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DAS PROGRAMM DES HESSISCHEN STAATSTHEATERS WIESBADEN

SPIELZEIT 2021.2022


FRIEDRICH SCHILLER, »WALLENSTEIN«

O! DIESE STAATSKUNST, WIE VERWÜNSCH ICH SIE.


INHALT

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130

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OPER SCHAUSPIEL KONZERT BALLETT JUST

186 Theaterpädagogik

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SERVICE

194 Karten

196 Abonnements 201 Kartenpreise 202 Saalpläne 206 Anfahrt 208 Personalia 213 Spielplan 216 216

KONTAKT IMPRESSUM


Uns Theaterleuten hat das Theater natürlich existentiell gefehlt.


VORWORT

Liebes Publikum, vermutlich werden in diesen Tagen in zahlreichen Städten neue Spielzeithefte erscheinen, in denen die Intendantinnen und Intendanten betonen, wie sehr das Theater in der vergangenen Spielzeit gefehlt hat. Und es ist ja auch wahr: Uns Theaterleuten hat das Theater natürlich existentiell gefehlt. Denn es ist unsere Arbeit, es ist unsere Form, uns auszudrücken. Ohne Theater haben wir, jedenfalls als Künstler, keine Daseinsberechtigung. Das festzustellen ist freilich ­t rivial. Ähnlich trivial wäre es festzustellen, dass in einer geschlossenen Autowerkstatt ein Automechaniker keine Arbeit findet. Viel entscheidender aber ist doch die Frage: Hat Ihnen, liebes Publikum, das Theater gefehlt? Diese Frage aber können wir Theaterleute nicht beantworten – das müssen Sie tun! Und wenn Sie sagen: »Ja, das Theater hat mir gefehlt!« (und ich bin­ehrlich genug zu sagen, dass ich mir diese Antwort erhoffe), dann wäre es interessant zu erfahren, warum es Ihnen gefehlt hat. Weil Sie die von Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert vermittelten Emotionen vermissen? Weil Sie sich Ihre Sicht auf die Welt bestätigen lassen möchten? Oder im Gegenteil, weil Sie sich aufrütteln, sich Ihre Sicht stören lassen möchten? Weil Sie sich gerne mit Freundinnen und Freunden über ein gemeinsames Erleben austauschen? Weil Sie unser Foyer so sehr lieben und das Geräusch anstoßender Sektgläser? Weil Sie ab und an ein in Echtzeit stattfindendes Erlebnis der Konserve aus Film und Fernsehen vorziehen? Weil Sie Musik unbedingt live hören wollen? Weil Sie lebenden Menschen beiwohnen wollen? Weil Sie (die übrigens gut ausgetauschte, mit wenig bis keinen Aerosolen angereicherte) Theaterluft so lieben?

Letztlich können wir nicht wissen, warum Sie ins Theater kommen, aber ich möchte Sie bitten, dass wir darüber im Gespräch bleiben. Denn wir machen Theater, weil wir es für wichtig erachten, live und direkt mit Ihnen in Kontakt zu sein. Weil wir nicht alleine sein wollen, son­dern Sie für ein paar Stunden begeistern wollen, weil wir damit Ihre Herzen und Ihren Verstand erreichen wollen. Was wir uns für die kommende Spielzeit ausgedacht haben, um Sie zum Theatererlebnis zu verlocken, das steht in diesem Heft. Jetzt müssen Sie nur noch kommen. Und wenn Sie dann sagen: »Ach, wie gut, dass das Theater wieder da ist!«, dann haben wir etwas richtig gemacht. In diesem Sinne möchte ich Sie einladen – nach einer Spielzeit, die fast für Sie verloren war, in der wir aber hinter verschlossenen Türen alles dafür getan haben, um den Theaterbetrieb immer wieder in Gang zu setzen, um Sie notfalls auch über Streamings oder wenigstens über eine hoffnungsstiftende Lichtwand zu erreichen –, nun möchte ich Sie also einladen, mit uns das Ereignis Theater neu entstehen zu lassen! Dieses Ereignis gibt es nicht ohne uns. Aber es gibt es auch nicht ohne Sie! Ihr

Uwe Eric Laufenberg, Intendant

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MEIN VERSTÄNDNIS VON THEATER IST WEIT Die WIEBSADEN BIENNALE, deren nächste Ausgabe im September 2022 ansteht, hat einen neuen Leiter: Kilian Engels. Im Interview erzählt er von seiner Vergangenheit als ­ Festivalkurator und davon, was er mit der BIENNALE in Zukunft vorhat.

INTERVIEW WOLFGANG BEHRENS

Lieber Kilian, seit Anfang dieses Jahres bist Du als neuer Kurator für die WIESBADEN BIENNALE tätig, und im September 2022 wird die erste von Dir verantwortete Ausgabe dieses Festivals über die Bühne gehen. Tatsächlich arbeitest Du aber nicht das erste Mal für die Biennale, richtig? Kilian Engels: Ich bin gebürtiger Bonner, das heißt, ich kenne den Vorläufer der WIESBADEN BIENNALE – die Bonner Biennale – aus meiner Heimatstadt und habe dort während des ­Studiums gearbeitet. Aber auch die WIESBADEN BIENNALE habe ich natürlich besucht und genau verfolgt. Durch die Neupositionierung der BIENNALE durch Uwe Eric Laufenberg und die tolle Arbeit von Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer 2016 und 2018 ist es eine sehr interessante Aufgabe, die WIESBADEN BIENNALE zu kuratieren. Ich freue mich darauf! Ist Dir etwas von den beiden BIENNALEN von Maria und Martin besonders in Erinnerung geblieben? KE: Vor allem die letzte BIENNALE 2018 hat ja viel Aufmerksamkeit erregt. Das »Nachnutzungskonzept« des Staatstheaters, der Pop-upREWE im Foyer, der goldene Erdoğan … Das ist sehr kontrovers aufgenommen worden, hat für Diskussionen gesorgt und ein großes mediales Echo erhalten. Und war sicher auch kontrovers gemeint. Gleichzeitig ist es gar nicht so e ­ infach, sich an die Künstler*innen zu erinnern, die da waren, weil das Konzept so stark war. In gewisser Weise war das kuratorische Konzept stärker als die gezeigten Produktionen. Das will ich gerne ändern. Bei mir sollen auf jeden Fall die ­Künst­ler*in­nen im Zentrum der A ­ ufmerksamkeit stehen. Und ich möchte gerne auch wieder Produktionen im Großen Haus zeigen.


INTERVIEW

Du kommst ja nicht aus dem kuratorischen Niemandsland, wenn ich das so sagen darf, sondern hast eine eindrückliche ­Vorgeschichte als Festivalleiter. Du warst von Anfang an in München beim Festival »Radikal jung« dabei … KE: Die WIESBADEN BIENNALE wird dann mein sechzehntes Festival sein. Bis jetzt habe ich immer im jährlichen Turnus Festivals gemacht, ich muss mich nun wohl ein bisschen umstellen auf den biennalen Rhythmus. Gleichzeitig wacht ja die ganze Festivalszene jetzt erst langsam wieder aus dem Corona-Schlaf auf. 2020 war ja bis auf wenige Ausnahmen für internationale Festivals ein verlorenes Jahr.

den Kurpark? Im Moment erscheint es mir wichtig, nach der Corona-Krise die Ressourcen, die uns zu Verfügung stehen, bestmöglich zu nutzen. Das schließt dann auch die Räumlichkeiten und die technischen Möglichkeiten, die das Staatstheater bietet, mit ein. Und zum Begriff Theater: Mein Verständnis von Theater ist sehr, sehr weit, und ich möchte ungerne wieder Kunst in Disziplinen unterteilen, die eig­ entlich überholt sind. Ich sehe meinen Fokus bei der BIENNALE nicht unbedingt auf literarischem Theater, in Form von Stückinszenierungen von literarischen Texten, auch wenn es das sicherlich geben wird.

Bei »Radikal jung« habe ich mich vor allem um Nachwuchskünstler*innen aus dem deutschen Sprachraum, aus Europa und auch aus den USA gekümmert. Über die lange Zeit, die ich »Radikal jung« geleitet habe, konnte ich viele Karrieren unterstützen und begleiten. Viele der Teilnehmer*innen sind mittlerweile arriviert und somit auch gut als Headliner für die WIESBADEN BIENNALE denkbar. Ich plane wichtige interna­ tionale Positionen im Großen Haus, speziellere Sachen im Kleinen und Fenster für interna­ tionale Nachwuchskünstler*innen im Studio.

Mir ist sehr wichtig, zeitgemäße Arbeiten zu zeigen, die in unsere Welt passen, die nicht notwendigerweise eine fiktionale Grenze zwischen Zuschauerraum und Bühne ziehen. Mir ist es wichtig, andere Produktionsformen als die des herkömmlichen Regietheaters zu zeigen. Das ist aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wenn man ein internationales Festival macht, denn woanders sind die Grenzen nicht so definiert wie bei uns in Deutschland. Ich will den Schwerpunkt auf Arbeiten von multidisziplinären Künstler*innen legen, die für das Theater arbeiten. In diesem Sinne will ich unbedingt genreübergreifende, oder vielleicht besser: antidisziplinäre Arbeiten zeigen. Wenn man sich die jüngere Generation von Theaterschaffenden ansieht, dann gibt es praktisch nur noch multidisziplinäre Ansätze. Und die Bildende Kunst wird ja auch immer performativer, das lässt sich also gut integrieren.

Das klingt so, als gäbe es schon eine klare Kursänderung im Vergleich zu den BIENNALEN 2016 und 2018. Könnte man sagen, dass Du – nach den sehr genreübergreifenden und installativen Arbeiten der vergangenen beiden Ausgaben – doch wieder deutlich zum Theater hin tendierst? KE: Teils teils. Man muss ja sehen, dass für uns Festivalmacher*innen immer die Welt, vor deren Hintergrund wir Festivals machen, eine Rolle spielt. Vielleicht wäre ich 2018 mit einer zweiten BIENNALE-Ausgabe auch in die CityPassage gegangen. Vielleicht gehe ich ja 2024 in

Bei mir sollen auf jeden Fall die Künstler*innen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

Zum Abschluss möchte ich noch eine Frage stellen, wie man sie auch Bundestrainern gerne stellt und deren Antwort man in der Regel schon kennt. Ich stelle sie trotzdem: Kannst Du schon Namen von Künstler*innen verraten, die zur Biennale kommen werden? KE: Ich habe feste Absprachen, und schicke heute den ersten Kooperationsvertrag zu Uwe Eric Laufenberg. Da aber noch nichts unterschrieben ist, würde ich ungerne hier darüber sprechen. Inoffiziell natürlich jederzeit gerne. Tatsächlich soll das gesamte Programm ja im Frühjahr 2022 veröffentlicht werden, und ­vielleicht können wir bestimmte Produktionen ja noch diesen Herbst kommunizieren …

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MAIFESTSPIELE

INTERNATIONALE MAIFESTSPIELE 125 ½ UND 125 + 1 Wie viele Geburtstagspartys konnten in den letzten Monaten nicht gefeiert werden? Wie viele Jubilare mussten an ihrem 75., 80. oder 90. Geburtstag im allerengsten Kreis v ­ erbleiben? Natürlich waren auch Prominente »unter den Opfern«: Die Festivitäten zu Ludwig van ­Beethovens 250. Geburtstag fielen ziemlich mager aus, zahlreiche Veranstaltungen zu den Jubiläen Friedrich Hölderlins und Paul Celans mussten abgesagt werden. Und auch die 125. Internationalen Maifestspiele samt der begleitenden, vom Stadtmuseum geplanten Sonderausstellung » Vorhang auf! « konnten nicht stattfinden. Der große Filmregisseur Federico Fellini hatte, als er seinen neunten Film drehte, zwar nicht mit einer Pandemie, aber doch mit einer Schaffenskrise zu kämpfen, weswegen er diesen Film schlicht »8 ½« nannte. Eine charmante Idee, die später – in bewusst alberner Zuspitzung – von den Komödientiteln »Die nackte Kanone 2 ½« und »Die nackte Kanone 33 ⅓« parodiert wurde. Warum sollen wir uns nicht auch an ­Fellini ein Vorbild nehmen und Sie zu den 125 ½. Internationalen Maifestspielen ­einladen? Aus einem November kann niemand einen Mai machen, weswegen wir uns auch nicht anmaßen, einen ganzen Festmonat nachzuholen. Doch eine Gala soll es doch wenigstens sein, die sich dem ausgefallenen Jubiläum widmet. ­Markieren Sie daher doch bitte den 6. November in Ihrem Kalender, denn an diesem Tag wollen wir mit Ihnen IMF 125 ½ feiern, mit Stargästen wie der Sopranistin Catherine Foster und dem Tenor Andreas Schager.

Und im nächsten Jahr folgen dann, sofern kein Erdbeben, kein Vulkanausbruch oder sonstiges es verhindern, in gewohntem Glanz die ­Internationalen Maifestspiele 125 + 1. Einiges wird da nachgeholt werden, z.B. das gewaltige und unser Haus bis an seine Grenzen anspannende Projekt, Jörg Widmanns Oper »Babylon« auf die Bühne zu wuchten. Oder eine Auf­f ührung von »Tristan und Isolde« in absoluter ­Topbesetzung. Und wir werden die sieben »Meisteropern« Mozarts in zyklischer Aufführung erleben, u. a. mit Johannes Martin Kränzle, Günther Groissböck, Katharina ­Konradi und viele anderen. Zudem wird es wieder jede Menge neue und Neugier weckende internationale Gastspiele geben. Und tatsächlich wird auch noch – ein Jahr später, aber beileibe nicht zu spät – das Stadt­museum seine »Vorhang auf!« -Ausstellung zur 125-jährigen Maifestspiel-­Geschichte ­präsentieren können. Beziehungsweise dann eben 125 + 1.

ANDREAS SCHAGER

CATHERINE FOSTER

JOHANNES MARTIN KRÄNZLE

GÜNTHER GROISSBÖCK

KATHARINA KONRADI

ERWIN SCHROTT

SAVE THE DATE

GALAKONZERT

zum 125-jährigen Jubiläum der Internationalen Maifestspiele Wiesbaden Mit Catherine Foster, Andreas Schager, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Termin 6. Nov. 2021, 19.30 Uhr

UND VIELE WEITERE GÄSTE IM MAI …

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EIN MOSAIK MENSCHLICHER LEIDENSCHAFTEN


MOZARTZYKLUS

»Die Musik steckt nicht in den Noten, sondern in der Stille dazwischen.« W. A. Mozart

Mozart, Mozart und immer wieder Mozart. Er gilt als eines der größten musikalischen Genies aller Zeiten. Mit seinen Werken in ­sämtlichen musikalischen Gattungen schrieb er Musikgeschichte. Mehr noch: Bis heute prägen seine Sonaten, Streichquartette und Sinfonien in unserer Vorstellung den Klang einer ganzen Epoche. Und gäbe es seine Opern nicht – um wie vieles ärmer wären heute die Spielpläne der Opernhäuser dieser Welt! Mozarts letzte sieben »Meisteropern« stehen als eine Klasse für sich. Ihre Entstehung – angefangen vom »Idomeneo« im Jahr 1781 bis zu seinen letzten Opern »Die Zauberflöte« und »La clemenza di Tito« von 1791 – erstreckt sich über den stolzen Zeitraum von immerhin zehn Jahren. Doch bilden diese Werke seit ihrer jeweiligen Uraufführung einen festen, unverzichtbaren Bestandteil im Repertoire aller großen Sänger*innen, Musiker*innen, Dirigent*innen und Regisseur*innen. Und es spricht wohl ebenso für die Qualität von Mozarts Kunst, dass jede Epoche in diesen Werken aufs Neue einen anderen, den eigenen Welt­ anschauungen und Lebensumständen ent­ sprechenden Widerhall zu entdecken vermag. Zwar hat Mozart selbst seine sieben letzten Opern nicht als einen zusammenhängenden Zyklus betrachtet oder konzipiert, aber er hat diese Meisterstücke deutlich in drei Werkgruppen geschaffen: Die deutschen Sing­spiele »Die Entführung aus dem Serail« und »  Die Zauberflöte« , mit denen er eine

eigenständige deutsche Operntradition quasi mitbegründete, die »Da Ponte-Trilogie«, in der er mit dem kongenialen Librettisten Lorenzo da Ponte in »Die Hochzeit des Figaro«, »Don Giovanni« und »Così tan tutte« das Theater und die Musik zu einem neuen, durchgestalteten ­Musiktheater formte und die beiden Seria-Opern ­»Idomeneo« und »Titus«, die zusammen die Heptalogie rahmen: als alte Opernformen, denen Mozart neuen Geist ­einhauchte. Wir präsentieren im Mai 2022 einen MozartZyklus, in dem das Publikum die sieben Opern in der Reihenfolge ihrer Entstehung erleben kann. Und so offenbart sich in deren Gesamtschau auf der Bühne ein facettenreiches Mosaik menschlicher Leidenschaften, das in den sieben Stücken die Gattung Oper zu einem ersten (für manche nie mehr erreichten) Höhepunkt geführt hat, ein Zyklus, der in seiner Summe einen wahren Mount Everest des musikalischen Theaters darstellt. Wiesbaden hat in den letzten Jahren daran gearbeitet, dass sich in diesem Zyklus ein einzigartiges Mozart-Sängerensemble präsentieren kann. Dass daraus ein künstlerisches Ganzes wird, dafür sorgt vor allem das ­Hessische Staatsorchester Wiesbaden unter der Musikalischen Gesamtleitung des »Mozart-Spezialisten« Konrad Junghänel, der alle sieben Opern mit dem ­­erforder­lichen ­Feingespür für die von Mozart beschworene »Stille dazwischen« gestalten wird.

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IDOMENEO

DIE HOCHZEIT DES FIGARO

COSÌ FAN TUTTE

Inszenierung Uwe Eric Laufenberg

Komische Oper in vier Akten

Inszenierung Uwe Eric Laufenberg

Idomeneo Mirko Roschkowski Idamante Adrian Angelico Elettra Cristina Pasaroiu Ilia Sumi Hwang Oberpriester Rouwen Huther Stimme des Orakels Young Doo Park, u. a.

Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Graf Almaviva Johannes Martin Kränzle Gräfin Almaviva Slávka Zámečníková Susanna Anna El-Khashem Figaro Konstantin Kimmel Cherubino Silvia Hauer, u. a.

Fiordiligi Julia Lezhneva Dorabella Silvia Hauer Ferrando Ioan Hotea Guglielmo Christopher Bolduc Despina Gloria Rehm Don Alfonso Thomas de Vries

Vorstellung 13. Mai 2022

Vorstellung 19. Mai 2022

Dramma per musica in drei Akten

DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

Le nozze di Figaro

Opera buffa in zwei Akten

Vorstellung 21. Mai 2022

DIE ZAUBERFLÖTE DON GIOVANNI

Große Oper in zwei Aufzügen

Dramma giocoso in zwei Akten

Inszenierung Carsten Kochan

Singspiel in drei Akten

Inszenierung Nicolas Brieger

Inszenierung Uwe Eric Laufenberg

Don Giovanni Erwin Schrott Donna Anna Sumi Hwang Don Ottavio Ioan Hotea Komtur Young Doo Park Donna Elvira Dinara Alieva Leporello Patrick Carfizzi, Zerlina Katharina Konradi Masetto Marek Reichert

Sarastro Albert Pesendorfer Tamino Martin Piskorski Königin der Nacht Aleksandra Jovanović Pamina Anna El-Khashem Papageno Benjamin Russell Papagena Stella An Monostatos Erik Biegel

Konstanze Aleksandra Jovanović Belmonte John Irvin Blonde Gloria Rehm Osmin Wolf Matthias Friedrich Pedrillo Julian Habermann Bassa Selim Ihsan Othmann Vorstellung 15. Mai 2022

Vorstellung 20. Mai 2022

Vorstellung 26. Mai 2022

TITUS

La clemenza di Tito Dramma serio per musica in zwei Akten Inszenierung Uwe Eric Laufenberg

MOZART-ZYKLUS Internationale Maifestspiele 2022

Titus Thomas Blondelle Vitellia Elissa Huber Servilia Michelle Ryan Sesto Silvia Hauer Annio Lena Haselmann Publio Young Doo Park, u. a. Vorstellung 27. Mai 2022

MOZART-ZYKLUS


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NEUINSZENIERUNGEN 16

WIEDERAUFNAHMEN

IL TROVATORE

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CABARET

15

Giuseppe Verdi

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Joe Masteroff (Buch), Fred Ebb ­(Gesangstexte), John Kander (Musik)

26

TRISTAN UND ISOLDE Richard Wagner

30

WERTHER

Jules Massenet

36

PIQUE DAME Peter Tschaikowski

42

MY FAIR LADY Frederic Loewe

DIE HOCHZEIT DES FIGARO Wolfgang Amadeus Mozart

20

Wolfgang Amadeus Mozart

21

PUCCINIS »TRIPTYCHON« Giacomo Puccini

34

35

DON CARLO BABYLON

HÄNSEL UND GRETEL

Engelbert Humperdinck

DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

Wolfgang Amadeus Mozart

Giuseppe Verdi 50

DIE ZAUBERFLÖTE

40

DON GIOVANNI

Wolfgang Amadeus Mozart

Jörg Widmann 41

ELEKTRA

Richard Strauss

46

COSÌ FAN TUTTE

Wolfgang Amadeus Mozart

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IDOMENEO

Wolfgang Amadeus Mozart

48

TITUS

Wolfgang Amadeus Mozart


OPER


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WIEDERAUFNAHME

MY FAIR LADY Frederic Loewe (1901 – 1988)

Musical in zwei Akten Nach Bernard Shaws »Pygmalion« und dem Film von Gabriel Pascal Buch: Alan Jay Lerner Musik: Frederick Loewe Deutsch: Robert Gilbert Uraufführung: 1956 in New York In deutscher Sprache. Musikalische Leitung Christoph Stiller / Holger Reinhardt Inszenierung Beka Savić Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Claudia Jenatsch Choreografie Myriam Lifka Chor Albert Horne Licht Andreas Frank Dramaturgie Katja Leclerc / Laura Weber Professor Henry Higgins Uwe Eric Laufenberg Eliza Doolittle Mira Benser Alfred P. Doolittle Michael Birnbaum Oberst Pickering Uwe Kraus Freddy Eynsford-Hill Björn Breckheimer Mrs. Pearce Evelyn Faber Mrs. Higgins Margit Schulte-Tigges Zoltan Karpathy Klaus Krückemeyer Mrs. Eynsford-Hill Petra Urban Chor und Chorsolist*innen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 5. Sep. 2021, Großes Haus Weitere Vorstellungen 18. Sep., 22. / 31. Okt., 19. / 26. Nov., 16. / 18. / 31. Dez. 2021, 20. Jan., 30. Juni, 10. Juli 2022

»Liebevolle Ausstattung mit vielen Schauwerten.« Wiesbadener Kurier, Brigitta Lamparth, 29.10.2018


Oper

Komische Oper in vier Akten

»Großartige vokale Leistungen.« FAZ, Axel Zibulski, 08.09.2020

WIEDERAUFNAHME

DIE HOCHZEIT DES FIGARO

Le nozze di Figaro Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

Libretto: Lorenzo da Ponte, nach »La folle journée ou Le mariage de Figaro« von Pierre­Augustin Caron de Beaumarchais Uraufführung: 1786 in Wien In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Jessica Karge Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Daniel C. Schindler Graf Almaviva Benjamin Russell /  Johannes Martin Kränzle (15. / 17. Sep, Mai*) Gräfin Almaviva Sumi Hwang /  Slávka Zámečníková (Mai*) Susanna Anna El-Khashem Figaro Konstantin Kimmel Cherubino Heather Engebretson /  Silvia Hauer (Mai*) Marcellina Romina Boscolo Basilio Erik Biegel  Don Curzio Osvaldo Navarro-Turres Bartolo Wolf Matthias Friedrich Antonio Wolfgang Vater Barbarina Stella An Chor und Chorsolistinnen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 12. Sep. 2021, Großes Haus

MOZART-ZYKLUS

Weitere Vorstellungen 15. / 17. Sep 2021, 26. Mär, 19. Mai* 2022 *Internationale Maifestspiele

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NEUINSZENIERUNG

IL TROVATORE

Giuseppe Verdi (1813 – 1901)


EWIGE WIEDERKEHR

Oper

TEXT KATJA LECLERC

Die Handlung von Verdis   »  Il Trovatore« liest sich wie das Drehbuch zu einer schwarzen Schauergeschichte. In seiner zu Lebzeiten des Komponisten beliebtesten Oper machte Verdi vieles neu, nur an manchen Punkten hielt er an den »ewigen Operngesetzen« fest. Eine halb-ernste Betrachtung.

Ein leerstehendes Opernhaus, schon lange von Künstler*innen und Publikum verlassen. Der Vorhang hängt in Fetzen, die Sitze sind von Staub bedeckt. Die Kulissen bewegen sich nicht mehr, die Scheinwerfer blicken aus stumpfen, dunklen Augen. Doch wenn der Mond groß und voll am Himmel steht, trägt der Wind süße Klänge durch Saal und Foyer, die Treppen herunter und aus den Resten der Eingangstüren heraus. Als wären sie immer noch da, die ewigen Protagonisten der italienischen Oper: Ein Tenor, ein Bariton, und zwischen ihnen ein Sopran. Mit diesem Standard-Personal und den bekannten Opernformen wie Eröffnungschor, Arien und Duetten wollte auch der Librettist von »Il Trovatore«, Salvatore Cammarano, operieren, als er den Bühnenerfolg des spanischen Dramatikers Antonio García Gutiérrez für Giuseppe Verdi zu einer Opernhandlung umarbeiten sollte. Verdi hatte gerade »­ Rigoletto« herausgebracht und war nach wie vor von extremen, grotesken Charakteren fasziniert. Davon hatte »Der Troubadour« reichlich zu bieten, allen voran Azucena, die von Rache für den Tod ihrer Mutter getriebene Zigeunerin. Die beiden männlichen Hauptdarsteller konnten unterschiedlicher nicht sein: ein melancholischer Minnesänger auf der einen Seite, ein aufbrausender, von seiner Libido getriebener Graf Luna auf der anderen Seite. Dass die beiden Rivalen sich als Brüder herausstellen sollten, war nur das »icing on the cake«, der Gipfel der waghalsigen Handlung. Zwischen ihnen steht eine Frau von adligem Blut, Leonora – in ihrer Reinheit eine Nachfolgerin von Rigolettos Tochter Gilda. Doch eben jenes ewiggültige Beziehungsdreieck der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts, TenorSopran-Bariton, wollte Verdi nicht bedienen. Als Cammarano starb, suchte er sich einen noch unerfahrenen Poeten für die Fertigstellung des Librettos und änderte selbst einige Details des Textes um, ohne sich um die rechtlichen Folgen zu kümmern. So brachte er das für ihn typische Mittel der Verknappung ein, mit dem

EWIGE

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Was Azucena antreibt, kann in einem Schlüsselbegriff zusammengefasst werden:

er in einzelnen Schlagwörtern, ja Ausrufen, und mit spezifischer musikalischer Färbung mehr Effekt erreicht, als es langatmige Verse im hohen Stil oder ganze musikalische Nummern nach Maß je könnten.

»vendetta« – Rache.

Besonders und neu für Verdi war, dass er eine Mezzosopranistin für eine Hauptrolle vorsah. Dass das Experiment Azucena mehr als gelang, kann man daran ablesen, dass auf diese starke Mezzo-Partie viele weitere folgen sollten: Ulrica in »Un ballo in mascera«, Eboli in »Don Carlo«, Amneris in »Aida«. Was Azucena antreibt, kann in einem Schlüsselbegriff zusammengefasst werden: »vendetta« – Rache. Diese Rache hat das Ausmaß einer antiken Tragödie, denn sie ist zur ewigen Fortspinnung verdammt. Azucena musste als junge Frau mitansehen, wie ihre Mutter auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Denn diese war beschuldigt worden, einen der beiden Söhne des alten Grafen Luna verhext zu haben. Azucena raubte eines der Kinder, warf aber im Affekt ihren eigenen Säugling ins Feuer. Den entführten Sohn des Grafen – Troubadour Manrico – zog sie wie ihr eigenes Kind auf. Als Manrico für seine Beteiligung an einem Aufstand verhaftet wird, sieht Azucena den Zeitpunkt ihrer Rache gekommen. Sie will den Schmerz über den erlittenen Verlust weitergeben. Am Ende der Oper wird der junge Graf Luna seinen eigenen Bruder hingerichtet haben und erst, als es zu spät ist, aus dem Mund der Zigeunerin dessen wahre Identität erfahren. Mit den letzten Klängen der Oper, in die Azucena ihren Triumph hineinruft, stellt sich zugleich die Frage nach der weiteren Fortsetzung der Rache. So wird im »Trovatore« das Motiv der ewigen Wiederkehr der Gewalt stärker als das traditionelle Motiv Nummer Eins der Oper – die Liebe. Obwohl einzuwenden wäre, dass Liebe in der Oper sowieso meist nur in ihrer Unmöglichkeit vorkommt und klassischerweise mit dem Tod der Sopranistin beendet wird. Was das


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Liebes-Dreieck in dieser Verdi-Oper angeht, so wird Leonora zwar von beiden Männern begehrt, aber auch von beiden wiederholt der Untreue bezichtigt. Objekt der Begierde und Spielball der Eifersucht, ist Leonora auf der Suche nach einem Ausweg. Sie schöpft beide klassischen Opern-Notausgänge für den Sopran aus: erst das Kloster, in das sie jedoch nicht eintreten kann, weil die Männer dazwischenfahren, dann den Suizid. Während also Azucena in der ewigen Wiederkehr der Rache weiterlebt und Verdi zu einer ganzen Reihe weiterer starker Mezzosopran-Partien inspirierte, hält sich Leonora an den begrenzten Spielraum des Soprans in der Oper des 19. Jahrhunderts – und setzt sich selbst ein Ende. NEUINSZENIERUNG

IL TROVATORE

Giuseppe Verdi (1813  – 1901) Dramma lirico in vier Teilen Libretto: Salvatore Cammarano, mit Ergänzungen von Leone Emmanuele Bardare, nach dem Drama »El trovador« (1836) von Antonio García Gutiérrez Uraufführung: 1853 in Rom In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Alexander Joel /  Christoph Stiller (Nov.) Inszenierung Philipp M. Krenn Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Katja Leclerc Graf von Luna Aluda Todua /  Alexei Isaev (Okt., Nov.) Leonora Cristiana Oliveira Azucena Vesselina Kasarova (19., 30. Sep.  / Okt. / 15. Juli)  / Jordanka Milkova Manrico Aaron Cawley Ferrando Young Doo Park Inez Stella An Ruiz Erik Biegel Chor, Chorsolisten & Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 19. Sep. 2021, Großes Haus Weitere Vorstellungen 25. / 30. Sep., 30. Okt., 12. / 21. Nov. 2021, 26. / 29. Juni, 3. / 15. Juli 2022 *Internationale Maifestspiele

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Große Oper in zwei Aufzügen Libretto: Emanuel Schikaneder Uraufführung: 1791 in Wien In deutscher Sprache. Mit Übertiteln. Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung und Ausstattung Carsten Kochan Video Carsten Kochan, Gérard Naziri Licht Klaus Krauspenhaar Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai Sarastro Young Doo Park /  Albert Pesendorfer (Mai*) Tamino Julian Habermann /  Martin Piskorski (21. Okt., Mai*) Königin der Nacht Aleksandra Jovanović Pamina Anna El-Khashem /  Sumi Hwang (Dez., Feb., Apr., Juli) Erste Dame Sharon Kempton Zweite Dame Fleuranne Brockway Dritte Dame Romina Boscolo Drei Knaben Solisten des Knabenchores der Chorakademie Dortmund Papageno Christopher Bolduc (Sep., Okt.) / Benjamin Russell Papagena Stella An Monostatos Erik Biegel Erster Geharnischter / Erster Priester Ralf Rachbauer Sprecher / Zweiter Geharnischter /  Zweiter Priester Thomas de Vries Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 26. Sep. 2021, Großes Haus

»Junghänel ist ja Wiesbadens Trumpf in Sachen Mozart-Oper, auch diesmal wirkten seine Tempi herrlich dynamisch, manches grenzwertig flott, anderes wunderbar atmend und gelöst.« Frankfurter Rundschau, Stefan Schickhaus, 17.10.2016

Weitere Vorstellungen 9. / 21. Okt. 2021, 18. Feb., 23. Apr., 26. Mai, 24. Juli 2022 *Internationale Maifestspiele

WIEDERAUFNAHME

DIE ZAUBERFLÖTE Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

MOZART-ZYKLUS


Oper

Zyklus aus drei Operneinaktern WIEDERAUFNAHME

PUCCINIS »TRIPTYCHON« Giacomo Puccini (1858 – 1924)

»Am Pult des Hessischen Staatsorchesters erwies sich als musikalisch kompetenter Sachwalter Alexander Joel. Er bediente die effektvollen dramatischen Höhepunkte mit klug dosierter Übersicht.« Opernglas, J.-M. Wienecke, Juni 2021

Uraufführung: 1918 in New York City In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Alexander Joel Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Jessica Karge Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Knabenchor Roman B. Twardy Dramaturgie Daniel C. Schindler Der Mantel (Il tabarro) Libretto: Giuseppe Adami, nach dem Drama »La houppelande« von Didier Gold Michele Daniel Luis de Vicente Luigi Aaron Cawley Il Tinca Erik Biegel Il Talpa Wolf Matthias Friedrich Giorgetta Olesya Golovneva La Frugola Romina Boscolo Schwester Angelica (Suor Angelica) Libretto: Giovacchino Forzano Schwester Angelica Olesya Golovneva Die Fürstin Romina Boscolo Die Äbtissin Fleuranne Brockway Schwester Genovieffa Stella An Schwester Dolcina Britta Stallmeister Gianni Schicchi Libretto: Giovacchino Forzano Gianni Schicchi Daniel Luis de Vicente Lauretta Olesya Golovneva Zita Romina Boscolo Rinuccio Ioan Hotea Gherardo Erik Biegel Nella Britta Stallmeister Betto di Signa Benjamin Russell Simone Wolf Matthias Friedrich Marco Christopher Bolduc La Ciesca Fleuranne Brockway Wiesbadener Knabenchor Chor & Chorsolist*innen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 3. Okt. 2021, Großes Haus Weitere Vorstellungen 17. / 24. Okt 2021

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NEUINSZENIERUNG

CABARET

Joe Masteroff (Buch), Fred Ebb ­(Gesangstexte), John Kander (Musik)


Oper

TEXT DANIEL C. SCHINDLER

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Vom Buch zum Theaterstück, vom Theaterstück zum Film, vom Film zum Musical und von da erneut zum Film, so ließe sich die turbulente Geschichte des populären Musical-Klassikers »Cabaret« in Kürze zusammenfassen. Im Detail liest sich diese in etwa wie folgt: 1939 verarbeitete der Schriftsteller Christopher Isherwood seinen Aufenthalt im Berlin der frühen 1930er Jahre in dem autobiografischen Roman »Leb wohl, Berlin«. Darin gibt der Autor atmosphärisch dicht die Lebenssituation verschiedener – teils fiktiver, teils auf tatsächlichen Begegnungen beruhender – Personen während der Zeit der zu Ende gehenden Weimarer Republik wieder: »Ich bin eine Kamera mit weit geöffneter Blende, passiv aufzeichnend, nicht denkend«, lautet der Beginn des zweiten Absatzes des Romans. Der oft zitierte Satz war namensgebend für das auf dem Roman basierende Theaterstück »Ich bin eine Kamera« von John van Druten, das 1951 am Broadway mit Julie Harris in der Rolle der Sally Bowles uraufgeführt und 1955 von Henry Cornelius ebenfalls mit Julie Harris in der Hauptrolle verfilmt wurde. Das reale Vorbild für die Figur der Sally Bowles war übrigens Jean Iris Ross (1911 – 1973), Tochter eines schottischen Baumwollhändlers, die es als Touristin nach Berlin verschlagen hatte, wo sie sich durch Auftritte als Cabaret-Sängerin über Wasser hielt und in derselben Pension wie Christopher Isherwood wohnte.

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K L WI L

Erst aus dem genannten Film sollte schließlich das bis heute populär gebliebene Musical »Cabaret« hervorgehen, das – nach einer Serie von nicht weniger als 21 Previews – am 20. November 1966 unter der Regie von Harold Prince seine Premiere im Broadhurst Theatre in New York City feierte. Die Musik dazu lieferte John Kander, das Buch verfasste Joe Masteroff, und die Liedtexte wurden von Fred Ebb beigesteuert. In den Hauptrollen waren unter anderem Lotte Lenya als Fräulein Schneider, Jill Haworth als Sally Bowles und Bert Convy als Clifford Bradshaw zu sehen.

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Legendär ist bis heute die filmische Verkörperung der Sally Bowles durch Liza Minnelli, an der sich wohl jede Aufführung der Bühnenfassung in neuerer Zeit messen muss. Dass das Musical bis in unsere Zeit derart populär geblieben ist, verdankt es wohl vor allem seiner – zum Teil recht stark von der Bühnenvorlage abweichenden – Verfilmung durch Bob Fosse aus dem Jahr 1972. Das Drehbuch von Jay Presson Allen verschob den Fokus der Handlung weg von Fräulein Schneider und hin zu Sally Bowles. Den melancholischen Abgesang auf eine dekadente, dem Untergang geweihte Gesellschaft behielt der Film jedoch bei. Ferner sind die im Film enthaltenen Musiknummern nicht länger lediglich als Einlagen konzipiert, sondern einfallsreich choreografierte, stilbildende Bühnenshows, in denen neben Liza Minnelli vor allem Joel Grey als faszinierend androgyn auftretender Conférencier glänzt. Außerdem wurde die Filmmusik dadurch weiter aufgewertet, indem in dieser mit »Money« , »I Donʼt Care Much«, »Mein Herr« und »Maybe This Time« vier zusätzliche Songs erklangen, die in der MusicalFassung noch nicht enthalten waren und die heute aufgrund ihres Ohrwurm-Potenzials als absolute Klassiker angesehen werden dürfen.

Für die Musical-Version auf der Bühne ist der Film jedenfalls bis in unsere Gegenwart ein gewaltiges Erbe geblieben: »Cabaret« wurde mit acht Academy Awards ausgezeichnet, darunter mit je einem »Oscar« in den Kategorien Beste Regie (Bob Fosse) und Beste Hauptdarstellerin (Liza Minnelli). Zudem war »Cabaret« in den Kategorien Bester Film und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert. Legendär ist bis heute die filmische Verkörperung der Sally Bowles durch Liza Minnelli, an der sich wohl jede Aufführung der Bühnen­ fassung in neuerer Zeit messen muss. Mit der Sängerin Elissa Huber übernimmt eine Ausnahmekünstlerin die Rolle der im Berlin der 1930er Jahre singenden, tanzenden, lebenden und liebenden Femme fatale, die das Wiesbadener Publikum zuletzt in der Titel-rolle von Mark-Anthony Turnages Playmate-Oper »Anna Nicole« erleben konnte. Die Musikalische Leitung übernimmt Levi Hammer. Die Inszenierung liegt in den Händen von Iris Limbarth. Ob sich die vier populären Zusatz-Songs aus dem Film auch in der Wiesbadener Neu­inszenierung wiederfinden lassen, bleibt abzuwarten ... – das Publikum darf jedenfalls gespannt sein!


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CABARET

Buch von Joe Masteroff nach dem Stück »Ich bin eine Kamera« von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood Gesangstexte von Fred Ebb Musik von John Kander Deutsch von Robert Gilbert in der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker Uraufführung: 1966 in New York City In deutscher Sprache. Musikalische Leitung Levi Hammer Inszenierung und Choreografie Iris Limbarth Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Heike Korn Licht Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Daniel C. Schindler Conférencier Lina Habicht Sally Bowles Elissa Huber Clifford Bradshaw Julian Culemann Fräulein Schneider Evelyn M. Faber Herr Schultz Gottfried Herbe Ernst Ludwig Stefan Roschy Fräulein Kost Felicitas Geipel Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Band des Kit Kat Clubs Premiere 16. Okt. 2021, Großes Haus

SCHÖNHEIT für Ihren großen Auftritt

Weitere Vorstellungen 23. / 27. Okt., 23. Dez. 2021, 15. Jan., 17. Feb., 5. / 13. März, 9. / 24. Apr., 16. / 24. Juni, 22. Juli 2022

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NEUINSZENIERUNG

TRISTAN UND ISOLDE

Richard Wagner (1813 – 1883)

»SCHON WEICHT DEM TAG DIE NACHT!«


Oper

Kaum ein anderer Komponist dachte und lebte so sehr in Gegenwelten wie Richard Wagner. In »Tristan und Isolde« etwa treffen Tag- und Nachtwelt unvermittelt aufeinander. TEXT WOLFGANG BEHRENS

NEUINSZENIERUNG

Während die Tagwelt Idealen wie Glanz und Ruhm hinterherjagt und einem Gesetz der äußeren Anerkennung folgt, erheben sich in der Nachtwelt die Dämonen Liebe, Lust und Rausch, die jeglicher gesellschaftlichen Konvention zuwiderlaufen.

TRISTAN UND ISOLDE

In der Entstehungszeit des »Tristan« findet sich Wagner selbst zwischen Tag- und Nachtwelt eingeklemmt: 1857 hatte er mit seiner Frau Minna in Zürich das Gartenhaus neben der Villa seines Gönners Otto Wesendonck bezogen. Auf der Tagseite entspinnt sich ein freundschaftliches Verhältnis des Komponisten zu Wesendonck und seiner Gattin Mathilde; auf der Nachtseite jedoch verzehren sich Richard und Mathilde in einer leidenschaftlichen (auch körperlichen?) Liebe zueinander – ein Dreiecksverhältnis, das im »Tristan« in der Konstellation König Marke (Otto Wesendonck), Isolde (Mathilde) und Tristan (Wagner) ein gleichsam sagenhaftes Vorbild findet.

Richard Wagner (1813 – 1883) Handlung in drei Aufzügen Libretto: vom Komponisten, nach dem Versroman »Tristan« (um 1210) von Gottfried von Straßburg Uraufführung: 1865 in München In deutscher Sprache. Mit Übertiteln. Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Chor Albert Horne Licht Andreas Frank Video Gérard Naziri Dramaturgie Wolfgang Behrens Tristan Marco Jentzsch (7. / 13. Nov., 5. Dez., 8. Jan., 6. März) / Andreas Schager (28. Nov., Mai*, 6. Juni) Isolde Barbara Haveman (7. / 13. / 28. Nov., 6. März, 6. Juni)  / Catherine Foster (3. Dez., 8. Jan., Mai*) König Marke Albert Pesendorfer /  Young Doo Park (Dez., Jan., Mär.) / René Pape (Mai*) Kurwenal Thomas de Vries Melot Andreas Karasiak Brangäne Khatuna Mikaberidze /  Margarete Joswig (8. Jan., 6. März) Stimme eines jungen Seemanns Julian Habermann Ein Hirt Erik Biegel Chor und Chorsolisten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 7. Nov. 2021, Großes Haus Weitere Vorstellungen 13. / 28. Nov., 5. Dez. 2021, 8. Jan., 6. März, 29. Mai*, 6. Juni 2022 *Internationale Maifestspiele

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NACHTWELT

Tristan und Isolde. O sink hernieder, Nacht der Liebe, gieb Vergessen dass ich lebe; nimm mich auf in deinen Schoss, löse von der Welt mich los! Tristan. Verloschen nun die letzte Leuchte; Isolde. was wir dachten, was uns deuchte; Tristan. all Gedenken, Isolde. all Gemahnen, Beide. heil’ger Dämm’rung hehres Ahnen löscht des Wähnens Graus welterlösend aus. Isolde. Barg im Busen uns sich die Sonne, leuchten lachend Sterne der Wonne. Tristan. Von deinem Zauber sanft umsponnen, vor deinen Augen süß zerronnen; Isolde. Herz an Herz dir, Mund an Mund; Tristan. eines Athems ein’ger Bund; Beide. bricht mein Blick sich wonn’erblindet, erbleicht die Welt mit ihrem Blenden: Isolde. die uns der Tag trügend erhellt, Tristan. zu täuschendem Wahn entgegengestellt, Beide. selbst dann bin ich die Welt: Wonne-hehrstes Weben, Liebe-heiligstes Leben, Nie-wieder-Erwachens wahnlos hold bewusster Wunsch.

Richard Wagner an Mathilde Wesendonck, 7. April 1858 Ja, zu Dir! Aber sehe ich Dein Auge, dann kann ich doch nicht mehr reden; dann wird doch Alles nichtig, was ich sagen könnte! Sieh, dann ist mir Alles so unbestreitbar wahr, dann bin ich meiner so sicher, wenn dieses wunderbare, heilige Auge auf mir ruht, und ich mich hinein versenke! Dann giebt es eben kein Object und kein Subject mehr; da ist Alles Eines und Einig, tiefe, unermessliche Harmonie! O, da ist Ruhe, und in der Ruhe höchstes, vollendetes Leben! O Thor, wer sich die Welt und Ruhe von da draußen gewinnen wollte! Der Blinde, so hätte er Dein Auge nicht erkannt, und seine Seele nicht in ihm gefunden! Nur Innen, im Innern, nur in der Tiefe wohnt das Heil! [Dieser Brief hat Mathilde Wesendonck nicht erreicht, da er von Minna Wagner abgefangen wurde.]

Richard Wagner an Caroline von Sayn-Wittgenstein, 12. April 1858 Was vor aller Welt vorgeht, hat für mich keinen besonderen Reiz, das Intime, worauf es Menschen unsrer Art einzig noch ankommt, verliert sich hier immer.

Wem sind wir nah? Dem Tode oder dem, was noch nicht ist? Was wäre Lehm an Lehm, formte der Gott nicht fühlend die Figur, die zwischen uns erwächst. Begreife nur: das ist mein Körper, welcher aufersteht. Nun hilf ihm leise aus dem heißen Grabe in jenen Himmel, den ich in dir habe: daß kühn aus ihm das Überleben geht. Du junger Ort der tiefen Himmelfahrt. Du dunkle Luft voll sommerlicher Pollen. Wenn ihre tausend Geister in dir tollen, wird meine steife Leiche wieder zart. Rainer Maria Rilke


Oper

Isolde. Was log der böse Tag dir vor, daß, die für dich beschieden, die Traute du verrietest? Tristan. Was dich umgliß mit hehrster Pracht, der Ehre Glanz, des Ruhmes Macht, an sie mein Herz zu hangen hielt mich der Wahn gefangen. Die mit des Schimmers hellstem Schein mir Haupt und Scheitel licht beschien, der Welten-Ehren Tages-Sonne, mit ihrer Strahlen eitler Wonne, durch Haupt und Scheitel drang mir ein, bis in des Herzens tiefsten Schrein. […] Isolde. O eitler Tagesknecht! Getäuscht von ihm, der dich getäuscht, wie mußt' ich liebend um dich leiden, den, in des Tages falschem Prangen, von seines Gleißens Trug befangen, dort, wo ihn Liebe heiß umfaßte, im tiefsten Herzen hell ihn haßte.

TAGWELT

Richard Wagner an Otto Wesendonck, Februar 1857

Der Ruhm Es knüpft an Gott der Wohllaut, der geleitet, Ein sehr berühmtes Ohr, denn wunderbar Ist ein berühmtes Leben groß und klar, Es geht der Mensch zu Fuße oder reitet. Der Erde Freuden, Freundlichkeit und Güter, Der Garten, Baum, der Weinberg mit dem Hüter, Sie scheinen mir ein Widerglanz des Himmels, Gewähret von dem Geist den Söhnen des Gewimmels. – Wenn Einer ist mit Gütern reich beglücket, Wenn Obst den Garten ihm, und Gold ausschmücket Die Wohnung und das Haus, was mag er haben Noch mehr in dieser Welt, sein Herz zu laben? Friedrich Hölderlin

Sie wissen, wie ich Ihnen schon vor 5 Jahren diesen größten Wunsch mittheilte, und ihn als das Verlangen eines freundlichen, ruhigen Landwohnsitzes mit Gärtchen bezeichnete. Diess musste als etwas Erreichbares erscheinen, und Sie selbst boten mir dazu die Hand. […] Liebster, ich habe so etwas eben noch nicht erlebt! eine so gründlich fördernde Macht der Freundschaft ist eben noch nie in mein Leben eingetreten: und was ich nun empfand, war nicht eigentlich die Freude über das erworbene Gut, sondern die herrliche Wärme, die mir das Gefühl Eurer Freundschaft gab, das Bewusstsein, getragen zu sein, was plötzlich jeden Druck, jede Last von mir nahm. — O, ihr guten, lieben Menschen! Was soll ich Euch sagen? Wie mit einem Zauberschlage ist plötzlich Alles um mich her anders! Alles Schwanken hat ein Ende: ich weiss, wo ich nun hingehöre, wo ich weben und schaffen, wo Trost und Stärkung, Erholung und Labung finden soll, und kann nun getrost allen Wechselfällen meiner künstlerischen Laufbahn, Anstrengungen und Mühen entgegensehen, denn ich weiss, wo ich wieder Ruhe und Erfrischung finde, im wirklichsten Sinne an der Seite, im Schoosse der rührendsten, treuesten Freundschaft und Liebe! O Kinder! Ihr sollt dafür mit mir zufrieden sein — gewiss, das sollt Ihr! — Denn für dieses Leben — gehöre ich Euch, und meine Erfolge, ja meine Heiterkeit und Productivität, sollen mich freuen, ich will sie pflegen und lieben, um Euch damit Freude zu machen!

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NEUINSZENIERUNG

WERTHER

Jules Massenet (1842 – 1912)

DICHTUNG, MUSIK UND WAHRHEIT


Oper

Als Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werthers« 1774 erschien, sprach er der jungen Leserschaft aus dem Herzen. Von manchen wurden die Briefe des schwärmerischen, an seinen Gefühlen verzagenden Werthers so stark als Abbild ihrer (Gefühls-)Realität wahrgenommen, dass sie dem Romanhelden in den Selbstmord folgten. Goethe selbst hatte wenig übrig für diese unglücklichen Nachahmer und rief sie im Vorwort zur zweiten Ausgabe zur Räson: »Sei ein Mann, und folge mir nicht nach.« Denn sie erkannten in dem europaweiten Bestseller nicht das, was er auch war: ein literarisches Spiel mit der Authentizität und ein pointiertes Zeitstück eines aufstrebenden Autors. Als Künstler nicht weniger selbstbewusst als Goethe, und nicht weniger erfolgreich zu Lebzeiten, war der französische Komponist Jules Massenet. Sein »Werther«-Projekt ging er an, nachdem andere Komponisten wie Charles Gounod und Ambroise Thomas bereits Erfolg mit GoetheStoffen gehabt hatten. Wie wäre wohl ein Gespräch zwischen dem deutschen Dichterfürsten und dem französischen Opernmogul verlaufen? Der Versuch einer Rekonstruktion.

