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SPIELZEIT 2019.2020 DAS PROGRAMM DES HESSISCHEN STAATSTHEATERS WIESBADEN

OPER SCHAUSPIEL KONZERT BALLETT JUST


RICHARD WAGNER

WANDEL UND WECHSEL LIEBT, WER LEBT.


Liebes Publikum Das gibt es fast nur im Theater. Das Bewusstsein jetzt zu leben, jetzt zu spielen, jetzt zusammen zu sein. Und dabei alles Vergangene auf­ zusaugen, in die Zukunft zu blicken und doch JETZT zu sein. Können wir die Welt und das Leben wirklich verstehen? Wir können unsere Welt, in der wir leben, nur verstehen, wenn wir wissen, woher wir kommen. Die Traditionen, in denen wir stehen, dasjenige, was uns aus der Vergan­ genheit mit auf den Weg gegeben wurde und was uns geprägt hat – all das bildet das Fundament unseres Seins. Daher gehen uns auch all die von fernher überlieferten Texte, die Opern und Dramen, noch heute etwas an – weil sie die Schlüssel ­liefern zu dem, was wir geworden sind. Wenn wir verstehen lernten, woher wir kommen, und wenn wir die alten Texte wirklich zu lesen imstande wären, dann erst könnten wir auch die Welt verändern und verbessern. Aber da die Welt, unser Leben und unser Gewordensein so schwer zu verstehen sind, die Vergangenheit wie in einem unendlichen Meer zu vergehen scheint, die Zukunft uns bedrohlich anstarrt wie ein Unge­ heuer am Horizont und die Wahrheit ein so kompliziertes Unterfangen bleibt, kommen wir nur sehr schwer und langsam dazu, uns eine bessere Welt wenigstens vorzustellen. Theater ist immer JETZT. Jetzt. Wir sind hier, da für Sie, wir zusammen, JETZT. Und jetzt. Und jetzt. Und jetzt.

Die Zeit geht in Pendelbewegungen. Und im Großen geht es vorwärts. Wenn wir die Welt von 1919 mit der von 2019 vergleichen, geht es so gut wie allen Menschen auf der Welt besser, wenn es auch noch nicht allen gut geht. Und auch wenn es wieder Bestrebungen ins Nationale, Sektie­ rerische, Ideologische gibt, wissen wir im Grunde, dass der Fortschritt dort nicht zu finden ist. Aber Rück­ schritte werden die Menschen nur kurz hinnehmen. Freiheit, Gleich­ heit, Brüderlichkeit sind Werte, die nicht mehr rücknehmbar sind.

INHALT

OPER 19 Überblick

SCHAUSPIEL

59 Überblick

KONZERT

101 Überblick

BALLETT

117 Überblick

JUST

143 Überblick 164 Theaterpädagogik 173

SERVICE

In diesem Sinne spielen wir für Sie. Von gestern und heute für morgen.

174 Karten

Wir spielen »Tyll« und »Wallenstein«, Geschichten aus dem 3­ 0-jährigen Krieg, und initiieren ein neues Stück über die Kommunalpolitik von heute. Wir gehen von »Carmen« über »Tristan und Isolde« zu »Anna Nicole«.

181 Kartenpreise

Wir tanzen, performen, singen und sprechen. Wir spielen. Wenn wir das Leben schon nicht ­verstehen können, können wir es uns doch erspielen. Glauben Sie mir, das geht. Wir schaffen das.

Uwe Eric Laufenberg, Intendant

176 Abonnements 182 Saalpläne 187 Anfahrt 188 Personalia 193 Spielplan 196

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KONTAKT IMPRESSUM


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125 JAHR E

HESSIS

CHES S T W I E S BAAATST H E AT E R DEN

BEINAHE EIN JAHR­H UNDERT­ PROJEKT Seit das Hessische Staatstheater Wiesbaden vor 125 Jahren eröffnet wurde, ist das prachtvolle Gebäude das kulturelle Zentrum Wiesbadens. Kommen Sie mit auf eine kleine Zeitreise …

TEXT EVA CHRISTINA VOLLMER FOTO SIMON HEGENBERG


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Zeichnung »Das alte und neue Theater zu Wiesbaden«

Schon im Jahre 1859 plante Herzog Adolf von Nassau den Bau eines großen Theaters auf dem Gelände des im selben Jahre angelegten »­Warmen Dammes«. Der entsprechende Ent­ wurf von Oberbaurat Philipp Hoffmann (1860) zeigt einen klassizistischen Prachtbau auf hohem Sockel mit deutlichen Anklängen an Karl Fischers Münchener Nationaltheater. Obwohl die Finanzierung des Projektes durch die seit Jahren auf ein Konto eingezahlten Überschüsse der Spielbank gesichert schien, scheiterte das Vorhaben schließlich am ­Einspruch der städti­schen Körperschaften. Es sollten noch weitere 30 Jahre vergehen, bis man sich von der Not­wendigkeit eines Neu­baus restlos überzeugt hatte. Natürlich gab es auch Stimmen, die alle für einen Neubau sprechenden Gründe (z. B. die jährlichen ­Reparaturkosten am alten Theatergebäude in Höhe von 60.000 Mark, die geringe Platz­ anzahl) ignorierten, da »das hiesige Thea­ter groß genug ist, um oft riesig leer zu sein«. Aber auch als das Königliche Haus 1892 die Ab­sicht äußerte, die Verwaltung der Theater in Hannover, Kassel und Wiesbaden aufzu­geben und sie in städt­ische Verwaltung über­ gehen zu lassen (was den allmählichen Entzug der Sub­ventionen zur Folge gehabt hätte), ließ sich die Stadtverordnetenversammlung nicht mehr da­von abhalten, den geplanten

Theaterneubau ohne alle Einschränkungen durchzuführen. Der entscheidende Mann, der die Ausschreibung eines Wettbewerbes zwi­ schen Architektenbüros in Aachen, ­Hamburg und Wien praktisch gegen den Willen der preußischen Regierung durch­führen ließ, war Wiesbadens Oberbürger­mei­ster Carl von Ibell. Nachdem man sich für das Projekt der überaus produktiven Wiener Theater­architek­ten Ferdinand Fellner und Her­mann Helmer ent­ schieden hatte, wurde am 5. August 1892 der Vertrag geschlossen und am 22. Februar 1893 der Grundstein zum Theaterneu­bau gelegt.

1,8 Mio.

Der Typus des im ­neu­barocken Stil errich­ teten Wiesbadener Hauses geht zurück auf Fellners und Helmers Theater in Prag (Smetana­­theater), Wien (Volkstheater), Zürich Mark kostete das (Stadt­t heater) und Wiesbadener Haus wurde nach Wies­baden in Zagreb, Graz und Hamburg (Schauspielhaus) weiter­ver­arbeitet. Der Innenraum gehört zu der Gruppe der Säle mit Logen- und Balkonrängen. Die De­ko­ ration des Saales entspricht dem, was Man­fred Semper als das Ideal für einen Theatersaal


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vorschwebte: »Diejenige (Stilform) des Über­ ganges von Barock zum Rokoko, sowie das reine Rokoko bieten sich ganz besonders für eine spie­lende und üppige Behandlung der von der Re­naissance übernommenen architektonischen Grundform.« Obwohl das Wiesbadener Haus mit einem Kosten­aufwand von annähernd 1,8 Millionen Mark zu den aufwendigsten Theater­bauten der Zeit gezählt werden muss, ist dabei zu bedenken, dass die Gesamtkosten aller (47) von Fellner und Helmer errichteten Theater­ gebäude nur um ein Geringes über den Kosten des monumentalsten Theaters des 19. Jahr­ hunderts, der Großen Oper in Paris, lagen. Die Bau- und Ausstattungsarbeiten schritten termingerecht voran, so dass sich der Vorhang im alten Schillerplatztheater am 7. Oktober 1894 zum letzten Male hob. Die feierliche Eröff­ nung des Großen Hauses fand am 16. Oktober 1894 in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. statt. Während die Planung und Vorbereitung des Theater­ baus noch in die Intendanz Feierliche Eröffnung des Heinrich Adelons fiel Großen Hauses in Anwesen­ (bis Oktober 1893), lag die heit Kaiser Wilhelms II. Über­­führung des alten in das neue Theater und die zweckmäßige und künstlerische Einrichtung desselben in den Händen des neuen Intendan­ten Georg von Hülsen. Als Sohn des ehemali­gen ­Berliner Generalintendanten Botho von Hülsen musste er für diese Aufgabe geradezu prädestiniert erscheinen. Georg von Hülsen, der den Rang eines preußischen Rittmeisters beklei­dete, Kaiser Wilhelm II. hatte in ­München Kunst­ geschichte und Ästhetik studiert. Zwischen 1879 und 1886 be­glei­tete er seinen Vater häufig auf Inspektions­reisen und lernte dabei fast alle bedeutenderen deutschen und ausländischen Theater kennen. Während seiner Intendanz erlebte die Wiesbadener Bühne eine enorme Prachtentfaltung im Berli­ner Hofstil, ihre ­Aufführungen erregten bewun­derndes Aufsehen in ganz Deutschland. Der Einzug in das Große Haus mit seinen ver­­än­derten Bühnenverhältnissen machte die Neu­anfertigung sämtlicher Dekorationen notwen­dig. Die Oberinspektoren für die deko­ rativen und kostümlichen Einrichtungen der Wiesba­dener Bühne, Carl August Schick und Ludwig Raupp, hatten einen Reformplan

16. Okt. 1894

Programm zur Eröffnung

Einladung anlässlich der Fertigstellung des Theaters

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Längenschnitt des Theaters, 1901

bezüglich des ganzen Dekorationswesens ausgearbeitet, zu dessen Verwirklichung fast eine halbe Million Mark erforderlich waren. Ungeachtet der hohen Kosten gelang die Durch­ führung der dekorati­ven Neubeschaffungen innerhalb eines Jahres unter Heranziehung der berühmtesten Firmen auf dem Gebiete der Dekorationsmalerei (u. a. Lütkemeyer in Coburg und Kautsky-Rottonara in Wien). Die Bühne des Großen Hauses war als Kulissenbühne gebaut worden, was durchaus dem Zeitbedarf entsprach. Trotz der Neuerun­gen der »Asphaleia-Gesell­ schaft« war die Kulis­senbühne noch lange über die Jahrhundert­wende hinaus das Übliche. Eine Inszenierung mit plastischer D ­ ekoration, »Salome« wie die der von Oscar Wilde in Darmstadt, auf einer als fort­schrittlich bekann­ten Bühne, stellte noch 1907 eine auf­sehen­ erregende Ausnahme dar. Be­reits im Januar 1893 war mit der »Anfertigung neuer histo­ risch-treuer Kostüme« begonnen worden, wozu Wilhelm II. einen ansehnlichen Betrag aus seiner Privatschatulle beisteuerte. Oft ist Georg von Hülsen vorgeworfen worden, im Theater nur ein Mittel für die Selbstdarstel­lung der

300.000 Besucher sind es durchschnittlich pro Spielzeit. Wiesbaden hatte 2016 289.544 Einwohner.

höfisch-gesellschaftlichen Elite gese­hen und einen Stil gepflegt zu haben, der der Exklu­sivi­tät der herrschenden Aristokratie und des Groß­bürgertums diente. Dazu sollte noch einmal gesagt werden, dass Wiesbaden als preu­ßi­sches Staatstheater eine Zweigstelle der Ber­liner Generalintendanz und demnach nicht nur betriebsmäßig, sondern auch in Personal- und Spielplanfragen Berlin untergeordnet war. Das »Lieblingstheater des Kaisers« profitierte von dieser Vorzugsrolle ebenso wie die ganze Stadt von seinen jährlichen Besuchen. Auch wegen des die Einwohnerzahl bei weitem überragen­den Fremdenzustroms musste das Theater Un­ter­haltungs- und Kulturstätte, Repräsentations­haus und gesellschaftlicher Mittelpunkt sein. Im Wesen jedes Hoftheaters lag es, das Traditio­nelle, Erprobte, »gute Alte« zu pflegen, deutsch­tümelndes Epigonentum war nicht selten das sichtbare Ergebnis; dass für Graf Hülsen nur das galt, was der Monarch von ihm erwartete, kann man ihm kaum zum Vorwurf machen. Da sich aber die in Hülsen gesetzten Erwartungen voll­kommen mit seinen eigenen Anschauungen und Bestrebungen deckten, wurde begreiflicher­weise manchmal »zuviel des Guten« getan. Hül­sens Antritts­ rede als neuer Intendant (1893) hatte gezeigt, dass sich die Königlichen Schau­spiele dem modernen Drama des Naturalismus nicht öffnen würden:


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»In einer Zeit, wo sich die Grenzen des Wahren und Schönen oft bis zur Unkenntlichkeit verschieben, werde ich, frei von pedantischem Festhalten an altüberkom­menen Formen, das Edle und Schöne willkom­men heißen, in welcher Form es mir immer entgegentritt. Einem krassen, krankhaften Rea­lismus gegenüber werde ich aber dem Institute jederzeit den Idealismus zu wahren wissen, ohne den ich eine Kunst nicht mehr zu denken vermag«. Diese Einstellung schloss zwangsläufig die Beschäftigung mit zeitgenössischen lite­ rari­schen Strömungen ebenso aus, wie die Aus­­einandersetzung mit Stücken, die die bestehenden gesellschaftpolitischen Verhält­ nisse kritisch be­leuchteten oder in Frage stellten. Große Drama­tiker des 19. Jahrhun­ derts, wie Büchner, Grab­be, Hebbel blieben unaufgeführt oder wurden nur sehr zögernd als Alternative zum Bildungs­- oder seichten Amüsiertheater akzeptiert.

Der erste Intendan­t Georg von Hülsen

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Das Wiesbadener Hoftheater im Mai 1896, eineinhalb Jahre nach der Eröffnung

6. Mai 1896 Eröffnung der ersten Maifestspiele

1896: ZUM ERSTEN MAL »­M AIFESTSPIELE«

»Der Burggraf« von Jo­s eph Lauff, Eröffnung der ersten Maifestspiele

Das von Hülsen gepriesene »Edle und Schöne« trat ihm in der Person des Majors Joseph Lauff entgegen, dessen patriotische Zweckdichtungen sich bald des gesamten Spielplanes bemäch­ tig­ten. Im Mai des Jahres 1896 wurde auf Wunsch Kaiser Wilhelms II. erstmals eine Reihe ausge­­wählter Werke in zweiwöchigen »Festspielen« aufgeführt. Hans Richter dirigierte die »Meister­ singer«, Ernst von Schuch »Tannhäuser« und »Zauberflöte«. Die Festspiele des Jahres 1897, die die längst ­fällige Erstaufführung von Wagners »Tristan und Isolde« (mit Lilli Lehmann und Paul Kalisch in den Titelpartien und Ernst von Schuch am Pult) nachholten, wurden am 16.  Mai mit dem historischen Schauspiel »Der Burggraf« von Jo­seph Lauff eröffnet.


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DER »KAISERLICHE HOFDICHTER« JOSEPH LAUFF Joseph Lauff war nach dem Abitur 1877 in die Armee eingetreten. Schon 1887 veröffentlichte er sein erstes Epos »Jan von Calker, Ein Lied vom Niederrhein«, gefolgt von »Der Helfen­steiner, Ein Sang aus den Bauernkriegen«, »Die Over­ stolzin, Ein Lied aus verklungenen Tagen« und »Klaus Störtebeker, Ein Norderlied«. Auch ein historisches Trauerspiel »Inez de Castro«, sowie mehrere Erzählungen entflossen der Fe­der des Majors, bis schließlich Wilhelm II. auf den in historischen und heimatlich-­rheinischen Stoffen bewanderten Literaten aufmerksam wurde. Immerhin waren Lauffs Roman »Der Mönch von Sankt Sebald« soviel »historische Größe, Feinheit und Tiefe, Gewalt der Charak­ teristik und schlichtes Wesen, keusche Innig­ keit und Reinheit der Gestalten« bescheinigt worden, dass der Kaiser beschloss, dieses »Talent« nach Kräften zu fördern. Lauff nahm also 1898 seinen Abschied und bekleidete von diesem Jahre ab bis 1903 die Stellung eines Dramaturgen am Königlichen Theater zu ­Wiesbaden. Dem Kaiser höchstpersönlich verdankte Lauff die Anregung, eine Hohenzollern-Tetralogie zu schreiben, deren erstes Stück »Der Burggraf« ist. Im Vorwort des Schauspiels heißt es: »Es ist die Pflicht der nationalen Geschichtsschrei­ bung und Poesie das Dunkel zu lichten und die interessante Persönlichkeit des Nürnberger Burggrafen scharfumrissen vor Augen zu füh­ ren, um so mehr, da in der Figur Friedrichs III. von Nürnberg die typischen Merkmale ganz besonders hervortreten, die in den Persönlich­ keiten der späteren glorreichen ­Zollernherrscher ihre weltgeschicht­ liche Bestätigung ge­funden haben.« Mit dem zweiten Teil der Tetralogie, »Der Eisen­zahn« (d. i. Kurfürst Produktionen ­Friedrich II. von Branden­burg) wurden sind heutzutage die Festspiele des Jahres 1899 er­öffnet. pro Spielzeit Welchen Wert man von allerhöchster auf den vier Seite diesem Drama beimaß, mag Bühnen des daraus her­vorgehen, dass der »Eisen­ Staats­theaters zahn« bei der ersten vollständigen zu sehen. Wiedergabe von Wagners »Ring« (mit Lilli Lehmann und Carl Perron) zwischen »Walküre« und »Siegfried« einge­ schoben wurde! Zum dritten und vierten Teil der geplanten Tetra­logie scheint es zum Glück

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nicht mehr gekom­men zu sein; weitere in Wies­baden aufgeführte Werke Lauffs sind das Fest­ spiel »Salve« (1897), das Nachtstück »Rüschhaus«, »Vorwärts« (1899), »Adlerflug« (1901), das bürgerliche Dra­m a »Der Heerohme« (1902), das dramatische Gedicht »Gotberga« (1907) und »Der Deichgraf« (1909). Zu allem Überfluss wurde Joseph Lauff 1913 in den Adelsstand erhoben.

DIE WIESBADENER ­N EUEINRICHTUNGEN Größere Beachtung als durch Lauffs Schau­ spiele wurde den Maifestspielen durch die »Wiesbadener Bearbeitungen und Neueinrich­ tungen« zuteil. Aus der Fülle dieser »Neu­­bele­bungen« (u. a. Aubers »Fra Diavolo« und »Der schwarze Domino«, Meyerbeers »Die Afrika­nerin«, Boieldieus »Die weiße Dame«) können hier nur wenige Beispiele herausgegriffen wer­den. Die ersten Neu­fassungen verzeich­ nete das Jahr 1899 mit Vorstellungen ­ Lortzings »Undine« und finden an »­Waffen­schmied«. Diese manchen Tagen theaterwirksamen, auf der statt, da alle deutschen Bühne un­ver­ Bühnen gleich­ wüstlichen Opern mit ihrer zeitig bespielt Mischung aus volkstüm­ werden können. lichem Humor, deutscher Philistrosität und gemütvoller Rühr­sam­keit­ mussten so recht Ihrer Majestät und dem Lauffinfizierten Publikum zu Herzen gehen. Nicht umsonst zog man diese Opern dem etwas fri­vo­len und satirischen »Wildschütz« vor – ob­wohl gerade dies Lortzings gelungenste und wertvollste Bühnenschöpfung ist. »Undine« und »Waffenschmied« (später auch »Zar und Zim­mermann«) erfuhren »aus scenischen Rück­sich­ten« Erweiterungen, die »im Geiste des Meisters unter Benutzung seiner Motive« vor­genommen wurden, denn »der romantische Styl der Lort­zingschen Muse ließ eine Bear­beitung der Leit­motive im moderneren Sinne sehr gut zu; dabei ist natürlich allzeit die Pietät gegen den Meister treulich gewahrt worden.« Die berühmteste und erfolgreichste Wies­ bade­ner Bearbeitung galt im Jahre 1900 Webers »Oberon«. Die Oper, die schon 1904 zum 100. Male, 1914 zum 200. Male in der Neubearbei­tung über die Bühne ging, stellte

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beinahe zwei Jahrzehnte lang den Höhepunkt der Kaiserli­chen Festspiele dar. Georg von Hülsen, der für den Gesamtentwurf der Neu­ fassung verantwort­lich zeichnete, betonte in seiner »Einführung in die Neufassung«, dass die Bearbeitung eigent­lich nur eine »Verdeutschung« darstelle, da der »Oberon« bei seiner Urauffüh­ rung in London 1826 in englischer Sprache gegeben worden sei. Male ging »Oberon« In der Tat hatte Weber von Anfang bereits 1914 an die eng­lische Fassung seines über die Bühne Werkes nicht als die endgültige betrachtet. Leider verhinderte sein allzu früher Tod die Absicht, für Deutsch­ land eine Neugestaltung des »Oberon« zu fer­tigen. Die Wiesbadener Neueinrichtung stellte (seit 1827) bereits den fünften Versuch einer Bearbeitung dar und sollte auch nicht die letzte bleiben (vgl. die Fassungen von Felix Weingartner, Georg Hartmann, Gustav Mahler). Was dann allerdings am 16.  Mai 1900 aus der Taufe gehoben wurde, »war nicht so sehr die Oper von Carl

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»Oberon«

Maria von Weber als vielmehr deren pompöse Ausweitung als Paradestück« (Hans Kloos). Hülsen griff wie­der auf die Dialog­fassung zurück, ließ aber den Prosatext größtenteils melo­ dramatisch vom Or­chester untermalen. Joseph Lauff wurde aus­ersehen, »der Textdichtung alles Triviale tun­lichst zu nehmen und die farb­lose dramatische Handlung nach Kräften zu vertiefen«. Die heikle Aufgabe der musikalischen Neufassung fiel – wie schon bei»Undine« und »Waffenschmied« – Professor Josef Schlar zu, der seit 1894 neben Franz Mannstaedt als erster Kapellmeister in Wiesbaden engagiert war. Wenn wir dem Urteil des Komponisten Wilhelm Kienzl, der die Fest­spielaufführungen des Jahres 1902 besucht und beschrieben hat, Glauben schenken wollen, so muss Schlar diese musikalischen Erweiterungen mit großem

Fingerspitzengefühl und guter Kenntnis der Kompositionsweise der jeweiligen Meister vor­­genommen haben. Es will viel hei­ßen, wenn (laut Kienzl) die meisten Zuhörer nicht gewusst hätten, wo Webers Musik aufhöre und Schlars Ergänzung beginne, da sich gerade die höchst vollendete Instrumentation des »Oberon« durch Klangfarben auszeichnet, die keinem Zeitgenossen Webers, auch nicht Ber­lioz, bekannt waren. Hand in Hand mit textlicher Revision und musi­kalischer Ergänzung ging die Reform des gesam­ten Szenariums. »Was das S ­ cenarium – Malerei und Technik – auf der Wiesbadener Königlichen Bühne geben will, ist die Nach­ ahmung der Na­tur. Statt hohler äußerer Pracht und schreienden Prunkes: gediegene wert­volle kulturhistorische Bilder« (Hülsen). Die 15 Bühnen-»Bilder« der Oper, nach Angaben Carl August Schicks von dem Wiener Atelier Kautsky-­Rottonara gemalt, versuchten die Tradition der romantischen Büh­nendeko­rationskunst eines Angelo Quaglio, Heinrich Döll oder Christian Jank fortzusetzen. (Genau nach dem Wiesbadener Vor­ bild ließ sich das Theater in Halle 1902 seine »Oberon«-Deko­rationen in Wien nachmalen.) Welche Sorgfalt auf stilgerechte Bühnenbilder verwandt wurde, zeigen auch die Dekorationen zu ­ Shake­speares »Kaufmann von Venedig« (1902) – beispielsweise im 4. Akt eine getreue Wiedergabe der Sala del Senato im Dogenpalast zu Venedig – und die Interieurs zu Nicolais »Lustigen Weibern von Windsor« (1902), die nach Stichen alter englischer Wohnhäuser ange­ fertigt wurden. Besonders gerühmt wurden bei der Ausstattung dieser Oper die stilechten Ko­stüme, die dank eingehender Studien »gerade das Charakteristische der Bekleidungsepoche gegen Ende des 14. und zu Beginn des 15. Jahr­hunderts auf die Bühne bringen und somit von besonderem kultur­ historischem Interesse sein dürften.« Dies alles blieb allerdings häufig in bloßer Nach­ ahmung historischer Vorbilder stecken. Die wohl eingreifendsten Veränderungen inner­­halb der Wiesbadener Neueinrichtungen musste sich Glucks Oper »Armide« gefallen lassen, die mit ähnlich großem Erfolg wie »Oberon« wäh­rend der Festspiele 1902 Premiere hatte (in der alten Fassung 1866 erstaufgeführt). Lassen wir Georg von Hülsen selbst berichten:


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»Armide«

»Die gewal­tigen Umwälzungen, welche die Entwicklung der Musik im vorigen Jahr­ hundert gezeitigt hat (Wagner), haben unsere Anschauungen über das Wesen der Oper von Grund auf geändert, so dass die »Armide« in den überkommenen For­men ihren Platz im Repertoire der deutschen Bühne dauernd nicht mehr behaupten kann. An die Stelle rein äußerlicher Wirkungen ist der Drang nach einer tieferen, psychologisch be­gründeten Entwicklung der Handlung getreten. … Dass in meinem Textbuch eine wesentlich andere – auch von dem Original der Tasso’schen Dichtung abweichende – Armide geboren wur­de, liegt in meinem Streben nach innerer Wahr­heit der Gestalt der Heldin begründet.  … Die für unser heutiges Empfinden unmögliche lose An­einanderreihung der einzelnen Nummern der Partitur zerreißt erbarmungslos den Faden des Interesses, welches der Hörer empfinden muss, wenn eine geschlossene Wirkung erreicht wer­den soll. Es ergab sich somit für den musika­lischen Bearbeiter die schwere Aufgabe, die Perlen und Edelsteine der Partitur in strengster Harmonie zu einem Geschmeide zusammen­zufassen

und so zu heben, dass ihr Glanz nur heller und leuchtender erstrahlt. … Der objektive Hörer dürfte finden, dass der Reichtum der Schönheiten, die Fülle und Eigenart der ­Melodien in der neuen Fassung vielleicht stärker zum Bewusstsein gelangt, als in der lang­atmig über­kommenen Form, die ja allein durch das alte verfehlte Libretto erzwungen war.  … Mein ja längst anerkanntes Streben, die scenischen Vor­gänge der Bühne des Theatralischen, Äußer­lichen zu ent­­kleiden, sie bei völliger Unterord­nung unter das Werk doch künstlerisch zu ver­tiefen und bis in das Detail der Grundstimmung den inneren Vorgängen anzupassen, ist vielleicht noch niemals so ideal zum Ausdruck gekom­men, wie in dieser Neubelebung der ›Armide‹.  … Das Scenarium zeigt im Allgemeinen die wundervollen Bilder, die die Phantasie des großen Sorrentiners (d. i. Torquato Tasso) geboren; im engsten Anschluss an seine unver­gleich­lichen Schilderungen sind die Dekora­ tionen (von Kautsky & Rottonara in Wien) entstanden …  Wir haben keine ernste Arbeit, keine sorgende Mühe gescheut, dem Meister zu geben, was des Meisters ist!«

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125.000

Mark kosteten alleine die neu gefertigten Dekorationen

Das Foyer 1902

DER GIPFEL DER PRACHT­ ENTFALTUNG IM FOYER Bereits während der Festspiele 1896 hatte sich herausgestellt, dass weder das Vestibül des Thea­ters noch die Umgänge auf den Rängen für die höfische Repräsentanz ausreichten. Für Fellner und Helmer hatte das Foyer als Verkehrs­ raum einen geringeren Funktionswert als das Vestibül, weshalb in vielen ihrer Theaterbauten das Foyer stark vernachlässigt wurde und der Raum war, an dem am ehesten gespart werden konnte. In Wiesbaden wollte man sich nicht länger mit dem Fehlen dieses Aufenthalts- und Reprä­ sen­ta­tionsraumes abfinden, und so wurde am 3. Mai 1901 einem Quadratmeter Plan des Stadtbaumeisters Felix Grundfläche hat Genzmer der Zuschlag gegeben das Foyer und die veran­schlagten 584.000 Mark für den Foyerbau be­willigt. In der erstaun­ lich kurzen Zeit von 10 Monaten entstand auf einer Grundfläche von 400 Quadratmetern ein Raum, dem sich in seiner geschickten

400

Disposition und der an das süd­deutsche Rokoko anknüpfenden Prachtentfal­tung kaum etwas Vergleichbares in Deutschland gegenüberstellen lässt. Vorbilder waren die Schlösser in Bruchsal (Treppenhaus) und Würz­burg (Kaisersaal). Die farbenprächtigen Dec­kenbilder des Wies­ badener Malers Kaspar Kög­ler (der 1894 auch die Decke des Zuschauer­raumes ausgemalt hatte) lehnen sich an Tiepolos Fresken in der Würz­ burger Residenz an, wäh­rend die äußerst quali­tätvollen ornamentalen Stukkaturen mit ihrem schwungvollen Rocaille­werk an Arbeiten des Augsburger Meisters Jo­hann Michael ­Feichtmayr (etwa Amorbach, Bruchsal, Zwiefalten) erinnern. Am 10.  Mai 1902 besichtigte Kaiser Wilhelm in Begleitung des Oberbürgermeisters anläss­ lich der General­probe von »Armide« das Foyer zum ersten Mal und sprach Felix Genzmer und Kaspar Kögler »in ehrendster Weise seine vollste Anerkennung aus«. Offiziell wurde das Foyer am 12.  Mai 1902 eröffnet. Text aus: Theater in Wiesbaden 1765 – 1978, hrsg. Hessisches ­Staatstheater Wiesbaden, 1978

12. Mai 1902 Eröffnung des Foyers


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» PRÜFET ALLES UND WÄHLET DAS BESTE « TEXT RUDOLF CYPERREK

In den folgenden Jahrzehnten erwies das neue Theater sich als ruhen­der Pol im Theater­ geschehen, wobei seine eige­ne Geschichte, trennt man sie einmal vom künstlerischen Werde­gang, weniger wechselvoll war. Im Gegen­teil: Das Große Haus – als Haus – hatte etwas Selbstverständliches, im Bewusstsein der Bürger Unverrückbares. Manches im Laufe der Zeit notwendigerweise altmodisch oder unzweck­ mäßig Gewordene wurde als nun einmal so gegeben toleriert, ja mitunter gepflegt. Erst in den 1960er Jahren kamen ein Sinnes­ wandel und ein nüchternes Kalkül auf, vor dem Hintergrund allgemein reifender Per­fek­ tion, die Anschauungen über Lebensquali­tät änderten sich, die Ansprüche der Zuschauer wuchsen; ebenso die Forderungen in puncto Rationalisierung und Humanisierung der menschlichen Arbeitswelt. Dabei billigte man dem Theater immer weniger eine ausschließ­lich von künstlerischen Ambitionen genährte Aus­nahmesituation gegenüber dem allgegen­ wärti­gen Bild eines Betriebes mit Menschen

Deckenmalerei im Foyer

und Ma­schinen, im sozialen wie technischen Verständ­nis des ausgehenden 20. Jahrhun­ derts, zu. Spä­testens mit Beginn der siebziger Jahre war in Wiesbaden die Reorganisation des Theaterbe­triebes in allen seinen Erschei­ nungsformen fäl­lig; und das hieß vorder­ gründig: des Gebäudes Großes Haus und der Betriebseinrichtungen. Zieht man nun die Linie von 1894 die nächsten siebzig, achtzig Jahre nach, so ergeben sich ne­ben den im Laufe der Zeit baulich und betriebs­technisch stets notwendigen Routine­ änderun­gen, -erweiterungen und -moder­ nisierungen, wie sie dem Außenstehenden meist kaum auf­f allen, einige markante Daten: 1902 der Bau des Foyers; 1923 der Brand im Großen Haus; 1945 Zerstörungen infolge des Krieges; 1950 Errich­tung des Kleinen Hauses und 1963 des Studio­Souterrain in Verbindung mit dem Baukomplex Großes Haus.

1.290

Mark wurden umgerechnet pro Sitzplatz für den Bau ausgegeben.


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DAS PRUNKFOYER Wenige Jahre nach den baulichen Korrekturen von 1888 machte sich weiterhin ein erheblicher Platzmangel im Gebäude bemerkbar. Ma­ler­saal, Werkstätten, Garderobenmagazin waren zu klein. Die Notwendigkeit einer ausreichen­den Probebühne und von Räumen für Regisseur und Kapellmeister war unterschätzt worden. Im Jahre 1902 wurde mit entsprechenden Neu­ bau­ten das Versäumte nachgeholt. Der Maler­saal befand sich nun nicht mehr über der Hinter­bühne; er schloß hinter der Kolonnade an das Foyer an. Weitere Werkstätten kamen auf die andere Seite hinter die Kolonnade, zur Wilhelm­straße hin (Trakt heute hinter der Post).

584.000 Mark kostete der Bau des Foyers.

16.000 Mark mehr als geplant.

Das Foyer war das teuerste Projekt. Ein neues Gebäude wurde an der Seitenfront zur Paulinen­­straße errichtet, womit die ursprüngliche ­Sym­metrie aufgegeben wurde. Äußerlich passte sich dieser Anbau, mit großartigem E ­ ingang, wo man vorfahren konnte, völlig dem bestehen­ ­den Bau an, in Farbe, Ornamentik und figür­ lichem Schmuck. Die Kuppel des Foyers passte sich der Kuppelform des Bühnenhauses an. Der Foyerbau war selbständig und konnte, falls gewünscht, auch unabhängig vom Theater­ betrieb genutzt werden, war aber dennoch inte­ griert in das Große Haus und dessen Funktion. Die Stadt Wiesbaden hatte dem Stadtbaumeister Felix Genzmer, Königlicher Baurat, den Ent­ wurf übertragen. Die Stadtverordnetenver­samm­ lung genehmigte am 3. Mai 1901 den Entwurf und bewilligte die von Genzmer errechnete Bau­summe von 584.000 Mark, die in der Praxis um rund 16.000 Mark überschritten wurde. Un­ter Bauleitung des Architekten Emil Maul wur­de auch der Foyerbau in erstaunlich kurzer Zeit, innerhalb zehn Monaten von August 1901 bis zu den als Termin­druck wirkenden Maifest­ spielen 1902 von rund fünfzig Wiesbadener Firmen errichtet. Auch in der Innenausstattung, mit viel Marmor, Ornamentik und Damastbespannung, im wahrsten Sinne des Wortes prachtvoll, war

Alter Saalplan

Das Große Haus heute

Virtueller 360°-Rundgang durch das ­Hessische Staatstheater Wiesbaden

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das Foyer die logische und harmonische Fort­ setzung des Theaterbaues selbst, hier also des Zuschauer­raumes und der ihm zugeordneten Verkehrs­räume. Das drei Stockwerke hohe Foyer mit 400 Quadratmetern Grundfläche war auf kürze­stem Wege sowohl von den Umgängen im Par­terre als auch im 1. Rang zu erreichen. Im Foyer selbst gab es eine von einer Empore herab­führende, weitausholende zweiteilige F ­ rei­treppe, sehr repräsentativ. In Höhe des 1. Ranges zog sich ein Umgang um die Hälfte des Foyer­ rau­mes, mit kleinen Nischen. Die Zuschauer im 2. Rang, die ins Foyer nur über den langen Um­weg Treppenhaus-Vestibül-­Parterre­umgang gelangen konnten, hatten jedoch durch offene, unter der Decke des Foyers angeordnete Brüs­ tungen Blickverbindung mit dem Foyergesche­hen. Der Raum war für seine Funktion des Wandelns, des Sich-Zeigens, der Konversation und des Überschauens der Publikumsszene vorbildlich geschaffen; ebenso für die Aufgabe eines Büf­f ets, ja Restaurantbetriebes, einschließlich Speise­raum in Blau und Silber und Rauchsalon. Vom Umgang in Höhe des 1. Ranges konnte man ins Freie treten auf eine Terrasse: zusätzlicher Sicherheitsfaktor im Falle schneller Räumung des Hauses auch auf dem Wege über das Foyer und zugleich Fortsetzung des 1894 geschaf­ fenen architektonisch und funktionell wichtigen Ter­rassensystems.

Kaspar Kögler hatte auch hier ein großartiges Deckengemälde beigesteuert, bei dem der Ein­ fluss der Kunst auf den Menschen dargestellt ist. Damit war auch die Stil-Einheit mit dem Zuschauerraum gewahrt. In all dem ornamen­ talen und bildnerischen Schmuck, haupt­ sächlich aus Barock- und Rokoko­elementen, wucherten unzählige Allegorien und Symbo­ lis­men, so dass das Foyer ausgesprochen festlich wirkte, in nochmaliger Steigerung des optischen Eindruckes im Zuschauerraum. Der Kaiser meinte nicht ohne Grund, über­ rascht auch von der Eleganz – denn die deutschen Baumeister hielt er zunächst mal für Könner im Techni­schen und im damals Aufwendig-­Monumentalen –, so etwas hätte man in Berlin nicht auf­zuweisen. Und auch nicht ohne Grund hat nach dem Zweiten Welt­ krieg das Foyer mehrfach eine wirkungsvolle, ein bisschen geschummelte Kulisse für Spiel­ filmaufnahmen abgegeben. Dieser Bau war »echt Wiesbaden«! Mit dem Jahr 1902 schien das Optimale für den Theater­betrieb zunächst einmal erreicht. Text aus: Geschichte eines Theatergebäudes 1860 – 1978, hrsg. ­Hessisches Staatstheater ­Wiesbaden, 1978

125 JAHR E

H E S S IS

CHES S T W IE S BAAATST H E AT E R DEN

SAVE THE DATE Festvorstellung zum 125. Jubiläum des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Termin 16. Okt. 2019, 19.30 Uhr Karten 9 – 47 Euro Vorverkaufsstart 15. Mai 2019


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Oper

NEUINSZENIERUNGEN

CARMEN

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GRÄFIN MARIZA

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DER ROSENKAVALIER

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MATTHÄUS-PASSION

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ANNA NICOLE

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IL TROVATORE

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Georges Bizet

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Emmerich Kálmán

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DIE ZAUBERFLÖTE

Wolfgang Amadeus Mozart

MY FAIR LADY

Frederick Loewe

Richard Strauss

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Engelbert Humperdinck

Johann Sebastian Bach

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Mark-Anthony Turnage

43

MANON

Jules Massenet

DER FLIEGENDE ­H OLLÄNDER Richard Wagner

TRISTAN UND ISOLDE Richard Wagner

TOSCA

Giacomo Puccini

Giuseppe Verdi

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HÄNSEL UND GRETEL

42

PETER GRIMES

Benjamin Britten

46

ELEKTRA

Richard Strauss

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DER LIEBESTRANK Gaëtano Donizetti

OPER

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WIEDERAUFNAHMEN


20

PREMIERE

CARMEN Georges Bizet (1838 – 1875)


Oper

Ein Bauer erzählte mir, in Córdoba gäbe es Stierkämpfe. Da wallt mir das Blut, und wie ein Verrückter stürze ich davon und bin schon auf dem Platze. Man zeigte mir den Lukas, und auf der Bank an der Schranke entdeckte ich Carmen. Ein Blick auf sie genügte mir, und ich war völlig im Bilde. Er, beim ersten Stier, spielte schon den Galanten, ganz wie ich es mir gedacht hatte. Er riss dem Tier die Kokarde ab und brachte sie Carmen, die sie sich auf der Stelle ins Haar steckte. Der Stier sollte mich rächen. Prosper Mérimée, »Carmen«

»Jetzt wird er ihn töten«, sagte ich zu Brett. »Der Stier ist noch bei Kräften; er ließ sich nicht ermüden.« In der Mitte der Arena profilierte Romero vor dem Stier, zog den Degen aus den Falten der muleta, erhob sich auf den Zehen und visierte mit der Klinge. Der Stier griff gleich­zeitig mit Romero an. Romeros linke Hand ließ die muleta über die Schnauze des Stiers fallen, um ihn zu blenden, seine linke Schulter trat zwischen die beiden Hörner, als der Degen hineinging, und für einen Augenblick waren er und der Stier eins, Romero ragte weit über den Stier hinweg, den rechten Arm hoch erhoben bis dort, wo der Griff des Degens dem Stier zwischen den Schultern steckte. Dann fiel die Figur auseinander. Es gab einen kleinen Stoß, als Romero sich loslöste, und dann stand er dem Stier gegenüber, eine Hand erhoben, das Hemd am Ärmel zerfetzt, das Weiße im Winde wehend, und am Boden der Stier, die rote Degenklinge fest zwischen den Schultern, den Kopf senkend, die Beine von sich gestreckt. »Das ist das Ende«, sagte Bill. Romero war so nah, dass der Stier ihn sah. Er sprach zu ihm mit erhobener

Hand. Der Stier riss sich zusammen, dann fiel sein Kopf nach vorn, und er rollte langsam zur Seite, dann ganz herum, und plötzlich streckte er alle viere in die Luft. Von allen Seiten der Arena liefen Jungen hinzu und bildeten einen kleinen Kreis. Sie begannen um den Stier herumzutanzen. Romero kam rennend, um der Menge zu entgehen, auf uns zu. Die Menge umtoste ihn. »Gefiel’s dir?« rief Romero hinauf. Brett sagte nichts. Sie sahen sich an und lächelten. Die Menge verlangte nach ihm. Man hob ihn hoch, und alles strebte dem Ausgangstor zu. Er drehte sich nach uns, um Entschuldigung bittend, um. Die rennende Menge trug ihn aus dem Tor. Wir gingen alle drei ins Hotel zurück. Brett ging hinauf. Bill und ich saßen in dem Esszimmer im Erdgeschoss und aßen ein paar hartgekochte Eier und tranken mehrere Flaschen Bier. Bill war von dem Stierkampf ermüdet. Ich auch. Für uns beide war ein Stierkampf eine ernsthafte, anstren­ gende Sache. AUSZUG AUS DEM ROMAN »FIESTA« VON ERNEST HEMMINGWAY.

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Wussten Sie… PREMIERE

… vom Misserfolg der »Carmen«-­ Uraufführung? Man mag es kaum glauben, aber die heute meistgespielte Oper war bei ihrer Uraufführung am 3. März 1875 alles andere als erfolgreich. Das anrüchige Milieu von Zigeunern und Schmugglern, der Tod von Carmen und das brutale, unversöhn­ liche Ende in einer Opéra Comique war zu gewagt und sprengte die Hör- und Sehgewohnheiten des Publikums. Erst später fand sie ihre Liebhaber, zu denen neben der Queen Victoria auch Bismarck und Friedrich Nietzsche zählten, und feierte nach dem Tod des Kompo­ nisten ihren großen Siegeszug. Bizet verstarb im Alter von nur 36 Jahren, drei Monate nach der erfolglosen Uraufführung.

CARMEN

Georges Bizet (1838 – 1875) Oper in drei Akten Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Halévy, nach der Novelle (1845) von Prosper Mérimée Uraufführung: 1875 in Paris In französischer Sprache. Mit ­deutschen Übertiteln.

… von Picassos »Carmen«-­Zyklus? Nicht nur Georges Bizet wurde von der Carmen-Figur in Prosper ­Mérimées Novelle in den Bann gezogen. Auch Pablo Picasso war (neben Stieren und Stierkämpfen) von der feurigen Frauenfigur faszi­ niert und ließ sich von ihr zu einem beeindruckenden Bilderzyklus inspirieren: Er illustrierte die Novelle selbst und fertigte zudem mehrere Postkarten, Zeichnungen, Grafiken und Fotografien an.

…, dass es den Stierkampf in seiner ­heutigen Form in ­Spanien seit etwa 300 Jahren gibt? Der bekannte spanische Stierkampf wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von Francisco Romero entwickelt. Die bis heute g ­ ültigen und fast unveränderten Regeln und Abläufe für die Kämpfe schrieb Matador (­Stierkämpfer) José Delgado y Galvez bereits 1796 fest. Inzwischen schaffte Barcelona nach den erfolg­ reichen Protesten von Tier­schützern sowie einigen tragischen Unfällen die Stierkämpfe zwar offiziell ab, in Madrid finden jedoch weiterhin jährlich große Kampfszenarien statt. Seit 2013 stehen die Stierkämpfe in Spanien sogar als immaterielles Kulturgut unter gesetzlichem Schutz. Und auch in der Oper »Carmen« und auf allen großen Opernbühnen lebt die Tradition des Stierkampfes, das Drama um Liebe, Leidenschaft, Lebenslust und Tod, gewissermaßen weiter.

Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Antje Sternberg Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Jugendchor Jörg Endebrock Dramaturgie Laura Weber Carmen Lena Belkina Don José Sébastien Guèze Sep., 20. Okt., Dez. / Aaron Cawley / Brandon Jovanovic Mai* Escamillo Christopher Bolduc / Alexey Markov Mai* Dancaïro Julian Habermann Remendado Ralf Rachbauer Zuniga Philipp Mayer Moralès Daniel Carison Micaëla Sumi Hwang / Shira Patchornik 26. Okt., 13. Nov., Dez. Frasquita Shira Patchornik 14. / 22. Sep., 20. Okt., Mai* / Stella An Mercédès Silvia Hauer / Fleuranne Brockway 12. / 20. / 26. Okt., Nov. Lillas Pastia Thomas Braun Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Jugendkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden Hessisches Staatsorchester ­Wiesbaden Premiere 14. Sep. 2019, Großes Haus Weitere Vorstellungen 18. / 22. Sep., 4. / 10. / 12. / 20. / 26. Okt., 13. Nov., 4. / 6. Dez. 2019, 22. Mai* 2020 * Internationale Maifestspiele

TEXT LAURA WEBER

Diese Produktion wird theater­ pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128


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DIE ZAUBER­ FLÖTE Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

»Junghänel ist ja Wiesbadens Trumpf in Sachen Mozart-Oper, auch diesmal wirkten seine Tempi herrlich dynamisch, manches grenzwertig flott, anderes wunderbar atmend und gelöst.« Frankfurter Rundschau, Stefan Schickhaus, 17. 10. 2016

Große Oper in zwei Aufzügen Libretto: Emanuel Schikaneder Uraufführung: 1791 in Wien In deutscher Sprache. Mit Übertiteln. Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung, Ausstattung Carsten Kochan Video Carsten Kochan, Gérard Naziri Licht Klaus Krauspenhaar Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai Sarastro Young Doo Park Tamino Martin Piskorski / Maximilian Mayer 2. / 9. Nov. Königin der Nacht Aleksandra Olzcyk / Aleksandra Jovanovic Mär. Pamina Anna El-Khashem / Shira Patchornik 9. / 24. Nov., 22. Dez. Erste Dame Sharon Kempton Zweite Dame Fleuranne Brockway Dritte Dame Romina Boscolo Drei Knaben Solisten des Knaben­ chores der Chorakademie Dortmund Papageno Johannes Martin Kränzle 20. Sep., 3. Okt., 2. Nov. / Benjamin Russell Papagena Stella An / Shira Patchornik 7. / 19. Dez. Monostatos Erik Biegel Erster Geharnischter / Erster Priester Ralf Rachbauer Sprecher / Zweiter Geharnischter / Zweiter Priester Thomas de Vries Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 20. Sep. 2019, Großes Haus Weitere Vorstellungen 28. Sep., 3. Okt., 2. / 9. / 24. Nov., 7. / 19. / 22. Dez. 2019, 14. / 29. Mär. 2020


Oper

PREMIERE

GRÄFIN MARIZA Emmerich Kálmán (1882 – 1953)

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Ein feiner Csárdáskavalier... … wird in der Operette »Gräfin Mariza« zum verarmten ­Guts­ verwalter. Dann verliebt er sich in seine äußerst wohlhabende Vorgesetzte. Die hat jedoch gerade den Männern abgeschworen, da sie alle nur ihr Geld wollen … Warum der Adel trotz Pleiten, politischen Systemwechseln und Krieg nicht totzu­kriegen ist, beschreibt Jens Jessen in seinem Essay »Was vom Adel blieb«. Ein Auszug. Der Adel braucht kein Understate­ ment. Understatement braucht nur die Bourgeoisie, die sich von neu­ reichen Aufsteigern abgrenzen muss. Der Aristokrat ist seinem Wesen nach kein Parvenu und kann sich deshalb bei Gelegenheit ruhig wie ein solcher kleiden (oft etwas zu bunt), laute Motor­boote aufheulen lassen, im Freien pinkeln oder Prostituierte in der Hotelsuite mit Gratiskoks ver­ sorgen. In solchen Fällen fühlt er sich auch heute noch wie seine Vorfahren nur locker an die Gesetze gebunden, und wenn er mit der Justiz in Konflikt gerät, die es inzwischen nicht mehr so lässig sieht, dann wird ihn doch seine Familie unterstützen und weiter­hin lieben, selbst wenn sie seine ­Vorlieben nicht teilt. Man vermag solche Genüsse – eigent­ lich sind es Inszenierungen – zwar zu

Sabina Cvilak wird die Partie der selbstbewussten, freiheitsliebenden und steinreichen Gräfin Mariza singen.

entbehren, wenn bittere Umstände den Mangel erzwingen; so ist nach dem Ersten Weltkrieg, als Güter ent­eignet wurden und die entlassenen Offiziere ohne Einkünfte waren, sogar vorübergehend ein Ideal der Karg­heit entstanden, das gelegentlich noch heute bei Aristokraten in bedrängten Verhältnissen hochgehalten wird; der Stil soll das Hofhalten ersetzen. Aber eine kleine Menge Geld genügt, die von irgendwo hereinkommt, um uralte Reflexe zu wecken und etwas, das vielleicht nur noch vom Hörensagen bekannt ist, ungesäumt wieder Wirklichkeit werden zu lassen und beispielsweise ein fest­liches Krebsessen anzusetzen, das endlich ermöglicht, die durch Bombennächte hindurchgeretteten Krebsbestecke und Krebsservietten wieder auszustellen.

