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An Bord von Air New Zealand erwartet Sie großzügiger Komfort in unseren drei neuen Reiseklassen inspiriert von den beeindruckenden Weiten Neuseelands. Ob Business Premier, Pacific Premium Economy oder Pacific Economy: Ein frisches Design mit pazifischem Flair und neuseeländische Gastfreundschaft sorgen für eine gelungene Einstimmung auf das faszinierende Neuseeland.

360° Neuseeland – Das Magazin mit der Rundum-Perspektive für Urlauber, Auswanderer und Professionals

DIE NEUE ART DES REISENS. MIT AIR NEW ZEALAND NACH NEUSEELAND.

360° Neuseeland

www.360Grad-Neuseeland.de

360° Neuseeland Das Magazin mit der Rundum-Perspektive für Urlauber, Auswanderer und Professionals

Castlepoint Die Seele baumeln lassen S. 23

• Luxuriöse Ledersessel – verwandelbar in ein 202 cm langes komplett flaches Bett

• Größter Sitzabstand ihrer Klasse mit fast 102 cm

• Marktführend in puncto Sitzabstand mit 86,4 cm (B747-400)

• Ein Ottoman-Fußteil – auch als Besuchersitz nutzbar

• Kompletter Service der Business Premier

• Neues ergonomisches Sitzdesign

• Bequeme Bein- und Fußstützen

• Jeder Sitz hat direkten Zugang zum Gang

• Video und Audio „on demand“ auf 21 cm großen Bildschirmen

• Verstellbare Ohrenflügel-Kopfstützen und körperschonende Rückenpolster

Auckland

• Video und Audio „on demand“ auf 21 cm großen Bildschirmen

Die etwas andere Metropole S. 12

• Video und Audio „on demand“ auf knapp 26 cm großen Bildschirmen

Rees-Dart-Track Tagebuch einer Traumwanderung S. 32

Pedalpower

IHR NEUSEELANDURLAUB BEGINNT BEREITS AN BORD VON AIR NEW ZEALAND

airnewzealand.de

Per Fahrrad durch die Südinsel S. 42

06 | 2008

0800-1817778 (D) 0800-557778 (CH) 0800-295838 (A)

06 2008

4,90 €


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Editorial

360°– Die Rundum-Perspektive für Neuseeland

Christine Walter, Chefredakteurin 360° Neuseeland

Liebe Neuseeland-Freunde, unser Magazin wird zwei – die zweite Ausgabe liegt vor Ihnen. Wir haben viele Rückmeldungen zur Erstausgabe bekommen, die uns gezeigt haben, dass wir mit unserer Idee, ein deutschsprachiges Neuseeland-Magazin herauszugeben, den „Nerv“ getroffen haben. Unser Dank gilt allen, die uns ermutigt haben, diesen Schritt zu gehen und die uns vom ersten Heft an als Abonnenten begleiten. Auch in dieser Ausgabe haben wir ein buntes Programm für Sie zusammengestellt. Lassen Sie sich faszinieren von der pulsierenden Millionen-Metropole Auckland, die Anna Lena Kruse Ihnen vorstellt. Wer es auf der Nordinsel etwas ruhiger mag, den nehmen Peter Greitzke und Nicole Fritz mit auf ihren Weg nach Castlepoint und zum Castle Rock, der schon Captain Cook begeistert hat. Auch die Südinsel ist mit zwei Beiträgen vertreten. Zunächst lässt Sie Andreas Pietig an seinem Wandertagebuch über den Rees-Dart-Track teilhaben. Zum Abschluss strampelt Reinhard Pantke mit Ihnen per Fahrrad über die Südinsel. In nur sechs Wochen nach Neuseeland auswandern? Sie werden sagen, das geht nicht. Das Gegenteil haben Christine und Markus Müller bewiesen. Lesen Sie dazu den Bericht ab S. 54. Unsere AutorInnen berichten auch über ihre Erfahrung mit dem Autokauf in Neuseeland und stellen Ihnen Moana & the Tribe vor, eine erfolgreiche Maori-Gruppe, die weltweit – vor allem aber auch in Deutschland – ihre Zuschauer begeistert. Auch in dieser Ausgabe haben wir für unseren Fotowettbewerb aus Ihren zahlreichen Zusendungen, für die wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchten, die schönsten Bilder ausgewählt. Thema war dieses Mal der Abel Tasman National Park. Lassen Sie sich bezaubern von der traumhaften Landschaft, die auch in Neuseeland ihres­ gleichen sucht. Ganz besonders empfehlen möchten wir diesmal unser Topic Wine & Gourmet, das Sie in die kulinarische Welt Neuseelands einführt, Ihnen im Laufe der nächsten Ausgaben die wichtigsten Weinregionen sowie ausgefallene Restaurants vorstellt und mit Rezeptvorschlägen zum Nachkochen und Schlemmen verführt . Und nun viel Spaß beim Lesen!

Ihre

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Contents

Wahrzeichen von Castle Point: Der Castle Rock

12

City Trip: Auckland

3 6 98

Editorial News Preview

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Aktuelles rund um das schönste Ende der Welt Themen der nächsten Ausgabe

Travel & Backpacking City Trip

12 Auckland: Die andere Metropole

42

Auckland ist größer und pulsierender als der Rest des Landes und wird von fast allen Touristen besucht. Anna Lena Kruse gibt einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die schönsten „Ecken“ und natürlich Tipps zum Ausgehen.

Travelogues

Mit dem Fahrrad über die Inseln

23 Castel Point: Die Seele baumeln lassen am Strand von Castlepoint

Nicole Fritz und Peter Greitzke nehmen uns mit auf eine Reise von Wellington über „Bruchtal“ und das Weingebiet Martinborough nach Castlepoint, wo schon Captain Cook die Schönheit der Natur genießen konnte.

32 Rees-Dart-Wanderung: Tagebuch einer Traumkulisse

Durch die Southern Alps wandert Andreas Pietig am liebsten: Diesmal hat er den Rees-Dart-Track genommen und erzählt in seinem Tagebuch von den Strapazen, der einmaligen Landschaft und seinen Mitwanderern.

42 Pedalpower: Neuseeland per Fahrrad (Teil I)

Auswanderer in Neuseeland

54

„Am intensivsten lernt man ein Land auf dem Fahrrad kennen“, dies sagt Reinhard Pantke, der vier Monate durch Neuseeland geradelt ist. Der erste Teil seines Erlebnisberichts führt ihn von Christchurch zur Westküste, zum Fjord­ land und schließlich zur Südspitze der Südinsel.

Where to sleep

53 Endless Summer Lodge, Ahipara

Emigration & Working Holidays Report

54 Auswandern im Schnelldurchlauf

Wine & Gourmet

63

4

Innerhalb von nur sechs Wochen haben Christine und Markus Müller die Zelte in Deutschland abgebrochen und in Auckland eine neue Heimat gefunden. Von der Idee, auszuwandern bis zur Realisierung erlebten sie manche Überraschung…

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Contents

Impressum Verlag: 360° Neuseeland erscheint zweimonatlich in der 360° medien GbR Bilker Allee 216, 40215 Düsseldorf. Tel.: 0211 / 86 28 989, Fax: 0211 / 86 28 991 E-Mail: info@360grad-medien.de www.360grad-medien.de Geschäftsführung: Andreas W. Lopinsky, Christine Walter Chefredaktion (V.i.S.d.P.): Christine Walter, E-Mail: ch.walter@360grad-medien.de Redaktionsadresse: Nachtigallenweg 1, 40822 Mettmann, E-Mail: redaktion@360grad-medien.de, Tel.: 0172 / 5 11 96 43

Auf Dunedin dem –Rees-Dart-Track ein schottisches Erlebnis

26

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Sabine Braunegger, Florian Berger, Nicole Fritz, Peter Greitzke, Anna Lena Kruse, Christine und Markus Müller, Gernot Müller, Reinhard Pantke, Andreas Pietig, Julia Schoon, Andreas Walter

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Design und Layout: S3 ADVERTISING KG

Wine & Gourmet

Anzeigen: Europa: Jaster – Agentur für Medien, Gabriele Jaster, Lakronstraße 95, 40625 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 2 92 61-66, Fax: 0211 / 2 92 61 67, Mobil: 0173 / 2 89 00 28, www.jaster-media.net

63 History & Tales: Die Sauvignon Blanc Story 66 Wineries & Charaters: Cuisine aus Aotearoa – eine Einführung

Neuseeland: ECCE TERRAM Ltd, Frank Simon /  Elke Bovers, E-Mail: 360grad@ecce-terram.co.nz PO Box 337, Coastland; Paraparaumu 5234, New Zealand, Tel.: + 64 4 / 90 44 670, Fax: + 64 4 / 90 44 669, www.ecce-terram.com

68 Regions: Northland 69 Speciality: Manuka Honig

Marketing und Vertrieb, Leserservice: Christine Walter, Tel.: 0172 / 5 11 96 43, E-Mail: ch.walter@360grad-medien.de

Business & Lifestyle Report

ISSN: 1866-797X

71 Augen auf beim Autokauf

Bezugsbedingungen: Einzelpreise: Im Handel: Deutschland / Österreich /  Italien: 4,90 €, Schweiz 9,80 CHF, Neuseeland 10 NZ$. Über den Verlag: Bei Einzelheftbestellungen über den Verlag werden zusätzlich zu den Einzelpreisen die Versandkosten berechnet.

Backpackerin Julia Schoon möchte unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln im eigenen Auto Neuseeland erkunden. Doch zuerst muss man ein solches haben – also ab zum Händler und einfach eines gekauft. Ist es wirklich so leicht?

Interview

74 Moana & The Tribe: Maori Music

Andreas Walter berichtet von der Deutschlandtour der neuseeländischen Künstler. Er hat mit ihnen über ihre Arbeit, ihr Leben und ihre Empfindungen gesprochen.

Economy & Finance

79 Business News

Pinboard 81 Maori Die Geschichte eines Seefahrervolkes 84 People Töpferin und Lehrerin – Doreen Blumhardt 87 Website New Zealand Tramper 88 Books & Calendars Wo zum Teufel liegt Herbertville? Lonely Planet: Neuseeland Land of the Rings 2009 Aotearoa – Das Land der langen weißen Wolke 90 Events & Public Holidays

Picture Gallery 94 Abel Tasman National Park

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Jahresabonnements: Deutschland 27 €, Österreich / Italien 32 €, Schweiz 60 CHF, Neuseeland 90 NZ$. Ein Abonnement verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn es nicht sechs Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Die Bezugspreise für das Jahresabonnement enthalten die Versandkosten und – soweit erforderlich – die gesetzliche Mehrwertsteuer. Das Jahresabonnement umfasst 6 Ausgaben. Sämtliche Informationen sind nach bestem Wissen und mit Sorgfalt zusammengestellt. Eine Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangte Einsendungen. Zuschriften an die Redaktion sind erwünscht, Rücksendungen nur gegen beige­fügtes Rückporto. Die Rücksendung von Fotos, Büchern, Manuskripten etc. erfolgt auf Gefahr des Ein­senders. Es gelten die Geschäftsbedingungen des Verlages. Beiträge, Fotos und grafische Darstellungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, Vervielfältigung auf fotomecha­nischen und anderen Wegen sowie Nutzung auf Datenträgern bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Verlages. Bildnachweise: Florian Berger S. 63  –  68; Katharina Borszik S. 59; Sabine Braunegger S. 84 – 86; Paul Chilvers-Grierson S. 6; fotolia S. 60/61; Peter Greitzke S. 10, 11, 23 – 30; Wolfgang Kmoth S. 82; Reinhard Kuhfuß S. 69; Ivonne Kuhlmann S. 98; Achim Kunetka S. 9, 20; Holger Leue S. 79; Fay Looney S. 81; Christine und Markus Müller S. 54, 57, 58; Gernot Müller S. 16/17; Ullrich Müller S. 21; Hiroshi Nameda S. 91; Stuart Page S. 77; Reinhard Pantke S. 7, 9, 12, 14, 42 – 51; Paua Shell House S. 10; Andreas Pietig S. 32 – 41; Julia Schoon S. 53, 71, 73; Rebecca Swan S. 74; Scott Venning S. 90; Andreas Walter S. 8, 13, 52, 54, 75, 76, 81, 98; wikipedia S. 82.


News

Travel

Neuseeland-Newsletter Am 12. Januar 1999 fiel der Startschuss für den umfangreichsten und abonnentenstärksten Newsletter über das „schönste Ende der Welt“ im deutschsprachigen Raum. Sein Herausgeber, „Das Neuseelandhaus“ in Bergkamen im östlichen Ruhrgebiet, ist ein Versandhändler für neuseeländische Landesprodukte wie Wein, Honig, Naturkosmetik und Volkskunst. Die Inhaberin, Barbara Kuhfuß, konnte für die redaktionelle Betreuung Paul Chilvers-Grierson, einen in Schottland lebenden „Kiwi“ mit sehr guten Deutschkenntnissen und dem Hintergrund eines PR-Profis, gewinnen. Chilvers-Grierson, der 25 Jahre in Deutschland zu Hause war, hat selbst jahrelang ein Printmedium herausgegeben: „Neuseeland und Australien Heute“. Seit nun schon über neun Jahren schreibt er den Newsletter und sorgt so für ein konstant hohes inhaltliches Niveau. Der Neuseeland-Newsletter beschäftigt sich regelmäßig mit den Themen Tourismus (Reisetipps), Auswanderung, Wetter und der Entwicklung des Neuseeland-Dollars. Veranstaltungshinweise, Kochrezepte und ein humoriger Teil runden das Angebot ab. Der Newsletter erscheint alle 14 Tage; meistens wöchentlich versetzt gibt es ein besonderes Schmankerl – umfangreiche TV-Tipps mit Neuseelandbezug der kommenden zwei Wochen. Die Leserzahl beträgt inzwischen fast 8.000. Die Registrierung erfolgt über einen gesicherten Prozess (opt In – confirmed), bei dem jeder Leser nach dem Einschreiben („subscribe“) zunächst eine Bestätigung erhält, die sofort die Möglichkeit der Abmeldung („unsubscribe“) beinhaltet. Auch jeder Folgenewsletter enthält einen Link zum Abmelden, um die strengen rechtlichen Bestimmungen in Deutschland und der EU zu erfüllen. ° Weitere Infos sowie ein Archiv älterer Ausgaben unter: www.neuseeland-newsletter.de

Neuseelandfilm auf Deutschland Tournee Die Filmemacher Silke Schranz und Christian ­Wüstenberg aus Frankfurt waren drei Monate mit der Kamera in Neuseeland unterwegs. 10.000 Kilometer auf eigene Faust rund um Nord- und Südinsel. Den Zuschauer erwartet ein ganz besonderer Reisefilm mit faszinierenden Landschaftsaufnahmen, erlebnisreichen Touren und vielen Tipps und Infos zum Reisen in Neuseeland. Ihre Reisedoku zeigen die Filmemacher im November 2008 in vielen Städten in ganz Deutschland. Infos gibt’s unter www. comfilm.de und Termine auf S. 91 in dieser Ausgabe. °



Air New Zealand ist für die Umwelt aktiv Ab sofort können Air New Zealand Fluggäste aktiv der Umwelt helfen: durch eine freiwillige Klimaspende an den Air New Zealand Environment Trust bzw. einen Beitrag zum Ausgleich der CO2-Emissionen ihrer Reise auf den Webseiten der Airline. Eine deutliche Reduzierung der CO2Ausstöße, in den letzten drei Jahren bereits um 100.000 Tonnen, konnte die Airline bereits durch Gewichtsreduzierung, fortlaufende Effizienz-Überprüfung der Landeanflüge und bessere Nutzung von Energie während der Flughafen-Parkzeiten erreichen. Air New Zealand ist – nach eigenen Aussagen – in verschiedensten Bereichen für die Umwelt aktiv und hat das Ziel, die umweltbewussteste Flug­gesellschaft der Welt zu werden. °

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News

Emigration

Qualifizierte Einwanderer gerne gesehen Immigranten ziehen weg von Auckland Die Zuwanderung lässt die Bevölkerung Neuseelands wachsen, aber das gilt nicht für die heimliche Hauptstadt Auckland. Viele Bürger, darunter auch viele Visa-Inhaber, entscheiden sich, weiter in den Süden zu ziehen. Vor allem Wellington und Canterbury wären beliebt, so Statistics New Zealand. Dort wären die Arbeitsmöglichkeiten oft besser und der Erwerb von Hauseigentum noch erschwinglich, gerade für die meist jungen Visa-Inhaber. °

Laut einer kürzlich erhobenen Studie sind 90 Prozent der Neuseeländer der Ansicht, dass Migranten mit einer beruflichen Ausbildung zum Wachstum und zum Wohlstand des Landes beitragen würden. 80 Prozent der Befragten sagen, dass sie den gegenwärtigen „Way of Life“ Neuseelands verbessern könnten. Weiterhin glauben sie, dass die Migranten die soziale Struktur Neuseelands positiv beeinflussen könnten. Die gleiche Umfrage ergab auch, dass 90 Prozent der Bevölkerung einen erheblichen Mangel an Fachkräften sehen; sie sind der Meinung, dass die Regierung Maßnahmen ergreifen sollte, die Neuseeländer, die in anderen Ländern lebten und arbeiteten, wieder ins eigene Land zu holen, um deren Fachkenntnisse zu nutzen. °

Regions

Neuseelands schönstes Fest in Napier Im „A Year of Festivals“ – ein neuer Führer weltweiter Festivitäten erschienen im Lonely Planet-Verlag – ist das „Napier Art Deco Weekend“ zu Neuseelands attraktivstem Fest erklärt worden. Insgesamt sind vier Festivitäten der Inseln in den Führer aufgenommen worden: Das „Christchurch Buskers Festival“ der Schafschurwettbewerb „Masterton’s Golden Shears“ sowie „The Wildfoods“ in Hokitika. Tourismus Minister George Hickton betont, dass die Empfehlungen des in der ganzen Welt bekannten Verlages viele Touristen zu den Festen bringen würden. °

Mehr Sicherheit in der Stadt In Christchurch werden 25 neue Überwachungs­kameras im ganzen Stadtgebiet installiert sowie weitere Sicher­ heitskräfte als „Safe City Officers“ eingestellt, die nachts durch die Straßen patrouillieren. Die Maßnahmen ­würden zwar 1,3 Millionen NZ$ kosten, aber rechneten sich deutlich – seit die ersten Kameras rund um den Cathedral Square installiert wurden, seien mehr Verhaftungen durchgeführt worden als vorher, so die Ver­treter der Stadt. °

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News

The Aucklander

Neue Website: Auckland.TV Kurze Videos über Hotels, Attraktionen, Touren, Museen, Einkaufen in der Stadt, Nachtleben und weitere Themen sind Hauptbestandteil der neuen Website speziell für Besucher des Touristenmagnets Auckland. Die Planung eines Besuchs wird durch die umfassenden Informationen über die Stadt, durch Buchungsmöglichkeiten von Hotels, Mietwagen, Tours und Flügen zum Kinderspiel: Alles Wichtige ist auf der Website abrufbar. ° www.auckland.tv

Luxus – Wochenende im Top Hotel „The Langham Auckland“ hat in Kooperation mit Prada ein neues Angebot im Programm: „Passionate about Prada“. Das Übernachtungs-Arrangement für zwei Personen umfasst eine Nacht am Wochenende sowie eine Flasche Prada Woman Eau de Parfum oder Prada Man Eau de Toilette zum Komplettpreis von 299 NZ$. Für 100 NZ$ Aufpreis wohnen zwei Personen in einem exklusiven Club-Zimmer und erhalten zwei Flaschen Prada Parfum nach Wahl sowie zusätzlich 24 Stunden Zugang zur Hotel Club Lounge, Frühstück, Tee, Drinks und Canapées am Abend und Snacks rund um die Uhr. ° www.langhamhotels.com

Sports

Neuseeländer stellt Weltrekord im Bungeejumping auf Ein Neuseeländer hat einen neuen Weltrekord im DauerBungeejumping aufgestellt. Binnen 24 Stunden stürzte Mike Heard sich genau 103 Mal am Gummiseil von der Hafenbrücke in Auckland. Ihm tue alles weh, erklärte er nach dem Rekord. Dies hänge mit dem Auftreffen auf dem Wasser zusammen, nicht mit dem eigentlichen Bungeespringen. Die bisherige Bestmarke von 101 Sprüngen wurde 2002 in Südafrika aufgestellt. Heards Rekord bescherte einer Kinderkrebsorganisation Spendengelder in Höhe von 5.000 NZ$ (2.360 €). °



Streckentau chen: Neuer Weltr ek Neuseeländ ord für erin

Die Neuseelän derin Kathryn McPhee hat Metern einen mit 151 Weltrekord im S treckentauch gestellt. Die 29 en auf Jahre alte Arc hitektin aus W ton tauchte ellingnach Mediena ngaben bei de nalen Meister n natioschaften zwei Meter weiter bisherige Rek als die ordhalterin N at al ja Molchanow Russland. Der a aus Weltrekord im sogenannten oder Freitauc Apnoehen, dem Tauc hen mit eigene luft, wurde in r Atemeinem 25-M eter-Schwim aufgestellt. M mbecken cPhee benöti gte für die sech plus einer W s Bahnen ende 2:48 M inuten. °

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News

Society

Hotel in Auckland auf Platz sieben der weltweit beliebtesten Hotels Weltweit haben im Rahmen eines Gewinnspiels rund 2.200 Besucher von worldhotels.com ihre persönlichen Lieblingshotels aus 500 möglichen Häusern gewählt. Das elegante Fünf-Sterne-Hotel „Stamford Plaza Auckland“ kam auf Platz sieben: Es begeisterte mit exklusiven Zimmern und einer luxuriösen Ausstattung sowie mit einzigartigem Ambiente und erstklassigem Service. ­Sieger der Wahl: das „Hotel de Sers“, Paris. °

Lebenserwartung der Maori steigt kontinuierlich Die Lebenserwartung der Maori ist seit 60 Jahren kontinuierlich angestiegen, in den letzten zehn Jahren war der Anstieg immens. „Die Lebenserwartung der Maori war schon immer geringer als die der anderen Neuseeländer“, so Prof. Tony Blakely von der Otago University, „jedoch schließt sich so langsam die Lücke zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Bald werden die Maori den gleichen Gesundheitsstatus und die gleiche Lebenserwartung haben.“ °

www.worldhotels.com

Maori-Frau bricht die Tradition und spendet Niere Tamela Brownrigg, eine Maori, hat in Neuseeland ihrem 46-jährigen Freund Roger Garraway eine Niere gespendet – für die Maori mit ihrer Religion und ihrem Glauben eigentlich nicht vereinbar. Die Maori sind der Ansicht, dass sie nach dem Tod wieder als unversehrter Mensch der Mutter Erde entgegen treten sollen. Fehle ein Teil, sei dies entgegen der maorischen Kultur. Die Familie der Frau war zuerst dagegen, hat aber nun bei einem Powhiri, einer feierlichen Zeremonie, den Spendenempfänger in die Familie aufgenommen. Die Spenderin wäre froh, wenn sich mehr Maori dazu bereit erklären würden, ihre Organe zu spenden, sagte sie, zumal Nierenleiden und -versagen innerhalb der maorischen Bevölkerungsgruppe ansteigen würden. °

Neuseelands Studios zu klein? Bald auch in Neuseeland: Street View auf Google Google wird seinen umstrittenen Street View auch in Neuseeland bereitstellen. Es wird allerdings noch ein paar Monate dauern, da noch geklärt werden muss, wie die Persönlichkeitsrechte der Menschen, die auf den Bildern sein könnten, geschützt werden können, so meldet die Dominion Post. °

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Der dritte Teil der Verfilmung der „Chroniken von Narnia“, „Die Reise auf der Morgenröte“, muss vielleicht komplett außerhalb von Neuseeland gedreht werden. Da die Geschichte auf einem Schiff spiele, würden große Indoor Sets benötigt, die Neuseeland nicht bieten könne, so Tim Coddington, Produktionsmanager. Bei den ersten Teilen wurden die Innenaufnahmen auch schon ins Ausland verlagert, die Außenaufnahmen entstanden größtenteils in Neuseeland. °




News

Society

Paua-Haus im Canterbury Museum Nachdem ihr Haus in Bluff schon zu ihren Lebzeiten immer eine Attraktion war, wurde das mit Paua-Muscheln an den Wänden dekorierte Wohnzimmer von Fred und Myrtle Flutey nun dem Canterbury Museum in Christ­ church überlassen. Die Muscheln an den Wänden des Wohnzimmers wurden in den 1960er-Jahren dort aufgehängt, nachdem sie auf dem Boden angebracht immer das Staubsaugen erschwerten, so die Tochter der Fluteys. Nach dem Tod der beiden vermachte ihr Enkel die mehr als 4.000 Muscheln dem Museum, das in einer einjährigen Bauzeit das Heim rekonstruierte, dabei jede Muschel katalogisierte und an den gleichen Platz hängte wie vormals.

Schafsit m e in e h c s r Dolla useeland köpfen in Ne nem Schafs-

ine mit ei 0-Dollar-Sche Elizabeth II. Gefälschte 10 räts von Queen rt Po s de and le el kopf anst kt in Neuseel auf dem Mar tig är hafnw Sc r ge nd de sind ge rechnet im La ge us A Fält. ch en e grob aufgetau ufer auf dies kä er V esn le Pr fie ch züchter lizei na klagte die Po , in en re rt he ie rs en rter ku schung lschen Hunde fa t ie D ad St n. r te seberich gebung de m in der Um le f al au r f vo ha Sc ch das demna ueen trägt auch Q e di ie W d. Aucklan n eine Tiara. ° dem Geldschei

Das Interesse im Canterbury Museums ist groß: In langen Schlangen warten die Besucher, damit sie das authentische Zimmer besichtigen können. ° www.canterburymuseum.com

Maori Google gestartet Ein Projekt, das bereits im Mai letzten Jahres initiiert worden ist, ist Ende Juli erfolgreich der Öffentlichkeit vorgestellt worden: Ein Google-Interface in Maori. Hierbei präsentiert sich die Suchmaske in Maori, während die Ergebnisse – wie üblich – in der Sprache ausgegeben werden, in der sie gefunden worden sind. Das Projekt wurde initiiert von den Betreibern der Website  tangatawhenua.com, Nikolasa und Potaua Biasiny-Tule. ° Zur Maori Google Website: www.google.com/intl/mi Mehr Informationen zu Google Maori: www.tangatawhenua.com

Tuhoe-Maori fordern Rückgabe ihrer Ländereien Die Regierung Neuseelands und die Ngai Tuhoe-Maori haben Ende Juli ein Abkommen getroffen über den Beginn von Verhandlungen bezüglich der Forderungen des Stammes.