TEXT KATJA LECLERC

Herr Goethe, Monsieur Massenet, sie sind schon zu Lebzeiten für Ihre Kunst verehrt worden. Was war Ihr Antrieb, was hat Sie dazu bewegt, Ihr Leben der Kunst zu widmen?

Johann Wolfgang von Goethe

Jules Massenet

Jules Massenet: Und würde ich tausend Jahre alt – was unwahrscheinlich ist – das schicksalhafte Datum des 24. Februar 1848 (ich stand kurz vor meinem 6. Lebensjahr) käme mir nicht aus dem Gedächtnis, nicht so sehr, weil es mit dem Zusammenbruch der Juli-Monarchie zusammen­fällt, sondern vielmehr, weil es meine allerersten Schritte in der musikalischen Laufbahn anzeigt, jener Laufbahn, bei der ich noch immer zweifle, ob ich wirklich für sie bestimmt gewesen sei, so sehr habe ich mir die Liebe zu den exakten Wissenschaften bewahrt! … Genau am Morgen dieses historischen Datums legte meine Mutter zum ersten Male meine Fingerchen auf die Klaviertasten – bei Talglicht. Wachskerzen gab es damals nur bei reichen Leuten.

Johann Wolfgang von Goethe: Was mich betrifft, so hatte ich auch wohl im Sinne, etwas Außerordent­ liches hervorzubringen; worin es aber bestehen könne, wollte mir nicht deutlich werden. Wie man jedoch eher an den Lohn denkt, den man erhalten möchte, als an das Verdienst, das man sich erwerben sollte, so leugne ich nicht, dass, wenn ich an ein wünschenswertes Glück dachte, dieses mir am reizendsten in der Gestalt des Lorbeerkranzes erschien, der den Dichter zu zieren geflochten ist. Werther leidet nicht nur an der unerwiderten Liebe, sondern auch an der gesellschaftlichen Zurückweisung durch Vorgesetzte und Höhergestellte. Herr Goethe, haben Sie da den Zeitgeist beschrieben? Goethe: In einem sich immer mehr erweiternden deutschen Dichterkreise entwickelte sich zugleich, mit so mannigfaltigen poetischen Verdiensten, auch noch ein anderer

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Noël, Noël! Ein Kinderstück nach »Werther« Inszenierung Florian Mahlberg Zwischen Charlotte und Werther funkt es – aber so wirklich glücklich ist die Liebe zwischen ihnen nicht. Dabei ist doch Weihnachten! Also versuchen Charlottes Schwester Sophie und ihr Vater einen ganz besonderen Weihnachtsabend für die kleinen Geschwister zu organisieren, um von dem Drama abzulenken. Doch der Plan gerät gefährlich ins Wanken, als das Weihnachtsessen vollkommen aus dem Ruder läuft und auch der perfekt einstudierte Weihnachtschor völlig schiefgeht. Und so wird Weihnachten zu einem verrücktkomischen Abend, voller Lachen, gebrochener Herzen und einem Vater, der verzweifelt versucht, das Chaos im Zaum zu halten. Immer nachmittags vor der Abend­vorstellung von »Werther«

Sinn, dem ich keinen ganz eigentlichen Namen zu geben wüsste. Man könnte ihn das Bedürfnis der Unabhängigkeit nennen, welches immer im Frieden entspringt. Im Frieden tut sich der Freiheitssinn der Menschen immer mehr hervor, und je freier man ist, desto freier will man sein. Man will nichts über sich dulden: Wir wollen nicht beengt sein, niemand soll beengt sein, und dies zarte, ja kranke Gefühl erscheint in schönen Seelen unter der Form der Gerechtigkeit. Dieser Geist und Sinn zeigte sich damals überall, und gerade da nur Wenige bedrückt waren, wollte man auch diese von zufälligem Druck befrein, und so entstand eine gewisse sittliche Befehdung, Einmischung der Einzelnen ins Regiment, die, mit löblichen Anfängen, zu unabsehbar unglücklichen Folgen hinführte. Zu welchen? Goethe: Welche Richtung sollte es nehmen, und welche Wirkung hervorbringen? Keine äußeren Feinde waren zu bekämpfen; nun bildete man sich Tyrannen, und dazu mussten die Fürsten und ihre Diener ihre Gestalten erst im Allgemeinen, sodann nach und nach im Besondern hergeben; und hier schloss sich die Poesie an jene oben gerügte Einmischung in die Rechtspflege mit Heftigkeit an, und es ist merkwürdig, Gedichte aus jener Zeit zu sehn, die ganz in einem Sinne geschrieben sind, wodurch alles Obere, es sei nun monarchisch oder aristokratisch, aufgehoben wird. Was mich betraf, so fuhr ich fort, die Dichtkunst zum Ausdruck meiner Gefühle und Grillen zu benutzen. Aha, ist »Werther« also eine biografische Arbeit? Goethe: Es fiel besonders bei den gerühmtesten Rednern auf, dass sie sich durchaus im Leben gebildet hatten. Jener Vorsatz, meine innere Natur nach ihren Eigenheiten gewähren, und die äußere nach ihren Eigenschaften auf mich einfließen zu lassen, trieb mich an das wunderliche Element, in welchem »Werther« ersonnen und geschrieben ist.

Warum haben Sie die Form des kurzen Briefromans gewählt? Goethe: Bei diesem Umgange wurde ich durch Gespräche, durch Beispiele und durch eignes Nachdenken gewahr, dass der erste Schritt, um aus der wässerigen, weitschweifigen, nullen Epoche sich herauszuretten, nur durch Bestimmtheit, Präzision und Kürze getan werden könne. Bei dem bisherigen Stil konnte man das Gemeine nicht vom Besseren unterscheiden, weil alles unter einander ins Flache gezogen ward. Monsieur Massenet, woher kannten Sie den »Werther« unseres geschätzten Goethe? Massenet: Mein Freund Hartmann führte mich nach Wetzlar. Wir besichtigten das Haus, in welchem Goethe seinen unsterblichen Roman »Die Leiden des jungen Werthers« geschaffen hatte. Ich kannte Werthers Briefe, und in mir war eine äußerst bewegte Erinnerung daran zurück­ geblieben. Es beeindruckte mich zutiefst, mich an jener Stätte wiederzufinden, die durch Goethes von der Liebe zehrenden Helden so viel Berühmtheit erlangt hatte. »Ich habe da etwas«, sagte Hartmann zu mir beim Verlassen des Hauses, »das Ihre offensichtliche und edle Bewunderung, die Sie ergriffen hat, noch vertiefen wird.« Und er zog dabei aus seiner Tasche ein Buch mit einem schon vergilbten Einband. Es war nichts anderes als eine französische Übersetzung des Goetheschen Romans. Warum erschien Ihnen der Roman geeignet für ein Opernprojekt? Massenet: Kaum hielt ich dieses Buch in den Händen, die begierig darin zu blättern begannen, als wir vor einer jener riesigen Bierwirtschaften, wie man sie allenthalben in Deutschland findet, anlangten. Wir ließen uns hier nieder und bestellten uns zwei Bier, genauso mächtige Gläser, wie unsere Nachbarn sie vor sich hatten. Doch ich konnte mich einfach nicht von der Lektüre jener glühenden Briefe losreißen, in denen so viele Gefühle innigster Leidenschaft steckten. Eine derartig wilde,


Oper

verzückte Leidenschaft trieb mir die Tränen in die Augen. Diese auf­ wühlenden Szenen, diese fesselnden Bilder – was musste das alles hergeben! Das war »Werther«! In mich kam Leben, Glück durchflutete mich. Dies war die Arbeit, die meiner quälenden, fieberhaften Aktivität entgegenkam, Arbeit, die ich brauchte und die ich, soweit es möglich war, in das Gefüge jener ergreifenden und lebhaften Leidenschaften einzupassen hatte. Wie wurden Ihrer beiden Werke jeweils vom Publikum aufgenommen? Goethe: Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf. Massenet: Nachdem ich das Werk vollendet hatte, lenkte ich am 25. Mai 1887 meine Schritte zu Monsieur Carvalho. Der damals die Pariser OpéraComique leitete. Massenet: Évidemment. Madame Rose Caron, die damals zur Opéra gehörte, hatte ich gewonnen, mir bei meinem Vorspiel behilflich zu sein. Sie stand neben mir, die bewunderte Künstlerin, wendete die Manuskriptseiten um, und ab und zu gab sie äußerste Ergriffenheit zu erkennen. Ich hatte vier Akte vorgestellt, als ich aber an das Finale gelangte, sank ich erschöpft zusammen … vernichtet! Schweigend war Carvalho damals auf mich zu­gekommen und hatte gesagt: »Ich hoffte, Sie würden uns eine andere Manon anbringen.

Dieses triste Thema hier hat doch so gar keinen Reiz. (Goethe räuspert sich.) Es wird von vornherein verschmäht werden.« Wenn ich mich heute daran zurückerinnere, kann ich diesen Eindruck nur allzugut begreifen, vor allem, wenn ich bedenke, wie viele Jahre das Werk gebraucht hat, um beliebt zu werden. Herr Goethe, was denken Sie ganz persönlich: Warum ist die Geschichte von Werther bis heute für die Menschen wichtig? Goethe: Die vielbesprochene Wertherzeit gehört, wenn man es näher betrachtet, freilich nicht dem Gang der Weltkultur an, sondern dem Lebensgange jedes einzelnen, der mit angeborenem freien Natursinn sich in die beschränkenden Formen einer veralteten Welt finden und schicken lernen soll. Gehindertes Glück, gehemmte Tätigkeit, unbefriedigte Wünsche sind nicht Gebrechen einer besonderen Zeit, sondern jedes einzelnen Menschen, und es müsste schlimm sein, wenn nicht jeder einmal im Leben eine Epoche haben sollte, wo ihm der »Werther« käme, als wäre er bloß für ihn geschrieben.

Textzusammenstellung: Katja Leclerc, Zitate aus: Jules Massenet: Mein Leben, Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit, Johann Peter Eckermann: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Die Auswahl ist bewusst aus dem Zusammenhang gerissen und neu kombiniert worden.

NEUINSZENIERUNG

WERTHER

Jules Massenet (1842 – 1912) Drame lyrique in drei Akten Libretto: Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann, basierend auf Johann Wolfgang von Goethes Roman »Die Leiden des jungen Werthers« (1774) Uraufführung: 1892 in Wien In französischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Peter Rundel Inszenierung Ingo Kerkhof Bühne Dirk Becker Kostüme Britta Leonhardt Jugendchor Niklas Sikner Licht Andreas Frank Dramaturgie Constantin Mende Werther Ioan Hotea Albert Christopher Bolduc Charlotte Silvia Hauer Sophie Anna El-Khashem  / Michelle Ryan (Jan. / Feb.) Jugendkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 9. Dez. 2021, Großes Haus Weitere Vorstellungen 12. / 15. / 19. / 22. / 26. Dez. 2021, 13. Jan., 19. Feb. 2022

Zu dieser Produktion gibt es ein ­theaterpädagogisches Angebot. ⊲ Siehe S. 187

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Märchenspiel in drei Bildern

WIEDERAUFNAHME

HÄNSEL UND GRETEL

Engelbert Humperdinck (1854 – 1921)

»Pünktlich zum vorweihnachtlichen Lebkuchenduft können bei dieser Aufführung die Eltern ihren Jugendträumen nachhängen – und ihre Sprösslinge die Verführungskraft von Musiktheater altersgerecht erfahren.« Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse, 17.11.2015

Libretto: Adelheid Wette, nach dem Märchen aus den »Kinder- und Hausmärchen« der Brüder Grimm Uraufführung: 1893 in Weimar In deutscher Sprache. Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Inszenierung Beka Savić Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Susanne Füller Jugendchor Niklas Sikner Licht Andreas Frank Dramaturgie Katja Leclerc Peter Besenbinder Benjamin Russell Gertrud Sharon Kempton Knusperhexe Kangmin Justin Kim Hänsel Fleuranne Brockway Gretel Stella An  / Michelle Ryan (17., 29. Dez.) Sand- und Taumännchen Michelle Ryan /  Stella An (17., 29. Dez.) Jugendchor der Ev. Singakademie Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 10. Dez. 2021, Großes Haus Weitere Vorstellungen 17. / 21. / 29. Dez. 2021, 2. Jan. 2022


Oper

WIEDERAUFNAHME

DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

MOZART-ZYKLUS

»Laufenbergs Inszenierung balanciert zwischen der einst etwas naiv getexteten Komödie und dem hart-genauen Blick auf die wahren Verhältnisse von heute mit erstaunlicher Sicherheit. Und: Besser als unter Junghänels Leitung spielten die Wiesbadener noch nie Mozart.« Frankfurter Rundschau, Stefan Schickhaus, 30.03.2015

Singspiel in drei Akten Libretto: Gottlieb Stephanie d. J. Uraufführung: 1782 in Wien In deutscher Sprache. Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Matthias Schaller Kostüme Antje Sternberg Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai Konstanze Aleksandra Jovanović Belmonte John Irvin Blonde Gloria Rehm Osmin Wolf Matthias Friedrich Pedrillo Julian Habermann Bassa Selim Ihsan Othmann Chor und Chorsolist*innen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 9. Jan. 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 14. / 21. Jan., 4. Feb., 15. Mai* 2022 *Internationale Maifestspiele

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NEUINSZENIERUNG

PIQUE DAME

Peter Tschaikowski (1840 – 1893)

JAGD NACH GLÜCK


Oper

In seiner Kurzgeschichte »Pique Dame« erzählt Alexander Puschkin von drei verzauberten Karten, die fantastische Gewinne versprechen, jedoch auch ins Verderben stürzen können. Peter Tschaikowski machte aus der Geschichte vom Willen, es nach oben zu schaffen, eine Oper auch über eine weitere große Sehnsucht – die Liebe. Aus dem heutigen Russland berichtet der Journalist Peter Pomerantsev in seiner Reportage über »Gold diggers« und post-sowjetische Millionäre davon, dass die Menschen in ihrem Streben nach Höherem letztendlich alle gleich sind.

TEXT PETER POMERANTSEV

»Die Wirtschaftstheorie vermittelt uns eine wichtige Erkenntnis«, sagt die Lehrerin. »Es ist unerlässlich, die Wünsche des Verbrauchers gründlich zu erforschen. Dieses Prinzip solltet ihr auch bei der Suche nach einem reichen Mann anwenden. Beim ersten Date gilt die Grundregel: Redet niemals über euch selbst. Hört ihm zu. Findet ihn faszinierend. Findet seine Wünsche heraus. Studiert seine Hobbys. Und dann verändert euch dementsprechend.« Akademie für Gold-Digger. Eine Schar ernsthafter Blondinen schreibt aufmerksam mit. Einen Sugardaddy zu finden ist eine Kunst, eine Berufung. Die Akadamie hat Flure aus Marmorimitat, hohe Spiegel und mit Goldfarbe aufgemalte Ornamente. Gleich nebenan sind ein Wellness­ bereich und ein Schönheitssalon. Nach dem Gold-Digger-Unterricht geht’s zum Waxing und ins Solarium. Die Lehrerin ist eine Rothaarige in den Vierzigern mit einem Abschluss in Psychologie und BWL, einem schrillen Lächeln und einer hellen, affektierten Stimme: »Tragt beim ersten Date niemals Schmuck, der Mann soll denken, ihr seid arm. Weckt in ihm den Wunsch, für euch Schmuck zu kaufen. Kommt in einem klapprigen Auto, damit er euch einen schickeren Wagen kaufen möchte.«

Die Schülerinnen schreiben alles fleißig mit. Sie haben 1.000 Dollar pro Kurswoche bezahlt. In Moskau und Sankt Petersburg finden sich Dutzende solcher »Akademien« mit Namen wie »Geisha-Schule« oder »Der Weg zur Vollblutfrau«. »Ich will einen Mann, der fest auf beiden Beinen steht. Bei dem ich mich sicher fühle wie hinter einer Steinmauer«, sagt Oliona. Sie hat den Kurs kürzlich absolviert und bedient sich der Parallelsprache der Gold-Digger (eigentlich meint sie, sie will einen Mann mit Geld). Oliona lebt in einer kleinen, funkelnagelneuen Wohnung mit ihrem nervösen kleinen Hund. Das Mietshaus liegt an einer der Hauptstraßen, die zum Nobelvorort Rubljowka führen. Reiche Männer bringen ihre Geliebten dort unter, damit sie auf dem Weg nach Hause auf einen Sprung bei ihnen vorbeischauen können. Oliona kommt ursprünglich aus dem Donezbecken, aus dem ukrainischen Teil des Steinkohlegebietes, das in den 90er-Jahren von Mafiabossen übernommen wurde. Ihre Mutter war Friseurin. Oliona erlernte denselben Beruf, doch der kleine Frisiersalon ihrer Mutter machte Pleite. Als 20-Jährige kam Oliona dann fast mittellos nach Moskau und fing als Stripperin in einem der Kasinos an.

Sie tanzte gut und lernte so ihren Sugardaddy kennen. Jetzt bezieht sie den Mindestlohn einer Moskauer Geliebten: Wohnung, Auto und zweimal jährlich ein einwöchiger Urlaub in Ägypten oder der Türkei. Als Gegenleistung bietet sie ihrem Sugardaddy, wann immer er will, rund um die Uhr, ihren geschmeidigen, sonnengebräunten Körper, stets gut drauf, stets verfügbar. Olionas Spielwiesen sind eine Reihe von Klubs und Restaurants, die fast ausschließlich dazu gedacht sind, dass Gönner dort nach jungen Frauen Ausschau halten können und junge Frauen nach Gönnern. Die Männer laufen unter der Bezeichnung »Forbeses« (nach der »Forbes«-Liste der Superreichen); die Frauen sind »tiolki«, Vieh. Es ist ein Markt, auf dem die Käufer das Sagen haben: Jeder »Forbes« hat die Auswahl aus Dutzenden, nein, Hunderten »tiolki«. Gegen Mitternacht sucht Oliona den neuesten Klub auf. Kolonnen von schwarzen (immer schwarzen), kugelsicheren Bentleys und MercedesLimousinen rollen im Schneckentempo Richtung Eingang. In der Nähe der Tür rutschen und schlurfen Tausende von Stilettos über Glatteis, schaffen es irgendwie, makellos die Balance zu halten. (Ach, du Volk von

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Ballerinen!) Tausende von platinblonden Haarmähnen streifen über nackte, dauergebräunte Rücken, auf denen der Schnee schmilzt. Rufe aus Tausenden von aufgespritzten Lippen zerreißen die Winterluft, betteln um Einlass. Diese Nacht ist die einzige Chance für die Mädchen, zu tanzen und einen Blick über die sonst unüberwindlichen Schranken aus Geld, Privatarmeen und Sicherheitszäunen zu werfen. Die best­geteilte Stadt der nördlichen

»aber wenn es hart auf hart kommt, würde ich mich auch mit einem blöden Millionär begnügen, der gerade aus der Provinz eingetrudelt ist, oder mit einem von diesen langweiligen Expats. Oder mit einem widerlichen Alten.« Zurück in der Akademie, geht der Unterricht weiter. »Heute beschäftigen wir uns mit dem Algorithmus des Beschenktwerdens«, erklärt die Lehrerin ihren Schülerinnen.

»Heute   beschäftigen wir uns mit dem Algorithmus des Beschenktwerdens.«

Peter Pomerantsev Peter Pomerantsev wurde in Russland geboren und wuchs in Wien und London auf. Er arbeitete mehrere Jahre als Journalist in Russland. Seine Beobachtungen schildert er in dem Buch »Nichts ist wahr und alles ist möglich« (DVA 2015), aus dem auch dieser Textauszug stammt.

Hemisphäre, in der die Megareichen abgetrennt in einer eigenen seidigen Zivilisation leben, öffnet an einem Abend der Woche eine kleine, enge Schleuse ins Paradies. Das Innere des Klubs erinnert an ein Barocktheater. In der Mitte ist die Tanzfläche, und an den Wänden verlaufen mehrere Reihen Logen über einander. Die Forbeses sitzen in den verdunkelten Logen (für dieses Vergnügen blättern sie Zehntausende hin), während Oliona und Hunderte andere junge Frauen unten tanzen, einstudierte Blicke hinauf zu den Logen werfen in der Hoffnung, nach oben eingeladen zu werden. Die Logen liegen im Dunkeln. Die Frauen haben keine Ahnung, wer genau da sitzt; sie flirten mit Schatten.

»So viele 18-Jährige, die mir im Nacken sitzen«, sagt Oliona. Sie ist erst 22, aber damit nähert sie sich bereits dem Ende der Karriere einer Moskauer Geliebten. »Natürlich mach ich mir noch immer Hoffnungen auf einen echten Forbes«, sagt sie,

»Wenn ihr von einem Mann ein Geschenk bekommen möchtet, stellt euch an seine linke, irrationale, emotionale Seite. Die rechte ist die rationale Seite: Wenn ihr über Geschäftliches sprecht, stellt ihr euch auf seine rechte Seite. Aber falls ihr ein Geschenk haben wollt, geht ihr links von ihm in Position. Falls er in einem Sessel sitzt, geht in die Hocke, damit er sich größer fühlt, als wärt ihr ein Kind. Spannt eure Vaginalmuskeln an. Jawohl, eure Vaginalmuskeln. Dadurch weiten sich eure Pupillen, und ihr wirkt attraktiver.« Oliona wird sich selbst nie und nimmer als Prostituierte sehen. Es gibt da einen deutlichen Unterschied: Prostituierte können sich nicht aussuchen, mit wem sie Sex haben wollen, das entscheiden ihre Zuhälter. Oliona geht dagegen selbst auf die Jagd. Sie hat keine Angst vor Armut, vor Demütigung. Falls sie ihren Gönner verliert, wird sie einfach von vorne anfangen, sich wieder erfinden und auf »Neustart« drücken. Um fünf Uhr morgens wird die Musik immer schneller, und in der pulsierenden, schneeigen Nacht werden die


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Oper

»tiolki« zu Forbeses und die Forbeses zu »tiolki«, die sich so schnell bewegen, dass sie ihre eigenen verwischten Schemen im Stroboskoplicht auf der Tanzfläche sehen können. Die Männer und Frauen betrachten sich selbst und denken: »Hab ich das wirklich erlebt? Bin das da ich? Mit den vielen Maybachs und Vergewaltigungen und Gangstern und Massengräbern und Penthouses und Glitzer­ kleidern?« Die Forbeses taumeln alkoholisiert aus ihren Logen nach unten, grinsend und schwankend. Sie sind alle gleich gekleidet – teure gestreifte Seidenhemden, die in Designerjeans stecken –, alle sonnengebräunt und füllig und triefend vor Geld und Selbstzufriedenheit. Mittlerweile sind sie alle sturz­ besoffen und torkeln schwitzend herum, fast wie in Zeitlupe, so langsam. Sie tauschen diese lieben, einfachen Blicke aus, die gegenseitige Anerkennung signalisieren, als wären die Masken gefallen und sie alle bei einem einzigen großen Spaß dabei. Und dann begreift man, wie ähnlich die Forbeses und die Mädchen sich in Wirklichkeit sind. Sie haben sich alle aus der alten Sowjetwelt herausgestrampelt. Der Öl-Geysir hat sie in verschiedene finanzielle Universen gespien, aber sie verstehen einander noch immer vollkommen. Und ihre lieben, einfachen Blicke scheinen zu sagen, wie lustig diese ganze Maskerade doch ist, dass wir gestern noch alle in Gemeinschaftswohnungen lebten und Sowjethymnen sangen und Levi’s und Milchpulver für Luxusartikel hielten, und jetzt sind wir umringt von Nobelkarossen und Privatjets und süßem Prosecco. Das Geld ist so schnell über Russland gekommen wie der Glimmer in einer geschüttelten Schneekugel, und deshalb fühlt es sich total unwirklich an, wie etwas, das man nicht hortet und spart, sondern in dem man Pirouetten dreht und tanzt, wie die Federn bei einer Kissenschlacht, wie Pappmaché, aus dem man unterschiedliche, sich rasch verändernde Masken schneiden kann.

NEUINSZENIERUNG

PIQUE DAME

Peter Tschaikowski (1840 – 1893) Oper in drei Akten Libretto: Modest Tschaikowski, nach der gleichnamigen Erzählung (1834) von ­Alexander Puschkin Uraufführung: 1890 in St. Petersburg

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„Gutes Hören – echt kein Drama!” STOLL-Kunde und leidenschaftlicher Theatergänger, Dr. Johannes S., Wiesbaden

In russischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung

GMD Patrick Lange Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Chor Albert Horne Licht Andreas Frank Dramaturgie Constantin Mende Hermann Aaron Cawley Graf Tomski Thomas de Vries Fürst Jeletzki / Plutus Benjamin Russell Lisa / Chloë Olesya Golovneva Polina / Daphnis Silvia Hauer Gräfin Romina Boscolo Čekalinski Erik Biegel Ssurin Marek Reichert Čaplitzki Julian Habermann Mascha Michelle Ryan Chor und Chorsolisten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 22. Jan. 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 29. Jan., 2. / 6. / 10. / 13. Feb., 4. / 19. März 2022

Verstehen, was Qualität ist. Hightech-Hörgeräte perfekt angepasst. Wir beraten Sie gern über die neueste Generation und nehmen uns auch Zeit dafür. Testen Sie kostenlos bis zu 1 Monat lang. STOLL Hörgeräte-Akustik Ihre Adressen für gutes Hören: Wiesbaden | Kranzplatz 5-6 Taunusstein | Mühlfeldstraße 22 Diez | Wilhelmstraße 4 www.stoll-hoerakustik.de


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WIEDERAUFNAHME

DON GIOVANNI

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Dramma giocoso in zwei Akten MOZARTZYKLUS

Libretto: Lorenzo da Ponte Uraufführung: 1787 in Prag In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Nicolas Brieger Bühne Raimund Bauer Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai

»Der Dirigent Konrad Junghänel fügt seinem imposanten MozartZyklus in Wiesbaden eine weitere Bravourleistung hinzu.« Wiesbadener Kurier, Dietrich Stern, 19.06.2018

Don Giovanni Christopher Bolduc /  Erwin Schrott (Mai*) Donna Anna Sumi Hwang Don Ottavio Ioan Hotea Komtur Young Doo Park Donna Elvira Heather Engebretson /  Dinara Alieva (Mai*) Leporello Shavleg Armasi / Patrick Carfizzi (Mai*) Masetto Marek Reichert Zerlina Michelle Ryan / Katharina Konradi (Mai*) Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 30. Jan. 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 3. / 12. Feb., 18. März, 20. Mai* 2022 *Internationale Maifestspiele


Oper

Tragödie in einem Akt Libretto: Hugo von Hofmannsthal, nach der Tragödie von Sophokles Uraufführung: 1909 in Dresden In deutscher Sprache. Mit Übertiteln.

WIEDERAUFNAHME

ELEKTRA

Richard Strauss (1864 – 1949)

Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Inszenierung Magdalena Weingut Bühne Matthias Schaller Kostüme Amélie Haas Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Bodo Busse Elektra Catherine Foster Klytemnästra Dalia Schaechter Chrysothemis Elissa Huber Orest Young Doo Park Ägisth Aaron Cawley Der Pfleger des Orest Doehon Kim Die Vertraute Petra Urban Die Schleppträgerin Ines Behrendt Ein junger Diener Julian Habermann Ein alter Diener Leonid Firstov Die Aufseherin Sharon Kempton Mägde Hyemi Jung, Fleuranne Brockway, Jessica Poppe, Michelle Ryan, Sumi Hwang Chor und Chorsolistinnen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 20. Feb. 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 24. Feb., 11. März, 25. Juni 2022

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NEUINSZENIERUNG

DON CARLO

Giuseppe Verdi (1813 – 1901)

IM STRUDEL AUS MACHT UND


Oper

Die zentralen Figuren und ihre Konflikte

Verdis »Don Carlo« – ein zeitloses Stück zwischen idealistischem Befreiungsdrama, unerfüllter Beziehungstragödie und packender Grand opéra.

Don Carlo, Porträt von Alonso Sánchez Coello, um 1564.

Don Carlo, Kronprinz von Spanien, hadert mit dem Verlust seiner Braut Elisabeth an Philipp II., seinen Vater, von dem er zudem das Kommando über die spanischen Truppen erbittet, was dieser jedoch ablehnt. Hierdurch verschärfen sich die Spannungen zwischen Vater und Sohn immer mehr.

TEXT DANIEL C. SCHINDLER

In »Don Carlo« zeigt sich, wie durch persönlichen Eifer und Überheblichkeit, durch gekränkten Stolz und enttäuschte Zuneigung ein System aus politischer Unterdrückung, Intrigen und Verrat am Laufen gehalten wird. Giuseppe Verdis Oper, basierend auf Friedrich Schillers dramatischem Gedicht »Don Karlos« von 1787, spürt wie kaum ein anderes Werk dem Verhältnis von Liebe und Politik, Freiheit und Freundschaft, Kirche und Staat innerhalb eines korrumpierten Systems hinterher. Beleuchtet wird dieses anhand einer unerfüllten Liebesbeziehung sowie eines gestörten Vater-Sohn-Konflikts.

Zur Handlung: König Philipp von Spanien regiert mit eiserner Hand über ein riesiges Weltreich. Doch hinter den Ringmauern seines Palastes beginnen ihm die Fäden der Macht zusehends zu entgleiten. Denn sein Sohn, der Kronprinz Carlo, kann sich nicht damit abfinden, dass sein Vater ihm seine Verlobte Elisabeth direkt vor der Nase »weg­geschnappt« und diese selbst geheiratet hat. Als der Vater dem ehrgeizigen Sohn schließlich auch noch den Oberbefehl über die spanischen Truppen in Flandern verweigert, eskaliert der schwelende Konflikt zwischen den beiden endgültig. Mitten in diese Auseinandersetzung hinein interveniert auch noch Rodrigo, der Marquis von Posa, indem er an Philipps Hof für das Recht auf Gedankenfreiheit plädiert. Der König kommt ins Grübeln, wird jedoch von der Kirche wieder eingefangen, und der Großinquisitor bereitet allen Intrigen

Elisabeth von Valois, Porträt von Sofonisba Anguissola, um 1565.

Elisabeth von Valois, ehemals heimlich mit Don Carlo in Liebe verbunden, jetzt dessen Königin und Stiefmutter, unterwirft sich der Staatsräson, indem sie dem neuerlichen Werben des Prinzen widersteht und sich – trotz der ihr unterstellten Untreue – nicht von ihrem Gatten abwendet.

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ein gewaltsames Ende. Bei aller vordergründigen Politik ist »Don Carlo« im Kern doch ein innerliches Personendrama zwischen den vier Hauptfiguren, in dem sich Privates und Politisches zusehends miteinander vermischen, bis diese kaum noch voneinander zu unterscheiden sind. Schiller, der Autor der literarischen Vorlage zu Verdis Operntext, sammelte in seiner eigenen Biografie ausreichend Erfahrungen mit den leidvollen Auswirkungen einer totalitären Staatsmacht. Wenn er den Marquis von Posa in seinem Text zu König Philipp sagen lässt: »Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire …«, so spiegelt sich in diesem Satz nicht nur eine neuzeitliche Grundforderung der Aufklärung wider, sondern zugleich die ganz persönliche Geis teshaltung des Autors. Denn der junge Schiller musste, nachdem ihm von seinem württembergischen Landesherrn Festungshaft angedroht und ein Berufsverbot als Schriftsteller erteilt worden war, seine Heimat verlassen und über die damalige Grenze nach Thüringen fliehen. Im Exil erst fand er schließlich die Möglichkeit dazu, seine literarischen Ideen für den »Don Karlos« in die Tat um­zusetzen. Über dessen Protagonisten bekundete Schiller in einem Brief aus dem Jahr 1784 einmal freimütig, dieser habe »von Shakespeares Hamlet die Seele – Blut und Nerven von Leisewitz’ Julius und den Puls von mir«. Eben dieses innere Feuer – so scheint es zumindest beim Hören von Verdis Oper – lodert auch in der energiegeladenen, stets vorwärtsdrängenden Musik des »Don Carlo« auf – wohl einer der wesent­lichen Gründe für die große Beliebtheit dieser Oper in unserer Zeit.

NEUINSZENIERUNG

DON CARLO

Giuseppe Verdi (1813 – 1901) Oper in vier Akten Libretto: Joseph Méry und Camille Du Locle, nach Friedrich Schillers dramatischem Gedicht »Don Karlos, Infant von Spanien« (1787) Italienische Textfassung von Achille de Lauzières und Angelo Zanardini Uraufführung: 1884 in Mailand (Urfassung 1867 in Paris) In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.

Philipp II., Porträt von Alonso Sánchez Coello, um 1570.

Philipp II., König von Spanien, hängt düsteren Gedanken nach, vermisst echte Freundschaften und versteht offenbar seinen widerspenstigen Sohn nicht mehr. Zwischen Vater und Sohn entwickelt sich ein Strudel aus fatalen Rivalitäten und Machtkämpfen, Intrigen, Eifersucht und Verrat.

Musikalische Leitung GMD Patrick Lange / Christina Domnick (Apr.) Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Daniel C. Schindler Filippo II., König von Spanien Timo Riihonen /  Young Doo Park (27. Mär, 13. Apr., 2. Juni) / Günther Groissböck (Mai*) Don Carlo Rodrigo Porras Garulo Rodrigo, Marquis von Posa Aluda Todua Großinquisitor Young Doo Park  / Timo Riihonen Ein Mönch (Karl V.) Seungwon Choi Elisabetta di Valois Cristina Pasaroiu Prinzessin Eboli Lena Belkina Tebaldo Stella An Der Graf von Lerma Julian Habermann Stimme vom Himmel Sumi Hwang Chor & Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 20. März 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 24. / 27. März, 8. / 13. / 17. Apr., 28. Mai*, 2. / 5. / 18. Juni 2022 *Internationale Maifestspiele

Marquis Posa (fiktive Figur), Zeichnung von Arthur von Ramberg, 1859.

Rodrigo, der Marquis von Posa, ist der beste Freund und Vertraute des Prinzen, agiert nicht nur als Schlichter zwischen den zerstrittenen Parteien, sondern vertritt zudem – vor allem bei Schiller – die politischphilosophischen Ideen der Aufklärung, insbesondere die Gedankenfreiheit.


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Oper

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Bei uns gibt es kein Theater – wir ziehen alle am gleichen Strang! Bei Beiuns unsgibt gibtes eskein keinTheater Theater––wir wirziehen ziehenalle alleam amgleichen gleichenStrang! Strang!

Über uns Über uns

Seit der Gründung in 2015 blickt das Seit der Gründung in 2015 blickt Ingenieurbüro für Bauwesen auf das Ingenieurbüro Jahre für Bauwesen auf ereignisreiche zurück. Die ereignisreiche Jahre zurück. Die abwechslungsreichen Projekte abwechslungsreichen Projekte waren teilweise durchaus eine waren teilweise durchaus eine Herausforderung für uns, die wir Herausforderung für uns, die aber immer meistern konnten.wir Mit aber immer meistern konnten. Mit Stolz betrachten wir unser großes Stolz betrachten wir unser großes Portfolio an Referenzen, aber auch Portfoliostetig an Referenzen, aber auch unseren wachsenden unseren stetig wachsenden Kundenstamm. Diesen verdanken Kundenstamm. Diesen verdanken wir neben der fachlichen Expertise wir neben der fachlichen Expertise besonders unserer Ehrlichkeit und besonders unserer Ehrlichkeit Gewissenhaftigkeit. Akkurate und Gewissenhaftigkeit. Akkurateund Berechnungen, Termintreue Berechnungen,Planung Termintreue und wirtschaftliche zeichnen wirtschaftliche Planung zeichnen uns aus. Auch dieses Jahr gilt für uns aus. Jahr gilt für uns: Wir Auch wollendieses wachsen, als Team uns: Wir wollen wachsen, als Team und als Unternehmen. und als Unternehmen.

Leistung: Tragwerksplanung, Leistung: Tragwerksplanung, Bauphysik und Gutachten Bauphysik und Gutachten

Das Leistungsspektrum des Das Leistungsspektrum Ingenieurbüros umfasst des statische Ingenieurbürossowie umfasst Berechnungen diestatische Erstellung Berechnungen sowie die Erstellung von Schal-, Bewehrungs- und von Schal-, BewehrungsKonstruktionsplänen. RIZ und ist zudem Konstruktionsplänen. RIZ ist zudem berechtigt, bauphysikalische berechtigt, bauphysikalische Nachweise wie WärmeschutzNachweise wie Wärmeschutznachweise, Energiepässe, Schallnachweise, Energiepässe, Schallschutz- und Brandschutznachweise schutzund Brandschutznachweise zu erbringen. Als Gutachter erstellen zu erbringen. Als Gutachter erstellen wir Standsicherheits-, Sanierungswir Standsicherheits-, Sanierungsund Instandsetzungsgutachten. Zu und Instandsetzungsgutachten. unseren Auftraggebern gehörenZu unseren Auftraggebern Privatpersonen, Firmen gehören und die Privatpersonen, die wir öffentliche Hand.Firmen Gerne und stehen öffentliche stehen auch Ihnen Hand. für IhreGerne Projekte in wir auch Ihnen für Ihre Projekte in Wiesbaden oder ganz Deutschland Wiesbaden oder ganz Deutschland zur Verfügung. zur Verfügung.

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Besuchen Sie uns in unserem Büro Besuchen Sie uns in unseremSie Büro in der Adolfsallee, schreiben uns in derrufen Adolfsallee, schreiben Sie uns oder Sie uns an. oder rufen Sie uns an. RIZ – Ingenieurbüro für Bauwesen RIZ – Ingenieurbüro für Bauwesen Adolfsallee 31 Adolfsallee 31 65185 Wiesbaden 65185www.ib-riz.de Wiesbaden Web: Web: www.ib-riz.de Email: info@ib-riz.de Email: info@ib-riz.de Tel.: +49 611-58587780 Tel.: +49 611-58587780 Mobil: 157-35140036 Mobil: +49 157-35140036


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COSÌ FAN TUTTE Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

MOZART-ZYKLUS

Opera buffa in zwei Akten Libretto: Lorenzo da Ponte Uraufführung: 1790 in Wien

»Alles, fast alles geht ganz wunderbar auf an diesem langen Abend, vielleicht dem glücklichsten, cleversten, rundesten, den die Intendanz von Uwe Eric Laufenberg hervorgebracht hat.« Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 03.11.2015

In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Matthias Schaller Kostüme Antje Sternberg Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai Fiordiligi Sumi Hwang / Julia Lezhneva (16. Apr., 21. Mai*, 4. / 15. Juni) Dorabella Silvia Hauer Ferrando Pablo Martinez (Mär., Apr.) /  Ioan Hotea Guglielmo Christopher Bolduc Despina Stella An / Gloria Rehm (Mai*) Don Alfonso Thomas de Vries Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 25. März 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 2. / 16. Apr., 21. Mai*, 4. / 15. Juni 2022 *Internationale Maifestspiele


Oper

»Laufenberg hat zahlreiche Ideen dezent umgesetzt und dabei eine poetische Grundstimmung konsequent durchgezogen.« www.kulturfreak.de, Markus Gründig, 03.05.2019

Dramma per musica in drei Akten Libretto: Giambattista Varesco, nach dem Libretto von Antoine Danchet für die Tragédie lyrique »Idoménée« von André Campra Uraufführung: 1. Fassung 1781 in München, 2. Fassung 1786 in Wien In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Katja Leclerc Idomeneo Thomas Blondelle / Mirko Roschkowski (Mai*) Idamante Adrian Angelico Elettra Cristina Pasaroiu Ilia Sumi Hwang Oberpriester Rouwen Huther Stimme des Orakels Young Doo Park Chor und Chorsolist*innen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 1. Apr. 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 10. / 15. Apr., 13. Mai*, 20. Juli 2022 *Internationale Maifestspiele

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IDOMENEO

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

MOZART-ZYKLUS

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TITUS

La clemenza di Tito Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

MOZART-ZYKLUS

Dramma serio per musica in zwei Akten Libretto: Caterino Tommaso Mazzolà, nach dem Dramma per musica von Pietro Metastasio Uraufführung: 1791 in Prag In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.

»Mit einfachen Mitteln werden wirkungsvolle Bilder erzeugt, und Laufenberg streut auch unaufdringliche kleine Auflockerungen ein.« Frankfurter Neue Presse, Markus Kuhn, 06.05.2019

Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Uwe Eric Laufenbgerg Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Anika Bárdos Titus Thomas Blondelle Vitellia Elissa Huber Servilia Michelle Ryan Sesto Silvia Hauer Annio Lena Haselmann Publio Young Doo Park Lentulo Philipp Appel Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 3. Apr. 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen 18. / 22. Apr., 27. Mai*, 23. Juli 2022 *Internationale Maifestspiele

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N O L Y B A B T Z T JE NEUINSZENIERUNG

BABYLON

Jörg Widmann (*1973)


Oper

»Ich finde, dass unsere Zeit in vielerlei Hinsicht eine babylonische Zeit ist. Was die Sprachverwirrung anbelangt, was das Nebeneinander und die Gleichzeitigkeit von hoch und niedrig, von verschiedenen Kulturen anbelangt, mit allen Vorzügen, mit allen Nach­teilen, mit allem Faszinierendem. Ich musste eine Babylon-Oper machen. Ich konnte gar nicht anders.« Jörg Widmann

TEXT KATJA LECLERC

Was heißt das, wir leben in babylonischen Zeiten? Babylon ist als Marke und als Denkfigur allgegenwärtig: Die Serie »Babylon Berlin« lässt die wilden 1920er Jahre wieder­auf­l eben, alte Kinotheater wie das »Babylon« am RosaLuxemburg-Platz in Berlin-Mitte (ein Kino desselben Namens gibt es auch noch in Kreuzberg am Kottbusser Tor) tragen noch diesen Namen, ganz zu schweigen von einschlägigen Etablissements. Die »Rivers of Babylon« in der wohl bekanntesten Version von Boney M. zählen zu den Klassikern der Popsong-Literatur. In der Reggae-Musik wie auch im Rastafari-Movement zählt Babylon als Sinnbild der Knechtschaft zu den viel besungenen Metaphern, man denke an Bob Marleys Welthit »Exodus«, in dem es heißt: »We’re leaving Babylon, / We’re going to our Father’s land.« Moderne Klassiker, die mit dem Bild von Babylon als Großstadt-Moloch spielen, sind Fritz Langs Film »Metro­polis« sowie Alfred Döblins Roman »Berlin Alexanderplatz«. Überhaupt war Babylon im Berlin der 1920er allgegenwärtig. Auf der Rückseite des Admirals­palasts zeigte ein Relief die alten babylonischen Götter Ischtar und Marduk, gerahmt von Palmetten und geschuppten Halbpfeilern ...

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bekannte Philosoph Peter Sloterdijk, sich dafür mit dem religiösen Kosmos der historischen Babylonier beschäftigt haben, merkt man der Handlung an, die alte Geschichte und den biblischen Konflikt zwischen Babyloniern und Israeliten überblendet. Neben den Völkern stehen zwei Liebende im Fokus, die in einer Variation des Orpheus-Mythos erst zueinander finden, nachdem sie, Inanna, ihn, Tammu, aus der Unterwelt ins Leben zurückgeholt hat. Mit der alle Zwistigkeiten überwindenden Liebe überführt Widmann sein »Babylon« ins Heute, in eine vor babylonischer Komplexität nur so wimmelnde Zeit, in der jedoch die verbindenden Einsichten ebenfalls so stark sind wie noch nie.

Und auch in der Musik wurde der Topos nicht nur einmal aufgegriffen. Die unvollständige Liste beginnt bei Georg Friedrich Händels Oratorium »Belshazzar« (1745) und geht über Gioachino Rossinis »Ciro in Babilonia« (1812), die Robert Schumann-Vertonung der Heinrich Heine-Ballade »Belsazar« (1820) und Giuseppe Verdis »Nabucco« (1841). Im vergangenen Jahrzehnt entstand für die Schwetzinger SWR Festspiele das Auftragswerk »Der Fall Babel« (2019) von Elena Mendoza und ­Matthias Rebstock, in dem der Babylon-Mythos eine Umdeutung erfährt und die Vielsprachigkeit nicht als Strafe, sondern als Bereicherung angesehen wird. Das wohl monumentalste Opernwerk der letzten Jahre über das historische und heutige Babylon schrieb jedoch Jörg Widmann: Seine Oper »Babylon« wurde im Jahr 2012 an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt und erlebte in einer überarbeiteten Fassung 2019 an der Staatsoper Berlin ihre zweite Uraufführung. Die Neuproduktion am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ist die erste Aufführung der neuen Fassung seit deren Uraufführung. Zwei groß besetzte Chöre, ein großes Solisten-Ensemble und mitunter außer­gewöhnliche Orchesterinstrumente, zu denen neben den Schofaroth, den schon in der Bibel erwähnten Blasinstrumenten aus Widderhorn, auch eine Glasharmonika und vielerlei Gongs gehören, ermög­lichen es dem Komponisten, einprägsame Klangfülle zu entfalten und eine Geschichte biblischen Ausmaßes (im wört­lichen Sinne) zu erzählen. Dass Widmann und sein Librettist, der

Nicht zuletzt in der Jahrhundert-Schau »Babylon. Mythos und Wahrheit« 2008 auf der Berliner Museumsinsel wurde das Spannungsfeld titelgebend, in dem sich »Babylon« bewegt: zwischen historischer Begebenheit und ­ ythischer Fortspinnung, zwischen Historie m und dem, was an gegenwärtigen Befindlichkeiten in die Wahrnehmung des historischen Babylon mit hineinspielt. Oft stehen sich Mythos und Wahrheit wie schwarz und weiß gegenüber, etwa was die biblische Deutung der Sprachverwirrung als Gottesstrafe für die Hybris der Menschen angeht im Gegensatz zur tatsächlichen Sprachenvielfalt und zu dem gelebten Nebeneinander von verschiedensten Kulturen im histo­rischen Babylon. Auch Babylon als Sinnbild für Knechtschaft, wie es in der Bibelgeschichte vorkommt

t l e d n a h r e p O e n » Mei n e h c s i r o vom hist r e b a t a h e i s , n o l Baby t i m l e i v r h e s h c u a « . n u t u z t i e Z r e r e uns Jörg Widm

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Oper

Jörg Widm

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über zentr ale Elemen te seiner O »Babylon« per Babylon Jedes Arbe iten über B abylon ist a immer Grab uch ungsarbeit . Mir gefällt Begriff von d er musikalisch en Schichtu Es sind auch ngen. gesellschaft liche Frage die in der M n, usik verhan delt werde In unserer h n . eutigen Zeit leben wir in Gleichzeitig einer keit von ho ch und niedrig was mir au Chorklang , ch in der ba by­lonische Kultur sehr Dem aufge n ausgepräg splitterten O t scheint. D rchester ha Gleichzeitig e ie inen ebenso se be ich r keit wollte aufgesplitte ic h R e rt chnung e tragen, wa n C g h e o st r ellt. Man kö entgegens bedeutet, nnte sich h dass man d ier auch ein triviale Sph direkten bzw ie äre genauso en . wuchtigen behandeln Chorklang vo wie die ritu aber ich wo muss, rs ell-­heilige. te llen, llte genau d iese Auflösu aufgefäche ng, diesen Sprachverw rten Raum, um die Plura irrung angerufene lität der Die ersten n Götternam Arbeitstreff e n u n d lit d ät ie en mit Pete der Chor­gru IndividuaSloterdijk w r ppen hervo aren sehr sp rzuheben. fa st an g e n w e Die n a d lt jedoch wun , was mich tätige Anru fung diese derte, war, b a r b d g yl a a o ss n n ze ischen Gött die babylon nische Spra er ist auch chverwirrun eine Anrufu des Multiku g in seinen legungen ü lt ng u ra Ü berlismus, der berhaupt n in Babylon fest wurde. icht vorkam m a war diese fü n D iie . Dabei ser Chor dü r mich als M nnt immer m was einer V etapher un ehr aus, Verbindung ereinzelung d zu unserer e n ts pricht. Am E b le ib Z e t it d g ie nde anz essenSeele, von tiell. Es wurd zwei Geige e mir dann übrig, die si n begleitet, immer klare die Sprach ch au r, s dem Chor ­verwirrung herausschäl Das Gefüh in der Musi t. finden zu la l des Allein k statt- und Verla ssen. Hier w ir liegt auch d ssenseins d nach ein Grund für d er solchen er as disparate Massenaffi umso größe musikalisch rmation Material, da r. N ach dem Au e s ich in »Ba fstieg aus d U n te b yl rw o er n« sicherlic elt, einer P auf die Spit assacaglia, h ze getriebe ertönt diese Chor ein zw n h a b e. eites Mal, d r iesmal eine darstellend Erlösung und deutlic h kürzer. A es vielleich uch wenn t kitschig kl in gt, aber ich hierin die Ö sehe ffnung zu e iner neuen und einer m W elt öglichen Ve rsöhnung zw Babyloniern ischen und Juden. Ein neues Ende Wie der Be ginn, spielt auch der Sch den Trümm luss auf ern der Zers törung. Der mensch sin Skorpiongt seinen le tzten Satz, hören wir zw u n d hiernach ei spielend e Kinder, d Abzählreim ie einen singen: »M ene-zu Teke gibba Ruh!« l-zu Tota Für mich hat dieser Satz einfache Au die ssage: Es re ic ht jetzt! Sch Kriegen, die lu ss mit sich an Gla uben und R entzünden e lig ion , der Sintflu t und den fa Königen. Ic lschen h finde es w ichtig, die M aufzuzeige öglichkeit n, dass es au ch anders ging die Kinder e, und sind diejen igen, die sa Lasst uns e g e n können: ine neue W elt erschaff en! Quellen: Pr ogrammbü cher der Ba Staatsoper yerischen und Staatsop er Unter de n Linden

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in n e b e l r i w , s a d t ß i e h Was ? n e t i e Z n e h babylonisc NEUINSZENIERUNG

BABYLON

Jörg Widmann (*1973)

und sich bis in die Gesänge der Sklaven und weiter in die bereits erwähnten ReggaePopsongs zieht, hat nur bedingt mit einer historischen Wahrheit zu tun. So legt Frank Kürschner-­Pelkmann in seinem Buch »Babylon – Mythos und Wirklichkeit« nahe, dass den Exil-Israeliten in Babylon im Vergleich zu anderen besiegten Volksgruppen freie Religionsausübung zugestanden wurde, manche gar zu Wohlstand und hohen Ämtern kamen – und das Land nicht mehr verlassen wollten, als es ihnen freigestellt wurde zu gehen. Dem »Sündenbabel«, das in der Apokalypse zerstört werden musste, steht die fortschrittliche Kultur der Babylonier gegenüber, ohne die wir heute weder Sternbilder, Kalender noch Uhren kennen würden: Unsere Zeitmessung des Tages in 24 Stunden mit je 60 Minuten pro Stunde und 60 Sekunden pro Minute geht auf Babylon zurück. Überliefert werden konnte das babylonische Wissen dank der Erfindung der Schrift, die ebenfalls auf diese Kultur zurückgeht. Ja, wir leben in babylonischen Zeiten! Bleibt noch zu präzisieren, in welchen …

Oper in sieben Bildern Text: Peter Sloterdijk Uraufführung der 2. Fassung: 2019 in Berlin In deutscher Sprache. Mit Übertiteln. Musikalische Leitung Albert Horne Inszenierung und Bühne Daniela Kerck Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Choreografie Stefanie Erb Video Astrid Steiner Chor Albert Horne Licht Der Phoenix  / Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Anika Bárdos, Wolfgang Behrens Inanna Gloria Rehm Die Seele Michelle Ryan Tammu n.n. Der Priesterkönig Claudio Otelli Der Tod Otto Katzameier Der Euphrat Andrea Baker Der Skorpionmensch Philipp Mathmann Der Priester Ralf Rachbauer Planetenseptett  / Regenbogenseptett Sonja Grevenbrock, Karolina Liçi, Maike Menningen, Tianji Lin, Fabian Kelly, Nathaniel Webster, Florian Küppers Der Bote, Ein Kind Solisten des Knabenchores der Chorakademie Dortmund 1. Pförtner Nathaniel Webster Der Schreiber /   2. Pförtner Florian Küppers Chor und Chorsolist*innen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 1. Mai 2022*, Großes Haus Weitere Vorstellungen 14. Mai*, 1./ 11./19. Juni, 14. Juli 2022

Zu dieser Produktion gibt es ein ­theaterpädagogisches Angebot. ⊲ Siehe S. 187

*Internationale Maifestspiele

Gefördert durch Kulturfonds Frankfurt RheinMain


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Oper

„OÜM“ der Massala Dance Company, ©/Foto Fouad Boussouf

Kunst berührt.