­ er heruntergekommene Adel erin­ D nert an Trockenpflanzen, die in Wüsten überleben können, aber mit dem ersten Regenguss sogleich die sagenhaften Blüten austreiben, für die sie vor der Dürrezeit bekannt waren. Sie könnten auch jederzeit, wenn eine Umwälzung zu ihren Gunsten stattfände, wieder Schlösser beziehen und eine weitläufige Dienst­botenschaft kommandieren und auf alle herabsehen, mit denen sie eben noch das Trockenbrot der Armut geteilt haben. Eine solche Umwälzung – der befrei­ ende Regenguss – ereignet sich manchmal im privaten Maßstab durch eine finanziell beglückende Hoch­ zeit. Das graumäusige Gräflein mit dem abgewetzten Samtkrägelchen auf dem Covert-Coat entwickelt sich an der Seite der reichen Erbin


Oper

augenblicks in einen prachtliebenden Pascha, der sich Schuhe nach Maß machen lässt und für seine Standes­ genossen expansive Jagdgesellschaf­t en gibt, auf denen die Ehefrau, die das alles finanziert, nur die Rolle eines Mauerblümchens spielt. Öfter noch ist der umgekehrte Fall, und die Prinzessin, die der Indus­ trielle als Trophäe meinte erobert zu haben, überstrahlt den bürgerlichen Gatten, der allmählich in die Unsicht­ barkeit herabsinkt. Das Haus – sein Haus! – beginnt zu jeder Tages- und Nachtzeit von Gästen zu wimmeln, die er nicht oder höchstens vom Hörensagen kennt und die sich ihm lustigerweise auch nicht vorstellen. Die Jugendfreundinnen der Frau – die Putzi, die Saugi und die Staubi – und die Jugendfreunde – der Sacki, der Packi und der Racki –, allesamt während der Trockenjahre fast ­verschollen, sind plötzlich wieder da und umschnurren und umsurren die prächtig aufgegangene Blüte. Die Namensfrage muss nicht end­ gültig geklärt werden, um dem Gatten gleichwohl ein Privileg zuteil werden zu lassen: Er wird von allen geduzt. Dieses kleine Adelspatent wird groß­ zügig jedem verliehen, der sich auf eine gewisse Zeit in aristokratischen Kreisen bewegt. Es heißt nicht, dass der Standesunterschied vergessen ist, sondern nur, dass man sich den Umgang mit dem Bürgerlichen erleichtert, indem man ihn behandelt, als ob er dazu gehörte. Dieses »als ob« gehört zu den grandiosen Geschenken, die der Adel machen kann; und man sollte es nicht auf sein Motiv befragen, sondern dank­ ­bar annehmen, und zwar einfach schon deswegen, weil die ­Alternative, nämlich dauerhaft gesiezt zu wer­ den, wo sich sonst alle duzen, so viel ungemütlicher wäre.

ZUM WEITERLESEN

Jens Jessen Was vom Adel blieb. Eine bürgerliche ­Betrachtung zu Klampen Verlag, Springe 2018, S. 35 – 39. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des zu Klampen ­Verlags.

KURZINTERVIEW

Es waren immer starke Frauen PREMIERE

GRÄFIN MARIZA

Emmerich Kálmán (1882 – 1953) Operette in drei Akten Libretto: Julius Brammer und Alfred Grünwald Uraufführung: 1924 in Wien In deutscher Sprache. Musikalische Leitung Christoph Stiller Inszenierung Thomas Enzinger Bühne, Kostüme Toto Licht Klaus Krauspenhaar / Sabine Wiesenbauer Chor Albert Horne Choreografie Evamaria Mayer Dramaturgie Katja Leclerc Gräfin Mariza Sabina Cvilak / Betsy Horne 18. / 26. Jun. Baron Koloman Zsupan Erik Biegel Graf Tassilo von EndrödyWittemburg Thomas Blondelle / Marco Jentzsch 15. Nov., 11. / 20. Dez., 19. / 26. Jan., 1. Feb.

Lisa Shira Patchornik Karl Stephan Liebenberg Thomas Jansen Fürstin Božena Guddenstein zu Clumetz Désirée Nick Penižek Klaus Krückemeyer Tschekko Gottfried Herbe Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 5. Okt. 2019, Großes Haus Weitere Vorstellungen 11. / 13. / 18. Okt., 6. / 15. Nov., 11. / 20./ 29. Dez. 2019, 19. / 26. Jan., 1. Feb., 18. / 26. Jun. 2020

Yvonne Kálmán ist Botschaf­terin der Werke ihres berühmten Vaters. Ein Kurzinterview in Stichpunkten. Tradition In Köln war die »Csárdásfürstin« einmal mit einem Mann in der Hauptrolle besetzt – Christoph Marti, den ich heute zu meinen engen Freunden zähle. Es war berührend und die Botschaft universell: Die Liebe vereint alle Menschen. Liebe »Gräfin Mariza« erzählt von einer umschwärmten Frau, die alles hat, aber nicht mehr an die Liebe glaubt. Sie verliebt sich in den einen Mann, der sie nicht hofiert. Meinem Vater ging es immer um die starken Frauen! Er zeigt Mariza als wandlungsfähige Figur, die ein Gefühl entdeckt, von dem sie nichts wusste. Adel Die 1920er-Jahre waren der Anfang eines großen Umbruchs für den Adel. Von einem Tag auf den anderen waren sie Niemande. Trotzdem wurde die alte Welt des Adels respektiert und als Anhalts­ punkt gebraucht. Mein Vater griff in seinen Operetten den Geist der Zeit auf. Happy end »Wir wären beide nicht glücklich geworden!« wischt Sylva Edwins Heiratsangebot in der »Csárdás­ fürstin« vom Tisch. Wenn es sich aber um Liebe handelt, ist Leiden­ schaft das Wichtigste. Bei Mariza und Tassilo würde ich sagen: Sie müssen sich finden am Ende! Sonst ist es nur Schablone … Aufgezeichnet von Katja Leclerc

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PREMIERE

DER ROSENKAVALIER

10 Fakten

über den »­Rosenkavalier«, die Sie (vielleicht) noch nicht kannten …

Richard Strauss (1864 – 1949)

#02 TEXT DANIEL C. SCHINDLER

#01

Bis kurz vor Drucklegung war Richard Strauss unschlüssig über den Titel seiner neuen Oper. Wäre es nach dem Komponisten gegangen, so würden wir das Werk heute wohl unter dem Namen »Ochs auf Lerchenau« oder »Die silberne Rose« kennen. Es war Hugo von Hofmannsthal, der den Namen »Der Rosenkavalier« ins Spiel brachte, den Strauss aber strikt ablehnte. Erst Strauss’ Ehefrau Pauline gab den letzten Ausschlag. Strauss kommen­ tierte schließlich lakonisch: »Also Rosenkavalier, der Teufel hol ihn!«

In die Musik des »Rosen­kavalier« ist eine auffallend hohe Anzahl an Walzer­takten eingeflochten. Bemerkenswert ist die Tatsache deshalb, weil der Wiener Walzer ein Tanz des 19. Jahrhunderts und damit für Strauss und seine Zeitgenossen Gegenwartsmusik war. Die Oper indes ist im Rokoko des 18. ­Jahrhunderts angesiedelt, in dem es die Walzer­seligkeit so noch gar nicht gab.

#03

Noch im Jahr seiner Urauf­führung 1911 in Dresden erlebte »Der ­Rosen­kavalier« mehr als 40 weitere Premieren an Opern­häusern im In- und Ausland. Man könnte gar von einer regelrechten »Rosenkavalier«-Manie sprechen: Die Reichsbahn setzte spezielle Sonderzüge ein, nur um die Massen an Besucher­ strömen in die Dresdener Semperoper zu befördern, die Figuren der Hand­lung dienten vielerorts als Vorbilder für Faschingsmasken, und selbst eine ­Zigarettenmarke wurde unter dem Namen »Rosenkavalier« vertrieben.


Oper

#05

Als Hofmannsthal Strauss die Idee zu einer neuen Oper vortrug, beschrieb er diesem lediglich zwei der Hauptfiguren und das Wiener Setting der Handlung. Mit nicht viel mehr als diesem akzep­ tierte Strauss sofort. Später äußerte Strauss über das ausgeführte Libretto Hofmannsthals, der Text ließe sich »­komponieren wie Öl und Butterschmalz«.

#04

Auch wenn das Stück auf Anhieb ein immenser Publikumserfolg war, so wusste Kaiser Wilhelm II. mit der Musik nichts anzufangen. »Es sind ja auch keine Märsche darin«, feixten spöttische Zeitgenossen. Nur einmal ließ sich der Kaiser vom Kronprinzen dazu überreden, eine Vorstellung des »Rosenkavalier« zu besuchen. Allerdings urteilte dieser danach: »Det is keene Musik für mich«. Möglich, dass der Kaiser sich und seine Kaste darin vorgeführt sah und deshalb eine ablehnende Haltung zur Schau trug. Jedenfalls durfte in Berlin bis 1924 nur eine um »anstößige« Liebesszenen und Wendungen »gerei­ nigte« Fassung gezeigt werden.

#07

#06

Nomen est omen? Im Zentrum der Komödienhandlung des Stückes steht zweifellos die tragikomische Figur des Barons Ochs auf Lerchenau. Lerchenau war um 1900 der Name einer klein­bäuerischen Provinz und Sied­ lungskolonie im Norden Münchens, was dem Münchner Strauss zweifel­los bekannt war. Keine vor­ nehme Gegend mit feinen Leuten also. Entsprechend plump und grobschlächtig sind denn auch die Charakterzüge des Ochs musika­ lisch gezeichnet.

Der Brauch der Rosen­über­reichung ist frei erfunden. Im ersten Akt der Oper möchte Baron Ochs von der Marschallin einen ­Ver­wandten empfohlen bekommen, der seiner jungen Braut – nach hoch­ adeliger Gepflogenheit – eine silberne Rose als Verlobungszeichen über­ bringt. Diese Rosenüberreichung, der Opernauftritt aller Opernauftritte (mit viel Celesta- und Harfen-Lametta garniert), zeigt zwei junge Menschen im Bann ihrer Liebe auf den ersten Blick. Dies ist zwar ein schöner Brauch, ­allerdings ist er eine freie Erfindung Hugo von Hofmannsthals, den es so im 18. Jahrhundert niemals gegeben hat.

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#08 PREMIERE

DER ROSENKAVALIER

Richard Strauss (1864 – 1949) Komödie für Musik in drei Aufzügen Libretto: Hugo von Hofmannsthal Uraufführung: 1911 in Dresden In deutscher Sprache. Mit Übertiteln.

Um sein Libretto zu erstellen, hat ­Hofmannsthal zahlreiche Quellen benutzt; weit über ein Dutzend, wenn man den Gelehrten glauben darf. Eine der Quellen, das Gemälde »Morgend­ licher Empfang der Comtesse« aus William Hogarths Bilder-Zyklus »Mariage à la Mode« von 1743/45 – der auch schon anderen Librettisten zuvor als Inspira­ tionsquelle gedient hatte –, gab die Anre­gung zum »Lever« der ­Marschallin im 1. Akt der Oper.

Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Inszenierung Nicolas Brieger Bühne Raimund Bauer Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Daniel C. Schindler Die Feldmarschallin Nicola Beller Carbone / Johanni van Oostrum Apr. / Anja Harteros Mai* Der Baron Ochs auf Lerchenau Karl Heinz Lehner Octavian Silvia Hauer Herr von Faninal Thomas de Vries / Jochen Schmeckenbecher Mai* Sophie Aleksandra Olzcyk / Daniela Fally Mai* Jungfer Marianne Leitmetzerin Sharon Kempton Valzacchi Rouwen Huther Annina Fleuranne Brockway Ein Polizeikommissar / Ein Notar Benjamin Russell Ein Wirt Erik Biegel Ein Sänger Ioan Hotea / Aaron Cawley Dez., 13. Apr. Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 10. Nov. 2019, Großes Haus Weitere Vorstellungen 14. / 17. / 22. / 30. Nov., 12. / 21. Dez. 2019, 13. / 29. Apr., 24. Mai* 2020 * Internationale Maifestspiele

#09

#10

Der große Erfolg der Oper führte dazu, dass in den 1920er-Jahren eine Stumm­ filmversion von »Der Rosenkavalier« produziert wurde. Für diese Fassung schrieb Hofmannsthal einige neue Szenen, und Strauss kompo­ nierte neue Musik. Deren Uraufführung fand am 10. Januar 1926 in der Dresdener Semper­oper statt, wo 15 Jahre zuvor bereits die Opernvorlage ihre Premiere erlebte hatte – mit Begleitung eines Live-­Orchesters unter der Leitung des Komponisten. Damit die Musik mit den Szenen des Stummfilms zusammenpasste, hatte sich der Vorführer mit der Abspiel­ geschwindigkeit nach dem Orchester zu richten.

Der »Rosenkavalier« war für seine Autoren eine regelrechte Gelddruck­ maschine. Von den Tantiemen, die Hofmannsthal für sein Libretto zum »Rosenkavalier« erhalten hatte, erwarb er das frühe Selbst­bildnis »Yo Picasso« des spanischen Malers in der Galerie von Heinrich ­Thannhauser in München. Hierdurch wurde Hofmannsthal zum ersten und einzigen Picasso-Sammler Österreichs.


Oper WIEDERAUFNAHME

MY FAIR LADY

»Liebevolle Ausstattung mit vielen Schauwerten.«

Frederick Loewe (1901 – 1988)

Wiesbadener Kurier, Birgitta Lamparth, 29. 10. 2018

Musical in zwei Akten Libretto: Alan Jay Lerner, nach Bernard Shaws »Pygmalion« und dem Film von Gabriel Pascal Deutsch: Robert Gilbert Uraufführung: 1956 in New York In deutscher Sprache. Musikalische Leitung Christoph Stiller Inszenierung Beka Savić Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Claudia Jenatsch Choreografie Myriam Lifka Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Katja Leclerc, Laura Weber

Prof. Henry Higgins Uwe Eric Laufenberg Mrs. Higgins Margit Schulte-Tigges Eliza Doolittle Mira Benser Alfred P. Doolittle Michael Birnbaum Oberst Pickering Uwe Kraus Freddy Eynsford-Hill Björn Breckheimer Mrs. Eynsford-Hill Petra Urban Mrs. Pearce Evelyn M. Faber Zoltan Karpathy Klaus Krückemeyer Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 16. Nov. 2019, Großes Haus Weitere Vorstellungen 23. Nov., 2. / 8. / 13. / 23. Dez. 2019, 4. Jan., 23. Feb., 27. Mär., 25. Apr., 5. / 7. / 13. / 27. Jun. 2020

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32 WIEDERAUFNAHME

HÄNSEL UND GRETEL Engelbert Humperdinck (1854  – 1921)

»Märchenhaft wandert der nächtliche Wald in der neuen Wiesbadener Opern-Inszenierung. Er leuchtet, glitzert und verführt traumschön große und kleine Besucher im Staatstheater.« Frankfurter Neue Presse, Bettina Boyens, 17. 11. 2015

Märchenspiel in drei Bildern Libretto: Adelheid Wette, nach dem Märchen aus den »Kinder- und Hausmärchen« der Brüder Grimm Uraufführung: 1893 in Weimar In deutscher Sprache. Musikalische Leitung Christina Domnick Inszenierung Beka Savić Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Susanne Füller Licht Andreas Frank Jugendchor Jörg Endebrock Dramaturgie Katja Leclerc Peter Besenbinder Benjamin Russell Gertrud Sharon Kempton Hänsel Silvia Hauer Gretel Anna El-Khashem Knusperhexe Rouwen Huther Sand- und Taumännchen Stella An Jugendkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 27. Nov. 2019, Großes Haus Weitere Vorstellungen 15. / 26. / 31. Dez. 2019


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Oper

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WIEDERAUFNAHME

TOSCA

Kaffee . Rösterei . Barista

»Wieder ein großer und wichtiger Abend in der Wiesbadener Oper!« Wiesbadener Kurier, Dietrich Stern, 13. 6. 2017

Melodramma in drei Akten Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem Drama von Victorien Sardou Uraufführung: 1900 in Rom In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Christoph Stiller / GMD Patrick Lange Nach einer Inszenierung von Sandra Leupold Regie Selcuk Cara Bühne Tom Musch Kostüme Marie-Luise Strandt Licht Klaus Krauspenhaar Chor Albert Horne Kinderchor Jörg Endebrock Dramaturgie Brunhild Matthias, Bodo Busse Floria Tosca Adina Aaron 1., 5. Dez. / Elena O’Connor / Anja Harteros Mai*

Mario Cavaradossi Andreas Schager Dez., Mai* / Aaron Cawley Baron Scarpia Thomas de Vries Cesare Angelotti Young Doo Park Der Mesner Benjamin Russell Spoletta Erik Biegel Sciarrone Daniel Carison Ein Hirte Stella An Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Kinderkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 1. Dez. 2019, Großes Haus

Kaffee in seiner schönsten Rolle

Giacomo Puccini (1858 – 1924)

Weitere Vorstellungen 5. Dez. 2019, 5. / 11. Jan., 29. Feb., 12. Apr., 28. Mai* 2020 * Internationale Maifestspiele

Marktstraße 12, Wiesbaden und Jawlenskystraße 1 / Ecke Nerostraße, Wiesbaden


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PREMIERE

MATTHÄUSPASSION Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)


Oper

Bettgeschichten TEXT KATJA LECLERC

Da hing er. Klein aber unübersehbar, sehnig, glänzend, aus dunkelbraunem Holz. Der Schmerzensmann am Kreuz hatte den zentralen Platz über dem Bett bekommen – in einem Tagungszentrum, das in einem ehemaligen Kloster untergebracht ist. Dort sollte in einem mehrtägigen Assessment-­ Verfahren über die Vergabe von begehrten Stipendien entschieden werden. Sollte Jesus am Kreuz den studentischen Bewerbern nun Glück bringen? Bei meiner Zimmernachbarin und mir, einer gläubigen Muslima und einer Gewohnheits-Protestantin, überwog das Unbehagen. Christus wanderte in die Schublade des Nachttischs. Die Stipendien bekamen wir auch ohne göttlichen Beistand. Christus Tröstung, Erlösungszuversicht, wie sollten sie wanderte in die jemals aus diesem grausig dargestellten Elend erwachsen? Zweifel an der Angemessenheit Schublade des eines erbärmlichen Todes für den Sohn Gottes Nachttischs. haben schon früh zu »alternativen Wahrhei­ ­ten« über die Auferstehungsgeschichte geführt. Die jüngste Publikation zu diesem Thema, die kontrovers diskutierte Abhandlung des renommierten Mittelalterhistorikers Johannes Fried mit dem Titel »Kein Tod auf Golgotha«, behauptet, Jesus habe die Kreuzigung überlebt und sich nach seiner Gesundung in Richtung Osten abgesetzt. Die These ist so alt wie die Kreuzigungsgeschichte selbst und liegt ganz im heu­ tigen Trend, sich Jesus als historischer, nicht göttlicher, Person zu nähern. Johannes Fried bemüht medizinische Erklärungen: Der Lanzenstich sei nicht etwa todbringend gewesen, sondern habe die Lunge von Flüssigkeiten befreit und so Jesus’ Überleben gesichert. Der Essig, den man dem Siechen zu trinken gab, habe ihn betäubt und gleichzeitig eine flache Atmung in Gang gehalten – dies erkläre auch, warum Jesus so schnell »verstorben« sei. Die Jünger hätten dann die Mär von Jesus’ Wiederauferstehung verbreitet. Eine geniale Marketingaktion. Im Vorwort erzählt der Historiker, dass seine Frankfurter Institutskollegen ihm geraten hatten, aus dem Stoff eine Kriminalgeschichte zu machen. Bleibt man bei den unspektakulären Fakten, erfährt man Folgendes über Jesus: Ja, es ist davon auszugehen, dass Jesus wirklich gelebt hat. Er wurde in Nazareth Jesus fiel als geboren, einem veritablen »Kaff« mit nicht mehr als 400 Einwohnern. Er hatte vier Brüder Heiland und nicht namentlich bekannte Schwestern nicht einfach (warum die Göttlichkeit nur einen von ihnen getroffen hat, hat überraschenderweise weder vom Himmel. in der Wissenschaft noch in der Kirche für nennenswerte Glaubenszweifel gesorgt). Jesus war Jude (ein ständiger Streitpunkt, sowohl Juden wie Christen, die jeweils ihre eigene Religion profilieren wollen, beharren darauf, dass Jesus nicht zu den Juden gezählt wird). Und last but not least: Jesus fiel als Heiland nicht einfach vom Himmel, sondern war Anhänger von Johannes dem Täufer. Von ihm ablösen musste er sich, weil er überzeugt war, dass das Reich Gottes nicht direkt bevorstand (wie es Johannes predigte), sondern für den Menschen schon angebrochen war. In gemeinsamen Mählern (für die er als »Fresser« ver­ unglimpft wurde) vermittelte er die Freude des Gottesreiches. Kein übermenschlicher Schmerzensmann. Wenn für die Menschen Gött­ lichkeit so greifbar und erlebbar ist, dann bräuchte es eigentlich nur für die Spektakelsüchtigen unter ihnen eine Kreuzigungs- und Auferstehungs­ geschichte. Und ihre tausendfache Replik in Kirchen, bayerischen Amts­ stuben – und über den Betten der armen Sünderlein.

Ganz ohne ­Spektakel … … kommt das Theater nur ungern aus. Man darf gespannt sein, welche Form die »Faust«-preisgekrönte Regisseurin Johanna Wehner und der ausgewiesene Spezialist für Barock und Frühklassik Konrad Junghänel Bachs »Matthäus-­Passion« geben werden. Vorab haben wir ihnen drei Fragen gestellt.

3 FRAGEN AN

Konrad Junghänel Glaubst du? Nein, nicht an Gott als personifiziertes höheres Wesen. Ich glaube schon, dass es noch etwas jenseits unserer Vorstellungsmöglichkeiten geben kann, was nicht mit unseren naturwissen­ schaftlichen Untersuchungen nachge­ wiesen werden kann. Wer ist Jesus für dich? Ein Revolutionär, der für den sozialen Ausgleich kämpft. Solche Revolutionäre hat es immer wieder in der gesamten Menscheitsgeschichte gegeben, nur hat niemand auch nur annähernd eine solche nachhaltige Auswirkung auf die Menschheit gehabt. Kann in Musik etwas ­Göttliches sein? Musik kann – wie kein anderes Medium – Gefühle transportieren, ohne not­wendigerweise über den Intellekt zu gehen, die einen tatsächlich an etwas Höheres glauben lassen können. v

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3 FRAGEN AN

Johanna Wehner Glaubst du? Ja. Nein. Beides. Es gab eine lange Zeit, in der ich diese Frage mit »Ja« hätte beantworten können. Aufgrund eines gravierenden Einschnitts, näm­lich eines sehr drastischen Todesfalls, fällt es mir seitdem schwer, das immer noch zu sagen. Das geht ganz sicher vielen Menschen so, vom Glauben kann man »abfallen«, meist deswegen, weil der Glaube enttäuscht wurde. ­Enttäuschung passiert dann, wenn der Glaube beinhaltet, dass Dinge – simpel gesagt – zum Guten ausgehen, dass man beschützt wird, oder allgemeiner: dass die Dinge, die geschehen, einen Sinn ergeben. Manche Ereignisse ergeben aber keinen Sinn. Und noch mehr: Von manchen Ereignissen will man auch nicht, dass sie einen Sinn er­geben. Heißt das dann, man will auch nicht mehr glauben? Müsste ich dann nicht sagen, »ich kann es nicht mehr aushalten zu glauben«, statt »ich glaube nicht mehr«? Beim Regieführen kann man manchmal Fragen besser über die Negativ-Formulierung lösen: Statt »was könnte da noch sein« fragt man lieber »was fehlt eigentlich hier noch?«. Wenn das Gegenteil von »glauben« nicht »nicht glauben« heißt, sondern »glauben, dass nicht …«, dann würde mir immer leicht fallen zu ant­ worten: »Nein. Ich glaube nicht, dass nicht …«. Wer ist Jesus für dich? Ich glaube (da ist es wieder!), dass die Person Jesus existiert hat, das ist historisch mittlerweile unbestritten. Mit der, ich nenne es mal: »Fabelgestalt« Jesus verhält es sich anders. Da geht es um die Frage, ob man an die in der Bibel beschriebenen Wunder glaubt. »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.« »Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht

wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.« Ich trenne diese Sätze als Experiment mal ab von einer Person oder davon, wie buchstäblich das gemeint ist; so sind das vor allem Formeln, die für mich ganz persönlich etwas mit Offenheit zur Spiritualität zu tun haben. Und das bedeutet mir schon viel. Mit dem heu­ tigen Gefühl des grundsätzlich Fort­ schrittlichen ist nicht mehr viel Platz für Spiritualität. Dadurch ist zum Beispiel der Glaube an ein Leben nach dem Tod mehr und mehr verschwunden. Das hat uns aber nicht in erster Linie von der Hölle befreit, sondern lediglich die Zeit verkürzt, weil das Hier und Jetzt als das Einzige plötzlich verdammt kurz ist. Daher finde ich solche Sätze, die immerhin die Möglichkeit von etwas, sagen wir mal, wenigstens Transzen­ dentem auftun, sehr wichtig. Was ist das für mich? Ein Ausweg, das ist viel zu viel, auch viel zu kitschig. Eher: Eine Perspektive und manchmal eine gute Entgegnung zur Gefahr der Hybris des Modernen. Ich glaube, was ich eigent­ lich sagen will, ist: Ich finde es wichtig, dass man die Geister nicht vertreibt. Kann in Musik etwas ­Göttliches sein? Also ehrlich! Jetzt so leichtfertig mit dem Begriff des »Göttlichen« daherzu­ kommen! Und das nach den ersten beiden Fragen!! Aber ich rede erstmal um den heißen Brei herum. Ich habe einmal gelesen, dass die Existenz von Mozarts Musik als Gottesbeweis gelten kann. Fand ich lustig. Ich glaube das nicht, unter anderem, weil Musik einer bestimmten Art nichts Univer­ selles ist. Ein und dieselbe Musik wird nicht überall (gleich) verstanden, da Hörerfahrung kulturelle Muster bein­hal­tet. Die Tatsache von Musik an sich ist jedoch etwas anderes: Ich würde mich zwar immer noch gegen den Begriff »göttlich« wehren, aber dass eine Spezies in der Lage ist, eine Sprache zu erfinden, die jenseits des Mitteilungsgehalts so viel mit Emotion, Empathie und Erlebnis-­Erfahrungen zu tun hat, die ich als sehr »wesentlich« beschreiben würde, das ist schon ziemlich – erstaunlich. Ich merke gerade, das muss ich viel größer aus­ drücken als »wesentlich«: Ich denke gerade an Kirchenmusik, an Queen, an Elliot Smith, Tori Amos, Henry Purcells

»Drooping Wings« aus »Dido und Aeneas«, naja, also da spürt man doch wirklich die Verbindung zum Himmel – oder zu den Sternen, da hört das Irdi­ sche irgendwie auf, das Hier und Jetzt. Das ist schon so. Ja.

PREMIERE

MATTHÄUS-PASSION

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) Szenisches Oratorium Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Johanna Wehner Bühne Volker Hintermeier Chor Albert Horne, Christoph Stiller Licht Andreas Frank Dramaturgie Katja Leclerc Evangelist Julian Habermann Jesus Konstantin Krimmel Sopran Anna El-Khashem Alt Anna Alàs i Jové / Franziska Gottwald 5. / 8. / 12. Feb. Tenor Tilman Lichdi / Thomas Blondelle Apr. Bass Wolf Matthias Friedrich Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 18. Jan. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 22. / 31. Jan., 5. / 8. / 12. Feb., 8. Mär., 10. Apr. 2020 Diese Produktion wird theater­ pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128


Oper

WIEDERAUFNAHME

MANON

Jules Massenet (1842 – 1912)

Opéra-comique in fünf Akten und sechs Bildern Libretto: Henri Meilhac und Philippe Emile François Gille nach der »Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut« (1731) von Abbé Prévost Uraufführung: 1884 in Paris In französischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Jochen Rieder Inszenierung Bernd Mottl Bühne, Kostüme Friedrich Eggert Chor Albert Horne Choreografische Mitarbeit Myriam Lifka Licht Ralf Baars Dramaturgie Regine Palmai

»Glanzvolle Neuinszenierung dieser hochaktuellen Oper.« Wiesbadener Kurier, Dietrich Stern, 30. 10. 2017

Manon Cristina Pasaroiu Chevalier Des Grieux Ioan Hotea Lescaut Christopher Bolduc Graf Des Grieux Florian Kontschak Guillot-Morfontaine Erik Biegel Monsieur de Brétigny Benjamin Russell Ein Gastwirt, Ein Sergeant Wolfgang Vater Pousette Shira Patchornik Javotte Stella An Rosette Fleuranne Brockway Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 24. Jan. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 2. / 14. / 22. Feb., 6. Mär. 2020

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DER FLIEGENDE HOLLÄNDER Richard Wagner (1813 – 1883)

Romantische Oper in drei Aufzügen

»Genial kommt hier die Schlussszene zur Geltung, wenn Senta in die Fluten stürzt und sich dann im Tod mit dem Holländer vereinigt.« www.kulturfreak.de, Markus Gründig, 25. 9. 2015

Libretto: vom Kompo­ nisten, nach »Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski« von Heinrich Heine Uraufführung: 1843 in Dresden In deutscher Sprache. Mit Übertiteln. Musikalische Leitung GMD Patrick Lange / Christoph Stiller Inszenierung, Bühne nach Michiel Dijkema Spielleitung Magdalena Weingut Kostüme Claudia Damm Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Karin Dietrich

Der Holländer Derrick Ballard / Michael Volle Mai* Senta Gabriela Scherer Daland Timo Riihonen Erik Thomas Blondelle / Aaron Cawley 16. Feb. Mary Romina Boscolo Der Steuermann Julian Habermann Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 6. Feb. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 16. Feb., 5. Mär., 11. Apr., 20. / 23. Mai* 2020 * Internationale Maifestspiele


Oper

PREMIERE

ANNA NICOLE Mark-Anthony Turnage (*1960)

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Ein kurvenreiches Leben Auf den Spuren der Anna Nicole Smith

TEXT DANIEL C. SCHINDLER

Anna Nicole Smith, die mit ­bürgerlichem Namen eigentlich Vickie Lynn Hogan hieß, erblickte am 28. November 1967 in der texanischen Kleinstadt Mexia das Licht der Welt, wo sie in einfachsten Verhältnissen aufwuchs. Ihr Vater verließ die Familie bereits früh, als Smith noch ein kleines Kind war. Schon mit 17 Jahren heiratete sie ihren ersten Mann Billy Wayne Smith. Die Ehe, aus der Sohn Daniel hervorging, dauerte nur ein gutes Jahr. Danach hielt sich Smith zunächst als Köchin, Supermarktkassiererin und Strip­ tease-Tänzerin über Wasser. Ihre Karriere als Model startete sie mit Aufnahmen für das Männermagazin »Playboy«, dessen Cover sie im März 1992 erstmals zierte. Ein Traum schien für sie in Erfüllung zu gehen, denn bereits als junges Mädchen hatte Smith einmal gesagt, sie wolle die nächste Marilyn Monroe werden. Doch während letztere den Aufstieg zum Superstar bekanntermaßen mühe­los geschafft hat, reichte es bei Smith allenfalls zu Nebenrollen in unbekannteren Filmen. In die Schlagzeilen geriet Anna Nicole Smith, als sie mit 26 Jahren den 89-jährigen Öl­milliardär Howard Marshall heiratete. Bereits ein gutes Jahr später verstarb ihr greiser Gatte – und die Skandalgeschichten begannen: Erst kam es zu Erbstreitig­ keiten mit dem Sohn des Milliardärs, der bis vor den Obersten Gerichts­ ­hof in Washington ging. Es folgten ex­treme Gewichtsschwankungen, Party­exzesse, Probleme mit Drogen und häufig wechselnden Liebhabern,

Anna Nicole Smith wollte die nächste Marilyn Monroe werden.

die von der Klatschpresse genussvoll ausgeschlachtet wurden. Überschattet wurden all diese Skandale jedoch von einem schweren persönlichen Schicksals­schlag, dem frühen Tod ihres Sohnes Daniel. Am 8. Februar 2007 wurde Smith bewusstlos in einem Hotelzimmer in Florida aufgefunden und verstarb wenig später auf dem Weg ins Kran­ kenhaus. Wochenlang rätselten die Medien, woran Smith wohl gestorben sein könnte: Waren es Drogen? Suizid? Oder gar ein Verbrechen? Die rechtsmedizinische Unter­ suchung des Leichnams ergab schließ­ lich: Schuld war eine Überdosis Medikamente, die das Model offenbar versehentlich eingenommen hatte. Mit Anna Nicole Smiths Tod nahmen die Rechtsstreitigkeiten um ihre Person jedoch noch lange kein Ende. So hatte eine Auseinandersetzung zwischen Smiths Mutter Virgie Arthur und Anna Nicoles letztem Lebens­ gefährten Howard K. Stern die Beer­digung wochenlang verzögert. ­Während Arthur ihre Tochter in deren alter Heimat Texas bestatten lassen wollte, bestand Smiths Lebensgefährte Stern darauf, ihren letzten Wunsch zu erfüllen und sie an der Seite ihres Sohnes auf den Bahamas zu beerdigen. Ein Gericht entschied schließlich, dass Smith auf den Bahamas ihre letzte Ruhe finden sollte. Hinzu kam ein weiterer Rechts­streit um die Identität des Vaters von Smiths im September geborener Tochter Dannielynn, auf deren Vater­ schaft gleich drei Männer Anspruch erhoben.


Oper

PREMIERE

ANNA NICOLE

Mark-Anthony Turnage (*1960) Oper in zwei Akten Musikalische Leitung Albert Horne Inszenierung Bernd Mottl Bühne, Kostüme Friedrich Eggert Chor Albert Horne Choreografie Myriam Lifka Licht Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Daniel C. Schindler

Oper trifft Musical Anna Nicole – Sexsymbol, Partyluder und Männerfantasie, Busenwunder, Milliardärsgattin und Tabletten-Junkie. Sie war eine Person voller Wider­ sprüche, mit einer Biografie, die den Stoff zu einer Seifenoper hätte liefern können. Komponist Mark-Anthony Turnage und Librettist Richard Thomas haben eine richtige Oper daraus gemacht: Eine rasante Revue voller Sprachwitz und musikalischem Humor, stilistisch in der Nachfolge von Kurt Weill und Leonard Bernstein stehend, aber gewürzt mit ein paar messer­ scharfen Dissonanzen, tempo- und abwechslungsreich gestalteter Instru­ mentierung, mit jazzigen Bläserriffs und rockigen Schlagzeugrhythmen. Eine rasante Show, die mühelos den Spagat zwischen Musical-­Song und Opernkoloratur schafft.

Anna Nicole Betsy Horne Stern Christopher Bolduc Virgie Margarete Joswig J. Howard Marshall Uwe Eikötter Shelley / Marshall Family Lena Haselmann Trucker / Doctor / Marshall Family Ralf Rachbauer Daddy Hogan / Marshall Family Daniel Carison Kay / Marshall Family Annette Luig Melissa / News Reporter Fleuranne Brockway Billy / News Reporter Nathaniel Webster Lap Dancer 1 Radoslava Vorgic Lap Dancer 2 Karolina Michel Lap Dancer 3 Maike Menningen Lap Dancer 4 Jessica Poppe Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 15. Feb. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 21. / 28. Feb., 1. / 7. / 11. / 19. Mär. 2020 Diese Produktion wird theater­ pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128

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PETER GRIMES Benjamin Britten (1913 – 1976)

»Wiesbadens auch dirigierender Chor­ direktor Albert Horne entfesselt mit dem Orchester und dem exzellent aufgestellten (auch stark spielenden, was für die Regie spricht) Chor Meer, Sturm, Angst und Mob. Die Solisten sind hervorragend besetzt, allem voran der Coup, dass der kanadische Wagner-Tenor Lance Ryan (…) ein fulminantes Debüt als Grimes gibt.« Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 7. 2. 2017

Oper in drei Akten und einem Prolog Libretto: Montagu Slater, nach »The Borough« (1810) von George Crabbe Uraufführung: 1945 in London In englischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Albert Horne Inszenierung Philipp M. Krenn Bühne, Kostüme Rolf Glittenberg Chor Albert Horne Licht Andreas Frank Dramaturgie Katja Leclerc Peter Grimes Lance Ryan Ellen Orford Johanni van Oostrum / Michaela Kaune Jun.

Balstrode Thomas de Vries Auntie Andrea Baker Erste Nichte Anna El-Khashem Zweite Nichte Shira Patchornik Boles Erik Biegel Swallow Benjamin Russell Mrs. Sedley Romina Boscolo Pastor Adams Julian Habermann Ned Keene Daniel Carison Hobson Hans-Otto Weiß Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 27. Feb. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 21. Mär., 4. Apr., 17. Jun. 2020


Oper PREMIERE

Giuseppe Verdi (1813 – 1901)

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Vielleicht speist sich meine Intuition aus einer Energie, die immer wiedergeboren wird? Vesselina Kasarova


Oper INTERVIEW

Die Zeit ist gekommen Die große Sängerin Vesselina Kasarova über ihr Rollendebüt als Azucena in Verdis »Il Trovatore« und über ihr Faible für Geistergeschichten INTERVIEW KATJA LECLERC FOTO SUZANNE SCHWIERTZ

Die Zigeunerin Azucena ist eine Mutter, die ihren (Zieh-)Sohn beschützen will, aber auch eine Tochter, die ihre Mutter auf dem Scheiterhaufen hat verbrennen sehen. Das ist extrem. Warum ist Ihnen die Partie der Azucena so wichtig? Azucena ist für mich eine Persön­ lichkeit, die ich schon immer einmal verkörpern wollte. Mir war aber bewusst, dass ich Zeit brauche und menschliche Erfahrungen machen musste, bevor es soweit ist. Lebens­ erfahrungen: Sie ist eine Mutter – mein Sohn ist jetzt 20 Jahre alt. Man muss etwas erlebt haben, damit man weiß, woraus man seine Inter­ pretation schöpft. Stimmliche ­Erfahrungen: Ich habe schon immer sehr darauf geachtet, wann ich welche Rolle singe. Die Stimme wird natürlich größer mit den Jahren, aber sie sollte beispielsweise davor geschützt werden, ein zu großes ­Vibrato zu entwickeln. Ich fühle mich als singende Schauspielerin, das kann ich nicht voneinander trennen: Körperliche Sprache und Stimme hängen bei mir zusammen. Diese Partie ist in ihrem Tonumfang – enorme Tiefe und Höhen – außergewöhnlich und am ehesten mit der Wahrsagerin Ulrica in Verdis »Ein Maskenball« vergleichbar. Das tiefe Timbre hat mir der liebe Gott mitgegeben. Dafür bin ich sehr

dankbar, ein klassischer Mezzosopran zu sein, nicht mehr und nicht weniger. Er hat mir zwei Stimmbänder mit großem Tonumfang geschenkt. Aber ich habe auch viel an meiner Stimme gearbeitet – das sage ich heute, mit 53 Jahren. Die Menschen heute haben zwei extreme Vorstellungen von der Zigeunerwelt: eine wunderschöne, exotische, farbenfrohe einerseits – eine negative, vorurteilsbehaftete, angstbehaftete andererseits. Es scheint, als lösten nicht-sesshafte Menschen in der Zivilisations­ geschichte seit längerem ein Unbe­hagen aus … Haben Sie sich eine ­Vorstellung von dieser Welt gemacht, in die wir durch Azucena einge­führt werden? Ich bin offen für Ideen. Ich wurde in einem Land geboren, in dem es viele »Zigeuner« – ich spreche lieber von »Roma« – gibt. Ich positioniere mich klar gegen Rassismus und Vor­ urteile. Viele Roma in Bulgarien sind sehr intelligente, unwahrscheinlich musikalische Menschen. Sie haben sozusagen »die Musik im Blut« – die besten Musiker mögen Roma sein. Ein weiteres Thema der Oper sind Träume, Wahnsinn, Visionen, Geister … Die Vergangenheit kommt wie als Ekstase über die Erinnern­ ­den. Haben Sie ein Faible für Schauer­­geschichten, Thriller und ähnliches? Ja, absolut. Künstler brauchen eine Fantasie in diese Richtung. Ich habe mich oft gefragt, was nach dem Tod kommt. Ich werde stark von meiner Intuition gelenkt, so, dass es mich manchmal fast erschreckt. Woher kommt das? Niemand ist vom Tode wiedergekehrt, doch aus dem Koma Erwachende berichten alle von den­­selben Erlebnissen. Vielleicht speist sich meine Intuition aus einer Energie, die immer wieder­ geboren wird?

PREMIERE

IL TROVATORE

Giuseppe Verdi (1813 – 1901) Dramma in vier Teilen Libretto: Salvatore Cammarano, mit Ergänzungen von Leone Emmanuele Bardare, nach dem Drama »El trovador« (1836) von Antonio García Gutiérrez Uraufführung: 1853 in Rom In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Alexander Joel Inszenierung Philipp M. Krenn Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Chor Albert Horne Licht Andreas Frank Dramaturgie Katja Leclerc Graf von Luna Aluda Todua Leonora Cristiana Oliveira Azucena Vesselina Kasarova 28. Mär., 8. / 18. / 26. Apr., 4. Jun. / Jordanka Milkova Manrico Aldo di Toro / Aaron Cawley 26. Apr., Jun. Ferrando Young Doo Park Ines Stella An Ruiz Erik Biegel Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 28. Mär. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 5. / 8. / 18. / 26. Apr., 4. / 12. / 19. / 24. Jun., 3. Jul. 2020 Diese Produktion wird theater­pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128

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ELEKTRA Richard Strauss (1864 – 1949)

Tragödie in einem Akt Libretto: Hugo von Hofmannsthal, nach der Tragödie von Sophokles Uraufführung: 1909 in Dresden In deutscher Sprache. Mit Übertiteln. Musikalische Leitung Marius Stieghorst Inszenierung Magdalena Weingut Bühne Matthias Schaller Kostüme Amélie Haas Licht Klaus Krauspenhaar Chor Albert Horne Dramaturgie Bodo Busse Elektra Maida Hundeling / Catherine Foster Mai* Klytemnästra Dalia Schaechter Chrysothemis Betsy Horne Orest Young Doo Park / Egils Siliņš Mai* Ägisth Aaron Cawley Der Pfleger des Orest Doheon Kim Die Vertraute Petra Urban Die Schleppenträgerin Ines Behrendt Ein junger Diener Lukas Schmidt 9. Apr. / Julian Habermann Ein alter Diener Leonid Firstov Die Aufseherin Sharon Kempton Mägde Silvia Hauer, Judith Gennrich, Fleuranne Brockway, Stella An, Shira Patchornik Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 9. Apr. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 19. Apr., 4. Mai*, 6. Jun. 2020 * Internationale Maifestspiele

»Die ersten Bravorufe hallten durch den Raum, noch bevor sich die Hände zum Applaus regen konnten.« Opernglas, Claus Fischer, 14. 2. 2016


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Richard Wagner an Ludwig und ­Malvina Schnorr von ­Carolsfeld, ­Biebrich, Juli 1862

Wer heut’ um 3 Uhr nach Bingen will, fahre in T – Gottes Namen! Der kluge Wagner bleibt in Büberich; er gedenkt um 5 Uhr im Hofe der Europa zu Speisen: um 7 Uhr Tristan u. Isolde zu treiben. Wer mit thut, ist willkommen! »Lobet Gott den Herrn!« RW.

Ludwig und Malvina Schnorr von Carolsfeld als »Tristan und Isolde« der Münchner Uraufführung, 1865


Oper

PREMIERE

TRISTAN UND ISOLDE Richard Wagner (1813 – 1883)

TEXT WOLFGANG BEHRENS

Im Juli 1862 weilten der junge Tenor Ludwig Schnorr von Carolsfeld und seine Frau Malvina, eine Sopranistin, für 14 Tage in Wiesbaden-­Biebrich, um gemeinsam mit Richard Wagner und mit der Unterstützung von Hans von Bülow am Klavier die Titel­rollen von »Tristan und Isolde« einzustu­dieren. Eine ­Uraufführung des Werkes in Dresden war in Pla­ nung, die sich jedoch ­zerschlagen sollte. Während dieser zwei ­Biebricher Wochen lernte Wagner insbeson­ dere Ludwig Schnorr von Carolsfeld ­ungemein schätzen. Er notierte über dieses Kennenlernen: Hier war dann Alles gesagt u. gethan, was uns zum innigsten Einverständniss über jedes uns nahe liegende künstlerische Interesse führen konnte.

Die tatsächliche Uraufführung des »Tristan« konnte erst drei Jahre später in München stattfinden – Ludwig und Malvina Schnorr von ­Carolsfeld waren jedoch weiterhin in den ­Hauptrollen gesetzt. Richard Wagner erinnerte sich später an die Proben: Nachdem ich während der Proben des ersten und zweiten Aktes stets, wie mit dem Ohre, so mit dem Auge, auf das Gespannteste an meinen Darstellern gehaftet hatte, wendete ich, mit dem Beginne des dritten Aktes, vom Anblicke des auf seinem Schmerzenslager hingestreckten todeswunden Helden mich unwillkürlich gänzlich ab, um auf meinem Stuhle mit halbgeschlossenen Augen bewegungslos mich in mich zu versenken. In der

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ersten Theaterprobe schien Schnorr die ungewohnte Andauer meiner scheinbaren vollständigen Theilnahmlosigkeit, da ich mich im Verlaufe der ganzen ungeheueren Scene selbst bei den heftigsten Accenten des Sängers nie nach ihm wendete, ja nur überhaupt mich regte, innerlich befangen ge­macht zu haben, denn als ich endlich nach dem Liebesfluche taumelnd mich erhob, um, in erschütternder Um­armung zu dem auf seinem Lager aus­ge­streckt Verharrenden hinabgebeugt, dem wunderbaren Freunde leise zu sagen, daß ich kein Urtheil über mein nun durch ihn erfülltes Ideal aus­sprechen könne, da blitzte sein dunkles Auge wie der Stern der Liebe auf; ein kaum hörbares Schluchzen, – und nie sprachen wir über diesen dritten Akt mehr ein ernstes Wort. Nur erlaubte ich mir, zur Andeutung meiner Empfindungen hierüber, etwa Scherze wie diesen: so etwas, wie dieser dritte Akt, sei leicht geschrieben, aber es von Schnorr hören zu müssen, das sei schwer, weßhalb ich denn auch gar nicht erst noch hinsehen könnte.

