen werden. Das kann dazu führen, dass ein Projekt zusätzlich auf der zwischenmenschlichen Ebene zu kriseln beginnt. Gelingende Kommunikation ist sicher keine exklusive Herausforderung der IT. Die wird beim Flughafen Berlin sicher auch ein Problem gewesen sein.

Wobei sich die überschrittene Zeit ja letztendlich auch im Budget äußert…. Letztendlich ja. Wir sprechen im Projektmanagement vom magischen Dreieck, bei dem sich Zeit, Qualität und Budget im Einklang befinden sollten. Wenn eine der drei Achsen aus dem Ruder läuft, läuft auch das Projekt aus dem Ruder.

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Wenn man sieht, was die Politiker oder der Architekt heute sagen, dann wurden eben die unangenehmen Dinge nicht angesprochen, die jetzt dann doch und viel zu spät hochkommen. Das kann so auch im IT-Geschäft passieren. Der reine Funktionsumfang ist in der Regel nicht das Problem. Die Frage ist immer, wie gestalte ich die Lösung so, dass sie zu den Kundenanforderungen passt. Da geht es um das miteinander reden, um den intensiven Austausch zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, um die Entwicklung eines gemeinsamen Projektverständnisses. Eine Erhebung über die Erfolgsfaktoren im Projektmanagement zeigt, dass der Erfolg im Wesentlichen von der klaren Zieldefinition, einer sauberen Planung und der Kommunikation abhängt. Ich bin seit 30 Jahren ITler, doch mittlerweile ist das Thema Kommunikation für mich wichtiger als ITArchitektur, Technik oder Business Architektur.


Das Know-how eines Teams ist wichtig, aber der entscheidende Erfolgsfaktor ist die Fähigkeit zur Kooperation. Worauf sollte ich als kleines oder mittelständisches Unternehmen achten, bevor ich ein IT-Projekt beauftrage? Am besten ist es, wenn ich das Projektmanagement Know-how und die Kompetenz im eigenen Unternehmen habe und damit das Projekt steuern kann. Wenn ich diese Kompetenz aber nicht selbst habe, um beispielsweise eine neue ERP-Software einzuführen, dann suche ich mir einen Partner, der nicht nur eine Software mitbringt, sondern auch die dazu passenden Consultingleistungen anbietet und die angemessene Projektmanagement-Disziplin mitbringt. Ich habe dann einen Partner meines Vertrauens, dem ich das Projekt und die Projektführung übergebe. Die Verantwortung bleibt dennoch bei mir im Unternehmen.

und Finanzbuchhaltung oder auch noch um ein Lagerverwaltungssystem? Welche Funktionen gehören nicht zum Umfang des Projekts? Diese Leistungsdefinition und -abgrenzung muss durchgeführt werden. Die Leistungsdefinition muss umso detaillierter sein, umso unsicherer die Technologie oder umso unbekannter die neuen Geschäftsprozesse sind. Sobald hier Einigkeit besteht, sind eine Aufwandsplanung, eine Zeitplanung und eine Kostenplanung nötig. Gerade bei kleinen Unternehmen und bei kleinen Projekten ist eine Abweichung von ein paar wenigen Aufwandstagen prozentual gesehen schon ein immenser Kostenfaktor. Deshalb ist es auch bei kleineren Projekten elementar wichtig, dass man eine Planung durchführt und sich auch ausreichend Zeit für die Planungsphase lässt. Der Plan bietet eine Orientierungsgröße. Wenn es dann Planabweichungen gibt, können Auftraggeber und Auftragnehmer anhand des Plans vereinbaren, was diese zeitlich, finanziell oder inhaltlich bedeuten. Ein ERP-Einführungsprojekt funktioniert nur

„Der entscheidende Erfolgsfaktor ist die Fähigkeit zur Kooperation.“ Wie finden Firmen den für sie passenden Berater? Das ist Chefsache! Wenn ich als Unternehmer das Herz meiner Firma, mein ERP-System, austausche, dann ist das nichts, was ich schnell übers Knie breche. Ich kann verschiedene Berater präsentieren lassen und am Ende jemanden auswählen, von dem ich sage, dem vertraue ich. Auch wenn wir über scheinbar nüchterne Software sprechen, ist es sehr wichtig, dass das Bauchgefühl, dass die Chemie zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer oder eben auch dem Berater stimmt.

Der Grad an Wissen über die Anforderungen und die Technologie hat Einfluss auf die Komplexität von Projekten.

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Über den Erfolg eines Projekts wird in einer ganz frühen Phase bei der Definition des Projektumfangs entschieden. Wenn ich am Ende der Projektlaufzeit feststelle, dass die Ziele nicht erreicht werden, muss ich viel mehr Geld in die Hand nehmen als in der Planungsphase. Empfehlen kann man deswegen ein stufenweises Vorgehen oder ein Vorgehen anhand von Meilensteinen. Das sollte damit beginnen, dass man sich über den Umfang einigt. Welche Funktionalitäten werden wirklich benötigt? Geht es nur um Warenwirtschaft

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Wenn sich Kunde und IT-Dienstleister über das Projektziel einig sind, wie sieht der beste Weg dorthin aus? Wie sollten Projekte organisiert sein?

dann, wenn Auftraggeber und Auftragnehmer am gleichen Strang ziehen. In der Planung müssen auch die Verantwortlichkeiten für die Aufgaben festgelegt sein. Bestimmte Dinge müssen im Unternehmen selbst gemacht werden: Zum Beispiel die Prozessbeschreibungen, die anstehenden Prozessveränderungen und das dazugehörige Change Management. Der Auftragnehmer muss die passenden Funktionalitäten und die passende Softwarelösung liefern. Deshalb ist es wichtig, dass der Auftraggeber die Gesamtverantwortung hat und sich auch dessen bewusst ist.

gut verstanden sehr sicher

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Technologie

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sehr unsicher

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IT-Projektmanagement

Eine ausgewogene Zusammensetzung des Projektteams trägt zur Zielerreichung bei.

Wie wird der Ressourcenkonflikt zwischen Tagesgeschäft und Projektgeschäft zufriedenstellend geregelt? In Projekten haben wir es mit einer Matrixorganisation zu tun, also einem interdisziplinären Projektteam, zu dem Vertreter der Fachabteilungen gehören, die im Rahmen des Projekts an den Projektleiter berichten. Das heißt, Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung des Projektleiters müssen im Vorfeld geklärt sein, damit dieser handlungsfähig ist. Wenn ich als Firma eine neue Unternehmenssoftware einführe, muss mir bewusst sein, dass meine Mitarbeiter das nicht nach dem Tagesgeschäft zwischen Stunde neun und Stunde zehn nebenbei erledigen. Man muss also den Aufwand und die Arbeitszeit der beteiligten Mitarbeiter genauso wie die des Projektleiters und der Berater im Projekt mit einkalkulieren. Ein Projektteam hat ja viel von einer BergsteigerGruppe, die den Gipfel bezwingen will. Welche Bedeutung hat der menschliche Faktor in diesem Team? Die beteiligten Personen sind ein sehr bedeutender Faktor. Eine gute Methodik, das Projektteam zu verstehen, ist die Stakeholder-Analyse. Mit ihrer Hilfe kann man sich ein Bild davon machen, welche Interessen die jeweiligen Projektbeteiligten haben. Wer ist der Chef? Wer finanziert das Projekt? Welchen Hintergrund haben die Mitarbeiter? Ein Beispiel: Wenn Sie einem Mitarbeiter,

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der kurz vor dem Ruhestand steht, die Aufgabe geben, eine neue ERP-Software einzuführen, wird er das mit einer anderen Motivation tun als ein jüngerer Mitarbeiter, der viele Jahre mit der neuen Software arbeiten wird. Wichtig ist dabei: Ich benötige durchaus auch den älteren Mitarbeiter mit seiner Erfahrung und seinem Wissen über den Betrieb im Projektteam. Es geht also um einen stärkenorientierten Einsatz der Mitarbeiter. Um die unterschiedlichen Blickwinkel zu illustrieren: Ein Geschäftsführer wird vielleicht sagen, das Projekt darf nur maximal ein Budget X verbrauchen und muss im nächsten Quartal abgeschlossen sein. Der IT-Leiter wird vielleicht sagen, ich brauche dieses System, jene Server, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und ein neues Netzwerk. Ein Anwender denkt vielleicht, wieso soll sich überhaupt etwas ändern? Es ginge doch auch noch mit dem alten System. Hier kommt noch ein weiterer Punkt ins Spiel. Der Sinn der Veränderungen muss für die Mitarbeiter vollkommen klar sein und verständlich und rechtzeitig kommuniziert werden. Der Fokus des Projekts sollte daher nicht nur auf der Technik, sondern vor allem auf den Menschen in meinem Unternehmen liegen.