Was wären Kunst und Kultur ohne Förderung? Herausragende Kulturinstitute brauchen herausragende Produktionen. Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert die Kulturlandschaft der Region seit 2007 mit bisher über 62 Millionen Euro.

Getragen wird der gemeinnützige Fonds vom Land Hessen, von Frankfurt am Main, dem Hochtaunuskreis und dem Main-Taunus-Kreis, Darmstadt, Wiesbaden, Hanau, Bad Vilbel, Offenbach am Main und Oestrich-Winkel. Weitere herausragende Kunst- und Kulturprojekte finden Sie unter www.kulturfonds-frm.de / Facebook / Instagram / Newsletter

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Chor des Hessischen Staats­theaters Wiesbaden Chordirektor: Albert Horne

In allen großen Choropern ebenso wie in unseren Sonderkonzerten ist der Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden regelmäßig zu erleben. Der Klangkörper aus 23 Sängerinnen und 22 Sängern wird seit der Spielzeit 2014.2015 von Chordirektor Albert Horne geleitet. In dieser Saison tritt der Chor in fünfzehn der achtzehn Opernproduktionen auf und singt im 8. Sinfoniekonzert in Leoš Janáčeks ­»Glagolitischer Messe«. LEITUNG CHORBÜRO Petra Urban p.urban @ staatstheater-wiesbaden.de


Oper

Extrachor Der Extrachor am Hessischen Staatstheater ­Wiesbaden wurde im Jahr 1914 ins Leben gerufen. Zur Bewältigung der großen Chor­partien in »­Parsifal« zog Hofkapellmeister Franz ­Mannstaedt erstmals Verstärkung für den hauseigenen ­Opern­chor heran. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Extrachöre zu einer festen Einrichtung an fast a ­ llen Opernhäusern. Heute besteht der Extrachor des Hessischen Staatstheaters ­Wiesbaden, der seit 2014 von Chor­direktor Albert Horne geleitet wird, aus etwa 50 Damen und Herren mit sängerischer Vorbildung. Für die Sängerinnen und Sänger steht nicht nur die Lust am Singen im Mittelpunkt ihres Engage­ments, sondern sie wissen auch die am Theater gebotene Viel­ seitigkeit in musikalischer und darstellerischer Hinsicht zu schätzen. Seit seiner Gründung war der Extrachor an einer Fülle von Opern und Konzerten beteiligt. In den letzten Spielzeiten wirkte er bei den Opern »Der fliegende Holländer«, »Otello«, »Tosca«, »Die Macht des Schicksals«, »Tannhäuser«, »La Boheme«, »Jesus Christ Superstar«, »Götterdämmerung«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Ein Maskenball« und »Carmen« mit. In der neuen Spielzeit kommen »ll Trovatore« und »Don Carlo« hinzu. Zudem übernehmen einzelne Mitglieder solistische Aufgaben in »Cabaret«.

Jugendund Kinderchor

CHORINSPIZIENTIN EXTRACHOR

Bis in die 1950er Jahre gab es keinen Jugendchor am Theater, man behalf sich mit Kindern von Wiesbadener Schulen. Für die Oper »Die Jakobiner« von Antonín Dvořák, gründete der damalige Chordirektor, Dr. Carl Howe, 1954 einen festen Jugendchor am Theater. Unter der Leitung seiner Frau Margarethe Howe, einer ausgebildeten Sängerin und Musikpädagogin, stand der Chor am 17. Dezember 1954 zum ersten Mal auf der Bühne. Von ihrer Mutter übernahm Dagmar Howe 1983 den Jugendchor und leitete ihn bis zum Ende der Saison 2017.2018 mit großem Engagement. Auch durch die Gründung einer Chorschule zur musika­ lischen Früherziehung setzte sie neue Akzente. Seit der Spielzeit 2018.2019 freut sich das ­Hessische Staatstheater Wiesbaden über die Kooperation mit der Evangelischen Singakademie Wiesbaden. So ist die Jugendkantorei in der Spielzeit 2021.2022 in »Hänsel und Gretel« sowie in »Werther« zu erleben. Die Evangelische Singakademie Wiesbaden ist eine Einrichtung des Evangelischen Dekanats Wiesbaden mit Heimat an der Lutherkirche. Niklas Sikner ist seit 2020.2021 Leiter der Sing­­akademie und ver­antwortet gemeinsam mit Jud Perry, Silvia Hauer, Lena Naumann, Rouwen Huther und Marina ­Russmann die musikalische Arbeit.

Ulrike Dautzenberg ulrike.dautzenberg @ web.de

LEITUNG

VORSTAND EXTRACHOR Beate Jobst & Michael Hantschel beatejobst @ gmx.de | michael-hantschel @ t-online.de

Niklas Sikner

Extras

Kostproben

Nachgespräche

Zu ausgewählten Neuproduktionen bieten wir unseren Besucher*innen eine Kostprobe an. Seien Sie bei der Probe dabei und erhalten Sie eine exklusive E ­ inführung durch Mitglieder des Regieteams.

Kommen Sie ins Gespräch mit den Künstler*innen der A ­ ufführung: bei den ­Nachgesprächen im Anschluss an ausgesuchte Vorstellungen unserer Neu­inszenierungen. ⊲ Siehe S. 187

Alle Informationen und Termine finden Sie im ­Monatsleporello.

In ausgewählten Inszenierungen singen Kinder aus dem Wiesbadener Knabenchor, der von Roman B. Twardy geleitet wird. In der vergangenen Spielzeit traten die jungen Sänger solistisch in »Puccinis ›Triptychon‹« auf und werden auch in der Saison 2021.2022 in dieser Produktion zu erleben sein.

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PREMIEREN 60

WUHAN – DIE VERWANDLUNG Uraufführung Clemens Bechtel, Jan Neumann

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WALLENSTEIN

Friedrich Schiller

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BUNBURY

Oscar Wilde

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THE MINUTES

Deutschsprachige Erstaufführung Tracy Letts

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CORPUS DELICTI Juli Zeh

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SCHÖNE NEUE WELT Aldous Huxley

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DREI SCHWESTERN WHAT DREAMS ARE MADE OF

KALLDEWEY, FARCE Botho Strauß

Heinrich von Kleist

SCHÖNE BESCHERUNGEN Alan Ayckbourn

CASINO

Clemens Bechtel & David Gieselmann

ROMULUS DER GROSSE Friedrich Dürrenmatt

DIE KÜSTE UTOPIAS

Aufbruch | Schiffbruch | Bergung Tom Stoppard

DOKTORS DILEMMA

Ein Liederabend von Vera Mohrs und Florian Mahlberg

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DER ZERBROCHNE KRUG

INSTAME

Anton Tschechow

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Daniel ­Kehlmann

DIE PEST

Uraufführung Christoph Kohlbacher

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TYLL

DER VATER

August Strindberg

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REPERTOIRE

Albert Camus

George Bernard Shaw

QUICHOTTE

Salman Rushdie

ADMISSIONS

Joshua Harmon

GESPENSTER Henrik Ibsen

SZENEN EINER EHE Ingmar Bergman

KÖNIG LEAR

William Shakespeare


SCHAU SPIEL


URAUFFÜHRUNG

WUHAN – DIE VERWANDLUNG Clemens Bechtel, Jan Neumann

IT’S A VERY, VERY

DAM D L R OW


SCHAUSPIEL TEXT MARIE JOHANNSEN

Wann haben Sie zuletzt jemanden geküsst, den Sie gerade erst kennengelernt haben, oder sind in einem vollen Club zu »Jump« von Kris Kross über die Tanzfläche gesprungen? Wann haben Sie das letzte Mal zusammen mit ihren Freund*innen so richtig laut Ihr Lieblingslied gegrölt und gemeinsame Weltreisepläne geschmiedet? Wissen Sie noch, wie sich ein vollbesetzter Theatersaal anfühlt? Ich auch nicht. Das-Virus-dessen-Name-hier-nicht-genanntwerden-muss hat unsere Leben innerhalb von einem Jahr komplett über den Haufen geworfen. Die Erinnerungen an das »Normal« von früher sind bereits erschreckend blass geworden. Tatsächlich bleibt auch gar keine Zeit, der Vergangenheit nachzutrauern, denn das neue »Normal« verlangt, sich in möglichst kurzer Zeit zu Hobby-Virolog*innen fortzubilden, um die Meldungen der Tagesschau verstehen zu können (»R-Wert« und »7-TageInzidenz« waren zugegebenermaßen bislang nicht in meinem täglichen Sprachgebrauch verankert) und sich wöchentlich durch die neuen Maßnahmenkataloge zu ackern. So langsam zeichnet sich eine unbequeme Wahrheit ab: Je länger uns das Virus begleitet, desto wahrscheinlicher wird es, dass wir uns langfristig

auf ein neues »Normal« einstellen müssen. Die Welt vewandelt sich in eine neue, andere Welt, in der unsere Leben digitaler, langsamer und einsamer sind. Aber auch: digitaler, langsamer und einsamer! Ein Wunsch, den vielleicht manch eine*r lange im Geheimen hegte, um endlich einen Roman zu schreiben, Zimtschnecken zu backen, endlich richtig Französisch zu lernen oder Oma das Internet zu erklären. Und nicht nur die Omas werden digitaler, auch der Bundestag nutzte die Gelegenheit und schaffte in einem mutigen Schritt das Faxgerät ab. Und die Gesundheitsämter stellten fest, dass die Übermittlung von Daten sehr viel besser vorangeht, wenn man diese vorher in einen Computer eingibt. Diese innovativen Neuerungen hätten wir vor einiger Zeit so auch nicht für möglich gehalten. Ist das Virus also doch vielleicht eine Chance auf einen Aufbruch in eine bessere Welt? Wenn man in den Geschichtsbüchern blättert, stellt man fest, dass unser Umgang mit dem Virus heute viele Parallelen zur Spanischen Grippe von 1918 aufweist, denn auch damals war man sich nicht so richtig sicher, ob Masken wirklich schützen (glückli­ cherweise konnten wir uns nach über hundert Jahren des intensiven Nachdenkens auf die Wirksamkeit

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von medizinischen Masken einigen), ob man die Schulen schließen oder Lockdowns verhängen sollte. Aber in einem Punkt war man sich über alle Jahrhunderte hinweg einig: Kulturveranstaltungen müssen verboten werden. Irgendwie beruhigend, dass die Leute damals genau die gleichen Diskussionen geführt haben wie heute. Auf der anderen Seite: Total bescheuert! Wir können doch nicht alle hundert Jahre aufs Neue über die gleichen Schutzmaßnahmen nachdenken! Überlegen die Menschen in hundert Jahren bei der nächsten Pandemie dann wieder, ob sie die Schulen schließen sollen? Wir müssen doch aus Krisen lernen! Immerhin haben wir aus der Spanischen Grippe gelernt, dass ein Gesundheitsminis­ terium und ein zentralisiertes Gesundheitssystem eine gute Sache sind, um eine Pandemie zu bewältigen. Und das hat sich ja auch be- … Naja. Wie dem auch sei, ich schlage vor, bei der nächsten Pandemie werden die Maßnahmen dann zentral bei Anne Will ausgehandelt und vom Facebook-Parlament verabschiedet. Das klappt ja bisher auch ganz gut. Wie genau unsere Zukunft mit oder ohne Virus aussehen kann, wird sich Regisseur Clemens Bechtel, der im Januar 2020 (da ahnte noch niemand was von einem Virus – oder besser gesagt: zumindest wusste die Öffentlichkeit noch nichts davon) mit seinem Political »Casino« die Wiesbadener*innen in Aufruhr URAUFFÜHRUNG

WUHAN – DIE VERWANDLUNG

Clemens Bechtel, Jan Neumann Inszenierung Clemens Bechtel Text Jan Neumann, Clemens Bechtel, Frank Kafka Bühne Till Kuhnert Kostüme Vesna Hiltmann Musik & Video Alex Halka Dramaturgie Marie Johannsen Premiere 24. Sep. 2021, Kleines Haus

Auf der anderen Seite: Total bescheuert! versetzte, zusammen mit dem Autor Jan Neumann genauer ansehen. Außerdem Teil des Autorenteams: Franz Kafka. 1918 erkrankte er selbst an der Spanischen Grippe und erlebte während seiner Krankheit nicht nur eine innere Verwandlung, sondern auch die Verwandlung seiner Heimat: Während Kafka mehr oder weniger bewusstlos im Bett lag und seine Krankheit auskurierte, wurde aus seiner Heimat Österreich-Ungarn über Nacht die Tschechoslowakai. Von einem Tag auf den anderen, war alles, was ihm bekannt und vertraut gewesen war, verändert. In seiner Erzählung »Die Verwandlung« von 1912 nimmt Kafka vorweg, was für ihn selbst ein paar Jahre und für die ganze Welt über hundert Jahre später zum vorherrschenden Gefühl wird: Eines morgens wacht man auf und alles ist anders. Und mit jedem Tag verfestigt sich die Gewissheit darüber, dass es nie mehr werden wird, wie es mal war. Zusammen mit den Schauspieler*innen des Ensembles und Ihnen, unserem Publikum, gehen wir der Ver­wandlung der Welt, der Menschen und des Virus auf den Grund und begeben uns auf die Suche nach denjenigen, die zwischen Statistiken und Empörung verloren gegangen sind.


SCHAUSPIEL

Schnelltes

mit Cle mens B echtel u n d Ja n Neuma nn

t

1. Woru m geht es in »W Verwan uhan – dlung« Die ? Jan Neu mann: W ie imme mieses r mal w kleines ieder ein Etwas a die Rec ll e n einen S h nu n g macht. trich du Clemen rch s Bechte l: D a s kann m Zeitpun kt noch an zum jetzigen nicht g um Kafk e n au s a a, vielle g e n . ic Vielleic ht um d Die Fra ht ie Span gen, die ische G mich ak rippe. interess t u e ll am m ieren, s eisten ind: Wa und die s haben 3. Was f Maßna die Pan ür eine h m demie en in de mensch Erkenn die Pos n zwisc tnis nim lichen B t -C h orona-Z e e mst du n­ ziehun Mensch eit? mit in ge n u n d en selb b e s i den t verän die Pan dert? W C le demie u mens Be ie wird nsere Z chtel: D Wie – u ukunft ass Men unbeka nd von b schen n e nnte Ph e in w fl e m u s eue u n d – wird C sen? zu welc ä n o m u ene imm m ihre hem Zw OVID-19 Sicht d er wied eck ver und werden e r er nutz e D in inge be Dass Po nahmt? wir in 1 en, stätigt z litik öft Über w 0 Jahre e u r a s h s e n lache il h e fl e in n o s . e ist als m als stab n? il gelten ir lieb is weise s t. Dass de Ordn 2. Woru c h ung ver nell au m geht g s le d ic e e J s hsm a in »Wu n Neum Gleichg ­Verwan han – D ann: Ma ewicht dlung« ie n g wahrsc w k e rät. ommt. eiß ebe heinlic n doch h nicht nie, wa ? s Jan Neu mann: U 4 m . W d as Schw von tas as war/ manisc immver ist dein hem W e Liebli halten Maßna der Tro a s ngs-Co hme? s e rzierge ckenze rona-­ fl ü it g . e l währe Clemen nd s Bechte l: Um die Clemen und De s Becht selben batten, el: Schla Diskurs die wir m ärkten n ge s t e e Die lan s e it wie in s h e n vo r e gweilen inem Ja ozialist Sup e r mich ex hr führ z u m ischen indest en. trem. Zeiten sehr sp finde ic eziell, L Masken h ächeln vergleic u nt e r hsweis u n d da e s c s eigene hwer zu , bange entziffe Starren allmorg rn auf Inzid endlich e n z we r t e Jan Neu e ziemli mann: I ch läch ch mag erlich. die alle nicht. 5. Coro na ist v o r b ei – was ma chst du als erst Clemen es? s Bechte l: I s t das je mich au mals vo fs Küss rbei? Ic en und Aufs Re h freu aufs Hä isen, au n d e schütte f s T h ea sehen, ln te r m ac . auf laut hen un e Rockk d Theat und Trin o n er z e rte. Auf ken in v s Tanze ollen Clu Vor alle n b s, aufs F m aber ußballs­ auf eine meinem tadion. Zeit oh Gegenü n e A ngst vo ber. Jan Neu r mann: P arty.

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PREMIERE

WALLENSTEIN

Friedrich Schiller


SCHAUSPIEL

DES KAISERS GENERAL Wer war Wallenstein? Ehrgeiziger Kriegsmanager im Dreißigjährigen Krieg, kaisertreuer Feldherr, abtrünniger Einzelgänger und schließlich in Bann und Acht von seinen eigenen Vertrauten ermordet. Die Spekulationen über diese komplexe Persönlichkeit reißen nicht ab. Friedrich Schiller verarbeitete seine Faszination für Wallenstein in seiner Trilogie über die letzten Tage des Kriegsherrn. Zur Spielzeiteröffnung inszeniert Nicolas Brieger das »dramatische Gedicht« im Großen Haus des Hessischen Staatstheaters. Der Historiker Christoph Kampmann hat den kometenhaften Aufstieg und das rätselhafte Ende des Machtmenschen erkundet. TEXT CHRISTOPH KAMPMANN

Er gehört zu den bekanntesten, mächtigsten, aber auch rätselhaftesten Persönlichkeiten des Dreißigjährigen Krieges: der böhmische Adlige und Kriegsunternehmer Albrecht von Wallenstein. 1625 zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee ernannt, sorgte er für eine ebenso effiziente wie skrupellose Finan­zierung seiner Truppen. Er führte den Kaiser zu beispielloser Machtfülle, bevor es zum Bruch mit dem Monarchen und zum jähen Untergang des Feldherrn kam. Wallenstein gehörte lange Zeit auch zu den umstrittensten Persönlichkeiten des Dreißigjährigen Krieges. Durch seinen Tod, so ­behaupteten nicht wenige, seien die Weichen der deutschen Geschichte grundsätzlich in die falsche Richtung gestellt worden: Der Feld­herr sei der letzte Protagonist des Krieges gewesen, der die Kämpfe hätte beenden und Deutschland in einen fest gefügten Zentralstaat verwandeln können. Widerspruch kam prompt, besonders heftig von denjenigen, die in Wallenstein nur einen gescheiterten Verschwörer sahen, ohne Moral und ohne tieferes politisches Verständnis. So wurde der General zum Gegenstand lebhafter Kontroversen.

Wer war dieser Mann, der solche Leiden­schaften entfachen konnte? Wallenstein wurde 1583 als Spross der Valdštejns geboren, eines alten, ­weitver­zweigten, aber nicht sehr begüterten böhmischen Adelsgeschlechts. 1604 nahm Wallenstein im Rang eines Fähnrichs am Großen Türkenkrieg teil. Wie das einfache Soldatenleben aussah, wusste er seitdem aus eigener Anschauung. Durch die Ehe mit der reichen Erbin Lucretia von Landek avancierte er zu einem der größten Gutsbesitzer Mährens – der Grundstock seines späteren Vermögens. Von nun an finden wir Wallenstein im Dienst verschie­ dener habsburgischer Erzherzöge. Als ­b esonders zukunftsträchtig erwies sich die enge Verbindung zu Ferdinand von Steiermark, der als Oberhaupt des Gesamthauses Habsburg ausersehen war. Vor diesem Hintergrund überrascht Wallensteins Verhalten während der böhmischen Ständerevolution 1618 nicht. Ohne Zögern stellte er sich auf die Seite der habsburgischen Landesherrschaft, die er militärisch unterstützte. Diese Loyalität zahlte sich aus, als

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Ferdinand – inzwischen böhmischer König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ­deutscher Nation – mit spanischer und bayeri­ scher Hilfe seine Gegner in Böhmen und im Reich niedergeworfen hatte. Wallenstein war einer der Hauptprofiteure, als der Kaiser die gewaltigen Güter des »rebellischen« protestantischen Adels in Böhmen enteignete und zu Spottpreisen an Gefolgsleute verkaufte. Bereits hier zeigte sich jene Mischung aus Skrupellosigkeit und ökonomischem Geschick, die kennzeichnend für Wallenstein war.

Der Kriegsfinanzierer Mitte der 1620er Jahre schien Wallenstein ein gemachter Mann zu sein. Er verfügte über ein großes Vermögen und hohes Ansehen am kaiserlichen Hof. Aber all dies stand und fiel mit dem militärischen Erfolg der kaiserlichkatholischen Partei im Krieg. Es war daher nur folgerichtig, dass Wallenstein sich entschloss, als privater Kriegsunternehmer für den Kaiser ins Feld zu ziehen. Die im Dreißigjährigen Krieg kämpfenden Truppen bestanden großteils aus Söldnern, die von Kriegsunternehmern in fürstlichem Auftrag angeworben und kommandiert wurden. Ungewöhnlich war allein die Größenordnung der Wallensteinschen Offerte an den Kaiser, bot er doch an, nicht nur ein einzelnes Regiment zu rekrutieren und zu befehligen, sondern gleich eine ganze Armee. Zunächst zögerte der Kaiser: Er zweifelte, ob man diese Armee nach ihrer Vorfinanzierung durch Wallenstein dauerhaft würde unterhalten können. Ein Sinneswandel trat erst ein, als mit Dänemark ein weiterer finanzstarker Gegner in den Krieg eingriff. Am 27. Juni 1625 gab Kaiser Ferdinand II. seine Entscheidung bekannt, eine Armee von 24.000 Mann

Bei ihrer Erhebung nahm der Feldherr keine Rücksicht darauf, ob diese Territorien Kriegsgegner, Neutrale oder gar Verbündete des Kaisers waren: Alle mussten zahlen.


SCHAUSPIEL

auf­zustellen und Wallenstein mit der Anwerbung und dem Oberbefehl zu betrauen. Dieser Schritt markierte einen Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg. Zunächst in Hin­blick auf die Kriegsfinanzierung. Nach den gültigen Regeln waren die fürstlichen Kriegsherren verpflichtet, die in ihrem Auftrag ­angeworbenen Armeen zu unterhalten. Doch es zeigte sich schnell, dass sie dazu nicht in der Lage waren. Entsprechend wurde die Versor­ gung der Truppen in den besetzten Gebieten – stärker als reichsrechtlich vorgesehen – der Zivilbevölkerung aufgebürdet. In besonderem Maße sollte dies für die neu aufgestellte Armee Wallensteins gelten. Nachdem seine Forderungen nach ausreichender Bezahlung ungehört verhallt waren, zog Wallenstein eine Konsequenz, die in ihrer Mischung aus Rücksichtslosigkeit und Profitdenken charakteristisch für ihn war: Er zwang die Territorien, in denen seine Truppen einquartiert waren, zur Bereitstellung des gesamten Unterhalts für seine Armee, und zwar nicht in Naturalien, sondern in Geldzahlungen, den sogenannten Kontributionen. Bei ihrer Erhebung nahm der Feldherr keine Rücksicht darauf, ob diese Territorien Kriegsgegner, Neutrale oder gar Verbündete des Kaisers waren: Alle mussten zahlen. Zunächst funktionierte dieses System recht gut und führte zu einer deutlichen Verschiebung der militärischen Kräfteverhältnisse im Reich. Bis 1625 war der Kaiser weitgehend von der Katholischen Liga unter Führung Bayerns und von Spanien abhängig gewesen: Deren Armeen hatten die Siege erfochten. Dank Wallenstein konnte sich der Kaiser nun von seinen Verbündeten emanzipieren – und wurde damit zum mächtigsten Akteur des Krieges. So tauschte Ferdinand in gewisser Weise die Abhängigkeit von seinen Verbündeten gegen die Abhängigkeit von Wallenstein. Dafür verschaffte die neue Armee der kaiserlich-katholischen Seite Überlegenheit auf dem Schlachtfeld. Gemeinsam mit dem Heer der Liga unter Tilly besiegte Wallenstein die protestantischen Reichsfürsten und Dänemark. Da die dänischen Inseln ohne Flotte nicht zu bezwingen waren, handelte Wallenstein 1629 den Frieden von Lübeck aus. Damit besaß der Kaiser faktisch eine Machtstellung, wie sie keiner seiner Vorgänger je gehabt hatte.

Auch Wallenstein kam zu ungeahnten Ehren: Der Kaiser übertrug ihm, um seine enormen Kriegsschulden zu begleichen, aber auch aus militärstrategischen Gründen, die als »Rebellengut« eingezogenen mecklenburgischen Herzogtümer. Aus dem böhmischen Adligen wurde so ein Reichsfürst, der seine Residenz in Schwerin nahm – eine beispiellose Rangsteigerung.

Hochverrat am Kaiser Doch mit dem Aufstieg wuchs auch die Zahl der Kontrahenten, nicht nur unter den Kriegs­ gegnern, auch im eigenen Lager. Mit Sorge, ja Abscheu blickten katholische Reichsfürsten, allen voran Maximilian von Bayern, auf Wallensteins Umtriebe. Seine rücksichtslosen Kontributionsforderungen nährten den Argwohn, der Generalissimus wolle die kaiserliche Macht auf Kosten der Fürsten radikal steigern und den Weg für einen zentral regierenden Monarchen nach französischem Vorbild ebnen. 1630 erreichten seine Gegner ihr Ziel: Der Kaiser gab dem konfessionsübergreifenden kurfürstlichen Drängen nach und entließ Wallenstein. Erstaunlich widerspruchslos beugte dieser sich. Doch der Rückzug ins Zivilleben währte nur kurz. Schon im Folgejahr, nach dem Triumphzug des Schwedenkönigs Gustav Adolf, sah der Kaiser in der Rückberufung Wallensteins die einzige Möglichkeit, die Armee wieder aufzurichten und das eigene Lager vor der Niederlage zu bewahren. Tatsächlich enttäuschte Wallenstein die Erwartungen nicht. Dank seines Organisationstalents und seiner Kreditwürdigkeit vermochte er es, rasch eine schlagkräftige Armee aufzubauen und dem Schwedenkönig durch eine kluge Defen­sivstrategie das Heft des Handelns zu ent-­ reißen. Nur wenige Monate später standen ­ sich die beiden Heerführer bei Lützen gegenüber. Gustav Adolf wollte hier die Entscheidung erzwingen, fand aber in der Schlacht den Tod – ein unersetzlicher Verlust für Schweden. Nach Lützen verschlechterte sich das Verhältnis des Kaiserhofs zu Wallenstein jedoch schnell. Zum endgültigen Bruch kam es im Dezember 1633, als Wallenstein sich trotz eines ausdrücklichen kaiserlichen Befehls weigerte, die strategisch bedeutsame Stadt Regensburg vor der Eroberung durch die Schweden zu retten.

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Es war wohl weniger Wallensteins kometenhafter Aufstieg als sein dramatischer Sturz, der den General im Rückblick zu einer solch schillernden Figur hat werden lassen

Die Motive für Wallensteins Handeln in dieser Phase sind bis heute rätselhaft. Die zahlreichen Gegner am Kaiserhof vermuteten gezielten Verrat, und auch in der Historiografie wurde diese Auffassung wiederholt vertreten, frei­lich ohne eindeutige Belege. Aber auch die gegen­tei­lige Vermutung, Wallenstein sei es um höhere Ziele, um Reichseinheit und Frieden gegangen, blieb unbewiesen. Dafür fehlen eindeutige Selbstzeugnisse, während die Berichte Dritter über Wallensteins Ambitionen ein widersprüchliches Bild ergeben. Einiges spricht dafür, dass er am Ende seines zweiten Gene­ ralats kein klares politisches Kalkül mehr hatte, war er doch bereits ein schwer kranker, unter starken Schmerzen leidender Mann. Darauf deuten auch die Fehler hin, die ihm nun unterliefen – und dramatische Folgen hatten. Wohl um Druck auf den Kaiser auszuüben, ließ er Anfang 1634 von seinen im Pilsener Hauptquartier versammelten Regimentsobristen eine Erklärung verabschieden, in der die mangelnde Fürsorge des Monarchen für die Armee getadelt und Treue gegenüber Wallenstein geschworen wurde, ohne die Loyalitätsverpflichtung zum Kaiser zu erwähnen. Von Ferdinand wurde dies als Hochverrat gewertet: Er setzte Wallenstein ab und befahl – zunächst geheim, dann in einer öffentlichen Ächtungserklärung –, ihn gefangen zu nehmen oder zu töten.

In kürzester Zeit fiel daraufhin fast die gesamte Armee von Wallenstein ab. Wie in ähnlichen Konflikten zwischen Kriegsunternehmern und Kriegsherren wog die fürstliche Legitimität schwerer. Beim Versuch, mit einigen Getreuen aus Böhmen zu flüchten, wurde Wallenstein im Februar 1634 in der Grenzfestung Eger auf Befehl kaisertreuer Offiziere getötet. Sein Vermögen wurde konfisziert und größtenteils an die neue Armeeführung um General Matthias Gallas verteilt. Es war wohl weniger Wallensteins kometenhafter Aufstieg als sein dramatischer Sturz, der den General im Rückblick zu einer solch ­schillernden Figur hat werden lassen. Die Faszi­ nation, die von seinem rätselhaften Verhalten, seiner Ächtung und den Umständen seines gewaltsamen Todes ausgeht, ist jedenfalls bis heute ungebrochen.

PREMIERE

WALLENSTEIN

Friedrich Schiller (1759 – 1805) Inszenierung Nicolas Brieger Bühne Raimund Bauer Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Musik Bernhard Moshammer Dramaturgie Anika Bárdos Premiere 2. Ok. 2021, Großes Haus

Zu dieser Produktion gibt es ein ­theaterpädagogisches Angebot. ⊲ Siehe S. 187


Sollte es jemals wieder möglich sein, einigermaßen unbeschwert zu reisen, dann empfiehlt sich Irland als Reiseziel. Das Land mit seinen »Forty Shades of Green« hat viel zu bieten: Neben einer vielfältigen Naturlandschaft auch eine brodelnde Kulturszene, die vor allem – aber nicht nur – in der Hauptstadt Dublin kulminiert. Hier begann auch das Leben eines des wohl berühmtesten Iren: Oscar Wilde. PREMIERE

BUNBURY

Oscar Wilde

EACH MAN KILLS THE THING HE    LOVES


70 TEXT ANIKA BÁRDOS

Im Jahr 1997 wurde im Merrion Square Park eine Statue zu Ehren Oscar Wildes enthüllt (im Beisein seines einzigen Enkels, Merlin Holland), deren ästhetische Umsetzung zumindest, nun ja, gewöhnungsbedürftig ist. Man sollte davon Abstand nehmen, zu mutmaßen, was Oscar Wilde himself wohl zu seinem Porträt gesagt hätte. Als Künstler, Ästhet und ­ als Mensch mit sehr eigenwilligem Stil, den er zeitlebens kultivierte, wird er zu der lebensgroßen Figur, die nun in liegender Pose gegenüber von seinem einstigen Elternhaus residiert, mit ziemlicher Gewissheit eine dezidierte Meinung gehabt haben. Immerhin ist es nicht unwahrscheinlich, dass Wilde, der sich für schöne Steine durchaus begeistern konnte, die Auswahl des Materials gefallen hätte, die in der Herstellung verwendet wurden. Grüne und weiße Jade, rosa Thulit sowie blauer und schwarzer Granit, dazu Bronze und Porzellan. Danny Osborne, der Erbauer der Skulptur, hatte die Halbedelsteine zuvor persönlich aus verschiedenen Teilen der Welt zusammengesucht: von Guatemala über Norwegen und Kanada bis nach Indien. Nicht zuletzt der 35 Tonnen schwere Quartzblock aus den Wicklow Mountains südlich von Dublin, auf dem die 1,88 Meter große Statue liegt. Osborne ging es vor allem um den hohen Symbol­ charakter der Steine, Jade etwa steht für Unsterblichkeit.

Das Porträt zeigt Wilde im Alter von 40 Jahren, auf der Höhe seiner Karriere, kurz bevor sein schillerndes Leben einen so rasant tragischen Verlauf nahm. Wildes Elternhaus am Merrion Square ist anzusehen, dass hier einst Bürger von gehobenem Stand lebten, und seine Eltern – der Vater ein angesehener Arzt, die Mutter Dichterin – legten großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder. Durch seine Erziehung kam er früh in Kontakt mit Kultur, lernte Deutsch und Französisch und interessierte sich für klas­sische Sprachen. Er studierte Klassische Literatur, zunächst am Trinity College und schließlich, mit Anfang Zwanzig, in Oxford. In seine Heimat kehrte er nur für zwei kurze Besuche zurück, das streng katholische Irland kam ihm zeitlebens kleingeistig und beengt vor. In England entfaltete sich seine Persönlichkeit, die man nicht anders als »schillernd« beschreiben kann. Als zunächst mäßig erfolgreicher Dichter kultivierte er in den höchsten Kreisen der Society mit immer größerer ­Raffinesse seine Ansichten über Ästhetik und erregte mit seinem bewusst dandyhaften Auftreten mit teilweise gewagten modischen Ansagen schnell Aufsehen. Seine Bonmots waren beliebt und gefürchtet, seine Anwesenheit wurde als Bereicherung jeder Gesell­­schaft angesehen. Nach seiner Heirat mit Constance Lloyd 1884 veröffentlichte er Zeitungsartikel, Kurzgeschichten, Essays und seinen einzigen Roman, »Das Bildnis des Dorian Gray«.

Osbornes Porträt zeigt Wilde im Alter von 40 Jahren, auf der Höhe seiner Karriere, kurz bevor sein schillerndes Leben einen so rasant tragischen Verlauf nahm.


SCHAUSPIEL

Seine Karriere als Theaterautor begann erst mit Ende Dreißig: Nach seinem ersten Skandalstück »Salomé« (1891), das erst 1896 in Paris uraufgeführt werden durfte (zu diesem Zeitpunkt saß Wilde bereits im Gefängnis), schrieb Wilde mit seinen Komödien bissige Gesellschaftskommentare: 1892 »Lady Windermeres Fächer«, 1894 »Ein idealer Gatte« und, später im gleichen Jahr, »Bunbury« (»The Importance of Being Earnest«).

Als Oscar Wilde im Mai 1897 das Gefängnis von Reading verließ, war er mit nur 43 Jahren körperlich und seelisch zerrüttet. Dieses Stück wird heute gerne als Wildes Meisterstück angesehen, das Aufrechterhalten zweier unterschiedlicher Persönlichkeiten in der Stadt und auf dem Land gilt gleichzeitig als Symbol für Wildes für viktorianische Verhältnisse wenig versteckte Homosexualität. Die Uraufführung in London 1895 war ein spektaku­ lärer Erfolg, der unbestrittene Höhepunkt für seine Karriere. Keine vier Monate später wurde Oscar Wilde nach einem aufsehen­erregenden Prozess trotz großer Redegewandtheit wegen widernatürlicher Unzucht und schwerer sittlicher Vergehen zu zwei Jahren Gefängnis mit schwerer Strafarbeit verurteilt. Der eben noch angesehene Bonvivant musste unter Schmährufen den Gerichtssaal verlassen. Als Oscar Wilde im Mai 1897 das Gefängnis von Reading verließ, war er mit nur 43 Jahren körperlich und seelisch zerrüttet. Er verließ England am nächsten Tag und kehrte nie wieder zurück. Unter dem Alias »Sebastian Melmoth« verbrachte er seine letzten Lebensjahre in äußerster Armut in Paris. Im Gefängnis hatte er sich zum Katholizismus bekehrt und wollte konvertieren – die Katholische Kirche ­ onstance wies ihn jedoch harsch zurück. Weder C noch seine Kinder sah er je wieder. Mit einem einstigen Geliebten, Alfred »Bosie« ­Douglas, verbrachte er Ende 1897 noch einige gemeinsame

Wochen, bevor die Männer sich auf Druck der Familien für immer trennten. Seiner durch den Gefängnisaufenthalt angeschlagenen Gesundheit gab eine zunehmende Alkoholsucht den Rest, am 25. November 1900 starb Wilde in einem Pariser Hotel, vermutlich an den Folgen einer Meningitis. Nur sechs Tage zuvor erfüllte sich sein größter Wunsch: Ein Priester taufte ihn katholisch. Erst 2017 wurde Oscar Wilde posthum begnadigt. Das Denkmal auf dem Merrion Square wird von zwei weiteren, wesentlich kleineren Bronzestatuen flankiert. Ein Torso die eine – der griechische Gott Dionysos steht hier stellvertretend für das hedonistische Leben, das Wilde zelebrierte. Auf dem Sockel dieser Figur stehen zahlreiche seiner Bonmots. Die andere Skulptur zeigt eine Frau, die ihren Bauch schützend umfasst. Constance Wilde soll mit dem zweiten Kind im sechsten Monat schwanger gewesen sein, als Oscar Wilde seine homosexuellen Neigungen auszuleben begann. Wenngleich auch sie die »Schande« seiner Verurteilung mittragen musste und mit der Tatsache konfrontiert war, dass ihre Ehe ein Alibi war, stand sie ihrem Mann lange Zeit mit unerschütterlicher Treue zur Seite. Nach seiner Verhaftung änderte sie ihren Namen in Constance Holland und zog mit ihren beiden Söhnen in die Schweiz. Ein Jahr nach seiner Entlassung aus der Haft starb sie in Genua an den Folgen einer Unterleibsoperation. Sie wurde vierzig Jahre alt.

PREMIERE

BUNBURY

Oscar Wilde (1854 – 1900) Inszenierung Ulrike Arnold Bühne Robert Schweer Kostüme Anne Buffetrille Dramaturgie Anika Bárdos Premiere 3. Dez. 2021, Kleines Haus

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DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG

THE MINUTES Tracy Letts

GESCHICHT IST EIN VER


SCHAUSPIEL

Tracy Letts, dessen wohl erfolgreichstes Theaterstück »Eine Familie« (»August: Osage County«, 2007) mit einer Mischung aus Bosheit und Humor tief in die Dysfunktionalität der Kernzelle menschlicher Gemeinschaft vordringt, hat ein neues Stück geschrieben, das mit scharfer Genauigkeit erneut das menschliche Miteinander in einer Kleinsteinheit seziert. Daniela Kerck (»Babylon«, »Admissions«) wird die deutschsprachige Erstaufführung in Wiesbaden inszenieren.

TE RB

TEXT ANIKA BÁRDOS

»  The Minutes« ist der Originaltitel des Stücks, dabei handelt es sich um das Sitzungsproto­ koll der wöchentlichen Stadtratsitzung in Big Cherry, einer kleinen Stadt irgendwo in der Mitte der USA. Lokalpolitik und persönliche Befindlichkeiten treffen hier ungebremst aufeinander, und man kann sich bei einem Autor wie Tracy Letts sicher sein, dass sich in dieser Konstellation so mancher Abgrund auftun wird. Und so ist es auch. Mr. Peel, der noch nicht lange in Big Cherry lebt, hat mit frischem Idealismus für einen Sitz im Stadtrat kandidiert und tritt mit dem erklärten Ziel der gelebten Demokratie seinen Posten an. Dass es allerdings auf dieser Ebene der Legislative weniger um große, gesellschaftsverändernde Themen geht als um Dinge wie Parkplatzvergabe und barrierefreie Zugänge, scheint ihn dabei nicht zu stören.

Durch den Tod seiner Mutter hat Mr. Peel jedoch die letzte Sitzung des Stadtrats verpasst. Bei dem Versuch herauszufinden, was dort besprochen wurde, stößt er auf eine seltsame Mauer des Schweigens. Und ausgerechnet Mr. Carp, der offenbar im Streit aus dem letzten Treffen gegangen ist, fehlt heute. Und nicht nur das: Er ist mit sofortiger Wirkung aller Ämter enthoben. Seltsamerweise fehlt auch das Protokoll dieser Sitzung (»The Minutes«), beziehungsweise es ist »noch nicht fertig«. Diese kurze Irritation – mehr scheint es nicht zu sein – tritt schnell in den Hintergrund, damit die anderen Tagesordnungspunkte geklärt werden können, wie das anstehende Stadtfest und der Verbleib einiger gespendeter Fahrräder. Die Sitzung gerät aber erneut ins Stocken, als über die Errichtung eines Denkmals für Seargent Pym, einem der Stadtväter von Big Cherry, abgestimmt werden soll. Der Legende nach hat dieser die Stadt fast im Alleingang vor dem Angriff einer marodierenden Indianer­ horde gerettet. Diese Legende hat längst den Status der historischen Wahrheit: Jedes der Stadtratsmitglieder kann sie auswendig vortragen, den Kindern wird sie in der Schule beige­bracht. Der aufopferungsvolle Sieg des urame­ rikanischen Helden, der sein Leben schließlich sogar für die Rettung eines Kindes opfert, passt perfekt in das Selbstverständnis der patrio­tischen Einwohner und wird daher nicht ­hinterfragt. Erst durch das unnachgiebige Nach­fragen des »Außenseiters« Peel enthüllt sich, dass der geschasste Mr. Carp einer ganz anderen historischen Wirklichkeit auf der Spur war. Aus welcher Motivation heraus entstehen Mythen über eine Gesellschaft, und was erzählen sie uns darüber, wie wir miteinander umgehen? »Wenn wir über Politik reden oder über unser soziales Verhalten oder über dieses Land, dann müssen wir dahin zurückgehen, wie wir es gemacht haben oder wie wir hier gelandet sind, müssen wir uns den Widerständen stellen, die damit verbunden sind«, sagt Tracy Letts über »The Minutes«. Und ohne ausdrücklich politisch zu sein, hat Letts mit diesem Stück einen durchaus politischen Kommentar auf die Trump-Ära geschrieben, in der man hautnah erleben konnte, dass sogar die unverhohlene

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»Wenn wir über Politik reden oder über unser soziales Verhalten oder über dieses Land, dann müssen wir dahin zurückgehen, wie wir es gemacht haben oder wie wir hier gelandet sind, müssen wir uns den Widerständen stellen, die damit verbunden sind.« Lüge zum gängigen Narrativ wird, einfach nur, weil sie am lautesten geäußert und mit der größten Vehemenz vertreten wird. Macht wiegt schwerer als Wahrheit. »Geschichte ist ein Verb«, sagt der Bürgermeister von Big Cherry, und zwar eines, das aktiv und passiv gebraucht werden kann. Tracy Letts ist vermutlich einer der sehr wenigen Menschen, die sowohl einen Tony Award für ihre Schauspielkunst (2013 als George in »Wer hat Angst vor Virginia Woolf«) als auch für das beste Stück (2008, »Eine Familie« – im gleichen Jahr erhielt das Stück den Pulitzer Preis) gewonnen haben. Auch »The Minutes« erhielt eine Nominierung für den renommierten Pulitzer Preis (2018). Dem Stück, das – wie die meisten seiner Werke – am Steppenwolf Theatre in Chicago uraufgeführt wurde, war im Februar/März 2020 eine kurze Laufzeit am Broadway vergönnt, bevor die Theater schließen mussten. Tracy Letts spielte hier zum ersten Mal in einem seiner eigenen Stücke mit. Der 1965 in Oklahoma geborene Letts ist außerdem ein nicht nur in den USA bekannter Filmschauspieler (»Homeland«, »Ladybird«, »Little Women«), der seine Liebe zum Theaterspielen nie vernachlässigt hat. Mit dem Steppenwolf Theatre in Chicago verbindet ihn eine mehr als 30-jährige Geschichte, er ist dort immer noch aktiv und lässt seine Stücke ausschließ­lich hier uraufführen. 1993 war »Killer Joe« sein erster Erfolg als Theaterautor, »Ein Familie« 2007 sein bisher größter (2013 wurde das Stück außerdem unter anderem mit Meryl Streep und Julia Roberts verfilmt). »The Minutes« ist Letts’ zehntes abendfüllendes Stück.

DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG

THE MINUTES Tracy Letts

Deutsch von Anna Opel Iszenierung und Bühne Daniela Kerck Kostüme Hannah König Dramaturgie Anika Bárdos Premiere 21. Jan. 2022, Kleines Haus


PREMIERE

CORPUS DELICTI

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LEBEN O V KANN

Juli Zeh

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ZUM TODE FÜHREN TEXT JULI ZEH

2007 hat die Erfolgsautorin Juli Zeh (»Spieltrieb«, »Unterleuten«) ein Theaterstück vorgelegt, das damals als eine grelle Dystopie gelesen werden konnte. »Corpus Delicti«, das später auch als Roman ein Bestseller wurde, zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der sämtliche Lebensbereiche nur noch einer Ideologie der Gesundheit und persönlichen Fitness untergeordnet werden. Ein gutes Jahrzehnt später ist aus einem spannenden ScienceFiction-Thriller fast schon Realität geworden…


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I

MANIFEST DES GESUNDEN MENSCHENVERSTANDS 1. Der Mensch ist ein Lebewesen. 2. Als solches will er leben. 3. Träger und erste Voraussetzung des Lebens ist der Körper. 4. Erste Bedrohung des Körpers ist die Krankheit. 5. Höchstes Ziel des Körpers ist Gesundheit. 6. Also ist körperliche Gesundheit das höchste Ziel jeder menschlichen Handlung. 7. Die Ursachen der Krankheit sind a) fehlende Überzeugung, b) fehlende Kontrolle, c) nicht legitime Ernährung. 8. Die Bedingungen der Gesundheit sind a) Sauberkeit, und b) Sicherheit. 9. Unsauberkeit ist die Verunreinigung des Einzelnen. 10. Unsicherheit ist die Verunreinigung der Gesellschaft. 11. Die Gesellschaft ist der kollektive Körper des Menschen. 12. Die Gesundheit der Gesellschaft ist Voraussetzung für Sauberkeit und Sicherheit. 13. Letztgesagtes gilt auch im umgekehrten Verhältnis. 14. Sauberkeit ist die Pflicht des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft. 15. Sicherheit ist die Pflicht der Gesellschaft gegenüber dem Einzelnen. 16. Verunreinigung ist immer eine öffentliche Angelegenheit. 17. Die Instrumente der öffentlichen Angelegenheit sind Überzeugung und Kontrolle; ihr Ziel ist das allgemeine Wohl. 18. Das persönliche Wohl verhält sich zum allgemeinen Wohl wie der Wassertropfen zur Welle. 19. Das Glück des Menschen ist die gelungene Verbindung von persönlichem und all gemeinem Wohl; das ist die gelungene Verbindung von Sauberkeit und Sicherheit. 20. Jeder legitime Staat ist dem Glück des Menschen verpflichtet. 21. Diesen Erkenntnissen kann ohne eine Verletzung des gesunden Menschenver stands nicht widersprochen werden. 22. Wer dem gesunden Menschenverstand widerspricht, ist krank. 23. Wer krank ist, gefährdet den kollektiven Körper des Menschen; das ist die Gesell schaft. 24. Der kollektive Körper ist ein Lebewesen. 25. Als solches will er leben. 26. Alles, was den kollektiven Körper gefährdet, ist ein Virus. 27. Viren werden vom kollektiven Immunsystem bekämpft.


II

SCHAUSPIEL

PREMIERE

CORPUS DELICTI Juli Zeh

Inszenierung Daniel Kunze Ausstattung Sophie Leypold Musik Vasko Damjanov Dramaturgie Marie Johannsen Premiere 28. Jan. 2022, Wartburg

DAS GEGENMANIFEST Ich entziehe einer Gesellschaft das Vertrauen, die, obwohl nur aus Menschen zusammengesetzt, allein auf der Angst vor dem Menschen gründet. Ich entziehe einer Methode das Vertrauen, die lieber der DNA eines Menschen als seinen Worten glaubt. Ich entziehe einer Zivilisation das Vertrauen, die den Geist des ­Menschen, aus dem sie hervorgegangen ist, an den Körper verraten hat. Ich entziehe einem Körper das ­Vertrauen, der nicht mein eigenes Fleisch und Blut, ­sondern eine kollektive Vision vom Optimalkörper dar­stellen soll. Ich entziehe einer Liebe das Vertrauen, die sich für das Produkt eines immunologischen Opti­ mie­rungsvorgangs hält. Ich entziehe einer Normalität das Vertrauen, die sich selbst als Gesundheit definiert. Ich entziehe einer Gesundheit das Vertrauen, die sich selbst als Normalität definiert. Ich entziehe einem Herrschaftssystem das Vertrauen, das sich auf Zirkel­schlüsse stützt. Ich entziehe einer Sicherheit das Vertrauen, die eine letztmögliche Antwort sein will, ohne zu verraten, wie die Frage lautet. Ich entziehe einer Philosophie das Vertrauen, die vorgibt, dass die Auseinandersetzung mit

den existentiellen Problemen des Daseins beendet sei. Ich entziehe einer Moral das Vertrauen, die zu faul ist, sich dem Paradoxon von gut und böse zu stellen und sich lieber an »funktioniert« oder »funktioniert nicht« misst. Ich entziehe einem Recht das Vertrauen, das seine Erfolge einer vollständigen Kontrolle des Menschen verdankt. Ich entziehe einem Volk das Vertrauen, das glaubt, totale Durchleuchtung schade nur dem, der etwas zu verbergen hat. Ich entziehe dem allgemeinen Wohl das Vertrauen, weil es die Selbstbestimmtheit des Menschen als einen untragbaren Kostenfaktor sieht. Ich entziehe einem ­persönlichen Wohl das Vertrauen, das nichts weiter als eine Variation auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ist. Ich entziehe einer Politik das Vertrauen, die ihre Popu­larität allein auf das Versprechen eines risikofreien Lebens stützt. Ich entziehe einem Staat das Vertrauen, der besser weiß, was gut für mich ist, als ich. Ich entziehe jenem Idioten das Vertrauen, der das Schild am Eingang unserer Welt abmontiert hat, auf dem stand: »Vorsicht! Leben kann zum Tode führen.«

Zu dieser Produktion gibt es ein ­theaterpädagogisches Angebot. ⊲ Siehe S. 187

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PREMIERE

SCHÖNE NEUE WELT Nach dem Roman von Aldous Huxley

NORMAL IS BOR I N G TEXT MARIE JOHANNSEN

Als Aldous Huxley 1931 seinen Bestseller »Schöne neue Welt« schrieb, ahnte er nicht, wie nah er mit seiner Dystopie von einer durchorganisierten, totalitären Gesellschaft an die nahe Zukunft geraten würde. In seiner »schönen neuen Welt« beschreibt er ein ausgeklügeltes Kastensystem, das die Menschen in Alphas, Betas, Gammas, Deltas und Epsilons aufteilt. Letztere sind dazu verdammt, niedere Tätig­keiten zu verrichten, während die Alpha-Menschen die absolute Königsklasse biologischer Menschenzucht darstellen. Hinterfragt wird das System der neuen Welt nicht, denn frühkindliche Konditionierung hat den Bewohner*innen eingetrichtert, wo der eigene Platz ist. Und sollten doch einmal Zweifel auf­ kommen, hilft die staatlich verabreichte Droge Soma. Eine perfekt organisierte Gesellschaft, die auf ­wissenschaftlichen Erkenntnissen, Logik und harter Arbeit fußt, bestehend aus uniformen Menschen.