Mein Trauter! – Zu dem Abgrunde trieb ich Dich!

Vier Aufführungen des »Tristan« erlebte ­München im Jahr 1865, für Wagner eine der beglückendsten künstle­ rischen Erfahrungen seines Lebens:

fühlte mich in der vierten Aufführung nach dem Liebesfluche Tristan’s zu der bestimmten Erklärung an meine Umgebung gedrängt, diese solle die letzte Aufführung des »Tristan« sein; ich würde keine weitere mehr zugeben. Tragischerweise starb Ludwig Schnorr von Carolsfeld nur vier Wochen nach der vierten Aufführung, vermutlich an einer Infektionskrankheit. Er wurde nur 29 Jahre alt. Seine Witwe Malvina versank in Depressionen und trat nie wieder auf. Der tief getroffene Wagner, der in Schnorr seinen idealen Sänger-­Darsteller gefunden zu haben glaubte, sandte diesem in seinem Tagebuch einen verzweifelten Gruß hinterher: Mein Tristan! Mein Trauter! – Zu dem Abgrunde trieb ich Dich! Ich war’s gewohnt da zu stehen. Ich hab’ keinen Schwindel. Aber ich kann Niemand am Rande stehen sehen: da erfasst es mich mit rasender Sympathie! Ich greife zu, um zu halten, zurück­zu­ ziehen, und stosse hinab, – wie wir den Nachtwandler tödten, den wir er­schreckt anrufen. – So stiess ich ihn hinab. Und ich selbst? – Ich hab’ keinen Schwindel – Ich sehe hinab, – ja, mir behagt es – Aber – den Freund? – Ihn verlier ich. Mein Tristan! Mein Trauter! –

In mir selbst steigerte sich, während ich den Vorstellungen, welche wir vom »Tristan« erlebten, beiwohnte, ein anfänglich ehrfurchtsvolles Staunen über diese ungeheuere That meines Freundes bis zu einem wahrhaften Entsetzen. Mir erschien es endlich als ein Frevel, diese That als eine wiederholt zu fordernde Leistung etwa in unser Opernrepertoire eingereiht wissen zu sollen, und ich Richard Wagner


Oper

3 FRAGEN AN

Patrick Lange Musikalische Leitung

»Tristan und Isolde« galt vor der Uraufführung als unspielbar, ein Wiener Produktionsversuch wurde 1863 nach 77 Proben abgesagt. Ist das von heute aus gesehen noch nachvollziehbar? Absolut! Als Carlos Kleiber das Stück 1973 als Wiederaufnahme an der Wiener Staatsoper von den Kollegen Karajan und Bern­ stein übernahm, bestand er auf 14 Orchesterproben. Heutzutage wäre das organisatorisch in Wien undenkbar … Aber einmal abgesehen von dem enormen Anspruch, den die Partitur tech­ nisch stellt, ist das Stück für uns Musiker enorm gefährlich: Wagner versetzt uns mit dieser Musik in einen permanenten, stunden­ langen Rauschzustand, dem man sich gar nicht entziehen kann. In unserer abendländischen Kultur und Erziehung sind wir es vom harmonischen Verlauf der Musik gewohnt, immer wieder tonal »nach Hause« zu kommen. Wagner versagt uns das, zögert das immer weiter hinaus – eigentlich den ganzen Abend über. Das ist eine emotionale Grenzerfahrung für jeden. Diese unfassbare Intensität ist der Grund, warum »Tristan und Isolde« bei Dirigenten berüchtigt ist: Felix Mottl hatte 1911 im 1. Akt einen Herzinfarkt, der Tage später zu seinem Tod führte, Joseph ­Keilberth starb 1968 völlig unver­ mittelt während des 2. Aktes, Carlos Kleiber wird nachgesagt, er habe sich in »Tristan«-Pausen immer übergeben müssen. Diese Oper ist gefährlich – aber auch beglückend und süchtig machend. Eine richtige Droge eben.

Man sagt oft, der erste Zusam­ menklang der Oper, der berühmte »Tristan«-Akkord, habe die Krise der tonalen Musik eingeläutet und den Weg für atonale Kompo­ nisten wie Arnold Schönberg oder Alban Berg geebnet. Ist der »Tristan« Wagners modernste Oper? Ja. Analytisch gesehen ist der viel­ beschriebene »Tristan«-Akkord in der Tat ein höchst interessantes Phänomen. Eben weil er sich, obzwar tonal, eben doch nicht richtig funktional einordnen lässt. Er ist ein Moment des Strebens, der nach Auflösung verlangt. Und Wagner versagt uns diese Auf­ lösung. Wenn man das auf eine Konversation übertragen würde, so würde eine Frage noch eine ganze Reihe von weiteren Fragen eröffnen. Ist aber nicht das genau das Phänomen der Liebe? In meinen Augen hat Wagner damit weniger eine Krise der Tonalität eingeläutet, als eher einen völlig neuen Himmel aufgemacht. Bei der Uraufführung 1865 muss das Stück gewirkt haben, als käme es von einem anderen Stern. Theodor W. Adorno hat die Jagd nach »schönen Stellen« ver­ teufelt. Trotzdem: Gibt es für Sie eine Lieblingsstelle im »Tristan«? Da kann ich Adorno nur Recht geben. Beim »Tristan« ist es eigent­ lich unmöglich, eine Stelle heraus­ zugreifen. Aber wenn es einen Moment gibt, der aus dem Olymp herausragt, dann ist es sicherlich das Duett im 2. Akt. Hier bleibt in diesem ganzen Akt des Nachvorne-Drängens tatsächlich die Zeit stehen.

Das ist eine emotionale Grenzerfahrung für jeden.

PREMIERE

TRISTAN UND ISOLDE

Richard Wagner (1813 – 1883) Handlung in drei Aufzügen Libretto: vom Komponisten, nach dem Versroman »Tristan« (um 1210) von Gottfried von Straßburg Uraufführung: 1865 in München In deutscher Sprache. Mit Übertiteln. Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Chor Albert Horne Licht Andreas Frank Dramaturgie Wolfgang Behrens Tristan Lance Ryan / Andreas Schager 21. / 31. Mai* Isolde Catherine Foster König Marke René Pape 1. Mai* / Tobias Kehrer 21. / 31. Mai* / Young Doo Park Jun. Kurwenal Thomas de Vries Melot Andreas Karasiak Brangäne Margarete Joswig Stimme eines jungen Seemanns Julian Habermann Ein Hirt Erik Biegel Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Premiere 1. Mai* 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 21. / 31. Mai*, 11. Jun., 5. Jul. 2020 * Internationale Maifestspiele

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WIEDERAUFNAHME

DER LIEBES­ TRANK

L’ELISIR D’AMORE Gaëtano Donizetti (1797 – 1848) Melodramma in zwei Akten Text: Felice Romani, nach Augustin Eugène Scribes Libretto zur Oper »Le Philtre« (1831) von Daniel Francois Esprit Auber Uraufführung: 1832 in Mailand In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung Nathan Brock Inszenierung Jim Lucassen Bühne, Kostüme Marc Weeger, Silke Willrett Licht Ralf Baars Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai Adina Heather Engebretson Nemorino Ioan Hotea Belcore Christopher Bolduc Dulcamara Patrick Carfizzi Gianetta Stella An Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Wiederaufnahme 25. Jun. 2020, Großes Haus Weitere Vorstellungen 28. Jun., 4. Jul. 2020

»Ioan Hotea braucht kein Elixier, um geliebt oder bewundert zu werden. Mit seiner wunderbaren Stimme bringt er alle Herzen zum Schmelzen und versetzt das Publikum in Verzückung. Wertung: SEHR GUT« Bild, Dr. Josef Becker, 20. 6. 2016


Oper

Anja Harteros Magdalena Kožená

Brandon Jovanovic FESTIVAL

Andreas Schager

Opern­genuss mit Weltstars Die Welt zu Gast in Wiesbaden: bei den Internationalen Maifestspielen! Künstlerinnen und Künstler sowie Gast­­­ensembles aus aller Welt geben sich im Mai unter der Künstlerischen Leitung von Uwe Eric Laufenberg am Hessischen Staatstheater Wiesbaden die Klinke in die Hand. Die Internationalen Maifest­ spiele bilden seit 1896 alljährlich den kulturellen Höhepunkt im Theater­ kalender der Stadt Wiesbaden. Alle Sparten der Darstellenden Kunst sind bei den Festspielen vertreten: Oper und Konzert, Tanz, Performance und ­Schauspiel – das Hessische Staats­theater Wiesbaden präsentiert vom 1. bis 31. Mai 2020 ein vielfältiges P ­ ro­gramm für Jung und Alt.

René Pape

Catherine Foster

Michael Volle

Gabriela Scherer

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Jochen Schmeckenbecher

Egils Siliņš

Daniela Fally

Alexey Markov

Internationale Maifestspiele 2020 Opernmeisterwerke von Richard Wagner und Richard Strauss werden mit großen Sängern zu einem einzigartigen Erlebnis: »Tristan und Isolde«, »Der fliegende Holländer« und »Der Rosenkavalier« unter der Musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Patrick Lange sowie »Elektra« mit Marius ­Stieghorst am Pult. Dazu werden die Publikums­lieblinge »Carmen« und »Tosca« in Star-Besetzung dargeboten. Zu den Gast­solisten gehören u. a. Anja Harteros als Tosca und Marschallin, Daniela Fally als Sophie, Andreas Schager mit einem Debüt als Cava­ radossi und als Tristan, René Pape im Wechsel mit Tobias Kehrer als König Marke, Catherine Foster als Isolde und Elektra, Egils Siliņš als Orest, Michael Volle als Holländer, Timo ­Riihonen als Daland, Lena Belkina als Carmen und Brandon Jovanovich als Don José. Das musikalische Spektrum bei den Konzerten reicht von Swing bis Barock: Mezzosopranistin Magdalena Kožená kommt mit Songs von Cole Porter nach Wiesbaden, begleitet von den Melody Makers. Das Ensemble Mattiacis und die Sopranistin Dorothee Mields haben einen Barock-Abend im Gepäck. Das ganze Programm der Internationalen Maifestspiele gibt es ab Frühjahr 2020.

Tobias Kehrer

Lance Ryan

Lena Belkina


Oper

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Chor des Hessischen ­ Staats­theaters Wiesbaden Chordirektor: Albert Horne

In allen großen Choropern ebenso wie in unseren Sonderkonzerten ist der Chor des Hessischen Staats­ theaters regelmäßig zu erleben. Der Klangkörper aus 25 Sängerinnen und 22 Sängern wird seit der Spielzeit 2014.2015 von Chordirektor Albert Horne geleitet. In dieser Saison tritt der Chor in fünfzehn der sechzehn Opernpremieren auf und singt im 7. Sinfonie­konzert in Arnold Schönbergs »Ein Überlebender aus W ­ arschau« sowie in Beethovens 9. Sinfonie. LEITUNG CHORBÜRO Petra Urban p.urban@staatstheater-wiesbaden.de


Oper

Extrachor Der Extrachor am Hessischen Staatstheater ­Wiesbaden wurde im Jahr 1914 ins Leben gerufen. Zur Bewältigung der großen Chor­partien in »­Parsifal« zog Hofkapellmeister Franz ­Mannstaedt erstmals Verstärkung für den hauseigenen ­Opernchor heran. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Extrachöre zu einer festen Einrichtung an fast ­allen Opernhäusern. Heute besteht der Extrachor des Hessischen Staatstheaters ­Wiesbaden, der seit 2014 von Chor­direktor Albert Horne geleitet wird, aus etwa 50 Damen und Herren mit sängerischer Vorbildung. Für die Sängerinnen und Sänger steht nicht nur die Lust am Singen im Mittelpunkt ihres Engage­ ments, sondern sie wissen auch die am Theater gebotene Vielseitigkeit in musikalischer und dar­ stellerischer Hinsicht zu schätzen. Seit seiner Gründung war der Extrachor an einer Fülle von Opern und Konzerten beteiligt. In den letzten Spielzeiten wirkte er bei den Opern »Die Frau ohne Schatten«, »Der fliegende H ­ olländer«, »Otello«, »Tosca«, »Die Macht des Schicksals«, »Tannhäuser«, »La Bohème«, »­Götterdämmerung« und »Die Meister­singer von Nürnberg« mit. In der neuen Spielzeit kommen »Carmen« und »Il ­Trovatore« hinzu. VORSTAND EXTRACHOR Beate Jobst beatejobst@gmx.de Michael Hantschel michael-hantschel @ t-online.de

Extras

Kostproben

Nachgespräche

Zu ausgewählten Neu­ produktionen bieten wir unseren Besucher*innen eine Kostprobe an. Seien Sie bei der Probe dabei und erhalten Sie eine exklu­ sive E ­ inführung durch das Regieteam.

Kommen Sie ins Gespräch mit den Künstlern der ­Aufführung: bei den Nach­ gesprächen im Anschluss an ausgesuchte Vor­ stellungen unserer Neu­ inszenierungen.

Alle Informationen und Termine finden Sie im ­Monatsleporello.

Junge Oper ⊲ Siehe S. 150

Jugendund Kinderchor Bis in die 1950er Jahre gab es keinen Jugend­ chor am Theater, man behalf sich mit Kindern von Wiesbadener Schulen. Für die Oper »Die Jakobiner« von Antonín Dvořák, gründete der damalige Chordirektor, Dr. Carl Howe, 1954 einen festen Jugendchor am Theater. Unter der Leitung seiner Frau Margarethe Howe, einer ausgebildeten Sängerin und Musikpädagogin, stand der Chor am 17. Dezember 1954 zum ersten Mal auf der Bühne. Von ihrer Mutter übernahm Dagmar Howe 1983 den Jugendchor und leitete ihn bis zum Ende der Saison 2017.2018 mit großem Engagement. Auch durch die Gründung einer Chorschule zur musika­ lischen Früherziehung setzte sie neue Akzente. Seit der Spielzeit 2018.2019 freut sich das Hessische Staatstheater Wiesbaden über die neue Kooperation mit der Evangelischen Sing­ akademie Wiesbaden. So ist die Jugendkantorei in der Spielzeit 2019.2020 in »Carmen« zu erleben sowie in »Hänsel und Gretel«, einer Produktion, in der sie vergangene Spielzeit bereits erfolgreich debütiert hat. Die Kinder­ kantorei der Singakademie übernimmt die Wiederaufnahme der »Tosca«. Die Evangelische Singakademie Wiesbaden ist eine Einrichtung des Evangelischen Dekanats Wiesbaden mit Heimat an der Lutherkirche. Jörg Endebrock ist Leiter der Sing­akademie und verantwortet gemeinsam mit Jud Perry, Lena Naumann, Rouwen Huther und Marina Russmann die musikalische Arbeit. LEITUNG Jörg Endebrock

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TYLL

NATHAN DER WEISE

VÖGEL

DIE MÖWE

DER ZERBROCHNE KRUG

DER EINGEBILDETE KRANKE

Daniel Kehlmann

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Wajdi Mouawad

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Heinrich von Kleist

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SCHÖNE BESCHERUNGEN Alan Ayckbourn

CASINO WIESBADEN (ARBEITSTITEL) 72 ROMULUS DER GROSSE 70

Friedrich Dürrenmatt

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Anton Tschechow

Molière

DER FRÖHLICHE ­W EINBERG Carl Zuckmayer

WAS IHR WOLLT

William Shakespeare

FAUST 1: WHITE BOXX

WALLENSTEIN

ARSEN UND ­S PITZENHÄUBCHEN

Friedrich Schiller

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DIE KÜSTE UTOPIAS Erster Teil: Aufbruch

Tom Stoppard 84

DAS FELD

Robert Seethaler

Gotthold Ephraim Lessing

WASSA SCHELESNOWA Maxim Gorki

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REPERTOIRE

Johann Wolfgang von Goethe

Joseph Kesselring

VERLORENE KÄMPFER Vom Ende der Roten Armee Fraktion Clemens Bechtel & Maxi Obexer

HIER BIN ICH

Jonathan Safran Foer

DER CLUB

Takis Würger

DER IDIOT

Fjodor M. Dostojewski

KABALE UND LIEBE Friedrich Schiller

SCHAUSPIEL

PREMIEREN


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TYLL PREMIERE

Daniel Kehlmann


Schauspiel

Am 3. September 2018 wurde Daniel Kehlmann der Frank-Schirrmacher-­ Preis verliehen, als Laudator trat der Bundes­präsident Frank-Walter Steinmeier höchst­persönlich in Erscheinung. In seiner Dankesrede hielt der Preisträger Zwiesprache mit seiner eigenen Roman­figur Tyll alias Till Eulenspiegel. Ein Auszug TEXT DANIEL KELHMANN FOTO BILLY & HELLS

[…] als ich mich neulich spät­ abends hingesetzt hatte, um meine Rede zu schreiben, passierte etwas Unerwartetes: Till Eulenspiegel kam zu mir. Er kam nicht als Erscheinung. Ich habe keine Visionen. Ich hätte sie gern, das wäre nützlich für meine Arbeit, aber bisher waren mir keine Gesichter vergönnt. Ich sollte es also besser so ausdrücken: Till Eulenspiegel wurde mir wieder auf die gleiche Art gegenwärtig, wie er es beim Schreiben meines Romans gewesen war. Damals war es mir oft vorgekommen, als wäre mein Versuch, seine archaische Gestalt in eine Erzählung zu bannen, weniger eine Kraftanstrengung der Erfindungsgabe als vielmehr die Bemühung, klar hinzuhören auf seine hohe und scharfe Stimme. Da war er also und fragte: Was stellst du da an?« Und als ich nicht wusste, was ich darauf antworten sollte: »Machst du’s schön staatstragend?« Ich kenne ihn ja inzwischen ganz gut, und so leicht bin ich auch nicht zu provozieren, also sagte ich ausweichend: »Was schlägst du vor?« Aber ich wusste seine Antwort schon. Wie ich übrigens beim Schreiben immer gewusst hatte, was er sagen würde. Eine neue, durchgehend seltsame Erfahrung: Nie hatte ich das Gefühl gehabt, mir seine Sätze auszudenken. Wann immer er in meiner Phantasie den Mund geöffnet hatte, hatte er auch schon geredet, als wäre er eine von mir unabhängige Person. »Sprich von dir«, das wusste ich, würde er antworten – und da mir seine Antwort bewusst wurde, hatte er sie auch schon gegeben. »Statt einer geplusterten Dankeschönrede mit Brokat und Silber, statt großer Worte über Gegenwart, Zukunft und was weiß ich, erzähl, wie oft du Angst hattest, es nicht zu schaffen, dein

Was stellst du da an?

Büchlein. Erzähl davon, dass du oft nur weiter­ gemacht hast, weil du musstest, weil du nämlich den Vorschuss ausgegeben hattest. Von solchen Dingen sprich, das mag ich, oder sprich darüber, wie lustig es ist, dass du einen Preis bekommst, benannt nach einem Mächtigen, vergeben im Rahmen des alleretabliertesten Establishments ausgerechnet für ein Buch über mich! Gehört sich das?« »Nicht für das Buch über dich!«, sagte ich. »Da steht ausdrücklich: ›für herausragende Leis­ tungen zum Verständnis des Zeitgeschehens‹.« »Zum was des Zeitgeschehens?« »Zum Verständnis.« »Zum Verständnis des was?« »Ich weiß, ich weiß. Aber hör mal, das mit dem Establishment ist übertrieben.« »Das Staatsoberhaupt!«, rief er, und jetzt brauchte ich mir seine Stimme nicht mehr vor­ zustellen, ich hörte sie wirklich. »Das Staats­ oberhaupt redet über dich! Ich bin ein besserer Künstler als du. Kunst kommt von Können, sagen sie, aber was kannst du eigentlich? Ich kann jonglieren und tanzen, und überleben kann ich auch, und zwar am besten, wie sonst hätte ich so vielen Leuten so viele Streiche spielen können! Ich kann Dinge, von denen du nicht mal träumen würdest! Und habe ich je einen Preis von einem Oberhaupt gekriegt? Die Wahrheit ist, ich hab noch kein Oberhaupt getroffen, das mich nicht totschlagen wollte.« »Die Zeiten sind andere«, sagte ich. »Ja, noch sind sie’s«, sagte er, und dann stieß er sein meckerndes Lachen aus. »Und wenn sie’s nicht mehr sind, also: wenn sie wieder so sind, wie sie mal waren, denn glaub mir, das kann schnell passieren – dann schauen wir doch mal, wie du dich anstellst.« Ein unangenehmes Lachen war das, kein herzli­ ches, ein Lachen ohne Liebenswürdigkeit. Es gibt ja die unterschiedlichsten Arten zu lachen,

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Ich kann Dinge, von denen du nicht mal träumen würdest! und sie haben wenig miteinander gemein. Es gibt das Lachen, in dem sich Einverständnis zeigt mit dem allgemeinen Status quo, das freundliche Lachen, das Lachen der netten Leute ohne Humor. Und dann, fast nicht einmal verwandt damit, das Lachen darüber, dass die Welt so ungerecht ist und so gemein. »Das Lachen der Engel« hat Milan Kundera jenes nette Lachen genannt und dieses »das Lachen der Teufel«, und es sei das Teufelslachen, so Kundera, das Diktatoren und Fanatiker nicht erlauben könnten, während sie das Lachen der Engel jederzeit schätzten. Kurz gesagt: Die Engel lachen darüber, dass die Welt so schön ist und so gut eingerichtet. Die Teufel lachen darüber, dass die Engel behaupten, die Welt wäre schön und gut einge­ richtet, obwohl dem nicht so ist. »Ich sehe, was du da machst«, sagte er. »Was mache ich denn?«, fragte ich ertappt. »Ich spreche doch von dir. Ich spreche davon, dass du fürs Teufelslachen stehst, für den kompromisslosen Blick, für die Kraft der Unver­ söhnlichkeit.« »Ich stehe für nichts.« »Du stehst für Kunst!« »Ja, bei dir, weil du dir das so ausgedacht hast, aber in den alten Geschichten bin ich nur einer, der auftaucht, den Leuten was antut und wieder abhaut. Für mich gibt’s nichts Allgemeines. Für mich gibt es das, was gerade ist. Und wenn du über mein Buch sprechen willst ...« »Mein Buch!«, korrigierte ich. Das konnte ich nun doch nicht einfach stehenlassen. »Dann sprich lieber darüber, wie du die Folte­ rung des Müllers geschildert hast. Wie du dich entschieden hast, den Mord zu beschreiben aus der Sicht des Mörders, weil du nicht so dringend das Opfer verstehen wolltest, sondern lieber den

Täter. Opfer sein ist leicht, dachtest du, und nicht gerade spannend. Gib es zu!« »Natürlich gebe ich es zu! Das ist die Aufgabe der Literatur! Wir Schriftsteller sind so, wir versuchen auch das zu verstehen, was wir –« »Du bist so. Sag nie wieder ›Aufgabe der Lite­ ratur‹, sonst tu ich dir weh. Du weißt, ich kann das. So ausgedacht bin ich nicht, dass ich dir nicht weh tun kann. Sprich davon, dass du so bist, sprich davon, dass dich der Mörder mehr interessiert. Sprich davon, was es dich gekostet hat, dir vorzustellen, was in einem Blutrichter vorgeht, sprich davon, dass das kein Spiel ist. Wer so etwas tut, beschwört Dämonen. Sprich davon, wie es war, als sie kamen. Und sprich von dem Kapitel, in dem du mich hast ver­ schüttet gehen lassen unter Brünn. Du wolltest eine Belagerung beschreiben, aber auf einmal war dir alles zu viel Bildermalerei, so dass du es lieber ganz klein haben wolltest, ganz beschränkt, ganz ohne Luft, nur drei Lebende und ein Toter in einem Loch in der Dunkelheit und der Strom der Erinnerungen. Du hast das nur geschrieben. Aber ich musste es aushalten.« »So schlimm kann’s nicht gewesen sein«, sagte ich. »Du atmest nicht wirklich, also beschwer dich nicht über schlechte Luft.« »Ich atme vielleicht nicht, aber ich lebe. Das weißt du am allerbesten. Es gibt viele Arten, wirklich zu sein. Ich lebe mehr als du. Ich war lang vor dir da. Ich werde lang nach dir da sein […].«

BUCH

PREMIERE

TYLL

nach dem Roman von Daniel Kehlmann in einer Fassung von Tilo Nest und Hanno Friedrich Daniel Kehlmann »TYLL« Rowohlt Verlag

Regie Tilo Nest Bühne Robert Schweer Kostüme Anne Buffetrille, Mirjam Ruschka Premiere 31. Aug. 2019, Großes Haus Weitere Termine 6. / 7. / 11. / 13. / 15. / 19. Sep., 6. Okt., 1. / 8. Nov., 27. Dez. 2019, 9./17. Jan., 7. Feb., 22. Mär., 3. Jun., 2. Jul. 2020


Schauspiel

PREMIERE

VÖGEL Wajdi Mouawad

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Ein Vogel kommt zur Welt Auszug aus »Vögel« von Wajdi Mouawad Ein Vogel kommt zur Welt und gleich bei seinem ersten Flug fliegt er über die Wasser des Meeres. Das Licht lässt unter der Oberfläche die silberschuppigen Fische hervor­ schimmern. Von dieser unbekannten Schönheit angezogen, möchte der Vogel zu ihnen und sinkt hinunter zum Meer. Die anderen Vögel aber, seine Artgenossen, fangen ihn auf, bevor er die Fluten erreicht. »Nein!« sagt der weiseste Vogel zu ihm, »untersteh dich, zu diesen Wesen zu gehen. Sie sind dir in jeder Hinsicht fremd und wenn du zu ihnen gehst, stirbst du, so wie sie sterben würden, kämen sie zu uns. Wir sind nicht dazu geschaffen, einander zu begegnen oder miteinander zu leben.« Der Vogel gehorcht und lebt sein Leben, aber immer wird ihm beim Anblick des Meeres schwer ums Herz. Er wird trübsinnig, er singt nicht mehr. Bis zu dem Tag, als er, erdrückt vom allzu schweren Kummer, zu sich sagt: Lieber einen einzigen Augenblick der Ekstase, als ein langes unglückliches Leben. Und er legt seine Flügel an! Und aus dem Himmelsblau stürzt er hinab zum Blau des Meeres, um dessen Oberfläche zu durchbrechen. Schon ist er unter Wasser, dringt ein in den Abgrund der Lichter und für die kurze Zeit, die ihm zu leben bleibt, öffnet der Vogel die Augen! Unendlichkeit vielfarbiger Fische. Ungeahnte Weichheit des Abgrunds! Ungreifbare, fremde Schönheit. Sein Herz entflammt! Seine letzte Stunde naht, aber es kümmert ihn nicht mehr und er gibt sich ganz dem Wunsch nach dem anderen hin, nach dem, was anders ist, und dieser Wunsch ist so allumfassend, so gewaltig, so über­ sinnlich, dass in dem Augenblick, als der Tod ihn holen will, Kiemen an seinem Hals wachsen! Und er atmet! Er atmet! Der Vogel atmet! Und atmend schwimmt-fliegt er inmitten der gold- und jadeschuppigen Fische und spricht die magi­ schen Worte: »Hier bin ich! Ich bin’s! Ich bin der Amphibien­ vogel, der in eure Mitte kam, ich bin einer von euch, ich bin einer von euch!«


Schauspiel

TEXT DANIEL KUNZE

Gnothi seauton, erkenne dich selbst, so die Losung im antiken Griechen­ land. Aber wenn dieses Selbst nun keine fixe Größe ist? Wenn es wandelbar ist wie die Orte, die man besucht, und die Menschen, die man liebt? Wenn sich ein Wesens­ kern gleich einer Zwiebel entblättern lässt, bis nichts mehr davon übrig bleibt? Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Vögel. Eine jüdische Familie auf drei Kontinenten. David, der Vater, der sich in einer langen Genealogie als Zwerg auf den Schultern der Geschichte sieht. Eitan, sein Sohn, der ein angehender Gen-Forscher ist und durch den Blick ins Mikroskop die Freiheit der menschlichen Entscheidung sieht. Es ist zuerst Davids Welt, die brüchig wird, als ihm Wahida, eine Amerikanerin mit palästinensischen Wurzeln, als mög­ liche Schwiegertochter vorgestellt wird. Seine Ablehnung ihr gegenüber setzt einen Mechanismus in Gang, der ihn, ähnlich dem Ödipus, zu einer größeren Wahrheit führt. Mit der Verortung des Stückes im Nahen Osten erhält das Thema eine Schärfe und traurige Brisanz. Denn in dem langen Ringen um Verständigung zwischen Israel und Palästina ist die Rolle der Identität, der eigenen und vor allem der kollektiven Erzählung durch Mythen und andere Gemein­ sinn stiftende Dinge, von überlebens­ wichtiger Bedeutung. Und so stellt der neue Text von Wajdi Mouawad die Frage danach, was uns als

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Wajdi Mouawad

Menschen ausmacht, definiert, prägt. Er beschreibt den Widerstreit von individueller und kollektiver Identität, von Erziehung und Erbe, von Subjekt und Volk. Und er lässt diese zwei Haltungen im besten dialektischen Sinne gleichwertig aufeinander­ prallen: Einerseits der Mensch als unbeschriebenes Blatt. Als durch die Wissenschaft von kulturellem oder religiösem Ballast befreit und seines eigenen Glückes Schmied. Auf der anderen Seite die Einsicht, dass der Mensch das Glied einer langen Kette von Schicksalen ist, verbunden und geprägt durch die Erfahrungen derer, die uns vorausgingen und mit der Pflicht der Weitergabe an die, die nach uns kommen. Dabei verweigert sich der Text einer einfachen Lesart als Generationen­ konflikt, ist mehr als eine Beschwö­ rung von progressiver gegen konservative Weltanschauung, Kosmopolit gegen Heimatverbundenen. Er lotet Widersprüche auf beiden Seiten aus und sucht Verbindungen. Gerade Begriffe wie jener der »Heimat« erfahren im Zuge einer neuen rechten Identitätspolitik eine Renaissance. Schnell ist man dann versucht, sich von solcherlei traditionalistischen Dogmen loszusagen. Aber vielleicht ist die Antwort auf solch eine Identitäts­ politik gerade nicht Identitätslosig­ keit? Aber was dann? Diese Frage bitte auf die Bühne, aber schnell! Mouawad packt das in eine Familien­ geschichte von antiker Höhe und märchenhaftem Glanz. Und er ringt seinen Figuren dabei den nötigen Humor ab, um in dieser modernen Parabel zu bestehen.

Der international gefeierte Autor, Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Wajdi Mouawad wurde 1968 in Dair al-Qamar (Libanon) geboren. Als Mouawad acht Jahre alt war, zwang der Bürgerkrieg die Familie zur Flucht. Sie emigrierte nach Frankreich und 1983 nach Québec (Kanada). Nach dem Schau­ spielstudium an der École Nationale de Théâtre du Canada gründete Mouawad seine erste Theater­ gruppe Théâtre Ô Parleur. Als er 2000 die künstlerische Leitung des Théâtre de Quat’Sous übernahm, rief er die französisch-kanadische Theatergruppe Abé Carré Cé Carré / Au Carré de l’Hypoténuse ins Leben, mit der er eigene Stücke entwickelte und inszenierte. Seit der deutschsprachigen Erstauf­ führung von »Verbrennungen« feiert Mouawad auch im deutschspra­ chigen Raum große Erfolge. Seit 2016 ist Mouawad als Direktor des Théâtre National de la Colline in Paris tätig, wo er 2017 »Vögel« uraufführte.

PREMIERE

VÖGEL

Wajdi Mouawad Regie Daniel Kunze Bühne Dorothea Lütke Wöstmann Kostüme Janna Banning Musik Vasko Damjanov Premiere 15. Sep. 2019, Kleines Haus Diese Produktion wird theater­pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128

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PREMIERE

Am Abend, da es kühle war, ward Adams Fallen offenbar. Matthäus-Passion

TEXT WOLFGANG BEHRENS

Heinrich von Kleist

»Am Abend, da es kühle war, ward Adams Fallen offenbar«, heißt es einmal in Bachs »Matthäuspassion« (die Johanna Wehner in dieser Spielzeit im Großen Haus inszeniert, s. S.  34). In Heinrich von Kleists Lustspiel »Der zerbrochne Krug« muss es nicht erst Abend werden, um Adams Fallen offenbar werden zu lassen: Schon früh am Morgen trifft der Schreiber Licht in der Gerichtsstube zu Huisum den Dorfrichter Adam an, der an den Folgen eines Sturzes laboriert. Wie tief indes der Fall Adams – der moralische Fall nämlich – tatsächlich war, das erfährt der Zuschauer erst im weiteren Verlauf des Stücks, das den Richter schließlich als einen vorführt, der über seine eigene Missetat zu Gericht sitzen muss. Richter oder auch Ermittler, die sich – ob bewusst oder unbewusst – zur Selbstverfolgung genötigt sehen, sind ein beliebtes und sehr altes literarisches Motiv. Seine wohl pro­ minenteste Ausformung stellt der antike Ödipus-­Mythos dar, der im Drama des Sophokles seine gültige Gestalt fand. König Ödipus von Theben sieht sich darin mit einem Orakel-spruch konfrontiert, der eine Seuche in Theben mit dem unaufgeklärten Mord an Ödipus’ Vorgänger Laios in Zusammenhang bringt. Bei der Suche nach dem Mörder nähert sich Ödipus schrittweise der Erkenntnis an, dass er selbst der Täter ist. Das immerhin unterscheidet ihn von Kleists Dorfrichter, der von Anfang an Bescheid weiß und dem es – anders als Ödipus, der am Ende die Verant­ wortung für seine Tat zu tragen bereit ist – vor allem um Verschleierung zu tun ist.


Schauspiel

Noch älter als der sophokleische »Ödipus« ist eine Geschichte aus den biblischen Büchern Samuel. König David begeht dort Ehebruch mit Batseba, die mit einem seiner Heerführer verheiratet ist. Als Batseba schwanger wird, lässt David ihren Mann ermorden. Kurze Zeit später schildert ihm der Prophet Nathan den Fall eines reichen Hirten, der, um einen Gast zu bewirten, einem armen Hirten ein Schaf stiehlt. König David ist erzürnt und spricht als Richter ein harsches Urteil, woraufhin es in der bibli­ schen Geschichte schlicht und wuchtig heißt: »Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann!« Nathan offenbart ihm die Gleichnishaftigkeit seiner Erzählung: Der reiche Hirte stand für David, das Schaf für Batseba, der arme Hirte für ihren Ehemann. David hat das Urteil über sich selbst gesprochen. Wenn Eve gegen Ende des »Zerbrochnen Krugs« ausruft: »Er dort, der Unverschämte, der dort sitzt, er selber war’s – der Richter Adam hat den Krug zer­ brochen«, so klingt das wie ein später Widerhall des alt­ testa_mentarischen »Du bist der Mann!« Der gegen sich selbst ermittelnde Ermittler ist bis heute eine faszinierende Figur geblieben. Eine spannende und sehr lesenswerte moderne Variante liefert etwa der norwe­ gische Erfolgsschriftsteller Jan Kjærstad in seinem Roman »Rand«, in dem ein namenloser Protagonist eine offensicht­ lich sinnlose Mordserie begeht und dann absurderweise selbst Zusammenhänge zwischen den einzelnen Taten herzustellen versucht. Schließlich wird er, der Täter, als EDV-Experte ins Ermittlerteam geholt, um die Mordserie aufzuklären – was ihm trotz wirklichen Eifers nicht gelingt. Im Filmbereich wiederum geht beispielsweise Mickey Rourke in Alan Parkers »Angel Heart« als Detektiv Harry Angel auf eine so mysteriös wie schrecklich verlau­ fende Jagd auf sich selbst. In puncto Schönheit der Sprache dürfte allerdings der gegen sich selbst die Untersuchung führende Kleist’sche Dorfrichter Adam kaum zu übertreffen sein. Nun also: »Setzt einen Krug, Herr Schreiber, wie gesagt, zusammt dem Namen dess’, der ihn zerschlagen. Jetzt wird die Sache gleich ermittelt sein.«

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„TU DEINEM KÖRPER 67 ETWAS GUTES, DAMIT DEINE SEELE LUST HAT, DARIN ZU WOHNEN.“ (Theresa von Avilla)

DER ZERBROCHNE KRUG

Liköre, Brände & Whisky Regionale Köstlichkeiten Erlesene Olivenöle Individuelle Präsentkörbe Große Auswahl an Saucen …

Regie Uwe Eric Laufenberg Bühne, Kostüme Rolf Glittenberg

und natürlich unsere freundliche und kompetente Beratung!

PREMIERE

Heinrich von Kleist

Premiere 26. Okt. 2019, Kleines Haus Diese Produktion wird theater­­pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128

Kirchgasse 35 – 43, Eingang Schulgasse am Mauritiusplatz, 65183 Wiesbaden Tel +49 611 974 59 90

www.olioceto.de


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PREMIERE

SCHÖNE BESCHERUNGEN (SEASON’S GREETINGS) Alan Ayckbourn


Schauspiel

Sir Alan Ayckbourn, der im April 2019 80 Jahre alt wurde, gehört zu den bekanntesten lebenden Dramatikern. Seine weit über 70 Theaterstücke – vor allem Komödien – werden auf der ganzen Welt gespielt, es gibt zahlreiche Verfilmungen. Ayckbourn wurde vielfach mit Ehrungen und Preisen ausge­ zeichnet (unter anderem dem Laurence Olivier Special Award und dem Special Tony Award für sein Lebenswerk). Bei der Uraufführung von »Schöne Bescherungen« am Stephen Joseph Theatre in Scarborough 1980 führte Alan Ayckbourn selbst Regie, in Wiesbaden wird Susanne ­Lietzow die »Weihnachts­ komödie« inszenieren.

INTERVIEW

Susanne Lietzow

Susanne Lietzow studierte Bildhauerei in New York und war nach einer Schau­ spielausbildung in Innsbruck am Theater Phönix Linz, Weimar und Leipzig enga­ giert, bevor sie als Regisseurin arbeitete. Seither inszenierte sie unter anderem am Schauspiel Hannover, ­Theater Magde­burg, Nationaltheater Mann­ heim, Volkstheater Wien, Schauspielhaus Graz und am Staats­ schauspiel Dresden.

Warum bist Du Regisseurin geworden und wie? Was war Deine erste Inszenierung? Ich habe Bildhauerei studiert und bin eigentlich über die Möglichkeit, lebende Skulpturen zu schaffen, zur Bühne gekommen. Habe dann über einige Jahre als Schauspielerin gearbeitet, aber gedanklich schon immer mit Regie-Konzepten gespielt. Dann hatte ich – noch sehr jung – das Glück, am Nationaltheater Weimar als Dozentin Schauspielunterricht am Studio Leipzig zu geben. Sozusagen ein praktisches und »bezahltes« Regiestudium, während ich als Schauspielerin engagiert war. Und bekam dann die Möglichkeit, nach einer gelungenen Studioproduktion meine erste Inszenierung am Nationaltheater zu machen. Die war absurderweise die unaufführ­ baren, genialen »Letzten Tage der Menschheit« von Karl Kraus.

Was reizt Dich daran, Komödien zu inszenieren? Komödie ist meines Erachtens eine König*innen­ disziplin. Viel schwieriger als reine Tragödien im klassischen Sinn. Da man eine »spontane«, ungeduldige Übertragung von Situationen bewerkstelligen muss. Das macht natürlich auch großen Spaß, ist aber »sophisticated«. Und ich liebe den britischen Humor. Ist es Dein erster Ayckbourn? Ja. In »Schöne Bescherungen« wird das Weih­ nachtsfest zum Alptraum. Warum haben so viele Menschen – immer noch – derartig hohe Erwartungen an die »Festtage«? Ich kenne eher sehr viele Menschen, die Angst vor den Feiertagen haben. Es ist ja ein terminlich vorgeschriebenes Aufeinandertreffen von Leuten, die sich oft nicht freiwillig treffen. Und das kombiniert mit einer gezwungenen Feststimmung, Alkohol, Altlasten, zu schwerem Essen, falschen Geschenken und rituellen Wiederholungen … ach ja – ich muss gestehen, dass in meiner Familie Weihnachten wirklich schön ist, ich aber bei Gesprächen da meistens die Ausnahme bin. Ayckbourns Komödie beruht – wie die meisten Komödien – auf dem Missgeschick anderer. Warum bereitet uns das Auslachen solche Freude? Weil wir Menschen nicht nett sind? Man könnte denken, mit einer Komödie kann man nichts falsch machen. Kann man an einer Komödie auch scheitern? Aber wie! »Schöne Bescherungen« wird viel gespielt. Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Wird es bei Dir ganz anders? Ja, vom Blatt kann und sollte man das nicht mehr machen ... Und ich möchte die vom Groß­ vater bewaffneten Kinder auf der Bühne sehen … INTERVIEW ANIKA BÁRDOS

Hast Du Vorbilder? Einige. Mochte die frühen Arbeiten von Robert Lepage sehr gerne. Und Arbeiten von Dimiter Gotscheff haben mich sehr beschäftigt. Gibt es ein Lieblingsstück (oder einen Autor), das Du gerne einmal inszenieren würdest? Eine ganze Menge. Ich bin ja extrem literaturund sprachaffin. Augenblicklich würde ich mich gerne mal intensiv mit Herbert Achternbusch auseinandersetzen. Das hat mit dem extremen Rechtsruck in Österreich zu tun, so dass man sich diesem widerständigen Anarchisten wieder widmen möchte, kombiniert mit seiner unter die Haut gehenden Poesie.

PREMIERE

SCHÖNE ­B ESCHERUNGEN (­S EASON’S ­G REETINGS) Alan Ayckbourn

Regie Susanne Lietzow Bühne Aurel Lenfert Kostüme Marie-Luise Lichtenthal Premiere 7. Dez. 2019, Kleines Haus

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URAUFFÜHRUNG

CASINO WIESBADEN

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Das Treffen zwischen Silvio Benito und Tommaso ­Moncorrente wurde von Cesare Pericoli organisiert, der offiziell eigentlich für Renato Taciti arbeitete, im Grunde aber nur der verlängerte Arm des mächtigen Silvio Benito im Rathaus war. Als Termin für dieses wichtige Treffen wurde der 23. Dezember festgelegt. Tommaso war froh, dass er sich einige Gedanken gemacht hatte, die er Silvio Benito vortragen konnte, und er nicht mit leeren Händen in dieses Politikergespräch ging. Silvio Benito kam Tommaso mit aus­ gebreiteten Armen und jugendlichem Überschwang entgegen, als dieser von Pericoli geleitet das Büro des mächtigen Mannes von Palermo betrat. Nach einem kurzen Smalltalk über das bevorstehende Weihnachts­ fest, den Jahreswechsel und die Grünen, »Glauben Sie mir, lieber Moncorrente, ein schwacher Freund ist viel schlimmer als ein starker Feind«, gingen sie in media res. »Sie haben ja jetzt leider ein sehr in die Länge gezogenes Interim zu über­ stehen. Und Sie wissen ja, wir waren ganz auf Ihrer Seite, als es darum ging, das neue Schauspielhaus zu bauen, aber sehen Sie, die Konservativen haben eben den schweren Fehler gemacht, dass sie nicht Wort gehalten haben, und wir können jetzt nicht die­ jenigen sein, die als schwach dastehen

oder gar dafür bezahlen sollen. Das geht auf keinen Fall. Und so sehr ich verstehe, dass Sie eine neue Ersatz­ spielstätte brauchen, können wir uns jetzt nicht weiter mit den Pannen der Umplanung aufhalten, wir müssen die Eröffnung planen und wollen sie als unser großes Ereignis heraus­ stellen.« »An welche Lösung denken Sie denn oder über was möchten Sie reden?« »Nun, zwei Jahre schließen wollen Sie nicht, einen festen Ort zum Spielen haben Sie in den nächsten vier Jahren auch nicht, also muss Ihnen etwas einfallen. Und wenn Ihnen nichts einfällt, habe ich vielleicht eine Idee.« »Mir ist ja was eingefallen, wir könnten das Musicalzelt vor dem Bahnhof für die vier Jahre anmieten.«


Schauspiel

»Zu teuer. Politisch nicht durch­ setzbar.« »Wieso zu teuer? Es kostet weniger als die Hälfte von dem, was Bibiana Cacciatori für eine leere Halle raus­ feuert, die sie zwei Jahre lang gar nicht bespielt!« »Mir brauchen Sie über Frau ­Cacciatori gar nichts zu sagen. Aber sie hat die Castel-del-Monte-Presse auf ihrer Seite, Sie wissen, da kann man nichts machen. Was halten Sie davon, wenn Sie in der Zeit, wo Sie keinen Ort in Palermo haben, in Catania spielen, nicht alle Vorstellungen, aber eben so ein paar?« »Verstehe ich nicht, schließen die etwa und entlassen ihre Leute?« »Nein, aber es gibt dort freie Kapazi­ täten.« »Aber haben Sie nicht gesagt, das wollen Sie nicht, dafür gibt es keine Mehrheit?« »Es gibt keine Mehrheit für eine Fusion, aber wenn Sie dort einfach ein paar Vorstellungen spielen, haben wir einen Prozess angestoßen, den man vielleicht eines Tages nicht mehr umkehren kann.« Moncorrente konnte die Unbedarft­ heit des Vorschlages einfach nicht fassen. »Das geht nicht! Bitte verfolgen Sie das nicht weiter. Sie können nicht zwei autonome Betriebe aufeinanderprallen lassen und hoffen, der Stärkere gewinnt. Stellen Sie sich bitte vor, Ihre Büroräume hier müssten renoviert werden, und ich schlage Ihnen vor, ziehen Sie doch zu Ihren Kollegen nach Catania, setzen Sie sich an deren Schreibtische, an deren Computer und Telefone, alles wunderbar, da gibt’s noch Kapa­ zitäten.« »Sie müssen meinem Vorschlag ja nicht nachkommen, aber ich sage Ihnen, Sie brauchen einen Plan B, das Zelt am Bahnhof bekommen Sie nicht.«

*Arbeitstitel

»Ich habe einen Plan B«, sagte ­Tommaso trotzig, aber nach außen hin ruhig. »Mein Plan B ist, dass ich im Juni nächsten Jahres hier aufhöre, wenn ich das Musicalzelt nicht bekomme.« »Dann ist das so«, sagte Benito äußerst gereizt, »was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?« »Hier geht es nicht darum, wer ich bin oder wer Sie sind, hier geht es um die Stadt Palermo und um ihre Oper, darum, wie wir sie über die schweren Zeiten der verlängerten Renovierung bringen. Aber wenn Sie für dieses Problem keine Sensibilität aufbringen können, dann lassen wir es eben.« »Ja, wir lassen es!«, schrie Silvio Benito plötzlich und schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. »Hier geht es um das Allgemeinwohl und nicht um Ihre Partikularinteressen. Ich lasse mich von Ihnen nicht erpressen. Schluss! Aus! Gehen Sie, gehen Sie jetzt, und zwar sofort!« Pericoli starrte entgeistert auf seinen mittlerweile rot angelaufenen Benito, der sich partout nicht mehr beruhigen wollte. »Bringen Sie diesen Hanswurst hinaus«, schrie Benito. »Wer hier der Hanswurst ist, werden wir noch sehen«, schrie es plötzlich aus Moncorrente heraus, »Sie sind ein Schmalspurpolitiker und versuchen hier den großen Max zu machen, aber nicht mit mir!« »Schöne Weihnachten!«, schallte es noch durch das Zimmer des Frak­ tionsvorsitzenden der Sozialistischen Partei. »Schöne Weihnachten!«, schrie es zurück, und Pericoli blieb nur übrig, leise, aber bestimmt die Türe zu schließen. AUSZUG AUS DEM ROMAN »PALERMO« VON UWE ERIC LAUFENBERG

Köln Der frühere SPD-Frak­ tionschef im Kölner Stadtrat, Martin Börschel, legt sein Ratsmandat nieder. Wie der »Kölner Stadt-Anzeiger« aus Fraktionskreisen erfuhr, erfolgt der Schritt bis zum 15. März 2019. Börschel hatte im April seinen Rückzug aus der Politik angekündigt, um Geschäfts­ führer des StadtwerkeKonzerns zu werden. Doch die Besetzung des hochdotierten Managerpostens, die Teil eines Deals zwischen den Fraktions­ spitzen der SPD, der CDU und der Grünen war, scheiterte am Einspruch der parteilosen Oberbürger­ meisterin ­Henriette Reker. Kölner Stadt-Anzeiger, Andreas Damm, 06. 12. 2018

URAUFFÜHRUNG

CASINO WIESBADEN * Regie Clemens Bechtel Premiere 19. Jan. 2020, Kleines Haus

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ROMULUS DER GROSSE PREMIERE

Friedrich Dürrenmatt


Schauspiel

Es ist sicherlich sehr passend, dass Friedrich Dürrenmatt sein Stück »Romulus der Große« nicht als »reine« Komödie einordnet. Dabei liest sich der Text von ursprünglich 1949 vordergründig hochkomödian­ tisch, auch vor Slapstick-Einlagen macht Dürrenmatt nicht Halt. Aber er birgt eben auch eine Menge Tief­ gründiges und Hintersinniges, und so mancher Satz trifft gerade heute ins Mark. Dürrenmatts Anmerkung zu »Romulus der Große« könnte sehr wohl 2019 geschrieben worden sein: »Romulus Augustulus war 16, als er Kaiser wurde, 17, als er abdankte und in die Villa des Lukull nach Champanien zog. Die Pension betrug 6000 Goldmünzen, und seine Lieblings­ henne soll Roma geheißen haben. Das ist das Historische. Die Zeit nannte ihn ­Augustulus, ich machte ihn zum Mann, dehnte seine Regierungszeit auf 20 Jahre aus und nenne ihn den ›Großen‹. Es ist vielleicht wichtig, dass man mich gleich versteht: Es geht mir nicht darum, einen witzigen Mann zu zeigen. Hamlets Wahnsinn ist das rote Tuch, hinter dem sich der Degen verbirgt, der Claudius gilt, Romulus gibt einem Weltreich den Todesstoß, das er mit seinem

Witz hinhält. Auch lockte es mich, einmal einen Helden nicht an der Zeit, sondern eine Zeit an einem Helden zugrunde gehen zu lassen. Ich rechtfertige einen Landesverräter. Nicht einen von denen, die wir an die Wand stellen mussten, aber einen von denen, die es nie gibt. Kaiser rebellieren nicht, wenn ihr Land unrecht hat. Sie überlassen dies den Laien und nennen es Landesverrat, denn der Staat fordert immer Gehorsam. Aber Romulus rebel­ liert. Auch wenn die Germanen kommen. Dies sei gelegentlich zur Nachahmung empfohlen. Ich will mich präzisieren. Ich klage nicht den Staat, der recht, sondern den Staat an, der unrecht hat. Das ist ein Unterschied. Ich bitte, den Staaten scharf auf die Finger zu sehen, und sehe ihnen scharf auf die Finger. Es ist nicht ein Stück gegen den Staat, aber vielleicht eins gegen den Großstaat. Man wird meine Worte sophistisch nennen. Das sind sie nicht. Dem Staat gegenüber soll man zwar klug wie eine Schlange, aber um Gottes willen nicht sanft wie eine Taube sein. Es handelt sich nur um Binsenwahrheiten. Aber heute ist eine Zeit, in der es leider nur noch um Binsenwahrheiten geht. Tiefsinn ist Luxus geworden. Das ist das etwas Peinliche unserer Situation und die besondere Schwierigkeit, sich schriftstellerisch mit ihr auseinanderzusetzen. Ich will nicht unsere Mängel mit der Zeit aus­ reden, doch sollte auch die Zeit uns ausreden lassen. Sie fährt uns aber immer wieder mit ihren Handlungen über den Mund. Wir haben es nicht leicht.«

Stücke sind wie ein rollender Ball: die eine Hälfte bezeichnet die Ästhetik als Tragödie, die andere als Komödie. Da bei einem rollenden Ball nicht auszumachen ist, welche Hälfte oben und welche unten ist, nenne ich meine Stücke eben Komödien. Friedrich Dürrenmatt

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Ein System gefangen in sich selbst, in seinen Riten, Vorstellungen von der Welt, Vorurteilen, Handlungen.