Weniger Schafe Der Schafbestand in Neuseeland hat in den ­ letzten Jahren deutlich abgenommen. Während einem Witz zufolge in Neuseeland 20 Mal so viele Schafe wie Menschen leben, kommen in Realität nur noch acht Schafe auf jeden der rund vier Millionen Neuseeländer. Im vergangenen Jahr habe sich der Bestand der Tiere um 4,3 Millionen auf 34 Millionen Schafe verringert, teilte der Landwirtschaftsverband Meat and Wool New Zealand mit. Im Jahr 1982 gab es noch 22 Mal so viele Schafe wie Menschen auf der Insel. Trockenheit und der Ausbau der Milchviehbestände seien die Gründe für den Rückgang. Zudem kämpften die Schäfer mit niedrigen Preisen für Schafsfleisch und Wolle. °

Der Ngai Tuhoe Stamm ist der einzige Maori-Stamm, der das Abkommen von Waitangi 1840 nie unterzeich-

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News

Society

Politics

und Neuseen io n U e h c is ä p Euro Beziehungen land stärken ihre er Ebene lich auf wissenschaft en abge-

n Abkomm seeland haben ei hen Forschern Die EU und Neu it mmenarbe zwisc sa Zu e di um n, schlosse leben. Dadurch n der Welt zu be ile Te en id be en aus dies einen besseren aus Neuseeland er ch rs Fo n rammen, wäherhalte n Forschungsprog he isc pä ro eu zu Zugang r an neuseeläncher sich einfache rs Fo he isc pä ro rend eu n können. tivitäten beteilige ak gs un ch rs Fo n dische r Ministeriums fü useeländischen ne s de m ge de fra s Eine Um chnologie au enschaft und Te r Forscher des Forschung, Wiss lft über die Hä e de ss da , te ig ze 03 Jahr 20 ropäischen Partschungen mit eu or df un n rb Ve an Landes Neuseeland habe er 20 Teams aus Üb r. , wa el gt itt ili m te ns nern be hen Lebe m in den Bereic le al r vo n, . te en ek m an Proj , teilgenom d Biotechnologie Landwirtschaft un Zusammenarbeit ommen soll die bk -A uT W ue ne Dieses reichen erleichden Forschungsbe en eh st be in r nu nicht an denen beide neuen Bereichen, in ch au in er nd so tern, ben, wie zum Be ames Interesse ha ns ei am ge rm n fo ei In n e Seite haften sowi Umweltwissensc spiel Gesundheit, logien. ° no unikationstech tions- und Komm

net hatte. Über Jahre hinweg hatten die Tuhoe gegen die eindringenden weißen Siedler gekämpft. Der Vertrag von Waitangi sollte den Maoris ihr Land, die Wälder, Fischereien und ihre Kultur garantieren. Dies wurde aber nicht eingehalten. Der Stamm der Ngai Tuhoe aber beharrte weiterhin auf seiner Souveränität über seine Kultur und sein Land im Herzen der nörd­lichen Insel. Tamati Kruger, Verhandlungsführer der Ngai Tuhoe, feierte die Unterzeichnung als einen historischen Moment. Der stellvertretende Ministerpräsident Neuseelands, Michael Cullen, sagte, dass die Regierung die Belange des Stammes über viele Generationen ­hinweg und auf verschiedenartige Weise nicht beachtet habe. Die Bestrebungen der Tuhoe nach Unabhängigkeit sind so alt wie die Unterdrückung durch die Kolonialmacht. Ende des 19. und bis in das 20. Jahrhunderts hinein gab es wiederholte Angriffe der Regierung auf ­Siedlungen der Tuhoe, bei denen Dörfer zerstört und Land beschlagnahmt wurde. Den Maori geht es nicht um die Gründung weiterer Nationalstaaten, sondern vielmehr um die kulturelle und sprachliche Selbst­ ständigkeit sowie um den Zugriff auf natürliche Ressourcen. ° Weitere Informationen finden Sie unter: www.natur­voelker.org

Nature

Studie: Kiwis erhöhen die natürlichen Abwehrkräfte

Einer neuen Studie der Food and Agricultural Immunology zufolge helfen Zes TM pri Gold-Kiwi­ früchte, die natürlichen Abwehr kräfte des Körpers zu erhöhen. Die Studie zeigte, dass Mäuse, die Kiwifruchtextrakt konsumierten, eine weitaus bessere Immun­ antwort auf Impfungen hatten. Mögliche Gründe für die Wirkun g von Kiwifrüchten auf die natürlichen Abwehm echanismen werden auf den höheren Vitamin-Cund -E-Gehalt im Vergleich zu den meisten anderen Früchten, den hohen Antioxidantiengehalt sow ie auf den hohen löslichen Ballaststoffgehalt zurü ckgeführt. ° © 360° Neuseeland 06 | 2008

Neuseeland schützt Delfine Nachdem die Population der Maui-Delfine auf 111 Exemplare geschrumpft ist, werden endlich Maßnahmen ergriffen, die nur an der Westküste der Nordinsel beheimateten Tiere vor dem Aussterben zu retten: Neuseeland verbietet ab 1. Oktober dieses Jahres weiträumig das Fischen mit feststehenden Netzen sowie die Schleppnetzfischerei. Delfine können die feinmaschigen Netze der Fischer nicht erkennen, verheddern sich und ertrinken. Die kleinen Maui-Delfine, ausgewachsene Tiere messen 1,7 Meter, sind eng mit den Hektor-Delfinen verwandt, die ebenso in Neuseeland heimisch sind und deren Population seit den 1970er-Jahren von ca. 26.000 auf geschätzte 7.270 gesunken ist. °

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Auckland – die andere Metropole Klassische und moderne Gebäude prägen die Stadt

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0 Stunden. So lange etwa dauert der Flug nach Neuseeland. Eine lange Zeit. Doch es lohnt sich. Denn die Belohnung ist – in den meisten Fällen – ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Ein Gefühl, das sich schon im Bauch breit macht, während das Flugzeug die Landung einleitet, sich weiter ausbreitet in die Arme und Beine, ja, bis ins Herz, je näher man diesem wunderschönen Land kommt, das da unter einem immer größer wird. Ein Gefühl, das alles vereint: Fernweh, Sehnsucht, Vorfreude, Neugier, Aufregung. Ein Gefühl, das so stark ist, dass die Müdigkeit erstmal in den Hintergrund gedrängt wird. Ein Gefühl, das vielleicht mit dem vergleichbar ist, das jemand, der lange nicht zu Hause war, hat, wenn er sich der Heimat wieder nähert. Denn das ist etwas, was viele Europäer verspüren, die zum ersten Mal nach Aotearoa kommen. Nun mögen einige, die das schon hinter sich haben, vielleicht eifrig zustimmen. Und vielleicht würden einige sagen: Ja, das stimmt, aber was Neuseeland ausmacht, ist doch die Weite, die kleinen malerischen Orte, die rauen Küsten, das Ungreifbare. Nicht Auckland. Doch. Auch Auckland.

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Eine Stadt wie eine Krake Am größten Flughafen Neuseelands laufen freundlich schauende Beagles, geführt von uniformierten Menschen, zwischen dem Gepäck der Reisenden auf und ab. Sie sind auf der Suche nach etwas Essbarem und erfüllen damit einen Dienst für das Land. Die Einfuhr von Lebensmitteln ist streng verboten. Die freundlichen Beagles sind der erste Eindruck des Landes. Hat man sein Gepäck sicher in einem Taxi, einem Bus oder einem Shuttlevan verstaut, kann man sich entspannt zurücklehnen. Denn schon auf der Fahrt in Richtung Stadt sieht man viel, grüne Wiesen unter knallblauem Himmel, gemütliche Vororte einer Metropole am Ende der Welt. Die Farben leuchten kräftig, intensiv. Man sieht Surfbretter in den Gärten, Veranden mit Grillmöglichkeit, Spielzeug, vor den Garagen stehen die gleichen Autos wie in Europa. Sanft schlängeln sich die Straßen auf und ab. Krake – so nennt man Auckland in gängigen Reisefüh­rern. Auckland hat sich auf dem schmalen Isthmus zwischen Pazifik und der Tasmanischen See ausgebreitet, auf einer Länge von 70 Kilometern. Krake – das klingt negativ. Wie

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ein großes Ungeheuer, das seine langen Arme ausbreitet und alles darunter Liegende verschlingt. Ein Ungeheuer ist Auckland aber nicht. Der Vergleich passt aber dann, wenn man bedenkt, dass Auckland zwar eine Großstadt ist, eine Metropole, aber eine, die sich sanft und wellenförmig in alle Richtungen erstreckt. Kleine Häuser dominieren das Bild, Hochhäuser findet man nur direkt in der Innenstadt, im Zentrum. Dort, wo alles zusammenläuft – wenn man beim Bild der Krake bleiben möchte. Auf mehr als fünfzig Hügeln ist die Stadt gebaut. Fast alle sind vulkanischen Ursprungs, einige sind uralt – viele zehntausend Jahre – andere ganz jung, einer ist gerade mal 800 Jahre alt. Auckland selbst ist auch jung. Zumindest die eigentliche Stadt. Doch bereits im 14. Jahrhundert siedelten Maori hier an. Sie nannten die Gegend Tamaki-Makau-Rau, übersetzt etwa „Stadt der 100 Liebenden“. Doch die Liebe hielt nicht gar zu lange, denn Stammesauseinandersetzungen führten dazu, dass man die Siedlungen verließ. Erst mit der Ankunft der Europäer gewann die Gegend aufgrund der vorteilhaften Lage wieder an Bedeutung. Eine Stadt entstand und man benannte sie nach Lord Auckland, dem Kommandanten des ersten neuseeländischen Gouverneurs William Hobson.

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360° Autorin: Autor: Reinhard Anna Lena Pantke Kruse Anna Lena Kruse bereiste Neuseeland 2007 im Rahmen ihrer Arbeit als Reisejournalistin auf einem Kreuzfahrtschiff. Beim Besuch der Stadt Auckland war es Liebe auf den ersten Blick, aber auch der Rest des Landes hat es ihr angetan und sie nicht mehr losgelassen. 2008 besuchte sie Neuseelands letzte Kolonie Tokelau im Süd­pazifik, weitere Reisen und längere Aufenthalte – privat sowie im Rahmen der Arbeit – sind geplant.

land auch die polynesische Hauptstadt der Welt, da ein Drittel der Einwohner Maori sind oder von den pazifischen Inseln stammen. Neuseelands Hauptstadt ist sie nicht – nicht mehr. Anspruch auf diesen Titel konnte Auckland lediglich bis 1865 erheben. Dann wurde der Regierungssitz nach Wellington verlegt. Seither herrscht eine gewisse Rivalität zwischen den beiden Städten. Aber auch wenn Auckland nicht mehr Hauptstadt ist, so ist sie doch der Nachfolgerin auf der Südinsel, zumindest was die Einwohnerzahl betrifft, überlegen. Die Hauptstadt

de … ntre – schmucke Gebäu Auckland City Ce

Stadt der Kontraste Auckland ist eine Stadt der Kontraste. Auf der einen Seite stehen idyllische Wohnhäuser, auf der anderen fallen steile Straßenschluchten zum Meer hin ab, gesäumt von glitzernden Hochhausfassaden. Kommt es einem an anderen Orten Neuseelands so vor, als wäre man gerade ganz alleine auf der Welt, alleine nur mit der atemberaubenden Natur, taucht man hier ein ins Großstadtleben. Knapp eine Million Menschen leben in der Stadt, zählt man die Außenbezirke, den Ballungsraum Auckland, dazu, sind es 1,5 Millionen. Das sind mehr Menschen als auf der gesamten Südinsel leben. Außerdem ist dies ein Schmelztiegel der Kulturen. Deshalb nennt man Auck-

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… beleben die Stadt

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City Trip

Auckland Skyline

a. D. befindet sich kontinuierlich im Wandel. Um etwa 50 Einwohner wächst die Stadt pro Tag, so schätzt man. Und sie machen die Stadt immer bunter.

Wer gerne Menschen beobachtet, hat in Auckland viel zu sehen Jeder vierte Neuseeländer lebt in Auckland. Hinzu kommen die zahlreichen Einwanderer, aus Europa, von den pazifischen Inseln, aus West-Samoa, Fidschi, Vanuatu, von den Cook-Inseln oder aus dem Königreich Tonga. Viele kamen in der Boomzeit, in den 1960er- und 1970erJahren, als Arbeitskräfte begehrt und gesucht – und sie kamen in Scharen. Die meisten sind geblieben. Und die meisten leben in Manukau. Die Innenstadt wird immer ruhiger, hier stehen hauptsächlich Bürokomplexe. Wohnungen sind diesen Gebäuden gewichen. Manukau ist eigentlich eine selbstständige Stadt, doch man zählt sie mehr zu Greater Auckland. Und man weiß: Dies ist der soziale Brennpunkt. Hier gibt es überdurchschnittlich viele sozial schwache Haushalte. In den Straßen hört man eher Samoanisch als Englisch. Die Arbeitslosen­ quote ist hoch. Doch auch das gehört eben zu einer Metropole. Ist Auckland eine Metropole? Verdient sie den Titel der kosmopolitischsten Stadt im südpazifischen Raum?

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Oder ist Auckland eine Provinzstadt? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen.

Auckland ist anders Auckland hat alles, was eine Metropole ausmacht: Geschäfte, Parks, Restaurants, Cafés und Kneipen und auch einige Nachtclubs. Dies macht auf den Besucher definitiv den Eindruck einer belebten Großstadt. Lässt man sich blenden? Und wenn schon! Der Rest des Landes betrachtet die Entwicklung der Stadt skeptisch. Warum? Vielleicht weil sich Auckland zu sehr dem Rest der Welt anpasst. In Auckland gibt es genauso viele Trendsetter und die karriereorientierte Generation Coffee-to-go, die mit Handy am Ohr und den angesagtesten Kleidern die Straßen mit Leben füllen wie in New York, Berlin, Paris oder Sydney. Auckland ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Durch die Architektur, die Parks und natürlich die Menschen, die die Bars und Cafés der angesagten Viertel Ponsonby oder Parnell füllen. Oder durch die Wochenendmärkte, auf denen es eher zugeht wie auf einer südpazifischen Insel. Auf dem Victoria Market zum Beispiel, einem großen Flohmarkt, auf dem man alles bekommt, was man braucht oder auch nicht, für kleines Geld. T-Shirts, Poster, Kerzenleuchter, den Kiwi oder eine Kappe mit dem silbernen Farn.

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So wie die Menschen das Gesicht der Stadt prägen, so tun das auch die Bauwerke. Auckland entwickelt sich weiter und fügt die alten Bauwerke harmonisch in das Stadtbild ein. Der europäische Einfluss wird deutlich an Gebäuden wie dem 1912 erbauten Ferry Building, der Town Hall oder auch dem Old Arts Building.

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360° City Info

Whangarei

Whangarei

Auckland

Wellington

Mit dem Rest Neuseelands hat Auckland nicht viel gemeinsam. Das macht die Stadt so spannend. Das ist auch das Argument vieler, die dieses Land lieben: AuckCastelpoint land Masterton ist doch nicht „typisch neuseeländisch“. Aber muss nicht jedes Land, jede Region einen Ort haben, der eben „anders“ ist?

Hamilton

Rotorua Taupo

Auckland

Palmerston North Masterton

Castelpoint

Hamilton

Wellington

Martinborough

Besucht man die Innenstadt, gelangt man über kurz oder lang auf die Queen Street. Sie ist die Hauptschlagader. Hier kann man nach Herzenslust shoppen gehen. Namhafte Surfläden gibt es hier, Outdoor-Stores für diejen­igen, die nach einem Besuch Aucklands auch den Rest des Landes erkunden wollen, Klamotten, Bars und Cafés. In den Sportgeschäften findet man außerdem alles rund ums Rugby. Denn das ist der Nationalsport der Neuseeländer und die All Blacks, das National-Team, der Stolz des Landes. Die Unterstützung der Menschen macht das Team stark, so stark, dass es in der Weltrangliste auf Platz Zwei steht. Kein Wunder also, dass sich die Stadt immer dann, wenn ein wichtiges Ereignis bevorsteht, an jeder Ecke schmückt. Ein halbes Jahr vor der Rugby-Weltmeisterschaft 2007 war bereits das Fieber der Vorfreude ausgebrochen, eine Atmosphäre vergleichbar mit der in Deutschland, wenn es um die Liebe zum Fußball vor einer Weltmeisterschaft geht. Ähnlich belebt und beliebt wie die Queen Street ist auch die K Road. K Road, das steht für Karangahape Road. Und das steht für Charakter, Abwechslung und Schnelligkeit. Hier gibt es alles, vom Second Hand-Laden über Designerboutiquen, von dunklen Kneipen und hippen Bars bis zu Feinkostläden. Die K Road ist anders als die Queen Street, alternativ könnte man sagen, mit Ecken und Kanten. Sie erwacht vor allem bei Nacht zum Leben. Denn dann wird sie zum Treffpunkt der jungen Menschen. Aber nicht nur Bars und Kneipen gibt es hier, sondern auch Kasinos und auch den einen oder anderen Sexshop. Eine Rote Meile ist die Straße aber nicht.

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Tauranga Rotorua Taupo

Auckland ist belebt Auckland leidet an chronischer Verstopfung, zumindest zu den Stoßzeiten. Autos sind billig und praktisch für den Transport, doch man kommt damit aber nicht unbedingt schneller voran. Busse, die einzigen öffentlichen Verkehrsmittel, bleiben genauso im Stau stecken. Für den Besucher heißt das: Ruhe bewahren. Die Neuseeländer nehmen es gelassen. Was ist schon ein Stau. Sie sind es gewohnt, sie nehmen es leicht – oder einen Umweg.

Pauanui

Napier

Napier Lage: Auckland liegt auf der Nordinsel Neuseelands, auf Palmerston North einem schmalen Isthmus zwischen Pazifik und der Tasmanischen See und erstreckt sich auf einer Länge von 70 Kilometern. Im Osten liegt der Waitemata Harbour am Hauraki Golf, im Südwesten der Manukau Harbour in der Wellington Tasmanischen See. Auf der Landseite wird Auckland von den Hunua Ranges und den Waitakere Ranges natürlich eingegrenzt. Fläche: 1.086 Quadratkilometer Einwohner: ca. 1,4 Millionen im Ballungsgebiet Auckland Klima: Subtropisches Klima, lange, warme, humide Sommer, kühlere, ziemlich feuchte Winter. Durchschnittliche Temperaturen im Januar 24° bis 30° Celsius, Juli 14° bis 20° Celsius. Durchschnittlicher Jahresniederschlag: 1.243 mm / Jahr. Besonderheiten: Bis 1862 war Auckland die Hauptstadt Neuseelands, bis heute ist sie die größte Stadt des Landes mit dem größten Flughafen und den wichtigsten Häfen. Der Internationale Hafen Aucklands ist für 68 Prozent aller Importe und 33 Prozent aller Exporte des Landes verantwortlich, damit ist die Stadt das wirtschaftliche ­Zentrum Polynesiens. Auckland wird auch als polynesische Hauptstadt der Welt bezeichnet, da über ein Drittel der Einwohner Maori sind oder von den pazifischen Inseln stammen. Auckland ist die „City of Sails“: Die Westhaven Marina ist der größte Yachthafen der Südhalbkugel mit 1.400 Ankerplätzen. Jährlich findet die Auckland Regatta statt, in den Jahren 2000 und 2003 wurde hier auch der America’s Cup, die älteste Segelregatta der Welt, ausgetragen. Laut einer Studie (Mercer Consulting) bietet Auckland unter allen Städten der Welt die fünfthöchste Lebensqualität.

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Blick vom Mount Eden

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360° Info Geschichte Auckland wurde ursprünglich um 1350 von Maori auf erloschenen Vulkanen als „Tamaki Makau Rau“ gegründet und besiedelt. Der Ort wuchs auf ca. 20.000 Einwohner an. Konflikte zwischen den Stämmen führten dazu, dass sich diese Zahl wieder verringerte und die Gegend schließlich vollständig von den Europäern übernommen wurde. 1840 wurde Auckland von William Hobson neu gegründet, als man nach der Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi, der Neuseeland an das Vereinigte Königreich band, einen geeigneten Standort für die neue Hauptstadt suchen musste. Die ersten Zuwanderer kamen aus allen Teilen Neuseelands und aus Großbritannien. Im Osten der Stadt ließen sich Regierungsmitglieder nieder, im Westen Handwerker und Künstler. 1862 verlor Auckland den Titel der Hauptstadt an Port Nicholson, das heutige Wellington. Einen großen Wachstumsschub bekam Auckland in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Sehenswertes Attraktionen Aucklands: Sky Tower, Harbour Bridge, Ferry Building, Viaduct Basin, Parnell Village mit einigen der interessantesten historischen Bauwerke und vielen schönen Restaurants, Aotea Square mit dem alten Rathaus, Regierungsgebäuden und dem Cultural Complex.

Museen und Galerien Auckland Museum, Auckland War Memorial Museum, Auckland Art Gallery mit der größten Sammlung neuseeländischer Künstler und zeitgenössischer Kunst.

Pacific Rim Außerdem geht Liebe ja bekanntlich sowieso durch den Magen. Das ist in Auckland nicht anders als anderswo auf der Welt. An einer Straßenecke hat man das Gefühl, in Europa zu sein, macht man einen Schritt weiter, ist man in Asien angekommen. Die ethnischen Hintergründe der Einwohner präsentieren sich nämlich auch in der Küche: An jeder Ecke der Innenstadt gibt es Imbissstände und Restaurants, die eine kulinarische Reise durch Ozeanien

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In der Innenstadt, im Parnell Village und rund um den Mount Eden gibt es zahlreiche Galerien und Ateliers, zum Beispiel Fingers, Starkwhite, Galerie der Elam School of Fine Arts, Gus Fisher Gallery. Freizeitparks und Unterhaltungsmöglichkeiten: Auckland Domain (Park), Mount Eden, One Tree Hill, ­Auckland Zoo, Kelly Tarlton’s Underwater World and Antarctic Centre.

Sportveranstaltungen Eden Park (Rugby, Cricket), North Harbour ­ Stadium (Fußball), Vector Arena (Eishockey, Basketball, Motocross-Rennen).

Umgebung Um die Gegend um Auckland zu erkunden, bieten sich Bootstouren durch den Hauraki Golf zu den vorgelagerten Inseln Rangitoto, Waiheke Island, Little und Great Barrier Island an sowie Ausflüge zum Waitekare Ranges Regional Park. Außerdem gibt es wunderschöne Strände um Auckland herum, wie zum Beispiel Mission Bay, Bucklands Beach, Takapuna, Devonport, Long Bay, Maraetai, Karekare oder Whatipu. An der Westküste bestehen die Strände aus schwarzem Sand, wie zum Beispiel Piha und Muriwai.

Universitäten/Schulen Universität Auckland (ca. 39.000 Studierende), Technische Universität Auckland (AUT, ca. 26.000 Studierende), Unitec (Institute of Technology, ca. 66.000 Studierende). Außerdem haben die Universität von Otago und die ­Massey Universität Gebäude in Auckland.

ermöglichen. „Pacific Rim“ nennt man die Küche, denn sie vereint Köstlichkeiten der pazifischen Inseln, gepaart mit asiatischen Einflüssen. Besonders Meeresfrüchte stehen überall ganz oben auf der Speisekarte. Ausprobieren kann man dies nahezu überall. Ob an einem Schnell­imbiss, an einer Garküche oder in einem Restaurant. Meerblick inklusive, jedenfalls dann, wenn man sich in einem Lokal an der Waterfront niederlässt. Zum Essen gibt es den passenden Wein aus den nahen Wein­anbaugebieten, die man mittlerweile weltweit kennt und schätzt.

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Wer sich einmal vom Trubel der Innenstadt erholen möchte, aber nicht gleich aus der Stadt herausfahren möchte, muss nur ein paar Schritte gehen, in einen der vielen Parks. Sie sind Oasen der Ruhe und Entspannung – mitten in der Stadt.

Auckland ganz oben Oder man wandert auf einen der Hügel, auf denen Auckland errichtet wurde. Auf den One Tree Hill zum Beispiel oder auf den Mount Eden. Der gehört praktisch zur Innenstadt. Der inaktive Vulkan ist 196 Meter hoch und hat man ihn erklommen, zu Fuß oder mit dem Bus, liegt einem die Stadt zu Füßen: Die Straßen zwischen den in den Himmel schießenden Hochhäusern, die überschaubaren Wohngegenden ringsherum, die sich sanft über die Hügel ausbreiten. Mount Eden war mal eine MaoriFestung, ein sogenanntes „Pa“. Die Maori hatten einst Terrassen angelegt, um Gemüse anzubauen. Darüber ist nun Gras gewachsen und Nahrung finden hier höchstens Tiere. Die alte Maori-Versammlungsstelle ist ein Treffpunkt für verliebte Paare geworden, für Ausflügler und für Besucher, die sich einen ersten Überblick über Auckland verschaffen wollen. Mount Eden erinnert daran, dass nicht nur die Stadt selbst ein „Hotspot“ ist, sondern auch auf einem solchen errichtet wurde. Der Mount Eden rührt sich nicht mehr, seit Jahrtausenden ist er still und der Krater kann betreten werden. Bis 1910 gab es hier einen Steinbruch, in dem man Basaltlava der letzten Ausbrüche gewann, um sie weiterzuverarbeiten. Diese Basaltlava wurde zum Beispiel für viele der Bordsteinkanten in Auckland verwendet. 1879 wurde der Berg zum Erholungsgebiet erklärt. Das ist er bis heute. Und weil er so viel bietet – Erholung und Natur, gleichzeitig aber auch die Nähe zur Stadt – lockte er besonders Künstler an wie ein Magnet. Schriftsteller und Maler ließen sich nieder in den alten Gebäuden rund um den Mount Eden, was dem gleichnamigen Stadtteil den Beinamen „Heimat der Künste“ einbrachte. Auf die Kunst folgte die Bildung, namhafte Schulen wurden errichtet und auch die Universität der Stadt weitete ihren Campus bis hierher aus.