Unser heutiger Forschungsstand würde uns tatsächlich erlauben, so eine perfekte Gesellschaft zu produzieren: Derzeit wird beispielsweise diskutiert, ob die Krankenkassen regulär die Kosten für den pränatalen Bluttest auf Gendefekte übernehmen sollen. Sollte ein Gendefekt vorliegen, ist ein Spätabbruch rechtlich kein Problem. Die immer gefragtere Pränataldiagnostik führt dazu, dass wesentlich weniger Menschen mit einer Behinderung auf die Welt kommen, da diese bereits vor der Geburt »aussortiert « werden. In Dänemark wird der Bluttest seit 2004 von der Krankenkasse übernommen, 2019 wurden in Dänemark nur noch 18 Kinder mit Down-­ Syndrom geboren. Nicht nur die Untersuchungen auf Gendefekte werden immer populärer, sondern auch die Überlegungen, ob nicht Tests auf andere Krankheiten oder sogar Äußerlichkeiten möglich wären.

Das Thema ist äußerst komplex und hier sicher verkürzt dargestellt, doch zeigt es, wie nah wir bereits der von Huxley antizipierten »perfekten« Gesellschaft mit lauter »perfekten« Menschen sind: »Unsere zeitgenössische westliche Gesellschaft ist trotz ihres materiellen, intellektuellen und politischen Fortschritts der geistigen Gesundheit immer weniger förderlich und neigt dazu, die innere Sicherheit, das Glück, die Vernunft und Liebesfähigkeit des Einzelnen zu untergraben« , schreibt der Philosoph und Psychiater Erich Fromm, »sie [die Gesellschaft] neigt dazu, ihn [den Menschen] in einen Automaten zu verwandeln, welcher für sein Versagen als Mensch mit zunehmenden geistigen Erkrankungen und mit einer unter einem hektischen Trieb zu Arbeit und sogenanntem Vergnügen verborgenen Verzweiflung bezahlt.« Dieses Automaten-Dasein, sagt Fromm, verstünden wir mittlerweile als »normal« – und seien absurderweise damit zufrieden. Wir seien einfach so gut an unsere anormale Gesellschaft angepasst, dass wir ver­lernt haben, auf unsere innere Stimme zu hören, die den Begriff »  normal« hinterfragen könnte. Wir leben in einer » Illusion der Indi­vidualität«, und das ist alles andere als ungefährlich. »Denn«, schreibt Fromm weiter, »Uniformität und Freiheit sind unvereinbar. Der Mensch ist nicht geschaffen, ein Automat zu sein, und wenn er zu einem wird, ist die Basis der geistigen Gesund­heit zerstört.«


SCHAUSPIEL

Aldous Huxley hat fast 30 Jahre nach Erscheinen seiner »Schönen neuen Welt« in einem Essay-Band seine Vorhersagen rekapituliert und schreibt zu Fromms These: »Im Laufe der Evolution hat sich die Natur große Mühe gegeben, jedes Einzelwesen von jedem anderen verschieden zu gestalten. Jede Kultur, die um der Leistungsfähigkeit willen oder im Namen eines politischen oder religiösen Dogmas den Einzelmenschen zu normen sucht, begeht einen Frevel an der biologischen Natur des Menschen.« Der Drang, Ordnung ins Chaos zu bringen, ist uns ­Menschen immanent. Unsere Harmo­ niesucht zwingt uns dazu, unsere Gedanken in Meinungsschubladen zu sortieren, Vielheit in Einheit zusammenzufassen, ständig Klarheit und Struktur in unsere Leben bringen zu wollen. Auf YouTube häufen sich die identischen Morgenund Abendroutinen junger Menschen, und auf Instagram werden die immer gleichen Lifestyleprodukte beworben, die uns alle gleichermaßen glücklich machen sollen. »Kauf das, mach das mit, das wird dir guttun, denn wir sind alle gleich (na gut, manche sind gleicher)«, säuselt uns unser Unterbewusstsein zu. Ist ja auch beruhigend, dass man eine*r von vielen und nie allein ist. Doch diese beruhigende Gewissheit ist ein gefährlicher Irrtum, der in der Geschichte bereits mehrfach zur Rechtfertigung totalitärer Tyrannen wurde. So sinnvoll ein geordnetes System, ein funktionierender Rechts- und Sozialstaat, eine Gemeinschaft zusammenarbeitender Individuen ist, so verhäng­ nisvoll kann der Drang sein, es mit der Organisation und ­Regulierung zu übertreiben. Huxley schreibt: »Zu viel Organisation erstickt den schöpferischen Geist und beseitigt sogar die Möglichkeit von ­Freiheit.« Der Mittelweg, vorbei an den Extremen, sei wie immer ein guter Ansatz. Nur wie kommt man dahin? Erstmal weg von den Extremen. Und dann den Kompass wieder neu ausrichten. Was verbindet man mit den Begriffen

»  Zugehörigkeitsgefühl«, »Gruppenloyalität« oder »Teamwork«? Wenn diese Schlagwörter auf dem Arbeitszeugnis oder LinkedIn-Profil stehen, hat man gute Chancen, dass man gerne angestellt wird. Doch wenn man genauer hinschaut, implizieren diese Begriffe, dass das soziale Ganze einen höheren Wert hat als seine individuellen Anteile. Alles für die Gemeinschaft, alles für die Gruppe.

Noch mehr zum Thema?

»Auf ein Wiedersehen mit der schönen neuen Welt« von Aldous Huxley Film-Tipp »Gattaca«, auf Amazon Prime verfügbar Serien-Tipp auf Netflix »Atypical« Bloggerin und Aktivistin Nathalie Dedreaux https://www.nataliededreux.de/

Der Drang, Ordnung ins Chaos zu bringen, ist uns Menschen immanent. »  Die Menschen stehen miteinander nicht als ganze Persönlichkeiten in Beziehung, sondern als Verkörperung wirtschaftlicher Funktionen oder, außerhalb der Arbeit, als verantwortungslose Vergnügungssuchende«, schreibt Huxley und beschreibt damit nicht seine Dystopie von 1931, sondern die gesellschaftlichen Entwicklungen, die er dreißig Jahre später beobachtet. Er geht noch weiter: »Einem solchen Leben unterworfen, neigt der Einzelne dazu, sich einsam und unbedeutend zu fühlen. Sein Dasein hört auf, irgendwelchen Sinn und Zweck zu haben.« Das Gefühl, als Wirtschaftsfaktor (systemrelevant oder nicht) eingestuft und als verantwortungslos Vergnügen suchend in der Freizeit zu gelten, ist einem ja derzeit tatsächlich nicht ganz unbekannt und zeigt anschaulich, wie das Prinzip von Über-Organisation wirken kann. PREMIERE

SCHÖNE NEUE WELT Nach dem Roman von Aldous Huxley

Dass man in einer perfekt kontrol­ lierten Gesellschaft eben nicht unbedingt produktiver wird, zeigen zahlreiche Studien aus dem letzten Jahr, die einen deutlichen Anstieg von Depressionen verzeichnet haben. Und das ist überhaupt nicht überraschend: Aldous Huxley beschreibt, dass in der Geschichte regelmäßig mit einer Über-Regulierung auf Unsi­cherheiten in der Gesellschaft reagiert wurde, was absolut keinem geholfen hat – sondern schlimmer noch, den Weg bereitet hat für totalitäre Regime und anti-demokratische Ideen. Insofern ist es gerade jetzt völlig ok, sich unwohl und unfrei zu fühlen. Es ist ok, kein »idealer Mensch« zu sein, mal nicht »super Teamwork« zu leisten oder sich total zugehörig und dabei glücklich zu fühlen. Es ist ok, sich in dieser neuen Welt sehr allein zu fühlen. Es ist völlig ok, sich der eigenen Privilegien bewusst und trotzdem unglücklich zu sein. Es ist ok, sich nicht »normal« zu fühlen und zu beschließen, dass das vielleicht sogar eine gute Sache ist. Es ist ok, anders zu sein.

Inszenierung und Bühne Malte Kreutzfeldt Kostüme Christine Hielscher Choreografie Gabriel Galindez Cruz Dramaturgie Marie Johannsen

Zu dieser Produktion gibt es ein ­theaterpädagogisches Angebot.

Premiere 6. März 2022, Kleines Haus

⊲ Siehe S. 187

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PREMIERE

DER VATER

August Strindberg


SCHAUSPIEL

VÄTERN UND VON SCHEIN KUCKUCKSKINDERN TEXT WOLFGANG BEHRENS

»  Mater semper certa est.« So lautet ein alter römischer Rechtsgrundsatz: »Die Mutter ist immer sicher« , oder – nicht ganz so eng am lateinischen Wortlaut klebend: »Nur die Mutter ist unzweifelhaft.« Die römischen Juristen waren sich dessen so gewiss, dass sie dieses Prinzip sogar als eine »praesumptio iuris et de iure« setzten, was so viel heißt wie: Gegen diesen Grundsatz ist kein Gegenbeweis zulässig. In einem Handbuch der Rechtswissenschaft aus dem späten 19. Jahrhundert wird das auf einleuchtende und ein wenig unfreiwillig komisch wirkende Art begründet: »Die Geburt ist eine in die äußere Wahrnehmung fallende Thatsache und in der Regel unschwer zu beweisen. Es kommt dazu, dass die von Natur eingepflanzte Mutterliebe und die daraus entspringende Fürsorge für das Leben des hilflosen Kinds ein äußerlich erkennbares Verhältnis zwischen Mutter und Kind herstellt.« Ob das mit der Mutter wirklich immer so felsen­ fest steht, mag dahingestellt sein: In Sergio Leones Film »Es war einmal in Amerika« etwa dringt eine Mafia-Abordnung in die Geburtsabteilung eines Krankenhauses ein und vertauscht aus erpresserischen Absichten wild Säuglinge – danach sind sich die Mütter ihrer Kinder beileibe nicht mehr so sicher. In Brechts »Kaukasischem Kreidekreis« wie­derum wird die im Rechtshandbuch behauptete »eingepflanzte Mutterliebe« in Frage gestellt: Bei einer Probe, ob die Magd Grusche oder ihre ehemalige Herrin die rechtmäßige Mutter sei, werden die beiden dazu aufgefordert, das Kind – jede an einem Arm zerrend – jeweils zu sich hin zu ziehen. Aus Liebe zu dem Kind lässt die Magd los, und genau deshalb bekommt sie als die eigentlich »falsche« Mutter gegenüber der biologischen Mutter das Mutterrecht zugesprochen.

Der eigentliche Clou des römischen Rechtsgrundsatzes ist allerdings seine komplementäre Ergänzung: »Pater est, quem nuptiae demonstrant«, also: »Der Vater ist derjenige, der sich durch die Heirat als solcher erwiesen hat.« Im Gegensatz zur Mutterschaft ist also die Vaterschaft nicht »natürlich« definiert worden, sondern eine rein juristische Konstruk­ tion, eine Vereinbarung. Auch hierfür hält das Handbuch aus dem 19. Jahrhundert eine hübsche Begründung bereit: »Dagegen entzieht sich die Zeugung der äußeren Wahrnehmung und was den Moment der Zeugung anlangt, selbst der Wahrnehmung der Zeugenden. Die Erzeugung eines Kinds durch eine bestimmte Mannsperson kann, von ganz ungewöhnlichen Umständen abgesehn, gar nicht bewiesen werden; der Beweis müsste dahin gehn, dass die Kindsmutter innerhalb des der Geburt ent­ sprechenden Zeitraums mit diesem Mann und nur mit ihm sich fleischlich vermischt habe.«

»Die   Geburt ist eine in die äußere Wahrnehmung fallende Thatsache und in der Regel unschwer zu beweisen.«

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Der Vater ist also zweifelhaft. Das hat sich zwar heutzutage insofern geändert, als dass man(n) (und manchmal auch frau) sich nun durch DNA-Tests eine nachträgliche Sicherheit über die tatsächliche Vaterschaft verschaffen kann – in der Regel geschieht das jedoch nur im Verdachtsfalle. Bei den sogenannten »Schein­ vätern« – also bei denjenigen, die glauben der leibliche Vater eines Kindes zu sein, es aber nicht sind – gibt es auf jeden Fall immer noch eine Dunkelziffer. Mitunter wird diese recht hoch geschätzt, man findet im Netz sogar Angaben, die sich im Bereich zwischen 10 und 20 Prozent bewegen. Seriöse neuere Studien haben aber durch raffinierte GenmaterialVergleiche von entfernt verwandten Personen belegen können, dass die Anzahl der »  Kuckuckskinder« seit Jahrhunderten relativ konstant bei einem bis zwei Prozent liegt.

PREMIERE

DER VATER

August Strindberg Inszenierung Evgeny Titov Bühne Duri Bischoff Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Dramaturgie Wolfgang Behrens Premiere 19. Feb. 2022, Kleines Haus

Doch am Ende e r a n d e r f ü r ih z e r b r ic h t d e s il lu s io n ie r n E r ke n n t n is  … e n d e n

Viele der Scheinväter wussten allerdings von Anfang an darüber Bescheid, dass sie gewissermaßen als Strohmänner für unterschobene Kinder fungierten: In feudalen Strukturen war es nicht unüblich, dass die »Herren« – ob sie nun Adelige, Gutsbesitzer oder gar Kirchenleute waren – ihre Dienerinnen verführten, um dann die ungewollte Frucht dieser Ausschweifung bei einem eilig ausgesuchten Ehemann zu parken. Kuckuckskinder dieser Art haben immer wieder die Fantasie der Kolportageroman-Autoren vergangener Jahrhunderte erhitzt, man stößt aber auch in der Hoch­ literatur auf sie: Man denke etwa an Heinrich von Kleists »Käthchen von Heilbronn«, das sich zuletzt als Tochter des Kaisers erweist. Und wenn man es genau nimmt, müsste man auch den biblischen Jesus als ein solches Kuckuckskind (mit Joseph als Scheinvater) bezeichnen –w sogar das feudale Verhältnis scheint durch, wenn Maria sagt: »Siehe, ich bin des Herrn Magd.«

gewisser Pawel Pawlowitsch Trusozkij erst nach dem Tod seiner Frau aus einem von ihr nicht abgesandten Brief, dass ein anderer der Vater der vermeintlich gemeinsamen Tochter ist. Trusozkij sucht diesen anderen auf, stalkt ihn, drängt sich in sein Leben hinein und unternimmt schließlich einen Mordversuch.

Bei den allermeisten unwissenden Scheinvätern muss davon ausgegangen werden, dass sich zumindest die Mütter ihrer Kinder über den leiblichen Vater im Klaren sind (wenngleich dieses bei schnell wechselnden Sexualpartnern auch nicht unbedingt gegeben sein muss). Dieser Wissensvorsprung verleiht den ­Müttern eine gewisse Macht über ihre Männer – zumindest eine potenzielle, denn solange die Ehemänner nichts ahnen, nehmen sie diese untergründige Macht gar nicht wahr. An genau diesem Punkt setzt August Strindbergs »  Der Vater« an. Als sich der titelgebende Charak-­ ter, der Rittmeister, und seine Frau Laura über den künftigen Gang der Erziehung ihrer Tochter Bertha nicht einigen können, ergeht sich Laura plötzlich in Andeutungen. Ist der Rittmeister gar nicht der leibliche Vater von Bertha? Ist letztere ein Kuckuckskind? Zwischen dem Rittmeister und Laura beginnt ein epischer Kampf. In dessen Verlauf versucht sich der Rittmeister auf jede erdenkliche Weise ­Gewissheit zu verschaffen. Doch am Ende zer­ bricht er an der für ihn desillusionierenden Erkenntnis: »Mater semper certa est« – »Nur die Mutter ist unzweifelhaft.«

per m e s r e t …   » M a e s t« – certa ie Mutter ist »  N u r d i f e l h a f t. « unzwe

Natürlich gibt es aber in der Literatur auch jene Scheinväter, die nichts vom »Fehltritt« (ein ungerechterweise meist einseitig für die weib­liche Seite der unehelichen Beziehung verwendetes Wort) ihrer Frauen ahnen und dann kalt erwischt werden. In Fjodor Dostojewskijs Erzählung » Der ewige Gatte « etwa erfährt ein


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84 URAUFFÜHRUNG

*Leseprobe »Instame«

INSTAME

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dunno. maybe mandela. hashtag nelson.

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lebt der noch?

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safe mandela.

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remember mandela.

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meganice. you gotta do what you have to do.

von wem is das?

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Christoph Kohlbacher

danke girls. you gotta do what you have to do.

schade. nicer typ. voll viel liebe.

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nice idee. danke.

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schaut uns an. voll die influencer.

voll.

voll.

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SCHAUSPIEL

INSTANT INSTAGRAM TEXT ANIKA BÁRDOS

Die Welt von Sandra Lu Wanda Marie, Lina Lexi Lara Rey und Maya Li Sela Chanel ist eine sehr oberflächliche Welt. Zumindest scheint das so, wenn man den drei Mädels beim Gespräch zuhört: Ihre Sprache überführt sie als neumodische, den schnellen InstagramTikTok-Twitch-Kick-suchende Geschöpfe, deren Lebensinhalt sich um die beste Pose und die meisten Likes dreht. Doch hinter der ­Fassade, nicht weit unter der Oberfläche, gärt es. Trauer, Wut und traumatisierende Erlebnisse drängen ans Licht und reichern die ­nervöse Atmo­sphäre mit latenter Aggressivität an. Auftritt Ruben Rusty Mark Aurel. Der junge Mann ist eine Zufallsbekanntschaft der Mädchen aus dem Internet und sorgt durch sein leib­ haftiges Auftreten für Überraschung – und für einen ganz unerwarteten Ausgang der Geschichte.

Christoph Kohlbacher (Jahrgang 1994) ist als Schauspieler seit 2019 festes ­Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (u.a. ­Ruprecht in »Der zerbrochne Krug«, Louis Dubedat in »Doktors Dilemma« von G. B. Shaw und Sancho in »Quichotte« von Salman Rushdie). Mit der Uraufführung von »Instame« stellt Christoph Kohlbacher sich dem Wiesbadener ­Publikum erstmals auch als Autor und Regisseur vor. URAUFFÜHRUNG

INSTAME

Christoph Kohlbacher Inszenierung Christoph Kohlbacher Bühne Christoph Kohlbacher, Lars Werneke Kostüme Jannik Kurz Dramaturgie Anika Bárdos Premiere 19. März 2022, Studio

Wie kamst Du zum Stückeschreiben? Christoph Kohlbacher: Ich habe immer schon Gedichte geschrieben, aber noch nie ein Stück. Eines Abends in Wien stöberte ich durchs Internet, als ich auf eine Seite stieß. Es war eine Art Schreibwettbewerb. Ich war sofort inter­ essiert und sah es als eine Herausforderung an. Das Problem war bloß, dass die Einsendefrist am nächsten Tag endete. Ich habe mir aber schon, bevor ich das sah, fest vorgenommen mitzumachen, also blieb ich wach und schrieb das erste Mal in meinem Leben ein ganzes Theaterstück, und das in einer Nacht. Am nächsten Morgen habe ich mit meinen besten Freunden nach einem Titel gesucht, die unzähligen Rechtschreibfehler ausgebessert und es abgeschickt. Ich habe natürlich nicht gewonnen, aber von da an wusste ich, dass ich schreiben will. Ich habe einfach die ganze Nacht gelacht. Und wurde nicht müde. Es hat mich erfüllt. Ist »Instame« Dein erstes Stück? Kohlbacher: Nein, mein zweites. Ich habe seit meiner Zeit in Wien (am Max Reinhardt Seminar) mindestens dreißig Stücke angefangen, verlor aber immer wieder das Interesse weiterzuschreiben. Aber nicht bei »Instame«. Worum geht es bei »Instame«? Kohlbacher: Es geht um drei Influencerinnen, die in einer blutigen Nacht von Marionetten zu Menschen werden. Und Batman. Wie bist Du auf dieses Thema gekommen? Kohlbacher: Ich war eine lange Zeit online. Ich habe mir alles angesehen. Von TikTokBerühmtheiten bis hin zu YouTube-Millionären. Und eine Sache, die mich sofort gekriegt hat, war diese moderne, verzweifelt-angepasste Art zu kommunizieren. Dazu will keiner den ­neuesten Trend verpassen. Jeder will mitmachen und Klicks sammeln. Jeder will Follower. Aber warum? Weil nicht jeder nach L.A. kann. Aber mit diesen Sozialen Netzwerken holen wir uns ein neues Hollywood nach Hause. Selfmade. Du wirst Autor und Regisseur Deines Stückes sein. Außerdem bist Du ja auch noch Schauspieler hier am Staatstheater. Hast Du einen persönlichen Schwerpunkt? Kohlbacher: Ich hoffe, ich werde nie einen haben.

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PREMIERE

DREI SCHWESTERN Anton Tschechow

DAS GLÜCK IST ANDERSWO


SCHAUSPIEL TEXT DANIEL C. SCHINDLER

Was braucht es eigentlich zum Glücklichsein? In vielfacher Hinsicht wirkt unsere heutige Zeit auf eigentümliche Weise verschoben. Denn viele von uns leben geistig nicht so sehr im Jetzt, sondern schwanken stattdessen zwischen der Erinnerung an eine – vermeintlich – glücklichere Vergangenheit und der Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Das Hier und Heute zählt nicht mehr, das eigentliche Leben findet an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit statt. Trotz dieses merkwürdigen Schwebe­ zustands ticken unsere Uhren merklich lauter, werden wir getrieben von einer inneren Unruhe und hindert uns die vage Hoffnung auf eine fernliegende Utopie daran, mit unserem Leben, so wie es ist, zufrieden zu sein. Dabei ist das Heute doch »die gute alte Zeit von morgen«, wie schon Karl Valentin in gewohnt lakonischer Weise zu attestieren wusste. Warum also sträuben wir uns so dagegen, unser Glück anzunehmen und machen unsere Zufrie­denheit stattdessen von fernliegenden, ­ungewissen Erwartungen abhängig …? In wohl kaum einem anderen Theatertext wurde das menschliche Sehnen nach einer besseren Zukunft derart eindringlich umschrieben wie in Anton Tschechows »Drei Schwestern«. Das Stück, das seine Uraufführung am 31. Januar 1901 im Moskauer Künstlertheater erlebte, gehört bis heute zu den meistgespielten Dramen überhaupt. Es handelt von dem Streben nach Glück und der Unmöglichkeit, dieses zu erfüllen, sowie von der langsamen Enttäuschung der Menschen durch das Leben: Die drei Schwestern Olga, Mascha und Irina leben mit ihrem Bruder Andrej in einer russischen Provinzstadt, wohin das Schicksal sie verschlagen hat. Sie alle träumen von einer eher vagen, jedoch irgendwie besseren Zukunft

PREMIERE

DREI SCHWESTERN Anton Tschechow

Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Dramaturgie Daniel C. Schindler Premiere 29. April 2022, Kleines Haus

»Auch in tausend Jahren wird der Mensch seufzen: ›Ach, wie schwer ist es zu leben!‹ – und zugleich wird er, genau wie heute, sich vor dem Tode fürchten und nicht sterben wollen.« Tuzenbach (Anton Tschechow: Drei Schwestern, (Moskau 1901), übers. und hg. von Peter Urban, Diogenes, Zürich 1974.)

im fernen Moskau. Irinas Ausruf »Nach Moskau!«, den die jüngste der drei Schwestern im Verlauf des Stückes immer wieder als ein persönliches Mantra von sich gibt, ist in der russischen Sprache zu einem geflügelten Wort geworden, wo immer es um unerfüllte Träume und Hoffnungen geht. Viele der Fragen, an denen sich Tschechows »  Schwestern« aufreiben, treiben uns auch heute wieder verstärkt um: Wie können wir glücklich sein? Worin liegt der Sinn des Lebens? Wie sollen wir mit Schicksalsschlägen umgehen? Und schließlich: Gibt es so etwas wie einen gesell­ schaftlichen Fortschritt hin zu einer besseren Zukunft? Eine seltsam gedämpfte Schwermut trägt die Figuren durch Tschechows Stück, dessen Handlung sich in vier Akten über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstreckt. Doch kommen die Geschwister ihren Träumen dabei kein Stück näher, sondern scheinen dazu verdammt, in ihrem ungeliebten Zustand zu verharren. Lediglich einige der Dialoge – ­insbesondere wenn die Figuren in absurder Weise aneinander vorbeireden – verleihen ihrer hoffnungslosen Lage eine gewisse Komik. Ist Glück demnach also nur eine Illusion für Zyniker? Bei aller notwendigen Gelassenheit im Umgang mit dem eigenen Glück: Letztlich muss es wohl offenbleiben, an welchem Ort oder ob sich danach überhaupt aktiv suchen lässt. »Das vollkommene Glück ist unbekannt. Für den Menschen ist es nicht geschaffen.« Voltaire

Was also braucht es eigentlich zum Glücklichsein?

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DR E

M A

PREMIERE

WHAT DREAMS ARE MADE OF Ein ­Liederabend von Vera Mohrs und Florian Mahlberg

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TEXT MARIE JOHANNSEN

Nachts, wenn wir träumen, passieren die verrücktesten Dinge: Raum und Zeit, Logik und Naturgesetze sind aufgehoben, wir reisen an andere Orte, treffen Menschen, die wir nur aus dem Fernsehen kennen – oder die schon lange nicht mehr leben. Zu gerne würden Forscher*innen herausfinden, was da in unseren Köpfen vorgeht, doch ist es unmöglich, sichtbar zu machen, was wir in unseren Träumen erleben. Die Faszination für Träume ist seit Anbeginn der Zeiten ein ­Mysterium, das bereits viele K ­ ulturen geprägt hat. Träume sind der Blick in unser Unterbewusstsein, in eine Welt, die uns im Wachzustand ­verborgen bleibt. Sigmund Freuds »  Traumdeutung« (1899) war in diesem Zusammenhang ­revolutionär: Zum ersten Mal schien man den nächtlichen Geheimnissen näher zu kommen. Doch egal, wie sehr die Wissenschaft es auch versucht, so richtig ließen sich die Träume nicht einfangen. Und so bleibt das, was da nachts in unseren Köpfen passiert, ganz und gar das Geheimnis eines jeden Einzelnen.

M A E R D

Aber ein paar Dinge über das Träumen konnte man dann doch herausfinden: 1. Gerade noch über die Alpen geflogen ... ... und schon wieder im grauen Alltag. Wenn wir morgens aufwachen, haben wir meist nach 5 Minuten die Hälfte unseres Traums bereits ­vergessen, nach 10 Minuten sogar 90 Prozent. Und das ist auch gut so: Träumen hilft dabei, das Gehirn »  aufzuräumen«. Verbindungen an ­Erinnerungen, die wir im Wach­ zustand nicht brauchen, werden so gelöscht und halten uns davon ab, das mit dem Fliegen beim nächsten Besuch eines Fernsehturms wirklich versuchen zu wollen. 2. 1460 Träume pro Jahr! Hauptsächlich träumen wir während der sogenannten REM-Phase, doch auch außerhalb dieser Tiefschlafphasen können wir ins Land der Träume abgleiten. Also ist es uns möglich, etwa 4 bis 6 Träume pro Nacht zu haben. 3. Drei Jahre vergehen wie im Schlaf Durchschnittlich träumen wir 45 Minuten pro Nacht, das heißt, dass wir bis zu einem Alter von 72 Jahren ca. 3 Jahre mit träumen verbracht haben. Und da sind unsere Tagträume nicht einmal mit eingerechnet ...


SCHAUSPIEL

4. Albtraumstörungen Plötzliches Hochschrecken mitten in der Nacht, schweißgebadet und zitternd: Regelmäßiges Aufwachen aus der Tiefschlafphase mit detaillierten Erinnerungen an den Albtraum kann auf Dauer krank machen. Tatsächlich sind vor allem Frauen dafür prädes­ tiniert, während der prämenstrualen Phase von schlafraubenden Schreckensträumen heimgesucht zu werden.

Ein kleiner Traumdeutungs-Guide Verfolgung Ich habe Angst vor etwas, das ich vermeiden möchte und mit dem ich mich nicht auseinandersetzen will. Fallen Ich habe Angst, alles zu verlieren. Prüfung Ich fühle mich nicht gut genug auf eine ­Situation vorbereitet. Nacktsein Ich fühle mich in der Situation inadäquat.

5. Du hast den Farbfilm­ ­vergessen Etwa 12 Prozent der Menschen träumen nur in schwarz-weiß! Bei den unter 25-Jährigen sind es allerdings deutlich weniger als bei den über 55-Jährigen. Forscher vermuten, dass es einen Zusammenhang mit den Fernsehgewohnheiten in der Kindheit geben könnte.

Zuspätkommen Ich habe Angst, nicht alles zu schaffen.

6. Wovon träumst du eigentlich nachts? Tod nahestehender Personen Es gibt die Möglichkeit, Tech­ Ich habe Angst, ohne eine niken zu erlernen, mit denen bestimmte Person in meinem Leben man die eigenen Träume lenken nicht ­zurechtzukommen. kann. Diese Technik nennt sich luzides Träumen oder Klarträumen und soll dabei helfen, durch das Träumen intensive Glücksgefühle zu erleben. Allerdings braucht es einiges an Übung, um tatsächlich klar­ träumen zu können: Man sollte sich mehrmals pro Tag bewusstmachen, dass man wach ist, also einen »Realitäts-Check« machen, um das Gehirn zu trainieren. Alkohol und Schlaftabletten verringern übrigens die Wahrscheinlichkeit, dass man sich an das Traum­geschehen erinnern kann PREMIERE oder überhaupt träumt.

WHAT DREAMS ARE MADE OF Ein ­Liederabend von Vera Mohrs und Florian Mahlberg

Musikalische Leitung Vera Mohrs Inszenierung Florian Mahlberg Ausstattung Franziska Bornkamm Dramaturgie Marie Johannsen Premiere 18. Juni 2022, Wartburg

7. Immer der gleiche Traum Sollte der immer gleiche Traum auftauchen, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass es ungelöste Probleme im eigenen Leben gibt, die einen nicht loslassen. Der häufigste Albtraum von Schauspieler*innen ist übrigens folgender: Man geht

nichtsahnend ins Theater und ein Regieassistent kommt panisch auf einen zugerannt, die Vorstellung hat bereits begonnen! Man selber weiß weder, um welches Stück es geht, noch kann man sich daran erinnern, es je geprobt oder den Text gelernt zu haben. Aber es hilft nix: Man wird auf die Bühne geschubst. Etwa 60 bis 75 Prozent der Menschen erleben solche wiederkehrenden Träume, die häufig durch Stresssitua­ tionen oder neue Lebensumstände ausgelöst werden. 8. Auch Tiere träumen Kennen Sie die witzigen Videos von Hunden, die im Schlaf denken, sie würden über eine Wiese rennen? Tatsächlich träumen auch Tiere – und dabei ist es völlig egal, ob Vogel, Fisch oder Säugetier. 9. Schlafparalyse Während eines Traums sind unsere Muskeln wie gelähmt, damit man die geträumten Aktionen nicht wirklich ausführt. Versuchen Sie mal im Traum zu schreien – es wird nicht funktionieren. 10. Schlank im Schlaf? Eine 60 kg schwere Person verbraucht ca. 440 kcal bei 8 Stunden Schlaf. Wenn nachts das Fenster offen ist, wird der Verbrauch sogar noch ein bisschen erhöht, weil der Körper arbeiten muss, um sich warm zu halten. Der tatsächliche Verbrauch ist allerdings sehr individuell und hängt von ganz unterschiedl­ ichen Faktoren ab – also sollte man sich nicht unbedingt darauf verlassen. Wenn Sie also das nächste Mal mit sich ringen, ob Sie lieber aufstehen und zum Sport gehen sollten oder doch lieber liegen bleiben wollen – schlafen Sie getrost weiter.

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VOR VIERZIG JAHREN PREMIERE FOTOS © STIFTUNG FÜR FOTOGRAFIE UND MEDIENKUNST MIT ARCHIV MICHAEL SCHMIDT

KALLDEWEY, FARCE Botho Strauß


SCHAUSPIEL TEXT WOLFGANG BEHRENS

1981 – das ist vierzig Jahre her. 1981 ist Helmut Schmidt Bundeskanzler. Der Kalte Krieg zwischen den USA mit Präsident Ronald Reagan und der Sowjetunion mit KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew an der Spitze ist 1981 in vollem Gange, kaum eine Nachrichtensendung kommt ohne die Erwähnung der atomaren Mittelstrecken ­Pershing II und SS-20 aus. Im Mai 1981 stimmt der Gemeinderat Gartow einer Nutzung des geplanten Atommüllendlagers Gorleben als ­Zwischenlager zu, obwohl es längst zu ­massiven Protestbewegungen gekommen ist – ein paar Monate zuvor war das Hüttendorf der Atomkraft-­ gegner »Republik Freies Wendland« von der Polizei geräumt worden. 1981 spitzt sich die Krise um den Bau der Startbahn West des Frankfurter Flughafens auf dramatische Weise zu. Auch hier entsteht ein Hüttendorf von Umweltaktivisten, das später polizeilich geräumt wird. 120.000 Menschen demonstrieren in Wiesbaden gegen den Flughafenausbau. Der hessische Wirtschafts­ minister Heinz-Herbert Karry, der den ­»Sofortvollzug« für den Bau angeordnet hatte, wird im Mai von Linksextremen ermordet – ein Graffiti an der Begrenzungsmauer des Flughafens feiert diese Gräueltat noch Jahre später auf geschmacklos-makabre Weise: »Ene mene miste, Börner in die Kiste, ene mene meck, Karry ist schon weg!« 1981 wird das Thema Waldsterben durch eine Titelstory des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel « zum ersten Mal in die breite Öffentlichkeit getragen. Ohnehin rückt seit einigen Jahren der Umweltschutz zunehmend in den Fokus, ausgelöst durch Bücher wie Herbert Gruhls »Ein Planet wird geplündert« (von 1975). Eine Parteigründung ist die Folge: »Die Grünen«. Als »Alternative Liste« ziehen sie 1981 erst-­ mals in ein Landesparlament ein, in das Abgeordnetenhaus von Berlin.

»Ene mene miste, Börner in die Kiste, ene mene meck, Karry ist schon weg!« 1981 begann die Neue Deutsche Welle durchs Land zu schwappen. Lieder wie »Hurra, hurra, die Schule brennt« von Extrabreit, »Skandal im Sperrbezirk« der Spider Murphy Gang oder »  Tanz den Mussolini« von D.A.F. tauchen in den Charts auf. N. U. Unruh von den Einstürzenden Neubauten lässt sich im »Spiegel« mit dem Satz zitieren, seine Vorbilder seien nicht Musiker, »  die drei Akkorde können, sondern solche Leute, die gar keinen Akkord können«. 1981 kommt Uli Edels Film »Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« in die Kinos, der auf dem gleichnamigen autobiographischen Buch einer drogenabhängigen Jugendlichen beruht. Der Film und sein Soundtrack, nicht zuletzt David Bowies Song »Heroes«, fangen das Lebensgefühl einer ganzen Generation ein, die sich – umgeben von Atomraketen, Atomkraft und sterbenden Wäldern – »No Future« auf ihre Fahne geschrieben hat.

1981 schreibt Botho Strauß sein Stück »Kalldewey, Farce«. Gemeinhin sagt man, Botho Strauß sei derjenige Dramatiker, der den Sound der alten Bundesrepublik – also jenes Staates, der von einem anderen Staat namens DDR noch durch eine Mauer getrennt war – am genausten eingefa­ngen habe. Und die Zuschauer der BRD wussten das zu schätzen: In den 1970ern und 1980ern stürmten sie die Aufführungen der StraußTexte, »Kalldewey« war 1982/83 das am viert-­ meisten inszenierte Stück überhaupt und Strauß der neben Friedrich Dürrenmatt meistgespielte zeitgenössische Dramatiker. Aus heutiger Sicht stellen sich freilich zwei Fragen: Wieviel 1981 steckt in »Kalldewey, Farce«? Und: Wie wenig 1981 steckt in »Kalldewey, Farce« – ist es also zeitlos genug, um es heute wieder spielen zu können?

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Strauß diagnostiziert der BRD der 1980er Jahre, beziehungsunfähige und orientierungslose Einzelwesen hervorgebracht zu haben, und zwar quer durch die Gesellschaft – von den Bildungsbürgern bis hin zu den Szenepunks.

Zur ersten Frage: Nein, Pershings und SS-20 fliegen nicht in »Kalldewey«, der Wald stirbt nicht, und die verhasste Atomkraft huscht nur in Andeutungen vorbei: Da ist von »atomgeilen Halbglatzen« die Rede und von Seelen, die »giftiger als Atommüll« sind. Die Startbahn West kommt ebenso wenig vor wie die Neue Deutsche Welle. Und doch ist viel 1981 in »Kalldewey«. Denn die »No Future «Stimmung jener Jahre findet bei Strauß einen eigenartig komischen Ausdruck: Ein selbst­ gewiss vor sich hin plappernder und ins künstlich Verschrobene gesteigerter Milieusprech porträtiert Typen, denen ein klarer Halt längst verlorengegangen ist. Kaputte Typen. Sie halten sich an ihren Sprachhülsen fest, scheitern damit aber in allen Belangen – und zuallererst in ihren Beziehungen. Strauß ­diagnostiziert der BRD der 1980er Jahre, in ­witzige Dialoge und mitunter regelrecht ­surreale Szenen verpackt, beziehungsunfähige und orientierungslose Einzelwesen hervorgebracht zu haben, und zwar quer durch die Gesellschaft – von den Bildungsbürgern bis hin zu den Szenepunks.

So weit, so 80er. Und heute? FOTO © STIFTUNG FÜR FOTOGRAFIE UND MEDIENKUNST MIT ARCHIV MICHAEL SCHMIDT

PREMIERE

KALLDEWEY, FARCE Botho Strauß

Inszenierung Bernd Mottl Bühne und Kostüme Friedrich Eggert Dramaturgie Wolfgang Behrens Premiere 2. Juli 2022, Kleines Haus

Die Wiederbegegnung mit »Kalldewey, Farce« zeigt, wie überraschend wenig dieser Text gealtert ist. Das liegt zum einen daran, dass Strauß seine komischen Anordnungen mit ­zeitlosen Mustern überformt: Der OrpheusMythos geistert durch die Paarszenen, Mozarts »Zauberflöte« und Becketts absurdes Theater. Zum andern aber fragt man sich unwillkürlich, konfrontiert mit dem Strauß’schen Personal, wie sehr sich die psychische Verfassung der Gesellschaft seit damals überhaupt verändert hat. Die Klima­ katastrophe bestimmt unsere Diskurse heute auf ähnliche Weise wie damals die Angst vor dem Atomtod. Und unsere »Gesellschaft der Singularitäten«, wie sie der Soziologe Andreas Reckwitz kürzlich beschrieben hat, steuert mit ihrem Originalitätszwang auf eine Vereinzelung der Menschen zu, die derjenigen der »Kalldewey«-Figuren verblüffend gleicht. Insofern schlägt vielleicht genau jetzt wieder die Stunde für den unschlagbar bösen Wortwitz von Botho Strauß.


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REPERTOIRE TYLL

DIE PEST

Nach dem Roman von Daniel ­Kehlmann Inszenierung Tilo Nest

Nach Albert Camus Inszenierung Sebastian Sommer

DER ZERBROCHNE KRUG Von Heinrich von Kleist Inszenierung Uwe Eric Laufenberg

SCHÖNE BESCHERUNGEN (SEASON’S GREETINGS)

Von Alan Ayckbourn Inszenierung Susanne Lietzow

CASINO Ein Political von Clemens Bechtel & David Gieselmann Inszenierung Clemens Bechtel

ROMULUS DER GROSSE

DOKTORS DILEMMA Von George Bernard Shaw Inszenierung Tim Kramer

QUICHOTTE Nach dem Roman von Salman Rushdie Inszenierung Daniel Kunze

ADMISSIONS

Von Joshua Harmon Inszenierung Daniela Kerck

GESPENSTER Von Henrik Ibsen Inszenierung Johannes Lepper

Ungeschichtliche historische Komödie von Friedrich Dürrenmatt Inszenierung Sebastian Sommer

SZENEN EINER EHE

DIE KÜSTE UTOPIAS

KÖNIG LEAR

Aufbruch | Schiffbruch | Bergung Von Tom Stoppard

Von William Shakespeare Inszenierung Uwe Eric Laufenberg

Inszenierung Henriette Hörnigk

Die Termine der Wiederaufnahmen werden zeitnah bekannt gegeben.

Nach einem Film von Ingmar Bergman Inszenierung Ingo Kerkhof


Kunstgefixe Die Theaterwundertütenfete mit Anfassen. Prädikat: besonders bumms! Kunstgefixe ist die Black Box des Schauspielensembles. Die Wartburg-Reihe präsentiert fix produzierte Schauspielkunst mit offenem Ausgang – und anschließend gibt’s immer eine Party mit DJ. Aber Vorsicht: Suchtgefahr!

Kostproben Zu ausgewählten Neuproduktionen bieten wir unseren Besucher*innen eine Kostprobe an. Seien Sie bei der Probe dabei und erhalten Sie eine exklusive Einführung durch Mitglieder des Regieteams.

Nachgespräche Kommen Sie ins Gespräch mit den Künstler*innen der Aufführung: bei den Nachgesprächen im Anschluss an ausgesuchte Vorstellungen unserer Neu­inszenierungen.

Theatervermittlung ⊲ Siehe S. 187 Alle Informationen und ­Termine finden Sie im Monatsleporello.

Extras


FOTOS KERSTIN SCHOMBURG


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GESELLSCHAFT DER FREUNDE DES STAATSTHEATERS WIESBADEN E.V. Sie fühlen sich unserem Theater verbunden und möchten seine Arbeit fördern? Dann sind Sie genau richtig bei den Theaterfreunden. GESELLSCHAFT DER FREUNDE DES STAATSTHEATERS E. V. Wilhelmstraße 47 65183 Wiesbaden Tel. 0611 . 306 868 www.theaterfreunde-wiesbaden.de info @ theaterfreunde-wiesbaden.de VORSITZENDER Helmut Nehrbaß STELLVERTRETERIN Katharina Queck GESCHÄFTSZEITEN Mo 10 – 14 Uhr Mi 17 – 19 Uhr Do 10 – 12 Uhr

Wir engagieren uns durch ideelle und materielle Unterstützung künst­le­rischer Projekte der verschiedenen Sparten und bieten ergänzende Veran­ staltungen zum Spielplan an. Als Mitglied haben Sie exklusiven Zugang zu ausgewählten Endproben im Musik- und Sprechtheater und erleben zum Jahresbeginn beim Neujahrsempfang des Staatstheaters ein besonderes ­Programmangebot. Bei Premierenfeiern finden Sie leicht Kontakt zu den ­ Mit­wirkenden und dem Regieteam. Außer­dem erhalten Mitglieder der Theaterfreunde vergünstigte Konditionen bei etlichen Angeboten unseres Staatstheaters. Mit knapp 1200 Mitgliedern gehört die Gesellschaft der Freunde des Staats­ theaters Wiesbaden e.V. zu den großen Theaterfreundeskreisen in Deutschland. Sie sind ein Freund des Theaters und noch nicht dabei?

Werden Sie Mitglied der Theaterfreunde!

THEATERGEMEINDE WIESBADEN E.V. Für alle, die Kultur und schöne Künste lieben.

GESCHÄFTSSTELLE DER THEATERGEMEINDE Christian-Zais-Straße 3 Theaterkolonnade 65189 Wiesbaden Tel. 0611 . 30 34 56 Fax 0611 . 30 88 842 info @ theatergemeinde-wiesbaden.de www.theatergemeinde-wiesbaden.de

Wir sind eine Kulturorganisation und bieten unseren Mitgliedern nicht nur flexible Abonnements und Karten zu ermäßigten Preisen, sondern auch zahlreiche Zusatzveranstaltungen. Wir leben Theater und Kultur mit einem bunten Angebot gemeinsamer Aktivitäten.

Zusätzliche Angebote

STELLVERTRETER Hans Kloos

› Theater und Konzerte › Dramaturgie-Gespräche › Lesungen und Weinproben › Diskussionsabende › Museumsführungen › Theaterreisen ... und vieles mehr

GESCHÄFTSZEITEN Di & Fr 9 – 13 Uhr oder nach Vereinbarung

Eine Mitgliedschaft bei uns ermöglicht Ihnen Kultur vielfältig zu erleben!

VORSITZENDER Dr. Thomas Weichel


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SCHAUSPIEL

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118 SINFONIEKONZERTE

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

WIR 1

Dirigentin Christina Domnick 22. Sep. 2021

WIR 2

Dirigent Andreas Spering 6. Okt. 2021

WIR 3

Klarinette Sebastian Manz Dirigent GMD Patrick Lange 17. Nov. 2021

WIR 4

Posaune Frederic Belli Dirigent Christoph-Mathias Mueller 26. Jan. 2022

WIR 5

Orgel Niklas Sikner Dirigent GMD Patrick Lange 16. Feb. 2022

WIR 6

Schlagzeug n.n. Dirigentin Ruth Reinhardt 6. April 2022

WIR 7

Violine Chouchane Siranossian Dirigent GMD Patrick Lange 8. Juni 2022

WIR 8

Sopran Betsy Horne Mezzosopran Silvia Hauer Tenor Peter Berger Bass Young Doo Park Bariton n.n. Chor der Stadt Wiesbaden Einstudierung Christoph Stiller Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Einstudierung Albert Horne Dirigent GMD Patrick Lange 13. Juli 2022

WIR FEIERN

Dirigent GMD Patrick Lange 1. & 10. Jan. 2022

126 KAMMERKONZERTE

SONDERKONZERT 12. & 19. Sep. 2021

1. KAMMERKONZERT 3. Okt. 2021

2. KAMMERKONZERT 24. Okt. 2021

3. KAMMERKONZERT 14. Nov. 2021

4. KAMMERKONZERT 13. Feb. 2022

5. KAMMERKONZERT 13. März 2022

6. KAMMERKONZERT 3. April 2022

7. KAMMERKONZERT 19. Juni 2022

8. KAMMERKONZERT 10. Juli 2022

9. KAMMERKONZERT: SONDERKONZERT OPEN-AIR 24. Juli 2022

WEIHNACHTS-­ KAMMERKONZERT

5., 13. & 19. Dez. 2021

NEUJAHRS-­ KAMMERKONZERT

9., 15. & 22. Jan. 2022


KONZERT


Reset

Konzert

Nach einer langen Zeit ohne Konzerte freut sich General­ musikdirektor Patrick Lange auf Wiederbegegnungen – mit dem vermissten Publikum, den Musiker*innen des Hessischen Staatsorchesters und unseren Gastkünstler*innen. Und er ist sich sicher, dass der Neubeginn auch eine Zeit der Chancen, der Freude und der neuen Stärken sein kann. INTERVIEW KATJA LECLERC

Was bedeutet das gemeinsame Musizieren im Orchester für Dich? Patrick Lange: Das gemeinsame Musizieren im Orchester ist Gemeinschaft, es bedeutet gemeinsames Erleben, es eröffnet einen sozialen Raum, in dem das Zuhören und Miteinander gedeihen können. Das macht hier den besonderen Reiz des Musizierens aus: Dass man nicht allein ist. Gemeinsames Musizieren eröffnet einen Mikrokosmos, eine eigene Welt für sich, hier atmet und lebt die Musik, lässt Bewegung zu und Entwicklung. Es ist ein Geben und Nehmen. Man ist Teil eines Ganzen und jede und jeder Einzelne gleich wichtig. Nach so einer langen Pause spürt man Demut und Dankbarkeit, wieder Musik machen zu können.

Nach so einer langen Pause spürt man Demut und Dankbarkeit, wieder Musik machen zu können.

Was hat sich für Dich im letzten Jahr verändert, in dem es das gemeinschaftliche Musikmachen und -hören nicht oder nur mit großen Unterbrechungen gab? PL: Wenn ein wichtiger Bestandteil des Lebens auf einmal herausgerissen wird, fehlt er unheimlich. Und wenn er wiederkehrt, so ist es doch anders als zuvor. Das Musizieren im Orchester hat sich grundlegend verändert. Denn selbst, wenn wir spielen konnten, haben wir auf Abstand musiziert – mit räumlichen Abständen zwischen den Musiker*innen. Es fühlt sich ganz anders an, weil man weniger »fließen lassen«, als Dirigent die Instrumentalisten weniger frei spielen lassen kann, sondern damit beschäftigt ist, »den Laden zusammenzuhalten«. Es ist eine einfache physikalische Rechnung: Je größer das Orchester ist, desto größer ist die räumliche Verteilung der Musiker*innen auf Abstand, desto länger ist die zeitliche Verzögerung der gespielten Töne zwischen hinteren und vorderen Pulten, vom letzten Spieler ganz hinten bis zur ersten Spielerin vorne. Insofern machte das Hessische Staatsorchester, wenn es in den letzten Monaten spielen konnte (wofür wir unendlich dankbar waren!) komplett neue Erfahrungen im Zusammenspiel und wurde zugleich vor große Herausforderungen gestellt. Wie fängt man wieder an? Wie kann man mit dem Wissen, dass die Pandemie noch andauert, eine neue Konzertspielzeit zusammenstellen? PL : Das Wichtigste ist, dass man peu à peu wieder anfängt. Dass man dem Orchester den Raum gibt und die Zeit dafür findet, sich als Gruppe wieder anzunähern und im übertragenen Sinne wiederzufinden. Denn unsere Arbeit ist »sensibel« auf eine positive Art und

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Weise: feinfühlig. Schon kleine Veränderungen zeigen einen Effekt, daher gilt es, das Zusammenspiel behutsam wiederherzustellen.