INTERVIEW

Sebastian Sommer

Sebastian Sommer, Jahrgang 1980, studierte zunächst Musiktherapie in Magdeburg und anschließend Theater­ regie in ­Wellington (Neuseeland). Als Regieassistent am ­B erliner Ensemble arbeitete er unter anderem mit Claus Peymann, Robert Wilson, Luc Bondy, ­Katharina ­Thalbach, Thomas Langhoff, ­Manfred Karge, Achim Freyer und Leander Haußmann zusammen, von 2015 bis 2017 war er am BE als Hausregisseur engagiert, seither arbeitet er als freier Regisseur.

Was macht einen guten (Allein-) Herrscher aus? Dem Begriff Herrscher begegnen wir ja heute zunächst einmal grundsätzlich mit Skepsis, weil man mit zugestan­ dener Macht den Machtmissbrauch gleich mitdenkt. Und woher überhaupt die Legitimation, das Lebensglück anderer zu verwalten? Wieso kann man daraus nicht auch aussteigen, sondern immer nur mitmachen? ­Dürrenmatts »Romulus der Große« stellt sich genau diese Fragen und kommt zu einer eher radikalen, im theatralen Sinne aber durchaus sympathischen Schlussfolgerung. Von Politiker*innen wünscht man sich aber letztlich dann doch eher einen Mittelweg … das Vereinen vieler, möglichst aller Interessen, mit Demut und Weitsicht in die Zukunft blickend, die Gegenwart in Anbetracht der Komplexität mitentscheidend, geleitet von der Vernunft und Kompetenz, nicht von schnell wandelnden Stimmungen und Emotionen. Und doch, trotz aller Berücksichtigung möglichst vieler Interessen können und müssen Führungspersönlichkeiten nur aus einer ganz eigenen Haltung heraus agieren, mit einer eigenen Vision, entwickelt für die Menschen, und darin auch Rückgrat beweisen. Was reizt Dich am meisten daran, »Romulus« zu inszenieren? Mich interessieren an ­Dürrenmatts »ungeschichtlich historischer Komödie« vor allem die privaten Aspekte der Macht, das Menschliche

hinter all dem Zurschaustellen und das Tragischkomische daran. Ein System gefangen in sich selbst, in seinen Riten, Vorstellungen von der Welt, Vorurteilen, Handlungen. Die einen absurd, weil sie sich darin bewegen und nichts außerhalb dieses Bezugs­ rahmens vorstellen können, die anderen absurd, weil ihre Ausbruchs­ versuche zum Scheitern verurteilt sind. Man kann sich auf keine Seite schlagen, alle haben irgendwie Recht und aber auch nicht. Und gerade dies macht unser Leben ja so wunderbar widersprüchlich. Die Staatskassen sind leer, die Armee ­fahnenflüchtig, die ­Germa­nen stehen vor der Tür – die Lage ist aussichtslos. Romulus scheint davon ziemlich unberührt, das Ende des Stücks zumindest gibt ihm hierin recht. Hat er denn recht? Ja. Nein. Nein. Ja.

PREMIERE

ROMULUS DER GROSSE Friedrich Dürrenmatt

Inszenierung Sebastian Sommer Bühne Philipp Rubner Kostüme Wicke Naujoks Musik Jan Brauer (Brandt Brauer Frick) Premiere 14. Feb. 2020, Kleines Haus Diese Produktion wird theater­­ pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128


Schauspiel

PREMIERE

WASSA SCHELESNOWA Maxim Gorki

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DIE MATRIARCHIN TEXT WOLFGANG BEHRENS

Was für eine Erfolgsstory! Oder etwa nicht? Als 1996 der Gründer und Chef der Firma Schaeffler stirbt, gibt er seiner Frau Maria-­Elisabeth ­Schaeffler mit auf den Weg: »Führe das Unternehmen in die Zukunft!« Sie aber gilt fortan als »die Witwe, die keine Ahnung hat«. Vorerst. Doch schon bald müssen viele um­denken, denn nach nur kurzer Einarbeitungszeit entpuppt sie sich als knallharte Geschäftsfrau, die den Familienbetrieb Schaeffler zu einem Weltkonzern umbaut und nebenbei zu einer der reichsten Deutschen wird. Bis sie sich 2008 verzockt. Die Schaeffler-Gruppe startet über­ raschend den Versuch, den Reifengiganten Continental zu übernehmen, und verschluckt sich daran. Das Unternehmen wird auf diese Weise um ein Haar in den Ruin getrieben, und empört nimmt die Öffentlichkeit zur Kenntnis, dass eine steinreiche Dame plötzlich um Staatshilfen bittet. Zehn Jahre später führt das »manager magazin« Maria-Elisabeth Schaeffler als diejenige Deutsche an, deren Vermögen am meisten geschrumpft sei – was angesichts eines

Restwertes von 17 Milliarden Euro dem einen oder anderen von uns allerdings als verschmerzbar erscheinen wird. Ist die Matriarchin – wie sie mitunter genannt wird – nun eine Grande Dame oder eine Hasardeurin? Und hat sie nach ihren ersten Erfolgen vielleicht einfach den rechtzeitigen Absprung verpasst? Zu ihrem 75. Geburtstag im Jahre 2016 jedenfalls ver­ künden die Gazetten noch trotzig, dass sie sich keineswegs aus der Firmenleitung zurückzu­ ziehen gedenke. Ein dramatischer Stoff, fürwahr – und wie geschaffen fürs Theater. Und siehe da, knapp 100 Jahre vor Frau Schaefflers ContinentalÜbernahme, ist auch schon das (fast) passende Drama geschrieben worden. Dort ist zwar nicht Maria-Elisabeth Schaeffler die


Schauspiel

Hauptperson – wie auch? –, aber ein Charakter, der dem ihren nicht ganz unähnlich sein dürfte: Wassa Schelesnowa, ins Leben gerufen von dem sozialrevolutionären russischen Schriftsteller Alexei Peschkow, der sich Maxim Gorki, den »Bitteren«, nannte. Auch Wassa Schelesnowa ist es aufgegeben, einen Familien­ betrieb weiterzuführen, während ihr Gatte im Hinterzimmer krepiert. Sie tut dies mit harter Hand, wobei diese nicht zuletzt ihre Kinder zu spüren bekommen, die auf ihren Anteil an dem Erbe lauern (hier immerhin unterscheidet sich Wassa von Maria-Elisabeth Schaeffler, deren Sohn ebenfalls Gesellschafter ist) und sehn­ süchtig darauf warten, dass ihre Mutter abtritt. Frank Schirrmacher hat in seinem Buch »Das Methusalem-Komplott« eindrücklich über den »Krieg der Generationen« geschrieben. Ob in Unternehmen oder anderswo, wenn die alte Generation nicht irgendwann geht, gerät Sand

ins gesellschaftliche Getriebe. Was nicht heißt, dass die alte Generation nicht das Recht hätte zu bleiben – worauf Schirrmacher angesichts einer biologisch immer älter werdenden Bevöl­ kerung nachhaltig pocht. Der Konflikt jedoch ist vorprogrammiert, denn die Jungen fordern dort, wo es viele Alte gibt, häufig einen Platz ein, der noch besetzt ist. Und der Konflikt ist uralt: Schon dem antiken Dichter Sophokles widerfuhr es 90-jährig, dass ihn sein Sohn, der auf das Vermögen des Vaters spitzte, entmündigen wollte. Wenn Maxim Gorki von einer Matriarchin und ihren Kindern erzählt, so verhandelt er den Krieg der Generationen ebenso wie die Frage, wie man ein Familienunternehmen vor dem Verfall schützen kann. Ist Wassa Schelesnowa eine Grande Dame oder eine Hasardeurin? Die Antwort wird sich – wie bei Maria-Elisabeth Schaeffler auch – jeder selbst geben müssen.

Hat sie nach ihren ersten Erfolgen vielleicht einfach den rechtzeitigen Absprung verpasst?

PREMIERE

WASSA SCHELESNOWA Maxim Gorki

Regie Evgeny Titov Bühne Duri Bischoff Kostüme Eva Dessecker Premiere 7. Mär. 2020, Kleines Haus

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PREMIERE

Friedrich Schiller

Die Spiele der Macht entleeren die Welt. Ein Mächtiger geht unter und reißt alle mit, die ihm anhängen. Es siegt dabei keine höhere Ordnung, kein höherer Zweck. Hegel erschrak über den Abgrund von Nihilismus in diesem Stück. Eine solche triumphale Düsternis hätte er dem idealistischen Schiller nicht zugetraut. Nach der Lektüre der Buchfassung des Stückes schreibt er im Jahr 1801: »Der unmittelbare Eindruck … ist trauriges Verstummen über den Fall eines mächtigen Menschen, unter einem schweigenden und tauben Schicksal. Wenn das Stück endigt, so ist Alles aus, das Reich des Nichts, des Todes hat den Sieg behalten; es endigt nicht als Theodizee.« Das sollte es auch nicht. Mit dem »Wallenstein« brachte Schiller eine Welt ohne Trost grandios auf die Bühne. Rüdiger Safranski


Schauspiel

 STEIN TEXT NICOLAS BRIEGER

Auf der politischen Weltbühne treten in diesen Tagen wieder Machthaber auf, deren Gebaren gern mit der Metapher »Säbelrasseln« bezeichnet wird. Wie gefährlich dieses »Spiel der Mächtigen« aber tatsächlich werden kann, zeigt uns Friedrich Schillers »Wallenstein«: eine Tragödie, die im Winter 1633/34, mitten im Dreißigjährigen Krieg, spielt. Kriegsgräuel, bitterste Not und epidemische Seuchen wie Pest und Cholera, die die europäische Bevölkerung letztlich um nahezu fünfzig Prozent dezimiert haben, bilden die Außenhaut dieser Stücke, die uns ins Innere, ins Zentrum der Macht führen. Nach bereits sechzehn Kriegsjahren ist ein Ende der Kampfhandlungen immer noch nicht abzusehen. Im Gegenteil: Die unterschiedlichsten Interessenlagen der verschiedenen Fürsten und die ungebrochene Expansionslust des in Wien residierenden Kaisers Ferdinand II. und anderer Regierender heizen die Konflikt­ herde immer wieder an, um den Krieg fortzu­ führen. Wallenstein bricht deshalb mit seinem Kaiser. Schiller beschreibt minutiös einen Intriganten­ stadl der Mächtigen, in dem sich die Fäden der Intrigen längst zu einem unentwirrbaren Knäuel zwischen Freund und Feind verfilzt haben und die religiösen Auseinandersetzungen zwischen Katholizismus und Protestantismus nur mehr als Vorwand ihrer Eigeninteressen dienen. Wallenstein, der beliebt bei seinen Truppen ist, sitzt mit seinen engsten Vertrauten wie in in einer Wolfshöhle und lässt untätig die Zeit verstreichen. Einer der wenigen

Vernünftigen, die nicht mehr der Mechanik »Krieg ernährt den Krieg« folgen wollen, kann er sich dennoch nicht aus einer Entscheidungs­ unfähigkeit zwischen seinem hybriden Machtanspruch und dem Loyalitätskonflikt mit dem Kaiser einerseits und seinem Friedenswillen andererseits befreien. »Der Zweifel ist dein schlimmster Feind«, sagt einmal einer seiner Getreuen zu ihm. In seiner Ermordung durch die Kaisertreuen schließlich sieht Schiller deshalb auch etwas wie die Bedrohung der Menschheit durch die Eigenlogik des Krieges. Hass, Gier, Eitelkeit und Geltungsbewusstsein in dieser Männerwelt sind hier derart entfesselt, dass ein auch nur leidlich Vernünftiger wie Wallen­ stein in seiner Ambivalenz scheitern muss. Und das macht Schillers Drama zu einem Mene­ tekel auch an einer heutigen Mauer oder »Wall«.

PREMIERE

WALLENSTEIN

Friedrich Schiller Regie Nicolas Brieger Bühne Raimund Bauer Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Premiere 3. Mai 2020, Kleines Haus Diese Produktion wird theater­­pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128

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DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG

DIE KÜSTE UTOPIAS

ERSTER TEIL: AUFBRUCH Tom Stoppard Deutsch von Wolf Christian Schröder


Schauspiel

Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien. Oscar Wilde

Fortschrittsgedanken TEXT LAURA WEBER

»Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien«, sagte einst Oscar Wilde. Der niederländische Historiker und Journalist Rutger Bregman (*1988) stimmte ihm uneingeschränkt zu und ergänzte noch: »Jede zivilisatorische Errungen­ schaft war irgendwann eine utopische Fantasie«. Glaubt man den beiden, dann sind Utopien sowie neue, außergewöhnliche, radikale, unrealistische Ideen und Visionen essenziell; denn nur so ist – auch im 21. Jahrhundert – ein Vorankommen und Fortschreiten, eine positive Veränderung überhaupt möglich. Ohne sie hätten wir die Sklaverei und die Monarchie nie hinter uns gelassen, ohne sie gäbe es kein Frauenwahlrecht; ohne sie gäbe es keine techni­ schen, sozialen, medizinischen Verbesserungen. Ohne sie blieben wir stehen. Aber wie steht es in unserer heutigen Zeit mit dem Thema Fortschritt? Wie wollen wir leben? Welche Utopien, welche Visionen existieren oder sind nötig und könnten einen gesellschaft­ lichen Wandel weiter vorantreiben? In Anbe­ tracht der unzähligen, oftmals kriegerischen Auseinandersetzungen und Konflikte sowie der humanen Ausbeutung und Ungerechtigkeit, der Epidemien und Umweltverschmutzungen weltweit, gibt es nicht wenige Utopien: die Utopie der (religiösen) Toleranz, der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, der sozialen Gerechtigkeit, des Weltfriedens, des bedingungslosen Grundeinkommens – die Liste lässt sich ohne weiteres noch um ein Vielfaches erweitern. Manche Visionen existieren seit mehreren Jahrhunderten. Deswegen lohnt sich ein Blick in die Geschichte und auf berühmte Persönlichkeiten, die sich bereits positiv für

ein Vorankommen eingesetzt haben. Dabei kommt man schnell auf Thomas Morus und sein Werk »Utopia«. Bereits 1516 entwarf der englische Humanist darin das Bild einer idealen Gesellschaft und berichtete von einem Leben in einer Republik, von gemeinschaftlichem Besitz, vom Leben in gleich gebauten Häusern sowie von sechsstündigen Arbeitszeiten. Es entstand ein fiktives Gegenmodell, das auch 500 Jahre später noch keine uninteressante Alternative zu unserem Turbokapitalismus dar­ stellt. Eine nicht weniger interessante Vision äußerte Albert Einstein: Er sprach 1946 von der Utopie einer Weltregierung. Dadurch könnte ein neues demokratischen System entstehen, welches wiederum einen übernationalen Frieden ermöglichen würde. Mit dieser Utopie (womit keine Verschwörungstheorie gemeint ist!) setzten und setzen sich bis heute viele namhafte Personen auseinander – von Platon, Immanuel Kant, Friedrich Nietzsche bis Jürgen Habermas und Stephen Hawking. Ob und wann die Idee einer gerechten Verteilung jedoch Realität werden könnte, und ob diese dann tatsächlich eine Lösung für viele unserer globalen Probleme darstellt, lässt sich leider noch nicht beantworten. Zwei Personen, die sich einst mit radikalen Ideen für den Fortschritt im ­Russland des 19. Jahr­ hunderts einsetzten und zudem befreundet waren, sind Alexander ­Iwanowitsch Herzen (1812 – 1870) und Michail A ­ lexandrowitsch Bakunin (1814 – 1876). Bakunin gilt bis heute als Vater des Anarchismus. Er kämpfte leidenschaft­ lich für eine klassenlose, freie Gesellschaft und gegen jegliche Form von Fremdbestimmung:

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Jede zivilisatorische Errungenschaft war irgendwann eine utopische Fantasie. Rutger Bregman

»Nur dann bin ich wahrhaft frei, wenn alle Menschen, die mich umgeben, ebenso frei sind wie ich.« Bakunin quittierte früh den Militär­ dienst, studierte begeistert die deutschen Philosophen und setzte sich ab 1848 überall in Europa für die Freiheitsbewegung ein. Er wollte die Revolution von unten und plädierte bis zuletzt für einen Sozialismus, der wirtschaft­ liche und soziale Gleichheit bedeutet. Herzen und Bakunin lernten sich während des Studiums in Moskau kennen und beschäftigten sich beide intensiv mit der Philosophie Hegels. Wie Bakunin lehnte auch Herzen den staatlichen Autoritarismus und Zentralismus entschieden ab und befürwortete eine föderativdezentralistisch aufgebaute Gesellschaft der sozialen Gerechtigkeit. Doch Herzen hinterfragte die radikalen, ungestümen Revolutions-Aktionen Bakunins. Er setzte sich ab 1952 von London aus weiterhin politisch und für gesellschaftliche Reformen ein, allerdings verstärkt auf publizis­ tischer Ebene.

Sir Tom Stoppard, der inzwischen über 80-jährige, vielfach prämierte Autor (Oscar, Tony Award, David Cohen Prize) ist heute einer der erfolgreichsten, lebenden Dramatiker und Drehbuchautoren. Auch seine 2002 erschienene und 2004 in London urauf­ geführte Trilogie »Die Küste Utopias« erhielt zahlreichte Auszeich­ nungen.

Was haben diese beiden letztge­ nannten Personen und die Fort­ schrittsüberlegungen nun mit Tom Stoppard und seiner Trilogie »Die Küste Utopias« zu tun? Stoppard, den Daniel Kehlmann in seinem Nach­ wort zur deutschen Buchausgabe der »Küste Utopias« (erschienen 2013 bei Jussenhoven & Fischer) als »Dichter des Denkens« beschrieb, zeigt in »Die Küste Utopias« eine Welt der Denkenden und klugen Gespräche auf. Seine Trilogie befasst sich mit der russischen »Intelligenzia«, mit den beiden russischen Denkern Bakunin und Herzen, sie rückt beide Revolutionäre in den Mittelpunkt des Geschehens und ruft sie wieder ins Bewusstsein. Doch hinter den spannenden Persönlichkeiten (über

die wir nebenbei amüsante Details von den deutschen großen Philosophen Schelling, Kant und Hegel erfahren) verbergen sich noch weitere geschichtsphilosophische Dimensionen: Gründe für das Scheitern der sozialistischen Revolutionen in Europa sowie die vielschichtigen Behinderungen des Fortschritts durch Zufälle, die große Masse oder die Revolutionäre selbst. All das verknüpft Stoppard – gewohnt scharfsinnig, intelligent, wortwitzig – in »Die Küste Utopias«. Daniel Kehlmann sagte dieser Trilogie übrigens (bereits im Oktober 2013, ebenfalls im Nach­ wort der deutschen Buchausgabe) voraus: »Die Küste Utopias ist ein künftiger Klassiker, dessen Weg durch die Theater gerade erst begonnen hat.« Allerdings wurde dieses Werk außer in Großbritannien bisher in New York, Moskau und Japan gespielt – jedoch nicht in Deutschland. Höchste Zeit, dass sich das ändert. Nach »The Hard Problem« wird das Hessische Staatstheater Wiesbaden mit »Die Küste Utopias (Erster Teil: Aufbruch)« die nächste Deutschsprachige Erstaufführung dieses geistreichen Dramatikers auf die Bühne bringen und die Trilogie in den kommenden Spielzeiten (mit zweiter Teil: Schiffbruch und dritter Teil: B ­ ergung) komplettieren.

DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG

DIE KÜSTE UTOPIAS Erster Teil: ­A ufbruch Tom Stoppard Deutsch von Wolf Christian Schröder

Regie Henriette Hörnigk Premiere 20. Jun. 2020, Kleines Haus


WHAT’S NEXT

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WIESBADEN BIENNALE 2020


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Wir heirateten bald. Ich machte ihr einen Antrag, und während ich versuchte, ihr den Ring anzustecken, sah sie mich die ganze Zeit an. Ihr Blick schien sich in meine Augen zu bohren, und ich bekam Zweifel. Der Ring fiel mir aus der Hand und rollte unter die Küchenbank. Sie lachte laut auf, und im selben Moment ahnte ich, dass dies womöglich der Anfang eines gewaltigen Missverständnisses war. Immerfort sprach sie von Liebe. Doch für mich war Liebe weder ein Gottessegen noch das Ergebnis irgendwelcher Anstrengungen, sondern nur ein Wort unter vielen. Martha hatte mich interessiert, weil ich einsam war und weil man eben ein Mädchen haben musste. Und ich heiratete sie, weil ich Kinder wollte. Obwohl ich jung war, hatte ich kaum andere Wünsche an das Leben. aus »Das Feld« von Robert Seethaler

URAUFFÜHRUNG

DAS FELD Robert Seethaler

Auf der alten Bank unter einer krummgewachsenen Birke auf dem Paulstädter Friedhof sitzt ein alter Mann. Sein Blick schweift über die Grabsteine, während eine Amsel auf der Friedhofsmauer singt. Wer genau hinhört, kann sie hören: die Paulstädter Bewohner, oder eben jene, die es früher einmal waren. Was wäre, fragt sich Harry Stevens, wenn man den Toten ein letztes Mal Gehör verschaffen würde? Könnte man nicht viel besser über das Leben sprechen, wenn das Sterben vorüber wäre?

Mit Leichtigkeit lässt der Schau­ spieler und Autor Robert Seethaler die Stimmen der Paulstädter hörbar werden. 1966 in Wien geboren, studierte Seethaler zunächst Schau­ spiel an der Schauspielschule Wien, gefördert durch die Drehbuchwerk­ statt München kam 2004 auch das Schreiben hinzu. 2005 debütierte er als Schriftsteller mit dem Roman »Die Biene und der Kurt«. Seither erschienen Bestseller wie »Der Trafi­ kant« (2012) oder zuletzt »Ein ganzes Leben« (2014).


Schauspiel

INTERVIEW

Robert Seethaler Schreckliche und Faszinierende daran. Man könnte den Tod aber auch als das wertvollste Geschenk an die Menschen betrachten. Er bewahrt uns vor der Hölle eines ewigen Lebens.

Herr Seethaler, Sie sind derzeit einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren, dabei kommen Sie eigentlich aus dem Schauspiel, haben viel gedreht und waren an namenhaften Theatern in München, Stuttgart oder Wien. In welchen Momenten geben Sie dem Schreiben den Vorzug vor der Bühne? Ich bin mit einer schweren Sehbehinderung aufgewachsen und war auf einer Blindenschule in Wien. Ich habe als Kind in meiner eigenen kleinen Welt gelebt. Wahrscheinlich bevorzuge ich deshalb das Schreiben. Es ist ja eher eine Verinnerlichung. Beim Schauspielen muss man Veräußerlichen bzw. die Verinnerlichungen vergrößern und sichtbar machen. Das war nie meine Stärke. Am Theater habe ich mich immer in die Bretter hinein geschämt. Im Film geht es, die schweigende Diskretion der Kamera schützt mich. Sie scheinen dem Thema Tod mit einer beneidenswerten Gelassenheit zu begegnen. Sind sie furchtlos dem Tod gegenüber? Nein. Es ist die natürliche Angst vor dem Unbekannten. Aber eher noch ist es vorweggenommene Trauer. Die Angst vor dem Abschied. Ich fürchte weniger den Tod als das Sterben. Das Sterben ist Realität. Der Tod ist nur eine Mutmaßung, eine Phantasie. Er ist wie eine Leinwand, auf die wir unsere Vorstellungen projizieren. Und es bleiben doch immer nur Bilder des Lebens, von einem »Leben nach dem Tod«. In Wahrheit wissen wir nichts darüber. Genau das ist das

Worin finden Sie Trost, wenn Sie an den Tod denken? Mein Leben war bislang gut. Das ist immerhin schon etwas. Oft gibt es keinen Trost. Doch so paradox es klingt: Manchmal liegt gerade in der Trostlosigkeit etwas Tröstliches. Die Einsicht, das Annehmen der Krank­ heit, der Niederlage, des Verlustes. Es gibt Situationen im Leben, die lassen sich nicht wegtrösten, die muss man aushalten. Die von Ihnen beschriebene Einsamkeit (die zwischenmenschliche, nicht die landschaftliche) ist der Sargnagel der Hoffnungen vieler Großstädter, die der romantischen Vorstellung anheimfallen, dass es »auf dem Land« so etwas wie Wahrhaftigkeit, vielleicht auch Ursprünglichkeit, gibt. Wo und wie kann, Ihrer Einschätzung nach, noch Begegnung und Gemeinschaft gelingen? Oder anders gefragt: Wenn selbst familiäre Bindungen kein sicherer Hafen sind, um wirklich irgendwo anzukommen, sollten wir nicht mit Gelassenheit erkennen, dass doch am Ende jeder nur sich selbst hat? Niemand kennt die anderen, und doch bleibt niemand nur für sich. Es gibt immer nur den Prozess des Kennen­ lernens. Und wer spricht von einem sicheren Hafen? Begegnung und Gemeinschaft sind überall möglich, auch auf offener, stürmischer See, um bei dem Bild zu bleiben. Vielleicht sogar gerade dort. Im Übrigen halte ich »Ankommen« für nicht sehr erstrebenswert. Ankommen heißt Sterben, aber nicht einmal das ist sicher. INTERVIEW SUSANNE BIRKEFELD

Marie Schwesinger studierte Szenische Künste in Hildesheim und Exeter, England. In der Spielzeit 2013/2014 assistierte sie am Oldenburgischen Staatstheater, u. a. bei K. D. Schmidt, Brit Bartkowiak und Marc Becker. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist sie feste Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt, wo sie u. a. bei Anselm Weber, Marius von Mayenburg und Roger Vontobel assistierte. 2017 inszenierte sie am Schauspiel Frankfurt das Satireprogramm »Wer sagt denn sowas?«, 2018 entstand die Inszenierung »Gegen alle Widerstände«, die sich mit den Frankfurter Auschwitz-Prozessen 1963 – 65 beschäftigte. Seit 2014 studiert sie Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Mit der Uraufführung von »Das Feld« präsentiert sich Marie Schwesinger mit ihrer Abschlussinszenierung dem Wiesbadener Publikum.

URAUFFÜHRUNG

DAS FELD

Robert Seethaler Regie Marie Schwesinger Premiere 6. Dez. 2019, Wartburg In Kooperation mit der ­Hessischen Theater­ akademie und der Hoch­ schule für Musik und Darstellende Kunst F ­ rankfurt am Main.

Diese Produktion wird theater­­pädagogisch begleitet. ⊲ S. 128

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86FOTOS SIMON HEGENBERG


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REPERTOIRE NATHAN DER WEISE

DER FRÖHLICHE WEINBERG

Von Gotthold Ephraim Lessing Regie Nicolas Brieger

Von Carl Zuckmayer Regie Henriette Hörnigk

»Ein bitterwahrer Abend, ein großer deutscher Klassiker als sein eigenes Dementi inszeniert.«

»In dem genialen Bühnenbild dreht Hörnigk in ihrem Wiesbadener Regiedebüt voll auf. «

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein-Main-­ Zeitung, Matthias Bischoff, 24. 03. 2018

Wiesbadener Kurier, Birgitta Lamparth, 26. 01. 2019

»Ein starkes Sinnbild auf die ­Gegenwart.«

»Originell und überraschend.« Frankfurter Allgemeine Zeitung, Matthias Bischoff, 28. 01. 2019

Rhein-Zeitung, Andreas Pecht, 19. 03. 2018

DIE MÖWE Von Anton Tschechow Regie Ingo Kerkhof »Mit leichter, geschickter Hand inszeniert Ingo Kerkhof ›Die Möwe‹ am Staatstheater Wiesbaden.«

WAS IHR WOLLT Von William Shakespeare Deutsche Übersetzung von Thomas Brasch Regie Ulrike Arnold

VERLORENE KÄMPFER

Vom Ende der Roten Armee Fraktion Text von Maxi Obexer Regie Clemens Bechtel

HIER BIN ICH Nach dem Roman von Jonathan Safran Foer Regie Adriana Altaras »Aus dem Stoff macht [Adriana Altaras] eine temporische Komödie um eine Viergenerationenfamilie, mit viel Musik von Country, Bigband und Blues bis zu den hingehauchten Hits von The Cure.« nachtkritik.de, Alexander Jürgs, 18. 02. 2019

»Ein See mit hohem Unterhaltungs­ wert.«

»Alles ist nicht nur von großer Direktheit und doch fein, es ist auch klassisch, ohne fad zu sein. Arnold tut nicht so, als würden wir das zum ersten Mal sehen, glühend spurtet sie von Höhepunkt zu Höhepunkt.«

Wiesbadener Kurier, Birgitta Lamparth, 23. 04. 2018

Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 03. 02. 2019

DER EINGEBILDETE KRANKE

FAUST 1: WHITE BOXX

Von Molière Regie Evgeny Titov

Von Johann Wolfgang von Goethe Regie Tom Gerber

Rhein-Zeitung, Andreas Pecht, 12. 03. 2019

»Die Ambivalenz und vor allem die Tiefe arbeitet in der Wiesbadener Inszenierung nun Regisseur Evgeny Titov sorgfältig und bildmächtig heraus.«

»Goethes ›Faust‹-Klassiker verjüngt.«

DER IDIOT

Frankfurter Neue Presse, Marcus Hladek, 10. 10. 2017

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Matthias Bischoff, 10. 12. 2018

Wiesbadener Kurier, Julia Anderton, 09. 10. 2017

Nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski | In einer ­Theaterfassung von Beka Savić Regie Beka Savić

»Fulminante Darsteller.«

ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN

Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 23. 04. 2018

Rhein Zeitung, Wolfgang M. Schmitt, 09. 12. 2018

»Ein enormer Gewinn für die ›JUST‹-Sparte.«

Von Joseph Kesselring Regie Ulrike Arnold » ›Arsen und Spitzenhäubchen‹ ist einfach ein geniales Stück.« BILD Frankfurt, Dr. Josef Becker, 01. 12. 2017

»Viel Beifall für den Mordsspaß.« Wiesbadener Kurier, Birgitta Lamparth, 27. 11. 2017

DER CLUB Nach dem Roman von Takis Würger Regie Philipp M. Krenn »Langer Beifall von einem berührten Publikum. Zwei Stunden hat das neunköpfige Ensemble eindringlich, ernsthaft und ohne überdrehte Spe­ renzien den Fall des jungen Deutschen Hans verhandelt.«

KABALE UND LIEBE Von Friedrich Schiller | In einer ­Fassung von Johanna Wehner Regie Johanna Wehner


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GESELLSCHAFT DER FREUNDE DES STAATSTHEATERS WIESBADEN E.V. Sie fühlen sich unserem Theater verbunden und möchten seine Arbeit fördern? Dann sind Sie genau richtig bei den Theaterfreunden. GESELLSCHAFT DER FREUNDE DES STAATSTHEATERS E. V. Wilhelmstraße 47 65183 Wiesbaden Tel. 0611 . 306 868 www.theaterfreunde-wiesbaden.de info @ theaterfreunde-wiesbaden.de VORSITZENDER Helmut Nehrbaß STELLVERTRETERIN Katharina Queck GESCHÄFTSZEITEN Mo 10 – 14 Uhr Mi 17 – 19 Uhr Do 10 – 12 Uhr

Wir engagieren uns durch ideelle und materielle Unterstützung künstleri­ scher Projekte der verschiedenen Sparten und bieten ergänzende Veran­ staltungen zum Spielplan an. Als Mitglied haben Sie exklusiven Zugang zu ausgewählten Endproben im Musik- und Sprechtheater und erleben zum Jahresbeginn ein attraktives Bühnenprogramm. Bei Premierenfeiern finden Sie leicht Kontakt zu den Mitwirkenden und dem Regieteam. Und außer­dem erhalten Mitglieder der Theaterfreunde vergünstigte Konditionen bei etlichen Angeboten unseres Staatstheaters. Mit etwa 1200 Mitgliedern gehört die Gesellschaft der Freunde des Staats­ theaters Wiesbaden e.V. zu den großen Theaterfreundeskreisen in Deutschland. Sie sind ein Freund des Theaters und noch nicht dabei?

Werden Sie Mitglied der Theaterfreunde!

THEATERGEMEINDE WIESBADEN E.V. Partner des Theaters GESCHÄFTSSTELLE DER THEATERGEMEINDE Christian-Zais-Straße 3 Theaterkolonnade 65189 Wiesbaden Tel. 0611 . 30 34 56 Fax 0611 . 30 88 842 info @ theatergemeinde-wiesbaden.de www.theatergemeinde-wiesbaden.de VORSITZENDER Dr. Thomas Weichel STELLVERTRETERIN Elke Wirtz-Meinert GESCHÄFTSZEITEN Di & Fr 9 – 13 Uhr oder nach Vereinbarung

Die Theatergemeinde Wiesbaden e. V. ist die einzige gemeinnützige ­Wiesbadener Besucherorganisation. Sie bietet ein reichhaltiges Schauspielund Musiktheaterprogramm zu ermäßigten Preisen. Der Karten- und Kultur­ service der Theatergemeinde ermöglicht den Mitgliedern Theaterbesuche ganz ohne Stress und mit wenig Aufwand im Rahmen von flexiblen Abonne­ ments. Unsere Gesprächsreihen und Werkstattgespräche mit den Schau­ spieldramaturgen des Staatstheaters begleiten die aktuellen Stücke gemäß unserem Leitspruch »Theater sehen und verstehen!«

Zusätzliche Angebote ›› ›› ›› ›› ››

Inszenierungsvergleiche Diskussionsveranstaltungen Vorträge & Seminare Lesungen Theater-Reisen

Werden Sie Mitglied der Theatergemeinde!


Schauspiel

Extras

Kunstgefixe

Die Theaterwundertütenfete mit Anfassen. Prädikat: besonders bumms! Kunstgefixe ist die Black Box des Schau­ spielensembles. Die Wartburg-Reihe präsentiert fix produzierte Schauspiel­ kunst mit offenem Ausgang – und anschließend gibt’s immer eine Party mit DJ. Aber Vorsicht: Suchtgefahr!

Kostproben Zu ausgewählten Neuproduktionen bieten wir unseren BesucherInnen eine Kostprobe an. Seien Sie bei der Probe dabei und erhalten Sie eine exklusive Einführung durch das Regieteam.

Nachgespräche Kommen Sie ins Gespräch mit den Künstlern der Aufführung: bei den Nachgesprächen im Anschluss an ausgesuchte Vorstellungen unserer Neu­inszenierungen.

Junges ­Schauspiel ⊲ Siehe S. 152 Alle Informationen und ­Termine finden Sie im Monatsleporello.

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108 SINFONIEKONZERTE

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KAMMERKONZERTE

WIR 1

1. KAMMERKONZERT

WIR 2

Dirigentin Shiyeon Sung 23. Okt. 2019

WIR 3

Dirigent GMD Patrick Lange 20. Nov. 2019

WIR 4

Dirigent GMD Patrick Lange 29. Jan. 2020

WIR 5

Leitung und Violine Chouchane Siranossian 19. Feb. 2020

WIR 6

Dirigent Jörg Widmann 13. Mai 2020

1. Sep. 2019

2. KAMMERKONZERT 29. Sep.2019

3. KAMMERKONZERT 20. Okt. 2019

4. KAMMERKONZERT 24. Nov. 2019

5. KAMMERKONZERT 9. Feb. 2020

6. KAMMERKONZERT 8. Mär. 2020

7. KAMMERKONZERT 5. Apr. 2020

8. KAMMERKONZERT 7. Jun. 2020

WIR 7

WEIHNACHTS-­ KAMMERKONZERT

WIR 8

NEUJAHRS-­ KAMMERKONZERT

Dirigent GMD Patrick Lange 3. Jun. 2020

Dirigent GMD Patrick Lange 1. Jul. 2020

WIR FEIERN

Dirigent GMD Patrick Lange 1. Jan. 2020

8., 14. & 15. Dez. 2019

12., 19. & 26. Jan. 2020

KONZERT

Dirigent GMD Patrick Lange 25. Sep. 2019


102 INTERVIEW

Musik neu erleben

Ein Gespräch mit Generalmusikdirektor Patrick Lange über Crossover, die Liebe aufs zweite Hören und Neue Musik als »Kontrastmittel«.

INTERVIEW KATJA LECLERC

Die neue Spielzeit ist Ihr drittes Jahr als Generalmusikdirektor in Wiesbaden. Neu planen heißt auch Zurückblicken: Mit welchen ­Vorhaben sind Sie angetreten, was konnte eingelöst werden? Schon vor zwei Jahren mochte ich am Hessischen Staatsorchester Wies­ baden besonders, dass es ein neu­ gieriges Orchester ist. Ich hoffe, dass wir mit den Konzertprogrammen, die wir in den letzten zwei Jahren zusammengestellt haben, diese Neu­ gierde noch weiter entfacht haben. Wir haben Stücke in fruchtbaren Kombinationen einander gegenübergestellt, auch gab es Neues zu entde­ cken, zum Beispiel eine Uraufführung für Theremin. Die Freude daran hat sich auch beim Publikum eingelöst. Es ist mir das Allerwichtigste, dass sowohl das Orchester als auch das Publikum unsere Konzerte spannend finden und Freude erfahren. Ich freue mich auf jeden Fall auf alles, was jetzt noch kommt.

Sind neue Wünsche und Pläne ­entstanden? Für mich ist die inhaltliche Ausein­ andersetzung zentral und die Frage, weshalb wir etwas machen. Weshalb ist das klassische Konzert heute noch so relevant für uns? Soll ein Konzertprogramm nur unterhalten? Oder kann dort eine tiefere Ausein­ andersetzung stattfinden? Mir ist es ein Anliegen, dass die Zuhörer sich über die tieferen Bezüge der Musik­ stücke Gedanken machen. Dass sie dem nachspüren, was die Musik in ihnen auslöst. Das Konzert ist ein Erlebnisraum, nicht im Sinne eines »Events«, sondern als Freiraum, in dem wir erleben können. Erleben kann heißen, dass Musik intensiver gehört wird, dass sie in Gemein­schaft anders erlebt wird – auch, dass man über sie spricht und seine


Konzert

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er | le | ben 1. am eigenen Leib erfahren/spüren/verspüren, aushalten, ausstehen, durchhalten, durchleben, durchstehen, einstecken, erdulden, erfahren, erleiden, ertragen, fertigwerden mit, geschehen, hinnehmen, in Kauf nehmen, passieren, über sich ergehen lassen, überstehen, zustoßen, zuteil­werden; (gehoben) widerfahren; (umgangs­ sprachlich) hinter sich bringen, mitmachen, schlucken 2. auf sich wirken lassen, genießen, verleben

Hörerlebnisse teilt. In der Musik wiederum kann es auch darum gehen, wie der Komponist Dinge erlebt hat, sie kann Naturbetrachtung sein, Seelen­zustand, politische Haltung. Sie können auch hören, wie die Orchestermusiker im Spiel die Musik erleben, ob sie es zulassen, dass sie ein Erlebnis wird. Auf diese Viel­falt des Erlebens werden wir im kommenden Jahr unser Augenmerk richten und sie als Überschrift über die Spielzeit setzen. Zu meiner ersten Spielzeit 2017.2018 bin ich mit dem Ziel angetreten, dass jeder Konzert- und Opernabend etwas Besonderes sein soll. Ich hoffe, dass uns das gelungen ist, und wir wollen weiter dorthin streben. Neu ist vor allem der Kompositionswettbewerb, den Sie 2019 aus der Taufe heben. Warum braucht es Neue Musik im Konzert?

Bis Felix Mendelssohn Bartholdy im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts begann, die Werke Johann ­Sebastian Bachs wiederaufzuführen, gab es im Konzert quasi »nur« ­zeitgenös­sische Musik. Ich bin nicht der Meinung, dass man ausschließlich zeitgenös­ sische Musik spielen sollte und dass allein die Musik der Gegenwart uns Antworten auf die Fragen unserer Zeit geben kann. Doch gerade, wenn es darum geht, was uns die Musik der Vergangenheit erzählt – eine Mahler-­ Sinfonie, die Werke Schostakowitschs, Mozarts Musik –, dann braucht es ab und an die Gegenwartsmusik als erhellendes »Kontrastmittel«. Es ist allerdings ein besonderer Luxus, zeitgenössische Komponisten damit zu beauftragen, selbst gestellte Fragen in der Musik zu behandeln. Anlässlich des Jugendstiljahrs in Wiesbaden 2019.2020 können wir das tun: Komponisten in einem

Wettbewerb zur musikalischen Aus­ einandersetzung mit den Themen des Jugendstils einladen. Wiesbaden ist an vielen Ecken architektonisch eine Jugendstilstadt. Jugendstil ist aber nicht nur ein äußeres Phäno­ ­men, das man auch in der Kunst be­trachten kann, sondern es ist ein Lebensgefühl und eine Art, die Welt zu betrachten. Was diesem Gefühl aus heutiger Sicht entsprechen kann, das können uns natürlich heutige Komponisten am besten beantworten. Und warum ist es so wichtig, dass das Publikum über einen Preis ­entscheidet? Unser Publikum sind die Menschen, die die Uraufführungen hören werden. Sie bilden sich eine Meinung zu den neuen Stücken, sie können sagen, welches Stück sie persönlich am meisten erreicht. Ich bin sehr auf die Reaktion des Publikums gespannt!


Konzert

Musik kann Natur­ betrachtung sein, Seelenzustand, politische Haltung … Patrick Lange

Bislang haben wir sehr positive Rück­meldungen bekommen, wenn in Kon­ zerten traditionelles Kernrepertoire kombiniert war mit zeitgenössischer Musik. Das hat viele begeistert. Wir haben ein sehr treues Konzert­ publikum, bei dem zu erwarten ist, dass viele die Stücke zweimal hören werden – denn wir spielen die prämierten Uraufführungen jeweils einzeln in einem Sinfoniekonzert­ programm und dann noch einmal alle drei im letzten Konzert der Spielzeit. Dort kann man die drei Siegerstücke also wieder und neben­ einander hören und somit zu einer zweiten, einer anderen Hörerfahrung gelangen. Bei dem Kompositionswett­ bewerb werden wir alle – die Musiker, das Publikum, ich – etwas dazulernen. Es gilt also, offen zu sein.