Künstlerisches Auckland Künstler gibt es längst nicht nur am Fuße des Mount Eden. Galerien und Ateliers gibt es überall in der Stadt, sodass Kunstliebhaber hier bestimmt auf ihre Kosten kommen. Mitten im Zentrum liegt die Auckland Art Gallery, unterteilt in die Main Gallery mit moderner Kunst und die New Gallery mit zeitgenössischer Kunst. Rund um die Art Gallery herum findet man kleine Ateliers lokaler Künstler. Hier kann man auf Entdeckungsreise

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360° City Info Unterkünfte   €   € The Westin Auckland: Liegt im Herzen von Auckland, Ausblick auf Viaduct Harbour, atemberaubende Ausblicke auf das Meer sowie großzügige Promenaden; Lighter Quay, 21 Viaduct Harbour Ave, Tel.: 09 / 909 90 00, www.starwoodhotels.com/westin/property/overview/index. html?propertyID=3015 €

  €   € SKYCITY Grand: Direkt neben dem Skytower im Herzen der Stadt; 90 Federal St, Tel.: 09 / 363 70 00, www. skycityauckland.co.nz €

  € Copthorne Harbour City: Liegt direkt an der Waterfront, viele Restaurants und Shops laden zum Bummeln ein; 196-200 Quay St, Tel.: 09 / 377 03 49, www.millenniumhotels.co.nz €

  € CityLife Hotel: Mitten im Geschäfts- und Unterhaltungsviertel; 171 Queen St, Tel.: 09 / 379 92 22, www.heritagehotels.co.nz €

  € Kingsgate Hotel Parnell: Blick auf den Parnell Rosegarden und Waitemata Harbour; 92-102 Gladstone Rd, Tel.: 09 / 377 36 19, www.millenniumhotels.co.nz/kingsgateauckland/index.html €

  € Kiwi International Queen Street Hotel and Hostel: Der CBD ist nur wenige Gehminuten entfernt; 411 Queen St, Tel.: 09 / 379 64 87, www.kiwihotel.co.nz €

Nomads Fat Camel: Gewann 2007 den Titel No. 1 Backpackers Hostel in New Zealand; 38 Fort St, Tel.:09 / 307 01 81, www.fatcamel.co.nz €

Base Auckland: Günstig und zentral gelegen; 16-20 Fort St, Tel.: 09 / 300 99 99, www.stayatbase.com/base-back-­ packers-auckland-hostel €

€ Base ACB: Einfach, zentral; Level 3, 229 Queen St, Tel.: 09 / 358 48 77, www.stayatbase.com/base-aucklandcentral-backpackers

gehen. Fingers, Starkwhite, Galerie der Elam School of Fine Arts, Gus Fisher Gallery sind Adressen, die man dabei ansteuern kann. Die Liste kann noch beliebig lang ergänzt werden.

Auckland will hoch hinaus Während der Mount Eden die höchste natürliche Erhebung Aucklands ist, ist der Sky Tower das höchste von

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360° City Info Kulinarisches Essen kann man überall in der Innenstadt und an der Waterfront, es gibt zahlreiche Restaurants für den kleinen und großen Geldbeutel. Sehr gute und gemütliche Restaurants gibt es auch im Parnell Village oder Ponsonby. Al Dente: italienische Küche; 104 Custom St West, Viaduct CBD, Tel.: 09 / 362 08 08. Cin Cin on Quay: Fine Dining; Auckland Ferry Building, 99 Quay St, Downtown, Tel.: 09 / 307 69 66.

Menschenhand erschaffene Gebäude. Er ist das beliebteste Motiv auf Werbeplakaten und das ist auch kein Wunder, zieht er doch durch seine Höhe alle Blicke auf sich. Auch von hier aus hat man einen sensationellen Blick auf die Stadt. Er ist der Fernsehturm und gleichzeitig auch das Wahrzeichen Aucklands. Und das seit 1997. Beton, Stahl und Glas ragen 328 Meter in die Höhe. Der Skytower ist der höchste Turm der südlichen Hemisphäre. Damit ist er höher als der Kölner Dom mit 157 Metern. Der Eiffelturm in Paris misst mit Fernsehantenne 327 Meter. Besteigt man den Sky Tower bis zur Spitze, kann man bei schönem Wetter bis zu 80 Kilometer in jede Richtung blicken. Drei Aufzüge bringen bis zu 225 Menschen im Viertelstundentakt nach oben. Eine Fahrt dauert dabei nur

Fortuna Buffet Restaurant: Küche: Kiwi & Pacific Rim; L2, Sky City, Cnr Federal & Victoria St West, Tel.: 09 / 363 60 00. Joy Bong Restaurant & Bar: Asiatische Spezialitäten; 531 Karangahape Rd, Tel.: 09 / 377 22 18.

Nightlife Theater: SkyCity Theatre, Auckland Town Hall, Maidment Theatre, Aotea Centre, Bruce Mason Centre, … Live Music: London Bar, Deschlers, Alto Casino & Bar / SkyCity, Java Jive, Temple Bar, … Clubs & Bars: Viaduct Harbour: The Loaded Hog, Spy Bar, Chic, Plum, … Zentrum: Minus 5, Crow Bar, Honey, Galatos, Match Lounge Bar, Khuja Lounge, Fu, … K Road & Ponsonby: Suede, Club 4:20, SPQR, Chandelier, Lime, Sponge, Orchid, Whiskey, Malt, … Parnell: Iguacu, The George, Denim, The Paddington, The Penny Black, … Tipp: Im Visitor´s Centre bekommt man die Zeitschrift „Auckland: What´s On”, hier kann man sich über Veranstaltungen, Bars, Restaurants, Clubs etc. informieren.

360° Web Info www.aucklandnz.com www.aucklandcity.govt.nz www.auckland.ac.nz

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Der Sky Tower Das Wahrzeichen der Stadt:

40 Sekunden, also so schnell, als würde man in die Höhe katapultiert. Wem das zu schnell geht, der kann natürlich auch Treppen steigen. 1.267 Stufen führen nach oben. Ein durchschnittlich schnell gehender Mensch würde etwa eine halbe Stunde dafür brauchen. In einem Wettbewerb schaffte es ein Teilnehmer, die über 1.000 Stufen in nur fünf Minuten und 17 Sekunden zu erklimmen. Die erste Aussichtsplattform befindet sich 182 Metern Höhe. Die zweite neun Meter darüber und die dritte schließlich in 220 Metern Höhe. Ein Restaurant und eine Bar drehen sich in einer Stunde einmal um den Turm

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herum, Kulissenwechsel frei Haus. Oder man spaziert um die untere Plattform herum und schaut durch den Boden nach unten, denn der besteht aus Panzerglas. Von hier aus kann man außerdem ein ganz anderes Spektakel beobachten, nämlich wie besonders Wagemutige den Sprung in die Tiefe wagen. Rund 80 Menschen nutzen diese Attraktion täglich und stürzen sich 192 Meter hinunter – den Beton der Straßenschluchten Aucklands jederzeit fest im Blick. Sky Jump nennt man das.

Auckland verbindet Wem das nicht reicht, der kann auch von einer Brücke springen. Denn Bungee Jumping wird auch auf der Harbour Bridge angeboten. Die 1,15 Kilometer lange Brücke verbindet das Zentrum mit dem Stadtteil North Shore. Auf acht Spuren fahren die Autos, mal schnell, mal weniger schnell, denn die Brücke ist ein Nadelöhr. Einen Stau nimmt man aber gerne in Kauf, denn sonst müsste man entweder die regelmäßig verkehrende Fähre nehmen oder einen 40 Kilometer langen Umweg über West Auckland fahren. So war man im Jahre 1959 froh, als die Harbour Bridge feierlich eröffnet wurde. Damals besaß sie nur vier Spuren, zwei in jede Richtung, und jeder, der sie passieren wollte, musste eine Mautgebühr entrichten. Die gibt es nun nicht mehr und aus vier Spuren sind acht geworden. Darunter fahren Schiffe, große, kleine, Yachten, Kreuzfahrtschiffe, Containerschiffe, zum größten Hafen des Landes, Waitemata. Man nennt ihn auch den Auckland Harbour, obwohl er nur einer von zwei Häfen ist. Auf der anderen Seite liegt der Manukau Harbour. Der Hafen Waitemata verbindet die Stadt mit dem Golf von Hauraki und dem Pazifischen Ozean. Die tosenden Wellen des Meeres werden von den vorgelagerten Inseln North Shore, Rangitoto Island und Waiheke Island gemildert.

Stadt der Segel Die Häfen Aucklands und die Freude der Neuseeländer am Segeln – immerhin nennt laut Statistik jeder vierte ein Boot sein eigen – haben der Stadt einen wichtigen Beinamen eingebracht: City of Sails, Stadt der Segel. Die Westhaven Marina ist nicht nur der größte Yachthafen der Stadt, sondern der gesamten Südhalbkugel. Es gibt 1.400 Ankerplätze und die sanft schaukelnden Boote und Yachten, klein und groß, einfach oder luxuriös, sind ein schöner Anblick. Ein so schöner Anblick, dass sich auch Menschen aus dem Binnenland von der Freude am Segeln anstecken lassen.

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City of Sails

Jedes Jahr findet hier die Auckland Regatta statt. Das Viaduct Basin, der alte Hafen im gleichnamigen Stadtteil, wurde Ende der 1990er-Jahre neu gestaltet. Der Grund: Sir Peter Blake, ein weltbekannter Segler und gebürtiger Aucklander, gewann den berühmten America’s Cup. Damit war er der erste Nicht-Amerikaner, der die älteste Segelregatta der Welt gewann und sie so in sein Heimatland holte. In den Jahren 2000 und 2003 wurde der America’s Cup in Auckland ausgetragen. Zu solchen und anderen wichtigen Anlässen wird diese Gegend auf Hochglanz poliert und wird zum Treffpunkt von Stars und Sternchen. Dann herrscht im Viaduct Hafen reges Treiben und erinnert an eine große Bühne. Besonders bei Nacht, denn wenn alles hell erleuchtet ist und sich die Bars und Restaurants füllen, scheint es, als hätte man einen großen Scheinwerfer auf diesen Stadtteil gerichtet.

Freiheit und Freizeit Freiheit, das ist das Versprechen, das Metropolen ausstrahlen. Die Freiheit, das zu tun und zu erreichen, was man möchte, die Freiheit, sich selbst zu verwirklichen. Freiheit bedeutet auch, viele Möglichkeiten zu haben, den Alltag, das Leben zu gestalten. Und dazu zählt auch die Freizeit. Ob man das eine findet, liegt an einem selbst. Freizeit, oder vielmehr Freizeitmöglichkeiten, gibt es viele in Auckland. Man kann sich der Kunst hingeben. Man kann durch die Stadt bummeln, sich vom Sky Tower hinabstürzen, sich quer durch alle Restaurants essen oder im Park relaxen. Oder man besucht das Auckland War Memorial Museum, geht in den Auckland Zoo oder stattet Kelly Tarlton’s Underwater World and Antarctic Centre einen Besuch ab. Sportbegeisterte können im Eden Park, dem größ-

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City Trip

ten Sportstadion Neuseelands, dem Nationalsport Rugby zusehen oder beim Cricket mitfiebern. Fußball wird im North Harbour Stadium gespielt, in der Vector Arena Eishockey, Basketball oder Motocross-Rennen. All das findet man in der Stadt. Aber das Schöne an Auckland ist: Bis in die Natur ist es nie weit. Die Strände wie Mission Bay, Bucklands Beach oder Takapuna rund um die Stadt sind ideal zum Surfen und Entspannen. Schöne Wanderungen kann man im Waitakere Ranges Regional Park machen. Hier wachsen Pinien und Zedern, Baumfarne und Bambus, Kauribäume und Orchideen. Und hier findet man auch die Strände Karekare und Whatipu. Letzterer ist nur eine gute Dreiviertelstunde von Downtown Auckland entfernt. Und Karekare ist so schön, dass man ihn als Kulisse für den Film „Das Piano“ wählte.

Mit dem Boot erreicht man in 20 Minuten die Insel Rangitoto. Hier befindet sich einer der jüngsten Vulkane, die die Bucht von Auckland formten. Eine Stunde dauert eine Wanderung bis nach oben, durch üppige Vegetation und vorbei an schroffen Felsformationen, die vielen Vogelarten als Lebensraum dienen. Vom 300 Meter hohen, dicht bewachsenen Vulkankegel hat man beste Sicht auf die gesamte Gegend. Der erste Blick geht auf den Hauraki Golf. Der zweite auf die Skyline von Auckland. Wind und Wasser, grüne Wiesen, weite Flächen, grasende Schafe, sanfte Hügel und Täler, das ist Neuseeland. Und das gehört auch irgendwie zu Auckland. Aber Auckland hat eben auch viele Gesichter. Auckland ist belebt, aufstrebend, irgendwie eine Metropole. Auckland ist anders. Auckland ist all das. °

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Castlepoint

Die Seele baumeln lassen am Strand von Castlepoint

N

euseelands Hauptstadt besticht nicht nur durch innerstädtische Reize. Auch an attraktiven Ausflugszielen rund um Wellington mangelt es nicht. Weniger als drei Stunden und knapp 165 Kilometer entfernt von der umtriebigen Metropole liegt im Südosten der Nordinsel das idyllische Castlepoint. Es ist mal wieder an der Zeit, dem Großstadtleben zu entfliehen. Wir machen uns auf den Weg … Unser Ausflug führt uns zunächst in Richtung Hutt Valley – mehr als 20 Kilometer fahren wir am Hutt River entlang, immer noch sind wir innerhalb der Stadtgrenzen und werden uns wieder einmal der riesigen Ausdehnung Wellingtons bewusst.

360° Autoren: Nicole Fritz & Peter Greitzke Nicole Fritz und Peter Greitzke gönnten sich getrennt voneinander eine längere Auszeit in Neuseeland und haben sich Anfang 2004 in Christchurch kennen- und liebengelernt. Bereits ein Jahr nach ihrer Rückkehr nach Deutschland zog es die beiden wieder nach Aotearoa – dieses Mal als Paar. Die Auswanderer lebten an der Kapiti Coast bei Wellington. So oft wie möglich nutzten sie die Zeit, im Van beide Inselteile zu erkunden. Seit Mai 2007 sind die beiden wieder zurück in Europa und leben derzeit in Zürich. Peter hört noch immer fast täglich ­Wellington More FM über das Internet.

Abstecher nach „Bruchtal“ Kurz darauf entscheiden wir uns für einen kurzen Abstecher in den Kaitoke Regional Forest, in dem Teile der Dreharbeiten für „Der Herr der Ringe“ stattfanden. Dank der vielen Informationstafeln finden wir problemlos den Weg zum filmischen Ort Rivendell (Bruchtal). Nachdem

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wir uns den Abhang zu den Furten von Isen hinunter gehangelt haben, erahnen wir hinter der nächsten Baumbiegung schon Elronds Haus. Nach einer besinnlichen „Der Herr der Ringe“-Gedenkminute führen wir unsere Erkundungstour über eine Hängebrücke fort. Der Park

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Sonnenuntergang am Castlepoint Lighthouse Nur 165 Kilometer von Wellington entfernt kann man in zerklüftete Felslandschaften eintauchen, Traumstrände genießen und unglaubliche ­Sonnenauf- und -untergänge erleben.

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360° Info

Palmerston North

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Castlepoint

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Wellington Martinborough

umfasst nahezu 220 Hektar heimischen Wal­des, inklusive Buchen, roten Kiefern und den wunderschönen rot blühenden Ratabäumen. Das klare Wasser und die natürlichen Pools der Hutt- und Pakuratahi-Flüsse bieten perfekte Möglichkeiten zum Baden, aber auch zum „Kayaken“ und Whitewater Rafting ist die Hutt River Gorge zwischen Pakuratahi Forks und Te Marua ein beliebtes Ziel. Wir jedoch wählen die gemütliche Variante und erzählen uns bei einem kleinen Picknick auf einem der ­einladenden Rastplätze am Flussufer von weiteren „Der Herr der Ringe“-Schauplätzen in dieser Gegend. Als echte Fans hätten wir alles dafür gegeben, einen Blick auf die Dreharbeiten zu erhaschen oder gar, wie einige unserer ­neuseeländischen Bekannten, als Komparsen bei diesem gigantischen Filmprojekt mitzuwirken.

Martinborough – Paradies für Weinliebhaber Lage: Castlepoint liegt an der Ostküste des Wairarapa auf der Nordinsel, ca. eine Stunde entfernt von Masterton. Am nördlichen Stadtrand von Masterton rechts in die Te Ore Ore Road einbiegen. Diese Straße wird zur Masterton Castlepoint Road und führt direkt zum Ziel. Einwohner: Eine Volkszählung im Jahr 2006 ergab eine Gesamteinwohnerzahl von 1.686 Personen inklusive aller umliegenden Gemeinden. SEHENSWERTES: Castle Rock, Lagune, Fossilien im Riff, Leuchtturm, Delfine, Seehunde, Castlepoint Daisy (seltenes gelbes Gänseblümchen), Deliverance Cove Track, Lighthouse Track. Vorsicht: Der untere Teil des Riffs kann sehr gefährlich sein, hohe Wellen haben leider schon oft zu Verletzungen und gar zum Verlust von Menschenleben geführt. Der Fußweg zum Leuchtturm wird derzeit saniert, ist aber voraussichtlich zur Sommersaison 2008 / 2009 fertig gestellt. UNTERKUNFT: Der Castlepoint Holiday Park befindet sich am nördlichen Ende des Strandes und verfügt über Häuser mit Meerblick, Cabins, Cottages, Campingplätze mit und ohne Stromanschluss, Kochmöglichkeiten, TV-Raum und Waschraum. Wildes Campen und Hunde sind nicht gestattet. Preise reichen von 21 NZ$ für Campingplätze bis hin zu 93 NZ$ für Cabins und 225 NZ$ für ein Haus mit Meerblick; Tel.: 06 / 372 6705, Fax 06 / 372 6717, E-Mail:holiday@castlepoint.co.nz KULINARISCHES: Es gibt einen kleinen Einkaufsladen in Castlepoint, der sieben Tage die Woche geöffnet hat. Das nächste Pub ist fünf Kilometer entfernt und hat nur dienstags und sonntags geöffnet.

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Unser kleiner Campervan muss sich anschließend ganz schön anstrengen, um den anspruchsvollen Anstieg auf dem State Highway 2 bis hoch zum Aussichtspunkt der Passstraße zu bewältigen. Oben angekommen erstreckt sich vor uns die Wairarapa Region mitsamt dem Lake Wairarapa und den Wetlands rund um Featherston. Die gesamte Gegend ist nicht nur bekannt für eine erfolgreiche Schafzucht, sondern auch weltberühmt für die ­vielen Weinanbaugebiete rund um Martinborough. Wir hatten Martinborough schon zu früheren Anlässen gemeinsam mit Freunden aus Wellington besucht. So zum Beispiel zum „Toast Martinborough“, einem Festival der Weingüter samt hiesiger Gastronomie. Die Stadt bricht an diesem Tag aus allen Nähten, an jeder Ecke spielt sich etwas ab und Live-Musik erfüllt die Straßen. Das nächste Festival wird am Sonntag, den 16. November 2008, stattfinden – die Tickets sind immer schon zeitig ausverkauft, also rechtzeitig vorbuchen! Wer mehr Zeit mitbringt, kann vielleicht bei einem der Veranstalter eine Wine Tour buchen, den Rotary Martinborough Wochenendmarkt besuchen (erster Samstag im Februar und März), bei den zahlreiche Artists handgefertigte Kunstwerke ergattern oder einfach nur die Bierbrauerei besuchen. Einen schönen Ausklang des Tages kann man sehr gut im Boutique-Kino „Circus“ erleben. Eine vorzügliche Pizza aus dem Holzofen und ein anspruchsvolles Kinoprogramm lassen den Abend garantiert zum Erfolg werden. Verschiedene Weingüter haben auch Restaurantbetrieb, uns wurde von Freunden das „Alana Vineyard“ empfohlen: ein wirklich schöner Platz mit sehr leckeren und der Jahreszeit angepassten Gerichten. Als Weinliebhaber steuern wir natürlich direkt das Martinborough Wine Centre an, um mehr über die lokalen Weine zu erfahren und uns die Zeit mit einer kleinen Weinprobe zu versüßen. Gestärkt von der großzügigen

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Pause in Martinborough machen wir uns auf den Weg nach Masterton, von wo aus die Masterton Castlepoint Road durch eine malerische Landschaft direkt an die Ostküste führt. Aufgrund der vielen Kurven und Steigungen kommen wir nur langsam voran. Auch ist es auf dieser Strecke nichts Ungewöhnliches, sich die Fahrbahn mit Schafen oder anderen Tieren zu teilen – es ist also Vorsicht geboten. Endlich angekommen, steuern wir zielstrebig den Castlepoint Holiday Park an, Nikki war schon einmal da und hat immer wieder von diesem tollen Platz geschwärmt. Was für ein Glück: Wir dürfen unser fahrbares Zuhause in erster Reihe, direkt neben dem Strand, abstellen. Näher kann man dem Meer fast nicht sein.

Castlepoint Lighthouse Die lange Fahrt hat sich gelohnt! Zu unserer Rechten präsentiert sich majestätisch der Castlepoint Leuchtturm. Die 23 Meter hohe Ikone der Seefahrt nahm ihre Dienste im Jahr 1913 auf. Das in 52 Meter Höhe über dem Meeresspiegel rotierende Leuchtfeuer war der erste Hinweis auf Land für die Seefahrer, die Wellington von Panama und Amerika her ansteuerten. Erst seit 1988 wird dieser Leuchtturm automatisiert betrieben, doch er hat nichts vom Glanz der alten Tage verloren. Der vor uns liegende, menschenleere Strand schreit geradezu nach einem ausgiebigen Spaziergang. Es ist schon irgendwie verrückt, dass man in Neuseeland solche Plätze mitunter für sich ganz alleine in Anspruch

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360° Web Info www.wairarapanz.com, offizielle Webiste des Wairarapa www.martinboroughnz.com, Infos zu Martinborough www.toastmartinborough.co.nz, Food & Wine Festival www.martinboroughwinecentre.co.nz, Martinborough Wine Centre www.circus.net.nz, Kino und fantastische Pizza www.alana.co.nz, Alana Vinyard

nehmen darf. Wir laufen barfuß auf dem warmen, weichen Sand und genießen den frischen Wind um unsere Nasen. Wie gut das tut! Berauscht von der Schönheit der Natur und die Hosentaschen voller Muscheln, öffnen wir die Schiebetüre unseres Luxus-Apartments am Meer. Wir machen es uns auf der Liegefläche gemütlich, um uns ein wenig von unserem ereignisreichen Tag auszuruhen. Die fantastische Aussicht bietet uns ganz großes Kino. Das beruhigende Rauschen des Meeres und das Pfeifen des Windes lassen uns schon bald für kurze Zeit in die Welt der Tagträume entfliehen. Natürlich muss dieser tolle Platz am Abend mit einem standesgemäßen Barby (Kiwi-Slang für Barbecue) gefeiert werden – abgerundet mit einem Palliser Estate Pinot Noir, den wir eigens aus Martinborough mitgebracht haben. Das abendliche Panorama mit dem Leuchtturm im Vordergrund bietet uns eine solch zauberhafte Kulisse, dass wir aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Der Himmel färbt sich von goldgelb bis hin

Am Ende der Spitze: Castlepoint Lighthouse

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Castle Rock – Wahrzeichen des Castlepoint Reservats Schon Captain Cook war von der Schönheit des rauen Felsens beeindruckt und fühlte sich an eine Burg erinnert. Er gab dem imposanten Felsen den Namen Castle Rock.

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Seevögel, neuseeländische Seebären (aus der Familie der Ohrenrobben) und die von Mitte bis Ende Sommer ­blühende Castlepoint Daisy. Castlepoint ist der einzige Platz auf der Welt, wo diese Art des Gänseblümchens zu finden ist. Wir unterhalten uns mit einigen Kiwis, die gerade ihre Fischerboote einholen. Sie mahnen uns zur Vorsicht – der untere Teil des Riffs kann sehr gefährlich sein, hohe Wellen haben ­leider schon oft zu Verletzungen und gar zum Verlust von Menschenleben geführt. r kt am Mee otel“: dire Traum-„H

… aufwachen

Wanderung zur Spitze Am Parkplatz ist der Ausgangspunkt für den „Deliverance Cove Track“, der eineinhalb Stunden in Anspruch nimmt und uns auf die Spitze des Castle Rocks bringen wird. Der Pfad führt uns anfangs durch einen anmutig wirkenden Mischwald mit prächtigen Bäumen, dann hinaus ins offene Gelände. Zur linken Seite öffnet sich bereits ein herrlicher Blick über das Castlepoint Reservat. Nachdem wir mehrere Schafweiden passiert haben, nimmt die Steigung unterhalb des Felsens stetig zu – in schmalen ­Serpentinen geht es hinauf bis an die Spitze.

zu blutrot. Welch ein Finale! Zufrieden kriechen wir in unsere rollende Behausung und lassen uns vom Klang der ­Wellen in den Schlaf wiegen.

Der Ausblick von dort oben ist unbeschreiblich, der Wind bläst uns fast vom Berg. Zur Linken überblicken wir den Leuchtturm von Castlepoint, zur Rechten liegt ein malerischer Küstenabschnitt mit nicht enden wollenden ­Stränden. Einmal mehr stellen wir uns die Frage, wie es wohl für Captain Cook und seine Mannschaft gewesen sein muss, als er vor 238 Jahren diesen wunderbaren Teil der Erde zum ersten Mal erkundete. Wir jedenfalls fühlen uns wie die Könige der Welt!

Bereits sehr früh am Morgen werden wir von der aufgehenden Sonne wach geküsst. Selbst im abgedunkelten Van ist sie deutlich zu spüren. Angetrieben von der unheimlichen Kraft des Sonnenlichtes schieben wir schlaftrunken die Vorhänge zur Seite und sind vom Anblick des in den schönsten Farben der Natur gefärbten Himmels überwältigt. Dies verspricht ein weiterer toller Tag zu werden!