Der Chor der Stadt ­Wiesbaden ­ iesbaden Der Chor der Stadt W ist der Konzertchor der Landes­ hauptstadt und blickt auf eine über ­160-jährige Geschichte zurück. 1847 als »Gesang-Verein« von Carl Bogler gegründet, wurde er 1854 in »Cäcilien-­Verein« umbenannt, bevor er 1938 schließlich seinen jetzi­gen Namen erhielt. Regelmäßig wirkt der Chor der Stadt Wies­baden bei den Sinfo­niekonzerten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden unter der Leitung des Generalmusikdirektors mit, so etwa bei Händels »Messias«, beim »Te Deum« von Bruckner, beim Verdi-­Requiem, Felix Mendelssohn Bartholdys »Lobgesang« und Beet­hovens 9. Sinfonie. Im Konzert »WIR 8« mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden singt er Leoš Janáčeks »Glagolitische Messe«. Geleitet wird der Chor von Christoph Stiller.

Sängerinnen und Sänger, die Interesse am gemeinsamen Singen auf anspruchsvollem Niveau haben, sind herzlich zu einer unver­bindlichen Chorprobe eingeladen. Kontakt & Informationen Carmen Böhm | Tel. 0163 . 465 26 14 kontakt @ chor-der-stadt-wiesbaden.de www.chor-der-stadt-wiesbaden.de

Wenn wir hoffentlich bald wieder distanzlos spielen werden, wird man die dann neue räumliche Situation zum Beispiel in der Dynamik bemerken. Die Bläser müssen sich jeder Veränderung anpassen, die Streicher müssen ihre Spielweise adaptieren … Den Kolleg*innen im Bereich der Streicher wurde in der Corona-Zeit bewusst, wie anders das Musizieren ist, wenn jeder alleine am Pult sitzt. Auf einmal spielen sie stärker, lauter, weil sie sich zum einen selbst besser hören und zum anderen mehr wie Solisten wahrnehmen. Wenn man zusammensitzt, wie in der Zeit vor Corona, gleicht man sich dynamisch mehr an. Das ist einer der vielen Unterschiede, die zu beachten sind. Was die Planung der Konzertprogramme der Spielzeit 2021.2022 angeht, so ist es meinem Team und mir wichtig, Sicherheit zu haben. Das, was wir jetzt planen, sollte Bestand haben und nicht wieder in Gänze umgeworfen werden müssen. Aus diesem Grund haben wir die erste Hälfte der Spielzeit noch mit kleineren Programmen – kleinere Orchesterbesetzung, Konzerte von rund einer Stunde Dauer ohne Pause – geplant. So können wir auch vor geringeren Publikumszahlen und zwei Mal an einem Abend spielen. Nicht unerheblich ist auch, dass wir Repertoire wählen, für das der Orchesteraufbau (mit Abständen) auf die jeweilige Bühne passt. Wir hoffen, dass wir ab dem 4. Sinfoniekonzert im Januar wieder in großer Besetzung zurückkommen und wieder bei der Normalität sind, wie wir sie bis Februar 2020 kannten.

Es wird eine spezielle Spielzeit sein. Wir hatten für einen langen Zeitraum keine Normalität mehr.


Konzert

Als Generalmusikdirektor kannst Du im Konzertbereich wie ein Fussballtrainer das Programm der »Trainingsphase« und auch die ersten »Begegnungen« zusammenstellen. Welche Kriterien sind Dir dabei wichtig: Spieltechnik oder Teamgeist? Oder Dinge, die schlicht Freude bringen? PL: Es ist von allem etwas. Ich mache mir viele Gedanken darüber, in welchem Kontext ein Konzert liegt. Ich schaue mir an, wie der Opernspielplan darum herum aussieht, ob wir großes Repertoire spielen oder eine Oper der Klassik. Ich suche ein Konzertprogramm, das in gewisser Weise dazu passt, nicht völlig konträr geht. Natürlich überlege ich mir auch, welche Stücke dem Orchester Spaß machen würden. Wir laden Gastdirigent*innen ein, die nicht nur faszinierende Künstler*innen sind, sondern auch mit ihrer Persönlichkeit und Arbeitsweise dem Orchester guttun und dessen Entwicklung unterstützen. Bei der Spielzeitplanung ist es wichtig, Kolleg*innen und Solist*innen einzuladen, die uns animieren und beflügeln. Die Sinfoniekonzerte sind für das Hessische Staatsorchester immer wiederkehrende Inspi­rationsquellen, zudem eine über das Jahr verteilte »Hygiene«. Hier können wir uns auf unseren Klang konzentrieren, eine Bestandsaufnahme machen und entscheiden, wohin wir weiter gehen wollen.

Ein Neustart hat auch mit einem Blick in die Vergangenheit zu tun. Die meisten Vorstellungen der vergangenen Spielzeit sind ausgefallen. Wir haben uns auf Gäste gefreut, deren Konzerte dann nicht stattfinden konnten, denen im letzten Jahr – nicht nur bei uns – viele Projekte weggebrochen sind. Was wird aus den Konzerten, die wir absagen mussten? PL: All die Konzerte, die nicht stattfinden konnten, sind natürlich eine riesige Tragödie – für uns, weil wir sie nicht hören konnten, aber vor allem für die freiberuflichen Solist*innen. Man kann sich nicht vorstellen, wie hart sie auch finanziell von der Pandemie getroffen wurden. Wir konnten glücklicherweise einem Großteil unserer Gäste ein neues Angebot machen und mit Chouchane Siranossian, Sebastian Manz, Frederic Belli, ChristophMathias Mueller und Andreas Spering in der neuen Spielzeit wieder planen. Ich freue mich sehr, dass wir sie nun doch kennenlernen und unserem Publikum vorstellen können. Wir alle in diesem Land haben schon lange keinen Chor mehr live gehört. Chorsingen galt und gilt als hohes Ansteckungsrisiko. Dennoch: Die Zusammenarbeit mit dem Chor der Stadt Wiesbaden und dem Chor des Hessischen Staatstheaters ist uns sehr wichtig, auch weil sie unser Orchester mit Bürger*innen dieser Stadt zusammenbringt. Wie können wir die gemeinsamen Konzerte fortsetzen? PL: Gerade im letzten Jahr hat mir – als ehemaligem Chorsänger – das Herz geblutet, als wir Beethovens 9. Sinfonie absagen mussten und nun am Ende der Spielzeit 2020.2021 auch auf die Aufführung von Leoš Janáčeks »Glagolitischer Messe« verzichten müssen. Die Chorsänger*innen hatten schon zu proben begonnen, wir wollten das Konzertprogramm unbedingt nachholen, was uns in der kommenden Spielzeit auch hoffentlich gelingen wird. Wir planen die »Glagolitische Messe« als Saisonabschluss, um die Sicherheit zu haben, dass dann Chorsingen unbeschwert wieder möglich sein wird, wir ohne übermäßige Abstände musizieren können und dieses gewaltige – im Sinne von: überwältigende – Werk hörbar machen können. Wenn Du einen Blick auf die Programme wirfst, die Du 2021.2022 dirigieren wirst: Welche besonderen Werke hast Du Dir vorgenommen, welche Gäste hast Du Dir eingeladen? PL: Es wird eine spezielle Spielzeit sein. Wir hatten für einen langen Zeitraum keine Normalität mehr. Uns fehlt die Natürlichkeit, mit der wir musizieren, mit der wir das Podium für ein Konzert betreten, uns fehlt die Interaktion mit

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dem Publikum. Es wird sicher auch besonders sein, bestimmtes Repertoire – die groß besetzten Werke der Jahrhundertwende zum 20. und des 21. Jahrhunderts – wieder live zu hören. Die Erfahrung des letzten Jahres zeigt: Die paar Konzerte, die stattgefunden haben, waren für die Menschen hinter der Bühne, auf der Bühne und für das Publikum ein ganz berührendes, intensives Erlebnis. Es war fast so als wäre man bei einer Geburt dabei. Was die Programme in »meinen« Konzerten der neuen Saison betrifft, war es mir wichtig, in der zweiten Spielzeithälfte auch wieder großes Repertoire zu planen, in der Hoffnung, dass das dann wieder möglich sein wird. Ein rein »knalliges« Programm würde mich wahrscheinlich noch überfordern nach dieser langen Zeit. Aber eine Bruckner-Sinfonie ist für einen Neustart etwas Fantastisches! Die 6. Sinfonie hat diesen unglaublichen Klang, sie ist ein großes Werk, das sich durch großartige Architektur, Klarheit und Tiefe auszeichnet und uns berühren wird. Die »Glagolitische Messe« gehört zu meinen Highlights, mit vier beteiligten Solistinnen und Solisten, großem Chor und der Kurhaus-Orgel. Ich freue mich auch auf die Begegnung mit einer Geigerin, die mir persönlich viel bedeutet, weil ihr Spiel ganz besonders ist, fundiert und berührend. Sie weiß viel über die Stücke, die sie spielt, denn sie hat darüber geforscht. Sie war bei uns schon in der vorvergangenen Spielzeit zu Gast als Solistin und Dirigentin für das alljährliche Barock-Projekt. Nun kehrt Chouchane Siranossian als Solistin für das Beethoven-Violinkonzert wieder. Das Konzert ist eines der Werke, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Es ist eines der pursten, schnörkellosesten Musikstücke, das direkt ins Herz zielt. Mit Ruth Reinhardt haben wir uns zudem eine junge, engagierte und erfolgreiche Gastdirigentin eingeladen, auf deren Arbeit mit dem Orchester ich schon im besten Sinne gespannt bin. Damit sind die Hälfte aller Gastdirigent*innen im Konzertbereich Frauen! Die zweite Dirigentin im Konzert wird Christina Domnick sein, die in Wiesbaden bislang nur im Orchestergraben in der Oper zu erleben war. PL: In der Tat hat sie in den vergangenen Spielzeiten mit großem Erfolg »Madama Butterfly« und »Hänsel und Gretel« dirigiert, dazu die »Zauberflöte für Kinder« ebenfalls im Großen Haus. Es ist mir ein Anliegen, Künstler*innen

vorzustellen, die sonst nicht solistisch in Erscheinung treten. Bislang haben wir Orchestermusiker*innen dazu eingeladen, sich mit Solo-Konzerten dem Publikum zu zeigen. Nun wird Christina Domnick ein Konzert mit klassizistischen Werken dirigieren. Sie leistet im Hessischen Staatstheater unglaubliche Arbeit und ist eine großartige Dirigentin. Wenn man sich in die Köpfe der Zuschauer*innen versetzen könnte: Welche Chancen, welche positiven Änderungen kann uns ein »Reset« aus der Krise heraus bieten? PL: Ich denke, dass auch das Publikum es als einen Neubeginn erleben wird, denn annähernd alles, was man in den letzten Monaten an Musik hören konnte, kam aus der Konserve, war aufgezeichnet oder medial vermittelt. LiveMusik packt uns ganz anders. Und auch die Regelmäßigkeit, mit der wir hoffentlich bald wieder das klassische Repertoire live hören und live erleben können, werden wir bewusst wahrnehmen. Die Schlagworte unserer vergangenen Spielzeiten – Zuhören, Erleben – werden wieder im Zentrum stehen. Viele Stücke meint man schon zu kennen, Beethoven, Bruckner, das Konzertprogramm mit Haydn und Mozart, doch in dieser Spielzeit wird man sie anders hören. Die Musik wird etwas mit uns machen, im Zuschauerraum und auf der Bühne. Der Konzertraum wird auch als sozialer Raum Veränderungen anstoßen, wir werden darin mit unseren Ängsten und unserer Vorfreude umgehen, ganz so, wie wenn man etwas zum ersten Mal tut … PL:  … von dem man zwischendrin schon befürchtet hatte, dass es verloren ist. Nicht nur Vorfreude, sondern auch die Furcht vor dem Verlust von Empfindungen treibt uns an. Werde ich Musik noch so erleben können, wie ich es früher ganz unbefangen konnte? Wird es sich beim Musizieren noch genauso anfühlen, oder muss ich das wieder neu lernen? Im Moment nähere ich mich Musik nur, indem ich Aufnahmen anhöre oder selbst am Klavier spiele. Es wird etwas ganz Anderes sein, das wieder mit Orchester zu erleben. Im Moment gehen wir alle durch ein tiefes Tal und durchleben verschiedene Stadien von Emotionen. Danach werden wir ganz neu auf-gestellt sein. Es ist ein Reset. Für uns alle. Für unsere Ohren. Für unser Herz.


Konzert

Reingehört Aktuelle CDs zum Einstimmen auf die Solist*innen unserer Spielzeit: Chouchane Siranossian (Violine) hat selten gespielte Violinkonzerte wiederentdeckt, Frederic Belli (Posaune) und Sebastian Manz (Klarinette) spielen aufregendes Repertoire jenseits des Mainstream. Andreas Romberg »Violinkonzerte«

Andreas Romberg (1767–1821): Concerto Nr. 4 in C-Dur, Concerto Nr. 12 in g-Moll, Concerto Nr. 9 in A-Dur Mit Chouchane Siranossian (Violine), Capriccio Barockorchester Label: Alpha

Frederic Belli »Posaune«

Werke von Luciano Berio, Nino Rota, Frank Martin, Folke Rabe & Georges Delerue Frederic Belli, Posaune SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Sylvain Cambreling, Dirigent Trombone Unit Hannover Pablo Heras Casado, Dirigent Label: Genuin

Sebastian Manz & ­ Sebastian Studnitzky »A Bernstein Story«

Werke von Igor Strawinsky, ­Leonard Bernstein, Steve Reich, Sebastian Manz & Sebastian Studnitzky Label: EDEL / Berlin Classics

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Sinfoniekonzerte Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

WIR 1 Henry Purcell Suite aus der Oper »Abdelazer« Igor Strawinski Suite aus dem Ballett »Pulcinella« Ottorino Respighi »Trittico Botticelliano« Dirigentin Christina Domnick Termin 22. Sep. 2021, 18 und 20 Uhr

NEUE ANFANGSZEIT Die Konzerte WIR 1, WIR 2 und WIR 3 finden jeweils am Konzertabend zweimal statt, um 18 und 20 Uhr. Die Konzerte WIR 4 bis WIR 8 beginnen um 19.30 Uhr und werden nur einmal am Abend gespielt.

WIR 2

WIR 5

Joseph Haydn Sinfonie Nr. 62 D-Dur Wolfgang Amadeus Mozart »Prager Sinfonie« Nr. 38 D-Dur

Francis Poulenc Konzert für Orgel, Streicher und Pauken Anton Bruckner Sinfonie Nr. 6

Dirigent Andreas Spering

Orgel Niklas Sikner Dirigent GMD Patrick Lange

Termin 6. Okt. 2021, 18 und 20 Uhr

WIR 3 Magnus Lindberg (*1958) Konzert für Klarinette und Orchester Kurt Weill Sinfonie Nr. 2 Klarinette Sebastian Manz Dirigent GMD Patrick Lange Termin 17. Nov. 2021, 18 und 20 Uhr

WIR 4 Alexander Weprik »Fünf kleine Orchesterstücke« Daniel Schnyder (*1961) Konzert für Posaune und Orchester Mikhail Nosyrev Sinfonie Nr. 1 Posaune Frederic Belli Dirigent Christoph-Mathias Mueller Termin 26. Jan. 2022, 19.30 Uhr

Termin 16. Feb. 2022, 19.30 Uhr

WIR 6

John Corigliano (*1938) »Conjurer« Percussion concerto Jean Sibelius Sinfonie Nr. 5 Schlagzeug n.n. Dirigentin Ruth Reinhardt Termin 6. April 2022, 19.30 Uhr

WIR 7 Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 6 Ludwig van Beethoven Konzert für Violine und Orchester

WIR 8 Florian Frannek (*1971) »Bevor wir Schweigen. Sieben letzte Briefe 1941 – 45« für Bariton, Chor und Orchester Leoš Janáček »Glagolitische Messe« Sopran Betsy Horne Mezzosopran Silvia Hauer Tenor Peter Berger Bass Young Doo Park Chor der Stadt Wiesbaden Einstudierung Christoph Stiller Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Einstudierung Albert Horne Bariton n.n. Dirigent GMD Patrick Lange Termin 13. Juli 2022, 19.30 Uhr

WIR FEIERN Neujahrskonzert

Dirigent GMD Patrick Lange Termin 1. Jan. 2022, Großes Haus

Die Sinfoniekonzerte finden im ­Friedrich-von-Thiersch-Saal des ­Kurhauses Wiesbaden statt.

Violine Chouchane Siranossian Dirigent GMD Patrick Lange Termin 8. Juni 2022, 19.30 Uhr

Extras

Konzerteinführungen Vor den Sinfoniekonzerten WIR 4 bis WIR 8 findet jeweils 45 Minuten vor Beginn eine Konzerteinführung im F ­ riedrich-von-Thiersch-Saal statt.

Junges Konzert ⊲ Siehe S. 178 www.facebook.com/ hessisches.staatsorchester


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Konzert

Vorgestellt TEXTE KATJA LECLERC

Christoph-Mathias Mueller Der 1967 in Peru geborene Schweizer beschreibt sich selbst als neugierig – und das scheint die perfekte Voraussetzung für seine Arbeit als Musikentdecker und gefragter Orches­­ terleiter zu sein. Wie der Wiesbadener GMD ­Patrick Lange wurde auch Christoph-Mathias Mueller durch seine Zeit als Assistent von Claudio Abbado geprägt, erst beim Gustav Mahler Jugendorchester, später auch beim Lucerne Festival Orchester. Mueller hat einige Jahre in Boston und in Berlin gelebt. »Ich mag große Städte!« – und doch verschlug es ihn ab 2005 für 13 Jahre ins beschauliche Göttingen. Dort war er Chefdirigent und Generalmusikdirektor des Göttinger Symphonie Orchesters. In seinen Konzertprogrammen mit dem GSO hat sich kaum einmal ein Werk wiederholt – und die Musik des 20. Jahrhunderts hatte einen festen Platz. Zunächst »in homöopathischen Dosen«, wie er in einem Zeitungsinterview einräumte, galt es doch das ­Göttinger Publikum Stück für Stück zu begeistern. Zu den Früchten seiner Neugierde zählt auch die Wieder­­ entdeckung des russisch-jüdischen Komponisten ­Alexander Weprik. Geboren 1899 im Russischen Kaiserreich, in Warschau aufgewachsen, vor antisemitischen Pogromen 1909 nach Leipzig geflohen, starb er 1958 in Moskau. Dort hatte er als Lehrer und Dekan am ­Konservatorium gewirkt, bevor er mit jüdischen Kollegen entlassen und ins Gulag deportiert wurde. In seinem »Sabbatical « (so nannte Mueller scherzhaft die freie Zeit nach Göttingen, die sich rasch mit Engagements als Gastdirigent füllte) nahm SINFONIEKONZERT er mit dem BBC National Orchestra of Wales eine CD Werke von Alexander mit den Orchesterwerken Weprik, Daniel Schnyder Alexander Wepriks auf. Ein & Mikhail Nosyrev Buch über den zu Unrecht Posaune Frederic Belli vergessenen, zu Lebzeiten Dirigent von Dirigentengrößen Christoph-Mathias Mueller wie Scherchen und ToscaTermin nini aufgeführten Kompo26. Jan. 2022, 19.30 Uhr nisten folgte 2020.

WIR 4

Andreas Spering Zu Beginn seiner Laufbahn spielte Andreas Spering im Orchester eine unentbehrliche Rolle: Er war das »Continuo«, das im Barockorchester das harmonische Fundament legt und gemeinsam mit einem Bass aus keinem Ensemblestück wegzudenken ist. Spering wurde, wie er selbst sagt, eigentlich »viel zu früh« als Cembalist des Ensembles Musica Antiqua Köln engagiert. Das war 1990, und die Zusammenarbeit mit Andreas Goebel, dem Leiter dieses Spezialisten ensembles für Alte Musik, war richtungsweisend für die ausführliche Beschäftigung mit der Musik von Komponisten wie Haydn, Händel und Mozart. »Das meiste, was ich über Alte Musik SINFONIEKONZERT weiß, habe ich dort gelernt.« Der Lehrer und Werke von Joseph Haydn & Weggefährte Andreas Wolfgang Amadeus Mozart Goebel verbindet Andreas Dirigent Andreas Spering Spering übrigens mit einer weiteren GastkünstTermin lerin, die in der Spielzeit 6. Okt. 2021, 18 und 20 Uhr 2021.2022 mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden arbeiten wird: der Geigerin Chouchane Siranossian. Knapp dreißigjährig wurde Andreas Spering zum Künstlerischen Leiter der Brühler ­Schlosskonzerte ernannt. In wunderschönem Rokoko-Ambiente – ­darunter ein Prunktreppenhaus, das von Balthasar Neumann gestaltet wurde – kuratiert er eine Reihe von Konzerten und dirigiert rund ein Viertel davon auch selbst.

WIR 2

In seinen Anfängen als Festivalleiter hat Spering auch einmal » Lehrgeld« zahlen müssen im Umgang mit dem akustisch schwierigen, durch seine überbordende Gestaltung als Publikumsmagnet funktionierenden Treppenhauses als Konzertort. Groß besetzte Blasmusik oder die großen Orchesterwerke des späten 19. Jahrhunderts sind dort nach seiner heutigen Einschätzung nicht spielbar. Seit 2002 stellt er in einem »Festival im Festival« den Komponisten Joseph Haydn ins Zentrum der Schlosskonzerte und verschafft damit einem Künstler eine Bühne, für den sein Herz schon lange schlägt, in dessen breit gefächertem Œuvre jedoch auch Andreas Spering immer noch Neues zu entdecken weiß. Sein zweites Standbein ist die Oper, wo er nicht nur für Werke des Barock und der Frühklassik ein gern gesehener Gast ist. Nicht zuletzt seit er viele Jahre die Leitung der Händelfestspiele Karlsruhe innehatte, hat Andreas Spering sich als führender Interpret von Händels Werken etabliert.

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Konzert

Eine Messe auf dem Sportplatz Leoš Janáček war ein geselliger Mensch und womöglich ein sportlicher dazu – zumindest verband er das Gesellige und Sportliche in einer Mitgliedschaft beim Brünner Turnverein Sokol I. Der Komponist trat 1876 bei, über 50 Jahre später war er immer noch treues Mitglied als seine »Glagolitische Messe« im großen Ausstellungspavillon neben dem Stadion des Sokol Uraufführung feierte. TEXT KATJA LECLERC

Das war am 5. Dezember 1927, und nur wenig später hätte man kaum mehr vermutet, dass zwischen Sporthalle, Umkleiden und Gerätelager eine der wichtigsten Messkompositionen des 20. Jahrhunderts zum ersten Mal erklang. Denn mit der Entscheidung, das Messegelände woanders zu bauen, fiel der Ausstellungssaal endgültig dem Turnverein zu und wurde von einem Ensemble von Zweckbauten »eingerahmt«. Heute ist hier das »Babylon«-Kulturzentrum; hinter dessen betongerahmten, quadratischen Fensterfronten verborgen der Konzertsaal von damals. Wie kam die »Glagolitische Messe« also auf den Sportplatz? Zum 60. Jahrestag des Turnvereins 1922 wurde ein Sommerstadion errichtet, in unmittelbarer Nähe kam ein Jahr später ein Veranstaltungs- und Ausstellungssaal hinzu. Er diente hauptsächlich als Messehalle, hier fanden aber auch regelmäßig Konzerte statt. Man hatte ihm eine gute, große Orgel eingesetzt, ein 1885 von Wilhelm Sauer kon­struiertes Instrument, das zuvor im Konzertsaal des Prager Rudolfinums stand. Janáček hatte bereits anlässlich eines SokolJahrestreffens eine Komposition für seinen Sportverein beigesteuert: die Sinfonietta. Für die Uraufführung der »Glagolitischen Messe« einige Jahrzehnte später hatte der neue »Saal des Stadions« alles Nötige zu bieten: die Orgel, den Platz für den 140 Mitglieder umfassenden Chor »Beseda brněnská« und das Orchester des Brünner Nationaltheaters samt Musikalischem Leiter Jaroslav Kvapíl, und vielleicht auch den Fakt, dass es sich um einen profanen und keinen Kirchenraum handelte …

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Einiges an der »Glagolitischen Messe« ist anders: Leoš Janáček vermied die lateinische Sprache und griff auf einen altslawischen Text aus dem 9. Jahrhundert zurück. Er wurde von dem byzantinischen Mönch Konstantin von Saloniki in einer für die Notierung der slawischen Sprachen neuentwickelten Schrift, dem »glagolitischen Alphabet«, festgehalten. Auch in die musikalische Form hat der Komponist Spuren des Archaischen und des typisch Slawischen eingearbeitet, angefangen bei der Eingangssequenz mit Fanfaren der Blechbläser, die entgegen der lateinischen Messtradition am Schluss des Werks wiederkehrt. Es fehlt ein »Benedictus«. Dafür ist der siebte Teil der Messe ein Orgelsolo, das wie ein Fremdkörper als eigenständige Komposition aus dem Kontext herausragt und bis heute kühne Deutungen provoziert: die unorthodoxe Musik sei wie ein Sich-Aufbäumen, eine Musik gegen Gott … Janáčeks Glauben hatte Gott jedoch nie ausgeschlossen, er hatte die Schöpferkraft vielmehr in der Natur und im Leben selbst gefunden: »Die Kirche wuchs mir zu der riesenhaften Größe des Waldes und des hochgewölbten Himmels in vernebelnde Weiten.« Ganz geselliger Sportsman antwortete der Komponist mit einem Augenzwinkern auf den Kritiker Ludvík Kundera, der nach der Premiere der »Glagolitischen Messe« in einem Kommentar schrieb: »Janáček ein alter Mann, ein Mensch von festem Glauben.« Auf Janáčeks AntwortPostkarte stand in großen Lettern, kurz und bündig: »Kein alter Mann, kein Glauben! Jüngelchen! Mit bestem Gruß, Drph. Leoš.« SINFONIE­KONZERT

WIR 8

Florian Frannek (*1971) »Bevor wir Schweigen. Sieben letzte Briefe 194 1– 45« für Bariton, Chor und Orchester Leoš Janáček »Glagolitische Messe« Sopran Betsy Horne Mezzosopran Silvia Hauer Tenor Peter Berger Bass Young Doo Park Chor der Stadt Wiesbaden Einstudierung Christoph Stiller Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Einstudierung Albert Horne Bariton N.N. Dirigent GMD Patrick Lange Termin 13. Juli 2022, 19.30 Uhr

Die altslawische Messe? Ich wollte hier den Glauben an die Festigkeit der Nation ausdrücken – nicht auf der Grundlage der Religion, sondern einer starken Sittlichkeit, die Gott zum Zeugen wählt. Leoš Janáček


Fit für die Zukunft

Die Nachwuchsförderung liegt dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden besonders am Herzen.

KONTAKT

Orchesterakademie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden am Staatstheater Wiesbaden e. V. Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden Geschäftsstelle | Tel. 0611 . 132 256 info @ orchesterakademie-wiesbaden.de www.orchesterakademie-wiesbaden.de

Dieses Anliegen verfolgt die 2010 gegründete Orchesterakademie, die sich die konse­quente Förderung junger Musikerinnen und Musiker zu hochqualifizierten Orchestermusiker*innen zum Ziel gesetzt hat. Um sich in einem Probespiel gegen die Konkurrenz durchzusetzen und den gesteigerten Qualitätsansprüchen der Orchester gerecht zu ­werden, sind heute Praxiserfahrung und weitergehende ­Fähigkeiten gefragter als je zuvor. Diese werden in der Orchesterakademie ver­mittelt: Die Akademist*innen werden durch qualifizierten Einzelunter­richt gezielt auf Probespiel und das Berufsleben vorbereitet. Durch die zusätzliche praktische Arbeit im Orchesteralltag erhalten sie wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise eines Orchesters. Derzeit werden bis zu elf junge Musikerinnen und Musiker in die Orchesterakademie aufgenommen. Sie können die Arbeit der Akademie durch Ihre Mitgliedschaft unter­ stützen! Ein Mitgliedsantrag steht auf unserer Homepage zum Herunter­ laden zur Verfügung.

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Wir & Sie Der Förderverein unterstützt das Hessische Staatsorchester Wiesbaden. Werden Sie Mitglied des Fördervereins und ermöglichen Sie: › die Verpflichtung prominenter Solistinnen und Solisten sowie Dirigentinnen und Dirigenten. › Kinder-, Jugend- und Familienkonzerte, um bereits eine junge Zielgruppe früh für das gemeinsame Live-Klangerlebnis zu begeistern und das Interesse am aktiven Musizieren zu wecken. › jungen Musikerinnen und Musikern ein Stipendium in der Orchesterakademie. › die Anschaffung neuer Instrumente. Sprechen Sie uns an: Förderverein Hessisches Staatsorchester Wiesbaden e. V. | Am Melonenberg 12, 65187 Wiesbaden T 0611.580 882 36 | FVOrchesterWI@gmx.de | www.foerderverein-staatsorchester-wiesbaden.de


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Kammerkonzerte Liebe Freund*innen der Kammermusik, in der neuen Saison werden wir einige Konzerte nachholen, die wegen der Corona-Pandemie ausfallen mussten. Nach dem Sonderkonzert mit 15 Komponistinnen und Komponisten aus zwei Jahrhunderten, die in Wiesbaden gewirkt haben und noch immer wirken, feiern wir den Geburtstag Beethovens mit zwei Konzerten nach: zunächst im Oktober mit M ­ eisterwerken seines Kammermusikschaffens, dem »Gassenhauer-Trio« und dem späten Streichquartett op. 132. Im April stellen dann unsere ukrainischen Kollegen hebräische Klagemusik dem Streichquartett op. 74 (»Harfenquartett«) gegenüber, das schwermütig beginnt und im Finale in der utopischen Beschwörung von Frieden in Freiheit gipfelt. Unser Tubist Roland Vanecek entwickelt wieder gemeinsam mit den jungen Musiker*innen der Orchesterakademie ein Überraschungsprogramm, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten, und im November können Sie Erzählungen der Romantik und Geschichten der Moderne lauschen. Im Weihnachtskonzert wird festliche Barockmusik zu hören sein – wie in jedem Jahr mit Weihnachtsgeschichten, gelesen von Uwe Kraus. Im Neujahrskonzert schließlich geht die Reise wie immer nach Wien, diesmal über Italien und Frankreich. »The Bach Project« kombiniert zwei »Brandenburgische Konzerte« mit virtuosen Solokonzerten in großer Streicherbesetzung. Im März steht die Oboe mit Werken von Bach bis Britten im Mittelpunkt und im Juli-Programm stellen wir Brahms drei Komponistinnen zur Seite, die lange Jahre in Wiesbaden gelebt haben. Eine davon, Louise Langhans-Japha, war sogar die Pianistin der Uraufführung von Brahms’ Klavierquintett. Wir freuen uns sehr, dass wir nach fünf Jahren wieder einmal ein Komponistenportrait verwirklichen können. Als »Composer in residence« haben wir Gregor A. Mayrhofer eingeladen, Absolvent der New Yorker Juilliard School und ehemaliger Assistent von Sir Simon

Rattle und Kirill Petrenko bei den Berliner Philharmonikern. Er wird ein neues Werk für uns komponieren, seine Lieblingskomponist*innen vorstellen und zum Abschluss sein fantastisches »Insect Concerto« dirigieren. Mit Meisterwerken für große Bläserbesetzungen von Mendelssohn, Bizet und Mussorgsky klingt die Saison mit einem Open-Air-Konzert schwungvoll aus. Das Känguru Filu hat für unsere kleinen Zuhörer*innen drei Geschichten mit Musik ausgesucht, die von der Wiener Schauspielerin Chris Pichler erzählt werden. Zuerst folgen wir Don Quichotte auf seine Abenteuer, zur Adventszeit berichtet Astrid Lindgren von Weihnachten mit Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga, und im dritten Konzert gibt es eine Geschichte zur Musik von Jacques Offenbach: Auf einer Seereise strandet ein Kontrabassist mit seinem Instrument auf einer Südseeinsel, wo ihn Kannibalen gefangen nehmen. Wie er die schöne Königin Oyayaye dank seiner musikalischen Fähigkeiten täuschen und schließlich entkommen kann, erfahrt ihr im Konzert! Jens Hentschel, Judith Oberndorfer, Thomas Richter Organisator*innen der Kammerkonzerte


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Konzert

»Bilder aus Wiesbaden« Ein musikalisches Kaleidoskop Wiesbadener Komponist*innen von 1820 – 2021 mit Werken von Béla Kéler, Helen Buchholtz, Luise Langhans-Japha, Julie von Pfeilschifter, Luise Adolpha le Beau, Johannes Brahms, Heinrich von Herzogenberg, Joachim Raff, August Wilhelmy, Siegfried Köhler, Paul Engel, James Peace, Angela Schwickert, Volker David Kirchner, Cornelius Hummel Buchpräsentation: »Wiesbadener Komponistinnen: Schicksale und Erfahrungen« von StadtteilHistorikerin Carol Falling Mit Salonensemble des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden, Annette Luig Sopran, Silvia Hauer Mezzosopran, Osvaldo NavarroTurres Tenor, Erika le Roux Klavier Termin 12. Sep. 2021, 11 Uhr

1. Kammerkonzert

Ludwig van Beethoven Trio B−Dur op. 11 »Gassenhauer Trio« für Klarinette, Violoncello und Klavier Ludwig van Beethoven Streichquartett a-Moll op. 132 Mit Dörte Sehrer Klarinette, Susanne Tscherbner Violoncello, Mariam Saakova Klavier, Alexander Bartha und Uta Lorenz Violine, Wolfgang Grabner Viola, Johann Ludwig Violoncello Termin 3. Okt. 2021, 11 Uhr

2. Kammerkonzert

Roland Vanecek und die Akademist*innen der Orchesterakademie mit einem Überraschungsprogramm Mit Roland Vanecek Tuba und mehr, Musiker*innen der Orchesterakademie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Termin 24. Okt. 2021, 11 Uhr

3. Kammerkonzert

Robert Schumann »Märchenerzählungen« op. 132 für Klarinette, Viola und Klavier

Robert Schumann Drei Romanzen op. 94 für Oboe und Klavier György Kurtág (*1926) »Hommage à Robert Schumann« op. 15d für Klarinette, Viola und Klavier Paul Engel (*1949) »Drei Geschichten« für Klarinette und Klavier Adolf Ruthardt Trio op. 34 für Oboe, Viola und Klavier Mit Bernhard Schnieder Oboe, Adrian Krämer Klarinette, Sabine Schultz Viola, Erika le Roux Klavier Termin 14. Nov. 2021, 11 Uhr

4. Kammerkonzert »The Bach Project«

Johann Sebastian Bach »Brandenburgisches Konzert« Nr. 3 BWV 1048 | Konzert für 3 Violinen und Orchester D-Dur BWV 1064 | Violinkonzert a-Moll BWV 1041 | Air aus der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068 | Konzert für 2 Violinen und Orchester d-Moll BWV 1043 | »Brandenburgisches Konzert« Nr. 6 BWV 1048 Mit Rheingau Chamber Orchestra: Alexander Bartha | Svantje Wolf | Igor Mishurisman | Maryna Veremeeva | Uta Lorenz | Judith Oberndorfer | Anne-Catherine Eibel | Amelie Huang Violine, Tilman Lauterbach | Esther Becker Viola, Johann Ludwig | Christoph Lamprecht Violoncello, Jochen Steinmetz Kontrabass, Julia Okruashvili Cembalo Leitung Daniel Geiß Termin 13. Feb. 2022, 11 Uhr

5. Kammerkonzert

Johann Sebastian Bach »Kunst der Fuge«: Contrapunctus 1 und Choral Olli Mustonen (*1967) Quartett für Oboe, Violine, Viola und Klavier August Klughardt »Fünf Schilflieder« op. 28 für Oboe, Viola und Klavier Benjamin Britten »Phantasy Quartett« für Oboe, Violine, Viola und Violoncello Mit André van Daalen Oboe, Judith Oberndorfer Violine, Tilman Lauterbach Viola, Ruodi Li Violoncello, Mariam Saakova Klavier

Kaffee . Rösterei . Barista

Großes Theater in kleinen Tassen.

Sonderkonzert

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Termin 13. März 2022, 11 Uhr

Marktstraße 12, Wiesbaden und Jawlenskystraße 1 / Ecke Nerostraße, Wiesbaden


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6. Kammerkonzert

Maurice Ravel »Kaddisch« Valeri Kikta (*1941) Streichquartett Mieczysław Weinberg Aria op. 9 und Capriccio op. 11 Ludwig van Beethoven Streichquartett Es-Dur op. 74 (»Harfenquartett«) Mit Rheingauer Streichquartett: Igor Mishurisman | Anton Tykhyy Violine, Anastasiya Mishurisman Viola, Emanuela Simeonova Violoncello Termin 3. April 2022, 11 Uhr

7. Kammerkonzert

Composer in Residence – Gregor A. Mayrhofer (*1987) Dmitri Schostakowitsch Klaviertrio Nr. 1 c-Moll op. 8 Franz Schubert »Forellenquintett« (Tema con variazioni) A-Dur für Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass Benjamin Britten »Two Insect Pieces« für Oboe und Klavier Thomas Larcher (*1963) »Deep red, deep blue« (2018) Gregor A. Mayrhofer »Disputa scherzosa oder ›Du musst so blöd spielen, wie er schaut!‹« (2006) für Violoncello und Klavier| »Whispering/Shouting« (2009) for 2 drummers | Neues Werk für Salonensemble (2022) – Uraufführung | »Insect Concerto« (2019) für Kammerensemble (»Dedicated to the infinite variety of fascinating Insects on our planet«) Mit Karl-Heinz Schultz | Judith Oberndorfer Violine, Sabine Schultz Viola, Christoph Lamprecht Violoncello, Kazuko Maeda-Hörnle Kontrabass, Thomas Richter Flöte, Melanie Rothman Oboe, Adrian Krämer Klarinette, Peter Brechtel Fagott, Jens Hentschel Horn, Martin Schneider Trompete, Christoph Paus Posaune, Edzard Locher | Lukas Schrod Percussion, Erika le Roux Klavier

8. Kammerkonzert

»Wiesbadener Komponistinnen und Johannes Brahms« Luise le Beau Klavierquartett f-Moll op. 28 | Lieder op. 45 für Gesang, Violine und Klavier Louise Langhans-Japha »Drei Charakterstücke« für Violoncello und Klavier op. 27 Helen Buchholtz »Die rote Blume« und »Die alte Uhr« für Gesang und Klavier Johannes Brahms Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2 Mit Silvia Hauer Mezzosopran, Mariam Saakowa Klavier, Lilienquartett: Svantje Wolf | Nicole Windolf Violine, Kristof Windolf Viola, Susanne Tscherbner Violoncello Termin 10. Juli 2022, 11 Uhr

9. Kammerkonzert: Sonderkonzert Open-Air Felix Mendelssohn Bartholdy »Ein Sommernachtstraum« Modest Mussorgski »Bilder einer Ausstellung« Sergei Prokofjew Suite op. 64 aus »Romeo und Julia« (Arrangement: Andreas N. Tarkmann) Mit Bläserharmonie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Termin 24. Juli 2022, 11 Uhr

WeihnachtsKammerkonzert Festliche Barockmusik »Nun komm, der Heiden Heiland« Georg Philipp Telemann Concerto A-Dur für Flöte, Violine, Violoncello, Streicher und Basso continuo | Concerto e-Moll für Blockflöte, Flöte, Streicher und Basso continuo | Concerto E-Dur für Flöte, Oboe d’amore, Viola d’amore, Streicher und Basso continuo Johann Sebastian Bach »Johannis freudenvolles Springen« Arie aus der Kantate zum 2. Weihnachtstag BWV 121 | »Streite, siege, starker Held« Arie aus der »Adventskantate« BWV 62 Uwe Kraus liest besinnliche Weihnachtsgeschichten. Mit Benjamin Russell Bariton, Uwe Kraus Rezitation, Alexandra Kraus Blockflöte, Thomas Richter Flöte, Bernhard Schnieder Oboe d’amore, Anna Balzer-Tarnawska Violine, Tilman Lauterbach Viola d’amore, Anton Tykhyy | Svantje Wolf Violine, Ruodi Li Violoncello, Peter Brechtel Fagott, Polina Grishaeva Cembalo Termine 5. Dez. 2021, 15 Uhr, Foyer, 13. Dez. 2021, 19.30 Uhr, Großes Haus, 19. Dez. 2021, 14 Uhr, Foyer

NeujahrsKammerkonzert »Rosen aus dem Süden«

Salonstücke und Lieder aus Italien und Frankreich von Gioachino Rossini, Luigi Denza, Pietro Mascagni, Camille Saint-Saëns, Léo Delibes, Francis Poulenc, Polkas und Walzer aus Wien von Kéler Béla, Josef und Johann Strauß Mit Benjamin Russel Bariton, Salonensemble des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden, Erika le Roux Klavier Termine 9. Jan. 2022, 11 Uhr, 15. Jan. 2022, 15 Uhr, 22. Jan. 2022, 11 Uhr

Leitung Gregor A. Mayrhofer Termin 19. Juni 2022, 11 Uhr

Kammer­konzerte für Kinder ⊲ Siehe S. 179


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Kein Theater ­ nur sehr, sehr schöne Brillen.

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PREMIEREN 136

HORIZONTE

Zweiteiliger Ballettabend von Alexander Whitley und Sharon Eyal / Gai Behar

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MEMENTO

Ballett von Tim Plegge

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EXTENSION

Ballettabend von Marc Brew und Martin Harriague

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EDEN

Partizipationsprojekt von Tim Plegge WIEDERAUFNAHME

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DER NUSSKNACKER

Ballett von Tim Plegge mit Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky


BALLETT


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Ballett

INTERVIEW

PLAN A, B ODER C? Interview mit Ballettdirektor Bruno Heynderickx

INTERVIEW LUCAS HERRMANN FOTOS SVEN-HELGE CZICHY

Deine erste Spielzeit als Ballettdirektor des Hessischen Staatsballetts (HSB) war keine leichte. Das HSB (Stand Juni 2021) spielte nicht einmal live auf einer der Wiesbadener Bühnen! Es stimmt, diese erste Spielzeit als Ballettdirektor war alles andere als einfach. Meine Rolle war am Anfang eher die eines Krisenmanagers, der sich ständig mit neuen Beschränkungen und Vorschriften konfrontiert sieht und als Organisator, der bereits gemachte Pläne immer wieder neu plant. Ich durfte etwas über Hygienemessungen lernen und Schutzmaßnahmen umsetzen, um eine sichere Umgebung für unsere Tänzer*innen und unser Team zu schaffen. Wir haben diese herausfordernde Aufgabe im Ballett auch deshalb gemeistert, weil wir uns immer auf die Zeit und den Rat von Dr. med Gabriele Volmer, der Vorsitzenden der Freunde des Hessischen Staatsballetts, verlassen konnten. Deren Expertise gab unserer Kompanie das Vertrauen, dass die Gesundheit oberste Priorität hat und wir uns alle in der Verantwortung sehen, auf die anderen zu achten. Momentan blicke ich mit Vorfreude auf die ­Wiedereröffnung, wenn wir am 24. Juni endlich die Wiesbadener Premiere von »Le sacre du ­printemps« zeigen können! Wie plant man mit diesem Gefühl im Bauch eine neue Spielzeit? Ich denke, dass wir uns auch in der Spielzeit 2021.2022 weiterhin mit Plänen konfrontiert sehen werden, die sich stetig ändern können. Also machen wir einen Plan A und halten einen Plan B und C in der Hinterhand. Nach unserem Plan A werden wir mit Choreograf*innen zusammenarbeiten, mit denen wir bereits in der letzten Spielzeit kollaborieren wollten und einige der Werke erneut betrachten, die wir aufgrund der Pandemie nicht zeigen konnten.

Produktionen wie Tim Plegges » memento« wurden in der vergangenen Spielzeit angefangen zu proben, dann in diese Spielzeit verschoben, andere Produktionen wie der Doppelabend »Horizonte« können nun erstmals dem Wiesbadener Publikum gezeigt werden. Daneben gibt es »komplette Neuproduktionen«. Was erwartet die Zuschauer*innen in der Spielzeit 2021.2022? Ich freue mich sehr darauf, Tim Plegges »memento« auf die Bühne zu bringen, insbesondere weil die Entscheidung, diese Produktion zu verschieben, für uns alle in emotionaler Hinsicht besonders schwer zu akzeptieren war. Wir mussten die Probenarbeit auf halbem Weg abbrechen, nachdem wir alles versucht hatten, um eine Premiere in der vergangenen Spielzeit doch noch zu ermöglichen. Ebenso ist es mir ein Anliegen, den spektakulären Doppelabend »Horizonte« mit Choreografien von Alexander Whitley und Sharon Eyal /Gai Behar endlich hier in WIesbaden zu zeigen. Zudem können wir mit Xie Xin (in Darmstadt) und Martin Harriague arbeiten, deren ursprüngliche Produktionen aus den Doppelabenden »Roots« und »Horizonte« aufgrund der Pandemie verschoben werden mussten. Darüber hinaus werden wir eine ganz besondere Kollaboration mit Marc Brew haben für den Doppelabend »Extension«, zusammen mit Harriague. Unser Publikum kann sich auf hoch­wertige Tanzproduktionen freuen, auf aus­ gefallene Ästhetiken und zum Nachdenken ­anregende Choreografien.

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DER GEDANKE DARAN, DASS UNSERE GESELLSCHAFT SO »EINGESPERRT« BLEIBEN MUSS, WIE WIR ES IM VERGANGENEN JAHR WAREN, IST UNERTRÄGLICH UND UNVORSTELLBAR. Gibt es thematische Schwerpunkte, die Dir besonders am Herzen liegen? Auch wenn es sich möglicherweise nicht um sichtbare Themen handelt, würde ich sagen, dass »soziales Engage­ ment« und »Inklusion« grundlegende Themen sind oder definitiv die treibende Kraft für die Zusammensetzung des Programms in dieser Spielzeit. Neben den Eigenproduktionen sind auch wieder Gastspiele, Residenzen und das Tanzfestival Rhein-Main geplant. Worauf darf sich das Publikum da freuen? Das Gastspielprogramm, einschließlich seiner ­Residenzen, das wir derzeit kuratieren, wird noch mehr von der Ausdrucksvielfalt präsentieren, als auch die in der gegenwärtigen Tanzwelt besteht. Wir werden sowohl Arbeiten von jungen und aufstrebenden Tanzschaffenden zeigen und versuchen, einige renommierte, internationale ­Tanzkompanien in unsere Region zu bringen. Das Tanzfestival Rhein-Main wird wieder einer der »Leuchttürme« in dieser Hinsicht sein. Ein »Gastspiel der besonderen Art« wird auch das Partizipationsprojekt »Eden« von Tim Plegge sein. Nach den großen Erfolgen von »Odyssee_21« und »#Mensch« wird unser Hauschoreograf wieder mit Laientänzer*innen arbeiten.

Wenn alle Stricke reißen und die Bühnen weiterhin für das Publikum geschlossen bleiben, welchen Weg geht das HSB dann? Der Gedanke daran, dass unsere Gesellschaft so »eingesperrt« bleiben muss, wie wir es im vergangenen Jahr waren, ist unerträglich und unvorstellbar. Von daher wünsche ich mir zutiefst, dass der Weg wieder über die Bühnen und Live-Veranstaltungen gehen wird.