Nach Oksana Lyniv, Keri-Lynn Wilson und Sian Edwards sind wieder zwei Dirigentinnen eingeladen, mit dem Hessischen Staats­orchester ­Wiesbaden zu arbeiten. Was zeichnet sie aus? Chouchane Siranossian ist eine tolle Barock-Geigerin, die auch als Konzertmeisterin Konzerte vom Instrument aus leitet. Als ehemalige Assistentin von Reinhard Goebel kennt sie sich in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts sehr gut aus. Sie arbeitet wissenschaftlich fundiert, musiziert aber ebenso ­leidenschaftlich. Diese Kombination an Eigenschaften finde ich gut. Sie weiß genau, was sie will, und hat eine Vorstellung davon, was uns diese »Alte Musik« heute noch sagen kann. Shiyeon Sung, die zweite ­Gastdirigentin der neuen Spielzeit, ist eine charismatische, energetische Dirigentin. Sie ist Koreanerin und Gewinnerin der wichtigen Solti- und Gustav Mahler-­Wettbewerbe, also mit Preisen hoch dekoriert. Sie war Assistentin bei James Levine in Boston, dirigiert international und ist in Korea ein Star. Ich freue mich, dass sie bei uns ein energiegeladenes Programm dirigieren wird – und ­hoffentlich »den Laden rockt«! Es gibt einfach wahnsinnig gut diri­ gierende Frauen, und wir laden sie wegen ihrer Persönlichkeit und ihrer Kompetenz ein.

Musiker im Dialog Trompeter Tobias Vorreiter und Pianist Leonhard Dering sind die Solisten im 3. Sinfo­ nie­konzert. In den Konzerten für Trompete und Klavier von André Jolivet und Dmitri Schostakowitsch spielen beide Instrumentalisten sehr unterschiedlich gewichtete Parts und können so ihre ganz eigenen Stärken zeigen. Wir baten sie, ihr Reaktions­ vermögen im Vorfeld zu trainieren, sich gegenseitig Schlagworte zuzuwerfen und blitzschnell zu ergänzen.

KURZINTERVIEW

Tobias ­Vorreiter auf Stichworte von Leonhard Dering Luft ist nicht nur lebens­ wichtig, sondern auch Träger des Klanges. Wo keine Luft ist, kann auch keine Musik sein. Handwerk ist die unverzicht­ bare Grundlage jedes künst­ lerischen Schaffens. Miles Davis ist wahrscheinlich der einflussreichste Musiker des 20. Jahrhunderts. Dinosaurier konnten mit der Veränderung ihrer Umwelt nicht Schritt halten. Einige Exemplare haben aber in unserer Gesellschaft überlebt. Kunst sollte verstehbar sein!

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Ich wünsche mir für die Zukunft noch mehr Möglichkeiten, mit den Leuten in Dialog zu treten. Patrick Lange

KURZINTERVIEW

Leonhard Dering auf Stichworte von Tobias Vorreiter Finger lassen sich angeblich so leicht durchtrennen wie Karotten. Humor die höchste Tugend zur Wahrung guter Gemüts­ verfassung und Gesundheit. Tanz neben Lied und Marsch eine der drei grundlegenden ­musikalischen Formen. Volksmusik wird allgemein ­meilentief unterschätzt und hat so manchen Komponisten und Musiker doch mehr interessiert und inspiriert als die Entwicklung der europäischen Kunstmusik über Jahrhunderte. Natur was war und was bleibt.

Welche weiteren Schwerpunkte gibt es im Konzertprogramm der neuen Spielzeit? Das Jahr 2020 ist das große Beethoven-­ Jahr. Überall auf der Welt wird der 250. Geburtstag dieses Jahrhundert-­ Komponisten gefeiert, und wir sind natürlich mit dabei. Beethoven zu spielen, ist für ein Orchester aus vielen Gründen wichtig – wir werden in unserem Chorkonzert die 9. Sin­ fonie gemeinsam mit dem Chor der Stadt Wiesbaden und dem Chor des Hessischen Staatstheaters spielen, in einem Konzertprogramm mit dem »Überlebenden aus Warschau« von Arnold Schönberg. Auf diese Kombination bin ich sehr gespannt! Ich glaube, das wird für uns alle ein eindrückliches und emotional bewe­ gendes Erlebnis werden. Es ist gut, die »Freude schöner Götterfunken« nicht als alleinigen Zweck und In­halt von Beethovens letzter Sinfonie zu präsentieren, sie nicht nur als festliche Feiermusik zu spielen. Die gesamte Sinfonie sagt so viel mehr aus, sie ist zu Beginn wie ein musika­ lischer Urknall – und im Kontrast zu den Schrecken des Zweiten Welt­krieges, von denen Schönberg erzählt, kann uns die Neunte mit

ihrem Europa-Bezug auf die »Stunde Null« hinweisen, auf der nach diesem Krieg aufgebaut werden musste und aus der das politische Europa von heute hervorgegangen ist. Auch das 1. Sinfoniekonzert, wenn ich überhaupt ein einzelnes heraus­ greifen kann, wird für mich beson­ ders werden. Wir spielen ­Schuberts »Unvollendete« gemeinsam mit Bruckners 7. Sinfonie. Da trifft eine musikalische Architektur bei Bruckner auf etwas Unsagbares in Schuberts sinfonischem Fragment. Für mich ist die »Unvollendete« heilig. Dann möchte ich das Konzert mit Jörg Widmann hervorheben. Er ist einer der bedeutendsten lebenden Komponisten. Es besteht ein ganz besonderer Reiz darin, dass hier der Komponist als Dirigent selbst seine eigenen Werke – und Werke von Men­ delssohn Bartholdy – interpretiert. Das ist für uns alle außergewöhnlich – was würden wir nicht dafür geben, mit einem Komponisten wie Mozart seine eigenen Werke erarbeiten zu dürfen. Mit Jörg Widmann und seiner Schwester Carolin, der vor­ züglichen Violinistin, wird das nun möglich – mit dem Komponisten selbst in sein Werk zu blicken. Dann kommt ein international gefragter Kontrabassist zu uns: Ödön Rácz. Der Ungar ist Solo-Kontrabassist der Wiener Philharmoniker – und als Solist ein wahrer Botschafter für sein außergewöhnliches Instrument.

Ödön Rácz


Konzert

Club classique Lounge mit Musikern des Hessischen ­Staats­orchesters ⊲ Siehe S. 159

Auch das letzte Konzert der Saison wird groß: Es ist der Abschluss des Jugendstiljahres in Wiesbaden und der Höhepunkt des Kompositions­ wettbewerbs. Hier werden die Preise übergeben, hier erklingen alle drei Siegerkompositionen noch einmal, und hier wählt das Wiesbadener Pub­ likum seinen persönlichen Sieger. Dann spielen wir Mahlers monumen­ tale 6. Sinfonie – ohne viele Worte zu verlieren: Das wird sicher großartig! Vor allem im Jungen Konzert werden neue Konzertformen erprobt. Was erwartet das junge Publikum z. B. in den Lounge-Konzerten des »Club classique«? Wir suchen nach neuen Mitteln und Wegen, unser Orchester vorzustellen, Musik noch einmal in neuem Rahmen zu präsentieren und damit auch ein anderes Publikum zu erreichen. Für mich ist es reizvoll, einmal einen anderen Ort wie die Wartburg, die nun gänzlich als Jugendspielstätte etab­ liert werden soll, zu bespielen. Das Hessische Staatsorchester ist das Orchester des Landes und der Stadt Wiesbaden – da kann es nicht nur im Kurhaus oder im Graben des Großen Hauses spielen (auch wenn uns die Abonnementkonzerte im Kurhaus sehr, sehr wichtig sind), sondern es muss auch an andere Orte gehen und Neues ausprobieren. Nur so finden wir alternative Varianten heraus, wie man Musik erlebbar machen kann. Damit knüpfen wir auch an das Spiel­zeit-Motto »Erleben« an. In den Lounge-Konzerten mit dem Titel »Club classique« ist man nah dran an den Musikern, kann sich kennenlernen, von beiden Seiten aus – Publikum und Musiker – über den Tellerrand

hinausschauen. Das ist ein Experi­ mentierfeld, in dem wir neue Erfah­ rungen machen können. Wir wollen ein Publikum erreichen, dass wir mit den Kammerkonzerten im Foyer nicht unbedingt ansprechen. In der Wartburg brechen wir die klassische Konzertsituation auf. Musikalisch suchen wir den Crossover zwischen Klassik und anderen Genres, sei es Elektro, Weltmusik oder Chanson … Ganz einfach: Musik im neuen Kontext. Protagonisten des Orchesters dem Publikum näher vorzustellen ist seit zwei Jahren Leitfaden Ihrer Arbeit – so konnte man sie beispielsweise als Solisten in den Sinfoniekonzerten erleben. Wen lernen wir 2019.2020 besser kennen? Diese Spielzeit stellen wir unseren Solo-Trompeter Tobias Vorreiter als Solist vor. Für mich ist es wichtig, dass das Publikum das Orchester nicht nur als Masse erlebt (in der Klangmasse ist das natürlich auch großartig), sondern die Einzelleis­ tungen im Orchester wahrnehmen kann. Mit Tobias Vorreiter haben wir einen tollen Trompeter, einen Vollblutmusiker. Er hat sich zwei Doppelkonzerte für Trompete

und Klavier von André Jolivet und Dmitri Schostakowitsch ausgesucht. In diesen präsentieren sich die beiden Soloinstrumente in jeweils unterschiedlicher Gewichtung. Den Klavier-Part übernimmt der junge Pianist Leonhard Dering, der in Frankfurt lebt und der nicht nur Konzertpianist ist, sondern auch in spartenübergreifenden Pro­duktionen mit Schauspiel und anderen Künsten spannende Arbeit macht. Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen könnten, was sollte Ihrer Meinung nach auf das Orchester zu­kommen? Und werden Sie dabei sein? Ich wünsche mir das, was ich im ersten Spielzeitheft meiner Zeit als GMD schon sagte: dass die Wies­ badener stolz auf ihr Orchester und bewegt von dem sind, was wir machen. Ich wünsche mir für die Zukunft noch mehr Möglichkeiten, zu den Leuten zu kommen, mit ihnen in Dialog zu treten, draußen zu spielen, unsere Projekte in den Schulen auszubauen. Und ja, natür­ lich bin ich dabei.

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Sinfoniekonzerte Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

WIR 1 Uraufführung I Kompositionswettbewerb Franz Schubert Sinfonie Nr. 7 h-Moll »Unvollendete« Anton Bruckner Sinfonie Nr. 7 E-Dur

Bedřich Smetana Aus »Má Vlast« (Mein Vaterland): Vyšehrad, Die Moldau, Aus Böhmens Hain und Flur, Blaník Kontrabass Ödön Rácz Dirigent GMD Patrick Lange

Dirigent GMD Patrick Lange

Termin 29. Jan. 2020, 20 Uhr

Termin 25. Sep. 2019, 20 Uhr

WIR 5

WIR 2

György Ligeti »Lontano« Joseph Haydn Sinfonie Nr. 26 d-Moll »Lamentatione« Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 7 C-Dur »Leningrader« Dirigentin Shiyeon Sung Termin 23. Okt. 2019, 20 Uhr

WIR 3

Uraufführung II Kompositionswettbewerb André Jolivet Concertino für Trompete, Klavier und Streichorchester Dmitri Schostakowitsch Konzert für Trompete, Klavier und Streichorchester Nr. 1 c-Moll Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550 Trompete Tobias Vorreiter Klavier Leonhard Dering Dirigent GMD Patrick Lange Termin 20. Nov. 2019, 20 Uhr

WIR 4 Uraufführung III Kompositionswettbewerb Serge Koussevitsky Konzert für Kontrabass und Orchester Niccolò Paganini Fantasie über ein Thema aus Rossinis »Moses in Ägypten«

Jean-Marie Leclair »Air des démons« Georg Philipp Telemann »Wassermusik« Pietro Antonio Locatelli Konzert für Violine und Orchester D-Dur Georg Friedrich Händel Concerto grosso G-Dur Jean-Marie Leclair Konzert für Violine und Orchester g-Moll Carl Philipp Emanuel Bach Sinfonie Es-Dur Wq 179 Leitung und Violine Chouchane Siranossian

Slávka Zámečníková Sopran, Nadine Weissmann Alt, Christian Elsner Tenor, Thomas de Vries Bariton Chor der Stadt Wiesbaden (Einstudierung Christoph Stiller), Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (Einstudierung Albert Horne) Dirigent GMD Patrick Lange Termin 3. Jun. 2020, 20 Uhr

WIR 8 Franz Schmidt Intermezzo aus der Oper »Notre Dame« Uraufführung I, II und III des Kompositionswettbewerbs Gustav Mahler Sinfonie Nr. 6 a-Moll Vergabe des Publikumspreises und Verleihung des Kompositionspreises der Stadt Wiesbaden für zeitgenössische Musik Dirigent GMD Patrick Lange

Termin 19. Feb. 2020, 20 Uhr

Termin 1. Jul. 2020, 20 Uhr

WIR 6

Die Sinfoniekonzerte finden im ­Friedrich-von-Thiersch-Saal des ­Kurhauses Wiesbaden statt.

Felix Mendelssohn Bartholdy »Die Hebriden« Ouvertüre Jörg Widmann Violinkonzert Nr. 2 Jörg Widmann »Con brio« Felix Mendelssohn Bartholdy Sinfonie Nr. 1 c-Moll Violine Carolin Widmann Dirigent Jörg Widmann Termin 13. Mai 2020, 20 Uhr

WIR 7

Arnold Schönberg »Ein Über­ lebender aus Warschau« für einen Sprecher, Männerchor und Orchester Sprecher Uwe Kraus Beethoven Sinfonie Nr. 9 d-Moll

WIR FEIERN Neujahrskonzert

Dirigent GMD Patrick Lange Termin 1. Jan. 2020, Großes Haus

Extras

Konzert­einführungen Vor allen Sinfoniekonzerten findet eine Stunde vor Beginn eine Konzertein­ führung im Friedrich-von-Thiersch-Saal statt.

Junges Konzert ⊲ Siehe S. 158/9 www.facebook.com/ hessisches.staatsorchester


MAHLER, STRAUSS &   DU

Konzert

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Kompositions we t t b ewe r b

GEWINNEN SIE MIT IHRER KOMPOSITION! Zum »Jugendstiljahr Wiesbaden« schreiben das Hessische Staatsorchester Wiesbaden und die Landeshauptstadt Wiesbaden erstmals einen Kompositionswettbewerb für zeitgenössische Musik aus. Er richtet sich an Komponistinnen und Komponis­ ten aus Wiesbaden und der Rhein­Main­Region. Bewerbunsfrist: 1. Juli 2019. Alle Infos unter:

Foto: Markus Bollen


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Das Violinkonzert ist eine »heilige« Gattung. Auch eine Gattung, der man Persön­lichstes anvertraut. Zumal dieses Violinkonzert meiner Schwester gewidmet ist. Das Gesangs­instrument Violine als Träger unter­schiedlichster menschlicher Emotionen. Jörg Widmann

Carolin Widmann

KURZPORTRÄT

Jörg Widmann Die Klarinette steht ebenbürtig neben der Kom­ position in Jörg Widmanns außergewöhnlichem künstlerischen Schaffen. Liegt es daran, dass Widmann aktiver Musiker ist, dass er auch in seinen Kompositionen die Fähigkeit an den Tag legt, intimste und an den einzelnen menschli­ chen Körper rückgebundene Klänge zu erdenken? Seine Werke erstrecken sich über eine große Bandbreite von kleiner bis großer Besetzung, und an diesem Ende der Skala kreiert Widmann durchaus überwältigende und komplexe, aus vielen Klangquellen zusammengeschichtete Ereignisse. Der 1970 in München geborene Kom­ ponist feierte jüngst mit seiner groß besetzten Oper »Babylon« (2012/2018) die Uraufführung der überarbeiteten Fassung für Berlin. 2018 ist hin­ gegen mit dem 2. Violinkonzert eine Arbeit ent­standen, in der die zarte und unmittelbare Seite seiner Tonerfindungen am nachhaltigsten in Erinnerung bleibt. Er hat das Konzert seiner Schwester gewidmet, der herausragenden ­Vio­linistin Carolin Widmann, und ihm mit dieser Geste einen persönlichen Kern gegeben. Carolin Widmann spielt im 2. Violinkonzert ihre Geige wie ein »Gesangsinstrument« – so nennt

SINFONIE­ KONZERT

WIR 6 Felix Mendelssohn Bartholdy »Die Hebriden« Ouvertüre Jörg Widmann Violin­konzert Nr. 2 Jörg Widmann »Con brio« Felix Mendelssohn Bartholdy Sinfonie Nr. 1 c-Moll Violine Carolin Widmann Dirigent Jörg Widmann Termin 13. Mai 2020

auch Jörg Widmann das Instrument in seinem Beiwort zur Komposition – und fügt den Schwin­ gungen der Saiten die Klänge ihres eigenen Atems, ihres eigenen singenden Körpers hinzu. Wie sie im 1. Satz des Konzerts »Una ricerca« stark und verletzlich zugleich ihr Instrument zur Verlängerung ihrer eigenen Stimme macht, das sind außergewöhnliche und tief berüh­ rende Konzert-Momente. Das heißt nicht, dass Jörg Widmann nicht auch eruptive und energetische Elemente findet – so werden die Tonfiguren des 1. Satzes im letzten Satz »Mobile« »in eine unablässige Hochgeschwindigkeits­ bewegung hineinkatapultiert«. In ausgewählten Konzerten kommt neben der Klarinette und der Komposition auch der Dirigent Jörg Widmann zu dieser Mehrfach­ begabung hinzu. Im Sinfoniekonzert mit dem Hessischen Staatsorchester fügen sich zwei Facetten von Jörg Widmann – Komponist und Dirigent – mit der Solistin Carolin Widmann glücklich zusammen, und das Publikum kommt in den maßgeblichen Genuss, Widmann durch Widmann und Widmann interpretiert zu hören.


Konzert

Vorgestellt Shiyeon Sung Wie fühlt sich das wohl an, wenn man als erste Frau überhaupt einen der renommiertesten Dirigierwettbewerbe gewinnt? Die Südkorea­nerin Shiyeon Sung kann diese Frage beantworten. Auf den 1. Platz beim Sir Georg Solti Wett­ bewerb in Frankfurt am Main folgte 2007 – nur ein Jahr später – auch noch der Gustav Mahler ­Wettbewerb in Bamberg. Dieses Sprungbrett katapultierte sie nach Boston, wo sie – wie­ derum als erste Frau – die Stelle als Assistentin von James Levine beim Boston Symphony Orchestra, das zu den ›Big Five‹ der US-amerika­ nischen Orchester zählt, übernahm. Parallel zu ihrer Assistenz beim Boston Symphony Orchestra begann ihre Zusammenarbeit mit dem Seoul Philharmonic Orchestra, das eigens für sie eine Stelle als Associate Conductor einrichtete. Von 2014 bis 2017 war sie Chefdiri­ gentin des Gyeonggi Philharmonic Orchestra in Südkorea, mit dem sie zahlreiche Tourneen unternahm. 1975 in Südkorea geboren, studierte Shiyeon Sung zunächst Klavier in Zürich und Berlin. Das Dirigierhandwerk erlernte sie bei Rolf Reuter an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin. Im Anschluss daran setzte sie ihre Studien bei Jorma Panula in Stockholm fort. Inzwischen hat sie mit Sinfonieorchestern aus Frankreich, Schweden, den USA, Japan, Deutschland und den Niederlanden zusam­ mengearbeitet. Auf die Frage, wie es sei, als Frau am Dirigentenpult zu stehen, erklärte sie in einem Interview mit der Berliner Zeitung: »Ich betrete das Podium mit der Haltung: Ich bin eine Musikerin, ich will mit euch musizieren.« Nicht mehr, aber auch kein bisschen weniger.

TEXTE LARA FISCHER

Chouchane Siranossian Nicht nur musikalisch geht es bei Chouchane Siranossian hoch hinaus. Über ein Dutzend der Viertausender, so liest man, habe sie bereits bezwungen. Immer mit im Gepäck: N ­ otenpapier. Auf dem Gipfel angekommen, notiert sie vor der endlosen Bergkulisse ihre Ideen. Doch auch in ihrem künstlerischen Schaffen breitet sich ein weit gespanntes Panorama aus, das einen Bogen zwischen historisch informierter Aufführungs­ praxis und zeitgenössischer Musik schlägt. Die 1984 im französischen Lyon geborene Chouchane Siranossian begann schon früh ihr Musikstudium. Sie studierte Violine in Frank­ reich, Italien und der Schweiz: in Romans, Sions, Fiesole, Lyon und Zürich. Doch dabei beließ sie es nicht. Neben ihrer Anstellung als Konzert­ meisterin im Sinfonieorchester St. Gallen nahm sie ein Studium der historischen Aufführungs­ praxis bei Reinhard Goebel am Mozarteum Salz­burg auf. Ihre enorme musikalische Bandbreite zeigt sich einerseits in ihrer Zusammenarbeit mit zentralen Persönlichkeiten der historischen Aufführungspraxis wie Goebel, Jos van Immer­ seel, Philippe H ­ erreweghe und René Jacobs, andererseits aber auch in ihren Kollaborationen mit namhaften Komponisten der zeitgenös­ sischen Musik. Die armenisch-französische ›Universalmusikerin‹ Chouchane Siranossian schafft als Solistin und Kammermusikerin meisterhaft den Brückenschlag zwischen Barockmusik und Neuer Musik und eröffnet dabei neue interpretatorische Dimensionen.

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250 JAHRE BEETHOVEN

Der Chor der Stadt ­Wiesbaden Der Chor der Stadt ­Wiesbaden ist der Konzertchor der Landes­ hauptstadt und blickt auf eine über ­160-jährige Geschichte zurück. 1847 als »Gesang-Verein« von Carl Bogler gegründet, wurde er 1854 in »Cäcilien-­ Verein« umbenannt, bevor er 1938 s­ chließlich seinen jetzi­gen Namen erhielt. Regelmäßig wirkt der Chor der Stadt Wies­baden bei den Sinfo­niekonzerten des Hessischen Staatstheaters unter der Leitung des General­ musikdirektors mit, so etwa bei Händels »­Messias«, beim »Te Deum« von Bruckner, beim Verdi-­ Requiem oder zuletzt bei Felix Mendelssohn Bartholdys »­Lobgesang«. Im Beet­hoven­­jahr 2020 singt er die 9. Sinfonie im Konzert »WIR 7« mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden. Geleitet wird der Chor von Christoph Stiller.

Sängerinnen und Sänger, die Interesse am gemeinsamen Singen auf anspruchsvollem Niveau haben, sind herzlich zu einer unver­bindlichen Chor­ probe eingeladen. Kontakt & Informationen Carmen Böhm | Tel. 0163 465 26 14 kontakt@chor-der-stadt-wiesbaden.de www.chor-der-stadt-wiesbaden.de

Unerhört und visionär TEXT LARA FISCHER

Zu Beethoven fällt vermutlich jedem etwas ein, sei es das Anfangsthema der 5. Sinfonie – bei dem laut Beethoven »das Schicksal an die Pforte« pocht –, seine immer weiter voranschreitende Taubheit oder der berauschende Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude« in der 9. Sinfonie. Dabei fällt Beethovens sinfonischer Katalog – zumindest zahlenmäßig – vergleichsweise übersichtlich aus. Schafft es Haydn mit über 100 Sinfo­ nien an die Spitze, komponierte ­Beethoven lediglich neun. Doch was er da schuf, waren – stärker als zuvor – individuelle Werke mit erhöh­tem Anspruch. Beethoven prägt bis heute unsere Vorstellung vom künstle­rischen Genie. Er schuf musikalische Schlüsselwerke, die einen enormen Einfluss auf nachfolgende Kompo­ nistengenerationen hatten: Während Robert Schumann und Felix Mendels­ sohn Bartholdy an seine Sinfonie­ konzeptionen anknüpften, empfand Johannes Brahms das Erbe Beethovens jedoch als belastend: »Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Mute ist, wenn er immer einen Riesen hinter sich marschieren hört.« Beethovens Kompositionen waren visionär und begründeten neue Tradi­ tionen – so etwa seine 9. Sinfonie: Erste Skizzen zu diesem Werk finden sich bereits 1815. Doch aufgrund anderer musikalischer Projekte sowie finanzieller Notlagen, Krankheiten und Depressionen blieben greifbare

Fortschritte zunächst aus. Erst Anfang 1823 widmete B ­ eethoven sich wieder verstärkt der Komposition dieses Wer­kes. Mit der damals buchstäblich ›unerhörten‹ Integration des Chors in die bis dato rein instrumentale Gattung der Sinfonie sprengte er Gattungsgrenzen. War Schillers Text jedoch zunächst als Gesellschaftsund Trinklied gedacht, bildet die »Ode an die Freude« bei Beethoven einer­ seits den musikalischen Höhepunkt der Sinfonie, ist zugleich aber auch Ausdruck höchster Humanität – eine Lesart der »Ode«, auf die letztlich auch deren Verwendung als Europa­ hymne gründet.

2020 feiert die Welt Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag – und das Hessische Staatstheater ­Wiesbaden feiert mit! SINFONIEKONZERT

WIR 7 Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 9 Termin 3. Jun. 2020 JUGENDKONZERT

BEETHOVEN PASTORAL PROJECT 8+ Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 6 »Pastorale« Termin 28. Mai 2020


Konzert

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Fit für die Zukunft Die Nachwuchsförderung liegt dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden besonders am Herzen.

KONTAKT

Orchesterakademie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden am Staatstheater Wiesbaden e. V. Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden Geschäftsstelle | Tel. 0611.132 256 info @ orchesterakademie-wiesbaden.de www.orchesterakademie-wiesbaden.de

Dieses Anliegen verfolgt die 2010 gegründete Orchesterakademie, die sich die konse­quente Förderung junger Musikerinnen und Musiker zu hoch­ qualifizierten Orchestermusikerinnen und -musikern zum Ziel gesetzt hat. Um sich in einem Probespiel gegen die Konkurrenz durchzusetzen und den gesteigerten Qualitätsansprüchen der Orchester gerecht zu w ­ erden, sind heute Praxiserfahrung und weitergehende F ­ ähigkeiten gefragter als je zuvor. Diese werden in der Orchesterakademie ver­mittelt: Die Akademisten werden durch qualifizierten Einzelunter­richt gezielt auf das Probespiel und das Berufsleben vorbereitet. Durch die zusätzliche praktische Arbeit im Orchesteralltag erhalten sie wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise eines Orchesters. Derzeit werden neun junge Musikerinnen und ­Musiker in die Orchesterakademie aufgenommen. Sie können die Arbeit der Akademie durch Ihre Mitgliedschaft unter­ stützen! Ein Mitgliedsantrag steht auf unserer Homepage zum Herunter­ laden zur Verfügung.

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Wir & Sie Der Förderverein unterstützt das Hessische Staatsorchester Wiesbaden. Werden Sie Mitglied des Fördervereins und ermöglichen Sie: › die Verpflichtung prominenter Solistinnen und Solisten sowie Dirigentinnen und Dirigenten. › Kinder, Jugend­ und Familienkonzerte, um bereits eine junge Zielgruppe früh für das gemein­ same Live­Klangerlebnis zu begeistern und das Interesse am aktiven Musizieren zu wecken. › jungen Musikerinnen und Musikern ein Stipendium in der Orchesterakademie. › die Anschaffung neuer Instrumente. Sprechen Sie uns an: Förderverein Hessisches Staatsorchester Wiesbaden e. V. | Am Melonenberg 12, 65187 Wiesbaden T 0611.580 882 36 | FVOrchesterWI@gmx.de | www.foerderverein-staatsorchester-wiesbaden.de


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Kammerkonzerte Liebe Freunde der Kammermusik, die neue Saison beginnt die Kammermusik­ vereinigung mit einem Festkonzert. Breitkopf & Härtel, der älteste Musikverlag der Welt und seit 1945 in Wiesbaden beheimatet, feiert 2019 seinen 300. Geburtstag. Wir schließen uns den Glückwünschen mit einem Programm durch zwei Jahrhunderte von Beethoven bis Sibelius an. Für die acht Kammerkonzerte haben sich die Musiker des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden wieder zu verschiedenen Ensembles zusammengefunden: Die Streicher vom intimen Streichtrio bis zum groß besetzten Kammer­ orchester, die Bläser in Kombinationen mit Klavier oder Streichern. Gespielt werden Werke von berühmten Kammer­musik-­Komponisten wie Mozart, Beethoven und Schubert, aber auch Raritäten von Wenzel Stich oder Emilie Mayer. Im Weihnachtskonzert hören Sie die aparte Besetzung mit Flöten und Harfe, dazu märchen­ hafte Weihnachtsgeschichten gelesen von Uwe Kraus, im Neujahrskonzert nehmen wir Sie mit auf eine Reise »Vom Rhein zur Donau«. Das Känguru Filu lädt unsere kleinen Zuhörer zu Märchen der Brüder Grimm und Hans Christian Andersen mit musikalischer Begleitung ein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im stimmungs­ vollen Foyer! Jens Hentschel, Judith Oberndorfer, Thomas Richter Organisatoren der Kammerkonzerte

1. Kammerkonzert Festkonzert 300 Jahre Breitkopf & Härtel Wiesbaden Johann Nepomuk Hummel Septett C-Dur (»Militärseptett«) für Klavier, Flöte, Klarinette, Trompete, Violine, Violoncello und Kontrabass Ludwig van Beethoven Irische Volkslieder für Bariton und Klaviertrio Felix Mendelssohn Bartholdy Konzertstück Nr. 1 f-Moll für Klarinette, Bassetthorn und Klavier Franz Schubert Notturno Es-Dur für Klaviertrio Robert Schumann Klavierquartett Es-Dur Jean Sibelius »Valse triste« aus dem Drama »Kuolema« für Kammerensemble Mit Benjamin Russell Bariton, Karl-Heinz Schultz und Sebastian Max Violine, Sabine Schultz Viola, Tobias Galler Violoncello, Nicolá von Goetze Kontrabass, Thomas Richter Flöte, Tomas Eckardt Klarinette, Bernhard Hens Bassetthorn, Martin Schneider Trompete, Erika le Roux Klavier Termin 1. Sep. 2019

2. Kammerkonzert Wenzel Stich gen. Giovanni Punto Quartett Nr. 1 für Horn, Violine, Viola und Violoncello Wolfgang Amadeus Mozart Quintett Es-Dur für Horn, Violine, zwei Violen und Violoncello Robert August Kahn Serenade in f-Moll für Horn, Violine und Klavier Johannes Brahms Trio Es-Dur für Horn, Violine und Klavier Mit Jonas Finke Horn, Uta Lorenz Violine, Nina Torborg-Hunck und Kristof Windolf Viola, Tobias Galler Violoncello, Erika le Roux Klavier Termin 29. Sep. 2019


Konzert

3. Kammerkonzert

7. Kammerkonzert

Luigi Boccherini Streichtrios op. 14 und op. 47 Franz Schubert Streichtrio B-Dur D 581 Heitor Villa-Lobos Streichtrio

Johann Sebastian Bach Contrapunctus 1 und Choral aus »Die Kunst der Fuge« Olli Mustonen (*1967) Quartett für Oboe, Violine, Viola und Klavier August Klughardt »Schilflieder« für Oboe, Viola und Klavier Benjamin Britten »Phantasy Quartet« für Oboe, Violine, Viola und Violoncello

Mit Alexander Bartha Violine, Thomas Hoffman Viola, Johann Ludwig Violoncello Termin 20. Okt. 2019

4. Kammerkonzert

»CrossOver« Überraschungen mit der Tuba Mit Roland Vanecek Tuba und Akademisten des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Termin 24. Nov. 2019

5. Kammerkonzert Wolfgang Amadeus Mozart Quintett Es-Dur für Klavier und Bläser Alexandre Tansman Suite pour Trio d’anches Ludwig van Beethoven Quintett Es-Dur für Klavier und Bläser Mit André van Daalen Oboe, Dörte Sehrer Klarinette, Oskar Münchgesang Fagott, Jonas Finke Horn, Mariam Saakowa Klavier Termin 9. Feb. 2020

6. Kammerkonzert Emilie Mayer Streichquartett g-Moll Paul Ben-Haim Streichquartett Nr. 1 op. 21 Joel Hoffman (*1953) »Another time« Streichquartett Nr. 6 (2012) Hans Rott Streichquartett c-Moll Mit Lilienquartett: Svantje Wolf und Nicole Windolf Violine, Kristof Windolf Viola, Susanne Tscherbner Violoncello Termin 8. Mär. 2020

Mit André van Daalen Oboe, Judith Oberndorfer Violine, Tilman Lauterbach Viola, Ruodi Li Violoncello, Mariam Saakova Klavier Termin 5. Apr. 2020

8. Kammerkonzert »The Vivaldi Project«

Aus »L’estro armonico« (Die harmonische Eingebung) Concerto grosso Nr. 1 mit 4 Violinen solo Concerto grosso Nr. 2 mit 2 Violinen und Violoncello solo Concerto grosso Nr. 6 mit Violine solo Concerto grosso Nr. 10 mit 4 Violinen und Violoncello solo Concerto grosso RV 531 mit 2 Violoncelli solo Concerto L’estate »Der Sommer« Mit Daniel Geiß Leitung, Alexander Bartha, Svantje Wolf, Igor Mishurisman, Anna Balzer-Tarnawska 1. Violine | Uta Lorenz, Judith Oberndorfer, Anne-Catherine Eibel, Amelie Huang 2. Violine | Tilman Lauterbach, Nina Torborg-Hunck Viola, Johann Ludwig, Tobias Galler Violoncello | Jochen Steinmetz Kontrabass, Julia Okruashvili Cembalo Termin 7. Jun. 2020

Kammer­konzerte für Kinder ⊲ Siehe S. 158

Weihnachts-­ Kammerkonzert »Flöten- und Harfenklang« Franz Liszt »Die Hirten an der Krippe«, »Schlummerlied«, »Altes provenzalisches Weihnachtslied« aus der »Weihnachtsbaum-Suite« Peter Tschaikowski »Tanz der Rohrpfeifen«, »Tanz der Zuckerfee« aus der »Nussknacker-Suite« Joseph Jongen Zwei Paraphrasen über wallonische Weihnachtslieder Wolfgang Amadeus Mozart Adagio KV 617a, Adagio KV 484a, Zwölf Variationen über »Ah, vous dirai-je maman« KV 265 für 4 Flöten und Harfe (Transkription: Paul Engel) Uwe Kraus liest märchenhafte Geschichten zur Weihnachtszeit Mit Mátyás Bicsák, Cornelia Thorspecken, Jessica Jiang, Thomas Richter Flöte, Bea Anton Harfe Termine 8., 14. & 15. Dez. 2019

NeujahrsKammerkonzert »Vom Rhein zur Donau« Märsche, Walzer, Polkas, Csárdás und Arien von Béla Kéler, Julius Fučík, Franz Lehár, Josef und Johann Strauss Mit Annette Luig Sopran, ­ Salon­ensemble des Hessischen Staats­orchesters Wiesbaden, Erika le Roux Klavier Termine 12., 19. & 26. Jan. 2020

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PREMIEREN 122

DER NUSSKNACKER

Ballett von Tim Plegge mit Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

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LE SACRE DU PRINTEMPS

Zweiteiliger Ballettabend von Edward Clug und Bryan Arias

ROOTS

Zweiteiliger Ballettabend von Eyal Dadon und Martin Harriague

BALLETT

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Ballett

INTERVIEW

ZWISCHEN DEN TRADITIONEN

Ballettdirektor und Chefchoreograf Tim Plegge über die Chancen eines jungen Ensembles, die Traditionen und das Bedürfnis, in die Zukunft zu blicken INTERVIEW LISANNE WIEGAND FOTOS SVEN-HELGE CZICHY

Als das Hessische Staatsballett vor fünf Jahren gegründet wurde, war das eindeutig ein Neuanfang. Es gab sowohl eine Wiesbadener als auch eine Darmstädter Tanztradition, die man plötzlich mitdenken musste. Wie hat sich das Hessische Staatsballett seitdem entwickelt? Natürlich blicken wir nicht im Entferntesten auf eine so lange oder illustre Geschichte zurück wie manch anderes Tanzensemble – umso wichtiger war es uns aber, dass wir relativ schnell unsere eigenen kleinen und großen Traditionen an unseren beiden Wirkungs­ stätten schaffen. Das manifestiert sich zum einen in unserem Spielplan mit dem jährlichen Handlungsballett, das von mehrteiligen Ballett­ abenden mit Beiträgen von großen Namen und unbekannteren Newcomern flankiert wird, andererseits natürlich auch in unseren Gast­ spiel- und Residenzprogrammen, mit denen wir Publikum und Künstler*innen gleichermaßen die Möglichkeit geben wollen, neue Impulse zu erfahren. Und dann ist da auch noch unser Vermittlungsprogramm mit den kleineren Pro­ jekten von offenen Trainings über Workshops bis zu unseren großen Partizipationsprojekten, in denen wir einen Teil unseres Publikums näher kennenlernen dürfen und Einblicke in unsere Arbeit ermöglichen. Trotzdem sind die von uns geschaffenen Traditionen und Gewohnheiten natürlich nicht das Einzige, was uns beim Hessischen Staatsballett umtreibt – schließlich arbeiten wir ja nicht im luftleeren Raum.

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WIR MÖCHTEN IN DEN RAUSCH DER BEWEGUNG ENTFÜHREN. Das ist ein spannender Punkt. Woher nimmst du – als Choreograf und Ballettdirektor gleichermaßen – die Inspiration, die Impulse für deine Kreationen wie auch für das gesamte Programm des Hessischen Staatsballetts? Ich halte es da ein bisschen wie das bekannte Sprichwort: »Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wohin er geht«. Denn egal wie sehr man bestimmte Traditionen hinter sich lassen will, man kann sie doch nicht vollständig ablegen und so tun, als wären sie nie dagewesen. Gerade bei der Planung der nun vor uns liegenden Spielzeit 2019.2020 hat doch die Auseinan­ dersetzung mit Traditionen, mit einem gewissen Kanon der Tanz- und damit auch Theatergeschichte eine entscheidende Rolle gespielt. Und was bedeutet das ganz konkret? Wir werden unsere Spielzeit tatsächlich mit dem »Nussknacker« eröffnen – einem Stück, das für manche so sehr zu Weihnachten und zum klassischen Ballett gehört, wie das Lametta an den Tannenbaum. Allein dieser Ausgangs­ punkt schreit geradezu danach, dass ich mich in meiner Kreationsphase des Stücks nicht nur mit der Handlung und der Botschaft dieses Abends beschäftige, sondern eben auch mit all den Feinheiten, Nuancen und Zwischentönen der Rezeptionsgeschichte. Je bekannter ein Stück ist und je mehr Erwartungen das Publikum hat, desto heikler sind ja Lesarten – da kann es schnell ziemlich viele enttäuschte Erwartungen geben. Gleichzeitig bietet gerade das uns natürlich einen großen Spielraum mit all den Möglichkeiten, die sich uns da eröffnen.

Erwartungshaltungen, Nuancen bei der Rezeption – das klingt auch sehr passend für den zweiten Ballettabend der Spielzeit, oder? Auf jeden Fall. Die Uraufführung von ­Strawinskys »Le sacre du printemps« mit der Choreografie von Vaslav Nijinsky hat ja die Gemüter gespalten – die allermeisten waren aber sehr aufgebracht von diesem den Konven­ tionen der Zeit nach skandalösen Abend. Es wurde dann natürlich in den vergangenen über hundert Jahren unglaublich oft neu choreogra­ fiert und bearbeitet, vieles hat später noch zu Skandalen geführt wie etwa die Version von John Neumeier, in der das große Opfersolo schließlich von einer nackten Tänzerin getanzt wurde. Wir werden mit unserem zweiteiligen Abend unter dem Titel »Le sacre du printemps« eine Auseinandersetzung mit dem Stück, der Musik und der Rezeptionsgeschichte fördern. Edward Clugs Version des Stücks wurde 2012 uraufgeführt und geht zurück auf eine sehr ursprüngliche Betrachtung der Musik und der Thematik als eine Art brachiale Urgewalt. Dagegen haben wir dem puerto-ricanischen Choreografen Bryan Arias die Aufgabe gegeben, für unser Ensemble eine Choreografie zu schaffen, die zwar als Ausgangspunkt mit »Sacre« arbeitet, aber zum Beispiel nicht diese so bekannte und titelgebende Musik benutzt. Bei all der Auseinandersetzung mit den Traditionen, ist es da nicht schwierig, nicht in der Vergangenheit verhaftet und damit stehen zu bleiben? Und gerade deshalb bilden den zweiten Teil der Spielzeit Abende, die sich eher mit der Zukunft


Ballett

als mit der Gegenwart oder gar Vergangenheit des Tanzes beschäftigen. Zunächst werde ich mit »Rotzfrech« erneut ganz speziell für ein jüngeres Publikum ab 6 Jahren choreografieren. In unserer Reihe »Ballett für junges Publikum« haben wir ja seit dem Beginn des Hessischen Staatsballetts immer wieder Pro­ duktionen im Spielplan, die sich an Kinder und Jugendliche richten – schließlich sind diese Menschen nicht nur das Publikum »von morgen«, wie man ja häufig sagt, sondern auch schon das Publikum von heute, das sich selbst in den Stücken wiederfinden und erste Schritte in der Erfahrung von Tanz auf der Bühne machen möchte. Dann laden wir erneut zwei Choreo­ grafen einer jüngeren Generation ein, speziell für unsere Tänzerinnen und Tänzer zu kreieren, und sind gespannt auf das nächste Frühjahr, wenn Eyal Dadon und Martin Harriague den diesjährigen Doppelabend im Kleinen Haus gestalten werden. Ganz in die Zukunft sehen wir schließlich in dem – leider nur in Darmstadt zu sehenden – Abend »Startbahn 2020«. Dieser Abend macht wieder die Bühne frei für unser Ensemble, das sich nach dem Erfolg von »Startbahn 2017« einmal mehr als Choreografinnen und Choreografen ausprobieren kann. Was wünschst du dir von der vor uns liegenden Spielzeit? Dass wir den Spagat zwischen Tradition und ständiger Neuerfindung, zwischen Erprobung des Alten und dem Experimentieren mit Neuem bewältigen. Und natürlich, dass wir das Publikum auf die Reise zwischen Alt und Neu mitnehmen dürfen, dass wir inspiriert werden zu Diskussionen und Gesprächen, dass wir Gedanken anregen und dabei gleichzeitig auch immer wieder das schaffen, was Tanz auch ausmacht: Dass wir uns und unser Publikum gleichermaßen in den Rausch der Bewegung entführen.

WER NICHT WEISS, WOHER ER KOMMT, WEISS AUCH NICHT, WOHIN ER GEHT.

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122 PREMIERE

LE SACRE DU PRINTEMPS PREMIERE

DER NUSSKNACKER Ballett von Tim Plegge mit Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky Mit einer Neufassung des Ballettklassikers »Der Nussknacker« eröffnet Tim Plegge die Saison des Hessischen Staatsballetts. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Marie, die am Weihnachtsabend einen Nussknacker unter den Geschenken entdeckt, der sie mit auf Reisen nimmt durch Hoffnungen, Wünsche und Träume, in denen Alltag und Projektion verschwimmen und bisweilen bizarre und surreale Formen annehmen. Dort wird Marie in einen Kampf zwischen Spielsachen und dem Mäusekönig hineingezogen, besteht gemeinsam mit dem Nussknacker Abenteuer und reist mit ihm in sein Land, wo die beiden nicht nur die Zuckerfee erwartet. Aber vor allem findet Marie in der Traumwelt das, was sie im realen Leben am meisten glaubt zu vermissen. Die Vorlage zum Stück stammt von E. T. A. Hoffmann, die in der Version von Alexandre Dumas von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky vertont und eines der populärsten Ballette überhaupt wurde. In Tim Plegges Neufassung von »Der Nussknacker«, in der märchenhafte Elemente und blanker Familienalltag ineinander verschwimmen, haben auch die dunklen und skurrilen Seiten der Geschichte ihren Platz. Genau da liegen für Marie die Nüsse verborgen, die sie auf ihrem Weg zu knacken hat. Choreografie Tim Plegge Bühne Frank Philipp Schlößmann Kostüme Judith Adam Licht Tanja Rühl Dramaturgie Karin Dietrich

Zweiteiliger Ballettabend von Bryan Arias und Edward Clug Igor Strawinskys »Le sacre du printemps« ist als Skandalstück in die (Tanz-)Geschichte eingegangen. Die Uraufführung in einer choreografischen Version von Vaslav Nijinsky mit dem Ballet Russes in Paris wurde von tumult­ artigen Protesten, Pfiffen und Buhrufen quittiert. Es folgten weitere getanzte Versionen dieser Musik durch das gesamte 20. Jahrhundert hindurch – so etwa von Mary Wigman, Pina Bausch, Sasha Waltz und John Neumeier, in dessen Version aus dem Jahr 1972 das letzte Solo von einer nackten Tänzerin getanzt wurde. Der Doppelabend »Le sacre du printemps« stellt nun in der Spielzeit 2019.2020 die Frage, was das Frühlingsopfer für uns heute bedeuten kann. Edward Clugs 2012 in Maribor uraufgeführte Choreografie lässt die ursprüngliche Thematik der Musik – das heidnische Ritual, das ein Mitglied der Gemeinschaft nicht überleben wird – gewissermaßen über aller zeitlichen Verortung schweben: Zwischen der brachialen Wucht einer natürlichen Urgewalt und einer beinahe hypnotischen Hingabe an die Musik entspannt sich Clugs Version und verschleiert dabei weder die archaische Energie der Vorlagen noch die vielschichten Traditionen und die Rezeptionsgeschichte dieses Stoffes. Eigens für das Hessische Staatsballett wird der aus Puerto Rico stammende Bryan Arias mit »29 May 1913«, dessen Titel auf das Uraufführungsdatum des Werkes anspielt, ein neues Stück auf Basis des Frühlingsopfers kreieren. Als Fortführung wird er grundlegende Motive dieser europäischen Tanzgeschichte einmal mehr ins 21. Jahrhundert überführen, in der alles erlaubt ist – außer Strawinskys Musik, denn die wird an diesem Abend nur zu Edward Clugs Choreografie erklingen. Le sacre du printemps Choreografie Edward Clug Bühne Marko Japelj Kostüme Leo Kulaš Licht Tomaž Premzl

Musikalische Leitung NN

29 May 1913 Choreografie Bryan Arias Bühne, Projektionen Tabea Rothfuchs Kostüme Carlijn Petermeijer Licht Nick Hung

Premiere 19. Okt. 2019, Großes Haus

Premiere Staatstheater Darmstadt, 29. Feb. 2020, Großes Haus

Darmstädter Premiere Staatstheater Darmstadt, 15. Nov. 2019, Großes Haus

Wiesbadener Premiere 15. Mär. 2020, Großes Haus

Mit dem Hessischen Staatsballett und dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden / dem Staatsorchester Darmstadt


Ballett

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PREMIERE

ROOTS

104 b x 297 h + 3 mm Beschnitt. Zweiteiliger Ballettabend von Eyal Dadon und Martin Harriague Mit »Roots« knüpft das Hessische Staatsballett dort an, wo »Rough Lines« in der Spielzeit 2016.2017 angefangen hat. Erneut wird hier nämlich das Schaffen zweier Choreografen eine Bühne bekommen, deren (künstlerische) Heimat Israel ist. Nachdem in »Rough Lines« allerdings die Arbeiten zweier etablierter Choreografen zu sehen war, stellt »Roots« nun eine neue Generation von Tanz­ schaffenden in den Fokus. Sowohl der 1986 in Frankreich geborene Martin Harriague als auch Eyal Dadon, der 1989 im Süden Israels auf die Welt kam, blicken auf Tänzerkarrieren zurück, deren Wurzeln sich bei der Kibbutz Contemporary Dance Company im Norden Israels kreuzten. Eyal Dadon leitet neben seiner Arbeit als Tänzer seit 2016 unter dem Namen SOL Dance Company eine eigene Companie in seiner Heimatstadt Be’er Sheva und erfuhr gleichzeitig in den letzten Jahren internationale Beachtung für seine Choreografien – zum Beispiel in Choreografiewettbewerben in Israel, Deutschland und Bulgarien. Martin Harriague, der seit 2013 Mitglied der Kibbutz Contemporary Dance Company ist, kreierte bisher vor allem in Frankreich, Spanien und den Niederlanden und machte durch Auszeichnungen bei Wettbewerben in Hannover, Stuttgart und Kopenhagen von sich reden. Für das Hessische Staatsballett werden die beiden gänzlich neue Arbeiten vorlegen, die sie mit den Tänzerinnen und Tänzern des Ensembles entwickeln und sich auch dabei die Frage stellen werden, welchen Platz (ihre) Tradition heute auf der Bühne einnehmen kann. Premiere 05. Jun. 2020, Kleines Haus

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FOTOS DE-DA PRODUCTIONS


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DAS HESSISCHE STAATSBALLETT LÄDT EIN Gastspiele

Residenzen

Das Label »Das Hessische Staatsballett lädt ein« steht für eine Reihe außergewöhnlicher Gast­ spiele und Residenzen. Bruno Heynderickx, Kurator des Hessischen Staatsballetts, stellt alljährlich ein vielseitiges Tanzprogramm zusammen, welches internationale und natio­ nale Gäste aus der freien Szene und anderen ­Theatern nach Darmstadt und Wiesbaden ein­ lädt. In dieser Spielzeit freuen wir uns unter anderem auf die Rückkehr des Leonid Yacobson Ballett, das mit seiner Produktion »Don Quixote« an den großen Erfolg seines »Nuss­knacker«Gastspiels 2016 anknüpfen wird. Nach der vierten Ausgabe des Tanzfestivals Rhein-Main, das im November in Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt und erstmalig auch in Offenbach stattfinden wird, eröffnet das Alonzo King Lines Ballet aus San Francisco dem Wiesbadener Publikum seine Welt des neoklassischen Balletts. Darüberhinaus wird es auch ein Wieder­sehen mit alten Bekannten geben – so wird unter anderem »Dua«, die Arbeit unseres Ensemblemitglieds Taulant Shehu, die im vergangenen Jahr in der Wartburg zu sehen war, zum Hessischen Staatsballett zurück­ kehren.

