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DIRK EDWIN KRECHTING

gallery for contemporary art And Fashion/Design


„Ein Werk ist dann fertiggestellt, wenn ich sehe, dass es zwischen vielen Wirklichkeiten oszilliert.“


Die Kunstwerke von Dirk Krechting sind digitale Bild-

Die Verwendung von Silber unterstreicht die Latent-

manipulationen, bei denen die klassische Fotografie

heit des Bildes. Es ist für den Künstler die Schnittstel-

mit Malerei oder graphischen Elementen kombiniert

le von Traum und Wirklichkeit.

wurde. Bei der Motivwahl der Fotographien wurde auf das Berliner Stadtleben zurückgegriffen.

Obwohl sich diese Arbeiten in großer Vielzahl produzieren lassen, gelten sie als Unikate, die mit der

Die abgebildeten Außenräume werden im Bildentste-

Auflage 5 zur Verfügung stehen.

hungsprozess zu Innenräumen. Die Werke werden auf AluDibond gedruckt und mit einer silberfarbigen

Jede Arbeit wurde vom Künstler signiert und

Schicht veredelt.

nummeriert.


Negociations


Blutiges Sentiment


Frame Taken


Untitled


OVER ONE CHAOS


local matters


our daily violence


In between odds


Snapshot of heaven


kinky fear


over one chaos


OVER ONE CHAOS


digital angel


EQUAL TO ME


ROBOTOX


as i was thinking


Holyfences


The murder of picasso


In crowd


Welcome to my war

my war“ fasst Krechting den Prozess, der in Tel Aviv begann, zusammen und verdichtet seine Erlebnisse

Als Dirk Edwin Krechting im November 2008 nach

und Emotionen. Schicht um Schicht baut er seine Bil-

Israel reiste, wusste er um den Nahostkonflikt, seine

der auf: Auf digital manipulierte Fotografien, die den

Entstehung, seine Auswirkungen und seine verzwei-

diaphanen Hintergrund bilden, setzt er gemalte und

felte Absurdität.

gezeichnete Silhouetten von Menschen.

Er nahm diese Fotoreise zum Anlass, mit vielen Men-

Oft vermischen sich die Ebenen, und der dargestellte

schen in Tel Aviv über ihre Einstellung zu dem Konflikt

Körper wird von den Bildfragmenten des Hintergrun-

zu sprechen, fragte, hörte ihnen zu und wurde zu-

des durchdrungen und ausgefüllt. Krechtings Bilder

nehmend verwirrter. Zweifel an der Legitimation des

sind rätselhaft und lassen sich nicht leicht entschlüs-

Handelns der beiden Konfliktparteien wuchsen, jede

seln: Eine blutrote Gestalt mit maskenhaft unbeweg-

Seite schien den Konflikt noch zu befeuern. In diesem

lichem Gesicht treibt im grünen Wasser. Eine Silhou-

Kampf sind die Fronten verhärtet, von Einsicht keine

ette, die an einen Embryo im Mutterleib erinnert, hält

Spur. Das Leben in Tel Aviv ist durch die permanent

eine Pistole in der Hand. Eine weitere Figur fällt, hilflos

schwelende Angst vor plötzlichen Angriffen von einer

mit den Armen rudernd, mitten in ein Feld aus rätsel-

pragmatischen Lebensfreude geprägt. Es ist eine Ek-

haften Spitzen, von denen sie jeden Moment aufge-

stase, die sich vor der Folie des Konflikts entfaltet und

spießt werden könnte. Geisterhafte Schatten ziehen

auch Krechting zeitweise vergessen ließ, dass er sich

vorbei, im Hintergrund öffnet sich eine Korridorflucht.

in einem Kriegsgebiet befand. Konsterniert verließ er

Ein Schatten sitzt in einem Sessel, der aus weißen

Israel und erlebte, wieder zu Hause, ein Jahr später

Fliesen zu bestehen scheint. Ein Mann hat das Kinn

zwar aus der Ferne, doch nicht minder betroffen, mit

nachdenklich in die Hand gestützt. Die lange Nase

der Offensive im Gazastreifen die brutalste Ausein-

von Pinocchio, der im Feuer steht, beweist, dass er

andersetzung seit Jahren. In der Serie „Welcome to

gerade gelogen hat. Krechtings Bilder erschließen


sich nach und nach, durch intensive Betrachtung.