Ballett

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HORIZONTE Zweiteiliger Ballettabend von Alexander Whitley und Sharon Eyal / Gai Behar Das Hessische Staatsballett präsentiert im Doppelabend »Horizonte« die ­Vielfalt der Existenz. Mit dem Auftragswerk »The Butterfly Effect« des ­britischen Choreografen Alexander Whitley und »Untitled Black« von Sharon Eyal / Gai Behar treffen zwei zeitgenössische Tanzpositionen aufeinander, die in ihrem Aggregatzustand unterschiedlicher nicht sein könnten. Inspiriert vom »Schmetterlingseffekt« aus der Chaostheorie kreiert Whitley einen dynamischen Raum des Bewegungsflusses, der sich vom leichten ­Flügelschlag zum Hurrikan entfacht. In spiralförmigen Körperbildern wird der Relation von Ursache und Wirkung nachgespürt, die über die Bühne hinaus in eine Projektionsebene mit Bewegungshologrammen übergeht. Demgegenüber setzt Eyal mit ihrer unverkennbaren choreografischen Signatur einen atmosphärisch dichten, energetisch aufgeladenen Tanz in den Mittelpunkt, der sich zu wummernden Beats ekstatisch ins Bewusstsein hämmert. Die aus der Symbiose von Licht, Tanz und Musik entstehende futuristisch anmutende Szenerie, entführt mit den in dunkelglänzenden, hautengen Kostümen gehüllten Körpern in ein paralleles Universum zwischen Aufbruch und Endzeitstimmung. »Horizonte« zeigt den Menschen in der wechselseitigen Beeinflussung von Geist und Materie, im Zwiespalt seiner Existenz als Geschöpf und Maschine. In diesem Spannungsfeld der Extreme bewegen sich die Tänzer*innen zwischen zwei Polen, die in ihrer Unvereinbarkeit verbunden sind. The Butterfly Effect Choreografie Alexander Whitley Musik Rival Consoles Licht Guy Hoare Dramaturgie Lucas Herrmann Choreografische Assistenz Tia Hockey Untitled Black Choreografie Sharon Eyal Co-Kreation Gai Behar Musik Ori Lichtik Licht Avi Yona Bueno (Bambi) Choreografische Assistenz Olivia Ancona, Lotem Regev Kostüme Maayan Goldman

Wiesbadener Premiere 20. Nov. 2021, Großes Haus Weitere Vorstellungen in Wiesbaden: 25. Nov., 02. / 04. Dez. 2021, 23. Jan. 2022


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„TU DEINEM KÖRPER 137 ETWAS GUTES, DAMIT DEINE SEELE LUST HAT, DARIN ZU WOHNEN.“ Ballett

WIEDERAUFNAHME

DER NUSSKNACKER Ballett von Tim Plegge mit Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

(Theresa von Avilla)

Mit »Der Nussknacker« eröffnete Hauschoreograf Tim Plegge die Spielzeit 2019/20 am Hessischen Staatsballett und landete damit bei Publikum wie Kritik gleichermaßen einen Erfolg. In einem neuen Arrangement der Musik Tschaikowskys, verschmilzt in der Choreografie Plegges der Weihnachtsalltag im Hause der Familie Silberhaus mit der Fantasiewelt der zehnjährigen Marie, die mit dem von ihrem Patenonkel Drosselmeier geschenkten und zum Leben erwachten Spielzeugnussknacker einige Abenteuer zu bestehen hat. Der Kampf gegen das Rattenheer unter der bösen Rattenkönigin und die Reise in das verheißungsvolle Zuckerland sind nur zwei Stationen auf Maries Weg der persönlichen Entwicklung. Die Ballettversion des Hessischen Staatsballetts entfernt sich vom Libretto des berühmten Handlungsballetts Marius Petipas und nimmt Bezüge zur Märchen -Vorlage »Nussknacker und Mäusekönig « von E.  T. A. Hoffmann. Zwischen skurrilem Spielwitz und vielerlei überraschenden Momenten besticht das Ensemble des Hessischen Staatsballetts in der mitreißenden Choreografie von Tim Plegge zur live eingespielten Musik der beiden Staatsorchester. Der großen Nachfrage folgend, wird der Weihnachtsklassiker auch in dieser Spielzeit in beiden Staatstheatern wiederaufgenommen. Choreografie Tim Plegge Musikalische Leitung Christoph Stiller Bühne Frank Philipp Schlößmann Kostüme Judith Adam Licht Tanja Rühl Dramaturgie Karin Dietrich

Wiesbadener Wiederaufnahme 8. Dez. 2021, Großes Haus mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden Darmstädter Wiederaufnahme Staatstheater Darmstadt, 16. Dez. 2020, Großes Haus mit dem Staatsorchester Darmstadt Weitere Vorstellungen in Wiesbaden: 11. / 25. / 28. / 30. Dez. 2021

Liköre, Brände & Whisky Regionale Köstlichkeiten Erlesene Olivenöle Individuelle Präsentkörbe Große Auswahl an Saucen … und natürlich unsere freundliche und kompetente Beratung! Kirchgasse 35 – 43, Eingang Schulgasse am Mauritiusplatz, 65183 Wiesbaden Tel +49 611 974 59 90

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138 PREMIERE

MEMENTO Ballett von Tim Plegge Auseinandergerissen wehen die Wesen im Wirbel unter unbekanntem Firmament. Erinnerungen steigen auf und schützen vor dem Zerstäuben. Fragmente von Leben, greifbar in ihrem Verschwinden. Einst Raumzeit geteilt, verflüchtigen sie sich, diese Partikel in einem Augenblick von Ewigkeit. Das Ende hegt einen Zauber in seinem Anfang. Zäsuren, diese Inseln im steten Fluss des Vergehens. Atempausen, in einem währenden Gewesensein. Doch dann, aus unerfindlichem Grund, ist da noch wer. Nimmt sich der Wesen an. Ihrem Wesen nicht ungleich. Und doch so ganz anders. Tim Plegge knüpft mit seiner neuen Kreation »memento« an die Idee des Loslassens und Kraftschöpfens aus Ängsten, Trauer und Tod an. Ohne konkrete Situationen zu bebildern, entwirft Plegge einen Reigen, der den Menschen und seine Fähigkeit zur Transformation aus Krisenmomenten zeigt. Ein Aufruf, sich seiner Sterblichkeit ebenso bewusst zu werden wie der Kostbarkeit des Lebens. Und ein Feiern des Augenblicks, zwischen »memento mori« und »memento vivere«. Die eigentlich bereits für die vergangene Spielzeit ge­plante Neuproduktion von Hauschoreograf Plegge musste ­aufgrund des Lockdowns verschoben werden. Bei »memento« entfernt sich Plegge von der Struktur des Handlungsballetts und wendet sich freieren Formen zu. Die Musik von Max Richter wird live von den beiden Staatsorchestern in Wiesbaden und Darmstadt eingespielt. Choreografie Tim Plegge Musikalische Leitung N.N. Musik M. Richter, R. Baudoux, P. Baierlein Bühne Andreas Auerbach Kostüme Judith Adam Licht Tanja Rühl Projektionen Frieder Weiss Luftobjekt Frank Fierke Dramaturgie Lucas Herrmann

Darmstädter Premiere 16. Okt. 2021, Großes Haus Wiesbadener Premiere 26. Feb. 2022, Großes Haus Weitere Vorstellungen in Wiesbaden: 03. / 12. / 16. März, 03. / 12. / 22. Juni, 01. / 16. Juli 2022


Ballett PREMIERE

EXTENSION Ballettabend von Marc Brew und Martin Harriague Von Grenzen umsponnen, schlummert das Wesen in seinem Kokon. Festgefroren im Frühling, fiel es in den Schlaf seines normierenden Ichs. Grenzentzug oder Entgrenzung. Fremd war es sich im eigenen Haus. Im Schatten seiner Materie stehend, sprüht es die Funken eines höheren Selbst. Ein Leuchten, das die Dunkelheit durchdringt. Es ist anders zu jeder Zeit. Doch war es nie etwas Anderes, als es ist in diesem Moment. Ein Teil im großen Ganzen. Jenseits seiner Verwertung erhebt sich das Wesen und geht einen Schritt. Hinaus über Grenzen, die es nie gab. Aus dem Schritt wird ein Tanz. Aus dem Tanz ein Weg. Dieser führt auf unbekanntes Terrain. Und weiter in neue Weiten. Zwei zeitgenössische Tanzpositionen vereint das ­Hessische Staatsballett im Doppelabend »Extension« mit dem Tänzer und Choreografen Marc Brew und dem Nachwuchschoreografen Martin Harriague. Der Australier Brew entwickelt als künstlerischer Leiter der AXIS Dance Company weltweit Produktionen und tanzt zuweilen in diesen selbst. Seine Bezüge zur Inklusion heben den Tanz auf ein anderes Level. Für »Extension« erarbeitet Brew seine erste Kreation für das Hessische Staatsballett. Diese sowie ein Gastspiel beim Tanzfestival Rhein-Main 2021 zeigt er im Rahmen einer »Residenz Extension«. Der Franzose Harriague komponiert neben dem Choreografieren seine eigene Musik. Geprägt von seiner tänzerischen Heimat in Israel bei der Kibbutz Contemporary Dance Company, ist Harriague derzeit Residenzkünstler beim Malandain Ballet Biarritz. Seine Arbeiten sind aufrüttelnd und suchen die politische Geste im gewitzten Gewand. Für »Extension« stellt auch er sich erstmals mit einer Kreation dem Wiesbadener Publikum vor. N.N. Choreografie Marc Brew Dramaturgie Lucas Herrmann N.N. Choreografie Martin Harriague Dramaturgie Lucas Herrmann

Premiere 11. Juni 2022, Kleines Haus Weitere Vorstellungen in Wiesbaden entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Monatsleporello.

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Ballett

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Dankeschön e Grazie

EDEN Partizipationsprojekt von Tim Plegge Nach dem großen Erfolg von »Odyssee_21« und »#Mensch« in den Spielzeiten 2015.2016 und 2018.2019 wird Hauschoreograf Tim Plegge zum Ende der Spielzeit erneut ein Tanzstück mit Laientänzer*innen entwickeln. In einem mehrmonatigen Probenprozess sollen sich dieses Mal Gruppen in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt am Main treffen, um in enger Zusammenarbeit mit Plegge und der Tanzvermittlung dem Tanz in der Region zu einer weiteren Blüte zu verhelfen. Das Projekt findet im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main statt.

Cari Amici – Liebe Gäste die letzten Monate waren für jeden von uns eine große Herausforderung. Jetzt freuen wir uns auf gesellige Sommerabende in einer fröhlichen Runde am Tisch. Für Ihre großartige Unterstützung möchten wir uns von Herzen bedanken. Wir sind froh und stolz Sie als Gäste zu haben. Ihr Little Italy Team

Choreografie Tim Plegge Tanzvermittlung Nira Priore Nouak

Premiere 8. Juli 2022, Großes Haus

LITTLE ITALY Burgstraße 1-3 65183 Wiesbaden 0611 / 88 00 75 09 www.littleitaly-wiesbaden.de Mo – Sa 11:00 – 23:00 Uhr So 12:00 – 21:00 Uhr Durchgehend warme Küche.


FOTOS DE-DA PRODUCTIONS


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DAS HESSISCHE STAATSBALLETT LÄDT EIN Gastspiele

Residenzen

Das Label »Das Hessische Staatsballett lädt ein « steht für eine Reihe außergewöhnlicher Gastspiele und Residenzen. Unter der Kuration von Ballettdirektor Bruno Heynderickx und seinem Team wird alljährlich ein vielseitiges Tanzprogramm zusammengestellt, das nationale sowie internationale Gäste aus der freien Szene wie auch mit institutionellem Theaterhintergrund einlädt. Die gezeigten Gastspiele changieren zwischen klassischen und zeitgenössischen Tanzpositionen. Auch in dieser Spielzeit werden verschiedenste choreografische Zugriffe in Wiesbaden und Darmstadt die Eigenproduktionen des Hessischen Staatsballetts flankieren.

Neben den Gastspielen fällt unter das Label »Das Hessische Staatsballett lädt ein« auch ein Residenzprogramm zur Förderung frei arbeitender Tanzschaffender aus der ganzen Welt. Für Choreograf*innen, die keine eigenen Probenräume besitzen oder nicht an ein bestimmtes Haus gebunden sind, stellt die Beschaffung geeigneter Räumlichkeiten meist eine große finanzielle und organisatorische Herausforderung dar. In den Residenzen werden sowohl aufstrebenden als auch noch unbekannten Künstler*innen für mehrere Wochen der Ballettsaal und die Strukturen des Theaters als Ort für Neukreationen zur Verfügung gestellt, damit sie ihren Fokus ganz auf die künstlerische Arbeit legen können. Das Hessische Staatsballett leistet so einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung und Stärkung des zeitgenössischen Tanzes. Zugleich eröffnet es die Möglichkeit künstlerischen Austauschs, sammelt neue Impulse und schafft neue Formen der Kooperation zwischen festem Ensemble und freien Gruppen. Vor diesem ­Hintergrund wurde das Format »Work in progress« ent­ wickelt. Am Ende der jeweiligen Residenz öffnen die Choreograf*innen die Türen des Ballett­saals für eine Präsentation und geben Einblick in ihren Arbeitsprozess.

Besondere Highlights in Wiesbaden sind in diesem Jahr die Kooperation mit Judith Kuckart/ Tanztheater Skoronel und dem Literatur­ haus Villa Clementine mit der Produktion »Die Erde ist gewaltig schön, doch sicher ist sie nicht« im Rahmen der Wiesbadener Literaturtage sowie das Gastspiel »Oüm« der ­Massala Dance Company, das nach zweimaliger Verschie­ bung am 5. und 6. Oktober im Kleinen Haus gezeigt wird.

Zu Gast sind in dieser Spielzeit neben Marc Brew in seiner »Residenz Extension« u.a. Bryan Arias, Hannah Shakti Bühler, Sidi Larbi Cherkaoui und Richard Oberscheven. Die Residenzen finden im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main statt.

Das Programm ist in den Leporelli der beiden Staatstheater und des Hessischen ­Staatsballetts sowie unter www.hessisches-staatsballett.de zu finden.


Ballett

BALLETT EXTRA Einführungen & ­ öffentliche Proben Wir bieten eine Reihe von Veran­stal­ tungen an, um Tanzspezifisches zur Sprache zu bringen und die Inter­ aktion der Zuschauer*innen mit den Tanzschaffenden zu fördern. In Einführungen ab 30 Minuten vor Vorstel­ lungsbeginn erzählt der Dramaturg Wissenswertes zur Produktion und gibt Hintergrundinformationen. ­Einführungsmatineen und öffentliche Proben verraten mehr über die Arbeitsbedingungen und Herangehensweisen bei unseren Produktionen.

T-Talk – Tanzgespräche des Hessischen Staatsballetts T-Talk ist ein allmonatliches Gesprächsformat zu Themen aus der Welt des Tanzes. Dramaturg Lucas Herrmann freut sich auf spannende Gäste vor Livepublikum und im Stream, jeweils abwechselnd in Wiesbaden und Darmstadt.

Extras Die Termine der Ballett-­Extras ­ ntnehmen Sie bitte dem jeweils e ­aktuellen Leporello sowie unter www.hessisches-staatsballett.de.

Junges Ballett ⊲ Siehe S. 177

Tanzvermittlung Das Hessische Staatsballett widmet sich intensiv den verschiedenen Bereichen der Tanzvermittlung im Rahmen von umfangreichen Programmen und Formaten für Menschen jeder Altersgruppe. Hierbei sollen Interessierte verschiedenster Altersstufen, (Vor-)Erfahrungen und Lebensrealitäten mit Tanz in Kontakt zu bringen und einen Zugang zu dieser kunstform zu ermöglichen. In unseren partizipatorischen Langzeitprojekten schaffen wir den Raum, um gemeinsam die Vielfalt von Ballett und zeitgenössischem Tanz körperlich zu reflektieren. So können etwa in Repertoire-Workshops interessierte Teilnehmer*innen einzelne Sequenzen aus aktuellen Produktionen erlernen und somit jene Bewegungsfolgen nachempfinden, die von den Profis auf der Bühne inter­ pretiert werden. Im Rahmen des Gastspiel- und Residenzprogramms bieten darüber hinaus Tanzschaffende Workshops zu ihren sehr individuellen Stilen an, wodurch unterschiedliche Tanzformen erprobt werden können. Zudem gehen in der Spielzeit 2021.2022 unsere beliebten Tanzklubs in ihre sechste Ausgabe. Dieses Mal richtet sich der Wiesbadener Tanzklub an Menschen zwischen 16-35 Jahren und wird unter Leitung von Mareike Buchmann thematische Impulse aus dem aktuellen Repertoire des Hessischen Staatsballetts in wöchentlichen Terminen aufgreifen. Darüber hinaus bieten wir für Schulklassen u.a. produktionsbegleitende Patenklassen, Workshops und Kostproben bzw. Lehrertreffpunkte zu allen unseren Produktionen an. Für alle Interessierten steht zudem das monatlich stattfindende »Antanzen« in Kooperation mit der HFMDK Frankfurt zur Verfügung, das sich als offenes Training an Erwachsene mit und ohne Tanzerfahrung richtet Leiterin Tanzvermittlung Nira Priore Nouak priorenouak @ staatstheater-darmstadt.de Theaterpädagogische Vermittlung ⊲ Siehe S. 187

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ERLEBEN FÖRDERN BEWEGEN Sind auch Sie inspiriert und begeistert von dem vielfältigen und innovativen Programm des Hessischen Staatsballetts? Möchten Sie sich gerade in diesen Zeiten für die Förderung der Tanzkunst in der Region ­engagieren? Als Förderer oder Mitglied des Vereins »Freunde des Hessischen S ­ taatsballetts e. V.« sind Sie mehr als nur Zuschauer: Sie unterstützen und stärken das Ensemble und genießen gleichzeitig attraktive Vorteile – vom exklusiven Probenbesuch bis hin zum persönlichen Aus­tausch mit Ballettdirektor Bruno Heynderickx und ­Ensemblemitgliedern, die Ihnen einen unmittelbaren Blick in die Welt des Hessischen Staatsballetts eröffnen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann werden Sie Mitglied bei uns! Nähere Informationen zu Vereinssatzung, ­Beitragsordnung und Aktivitäten finden Sie unter www.hessisches-staatsballett.de /  freunde Freunde des Hessischen ­Staatsballetts e.V. Dr. Gabriele Sophia Volmer Christian-Zais-Strasse 3, 65189 Wiesbaden info @ freunde-des-hessischen-staatsballetts.de

Dr. Gabriele Sophia Volmer, Vorsitzende


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Wer gut aussieht, hat es leichter auf der Bühne des Lebens. Persönliche Ausstrahlung und Selbst­ bewusstsein wachsen mit dem Gefühl, gut aus­ zusehen. Als plastische Chirurgen helfen wir, wo aus gesundheitlichen oder ästhetischen Gründen eine Korrektur notwendig ist. Für lhren sicheren und überzeugenden Auftritt.

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TANZFESTIVAL RHEIN-MAIN 28.10. – 14.11.2021 Wiesbaden | Darmstadt | Frankfurt | Offenbach

Das jährlich stattfindende Tanzfestival RheinMain ist einer der Höhepunkte im Programm der Tanzplattform Rhein-Main. Das zweiwöchige Bühnenprogramm vereint Produktionen herausragender Choreograf*innen aus der Region sowie Gastspiele internationaler Tanzstars. Highlights in Wiesbaden sind in diesem Jahr die Sebastian Weber Dance Company mit »Bats« sowie »Spiritual Boyfriends« von Núria Guiu Sagarra. Darüber hinaus findet zum ersten Mal im Rahmen des Festivals eine Kooperation mit dem Kunsthaus Wiesbaden statt, bei der die Performance »Coin Operated« des Duos Jonas & Lander in den Ausstellungsräumen gezeigt wird. Ergänzend zu den Gastspielen haben Besucher*innen mit und ohne Tanzerfahrung Gelegenheiten, ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu vertiefen und tanzbezogene Themenfelder zu erforschen: in Künstler*innengesprächen, Workshops und Präsentationen, bei Konzerten, Vorträgen, Tanztees oder Barabenden. Der beliebte Tanztag Rhein-Main, mit einem großen Kursangebot in der ganzen Region, findet dieses Mal, außerhalb des Tanzfestivals, bereits am 18. September statt. Das sechste Tanzfestival Rhein-Main wird organisiert von der Tanzplattform Rhein-Main, einem Kooperationsprojekt von Künstlerhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett.


Ballett

Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Kooperationsprojekt des Hessischen Staatsballetts und dem Künstlerhaus Mousonturm. Damit haben sich erstmals die Tanzsparte zweier Staatstheater und ein internationales Produktionshaus zusammengetan, um gemeinsam Produktions-, Aufführungs- und Vermittlungsformate zu entwickeln. Mit ihren Aktivitäten will die Tanzplattform Rhein-Main Tanzschaffende nachhaltig stärken, Akteure und Institutionen regional und überregional vernetzen und noch mehr Menschen für den Tanz begeistern. Zu den Aktivitäten zählen beispielsweise Residenzprogramme, mobile Tanzproduktionen, Profitrainings, Tanz-inSchulen-Projekte und Tanzklubs für alle Altersgruppen. Ein Höhepunkt ist das Tanzfestival Rhein-Main, das vom 28. Oktober bis zum 14. November 2021 zum sechsten Mal in Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt und Offenbach stattfindet. Die Tanzplattform Rhein-Main, ein Projekt von Künstlerhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett, wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und ist gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz (Aventis Foundation, BHF BANK Stiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner-Stiftung, Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main).

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JUNGE OPER 167 JUNGES SCHAUSPIEL 177 JUNGES BALLETT 178 JUNGES KONZERT 180 JUNGES STAATSMUSICAL 184 THEATERCLUB 166

THEATERPÄDAGOGIK 187 Theatervermittlung 189 Mitmischen 191 Entdecken & Extras


JUST PLAY


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KINDERARMUT IN WIESBADEN Ein anderes Bild der Kur- und Landeshauptstadt. TEXT BEATE HOCK (LANDESHAUPTSTADT WIESBADEN, AMT FÜR SOZIALE ARBEIT)

Das Image der Kurstadt und der Landeshauptstadt prägt das Bild. Wer jedoch genauer hinschaut und sich aus den (groß-)bürgerlichen Stadtteilen herausbewegt, seine/ihre »Blase« ­ erlässt, wird schnell merken, dass es das andere v Wiesbaden gibt: das Wiesbaden in den ­S iedlungen des sozialen Wohnungsbaus, die mal als Reformprojekte mit viel Euphorie gestartet sind, heute aber mit ihrem Image und der Konzentration von Armut kämpfen; es gibt auch das ärmere Wiesbaden in der Innen­ stadt, vor allem im inneren Westend, wo immer wieder Neuwiesbadener ankommen und die Integration nicht nur die Neuen (über-)fordert. Vor diesem Hintergrund einige Zahlen und Fakten um Thema Armut (in der reichen Stadt): Im Durchschnitt muss etwa jedes fünfte Kind bzw. jede:r fünfte Jugendliche in Wies­ baden mit seiner/ihrer Familie mit einem Ein­ kommen unterhalb bzw. an der A ­ rmutsgrenze leben, sie beziehen sogenannte Grundsicherungsleistungen (oft fälschlich auch »Hartz 4«

genannt), zum Teil mit, zum Teil ohne eigenes Erwerbseinkommen. Dazu kommen – wie wir aus der Armutsforschung wissen, für Wiesbaden aber nicht berechnen können – weitere Kinder und Jugendliche, die unter ähnlich beengten materiellen Bedingungen aufwachsen müssen. Je nach Stadtteil schwankt die Armutsquote in Wiesbaden zwischen »nur« 7 und über 50 Prozent; Armut ist also mehr als ungleich über die Stadt verteilt. Was heißt Armut nun aber für Kinder und Jugendliche? Das hängt davon ab: Manchen geht es – vor allem aufgrund großer Anstrengungen und Entbehrungen der Eltern und günstigerer Konstellationen – trotzdem recht gut; das Geld ist zwar sehr knapp und die Wohnung in der Regel eher klein, aber es wirkt sich nicht so extrem aus. Auf der anderen Seite gibt es unter den Armen Kinder und Jugend­ liche, denen es quasi an allem – inkl. Wärme, Essen und Sicherheit – fehlt.


JUST

Tendenziell jedoch bedeutet Armut: *  ungünstigere Wohn- und Lebens­bedingungen *  wenig Geld für außerhäusliche Aktivitäten *  höhere Belastung in der Eltern-Kind-Inter- aktion durch Trennungen, Alleinerziehen, Krankheiten, Arbeitslosigkeit etc. *  weniger soziale Kontakte, vor allem außerhalb der Familie *  das Selbstwertgefühl und die Selbst sicherheit leiden durch Armut und Arbeits- losigkeit *  z. T. fehlende Tagesstruktur *  geringere Bildungsressourcen (und damit verbunden: oft geringere Bildungs- aspirationen und fehlende Unterstützung) der Eltern Arme Kinder und Jugendliche und ihre Eltern müssen also aufgrund ihrer Umstände wesentlich mehr leisten, um mitzukommen, um in der Schule mitzuhalten und ihren Lebens- und Berufsweg gut zu meistern. Dies wird jedoch selten anerkannt und nicht konsequent und systematisch bearbeitet, schon gar nicht in der Schule, die mehr oder weniger gleich viele Ressourcen erhält, egal welche Kinder und Jugendlichen dort lernen. Der kleine Zuschlag, der auf einem »Sozialindex« basiert, reicht bei weitem nicht aus, um den komplexen Anforderungen gerecht zu werden. Mit einem gezielten Blick auf die Kinder und Jugendlichen in schwierigen Lebensumständen steuert die Stadt Wiesbaden mit ihrer »Handlungsstrategie Chancen für herkunftsbenachteiligte junge Menschen in Wiesbaden« seit ein paar Jahren kräftig dagegen aber – trotz kleiner Erfolge – reicht dies (noch) nicht aus.

All dies kann, wie in dem Stück »Die Wutschweiger« thematisiert, bei den Betroffenen z.B. zu Schweigen oder Wut, zum Sich-Verstecken, Nicht-Darüber-Reden führen. Denn Armut wird in der Öffentlichkeit und so auch schon unter Jugendlichen sehr häufig eigener Schuld bzw. eigenem Versagen zugeschrieben. Oder wie es kürzlich der Bildungsforscher El Mafalaani beschrieb: Die nicht am Tisch sitzen, werden entweder nicht gesehen oder sie sind selbst daran schuld. Wird Armut in Deutschland überhaupt zum Thema gemacht, dann ist das oft für die Betroffenen verletzend und abwertend. Zuletzt hat Christian Baron in »Ein Mann seiner Klasse« jedoch eine äußerst eindrucksvolle Beschreibung seiner eigenen Kindheit in Armut und Deprivation, also einer extremen Form von Armut, vorgelegt (unbedingt empfehlenswert!). Auch die vom JUST gespielten Stücke »Die Wutschweiger« und »Gold!« werden einen Beitrag dazu leisten, das Thema Armut in einer reichen Stadt bzw. einem reichen Land, die soziale Ungleichheit und was dies bedeutet, in einer Form jenseits der trockenen Zahlen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Danke an das Junge Staatstheater dafür!

PREMIERE

DIE WUTSCHWEIGER 9+

von Jan Sobrie und Raven Ruëll Inszenierung Mia Constantine Ausstattung Brigitte Schima Premiere 13. Feb. 2022, Studio

PREMIERE

GOLD! 5+

Oper von Leonard Evers Libretto von Flora Verbrugge nach den Brüdern Grimm; dt. Übersetzung von Barbara Buri Inszenierung Sophie Pompe Ausstattung n.n. Premiere 29. Mai 2022, Studio Fachaustausch zum Thema: Kinderarmut in ­Wiesbaden Anmeldung just@staatstheater-wiesbaden.de Termin November 2021, Wartburg

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DER

MENSCH

IST

EIN


JUST

Der Autor Kurt Vonnegut bezeichnete es als seinen » schönsten Beitrag zur Kultur«, dass er die Theorie entwickelte, dass Geschichten als statistische Schaubilder darstellbar sind und es nur sechs verschiedene archetypischen Geschichten gibt, die die Grundlage für alle Geschichten bilden. »Es gibt keinen Grund«, so Vonnegut 1995, »warum die einfachen Formen nicht in Computer eingespeist werden können.« TEXT CYBERRÄUBER UND DAS NEURONALE NETZWERK GPT-3

Wir sind im Jahr 2021. Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, aber für die Meisten stellt sie noch immer ein Mysterium dar. Währenddessen gilt das Theater als die vielleicht »  menschlichste« Kunst: Teamarbeit vor und hinter den Kulissen, entstehend und vergehend in einem Moment des gemeinsamen Erlebens. Lässt sich die Welt der Technologie, des maschinellen Lernens, von Künstlichen Neuronalen Netzen mit der Bühne verknüpfen? Kann sie, auf statistischer Grundlage, Geschichten erzählen? Wenn KI Kunst lernen kann, kann sie Künstler sein? Gibt es Künstliche Kunst? Für Bilder, Musik und Texte gibt es spezialisierte Neuronale Netze, warum also nicht auch eine Theatermaschine? In »Der Mensch ist ein Anderer« bringen wir KI auf die Bühne… Aber was genau wird passieren? Diese Frage wird beantwortet von GPT-3, einem der derzeit fortschrittlichsten Neuronalen Netze für Texterzeugung: Die Performance sorgt mit einem Versuch des Denkens und Schreibens für einen künstlerischen Ausbruch aus dem Korsett des Immergleichen. Wie kann man zeigen, dass das Gehirn nicht zu kategorisieren ist? Wie kann man zeigen, dass die neuronalen Netze, die wir im Kopf haben, sich jeden Tag selbst neu entwickeln? Wie kann man zeigen, dass der Mensch nicht mehr der einzige intelligente Schöpfer in der Welt ist?

CyberRäuber Marcel Karnapke und Björn Lengers bilden seit 2016 das Künstlerkollektiv »CyberRäuber   – Theater der virtuellen Realität« (vtheater.net). Sie verbinden Theater mit dem virtuellen Raum, bringen – oft gemeinsam mit anderen Künstler*innen – digitale und virtuelle Welten ins Theater und das Theater auf virtuelle Bühnen. Sie erforschen neuartige Erzählmöglichkeiten, experimentieren mit Laserscans kompletter Bühnenbilder, dreidimensionalen Aufzeichnungen von Schauspieler*innen, Echtzeit-Bühnenbildern, mobilen Applikationen auf der Bühne und forschen verstärkt mit dem künstlerischen Potential von neuronalen Netzwerk im Kontext der theatralen Arbeit. Mit »Der Mensch ist ein Anderer« holen sie für ihre erste Arbeit am JUST die kreative Kraft Künstlicher Intelligenz auf die Bühne und erforschen, wie weit man die Fähigkeiten der neuronalen Netzwerke im Theater treiben kann.

ANDERER

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Wir sehen es als ein Experiment an, das mit dem klassischen ­Theaterstück nichts zu tun hat.


JUST

Wir haben uns dazu ein ganz neues Theaterstück ausgedacht, das einerseits von Menschen und andererseits von Künstlicher Intelligenz gespielt werden soll. Die KI soll dem Menschen dabei helfen, sich in verschiedenen Rollen mit ihren Themen auseinanderzusetzen. Wir wollen damit ein Experiment durchführen und neue Wege zu einer höheren Form des Figurentheaters beschreiten. Wir sehen es als ein Experiment an, das mit dem klassischen Theaterstück nichts zu tun hat. Es ist kein Stück im herkömmlichen Sinne, sondern es ist immer wieder neu und anders. Dabei hat das neue Theaterstück nur eine Aufgabe: »Dem Menschen auf der Bühne einen Raum zu geben, in dem er sich selbst erfahren kann!« Das Netzwerk des Kunstwerks »Der Mensch ist ein Anderer« lagert das Schreiben von Texten an ein neuronales Netzwerk aus. Die Texte werden während der Performance auf der Bühne erfunden. Die künstliche Intelligenz, die diese Texte schreibt, ist nur ein kleiner Teil des Netzwerks, das die Performance hinter der Bühne ausmacht. Der gesamte Raum wird zu einem Ort für eine neuronale Aufführung. Das Netzwerk, das »Der Mensch ist ein Anderer« schreibt, ist eine experimentelle Technik der CyberRäuber, die sich als eine hoch-automatisierte Version des Schreibens beschreibt, als eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Das Stück entwickelt sich dabei in einem kreativen Prozess über mehrere Monate, das Resultat ist dann ein Stück, das die ständige Veränderung der Welt reflektiert, während es doch in einer in eine festgelegte künstlerische Form gepresst wird.

Und das ist alles andere als langweilig. Ganz im Gegenteil: Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Aber überall ist Spannung drin, und es ist ein reines Vergnügen zuzusehen, was passiert. Trotzdem ist die Tatsache, dass die Maschinen die Kreativität des Menschen nachahmen können, nicht gleichbedeutend mit dem Schaffen von Kunst. Die CyberRäuber haben nun die Idee des Theaters als Medium für ein neuartiges Experiment gewählt. »Der Mensch ist ein Anderer« lässt Maschinen zu rechtfertigen versuchen, warum Kunst trotz allem von einem Menschenhandwerk getragen sein sollte. Oder anders gesagt: Wie wahrscheinlich ist es, dass Maschinen ihre eigenen Werke als Kunst präsentieren – ohne dass du tatsächlich weißt, ob das nun Kunst ist oder nicht? »Der Mensch ist ein Anderer« wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die abgedruckten Bilder wurden von neuronalen Netzwerken (GAN) erstellt.

PREMIERE

DER MENSCH IST EIN ANDERER 14+

eine Stückentwicklung mit den CyberRäubern und neuronalen Netzen Inszenierung CyberRäuber Bühne Lars Werneke Kostüme Steffi Sucker Premiere 1. Okt. 2021, Wartburg

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JUNGE OPER

» [Sophie Pompes] einfallsreiche Inszenierung bringt Kinder in B­ erührung mit den großen ­Meistern. »

PREMIERE

Wiesbadener Kurier, Julia Anderton, 19. 11. 2019

GOLD! 5+

Oper von Leonard Evers Libretto von Flora Verbrugge nach den Brüdern Grimm; dt. Übersetzung von Barbara Buri Inszenierung Sophie Pompe Ausstattung n.n. Jacob und seine Eltern leben am Meer. Allerdings sind sie so arm, dass sie sich nicht einmal Schuhe oder gar ein Haus leisten können. Doch als Jacob eines Tages mit seinem Vater zum Angeln geht, fängt Jacob einen besonderen Fisch. Der erfüllt ihm jeden Wunsch, wenn er ihn denn nur am Leben lässt. Jacob wünscht sich als erstes ein Paar neuer Schuhe, doch als die Eltern von dem Fisch erfahren, werden die Wünsche immer größer und maßloser: ein Haus, ein Schloss mit Personal, Urlaubsreisen, Palmenstrand! Allerdings bleibt dies nicht ohne Folgen, denn je größer die Gier wird, desto dünner wird der Fisch und desto wilder das Meer … Leonard Evers fasst in »Gold!« Grimms Märchen »Vom Fischer und seiner Frau« phantasievoll in Musik. Eine poetische und tiefsinnige Kinderoper über Armut, Hochmut und das Glück, zufrieden sein zu können. Premiere 13. Feb. 2022, Studio

WIEDERAUFNAHME

DAS VERSCHWUNDENE LIED 5+

ein Liedermärchen von Sophie Pompe Inszenierung Sophie Pompe Ausstattung Daniela Ruchser-Schlote Gerade war es noch da, das eine Lied, das Shira braucht, um einzuschlafen, und nun findet sie es einfach nicht wieder. Stattdessen bringt sie den Dachboden zum Klingen. Mit klassischen Liedern und Arien wird ein Märchen vom Mädchen Shira erzählt, das die Zauberkraft der Stimme entdeckt, Blumen zum Blühen bringt und schließlich auch das gesuchte Lied für den eigenen Schlaf wiederfindet.


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JUNGES SCHAUSPIEL PREMIERE

DER MENSCH IST EIN ANDERER 14+

NEU PREMIERE

DIE FURIOSEN DREI 7+

von Angela Khuon-Siefert Inszenierung Uwe Kraus Bühne Cristina Suarez-Herrero Kostüme Steffi Sucker Drei arbeitslose, ausgemusterte Pferde stehen zusammengepfercht beim Pferdehändler und warten auf einen Käufer. Ein adeliger etwas nervöser Galopper, ein arthritisch bauernschlauer Ackergaul und ein mehr oder weniger weltgewandtes Zirkuspferd mit Dressurausbildung. Sie können sich gegenseitig nicht besonders ausstehen und prahlen mit ihren Leistungen und Erfolgen. Da erscheint auf einmal ein interessierter Käufer, so dass sich alle Pferde von ihrer besten Seite präsentieren. Doch oh Schreck, es ist der allseits bekannte Pferdemetzger. Die Pferde, die immer noch zu weitaus mehr als Pferdesalami taugen, schließen sich geschwind zusammen und hecken einen tollkühnen Plan aus, um dem Metzger zu entkommen. Premiere 19. Sep. 2021, Studio

eine Stückentwicklung mit den CyberRäubern und neuronalen Netzen Inszenierung CyberRäuber Bühne Lars Werneke Kostüme Steffi Sucker Die Maschinerie des Theaters erweitert um die Fähigkeiten der neuronalen Netzwerke, 1.000 Stunden Theaterstreams und der neue GPT-3, gespeist mit unzähligen Theatertexten, das ist die Grundlage dieser experimentellen Reise, auf die sich die drei Spieler*innen in die neuronalen Netzwerke begeben. Die KI übernimmt dabei die Live-Autorenschaft und Regie. Sie gibt per In-Ear-Kopfhörer den Spieler*innen die Texte und Spielanweisungen live ins Ohr, entwirft die passenden Lichtkonzepte, kreiert auf Grundlage des Textes die Visuals und komponiert die jeweils passende Musik. So entsteht bei jeder Vorstellung ein einzigartiger unwiederholbarer Theaterabend. Die CyberRäuber bündeln ihre Erkenntnisse aus bislang vier Projekten, die durch unterschiedlich umfangreichen Einsatz von KI entstanden sind und gehen einen Schritt weiter: Wie liest KI das Publikum, welche Geschichte wird sie erzählen, welche Emotionen kann sie erzeugen? Gibt es den perfekten Theaterabend, maschinell produziert? Und wenn nicht, warum und was können wir lernen? Oder um es mit den Worten von GPT-3 zu sagen: »Wie wahrscheinlich ist es, dass Maschinen ihre eigenen Werke als Kunst präsentieren – ohne dass du tatsächlich weißt, ob das nun Kunst ist oder nicht?« Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Premiere 1. Okt. 2021, Studio

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WEIHNACHTS-­ MÄRCHEN PREMIERE

BELIEBT

KLEINER KÖNIG KALLE WIRSCH 6+

Von Tilde Michels In einer Fassung von Dirk Schirdewahn Inszenierung Dirk Schirdewahn Ausstattung Nina Wronka Musik Timo Willecke Jenny und Max möchten ihrem Großvater ein ganz besonderes Geschenk zu Weihnachten machen. In einem kleinen Töpferladen entdecken sie einen Gartenzwerg, der sie mit seinen funkelnden Augen in den Bann zieht. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, in dem Zwerg steckt Kalle Wirsch, der gefangene König der Erdmännchen. Der heimtückische Zoppo Trump hat ihn in diese Lage gebracht, um ihn von seinem Thron zu stürzen. Jenny und Max befreien Kalle Wirsch, machen sich gemeinsam mit ihm auf den Weg in das Reich der Erdvölker und helfen ihm, die gemeinen Pläne Zoppo Trumps zu durchkreuzen. Ihr Weg führt sie durch die geheimnisvollen Welten des Erdinnern und lässt sie so manches Abenteuer bestehen. Premiere 14. Nov. 2021, 11 Uhr, Großes Haus

Der Vorverkauf für Vorstellungen für KiTas, Schulen und andere pädagogische Einrichtungen erfolgt über das Gruppen­büro. Die genauen Termine und weitere Informa­tionen erhalten Sie zeitnah auf unserer Homepage. Der Vorverkauf für die Familienvorstellungen erfolgt über die Theaterkasse. Weitere Informationen erhalten Sie zeitnah auf unserer Homepage.

I

Preise

II

13,– 11,50

III

IV

8,–

4,50

November 2021 So 21 10.30 13.00 Dezember 2021 Fr 10 10.30 12.30 Sa 11 10.30 13.00 So 12 10.30 13.00 Mo 13 10.30 12.30 Di 14 10.30 12.30 Mi 15 10.30 12.30 Do 16 10.30 12.30 Fr 17 10.30 12.30 Sa 18 10.30 13.00 So 19 10.30 13.00 Mo 20 10.30 12.30 Di 21 10.30 12.30

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10.30 12.30 Do 23 10.30 12.30 Sa 25 10.30 13.00 So 26 10.30 13.00 Mo 27 10.30 12.30 Di 28 10.30 Mi 29 10.30 13.00 Do 30 10.30 12.30 Januar 2022 So 02 10.30 13.00 Mi


JUST

» Jan Sobrie versteht es, realistisch, ohne L­ armoyanz oder Sentimentalität, mit knappen Sätzen eine Atmosphäre zu schaffen, die unter die Haut geht. Die beiden Kinder, deren Familien von Armut bedroht sind, erleben, wie zu Hause und in der Schule alles ›kleiner und kleiner und kleiner‹ wird. Sie verbünden sich, gewinnen Selbstvertrauen, f­ ormulieren sich, lehnen sich auf. Der Traum von einem schönen Leben beflügelt sie. » Barbara Buri

PREMIERE

PREMIERE

DIE WUTSCHWEIGER 9+

BEHALT DAS LEBEN LIEB 10+

von Jan Sobrie und Raven Ruëll Inszenierung Mia Constantine Ausstattung Brigitte Schima »Willkommen im Club. Im ›Du-sitzt-in-derScheiße-Club‹«. So begrüßt Sammy den neuen Jungen Ebenezer auf der Straße in einem düsteren Wohnviertel. Sammy und Ebenezer kennen einander aus der Schule. Ebenezer ist klug und kommt aus einer Akademiker-Familie; Sammy ist rau, lebhaft und hat Probleme mit dem Lernen und dem Sozialverhalten. Aber sie ist ehrlich. Blitzschnell freunden die beiden sich an. Ebenezer war gezwungen, mit seinen Eltern in das armselige Hochhaus umzuziehen, wo Sammy auch wohnt. »Es ist nur für eine kurze Zeit« hat sein Vater gesagt, aber darüber lacht Sammy. »Das hat mein Vater auch gesagt.« Als klar wird, dass Sammy und Ebenezer nicht mit auf die Klassenfahrt kommen dürfen, weil die Eltern die Kosten nicht tragen können, reagieren die Kinder zunächst mit Schmerz und Wut. Aber dann fassen sie den Entschluss, von nun an in der Schule nicht mehr zu sprechen, bis Sammy ihr Schweigen dann doch bricht. »Wutschweiger« (»Woestzoeker«) wurde 2019 mit dem niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis Kaas & Kappes sowie 2020 mit dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet und war 2020 für den Deutschen Kindertheaterpreis nominiert. Die deutsche Übersetzung aus dem Niederländischen stammt von Barbara Buri. Premiere 13. Feb. 2022, Studio

nach Jaap ter Haar in einer Fassung von Dirk Schirdewahn Inszenierung Dirk Schirdewahn Ausstattung Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert »  Und plötzlich begriff er mit unerbittlicher Klarheit, dass er die blonde Krankenschwester Wil nie wirklich sehen würde. Dass er auch seine Eltern, seine Schwester, die Schule und seine Freunde nie mehr sehen würde. Nie mehr würde er sich an einem Fußballspiel, am Fernsehen oder an einem Strauch in sanftgrüner Frühlingspracht erfreuen können. Die Sonne würde für ihn nie mehr aufgehen. Darüber gab es keinen Zweifel mehr, nur noch Sicherheit.« Nach einem schweren Autounfall erwacht der 13-jährige Beer im Krankenhaus mit einem dicken Verband um den Kopf und starken Schmerzen. Erst nach und nach erfährt er von dem Unfall, den er hatte, und Stück für Stück schafft er sich Gewissheit über sein Schicksal, den Verlust seines Augenlichts. Liebe und Enttäuschung, Hoffnung und Verzweiflung, Schmerz und Freude, Tod und Leben sowie Norm und Abweichung. Das Stück spricht universelle und existenzielle Themen an und zeigt, wie ein junger Mensch mit einer außergewöhnlichen Situation umgeht und wie diese schicksalhafte Erfahrung ihn befähigt, gestärkt aus ihr hervorzugehen. Der Unfall Beers und seine Folgen wirken gleichsam als Vergrößerungsglas, das die offenen Fragen des Lebens dringlicher erscheinen lässt. Premiere 7. Mai 2022, Wartburg

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WHITE BOXX WIEDERAUFNAHME

FAUST 1 15+

White Boxx von Johann Wolfgang Goethe Inszenierung Tom Gerber Kostüme Anna Hostert Video De-Da Productions Theaterpädagogik Luisa Schumacher

VO L .   1

Faust hat alles gelernt und fühlt nichts. Drastisch und drastischer werden die Bemühungen, sein inneres Gefängnis zu sprengen, nichts lässt er unversucht. Sein Wille, die Kränkung eines begrenzten Daseins zu überwinden, ist so stark, dass Faust einen Pakt mit dem Teufel eingeht. Das junge, unerfahrene Gretchen wird dabei zum Objekt seines Begehrens. Mithilfe von Mephisto gelingt es Faust, die junge Frau zu verführen und an sich zu binden. Aber trotz Gottesfurcht und sozialer Hörigkeit wird sie zur unfreiwilligen Doppelmörderin an der Mutter und dem eigenen Kind. Dann verstoßen sie Kirche und Gesellschaft – und ihr Liebhaber lässt sie im Stich.

Die White Boxx goes Wartburg von Jan Hendrik Neidert Die neue White Boxx wird hinter dem Portal der Studiobühne hervorgeholt und in der Wartburg aufgeklappt und aufgeschnitten, um dem dortigen sehr viel größeren und offenen Raum gerecht zu werden. Dadurch wird die White Boxx in der Wartburg nun zur frei im Raum stehenden Architektur. Erhalten bleiben dabei die bekannte Ästhetik der weißen Bretterwände, die schlanken Drehtüren und die große Rückwand als Schiebetüre.


JUST

2   . L VO WIEDERAUFNAHME

WOYZECK 15+

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MICHAEL KOHLHAAS 15+

White Boxx nach der Novelle von Heinrich von Kleist Inszenierung Kieran Joel Kostüme Madeleine Sahl Dramaturgie Susanne Birkefeld Theaterpädagogik Anne Tysiak Der reisende Pferdehändler Michael Kohlhaas wird an der sächsisch-brandenburgischen Grenze aufgehalten und soll einen scheinbar benötigten Passierschein vorlegen. Doch so einen Schein besitzt er nicht, also muss er gezwungenermaßen zwei seiner Pferde zurücklassen. Wenige Wochen später findet er die Tiere völlig verwahrlost und ausgemergelt wieder. Kohlhaas klagt gegen dieses Unrecht. Aber er scheitert an Intrigen, Korruption und Vetternwirtschaft. Da Kohlhaas auf legalem Weg nicht weiterkommt, beginnt er einen blutigen Rachefeldzug: »Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe die Welt darüber zugrunde«.

White Boxx nach Georg Büchner Inszenierung Marlene Anna Schäfer Kostüme & Video Marina Stefan Dramaturgie Katja Leclerc Theaterpädagogik Laura zur Nieden Woyzeck hetzt durch sein Leben. Über ihn bestimmen nur die anderen. Von seinem Hauptmann hat er sich überlegene Reden über die Moral anzuhören, während er ihn rasieren muss. Weil er als Soldat nicht genug verdient, lässt er sich vom Doktor als Versuchskaninchen benutzen. Das Geld gibt er Marie und ihrem gemeinsamen Kind. Marie flirtet aber schon gegen ein Paar geschenkte Ohrringe mit dem nächsten Mann. Woyzeck erduldet, bis er handelt – und alles zerstört. Wie viel bleibt einem zum Menschsein, wenn man nichts mehr hat? Büchners »Woyzeck« ist ein Stück über eine Welt, an der man verrückt werden könnte.

VO L .   3

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DER SANDMANN 15+

White Boxx nach E. T. A. Hoffmann in einer Fassung von Jacqueline Reddington Inszenierung Jacqueline Reddington Ausstattung Ji Hyung Nam Sound Florian Wulff Theaterpädagogik Laura zur Nieden Durch eine Begegnung mit dem unheimlichen Durch den Wetterglashändler Coppola wird der Student Nathanael an sein Kindheitstrauma erinnert: Er glaubt, in Coppola den dämonischen Advokaten Coppelius wiederzuerkennen, den er als Kind für den grausamen Sandmann gehalten hatte, der seinen Opfern die Augen ausreißt. Weder seine Verlobte Clara, noch ihr Bruder Lothar können Nathanael aus seinem Wahn befreien – und so verwischen für ihn nach und nach die Grenzen zwischen Realität und Einbildung, bis eine Katastrophe nicht mehr abzuwenden ist. Die rätselhafte Geschichte des Studenten Nathanael ist eine der berühmtesten Schauergeschichten der Romantik und fasziniert damals wie heute in ihrer Abgründigkeit und motivischen Komplexität. Premiere 4. Dez. 2021, Wartburg

Jacqueline Reddington, geboren 1992, ist eine deutsch-amerikanische Theaterregisseurin, die u.a. in Belgien und Luxemburg aufwuchs. Von 2010 – 2014 besuchte sie das Bard College in New York, welches sie mit einem Bachelor of Arts in Theatre and Performance abschloss. Anschließend studierte sie Physical Theatre an der École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq in Paris. 2015 begann sie ihr Regiestudium an der Otto FalckenbergSchule in München. Im Rahmen ihres Studiums inszenierte sie u.a. an den Münchner Kammerspielen »Tits or GTFO« und »FINNISCH«, sowie ihre Abschlussinszenierung »Gläserne Bienen«. Für die Ausstellung »40 Jahre ›Honigpumpe am Arbeitsplatz‹ – ­Hommage an Joseph Beuys« in der Pinakothek der Moderne, entwickelte sie 2017 die interaktive Installation »Soziale Schönheit«. Im Rahmen des Festivals »Revolution & Wahnsinn 2018« agierte sie als Teil des Regieteams von GASTFREI, eine interaktive Begehung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität. Zuletzt feierte sie Premiere mit ihrer multimedialen Inszenierung von »Die Leiden des jungen Werther« am Nationaltheater Mannheim.


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DIE KLEINE RAUPE 3+

KATERS KUCHEN 3+

Nach einer Idee von Luisa Schumacher Inszenierung Luisa Schumacher Ausstattung Luisa Schumacher, Elke Opitz Was macht eine Raupe? Sie frisst, wächst, frisst, wächst, frisst, wächst … aber das ist nicht alles. Auch das Leben einer kleinen Raupe steckt voller Überraschungen, Gefahren und Freuden. Mit liebevollem Blick für das Kleine nimmt uns diese poetische Geschichte mit in eine Welt jenseits des Blattrandes. Auch als mobile Produktion buchbar.

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ENTE, TOD UND TULPE 4+

Von Nora Dirisamer nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch Regie Sophie Pompe Ausstattung Nina Wronka

Nach einem Rezept von Sophie Pompe Regie & Ausstattung Sophie Pompe Kater hat einen Kuchen gebacken und gibt allen Freunden ein Stück ab. Mmmh, schmeckt gut, aber eine Zutat fehlt noch. Die etwas andere Küchenschlacht für die Jüngsten unter den Zuschauenden. WIEDERAUFNAHME

DER DRACHE, DER NICHT KÄMPFEN WOLLTE 5+

Von Kristine Stahl nach Kenneth Grahame Inszenierung & Ausstattung Kristine Stahl Die Begegnung eines Schäferjungen mit einem Drachen ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und die Überwindung von Vorurteilen voller Witz und Charme.

Eine Ente, sie könnte schon älter sein, trifft auf den Tod. Er könnte auch weiblich sein. Diese zwei so unterschiedlichen Wesen lernen sich und das Leben kennen und zeigen uns auf leichte Weise dabei, was lebens- und liebenswert ist.

Alle Produktionen mit diesem Symbol können auf Anfrage auch als mobile ­Produktion gebucht werden. Kontakt und Information theaterpaedagogik @ staatstheater-wiesbaden.de

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»Nein.« »Doch!« »Was?« »Nein!« »Na und?« »Was?« »Doch!« »Na und?« Marc Uwe Kling

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DAS NEINHORN 4+

nach dem Bilderbuch von Marc-Uwe Kling Inszenierung & Ausstattung Kristine Stahl Im Herzwald kommt ein kleines, schnickeldischnuckeliges Einhorn zur Welt. Aber obwohl alle ganz lilalieb zu ihm sind und es ständig mit gezuckertem Glücksklee füttern, benimmt sich das Tierchen ganz und gar nicht wie es sich für ein Einhorn gehört. Es sagt einfach immer Nein, sodass seine Familie es bald nur noch »NEINhorn« nennt. Eines Tages genügt es dem » NEIN horn«, und es bricht aus seiner Zuckerwattewelt aus. Es trifft einen Waschbären, der nicht zuhört, einen Hund, dem alles schnuppe ist, und eine Prinzessin, die immer Widerworte gibt. Die vier sind ein ziemlich gutes Team. Denn sogar Bockig sein macht zusammen viel mehr Spaß!

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KONRAD ODER DAS KIND AUS DER KONSERVENBÜCHSE 6+

von Christine Nöstlinger Inszenierung Stephan Rumphorst Ausstattung Claudia Weinhart Mit Kindern hat Frau Bartolotti nicht viel am Hut. Darum fällt sie aus allen Wolken, als sie mit der Post einen Sohn geschickt bekommt: Konrad aus der Konservenbüchse. Er ist schrecklich ordentlich und nahezu perfekt, und Frau Bartolotti ist sehr chaotisch. Aber dann gewinnt Frau Bartolotti Konrad so lieb, dass sie ihn gar nicht wieder hergeben will – auch wenn die unheimlichen Menschen aus der Konservenfabrik schon nach ihm suche  n …

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JENNY HÜBNER GREIFT EIN 6+

von Hartmut El Kurdi Inszenierung & Ausstattung Irina Ries Wenn man beim Lesen geradewegs in eine Geschichte gerissen wird und in ein lebensgefährliches Abenteuer gerät, dann gibt’s nur noch eine, die helfen kann: Jenny Hübner und ihr mobiles Rettungskommando. Dieses mobile Theaterabenteuer ist buchbar fürs Klassenzimmer oder eine geräumige Piratenkajüte


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MÄRCHENMÄRCHEN 6+

von Karin Eppler Inszenierung Sophie Pompe Ausstattung Steffi Sucker Prinzessin Lena hat es satt. Sie will keine rosa Lackschuhe, Spitzen, Rüschen und bauschigen Kleider mehr tragen und sich nach den Regeln der Hofetikette zu verhalten. Denn Lena ist klar: Immer, wenn etwas strengstens verboten ist, dann gibt es genau dort hochinteressante und geheime Dinge zu entdecken. Als mobile Produktion buchbar.