Über Michael Schneider Michael Schneider ist Associate Partner und Mitglied der Geschäftsleitung der Münchener Xenium AG, einem ITBeratungsunternehmen, das sich auf Business-Architektur, IT-Architektur und IT-Projektmanagement spezialisiert hat. Er war nach seiner Ausbildung zum Organisationsprogrammierer bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall zunächst als Entwickler, Software-Architekt und Projektleiter tätig. Von 2000 bis 2012 verantwortete er als Abteilungsleiter und Programm-Manager eine Vielzahl von Großprojekten. Er hat die General Management Ausbildung am Malik Management Zentrum St. Gallen absolviert. www.xenium.de


Kistenpfennig AG

Mit DMS PROXESS und eNVenta ERP gut aufgestellt In Sachen Dokumentenarchivierung setzt der Technische Großhändler Kistenpfennig AG seit zwei Jahren auf die DMS-Lösung PROXESS der Akzentum GmbH. Neben der sicheren digitalen und standortübergreifenden Langzeitarchivierung relevanter Geschäftsdokumente, soll die an eNVenta ERP angebundene Software bei Kistenpfennig in Zukunft auch für reibungslose Geschäftsprozesse im Rechnungswesen sorgen. Nachdem Kistenpfennig in Sachen Dokumenten­ archivierung bereits seit mehreren Jahren mit einer Open-Source-Software arbeitete, entschied sich der Großhändler 2011 PROXESS einzusetzen. Ziel ist die Nutzung der elektronischen Rechnungsprüfung und weiterer PROXESS-Module, die helfen, Prozesse im Unternehmen zu optimieren. Nach der Implementierung von PROXESS hat Kistenpfennig jetzt begonnen, sein Dokumentenmanagement standortübergreifend zu organisieren. Neben der deutlichen Beschleunigung der Abläufe bei gleichzeitig geringerem Personalaufwand, profitiert das Unternehmen von der neu gewonnen Transparenz. „Nach der Einführung der elektronischen Belegerfassung haben wir sie nun auch an einem weiteren Standort umgesetzt und gute Erfahrungen gemacht. Nun werden wir sie an unseren anderen Standorten ausrollen. Aber auch unser Kundenstamm und die Kundenverträge werden bei uns zentral elektronisch archiviert und mit den Warenwirtschaftsvorgängen verknüpft. Der Nutzen der zentralen Archivierung ist, dass wir alle Informationen sofort verfügbar haben. Egal, wo der Kunde eine Auskunft wünscht, wir können ihm, ohne ins Archiv laufen und lange suchen zu müssen, überall, zu jeder Zeit und für jeden einzelnen Vorgang den aktuellen Status nennen. Die Lösung minimiert manuelle Suchzeiten und steigert den Kundenservice“, erläutert Boris Kistenpfennig, Projektmanager bei Kistenpfennig. „Mit PROXESS und eNVenta ERP sind wir gut aufgestellt. Sobald die Verknüpfung der Lösungen in allen Bereichen umgesetzt sein wird, bieten sich noch weitere Möglichkeiten im Bereich des Dokumentenmanagements. Ob Kundenstamm, Lieferantenstamm, Aufträge oder Angebote, bei

Boris Kistenpfennig, Projektmanager bei der Kistenpfennig AG: „Das manuelle Aufkommen ist bei uns noch zu hoch. Dies wollen wir durch den Einsatz von PROXESS in Verbindung mit eNVenta ERP deutlich reduzieren.“

allen Vorgängen kann man dann etwas anhängen. Und das immer mit der gleichen, einfachen Methodik“, so der Projektmanager.

Von der Rechnungsprüfung zum Kostenrechnungsworkflow Den Fokus legt das Unternehmen in diesem Jahr auf die Einführung der elektronischen Rechnungsprüfung, bei der die Rechnungen nach dem Scannen mit der automatischen Belegerkennung PROXESS Xtract ausgelesen werden. Anschließend werden die Daten direkt in eine eNVenta-Buchung überführt und je nach Wunsch teil- oder vollautomatisch weiterverarbeitet. Die aufwändige und fehleranfällige manuelle Datenerfassung entfällt und Skonti können besser genutzt werden. „Der nächste Schritt wird dann der Kostenrechnungsworkflow sein“, schließt Boris Kistenpfennig, der im Bereich Dokumentenmanagement noch viel Potenzial zur Prozessoptimierung sieht. Cornel Schlüter

Über die Kistenpfennig AG Stammsitz der 1963 gegründeten Kistenpfennig AG ist Mainz. Heute beliefert das Familienunternehmen mit seinen 420 Mitarbeitern an 24 Standorten in Deutschland sowie neun Standorten in Luxemburg, Polen und Rumänien, seine Kunden täglich mit Produkten aus 18 Sortimenten. Verfügbar sind insgesamt rund 800.000 Produkte, von denen 80.000 ständig am Lager vorrätig sind. Über sein Partnernetzwerk S@FE AG beliefert der Großhändler europaweit Kunden in 26 Ländern.

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Framework Studio 3.6

Individuelle Hilfe im ERP-System Parallel zur neuen eNVenta-Version 3.1 wurde auch die Entwicklungsumgebung Framework Studio weiterentwickelt. Die neue Version schafft unter anderem die Voraussetzungen für ein ausgefeiltes Dokumentations- und Hilfesystem für eNVenta-Anwender.

Framework Studio 3.6 schafft die Voraussetzungen für die kontextsensitive Unterstützung der eNVentaAnwender.

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Zu den herausragenden Neuerungen für eNVenta-Anwender zählt in Framework Studio 3.6 das neu programmierte Dokumentations- und Hilfesystem. Hier wurden in den vergangenen Monaten enorme Ressourcen eingesetzt. eNVentaAnwender können damit auf benutzerfreundliche Hilfe-Funktionen zurückgreifen. Mit Version 3.6 werden Hilfetexte direkt einzelnen Formularen, Feldern und Buttons zugeordnet. Dadurch erscheinen diese Elemente beziehungsweise Datentypen auch auf verschiedenen Masken immer mit den gleichen hinterlegten Texten. Im Hilfe-Menü wird die Benutzermaske so angezeigt, wie sie gerade aussieht – auch unter Berücksichtigung von Anpassungen in Packages. Das neue SkyDesign von eNVenta ERP findet sich nun ebenfalls in der Hilfe wieder. Der Anwender sieht dabei keine Screenshots, sondern jeweils eine aktuell errechnete Darstellung der Maske.

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Die neuen technischen Möglichkeiten bieten darüber hinaus eine Reihe interessanter Perspektiven. Allein die Handbücher des eNVenta ERP-Standards umfassen heute etwa 4.500 WordSeiten. Diese werden mit der neuen Framework Studio-Version in der Entwicklungsumgebung von eNVenta ERP fortlaufend gepflegt. Die Hierarchie der Texte reicht dabei von der allgemeinen Prozessbeschreibung bis hin zu den Infotexten zu einzelnen Feldern oder Buttons. Das neue Hilfesystem bietet die Möglichkeit, neben den von Nissen & Velten unterstützten Texten in den „Standardsprachen“ Deutsch und Englisch bei Bedarf auch weitere Sprachen komfortabel zu pflegen. Zudem ist das System so angelegt, dass neben den Hilfetexten zum eNVenta ERP-Standard auch Hilfetexte zu Branchenlösungen und kundenspezifischen Anpassungen gepflegt werden können. Diese werden auch von SoftwareUpdates des Herstellers nicht beeinträchtigt. Letztlich kann so für jedes Anwenderunternehmen ein spezifisches Online-Handbuch entstehen, das Software-Packages und Anpassungen bis hin zur Screenshot-Darstellung berücksichtigt. Das neue Dokumentations- und Hilfesystem bietet auch eNVenta-Partnern die Möglichkeit, eigene Branchenlösungen oder Sprachversionen benutzerfreundlich zu dokumentieren. Ambitionierte Anwenderunternehmen könnten damit sogar ihre Geschäftsprozesse und Best-Practices im ERP-System dokumentieren. Darüber hinaus gibt es viele weitere Neuheiten: Beispielsweise wurden in Framework Studio 3.6 auch die automatischen Filter- und Sortiermöglichkeiten in Tabellen erweitert: Dadurch ist es in eNVenta ERP möglich, in mehreren Spalten einer Tabelle zu sortieren beziehungsweise Suchfilter zu setzen. Das neue Analysewerkzeug „Session Trace Analyzer“ erlaubt es Systemadministratoren, die eNVenta-Installation ihres Unternehmens zu überprüfen und bei Bedarf zu optimieren. Rainer Hill


eNVenta ERP 3.1

Produktionsplanung verfeinert Gleichzeitig mit der vorliegenden Ausgabe von „eNVenta – Das Magazin“ ist auch die Version 3.1 des ERP-Systems von Nissen & Velten fertig gestellt worden. In folgenden Beitrag finden Sie die Highlights der neuen Version von eNVenta ERP. Eine Reihe von neuen Funktionalitäten wurde für das PPS-Modul entwickelt. Beispielsweise lassen sich die Produktionsarten flexibler handhaben. So können heute in der Prototypenfertigung verschiedene Baupläne beziehungsweise Rezepturen mit einem Betriebsauftrag getestet werden, ohne dass jedes Mal eine neue Stückliste angelegt werden muss. Ist die optimale Komposition gefunden, lässt sich diese zurückschreiben und ist dann dauerhaft in eNVenta ERP gespeichert. Neu ist auch die Funktion „Meilensteine“ im PPSModul: Wenn ein „Meilenstein“ als Arbeitsgang gebucht wird, werden alle vorgehenden Arbeitsgänge auch als erledigt gebucht. So lassen sich beispielsweise Halb- oder Kuppelprodukte in der Produktion effektiv abbilden.

