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Beschreibung von Herdenschutzhunden Kangal 1

Vor allem im mittleren und östlichen Teil des Taurusgebirges im Süden der Türkei, dem anatolischen Hochland und dem Pontischen Gebirge im Norden des Landes sieht man viele Hirten, die von Kangals begleitet werden. Auf den Steppen des Hochlandes wird seit etlichen hundert Jahren extensive Viehzucht betrieben. Neben geschätzten 50 Millionen Schafen werden in Anatolien rund 20 Millionen Ziegen und etwa 12 Millionen Rinder gehalten.

Kangalhündin

Der Name Kangal geht auf eine reiche und sehr einflussreiche Familie gleichen Namens zurück, deren Zucht den Ruf hatte, die besten Herdenschutzhunde Anatoliens hervorzubringen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meistens der Name Karabas (sprich:Karabasch) benutzt und bedeutet “Schwarzkopf“. Diese Bezeichnung charakterisiert die Erscheinung des Hundes vortrefflich, denn die tiefschwarze Färbung des Kopfes bildet einen scharfen Kontrast zur übrigen hellen Körperbehaarung. Viele Hirten besitzen drei Herdenschutzhunde, an großen Herden sieht man auch fünf oder mehr von ihnen. Die Zahl der mitgeführten Hund richtet sich nach mehreren Faktoren. Neben der Populationsdichte der Beutegreifer spielen natürlich auch die Größe der Herden, die Beschaffenheit des Geländes und die Tradition der Familie sowie die Verfügbarkeit von Nahrung und Wasser eine Rolle. In den Gebirgsregionen Anatoliens gibt es eine nennenswerte Population von Wölfen, die in relativ kleinen aber schlagkräftigen Rudeln leben. Nicht selten werden die Herden von kleinen Wolfsgruppen attackiert, wobei die Anwesenheit der Hunde genügt um die Beutegreifer auf Distanz zu halten. Bei der einheimischen Bevölkerung sind die Kangals der Hirten gefürchtet, niemand würde es wagen, das Territorium eines Kangals ohne Begleitung seines Besitzers zu betreten. Der Kangal ist in jeder Hinsicht eine beeindruckende Erscheinung. Seine Behaarung besteht aus stark entwickelter Unterwolle und kurzem Deckhaar. Die Färbung reicht von sehr hellem Beige bis Mittelbraun, in der Regel mit schwarzen Haarspitzen an Brust, Hals und Rute. Rüden bringen es auf eine Widerristhöhe von 70-80 cm und je nach Körperbau auf ein Gewicht zwischen 45 und 60 kg. Hündinnen liegen bei der Widerristhöhe bei mindestens 65 cm und wiegen zwischen 30 und 50 kg. Das Gebiss ist stark entwickelt, besitzt mächtige Reißzähne und schließt mit perfektem Scherenbiss.

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Herdenschutzhund 2. Auflage 2012, S.131-143, Thomas Achim Schoke

Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V

www.ag-herdenschutzhunde.de


Beschreibung von Herdenschutzhunden Sein Bewegungsbild ist elegant, kraftvoll und geschmeidig. Kangals sind flink und behände, das Fortbewegungstempo im gestreckten Galopp ist für einen Hund dieser Größe und Masse erstaunlich. Auf kurzen Distanzen kann er einem Hüte-oder Jagdhund mühelos Paroli bieten. Der Kangal ist ruhig und ausgeglichen, ohne Neigung zu Hektik oder Nervosität. Er hat eine starke Bindung an sein Territorium und verteidigt es kompromisslos. Der Schutztrieb ist stark entwickelt. Fremden gegenüber ist der Kangal reserviert und misstrauisch.

Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V

www.ag-herdenschutzhunde.de


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