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KÖNIG MIDAS – ICH! ODER: WIE WERDE ICH KLUG? 8+

Uraufführung von Katrin Lange Inszenierung Rainer Fiedler Ausstattung Cristina Suarez-Herrero Musik Wolfgang Böhmer

König Midas von Phrygien – den kennen wir aus der griechischen Sagenwelt als offensichtlich ein wenig dusslig. Erst greift er ein Paar Eselsohren ab. Und dann wünscht er sich auch noch die Gabe, alles zu vergolden, was er berührt – dabei kann man doch, wie allseits bekannt (oder nicht?), Gold nicht essen! Was aber, wenn Midas kein ein wenig dussliger Erwachsener wäre? Sondern ein Kind, das erkenntnisbedürftig und erkenntnisgierig hineinstolpert ins Leben?

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35 KILO HOFFNUNG 10+

WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE 11+

von Petra Wüllenweber nach Anna Gavalda Regie Katrin Herchenröther Ausstattung Nina Wronka Seit David in die Vorschule geht, ist er unglücklich. Nur Marie, seine erste Grundschullehrerin, schien den kleinen Tüftler zu verstehen. Nun ist er dreizehn, 35 Kilo schwer und zweimal sitzen geblieben. Seine Hoffnung verleiht im Flügel.

Die Termine der Wiederaufnahmen werden zeitnah bekannt gegeben.

von Jens Raschke Inszenierung Dirk Schirdewahn Ausstattung Nina Wronka

Nachdem in einem kleinen Zoo das Nashorn unter seltsamen Umständen starb, zieht ein Bär in das wohlgeordnete Leben der Zoogemeinde. Doch die unangenehmen Fragen, die der Bär über die seltsamen gestreiften dürren Tiere auf der anderen Seite des Zauns stellt, sorgen für Unruhe. Papa Pavian gibt ihm den dringlichen Ratschlag, nicht zu neugierig zu sein. Doch der Bär kann nicht über das Geschehen auf der anderen Seite des Zauns hinwegsehen und entschließt sich zum Handeln. Jens Raschke sagt über sein Stück: »Es ist kein Stück über das KZ Buchenwald, sondern ein Stück über die Frage: Bär oder Pavian?«

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W183 – INSIDE WESTEND 14+

von Adewale Teodros Adebisi Inszenierung Adewale Teodros Adebisi Ausstattung Jessica Rockstroh Fidan wohnt erst seit kurzem in der Wellritzstraße und merkt schnell, dass es im Inneren Westend Wiesbadens ganz eigene Gesetze gibt. Auch wenn Fidans musikalisches Talent unumstritten ist, kommt er ohne Shehabs Hilfe nicht an die richtigen Kontakte für einen Label-Deal. Und dann ist da auch noch die wunderschöne Jadyn, die Fidan den Kopf verdreht – aber ein Bulgare und ein türkisches Mädchen? Undenkbar. Jadyns Bruder Ibo hat es sowieso schon auf Fidan abgesehen. Als Shehab seinerseits versucht, Jadyn zu beeindrucken und Fidans Track als seinen eigenen ausgibt, gerät die Situation außer Kontrolle. Zwischen Tradition und Moderne, Instagram und Schule, Deutschrap und moralischen Werten, Barbershops und Shisha Bars, Träumen und Straßenalltag, Sex und Drogen, Familie und Geschlechterrollen kämpfen die Figuren des Stückes um ihre Identität und um einen würdigen Platz in der Gesellschaft.

WIEDERAUFNAHME

DIE WEISSE ROSE LEBT 14+ von Günther Breden Inszenierung Sophie Pompe

Sophie hat ein Stück geschrieben über die letzten Minuten der beiden Protagonisten der Widerstandsgruppe »Die Weiße Rose«. Nun sucht sie Mitspieler*innen. Ihr Mitschüler Manni ist dabei – doch scheint er mehr an Sophie interessiert als an der Geschichte, außerdem hat er Bedenken: »Diesen alten Rotz will doch keiner hören.« Doch Sophie entdeckt während des Spiels immer wieder Parallelen zur Gegenwart und erzählt einfach und doch eindringlich authentisch die Geschichte der »Weißen Rose«. Ein aktuelles Stück, das zum Teil auf den Briefen und Aufzeichnungen der Geschwister Scholl basiert, über Wachsamkeit, Mut und Engagement. Als mobile Produktion für Ihr Klassenzimmer buchbar.


JUNGES BALLETT WIEDERAUFNAHME

DER NUSSKNACKER 8+

Ballett von Tim Plegge mit Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky Choreografie Tim Plegge Musikalische Leitung Christoph Stiller Bühne Frank Philipp Schlößmann Kostüme Judith Adam Licht Tanja Rühl Dramaturgie Karin Dietrich Mit »Der Nussknacker« eröffnete Hauschoreograf Tim Plegge die Spielzeit 2019.2020 am Hessischen Staatsballett und landete damit bei Publikum wie Kritik gleichermaßen einen Erfolg. In einem neuen Arrangement der Musik Tschaikowskys, verschmilzt in der Choreografie Plegges der Weihnachtsalltag im Hause der Familie Silberhaus mit der Fantasiewelt der zehnjährigen Marie, die mit dem von ihrem Patenonkel Drosselmeier geschenkten und zum Leben erwachten Spielzeugnussknacker einige Abenteuer zu bestehen hat.

Der Kampf gegen das Rattenheer unter der bösen Rattenkönigin und die Reise in das verheißungsvoll Zuckerland sind nur zwei Stationen auf Maries Weg der persönlichen Entwicklung. Die Ballettversion des Hessischen Staatsballetts entfernt sich vom Libretto des berühmten Handlungsballetts Marius Petipas und nimmt Bezüge zur Märchen-Vorlage »Nussknacker und Mäusekönig« von E. T. A. Hoffmann. Zwischen skurrilem Spielwitz und vielerlei überraschenden Momenten besticht das Ensemble des Hessischen Staatsballetts in der mitreißenden Choreografie von Tim Plegge zur live eingespielten Musik der beiden Staatsorchester. Der großen Nachfrage folgend, wird der Weihnachtsklassiker auch in dieser Spielzeit in beiden Staatstheatern wiederaufgenommen.

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JUNGES KONZERT BRÜDERCHEN, KOMM TANZ MIT MIR!  0 – 3 Feinste Musik für die kleinsten Ohren. Moderation & Musikpädagogik Gisela Reinhold

Musik hat keine Altersgrenze, und schon die ganz Kleinen nehmen musikalische Klänge und Rhythmen auf. In den Konzerten für Kinder von 0-3 Jahren erwartet euch ein Konzerterlebnis mit pädagogischer Begleitung. Es wird in kleinen Besetzungen konzertiert, bei angemessener Lautstärke, mit allen Freiheiten, die Eltern, Babys und Kleinkinder brauchen. »Brüderchen, komm tanz mit mir!« Auch als mobile Produktion buchbar.

Termine 26. Sep., 17. Okt. 2021, 10. Apr. 2022, 12. Juni 2022, jeweils 11.00 Uhr, Foyer

CLUB ­CLASSIQUE 16+

Lounge mit Musiker*innen des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Klassische Musik trifft Elektro, Funk, Jazz, Weltmusik … Hier frönen die Musiker*innen des H ­ essischen Staatsorchesters Wiesbaden im Crossover mit anderen Genres ihren ver­ borgenen Musikleiden­schaften. In entspannter Atmosphäre kann man den Tag mit inspirierenden Klängen, guten Gesprächen oder an der Bar ausklingen lassen. Die Termine entnehmen Sie unseren ­Monats­leporelli.


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Kammermusik für Kinder 1. KINDER-KAMMERKONZERT 4+

»Die Abenteuer des Don Quijote« für Erzählerin und Kammerensemble Musik von Georg Philipp Telemann Text von Miguel de Cervantes Textbearbeitung von Chris Pichler Erzählerin Chris Pichler Flöte Thomas Richter Streichersolist*innen des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Cembalo Polina Grishaeva Zur Musik von Georg Philipp Telemann folgen wir dem berühmten Ritter Don Quichotte und dessen Waffenträger Sancho Pansa auf ihre Abenteuer.

Termine 30. Okt., 15 Uhr & 31. Okt, 11 Uhr, Foyer

2. KINDER-KAMMERKONZERT 4+

3. KINDER-KAMMERKONZERT 4+

»Oyayaye oder Die Königin der Inseln« für Erzählerin und Kammerensemble Musik von Jacques Offenbach Text von Jules Moinaux Erzählerin Chris Pichler Bläser- und Streichersolist*innen des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Klavier Polina Grishaeva Die turbulente Geschichte zur Musik von Jacques Offenbach handelt von einem Kontrabassisten, der mit seinem Instrument auf einer südpazifischen Insel strandet. Welche Abenteuer er dort erlebt und wie er dank seiner musikalischen Fähigkeiten am Leben bleibt, erfahrt ihr im Konzert.

Termine 26. Feb., 15 Uhr & 27. Feb., 14 Uhr, Foyer

»Weihnachten mit Astrid Lindgren« Musik von Edvard Grieg, Carl Nielsen und Andreas N. Tarkmann Text von Astrid Lindgren Erzählerin Chris Pichler Bläsersolist*innen des Hessischen ­Staatsorchesters Wiesbaden

SPIEL & MUSIK 5+

Nicht immer feierlich, manchmal eher wild geht es zu bei den Geschichten von Astrid Lindgren. Schauspielerin Chris Pichler erzählt von Weihnachten bei Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga.

Termine 16. Okt., 2021, 29. Jan., 26.Feb., 9. Apr. 2022, jeweils 15.00 Uhr, Foyer

Termine 11. Dez., 15 Uhr & 12. Dez., 11 Uhr, Foyer

Alle Produktionen mit diesem Symbol können auf Anfrage auch als mobile ­Produktion gebucht werden. Kontakt und Information theaterpaedagogik @ staatstheater-wiesbaden.de

Einführung in die Musikwelt Musiker*innen des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden stellen ihre Instrumente vor und entführen Kinder ab 5 Jahren in die Wunderwelt der Klänge und der Musikinstrumente. Zum Zuhören und Mitmachen!

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JUNGES STAATSMUSICAL PREMIERE

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KATZEN 4+

DU BIST IN ORDNUNG, CHARLIE BROWN! 8+

Ein Miezical von Agneta Elers-Jarleman Regie & Choreographie Iris Limbarth Bühnenbild Britta Lammers Kostüme Heike Korn Vier ausgesetzte Katzen haben ihr Zuhause zwischen Mülltonnen im Hinterhof einer Pizzeria gefunden. Jede hat ihr eigenes Schicksal, und jede hat einen Traum vom besseren Leben. Schneeweiß, die ein Geburtstagsgeschenk für ein Mädchen war, das eigentlich einen Hund wollte; Mizzi Motzartella, die sich in Italien in einen teuflischen Kater verliebte; der graue Kater Maunz, dessen Besitzer einfach verschwunden sind; und der rote Prinz Marmelade, der behauptet, Sohn des Königs von Katzmandu zu sein. Ein bald fröhliches, bald romantisch sehnsüchtiges Hinterhofkonzert über das Leben und seine Geschichten. Premiere 12. Dez. 2021, Studio

Musical von Clark Gesner & John Gordon nach den Comicstrips von Charles M. Schulz Inszenierung , Choreographie & Bühnenbild Iris Limbarth Kostüme Heike Korn

Da ist zunächst einmal Charlie Brown, der unsterblich in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist, die eingebildete Lucy, die eines Tages Königin werden möchte, der fanatische Beethovenfan Schröder, Linus, der ohne seine Schmusedecke nicht leben kann, Charlies kleine Schwester Sally, Patty, die Sportskanone, Woodstock, der süße freche Vogel und natürlich Snoopy, der als Fliegerass gegen den fürchterlichen Roten Baron kämpft. Eine liebenswerte Comicrevue mit wunderschönen Songs über einen Tag im Leben der legendären »Peanuts«. Wiederaufnahme 6. Nov. 2021, Studio


URAUFFÜHRUNG

JUGEND OHNE GOTT 14+

Musical von Paul Graham Brown nach Ödön von Horváth Regie & Choreographie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnenbild Britta Lammers Kostüme Heike Korn »Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld! Der Name auf einem Kriegerdenkmal ist der Traum ihrer Pubertät.« Sie ist verroht, gefühlskalt, unmoralisch – jene »Jugend ohne Gott«, die Ödön von Horváth (1901 – 1 938) von seinem Ich-Erzähler, einem namenlosen Lehrer, beschreiben lässt. Eingebettet in die Geschichte eines Mordes zeichnet Horváth gekonnt das verstörend eindrückliche Bild einer ideologisch verblendeten Jugend am Beginn des NS -Regimes. Eine Kriminalgeschichte über erste Liebe und Sexualität, Gewalt und Gleichgültigkeit, die Suche junger Menschen nach Orientierung und Erwachsener nach dem Umgang mit der Wahrheit, die Frage nach eigener Verantwortung und der Notwendigkeit zu handeln. Paul Graham Brown komponiert und schreibt, nach der erfolgreichenen Zusammenarbeit für die Uraufführung des Musicals »Superhero«, erneut für das Junge Staatsmusical eine eigene Fassung dieses leider wieder aktuellen Romans. Gefühlvolle Balladen und rockige Songs sind der treibende Motor dieser packenden Geschichte. Uraufführung 4. März 2022, Wartburg

NEU »Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld! Der Name auf einem Kriegerdenkmal ist der Traum ihrer Pubertät.« Ödön von Horváth


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FAME – DAS MUSICAL 12+

» Das Junge Staatsmusical sorgt mit ­ ›Frankenstein Junior‹ für einen ebenso vergnüglichen wie gesanglich und vor allem tänzerisch anspruchsvollen Abend in visueller Pracht. » Wiesbadener Kurier, 08.10.2020

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FRANKENSTEIN JUNIOR 12+

Musical von Mel Brooks & Thomas Meehan, Musik & Gesangstexte von Mel Brooks, Deutsch von Frank Thannhäuser und Iris Schumacher Inszenierung & Choreographie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnenbild Britta Lammers Kostüme Heike Korn Steppchoreographie Benjamin Rufin Der junge Doktor Frankenstein lehrt an der berühmten Johns, Miriam and Anthony Hopkins Schule für Medizin in New York und ist glücklich verlobt. Er nennt sich Fronkensteen und möchte nicht mit seinem berüchtigten Großvater Victor in Verbindung gebracht werden, der Monster erschaffen haben soll. Da ereilt ihn die Nachricht von dessen Tod. Er muss unverzüglich nach Transsilvanien reisen und das Erbe antreten. Wie es auch kommen musste, so setzt er die Experimente seines Großvater fort und erweckt eine Leiche zum Leben. Seine Partner*innen in dem gruseligen Spiel sind der liebenswerte Igor, die naive Inga und die düstere Frau Blücher. Als dann Frankensteins egozentrisch-verrückte Verlobte Elizabeth in Transsilvanien auftaucht, nimmt die Geschichte gespickt mit gruseligen wie urkomischen Verwicklungen ihren dramatischen Lauf. Nummern wie »The Transsylvania Mania«, »He Was My Boyfriend« und »Puttin’ On The Ritz« garantieren »monströse« Unterhaltung. Wiederaufnahme 12. Sep. 2021, Kleines Haus

Idee und Entwicklung von David de Silva, Buch von Jose Fernandez, Song-Texte von Jaques Levy, Musik von Steve Margoshes und dem ­Titel-Song »fame« von Dean Pitchford und Michel Gore, Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser & Iris Schumacher Inszenierung & Choreographie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnenbild Britta Lammers Kostüme Heike Korn »FAME« gibt einen Einblick in die Welt der jungen Studenten an der amerikanischen La Guardia Highschool of music, art and performing arts. Die tempogeladene Show erzählt von den Freuden und Leiden der angehenden Darsteller Nick, Serena, Carmen, Tyrone u.v.a. und begleitet ihren Alltag von der Aufnahmeprüfung bis zum Diplom. Vorlage für das mitreißende Musical ist der Film von Alan Parker »FAME – der Weg zum Ruhm« aus dem Jahre 1980 , der damals die Musicalwelle in Deutschland mit auslöste und dessen Hauptdarstellerin Irene Cara mit dem Titelsong zum Weltstar wurde. Später folgte noch eine ebenso erfolgreiche Fernsehserie und 1988 dann das Musical. Die Palette der Musik reicht von berührenden Musicalballaden bis zu großartigen Tanznummern, nicht zu vergessen, der weltberühmte Titelsong. Tausende bewerben sich jährlich an der so genannten »P.A.« und nur wenige schaffen die Aufnahme . Berühmte Absolvent*innen der FAME SCHOOL sind u. a.: Liza Minelli , Al Pacino, Catherine Malfitano und Keith Haring. Wiederaufnahme 22. Dez. 2021, Wartburg


JUST WIEDERAUFNAHME

BLUES BROTHERS – IM AUFTRAG DES HERRN! 12+

Ein Rhythm & Bluesical frei nach dem Kultfilm von John Landis Inszenierung & Choreographie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnenbild Britta Lammers Kostüme Heike Korn Der Tag ist da! Jake Blues kommt endlich aus dem Knast heraus, sein Bruder Elwood holt ihn ab, aber statt mit dem Blues Mobil kommt er in einem ausrangierten 1974er Dodge Monaco der Mount Prospect Police. Ihr erster Weg führt sie in das katholische Waisenhaus, in dem sie ihre gesamte Kindheit verbracht haben. Mutter Oberin steckt in der Klemme. Wenn sie nicht 5000 $ auftreibt, muss das Heim wegen Steuerschulden schließen. Die Brüder beschließen, ihr zu helfen, aber Mutter Oberin würde kein schmutziges Geld annehmen. Doch wie sollen sie auf ehrliche Weise so viel Geld auftreiben? Während eines Gottesdienstes hat Jake eine Erleuchtung. Im Auftrag des Herrn wollen sie die alte Band wieder zusammentrommeln und ein großes Konzert zu Gunsten des Waisenhauses veranstalten. WIEDERAUFNAHME

KING KONG 12+

Musical von Paul Graham Brown & James Edward Lyons, basierend auf dem Roman von Delos W. Lovelace. Musik & Songtexte von Paul Graham Brown, Buch von James Edward Lyons (Deutsche Fassung von James Edward Lyons) Inszenierung & Choreographie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnenbild Britta Lammers Kostüme Heike Korn Der machtgierige Film-Regisseur Carl Denham braucht dringend einen neuen Hit, die arbeitslose Filmschauspielerin Ann Darrow dringend einen Job. Gemeinsam machen sie sich mit dem Schiffskapitän Jack Driscoll und seinem altersschwachen Kahn auf eine Reise ins Abenteuer. Zahlreiche große Verfilmungen nahmen sich dem Mythos Kong an und nun ein Musical für drei Schauspielende und einen Pianisten. Wiederaufnahme  29. Jan. 2022, Studio

Ein legendärer Road Trip beginnt … Wiederaufnahme 4. Nov. 2021, Kleines Haus

Jetzt mitmachen! Deine Familie ist besorgt, weil du durch die Straßen tanzt? Deine Freunde sind genervt, weil du deinen Klingelton selber singst? Die Tonys sind kein Fremdwort für dich? Du hast ein Talent fürs Singen und Tanzen? Und du weißt nicht, wohin mit deiner Energie? Wir haben die Lösung: komm zum Jungen Staatsmusical oder in den Theaterclub.

Clubangebote ⊲ Siehe S. 184

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THEATERCLUB PREMIERE

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KRIEGERIN 15+

Nach dem Film von David Wnendt, für die Bühne bearbeitet von Tina Müller Inszenierung & Bühne Dirk Schirdewahn Kostüme Steffi Sucker Musik Moritz Fischer Jung, weiblich, rechtsradikal: Marisa hat sich eingerichtet in ihrem Hass auf Ausländer, Politik, Polizei, auf alle, denen sie die Schuld gibt, dass Deutschland den Bach runtergeht. Ihr Weltbild beginnt zu schwanken, nachdem sie zwei junge Geflüchtete auf dem Fahrrad mit ihrem Auto rücksichtslos von der Straße gedrängt hat und mit ihrer Tat konfrontiert wird. Premiere 15. Juli 2022, Wartburg


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CLUBANGEBOTE THEATERCLUB KIDS »was kostet mut?«

THEATERCLUB JUNIOR »was kostet es dazu zu gehören?«

Was ist Mut überhaupt? Was macht mich mutig? Braucht es nicht gerade Mut, mal nicht mutig zu sein? Mit diesen Fragen werden wir uns im dreimonatigen Theaterclub Kids beschäftigen. Der Club ist für alle Kinder zwischen 6 und 10 Jahren geeignet. Wir forschen, probieren uns aus und lassen uns von unserer Fantasie treiben. Gemeinsam wollen wir so spielerisch den Kosmos Theater entdecken. Am Ende des Projekts werden wir unsere Ergebnisse in einer Werkschau vor Publikum präsentieren.

Wo wollen wir dazu gehören und aus welchen Gründen? Was hindert uns manchmal daran? - Diesen Fragen wollen wir gemeinsam mit Euch bearbeiten, unsere Gedanken dazu in eine künstlerische Form packen und in einer kleinen Werkschau präsentieren.

Alter 6 – 10 Jahre Zeitraum Jeden Donnerstag, 10. Feb. – 26. Mai 2022 Uhrzeit 15.30 – 17.00 Uhr (außer in den Schulferien) Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de THEATERCLUB 16+ »was kostet freiheit?« Was bedeutet Freiheit? Wo sind ihre Grenzen? Wie verhandeln wir diese im gesellschaftlichen Zusammenleben? Im Theaterclub 16+ wollen wir fragen, forschen, ausprobieren und natürlich Theater spielen. So entwickeln wir gemeinsam in der Gruppe ein eigenes Theaterstück. Egal, ob Theaterneuling oder alter Theaterhase, wir freuen uns auf dich!

Alter 16 – 25 Jahre Zeitraum Jeden Montag, 10. Jan. – 11. Juli 2022 Uhrzeit 17.00 – 19.00 Uhr (außer in den Schulferien) Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de

Das dreimonatige Projekt richtet sich an alle zwischen 11 und 15 Jahren.

Alter 11 – 15 Jahre Zeitraum Jeden Donnerstag, 23. Sep. – 16. Dez 2021 Uhrzeit 16.00 – 17.30 Uhr (außer in den Schulferien) Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de JUNGES STAATSMUSICAL Jedes Jahr werden für die neue Musical-Produktion des Jungen Staatsmusicals begabte junge Menschen gesucht. Das Casting dauert ein Wochenende, an dessen Ende meist 6–10 Bewerber*innen genommen werden. Für das Casting ist keine Anmeldung nötig. Genauere Informationen zum Ablauf gibt es hier:

Alter 15 – 25 Jahre Termin 27. & 28. Nov., 2021 Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Leitung Iris Limbarth junges-staatsmusical @ staatstheater-wiesbaden.de

TANZKLUB* »was kostet zeit?« Für die kommende Spielzeit 2021.2022 möchten wir den Tanzklub für Menschen öffnen, die im letzten Jahr besonders eingeschränkt waren. Studierende und Schüler*innen mussten zuhause lernen, Berufstätige vielleicht im Homeoffice arbeiten und junge Eltern ganztags ihre Kinder betreuen. Alles isoliert in den eigenen vier Wänden ohne viel Bewegung. Ab diesem Herbst sind alle Menschen zwischen 16 und 35 Jahren, mit unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen, eingeladen, einmal wöchentlich gemeinsam mit uns zu tanzen und sich eine Spielzeit lang mit verschiedenen thematischen Impulsen zu verbinden. Zudem kommen einmal im Jahr alle Tanzklubs der Tanzplattform Rhein-Main zu einem gemeinsamen Workshoptag zusammen. Die Spielzeit wird voraussichtlich mit einer gemeinsamen Aufführung aller Tanzklubs abgeschlossen. Die Leitung des Tanzklubs übernimmt die Tanzund Performancekünstlerin sowie Choreografin Mareike Buchmann.

Alter 16 – 35 Zeitraum ab 9. Sep., 2021 Uhrzeit 19 – 20.30 Uhr, jeden Donnerstag, Kosten 180 Euro, ermäßigt 90 Euro Informationen und Anmeldung unter priorenouak @ staatstheater-darmstadt.de Anmeldeschluss 30. Aug. 2021 *Das Format Antanzen wird in Zusammenarbeit mit Tanzpädagog*innen aus der Region und dem nationalen und internationalen Netzwerk der Alumni des Masterstudiengang Contemporary Dance Education (Ma CoDE) der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) durchgeführt. Die Tanzklubs und ANTANZEN finden in Rahmen der Tanzplattform ­R hein-Main statt. Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Projekt des Hessischen Staatsballetts und des Künstlerhauses Mousonturm, ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, BHF-BANKStiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner-­Stiftung, Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung, Stiftung Poly­ technische Gesellschaft Frankfurt am Main].

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THEATERPÄDAGOGIK


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THEATERVERMITTLUNG Die spartenübergreifende Vermittlung von Theater ist für uns eine zentrale Aufgabe. Unsere Angebote können den Theater­besuch umrahmen oder ergänzen. Alle aufgeführten Formate sind sowohl für Schulen als auch für alle anderen ­Bildungseinrichtungen und Institutionen geeignet.

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PRODUKTIONEN MIT THEATER­ PÄDAGOGISCHEM ANGEBOT Zu den Stücken des Kinder- und Jugendtheaters sowie zu ausgewählten Produktionen der anderen Sparten bieten wir ein theaterpädagogisches Begleitprogramm an. Das bedeutet: Zu diesen Produktionen gibt es Materialien, (praktische) Einführungen und Gespräche oder auch einen passenden Workshop, sowie die Möglichkeit einer Führung durch das Theaterhaus. Stellen Sie so – in Absprache mit uns und speziell auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnitten – Ihr individuelles Rahmenprogramm zu unseren ausgewählten Produktionen zusammen. Sie können Ihren Theaterbesuch so über die Vorstellung hinaus erweitern.

WORKSHOPS Drama Aktiv! Gemeinsam erfahren wir spielerisch Inhalte verschiedenster Schauspielproduktionen durch einfache Schauspielübungen oder entwickeln und improvisieren in der Gruppe gemeinsam eine Geschichte. Oper Aktiv! In einer szenisch-musikalischen Einführung entdecken wir eine Oper. Tanz Aktiv! Gemeinsam in Bewegungen aktueller Tanzproduktionen kommen, ohne viel nachzudenken. Tanz und Spiel – Bewegungsworkshop in Ihrer Kindertagesstätte mit Tanzvermittlerin Nira Priore Nouak. Konzert Aktiv! Musikalische Einführung zu einem Konzertprogramm.

Kosten 5 Euro pro Person, in Kombination mit einem Vorstellungsbesuch 3 Euro Alle Angebote sind sowohl bei uns im Theater als auch in Ihrer Einrichtung sowie über Videokonferenz möglich.

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MATERIALMAPPEN Um Ihnen die Vor- oder Nachbereitung eines Theaterbesuches mit Ihrer Gruppe zu erleichtern, stellen wir Ihnen zu ausgewählten Produktionen Materialmappen zusammen. Diese können Sie als PDF von unserer Website herunterladen. Die Mappen beinhalten Hintergrundinformationen zur jeweiligen Inszenierung, Informationen zur Thematik und Vorschläge zur Vor- und Nachbereitung des Theaterbesuchs.

FÜHRUNGEN Im Rahmen einer Backstage-Führung bekommen Sie und Ihre Gruppe die Gelegenheit, das Hessische Staatstheater Wiesbaden aus einer anderen Perspektive als der des Zuschauenden kennenzulernen. Vorbei an den Schildern »Zutritt nur für Mitarbeiter*innen « erfahren Sie, wie in den Werkstätten gearbeitet wird, können einen Blick hinter die Bühne werfen und wandeln auf des alten Kaisers Wegen.

Dauer ca. 90 Minuten Kosten 5 Euro pro Person, in Kombination mit einem Vorstellungsbesuch 3 Euro Die Eintrittskarten zur Führung gelten gleicher­maßen als Fahrkarten für den öffentlichen Nah­verkehr im RMV-Gebiet.

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PROBENBESUCHE Von der Kitagruppe bis zum Leistungskurs können Sie mit Ihrer Gruppe eine Opern-, Konzert- oder Schauspielprobe miterleben und ein bisschen Probenluft schnuppern. Gerne bieten wir dieses Angebot auch in Kombination mit einer Backstage-Führung an.

Dieses Angebot ist kostenfrei.

BESUCH PLUS – ZU EINER ­VORSTELLUNG DES HESSISCHEN STAATSBALLETTS Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn holen wir Ihre Gruppe am Bühneneingang des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden ab und bringen Sie mit den Kindern und Jugendlichen in den Ballettsaal, wo sich die Kompanie gerade vor der Vorstellung aufwärmt. Der »Besuch Plus« dauert ca. 30 Minuten und im Anschluss kann die Gruppe mit diesen Eindrücken die Vorstellung genießen.

PATENKLASSEN  Zu ausgewählten Produktionen aller fünf Sparten bieten wir Ihnen und Ihrer Gruppe die Möglichkeit, eine unserer Patenklassen / PatenKiTas zu werden. Gemeinsam mit der Patenklasse / PatenKiTa begleiten wir eine Produktion von der Konzeptions­probe bis hin zur Premiere. Proben- und Vorstellungsbesuche, Führungen und vieles mehr machen den Prozess von der Probenarbeit bis zum Endergebnis auf der Bühne für die Kinder und Jugendlichen sicht- und erfahrbar. Schauspiel White Boxx Vol. 4 – »Der Sandmann« Oper »Babylon« Ballett »memento« JUST »Behalt das Leben lieb« Musical »Cabaret«

Bewerbung als Patenklasse unter theaterpaedagogik @ staatstheater-wiesbaden.de

SICHTUNGSTERMINE FÜR ­PÄDAGOG*INNEN Wir laden Sie herzlich zu unseren Sichtungsterminen für Pädagog*innen ein. Über gemeinsame Endprobenbesuche aller Sparten erhalten Sie einen exklusiven Einblick in ausgewählte aktuelle Produktionen und können sich mit anderen Lehrkräften, Pädagog*innen und uns darüber austauschen. Die Termine dieser Veranstaltungen entnehmen Sie bitte unserem Vermittlungsnewsletter, der »Pädagog*innenpost«.

THEATERPROFIS UNTERWEGS Sie wollten schon immer mal einen Theaterprofi in Ihrer Institution willkommen heißen? Wie wollen Ihnen gerne die Möglichkeit dazu geben. Ob Instrumentenvorstellungen durch Mitglieder des Hessischen Staatsorchesters, einen Besuch einer Tänzerin, eines Tänzers oder auch durch den Besuch eines Ensemblemitglieds aus dem Schauspiel. Wir wollen die Arbeit hinter den Kulissen zeigen und erklären und sind für alle Wünsche aus allen Bereichen des Theaters offen.

PÄDAGOG*INNENPOST Über unseren Vermittlungsnewsletter »Pädagog*innenpost« erfahren Sie unsere aktuellen Sichtungstermine und alle weiteren Angebote speziell für Bildungsinstitutionen und Ihre Gruppen.

Anmeldung für den Newsletter unter www.staatstheater.wiesbaden.de/newsletter

SCHULTHEATERTAGE Die Schultheatertage 2022 finden vom 28. März bis zum 01. April 2022 statt. Das Hessische Staatstheater Wiesbaden ist dann wieder fest n der Hand von Schüler*innen und ihren ganz unterschiedlichen Produktionen. Es wird auch wieder die Chance geben, als Helfer:in für die Schultheatertage aktiv zu sein, hautnah das Festival zu begleiten und dabei eine Menge Theaterluft zu schnuppern.

Anmeldestart zur Teilnahme an den Schultheatertagen 2022 ist im September 2021. Genauere Informationen erhalten Sie über unsere Newsletter oder unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de Wir freuen uns schon auf eine Woche voller Schultheater, Trubel und toller Stücke!

GROSSER INFORMATIONSABEND FÜR PÄDAGOG*INNEN Einmal in der Spielzeit veranstalten wir einen großen Lehrer*innenInformationsabend. Hier erfahren Sie exklusiv alle wissenswerten Informationen zu den Produktionen der kommenden Spielzeit und was wir Ihnen rund um den Theaterbesuch mit Ihrer Gruppe sonst noch alles im Hessischen Staatstheater Wiesbaden bieten.

Informationsabend 2022 Frühjahr 2022 im Foyer des Großen Hauses Anmeldung und weitere Informationen unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de


JUST

MITMISCHENW

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KO S

Was kostet die Welt? Alles hat seinen Preis. – Aber wie hoch ist der eigentlich? Was sind wir bereit zu »zahlen«? Mit unseren Mitmischangeboten wollen wir Fragen stellen, Hemmschwellen gemeinsam überschreiten, Mauern einreißen und generationsübergreifend alle Menschen dazu anregen, im Theater »mitzumischen«. Jede und jeder kann sich aktiv ins Theater einbringen, sich ausprobieren, mitgestalten, mithelfen und einfach Spaß und Freude am kreativen Miteinander haben.

YOURSPACE

WORKSHOPS

»Yourspace« ist eure Chance, unsere Bühne zu erobern. Was ihr zeigt, entscheidet ihr. Ihr habt fünf Minuten Zeit, drei Lichtstimmungen zur Auswahl und eine Bühne für euren Auftritt. Das Publikum entscheidet, wer den Hauptpreis mit nach Hause nimmt und in die Geschichte der Wartburg eingeht.

Ob ein mehrstündiger Opern-Workshop für die ganze Familie oder doch eine praktische Einführung in einer unserer vielen Schauspielproduktionen, in unserem Angebot findet jede und jeder das Passende. Unsere aktuellen Workshop-Termine entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Monatsleporello oder unserem »Theaterpädagogik-Newsletter für Alle«.

Termine entnehmen Sie unserem M ­ onatsleporello Anmeldung yourspace@staatstheater-wiesbaden.de

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REPERTOIRE Theaterdetektive – interaktive Rätselführung hinter die Kulissen des Staatstheaters. Drama Aktiv! für Familien – szenisch-spielerische Einführung zu ausgewählten Produktionen des Jungen Staatstheaters und des Schauspiels. Oper Aktiv! für Familien – Szenischmusikalische Einführung in eine Oper.

HESSISCHES STAATSBALLETT Antanzen* ab 18 Jahren – Monatliches offenes Training für NichtProfis, vom klassischen Ballett bis zeitgenössischem Tanz. Repertoire-Workshop für unterschiedliche Altersgruppen – Erlernen einzelner Tanzsequenzen aktueller Ballettproduktionen.

*Das Format Antanzen wird in Zusammenarbeit mit Tanzpädagog*innen aus der Region und dem nationalen und internationalen Netzwerk der Alumni des Masterstudiengang Contemporary Dance Education (Ma CoDE) der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) durchgeführt. Die Tanzklubs und ANTANZEN finden in Rahmen der Tanzplattform ­R hein-Main statt. Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Projekt des Hessischen Staatsballetts und des Künstlerhauses Mousonturm, ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, BHF-BANKStiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner-­Stiftung, Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main].

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In unseren Ferienakademien bieten wir die Möglichkeit, die Welt des Theaters aktiv näher kennen zu lernen. Spartenübergreifend darf von Tanz über Schauspiel und Musizieren bis hin zum kreativen Schreiben und Bühnenbau alles erprobt und ausprobiert werden. Jeder Ferienkurs widmet sich dabei seinem ganz eigenen Thema. Die Ferienkurse richten sich an alle mit und ohne Theatererfahrung, die Lust haben, in die Welt des Theaters einzutauchen.

Mit dem Team der Theaterpädagogik HERBSTFERIENAKADEMIE – KIDS Mit Musik und Theater durch die Jahreszeiten Für alle von 6 – 10 Jahren Zeitraum Mi. 13. Okt. – Fr. 15. Okt 2021 Uhrzeit 9.30 – 12.30 Uhr Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Kosten 40 Euro OSTERFERIENAKADEMIE – JUNIOR Zum Thema »Alles in Bewegung« Für alle von 11 – 15 Jahren Zeitraum Mi. 21. April– 23. April 2022 Uhrzeit 9.30 – 12.30 Uhr Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Kosten 40 Euro

PROJEKT »SCHÖNE NEUE WELT« Was kostet Leben? – Generationenübergreifendes ­Gedankenprojekt Anlässlich der Premiere von »Schöne neue Welt« veranstalten das Hessische Staatstheater Wiesbaden und das Literaturhaus Villa Clementine gemeinsam eine Workshopreihe für alle Interessierten ab 10 Jahren  (voraussichtlich 4 x samstags). Dabei nähern wir uns den Themen des dystopischen Romans auf eigene Weise, diskutieren zukünftige Weltbilder und fragen nach den dunklen Seiten des Menschen, die nicht nur auf der Theaterbühne zum Vorschein kommen. An einem der Termine widmen wir uns diesen Themen mit Dr. Jörg Bernardy aus philosophischer Perspektive. An den anderen Terminen werden wir gemeinsam spielerisch weiter forschen und gemeinsam kreativ. Dabei wird es auch Einblicke hinter die Kulissen des Staatstheaters geben.

Zeitraum Voraussichtlich Januar / Februar 2022 Anmeldung und weitere Informationen unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de

THEATERSCOUTS FÜR ­STUDIERENDE Die Theaterscouts sind eine offene Gruppe, mit der wir zusammen Vorstellungen im Hessischen Staatstheater Wiesbaden besuchen. Einmal im Monat organisiert die Theaterpädagogik einen gemeinsamen Vorstellungsbesuch (inklusive Freikartenreservierung). In der Theaterkantine können wir uns in der Pause und nach der Vorstellung über das Erlebte austauschen. Darüber hinaus gibt es Einblicke hinter die Kulissen und Gelegenheit, Theatermitarbeiter*innen und Künstler*innen kennenzulernen.

Kosten Das Angebot ist für Studierende der Hochschule RheinMain sowie der Hochschule Fresenius in Wiesbaden und Idstein kostenlos. Weitere Informationen und Anmeldung unter theaterscouts@staatstheater-wiesbaden.de

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FERIENAKADEMIEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE


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ENTDECKEN & EXTRAS FÜHRUNGEN BACKSTAGE FÜR ALLE – FAMILIENFÜHRUNG HINTER DIE KULISSEN Einmal im Monat (an einem Sonntagvormittag) haben Sie mit der ganzen Familie die Gelegenheit, in einer 90-minütigen Führung hinter die Kulissen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden zu schauen.

Kontakt Für nähere Informationen, ­Anmeldungen, ­Nachfragen und ­Anregungen stehen wir Ihnen und Euch gerne zur Verfügung:

Die Büroräume der Theaterpädagogik finden Sie in der Theater­kolonnade gegenüber des Gruppenbüros.

theaterpaedagogik @ staatstheater-wiesbaden.de Tel. 0611.132 -270 / -500

Termine & Tickets finden Sie online oder im jeweiligen Monatsleporello Kosten 5 Euro pro Person SONDERFÜHRUNGEN Seit Februar 2018 bieten wir gerne auch Führungen für Gehörlose und Menschen mit Hörschädigung in Gebärdensprache an. Für weitere Führungsformate für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind wir stets offen und freuen uns auf Ihre Anfragen. In Absprache mit unserem Team realisieren wir gerne das Mögliche. Das Team der ­Theaterpädagogik Luisa Schumacher, Anne Tysiak & Laura zur Nieden

NEWSLETTER FÜR ALLE Über unseren »TheaterpädagogikNewsletter für Alle« erhalten Sie aktuelle Informationen zu Angeboten und Veranstaltungen für alle Altersgruppen.

Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de oder über die Website des Hessischen ­Staatstheaters Wiesbaden.

Mitarbeit Musiktheater- und Konzert­pädagogik Gisela Reinhold

Tanzvermittlung Hessisches Staatstballett Nira Priore Nouak priorenouak @ staatstheater-darmstadt.de Tel. 06151.2811 7422

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KARTEN 196 ABONNEMENTS 201 KARTENPREISE 202 SAALPLÄNE 206 ANFAHRT 208 PERSONALIA 213 SPIELPLAN 194


SERVICE


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KARTEN VERKAUFSSTELLEN KASSE IM GROSSEN HAUS Tel. 0611.132 325 Fax 0611.132 367 Mo – Fr 10 – 19.30 Uhr 10 – 14 Uhr Sa So & Feiertag 11 – 13 Uhr Die Abendkasse ist jeweils eine Stunde vor V ­ orstellungsbeginn geöffnet. Während der Theaterferien ist die ­Theaterkasse vom vom 19. Juli bis 29. August 2021 geschlossen.

vorverkauf @ staatstheater-wiesbaden.de www.staatstheater-wiesbaden.de

VORVERKAUF Der Vorverkauf für die Vorstellungen im Großen Haus und die Premieren in den anderen Spielstätten (außer Wartburg) beginnt voraussichtlich am 12. Juli 2021. Mit Erscheinen des Monatspielplans beginnt der Vorverkauf für die restlichen Vor­stellungen im Kleinen Haus, Studio, in der Wartburg und im Foyer. Der Spielplan erscheint jeweils am 20. eines M ­ onats für den übernächsten Monat.

SCHRIFTLICHE & TELEFONISCHE ­K ARTENBESTELLUNG Karten können telefonisch, per E-Mail oder online bestellt und per Kreditkarte, SEPA -Lastschrift oder PayPal bezahlt werden (Online-­ Vorverkaufsgebühr: 10 %). Das Abholen an der Theaterkasse ist gegen Vorlage der Kaufbestätigung oder Auftragsnummer möglich; auf Wunsch werden die Karten postalisch zugesandt (Porto und Bearbeitungsgebühr: 2,50 Euro). Das Reservieren von Karten ist ­telefonisch für den Zeitraum von einer Woche und höchstens bis zum Vortag der Vorstellung möglich. Bereits bezahlte Karten können bis zum Vorstellungsbeginn zurück­gelegt werden.

GESCHENKGUTSCHEINE Geschenkgutscheine sind an der Theaterkasse im Großen Haus, telefonisch oder online erhältlich.

Die Gutscheine lassen sich für alle ­Veranstaltungen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden einsetzen und sind ab Ausstellungsdatum drei Jahre gültig.

VORVERKAUFSKASSEN Vorverkaufsgebühr jeweils 13 %

WIESBADEN TOURIST INFORMATION Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden Tel. 0611.18 29 930 t-info @ wicm.de FRANKFURT TICKET Hauptwache Frankfurt (B-Ebene) Tel. 069.13 40 400 info @ frankfurt-ticket.de www.frankfurt-ticket.de

ABONNEMENT-BÜRO THEATERKOLONNADE Tel. 0611.132 340 Fax 0611.132 367 abonnement @ staatstheater-wiesbaden.de Für eine telefonische Beratung zum ­gesamten Abonnement-Angebot steht Ihnen das Team des Abo-Büros ganzjährig Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr zur Verfügung. Zur Beratung vor Ort ist das Büro bis 28. Juli und vom 19. August bis 15. Oktober 2021 geöffnet.

Mo, Mi & Fr 10 – 18 Uhr Di & Do 10 – 19 Uhr Sa 10 – 14 Uhr Während der Wintermonate können Sie die ­Abo­nnement-Beratung an der Kasse im Großen Haus in Anspruch nehmen.

GRUPPENBERATUNG GRUPPEN- UND SCHULBÜRO THEATERKOLONNADE Tel. 0611.132 300 Fax 0611.132 378 gruppenticket @ staatstheater-wiesbaden.de BÜROZEITEN Mo – Do 9 – 16 Uhr Fr 9 – 15 Uhr Das Gruppenbüro berät Gruppen­ leiter*innen zum Spielplan des Hessischen Staats­theaters. Auch vor dem Start des offiziellen Verkaufs sind Gruppenreservierungen möglich. Zum erweiterten Angebot gehören Führungen, Begleitprogramme und Informationsmaterial.

TURNUSVERANSTALTUNGEN MIT DEM THEATERBUS Aus dem Umland mit dem Bus direkt zum Hessischen Staatstheater ­Wiesbaden – und nach der Vorstellung wieder zurück! Mit unserem Service der Theaterbus-Kulturlinien bieten wir für ausgewählte Vorstellungen die bequeme An- und Abreise im Reise­bus aus vielen Regionen: Taunus, Rhein-Taunus, Rheingau und Rheinhessen.

› buchbar von Einzelpersonen oder Gruppen › flexibles Buchen von Termin zu Termin › Betreuung durch ehrenamtliche Mitarbeiter*innen


Service

TURNUS I Fr So Mi Fr Fr Do Mi Mi

17.09. 17.10. 10.11. 10.12. 04.02. 24.03. 29.06. 20.07.

19.30 Die Hochzeit des Figaro 18.00 Il trittico (Puccinis »Triptychon«) 18.30 Wallenstein 19.30 Hänsel und Gretel 19.30 Entführung aus dem Serail 19.30 Don Carlo 19.30 Il Trovatore 19.30 Idomeneo

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19.30 Die Hochzeit des Figaro 18.00 Il trittico (Puccinis »Triptychon«) 19.30 Il Trovatore 19.30 Hänsel und Gretel 19.30 Chinesiches ­Neujahrskonzert 19.30 Cabaret 19.30 Don Carlo 19.30 Titus

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TURNUS II Fr So Sa Fr Fr Sa Sa Sa

17.09. 03.10. 30.10. 10.12. 11.02. 05.03. 18.06. 23.07.

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THEATER BARRIEREFREI

KOSTENLOSE TICKETS FÜR STUDIERENDE

In allen Spielstätten gibt es barrierefreie Plätze sowie Plätze für Rollstuhlfahrer. Theaterbesucher*innen mit Gehbehinderung oder eingeschränkter Mobilität empfehlen wir, sich beim Kartenkauf über die barrierefreien Plätze und deren Zugang zu informieren.

Studierende der Hochschule RheinMain Wiesbaden und Rüsselsheim sowie der Hochschule Fresenius Idstein und Wiesbaden können auf­grund einer Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden kostenlos die Vorstellungen und ausgewählte Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele besuchen. Die Karten sind ab dem 3. Tag vor der Veranstaltung erhältlich, solange es noch freie Plätze gibt. Ausgenommen sind Premieren, Sonderveranstaltungen, GalaAbende und Wiesbadener Biennale. Die Platzwahl ist von der Kategorie der Plätze unabhängig. Karten können an der Vorverkaufskasse persönlich vorbestellt und / oder direkt an der Abendkasse bezogen werden. Für den Erwerb muss ein gültiger Studierenden-Ausweis vorgelegt werden.

Gerne ermöglichen wir Sonder­vor­stellungen für Schulen für Gehörlose und Schwerhörige. Dolmetscher*innen für Gebärden­sprache übersetzen simultan für das Publikum. In den vorderen Reihen sind Plätze reserviert, von denen aus eine gute Sicht auf die Dolmetscher*innen garantiert ist. Theaterbesucher*innen mit eingeschränktem Hörvermögen genießen so einen Vorstellungsbesuch. Bei Interesse melden Sie sich bei unserem Gruppen- und Schulbüro.

gruppenticket @ staatstheater-wiesbaden.de

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MUSIC TO YOUR EARS Sinfonischer Hochgenuss mit unserem Konzert-Abo

Abo-Büro | T 0611.132 340 abonnement@staatstheater-wiesbaden.de www.staatstheater-wiesbaden.de ANZEIGE


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ABONNEMENTS VORTEILE FÜR ABONNENT*INNEN FESTPLATZ-ABONNEMENTS Rabatt bis zu 70 %, feste Plätze und trotzdem flexibel: Sichern Sie sich zum Auftakt der ­Spielzeit ein Abo und werden Sie Stammgast.

ABOS IM GROSSEN HAUS So Sa Sa So Do Sa Sa So

UMTAUSCH Der Tausch von Abo-Vorstellungen ist bis ­spätestens 12 Uhr des Vorstellungstages möglich. Ab dem 4. Tausch wird eine Bearbeitungs­gebühr von 3 bis 5 Euro erhoben.1, 2

FLEXIBLE ABONNEMENTS Mit den Wahl-Abonnements haben Sie die freie Auswahl.2 Nicht nur zu Beginn der Spielzeit, auch während der laufenden Saison sind diese flexiblen Gutscheine ein schönes Geschenk an Sie selbst und Ihre Lieben.