Mit dem tollen Panorama im Hintergrund drehen wir noch eine Videobotschaft für unsere Familien in Deutschland, dann machen wir uns an den Abstieg hinunter zur Lagune, wo zahlreiche Surfer ihr Glück mit den hereinbrechenden Wellen versuchen. Schließlich wollen wir diesen einzigartigen Platz noch ausgiebig genießen, bevor uns das hektische Treiben in Wellington wieder hat. °

Blick vom C a

stle Rock zum Le u

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Castle Rock – Wahrzeichen des Reservats Ein 162 Meter hoher Fels ist das Wahrzeichen des Castlepoint Reservats und gleichzeitig unser Wanderziel am kommenden Tag. Captain Cook fühlte sich 1770 bei seiner Entdeckung dieses Ortes an die Festung einer Burg erinnert und taufte den Fels auf den Namen Castle Rock. Gestärkt von einem reichhaltigen Frühstück, erkunden wir zunächst den Leuchtturm während des 30-minütigen „Lighthouse Walk“ und beobachten dort eine Zeit lang die Angler. Das angrenzende Kalksteinriff birgt einen großen Reichtum an Fossilien und mit viel Glück kann man Delfine oder gelegentlich sogar Wale im leuchtend blauen Wasser erspähen. Außerdem beherbergt das Reservat zahlreiche

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Strände soweit das Auge reicht

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Das Rees-River-Tal

Rees-Dart-Wanderung: Tagebuch einer Traumkulisse

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er folgende Reisebericht beschreibt die Anstrengungen und Höhepunkte der Rees-Dart Wanderung, die unser Autor im Dezember 2007 gemacht hat. Andreas Pietig führte während der Wanderung Tagebuch, in welches er in diesem Beitrag Einblicke gewährt.

360° Info Der Rees-Dart Track verbindet zwei der landschaftlich reizvollsten Täler im Mount Aspiring National Park – das Rees- und das Dart-Valley. Es besteht die Möglichkeit, einen zusätzlichen Tagesabstecher auf den Cascade Saddle zu machen – der wohl spektakulärsten Adresse in den neuseeländischen Südalpen. Im Wesentlichen führt die Wanderung um den Mount ­Earnslaw (Pikirakatahi auf Maori) herum, der mit 2.819 Metern der zweithöchste Berg im Mount Aspiring National Park und mit vielen Gletschern bedeckt ist. Mit dem Tagestrip zum Cascade Saddle dauert die Wanderung fünf Tage und ist gekennzeichnet von vielen Flussdurchquerungen, sich ständig abwechselnder Vegetation und der spektakulären Aussicht auf die Rees- und Dart-Täler, den Dart Gletscher und den Mount Aspiring (Maori: Tititea, 3.033 Meter) sowie das West Matukituki Valley.

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Nach insgesamt fünf Tagen und ca. 73,5 Kilometern hatte er mit Sicherheit nasse Schuhe aufgrund der vielen Flussdurchquerungen – aber auch viele Erinnerungen an atemberaubende Aussichten auf das, was Neuseeland so einzigartig macht.

Erster Tag: 7. Dezember Vom Rees Valley Roadend zur Shelter Rock Hut – 17,5 Kilometer – 6 bis 8 Stunden Punkt 9 Uhr ging es mit einem Bootsshuttle von Kinloch nach Glenorchy über den Lake Wakatipu (mit 72 Kilometer Neuseelands längster See) los, um rechtzeitig den Bus-Shuttle von Glenorchy zum Start des Rees-Dart Tracks zu erreichen. Der Morgen begann vielversprechend: Am Himmel war keine Wolke zu sehen, was für Neuseeland schon eine kleine Sensation ist. In Glenorchy wartete schon ein kleiner „People-Mover“ (Bus-Shuttle) – mit mir wollten noch Shelly und Sandy, zwei Neuseeländerinnen, die Urlaub von ihrem Job und ihren Familien machten, Fabian aus Deutschland, der mit einem einjährigen Work and Travel-Visum unterwegs war, und Vladimir, ein Russe, der seit über zehn Jahren in Australien

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lebt, die Fünf-Tage-Wanderung in Angriff nehmen. Da ein Großteil der Strecke bis zum eigentlichen Ausgangspunkt der Wanderung eine unbefestigte Schotterpiste ist, wurden wir alle ganz schön durcheinander geschaukelt und unsere Rucksäcke mit einer dicken Schicht Staub bedeckt. Mit den Worten „We don’t charge for the dust“ verabschiedete sich die Busfahrerin und brauste davon, nachdem sie uns am Muddy Creek Car Park abgesetzt hatte. Da es an diesem Tag keine einzige Wolke am Himmel gab und die Sonne in Neuseeland generell intensiv scheint, genehmigte sich jeder der Wanderer erst einmal eine ausgiebige Portion Sonnencreme. Shelly und Sandy gingen fröhlich plaudernd als Erste voraus. Bereits nach zehn Minuten Wanderung hat man einen sehr guten Ausblick darauf, was einen am ersten Tag erwartet: schneebedeckte Berge im Hintergrund und ein grünes Tal, durch das sich der Rees River schlängelt. Das erste Stück durch die Graslandschaft kann durch Regen sehr schnell sehr matschig werden – zum Glück hatte es schon seit Tagen nicht mehr in der Region geregnet, wir hatten daher keine Mühe und kamen recht schnell voran. Kurze Zeit später kamen wir auch schon zur ersten Flussüberquerung. Etwas makaber erinnert am Wegesrand ein Gedenkstein an Wanderer, die durch eine Springflut ums Leben kamen, während sie diesen Fluss durchqueren wollten. Insbesondere nach der Winterzeit können die Pegel der Flüsse gegen Abend durch den geschmolzenen Schnee abrupt ansteigen – man sollte daher immer vor dem Durchqueren den Fluss genau beobachten und lieber auf weitere Wanderer warten, um dann gemeinsam das Wagnis einzugehen oder auf einen sinkenden Pegel zu warten. An diesem Tag und zu dieser Zeit allerdings stellte sich die erste Flussdurch­qerung als willkommene Abkühlung dar. Wander-Tipp: Man sollte bei einer Flussdurchquerung niemals die Wanderschuhe ausziehen: Mit Schuhen hat man einen besseren Halt im Wasser. Nach ungefähr vier Stunden Wanderung durch das Rees-Tal, das uns keinen Schatten bot und wir somit der unbarmherzigen Sonne schutzlos ausgeliefert waren, bemerkten wir, dass die Vegetation sich veränderte: Wir verließen die flache Graslandschaft und wanderten von nun an durch etwas hügeligeres Gelände mit Baumbestand. Nach weiteren drei Stunden erreichte ich mein Tagesziel, die Shelter Rock Hut. Ich war etwas überrascht von der Qualität der Unterkunft, da diese Hütte, so wie die beiden folgenden auch, sehr modern ausgestattet ist: Es gibt Spültoiletten und, nicht wie sonst üblich, sogenannte „long-drops“ (Plumpsklos). Neben der Hütte kann sich der müde Wanderer im sehr kühlen Rees River frisch machen – allerdings sollte man sich beim Baden beeilen, da man sonst den Sandflies schutzlos ausgeliefert ist. Nach und nach trudelten auch meine Mitwanderer ein und beim Abendessen gab es die Möglichkeit, sich

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Westport

360° Info

Nelson Picton Punakaiki

Christchurch Wanaka Timaru

Rees-Dart-Track Queenstown Te Anau

Dunedin

Invercargill

Lage und Ausgangspunkt: Der Rees-Dart Track befindet sich in den Southern Alps im Mount Aspiring National Park, ca. 40 Kilometer nordöstlich von Queenstown. Dauer der Wanderung: 4 bis 5 Tage Länge: 73,5 Kilometer (mit Tagestrip zum Cascade Saddle) Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwierig – insbesondere der Tagestrip zum Cascade Saddle erfordert eine gute Kondition. Verpflegung: Selbstversorger, Kocher und Geschirr müssen mitgebracht werden. Wasser aus den Flüssen kann man trinken. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte das Wasser abkochen oder speziell behandeln. Kosten: Wer einen Annual Hut Pass (90 NZ$) besitzt, braucht keine Tickets für die Hütten zu kaufen. Ansonsten ist die Übernach­ tung nur mit Backcountry Hut Tickets (10 NZ$ pro Übernachtung) gestattet, die von den Hut Wardens kontrolliert werden. Transport: Es gibt viele Transportunternehmen, die die Wanderer zum Start bringen und dann wieder abholen: ab Queenstown, Glenorchy oder Kinloch. Kartenmaterial: E39 Aspiring, E40 Earnslaw, Mount Aspiring Parkmap Besonderheiten: Spektakuläre Berg-Panoramen, Waldund alpine Vegetation, Dart und Rees River, Dart Gletscher. Der Rees-Dart Track ist kein sogenannter „Great Walk“ und deshalb nicht so überlaufen.

360° Web Info www.doc.govt.nz/templates/trackandwalk.aspx?id=36509 www.nzinfo.de/tracks_rees_dart.php

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Die Shelter Rock Hut Etappenziel vor Traumkulisse. Die Hütten des Tracks sind Treffpunkte der Wanderer, Erholungsinsel und oftmals mit unerwartetem Komfort ausgestattet.

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360° Autor: Andreas Pietig Andreas Pietig lebt seit Februar 2007 in Auckland und macht an der Auckland ­ University of Technology (AUT) seinen MBA. Nebenher arbeitet er in einer Firma, die ihn nach seinem Abschluss fest als Operations Manager einstellt. Seine Freizeit verbringt Andreas gerne mit Wanderungen auf der Südinsel.

näher kennen zu lernen. So erzählte mir Vladimir, dass er bisher nur geführte Wanderungen gemacht hatte und er es nicht gewohnt sei, sich auf Wanderungen selbst zu versorgen und Nahrungsmittel sowie Kocher und Geschirr auch mitzuschleppen. Dementsprechend müde und erschöpft war er auch, was angesichts seines über 20 Kilogramm schweren Rucksacks nicht verwunderlich war. Den ganzen Abend erzählte mir Vladimir, wie angenehm es sei, wenn man auf Mehr-Tages-Wanderungen nur einen Tagesrucksack tragen müsse und alles andere hinterher getragen bekomme, sich nach der Wanderung eine heiße Dusche gönnen könne und es zusätzlich zu einem Mehr-Gänge-Menü auch noch Wein gäbe.

man schon sehen – das Dart Valley mit dem Dart River und den Hesse Glacier. Allein dieser Blick und die vielen anderen Aussichten auf dem Weg zur Dart Hut sind diese Wanderung schon wert. Nachdem ich eine ausgiebige Mittagsrast eingelegt und diesen atemberaubenden Blick genossen hatte, machte ich mich auf den Weg vom Rees Saddle hinab durch das Snowy Creek Valley zur Dart Hut. Kurz darauf kam mir auch schon ein Hut Warden entgegen, der nach meinen Hut-Tickets bzw. Annual Hut Pass fragte. Auch wenn nicht jede Hütte mit einem dieser Hüttenwirte besetzt ist, ein Schummeln, d. h. „kostenloses“ Übernachten, ist nicht möglich, da die Hüttenwarte von Hütte zu Hütte gehen und so alle Wanderer überprüfen. Nachdem wir die neuesten Informationen ausgetauscht hatten und ich mich über den Zustand der weiteren Strecke erkundigt sowie die aktuelle Wettervorhersage eingeholt hatte, ging es den Snowy Creek River entlang weiter. Der Ausblick dabei ist einfach umwerfend: Langsam öffnet sich das Dart ­Valley und der Hesse Glacier wird immer präsenter. Nach ungefähr vier Stunden erreichte ich die Dart Hut, welche recht schön in einem kleinen Tal gelegen ist.

Allerdings muss man auch bei so einer „einfacheren“ Wanderung wie dieser nicht auf Annehmlichkeiten verzichten – wie Shelly und Sandy bewiesen, die sich gleich am ersten Abend zusammen eine Flasche Wein gönnten. Auf meine Frage, warum sie diese sich schon am ­ersten Abend zu Gemüte führten, antworteten sie mir, dass sie keine Lust mehr hatten, die Flasche auch noch einen zweiten Tag mit sich herum zu tragen.

Zweiter Tag: 8. Dezember Von der Shelter Rock Hut zur Dart Hut – 9 Kilometer – 4 bis 6 Stunden Der zweite Tag begann so, wie der erste endete – mit viel Sonnenschein und keiner Wolke am Himmel. Die zweite Etappe ist mit neun Kilometern die kürzeste – allerdings geht es über den 1.470 Meter hohen Rees Saddle und wieder hinunter zur Dart Hut, die auf 900 Metern liegt. Bis kurz vor dem Rees Saddle steigt der Weg langsam aber stetig an, die letzten 100 Meter sind jedoch sehr steil. Aber die Anstrengung lohnt sich: Einmal das Steilstück geschafft, eröffnet sich einem zu drei Seiten ein atemberaubender Blick: Zur einen Seite liegt das Rees Valley, durch das sich der Rees River in vielen kleinen Kurven schlängelt – die Strecke, die man schon bewältigt hat. Auf der anderen Seite erblickt man, was man noch vor sich hat: Das Snowy Creek Valley und auch einen Teil der Strecke, die für den dritten Tag geplant ist, kann

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ier und Dart River

Humboldt Tower mit Hesse Glac

Direkt in der Nähe der Hütte fließt der Dart River entlang, in dem man sich nach einem anstrengenden Tag sehr gut abkühlen kann. Die Dart Hut wird von vielen Wanderern als eine Art Basislager benutzt, da man von hier aus, wenn man möchte, am dritten Tag der Wanderung einen Tagesauflug zum Dart Glacier und dem Cascade Saddle machen kann und somit zwei Nächte in dieser Hütte verbringt. Jedoch sollte man die Entscheidung, diese Tageswanderung in Angriff zu nehmen, immer vom Wetter abhängig machen, das sich in dieser Gegend sehr schnell ändern kann. Unsere Gruppe hatte allerdings Glück und die Wettervorhersage für den kommenden Tag war vielversprechend.

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Dritter Tag: 9. Dezember Tagestrip auf den Cascade Saddle – 16 Kilometer – 6 bis 9 Stunden

Wanderführern und von den Hüttenwirten, dass man ab dem Cascade Saddle nur noch mit Schneeausrüstung und alpiner Erfahrung weitergehen sollte. Das hatte allerdings keiner aus unserer Gruppe vor und nach und nach trafen wir uns alle am höchsten Punkt der Wanderung auf dem Cascade Saddle in 1.500 Metern Höhe. Insgesamt bin ich eine Stunde geblieben, habe die Aussicht auf das Dart Valley, den Dart Glacier, den Mount Aspiring (3.033 Meter) und das benachbarte West Matukituki Valley genossen. Das Panorama ist einmalig: das Tal im satten Grün und die Bergspitzen schneebedeckt – dazu noch der Dart Glacier und das alles bei wolkenlosem Himmel.

Den Tagestrip auf den Cascade Saddle sollte man recht früh angehen: Obwohl er nicht so lang ist, nur ca. 16 Kilometer hin und zurück, geht es doch recht ordentlich bergauf und bergab. Mit einigen Pausen kann es ein langer Tag werden. Deshalb brachen wir alle früh auf: Vladimir ging als erster los und war froh, dass er seinen 20 Kilogramm schweren Rucksack gegen einen im Vergleich federleichten Tagesrucksack eintauschen konnte. So zog er gleich von dannen und ich folgte ihm eine halbe Stunden später. Das erste Stück des Weges ist recht flach und führt am Dart River entlang. Ich hatte Begleitung: Die ganze Zeit verfolgte mich ein Kea. Keas sind Bergpapageien und gelten als sehr intelligent. Man sollte jedoch sein Hab und Gut nicht unbeobachtet lassen, da sie sich ansonsten sehr schnell darüber hermachen und sich über ein paar zusätzliche Leckereien freuen.

Letzteres währte allerdings nicht lange und in der Ferne konnte man erkennen, wie sich ein paar Wolken zusammenzogen. Ein eindeutiges Zeichen, sich wieder auf den Rückweg zu machen, auch wenn es schwer fiel und ich lieber noch die Aussicht genossen hätte. Der Abstieg hinunter in das Dart Valley und am Gletscher entlang erwies sich als sehr schwierig, da wir durch den losen Untergrund mehr hinunter rutschten als gingen. Insgesamt wirkte das Dart Valley wie eine Mondlandschaft – durch die Aktivität des Gletschers ist sehr viel glitzernder Staub vorhanden, der sich überall auf der Haut verteilt. Am Ende des Tages glitzerten wir alle wie Christbäume, was zu dieser Vorweihnachtszeit eine ganz besondere Stimmung hervorgerufen hatte. Der Rückweg zur Hütte zog sich allerdings sehr lange hin und erschwerend kam hinzu, dass zum Spätnachmittag die Flüsse durch das Schmelzwasser angestiegen waren. Nach insgesamt zehn Stunden

Entlang des ersten Teilstücks hörte ich immer wieder Schneelawinen abgehen, die sich einen Weg bis hinunter in das Tal bahnten. Nach etwa zwei Stunden erreichte ich den Fuß des Dart Glaciers, der auf den ersten Blick nicht sehr anschaulich ist. Durch das viele Geröll ist der vordere Teil des Gletschers von schwarzen Steinen bedeckt. Der Weg führte langsam aber stetig ansteigend zur rechten Seite des Gletschers hinauf. Spätestens jetzt war ich froh, dass ich den Schlafsack und einige andere Sachen in der Hütte lassen konnte. Es ging doch ganz schön bergauf. Ab und an konnte ich Vladimir vor mir ausmachen und bei einem Blick zurück sah ich die beiden Neuseeländerinnen Shelly und Sandy, die sich noch im Dart Valley ­ befanden. Der Blick zurück zeigte auch, wie sich der Gletscher durch das Schmelzen und wieder Anwachsen im Laufe der Jahrtausende einen Weg gebahnt hatte. Immer höher ging es bergauf und mit jedem Höhenmeter hatte ich einen neuen atemberaubenden Blick auf den Dart Glacier und das Dart Valley. Nicht ungewöhnlich für diese Jahreszeit liefen wir noch durch einzelne Schneefelder, was sich aber nicht als schwierig heraus stellte. Allerdings gibt es eine deutliche Warnung in allen

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l wird vor dem Dart

Das schwarze Geröl

Glacier hergeschoben

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Der Dart Glacier Der Gletscher hat sich durch das Schmelzen und neues Anwachsen in den Jahrtausenden einen Weg gebahnt.

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erreichte ich wieder die Dart Hütte, wo schon Vladimir mit einem breiten Grinsen auf mich wartete, wir uns sofort über das Erlebte unterhielten und uns gegenseitig versicherten, wie einmalig dieser Tag für uns gewesen war. Kurze Zeit später kamen auch Shelly und Sandy wieder in der Hütte an und gemeinsam hatten wir uns immer wieder erzählt, wie wir den Tag erlebt hatten. Zufrieden und erschöpft krochen wir dann alle in unsere Schlafsäcke.

Vierter Tag: 10. Dezember Von der Dart Hut zur Daleys Flat Hut – 16 Kilometer – 6 bis 8 Stunden Nach dem langen Tag zuvor ging es am vierten Tag nur sehr langsam aus den Federn. Wir waren alle noch sehr müde und darüber hinaus hatte sich das Wetter über Nacht deutlich verschlechtert. Dicke Wolken lagen über der Hütte. Nach und nach machten wir uns alle auf den Weg zum nächsten Ziel, der Daleys Flat Hut. Der erste Teil der Strecke führt durch einen Buchenwald, bevor es auf eine große Grasfläche geht, die Cattle Flat. Damit man die Orientierung nicht verliert, wurden im Laufe der Jahre kleine und größere Steinhaufen von den Wanderern gebildet. Die Wolken wurden immer dichter und es wurde immer schwüler – Bedingungen, die die zahlreichen Sandflies anscheinend bevorzugen: Kaum fanden wir eine Stelle, an der sich eine kleine Rast angeboten hätte, kamen diese Blutsauger schon in Scharen an und wir konnten nur noch flüchten. Dadurch, dass uns keine Pausen vergönnt waren, und durch den immer stärker werdenden Regen, hatten wir die nächste Hütte, die Dalys Flat Hut, in Rekordzeit erreicht. Diese ist im Gegensatz zu den bisherigen Unterkünften noch nicht modernisiert worden. So gibt es nur „long-drops“ und alles wirkt ein wenig wie kurz vor dem Einstürzen. Aber es ist trotz allem – oder gerade deswegen – sehr gemütlich. An diesem Abend war auch eine Hüttenwirtin anwesend – zufälligerweise eine Deutsche –, die uns vorsorglich vor dem darauf folgenden Tag warnte. Am letzten Tag der Wanderung müssen einige Flüsse durchquert werden, die bei lang anhaltendem Regen unpassierbar werden können. Von der Hütte aus hat man einen Blick auf den Dart River, an dessen Seiten die Böschung flach ansteigt. Nach Aussage der Hüttenwirtin werden die Flussdurchquerungen schwierig, wenn das Wasser bis zur Hälfte der Böschung reicht. Mit diesen mahnenden Worten im Ohr krochen wir einer nach dem anderen in unsere Schlafsäcke.

aus dem Fenster geworfen um zu schauen, wie weit das Wasser schon angestiegen war. Und tatsächlich, es war über der Marke, die die Hüttenwirtin uns am Abend zuvor gezeigt hatte. Aus diesem Grund beschlossen wir, in Gruppen zu gehen, damit wir uns gegenseitig helfen konnten, wenn wir an eine schwer zu passierende Stelle kamen. Bevor wir allerdings aufbrachen, hinterließ Vladimir noch sein nicht benötigtes Proviant, was nicht gerade wenig war. Offenbar hatte er Angst zu verhungern – was ihm auch nicht zu verdenken war, es war schließlich seine erste ungeführte Wanderung. Auf die Frage, ob er beim nächsten Mal besser planen würde, um Gewicht zu sparen, antwortet er mir, dass er beim nächsten Mal wieder eine geführte Tour machen werde und er sich daher dem Problem nicht stellen müsse. So brachen wir dann alle in unseren Regensachen gruppenweise auf. Ich hatte mich mit den beiden Neuseeländerinnen zusammen getan und gemeinsam wanderten wir immer am Dart River entlang leicht abschüssig durch den Buchenwald, bis wir zur Dredge Flat kamen. Hier zeigte sich uns eine ähnliche Graslandschaft wie am Tag zuvor. Durch den Dauerregen war die Wanderung allerdings viel anstrengender und deutlich matschiger. Nach einer Weile erreichten wir den ersten Fluss an diesem Tag, der aber – abgesehen von nassen Schuhen – noch kein Problem darstellte. Etwas später kamen wir zu einer Gabelung des Weges: links führt er zu einer Notunterkunft, rechts weiter zum nächsten Fluss. Die Notunterkunft ist ein riesiger Felsen mit Feuerstelle, unter dem man eine Nacht verbringen kann, falls der nächste Fluss unpassierbar ist und man warten muss, bis der Wasserspiegel wieder sinkt. Wir beschlossen, erst einmal eine kleine Pause zu machen und verteilten schon mal aus Spaß die Schlafplätze, falls wir unter diesem Felsen ­hätten übernachten müssen.

Fünfter Tag: 11. Dezember Von der Daleys Flat Hut zum Chinamans Carpark – 15 Kilometer – 4 bis 6 Stunden Es kam wie es kommen musste: Die ganze Nacht hatte es nur geregnet und wir alle hatten ständig einen Blick

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Gemeinsam den Fluten trotzen

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Falls der Fluss unpassierbar ist, bietet der Felsen eine trockene Übernachtungsmöglichkeit

Nach ein paar Minuten ging es dann weiter zum nächsten Fluss. Wir wussten gleich, dass es diesmal mit dem Durchqueren etwas schwieriger würde. Der Fluss war nicht tief, aber das Wasser floss mit einer ordentlichen Geschwindigkeit, sodass die Gefahr bestand, auszurutschen und mit dem schweren Rucksack wäre das nicht gerade angenehm gewesen. Wir fanden uns in Gruppen zu Dritt zusammen und gemeinsam bewältigten wir die Fluten. Zu Dritt kann man viel stabiler durch das Wasser gehen als alleine – man darf nur keine Scheu vor nassen Schuhen und Hosen haben. Da das Wasser ziemlich kalt war, setzten wir unsere Wanderung zügig fort. Dieser Fluss sollte auch die einzige schwierige Stelle sein, sodass wir die letzten Stunden auf dem Rees-Dart Track trotz schlechten Wetters noch genießen konnten. Nach einer Weile hatten wir das letzte Stück Graslandschaft erreicht und bei einem Blick zurück konnten wir noch die schneebedeckten Berge erkennen, die wir nur Tage zuvor aus nächster Nähe gesehen hatten. Schon bald kamen wir zu einer Stelle, von der aus man mit einem Jet-Boot über den Dart River fahren und die Wanderung abschließen kann. Wir gingen jedoch die letzten zwei bis drei Stunden dem Ende des Tracks entgegen, wo hoffentlich der Shuttle auf uns warten würde. Das war nicht so sicher, da es noch eine Flussdurchquerung gab – allerdings nicht für uns Wanderer, sondern für die Fahrzeuge, die am Ende des Tracks die Wanderer wieder abholen sollten. Da es seit über 24 Stunden nur geregnet hatte und dieser Regen auch immer stärker geworden war, hatten wir doch alle Bedenken, ob es der Bus durch den Fluss schaffen könnte oder nicht. In Wanderführern steht, dass Wanderer unter solchen Umständen zwei bis drei Stunden weiter gehen müssen, um den Transport zu treffen. Mit einem aufkommenden Motorgeräusch wurden unsere Bedenken dann allerdings schnell zerstreut und wir verließen diese einmalige Landschaft.