proficl@ss und eCl@ss in der Merkmalsverwaltung Die überarbeitete Merkmalsverwaltung von eNVenta ERP lehnt sich jetzt an die bewährten Klassifikationsschemata der branchenübergreifenden Standards proficl@ss und eCl@ss an. Die Unterstützung dieser Standards hat unter anderem Vorteile für die E-Commerce-Aktivitäten der eNVenta-Anwenderunternehmen. Die Produktsuche im Webshop wird dadurch für die Endkunden vereinfacht. Auch die Dateiverwaltung wurde in eNVenta 3.1 überarbeitet: Einem Artikel können in eNVenta ERP jetzt auch mehrere Bilder zugeordnet werden.

LVS und SEPA Nachdem das Modul LVS von eNVenta ERP in der Vergangenheit schon verschiedene Ausprägungen der Lagerorganisation unterstützt hatte, wurden diese in der Version 3.1 systematisch zusammengefasst und eine benutzerfreundliche Konfigurationsmöglichkeit bereitgestellt. So wird jetzt wahlweise eine ein- oder zweistufige Kommissionierung abgebildet. Über eine einheitliche Steuerung in eNVenta lassen sich auch Funkscanner oder WLAN-Scanner im Lager einbinden. Im Rahmen des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums ist vom 1. Februar 2014 an die Verwendung des SEPA-Lastschriftverfahrens für alle Unternehmen verbindlich vorgeschrieben. Nissen & Velten unterstützt mit eNVenta ERP 3.1 beide Ausprägungen der SEPA-Lastschrift: das Basis-Lastschriftverfahren (SEPA Core Direct Debit) und das Firmen-Lastschriftverfahren (SEPA Business to Business Direct Debit). Für SEPALastschriften werden die internationale Kontonummer IBAN und die internationale Bankleitzahl BIC anstelle der vertrauten Kontonummer und Bankleitzahl benötigt. eNVenta ERP 3.1 generiert IBAN und die BIC aus den bereits existierenden Kontonummern automatisch. SEPA-Basis-Lastschriften erfordern eine schriftliche Mandatserteilung durch den Zahler, weshalb Version 3.1 eine Funktionalität zur Verwaltung und Überwachung dieser Mandate bietet. Rainer Hill

Neu im Modul LVS: Über eine einheitliche Steuerung in eNVenta ERP lassen sich Funkscanner und WLAN-Scanner im Lager einbinden.

Ebenfalls neu in eNVenta ERP ist eine Benutzeroberfläche zur Verwaltung von Dateipfaden. Administratoren können damit Verzeichnisse zur Ablage von Dateien aus eNVenta heraus für ihre Anwender voreinstellen. Wenn der Anwender beispielsweise einen Datanorm-Export oder einen EDI-Datenimport durchführen möchte, sieht er auf einen Mausklick die dafür voreingestellten Verzeichnisse. Er kann den passenden Ordner auswählen und muss sich keine langen Dateipfade mehr merken.

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News

Autoparts ist jetzt mit eNVenta ERP unterwegs

Prim-Pac Lebensmittel-Verpackungen stieg auf eNVenta ERP um

Die Autoparts GmbH in Niederuzwil im Kanton St. Gallen bietet ihren Kunden alles rund ums Auto, von Ersatz- und Verschleißteilen über Klimageräte, Pflegemittel, Heckleuchten, Hi-Fi-Systeme, Sportbremsen oder Turbolader bis hin zur ultimativen Felge für Sportwagen. Händler und Garagen im Raum St. Gallen beliefert das Unternehmen mit Ersatz-, Verschleiß- und Tuning-Teilen aller bekannten Marken. Der eNVenta-Partner LOBOS Informatik AG konnte mit seinem Branchen-Know-how punkten und so fiel die Entscheidung für eNVenta ERP im Frühjahr 2012. Am 1. Januar 2013 ging die Autoparts GmbH mit ihrer neuen ERP-Software an den Start.

Jeroen Blauwhoff neuer Key Account Manager bei LOBOS

Seit Ende vergangenen Jahres im Vertrieb der LOBOS Informatik AG aktiv: Jeroen Blauwhoff.

Der gebürtige Niederländer Jeroen Blauwhoff verstärkt seit November 2012 den Vertrieb beim eNVenta-Partner LOBOS Informatik AG. Seine Tätigkeit umfasst die Neukundenakquisition und die Betreuung der Bestandskunden. Jeroen Blauw­hoff studierte an der Vrije Universiteit in Amsterdam Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Mittelstand. Während seiner beruflichen Laufbahn hat er vor allem Erfahrungen als Key Account Manager im IT-Bereich gesammelt und dabei klare Vorstellungen entwickelt: „Ich lege sehr viel Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Kunden. Nur so können beide, der Kunde und auch wir als IT-Dienstleister langfristig erfolgreich sein.“ Bei LOBOS hat er eine „seriöse, motivierte und kundenorientierte Mannschaft angetroffen“ und freut sich, seinen Beitrag zum weiteren, nachhaltigen Wachstum zu leisten.

Auf der topsoft, der führenden Messe der Schweiz für Unternehmenssoftware, konnten die eNVenta ERP Schweiz AG sowie die eNVenta-Spezialisten leanux.ch, libraTECH, LOBOS Informatik und LogiWare am 15. und 16. Mai 2013 in Zürich interessante neue Kontakte knüpfen. Das Bild zeigt den Stand der LogiWare Informatik GmbH.

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Seit 1968 konzentriert sich die Prim-Pac AG in Geroldswil im Kanton Zürich auf den Handel mit Verpackungsmaterial für die Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen bietet kompetente Beratung in allen Fragen rund um die Lebensmittel- und Industrieverpackung und absolut termingerechte Lieferung auf dem Schweizer Markt. Grundlage dafür ist der enge und persönliche Kontakt zu ausgesuchten Produzenten und Partnern sowie regelmäßige Qualitätskontrollen vor Ort. Alle renommierten Firmen der Lebensmittelbranche zählt die Prim-Pac AG zu ihren Kunden. Prim-Pac wird vom eNVenta-Partner LOBOS betreut und entschied sich im Frühjahr 2012, von SQL-Business auf eNVenta ERP umzusteigen. Am 1. Januar 2013 nahm das Unternehmen seine neue Software in Betrieb.

Kompetente Beratung in allen Fragen rund um die Lebensmittel- und Industrieverpackung bietet die Prim-Pac AG: Das Foto zeigt den Firmensitz Geroldswil.


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Augros-Lumecor

Der integrierte Webshop war entscheidend Mit der Einführung von eNVenta ERP konnte die Augros-Lumecor AG aus Effretikon im Kanton Zürich ihre Strategien und ihre Vision vom „Dienst am Kunden“ in kurzer Zeit umsetzen. Dank einer Shop-in-Shop-Lösung werden die Kunden des Fahrzeugteile-Großhändlers schnell mit Produkten und aktuellen Informationen bedient. Mit eNVenta ERP sind die Bestell- und Auslieferungsprozesse schlank und durchgängig geworden. Lagerhaltung und Logistik sind optimiert. Augros-Lumecor festigte seine Marktposition und erhöhte seinen Umsatz in kurzer Zeit erheblich ohne zusätzliches Personal. 1991 wurde die Augros AG gegründet, 2006 fusionierte sie mit der 1981 gegründeten Lumecor AG. AugrosLumecor verfügt über ein aktiv verwaltetes Ersatz- und Serviceteilesortiment für Fahrzeuge von rund 30.000 Artikeln. Die Führung von Augros-Lumecor unter der Leitung von CEO Silvan Flüeli verstand es früh, sich auf die Bedürfnisse der Kunden zu fokussieren und alle Mitarbeitenden, Aktivitäten und Geschäftsprozesse darauf auszurichten, beste Produkte- und Beratungsqualität, hohe Lieferbereitschaft verbunden mit einem sehr schnellen und qualitativ hochstehenden Lieferservice anzubieten. „Nur wer Verschleiß- und Ersatzteile schnell, preisgünstig und fehlerlos liefern kann und darüber hinaus seinen Kunden aktuelle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen sowie Bildmaterial und technische Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung stellen kann, wird am Markt bestehen“, so Silvan Flüeli.