Neben den Gastspielen fällt unter das Label »Das Hessische Staatsballett lädt ein« auch ein Residenzprogramm zur Förderung frei arbeitender Tanzschaffender aus der ganzen Welt. Für Choreografinnen und Choreografen, die keine eigenen Probenräume besitzen oder nicht an ein bestimmtes Haus gebunden sind, stellt die Beschaffung geeigneter Räumlich­ keiten meist eine große finanzielle und organisatorische Herausforderung dar. In den Residenzen werden sowohl aufstrebenden als auch noch unbekannten Künst­lerinnen und Künstlern für mehrere Wochen der Ballettsaal und die Strukturen des Theaters als Ort für Neukreationen zur Verfügung gestellt, damit sie ihren Fokus ganz auf die künstlerische Arbeit legen können. Das Hessische Staatsballett leistet so einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung und Stärkung des zeitgenös­sischen Tanzes. Zugleich eröffnet es die Möglichkeit künstlerischen Austauschs, sammelt neue Impulse und schafft neue Formen der Kooperation zwischen festem Ensemble und freien Gruppen. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer wurde in diesem Zusammenhang das Format »Work in progress« entwickelt. Am Ende der jewei­ ligen Residenz öffnen die Choreografinnen und Choreografen die Türen des Ballettsaals für eine Präsentation und geben Einblick in ihren Arbeitsprozess. Unter den Residenzkünstlerinnen und -künstlern ist in dieser Spielzeit der marokkanisch-französische Choreograf Fouad Boussouf mit seiner Massala Dance Company, die bereits im vergangenen Jahr beim Tanzfestival Rhein-Main das Publikum begeistern konnte.

Das gesamte Programm ist in den Leporelli der beiden Staatstheater und des Hessischen ­Staatsballetts sowie unter www.hessisches-staatsballett.de zu finden.


Ballett

BALLETT EXTRA Mittanzen

Einführungen & ­Einführungsmatineen Als zumeist »wortlose« Kunstform vermag Tanz mit besonderer Unmittel­barkeit zu faszinieren, wirft aber beim Publikum nicht selten auch Fragen auf. Oft mangelt es an Gelegenheiten, um diese Fragen arti­ kulieren und klären zu können. Hier bieten wir eine Reihe von Veranstal­ tungen an, um Tanzspezifisches zur Sprache zu bringen und die Kommu­ nikation der Zuschauer mit den Tanzschaffenden zu fördern: In Ein­ führungen ab 30 Minuten vor Vor­ stellungsbeginn erzählt die Dramaturgin Wissenswertes zur Pro­ duktion. Einführungsmatineen und öffentliche Proben verraten mehr über die Arbeitsbedingungen und Herangehensweisen.

Extras Die Termine der Ballett-­Extras ­entnehmen Sie bitte dem jeweils ­aktuellen Monatsspielplan.

Junges Ballett ⊲ Siehe S. 160

Das Hessische Staatsballett widmet sich außerdem intensiv den verschiedenen Bereichen der Tanzvermittlung, im Rahmen derer wir umfangreiche Programme und Formate für unser Publikum kreieren. Ziel dessen ist es, interes­ sierte Menschen verschiedenster Altersstufen, (Vor-) Erfahrungen und Lebensrealitäten mit Tanz in Kontakt zu bringen und ihnen zu ermöglichen, ihren ganz eigenen Zugang zu dieser Kunstform zu finden. In unseren partizipatorischen Langzeitprojekten schaffen wir den Raum, um gemeinsam mit Interessierten die Vielfalt des Balletts und zeitgenössischen Tanzes gleichermaßen körperlich zu reflektieren. So können etwa in Repertoire-Workshops interessierte Teilnehmer*innen einzelne Sequenzen aus aktuellen Ballettabenden erlernen und somit genau jene Bewegungsfolgen nach­ empfinden, die von den Profis auf der Bühne interpretiert werden. Während der Gastspiele und Residenzen, die das Hessische Staatsballett einlädt, bieten einzelne Tanz­ schaffende Tanz-Workshops zu ihren sehr individuellen Stilen an, womit unterschiedliche zeitgenössische Tanz­ formen erprobt werden können. Zudem gehen in der Spiel­ zeit 2019.2020 unsere beliebten Tanzklubs in ihre vierte Spielzeit. In diesem Jahr sind nun ausdrücklich junge Erwachsene zwischen 18 und 25 in Wiesbaden sowie Eltern mit ihren Kindern ab 8 Jahren in Darmstadt eingeladen, eine Spielzeit lang verschiedene thematische Impulse aus dem aktuellen Repertoire des Hessischen Staatsballetts auf­ zugreifen und in wöchentlichen Terminen zu erproben. Darüber hinaus bieten wir für Schulklassen u. a. produktionsbegleitende Patenklassen, Workshops und Kostproben bzw. Lehrertreffpunkte zu allen unseren Produktionen an, sowie für alle Interessierten das monat­ lich stattfindende »Antanzen« in Kooperation mit der HfMDK Frankfurt, das sich als offenes Training an Erwach­ sene mit und ohne Tanzerfahrung richtet. In Kooperation mit der Dotter-Stiftung starten wir mit der Spielzeit 2019.2020 das Projekt »Eberstadt bewegen!«, das durch Langzeitprojekte in Schulen und anderen Einrichtungen in Darmstadt-Eberstadt ganz konkret Kindern und Jugendlichen wie auch älteren Menschen des Stadtteils unabhängig nachhaltig und niederschwellig Erfahrungen mit Tanz beim Hessischen Staatsballett zu ermöglichen. KONTAKT Nira Priore Nouak priorenouak@staatstheater-darmstadt.de

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ERLEBEN FÖRDERN BEWEGEN Sind auch Sie inspiriert und begeistert von dem vielfältigen und innovativen Programm des Hessischen Staatsballetts? Möchten Sie sich für die Förderung der Tanzkunst in der Region engagieren? Als Förderer oder Mitglied des Vereins »Freunde des Hessischen ­Staatsballetts e.V.« sind Sie mehr als nur Zuschauer: Sie unterstützen und stärken das Ensemble und genießen gleichzeitig attraktive Vorteile – vom exklusiven Probenbesuch bis hin zum persönlichen Austausch mit Ballettdirektor Tim Plegge und Ensemblemitgliedern, die Ihnen einen unmittelbaren Blick in die Welt des Hessischen Staatsballetts eröffnen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann werden Sie Mitglied bei uns! Dr. Gabriele Sophia Volmer, 1. Vorsitzende Nähere Informationen zu Vereinssatzung, ­Beitragsordnung und Aktivitäten finden Sie unter www.hessisches-staatsballett.de /  freunde Freunde des Hessischen S ­ taatsballetts e.V. Dr. Gabriele Sophia Volmer Christian-Zais-Strasse 3, 65189 Wiesbaden info@freunde-des-hessischen-staatsballetts.de


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Wer gut aussieht, hat es leichter auf der Bühne des Lebens. Persönliche Ausstrahlung und Selbst­ bewusstsein wachsen mit dem Gefühl, gut aus­ zusehen. Als plastische Chirurgen helfen wir, wo aus gesundheitlichen oder ästhetischen Gründen eine Korrektur notwendig ist. Für lhren sicheren und überzeugenden Auftritt.

Gemeinschaftspraxis für Plastische Chirurgie Dr. med. Nuri Alamuti und Dr. med. Dietmar Scholz Schöne Aussicht 39, 65193 Wiesbaden Tel: 06115657760 | info@alamuti­scholz.de www.alamuti­scholz.de


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TANZFESTIVAL RHEIN-MAIN 31.10. – 17.11. 2019 Darmstadt | Frankfurt | Wiesbaden

Das Tanzfestival Rhein-Main ist eines der Höhepunkte im Programm der Tanzplattform Rhein-Main und wird einmal im Jahr veranstaltet. Das zweiwöchige Bühnenprogramm vereint Produktionen herausragender Choreograf*innen aus der Region sowie Gastspiele internationaler Tanzstars mit einem spannenden Rahmenprogramm, das zahlreiche Möglichkeiten des Austauschs zwischen Tanzschaffenden und -interessierten bietet. Ergänzend dazu haben Besucher*innen mit und ohne Tanzerfahrung Gelegen­ heiten, ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu vertiefen und tanzbezogene Themenfelder zu erforschen: in Künstler*­innengesprächen, Workshops und Präsentationen, bei Konzerten, Vorträgen, Tanztees oder Barabenden. Am Tanztag Rhein-Main am 16. November 2019 laden unzählige Schnupperkurse die ganze Region zum Mittanzen ein. Das vierte Tanzfestival Rhein-Main wird organisiert von der Tanzplattform Rhein-Main, einem Kooperationsprojekt von Künstlerhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett.


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PRAXIS am Theater Ballett

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Im Herzen von Wiesbaden

TANZPLATTFORM ­RHEIN-MAIN Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Koopera­ tionsprojekt vom Hessischen Staatsballett und dem Künstlerhaus Mousonturm. Damit haben sich erstmals die Tanzsparte zweier Staats­ theater und ein internationales Produktionshaus zusammengetan, um gemeinsam Produktions-, Aufführungs- und Vermittlungsformate zu entwi­ckeln. Mit ihren Aktivitäten will die Tanzplattform Rhein-Main Tanzschaffende nachhaltig stärken, Akteure und Institutionen regional und überregional vernetzen und noch mehr Menschen für den Tanz begeistern. Zu den Aktivitäten zählen beispielsweise Residenzprogramme, mobile Tanzproduktionen, Profitrainings, Tanz-in-SchulenProjekte und Tanzklubs für alle Altersgruppen zum Mitmachen. Ein Höhepunkt ist das Tanzfestival Rhein-Main, das vom 31. Oktober bis zum 17. November 2019 zum vierten Mal in Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt und erstmalig auch in Offenbach stattfindet. Die Tanzplattform Rhein-Main, ein Projekt von Künstlerhaus­ Mousonturm und Hessischem Staatsballett, wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und ist gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz (Aventis F ­ oundation, BHF BANK Stiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner-­Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main).

Schnell strahlend schöne neue Zähne Viele Menschen wünschen sich ein strahlend schönes Lächeln à la Hollywood. In der Praxis von Dr. Nord erfüllen wir Ihnen diesen Traum auch mit Zahnimplantaten. Unsere Schwerpunkte liegen auf Prophylaxe, Zahnästhetik und lmplantologie, ergänzt durch Paradontologie und Endodontie.

Festsitzende Prothesen, Zähne wie im echten Leben!

Festsitzende Zähne bedeuten Lebensqualität. Was für junge Menschen selbstverständlich ist, kann für ältere schon mal zur Tortur werden. Offen zu lachen und zu sprechen oder zu essen, was man möchte, bedeutet Selbstsicherheit, Gesundheit und Genuss. Ernährungsbeschränkungen können zudem zu gesundheitlichen Problemen führen. Abhilfe schafft das All-On-4 Konzept. Diese minimalinvasive Behandlungsmethode ermöglicht festsitzenden Zahnersatz in kürzester Zeit.

Das All-On-4® Konzept

Dazu wild der Patient in die Praxis gebeten, um ihm nach dem All-On-4 Konzept Implantate zu setzen. Das Konzept sieht vor, dass die Implantate schräg an der Oberkieferhöhle beziehungsweise dem Unterkiefernerv vorbeigeführt werden. Zeitaufwendiger sowie schmerzafter Knochenaufbau wird so vermieden. Nach einer 3-D-Aufnahme wird eine, am Computer konstruierte OP- Schablone gefertigt und exakt auf die Schleimhaut gelegt. Durch die eingearbeiteten Führungen werden die Implantate unter örtlicher Betäubung oder Schlafsedierung in den Kiefer einge- All-On-4® Konzept bei Ihrer Zahnarztsetzt. Die Behandlung ist schmerzfrei praxis am Theater Wiesbaden und auch hinterher hat man nahezu keine Schmerzen, da das Zahnfleisch nicht aufgeschnitten werden muss. Die wesentlich geringere Infektionsgefahr, die sich dadurch ergibt, ist ein weiterer Vorteil dieser Nobel-Guide-Technik. Anschließend wird die Schablone entfernt und der bereits im eigenen Praxislabor angefertigte Zahnersatz aufgeschraubt. Der Patient hat im Vergleich zu anderen Verfahren bereits nach wenigen Stunden neue, festsitzende Zähne, die nicht herausgenommen werden müssen.

Fragen oder Anregungen? Unser Team ist 5 Tage in der Woche für Sie da! Lassen Sie sich einen Termin geben oder vereinbaren Sie eine Beratung. Dr Cornelius Nord, Praxis am Theater, Wilhelmstrasse 48 65183 Wiesbaden, Telefon: +49-611-44 90 51 E-Mail: praxis@drnord.de


SPARTEN

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JUNGE OPER JUNGES SCHAUSPIEL JUNGES KONZERT JUNGES BALLETT

THEATERPÄDAGOGIK

THEATERVERMITTLUNG 168 MITMISCHEN 170 ENTDECKEN & EXTRAS 166

CLUBS

THEATERCLUB 162 JUNGES STAATSMUSICAL

JUST

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INTERVIEW


JUST

T E T N R E A T W S H R C E Ä S N A R W E ? D T S N U I J S M I UN T I E Z L E SPI FO

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NH SIMO

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E I H OP

Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir wieder in allen Sparten des ­Hessischen Staatstheaters Wiesbaden neue Produktionen für Kinder, Jugendliche und Familien haben: Das Hessische Staatsballett wird ein Stück für Kinder ab 6 Jahren zur Uraufführung bringen. Es hat den vielversprechenden Titel »Rotzfrech«. Eine Kammeroper für junges Publikum wird es geben. Überhaupt ist das musikalische Programm breit gefächert und bietet auch dem ungeübten Konzert­ gänger einen super Einstieg. Na, und im Schauspiel stehen wieder zahlreiche Kinder- und Jugendstücke auf dem Programm. Besonders hervorheben möchte ich »Midas! Oder wie werde ich klug« (AT), das Katrin Lange extra für uns schreibt. Ihr »Lohengrin« für Kinder war ja schon so wundervoll und nun greift sie noch tiefer in die Mythenkiste. Mein persönliches Highlight wird wohl »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute« von Jens Raschke. Das Thema liegt mir am Herzen und diese Vorlage ermöglicht einen ganz besonderen Zugang dazu. Dirk führt Regie, ich darf spielen … aufregend! Zuvor starten wir mit einer Party! Das Junge Staats­musical wird nämlich die Spielzeit in der Wartburg eröffnen. Dazu kann Iris aber mehr erzählen.

WER IST EIGENTLICH …?

Sophie Pompe Künstlerische Leitung Junges Staatstheater

Sophie Pompe stammt aus Mühlhausen/Thüringen. Sie spielte und entwickelte dort bereits Stücke in der 3K-Theaterwerkstatt. Nach einem kurzen Ausflug in die Theorie – Studium der Theater-, Film-, Medien­ wissenschaft und Pädagogik in Frankfurt – zog es sie wieder zur Praxis. Von 2001 bis 2004 studierte sie an der AdK Regensburg. Sie gastierte während der Aus­ bildung am Theater Trier, an der Schauspiel Compagnia Regensburg und am Theater Regensburg. Nach dem Abschluss folgten Gastspiele am Theater Erfurt und der offBühne St. Gallen sowie ein eigenes Solo­ programm. Von 2005 bis 2014 war sie festes Ensemble­mitglied des Landestheater Eisenach und gastierte regelmäßig am Staatstheater Meiningen. Mit Beginn der Spielzeit 2014.2015 wechselte Sophie Pompe fest in das Ensemble des Jungen Staatstheaters Wiesbaden, wo sie nicht nur als Schau­ spielerin arbeitet, sondern auch inszeniert und seit der Spielzeit 2018.2019 die künstlerische Leitung innehat.

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WER IST EIGENTLICH …?

Iris Limbarth

Leitung Junges Staatsmusical

S I R I Wir werden ein Stück auf die Bühne bringen, das hervorragend zu unserem Jungen Staatsmusical passt und genau das verkörpert, worum es im Jungen Staatsmusical geht: Junge Menschen, die für das Theater brennen und die unbedingt auf die Bühne wollen: »Fame«. Ich freue mich sehr auf dieses Stück. Wir haben diese Produktion bereits vor 16 Jahren gemacht, und die Story, dass junge Menschen auf eine Hochschule möchten, um Musical, Tanz, Gesang oder Schauspiel zu studieren, ist ja genau das, was auch unsere Darsteller*innen antreibt und worum es bei uns geht. Das Stück mit einer neuen Generation frisch zu starten und deren Talente und Potential in das Stück zu integrieren, ist schon etwas Tolles. Aus unse­ren Reihen sind bereits einige bekannte Schau­ spieler*innen und Musicaldarsteller*­innen her­vorgegangen, und ein großer Teil unseres Ensembles schlägt eine professionelle Laufbahn auf der Bühne ein. Die Bretter, die die Welt bedeuten, lassen einen nicht so leicht los. Das nächste Casting ist übrigens Ende November 2019. Na und dann haben wir noch einen abso­ luten Knaller: »Blues Brothers«!

WIR HABEN EINEN ABSOLUTEN KNALLER: »BLUES BROTHERS«!

Iris Limbarth wurde in Niedernhausen geboren und begann mit vierzehn ihre Ausbildung als Elevin am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Nach Abitur und Tanzdiplom arbeitete sie zunächst als Tänzerin und Musical­darstellerin an verschiedenen Theatern. Anschließend studierte sie Deutsche Philologie, ­vergleichende Sprach- und Literatur­ wissenschaften in Mainz. 1995 begann parallel dazu ihre Karriere als Choreo­ grafin u. a. an den Theatern in Stralsund/ Greifswald, am Deutschen Theater ­Göttingen, am Theater Osnabrück, an der Staatsoperette Dresden, am Schauspiel Frankfurt, Theater Zwickau, Theater Augsburg, Theater Regensburg, Staats­ theater Wiesbaden, Staatstheater ­Karlsruhe und an den Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach. Seit 1999 arbeitet sie vorwiegend als Regisseurin u. a. am Theater Nordhausen, Eduard v. Winterstein Theater Annaberg, Theater Worms, Landesbühne Wilhelmshaven, Landestheater Schwaben Memmingen, Staatstheater Wiesbaden, Theater Biele­ feld, Alte Oper Frankfurt, Colosseum Theater Essen, Capitol Theater Düssel­ dorf, Deutsches Theater München und Nationaltheater Windhoek/Namibia. Im Jahr 2000 übernahm sie die Leitung des mittlerweile als Talentschmiede geltenden Jungen Staatsmusicals am Staatstheater Wiesbaden. Ihre Insze­ nierung »Jesus Christ Superstar« wurde 2001 zu den Hessischen Theatertagen in Kassel eingeladen. Mit ihrer Inszenie­ rung der Welturaufführung des Musicals »Superhero« von Anthony McCarten und Paul Graham Brown am Staatstheater Wiesbaden wurde sie 2015 für den Deutschen Musical Theater Preis in den Kategorien »beste Regie« und »beste Choreografie« nominiert. Sie hat mehrere Musicalrevuen geschrieben. Seit 2006 hat sie auch die künstlerische Gesamt­ leitung der Emsländischen Freilichtbühne Meppen inne.


JUST

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K R I D Auf »Blues Brothers« freue ich mich auch schon. Ich bin mal gespannt, wie Ihr die Polizeiautos und die Verfolgungsjagden auf die Wartburgbühne bringt, die ja ab nächster Spielzeit zu meinem neuen Aufgabengebiet gehört. Die Wartburg wird ein junges Profil bekommen und Heimat der Clubs werden. Sie soll der Ort werden, an dem Generationen und Kulturen ins Gespräch kommen, an dem neue Theater­ formen ausprobiert werden, aktuelle Themen ihren Weg auf die Bühne finden, digitale und analoge Welten aufeinanderprallen und verschiedene Kunstformen sich bereichern. Wir werden außerdem den bereits erfolgreichen Theaterclub der Theaterpädagogik ausbauen. Eine Inszenierung des Theaterclubs wird wie das Junge Staatsmusical fest im Abendspielplan ver­ankert. Wir beginnen mit dem ausgezeichneten Jugendroman »Der Joker« von Markus Zusak. Ich werde mit den Jugendlichen eine eigene Fassung erarbeiten und auf die Bühne bringen. Ich kann nur sagen: Wir haben Großes vor.

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E I H OP

ICH KANN NUR SAGEN: WIR HABEN GROSSES VOR.

Das ist wohl wahr und nicht nur in der Wartburg der Fall. Es ist w ­ irklich eine Freude zu sehen, mit wie viel Leidenschaft sich alle Sparten für das Kinder- und Jugendtheater einbrin­ ­gen und was für tolle Produktionen wir diese Spielzeit wieder im JUST anbieten können.

WER IST EIGENTLICH …?

Dirk Schirdewahn

Leitung Wartburg und stellv. Leitung Junges Staatstheater Dirk Schirdewahn wurde in Castrop-­ Rauxel geboren. Von 2009 bis 2014 war er fester Regieassistent und Regisseur am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Er assistierte u. a. Manfred Beilharz, Herbert Fritsch, Dietrich ­Hilsdorf, Konstanze Lauterbach und Hermann Schmidt-Rahmer. Für Andreas Kriegenburgs Inszenierung »Don Juan kommt aus dem Krieg« übernahm er 2014 die Produktionsleitung bei den Salzburger Festspielen. Seine Inszenierung von »Tschick« (Hessisches Staatstheater Wiesbaden) wurde 2013 zum Festival Maximierung Mensch eingeladen. »Nur ein Tag« (Theater Heilbronn) und seine Bühnenadaption von »König und König« (Theater Heilbronn) waren bei den Baden-Württembergischen Theater­ tagen 2015 und 2017 zu sehen. Beim internationalen KING-Festival in ­Nowgorod (Russland) wurde seine Inszenierung von »Ich rufe meine Brüder« (Theater Bielefeld) mit dem »Young Critics Prize« ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2017.2018 ist er fester Theaterpädagoge und Regisseur am Hessischen Staatstheater Wies­ baden.


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Irgendwer hat den Satz rausgehauen, für Kinder müsse man besser schreiben als für Erwach­ sene, und ihn diversen Promis in den Mund gelegt. Dieser Satz ist schlicht und ergreifend Quatsch. Wer schreibt, schreibt so gut, wie er nun gerade kann: lebt – verarbeitet bewusst und unbewusst das Gelebte in Bildern, Gedanken, Worten, und TEXT KATRIN LANGE das war’s. Wenn man über­ haupt für Kinder anders schreibt als für Erwach­ sene, dann nur, weil man gefälligst den anderen Erfahrungshorizont zu beachten hat. Man oder frau hat gefälligst solche Bilder zu finden, die für Kinder in irgendeiner Beziehung zum eigenen Leben stehen, und Gedanken so zu formulieren, dass sie begriffen und in die eigene kindliche Existenz integriert werden können. Das heißt: schreibend Respekt zu haben vorm Anderssein der anderen – in diesem Fall vor ihrem Heran­ wachsen, Lernen, Erleben. Da sind dann die verwegensten Gegenstände und Themen fürs Kindertheater möglich – auch Geschichten vom Leben und Sterben, auch Jahrtausende alte, auch solche aus sehr entfernten Gegenden. Der Trick? Vielleicht, so zu erzählen, wie die Leute in vorschriftlichen Zeiten und Kulturen erzählten: die alten Geschichten immer wieder neu und immer wieder angereichert mit der jeweils gegenwärtigen, also unserer Erfahrung. Das hat dann den Vorteil, dass der Rest der Welt ins Kinderzimmer schaut … Noch größerer Quatsch ist das Konzept, Kinder sollten im Theater gar nichts begreifen, weil dies die Fantasie anrege (etwa genauso intelligent wie Schreibenlernen nach Gehör). Wollten wir dem folgen, gäben wir die Menschheitserfindung Theater zum Abschuss frei. Denn erst die von

Theatertexte schreiben – für Kinder!

Darstellern und Zuschauern gemeinsam vor­ genommene Produktion schafft das Kunstwerk Theater – das hat dann was von der wirklichen Wirklichkeit und zugleich was von einer neuen Realität, die des Landes Nirgendwo, KeinOrt. Das sollen Kinder begreifen? Aber gewiss doch – gerade Kinder. Denn wer zu einem Stück Holz »Hü« sagt und hat ein Pferd und wer den Teller dreht und sagt »Brummbrumm« und hat ein Auto – der ist mindestens so geeignet, andere Lebensentwürfe wahrzunehmen wie der, dem Holzstück und Teller stumm bleiben, für den es keine Zukunftslinie über den drögen Alltag hinaus mehr gibt… Das wunderbare Spiel mit dem Möglichen, das das Theater von seinen Anfängen an bietet, ist bei Kindern gut aufge­ hoben. Denn sie wissen zu spielen. Dies ist der eine Grund, den ich habe, gerade und besonders für Kinder gern zu schreiben – der erwachsene. Es gibt noch einen zweiten: Ich selber will spielen! Ich will das Kind in mir am Leben lassen. Ich will mit ihm zusammen auf die Suche gehen, will die Welt und das ganz Andere entdecken. Theater ist auch die Chance, sich auf die eigenen Wurzeln und Anfänge zu besinnen – als der Morgen noch jung war, die Luft noch frisch und die Erwartung noch am Leben, alles, aber reineweg auch alles werde gut für mich und für die anderen. Einfach gesagt: Was mir gefällt, gefällt (hoffentlich – und dies das Ziel aller Bemühungen) den anderen Kindern auch.

Katrin Lange

geboren 1942 in Berlin, Studium der Theaterwissenschaft, Dr. phil., Arbeit als Dramaturgin und Regieassistentin in Chemnitz, Dresden und Berlin. Seit 1982 freischaffende Autorin – Theaterstücke und Hörspiele für Kinder und Erwachsene. Deutscher Kindertheaterpreis 2008 für »Unterm hohen Himmel: Parzival«. Im Staatstheater Wiesbaden waren die Stücke »Der Krautesel« (1997 ) und »Lohengrin: Unterwegs mit Schwan!« (2017) zu sehen. 2020 wird ihre Version der Midas-Sage uraufgeführt.


JUST

N E N O I N S E I B V G A R H E U R R B E I S E W R UN E S N U N E B A H WIR

WARTBURG

Die Wartburg – ein Ort der Visionen, der Erfolge und des Scheiterns. 1906 als Gesangsheim eröffnet und 1923 wieder verkauft. Heimat der Kulturorganisationen der Arbeiterbewegung und Stätte des Wiesbadener Volks- und Bildungsheims. Trefferfrei in der Bombennacht. Einzug des amerikanischen Offiziersclub. Wüste Parties und regelmäßige Schlägereien. Sie beherbergte die »Citybar«, die »Dixie-Bar«, die »Sonne von Mexico«, das »Soul City«, das »Oberbayern«, die Disco »Candy«, die polnische Disco »Lot«, die russische Disco »Gagarin«, das »Café Plantage« und das »Hard Rock Cafe«. Sie war Tennishalle, TaekwondoSchule, Koran-Schule, Bhagwan-Tempel und die »Wartburg Music Hall«. Konzerte von »The Police«, »The Cure«, »The Clash«, »Talking Heads«, »UK«, »Devo«, »Eric Burdon«, »DAF«, »Jango Edwards«, »Phillip Boa« und »Die Goldenen Zitronen«. Das »1. Wartburg Deutsch-Punk Festival« findet statt. Kauf durch die Stadt Wiesbaden. Seit 2003 Spielstätte des Staatstheaters Wiesbaden mit insgesamt 99 Premieren. Mit der Spielzeit 2019.2020

programmatische Neuausrichtung. Die Wartburg wird Spielstätte für unser junges Publikum. Die Theaterclubs und das Junge Staatsmusical finden ihre künstlerische Heimat. Die »White Boxx« kommt und dient jungen Regisseur*innen als Sprungbrett und Experimentierfeld. »Yourspace« bietet Allen die Chance auf fünf Minuten Ruhm, das »Kunstgefixe« lässt die schauspielerische Wundertüte platzen, die »Wartburg Music Hall« holt junge musikalische Talente auf die Bühne, das Konzert »Ton in Ton« begeistert mit Live-Malerei der Illustrations­ künstlerin Elisa Kuzio und in der Lounge »Club Classique« trifft klassische Musik auf Moderne. Das Ballett ent­ wickelt ein rotzfreches Stück. Es gibt digitale Experimente und analoge Erfolge. Die Wartburg wird Chancenbude und Talentschmiede. Es warten turbulente Premieren und wilde Nächte. 2020.2021 geht es weiter mit Kurs auf Richtung Westend und wer weiß, was noch alles während der Biennale ­passiert.

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Die Zauberflöte für Kinder

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JUNGE

OPER


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PREMIERE

DAS VERSCHWUNDENE LIED 5+ Ein Liedermärchen mit klassischen Liedern und Arien Regie Sophie Pompe Ausstattung Daniela Ruchser-Schlote Shira kann mit ihrer Stimme Men­ schen, Tiere und sogar Dinge ver­ zaubern. Sie weiß, welches Lied gut tut und wem sie mit ihrem Gesang helfen kann. Doch eines Tages geht ihr eigenes Lied verloren. Oder wurde es gestohlen? Shira macht sich auf die Suche nach ihrer Melodie. Sie entdeckt auf ihrer Reise nicht nur andere Welten und neue Musik, sie findet zugleich auch sich selbst. Premiere 17. Nov. 2019, Studio

PREMIE

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WIEDERAUFNAME

DIE ZAUBERFLÖTE FÜR KINDER 5+ Kinderoper nach Wolfgang Amadeus Mozart In einer Bearbeitung von Patrick Lange und Carsten Kochan | Regie und Ausstattung Carsten Kochan Musikalische Leitung GMD Patrick Lange Die berühmte Oper Mozarts in einer charmanten und kindgerechten Variante mit einer ungewöhnlichen Erzählerin.

»Kinder mal nicht mit einer dünnen Besetzung, sondern mit dem vollen Klang eines Orchesters in die Opernwelt einführen – dieser Coup ist Lange und dem Jungen Staatstheater in jedem Fall gelungen.«

Die Zauberflöte für Kinder

FAZ, Eva-Maria Magel, 29. 08. 2017

Wiederaufnahme 29. Sep. 2019, Großes Haus

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Ente, Tod und Tulpe

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S E G UN

U A H C S S PIEL J

PREMIERE

WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE 11+

PREMIE

REN

Von Jens Raschke Regie Dirk Schirdewahn Ausstattung Nina Wronka Nachdem in einem kleinen Zoo das Nashorn unter seltsamen Umständen starb, zieht ein Bär aus Sibirien in das wohlgeordnete Leben von Papa Pavian, Herrn Mufflon und dem Murmeltiermädchen ein. Doch die unange­ nehmen Fragen, die der Bär über die seltsamen gestreiften dürren Bewohner auf der anderen Seite des Zauns stellt, bringen Unruhe in die bisher gut geordnete zoologische Gemeinde. Papa Pavian gibt ihm den dringlichen Ratschlag, nicht zu neugierig zu sein. Doch der Bär kann nicht über das Geschehen auf der anderen Seite des Zauns hinwegsehen und entschließt

sich zum Handeln. Schauplatz der Parabel, für die Jens Raschke 2014 den Kinderliteraturpreis erhalten hat, ist der »Zoologische Garten Buchenwald«, Erholungsort der SS und deren Angehörigen. Jens Raschke sagt über sein Stück: »Es ist kein Stück über das Konzentrationslager Buchenwald – darüber lässt sich womög­ lich gar kein Stück schreiben –, sondern ein Stück über die Frage: Bär oder Pavian?«

Premiere 21. Sep. 2019 Wartburg


JUST PREMIERE

Alle Produktionen mit diesem Symbol können auf Anfrage auch als mobile ­Produktion gebucht werden. Kontakt und Information theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de

PREMIERE

DIE KLEINE RAUPE 3+ Nach einer Idee von Luisa Schumacher Inszenierung Luisa Schumacher Ausstattung Luisa Schumacher und Elke Opitz Was macht eine Raupe? Sie frisst, wächst, frisst, wächst, frisst, wächst … aber das ist nicht alles. Auch das Leben einer kleinen Raupe steckt voller Überraschungen, Gefahren und Freuden. Mit liebevollem Blick für das Kleine nimmt uns diese poetische Geschichte mit in eine Welt jenseits des Blattrandes. Premiere 9. Feb. 2020, Studio URAUFFÜHRUNG

ICH, MIDAS! ODER: WIE WERDE ICH KLUG? 8+ Uraufführung von Katrin Lange Regie Carsten Kochan König Midas von Phrygien – den kennen wir aus der griechischen Sagenwelt als offensichtlich ein wenig dusslig. Erst greift er ein Paar Esels­ ohren ab. Und dann wünscht er sich auch noch die Gabe, alles zu vergolden, was er berührt – dabei kann man doch, wie allseits bekannt (oder nicht?), Gold nicht essen! Was aber, wenn Midas kein ein wenig dussliger Erwachsener wäre? Sondern ein Kind, das erkenntnisbedürftig und erkenntnisgierig hin­ einstolpert ins Leben? Katrin Lange schreibt für das Hessische Staats­ theater Wiesbaden in ihrer unnachahmlichen Art eine ganz eigene Fassung des antiken Stoffes für Kinder. Premiere 14. Mär. 2020, Studio

KONRAD ODER DAS KIND AUS DER ­KONSERVENBÜCHSE 6+ Von Christine Nöstlinger Regie Stephan Rumphorst Ausstattung Claudia Weinhart Konrad ist ein Junge, der als fertiges, 7-jähriges Instantkind aus der Fabrik aus Versehen an die falsche Frau geliefert wird, die Malerin und Lebenskünstlerin Berti Bartolotti. Berti, obwohl eher chaotisch veranlagt, schließt den Musterknaben sofort ins Herz. Und auch ihr Freund, der seriöse Apotheker Egon, der mit Kindern eigentlich nichts anfangen kann, begeistert sich schnell für das »Elite-Kind« Konrad. Doch dann wird die Fehllieferung bemerkt und die Fabrik fordert ihr »Produkt« zurück. Aus dem »wohlerzogenen« Muster­ knaben muss nun binnen kürzester Zeit ein unartiger »Rotzbengel« werden. Premiere 10. Mai 2020, Studio

PREMIERE

MICHAEL KOHLHAAS – WHITE BOXX VOL. 2 15+ Nach der Novelle von Heinrich von Kleist

Ein Klassiker, maximal vier Schauspieler, ein weißer Raum – White Boxx eben. Der reisende Pferdehändler Michael Kohlhaas wird an der sächsisch-brandenburgischen Grenze aufgehalten und soll einen scheinbar benötigten Passierschein vorlegen. Doch so einen Schein besitzt er nicht, also muss er gezwungenermaßen zwei seiner Pferde zurück­ lassen. Wenige Wochen später findet er die Tiere völlig verwahrlost und ausgemergelt wieder. Kohlhaas klagt gegen dieses Unrecht. Aber er scheitert an Intrigen, Korruption und Vetternwirtschaft. Da Kohlhaas auf legalem Weg nicht weiterkommt, beginnt er einen blutigen Rachefeldzug: »Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe die Welt darüber zugrunde«. Premiere 31. Jan. 2020, Wartburg

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S T H C N A E N H H C I R E Ä W M PREMIERE

NILS HOLGERSSON 6+ Von Mareike Zimmermann Nach Selma Lagerlöf Regie Mareike Zimmermann Ausstattung Claudia Weinhart Nils Holgersson ist ein frecher Bengel. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, Tiere zu quälen. Als er sich eines Tages mit einem Wichtelmännchen anlegt, verwandelt es Nils zur Strafe selbst in einen Winzling. In seiner neuen Gestalt sieht er mit an, wie sich die Hausgans Martin davon machen will, denn sie möchte sich den Wildgänsen anschließen. Gemeinsam mit Martin fliegt Nils so mit den Tieren, und eine abenteuerliche Reise beginnt. Doch das Leben so fern von zu Hause ist gefährlich. Immer wieder hilft Nils seinen neuen Gefährten, und auch er wird das ein oder andere Mal von den Gänsen gerettet. Premiere 23. Nov. 2019, 11 Uhr, Großes Haus

Vorstellungen NUR für KiTas, Schulen und andere pädagogische Einrichtungen (Vorverkauf ab Mo., 20. Mai 2019 über das Gruppenbüro.) Für die restlichen Vorstellungstermine startet der Vorverkauf Sa., 7. Sep. 2019 um 10 Uhr über die Theaterkasse.

November 2019 Sa 23 11.00 13.30 So 24 11.00 13.30 Mi 27 11.00 Do 28 11.00 Dezember 2019 So 01 11.00 Mo 02 11.00 13.30 Di 03 11.00 18.00 Mi 04 11.00 13.30 Do 05 11.00 13.30 Fr 06 11.00 13.30 Sa 07 11.00 13.30 So 08 11.00 13.30 Mo 09 11.00 Di 10 11.00 13.30 Mi 11 11.00 13.30 Fr 13 11.00 13.30

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11.00 13.30 So 15 11.00 13.30 Mo 16 11.00 13.30 Di 17 11.00 13.30 Mi 18 11.00 13.30 Do 19 11.00 13.30 Fr 20 11.00 13.30 So 22 11.00 13.30 Mo 23 11.00 13.30 Mi 25 11.00 13.30 Do 26 11.00 13.30 Fr 27 11.00 So 29 11.00 13.30 Mo 30 11.00 18.00 Januar 2020 So 05 11.00 Sa

BESON D BELIEB ERS T!


Der Drache der nicht kämpfen wollte

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KATERS KUCHEN 3+ Nach einem Rezept von Sophie Pompe Regie und Ausstattung Sophie Pompe Kater hat einen Kuchen gebacken und gibt allen Freunden ein Stück ab. Mmmh, schmeckt gut, aber eine Zutat fehlt noch. Die etwas andere Küchenschlacht für die Jüngsten unter den Zuschauern. Wiederaufnahme 22. Sep. 2019, Studio WIEDERAUFNAHME

E NTE, TOD UND TULPE 4+

WIEDERAUFNAHME

DER DRACHE, DER NICHT KÄMPFEN WOLLTE 5+ Von Kristine Stahl | Nach Kenneth Grahame Regie und Ausstattung Kristine Stahl Die Begegnung eines Schäferjungen mit einem Drachen ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und die Überwindung von Vorurteilen voller Witz und Charme.

Von Nora Dirisamer | Nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch Regie Sophie Pompe Ausstattung Nina Wronka

Wiederaufnahme 28. Sep. 2019, Studio

Eine Ente, sie könnte schon älter sein, trifft auf den Tod. Er könnte auch weiblich sein. Diese zwei so unterschiedlichen Wesen lernen sich und das Leben kennen und zeigen uns auf leichte Weise dabei, was lebens- und liebens­ wert ist.

WIEDERAUFNAHME

Wiederaufnahme 25. Okt. 2019, Studio

Wenn man beim Lesen geradewegs in eine Geschichte gerissen wird und in ein lebens­ gefährliches Abenteuer gerät, dann gibt’s nur noch eine, die helfen kann: Jenny Hübner und ihr mobiles Rettungskommando.

JENNY HÜBNER GREIFT EIN 6+ Von Hartmut El Kurdi Regie und Ausstattung Irina Ries

Wiederaufnahme 7. Sep. 2019, Studio

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35 KILO HOFFNUNG 10+ Von Petra Wüllenweber | Nach Anna Gavalda Regie Katrin Herchenröther Ausstattung Nina Wronka WIEDERAUFNAHME

DIE BRÜDER L­ ÖWENHERZ 8+ Nach Astrid Lindgren Regie Dirk Schirdewahn Ausstattung Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert Musik Timo Willecke Eine zeitlose Geschichte, die von den Aben­ teuern erzählt, die der kleine Karl Löwe mit seinem älteren Bruder Jonathan in einem fantastischen Land namens Nangijala erlebt. An Aktualität hat die Erzählung, die um die Themen Tod, Trauer und Geschwisterliebe kreist, nichts verloren. Wiederaufnahme 8. Sep. 2019, Kleines Haus WIEDERAUFNAHME

DAS GESPENST VON ­CANTERVILLE 8+ Von Carsten Kochan Nach einer Erzählung von Oscar Wilde Regie Carsten Kochan Ausstattung Claudia Weinhart Mr. Otis, der amerikanische Botschafter in London, kauft ein altes englisches Schloss und zieht mit seiner Familie dort ein. Doch in dem Schloss spukt seit vielen Jahren Sir Simon de Canterville. Wiederaufnahme 29. Okt. 2019, Kleines Haus WIEDERAUFNAHME

FAUST 1 – WHITE BOXX VOL. 1 Nach Johann Wolfgang von Goethe Regie Tom Gerber Bühne Matthias Schaller Kostüme Anna Hostert Video De-Da Productions

Goethes »Faust« mit nur vier Schauspielern? Regisseur und Schauspieler Tom Gerber hat hierfür eine packende und dem heutigen Zeit­ geist entsprechende Fassung erarbeitet. Wiederaufnahme Februar 2020

Seit David in die Vorschule geht, ist er unglück­ lich. Nur Marie, seine erste Grundschulleh­ rerin, schien den kleinen Tüftler zu verstehen. Nun ist er dreizehn, 35 Kilo schwer und zweimal sitzen geblieben. Wiederaufnahme 1. Sep. 2019, Studio WIEDERAUFNAHME

ROBINSON CRUSOE 11+

O DE R AU S DE R F E R N E E R S C H E IN T VIE LE S E IN IG E R M ­ AS S E N S C H Ö N Von Bernhard Studlar Sehr frei nach Daniel Defoe Regie Dirk Schirdewahn Bühne und Kostüme Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert Wie Robinson will auch Kai der Ödnis seines kleinbürgerlichen Elternhauses entkommen. Er chartert aber nicht einen Südseeschoner, ­sondern bewirbt sich bei der ersten Reality-­ Show Deutschlands. Nach anfänglicher Pub­ likumsresonanz sinken die Einschaltquoten jedoch drastisch, die Sendung wird abgesetzt, Kai von der Welt vergessen. Wiederaufnahme 14. Nov. 2019, Wartburg WIEDERAUFNAHME

JIHAD BABY! 14+ Von Daniel Ratthei Regie und Austattung Sophie Pompe Wie wird ein junger Mensch radikal? »Jihad Baby!« bezieht beherzt Stellung zum Thema. Es ist ein gleichermaßen komisches wie er­­ greifendes Plädoyer dafür, Jugendliche ernst zu nehmen und achtsam zu begleiten. Wiederaufnahme 23. Okt. 2019, Wartburg


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»[Eine Inszenierung,] die ihre jungen Zuschauer ab zehn Jahren durchweg ernst nimmt.«

Robinson Crusoe

35 Kilo Hoffnung

Wiesbadener Kurier, Julia Anderton, 12. 03. 2019

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DER TEDDY UND DIE TIERE 3+ Musik: Werner Thomas-Mifune Text: Michael Ende

KAM MER KONZERTE FÜR KI NDER PRÄSENTIERT VON KÄNGURU FILU

DER FROSCHKÖNIG 4+ Musik: Bernhard Gortheil Text: Brüder Grimm

Teddys Wanderschaft von Michael Ende für Streichquartett und Erzähler.

BRÜDERCHEN, KOMM TANZ MIT MIR! 0–3 Feinste Musik für die kleinsten Ohren.

Mit Uwe Kraus (Erzähler), Elke T ­ obschall (Violine), Rebekka H ­ errmann (Violine), Nina Torborg−Hunck (Viola), Susanne Tscherbner (Violoncello), Jens Mackenthun (Gitarre)

Mit Musiker*innen des Hessischen Staats­ orchesters Wiesbaden und Gisela Reinhold (Moderation und Musik­pädagogik)

Termine 2. & 3. Nov. 2019, Foyer

Termine 15. Sep., 27. Okt. 2019, 1., 29. Mär. & 21. Jun. 2020, jeweils 11 Uhr, Foyer

DIE PRINZESSIN AUF DER ERBSE 5+ Musik: Andreas N. Tarkmann Text: Hans Christian Andersen (­­Textbearbeitung von Jörg Schade) Mit Chris Pichler (Erzählerin), Bläser- und Streichersolisten des Hessischen Staats­ orchesters Wiesbaden, Polina Grishaeva (Klavier)

Termine 14. & 15. Mär. 2020, Foyer

Alle Produktionen mit diesem Symbol können auf Anfrage auch als mobile ­Produktion gebucht werden. Kontakt und Information theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de


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BEETHOVEN ­PASTORAL ­PROJECT 8+ Mit GMD Patrick Lange (Dirigent), Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Für ein »globales Statement für die Bewahrung der Natur« sind Künstler*innen weltweit zusammen­gerufen, in dem Jahr von Beethovens 250. Geburtstag ein Zeichen zu setzen und seine »Pastorale« zu spielen. In dieser Sinfonie schuf Beethoven ein klingendes Bild vom Menschen in der Natur, mit der er untrennbar verbunden ist.

