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Wildbiologisches Büro LUPUS Landesamt für Umweltschutz

Reinhardt & Kluth GbR

Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt

Untersuchung des Raum-Zeit-Verhaltens von Wölfen in Sachsen-Anhalt unter Einbeziehung eventueller Abwanderung von Jungwölfen mit Hilfe von GPSGSM-Telemetrie

Projektinformation 11 24.07.2012

Wolfsnachwuchs auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow Auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow gibt es auch 2012 wieder Wolfsnachwuchs. Nachdem Fotofallenbilder der Fähe des Rudels bereits im April und Mai auf einen Wurf hingewiesen hatten (s. Projektinformation 10), war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die ersten Welpen vor die Kameras laufen. Die letzte Fotofallenkontrolle durch den Wolfsbeauftragten des Bundesforstbetriebes Klaus Puffer brachte jetzt Gewissheit über den diesjährigen Nachwuchs: Fotos vom 17.07.2012 zeigen mindestens 2 Welpen (Abb. 1-3).

Foto: LAU/Bundesforst/LUPUS

Abb. 1: Zwei Welpen laufen an der Kamera vorbei (17.07.2012)


Foto: LAU/Bundesforst/LUPUS

Abb. 2: Ein Welpe blickt in die Kamera (17.07.2012)

Foto: LAU/Bundesforst/LUPUS

Abb. 3: Ein Welpe blickt in die Kamera - Detailaufnahme (17.07.2012)

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Mit der Reproduktion im Jahr 2012 kam bereits der vierte Welpenjahrgang in Folge zur Welt: 2009 gab es 5 Welpen, 2010 9 Welpen und 2011 7 Welpen. Die Zahl der Welpen in diesem Jahr kann noch nicht abschließend genannt werden. In Anbetracht der Zahlen der Vorjahre sind es wahrscheinlich wieder mehr als 2. Damit sind hier bisher schon über 20 Welpen zur Welt gekommen, was die Eignung der Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt für das Großraubtier Wolf eindrücklich belegt. Abgesehen von zumindest einigen Jährlingen des Wurfes von 2011, die noch im Gebiet nachgewiesen werden, dürften die meisten Jungwölfe das Elternterritorium verlassen haben. Wohin die Abwanderung führte, ist in den meisten Fällen nicht bekannt. Die telemetrierte Jungwölfin FT6 (Zora) war in ihrem zweiten Lebensjahr innerhalb weniger Tage bis Niedersachsen gewandert, wo der Telemetriesender aus ungeklärter Ursache ausfiel, so dass ihr weiterer Verbleib unklar ist. Genetische Tests haben aber gezeigt, dass Zora nicht das erste Jungtier des Altengrabower Rudels war, das nach Niedersachsen abgewandert ist. So wurde im Frühjahr 2011 ein aus Altengrabow stammendes junges Weibchen auf dem Truppenübungsplatz in Munster nachgewiesen. Dies macht deutlich, dass das in Deutschland am weitesten nordwestlich gelegene reproduzierende Wolfsrudel in Altengrabow für die natürliche Wiederausbreitung des Wolfes eine wichtige Rolle spielt. Im Zuge der intensivierten genetischen Untersuchungen, die auch Gegenstand dieses Forschungsvorhabens sind, wird sich die Kenntnislage über die verwandtschaftlichen Beziehungen und auch über die Herkunft einzelner Wölfe sukzessive verbessern.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt finanziert (Landesverwaltungsamt AZ 60128/323010000082).

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Projektinformation_11