Hohe Ansprüche verwirklichen Um die Vision von Augros-Lumecor umsetzen zu können, waren wichtige Kriterien sowohl vom Unternehmen selbst als auch von der neuen ERP-Software zu erfüllen: Ein spezialisiertes aber breites Produktsortiment soll Augros-Lumecor als kompetenten Partner positionieren. Das Sortiment muss mit minimalem Aufwand überwacht werden können. Damit sollen Risiken bzgl. Margen und Lagerhaltung minimiert werden. Preisbildungs- und Rabattierungsalgorithmen sollen es ermöglichen, jederzeit zu den bestmöglichen Konditionen am Markt zu agieren, ohne großen administrativen Aufwand. Mit dem gleichen Personalbestand sollen mehr Aufträge abgewickelt werden können.

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Umsatz und Gewinn sind dadurch nachhaltig zu steigern. Eine starke Warenwirtschaftslösung soll die Disposition und den Einkauf optimal unterstützen, um Lagerhaltungs- und Abschreibungskosten zu reduzieren. Der technologische Fortschritt gerade bei elektronischen Teilen birgt große Risiken, da Lagerbestände von einem Tag auf den anderen plötzlich wertlos werden können. Mit einer an den Kundenbedürfnissen ausgerichteten Logistik soll eine schnelle und günstige Kundenbelieferung möglich sein. Die neue ERP-Lösung soll alle Geschäftsprozesse vom Webshop über die Auftragsabwicklung bis hin zur Buchhaltung ohne jegliche Medienbrüche unterstützen und optimieren helfen. Für die Kunden von AugrosLumecor ist der Teilefindungsprozess von großer Bedeutung. Die Suche muss über verschiedene Kriterien möglich sein, wie etwa über das Fahrzeug, die Typenscheinnummer der Fahrzeuge, Artikel- oder relevante Teile-Nummern von Mitbewerbern. Bei der Evaluation war die Beurteilung der ERPStandardprozesse wichtig, aber auch die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Software, denn die Stärken des Unternehmens sollten mit der neuen Lösung hervorgehoben werden. Entscheidend für die Auswahl von eNVenta ERP war vor allem der in die Software integrierte Web­shop. Außerdem fühlte sich das Team von AugrosLumecor vom eNVenta-Partner LOBOS Informatik AG verstanden und war von der Fachkompetenz der Mitarbeitenden überzeugt.

Projektstart in zwei Etappen Auf der Grundlage des von Augros-Lumecor und LOBOS gemeinsam erarbeiteten Pflichtenhefts begann LOBOS bereits nach einem Monat mit der Programmierung der Spezialitäten. Schon im Standard von eNVenta ERP waren die komplexen Preisfindungsalgorithmen und das sogenannte Auftragssplitting, das heißt das Aufteilen eines Auftrags auf die Kommissionierung in zwei Lägern, vorgesehen. Nach sechs Monaten nahm Augros-Lumecor mit 14 Arbeitsplätzen den eNVenta-Betrieb auf, zunächst mit Auftragsabwicklung, Warenwirtschaft sowie Finanz- und Rechnungswesen – nach weiteren sechs Monaten auch mit dem Webshop. Rückblickend meint Silvan Flüeli zum Projektverlauf: „Die Mitarbeitenden der LOBOS

Firmensitz der Augros-Lumecor AG in Effretikon: 30.000 Ersatz- und Serviceteile für Fahrzeuge aus einer Hand.


Webshop der AugrosLumecor AG: das Unternehmen ist der führende Anbieter für den Lichtbereich mit dem breitesten Programm an Beleuchtungsteilen für Pkw und Nutzfahrzeuge.

Informatik sind sehr kompetent und haben uns methodisch und systematisch durch das Projekt geführt. Das Projekt wurde nur mit kleinen Verzögerungen und ohne Budgetüberschreitungen umgesetzt. LOBOS hat die Bedürfnisse und Anforderungen unseres Unternehmens schnell erfasst und war – und ist immer noch – ein angenehmer und fairer Partner.“

Warenkorb zusammengestellten Artikel per Web Service in den eNVenta-Auftragspool übergeben. Für verschiedene Softwareprogramme, die Kunden der Augros-Lumecor nutzen, wurden spezielle Schnittstellen zu eNVenta ERP geschaffen, die es ermöglichen, Bestellungen direkt zu übermitteln.

Webshop für Grossisten und Garagen

Lager und Logistik zukunftsfähig optimiert

In der Branche sind Bestellungen und Informationsbeschaffung auf elektronischem Weg üblich. Eine hohe Priorität wurde deshalb von Anfang an dem Webshop beigemessen, über den der Daten- und Informationsaustausch mit den regionalen Großhändlern und letztlich auch mit den Endkunden, das heißt den Betreibern der Garagen, laufen sollte.

Die Emil-Frey Betriebs AG wickelt die Lagerhaltung und Logistik für Augros-Lumecor ab. Sämtliche Prozesse werden via Web Services mit eNVenta ERP zeitgleich synchronisiert, sodass auch in diesem Bereich keine Medienbrüche entstehen und keine manuellen Eingriffe notwendig sind.

Das Einpflegen der 30.000 Artikel mit Bildern, Explosionszeichnungen und Installationsanweisungen sowie der Mitbewerber-Artikelnummern nehmen die Mitarbeitenden von Augros-Lumecor vor. Diese aufwändige Artikelpflege ist nur möglich dank der Automatisierung der Prozesse vom Webshop über die Abwicklung von Kundenbestellungen und Auslieferungen, die Warenbewirtschaftung und Logistik bis in die Buchhaltung. Die meisten Mitglieder der Union der freien Fahrzeugteilegroßhändler (UGS) sind heute am Webshop von Augros-Lumecor angeschlossen. Sie haben direkten Zugriff auf alle in der Datenbank verwalteten Fahrzeugteile, finden alle Artikelinformationen inklusive Lagerverfügbarkeit und sehen die eigenen Nettopreise entsprechend den individuell ausgehandelten Konditionen. Mit wenigen Mausklicks werden die im

Auch die von den regionalen Grossisten belieferten Garagen haben via Webauftritt des zuständigen Grossisten direkten Zugriff auf das gesamte Sortiment von Augros-Lumecor. Sie können wichtige Informationen über Fahrzeugteile recherchieren und sehen den Bruttopreis.

Die Belieferung der Kunden wurde ebenfalls verbessert. Die regionalen Großhändler können wählen, ob sie ein oder zwei Mal täglich beliefert werden möchten oder sogar over night. Die Lieferkonditionen werden individuell für jeden Grossisten mit eNVenta ERP verwaltet. Silvan Flüeli sieht die Augros-Lumecor AG für die Zukunft gut gerüstet: „Wir verfügen heute über hervorragende Informationen, die uns erlauben, schneller unternehmerische Entscheide zu treffen. So sehe ich heute sofort, wenn ein Kunde nicht im üblichen Rhythmus bestellt oder wenn eine Marge aus dem Ruder läuft. Wir sind überzeugt, dass uns eNVenta ERP alle Möglichkeiten offen lässt, uns optimal weiter zu entfalten und dass uns LOBOS bei der Umsetzung unserer Ideen aktiv unterstützten wird.“ Gisela Gloger

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Lebensart

Das Brot des Bäckers Deutschland verfügt über eine weltweit einzigartige Vielfalt an Brotsorten. Doch die über Jahrhunderte gewachsene Brotkultur ist bedroht: durch den Vormarsch der industriellen Brotproduktion, Aufback-Stationen beim Discounter und Selbstbedienungs-Backshops. Auch Bäcker, die sich auf Fertigteigmischungen und Tiefkühlteiglinge verlassen, untergraben das Vertrauen in das Handwerk. Christian Ratzek, Bäckermeister in Allensbach am Bodensee, zählt zu denen, die noch selbst backen. Mengenmäßig verfügen handwerkliche Bäckereien über einen Anteil am deutschen Brotmarkt von etwa 35 Prozent. Doch „richtige“ Bäckereien gibt es in Deutschland immer weniger. Waren es vor 60 Jahren noch 55.000, so sind es heute nur noch 14.000. Eine von ihnen im Kreis Konstanz ist die Bäckerei Ratzek, die am Bodenseeufer von Allensbach ihren Sitz hat. Bäckermeister Christian Ratzek kann sich über mangelnden Erfolg nicht beklagen. Der Umsatz seiner Bäckerei, die 15 Vollzeit- und vier Teilzeitkräfte beschäftigt, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich stärker als der Branchendurchschnitt gewachsen. Ein Teil des Erfolgsgeheimnisses geht auf das Jahr 2004 zurück, als sich Ratzek entschloss, ein zertifiziertes Biosortiment aufzubauen. Er berichtet: „Nachdem wir uns entschieden hatten, den BioMorgens in Allensbach: Frische Brötchen und Croissants auf dem Weg zur Ladentheke.