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Rückblick Obwohl der Rees-Dart Track kein sogenannter „Great Walk“ ist, gehört diese Wanderung für mich zu einen der besten, die Neuseeland zu bieten hat. Sie ist abwechslungsreich und hat mit offenen Graslandschaften und Gletschern bis hin zu alpiner Vegetation fast alles zu bieten, was das Herz eines Wanderers höher schlagen lässt. Das Highlight dieser Wanderung ist der Abstecher zum Cascade Saddle. Er ist zwar lang, aber man wird mit herrlichen Blicken auf den Dart Glacier, den Mount Aspiring und das West Matukituki Valley reichlich belohnt. Dem Umstand, dass dieser Track nicht zu den Great Walks zählt, ist es auch zu verdanken, dass dieser Wanderweg nicht überlaufen ist. Wer diese Wanderung über vier bis fünf Tage in Angriff nehmen möchte, sollte allerdings über einige Erfahrung verfügen, in einigen Abschnitten sind eine gute Kondition und Ausdauer unerlässlich. °

Das Dart River-Valley

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Pedalpower: Neuseeland per Fahrrad (Teil I)

Unterwegs im Mount Cook National Park

B

is ich meine Tour mit dem Fahrrad durch Neuseeland beginnen kann, darf ich mich erst mal fast 30 Stunden im Falten meiner viel zu langen Glieder üben. Dem trüben Winterwetter in den Spätsommer entflohen, verliere ich beim Flug über die Datumsgrenze auch noch einen meiner wertvollen 120 (Rad)-Reisetage. Zu lange? Eigentlich nicht, wenn man bedenkt, dass der Kilometerzähler nach der Runde um Nord- und Südinsel fast 5.000 Kilometer anzeigen wird. Von Christchurch auf der Südinsel aus, will ich den vielfältigen Landschaftsmix aus

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Urwäldern, Vulkanen, Gletschern und Graslandschaften „erfahren“ und das „Herr der Ringe-Land“ erkunden. Da ich Mitte Februar – im Spätsommer – durchstarte, habe ich erst einmal vor, die Weiten der Südinsel unter die Räder zu nehmen, um dann mit dem beginnenden Herbst langsam in die wärmeren Gefilde der Nordinsel zu ziehen. Fast wie Schleswig-Holstein, denke ich beim Anflug über sattgrüne Wiesen und bunte Einfamilienhäuser. Privat­ sphäre und Gemütlichkeit werden ­ großgeschrieben,

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Häuser, die höher als Bäume sind, findet man in Christchurch nur in einem kleinem Umkreis rund um das überschaubare Stadtzentrum, an dessen Rand ich erst ein mal eine urgemütliche Bed & Breakfast-Unterkunft buche, um richtig auszuschlafen. Kein Wunder: Mit ­Zwischenstopps hat der Flug ca. 30 Stunden gedauert und vom tiefsten Winter Deutschlands bin ich im Hochsommer Neuseelands angekommen.

360° Autor: Reinhard Pantke Der 41-jährige Globetrotter erlebt seine Reiseziele nur mit ­Fahrrad und Rucksack. Neben mehreren Fahrradtouren durch zahlreiche europäische Länder (allein 14-mal in Norwegen), durch einige Südseeinseln, Kanada und Alaska, war er schon zweimal in Neuseeland unterwegs. Im Verlauf dieser Touren legte er insgesamt 120.000 Kilometer (!) per Fahrrad zurück.

Christchurch Obwohl Christchurch (die größte Stadt der Südinsel) nur etwas mehr als halb so viele Einwohner wie etwa Hannover hat, bedecken die hölzernen Eigenheime mittlerweile eine Fläche, die weitaus größer ist. Der Name „Christchurch“ lässt es schon ahnen: Die Stadt wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von englischen Einwand­erern nach Vorbildern ihrer alten Heimat gebaut. Fast wie in „Good Old England“, fühle ich mich im Zentrum rund um den Cathedral Square, dort erinnern Universitäten und gepflegte große Grünflächen in großen Parks an die weit entfernte, alte englische Heimat. 25 Grad Celsius und Sonne satt, ich brauche Tage, um mich an die Temperaturen und den komplett auf den Kopf gestellten Lebensrhythmus zu gewöhnen und trotz Sonnencreme mit Faktor 30 verziert schon bald ein heftiger Sonnenbrand Kopf und Arme.

Neben vielen Veröffentlichungen verfasste er im Reise Know-How Verlag den Fahrradreiseführer „BikeBuch Neuseeland“ (ISBN 3-89662-303-6) und ist Co-Autor bei weiteren Reiseführern. Reinhard Pantke tourt ab Herbst 2008 mit seiner NeuseelandDiashow durch Deutschland, weitere Infos und Bilder unter  www.reinhard-pantke.de und auf Seite 90 in dieser Ausgabe.

360° Info Route Westport Greymouth

Nelson Picton Punakaiki

Glacier Haast

Christchurch

Wanaka Timaru

Milford Sound Queenstown Te Anau

Dunedin

Invercargill Bluff

Let’s go to the West … Auch wenn es nicht meine erste Radtour ist, erschrecke ich auch diesmal wieder über den riesigen Gepäckberg, der sich, auf mehrere Taschen verteilt, zu mehr als 40 Kilogramm addiert. Allein gut zehn Kilogramm davon sind Fotoausrüstung und da ich alleine reise, kann ich weder das Zelt noch die Kochausrüstung mit jemandem teilen.

Fast wie in „Good old Europe“: Die Innenstadt von Christchurch

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Schwerbeladen schwanke ich nach zwei Stadttagen erwartungsvoll in Richtung der Westküste und des Arthur’s Pass. Die brettflachen Ebenen der landwirtschaftlich genutzten

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Canterbury Plains eignen sich gut zum „Einfahren“. Schnurgerade verläuft die Straße in Richtung der neuseeländischen Alpen. Doch am zweiten Tag beginnt sie kontinuierlich bergauf zu führen. Es geht durch einsame, karge Graslandschaften in die Berge hinein. Der kleine Ort Arthur’s Pass ist nicht nur Ausgangspunkt für hochalpine Wanderungen in den umliegenden Bergen, sondern hat auch einen Bahnhof, in dem man in den „Tranz Alpine Train“ umsteigen kann. Die Bahnstrecke zwischen Christchurch und Greymouth gilt als die schönste Eisenbahnstrecke Neuseelands Neuseelands Brücken haben Tücken: Sie sind für Zu und erspart müden Radlern das letzte wirkg, Auto und Fahrrad fre igegeben lich steile Stück über den Pass. Doch weil ich ja schließlich zum Radfahren hier bin, „kurbele“ ich am nächsten Tag durch dichten Morgennebel immer weiter bergauf. Die Landschaft Gletschern, die tief ins Tal reichen, und verschlafenen Dörwird feuchter und mystischer, an den knochigen Bäumen fern aus der Goldgräberzeit aus. Lange Zeit war die West hängen lange Flechtenbärte und mit ein wenig Fantasie Coast ein fast isolierter Landstrich: Wer die 400 Kilometer sieht man Goloms Reich hinter den großen Felsen. Eine von Greymouth nach Haast hinunterfuhr, musste auf gleisteile Abfahrt hinunter ins Tal entschädigt für den har- cher Strecke wieder zurückfahren, da erst in den 1960erten Anstieg, bald danach geht es gemächlicher bergab in Jahren eine durchgehende Straßenverbindung über den Richtung der Kleinstadt Greymouth. Haast Pass gebaut worden ist.

Wild-Wet-West-Coast Die „Wild-Wet-West-Coast“ ist nur ein schmaler Landstrich: Nach Westen be­grenzt ihn die Tasmanische See, nach Osten die hohen Bergen, die, kaum mehr als 50 Kilometer vom Meer entfernt, Höhen von über 3.000 Metern erreichen. Die Tiefdruckgebiete, die aus der Antarktis heranziehen, regnen sich entlang der Küste kräftig ab. In der Mitte zwischen Bergen und Meer breitet sich ein abwechslungsreicher Mix aus dichten Regenwäldern, grandiosen

Die „West Coaster“, die teils von den ersten Pionieren des Goldrausches im 19. Jahrhundert abstammen, sind ein besonderer Menschenschlag geblieben. Auch wenn man ihnen bis heute nachsagt, dass sie sich am wohlsten fühlen mit einer Kettensäge in der Hand und ihr Humor fast sprichwörtlich rau ist, habe ich selten eine so freundliche und entspannte Atmosphäre erlebt. Nie sitze ich lange in einem Pub allein, schnell unterhalte ich mich mit den Einheimischen über das „Wohin“ und „Woher“. In dem Städtchen Hokitika kaufe ich noch einige Filme, die zu einem erstaunlich günstigen Preis angeboten werden. Als ich die Verkäuferin frage, ob der günstige Preis vielleicht ein Versehen sei, sagt mir diese lächelnd: „Weißt du, ich bin doch der einzige Laden weit und breit, da kann ich doch die Preise nicht so hoch machen!“ Kapita­l­ismus einmal andersrum.

Südwärts

Regen bringt Segen: Wälder prägen das Bild der Westküste

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Weiter geht es von Hokitika auf dem Highway 6 gen Süden. Die Straße verläuft immer wieder mit Ausblicken auf die wilde Tasmanische See entlang der Küste. Allenfalls ein paar andere Radfahrer, wenige Einheimische und viele Touristen in Wohnmobilen sind hier unterwegs. Da muss ich mich gerade in den ersten Tagen morgens immer wieder daran erinnern, dass ich auf jeden Fall auf der „anderen“ linken Straßenseite losfahre. Bei einem so geringen Verkehrsaufkommen kann man

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sich auch schon mal etwas laxer geben, wenn es um die Verkehrsregeln geht. Irgendwann kommt mir ein LKW entgegen, der ein quergestelltes Haus geladen hat und an mir vorbeibraust. Wirklich ins Grübeln komme ich an einer „Rail-and-Road-Bridge“ hinter Hokitika. Dort fahren Eisenbahn, Autos und Fahr­räder in einer Spur über den Fluss. Ich suche nach einer Schranke oder irgendetwas, was die Ankunft des Zuges ankündigt. Ich finde aber nichts und frage im nächsten Pub mal nach, was man den machen soll, wenn wirklich mal ein Zug kommt. Der Wirt lächelt mich an und sagt ­trocken: „Schnell vorfahren oder schnell zurücksetzen, wo ist da dein Problem?“

Paradies mit kleinen Haken Eigentlich wäre das Ganze ja ein landschaftliches Paradies, wenn da nicht die allgegenwärtigen kleinen Plagegeister wären, die jeden piesacken, der draußen unterwegs ist. Überall dort, wo es viel Wasser und Regen gibt, umschwirren mich Millionen winziger „Sandflies“, die unendlich nerven können. Ohne Mückenmittel oder Moskito-Hut halte ich es an den Seen an windstillen Abenden draußen kaum aus. Am besten deckt man sich schon in Deutschland mit entsprechenden Gegenmitteln ein. Die neuseeländischen Mückenmittel sind auch sehr wirksam, aber vielleicht weniger hautfreundlich: Ich verwahre ein Mückenmittel in meiner Lenkertasche und staune nicht schlecht, als ich sehe, dass ein paar Tropfen davon ausreichen, den Lack der daneben l­iegenden Brille vollständig wegzuätzen. Danach greife vorsichtshalber auf etwas weniger aggressive Mittel zurück.

Goldrausch Die Orte am Wegesrand sind allesamt Dörfer, manche Orte wie Ross erzählen mit ihren historischen Fassaden noch viel vom Goldrausch des 19. Jahrhunderts. Das winzige Örtchen Okarito erreiche ich nach einem 13 Kilometer langen Abstecher zum Meer. Von den Tausenden Einwohnern, die hier in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts siedelten, sind gerade mal gut 30 übriggeblieben. Nur die Straßennamen zeigen noch, wie groß der Ort einst war. Das kleine Schulhaus wurde zu einer Jugendherberge mit zehn Betten umgewandelt. Der Ort Okarito ist auch zeitweiliger Wohnsitz der neuseeländischen Schriftstellerin Keri Hulme. In der nahege­legenen Lagune brüten die seltenen White Herons (weiße Reiher) in flachem Wasser. Wer will, kann die Lagune per Kajak oder auf geführten Bootstouren erkunden. Doch die Menschen zogen schnell weiter und heute erinnern entlang der Westküste nur noch einige historische Fassaden und zwei kleine Minen an den Goldrausch vergangener Zeiten.

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360° Info Radfahren auf der Südinsel Wer die Südinsel kennenlernen will, sollte sich auf dem Fahrrad mindestens drei bis vier Wochen Zeit nehmen, zum Umrunden sind sechs bis acht Wochen optimal. Das Radfahren auf der Südinsel ist nach der subjektiven Meinung von Reinhard Pantke nicht so anstrengend wie auf der Nordinsel. Die höheren Pässe sind zwar auf der Südinsel, aber auf der Nordinsel muss man ein stetig wechselndes Auf- und Ab abradeln. Der Verkehr ist im Süden meist mäßig und selten wirklich stark, Ausnahmen findet man in der Nähe der wenigen größeren Städte. Auf den Canterbury Plains und im Süden hat man oft sehr heftige West- bzw. Südwestwinde. Wer etwas Abenteuerlust mitbringt, kann vielerorts auf nicht geteerte Backcountry-Roads ausweichen, die durch das dünn besiedelte Hinterland führen. Geführte Radtouren kann man buchen bei Baumeler, www. baumeler.de, Pedalo Touristik, www.pedalo.com, New Zealand Pedaltours, www.pedaltours.co.nz

Reisen auf der Südinsel Fast jeden Winkel erreicht man regelmäßig recht günstig per Bus. Das neuseeländische Bahnnetz ist recht dünn, führt aber durch einige der schönsten Gegenden Neuseelands (zum Beispiel von Christchurch nach Greymouth). Auch das inländische Fliegen ist vergleichsweise günstig. Fahrräder werden, wenn Platz vorhanden ist, mitgenommen, die Bestimmungen variieren. Die meisten Strecken werden von Bussen befahren. Atomic Shuttle, www.atomictravel.co.nz, hat günstige Preise, vernetzt weite Strecken auf der Südinsel und hat meist Aufhängungsmöglichkeiten für Räder an den Bussen (Anmeldung für Fahrräder möglich). Intercity, info@intercitygroup.co.nz, hat ein ebenfalls großes Streckennetz, aber in der Hochsaison können Fahrräder aufgrund der geringen Kapazität oft nicht befördert werden. Es gibt aber noch zahlreiche Anbieter, den besten Überblick bekommt man in den örtlichen Touristeninformationen.

Die Gletscher Das Land wird grüner, die ersten großen Gletscherzungen kommen in Sicht. Die Orte Franz Josef Glacier und Fox Glacier leben vom „Gletschertourismus“. In der Nähe beider Dörfer kommen die beiden Gletscher tief hinunter ins Tal. Gletscherbegehungen, Panoramaflüge und viele andere Touren werden dort angeboten. In beiden Orten führen kurze Stichwege dicht an die Gletscher-

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Lake Matheson Der See vor den neuseel채ndischen Alpen ist das wohl bekannteste Fotomotiv Neuseelands.


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360° Info Fahrradmitnahme im Flugzeug Fahrräder im Flugzeug zu transportieren ist grundsätzlich möglich, der Preis liegt bei 50 bis 100 €, die Mitnahme muss reserviert werden. Schon bei der Flugplanung sollte man sich bei der Fluggesellschaft über die Extrakosten informieren. Airlines wie Qantas und Air New Zealand fliegen unter anderem über Los Angeles nach Neuseeland, dort kann man zwei Gepäckstücke à 32 Kilogramm mitnehmen. Zum Transport müssen die Pedale abgeschraubt, der Lenker quergestellt und die Luft abgelassen werden. Es ist ratsam das Fahrrad „abzuboxen“, d.  h. in einer Box oder einem Karton zu verpacken, oder zumindest empfindliche Teile mit Bläschenfolie abzuwickeln.

zungen heran. Wer den touristischen Rummel nicht mag, der sollte über die nächsten Hügel in den kleineren Ort Fox Glacier hinüberfahren. Doch dort ist die Nachtruhe nur kurz: Am nächsten Morgen lockt mich um 6.00 Uhr wolkenloser Himmel aus dem Zelt. Zudem werden auf dem danebenliegenden Helikopterlandeplatz die ersten Hubschrauberflüge in die Bergwelt gestartet. Am frühen Morgen kann man mit viel Glück die Spiegelung der höchsten Berge ­Neuseelands in den stillen Wassern des Lake Matheson sehen. Ich habe Glück: nur wenige Wolken hängen vor den Bergriesen. Schon am frühen Morgen sind hier ganze Bus­ladungen auf der Jagd nach dem bekanntestem Postkartenmotiv Neuseelands.

Tipp: Wer nur wenige Wochen in Neuseeland radeln will, kann sich in Neuseeland ein Fahrrad leihen. Bei längeren Aufenthalten kann man das Fahrrad auch kaufen und mit buy-back Garantie wieder verkaufen!

Der anschließende Ausflug zu Gilliespies Beach bringt mich auf ruckeliger Schotterpiste zu einem kilometerlangen, mit Treibholz übersätem Strand, an dem man mit Glück auch einige Pelzrobben zu Gesicht bekommt. Kaum ein Mensch ist hier unterwegs.

Fahrradtyp / Helmpflicht

Über den Haast Pass

Ob man mit Touring- oder Mountainbike radeln sollte, hängt von den Straßen ab, die man nutzen möchte. Gerade auf der Südinsel kann man oft auf sogenannte BackcountryRoads ausweichen, die einen recht rauen Belag haben. Räder mit ­ schmaler Bereifung sind dort eher ungeeignet. Zudem bekommt man Ersatzteile für MTBs wesentlich einfacher als für 28er Tourenräder.

Zwischen Fox Glacier und Haast wird es richtig einsam; der Highway 6 verläuft mit munter wechselnden Gefällstrecken nach Süden. Dichte Regenwälder wechseln mit dunklen Seen und fantastischen Ausblicken auf die wildromantische Küstenlinie, die oft weit unter mir liegt. Die Sonne lacht vom windstillen blauen Himmel, am Ende des Tages bleibt der Kilometerzähler erst nahe Haast bei Kilometer 128 stehen. Am nächsten Tag will ich über den Haast Pass fahren.

Der normale Straßenbelag besteht aus sehr grobkörnigem Teer, robuste Bereifung ist ein Muss. Stabile Gepäckträger und Gepäcktaschen sind auch sehr empfehlenswert, wasserdichte Gepäcktaschen leisten unschätzbare Dienste. Achtung: Es besteht allgemeine Helmpflicht! Wer sich oben ohne erwischen lässt, kann schon beim zweiten Mal mit einem Strafticket zur Kasse gebeten werden, das den Kaufpreis eines neuen Helmes übersteigt.

Gerade mal ungefähr 50 Kilometer und der 560 Meter hohe Haast Pass liegen zwischen der tiefgrünen Landschaft der West Coast und dem trockenen Inneren der Provinz Otago. Die letzten Kilometer führen extrem steil zum Haast Pass hinauf. Jetzt Ende Februar zeigt das Thermo-

Ersatzteile Der nächste Fahrradladen kann auf der Südinsel mitunter mehrere Hundert Kilometer entfernt sein, man sollte gängige Pannen selbst beheben können und Ersatzteile wie Schläuche, Speichen, Flickzeug oder vielleicht einen Ersatzmantel mitnehmen. Entlang der Westküste sind nur in Greymouth und in Hokitika Fahrradläden. Am besten besorgt man sich bei der Ankunft die E-Mail-Adressen größerer Fahrradläden. Im Notfall kann man dann Ersatzteile ordern (per Kreditkarte bezahlen), die dann in zwei bis drei Tagen geliefert werden. Das Cardrona Hotel erinnert an die Ze it des Goldrausches

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Die Straße nach Wanaka ist einsam …

Wanaka und die Cardrona Range Road Um von Wanaka nach Queenstown zu kommen, kann man wählen zwischen der recht stark befahrenen Hauptstraße und der Cardrona Range Road, mit 1.300 Metern Neuseelands höchste Passstraße. Ich entscheide mich für die sportliche Herausforderung und radele in flirrender Hitze fast 20 Kilometer leicht bergauf, bis ich dann mitten in der Einöde etwas sehe, womit ich nie und nimmer gerechnet hätte: An einem Zaun neben der Straße sind Hunderte von BHs hintereinander aufgehängt.

Hs säumen die Straße ... aber kurios, Hunderte B

meter noch fast 30 Grad an. Die Landschaft hat sich während dieser Tagesetappe markant verändert: Aus üppig bewaldeten Hängen, an denen Wasserfälle hinunterstürzen, sind karge Graslandschaften geworden, die von Hunderten von Schafen bevölkert werden. Von Makarora radele ich am nächsten Tag zwischen den beiden Seen Lake Hawea und Lake Wanaka in das alpin anmutende Kleinstädtchen Wanaka, das auch Ausgangspunkt für viele Wandertouren in der näheren Umgebung ist.

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Irgendwann hatte wohl eine Dame mal damit angefangen, ihr gutes Stück aufzuhängen und viele andere sind ihr gefolgt. Aber vielleicht ist das Ganze im modernen Zeitalter eine alternative Form der Kontaktaufnahme: Viele sind mit E-Mail-Adressen und Telefonnummern versehen. Auf jeden Fall ein schöner Platz für eine Pause ...! Ein paar Kilometer kann man im historischen Cardrona Hotel eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert unternehmen und sich vor dem anstehenden steilen Anstieg zur Passspitze nochmals stärken. Vor 150 Jahren – zum Höhepunkt des Goldrausches – durchwühlten fast 5.000 Goldgräber die Umgebung. Im Hotel-Pub gibt es nicht nur gutes Essen, viele Relikte aus der historischen Zeit und einige Oldtimer lassen eine Zeitreise zu.

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Dezember und Mitte Februar – vorab buchen. Alle möglichen (und auch „unmöglichen“) Modesportarten wurden in Queenstown erfunden; von hier aus trat beispielsweise das welt­berühmte Bungee-Jumping seinen Siegeszug an.

In Queenstown entstehen imm er wieder neue Mot orsportarten wie das Jetboat-Fahre n auf dem Lake Wa katipu

A.  J. Hackett hat das ­„Ganzkörper-Jojo“ einigen Südseestämmen, die das Springen mit wenig elastischen Lianen zur Mutprobe machen, abgeschaut und in Neuseeland eingeführt, allerdings springt man hier mit flexiblen Seilen um die Füße. Ich ziehe es vor, einige kurze Tages­ ausflüge zum Skippers Canyon und nach Arrowtown zu machen. Ringsum sind auch zahllose Wandermöglichkeiten: Wer ein paar Meter aus Queenstown hinausgeht, ist schnell wieder in die Einsamkeit zurückgekehrt und begegnet kaum einer Menschenseele. Rundum liegen auch viele der Drehschauplätze, an denen die „Der Herr der Ringe“-Tri­logie verfilmt worden ist. Man kann sie auf eigene Faust suchen oder sich im Rahmen geführter Touren zeigen lassen.

Das einsame Hinterland

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Neuseelands „Spaßhauptstadt“ Ein paar Stunden nach der Passüberquerung und einer gewagten Zick-Zack Abfahrt ins Tal erreiche ich Queenstown. Wer Jubel und Trubel „à la mitteleuropäischer Alpen“ nicht mag und wer nicht unbedingt überall über Verkaufsagenturen für Jet Boaten, Rafting oder Bungee-Jumping stolpern will, sollte sich die schön am Lake Wakatipu gelegene Stadt nur kurz anschauen und dann schnell weiterziehen. Und wer den Trubel mag, der sollte nicht nur eine gut gefüllte Geldbörse haben, sondern auch entweder ein Zelt mitnehmen oder feste Unterkünfte – besonders in der Hauptsaison zwischen

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Für Fahrradfahrer gibt es eine gute Möglichkeit, dem oft recht starken Verkehr auf der südwärts laufenden Hauptstraße in Richtung Te Anau ein Schnippchen zu schlagen: Einfach mit der guten alten „Earnslaw“, einem Dampfschiff, das seit über 100 Jahren den Lake Wakatipu befährt, zur Walter Peak Sheep Station übersetzen, um von dort aus auf einer geschotterten Backcountry Road weiter in Richtung Te Anau zu radeln. Besonders auf der Südinsel kann man immer wieder auf diese einsamen und recht rauen Straßen zurückgreifen. Nicht mal eine Handvoll Autos überholt mich, dafür sehe ich Tausende ziemlich verwirrt dreinblickender Schafe, die mich misstrauisch beäugen. All zu oft bekommen sie wohl Fahrradfahrer nicht zu sehen. Kein Wunder: Das Land ist in Privatbesitz und Radfahrer werden hier allenfalls geduldet. Ich bin froh über die breiten Mountainbikereifen, mit einem schmalen Tourenrad hätte ich auf dem groben Schotter große ­Probleme. Ein kurzer Abstecher führt mich zu einem wunderschön und einsam an den Mavora Lakes gelegenen DOC Campground.

Te Anau Der winzige Ort am gleichnamigen See ist der beste Startpunkt für die großen Wanderwege (Tracks) und der Beginn der einzigen öffentlichen Straße, die durch die beeindruckende Wildnis des Fiordland National Parks

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hinunter zum Milford Sound führt. Der Fiordland ­ National Park gehört zum Weltnaturerbe der Unesco und wurde in den letzten Jahren immer mehr mit Super­lativen beworben und zum Traumziel verklärt. Doch die Touristenmassen – lange Schlangen aus Bussen, Wohnmobilen und PKWs – wälzen sich jeden Tag in Richtung Milford Sound. Man diskutiert schon darüber, die Zugangszahlen zu beschränken. Ich wäre zu gern den Milford Track gewandert – aber jeden Tag werden nur 42 Glückliche auf den Wanderweg gelassen! Wer sich für die Sommermonate nicht mindestens sechs bis neun Monate vorher anmeldet, hat kaum eine Möglichkeit, einen Platz zu ergattern! Als Fahrradfahrer habe ich keine Chance, eine so langfristige ­Planung zu machen.