ERMÄSSIGUNG Als Abonnent*in erhalten Sie 15 % Ermäßigung auf alle Veranstaltungen in allen Spielstätten.3

THEATER IN DER REGION

So

Mi Mi Sa Mi Mi Mi Mi Mi Mi

Do Do Do Do Do

› Oper & Schauspiel Frankfurt (10 %)

Do

27.10.21 15.12.21 08.01.22 02.02.22 23.03.22 13.04.22 01.06.22 22.06.22 20.07.22

Do Do

30.09.21 21.10.21 23.12.21 13.01.22 10.02.22 03.03.22 14.04.22 02.06.22 14.07.22

› Staatstheater Mainz (15 %)

FREITAG

› Staatstheater Kassel (15 %)

Fr

› Stadttheater Gießen (15 %) › Hessisches Landestheater Marburg (15 %)

18.00 18.00 19.30 16.00 19.30 19.30 19.30 18.00 18.00

Il Trovatore Wallenstein Cabaret Tristan und Isolde Werther Pique Dame memento Don Carlo Babylon GHmi

19.30 19.30 17.00 19.30 18.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Cabaret Werther Tristan und Isolde Pique Dame Wallenstein Don Carlo Babylon memento Idomeneo GHdo

DONNERSTAG

Do

› Staatstheater Darmstadt (15 %)

19.09.21 02.10.21 16.10.21 07.11.21 09.12.21 22.01.22 26.02.22 20.03.22 01.05.22

MITTWOCH

Preisermäßigungen für › Nationaltheater Mannheim (15 %)

GHprem

PREMIEREN

So Fr Fr

› Theater und Orchester Heidelberg (15 %)

Fr

› Theater im Pfalzbau Ludwigshafen (15 %)

Fr Fr Fr

15.10.21 28.11.21 17.12.21 04.03.22 08.04.22 03.06.22 24.06.22 15.07.22

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 18.30 19.30 19.30

Il Trovatore Die Zauberflöte Cabaret Werther Pique Dame memento Wallenstein Don Carlo Babylon GHfr

18.30 16.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Wallenstein Tristan und Isolde Hänsel und Gretel Pique Dame Don Carlo memento Cabaret Il Trovatore GHsa

SAMSTAG Sa Sa Sa Sa

¹ beim Konzert-, Ballett- und Familien-Abonnement nur einmal pro Spielzeit. 2 ausgenommen Wahl-Abonnement 3 ausgenommen Premieren, Sonderveranstaltungen, Gastspiele & Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele

Sa Sa Sa Sa

25.09.21 13.11.21 04.12.21 15.01.22 19.02.22 19.03.22 11.06.22 09.07.22

19.30 17.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.00

Il Trovatore Tristan und Isolde Horizonte Cabaret Werther Pique Dame Babylon König Lear


Service

GEMISCHTE ABOS GHso

SONNTAG So So So So So So So So

10.10.21 21.11.21 19.12.21 06.02.22 06.03.22 27.03.22 24.04.22 12.06.22

18.00 19.30 19.30 18.00 16.00 18.00 18.00 18.00

Wallenstein Il Trovatore Werther Pique Dame Tristan und Isolde Don Carlo Cabaret memento

BALLETT-ABO Do

25.11.21

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Horizonte

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25.06.22

19.30

Extension

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memento

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SONNTAG-16-UHR-ABO So

24.10.21

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30.01.22 13.02.22 20.02.22 20.03.22 27.03.22 03.04.22 05.06.22 03.07.22

16.00 16.00 16.00 16.00 16.00 16.00 16.00 16.00

So So So So So So So

Il trittico ­ (Puccinis »Triptychon«) Bunbury Bunbury Bunbury Wuhan – Die Verwandlung Wuhan – Die Verwandlung Wuhan – Die Verwandlung Don Carlo Il Trovatore

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MiMix

MITTWOCH-MIX Mi Mi Mi Do Mi Mi Do Mi Mi Mi Mi Mi Mi Mi

15.09.21 27.10.21 17.11.21 02.12.21 22.12.21 26.01.22 17.02.22 16.03.22 06.04.22 18.05.22 25.05.22 15.06.22 13.07.22 20.07.22

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Die Hochzeit des Figaro Quichotte Quichotte Horizonte Werther König Lear Cabaret Bunbury Bunbury Der Vater Der Vater Così fan tutte Kalldewey, Farce Kalldewey, Farce

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FREITAG-MIX So Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr

12.09.21 08.10.21 15.10.21 29.10.21 12.11.21 10.12.21 17.12.21 14.01.22 04.02.22 11.02.22 11.03.22 01.04.22 22.04.22 13.05.22 20.05.22 03.06.22 01.07.22 22.07.22

18.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Die Hochzeit des Figaro Wuhan – Die Verwandlung Wuhan – Die Verwandlung Wuhan – Die Verwandlung Doktors Dilemma Doktors Dilemma Doktors Dilemma Gespenster Gespenster Gespenster Elektra Idomeneo Titus Drei Schwestern Drei Schwestern Drei Schwestern memento Cabaret

Termin- und Vorstellungsänderungen vorbehalten

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Mix-VB

MIX-VB ABO Do Do Sa So So Fr So So Sa

07.10.21 28.10.21 20.11.21 12.12.21 13.02.22 11.03.22 10.04.22 19.06.22 23.07.22

19.30 19.30 19.30 19.30 18.00 19.30 18.00 18.00 19.30

Quichotte Die Pest Horizonte (Premiere) Werther Pique Dame The Minutes Idomeneo Babylon Titus

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ABOS IM KLEINEN HAUS KHprem

PREMIEREN Fr Fr Fr Fr Sa So Fr Sa Sa

24.09.21 05.11.21 03.12.21 21.01.22 19.02.22 06.03.22 29.04.22 11.06.22 02.07.22

19.30 18.30 19.30 19.30 19.30 18.00 19.30 19.30 19.30

Wuhan – Die Verwandlung Wallenstein Bunbury The Minutes Der Vater Schöne neue Welt Drei Schwestern Extension Kalldewey, Farce

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MITTWOCH Mi Mi Mi Mi Mi Do Mi Mi Mi

29.09.21 08.12.21 29.12.21 02.02.22 09.03.22 07.04.22 04.05.22 15.06.22 06.07.22

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 18.30 19.30 19.30 19.30

Wuhan – Die Verwandlung Bunbury Doktors Dilemma The Minutes Schöne neue Welt Wallenstein Drei Schwestern Extension Kalldewey, Farce

Sa

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So

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Sa

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KHdo

Do Do Do Do Do Do Do Do Do

30.09.21 09.12.21 03.02.22 24.02.22 17.03.22 07.04.22 05.05.22 16.06.22 14.07.22

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 18.30 19.30 19.30 19.30

Wuhan – Die Verwandlung Bunbury The Minutes Der Vater Schöne neue Welt Wallenstein Drei Schwestern Extension Kalldewey, Farce

KH

01.10.21 27.11.21 07.01.22 28.01.22 25.02.22 18.03.22 06.05.22 24.06.22 15.07.22

19.30 18.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Wuhan – Die Verwandlung Wallenstein Bunbury The Minutes Der Vater Schöne neue Welt Drei Schwestern Extension Kalldewey, Farce

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KHwe

WOCHENENDE

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DONNERSTAG

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FREITAG

18.09.21 09.10.21 27.11.21 19.12.21 29.01.22 05.03.22 16.04.22 15.05.22 24.07.22

19.30 19.30 18.00 18.00 19.30 19.30 19.30 18.00 18.00

Quichotte Wuhan – Die Verwandlung Wallenstein Bunbury The Minutes Der Vater Schöne neue Welt Drei Schwestern Kalldewey, Farce

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ABO IM KURHAUS

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Konz-Abo

SINFONIEKONZERT-ABO Mi

22.09.21

Mi

06.10.21

Mi

17.11.21

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26.01.22 16.02.22 06.04.22 08.06.22 13.07.22

Mi Mi Mi Mi

18.00 20.00 18.00 20.00 18.00 20.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

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Termin- und Vorstellungsänderungen vorbehalten

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MORE DRAMA BABY Freie Auswahl aus allen Sparten: Flexibel sparen mit den Wahl-Abos Abo-Büro | T 0611.132 340 abonnement@staatstheater-wiesbaden.de www.staatstheater-wiesbaden.de


200

FLEXIBLE ABONNEMENTS ABOPREISE DAS WAHL-ABONNEMENT Mit den Wahl-Abonnements erhalten Sie eine bestimmte Anzahl von ­Gutscheinen, die Sie für Vorstellungen Ihrer Wahl 4 einlösen können: Acht Gutscheine für das Große Haus, vier Gutscheine für das Kleine Haus oder mit dem gemischten WahlAbonnement je vier Gutscheine im Großen und Kleinen Haus. Die Gutscheine sind übertragbar.

Alle Preise in Euro

GROSSES HAUS S

THEATER-SPONTAN-CARD Mit der Theater-Spontan-Card erhalten Sie 50 % Rabatt auf alle Vorstellungen im Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Die Karte kostet einmalig 45 Euro und ist bei nicht ausverkauften Vorstellungen an der Abendkasse je eine Stunde vor ­Vorstellungsbeginn einsetzbar. Sie ist ab Kaufdatum ein Jahr lang und unabhängig von der Spielzeit gültig. Die Karte ist nicht übertragbar. Die Karte ist nur an der Theaterkasse erhältlich.

4 ausgenommen Premieren, Konzerte, Gastspiele, Sonderveranstaltungen & Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele 5 nur in Verbindung mit einem Mix-Abo im jeweils anderen Haus & freie Auswahl der Platzkategorie 6 außer Vorstellungen des Staatsmusicals 7 ausgenommen Premieren, Gastspiele, Sonderveranstaltungen & Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele

II

III

IV

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VI

Premieren-Abo 9 Vorst.

795,– 620,– 430,– 300,– 170,– 105,– 90,–

Mi- & Do-Abo 9 Vorst.

325,– 265,– 200,– 145,–  90,–  70,– 55,–

Fr- & Sa-Abo 8 Vorst.

315,– 265,– 225,– 165,–  92,–  60,– 50,–

So-Abo 8 Vorst.

290,– 255,– 180,– 125,–  80,–  60,– 50,–

Wahl-Abo 8 Gutscheine

320,– 280,– 230,– 165,– 100,–  75,– 60,–

MIX-ABOS GROSSES & KLEINES HAUS S

DIE JUNGE KARTE Mit der Jungen Karte erhalten Schüler*innen, Studierende und Auszubildende bis 30 Jahre sechs vergünstigte Gutscheine zum Preis von 65 Euro oder 31,50 Euro für Aufführungen ihrer Wahl. Die ­Gutscheine sind flexibel kombinierbar und gelten für alle Sparten und Spielstätten. Sie sind übertragbar und ab Kaufdatum ein Jahr gültig.4 Die Karte ist nur an der Theaterkasse erhältlich.

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Mi-Mix Abo 5 6 Vorst.

GH

Mi-Mix Abo 5 4 Vorst.

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Fr-Mix Abo 5 6 Vorst.

GH

Fr-Mix Abo 5 4 Vorst.

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Mix-VB 5 6 Vorst.

GH

Mix-VB 5 3 Vorst.

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Sonntag-16-Uhr-Abo 5 3 Vorst.

GH

Sonntag-16-Uhr-Abo 5 2 Vorst.

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Wahl-Abo 5 4 Gutscheine

GH

Wahl-Abo5 4 Gutscheine

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Ballett-Abo 3 Vorst.

2× GH 1× KH

I

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235,– 190,– 135,–  95,–  60,–  45,– 35,– 105,–  85,–  55,–  35,– 230,– 200,– 165,– 125,–  70,–  50,– 40,–  95,–  75,–  55,–  30,– 210,– 180,– 135,–  95,–  60,–  45,– 35,–  65,–  55,–  35,–  20,– 100,–  90,–  65,–  45,–  30,–  20,– 17,–  35,–  25,–  17,–  10,– 175,– 150,– 115,–  85,–  50,–  35,– 30,– 110,–  90,–  65,– 40,– 89,–  74,–   55,–  46,–  33,– 28,–

20,–

KLEINES HAUS I

II

III

IV

Premieren-Abo 9 Vorst.

265,– 215,– 160,– 80,–

Mi-So Abo 9 Vorst.

200,– 160,– 110,– 60,–

Wahl-Abo 4 Gutscheine

110,–  90,–  65,– 40,–

KURHAUS I

II

III

IV

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Kurhaus-Abo 8 Konzerte

230,– 190,– 145,– 105,– 70,–

50,–

Jugend-Abo

115,–  95,–  73,–  53,– 35,–

25,–


Service

KARTENPREISE Die Veranstaltungen sind verschiedenen Preisgruppen zugeordnet. Die Preisgruppe bestimmt die Höhe der Preise in den unterschiedlichen Platzkategorien (siehe Saalpläne ab S. 210). Bei Umtausch wird eine Bearbeitungsgebühr von 5 bzw. 3 Euro pro Karte erhoben.

KLEINES HAUS I

II

III

IV

Preisgruppe A

47,–

37,–

30,–

15,–

Preisgruppe B

38,–

31,–

20,50 11,–

Preisgruppe C

31,–

25,–

16,50 11,–

GROSSES HAUS S

I

II

III

IV

V

VI

Preisgruppe A

149,– 110,– 85,–

55,–

29,–

14,–

12,–

Preisgruppe B

108,–  82,– 55,–

42,–

23,–

13,–

11,–

Preisgruppe C

 82,–  66,– 44,–

30,–

18,–

12,–

10,–

Preisgruppe D

 60,–  53,– 38,–

27,–

16,–

11,50  9,–

Preisgruppe E

 48,–  37,– 27,–

20,–

15,–

11,50  9,–

I

II

III

IV

Kinder- & Jugendkonzerte

11,–

 8,–

5,–

Weihnachtsproduktion

13,–

11,50 8,–

4,50

Für das Weihnachtsstück, die Kinder- und Jugendkonzerte gelten besondere Platzkategorien.

I. – II. PARKETT III. – IV. PARKETT

Kinder- & Jugendkonzerte

11,–

 8,–

STUDIO I

II

18,–

10,–

WARTBURG PREISGRUPPE A PREISGRUPPE B

Parkett

19,–

15,–

Rang

12,–

10,–

KURHAUS

FOYER GROSSES HAUS

I

II

III

IV

V

VI

45,–

37,–

28,–

21,–

13,–

9,–

Kammerkonzerte

15,– / 7,50

Weihnachts- & Neujahrs-Kammerkonzerte

18,– / 9,–

Kinder-Kammerkonzerte

9,– / 5,–

Stückeinführungen

Eintritt frei

Kostproben

5,– / 2,–

Kleines Haus

Einheitspreis

10,–

 5,–

Matinee / Soiree

5,–

Studio

Einheitspreis

10,–

 5,–

Wartburg

Einheitspreis

10,–

 5,–

JUST – JUNGES STAATSTHEATER 6 REGULÄR ERMÄSSIGT

ERMÄSSIGUNGEN 50 % Ermäßigung7 im Vorverkauf erhalten S ­ chüler*innen, Studierende, Auszubildende, Bundes­frei­willigen­dienst­ leistende, Teilnehmer*innen eines Freiwilligen S ­ ozialen Jahres bis zum 30. Lebensjahr, außerdem Schwerbe­ hinderte (ab GdB 70). Bei nicht ausverkauften Vorstellungen gilt die Ermäßigung auch an der Abendkasse. Ein ­gültiger Ausweis muss beim Kauf der Karte sowie beim Einlass­personal vorgezeigt werden.

201


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LINKS 3. RANG

1. RANG

2. RANG

ORCHESTERGRABEN 1 2

1 2

1

ORC HES TER S ESS EL ORCHESTERSE SS EL

2 I

1

II

SEITENLOGEN

3

2

4

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4

6

1

5

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6

8

7 8

IV

9

P A R K E T T P ARK ETT

2

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9

11 V

10

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11

1

13

12

VI

2 3

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1. R

AN

VII

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2

GROSSE LOGE

4

I

IX

1

X

GROSSE LOGE

VII

2. RANG 2. R ANG 2

1 2 3 4

3 4 5

3. RANG 3. RANG 1 2

GROSSES HAUS PLATZKATEGORIE S

I

II

SICHTBEHINDERT

6

3 4

7

5 6

8 III

IV

V

VI

7 8


Service

1. RANG

RECHTS 3. RANG

2. RANG

4

3

SEITENLOGEN

3

2

5

4

1

6

5

III

7

6

II

I

2

1

2

1 2

1

ORCHESTER SESSEL ORCHESTERSESSEL

1

ORCHESTERGRABEN

8

7 8

IV

9

PA RK ETT PAR KETT

2

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9

V

11 12

11

1

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ANG 2

VII

1. R

VII

I 4

IX

1

GROSSE LOGE

GROSSE LOGE

X

2 . RANG 2. RANG

2

1 2 3 4

3 4 5

3. RAN G 3. RANG 1 2 6

3 4

7

5 6 7 8

8

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KLEINES HAUS

BÜHNE

PLATZKATEGORIE I

II

III

BEHINDERTENPLÄTZE 1

IV

2 1. PARKETT

3 4

NOTAUSGANG

5 6 7 8 2. PARKETT

9 10 11 12

3. PARKETT

13 14 15

4. PARKETT

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STUDIO

BÜHNE

II

1

10

9

8

7

6

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4

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2

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2

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79

GARDEROBE

I

AUSGANG

PLATZKATEGORIE


Service

KURHAUS PLATZKATEGORIE II

III

IV

V

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25 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 25 26 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 26 27 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 27 28 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 28 29 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 29

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1 38 8 39 9 3 3 2 40 40 38 RANG MITTE 5 41 4 39 2 41 3 6 3 2 4 3 4 3 3 4 40 36 44 45 1 5 44 34 37 4 37 4 3 2 1 1 45 41 4 35 28 9 38 2 43 3 38 6 28 3 0 4 29 5 44 42 43 39 4 29 42 41 37 1 30 43 8 0 1 2 2 0 41 3 5 4 3 2 1 3 2 39 39 2 1 4 3 0 2 4 4 43 42 0 4 32 3 3 42 41 43 3 1 33 6 5 4 3 2 1 3 43 4 4 42 43 35 34 44 6 5 3 5 42 43 38 37 6 6 4 4 7 8 7 9 8 9 10 5 4 3 2 1 1 10 11 11 12 12 1 5 1 5 2 2 5 4 3 2 1 2 3 3 6 6 7 7 4 4 5 6 6 5 5 4 3 2 1 3

RANG LINKS

RANG LOGE

RANG RECHTS

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GALLERIE RECHTS

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24 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 24

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GALLERIE RECHTS

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BÜHNE RANG LINKS

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KURHAUS / THEATER

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PERSONALIA THEATERLEITUNG Intendant Uwe Eric Laufenberg Geschäftsführender Direktor & Vertreter des Intendanten Holger von Berg Persönliche Referentin des Intendanten Melanie Stelzer Assistentin des Geschäftsführenden Direktors Kira Vögele Generalmusikdirektor Patrick Lange Künstlerischer Betriebsdirektor Carsten Kochan Casting & Künstlerische Produktionsleitung Oper Katharina Götz Dramaturgie Anika Bárdos, Wolfgang Behrens, Marie Johannsen, Constantin Mende, Daniel C. Schindler

HESSISCHES STAATSBALLETT Ballettdirektor Bruno Heynderickx Hauschoreograf Tim Plegge Ballettmeister*innen Uwe Fischer, Jaione Zabala Martin Dramaturgie Lucas Herrmann Leiterin Tanzvermittlung Nira Priore Nouak Produktionsleitung Wiesbaden Lena Kunz Produktionsleitung Darmstadt Melchior Hoffmann Produktionsleitung Tanzplattform Rhein-Main Janine Petry Technische Produktionsleitung Zina Matheke Ballettkorrepetitor Waldemar Martynel Musikalischer Assistent Daniel Lett

WIESBADEN BIENNALE Kurator Kilian Engels Produktionsleitung (auch IMF) Alisa Golomzina

JUNGES STAATSTHEATER Künstlerische Leitung und Regie Dirk Schirdewahn Dramaturgie Luisa Schumacher, Anne Tysiak, Laura zur Nieden Junges Staatsmusical Leitung Iris Limbarth Junges Staatsmusical Musikalische Leitung Frank Bangert, Ulrich Bareiss, Jens Hunstein

Junges Staatsmusical Choreografie Iris Limbarth, Benjamin Rufin Junges Staatsmusical Choreografische Assistenz Denia Gilberg, Anna Heldmaier, Anna Stecking

THEATERPÄDAGOGIK Luisa Schumacher, Anne Tysiak, Laura zur Nieden Mitarbeit Tanzvermittlung Nira Priore Nouak Mitarbeit Musikpädagogik Gisela Reinhold

MUSIKALISCHE LEITUNG Generalmusikdirektor Patrick Lange Assistentin des GMD  Christina Domnick Orchesterdirektorin Verena Rast Leitung Orchesterbüro Clara Holzapfel Chordirektor & Dirigent Albert Horne Studienleiter, Dirigent & Stellvertretender Chordirektor Christoph Stiller Musikalische Assistenz & Korrepetition Tim Hawken, Waldemar Martynel, Akira Nakamura, Julia Palmova, Holger Reinhardt

DIRIGATE OPER GMD Patrick Lange, Christina Domnick, Levi Hammer, Albert Horne, Alexander Joel, Konrad Junghänel, Holger Reinhardt, Peter Rundel, Christoph Stiller

DIRIGATE KONZERT GMD Patrick Lange, Christina Domnick, Christoph-Mathias Mueller, Ruth Reinhardt, Andreas Spering

SCHAUSPIELMUSIK Wolfgang Böhmer, Bernd Bradler, Jan Brauer, Vasko Damjanov, Alex Halka, Gilbert Handler, Knut Jensen, Felix Kroll, Vera Mohrs, Bernhard Moshammer, Malte Kreutzfeldt, Kostia Rapoport, Moritz Wallmüller, Timo Willecke, Florian Wulff; für das Ballett: Ralph Abelein, Peer Baierlein, Roald Baudoux, Rival Consoles, Ori Lichtik, Waldemar Martynel

REGIE Ulrike Arnold, Adewale Teodros Adebisi, Clemens Bechtel, Nicolas Brieger, Mia Constantine, CyberRäuber (Björn Lengers, Marcel Karnapke), Rainer Fiedler, Tom Gerber, Henriette Hörnigk, Katrin Herchenröther, Kieran Joel, Daniela Kerck, Ingo Kerkhof, Carsten Kochan, Christoph Kohlbacher, Tim Kramer, Uwe Kraus, Philipp Krenn, Malte Kreutzfeldt, Daniel Kunze, Uwe Eric Laufenberg, Johannes Lepper, Susanne Lietzow, Iris Limbarth, Florian Mahlberg, Bernd Mottl, Tilo Nest, Sophie Pompe, Jacqueline Reddington, Irina Ries, Stephan Rumphorst, Beka Savić, Marlene Anna Schäfer, Dirk Schirdewahn, Luisa Schumacher, Sebastian Sommer, Kristine Stahl, Evgeny Titov, Magdalena Weingut

CHOREOGRAFIE Bryan Arias, Fouad Boussouf, Marc Brew, Sidi Larbi Cherkaoui, Stefanie Erb, Sharon Eyal/Gai Behar, Martin Harriague, Myriam Lifka, Iris Limbarth, Richard Oberscheven, Gabriel Galindez Cruz, Tim Plegge, Hannah Shakti Bühler, Benjamin Rufin, Alexander Whitley

BÜHNE, KOSTÜME & VIDEO Judith Adam, Andreas Auerbach, Doreen Back, R ­ aimund Bauer, Dirk Becker, Duri Bischoff, Franziska Bornkamm, Anne Buffetrille, Claudia Charlotte Burchard, Avi Yona Bueno (Bambi), Ariel Cohen, Lorena Diaz ­Stephens, Friedrich Eggert, Frank Fierke, Ulrich Frommhold, Susanne Füller, A ­ strid Gleichmann, Marianne ­ littenberg, Glittenberg, Rolf G Maayan Goldman, Amélie Haas, Alex Halka, Christine Hielscher, Vesna Hiltmann, Guy Hoare, Phoenix (Andreas Hofer), Gisbert Jäkel, Claudia Jenatsch, De-Da Productions, Jessica Karge, Daniela Kerck, Hannah König, Heike Korn, Malte Kreutzfeldt, Till Kuhnert, Jannik Kurz, Britta Lammers, Aurel Lenfert, Britta Leonhardt, Sophie Leypold,


Service

Marie­Luise Lichtenthal, Iris Limbarth, Ji Hyung Nam, Wicke Naujoks, Gérard Naziri, Jan Hendrik Neidert, Bettina Neuhaus, Sophie Pompe, Irina Ries, Jessica Rockstroh, Philipp Rubner, Daniela Ruchser­ Schlote, Tanja Rühl, Mirjam Ruschka, Madeleine Sahl, Florian Schaaf, ­Matthias Schaller, Brigitte Schima, Dirk Schirdewahn, Frank Philipp Schlößmann, Andrea Schmidt­ Futterer, Luisa Schumacher, Robert Schweer, Kristine Stahl, Marina Stefan, Astrid Steiner, Antje Sternberg, Steffi Sucker, Cristina Suárez Herrero, Sabine Wegmann, Claudia Weinhardt, Frieder Weiss, Fabian Wendling, Lars Werneke, Dorothea Lütke Wöstmann, Nina Wronka

SÄNGER*INNEN Dinara Alieva, Stella An, Lena Belkina, Romina Boscolo, Fleuranne Brockway, Anna El­-Khashem, Heather Engebretson, Catherine Foster, Olesya Golovneva, Sonja Grevenbrock, Lena Haselmann, Silvia Hauer, Barbara Haveman, Elissa Huber, Sumi Hwang, Margarete Joswig, Aleksandra Jovanović, Hyemi Jung, Vesselina Kasarova, Sharon Kempton, Katharina Konradi, Julia Lezhneva, Karolina Liçi, Maike Menningen, Khatuna Mikaberidze, Jordanka Milkova, Cristiana Oliveira, Cristina Pasaroiu, Jessica Poppe, Gloria Rehm, Michelle Ryan, Dalia Schaechter, Britta Stallmeister, Slávka Zámečníková, Adrian Angelico, Erik Biegel, Thomas Blondelle, Christopher Bolduc, Patrick Carfizzi, Aaron Cawley, Julian Culemann, Daniel Luis de Vicente, Wolf Matthias Friedrich, Rodrigo Porras Garulo, Günther Groissböck, Julian Habermann, Ioan Hotea, Rouwen Huther, John Irvin, Alexei Isaev, Marco Jentzsch, Andreas Karasiak, Otto Katzameier, Fabian Kelly, Kangmin Justin Kim, Johannes Martin Kränzle, Konstantin Krimmel, Florian Küppers, KS Thomas de Vries, Tianji Lin, Pablo Martinez, Philipp Mathmann, Claudio Otelli, René Pape, Young Doo Park, Thomas Maria

Peters, Martin Piskorski, Ralf Rachbauer, Marek Reichert, Timo Riihonen, Benjamin Russell, Andreas Schager, Erwin Schrott, Aluda Todua, Wolfgang Vater, Nathaniel Webster

TÄNZER*INNEN Manon Andral, Daniela Castro Hechavarría, Greta Dato, Margaret Howard, Sayaka Kado, Meilyn Kennedy, Ludmila Komkova, Jiyoung Lee, Isidora Markovic, Kristín Marja Ómarsdóttir, Aurélie Patriarca, Vanessa Shield, Rita Winder, N.N. Kiran Bonnema, Alessio Damiani, Ramon John, Masayoshi Katori, Jorge Moro Argote, Daniel Myers, Francesc Nello Deakin, Marcos Novais, Alessio Pirrone, Taulant Shehu, Tatsuki Takada, Matthias Vaucher, N.N., N.N.

SCHAUSPIELER*INNEN Iris Atzwanger, Mira Benser, Evelyn M. Faber, Julia Elfert, Otiti Engelhardt, Ragna Guderian, Marlene Sophie Haagen, Lina Habicht, Katharina Heißenhuber, Lena Hilsdorf, Monika Kroll, Anne Lebinsky, Jacqueline Macaulay, Dominique Marino, Ipek Özgen, Elke Opitz, Sophie Pompe, Nora Quest, Karoline Marie Reinke, Vera Hannah Schmidtke, Christina Tzatzaraki, Sybille Weiser, Klara Wördemann, Maria Wördemann, Baris Ar, Michael Birnbaum, Nicolas Brieger, Martin Bringmann, Cain Van Cauwenbergh, Murat Dikenci, Hanno Friedrich, Tom Gerber, Michael Graf, Gottfried Herbe, Burak Hoffman, Klaus Nicola Holderbaum, Benjamin Krämer-Jenster, Christian Klischat, Christoph Kohlbacher, Uwe Kraus, Klaus Krückemeyer, Rainer Kühn, Matthias Lamp, Uwe Eric Laufenberg, Tobias Lutze, Ihsan Othmann, Marc Paus, Noah L. Perktold, Thomas Maria Peters, Martin Plass, Bernd Ripken, Stefan Roschy, Stephan Rumphorst, Vera Hannah Schmidtke, Lukas Schrenk, Linus Schütz, Paul Simon, Philipp Steinheuser, Fabian Stromberger, Felix Strüven, Burak Unzuncimen, István Vincze, Atef Vogel, Felix Vogel, Matze Vogel, Thomas Zimmer

CHOR DES HESSISCHEN STAATSTHEATERS WIESBADEN Chordirektor Albert Horne 1. SOPRAN Ayako Daniel, Elke End-Beck, Anne­-Kathrin Germann, Eunshil Jung, Donata Alexandra Koch, Eka Kuridze, Anke Stoschka, Michaela Wielgus, Hyerim Park 2. SOPRAN Ines Behrendt, Jacqueline Frank, Ulrike Geisen, Izumi Geiger 1. ALT Elisabeth Bert, Alma De Lon, Simone Gauglitz, Shirli Polena, Petra Urban 2. ALT Yeonjin Choi, Petra Heike, Lena Naumann, Daniela Rücker, Jana Schmidt, Barbara Schramm 1. TENOR Marc-Wolfgang Frey, P. J. Hurley, Kyung­-Jin Jang, Koan-Sup Kim, Kyoung­-Soon Kim, Keun Suk Lee, Osvaldo Navarro­-Turres 2. TENOR Vladimir Emelin, Jochen Elbert, Sebastian Link, Giorge Martin, Sung­-Woo Park 1. BASS Christian Balzer, John Holyoke, Aldomir Mollov, Yoontaek Rhim, Dong­-Gyun Seo 2. BASS Ivan Daudrich, Oliver Steinmetz, Martin Stoschka, PetroPavlo Tkalenko, Sławomir Wielgus Leitung Chorbüro Petra Urban Chorvorstand John Holyoke, Sebastian Link, Eka Kuridze

HESSISCHES STAATSORCHESTER WIESBADEN I. VIOLINE Karl­-Heinz Schultz, Alexander Bartha, koord. 1. Konzert­meister, Keiko Steenpaß, 3. Konzertmeisterin, Uta Lorenz, Antoaneta Staicov-­Nierlich, Nicole Windolf, Anna Balzer-­Tarnawska, Anton Tykhyy, Svantje Wolf, Igor Mishurisman, Patrick Peters, Yuri Uomizu, Anastasiya Mishurisman II. VIOLINE Hermann Jussel, Sebastian Max, Maryna Veremeeva, Inken Renner, Anne-Catherine Eibel, Rebekka Herrmann, Judith Hiller-­ Schumann, Xiaojun Amelie Huang, Judith Oberndorfer, Monika Pulch, Christine Seiler, Elke Tobschall, Magdalena Zell, N.N. VIOLA Eleanor Kendra James, Sabine Schultz, Wolfgang Grabner, Pamela Kremer, Tilman Lauterbach, Nina Torborg-Hunck, Kristof Windolf, Gertrud Weise

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VIOLONCELLO Johann Ludwig Konzert­ meister, Ruodi Li, Tobias Galler, Daniel Geiß, Emanuela Simeonova, Susanne Tscherbner, Tobias Fischer KONTRABASS N.N., Kazuko Maeda-­ Hörnle, Jochen Steinmetz, Markus Kräkel, Eunseon Kim HARFE Kristina Kuhn FLÖTE Mátyás Bicsák, Cornelia Thorspecken, Jessica Jiang, Thomas Richter OBOE Melanie Rothman, André van Daalen, Bernhard Schnieder, Christian Becher KLARINETTE Adrian Krämer, Tomas Eckardt, Charlotte Gombert, Dörte Sehrer FAGOTT Peter Brechtel, Beatrix Lindemann, Oskar Münchgesang, Chih-Ti Wang HORN Jens Hentschel, Jonas Finke, Kerstin Künkele, Christoph Latzel, Stanton Falling, Lioba Giesbert TROMPETE Tobias Vorreiter, Martin Schneider, Paul-Heinrich Wellnitz, N.N. POSAUNE Tim Raschke, Christoph Paus, Matthias Hof, Tobias Hildebrandt TUBA Roland Vanecek PAUKE Axel Weilerscheidt, Martin Lorenz SCHLAGWERK Edzard Locher Orchesterpraktikant*innen 1. Violine (2), 2. Violine, Viola (2), Violoncello (2), Kontrabass, Schlagzeug (2), Harfe Orchestervorstand Martin Schneider, Christine Seiler, Christoph Latzel Orchesterwarte Harry Ickert, Pedro Romano Assistenz der Orchesteradministration Christoph Hunck

DISPOSITION Künstlerischer Betriebsdirektor Carsten Kochan Leitung Künstlerisches Betriebsbüro & Disposition Schauspiel Jessica Rupp Mitarbeit Künstlerisches Betriebsbüro Nadine Schäuble, Sylvia Franzmann

MARKETING, PRESSE- & ­Ö FFENTLICHKEITSARBEIT Leitung Kommunikation & Marketing Juliane Gaebler Marketingreferentin Ann-­Katrin Trebitz Pressereferentin N.N.

TONTECHNIK

Onlineredakteur & Medienreferent David Bruwer

Leitung Stephan Cremer

BÜHNENDIENSTE

REQUISITE

Regieassistenz Lana Bandorski, Silvia Gatto, Bjarne Gedrath, Florian Mahlberg, Melanie Schulze Leitung Statisterie Thomas Braun, Philipp Appel Regieassistenz Junges Staatsmusical Julia Rocker, Julia Sophia Schwarz, Anna Stecking

Leitung Ulli Melnik Rüstmeister Joachim Kutzer

INSPIZIENZ Chefinspizient Kenneth Pettitt, Stv. Chefinspizientin Laura Schalomon Inspizienz Julia Aizenberg, Franziska von Knoblauch, Gerd Wehmann Inspizienz Junges Staatsmusical Katrin Höpp, Julia Rocker, Michael Schmiedel, Franziska Spring

SOUFFLAGE Simone Betsch, Irmtraud Hetz, Regine Schneider, Hans Winkler

TECHNIK  8 TECHNISCHE LEITUNG Technischer Direktor / Schwerpunkt Produktion Sven Hansen Technischer Direktor / Schwerpunkt Bühnenbetrieb Robert Klein Leitung techn.-künstler. Planung und Produktionserstellung Pablo Gerardo Buchholtz Technisches Büro & Frauen­und Gleichstellungsbeauftragte Petra Holley Assistent der Technischen Direktion / Schwerpunkt Konstruktion N.N. Produktionsleitung Karin Bodenbach, Anne Bugner, Lars Werneke

BÜHNENTECHNIK Theaterobermeister Klaus-Peter Pollok Theatermeister Großes Haus Thomas Sattler, Torsten Szyszka Theatermeister Kleines Haus René Landgraf, Klaus Münnig

MALSAAL Leitung Veronika Moos 1. Theatermalerin Sabine Dittmann

HAUSTECHNIK 8 SCHLOSSEREI Leitung Fred Groß

SCHREINEREI Leitung Ulf Gigerich

DEKORATEURE Leitung Elena Weigl

KOSTÜMABTEILUNG Leitung Kostümabteilung Claudia Christophel Obergewandmeister Jürgen Rauth

DAMENSCHNEIDEREI Leitung & Gewandmeisterin Claudia Dirkmann 2. Gewandmeisterin und Stellvertretung der Leitung Karin Lucas Gewandmeisterinnen Brigitte Lorenian, Nina Schramm

HERRENSCHNEIDEREI Leitung & Gewandmeister Horst Walter Legenbauer 2. Gewandmeister Jannik Kurz

GARDEROBENMEISTER & FUNDUSVERWALTUNG Leitung Astrid Beißmann, Friederike Betke Produktionsleitung Diana Derenbach Kostümassistenz Anna Rädger, Lara Regula, Dorothee Schneider, Steffi Sucker

HUTMACHERINNEN Elisabeth Taylor, Sinayda Pley

SCHUHMACHER Theocharis Simeonidis

BELEUCHTUNG

MASKE

Leitung Andreas Frank Beleuchtungsmeister Karin Gebert, Klaus Krauspenhaar Andrea Leib, Oliver Porst, u. a.

Chefmaskenbildnerin Katja Illy Stellvertretender Chefmaskenbildner Stefan Salcher Maskenbildner*innen Nadine Brück (in Elternzeit), Nese Celik, Maria


Service

Dehzad, Silke Domogalla, Birte Elbert, Isabell Elflein, Leslie Hellriegel, Claudia Komlóssy, Elisa Lingweiler, Michael Müller, Kati Richter, Alena Schestag, Anja Störtzbach, Ulla Stotz, Louisa Trampe, Aylin Wilhelm Auszubildende Marisa Eilert, Saskia­ Laura Rensen, Chiara Martini

VERWALTUNG 8 Geschäftsführender Direktor & Vertreter des Intendanten Holger von Berg Assistentin des Geschäftsführenden Direktors Kira Vögele

PERSONALABTEILUNG

THEATERKASSE

Leitung N.N.

Erika Ach, Sabine Becker, Britta von Dewitz, Ralf Dietrich, Sahra Maria Engel-Galindo, Laura Georg, Silvia Groß, Katrin Höpp, Julia van der Horst, Ioanna Jung, Annabelle Krukow, Sarah-Marie Martin, Marijana Nedic, Swetlana Radetzki, Klaus-Dieter Schüssler, Matthias Woehl

PERSONALRAT Vorsitzender Christof Betz Stellvertretende Vorsitzende Jacqueline Wilke Personalratsbüro & Vertrauensperson der Schwerbehinderten und Gleichgestellten Claudia Servi

TICKETSCHMIEDE GMBH / THEATERKASSE Verkaufsleitung Tanja Grimm

GRUPPEN- & SCHULBÜRO

Petra Zerbe

Ralf Dietrich, Ioanna Jung, Annabelle Krukow, Ariane Moos, Dr. Rainer Schmitt

HAUSHALTS- & ORGANISATIONSABTEILUNG

ABONNEMENTBÜRO

Leitung & ständiger Vertreter des Geschäftsführenden Direktors Jan Rathgeber

Leitung Anna Hoffmann, Anneke Ohnhaus Sabine Becker, Britta von Dewitz, Silvia Groß, Marijana Nedic, Swetlana Radetzki, Klaus-Dieter Schüssler

CONTROLLING

IT-­ABTEILUNG Jürgen Stahl

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8 Gemäß der Europäischen Datenschutzgrundverordnung vom 25. Mai 2018 werden von den gekennzeichneten Abteilungen nur die Abteilungsleiter genannt, da nicht sämtliche Einverständniserklärungen der Beschäftigten vorliegen.

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Service

SPIELPLAN

DEZEMBER 2021 02 Do 04 Sa 05 So 08 Mi 09 Do 10 Fr

GROSSES HAUS & KURHAUS SEPTEMBER 2021 05 So 12 So 15 Mi 17 Fr 18 Sa 19 So 22 Mi 25 Sa 26 So 30 Do

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My Fair Lady Die Hochzeit des Figaro Die Hochzeit des Figaro Die Hochzeit des Figaro My Fair Lady Il Trovatore WIR 1 WIR 1 Il Trovatore Die Zauberflöte Il Trovatore

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OKTOBER 2021 02 Sa 18.00 Wallenstein 03 So 18.00 Il trittico (Puccinis »Triptychon«) 06 Mi 18.00 WIR 2 20.00 WIR 2 08 Fr 18.30 Wallenstein 09 Sa 19.30 Die Zauberflöte 10 So 18.00 Wallenstein 15 Fr 18.30 Wallenstein 16 Sa 19.30 Cabaret 17 So 18.00 Il trittico (Puccinis »Triptychon«) 21 Do 19.30 Die Zauberflöte 22 Fr 19.30 My Fair Lady 23 Sa 19.30 Cabaret 24 So 16.00 Il trittico (Puccinis »Triptychon«) 27 Mi 19.30 Cabaret 30 Sa 19.30 Il Trovatore 31 So 19.30 My Fair Lady

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NOVEMBER 2021 05 Fr 18.30 Wallenstein 06 Sa 19.30 Galakonzert 125 Jahre Internationale Maifestspiele 07 So 16.00 Tristan und Isolde 10 Mi 18.30 Wallenstein 12 Fr 19.30 Il Trovatore 13 Sa 17.00 Tristan und Isolde 14 So 10.30 Kleiner König Kalle Wirsch 18.00 Wallenstein 17 Mi 18.00 WIR 3 20.00 WIR 3 19 Fr 19.30 My Fair Lady 20 Sa 19.30 Horizonte 21 So 10.30 Kleiner König Kalle Wirsch 13.00 Kleiner König Kalle Wirsch 19.30 Il Trovatore 25 Do 19.30 Horizonte 26 Fr 19.30 My Fair Lady 27 Sa 18.00 Wallenstein 28 So 16.00 Tristan und Isolde

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Horizonte Horizonte Tristan und Isolde Der Nussknacker Werther Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Hänsel und Gretel Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Der Nussknacker Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Werther Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Werther Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch My Fair Lady Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Hänsel und Gretel Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch My Fair Lady Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Werther Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch

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21 Di 10.30 12.30 19.30 22 Mi 10.30 12.30 19.30 23 Do 10.30 12.30 19.30 24 Fr 25 Sa 10.30 13.00 19.30 26 So 10.30 13.00 19.30 27 Mo 10.30 12.30

Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Hänsel und Gretel Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Werther Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Cabaret Heiligabend Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Der Nussknacker Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Werther Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch

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28 Di 10.30 19.30 29 Mi 10.30 12.30 19.30 30 Do 10.30 12.30 19.30 Fr 31 19.30

Kleiner König Kalle Wirsch Der Nussknacker Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Hänsel und Gretel Kleiner König Kalle Wirsch Kleiner König Kalle Wirsch Der Nussknacker My Fair Lady

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JANUAR 2022 01 Sa 17.00 Neujahrskonzert 02 So 10.30 Kleiner König Kalle Wirsch 13.00 Kleiner König Kalle Wirsch 19.30 Hänsel und Gretel 08 Sa 17.00 Tristan und Isolde 09 So 18.00 Die Entführung aus dem Serail 13 Do 19.30 Werther 14 Fr 19.30 Die Entführung aus dem Serail 15 Sa 19.30 Cabaret 16 So 11.00 Neujahrsgala 13.30 Neujahrsgala 20 Do 19.30 My Fair Lady 21 Fr 19.30 Die Entführung aus dem Serail 22 Sa 19.30 Pique Dame 23 So 16.00 Horizonte 26 Mi 19.00 König Lear 19.30 WIR 4 27 Do 18.30 Wallenstein 29 Sa 19.30 Pique Dame 30 So 18.00 Don Giovanni

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Pique Dame Don Giovanni Die Entführung aus dem Serail HR 2 Hörfest Gala Pique Dame Pique Dame Chinesisches Neujahrskonzert Don Giovanni Pique Dame WIR 5 Cabaret Die Zauberflöte Werther Elektra Elektra memento König Lear

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MÄRZ 2022 03 Do 04 Fr 05 Sa 06 So 11 Fr 12 Sa 13 So

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memento Pique Dame Cabaret Tristan und Isolde Elektra memento Cabaret

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memento Don Giovanni Pique Dame Don Carlo Wallenstein Don Carlo Così fan tutte Die Hochzeit des Figaro Don Carlo

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Idomeneo Così fan tutte Titus WIR 6 Wallenstein Don Carlo Cabaret Idomeneo Don Carlo Wallenstein Idomeneo Così fan tutte Don Carlo Titus Titus Die Zauberflöte Cabaret Wallenstein

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APRIL 2022

FEBRUAR 2022 02 Mi 03 Do 04 Fr 05 Sa 06 So 10 Do 11 Fr 12 Sa 13 So 16 Mi 17 Do 18 Fr 19 Sa 20 So 24 Do 26 Sa 27 So

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01 Fr 02 Sa 03 So 06 Mi 07 Do 08 Fr 09 Sa 10 So 13 Mi 14 Do 15 Fr 16 Sa 17 So 18 Mo 22 Fr 23 Sa 24 So 28 Do

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Babylon Ideomeneo Babylon Die Entführung aus dem Serail Die Hochzeit des Figaro Don Giovanni Così fan tutte Die Zauberflöte Titus Don Carlo Tristan und Isolde

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Babylon Don Carlo memento Così fan tutte Don Carlo Tristan und Isolde WIR 7 Tyll Babylon memento König Lear Così fan tutte Cabaret Tyll Don Carlo

MAI 2022 01 So 13 Fr 14 Sa 15 So 19 Do 20 Fr 21 Sa 26 Do 27 Fr 28 Sa 29 So

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JUNI 2022 01 Mi 02 Do 03 Fr 04 Sa 05 So 06 Mo 08 Mi 10 Fr 11 Sa 12 So 14 Di 15 Mi 16 Do 17 Fr 18 Sa

19.30 19.30 19.30 19.30 16.00 16.00 19.30 19.30 19.30 18.00 19.00 19.30 19.30 19.30 19.30

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Babylon memento Wallenstein Cabaret Elektra Il Trovatore Il Trovatore My Fair Lady

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JULI 2022 01 Fr 03 So 07 Do 08 Fr 09 Sa 10 So 13 Mi 14 Do 15 Fr 16 Sa 20 Mi 21 Do 22 Fr 23 Sa 24 So

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memento Il Trovatore Tyll Eden König Lear My Fair Lady WIR 8 Babylon Il Trovatore memento Idomeneo König Lear Cabaret Titus Die Zauberflöte

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KLEINES HAUS (PREMIEREN) 24.09. 03.12. 21.01. 19.02. 06.03. 29.04. 11.06. 02.07.

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Wuhan – Die Verwandlung Bunbury The Minutes Der Vater Schöne neue Welt Drei Schwestern Extension Kalldewey, Farce

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WARTBURG (PREMIEREN) 01.10. 04.12. 28.01. 04.03. 07.05. 18.06. 15.07.

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Der Mensch ist ein Anderer White Boxx Vol. 4 – Der Sandmann Corpus Delicti Jugend ohne Gott Behalt das Leben lieb What Dreams Are Made Of Kriegerin

STUDIO (PREMIEREN) 19.09. 12.12. 13.02. 19.03. 29.05.

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Die furiosen Drei Katzen Wutschweiger Instame Gold!

Alle weiteren Aufführungstermine finden Sie im monatlich erscheinenden ­Leporello oder unter www.staatstheater-wiesbaden.de.

LEGENDE Premieren / Start der Wiederaufnahme SPIELSTÄTTEN

ABONNEMENTS

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Großes Haus GHprem, GHmi, GHdo, GHfr, GHsa, GHso, 16-So, MiMix, FrMix, ­Ballett-Abo, MixVB Kleines Haus KHprem, KHmi, KHdo, KHfr, KHwe, MiMix, FrMix, Ballett-Abo, MixVB Kurhaus Konz-Abo

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Kontakt Hessisches Staatstheater W ­ iesbaden Christian-Zais-Straße 3 65189 Wiesbaden Tel. 0611  . 132  1 Theaterkasse Tel. 0611  . 132  325 vorverkauf @ staatstheater-wiesbaden.de Abonnement-Büro Tel. 0611  . 132  340 abonnement @ staatstheater-wiesbaden.de Gruppenbüro Tel. 0611 . 132 300 gruppenticket @ staatstheater-wiesbaden.de Allgemeines info @ staatstheater-wiesbaden.de Intendanz intendanz @ staatstheater-wiesbaden.de Geschäftsführende Direktion direktion @ staatstheater-wiesbaden.de Marketing marketing @ staatstheater-wiesbaden.de Presse presse @ staatstheater-wiesbaden.de Künstlerisches Betriebsbüro kbb @ staatstheater-wiesbaden.de Dramaturgie dramaturgie @ staatstheater-wiesbaden.de Ballett ballett @ staatstheater-wiesbaden.de Junges Staatstheater just @ staatstheater-wiesbaden.de Junges Staatsmusical junges-staatsmusical @ staatstheater-wiesbaden.de Theaterpädagogik theaterpaedagogik @ staatstheater-wiesbaden.de Anzeigen ursula.maria.schneider @ t-online.de DAS FOYER Kontakt & Reservierungen Mo – Fr 9 – 15 Uhr Tel. 0611 . 505 938 11 www.das-foyer-wiesbaden.de

IMPRESSUM Intendant Uwe Eric Laufenberg Geschäftsführender Direktor Holger von Berg Redaktion Daniel C. Schindler, Ann-Katrin Trebitz Texte Dramaturgie Gestaltung formdusche, studio für gestaltung Druck Köllen Druck + Verlag GmbH Redaktionsschluss 24. Juni 2021 (Änderungen vorbehalten) Bildnachweise Dario Acosta: S. 7 (Schrott) | ­Sofonisba Anguissola: S. 43 ­(Elisabet von Varols) | Uwe Arens: S. 7 (Foster) | Barbara Aumüller: S. 7 (Kränzle) | Ralf Bauer: S. 121 | Marco Borggreve: S. 53, 121 | Alice Brazzit: S. 156 ­(»Spiritual Boyfriends«) | Regina Brocke: S. 154 (Anzeige), 177 | David Bruwer: S. 192 – 193 | Alonso Sánchez Coello: S. 43 (Don Carlo), S. 44 (Philipp II.) | CyberRäuber: S. 162, 165 | ­Sven-Helge Czichy: S. 41, 56, 132, 135 | Tom Dachs: S. 157 | De-Da ­Productions: S. 7 (Konradi), 34, 108 – 109, 110, 113, 115, 116 – 117, 119, 120, 122, 126, 140 – 148, 150 – 151, 178 | Andreas J. Etter: S. 20, 170 | Alex Font: S. 156 (»Sonoma«) | Gerald von Foris: S. 172 | Karl & Monika Forster: Cover (Umschlag), S. 1, 2, 12 – 13, 14, 15, 21, 40, 46, 47, 48, 58 – 59 | Karl Forster: S. 35 | Simon Hegenberg: S. 212 | Ji Hyung Nam: S. 172 | Gabriela Neeb: S. 4 | Hessisches Staatstheater Wiesbaden: S.6 | David Jerusalem: S. 7 (Schager) | Arthur von Ramberg: S. 44 (Marquis Posa) | ­Maurice Ramirez: S. 156 (»Roots Above Ground«) | Ingo Schaefer: S. 130 – 131 | Michael Schmidt: S. 90 (links, Bildtitel: o.t. aus Waffenruhe / Ceasefire, Jahr: 1985 – 87, Technik: Bromsilbergelatineprint, Bildmaß: 49,8 x 59,5 cm, Bildnummer: 06.028), S. 90 (rechts, Bildtitel: o.T. aus Waffenruhe / Ceasefire, Jahr: 1985 – 87, Technik: Bromsilbergelatineprint, Bildmaß: 49,8 x 59,5 cm, Bildnummer: 06.040), S. 92 (Bildtitel: o.T. aus Waffenruhe / Ceasefire, Jahr: 1985 – 87, Technik: Bromsilbergelatineprint Bildmaß: 49,8 x 59,5 cm, Bildnummer: 06.047) | Kerstin Schomburg: S. 85, 96 – 105 (Bildstrecke) | Bruno Simao: S. 156 (»Coin Operated«) | Dominik Stixenberger: S. 7 (Groissbock) | Christine Tritschler: S. 95, 166, 171, 173, 175, 176, 181, 183, 191 (Portraits) | Wikimedia Commons / Muzeum Hlavního Města Prahy: S. 123 | Wikimedia Commons / Archiv der abteilung für Musikgeschichte des »Moravian Regional Museum« in Brno: S. 124 | Wikimedia Commons / Die Sternennacht (1889, Vincent van Gogh): S. 88 |

Wikimedia Commons / Stéphane Moussie aus Lyon, Frankreich (Bildausschnitt der Statue von Oscar Wilde im Merrion Square, Dublin, Republik Irland): S 69 – 70 Illustrationen formdusche, studio für gestaltung


RICHARD WAGNER, »TRISTAN UND ISOLDE«

NOCH LOSCH DAS ­ LICHT NICHT AUS.


OPER SCHAUSPIEL KONZERT BALLETT JUST

Profile for Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Spielzeit 2021.2022 | Hessisches Staatstheater Wiesbaden (Stand 17.06.2021)  

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