Woran erkennt man einen Traditionsbäcker? 1. Das Sortiment im Laden ist meistens kleiner. Der Traditionsbäcker backt mit Zeit – das dauert. Also kann er nicht so viele verschiedene Produkte herstellen. 2. Es gibt weniger Werbeplakate, Marketing-Aktionen und bei den Broten keine exotischen Namen wie „Weltmeister-Brot“ oder „König-Ludwig-Brot“ 3. Der Traditionsbäcker führt eine eigene Sauerteiglinie: Er bewahrt vom Sauerteig des Vortages einen Teil auf, und mit den darin enthaltenen Mikroorganismen setzt er den nächsten Teig an. 4. Das Brot vom traditionell arbeitenden Bäcker ist häufig teurer als die Brote mit Zusatzstoffen. (Quelle: Corinna Sachs, „Quarks&Co”, wdr.de)

triebs saisonabhängig stark schwankend: Wenn im Sommer die Touristen an den Bodensee kommen, brummt das Geschäft und vor seinem Laden bilden sich Warteschlangen. Im Winter geht es dagegen deutlich ruhiger zu. Der Arbeitstag eines Bäckers ist lang: Für Bäckermeister Ratzek beginnt er um ein Uhr in der Nacht und endet zum ersten Mal um zwölf Uhr mittags. Es folgen drei bis vier Stunden Schlaf, an die sich zwei bis drei Stunden Büroarbeit anschließen. Um acht Uhr abends geht er nochmal ins Bett und anschließend zurück in die Backstube. Dieser Tagesablauf wiederholt sich in der Regel sieben Tage in der Woche. Wer bei einem so fordernden Lebensrhythmus nicht mit Leib und Seele Bäcker ist und sein Handwerk gut versteht, der unterliegt schon mal eher der Versuchung, sich das Leben mit Fertigbackmischungen oder Tiefkühl-Produkten leichter zu machen.

Erfahrung zahlt sich aus

bereich auszubauen, war uns schnell klar, dass wir dann auch die schärfsten Regeln anwenden wollten. Wir haben uns deshalb vom DemeterVerband zertifizieren lassen.“ Heute machen Demeter-Brote und Backwaren rund 40 Prozent seines Umsatzes aus. Sie sind nicht nur im Regal seines Ladengeschäfts, sondern auch in der Konstanzer Filiale der Biomarktkette Alnatura und in vielen kleineren Bioläden der Bodenseeregion zu finden. Generell ist der Umsatz seines Be-

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Christian Ratzek berichtet: „Eine Tiefkühl-Brezel kostet im Einkauf 19 Cent. So günstig stelle ich mit meinen Mitarbeitern keine Brezel her.“ Und er gibt zu bedenken: „Meine eigenen Brötchen sind auch am folgenden Tag noch schmackhaft und bekömmlich. Das ist bei denen aus den AufbackStationen schon nach zwei Stunden eher nicht mehr der Fall.“ Die Bäckerei-Ratzek produziert täglich bis zu 40 Brotsorten, von denen 15 Demeter-Brote sind. Dazu

Bäcker Christian Ratzek präsentiert eine Auswahl seines handwerklich gefertigten DemeterBrotsortiments.


dorf von Allensbach kommt. Die Demeter-Regeln erlauben praktisch keine Zusatzstoffe und der betriebseigene Sauerteig ist Pflicht. Christian Ratzek erklärt: „Konventionelle Teige sind durch Zusatzstoffe einfacher zu verarbeiten. Bei einem Demeter-Vollkornbrot ist der Teig dagegen feuchter und läuft leichter weg. Beim Backferment-Brot, das völlig ohne Hefe produziert wird, kommt der Teig sogar fast flüssig in die Kastenform. Unsere Biobrot-Herstellung braucht mehr Zeit, mehr Mehl und mehr Fingerfertigkeit, da sonst der Teig zwischen den Fingern davon läuft.“ Das Ergebnis indes überzeugt: Das Roggenvollkornbrot beispielsweise ist angenehm sauer, aromatisch und saftig. Es schmeckt auch als einfaches Butterbrot ohne weiteren Aufstrich hervorragend. Sogar unter den Touristen, die den Bodensee besuchen, findet Ratzek Fans, die sich seine Brote per Paket nach Hause schicken lassen. Rainer Hill

Deutsche Brotkultur

zählen zum Beispiel das Roggen-Vollkornbrot, ein hundertprozentiges Sauerteigbrot in DemeterQualität, das Demeter Dinkellaible mit Quark oder auch das Bodensee-Laible, in dem Mehle aus regionalem Weizen, Dinkel und Roggen verarbeitet sind. Die Arbeit des Handwerksbäckers erfordert im Gegensatz zur Fließbandproduktion von Brot, die stets unter gleichbleibenden Bedingungen stattfindet, viel Wissen. In Abhängigkeit von Wetter, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit verhält sich jeder Teig unterschiedlich. Die Verhältnisse im Ofen sind auch nicht immer genau gleich. Der Handwerksbäcker braucht deshalb ein gutes Gespür für sein Produkt. Besonders arbeitsintensiv ist die Herstellung der Demeterbrote der Bäckerei Ratzek, für die das Getreide aus einem Nachbar-

Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Brotsorten wie in Deutschland. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks geht von einer vierstelligen Zahl von Brotsorten aus. Die Gründe sind zum Teil klimatischer, zum Teil politischer Natur. Während Frankreich und Italien Weizenbrotländer sind, gedieh der Weizen im kühleren und feuchten Klima Norddeutschlands gar nicht. Hier dominierte der Roggen den Getreideanbau. Alle möglichen Varianten von Mischbroten aus beiden Getreidesorten sind noch heute in Deutschland weit verbreitet. Durch die deutsche Kleinstaaterei mit Grenzen und Zollschranken im ganzen Land entwickelten sich praktisch in jeder Stadt und in jedem Fürstentum isoliert eigene Brot- und Gebäckspezialitäten, während sich in Zentralstaaten wie Frankreich die Brotkultur viel stärker vereinheitlichte. Das heute beliebte Vollkornbrot war einmal die Speise der Armen, während das Brot aus aufwändiger gemahlenem Weißbrot dem Adel vorbehalten war. Der reale Brotkonsum der Deutschen liegt heute bei etwa 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr. 20 Prozent der Brotwaren werden täglich vernichtet. Unter anderem auch deshalb, weil heute eine hohe Verfügbarkeit und Sortenvielfalt von morgens bis abends erwartet wird.

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Morandi Frères

Synergien in der Baustoffproduktion 2014 feiert die Tuilerie et Briqueterie Morandi Frères SA (Ziegelei Gebrüder Morandi AG) ihr 125-Jahre-Jubiläum. Das Unternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeitende und produziert hochwertige Tondachziegel und Backsteine. Das Unternehmen gehört heute zur Ziegelei Rapperswil Louis Gasser AG. Seit dem 1. Januar 2013 arbeiten beide Unternehmen auch mit der gleichen Software: eNVenta ERP.

dule Verkauf, Projektmanagement, Vertrieb, Einkauf, Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung und Anlagebuchhaltung. Die ERP-Software wird von rund 35 Sachbearbeitern genutzt. Fred Stampfli, Delegierter des Verwaltungsrats der Ziegelei Rapperswil Louis Gasser AG und Hans Brack vom eNVenta-Partner LibraTECH fungierten als Projektleiter bei der Software-Einführung. eNVenta ERP wurde bei Morandi eingesetzt, weil es sich bei der Ziegelei Rapperswil hervorragend bewiesen hat und zudem die gleichen Grundlagen für die Kennzahlen zur Verfügung stehen. Durch die Flexibilität – und die Programmierung von LibraTECH – wurde zudem ein Artikelpool für sämtliche beteiligten Mandanten mit verschiedenen Abgangsorten und -preisen geschaffen und eine einmalige Transport-Berechnungsbasis begründet. Da der Aufbau in allen Mandanten gleich ist – bei Morandi sogar in französischer Benutzersprache als Feature des SWISS-Package von eNVenta ERP – können Sachbearbeiter problemlos ausgetauscht werden. Das Kundeninformationssystem stellt eine perfekte Grundlage für die Kundengespräche der Verkaufsberater dar.

Das DachziegelLager von Morandi Frères SA in Corcellesprès-Payerne.