Lake Anau

Milford Sound Ich entschließe mich, zum Milford Sound zu radeln und zurück per Bus zu fahren. Möglichen „Nachahmern“ möchte ich raten die Zeiten zu nutzen, nach denen die Busse zum Milford Sound hinuntergefahren sind (spät am Morgen losfahren) und zu bedenken, dass es auf der engen Straße bei den zahlreichen Bussen und Wohnmobilen immer wieder zu gefährlichen Situationen kommen kann! Die Landschaft ist einmalig, aber der Verkehr kostet Nerven und ist gefährlich! Zudem gibt es bis Milford Sound auf 120 Kilometer keine feste Unterkunft und nur die Möglichkeit, auf ­einfachen DOC Zeltplätzen das Nachtlager mit blutrünstigen Sandflies zu teilen. Doch die Strecke entschädigt für vieles: Zunächst bike ich am Lake Te Anau entlang und später führt die Straße durch das abwechslungsreiche und immer enger werdende Eglinton ­Valley aufwärts. Schneebedeckte Berge, Sturz­bäche und perfekte Spiegelseen wie die Mirror Lakes bilden die Traum­ kulisse der stetigen Bergauffahrt durch die grandiose Bergwelt. Am Homer Tunnel ­ treiben sich ganze Horden über­ mütiger Keas herum. Die ­intelligenten und verspielten Hochgebirgspapageien ins­pizieren und zerlegen mit ihren spitzen Schnäbeln alles was ihnen zwischen die Klauen kommt. Als ich von einem kurzen Spaziergang zurückkomme, zerhacken zwei Keas präzise meinen Fahrradsattel. Ein paar Autofahrer stehen begeistert darum

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360° Info Unterkünfte: Zelt, Hostel oder Hotel? Neuseeland hat eine perfekte Infrastruktur für alle „Geld­ beutel“. Die Spannweite reicht von gut ausgestatteten Campingplätzen (Zelten ab 5 € pro Person) mit Hütten (Cabins, ­ ab ca. 25 € für zwei Personen) über Jugendherbergen und Backpackerhostels (ab ca. 12 € im Mehrbettzimmer, Doppelzimmer ab ca. 25 €) zu Hotels (ab 50 €), Motels und stillvollen Ressorts. In der Hauptsaison sollte man besonders entlang der Westküste und in den Touristenorten ein bis drei Tage vorab reservieren oder ein Zelt dabeihaben. Wildes Zelten ist offiziell verboten, wird aber auf der Südinsel toleriert. Das eingezäunte Weideland macht es oft schwierig einen Platz zu finden. Eine gute Alternative auf der Südinsel sind viele einfache und traumhaft gelegene Campingplätze des Department of Conservation (DOC), www.doc.govt.nz/templates/ByRegionLanding. aspx?id=37039. Die Plätze haben oft einen einfachen Standard (WC und Wasserhahn), das Entgelt wird in einer Box deponiert.

360° Web Info www.bbh.co.nz www.vip.co.nz www.holidayparks.co.nz www.top10.co.nz www.purenz.com

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Wasserfall im Milford Sound

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herum und machen Bilder – so dicht haben sie Keas noch nie vor die Linse bekommen. Wahrscheinlich eines der „Lieblingsgeräusche“ der Keas höre ich nachts, als sie ihre Schnäbel über den Lack der geparkten Autos ziehen. Im Zelt ist die Nachtruhe vorbei! Von Ruhe und Frieden muss man sich auch verabschieden, wenn man nach der rasanten Abfahrt hinter dem Homer ­Tunnel den Ort ­Milford Sound erreicht. Der Ort, der nur aus einer Handvoll Häusern besteht, ist eines der beliebtesten Touristenziele Neuseelands. Der Blick auf den oft Wolken verhangenen Fjord, der vom 1.600 Meter hohen Mitre Peak überragt wird, ist bei jedem Wetter ein atemberaubendes Erlebnis. Der Regen stört mich kaum, denn so wirken die vielen Wasserfälle, die an den steilen Fjord­ wänden herunterrauschen, noch viel spektakulärer. Ich habe am großen Fährterminal die Qual der Wahl zwischen einem guten Dutzend Boots­touren. Wer etwas mehr Zeit hat und in Milford Sound übernachten will, kann auch im Rahmen einer Bootstour beispielsweise auf der „Milford Wanderer“ übernachten. Die Plätze dafür sind allerdings oft schnell ausgebucht und nicht gerade günstig. Milford Sound ist sicher ein schöner Platz, aber ich wage mal den gehörten Werbespruch anzuzweifeln, der tönt, dass „Milford der schönste Fjord der Welt“ sei. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sicher viele ähnliche schöne Fjorde im hohen Norden Europas gibt. Froh im Dauer­regen nicht radeln zu müssen, lasse ich die Landschaft ausnahmsweise mal im Shuttle Bus ­sitzend an mir vorüberziehen.

Südwärts Auch die nächsten 180 Kilometer ­zerfließen im hartnäckigen Dauerregen und führen mich – oft am Rande des Fiordland National Parks – nach Süden. Bald erreiche ich – geschoben von den stürmischen Südwestwinden – Invercargill, die südlichste Stadt Neuseelands. Nur noch 30 Kilometer entfernt ist bei dem kleinen Ort Bluff ein Wegweiser, der mir mit seinen beeindruckenden Entfernungen klarmacht, dass ich hier wirklich am Ende der Welt angekommen bin. Von hier an geht es für mich nur noch nordwärts, aber das ist eine andere Geschichte ... °

Der Beitrag wird in der nächsten Ausgabe fortgesetzt.

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Where to sleep

Travel & Backpacking

Endless Summer Lodge

Stilvolle Sommerfrische zum kleinen Preis

Endless Summer Lodge: Historische Holzvilla mit Meerblick

Am südlichen Ende des schnurgeraden Ninety-MileBeach schließt sich die Shipwreck Bay wie ein kleiner Angelhaken an. Hier brechen sich nahezu perfekte Wellen, was die Bucht zu einem der besten Surfspots Neuseelands macht. Und wenn man den Strand noch ein Stück weiter entlang wandert, erreicht man riesige Sanddünen, die sich für rasante Abfahrten mit dem Sandboard eignen – natürlich erst, nachdem man den sagenhaften Ausblick von dort oben genossen hat, der bei klarem Wetter bis zur Nordspitze der Nordinsel reicht. Am Beginn dieser hübschen Bucht liegt das bezaubernde, verschlafene Örtchen Ahipara, 14 Kilometer abseits der Twin Coast Discovery Route, die weiter nach Cape Reinga führt. Das bedeutet: kein lästiger Durchgangsverkehr, aber dennoch eine ideale Basis für Ausflüge. Fährt man hinter Ahipara noch zwei, drei Kilometer weiter die schmale Straße direkt am Strand entlang, fällt der Blick zur Linken plötzlich auf eine elegante Holzvilla, absolute Beachfront, nur ein hübscher Garten und die nahezu autofreie Straße trennen Strand und Haus: Die Endless Summer Lodge, heute ein BBH-­Hostel mit 20 Betten. Die Villa wurde bereits 1880 von einem reichen Händler als behagliches Zuhause für seine Frau und die elf Kinder erbaut. Viele Jahre blieb das Haus im Besitz der Familie, später gehörte es der Kirche, die es leider verfallen ließ. Ende der 1990er-Jahre ließ der neue Eigentümer die historische Villa sanieren und modernisieren: Elektrizität, Rohre, Badezimmer, das Dach – alles wurde neu gemacht und auch das Holz, an dem der Zahn der Zeit und das Salz des Meeres genagt hatten, wurde überholt. Und dann kamen Anna und Blaine, ein deutsch-neuseeländisches Ehepaar. „Es war Liebe auf den ersten Blick, als

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wir das Haus 2002 entdeckten“, erzählt Anna. „Wir wussten sofort: Hier eröffnen wir unser Hostel!“ Natürlich hätte man in einem solchen Haus auch ein schickes Hotel eröffnen können, doch das lag den beiden fern. Anna reiste selbst als Backpackerin, als sie 1992 erstmals nach Neuseeland kam, und weiß aus eigener Erfahrung, was man sich unterwegs wünscht: „A home away from home“ – und auf die Endless Summer Lodge trifft diese vielbemühte Beschreibung tatsächlich zu. Das liegt an den beiden Gastgebern, denen man anmerkt, dass sie sich auf die Begegnung mit immer neuen Menschen aus aller Welt freuen. Und an der Einrichtung, die geschmackvoll, behaglich und durchdacht ist: Die polierten Kauri-Holzfußböden, auf denen man am liebsten barfuß läuft, Schaukelstühle auf der überdachten Veranda mit Blick aufs Meer, Hängematten im Garten, ein Gemeinschaftsraum mit gemütlichen Sofas, eine gut ausgestattete Küche und schließlich der riesige Tisch hinter dem Haus, gleich neben dem Kräutergarten und unter Schatten spendenden Weinreben, an dem ganz von selbst die Gäste zusammen und ins Gespräch kommen und Abend für Abend eine neue Großfamilie gemeinsam isst.

na, geber: Blaine und An Herzliche Gast r a a p e h E s e h c s t u -de neuseeländisch

Acht Gästezimmer hat die Endless Summer Lodge mit Platz für maximal 20 Personen. Zwei Vierbettzimmer mit bequemen Stockbetten aus Massivholz und sechs Doppelzimmer, zwei davon mit Meerblick. Doch ganz gleich, in welchem Zimmer man übernachtet: Wenn man abends im Bett liegt, hört man das Zirpen der Grillen und das Rauschen der Wellen, bevor man sanft in den Schlaf hinüber gleitet und von einem weiteren Urlaubstag in der Endless Summer Lodge träumt, im sonnenverwöhnten Norden der Nordinsel, wo der Sommer wirklich nie zu enden scheint. ° (Julia Schoon) Endless Summer Lodge, 245 Foreshore Rd, Ahipara, Tel.: 09 / 409 4181, www.endlesssummer.co.nz

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Emigration & Working Holidays

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Heimliche Hauptstadt – Auckland

Auswandern im Schnelldurchlauf

W

arum Neuseeland? Am Anfang wollten wir eigentlich nach Australien. Komischerweise wollte das wohl fast jeder Neuzugang aus Deutschland hier in Neuseeland. Viele schrecken allerdings vor den wilden und giftigen Tieren und den hohen Temperaturen in Australien zurück. Wir nicht, es war wohl eher das komplizierte Einwanderungsverfahren. Wir hatten im Oktober 2006 eine Expo der Australier in Berlin besucht, eigentlich nur um uns zu informieren, wie es denn so ist wenn man (wir) auswandern möchte(n). Nicht dass wir Deutschland nicht mehr mochten oder wie so manch einer die „Schnauze voll“ hatten. Uns ging es gut, wir hatten beide gut bezahlte Jobs, eine Eigentumswohnung, Autos …

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Unsere Familien und Freunde sagten: „Macht ihr mal!“ Ernst genommen hat uns wohl zu diesem Zeitpunkt niemand. Wir wollten etwas Neues beginnen. Wir wussten, wir werden nicht jünger und für uns war der Gedanke, uns irgendwann einmal zu sagen: „Hätten wir doch damals bloß …“ einfach unerträglich. Wir kamen aus der Expo und waren fest entschlossen: Wir werden es versuchen! Die nachfolgenden Wochenenden verbrachten wir dann damit, uns über das Einwanderungsverfahren nach Australien zu informieren, Lebensläufe hatte Markus bereits in Berlin abgegeben. Das Verfahren gestaltete

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sich jedoch ziemlich zähflüssig und an einem verregneten Sonntagnachmittag im November fragten wir uns: „Warum eigentlich Australien? Wir könnten doch auch nach Neuseeland gehen!“

Informationssuche Gesagt, getan! Die ersten Informationen sahen sehr vielversprechend aus. Da die Neuseeländer im Gegensatz zu den Australiern keine Informationsveranstaltungen anbieten, recherchierten wir fleißig im Internet. Leider fanden wir keine wirklich erschöpfende Quelle. Die Seite der Immigration enthält zwar alle Informationen die man braucht, man muss jedoch genau wissen, wonach man sucht. Der nächste Schritt führt in zahlreiche Internet-Foren, allerdings wird hier sehr viel unfundiertes Halbwissen meist ohne Quellenangaben und reichlich Meinung statt Information verbreitet. Alles in allem hatten uns die Foren mehr verwirrt als informiert. Einen Durchbruch erzielten wir, als Markus von einem Personalvermittler, Ervin, kontaktiert und angerufen wurde. Er konnte uns dann genau erklären, welche Möglichkeiten wir mit Visum oder Permanent Residence haben, welches Visum der Partner erhält und worauf wir achten müssen. Wir standen noch im Kontakt mit zwei weiteren Personalvermittlern. Das Interesse war von allen Seiten groß, Konkretes ergab sich allerdings nicht. Da wir gelernt hatten uns ein Ziel zu setzen, legten wir uns auf einen Zeitraum bis März 2006 fest. Wenn sich bis dahin nichts ergeben würde, würden wir das ganze Projekt fallen lassen – soweit unser Plan. Im Februar wollten wir dann „Nägel mit Köpfen“ machen und wissen, wie realistisch unser Ziel wirklich war. Wir buchten für Markus einen Flug nach Auckland, er vereinbarte vorab einen Termin bei einem der Personalvermittler. Der März-Termin stand und wir wollten wissen: Haben wir eine Chance, in Neuseeland Fuß zu fassen oder nicht?

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waren ein wenig überrumpelt, aber dennoch zuversichtlich, ein oder zwei Termine vereinbaren zu können. Am Donnerstag war dann das erste Vorstellungsgespräch beim ersten Personalvermittler, am Freitag beim zweiten Vermittler und beim ersten potenziellen Arbeitgeber. Markus hatte wohl den Jetlag ein wenig unterschätzt und konnte sich beim ersten Arbeitgeber nicht gewohnt sicher präsentieren. Der Ärger darüber hielt sich jedoch in Grenzen, da diese Firma auch nicht den besten Eindruck auf ihn machte. Die Zeit verging wie im Flug und jeden Abend wurden die Neuigkeiten brühwarm an Christine per Telefon und Internet weitergegeben. Am Wochenende war dann Zeit, sich Auckland und Weiheke Island anzuschauen und ein wenig zu relaxen. Am Montag fand dann das Meeting mit Ervin statt, der in Natura sogar noch freundlicher und professioneller war. Nachmittags erfolgte eine „Vorsondierung“ bei dem zweiten Personalvermittler. Am nächsten Tag hatte Markus ein Vorstellungsgespräch bei einer SAP-Consulting Firma, die einen sehr guten Eindruck auf ihn machte. Nachmittags stellte sich dann heraus, dass er den potenziellen Arbeitgeber wohl ebenfalls beeindruckt hatte, denn er sollte sich schon am nächsten Tag bei einem Kunden der Firma vorstellen, man würde ihn dort für ein Projekt benötigen. Der Termin war ein voller Erfolg! Die anderen beiden Personalvermittler konnten leider keine neuen Termine in derselben Woche anbieten, hätten aber Termine für die nächste Woche im Angebot. Doch da musste Markus leider schon wieder zurück. Als Markus im Februar 2006 von Deutschland nach Neuseeland abgeflogen war, hoffte er auf ein Jobangebot ab Juli 2006, aber hier ticken die Uhren anders. Die Consulting Firma war sehr interessiert an ihm, aber das Problem war, dass Markus bei fristgerechter Kündigung, unter Berücksichtigung aller Urlaubstage und der Überstunden, frühestens nach sechs Wochen von Deutschland starten könnte. Sein potenzieller Arbeitgeber wollte ihn allerdings schon in vier Wochen…

Zehn Tage Jobsuche vor Ort Markus flog also für zehn Tage nach Auckland, ein paar Telefonnummern im Gepäck. Eine im Voraus unterschriebene Kündigung hatte er vorsorglich bei Christine zurück gelassen, da der nächste Kündigungstermin am Freitag vor der geplanten Rückkehr lag. Von nun an ging es Schlag auf Schlag: Markus’ Ankunft in Auckland am Mittwochabend, einchecken im Hotel, Pre-paid Karte für das Handy kaufen und die drei Personalvermittler kontaktieren, mit denen wir uns bereits ausgetauscht hatten. Die beiden, bei denen Markus sich nicht angemeldet hatte,

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360° Autoren: Christine & Markus Müller Christine und Markus Müller sind im April 2006 nach Auckland ausgewandert. Beruflich arbeitet Markus als Consultant und Christine ist Administration Assistant.

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360° EmigrationInfo Wie finde ich einen Job in Neuseeland? Schritt 1: Zeugnisse und Abschlüsse • bei einem beglaubigten Übersetzer ins Englische übertragen lassen • durch die NZQA (New Zealand Qualification Auth­or­ity, www.nzqa.govt.nz) prüfen lassen, bei manchen Berufen ist eine Registrierung oder eine zusätzliche Prüfung notwendig, z. B. bei Ärzten, Anwälten (www.new-z.net/neuseeland/leben_arbeiten/arbeiten) • Englische Berufsbezeichnung verwenden • Lebenslauf (CV, resume) beginnt nach den Angaben zur Person mit der aktuellen Situation, d.h. der zuletzt ausgeübte Job wird zuerst genannt, dann alle anderen Stellen vorher. Anschließend Studien- / Schulabschlüsse in rücklaufender Reihenfolge. Passbilder sind nicht üblich. Besondere Fähigkeiten sowie Referenzen ergänzen die Bewerbung. Schritt 2: Jobangebote suchen • in den größeren Tageszeitungen suchen, die onlineAngebote haben: z.B. • Auckland: The New Zealand Herald (www.nzherald.co.nz), • Wellington: The Dominion Post (www.dompost.co.nz), • Christchurch: The Press (www.thepress.co.nz)

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• • • •

www.search4jobs.co.nz www.jobzone.co.nz www.jobs.co.nz www.jobuniverse.co.nz (IT, Computerindustrie)

Die Work and Income Agency, das Arbeitsamt, betreibt ebenfalls eine Jobbank und gibt Tipps rund um die Jobsuche (www.winz.govt.nz). Schritt 3: Bewerbungen • an Unternehmen schicken, v.a. Firmen, die ausländische Bewerber einstellen, Adressen von Firmen über die ­Yellow Pages eruieren (www.yellow.co.nz/index) • in Bewerberdatenbanken einstellen • schon jetzt dem potenziellen Arbeitgeber versichern, dass man bei einer Zusage die Stelle wirklich annimmt (viele Arbeitgeber schrecken vor dem Risiko zurück, dass es sich der Kandidat doch noch anders überlegt und sie den Auswahlprozess umsonst gemacht hätten) • vor Ort abgeben: mit Working Holiday-Visum oder Skilled Migrant Visum in Neuseeland selbst suchen, bzw. einen Personalvermittler einschalten.

• im Internet in den Jobbörsen: z.B. • www.seek.co.nz • www.trademejobs.co.nz

Personalvermittler / Private Jobagenturen Wie die Familie Müller wenden sich viele Jobsucher an private Arbeitsvermittler, die in Neuseeland ansässig sind und einen umfassenden Überblick über das Arbeitsangebot sowie über die Nachfrage nach Arbeitskräften in den verschiedenen Berufssparten haben. Unter www.nzs.com/business/employment/recruitment­companies/ kann man nach Regionen oder verschiedenen Berufen den Vermittler auswählen, der den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Entscheidung

Sechs Wochen Stress pur!

Die Leitungen zu Christines Hauptzentrale liefen heiß. Freitagmorgen stand noch alles auf Messers Schneide. Der geplante Rückflug nach Deutschland war nachmittags um 17 Uhr (neuseeländischer Zeit). Das Interesse des potenziellen Arbeitgebers war groß, die Kondi­ tionen ausgehandelt, nur die Zusage fehlte, da man mit dem Kunden noch über die zwei zusätzlichen Wochen verhandelte. Mittags in Neuseeland, Mitternacht in Deutschland, war noch immer keine Zusage da und Markus machte sich mit gemischten Gefühlen auf dem Weg zum Flughafen. Nachdem er schon das Gepäck eingecheckt hatte und auf dem Weg zum Zoll war, kam dann endlich der Anruf: Zusage! Um vier Uhr nachts wurde Christine dann vom Telefon geweckt. Wollen wir wirklich? JA!

Nun sollten die hektischsten Wochen unseres Lebens folgen. In sechs Wochen auswandern? Schaffen wir das? Christine blieb also gleich wach und fing mit den ­Planungen an. Alle Verträge auflisten und Kündigungen schreiben sollte kein großes Problem sein, unsere Ordner waren ja gut sortiert. Ausstiegsklauseln für Telefon / Internet und Versicherungen prüfen. Was machen wir mit der Eigentumswohnung, verkaufen oder vermieten? Wann und wie lösen wir Christines Firma auf? Was passiert mit den Krankenversicherungen? Wann und wie verkaufen wir die Autos? Welche Möbel nehmen wir mit und wie verschiffen wir sie? Können wir unser geliebtes „Hund’sche“ mitnehmen und wie sind die Quarantäne-Bestimmungen? Was ­brauchen wir alles für das Arbeitsvisum und klappt das

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in der Zeitspanne? Spielt die Firma von Markus bezüglich des Urlaubs und der Überstunden mit? Wie verkaufen wir die Sachen, die wir nicht mitnehmen? Nach der Rückkehr von Markus wurde Christines Liste ergänzt und mit Prioritäten versehen. Als erste Aktion kontaktierten wir die Botschaft in Berlin, um uns zu erkundigen, was wir alles für ein Arbeitsvisum brauchen. Man versicherte uns, dass man das Visum rechtzeitig innerhalb von sechs Wochen ausstellen werde, wir uns aber mit der Einreichung der Unterlagen sputen müssten. Markus arrangierte sich mit seinem Arbeitgeber, musste aber bis zum letzten Tag arbeiten. Also blieb die Organisation zum allergrößten Teil an Christine hängen.

Wohnungsauflösung Wir entschieden uns, nur wenige Möbel mitzunehmen und statt eines Containers nur eine Seekiste. Unser Hund machte uns ein wenig Sorgen, denn nach den nötigen Impfungen mussten sechs Monate vergehen, bevor er nach Neuseeland durfte. Zum Glück vertrug er sich blendend mit dem Hund von Markus’ Eltern, sodass für ihn ein Platz gefunden war. Die Wohnung in der kurzen Zeit zu verkaufen schien unmöglich, also blieb vermieten übrig. Wir verkauften oder verschenkten den größten Teil unsere Möbel am Ende. Alles, was nicht im Flieger mit konnte, wurde in die Seekiste verpackt. Verträge zu kündigen erwies sich als relativ problemlos, mit kleinen Ausnahmen. Unser Telefonanbieter war nicht so einfach zu überzeugen und als sie uns endlich Glauben schenkten, dass wir wirklich auswanderten, ging alles sehr schnell.

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Genau gesagt war ganz plötzlich das Telefon tot. Elf Tage vor dem Auszug aus der Wohnung waren wir von Internet, Fax und Telefon abgeschnitten und mussten somit in der heißen Phase ständig umherreisen, um zu faxen oder einmal E-Mails abzurufen. Autos, besonders ein Cabrio, unter Zeitdruck am Ende des Winters zu verkaufen, ist wohl immer ein Verlustgeschäft. Wir machten noch eine kleine „Abschiedstournee“ durch Deutschland, um zum letzten Mal für lange Zeit unsere in Deutschland verstreuten Familien zu besuchen. Auch von den Hundefreunden verabschiedeten wir uns auf unserer „Hundewiese“. Man würde uns sicherlich vermissen und wir bekamen überall rührende und vom Herzen kommende Geschenke. Es ist schon erstaunlich wie persönlich und ideenreich Geschenke ausfielen, denn jeder wusste, dass wir eigentlich keinen Platz im Gepäck für Geschenke übrig hatten.

Visum Der Antrag für das Visum verlief zunächst wirklich problemlos. Der Arzt in Frankfurt hatte Verständnis für unseren Zeitdruck und ermöglichte uns einen kurzfris­ tigen Termin. Das polizeiliche Führungszeugnis erhielten wir problemlos und schnell, unsere Unterlagen und Pässe hatten wir nach Berlin gesendet und standen im Kontakt mit dem immer freundlichen Botschaftspersonal. Wir wurden sogar darauf hingewiesen, dass wir für das Work to Residence-Visum qualifiziert sind und lediglich 25 Euro mehr bezahlen müssten, um dieses zu erhalten. Im Unterschied zum normalen Work Visum kann man somit nach

Umzugsstr ess pur ...

Unsere neue Bleibe

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party. Spätestens an diesem Punkt wurde uns, unserer Familie und unseren Freunden klar, dass wir weit weg gehen würden und uns eine lange Zeit nicht sehen würden. Auf dieser Party nahmen wir Abschied, manch einer hatte Tränen in den Augen, wir natürlich auch. Die Party wurde feuchtfröhlich, Gäste reisten von weit her an, da man uns so schnell nicht wieder treffen würde. Man machte uns den Abschied wirklich nicht leicht, auch wenn uns jeder seine Unterstützung zusagte. Die letzten beiden Tage wären eigentlich fast schon ruhig verlaufen, wenn nicht Markus noch einen Tag vor dem Abflug mit dem Motorroller auf dem Weg zur Arbeit gestürzt wäre, sich zum Glück aber nur die Schulter prellte und die Hand aufschürfte, und Christine vor lauter Stress nicht voller Pusteln am ganzen Körper gewesen wäre. Wir hatten ernsthaft Angst, dass man es bei der Einreise für eine ansteckende Krankheit halten würde und uns nicht einreisen lassen würde. Am 4. April war dann der letzte Arbeitstag von Markus und um Mitternacht ging der Flieger … Es wurde also ernst.

Abreise …

Auf die ne ue

Heimat .. .

zwei Jahren automatisch die Permanent Residence erhalten, ohne den langen Expression of Interest-Umweg und ohne eine entsprechende Anerkennung der beruflichen Qualifikationen durch die NZQA. Es lief zwar alles hektisch, aber trotz kleinerer Stolpersteine nach Plan. Bis Christine dann einen Anruf von der Botschaft erhielt. Zwar sei alles so weit fertig, allerdings sei die Anzahl ihrer roten Blutkörperchen zu hoch. Deshalb sei die Akte nach London gesendet worden und eine Verzögerung der Bearbeitung drohte. Unser mühsam ausgearbeiteter Zeitplan drohte sich in Luft aufzulösen. Wir fragten uns auch, was wohl aus dem Jobangebot würde. Also machte sich Christine auf dem Weg zum Hausarzt, der ihr schriftlich bestätigte, dass sie immer eine hohe, aber noch im Rahmen liegende Anzahl von roten Blutkörperchen habe. Markus übersetzte die Bestätigung auf Englisch und wir faxten diese wiederum an die Botschaft. Das Schreiben half, wir bekamen die Visumzusage telefonisch und vier Tage vor Abflug auch unsere Pässe: mit Visa!