Kunstgeschichte immer mit Unheil, sogar mit dem

Details kommen zum Vorschein, Querverbindungen

Tod assoziiert wurde. Die Seelen verlassen auf Dar-

ergeben sich, Bezüge entstehen zwischen den Frag-

stellungen des 14. Jh. den toten Körper in Form der

menten und Schichten, aus denen seine Bilder zu-

Fledermaus, sie steigt auf, wenn bei Goya die Ver-

sammengesetzt sind.

nunft schläft und das Grauen übernimmt. Sie ist es, die bei Dürers Stich „Die Melancholie“ (1514) am Him-

„Ein Werk ist dann fertiggestellt, wenn ich sehe, dass

mel auftaucht und der Verzweiflung des Menschen

es zwischen vielen Wirklichkeiten oszilliert: Ich mag

angesichts seines im Endeffekt nutzlosen Wissens

es, die offensichtliche fotografische Realität mit ei-

ein quälendes Antlitz gibt. Und sie verkörpert hier den

ner übertriebenen kindlichen Malweise zu verbinden.

Künstler selber, der inmitten eines ideologischen und

Weiter mag ich es, Zorn mit Unschuld, Schönheit mit

militärischen Minenfeldes die Antwort auf ein unlös-

Horror und Chaos mit Ordnung zu verknüpfen. Die

bares Problem sucht und es nur in Ansätzen mit der

Geschichten, die ich erzähle, sind weder konzeptuell,

Malerei zu formulieren vermag.

noch ergeben sie sich aus einem klar verständlichen Erzählstück. Meine Bilder können bisweilen sehr illus-

Mit seiner scheinbar zynischen Einladung „Welcome

trativ und politisch-zynisch sein, dann wünsche ich

to my war“ fordert Krechting den Betrachter zu der

mir wieder, die Bilder würden als kleine, scheue Spu-

Auseinandersetzung mit einem Krieg auf, der ihn

ren in der Zeit verstanden.“ (Dirk Edwin Krechting)

selbst durchdrungen hat wie eine seiner Figuren auf den Bildern. Er wurde zu seinem eigenen Konflikt. Mit

Ein blaues, fledermausartiges Wesen schwebt in der

seiner Serie setzt Krechting der Absurdität des Krie-

Mitte des Hauptbildes der Serie. In einem Chaos aus

ges und seiner eigenen Fassungslosigkeit ein ein-

architektonischen Strukturen, Symbolen, Flecken und

dringliches Denk Mal.

Linien aus Farbe, dem Davidstern, Kampfjets und Raketen schwebt das Tier, das in der abendländischen

Katharina Helwig


Welcome to my war


The knittingroom


Premature suspect


The bather


Throne off


The perfect lie


Visit to heaven


Happy Slum


If god cant do it


Dirk Edwin Krechting / / / *11-12-1968 Den Haag (NL), lebt in Berlin

Ausstellungen (Auswahl) 2009

/ / / Soloausstellung - Verve Gallery „Welcome to my War“

2008 / / / Installation Heimweh („we care foundation“)

/ / / Soloausstellung - Verve Gallery „Our daily violence“

2006 / / / Viennafair bei Galerie Michael Schultz, „Ultramelt #2“

/ / / Ausstellungsteilnahme bei Galerie Vonderbank, Berlin

2005 / / / Art Cologne bei Galerie Michael Schultz

/ / / Teilnahme am 2. Berliner Kunstsalon

/ / / Einzelausstellung bei Galerie Clement, Amsterdam;

/ / / Aquanale Ausstellung in Lübben, Spreewald

/ / / Kunst Köln bei Galerie M. Schultz


2004 / / / Teilnahme 1. Berliner Kunstsalon

/ / / Zwischenwasser Ausstellung Bad Aibling, Germany

2003 / / / Fotonoviembre, Biennial for Photography, Santa Cruz, Teneriffe 2002 / / / Grafiek Nu, Biennale Nederlandse

/ / / Grafische Kunst, Singer Museum bei Galerie Clement

/ / / „Domestic Ambition“, Fotoprojekt mit Anne Michaux bei Galerie Engler & Piper, Berlin

/ / / „Internal Affairs“ Fotoprojekt mit Anne Michaux in Sophie-Gips-Hoefe in Berlin

/ / / „Shower – SeeClear“ Installation bei Pussy Galore Gallery Berlin

2001

/ / / Kunstinstallation, Umbau eines Hotelzimmers: Smirnoff Button

Room in Amsterdam


KONTAKT

VERVE GALLERY for contemporary art And Fashion/Design

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Käthe Niederkirchner str. 11 10407 Berlin www.verve-gallery.de info@verve-gallery.de Telefon: +49 (0)30

41 93 57 66

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