Das Familienunternehmen wurde bis 2009 in vierter Generation durch Claude Morandi geführt. Rückwirkend per 1. Januar 2010 übernahm die Ziegelei Rapperswil Louis Gasser AG die Aktivitäten der Morandi Frères SA. Neben dem Produktionsstandort und Hauptsitz Corcelles-prèsPayerne im französischsprachigen Kanton Vaud/ Waadt (VD) sind Werke in Peyres-Possens (VD) und Bardonnex im Kanton Genf in Betrieb. Morandi ist hauptsächlich in der französischen Schweiz tätig und dort Marktführer. Das Sortiment wurde aufgrund der Übernahme durch die Ziegelei Rapperswil stark erweitert und auch angepasst, wobei wie gewünscht Synergien zum Tragen kamen. Diese spielten auch bei der Einführung von eNVenta ERP eine Rolle, weil die neue Muttergesellschaft bereits seit 1. Januar 2009 mit dieser Software produktiv arbeitete.

eNVenta ERP läuft jetzt auch bei Morandi Mit einer relativ kurzen Vorlaufzeit wurde eNVenta ERP am 1. September 2011 an den Standorten Corcelles, Bardonnex und Peyres-Possens eingeführt und mit dem Produktivstart am 1. Januar 2012 „scharf“ geschaltet. In Betrieb sind die Mo-

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Es ist geplant, mit der Einführung einer gruppenweiten Telefon-Infrastruktur weitere, vorhandene Vorteile von eNVenta ERP zu nutzen. Zudem sind Gespräche mit den Haupt-Rechnungsempfängern im Gange, mit dem Ziel, diesen die Rechnungen künftig elektronisch zu übermitteln. Gisela Gloger

Lehmsteine auf dem Ofenwagen vor dem Brennen. Morandi Frères SA ist Marktführer in der Romandie.


L. Klein

Edelstahl- und Metallhandel steigt auf eNVenta ERP um Die L. Klein SA ist Lagerhalter und Händler von Edelstählen und Metallen. Über 3700 Artikel in Stäben und Ringen in rund 50 verschiedenen Materialqualitäten werden lagerbewirtschaftet. Hauptabnehmer sind Kunden in der Uhrenindustrie und Medizinaltechnik (Instrumente und Implantate), der Automobilbranche und im Apparatebau.

„Mit der Umstellung auf eNVenta ERP haben wir ein viel flexibleres System“, sagt Thomas Doppler, Leiter Finanzen/ Controlling bei der L. Klein SA.

Das Unternehmen wurde 1946 von Léon Klein in Biel/Bienne gegründet. 1956 trat Rudolf Schiess in die Firma ein und übernahm sie 1973 vom Firmengründer. Der Name L. Klein SA war schon so bekannt, dass er beibehalten wurde. Heute führen die Söhne Olivier und Philipp Schiess die Firma. Im Jahr 2000 wurde die Schiess Holding AG gegründet, zu der die L. Klein SA gehört. Die Holding ist im Besitz von Olivier und Philipp Schiess. Das international tätige Unternehmen erwirtschaftet rund 40% seines Umsatzes im Ausland und beschäftigt 18 Personen. Seit 1998 ist die Firma nach SE EN ISO 9001 zertifiziert. Seit 1998 arbeitet die L. Klein SA mit SQL-Business und wird dabei seit 2004 vom eNVenta-Partner LibraTECH mit Sitz in Lyss im Schweizer Kanton Bern betreut. Im Herbst 2010 hat sich das Unternehmen entschieden, auf eNVenta ERP umzusteigen. Die gestellten Anforderungen bezüglich Anpassungsfähigkeit und Schnittstellen konnten durch SQL-Business nicht mehr erfüllt werden.

Die L. Klein SA macht 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland.

Zusatzentwicklung: Zertifikatsverwaltung Eine Besonderheit ist die Zertifikatsverwaltung. Bei den Kunden aus dem Medizinal- und Uhrenbereich sind die mechanischen und chemischen Werte der Edelstähle von größter Bedeutung. Jeder Stahl, der bei der L. Klein SA an Lager liegt, besitzt ein Originalzertifikat des Lieferanten. Diese Daten werden in eNVenta ERP eingepflegt und den jeweiligen Chargen zugewiesen. Gleichzeitig wird durch eNVenta ERP geprüft, ob die von der L. Klein SA geforderten Sollwerte nach EN 10204 eingehalten werden. Den Kunden werden bei der Lieferung die jeweiligen Zertifikatsdaten mitgeliefert. Die gesamte Zertifikatsverwaltung wurde von LibraTECH eingebaut. Über die Webseite können die Kunden tagesaktuelle Bestandsdaten abfragen, je nach Berechtigung bis auf Stufe Charge. Für die Zukunft ist ein elektronischer Datenaustausch mit den Lieferanten geplant sowie eventuell Französisch als zweite Sprache. Gisela Gloger

Als innovative Firma muss die L. Klein SA dauernd auf spezifische Kundenwünsche eingehen können. Dies bedingt eine flexible und anpassungsfähige Software, weshalb eNVenta ERP die geeignete Lösung ist. Im Juli 2012 erfolgte der Produktivstart. Wie schon bei SQL-Business werden die Module Einkauf, Verkauf und Finanzbuchhaltung genutzt. Im Moment läuft die ERPSoftware auf 18 Arbeitsplätzen. Thomas Doppler, Leiter Finanzen/Controlling bei der L. Klein SA, und Hans Brack von LibraTECH fungierten als Projektleiter beim Crossgrade von SQL-Business auf eNVenta ERP.

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Neue Kriminalromane

Tote in Oberschwaben, im Wallis und in Berlin Die Fülle der Krimi-Neuerscheinungen ist nahezu unüberschaubar. Die vier nachfolgend vorgestellten Romane, die am Bodensee, im Schweizer Wallis und im Berlin des Kaiserreichs spielen, entfalten alle ihren ganz eigenen Reiz und bieten eine unterhaltsame Lektüre.

ohne Kitsch von Verletzlichkeit, Vertrauen und Liebesglück zu schreiben. Der Plot des Buches ist fein gesponnen und am Ende fügen sich alle Details aufs Beste zusammen.

Wer mordet schon am Bodensee? Mit Blutmadonna hat Helene Wiedergrün ihren dritten Kriminalroman veröffentlicht, in dem die Konstanzer Journalistin Apollonia Katzenmaier die Hauptrolle spielt. Ein Auftrag des Konstanzer Südwestkuriers führt die Journalistin und IchErzählerin in ihr oberschwäbisches Heimatdorf unweit von Ravensburg. Dort ist die Leiche eines achtzigjährigen Mannes gefunden worden, der offensichtlich mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden ist. Medien und Dorfbewohner spekulieren, was den alten Mann ins abgelegene Baselreute geführt hat und warum er umgebracht wurde. Die Journalistin Apollonia Katzenmaier soll zunächst nur für die Zeitung berichten, doch sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und rührt Geschichten auf, die bis in die Nazizeit und die Zeit der französischen Besatzung nach dem Krieg zurückreichen. Die Bewohner des isoliert liegenden, konservativ-katholischen Dorfes wollen zunächst nicht über die Dämonen der Vergangenheit sprechen – schon gar nicht mit einer Journalistin. Doch Apollonia Katzenmaier, die im Ort aufgewachsen ist, kommt dennoch mit einigen Einheimischen ins Gespräch und erhält Hinweise. Gleichzeitig arbeitet sie sich durch alte Akten und Tagebücher. Am Ende liefert eine Recherche in der Normandie das fehlende Puzzleteil und im Wald von Baselreute kommt es zu einem spannenden Showdown. Blutmadonna bezieht seinen Reiz nicht zuletzt aus der hermetisch geschlossenen Welt des oberschwäbischen Dorfes, in der jeder, jede Geschichte seiner Nachbarn zu kennen scheint. Hinter dem Namen Helene Wiedergrün verbirgt sich die Konstanzer Journalistin, Dolmetscherin, Reiseleiterin und Schriftstellerin Monika Küble. Ihr gelingt es mit den passenden Worten über Verbrechen und Gewalt, aber auch

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Der kriminelle Freizeitplaner „Wer mordet schon am Bodensee?“ umfasst elf Kurzkrimis und 125 Freizeittipps rund um den Bodensee sowie für den Hegau und den Linzgau. In den geschilderten Mordfällen lässt der Autor, Ernst Obermaier aus Überlingen, Hauptkommissar Karle Eisele und Inspektor Dirk Hodapp ermitteln und hat dafür extra eine Kriminalpolizeistelle in seiner Heimatstadt kreiert. Die kurzweiligen Mordgeschichten bieten nicht nur spannende Unterhaltung, sondern animieren die Leser dazu, die Tatorte der Kurzgeschichten einmal live zu besuchen. Ernst Obermaier Wer mordet schon am Bodensee? 11 Krimis und 125 Freizeittipps vom Bodensee, Hegau und Linzgau 245 Seiten, Gmeiner Verlag, Meßkirch 9,99 Euro; 14,90 sFr

Nachdem Evi Kellerhals ihre Schwester Sofie in einer Alphütte im Wallis besucht hat, taucht sie nicht wieder auf. Auf dem Weg zur Hütte gibt es stark abschüssige Stellen: Wenn man dort einen