Termin 28. Mai 2020, 11 Uhr, Großes Haus

Deine Stimme für unseren Planeten! Schicke uns Deine Video-­Botschaft oder mache ein Bild von Deinem Kunstwerk. Sage damit, warum es Dir wichtig ist, unsere Erde zu schützen. Werde Teil des ­Beethoven Pastoral Projects: Mit etwas Glück ist Dein Beitrag beim Konzert des Hessischen Staatsorchesters dabei! beethoven@staatstheater-wiesbaden.de

TON IN TON 14+ Konzert mit live-Malerei Mit Elisa Kuzio (Malerei und Grafik), André van Daalen (Oboe) und Musikern des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden

Klangfarbe, musikalische Form und Struktur einmal anders dargestellt: Wir verwandeln die Wartburg in einen Sinnesrausch, lassen die Künste Musik und Malerei sich gegenseitig ergänzen. Töne treffen auf Pinselstriche, Ins­trumentengruppen auf Farbpaletten, Laut­ stärke auf Farbintensität. Oboist André van Daalen und ein Streichtrio kombinieren ihre Künste mit live-Malerei der jungen Illustrationskünstlerin und Bloggerin Elisa Kuzio. Termine 26. Mär. 2020, 19.30 Uhr & 27. Mär. 2020, 11 Uhr, Wartburg

CLUB ­CLASSIQUE 16+ Lounge mit Musikern des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden

Klassische Musik trifft Elektro, Funk, Jazz, Weltmusik… Hier frönen die Musiker des ­Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden im Crossover mit anderen Genres ihren ver­ borgenen Musikleiden­schaften. In entspannter Atmosphäre kann man den Tag mit inspirie­ renden Klängen, guten Gesprächen oder an der Bar ausklingen lassen. Termine 7. Dez. 2019 & 2. Mai 2020, jeweils 20 Uhr, Wartburg

SPIEL & MUSIK 5+ Einführung in die Musikwelt Musiker*innen des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden stellen ihre Instrumente vor und entführen Kinder ab 5 Jahren in die Wunderwelt der Klänge und der Musikinstrumente. Zum Zuhören und Mitmachen! Termine 21. Sep., 16. Nov. 2019, 25. Apr. & 20. Jun. 2020, jeweils 15 Uhr, Orchesterproberaum

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JUNGES

BALLETT PREMIERE

Ein Stück übers Mutigsein Choreografie Tim Plegge

PREMIE

Kinder begegnen jeden Tag ganz verschie­ denen Situationen, die eine gehörige Portion Mut und auch Wagemut erfordern und die es wahrzunehmen, anzunehmen oder zu überwinden gilt. Von einem Baum springen, der zu hoch erscheint? Auf dem Kletter­ gerüst ganz nach oben klettern, wenn die anderen Kinder unten stehen und rufen: »Das traust du dich nie!« So schnell rennen, dass der ganze Körper brennt, und dann den Erwachsenen, die alles zu wissen scheinen, einmal die Zunge rausstrecken, wenn sie eben doch Unrecht haben. Welche Grenzen – auch des eigenen Körpers – können wir durch Mut und eine gesunde Portion Frechheit überwinden? Und wie fühlt sich das im eigenen Körper an? Ballett­ direktor Tim Plegge begibt sich für diese neue Kreation gemeinsam mit ­Tänzer*innen des Hessischen Staatsballetts auf eine Reise in die Lebenswelt von Schulkindern, die sich manchmal ganz viel trauen und dann wieder ganz wenig, und erweitert so das Repertoire der Reihe »Ballett für junges Publikum« um ein Stück für Kinder ab 6. Premiere 24. Mai 2020, Wartburg

RE

»Labyrinth«, eine Produktion aus der Spielzeit 2018.2019

ROTZFRECH 6+


JUST

S B U L C THEATER CLUB JETZT MITMACHEN! Sein oder nicht sein – das ist hier die Frage. Oder doch eher: Wie merke ich mir den Text? Wo nehme ich den Mut, die Wut, die Trauer, das Lachen, die Liebe her, die meine Figur auf der Bühne braucht? Fragen, auf die es nicht nur eine Antwort gibt. Viele Wege führen auf die Bühne. Im Theaterclub können wir Dir mindestens einen davon zeigen. ⊲ Siehe S. 168

STÜCKENTWICKLUNG »HELDEN« Nach den erfolgreichen Produktionen »#Offline« und »Komme, was wolle« entwi­ ckelt der Theaterclub auch diese Spielzeit ein eigenes Stück. Das Thema des Stücks finden die Teilnehmer*innen des Theater­ clubs während ihrer gemeinsamen Proben. Das Ergebnis wird am Ende der Spielzeit dem Publikum präsentiert. Termine 12. & 13. Juni 2020, 19.30 Uhr 14. Juni 2020, 16 Uhr Wartburg

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

DER JOKER 14+ Von Ross Mueller Nach dem Roman von Markus Zusak Regie Dirk Schirdewahn Jeder Loser kann die Welt verbessern! – Ed ist Taxifahrer, in seiner Freizeit chillt er mit seinen Freunden, und irgendwie scheint sein Leben nichts Besonderes für ihn bereitzu­ halten. Bis er in einen Bankraub stolpert und den Bankräuber stellt. Er wird zum lokalen Held. Da findet Ed eine Spielkarte in seinem Briefkasten, mit drei Adressen und Uhrzeiten – Anstoß für seine ersten drei Aufgaben und den Beginn eines mysteriösen Spiels. Die Neugier treibt ihn hin zu diesen Orten, doch was er dort sieht, bestürzt ihn zutiefst: drei unerträglich schwere Schicksale; Menschen, die in ihrem Leben gefangen sind. Dreimal fasst Ed sich ein Herz, dreimal verändert er Leben. Da flattert ihm die nächste Karte ins Haus, und so langsam wird Eds Leben immer mehr Teil des Spiels, dessen mysteriöser Urheber im Dunkeln bleibt. Der Theaterclub wird den 2007 mit dem Deut­ schen Jugendpreis ausgezeichneten Roman auf die Bühne der Wartburg bringen. Premiere 19. Apr. 2020, Wartburg

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PREMIERE

JUNGES STAATS MUSICAL JETZT MITMACHEN! Deine Familie ist besorgt, weil Du durch die Straßen tanzt? Deine Freunde sind genervt, weil Du deinen Klingelton selber singst? Die Tonys sind kein Fremdwort für Dich? Du hast ein Talent fürs Singen und Tanzen? Und Du weißt nicht, wohin mit Deiner Energie? Wir haben die Lösung: komm zum Jungen Staatsmusical. ⊲ Siehe S. 168 PREMIERE

FAME – DAS MUSICAL 12+ Idee und Entwicklung von David de Silva, Buch von Jose Fernandez, Song-Texte von Jacques Levy, Musik von Steve Margoshes und dem Titel-Song »FAME« von Dean Pitchford und Michel Gore | Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser und Iris Schumacher Regie und Choreographie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnen­ bild Britta Lammers Kostüme Heike Korn New York. Ihrem großen Ziel ganz nah, warten die Bewerber der angesagten Highschool of Performing Arts auf die Entscheidung, wer ­aufgenommen wird und wer nicht! Den ganz großen Traum verwirklichen, schaffen, was man sich vorgenommen hat, das wollen sie alle, die jungen Talente. Und schon geht es los mit hartem Training, Tanz, Gesang und einem Rausch der Gefühle. Ein wunderbares Musical nach dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1980, in dem sich junge Menschen verlieben, erste Erfolge feiern und die Schön­ heit des Lebens entdecken. Premiere 30. Aug. 2019, Wartburg

BLUES BROTHERS – IM AUFTRAG DES HERRN! 12+ Fassung von Iris Limbarth Inszenierung und Choreografie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnen­bild Britta Lammers Kostüme Heike Korn Als Jake Blues aus dem Knast kommt, holt ihn sein Bruder Elwood ausgerechnet in einem ausrangierten 1974er Dodge Monaco der Mount Prospect Police ab. Ihr erster Weg führt sie in das katholische Waisenhaus, in dem sie ihre gesamte Kindheit verbracht haben. Mutter Oberin steckt in der Klemme. Wenn sie nicht 5000 $ auftreibt, muss das Heim wegen Steuerschulden schließen. Die Brüder beschließen, ihr zu helfen, aber Mutter Oberin würde kein schmutziges Geld annehmen. Doch wie sollen sie auf ehrliche Weise so viel Geld auftreiben? Während eines Gottes­ dienstes hat Jake eine Erleuchtung. Im Auftrag des Herrn wollen sie die alte Band wieder zusammen­ trommeln und ein großes Konzert zu Gunsten des Waisenhauses veranstalten. Ein legendärer Road Trip beginnt … Premiere 22. Feb. 2020, Wartburg WIEDERAUFNAHME

3 MUSKETIERE – DAS MUSICAL 12+ Musical von Rob und Ferdi Bolland Buch André Breedland, Stage Entertainement Inszenierung/Choreografie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnen­bild Britta Lammers Kostüme Heike Korn Frankreich im 17. Jahrhundert. D’Artagnan, ein junger Gascogner macht sich auf den Weg nach Paris, er will ein Musketier der Garde des Königs werden und damit in die Fußstapfen seines Vaters treten. Kaum angekommen gerät er in Konflikte mit den drei Musketieren Aramis, Athos und Porthos, doch gemeinsam müssen sie sich plötzlich gegen die Schergen des Kardinal Richelieus verteidigen. Sie werden zu Freunden. Gemeinsam müssen sie viele Abenteuer bestehen. Eine Geschichte um Macht, Intrige und Leidenschaft beginnt. Wiederaufnahme 7. Sep. 2019, Kleines Haus


JUST

WIEDERAUFNAHME

WIEDERAUFNAHME

DU BIST IN ORDNUNG, CHARLIE BROWN! 8+

SATURDAY NIGHT FEVER 14+

Musical von Clark Gesner und John Gordon nach den Comicstrips von Charles M. Schulz Musikalische Leitung Michael Geyer Inszenierung, Choreografie  und Bühnenbild Iris Limbarth Kostüme Heike Korn Da ist zunächst einmal Charlie Brown, der unsterblich in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist, die eingebildete Lucy, die eines Tages Königin werden möchte, der fanatische Beethovenfan Schröder, Linus, der ohne seine Schmusedecke nicht leben kann, Charlies kleine Schwester Sally und natürlich Snoopy, der als Fliegerass gegen den fürchterlichen Roten Baron kämpft. Eine liebenswerte Comicrevue über einen Tag im Leben der legendären »Peanuts«. Wiederaufnahme 17. Okt. 2019, Studio WIEDERAUFNAHME

KING KONG 12+ Musical von Paul Graham Brown und James Edward Lyons, basierend auf dem Roman von Delos W. Lovelace. Musik und Songtexte von Paul Graham Brown, Buch von James Edward Lyons (Deutsche Fassung von James Edward Lyons) Regie und Choreografie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühnen­ bild Britta Lammers Kostüme Heike Korn Der machtgierige Film-Regisseur Carl Denham braucht dringend einen neuen Hit, die arbeits­ lose Filmschauspielerin Ann Darrow dringend einen Job. Gemeinsam machen sie sich mit dem Schiffskapitän Jack Driscoll und seinem alters­ schwachen Kahn auf eine Reise ins Abenteuer. Zahlreiche große Verfilmungen nahmen sich des Mythos King Kong an und nun ein Musical für drei Schauspieler und einen Pianisten. Wiederaufnahme 16. Sep. 2019, Studio

Musical von Robert Stigwood & Bill Oakes In der neuen Version von Ryan McBryde und mit der Musik von The Bee Gees Regie Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert Bühne Britta Lammers Kostüme Heike Korn Choreografie Myriam Lifka 1976 in Brooklyn, New York, Tony Manero, der beruflich in einer Sackgasse steckt und heraus­ ragend tanzen kann, hat nur ein Ziel für sein Leben: Der König des Disco zu werden. Als er Stephanie trifft, die ebenfalls davon träumt endlich aus Brooklyn hinaus zu kommen, und beide beschließen, gemeinsam für einen Tanz­ wettbewerb zu trainieren, ändert sich beider Leben für immer. Wiederaufnahme 25. Aug. 2019, Kleines Haus WIEDERAUFNAHME

IM WEISSEN RÖSSL 12+ Singspiel von Ralph Benatzky, Eric Charell, Hans Müller & Robert Gilbert Regie & Choreografie Iris Limbarth Musika­ lische Leitung Jens Hunstein Bühne Britta Lammers Kostüme Heike Korn Der Kellner Leopold bemüht sich unverdrossen um die Gunst seiner Chefin, der Wirtin Josepha Vogelhuber, die aber ein Auge auf ihren Stamm­ gast, Rechtsanwalt Dr. Siedler, geworfen hat. Dieser wiederum interessiert sich für Ottilie, die soeben mit ihrem Vater, dem Berliner Fabrikanten Giesecke, im »Weißen Rössl« abgestiegen ist. Auch Sigismund Sülzheimer, der Sohn von Gieseckes Konkurrent, ist angekommen. Er soll Ottilie heiraten, um dem ­Konkurrenzkampf zwischen den beiden Firmen ein Ende zu bereiten.

Wiederaufnahme 1. Nov. 2019, Wartburg

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R E T A E K H I G T O G A D Ä P Liebes Publikum, wir haben die Teilnehmer*innen des Theaterclubs 15+ der Spielzeit 2018.2019 danach gefragt, was Theater für diese Jugendlichen bedeutet und was Theater für sie ist. Findet gemeinsam mit uns in der Spielzeit 2019.2020 heraus, was Theaterschauen und Theaterspielen für Euch bedeuten können.

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eine Welt voller ­Improvisation.

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toll.

­ ein einzig artiges Erlebnis.

eine a nd unbek ere,­ annte Welt.


JUST

eine Möglich­ keit, kreativ zu arbeiten.

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Freude und Hoffnung in meinem Leben.

Abwec h von m slung ei eintön nem ig Schula en lltag.

ein Ort, wo ich ich selbst sein kann.

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THEATER IST FÜR MICH …

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Spaß und Fantasie. Leiden­ schaftlichkeit und Freude am Leben.

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THEATERVERMITTLUNG S C H UL E, KITA & C O

Die spartenübergreifende Vermitt­ lung von Theater ist für uns eine zentrale Aufgabe. Die Angebote der Theatervermittlung können den Theaterbesuch umrahmen und betreuen. Alle aufgeführten Formate sind sowohl für Schulen als auch für alle anderen Bildungseinrichtungen und Institutionen gedacht.

T H EAT ERPÄDAGOGISC HE B ET R EUUNG VON PROD UKT IONEN Zu den Stücken des Kinder- und Jugendtheaters sowie zu ausge­ wählten Produktionen der anderen Sparten bieten wir ein theater­­päda­gogisches Begleitprogramm an. Zu diesen Produktionen gibt es Materialien, (praktische) Einführungen und Gespräche. Wie der Vor­ stellungsbesuch durch ein solches Angebot ergänzt werden kann, hängt vom Stück und der Gruppe ab und kann individuell vereinbart werden.

PA K ETE F ÜR S CHULEN U N D KITAS Rund um Ihren Theaterbesuch können Sie sich eigene Pakete zusammen­­stellen. Im Angebot finden Sie Vor- oder Nachgespräche, Workshops (auch bei Ihnen vor Ort möglich), Führungen für Ihre Gruppe und vieles mehr. Buchen Sie verschiedene Pakete für ausgewählte Produktionen oder stellen Sie sich gemeinsam mit uns individuelle Angebote speziell für Ihre Bedürfnisse und Wünsche zusammen. Sie können Ihren Theaterbesuch so über die Vorstellung hinaus erweitern.

WORKSHOPS Schau! Spiel! Wir kommen gemein­ ­sam ins Spielen mit einfachen Schau­ spielübungen. Drama Aktiv! Gemeinsam erfahren wir spielerisch alte Stoffe. Oper Aktiv! Szenisch-musikalische Einführung zu einer Oper. Theater Direkt! In der Gruppe entwickeln und improvisieren wir gemeinsam eine Geschichte. Tanz Aktiv! In Bewegung kommen ohne viel nachzudenken.

Kosten 5 Euro pro Person, in Kombination mit einem Vorstellungsbesuch 3 Euro.

BESUC H P LUS – ZU EI NER ­V O R ST E LLUN G DES ­H ES S IS C H E N ­S TAATSBALLET TS Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn holen wir Ihre Gruppe am Bühnen­ eingang des Hessischen Staats­ theaters Wiesbaden ab und bringen Sie mit den Kindern und Jugend­ lichen in den Ballettsaal, wo sich die Kompanie gerade vor der Vorstellung aufwärmt. Der »Besuch Plus« dauert ca. 30 Minuten und im Anschluss kann die Gruppe mit diesen Eindrü­ cken die Vorstellung genießen.

F Ü H R UN G E N Im Rahmen einer Backstage-Führung bekommen Sie und Ihre Gruppe die Gelegenheit, das Staatstheater Wies­ baden aus einer anderen Perspektive als der des Zuschauenden kennen­ zulernen. Vorbei an den Schildern »Zutritt nur für Mitarbeiter« erfahren Sie, wie in den Werkstätten gearbeitet wird, können einen Blick hinter die Bühne werfen und wan­ deln auf des alten Kaisers Wegen.

Dauer ca. 90 Minuten Kosten 5 Euro pro Teilnehmer In Kombination mit einem Vorstellungsbesuch kostet die Führung nur 3 Euro pro Person. Die Eintrittskarten zur Führung gelten gleicher­ maßen als Fahrkarten für den öffentlichen Nah­ verkehr im RMV-Gebiet.

PAT E N K LAS S E N   /   PAT E N K I TA Zu ausgewählten Produktionen aller fünf Sparten bieten wir Ihnen und Ihrer Gruppe die Möglichkeit, eine unserer Patenklassen / PatenKiTas zu werden. Gemeinsam mit der Patenklasse / PatenKiTa begleiten wir eine Produktion von der Konzeptions­probe bis hin zur Premiere. Probenund Vorstellungsbesuche, Führungen und vieles mehr machen den Prozess von der Probenarbeit bis zum Endergebnis auf der Bühne für die Kinder und Jugendlichen sicht- und erfahrbar. Schauspiel »Romulus der Große« Oper »Matthäus-Passion« Ballett »Der Nussknacker« und »Rotzfrech« JUST »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute «

Bewerbung als Patenklasse unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de


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» LEH RERT REFFPUNKT STAATST H EATER « Wir laden Sie herzlich zu unserem »Lehrertreffpunkt Staatstheater« ein. Über gemeinsame Endproben­ besuche aller Sparten erhalten Sie einen exklusiven Einblick in ausgewählte aktuelle Produktionen und können sich mit anderen Lehr­ kräften, Pädagog*innen und uns darüber austauschen. Die Termine dieser Veranstaltungen entnehmen Sie bitte unserem Newsletter für Päda­gogen*innen, der »Pädagogen­ post«.

M ATERIAL M AP PEN Um Ihnen die Vor- oder Nachbereitung eines Theaterbesuchs Ihrer Gruppe zu erleichtern, stellen wir Ihnen zu ausgewählten Produktionen Materialmappen zusammen. Diese können Sie als PDF von unserer ­Website herunterladen. Diese Mappen beinhalten Hintergrund­ informationen zur jeweiligen Inszenierung, Informationen zur Thematik und Vorschläge zur ­­­Vor- und Nachbereitung des Theaterbesuchs mit Ihrer Gruppe.

T H EAT ERPROFIS UNTERWEG S Sie wollten schon immer mal einen Theaterprofi in Ihrer Institution willkommen heißen? Wir wollen Ihnen gerne die Möglichkeit dazu geben:

ORCHESTER & KITA / ORCHESTER & SCHULE / ORCHESTER & SENIOREN Musiker und Musikerinnen des ­Hessischen Staatsorchesters ­Wiesbaden besuchen – Solo oder in kleinen Ensembles – Ihre Institution oder Einrichtung. Fantasievolle Geschichten und Mit­ machaktionen öffnen spielerisch den Zugang zur klassischen Musik.

OPER AKTIV! UNTERWEGS Das beliebte Workshopformat »Oper Aktiv!« bleibt bestehen! Unser Vermittlungspaket »Oper aktiv! Unterwegs« beinhaltet, je nach Ver­ fügbarkeit, eine Einführung und / oder eine praktische szenische Inter­ pretation einer Oper vor Ort in Ihrer Schule, einen Besuch einer Opern­ vorstellung und eine Nachbereitung in der Schule.

DRAMA AKTIV! UNTERWEGS Wir kommen in Ihre Schule und erarbeiten mit Ihrer Klasse oder Ihrem Kurs in praktischen Übungen eine Szene aus einem Drama. Auf diese Weise hauchen wir dem Text neues Leben ein und machen ihn dadurch erlebbar.

TANZ AKTIV! UNTERWEGS Wir schicken auch das Ballett auf Reisen. Spielerisch erlernen Sie und Ihre Gruppe hier einzelne Sequenzen ausgewählter Produktionen. Damit findet ein ganz besonderes Herantasten an die Produktionen des Hessischen ­Staatsballetts statt.

SC HULT H EAT E RTAG E Die Schultheatertage 2020 finden in der Zeit vom 23. März 2020 bis zum 27. März 2020 statt. Das Staats­ theater Wiesbaden ist dann wieder fest in der Hand von Schüler*innen und ihren ganz unterschiedlichen Produktionen. Es wird auch wieder die Chance geben, als Helfer*in für die Schul­ theatertage aktiv zu sein, hautnah das Festival zu begleiten und dabei eine Menge Theaterluft zu schnup­ pern.

Anmeldestart zur Teilnahme an den Schultheatertagen 2020 ist im September 2019. Genauere Informationen erhalten Sie über unsere Newsletter oder unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de Wir freuen uns schon auf eine Woche voller Theater, Trubel und toller Stücke!

PÄDAG O G E N P O ST Über unseren Newsletter »Pädagogen­post« erfahren Sie alle aktuellen Angebote der Theater­ pädagogik. Informationen zu Lehrer­ treffpunkten, Workshops oder Sichtungs­terminen, sowie Angebote für spezielle Produktionen des ­Hessischen Staatstheaters Wiesbaden für Klassen und Gruppen.

Anmeldung für den Newsletter unter www.staatstheater-wiesbaden.de/newsletter

G R O S S E R LE H R E R * IN N E N – IN F O R MAT IO N SAB E N D Einmal in der Spielzeit veranstalten wir einen großen Lehrer*innen-­ Informationsabend. Hier erfahren Sie exklusiv alle interessanten ­Informationen zu den Produktionen der kommenden Spielzeit und was wir Ihnen rund um den Theater­ besuch mit Ihrer Gruppe sonst noch alles im Hessischen Staatstheater Wiesbaden bieten.

Informationsabend 2020 21. Apr. 2020 im Foyer des Großen Hauses Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de

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MITMISCHEN Wir wollen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern generationenübergreifend alle Menschen dazu anregen, im Theater »­mitzumischen«. Mit unserem Angebot zum »Mit­ mischen« möchten wir für alle einen Zugang schaffen, sich aktiv ins Theater einzubringen, sich auszupro­ bieren, mitzugestalten, mitzuhelfen und einfach Spaß und Freude am gemeinsamen kreativen Miteinander zu haben.

WO RKS H OPS Ob intensiver Musical-Workshop an einem Wochenende oder ein Schnupper-­­Tag für die Allerkleinsten, in unserem Workshop-Angebot findet jeder das Passende. Unsere aktuellen Workshop-Termine entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Monatsleporello oder unserem »Theaterpädagogik-­ Newsletter für Alle«.

REPERTOIRE Erste Schritte 4 – 6-Jährige – Der erste Einstieg in die Welt des Theater­spielens Kids on Stage 6 – 10-Jährige – ­Grundschulkinder erfinden ihre eigene Geschichte. Musical 14 – 16-Jährige – Singen, tanzen und schauspielern an einem Wochenende Oper Aktiv! für Familien – Szenisch-­musikalische Einführung in eine Oper Schau! Spiel! ab 16 Jahren – Ensemble­mitglieder zeigen ihre Tricks und Kniffe. Schau! Spiel! Junior 10 – 13-Jährige – Erlernen von Schauspieltechniken

HESSISCHES STAATSBALLETT Antanzen* ab 18 Jahren – ­Monatliches offenes Training für Nicht-Profis, vom klassischen Ballett bis zeitge­nössischem Tanz Repertoire-Workshop für unter­ schiedliche Altersgruppen – Erlernen einzelner Tanzsequenzen aktueller Ballettproduktionen Tanz-Workshops mit Gästen des ­Hessischen Staatsballetts für unterschiedliche Zielgruppen – Gast­ choreografen bieten Workshops an, in deren Mittelpunkt die Erprobung unterschiedlichster zeitgenössischer Tanzformen steht, inspiriert von den Perspektiven der Gastkünstler.

YOUR SPAC E »Yourspace« ist Eure Chance, unsere Bühne zu erobern. Was Ihr zeigt, das entscheidet Ihr. Ihr habt fünf Minuten Zeit, drei Lichtstimmungen zur Auswahl und eine Bühne für Euren Auftritt. Das Publikum entscheidet, wer den Hauptpreis mit nach Hause nimmt und in die Geschichte der Wartburg eingeht.

Termin 18. Jan. 2020, 19.30 Uhr, Wartburg Anmeldung yourspace@staatstheater-wiesbaden.de Anmeldeschluss 31. Dez. 2019

C LUBANG E B OT E THEATERCLUB KIDS Der Theaterclub Kids ist ein drei­ monatiges Projekt für alle zwischen 6 und 10 Jahren. Wir probieren uns aus, lassen die Fantasie spielen, sind Schauspieler*innen, Tänzer*innen, Sänger*innen, Musiker*innen und noch vieles mehr. Gemeinsam wollen wir so spielerisch den Kosmos

Theater entdecken und am Ende in einer kleinen Werkschau präsen­ tieren, was wir auf unserer drei­ monatigen Forschungsreise durch die Welt des Theaters alles auf­ gespürt haben.

Alter 6 – 10 Jahre Zeitraum Jeden Montag ab 9. Sep. 2019 Uhrzeit 15 – 16.30 Uhr (außer in den Schulferien) Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de THEATERCLUB JUNIOR Wie der Theaterclub Kids ist auch der Theaterclub Junior ein drei­ monatiges Projekt. Alle zwischen 11 und 14 Jahren bekommen hier die Chance, ihr eigenes Stück zu ent­wickeln, dies zu erproben und in einer Werkschau zu präsentieren.

Alter 11 – 14 Jahre Zeitraum Jeden Montag ab 3. Feb. 2020 Uhrzeit 15 – 16.30 Uhr (außer in den Schulferien) Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de THEATERCLUB Stückentwicklung Du probierst Dich gerne aus und suchst einen Ort, um mit Gleichgesinnten Theater zu machen? Bei uns kannst Du Dich unter professioneller Anleitung auf »den Brettern, die die Welt bedeuten« ausprobieren und in der Gruppe gemeinsam ein eigenes Theater­projekt erarbeiten. Egal, ob Theaterneuling oder alter Theater­ hase, wir freuen uns auf Dich! Am Sonntag, 28. September 2019 gibt es beim Kick-Off-Termin die Möglichkeit, in unseren Club hinein­ zuschnuppern.


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Alter 15 – 25 Jahre Kick-Off-Termin 28. Sep. 2019 Zeitraum Jeden Montag ab 14. Okt. 2019 Uhrzeit 17 – 19 Uhr (außer in den Schulferien) Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de »Der Joker« Du hast bereits Theater­

erfahrung und möchtest deine Energie und Zeit in ein Theaterstück investieren. Die Produktion »Der Joker« nach Markus Zusak sucht Darsteller*innen.

Informationen unter d.schirdewahn@staatstheater-wiesbaden.de JUNGES STAATSMUSICAL Jedes Jahr werden für die neue Musical-Produktion des Jungen Staatsmusicals begabte junge Leute gesucht. Das Casting geht über ein Wochenende, an dessen Ende meist 6 – 10 Bewerber genommen werden. Für das Casting muss man sich nicht anmelden. Genauere Informationen zum Ablauf gibt es hier:

Alter 15 – 25 Jahre Termin Casting: 23. & 24. Nov. 2019 Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Leitung Iris Limbarth junges-staatsmusical@staatstheater-wiesbaden.de TANZKLUB* Die Tanzklubs sind ein Angebot an Menschen mit und ohne Vorerfahrung, die einmal wöchentlich zu uns kommen, um zu tanzen. Das bewusste Erleben des eigenen Körpers, dessen unmittelbare Erfahrung und der gemeinsame Weg in einem künstleri­ schen Prozess stehen hier im Vorder­ grund. In Darmstadt und Wiesbaden sind sie thematisch an das Repertoire des Hessischen Staatsballetts ange­ lehnt und erstrecken sich über die Dauer einer Spielzeit, ausgenommen der Schulferien.

Alter 18 – 25 Jahre Anmeldung unter priorenouak@staatstheater-darmstadt.de

THEATER ANDERS – DAS INKLUSIVE ENSEMBLE Theater Anders arbeitet an einem Prozess der Begegnung – hier kann jeder für sich etwas Neues, sich selbst und die anderen entdecken und gemeinsam einen Ausdruck suchen. Dabei ist es nicht entschei­ dend, ob wir groß oder klein, alt oder jung, dünn oder dick, b ­ ehindert oder nicht behindert sind. Uns ­interessiert nicht, was man angeblich können sollte, sondern wir erfreuen uns an dem, was jeder kann. Und das ist häufig viel mehr als erwartet. Aus Bildern, Wünschen, Träumen entsteht Jahr für Jahr ein neues Theaterstück, das so lebendig, bunt und eigenwillig ist wie das Ensemble selbst.

Ein Projekt von Semiramis e.V., sowie dem Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden in Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Leitung Priska Janssens Anmeldung und nähere Informationen unter semiramis-ev@gmx.de oder p.janssens@hotspot-theater.de

THEAT E R S C O UTS ­S TUDIE R E N DE Gemeinsam besuchen wir Vorstel­ lungen und Proben aktueller Pro­duktionen, schauen hinter die Kulissen, lernen die Produktions­ beteiligten kennen, probieren unser eigenes Spiel in Workshops und besprechen das Erlebte in gemütlicher Runde in der Theaterkantine.

F E R IE N AKADE MIE N F Ü R K IN DE R U N D JU G E N DLI C H E In unseren Ferienakademien bieten wir die Möglichkeit, die Welt des Theaters aktiv näher kennen zu lernen. Spartenübergreifend darf von Tanz, über Schauspiel und Musizieren bis hin zum kreativem Schreiben und Bühnenbau alles erprobt und ausprobiert werden. Jeder Ferienkurs widmet sich dabei seinem ganz eigenen Thema. Die Ferienkurse richten sich an alle mit und ohne Theatererfahrung, die Lust haben, in die Welt des Theaters einzutauchen.

Mit dem Team der Theaterpädagogik HERBSTFERIENAKADEMIE – KIDS Für alle Theaterentdecker von 6 – 10 Jahren Zeitraum Mo, 7. Okt. – Fr, 11. Okt. 2019 Uhrzeit 9 – 14 Uhr Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Kosten 100 Euro WINTERFERIENAKADEMIE – JUNIOR Für alle Theaterbegeisterten von 11 – 14 Jahren Zeitraum Mi, 08. Jan. – Fr, 10. Jan. 2020 Uhrzeit 10 – 15 Uhr Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Kosten 70 Euro OSTERFERIENAKADEMIE – KIDS Für alle Theaterinteressierten von 6 – 10 Jahren Zeitraum Mi, 15. Apr. – Fr, 17. Apr. 2020 Uhrzeit 9 – 14 Uhr Ort Hessisches Staatstheater Wiesbaden Kosten 70 Euro

Kosten Das Angebot ist für Studierende der Hochschule RheinMain kostenlos. Weitere Informationen und Anmeldungen theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de

*Die Tanzklubs und ANTANZEN finden in Rahmen der Tanzplattform ­Rhein-Main statt. Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Projekt des Hessischen Staatsballetts und des Künstlerhauses Mousonturm, ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, BHF-BANKStiftung, Crespo Foundation, Dr.  Marschner-­Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main].

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ENTDECKEN & EXTRAS F Ü H RUNGEN

NEWSLETT E R F ÜR A LLE

KO N TAKT

BACKSTAGE FÜR ALLE – FAMILIENFÜHRUNG HINTER DIE KULISSEN

Über unseren »Theaterpädagogik-­ Newsletter für Alle« erhalten Sie aktuelle Informationen zu Angeboten und Veranstaltungen für alle Alters­ gruppen.

Für nähere Informationen, Anmeldungen, ­Nachfragen und Anregungen stehen wir Ihnen und Euch gerne zur Verfügung:

Einmal im Monat (an einem Sonntag­ vormittag) haben Sie die Gelegenheit – auch mit der ganzen Familie –, in einer 90-minütigen Führung hinter die Kulissen des Hessischen Staats­ theaters Wiesbaden zu schauen.

Termine finden Sie online oder im Monatsleporello. Karten 5 Euro THEATERDETEKTIVE Hast du Dich schon immer gefragt, ob im Theater alles mit rechten Dingen zugeht? Als Theaterdetektiv spürst Du einem besonders kniff­ ligen Fall hinter den Kulissen des Theaters nach. Wenn Ihr im Team zusammenarbeitet und gemeinsam den Fall löst, dann habt ihr Euch den Titel »Theater­detektiv« auch wirklich verdient! »Theaterdetektive« ist eine spannende, interaktive Führung durch das Hessische Staatstheater Wiesbaden. Diese besondere Führung richtet sich an alle Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, die ohne Begleitung von Eltern das Abenteuer »Theaterdetek­ tive« wagen.

SONDERFÜHRUNGEN Seit Februar 2018 bieten wir regel­ mäßig Führungen für Gehörlose und Menschen mit Hörschädigung an. Für weitere Führungen für ­Menschen mit besonderen Bedürf­ nissen sind wir stets offen und freuen uns auf Ihre Anfragen. In Absprache mit unserem Team realisieren wir gerne das Mögliche.

Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de oder über die Website des Hessischen Staats­ theaters Wiesbaden.

KOOPER AT IO N E N Das JUST und die Theaterpädagogik des Hessischen Staatstheaters Wies­ baden arbeiten Hand in Hand mit verschiedenen Vereinen dieser Stadt.

JUSTUS WIESBADEN E. V. Gemeinsam mit Justus Wiesbaden e. V. teilen wir die Meinung, dass kein Theaterbesuch am Geld scheitern sollte. Bei Engpässen leistet dieser Verein finanzielle Unterstützung.

www.justus-wiesbaden.de THEATERPATEN E.  V. Theaterpaten e. V. ist eine private ­Initiative, die Kindern und Jugend­ lichen den Besuch im Theater ­ermöglicht. Die Pat*innen begleiten den Theater­besuch und übernehmen die gesamten Kosten dafür. Wir freuen uns, das Projekt auch in Zukunft zu unterstützen.

www.theaterpaten-verein.de THEATER ANDERS – DAS INKLUSIVE ENSEMBLE In Kooperation mit Semiramis e. V. wird das inklusive Ensemble Theater Anders weiterhin am Hessischen Staatstheater Wiesbaden stattfinden.

Das Team der T­ heaterpädagogik Luisa Schumacher, Anne Tysiak und Laura zur Nieden Mitarbeit Musiktheater- und Konzert­ pädagogik Gisela Reinhold theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de Tel. 0611.132 -270 / -500 Tanzvermittlung Hessisches Staatstballett Nira Priore Nouak priorenouak@staatstheater-darmstadt.de Tel. 06151.2811 7422 Die Büroräume der Theaterpädagogik finden Sie in der Theaterkolonnade gegenüber des Gruppenbüros.


JUST

NIRA PRIORE NOUAK

GIS E LA R E IN H O LD

LAURA Z UR NIEDEN ANNE TYSIAK LUISA S CHUMAC HER

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KARTEN ABONNEMENTS KARTENPREISE SAALPLÄNE ANFAHRT PERSONALIA SPIELPLAN

SERVICE

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KARTEN VERKAUFSSTELLEN KASSE IM GROSSEN HAUS Tel. 0611.132 325 Fax 0611.132 367 Mo – Fr 10 – 19.30 Uhr Sa 10 – 14 Uhr So & Feiertag 11 – 13 Uhr Die Abendkasse ist jeweils eine Stunde vor V ­ orstellungsbeginn geöffnet. Während der Theaterferien ist die ­Theaterkasse vom 1. Juli bis 11. August 2019 geschlossen.

vorverkauf @ staatstheater-wiesbaden.de www.staatstheater-wiesbaden.de

VORVERKAUF Der Vorverkauf für die Vorstellungen im Großen Haus und die Premieren in den anderen Spielstätten (außer Wartburg) beginnt am 9. April 2019. Für die restlichen Vorstellungen der Inter­nationalen Maifestspiele außer den Opern-Galas beginnt der Vorver­ kauf im Februar 2020. Mit Erscheinen des Monatspielplans beginnt der Vorverkauf für die restlichen Vor­stellungen im Kleinen Haus, Studio, in der Wartburg und im Foyer. Der Spielplan erscheint jeweils am 20. eines ­Monats für den übernächsten Monat.

SCHRIFTLICHE & TELEFONISCHE ­K ARTENBESTELLUNG Karten können telefonisch, per E-Mail oder online bestellt und per Kreditkarte, SEPA-Lastschrift oder PayPal bezahlt werden (Online-­ Vorverkaufsgebühr: 10 %). Das Abholen an der Theaterkasse ist gegen Vorlage der Kaufbestätigung oder Auftragsnummer möglich; auf Wunsch werden die Karten postalisch zugesandt (Porto und Bearbeitungsgebühr: 2,50 Euro). Das Reservieren von Karten ist ­telefonisch für den Zeitraum von einer Woche und höchstens bis zum Vortag der Vorstellung möglich.

Bereits bezahlte Karten können bis zum Vorstellungsbeginn zurück­ gelegt werden.

Zur Beratung vor Ort ist das Büro 9. April bis 10. Juli und vom 1. August bis 11. Oktober 2019 geöffnet.

GESCHENKGUTSCHEINE

Mo, Mi & Fr 10 – 18 Uhr Di & Do 10 – 19 Uhr Sa 10 – 14 Uhr

Geschenkgutscheine und Sekt­ gutscheine sind an der Theaterkasse im Großen Haus, telefonisch oder online erhältlich.

Die Gutscheine sind bei allen ­Veranstaltungen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden einsetzbar und ab Ausstellungsdatum drei Jahre gültig.

VORVERKAUFSKASSEN Vorverkaufsgebühr jeweils 13 %

TICKETBOX E. KFR. WIESBADEN Galeria Kaufhof, 65185 Wiesbaden Eingang Friedrichstraße Tel. 0611.304 808 & 376 444 info @ ticketbox-wiesbaden.de

Während der Wintermonate können Sie die ­Abo­nnement-Beratung an der Kasse im Großen Haus in Anspruch nehmen.

GRUPPENBERATUNG GRUPPEN- UND SCHULBÜRO THEATERKOLONNADE Tel. 0611.132 300 Fax 0611.132 378 gruppenticket @ staatstheater-wiesbaden.de BÜROZEITEN Mo – Do 9 – 16 Uhr Fr 9 – 15 Uhr

WIESBADEN TOURIST INFORMATION Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden Tel. 0611.18 29 930 tourist-service @ wiesbaden-marketing.de

Das Gruppen- und Schulbüro berät Gruppenleiterinnen und -leiter zum Spielplan des Hessischen Staats­ theaters.

TICKETSCHMIEDE GMBH tickets @ ticketschmiede.de www.ticketschmiede.info

Auch vor dem Start des offiziellen Verkaufs sind Gruppenreservierungen möglich.

FRANKFURT TICKET Hauptwache Frankfurt (B-Ebene) Tel. 069.13 40 400 info @ frankfurt-ticket.de www.frankfurt-ticket.de

Zum erweiterten Angebot gehören Führungen, Begleitprogramme und Informationsmaterial.

TICKETBOX E. KFR. MAINZ Kleine Langgasse 4, 55116 Mainz Tel. 06131. 211 500 & 06131. 223 911 info @ ticketbox-mainz.de www.ticketbox-mainz.de

ABONNEMENT-BÜRO THEATERKOLONNADE Tel. 0611.132 340 Fax 0611.132 367 abonnement @ staatstheater-wiesbaden.de Für eine telefonische Beratung zum ­gesamten Abonnement-Angebot steht Ihnen das Team des Abo-Büros ganz­ jährig Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr zur Verfügung.

TURNUSVERANSTALTUNGEN MIT DEM THEATERBUS Aus dem Umland mit dem Bus direkt zum Hessischen Staatstheater ­Wiesbaden – und nach der Vorstellung wieder zurück! Mit unserem Service der Theaterbus-Kulturlinien bieten wir für ausgewählte Vorstellungen die bequeme An- und Abreise im Reise­bus aus vielen Regionen: Taunus, Rhein-Taunus, Rheingau und Rhein­ hessen.

›› Buchbar von Einzelpersonen oder Gruppen ›› flexibles Buchen von Termin zu Termin ›› Betreuung durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter


Service

TURNUS I Mi Fr Do Do Do Do Do Do

18.09.19 11.10.19 14.11.19 23.01.20 05.03.20 09.04.20 04.06.20 02.07.20

THEATER BARRIEREFREI 19.30 19.30 19.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Carmen Gräfin Mariza Der Rosenkavalier Der Nussknacker Der fliegende Holländer Elektra Il Trovatore Tyll

GH

19.30 19.30 19.00 19.30 19.30 20.00 19.30 19.30

Tyll Carmen Der Rosenkavalier Der Nussknacker Gräfin Mariza WIR5 Il Trovatore Elektra

GH

GH GH GH GH GH GH GH

TURNUS II Do Sa Sa Sa Sa Mi Sa Sa

19.09.19 26.10.19 30.11.19 14.12.19 01.02.20 19.02.20 18.04.20 06.06.20

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In allen Spielstätten gibt es barrierefreie Plätze sowie Plätze für Roll­ stuhlfahrer. Theaterbesuchern mit Gehbehinderung oder eingeschränkter Mobilität empfehlen wir, sich beim Kartenkauf über die barrierefreien Plätze und deren Zugang zu infor­ mieren.

Gerne ermöglichen wir Sonder­ vorstellungen für Schulen für Gehörlose und Schwerhörige. Dolmetscher­ innen und Dolmetscher für Gebärden­ sprache übersetzen simultan für das Publikum. In den vorderen Reihen sind Plätze reserviert, von denen aus eine gute Sicht auf die Dolmetscher­ innen und Dolmetscher garantiert ist. Theaterbesucher mit einge­ schränktem Hörvermögen genießen so einen Vorstellungsbesuch. Bei Interesse melden Sie sich bei unserem Gruppen- & Schulservice.

gruppenticket @ staatstheater-wiesbaden.de

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NEW MYSELF &I

100% Neues 35% günstiger: Unser Neuinszenierungs-Abo Abo-Büro | T 0611.132 340 abonnement@staatstheater-wiesbaden.de www.staatstheater-wiesbaden.de

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ABONNEMENTS VORTEILE FÜR ABONNENTEN FESTPLATZ-ABONNEMENTS Rabatt bis zu 70 %, feste Plätze und trotzdem flexibel: Sichern Sie sich zum Auftakt der ­Spielzeit ein Abo und werden Sie Stammgast.

UMTAUSCH Der Tausch von Abo-Vorstellungen ist bis ­spätestens 12 Uhr des Vorstellungstages möglich. Ab dem 4. Tausch wird eine Bearbeitungs­ gebühr von 3 bis 5 Euro erhoben.1, 2

ABOS IM GROSSEN HAUS GH-Prem

PREMIEREN Sa Sa Sa So Sa Sa So Sa Fr

31.08.19 14.09.19 05.10.19 10.11.19 18.01.20 15.02.20 15.03.20 28.03.20 01.05.20

19.30 19.30 19.30 18.00 19.30 19.30 19.30 19.30 18.00

FLEXIBLE ABONNEMENTS

NEUINSZENIERUNGEN

Mit den Wahl-Abonnements haben Sie die freie Auswahl.2 Nicht nur zu Beginn der Spielzeit, auch während der laufenden Saison sind diese flexiblen Gutscheine ein schönes Geschenk an Sie selbst und Ihre Lieben.

Fr Mi Fr Do Mi Fr

ERMÄSSIGUNG

Fr

Als Abonnentin und Abonnent erhalten Sie 15 % Ermäßigung auf alle Veranstaltungen in allen Spielstätten.3

So

THEATER IN DER REGION

Mi

Preisermäßigungen für ›› Oper & Schauspiel Frankfurt (10 %)

Do

Mi Mi Mi Mi

›› Staatstheater Darmstadt (15 %)

Mi

›› Staatstheater Kassel (15 %) ›› Stadttheater Gießen (15 %) ›› Hessisches Landestheater Marburg (15 %) ›› Theater und Orchester Heidelberg (15 %) ›› Theater im Pfalzbau Ludwigshafen (15 %)

Mi Mi Mi

Do Do Do Fr Do Do Do Do

2 ausgenommen Wahl-Abonnement 3 ausgenommen Premieren, Sonderveranstaltungen, Gastspiele & Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele

Tyll Carmen Gräfin Mariza Der Rosenkavalier Matthäus-Passion Anna Nicole Le sacre du printemps Il Trovatore Tristan und Isolde GH-Mi

06.11.19 04.12.19 18.12.19 12.02.20 11.03.20 01.04.20 29.04.20 03.06.20 24.06.20

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.00 19.30 19.30

Gräfin Mariza Carmen Der Nussknacker Matthäus-Passion Anna Nicole Le sacre du printemps Der Rosenkavalier Tyll Il Trovatore GH-Do

DONNERSTAG

Do

¹ beim Konzert-, Ballett- und Familien-Abonnement nur einmal pro Spielzeit.