Letzte Tage in Deutschland Die letzten sechs Tage wohnten wir bei den Eltern von Markus. Es blieb noch die Organisation einer Abschieds-

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Kurz nach 20 Uhr war es soweit: Aufbruch zum Flug­ hafen. Dort herrschte schon großer Auflauf: Die Eltern, die Kinder, die Enkel, die Geschwister, die Neffen und Nichten, alle waren gekommen. Wir machten in dem großen Durcheinander noch ein paar Bilder und dann hieß es Abschied nehmen und ab durch die Schleuse. Den Abschied hatten wir uns schlimm vorgestellt, aber es war dann doch viel tränenreicher und schlimmer als erwartet. Es gab wohl niemanden, der keine Tränen vergoss. Zwei Tage später: Ankunft in Auckland. Wir waren wirklich aufgeregt. Geht alles glatt? Dann der große Moment: Die Passkontrolle und der Work Permit-Stempel in unseren Pässen. Der Mann am Schalter war recht freundlich, das Ganze ging ruck, zuck. Christine hatte den Kragen hochgeschlagen, damit man nur keine Pustel sah. Er wünschte uns noch viel Glück und alles Gute in Neuseeland. Nun waren wir also da, am anderen Ende der Welt, 18.000 Kilometer von zu Hause weg und völlig auf uns allein gestellt, in dem Land der Welt, das am weitesten von Deutschland entfernt liegt.

… und die ersten Schritte in der neuen Heimat Wir merkten sofort, dass wir bei der Auswahl der Kleidung falsch lagen. Unsere Sommerkleidung wäre wohl angebrachter gewesen als die Herbstbekleidung. Der Herbst in Neuseeland ist dann doch ein ganzes Stück wärmer ... Wir checkten erst einmal im Hotel in der Innenstadt ein und gingen unter die Dusche, um anschließend das Zentrum zu erkunden. Unser erstes neuseeländisches Abendessen gab es bei SubWay, wir

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Downtown Auckland

kauften eine Zeitung mit Wohnungsangeboten und schauten vom Hafen auf das Meer hinaus. Am nächsten Morgen ging es dann zum Wohnungsmakler; Jan, eine Amerikanerin, die in Neuseeland lebt, sprach schneller als unsere deutschen Ohren in der Lage waren zu verstehen. Machte aber nichts, wir schwirrten erst mal mit zwei Adressen für passende Appartements in der Tasche ab. Unser Tatendrang war ungebremst. Markus hatte von Deutschland aus schon einen Termin bei einer Bank gemacht, damit wir gleich ein Konto eröffnen konnten. Alles was wir tun mussten, war zwei Formulare auszufüllen und 300 neuseeländische Dollar einzuzahlen. Eine halbe Stunde später hatten wir ein Bankkonto, zwei funktionierende Bankkarten, Telefon- und Internetbanking inklusive. Nebenbei erfuhren wir noch, dass wir eine IRD-Nummer (Steuernummer) brauchen würden, und wie wir diese bekämen. Der Punkt „Bank“ konnte auf unserer To do-Liste abgehakt werden.

Wohnungssuche Somit konnten wir den nächsten Punkt „Unterkunft“ in Angriff nehmen. Wir beschlossen, erst einmal die Appartements von außen anzuschauen. Beide Gebäude machten einen ordentlichen Eindruck. Also zurück zu Jan und mit ihr ging es ab durch die Straßen von Auckland, auf Innen-Besichtigungs-Tour. Erst im strammen Fußmarsch, dann per Auto; Jan schien sich noch immer nicht so ganz an den Linksverkehr gewöhnt zu haben. Das erste Appartement befand sich am Viaduct Harbour, es war schön, kam uns aber zu klein vor nach gewohnten 100 Quadrat-

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360° Info Tipps für Auswanderwillige www.nzvillage.com, eine Reise- und Auswanderungscommunity, bietet untergliedert in mehrere Bereiche, z. B. Community, ­ Reisen, Neuseeland, viele nützliche Infos und Hinweise für Neuseeland-Interessierte, sei es als Urlauber oder Auswanderer. Sowohl die verschiedenen Regionen mit ihren jeweiligen landschaftlichen Höhepunkten, die aufregenden Städte der Inseln mit ihren Must-See-Attraktivitäten als auch die Bewohner und ihre faszinierende Kultur werden detailliert vorgestellt. Die wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten des Landes, Grundlegendes wie Feiertage, Radio / TV oder Shopping, aber auch Schulen und Universitäten sind weitere Themen der Site. Vor allem aber ist sie eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Insider-Informationen, die in einem Forum allen Besuchern offen stehen. Dort gibt es regelmäßig Tipps für Reise­routen, Motels oder Restaurants, aber auch konkrete Infos zum alltäglichen Leben in Neuseeland sowie zur Gestaltung der Auswanderung und ihrer notwendigen Organisation, die auf eigenen Erlebnissen und Erfahrungen basieren und wertvolle Hilfe für die Auswanderwilligen sind. Ein Newsletter mit neuesten Infos rund ums Land, ein Bookshop und ein Online-Shop mit neuseeländischen Produkten rundet das Angebot ab.

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Auckland in der Abenddämmerung 48 Vulkane haben durch ihre Eruptionen die Landenge von Auckland gebildet und deren Erhebungen prägen noch immer das Stadtbild. Ein Blick bei Sonnen­untergang auf die zu Füßen liegende Stadt entschädigt für viele ­Strapazen, die bei einer Auswanderung in den ersten Tagen zu ertragen sind. © 360° Neuseeland 06 | 2008

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metern. Das zweite Appartement hatte zwar einen Carpark (Mangelware in Aucklands Innenstadt), war aber so etwas von hässlich und laut, dass wir es nach nicht einmal drei Minuten wieder verlassen hatten. Am frühen Abend telefonierten wir mit einer zu unseren Überraschung sehr freundlichen Dame von Inland Revenue (Steuerbehörde), die uns erklärte, wie wir am schnellsten an das Antragsformular für eine Steuernummer kommen würden (aus dem Internet runterladen) und was wir tun mussten, um innerhalb von drei bis vier Tagen an diese Nummer zu kommen (sonst hätten wir 45 % Steuern auf das erste Gehalt zahlen müssen). Der Frust über das kleine Hotelzimmer, die mangelnde Hygiene im Hotel und die Wohnungen, die wir bislang gesehen hatten, saß, vor allem bei Christine, ziemlich tief. Der Frust musste raus und wir hatten einen kurzen Disput. Aber das Gute daran war: Wir entschieden uns, vorerst in das erste Appartement zu ziehen, damit wir endlich nicht mehr aus Koffern leben mussten. Gleichzeitig war der Druck, eine Wohnung finden zu müssen, erst einmal weg.

Gewöhnen an das Alltägliche Wir unterschrieben den Mietvertrag für ein halbes Jahr und nachdem wir zwei Wochenmieten und eine Kaution von drei Wochenmieten auf den Tisch geblättert haben, konnten wir einige Tage später einziehen. Bis zur Ankunft unserer Seekiste sollte es noch fünf Wochen dauern. Also besorgten wir uns eine Grundausstattung an Geschirr, ein Bett, ein Sofa, Tisch und Stühle. Wir waren irgendwie froh, nicht zu viel eingepackt zu haben, denn mehr als die Utensilien aus der Seekiste hätten in das Apartment wohl nicht reingepasst. Die Stromanmeldung ging per Telefon reibungslos vonstatten, einen Telefon- und Internetanschluss hatten wir bereits nach drei Tagen und somit endlich wieder eine Verbindung zur „alten“ Welt. Nun musste noch ein Auto her. Die Autohändler sind in Auckland außerhalb der Innenstadt und wir versuchten unser Glück zuerst mit aktuellen Aushängen in BackPacker Hostels und Internetcafés. Wir wurden fündig und „Charlie Brown“, ein uralter Nissan Prairie, gehörte nun zu unserer Familie; wir waren endlich wieder mobil. Der Alltag zog langsam in unser Leben ein. Markus hatte bereits am 10. April seinen ersten Arbeitstag und damit gerade mal drei Wochentage frei. Christine besuchte eine Sprachschule um das verstaubte Schul­englisch wieder aufzupolieren. Nach erfolgreichem Abschluss fand sie auch einen Job, in einem Café. Das war nicht unbedingt ihr Traumjob, aber sie konnte ihr erlerntes Englisch umsetzen und ständig verbessern. An den Wochenenden waren wir mit Erkundungstouren in und um Auckland beschäftigt.

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Was ist anders, wie kommt man klar? Wir stellten schnell fest, dass vieles unbürokratischer verläuft, als wir es gewohnt waren. Man muss sich nicht beim Einwohnermeldeamt anmelden, das Auto meldet man bei der Post um. Die Versicherung für den fahrbaren Untersatz schließt man dagegen am Telefon ab, sofern man eine möchte. Die Steuernummer bekommt man per Telefon und Fax, Geschäfte sind auch samstags und sonntags geöffnet. Wir merkten aber auch schnell, dass es immer ratsam ist, bei allem hinterher zu telefonieren. Erstens geht es dann oft schneller und zweitens weiß man dann auch, dass ein Antrag auch bearbeitet wird. Das Leben läuft hier langsamer ab, Hektik kommt bei den Neuseeländern selten auf. Wenn man sich wie wir an die deutsche Ordnung und Pünktlichkeit gewöhnt hat, ist man in der ersten Zeit ziemlich genervt von der Unpünktlichkeit der Kiwis. Wir mussten ebenso feststellen, dass wir den Faktor „Heimweh“ nicht richtig eingeschätzt hatten. Viele Dinge konnten wir im Voraus planen, Risiken ausschließen und Notfallpläne ausarbeiten, aber Heimweh lässt sich nicht planen.

Fazit und Ratschläge Alles in allem ist das Projekt Auswandern für uns gut verlaufen. Die sechs Wochen, in denen wir mehr oder ­weniger alles geregelt hatten, haben uns mit Sicherheit nicht nur Nerven, sondern auch den ein oder a­nderen Euro gekostet. Aber Gelegenheiten soll man beim Schopfe packen und neben der Möglichkeit nach Neuseeland zu gehen, war der Eindruck, den Markus von seinem neuen Arbeitgeber gewonnen hatte, so gut, dass wir un­bedingt diese Chance wahrnehmen wollten. Der Eindruck hat sich dann auch bestätigt. Wir würden es heute nicht anders machen als damals, vielleicht ein paar Kleinigkeiten besser organisieren, zum Beispiel uns früher um einen neuen Reise­ pass kümmern. Der Pass von ­Markus war nur noch 18 Monate gültig, weshalb das Visum nur für 18 Monate statt der üblichen 32 Monate ausgestellt wurde. Viele staatliche Leistungen sind aber an ein Visum von mindestens zwei Jahren gebunden, weshalb wir anfangs ein paar Probleme hatten. Das Gute für uns war und ist, dass wir keine bestimmten Erwartungen an Neuseeland hatten. Deshalb konnten wir auch nicht enttäuscht werden. Es gibt hier Dinge, die besser sind, es gibt Dinge, die schlechter sind. Man kann nicht sagen, dass Neuseeland ein besseres oder schlechteres Land ist als Deutschland, es ist anders. Und ent­ weder man mag es oder man mag es nicht. Wir haben viele neue Erfahrungen gemacht und unseren Horizont erheblich erweitert. Deshalb würden wir auch jedem, der mit dem Gedanken spielt nach Neuseeland auszuwandern, empfehlen, es zu versuchen. °

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History & Tales

Wine & Gourmet

Die Sauvignon Blanc Story: Eine neuseeländische Erfolgsgeschichte

Ostseite des Wairan Tals, Marlborough

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um Leidwesen vieler Neuseeländer wird der Begriff „Wein aus Neuseeland“ in der internationalen Weinwelt oft immer noch mit Sauvignon Blanc gleichgesetzt. Für die Kiwis und einige andere Eingeweihte ist dies jedoch längst überholt. Denn die Pinot Noirs, Syrahs, Cabernets und Merlots gewinnen zunehmend an internationaler Anerkennung, obwohl mit einem Anteil von fast der Hälfte des gesamten Anbaus die Sauvignon Traube die bei Weitem dominierende ist. Und dabei trinken die Neuseeländer selbst doch lieber Chardonnay, wenn es um Weißwein geht. Der Grund für den starken Anbau des Sauvignon liegt in der internationalen Nachfrage und dem einzigartigen Prestige, das sich die neuseeländische Ausprägung dieser Rebsorte in den letzten zwei Jahrzehnten aufbauen konnte. Denn tatsächlich ist die internationale Nach-

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frage nach diesem Weißwein aus Aotearoa so stark, dass trotz seines hohen Preises und jährlich mehr als beständig wachsenden Anbauflächen meist schon vor dem Jahrgangswechsel das „Sold Out“-Schild aufgehängt werden muss. Interessanterweise war es gerade dieser Sauvignon Blanc, der Neuseeland zu seiner internationalen Bedeutung im Wein verholfen hat. Interessant deshalb, weil diese ursprünglich aus Bordeaux stammende Rebsorte und der zwischenzeitlich stark mit den Anbaugebieten der Loire identifizierte Weißwein in den letzten Jahrzehnten als Langweiler galt. Seine herausragende Ausformung fand der Sauvignon bis zuletzt vielleicht im komplexen französischen Puilly-Fumé, aber speziell die Anpflanzungen in der Neuen Welt endeten meist in eher preisgünstigen Weißweincuvées.

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Wine & Gourmet

History & Tales

Wird zum Kult-Wein: Der Marlborough Sauvignon Blanc Erst die Entdeckung, dass sich die Region Marlborough im Norden der neuseeländischen Südinsel wie weltweit keine Zweite für diese Rebsorte eignet und dabei auch Weine mit einem ganz eigenen, besonderen Charakter hervorzubringen vermag, verlieh nicht nur dem Sauvignon Blanc, sondern auch dem Weinland Neuseeland einen völlig neuen Status. Sehr schnell wurde dieser Wein zum Kult und mittlerweile zählt seine Ursprungsregion Marlborough zu den international bekanntesten, ja sogar der werthaltigsten Weinregion der Neuen Welt. Gut ablesen kann man das an den Preisen. Wurde vor 20 Jahren für einen Hektar Rebfläche in Marlborough noch umgerechnet 500 € und weniger bezahlt, liegt der Preis heutzutage bei bis zu 100.000 €. Und während die durchschnittliche Flasche Weißwein beispielsweise in Deutschland im Laden um die 1,90 € kostet, liegt sie für neuseeländische Sauvignon Blancs bei über 10 €. Der Siegeszug dieses Weines begann mit dem Jahr 1985, das Neuseeland als ernstzunehmendes Weinland erstmals auf den Weltkarten auftauchen ließ. In diesem Jahr gab Cloudy Bay den ersten Jahrgang seines Marlborough Sauvignon Blanc heraus, ein inzwischen legendärer Wein, der Mitte der 1990er-Jahre zu den zehn besten Weißweinen der Welt gezählt wurde. Im wichtigsten Absatzmarkt USA durfte man in Weinläden zu dieser Zeit nur zwei Flaschen auf einmal kaufen und im Bestsellerroman „The Big Picture“ von Douglas Kennedy diente eine Flasche Cloudy Bay sogar als Mordwaffe.

Harter Weg zum Ruhm

360° Autor: Florian Berger Der gebürtige Münchner Florian Berger, Jahrgang 1969, kehrte seiner früheren Karriere als Unternehmensberater den Rücken und entschied sich Ende der 1990er-Jahre dafür, ein paar Jahre in Neuseeland zu leben. Er verliebte sich in das Land und seine Menschen und so war es nur natürlich, dass er sich mit neuseeländischem Wein eines der schönsten Produkte auswählte, um es als Importeur in Europa populär zu machen. Er ist mittlerweile einer der namhaftesten Experten auf diesem Gebiet und betätigt sich nebenbei als Journalist und Promoter der neuseeländischen Cuisine und Lebensart.

Dies wurde sowohl von der Regierung als auch von anderen Weinherstellern stark kritisiert. Mit großem Geldeinsatz hatte man es ja gerade erst geschafft, die Überproduktion in den Griff zu bekommen, und nun wollte eine der Hauptfiguren im Subventionsspiel wieder eine neue Weinregion erschließen. Der Streit wurde hart ausgefochten, bis sich schließlich 1973 ein ortsansässiger Farmer, John ­Marris, bereiterklärte, probeweise als Vertragswinzer für Montana auf seinem Grund Reben zu pflanzen, zu Anfang in wenig kommerziellem Umfang. Es wurden allerlei Varianten getestet, Bordeauxrebsorten wie Merlot und Cabernet, oder Chardonnay und Riesling, vor allem aber wieder der allseits oft eingesetzte „Muller“, der Müller-Thurgau.

Der Weg zu diesem Ruhm war allerdings hart und steinig. In den 1960er-Jahren litt Neuseelands Weinindustrie unter einer fürchterlichen Überproduktion. Die hauptsächlich angebaute Rebsorte zu dieser Zeit war der unspektakuläre Müller-Thurgau, der vor allem wegen seiner leichten Handhabung und seiner guten Ernteerträge Verwendung fand, dagegen aber kaum große Weine hervorzubringen vermag. Neuseeländische Weine galten zu diesem Zeitpunkt als schlecht und in der Herstellung als viel zu teuer – beides die Nachwirkungen von vorhergehenden, langjährigen Prohibitionsgesetzen – sodass der Weinexport so gut wie unmöglich war. Schließlich beschloss die neuseeländische Regierung ein Subventionsprogramm zur Stilllegung von Rebflächen, dem am Schluss fast drei Viertel des nationalen Weinanbaus zum Opfer fielen. Bis in den Anfang der 1970er-Jahre hinein fand der Weinbau ausschließlich auf der Nordinsel statt, die Südinsel galt als ungeeignet und noch unwirtschaftlicher für den Traubenanbau. Anfang der 70er war es auch, dass der bereits damals größte Weinhersteller des Landes, Montana Wines, beschloss, einen Versuchsanbau in Marlborough zu starten.

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Vogelnetze nach der Ernte

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History & Tales

Anfang der 1980er-Jahre schließlich besuchte eine Gruppe von Marlborough Winzern das Weingut Cape Mentelle in Margret River, West-Australien, und führten die ein oder andere Flasche Weißwein aus der Marlborough Region mit sich, die sie mit dem dortigen Besitzer und Winzer David Hohnen tranken. Vor allem der Sauvignon Blanc versetzte David in Staunen. Solch ein unglaubliches Aroma hatte er noch nie gekostet. Er erkannte sofort das enorme Potenzial in diesem Wein und erwarb kurzerhand günstig etliche Hektar Land in Marlborough. 1985 brachte er mit seinem Cloudy Bay genannten Weingut den ersten, regionentypischen Sauvignon Blanc heraus. 1990 kam mit der Übernahme von Cape Mentelle / Cloudy Bay durch den französischen Champagnerhersteller Veuve Cliquôt auch das nötige Marketingbudget und Vertriebsnetzwerk dazu und so wurde dieser Wein schließlich zu einem Meilenstein für Neuseelands Weinindustrie und zu einer völlig eigenständigen Typenbestimmung – dem „Marlborough Sauvignon Blanc“. Mittlerweise gibt es allein in der Region Marlborough über 100 Weinproduzenten und weitere kühle Weinregi-

Wairan Tal, Westseite

Wine & Gourmet

onen wie Martinborough, Nelson oder Waipara bringen mindestens ebenso grandiose Sauvignon Blancs hervor. Auch Hersteller wie Villa Maria, Highfield Estate, Hunters oder Seresin haben es geschafft, international zum Renommee dieses Weines beizutragen. Heute dominiert der Sauvignon Blanc mit mehr als 40 Prozent den Weinbau Neuseelands, und mit 75 Prozent den Weinexport. In einigen Märkten wie USA und Großbritannien ist der neuseeländische Sauvignon bereits ein Synonym für die Rebsorte, in anderen Ländern schickt er sich an, das zu werden. Ein großer Teil des alljährlichen Rebflächenwachstums von 10 bis 15 Prozent (Weltrekord!) geht in diesen Weißwein und ist vorbestimmt für den Export. Sollte in einigen Ländern Kontinentaleuropas oder Asiens ein ebenso großer Boom für diese Art aromatischer Weine entstehen, dann kann man sich vorstellen, dass der eigentliche Boom für diesen herausragenden Wein erst noch bevorsteht. Dann werden die anderen, aus Neuseeland stammenden Weine, die wahrscheinlich nicht weniger Potenzial aufweisen, noch länger in seinem Schatten stehen. °


Wine & Gourmet

Wineries & Characters

Lincoln Vineyards

mehr. Zwischenzeitlich befindet sich Lincoln umgeben von Shopping Centern, Fastfood Restaurants und Shops als grüne Oase inmitten eines lebendigen Stadtteiles von Auckland, während die meisten der anderen Weinkellereien ihre Tore schlossen. Und so ist Lincoln eines der letzten vitalen Zeugnisse einer spannenden Zeit und, als die am leichtesten erreichbare Winery am Rande der Großstadt, unbedingt einen Besuch wert für Touristen, die sich auf der Durchreise durch Auckland befinden.

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ie Lincoln Winery ist gelegen an der gleichnamigen, geschäftigen Straße im Osten von Auckland, im Vorort Henderson. Hier befand sich zur Gründerzeit in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts das Herz des neuseeländischen Weinanbaus. Von hier aus begann die Traube ihren eigentlichen Siegeszug durch das Land. Und noch bis vor zehn Jahren war der Betrieb umgeben von weitreichenden Weingärten und einer großen Anzahl an Weinkellereien. Aber das Gesicht dieses Ortes hat sich rasant gewandelt. Seitdem die Immobilienpreise in Auckland explodierten, lohnte sich der Weinbau in diesem Stadtteil nicht mehr und die Großstadt vereinnahmte das Land mehr und

Seit drei Generationen macht die ­Fredatovich Familie nun Wein in der Region. Peter Fredatovich, ­derzeitiger Manager des Weingutes, hatte vor zehn Jahren das Zepter von seinem Vater Peter sen. übernommen, der den Betrieb über drei Jahrzehnte geprägt hatte und der 1989 einen Ehrenpreis für seine Verdienste für den neuseeländischen Weinbau verliehen bekommen hatte. Dessen Vater Petar kam 1923 mit seiner Frau ­Lukrica aus Dalmatien nach Neuseeland. Zu dieser Zeit wanderten viele Menschen aus dieser Region ein, um sich als „Kauri Gum Digger“ Geld zu verdienen. Noch heute lauten die Namen der meisten Winzer im Westen von Auckland so ähnlich wie Ivicevich, Mladich, Babich oder Vuletich. Und eben Fredatovich. Und da Dalmatien eine uralte Weinregion ist und den Dalmatiern quasi der Wein im Blut liegt, fingen diese Familien alsbald an, ihren Wein für sich und für die umliegenden Familien anzubauen. Der alte Petar fertigte sogar seine eigenen Weinfässer aus dem heimischen Totara-Holz.

Petar Fredatovich war am liebsten von lachenden Kindern umgeben, 1964

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Wineries & Characters

Mittlerweile übernimmt die vierte Generation mehr und mehr die Managementaufgaben im Weingut, wie zu erwarten wieder ein Peter, „the 4th“ eben. Heute kreiert man bei Lincoln hochwertige Weine in tendenziell französischer Machart auf höchstem Niveau, wobei die Rotweine oder der voluminöse Chardonnay in Eichenbarriques ausgebaut werden. Aber nur noch ein geringer Anteil der verwendeten Trauben kommt inzwischen noch vom Weingarten an der Lincoln Road. Der Hauptanteil stammt aus Qualitätsgründen nun von Toplagen in Gisborne (Chardonnay), Hawke’s Bay (Merlot und Cabernet Sauvignon) und selbstverständlich Marlborough (Sauvignon Blanc und Pinot Noir). Besucher werden angenehm eingefangen vom äußerst familiären Ambiente bei Lincoln. Vor allem sollte man hier den grandiosen Wein nach Portmethode probieren, einem der traditionellen Produkte bei Lincoln. Vor einigen Jahren machte das Weingut besondere Schlagzeilen, weil bei einer Aufräumaktion im Keller einige Fässer 60 Jahre alten Whiskeys aufgetaucht waren, den einst der alte Petar zum Abstimmen des Port machte. Die Nachfrage nach diesem grandiosen Tropfen war so groß, dass bei einer Auktion über 1.000 NZ$ je Flasche geboten wurden.

Wine & Gourmet

360° Web Info www.lincolnwines.co.nz www.langtons.co.nz

Totara Weinfässer anno 1938

Das zwischenzeitlich eröffnete „Function Center“ Langtons hat sich zum absoluten Publikumsmagneten entwickelt, wo zu typischen neuseeländischen Gerichten natürlich auch die Lincoln Weine gereicht werden. °

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Wine & Gourmet

Regions

Northland

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iese nördlichste Region Neuseelands ist bei Touristen bekannt für ihr warmes, subtropisches Klima, ihre langgezogenen und menschenleeren Strände und die atemberaubenden Ansichten der Bay of Islands oder dem Leuchtturm am Cape Reinga. Die Neuseeländer kennen diese Region als Herz des Zitrusfruchtanbaus, aber auch als einen für neuseeländische Verhältnisse geschichtsträchtigen Boden. So schön ist diese Landschaft und das Wetter, dass sich hier der Künstler Friedensreich Hundertwasser lange Jahre bis zu seinem Tod niedergelassen hatte, was man noch an der von ihm entworfenen, sehenswerten öffentlichen Toilette in Kerikeri sehen kann. Für den Weinbau erschlossen ist das Land zwischen der Karikari Halbinsel im Norden und dem fast 170 Kilometer weiter südlich gelegenen Whangarei, der größten Stadt Northlands. Doch obwohl sich hier die Wiege des neuseeländischen Weinbaus befindet, steht der Trauben­ anbau weit im Schatten der sonstigen Agrarwirtschaft. Nur ganze elf Winzereien findet man hier im Norden, immerhin aber eine Verdoppelung in den letzten zehn Jahren. In den offiziellen Produktionsstatistiken des neuseeländischen Weininstitutes wird noch nicht einmal die Rebfläche der Region separat aufgeführt, so gering ist die Produktion im Landesvergleich. Der Grund liegt an den Witterungsbedingungen: Obwohl diese Region die höchsten Durchschnittstempe­ra­turen des Landes aufweist, ist es tendenziell einfach zu feucht für den Traubenanbau. Die durchschnittliche Nieder-

360° Web Info www.nothlandnz.com: Wineries, Food and Wine Trail www.karikariestate.co.nz www.cottlehill.co.nz www.okahuestate.co.nz

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schlagsmenge während der Vegetationsphase ist nahezu doppelt so groß wie in den großen Weinregionen Marlborough und Hawke’s Bay und fast drei Mal so hoch wie in Central Otago. Dazu kommt eine hohe ­Luftfeuchtigkeit, die den Pflanzen zu schaffen macht. Die Böden bestehen meist aus schwerem, grau-braunem Lehm, nicht selten vulkanisch­em Ursprungs. Darüber hinaus ist die Mineralienstruktur geprägt von den hier früher vorhandenen, ab­geholzten Kauri-Ur­wäldern. Wählt man unter diesen Voraussetzungen allerdings die ­richtige Lage, kann man durchaus mehr als nur gute Weine erzeugen. Bei den konstant verlässlichen Witterungsbedingungen trifft das vor allem für die Rotweine zu, wobei hier auch gerne Chardonnay angebaut wird. Vor allem aber die Cabernet Sauvignons und die Syrahs aus dieser Gegend weisen sehr hohes Potenzial auf und können beeindrucken. Traumhafter Blick über das Weingut

Besonders zu empfehlen ist ein Besuch bei Karikari Estate auf der gleichnamigen Halbinsel, dem nördlichsten Weingut Neuseelands. Ein traumhafter Ausblick auf unverbaute Küste in ambientevoller Landschaft lädt zum Verweilen ein, die deliziöse Küche im angeschlossenen Fine Dining Restaurant verwöhnt die Gäste. Selbst­verständlich ist das Essen auf die hervorragenden Weine abgestimmt. Ein weiteres Gourmet-Erlebnis findet der Besucher in der Cottle Hill Winery bei Kerikeri, dessen Restaurant allerdings in den Wintermonaten ­geschlossen ist. Einen der besten Syrahs hier im hohen Norden findet man bei Okahu Estate in Okahu nahe Kataia, ebenso zu genießen im äußerst empfehlenswerten Winery-Restaurant. °

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Speciality

Wine & Gourmet

Neuseeland – das Land, wo Milch und Honig fließen …

N

euseeland, das „gelobte Land“? Aus heutiger Sicht stellt sich dieser Vergleich zum alten Testament sehr nüchtern dar.