Fehltritt macht, fällt man ziemlich tief und ist vom Weg aus nicht mehr zu sehen. Gab es also einen Unfall oder sogar einen Mord? Die Handlung des Kriminalromans Steinherz der Schweizer Schriftstellerin Andrea Andrea Weibel Weibel spielt in Zürich, in Lausanne und im Bergdorf Ausserberg im WalKriminalroman lis. Dort lebt der geschiedene „BergCosmos Verlag ler“ Peter Sass, mit seiner eigenwilligen und scharfsinnigen Tochter Lilia. Aus der Perspektive der siebzehnjährigen Lilia und der von Sofie, einer Freundin von Lilias Mutter, welche den Sommer auf der Alphütte verbringt, wird die Geschichte – abwechselnd – erzählt. „Steinherz“ ist kein klassischer Krimi, bei der ein Polizist oder Privatdetektiv Indizien sammelt und den Täter überführt. Gleichwohl scheinen alle handelnden Personen – wie im klassischen Krimi – ein plausibles Motiv zu haben, die abgebrühte Evi umzubringen: Beispielsweise ihr Mann Georg, um so an das Erbe ihres Vaters – ein sehr gut gehendes Autohaus in Zürich – zu kommen. Die Mutter von Lilia, der sie den Liebhaber ausgespannt hat, hätte ebenfalls ein Motiv. Der Liebhaber, ein sensibler Künstler, könnte sich gerächt haben, weil Evi ihn als „teures Hobby“ abservieren wollte und auch beinahe alle anderen, die in das weitläufige Geflecht von Beziehungen und enttäuschten Erwartungen verstrickt sind, haben noch eine Rechnung mit Evi offen. Schließlich ist es die scharfsinnige Lilia, die die Wahrheit herausfindet. Der Weg dorthin hat viele Windungen, denen man gerne folgt, da Personen und Milieus glaubhaft charakterisiert werden.

Steinherz

Der historische Kriminalroman Das Kongo-Komplott entführt seine Leser in die Hauptstadt des noch jungen deutschen Reichs, in das Berlin des Jahres 1884. Dort findet die Kongo-Konferenz statt: Delegierte aller europäischen Kolonialmächte verhandeln über die letzten noch nicht aufgeteilten Gebiete Afrikas. Als ein junger belgischer Diplomat angeschossen wird, beginnen geheime Ermittlungen: Der talentierte Kommissar Albert Kummerow und der ihm zur Seite gestellte preußische Offizier Joachim von Tarlenheim werden auf den Fall angesetzt. Im Laufe der Ermittlungen stirbt im Elefantenhaus des Berliner Zoos ein schwarzer Afrikaner einen grausamen Tod. Er war Teil einer Gruppe Kongolesen, die im Rahmen einer Völkerschau von Carl Hagenbeck im Zoo „ausgestellt“ wurden. Am Ende decken Kummerow und von Tarlenheim gegen den Willen ihrer Vorgesetzten, die sie vorzeitig stoppen wollen, ein Komplott auf. Doch vorher spielen sich im Berliner Zoo noch einmal dramatische Szenen ab. Der detailgetreu recherchierte Roman des Journalisten und Übersetzers ErnstGeorg Richter webt ein dichtes Bild der ständisch geprägten Gesellschaft des Kaiserreichs. Im Laufe der Handlung treten dabei auch berühmte Zeitgenossen wie der Maler Adolph Menzel, der Forschungsreisende Henry Morton Stanley, der Mediziner Ernst von Bergmann und schließlich auch Kronprinz Friedrich Wilhelm und Otto von Bismarck auf. Rainer Hill Die besprochenen Kriminalromane: Helene Wiedergrün Blutmadonna 323 Seiten, Gmeiner Verlag, Meßkirch 11,99 Euro; 17,90 sFr Andrea Weibel Steinherz 224 Seiten, Cosmos-Verlag, Muri b. Bern 23,50 Euro; 34,00 sFr Ernst-Georg Richter Das Kongo-Komplott 264 Seiten, Lau Verlag, Reinbek 9,95 Euro; 14,90 sFr

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Rund um den Bodensee

Meersburg: Kleine Stadt mit großer Vergangenheit Meersburg zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten am Bodensee. Angeblich errichteten schon die Merowinger die erste Burg, deren mittelalterliche Anlage weithin sichtbar ist. Den Konstanzer Fürstbischöfen verdankt die Stadt ihre barocke Silhouette. Heute zieht Meersburg jedes Jahr mehr als eine Million Besucher an. Es ist ein heißer Sommertag, der Himmel strahlt, der See glitzert blau in der Sonne und die Palmen wiegen im Wind. Soeben der Autofähre von Konstanz entstiegen stehe ich im malerischen Ortskern von Meersburg am Bodensee. Rechts von mir liegt die mediterran anmutende Seepromenade und über mir führt die Steigstraße steil bergauf zur mittelalterlichen Burg, die der Stadt ihren Namen gab. Um mich herum wogen die Menschenmassen. Ein amerikanischer Tourist in Shorts, Hawaiihemd und mit einem Fotoapparat bewaffnet, konstatiert: „It’s a beautiful little town, but there are too many tourists!“. Ich schmunzele in mich hinein. Ja, mit beidem hat er recht. Und doch macht genau dieser Trubel, dieses bunte Treiben in den Sommermonaten einen Teil des Reizes von Meersburg aus. Meersburg, eine Stadt wie aus dem Bilderbuch, schmiegt sich an einen steilen Rebhang direkt am See. An der Uferpromenade reiht sich ein Café an das nächste, und eines ist schmucker als das andere. Hier kann man seinen Blick, sozusagen von der ersten Reihe aus, schweifen lassen über die Weiten des Obersees und den zahlreichen Segelschiffen, Tretbooten und den Dampfern der Weißen Flotte folgen.

Die Wendelgard-Sage Die Legende sagt, dass die adlige Jungfer Wendelgard vor über 700 Jahren das Weingut Haltnau, ein Juwel am Bodenseeufer, an die Konstanzer verschenkt habe. Die vermögende Erbin soll statt eines lieblichen Mundes ein „Schweinsrüsselein“ gehabt haben. Um ihrer Einsamkeit zu entfliehen schlug sie dem Rat von Meersburg vor, der Stadt ihren ganzen Besitz zu vermachen. Allerdings verlangte sie im Gegenzug, jeden Sonntag solle einer der Ratsherren mit ihr eine Kutschfahrt unternehmen, mit ihr speisen und das Mahl mit einem Kuss beenden. Meersburgs Stadtväter lehnten ab. Die Konstanzer Ratsherren waren pragmatischer und schlugen ein.

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Das mittelalterliche Wahrzeichen Durch kleine mittelalterliche Gässchen, vorbei an wunderschönen Fachwerkhäusern geht es in die Oberstadt und zum Wahrzeichen des Städtchens, der alten Burg. Hoch über dem See, auf einem Molassefelsen thront sie. Der Besuch der mehr als 30 eingerichteten Räume ist ein unvergessliches Erlebnis. So sieht man die alte Burgküche, den Speisesaal, die Waffenhalle, den Rittersaal und das Burgverlies. Angeblich errichteten die Merowinger die erste Burg. Auf einen Merowinger König verweist auch der sogenannte Dagobertsturm, der mächtige viereckige Fried im Zentrum der Burg. Im Jahre 1211 erwarb der Bischof von Konstanz die Meersburg. 1334 entstand in Folge einer Bischofsfehde in einer Rekordzeit von nur acht Wochen der Burggraben, der noch heute das Alte Schloss von der Stadt trennt. Außerdem ließ der Bischof einen Geheimgang zur Unterstadt graben. Dieser Gang, der im Pferdestall der Burg beginnt und im Gasthaus Bären endet, existiert übrigens noch heute, ist jedoch wegen Einsturzgefahr nicht zugänglich. Von der Sommerresidenz zum Bischofssitz wurde die Meersburg 1526: Weil Konstanz protestantisch geworden war, verlegte Bischof Hugo von Hohenlandenberg seine Residenz. Im Zuge der Säkularisation fiel die Meersburg 1803 an das Großherzogtum Baden, das sie 1838 verkaufte. Der Käufer, Joseph Freiherr von Laßberg, ein erklärter Liebhaber des Mittelalters, machte sie zu einem Anziehungspunkt für Literaten und Forscher seiner Zeit. Seither ist die Burg in Privatbesitz und noch immer bewohnt – womit sie als Deutschlands älteste bewohnte Burg gilt. Die wohl berühmteste Bewohnerin der Meersburg war die Dichterin Annette von Droste Hülshoff. Die Schwägerin des Freiherrn erkor die Meersburg zu ihrem Musensitz und verbrachte hier ihre wohl glücklichsten Jahre. Der unvergleichliche Blick auf See und Berge inspirierte sie zu ihren schönsten Gedichten. Die von der Dichterin bewohnten Räume mit Arbeits- und Sterbezimmer können ebenfalls besichtigt werden.