19.30 19.30 19.30 19.00 19.30 19.30 19.30 19.30 18.00

GH-Neu

MITTWOCH

›› Nationaltheater Mannheim (15 %) ›› Staatstheater Mainz (15 %)

06.09.19 18.09.19 11.10.19 14.11.19 22.01.20 21.02.20 20.03.20 05.04.20 11.06.20

Tyll Carmen Gräfin Mariza Der Rosenkavalier Matthäus-Passion Anna Nicole Le sacre du printemps Il Trovatore Tristan und Isolde

10.10.19 31.10.19 12.12.19 09.01.20 14.02.20 19.03.20 23.04.20 04.06.20 18.06.20

19.30 19.30 19.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Carmen Der Nussknacker Der Rosenkavalier Tyll Manon Anna Nicole Le sacre du printemps Il Trovatore Gräfin Mariza


Service

FREITAG Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr

20.09.19 04.10.19 08.11.19 20.12.19 31.01.20 28.02.20 03.04.20 12.06.20

GH-Fr

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Die Zauberflöte Carmen Tyll Gräfin Mariza Matthäus-Passion Anna Nicole Le sacre du printemps Il Trovatore

Mi Mi Mi Mi Mi Mi Mi Do

GH-Sa

SAMSTAG Sa Sa Sa Sa Sa Sa Sa Sa

07.09.19 19.10.19 21.12.19 08.02.20 07.03.20 04.04.20 20.06.20 04.07.20

19.30 19.30 19.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Tyll Der Nussknacker Premiere Der Rosenkavalier Matthäus-Passion Anna Nicole Peter Grimes Le sacre du printemps Der Liebestrank

So So So So So So So

15.09.19 20.10.19 08.12.19 19.01.20 01.03.20 26.04.20 14.06.20 05.07.20

Mi Mi Di Mi

11.09.19 02.10.19 09.10.19 13.11.19 11.12.19 05.02.20 18.03.20 19.03.20 08.04.20 20.05.20 27.05.20 17.06.20 30.06.20 01.07.20

Fr Fr

Tyll Carmen My Fair Lady Gräfin Mariza Anna Nicole Il Trovatore Le sacre du printemps Tristan und Isolde

Fr Fr Fr Fr Fr Do Fr Fr Fr Do Fr Fr

GEMISCHTE ABOS

Fr Fr Fr

BALLETT-ABO

Fr

27.09.19 18.10.19 01.11.19 22.11.19 06.12.19 20.12.19 17.01.20 30.01.20 31.01.20 28.02.20 06.03.20 02.04.20 03.04.20 24.04.20 22.05.20 29.05.20 19.06.20 03.07.20

So

27.10.19

16.00

Der Nussknacker

GH

Di

18.02.20

19.30

Alonzo King Lines Ballet

GH

07.04.20

19.30

Le sacre du printemps

MIX-VB ABO

Di

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SONNTAG-16-UHR-ABO So So So So So So So So So

22.09.19 13.10.19 17.11.19 24.11.19 01.12.19 01.03.20 22.03.20 19.04.20 26.04.20

16.00 16.00 16.00 16.00 16.00 16.00 16.00 16.00 16.00

Carmen Gräfin Mariza Der zerbrochne Krug Der zerbrochne Krug Der zerbrochne Krug Romulus der Große Tyll Romulus der Große Romulus der Große

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.00 19.00 19.30 19.30 19.30

Tyll Vögel Vögel Carmen Gräfin Mariza Matthäus-Passion Wassa Schelesnowa Wassa Schelesnowa Il Trovatore Wallenstein Wallenstein Peter Grimes Die Küste Utopias: A­ ufbruch Die Küste Utopias: A­ ufbruch

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Mi-Mix 1

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Mi-Mix 1

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Mi-Mix 2

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Mi-Mix 1

Fr-Mix

FREITAG-MIX

GH-So

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 18.00

Mi Mi

SONNTAG So

Mi-Mix

MITTWOCH-MIX

16-So (Fam-Abo)

Do Do

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16-So 1

Do

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16-So 3

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16-So 2

19.09.19 03.10.19 14.11.19 18.12.19 23.01.20 27.02.20 09.04.20 28.05.20 25.06.20

19.30 19.30 19.30 19.00 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30

Vögel Gräfin Mariza Vögel Der Rosenkavalier Carmen Vögel Tyll Schöne Bescherungen Schöne Bescherungen Schöne Bescherungen Manon Casino Wiesbaden (AT) Casino Wiesbaden (AT) Casino Wiesbaden (AT) Romulus der Große Romulus der Große Il Trovatore Romulus der Große

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Fr-Mix 1

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Mix-VB

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.00 19.30

Tyll Die Zauberflöte Vögel Schöne Bescherungen Der Nussknacker Peter Grimes Elektra Wallenstein Der Liebestrank

Termin- und Vorstellungsänderungen vorbehalten

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ABOS IM KLEINEN HAUS

ABO IM KURHAUS KH-Prem

PREMIEREN So Sa Sa Fr So Fr Sa So Sa

15.09.19 26.10.19 07.12.19 27.12.19 19.01.20 14.02.20 07.03.20 03.05.20 20.06.20

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 18.00 19.30

Vögel Der zerbrochne Krug Schöne Bescherungen Tyll Casino Wiesbaden (AT) Romulus der Große Wassa Schelesnowa Wallenstein Die Küste Utopias: ­Aufbruch

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SINFONIEKONZERT-ABO Mi

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25.09.19 23.10.19 20.11.19 29.01.20 19.02.20 13.05.20 03.06.20 01.07.20

20.00 20.00 20.00 20.00 20.00 20.00 20.00 20.00

WIR 1 WIR 2 WIR 3 WIR 4 WIR 5 WIR 6 WIR 7 WIR 8

Termin- und Vorstellungsänderungen vorbehalten

KH-Mi

MITTWOCH Fr Mi Mi Mi Mi Mi Mi Mi Mi

13.09.19 25.09.19 30.10.19 11.12.19 29.01.20 19.02.20 11.03.20 13.05.20 24.06.20

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.00 19.30

Tyll Vögel Der zerbrochne Krug Schöne Bescherungen Casino Wiesbaden (AT) Romulus der Große Wassa Schelesnowa Wallenstein Die Küste Utopias: ­Aufbruch

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KH-Do

DONNERSTAG Fr Do Do Do Do Do Do Do Do

13.09.19 26.09.19 31.10.19 12.12.19 23.01.20 20.02.20 12.03.20 14.05.20 25.06.20

19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.30 19.00 19.30

Tyll Vögel Der zerbrochne Krug Schöne Bescherungen Casino Wiesbaden (AT) Romulus der Große Wassa Schelesnowa Wallenstein Die Küste Utopias: ­Aufbruch

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KH-Fr

FREITAG Fr So Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr

20.09.19 06.10.19 15.11.19 03.01.20 24.01.20 21.02.20 13.03.20 15.05.20 26.06.20

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Vögel Tyll Der zerbrochne Krug Schöne Bescherungen Casino Wiesbaden (AT) Romulus der Große Wassa Schelesnowa Wallenstein Die Küste Utopias: ­Aufbruch

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WOCHENENDE So So Sa So Sa So Sa Sa So

22.09.19 06.10.19 02.11.19 15.12.19 25.01.20 23.02.20 21.03.20 16.05.20 28.06.20

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Vögel Tyll Der zerbrochne Krug Schöne Bescherungen Casino Wiesbaden (AT) Romulus der Große Wassa Schelesnowa Wallenstein Die Küste Utopias: ­Aufbruch

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Konz-Abo


MORE DRAMA BABY Freie Auswahl aus allen Sparten: Flexibel sparen mit den Wahl-Abos Abo-BĂźro | T 0611.132 340 abonnement@staatstheater-wiesbaden.de www.staatstheater-wiesbaden.de


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FLEXIBLE ABONNEMENTS ABOPREISE DAS WAHL-ABONNEMENT Mit den Wahl-Abonnements erhalten Sie eine bestimmte Anzahl von ­Gutscheinen, die Sie für Vorstellungen Ihrer Wahl 4 einlösen können: Acht Gutscheine für das Große Haus, vier Gutscheine für das Kleine Haus oder mit dem gemischten Wahl-Abonne­ ment je vier Gutscheine im Großen und Kleinen Haus. Die Gutscheine sind übertragbar.

DIE JUNGE KARTE Mit der Jungen Karte erhalten Schüler­ innen und Schüler, Studierende und Auszubildende bis 30 Jahre sechs vergünstigte Gutscheine für Aufführungen ihrer Wahl. Die ­Gutscheine sind flexibel kombinierbar und gelten für alle Sparten und Spiel­ stätten. Sie sind übertragbar und ab Kaufdatum ein Jahr gültig.4

Die Karte ist nur an der Theaterkasse erhältlich.

THEATER-SPONTAN-CARD Mit der Theater-Spontan-Card erhalten Sie 50 % Rabatt auf alle Vorstellungen im Hessischen Staats­ theater Wiesbaden. Die Karte kostet einmalig 45 Euro und ist bei nicht ausverkauften Vorstellungen an der Abendkasse je eine Stunde vor ­Vorstellungsbeginn einsetzbar. Sie ist ab Kaufdatum ein Jahr lang und unabhängig von der Spielzeit gültig. Die Karte ist nicht über­ tragbar. Die Karte ist nur an der Theaterkasse erhältlich.

4 ausgenommen Premieren, Konzerte, Gastspiele, Sonderveranstaltungen & Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele 5 nur in Verbindung mit einem Mix-Abo im jeweils anderen Haus & freie Auswahl der Platzkategorie 6 außer Vorstellungen des Staatsmusicals 7 ausgenommen Premieren, Gastspiele, Sonderver­ anstaltungen & Veranstaltungen der Internationalen Maifestspiele

Alle Preise in Euro

GROSSES HAUS S

I

II

III

IV

V

VI

Premieren-Abo 9 Vorst.

795,– 620,– 430,– 300,– 170,– 105,– 90,–

Neuinszenierungen-Abo 9 Vorst.

395,– 320,– 220,– 155,–  95,–  70,– 55,–

Mi- & Do-Abo 9 Vorst.

325,– 265,– 200,– 145,–  90,–  70,– 55,–

Fr- & Sa-Abo 8 Vorst.

315,– 265,– 225,– 165,–  92,–  60,– 50,–

So-Abo 8 Vorst.

290,– 255,– 180,– 125,–  80,–  60,– 50,–

Wahl-Abo 8 Gutscheine

320,– 280,– 230,– 165,– 100,–  75,– 60,–

Wahl-Abo 5 4 Gutscheine

175,– 150,– 115,–  85,–  50,–  35,– 30,–

Ballett-Abo 3 Vorst.

 98,–  77,–  55,–  41,–  31,–  25,– 19,–

MIX-ABOS GROSSES & KLEINES HAUS S

Mi-Mix Abo 5 6 Vorst.

GH

Mi-Mix Abo 5 4 Vorst.

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Fr-Mix Abo 5 6 Vorst.

GH

Fr-Mix Abo 5 4 Vorst.

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Mix-VB 5 6 Vorst.

GH

Mix-VB 5 3 Vorst.

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Sonntag-16-Uhr-Abo 5 3 Vorst.

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Sonntag-16-Uhr-Abo 5 2 Vorst.

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VI

235,– 190,– 135,–  95,–  60,–  45,– 35,– 105,–  85,–  55,–  35,– 230,– 200,– 165,– 125,–  70,–  50,– 40,–  95,–  75,–  55,–  30,– 210,– 180,– 135,–  95,–  60,–  45,– 35,–  65,–  55,–  35,–  20,– 100,–  90,–  65,–  45,–  30,–  20,– 17,–  35,–  25,–  17,–  10,–

KLEINES HAUS I

II

III

IV

Premieren-Abo 9 Vorst.

265,– 215,– 160,– 80,–

Mi-So Abo 9 Vorst.

200,– 160,– 110,– 60,–

Wahl-Abo 4 Gutscheine

110,–  90,–  65,– 40,–

KURHAUS I

II

III

IV

V

VI

Kurhaus-Abo 8 Konzerte

230,– 190,– 145,– 105,– 70,–

50,–

Jugend-Abo

115,–  95,–  73,–  53,– 35,–

25,–


Service

KARTENPREISE Die Veranstaltungen sind verschiedenen Preisgruppen zugeordnet. Die Preisgruppe bestimmt die Höhe der Preise in den unterschiedlichen Platzkategorien (siehe Saalpläne ab S. 182). Bei Umtausch wird eine Bearbeitungsgebühr von 5 bzw. 3 Euro pro Karte erhoben.

KLEINES HAUS I

II

III

IV

Preisgruppe A

47,–

37,–

30,–

15,–

Preisgruppe B

38,–

31,–

20,50 11,–

Preisgruppe C

31,–

25,–

16,50 11,–

GROSSES HAUS S

I

II

III

IV

V

VI

Preisgruppe A

140,– 103,– 78,–

50,–

26,–

12,–

10,–

Preisgruppe B

103,–  78,– 52,–

40,–

21,–

12,–

10,–

Preisgruppe C

 78,–  62,– 41,50

29,–

16,50

12,–

10,–

Preisgruppe D

 57,–  50,– 36,–

25,–

15,50 11,50

 9,–

Preisgruppe E

 47,–  36,50 26,–

19,50 14,50 11,50

 9,–

I

II

III

Kinder- & Jugendkonzerte

11,–

 8,–

5,–

Weihnachtsproduktion

12,50 11,–

7,50

IV

I. – II. PARKETT III. – IV. PARKETT

Kinder- & Jugendkonzerte

12,–

10,–

STUDIO I

II

18,–

10,–

WARTBURG PREISGRUPPE A PREISGRUPPE B

4,25

Für das Weihnachtsstück gelten besondere Platzkategorien.

Parkett

19,–

15,–

Rang

12,–

10,–

KURHAUS

FOYER GROSSES HAUS Kammerkonzerte

13,– / 6,50

Weihnachts- & Neujahrs-Kammerkonzerte

15,– / 7,50

Kinder- & Familien-Kammerkonzerte

8,– / 5,–

Stückeinführungen

Eintritt frei

Kostproben

5,–

Matinee / Soiree

5,–

Passione

12,–

Schauspielforum

3,–

Minimatinee (Theaterwerkstatt)

3,–

Salón Tango

14,– / 9,–

I

II

41,50 34,50

III

IV

V

VI

26,–

19,–

12,50

9,–

JUST – JUNGES STAATSTHEATER 6 REGULÄR ERMÄSSIGT

Kleines Haus Studio Wartburg

I & II

10,–

 8,–

III & IV

 8,–

 6,–

Nachmittagsvorst.

 8,–

 6,–

Abendvorst.

18,–

12,–

Nachmittagsvorst. Parkett

10,–

 8,–

Nachmittagsvorst. Rang

 8,–

 6,–

ERMÄSSIGUNGEN 50 % Ermäßigung7 im Vorverkauf erhalten ­Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Bundes­­frei­willigen­dienst­leistende, Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Freiwilligen ­Sozialen Jahres bis zum 30. Lebensjahr, außerdem Schwerbehinderte (ab 70 %). Bei nicht ausverkauften Vorstellungen gilt die Ermäßigung auch an der Abendkasse. Ein g ­ ültiger Ausweis muss beim Kauf der Karte sowie beim Einlass­personal vorgezeigt werden.

181


182

LINKS 3. RANG

1. RANG

2. RANG

ORCHESTERGRABEN 1 2

1 2

1

ORC HES TER S ESS EL ORCHESTERSE SS EL

2 I

1

II

SEITENLOGEN

3

2

4

3

5

4

6

1

5

7 III

6

8

7 8

IV

9

P A R K E T T P ARK ETT

2

10

9

11 V

10

12

11

1

13

12

VI

2 3

13 1 2

1. R

AN

VII

G

2

GROSSE LOGE

4

I

IX

1

X

GROSSE LOGE

VII

2. RANG 2. R ANG 2

1 2 3 4

3 4 5

3. RANG 3. RANG 1 2 6

3 4

7

5 6

8

GROSSES HAUS

7 8


Service

1. RANG

RECHTS 3. RANG

2. RANG

4

3

SEITENLOGEN

3

2

5

4

1

6

5

III

7

6

II

I

2

1

2

1 2

1

ORCHESTER SESSEL ORCHESTERSESSEL

1

ORCHESTERGRABEN

8

7 8

IV

9

PA RK ETT PAR KETT

2

10

9

V

11 12

11

1

13 VI

12

2 3

10

1 2

13

ANG 2

VII

1. R

VII

I 4

IX

1

GROSSE LOGE

GROSSE LOGE

X

2 . RANG 2. RANG

2

1 2 3 4

3 4 5

3. RAN G 3. RANG 1 2 6

3 4

7

5 6 7 8

8

PLATZKATEGORIE S

I

II

III

IV

V

VI

SICHTBEHINDERT

183


184

KLEINES HAUS

BÜHNE BEHINDERTENPLÄTZE

PLATZKATEGORIE I

II

III

1

IV

2 1. PARKETT

3 4

NOTAUSGANG

5 6 7 8 2. PARKETT

9 10 11 12

3. PARKETT

13 14 15

4. PARKETT

16 17 18

STUDIO

BÜHNE

PLATZKATEGORIE

1

10

9

8

7

6

5

4

3

2

1

2

11

12

13

14

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19

20

3

31

30

29

28

27

26

25

24

23

22

32

4

47

5

33 46

34 45

35 44

36 43

37 42

38 41

AUSGANG

II

21

39 40

6

48

49

50

51

52

53

54

55

56

57

7

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66

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64

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59

58

8

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81

80

79

GARDEROBE

I


Service

KURHAUS

PLATZKATEGORIE I

II

III

IV

V

2 6 5 4 3 2 1

6 5 4 3 2 1

1

38 39

39 40

38

1

33

37

36

29 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 29

36 35

28 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 28

32

35 3 4

27 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 27

2 RANG MITTE 41 4 1 35 3 2 43 42 4 36 3 4 40 36 7 44 45 1 5 44 34 3 4 37 5 4 3 2 1 1 45 41 4 8 3 3 28 9 2 3 38 28 43 44 36 40 29 5 9 41 3 7 2 42 9 42 3 43 1 30 40 8 1 2 5 4 3 2 1 2 43 30 41 9 3 2 39 2 42 43 31 0 3 4 4 1 2 0 4 3 3 42 43 3 42 41 33 3 6 5 4 3 2 1 3 43 4 4 42 43 34 44 6 35 5 5 42 43 38 37 3 6 6 4 4 7 8 8 7 9 10 5 4 3 2 1 1 10 9 11 11 12 12 1 5 1 5 2 2 5 4 3 2 1 2 3 3 6 6 7 7 4 4 5 6 6 5 5 4 3 2 1 3

38

39

40

5

RANG LINKS

RANG LOGE

RANG RECHTS

1

10 9 8 7

GALLERIE RECHTS

10 9 8 7 14 13 12 11

15 14 13 12 11 18 17 16 26 25 24 23 22 21 20 19

18 17 16 15 24 23 22 21 20 19

9 8 7

27 26 25 24

26 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 26

31 3 0

25 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 25

34 33

24 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 24

34

32 33

32 33 34 35

1 37 36 2 35 34 29 30 31 32 33 34 3 33 32 35 31 34 25 26 27 28 29 30 4 33 32 31 25 26 27 28 29 30 6 27 24 25 2

33 32 31 30 29

23 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 23

2

GALLERIE RECHTS

22 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 22

31 30 29 28 27

21 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 21

35 34 33 32

20 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 20

26 25

19 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 19

31 30 29 28 27

18 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 18

33 32

17 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 17

16 15 14

16 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 16

20 19 18 17

18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28

22 23 24

14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24

15 16 17 18 19 20 21

15 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 15

21 22 23

27 28 29 30 31

27 28 29 30 31

GALLERIE LINKS

25 26

17 18 19 20

19 20 21 22 23 24

19 20 21 22 23 24 25 26

14 15 16

14 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 14

13 12 11 10

3 4 6 5

13 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 13

RANG RECHTS

12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 12

RANG LINKS

7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

12 13 14

11 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 11

17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7

5 6

1 2

10 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 10

23 22 21

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 9

2

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 8

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1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 7

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1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 5

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1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 3

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GALLERIE LINKS

1

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7 8 9 10

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RANGRECHTS

3 2 1 1

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RANG LINKS

BÃœHNE

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HESSISCHES STAATSTHEATER WIESBADEN Bushaltestelle »Kurhaus / Theater« Buslinien 1, 8 & 16 (alle über Hauptbahnhof) WARTBURG Bushaltestelle »Platz der Deutschen Einheit« Buslinien 2, 3, 4, 5, 6, 14, 15, 17, 18, 23, 24, 27, 33, 45 & 48

PARKEN NÄHE THEATER & KURHAUS SONN WILHELMSTR.

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PARKGARAGE KURHAUS / CASINO Kurhausplatz 1 24 Stunden geöffnet

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PARKPLATZ WILHELMSTRASSE 24 Stunden geöffnet

KURHAUSPLATZ

PARKGARAGE KURHAUS

ENBER

PARKHAUS THEATER Paulinenstraße 19 24 Stunden geöffnet

CHRISTIAN-ZAIS-STR. KURHAUS / THEATER

EINGANG KLEINES HAUS / STUDIO

HESSISCHES STAATSTHEATER WIESBADEN

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KURHAUS / THEATER

EINGANG GROSSES HAUS

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CITY PARKHAUS Schwalbacher Straße 38 – 42 Mo – Sa 7.30 – 24 Uhr So & Feiertag 12 – 24 Uhr

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PERSONALIA THEATERLEITUNG

JUNGES STAATSMUSICAL

Intendant Uwe Eric Laufenberg Geschäftsführender Direktor Bernd Fülle Persönliche Referentin des Intendanten Melanie Stelzer Assistentin des Geschäftsführenden Direktors Kira Vögele

Leitung Iris Limbarth Musikalische Leitung Frank Bangert, Ulrich Bareiss, Michael Geyer, Jens Hunstein Choreografie Iris Limbarth, Myriam Lifka

Tilo Nest, Sophie Pompe, Irina Ries, Stephan Rumphorst, Beka Savić, Dirk Schirdewahn, Luisa Schumacher, Sebastian Sommer, Marie Schwesinger, Kristine Stahl, Evgeny Titov, Johanna Wehner, Magdalena Weingut

THEATERPÄDAGOGIK

CHOREOGRAFIE

OPER

Luisa Schumacher, Anne Tysiak, Laura zur Nieden Mitarbeit Tanzpädagogik Nira Priore Nouak Mitarbeit Musikpädagogik Gisela Reinhold

Bryan Arias, Edward Clug, Eyal Dadon, Martin Harriague, Myriam Lifka, Iris Limbarth, Evamaria Mayer, Tim Plegge

Generalmusikdirektor Patrick Lange Assistentin des GMD Christina Domnick Casting & Künstlerische Produktions­ leitung Katharina Götz Dramaturgie Katja Leclerc, Daniel C. Schindler Chordirektor & Dirigent Albert Horne Studienleiter, Dirigent & Stell­vertre­ tender Chordirektor Christoph Stiller Musikalische Assistenz & ­­­­­Korrepe­ tition Tim Hawken, Waldemar Martynel, Akira Nakamura, Julia Palmova, Holger Reinhardt

HESSISCHES STAATSBALLETT Ballettdirektor & Chef­choreo­graf Tim Plegge Kurator & Stellvertretender Ballett­ direktor Bruno Heynderickx Kompaniemanager Simon Kranz-Lay Ballettmeister Uwe Fischer, Gianluca Martorella Dramaturgie Karin Dietrich a. G., Leiterin Tanzvermittlung Nira Priore Nouak Assistenz der Ballettleitung NN Produktionsassistentin Daniela Metzger Technischer Produktions­leiter Jonathan Pickers Ballettkorrepetitor Waldemar Martynel Musikalischer Assistent Daniel Lett

SCHAUSPIEL Dramaturgie Anika Bárdos, Wolfgang Behrens, Susanne Birkefeld, Laura Weber (in Elternzeit) Künstlerische Produktionsleitung Carsten Kochan

JUNGES STAATSTHEATER Künstlerische Leitung Sophie Pompe Leitung Wartburg und Stellv. Leitung Junges Staatstheater Dirk Schirdewahn

KONZERT Generalmusikdirektor Patrick Lange Assistentin des GMD Christina Domnick Konzertdramaturgie Katja Leclerc Orchesterdirektorin Verena Rast Assistentin der Orchester­direktion Clara Holzapfel Assistenz der Orchester­administration Christoph Hunck

MUSIKALISCHE LEITUNG OPER GMD Patrick Lange, Nathan Brock, Christina Domnick, Albert Horne, Alexander Joel, Konrad Junghänel, Marius Stieghorst, Christoph Stiller

KONZERTE GMD Patrick Lange, Chouchane Siranossian, Shiyeon Sung, Jörg Widmann

SCHAUSPIEL Kostia Rapoport, Tobias Schwencke, Christoph Stiller, Nils Strunk

REGIE Adriana Altaras, Ulrike Arnold, Clemens Bechtel, Nicolas Brieger, Selcuk Cara, Michiel Dijkema, Thomas Enzinger, Tom Gerber, Henriette Hörnigk, Katrin Herchenröther, Carsten Kochan, Philipp M. Krenn, Daniel Kunze, Uwe Eric Laufenberg, Susanne Lietzow, Iris Limbarth, Bernd Mottl,

BÜHNE, KOSTÜME, VIDEO & LICHT Judith Adam, Sonja Albartus, Janna Banning, Raimund Bauer, Duri Bischoff, Su Bühler, Anne Buffetrille, Julia Brülisauer, Claudia Damm, Céline Demars, Eva Dessecker, Michiel Dijkema, Lorena Díaz Stephens, Friedrich Eggert, Henrike Engel, Susanne Füller, Marianne Glittenberg, Rolf Glittenberg, Amélie Haas, Vesna Hiltmann, Volker Hintermeier, Anna Hostert, Gisbert Jäkel, Marko Japelj, Claudia Jenatsch, Jessica Karge, Bartholomäus Martin Kleppek, Carsten Kochan, Heike Korn, Leo Kulaš, Britta Lammers, Aurel Lenfert, Marie-Luise Lichtenthal, Iris Limbarth, Dorothea Lütke Wostmann, Tom Musch, Wicke Naujoks, Gérard Naziri, Jan Hendrik Neidert, Bettina Neuhaus, Anne Neuser, Sophie Pompe, Irina Ries, Philipp Rubner, Daniela Ruchser Schlote, Mirjam Ruschka, Florian Schaaf, Hans Dieter Schaal, Matthias Schaller, Frank Philipp Schlößmann, Andrea Schmidt-Futterer, Luisa Schumacher, Robert Schweer, Kristine Stahl, Antje Sternberg, Marie-Luise Strandt, Toto, Claudia Weinhart, Fabian Wendling, Sabine Wiesenbauer, Nina Wronka

SÄNGERINNEN & SÄNGER Adina Aaron, Anna Alàs i Jové, Stella An, Andrea Baker, Lena Belkina, Nicola Beller Carbone, Romina Boscolo, Fleuranne Brockway, Sabina Cvilak, Anna El-Khashem, Heather Engebretson, Daniela Fally,


Service

Catherine Foster, Judith Gennrich, Franziska Gottwald, Anja Harteros, Lena Haselmann, Silvia Hauer, Betsy Horne, Maida Hundeling, Sumi Hwang, Margarete Joswig, Aleksandra Jovanovic, Vesselina Kasarova, Michaela Kaune, Sharon Kempton, Magdalena Kožená, Annette Luig, Maike Menningen, Karolina Michel, Jordanka Milkova, Elena O’Connor, Cristiana Oliveira, Aleksandra Olzcyk, Cristina Pasaroiu, Shira Patchornik, Jessica Poppe, Dalia Schaechter, Gabriela Scherer, Johanni van Oostrum, Radoslava Vorgic Derrick Ballard, Erik Biegel, Thomas Blondelle, Christopher Bolduc, Björn Breckheimer, Daniel Carison, Aaron Cawley, Aldo di Toro, Uwe Eikötter, Wolf Matthias Friedrich, Sébastien Guèze, Julian Habermann, Ioan Hotea, Rouwen Huther, Marco Jentzsch, Brandon Jovanovic, Andreas Karasiak, Tobias Kehrer, Doheon Kim, Florian Kontschak, Johannes Martin Kränzle, Konstantin Krimmel, KS Thomas de Vries, Karl Heinz Lehner, Alexey Markov, Maximilian Mayer, Philipp Mayer, René Pape, Young Doo Park, Martin Piskorski, Ralf Rachbauer, Timo Riihonen, Benjamin Russell, Lance Ryan, Andreas Schager, Jochen Schmeckenbecher, Egils Siliņš, Aluda Todua, Wolfgang Vater, Michael Volle, Nathaniel Webster, Hans-Otto Weiß

Elfert, Evelyn M. Faber, Lina Habicht, Lena Hilsdorf, Maria Hartmann, Monika Kroll, Jessica Krüger, Anne Lebinsky, Annabelle Mierzwa, Désirée Nick, Elke Opitz, Sophie Pompe, Llewellyn Reichman, Karoline Reinke, Ulrike Requadt, Kruna Savić, Laura Schleich, Margit Schulte-Tigges, Barbara Spitz, Christina Tzatzaraki, Adina Vetter, Sybille Weiser, Klara Wördemann, Maria Wördemann Andrej Agranovski, Leo Altaras, Michael Birnbaum, Martin Bringmann, Cédric Cavatore, Hanno Friedrich, Tom Gerber, Tom Gerngroß, Camillo Guthmann, Thorsten Heidel, Gottfried Herbe, Thomas Jansen, Janning Kahnert, Konrad Kissler, Christian Klischat, Christoph Kohlbacher, Benjamin Krämer-Jenster, Uwe Kraus, Sebastian Kroll, Klaus Krückemeyer, Rainer Kühn, Uwe Eric Laufenberg, Philippe Ledun, Tobias Lutze, Nicolas Matthews, Martin Plass, Ulrich Rechenbach, Bernd Ripken, Guido Schikore, Linus Schütz, Paul Simon, Felix Strüven, Cain Van Cauwenbergh, Atef Vogel, Felix Vogel, Matze Vogel

TÄNZERINNEN & TÄNZER

1.SOPRAN Monika Baumgartner,

Manon Andral, Kristin Bjerkestrand, Greta Dato, Natalia Garcia Prieto, Elisabeth Gareis, Margaret Howard, Sayaka Kado, Ludmila Komkova, Jiyoung Lee, Isidora Markovic, Aurélie Patriarca, Ezra Rudakova, Vanessa Shield, Rita Winder, Javier Ara Sauco, Alessio Damiani, Nicolas Frau, Ramon A. John, Denislav Kanev, Masayoshi Katori, Enrique Lopez Flores, Jorge Moro Argote, Daniel Myers, Francesc Nel lo Deakin, Marcos Novais, Taulant Shehu, Tatsuki Takada, Gaetano Vestris Terrana

Ayako Daniel, Elke End-Beck, Eunshil Jung, Eka Kuridze, Anke Stoschka, Michaela Wielgus 2. SOPRAN Ines Behrendt, Jacqueline Frank, Ulrike Geisen, Hyerim Park, Izumi Shibata 1. ALT Elisabeth Bert, Andrea Diedrich, Isolde Ehinger, Simone Gauglitz, Petra Urban 2. ALT Yeonjin Choi, Petra Heike, Lena Naumann, Daniela Rücker, Jana Schmidt, Barbara Schramm 1. TENOR Marc-Wolfgang Frey, P. J.  Hurley, Koan-Sup Kim, Kyoung-Soon Kim, Keun Suk Lee, Osvaldo Navarro-Turres, Giorge Martin 2. TENOR Vladimir Emelin, Kyung-Jin Jang, Jochen Elbert, Sebastian Link, Sung-Woo Park

SCHAUSPIELERINNEN & ­S CHAUSPIELER Meriam Abbas, Sólveig Arnarsdóttir, Ulrike Arnold, Mira Benser, Julia

SCHAUSPIELMUSIK Draško Adžić, Jan Brauer, Vasko Damjunov, Felix Lange, Nils Strunk, Moritz Wallmüller

OPERNCHOR

1. BASS Christian Balzer, Jos Hendrix, John Holyoke, Aldomir Mollov, Dong-Gyun Seo 2. BASS Leonid Firstov, Marek Markisz, Oliver Steinmetz, Martin Stoschka, Sławomir Wielgus Leitung Chorbüro Petra Urban

HESSISCHES STAATSORCHESTER WIESBADEN I. VIOLINE Karl-Heinz Schultz, Alexander Bartha, koord. 1. Konzert­meister, Keiko Steenpaß, 3. Konzert­meisterin, Uta Lorenz, Antoaneta StaicovNierlich, Nicole Windolf, Anna Balzer-Tarnawska, Anton Tykhyy, Svantje Wolf, Igor Mishurisman, Patrick Peters, Yuri Uomizu, NN II. VIOLINE Hermann Jussel, Sebastian Max, Maryna Veremeeva, Inken Renner, Christine Seiler, Monika Pulch, Elke Tobschall, Rebekka Herrmann, Judith Oberndorfer, Judith Hiller-Schumann, Magdalena Zell, Xiaojun Amelie Huang, AnneCatherine Eibel VIOLA Thomas Hoffmann, Sabine Schultz, Lorna Wilson, Tilman Lauterbach, Nina Torborg-Hunck, Kristof Windolf, Gertrud Weise, Pamela Kremer VIOLONCELLO Johann Ludwig Konzert­ meister, Ruodi Li, Tobias Galler, Emanuela Simeonova, Susanne Tscherbner, Daniel Geiß KONTRABASS Nicola von Goetze, Kazuko Breitling, Jochen Steinmetz, Markus Kräkel, NN HARFE Kristina Kuhn FLÖTE Peter Mátyás Bicsák, Cornelia Thorspecken, Jessica Jiang, Thomas Richter OBOE André van Daalen, Franz-Josef Wahle, Bernhard Schnieder, Johann Christian Becher KLARINETTE Adrian Krämer, Dörte Sehrer, Tomas Eckardt, Bernhard Hens FAGOTT Peter Brechtel, Béla Röhl, Beatrix Lindemann-Friis, Oskar Münchgesang HORN Jens Hentschel, Kerstin Künkele, NN, Stanton Falling, Jonas Finke, Lioba Giesbert TROMPETE Tobias Vorreiter, Martin Schneider, Paul-Heinrich Wellnitz, Bernhard Loos POSAUNE Tim Raschke, Christoph Paus, Matthias Hof, Tobias Hildebrandt

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TUBA Roland Vanecek PAUKE Axel Weilerscheidt, Martin Lorenz SCHLAGWERK Edzard Locher Orchesterpraktikanten 1. Violine (2), 2. Violine, Viola (2), Violoncello (2), Kontrabass, Schlagzeug, Harfe Orchestervorstand Uta Lorenz, Martin Schneider, Kristof Windolf Orchesterwarte Harry Ickert, Pedro Romano

DISPOSITION Künstlerischer Betriebs­direktor Frank Bettinger Leitung Künstlerisches Betriebsbüro / Disposition Schauspiel Jessica Rupp Mitarbeit Künstlerisches Betriebsbüro Sylvia Franzmann Mitarbeit Künstlerisches Betriebsbüro

Technisches Büro & Frauenund Gleich­stellungs­beauftragte Petra Holley Technischer Inspektor & Vertreter des Technischen Direktors Robert Klein Assistent der Technischen Direktion Ettore Vaccaro Leitung der Dekorations­werkstätten & Produktions­leitung Sven Hansen Produktionsleitung Karin Bodenbach Produktionsassistenz und Produktions­leitung Anne Fenner Produktionsleiter Lars Werneke Auszubildende Veranstaltungs­technik Lin Berghäuser, Pascal Link, NN, NN

BÜHNENTECHNIK 8 Theaterobermeister Klaus-Peter Pollok

BELEUCHTUNG 8

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Leitung Andreas Frank Beleuchtungsinspektor Ralf Baars

MARKETING, PRESSE- & ­Ö FFENTLICHKEITSARBEIT

TONTECHNIK 8

Leitung Kommu­ni­kation & Marketing Caroline Lazarou Marketingreferentin Ann-Katrin Trebitz Pressereferentin Marie Schmitt, Nadine Schäuble (in Elternzeit) Medienreferent*in David Bruwer, Maria Petzinger (in Elternzeit)

Leitung Stephan Cremer

VIDEOTECHNIK Gérard Naziri

REQUISITE 8 Leitung Ulrike Melnik

SCHLOSSEREI 8 Leitung Fred Groß

BÜHNENDIENSTE

SCHREINEREI 8

Regieassistenz Tamara Antonijevic, Silvia Gatto, Alexander Olbrich, Markus Tschubert Leitung Statisterie Thomas Braun Regieassistenz Junges Staatsmusical Julia Rocker, Julia Sophia Schwarz

Leitung Ulf Gigerich

INSPIZIENZ Chefinspizient Kenneth Pettitt Laura Feth, Frank Hietzschold, Elke Opitz, Eva Padjen Inspizienz Junges Staatsmusical Michael Schmiedel, Franziska Spring, Katrin Gietl

SOUFFLAGE Simone Betsch, Mats Beyer, Heike Thiedmann, Hans Winkler

TECHNIK TECHNISCHE LEITUNG Technischer Direktor Dominik Maria Scheiermann

DEKORATEURE 8 Leitung Elena Weigl

HAUSTECHNIK 8 Leitung Ulrich Schneider

KOSTÜMABTEILUNG  8 Leitung Kostümabteilung Anna Hostert Obergewandmeister Jürgen Rauth

HERRENSCHNEIDEREI 8 Leitung & Gewandmeister Horst Walter Legenbauer

GARDEROBENMEISTER & FUNDUSVERWALTUNG 8 Leitung Astrid Beißmann, Friederike Betke

MASKE Chefmaskenbildnerin Katja Illy Stellvertretender Chef­masken­bildner Stefan Salcher Wiebke Bartelt, Nadine Brück, Nese Celik, Maria Dehzad, Birte Elbert, Claudia Komlóssy, Elisa Lingweiler, Anke Mais, Michael Müller, Kati Richter, Anja Störtzbach, Ulla Stotz, Aylin Wilhelm Auszubildende NN, Alena Schestag

VERWALTUNG  8 Geschäftsführender Direktor & Vertreter des Intendanten Bernd Fülle Assistentin des Geschäfts­führenden Direktors Kira Vögele

CONTROLLING Petra Zerbe, Katharina Maisner, Karlheinz Weise

HAUSHALTS- & ORGANISATIONS UND ­IT-ABTEILUNG Leitung & ständiger Vertreter des Geschäfts­führenden Direktors Jan Rathgeber

PERSONALABTEILUNG 8 Leitung Kristina Frank

TICKETSCHMIEDE GMBH / THEATERKASSE 8 Verkaufsleitung Tanja Grimm

EHRENMITGLIEDER Joachim Bauscher, Dr. Manfred Beilharz, Peter Janowsky, Prof. Siegfried Köhler†, KS Eike Wilm Schulte, Nadine Secunde

SCHUHMACHEREI Theocharis Simeonidis

RÜSTMEISTEREI 8 Michael Hertling, Joachim Kutzer

DAMENSCHNEIDEREI 8 Leitung & Gewand­meisterin Claudia Dirkmann

8 Gemäß der Europäischen Datenschutzgrund­ verordnung vom 25. Mai 2018 werden von den gekennzeichneten Abteilungen nur die Abteilungs­ leiter genannt, da nicht sämtliche Einverständnis­ erklärungen der Beschäftigten vorliegen.


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SPIELPLAN GROSSES HAUS & KURHAUS AUGUST 2019 24 Sa 14.00 Theaterfest 31 Sa 19.30 Tyll

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Tyll Tyll Tyll Tyll Carmen Tyll Carmen Tyll Die Zauberflöte Carmen WIR 1 (Sinfoniekonzert) Die Zauberflöte Die Zauberflöte für Kinder

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9 Vorverkauf ab 15. Mai 2019 10 Vorverkauf ab 15. Okt. 2019

Der Rosenkavalier WIR 3 (Sinfoniekonzert) Der Rosenkavalier Nils Holgersson My Fair Lady Die Zauberflöte Hänsel und Gretel Der Rosenkavalier

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03 Do 19.30 Die Zauberflöte 04 Fr 19.30 Carmen Gräfin Mariza Tyll Carmen Gräfin Mariza Carmen Gräfin Mariza Festvorstellung zum 125. Jubiläum des ­Hessischen Staatstheaters ­Wiesbaden  9 Gräfin Mariza Der Nussknacker Carmen WIR 2 (Sinfoniekonzert) Der Nussknacker Carmen Der Nussknacker Der Nussknacker

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Tosca My Fair Lady Carmen Tosca Carmen Die Zauberflöte My Fair Lady Die Zauberflöte für Kinder Abba jetzt (Gastspiel) Gräfin Mariza Der Rosenkavalier My Fair Lady Der Nussknacker Hänsel und Gretel Der Nussknacker Der Nussknacker Die Zauberflöte Gräfin Mariza Der Rosenkavalier Die Zauberflöte My Fair Lady Der Nussknacker Hänsel und Gretel Tyll Der Nussknacker Gräfin Mariza Hänsel und Gretel Der Nussknacker

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WIR FEIERN (Neujahrskonzert) My Fair Lady Tosca Tyll Der Nussknacker Tosca Neujahrsgala10 Neujahrsgala10 Tyll Matthäus-Passion

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Gräfin Mariza Matthäus-Passion Der Nussknacker Manon Gräfin Mariza WIR 4 (Sinfoniekonzert) Matthäus-Passion

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Gräfin Mariza Manon Matthäus-Passion Der fliegende Holländer Tyll Matthäus-Passion Matthäus-Passion Manon Anna Nicole Der fliegende Holländer Alonzo King Lines Ballet / USA Alonzo King Lines Ballet / USA WIR 5 (Sinfoniekonzert) Anna Nicole Manon My Fair Lady Peter Grimes Anna Nicole Tosca

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Anna Nicole Der fliegende Holländer Manon Anna Nicole Die Zauberflöte für Kinder Matthäus-Passion Anna Nicole Die Zauberflöte Le sacre du printemps Anna Nicole Le sacre du printemps Peter Grimes Tyll My Fair Lady Il Trovatore Die Zauberflöte

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APRIL 2020 01 Mi 03 Fr 04 Sa 05 So 07 Di 08 Mi 09 Do 10 Fr 11 Sa 12 So 13 Mo

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Le sacre du printemps Le sacre du printemps Peter Grimes Il Trovatore Le sacre du printemps Il Trovatore Elektra Matthäus-Passion Der fliegende Holländer Tosca Der Rosenkavalier

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Le sacre du printemps Il Trovatore Elektra Le sacre du printemps My Fair Lady Il Trovatore Der Rosenkavalier

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Tristan und Isolde Elektra WIR 6 (Sinfoniekonzert) Der fliegende Holländer Tristan und Isolde Carmen Der fliegende Holländer Der Rosenkavalier Tosca Tristan und Isolde

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Vögel Der zerbrochne Krug Schöne Bescherungen Casino Wiesbaden (AT) Romulus der Große Wassa Schelesnowa Wallenstein Roots Die Küste Utopias: ­Aufbruch

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17.11.19 So 15.00 Das verschwundene Lied 09.02.20 So 15.00 Die kleine Raupe 14.03.20 Sa 16.00 Ich, Midas! Oder: Wie werde ich klug? 10.05.20 So 15.00 Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse

Prem Prem Prem Prem

Alle weiteren Aufführungstermine finden Sie im monatlich erscheinenden ­Leporello oder unter www.staatstheater-wiesbaden.

LEGENDE

30.08.19 Fr 19.30 Fame 21.09.19 Sa 18.00 Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute 06.12.19 Fr 19.30 Das Feld 31.01.20 Fr 19.30 Michael Kohlhaas – White Boxx Vol. 2 22.02.20 Sa 19.30 Blues Brothers 19.04.20 Fr 19.30 Der Joker 24.05.20 So 15.00 Rotzfrech

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Premieren / Start der Wiederaufnahme PG Preisgruppe S Sonderpreise (AT) (Arbeitstitel) SPIELSTÄTTEN GH Großes Haus KH Kleines Haus ST Studio WB Wartburg KU Kurhaus FY Foyer Großes Haus

ABONNEMENTS GROSSES HAUS GH-Prem, GH-Neu, GH-Mi, GH-Do, GH-Fr, GH-Sa, GH-So, Fam-Abo, Mi-Mix, Fr-Mix, Ballett-Abo, Mix-VB KLEINES HAUS KH-Prem, KH-Mi, KH-Do, KH-Fr, KH-We, Mi-Mix, Fr-Mix, Ballett-Abo, Mix-VB KURHAUS Konz-Abo

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Kontakt Hessisches Staatstheater ­Wiesbaden Christian-Zais-Straße 3 65189 Wiesbaden Tel. 0611.132 1 Theaterkasse Tel. 0611.132 325 vorverkauf @ staatstheater-wiesbaden.de Abonnement-Büro Tel. 0611.132 340 abonnement @ staatstheater-wiesbaden.de Gruppen- und Schulbüro Tel. 0611.132 300 gruppenticket @ staatstheater-wiesbaden.de Allgemeines info @ staatstheater-wiesbaden.de Intendanz intendanz @ staatstheater-wiesbaden.de Geschäftsführende Direktion direktion @ staatstheater-wiesbaden.de Marketing marketing @ staatstheater-wiesbaden.de Presse presse @ staatstheater-wiesbaden.de Künstlerisches Betriebsbüro kbb @ staatstheater-wiesbaden.de Dramaturgie dramaturgie @ staatstheater-wiesbaden.de Ballett ballett @ staatstheater-wiesbaden.de Junges Staatstheater just @ staatstheater-wiesbaden.de Junges Staatsmusical junges-staatsmusical @ staatstheater-wiesbaden.de Theaterpädagogik theaterpaedagogik @ staatstheater-wiesbaden.de Anzeigen ursula.maria.schneider @ t-online.de Opern-Gastronomie Opern Catering Wiesbaden GmbH Tel. 0611.580 181 49 kontakt @ opern-catering-wiesbaden.de

IMPRESSUM Intendant Uwe Eric Laufenberg Geschäftsführender Direktor Bernd Fülle Redaktion Caroline Lazarou Texte Anika Bárdos, Wolfgang Behrens, ­Susanne Birkefeld, Karin Dietrich, Lara Fischer, Katrin Lange, Katja Leclerc, Sophie Pompe, David C. Schindler, Dirk Schirdewahn, Luisa ­Schumacher, Laura Weber, Lisanne Wiegand Gestaltung formdusche, studio für gestaltung Druck Köllen Druck + Verlag GmbH Stand 8. Apr. 2019 Textnachweise S. 3 –12: Eva Christina Vollmer, »Vom naussauischen Hoftheater zum Berliner Kaiserstil 1852 – 1903, in: Theater in Wiesbaden 1765 – 1978, hrsg. ­Hessisches Staatstheater ­Wiesbaden, Leitung: Werner Böntgen / Gerd ­Nienstedt, Bild­auswahl: Karl Heinz Roland / Kaspar Seiffert, Lithos: Union Klischee, W ­ iesbaden, 1978, S. 62 – 75 | S. 13 – 16: Rudolf Cyperre, »Prüfet alles und wählet das Beste!«, in: Geschichte eines Theater­gebäudes 1860 – 1978, hrsg. Hessisches Staatstheater ­Wiesbaden, Leitung: Werner Böntgen / Gerd Nienstedt, Bild­ auswahl: Karl Heinz Roland / Kaspar Seiffert, Lithos: Union Klischee, Wiesbaden, 1978, S. 35 – 41 Bildnachweise Agentur: S. 54 (Alexey Markov) | Uwe Arens: S. 53 (Catherine Foster) | Jeremie Souteyrat: S. 54 (Lena Belkina) | Billy & Hells: S. 60 | Lukas Beck: S. 54 (Jochen Schmecken­ becher), 106 | Stephen Bisgrove / Alamy Stock Photo; S. 82 | Marco Borggreve: S. 53 (Anja Harteros), 110 | Regine Brocke: S. 138 | Tommy Bugner: S. 106 | CR KBS: S. 111 | Schumy Csaba / DFP.hu: S. 27 | Sven-Helge Czichy: S. 13, 32, 46 | De-Da Productions: S. 116 – 135 | Peter Dressel: S. 53 (Brandon ­Jovanovic) | Andreas Etter: S. 157 | Karl und Monika Forster: S. 18, 24, 26, 31, 37, 42, 150 – 151 | Philip Gatward: S. 41 | Marcel Gonzales Ortiz: S. 54 (Daniela Fally) | Simon Gosselin: S. 65 | Jörg Halisch: S. 15 | Ulrich Hartmann: S. 74 | Nils Heck: S. 160 | Simon Hegenberg: Titelbild, S. 2, 14, 16, 58 – 59, 86 – 97, 99, 144 – 147, 171, 172 – 173 | Matthias Horn: S. 69 | David Jerusalem: S. 53 (Andreas Schager) | Karl-Bernd ­Karwasz: S. 52 | Katzer Media Group: S. 53 (René Pape) | Martin Kaufhold: S. 33 | Katrin Lange: S. 148 | kallejipp / photocase.de: S. 68 | MUSICA Management: S. 54 (Lance

Ryan) | Neda Navaee Berlin: S. 50, 102, 107 | Elisa Neuhäuser: S. 159 | Lena Obst: S. 38 | Pictorial Press Ltd / Alamy Stock Foto: S. 40 | privat: S. 85 | Achim Reissner: S. 100 – 101 | Oleg Rostovtsev: S. 53 (Magdalena Kožená) | Rowolth Verlag: S. 62 | Ingo Solms: S. 140 | Tatyana Vlasova: S. 53 (Gabriela Scherer) | Stefan Schweiger: S. 35 | Suzanne Schwiertz: S. 44 | St. Wassermeier: S. 171 | Arthur Steinhauser: S. 53 (Michael Volle) | Tasko Tasheff: S. 111 | The Advertising Archives / Alamy Stock Foto: S. 40 | Christine Tit­ schler: S. 149, 152, 155, 157 | Tobias Vorreiter: S. 105 | Johanna Wehner: S. 36 | WENN Rights Ltd / Alamy Stock Photo: S. 77 | Danny Willems: S. 140 | Ashley Wright: S. 140 | Urban Zintel: S. 85 Illustrationen formdusche, studio für gestaltung Dank Das Hessische Staatsballett dankt dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt, der Direktion und seinen Mitarbeiter*innen, insbesondere Yvonne Mielatz-Pohl, Sarah Schadt und Lutz Fichtner, für die Möglich­ keit und Betreuung während des Fotoshootings in den Räumlich­ keiten des Museums. Der virtuelle 360°-Rundgang durch das Hessische Staatstheater ­Wiesbaden wurde realisiert von Foto-­Halisch www.360grad.foto-halisch.de


WILLIAM SHAKESPEARE

WIR WISSEN WOHL, WAS WIR SIND, ABER NICHT, WAS WIR WERDEN KÖNNEN.


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Spielzeit 2019.2020  

In unserem neuen Spielzeitheft finden Sie das komplette Programm der kommenden Spielzeit 2019.2020, inklusive Informationen rund um die Prod...

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