Die barocke Silhouette Nur einen Steinwurf von der Burg, dem Alten Schloss, entfernt liegt das Neue Schloss. Den fürstbischöflichen Repräsentationsansprüchen genügte der mittelalterliche Bau nicht mehr. Da-

Die Meersburg, welche der Stadt ihren Namen gegeben hat: Ab 1841 lebte hier die Dichterin Annette von DrosteHülshoff.


Konstanzer Besitz ist. Die Wendelgard-Sage erzählt, wie es dazu kam, dass die Haltnau, ein Juwel von Weingut am Meersburger Ufer, in Konstanzer Hände kam.

Von der Terrasse der Gutsschänke in Meersburg hat man einen phantastischen Blick auf den See und die Schweizer Alpen.

her ließ Fürstbischof Johann Franz von Stauffenberg ab 1710 seine Residenz mit einem „Neuen Bau“ neben dem Alten Schloss erweitern und legte damit den Grundstein zum Neuen Schloss, dessen heutige Gestalt erst seine Nachfolger schufen. Unter Damian Hugo von Schönborn entstand die prunkvolle Treppenanlage ebenso wie die Schlosskapelle – beide nach den Entwürfen des berühmten Baumeisters Balthasar Neumann. Franz Conrad von Rodt führte den Bau und die prächtige Innenausstattung unter der Leitung Franz Anton Bagnatos weiter. Erst nach fast 60-jähriger Bauzeit konnte der Fürstbischof 1762 in das Neue Schloss einziehen. Die prächtige Architektur, phantasievolle Stuckaturen und außergewöhnliche Fresken lassen die höfische Welt der Barockzeit hier lebendig werden.

Historisches zum Thema Wein ist im kleinen Weinbaumuseum in der Oberstadt zu bewundern. Hier sind neben der eindrucksvollen Heilig-Geist-Torkel, einer noch funktionsfähigen Weinpresse aus dem 17. Jahrhundert, etliche Exponate wie Küferwerkzeuge, historische Flaschen und kunstvoll geschnitzte Fassböden zu sehen. Wer den Wein unter freiem Himmel studieren möchte, dem sei der Meersburger Weinkundeweg empfohlen. Weinfreunde kommen am zweiten Wochenende im September auf ihre Kosten, auf dem alljährlich stattfindenden Weinfest. Auf dem Schlossplatz können dann in unvergleichlicher Atmosphäre Bodenseeweine und kulinarische Spezialitäten aus der Region genossen werden. Doch auch unter dem Jahr bietet Meersburg zahlreiche Weinstuben und Restaurants, die im historischen Ambiente zum Genießen und Verweilen einladen. Vera Junge

Zentrum des Bodenseeweinbaus So untrennbar wie die Burg und das Neue Schloss zu Meersburg gehören, so gehört in diese Reihe auch der Wein. Meersburg ist der Hauptort des Weinbaus am Bodensee. Dank der außerordentlich günstigen Sonnenlage und des milden Klimas gedeihen hier vorzügliche Weine. Inmitten der Reben oberhalb des Meersburger Hafens liegt das Staatsweingut, das in dem ehemals fürstbischöflichen Reithof untergebracht ist. Mit einem Glas Wein in der Hand kann man auf der Terrasse der zum Staatsweingut gehörenden „Gutsschänke“ den phantastischen Blick auf den See und, bei klarem Wetter, auf die imposanten Bergketten der Schweizer Alpen genießen. Einziger Wermutstropfen der Meersburger ist die Tatsache, dass eine ihrer besten Weinlagen in

Meersburg im Internet Touristische Informationen zu Meersburg: www.meersburg.de

Die Bilderbuchstadt Meersburg schmiegt sich an einen steilen Rebhang direkt am See.

Die Meersburg im Internet: www.burg-meersburg.de Das Neue Schloss im Internet: www.neues-schloss-meersburg.de Das Staatsweingut im Internet: www.staatsweingut-meersburg.de

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News

N&V-Partnertag am Bodensee

Nissen & Velten: Neue Website live Die neue Website von Nissen & Velten ist im Februar 2013 live geschaltet worden. Farblich lehnt sie sich an das blaue Sky-Design der Benutzeroberfläche von eNVenta ERP an. In einem zentralen Bereich oben auf der Startseite rollieren farbige Themendarstellungen, die zum Anklicken der neuesten Nachrichten einladen sollen. Erstmals wurden auch die Präsenzen von Nissen & Velten auf Facebook, Twitter und YouTube auf der Website verlinkt. Nachrichten und Termine lassen sich nun auch auf sozialen Netzwerken „teilen“. N&V-Kunden finden den Login zum Kundenportal und das Tool Teamviewer ab sofort unter dem Hauptmenüpunkt „Service“.

Aufmerksame Zuhörer im Plenum, darunter auch Vertreter der neuen Partner hepasoft aus dem brandenburgischen Fürstenwalde und Zubler & Partner mit Sitz in Wettingen (Kanton Aargau).

Mehr als 50 Vertreter von eNVenta-Vertriebspartnern aus Deutschland, der Schweiz und Österreich trafen sich Anfang Juni 2013 im Zollhaus Ludwigshafen – direkt am Ufer des Bodensees. Bereits im Vorfeld des Partnertags von Nissen & Velten hatten die Teilnehmer im Rahmen von Arbeitskreisen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit ihrem ERP-Hersteller und anderen Partnern. Im Zentrum des Partnertags standen dann die Neuheiten der Version 3.1 von eNVenta ERP. Auf großes Interesse stießen auch Erfahrungsberichte über die ersten eNVenta-Projekte in der Cloud. Der Gastvortrag „Vertrieb 3.0“des Social-Business-Beraters Michael Nowarra zeigte Perspektiven der Kundengewinnung mit Hilfe der Social Media auf.

Impressum

Bildnachweise (Seitenzahl):

Herausgeber: Jörg Nissen, Günter Velten Redaktion: Rainer Hill (V. i. S. d. P.), Vera Junge Design & Layout: Antonia Ried, riedesign

Alexey Avdeev / iStockphoto.com (34) Augros Lumecor (24,25) Bäckerei Ratzek (4, 26, 27) Blue Fox / fotolia.com (18) L. Klein (29) eNVenta ERP Schweiz (22) IBS (4, 14) Kistenpfennig (19) Matthias Krüttgen / fotolia.com (14, 15) Mädler (21) MaxCine (1, 10, 11, 12) Meersburg Tourismus (4, 32, 33) Morandi Frères (1, 28) Nissen & Velten (1, 3, 7, 20, 34)

Anschrift der Redaktion: Nissen & Velten Software GmbH Redaktion „eNVenta – Das Magazin“ Goethestraße 33 78333 Stockach Tel.: 07771/879-0 Fax: 07771/879-111 E-Mail: presse@nissen-velten.de www.nissen-velten.de © 2013 Nissen & Velten Software GmbH

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Pixelio / berggeist 007 (4, 30, 31) Prim-Pac (22) Staatsweingut Meersburg (32, 33) Topf Baubeschläge (1, 4, 8, 9) VRD / fotolia.com (34) Universität Konstanz (10) Wikipedia / Muns (16) Wikipedia / NASA (10, 11) Xenium (18)


Schenken Sie Kindern

Ferienglück!

Die Nissen & Velten GmbH engagiert sich seit vielen Jahren für das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf. Helfen auch Sie – und schenken Sie Kindern Ferienglück! Im Pestalozzi Kinderdorf in Wahlwies am Bodensee leben 100 Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, jedem unserer Kinderdorfkinder eine Sommerferienfreizeit zu ermöglichen. Spendenkonto: Pestalozzi Kinderdorf Konto 77333004 Bank für Sozialwirtschaft BLZ 66020500 BIC: BFSWDE33KRL IBAN: DE60 6602 0500 0007 7330 04 Verwendungszweck: Sommer

Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf 78333 Stockach-Wahlwies Telefon 07771 8003122

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Unsere Leistungen • Wir haben ein modernes und flexibles ERP-System auf .NET-Basis für Sie. • Wir liefern alles aus einer Hand: ERP, CRM, PPS, MIS, Projektmanagement, Webshop und Controlling. • Wir verfügen über vertieftes Branchen-Know-how und Projekterfahrung im technischen Großhandel, im Stahlhandel und bei Biegereien. • Wir beraten und unterstützen Sie bei der Optimierung Ihrer Unternehmensprozesse. „Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit der ERP-Solutions GmbH zusammen. Das Unternehmen unterstützt uns sehr kompetent und zuverlässig bei der Verwirklichung unserer anspruchsvollen Unternehmensziele.“ Ing. Robert Haskovec, Leiter Supply Chain Management, p2 Kosmetik GmbH

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eNVenta - Das Magazin 2/2013