Neuseeland ist Weltmeister in der Herstellung von verschiedenen Milchprodukten wie Joghurt, Käse, Quark und anderen Leckereien. Den Namen „Fonterra“ (vormals „New Zealand Milk Products“) wird der Verbraucher hierzulande auf den Verpackungen der Markenhersteller vergeblich suchen. Man bleibt still im Hintergrund und ist doch ein unverzichtbarer Lieferant im globa­ lisierten Markt der Milchindustrie. Die Geschichte der neuseeländischen Honigwirtschaft als weitere große Produktsparte ist eher noch von Pioniergeist geprägt und in Europa bisher nur wenig bekannt.

leicht caramelähnlichen, äußerst delikaten Geschmack. Andere landestypische Honige variieren im Aroma von mild bis würzig – sie unterscheiden sich aber von ­vielen ­europäischen Honigen deutlich im Geschmack und in der Qualität.

360° Info Die Manuka-Produkte sind bereits in einigen Läden in Deutschland und unter www.neuseelandhaus.de erhältlich. Das Neuseelandhaus in Bergkamen im östlichen Ruhrgebiet ist ein Versandhändler für neuseeländische Landesprodukte wie Wein, Honig, Naturkosmetik und Volkskunst.

Neuseelands besondere Honigwelt

Manukahonig mit ­heilender Wirkung

Die unendlichen Weiten fast unberührter Natur, die einzigartige Flora und Fauna der beiden Inseln am anderen Ende der Welt sowie der Fleiß und die Pfiffigkeit der „Kiwis“ eröffnen uns völlig neue Honigwelten. Wer kennt die exotisch klingenden Namen der Honigsorten Kamahi, Tawari, Pohutukawa und Rewarewa? Es handelt sich um Bäume und Sträucher, die nur in Neuseeland wachsen.

Der Star unter den neuseeländischen Honigen ist der ­Manukahonig, der in den letzten Jahren schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Im Geschmack eher erdig und würzig, wird er von Kennern geliebt und von anderen verachtet. Früher wurden in Neuseeland während der Blüteperiode Manukasträucher sogar verbrannt, um die Bienen zu den vermeintlich gewinnträchtigeren Blüten des Rewarewa-Strauches zu lenken. Heute ist Manukahonig so begehrt, dass man überlegt, Manukasträucher auch in anderen Ländern heimisch zu machen.

Wie wir heute wissen, hat sich die Landmasse des so­genannten Gondwana-Landes vor Ur­zeiten in viele Segmente geteilt. In Neuseeland hat sie eine sehr urtypische Umwelt hinterlassen, die in weiten Landstrichen unkultiviert erhalten blieb. Ein Beispiel für das „flüssige Gold“, das Neuseeland zu bieten hat, ist der Honig, der aus der Blüte des Pohutukawa-Baumes gewonnen wird. Dieser Laubbaum wächst an den Stränden der Nordinsel so zahlreich wie Palmen in anderen Regionen der Südsee. Seine knorrigen Wurzeln reichen bis in die salzwasserhaltigen Uferzonen und seine feurig roten Blüten verwandeln die Küsten in der Weihnachtszeit in ein fast kitschig wirkendes Farbenmeer. Der Honig, den Neuseelands fleißige Bienen aus seinen Blüten gewinnen, ist weißlich-gelb und hat einen milden,

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Die Ursache hierfür liegt in der seit Jahrhunderten schon bei den Maori bekannten Heilwirkung von Manukahonig. Diese unterscheidet sich sehr deutlich von der Wirkung „­normaler“ Blütenhonige, aber trotz intensiver Forschungen namhafter Wissenschaftler konnte der zentrale Wirkstoff dieses Honigs zunächst nicht gefunden werden. Dies gelang erst im Jahr 2005 – wie so oft in der Wissenschaft durch Zufall – einem Team an der Technischen Universität Dresden unter Leitung von Professor Henle.

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Wine & Gourmet

Speciality

Der Wirkstoff des Manuka-Honigs Seit 2006 ist der Wirkstoff Methylglyoxal als hauptverantwortliche Komponente für die Wirkung dieses Honigs bekannt. Dieser Wirkstoff macht Manukahonig zu einem einzigartigen Naturheilmittel gegen Wund­ bakterien, bei denen herkömmliche chemische Mittel oft jahrelang vergeblich eingesetzt werden. Aber auch innerlich findet der Honig Anwendung – er ist das einzige bekannte natürliche Mittel gegen den berüchtigten Helicobacter Pylori und hilft somit bei der Behandlung von schweren Magen- und Darmproblemen. Blasenreizungen, Erkältungskrankheiten, Paradontose, Haut- und Schleimhautpilze, Schuppenflechte und sogar Augenentzündungen sind Beispiele weiterer

Einsatzgebiete. Dabei kann Manukahonig ohne Bedenken wie jeder andere Honig gegessen werden, weil bisher keinerlei Nebenwirkungen bekannt geworden sind. Aber dafür ist er eigentlich zu teuer … Neuerdings wird Manukahonig in verschiedenen Präparaten weiterverarbeitet. Es gibt Zahncreme und Rachenspray, Teezubereitungen, Mischungen mit Aloe Vera und Gelee Royal, Lutschbonbons und Kautabletten mit Colostrum. In England sind diese Produkte aufgrund der historischen Verbindung zu Neuseeland bereits seit Jahren bekannt; in Deutschland setzen sie sich nach und nach durch. Einen wichtigen Kundenkreis bilden heute schon zahlreiche Ärzte, Heilpraktiker, Chirurgen, Kliniken und Pflegekräfte. ° (aw)

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Report

Business & Lifestyle

Augen auf beim Autokauf

Am East Cape

Ausgerechnet in Neuseeland, dem Erste-Welt-Land mit der wohl größten Schrottkarrendichte, kaufe ich mir ein gebrauchtes Auto. Was jedes Jahr hunderte Backpacker machen, kann so schwer nicht sein. Oder?

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as Lenkrad ist auf der falschen Seite, statt des Blinkers betätige ich den Scheibenwischer und beim Schalten mit der linken Hand rühre ich ziemlich im Getriebe, bis ich den Gang finde. Meine Probefahrt fängt nicht gerade gut an. Ich fahre zum ersten Mal in meinem Leben im Linksverkehr. Und das ausgerechnet in Auckland, der größten und verkehrsreichsten Stadt Neuseelands. Wie soll ich denn jetzt noch darauf achten, ob die Lenkung zur Seite zieht, der Motor stottert, oder die Bremsen funktionieren?

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Neuseeland kann man natürlich auch mit dem Bus bereisen. Flexibler, spontaner und vor allem individueller ist man aber mit dem eigenen Auto unterwegs. Und genau das will ich, ein paar Monate lang. Reisegruppen größer als vier Personen finde ich anstrengender als jede Familienfeier. Die Zeiten, in denen ich zu vorgegebenen Uhrzeiten in vorbestellte Busse einund ausstieg, sind zum Glück spätestens seit dem Abi vorbei. Wer längere Zeit das Land down under bereisen will, für den lohnt sich sogar schon aus Kostengründen ein Autokauf, habe ich mir vorrechnen lassen, denn das Benzin ist hier halb so teuer wie in Deutschland – ganz im Gegensatz zu den Bustickets – und wenn man Mitfahrer mitnimmt, wird es nochmals günstiger.

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Business & Lifestyle

Report

360° Autorin: Julia Schoon Julia Schoon bereiste Neuseeland im Jahr 2006 für fünf Monate: Die Nord­ insel mit dem eigenen Auto – und wechselnden Mitfahrern –, die Südinsel ab Golden Bay, wo das Auto den Geist aufgab, per Mitfahrgelegenheit, die im Hostel meist problemlos zu ­finden waren.

Also habe ich mich für den Erwerb eines eigenen Vehikels entschieden, wenn auch ziemlich widerstrebend. Denn von Autos habe ich etwa soviel Ahnung wie Männer von High Heels. Jetzt also mein allererster Autokauf. Alleine. Nicht zum letzten Mal bedaure ich, dass mein Freund mich nicht begleiten konnte. Durchs Telefon diktiert er mir eine Checkliste, Punkt für Punkt notiere ich mir, worauf ich achten muss. Die Hälfte der Begriffe habe ich noch nie gehört. Zum Glück kann ich mich gemeinsam mit Simon, einem netten Schweden, den ich im Hostel vor dem schwarzen Brett mit den „For Sale“-Aushängen kennengelernt habe, auf die Autosuche machen. Er hat zwar genauso wenig Ahnung von Autos wie ich, aber zumindest ist er ein Mann – und passt damit nicht ins Opferschema zwielichtiger Autoverkäufer. Der Automarkt auf dem Ellerslie Racecourse ist der Umschlageplatz für Gebrauchtwagen in Auckland und schlimmer als jeder Schlussverkauf. Menschenmassen wälzen sich über den staubigen Platz, dazwischen Autos bis zum Horizont. Große, kleine, alte, neue, teure und günstigere und irgendwo, ganz hinten, dann auch die über-20-jährigen Schrottkisten, für die mein Budget ausreicht. Autos, die der deutsche TÜV sofort vom Hof jagen würde und die wirklich nur noch von Backpackern gekauft werden. Also von Leuten wie mir. Beim ersten Auto, das ich mir genauer anschauen will, fällt die Fahrertür beim Öffnen fast ab, das zweite ist so offensichtlich frisch lackiert, dass sogar meine Alarmsirenen „Unfallwagen“ kreischen und das dritte, das auf einem handgeschriebenen Zettel mit „Lady driver for last ten years“ wirbt, wird vor meiner Nase verkauft. Und plötzlich ist es auch schon zwölf und die Verkaufszeit vorbei. Ich fühle mich wie nach einer Nahtod-Erfahrung. So ein Automarkt ist ja auch ein bisschen wie ein Bad im Piranhabecken. Weil der Automarkt nur sonntags stattfindet, telefoniere ich unter der Woche Privatverkäufer ab. Ich habe meine Checkliste inzwischen auswendig gelernt und stelle, sehr fachmännisch, wie ich finde, meine Fragen. Wann wurden das letzte Mal die Bremsen gecheckt? Wie alt ist die

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Batterie? Hatte der Wagen schon mal einen Unfall? Auch beim Autocheck bekomme ich Routine: Mit geübtem Griff öffne ich die Motorhaube, lasse die Federung wippen, sogar eine Taschenlampe habe ich dabei, mit der ich in die Radkästen leuchte. Das macht Eindruck und täuscht, in Abwesenheit von Simon, darüber hinweg, wie wenig Ahnung ich habe. Die Minen der durchweg männlichen Verkäufer jedenfalls schalten jedes Mal von überlegen zu verunsichert. Der Zahnriemen scheint ein Schlüsselelement zu sein. Er treibt die Nockenwelle im Motor an und ist er zu alt, wird er irgendwann morsch und reißt und zerlegt dabei so richtig schön den Motor. Nein, das will ich nun wirklich nicht. Rotes Kreuz vor „Zahnriemen“ auf meiner Liste. Alle 100.000 Kilometer sollte er gewechselt werden, das wird dann im Motorraum auf einem kleinen Aufkleber vermerkt. Bei den Autos, die ich mir anschaue, suche ich danach allerdings vergeblich. Mit meiner Fragerei jage ich nur den Verkäufern Angst ein. Nach zehn Autos werde ich ungeduldig: Ich will endlich fündig werden! „Ganz falsche Herangehensweise!“, erklärt mir mein Freund. „Beim Autokauf muss man viel Zeit mitbringen.“ Oder zumindest sollte man dem Autoverkäufer vermitteln, man hätte sie. Ich wundere mich über seine Gelassenheit, schließlich hat er seit zehn Tagen einen Nebenjob als mein Telefonjoker. Natürlich mitten in der Nacht – zwischen uns liegen zwölf Stunden Zeitverschiebung. Endlich kommt ein Auto daher, das ich gerne kaufen würde. Ein Toyota Corolla Baujahr 1986. Die Farbe lässt sich wohlwollend als rostrot bezeichnen, an den Fensterrahmen sieht der Lack aus wie mit Edding nachgemalt und das Muster der Sitzpolster treibt mir die Tränen in die Augen – aber bei der Probefahrt ist es gut gelaufen. Vorausschauend habe ich mir schon mal eine Werkstatt gesucht, die mir den Wagen durchcheckt, bevor ich ihn tatsächlich kaufe. Nach nur zwei Wochen in Neuseeland habe ich mich schon so an die unglaubliche Freundlichkeit der Kiwis gewöhnt, dass mich das Angebot des Automechanikers auch nicht mehr überrascht: Er wirft für mich umsonst einen Blick aufs Auto, sagt er. Womit ich nicht gerechnet habe: Er wirft tatsächlich einen Blick auf den Toyota. Um mich dann zu fragen, was ich von Modelling halte. Fotos und so. Er könnte mir da ein tolles Angebot machen. Zwinker, zwinker. Nichts wie weg. Eine seriöse Ersatzwerkstatt checkt dann für 90 Dollar das Auto und der Mechaniker versichert mir eine Stunde später, es sei zwar keine Schönheit, aber für sein Alter noch gut in Schuss. „Und der Zahnriemen?“, hake ich nach. „Ja, der Zahnriemen ist auch in Ordnung!“

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Report

1.200 Dollar will der italienische Verkäufer mit süßem Baby und japanischer Freundin für den Wagen. Ich hab ein richtig schlechtes Gewissen, als ich ihn auf 1.150 runterhandle. Stolz brause ich am nächsten Tag auf dem Highway aus Auckland raus. Neuseeland, ich komme! Zwei Monate und rund 3.000 Kilometer später: An die ­kleinen Macken meines Autos habe ich mich längst gewöhnt. Dass es beim um-die-Kurve-Fahren irgendwie eiert. Dass sich der Motor manchmal verschluckt und nicht richtig zieht. Auch den rasanten Fahrstil der Einheimischen finde ich nicht mehr bedrohlich. Die freundlichen, entspannten Kiwis – am Steuer erkennt man sie

Business & Lifestyle

erreichen. Also schleppt einer der beiden, David, wettergegerbtes Gesicht, Lachfalten, leuchtende Augen, um die siebzig, mich und mein Auto bis zu dem Ort ab, in dem mein Hostel ist – 20 Kilometer weit. Zwei bange Tage später fällt der Mechaniker in Collingwood das vernichtende Urteil: Der Zahnriemen ist gerissen und den Motor hat’s so richtig zerlegt. Die Reparatur würde etwa so viel kosten, wie ich für das ganze Auto bezahlt habe. Allerdings, so warnt er mich, sehe der Kühler so aus, als würde er es auch nicht mehr lange machen. Mein Kontostand trifft die Entscheidung für mich. Mit feuchten Augen verabschiede ich mich von

Automarkt in Auckland

nicht wieder. Wehe, du hältst dich an die Höchstgeschwindigkeit von 100 km / h. Dann überholen sogar LKW mit Anhänger und die Fahrer schauen böse herüber. Golden Bay, Südinsel, auf einer dieser einsamen Schotterstraßen. Vor mir die Tasman Mountains, links und rechts Schafweiden. Ich höre nur ein ganz leises „Klick“, bevor der Motor ausgeht und sich nicht mehr starten lässt. Im selben Moment fängt es in Strömen an zu schütten. Doch ich habe keine fünf Minuten, um verzweifelt zu werden, da stehen schon zwei Farmer vor mir und bieten ihre Hilfe an. Es ist Wochenende, keine Werkstatt zu

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meinem ersten Auto. Der Werkstattbesitzer behält es, ganze hundert Neuseelanddollar bekomme ich, nach zähen Verhandlungen, noch dafür. Ob er meinen rostroten Toyota repariert oder ausschlachtet, will ich lieber nicht so genau wissen. Beim Trampen, ein paar Wochen später, nimmt mich Sebastian, ein deutscher Backpacker, mit. Sein Auto ist ein hässlicher Toyota, 20 Jahre alt, 500 Dollar hat er dafür bezahlt. Es war das erste Auto, das ihm untergekommen ist und weil es spottbillig war, hat er nicht lange überlegt. Er fährt es schon seit acht Monaten. °

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Business & Lifestyle

Interview

Maori Music: Moana & The Tribe Im Juli war die charismatische Sängerin Moana Mani­ apoto mit ihrer Gruppe Moana & The Tribe wieder auf Deutschland-Tournee. 360° Neuseeland war dabei und sprach mit Moana über ihre Tour und ihre neue CD „Wha“.

Moana & The Tribe in Aotearoa

Mona Maniapoto wurde in Invercargill am südlichen Ende der Südinsel geboren. Ihr Vater stammt ursprünglich aus dem Norden Neuseelands und war in jungen Jahren ein erfolgreicher Rugby-Spieler. Zugleich war er auch Mitbegründer der Maori Rhythm Boys. Regelmäßig stand auch Moana, als sie noch ein Kind war, mit auf die Bühne. Moana hat fünf Geschwister, studierte Jura und startete ihre Musikkarriere zunächst als Sängerin in einigen Bands in Auckland, aber schon bald kristallisierte sich eine Solokarriere heraus. Ende der 1980er-Jahre gründete sie die Band Moana & the Moahunters, die nach einer Einladung durch die Neville Brothers auf dem New Orleans Jazz & Heritage Festival und dem Vancouver Folk Festival spielte. Ein Remake des klassischen „Black Pearl“ war der erste große Erfolg der Band, erreichte eine goldene Single und Platz 2 der nationalen Single-Charts von Neuseeland.

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oana Maniapoto hat in Neuseeland schon lange einen guten Namen und eine große FanGemeinde. Mit ihrer gelungenen Verschmelzung traditioneller Maori-Musik und aktueller westlicher Stilrichtungen von Rock bis HipHop trifft die Sängerin den Nerv nicht nur des neuseeländischen Publikums. Vor allem auch im deutschsprachigen Raum konnte sie durch ihre einzigartigen Konzerte ein Vielzahl von Fans gewinnen. Im Juni und Juli war es wieder so weit: Moana Maniapoto und ihre Band Moana & The Tribe waren auf Tour durch Europa, insbesondere durch Deutschland. Im Gepäck hatten sie ihr jüngstes Album „Wha“.

Im Jahr 2002 gründete Moana die Band Moana & The Tribe, deren erstes Album „Toru“ in den European World Charts Platz 17 erreichte. 2003 spielten Moana & The Tribe bei der Premiere des Films „Whale Rider“ in Deutschland. Im gleichen Jahr wurde in Berlin die DVD Live & Proud veröffentlicht. 2004 war Moana die erste Nicht-Amerikanerin, die mit ihrem Song „Moko“ einen Songwriter-Wettbewerb in den USA gewann. Am 15. Mai diesen Jahres traten Moana & The Tribe bei der UN-Konferenz für Artenvielfalt in Bonn auf und spielten gemeinsam mit Bob Geldorf und vielen anderen Künstlern vor den Teilnehmern der Konferenz. Im Rahmen der Europa-Tournee traten Moana & The Tribe u. a. auch auf dem Montreux Jazz Festival gemeinsam mit Joan Baez, Erykah Badu, Etta James, Alicia Keys und Paul Simon auf. Das folgende Interview fand während Moanas Tour durch Deutschland im Juli statt.

Egal ob vor 100 Zuhörern in einem kleinen Club oder auf der großen Bühne während eines Freiluftevents; ein Konzert mit Moana & The Tribe ist immer ein besonderes Erlebnis. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Moana viel Zeit darauf verwendet, ihrem Publikum Bedeutung und Herkunft ihrer Musik und ihrer Texte zu erklären. Eine multimediale Videoprojektion, die historische und gegenwärtige Impressionen zu Kunst und Kultur der Maori zeigt, rundet als visuelle Begleitung die Show ab. In ihren Texten beschäftigt Moana sich insbesondere mit der spirituellen, kulturellen und politischen Welt der Maori. Ihre Band bringt außer Musik auch den Haka, den traditionellen Kriegstanz der Maori, auf die Bühne.

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dteil der Show Der Haka ist Bestan

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Interview

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 Manchmal wenn wir singen, werden wir sehr emotional und sehen dann Personen aus dem Publikum mit Tränen in den Augen. Mit fremden Menschen auf diese Weise in ­Verbindung zu treten ist für mich eine nahezu spirituelle Erfahrung.  Interview Moana Maniapoto (Moana & The Tribe) 360°: Moana, Ihr seid jetzt seit Ende Juni zum zweiten Mal in diesem Jahr in Deutschland, nachdem Ihr bereits Mitte Mai bei der United Nations Conference on Biodiversity in Bonn aufgetreten seid. Was waren aus Deiner Sicht die Höhepunkte Eurer aktuellen Tour durch Deutschland? Moana: Es sind die Menschen und ihre emotionale Reaktion auf unsere Musik, die mich an Deutschland so faszinieren. Obwohl die Zuhörer die Sprache nicht ­verstehen, bekommen wir nach einem Konzert ein unglaubliches Feedback, der Funke ist offensichtlich übergesprungen. Es ist sehr motivierend und zeigt mir, dass wir alle sehr viel gemeinsam haben: die gleichen Werte, der Wunsch nach Spiritualität. Jede Stadt hat ihren eigenen Charakter, viele Städte sind wunderschön, aber für mich sind es die Menschen, die ich getroffen habe, die mich an eine bestimmte Stadt erinnern lassen. Natürlich sind alle Mitglieder unserer Band von der schönen, sauberen und grünen Landschaft Deutschlands begeistert. Wir glauben, dass Deutschland führend ist im Umweltschutz, viel mehr als Neuseeland. Wir schätzen auch die Professionalität der Menschen, die mit uns die Show organisieren. Und wir lieben Euer Brot und Eure Käsevielfalt! 360°: Letzte Woche hattet Ihr als erste neuseeländische Künstler einen Auftritt beim Montreux Jazz Festival. Was war das für ein Gefühl, gemeinsam mit Künstlern wie Joan Baez, Alicia Keys oder Paul Simon auf der Bühne zu stehen? Moana: Als ich 20 war, spielten mein Schlagzeuger und ich in einer anderen Band und wir erinnern uns beide daran, den Casino Lights, Al Jarreau und Randi Crawford auf dem Montreux Festival mit David Sanborn und den Yellowjackets zugehört zu haben. Ich liebte dieses Album. Uns nun mitten in diesem angesehenen Festival wiederzufinden war unglaublich. Zwei Sängerinnen bewundere ich sehr: Chaka Khan und Roberta Flack ­traten zur gleichen Zeit wie wir auf – es war entsetzlich, sie nicht sehen zu können. Die Künstlervielfalt war erstaunlich. Ich war von der Reaktion des Publikums auf unseren Auftritt und von den Zugaberufen begeistert. Die Zuhörer waren sogar ein bisschen sauer, dass wir nicht nochmals auf die Bühne kamen. Montreux selbst war schön und wir konnten uns zwischen den Düften nach exotischem Essen, den hellen Lichtern und den glamourösen Leuten gut erholen.

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Konzert in Wuppertal

360°: Am darauf folgenden Tag habt Ihr im Seehotel Bären in Brienz gespielt, eine deutlich intimere Atmosphäre zum Publikum. Wie schafft Ihr es, Euch von heute auf morgen auf diese unterschiedlichen Herausforderungen einzustellen? Moana: Zuerst mal ist Brienz einer der schönsten Plätze, an denen wir jemals aufgetreten sind. Es war zu schade, dass es regnete und wir von der Terrasse nach drinnen in den Saal gehen mussten, um dort unseren Auftritt zu machen. Aber eigentlich mag ich Auftritte vor wenigen Leuten sehr gerne, sie haben einen ganz anderen Charakter als größere Auftritte. Es fühlt sich so an, als ob man direkt für den einzelnen Zuhörer spielt. Die Vorbereitungen auf unser erstes Konzert in Montreux waren wirklich stressig; wir haben gerne vor dem Auftritt ein paar ruhige Stunden, um uns zu entspannen, aber das ist leider nicht immer möglich. Der wunderbare Hotelier des Seebären hat meiner Schwester und mir eine Massage spendiert, das war wirklich toll! Ich unterhalte mich auch gerne mit den Bürgern der Stadt, in der wir auftreten, um interessante Aspekte über die Stadt zu erfahren – ­und genieße anschließend ein gemütliches

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Abendessen mit meiner Band, bevor wir auf die Bühne gehen. Das schweißt uns sehr zusammen. 360°: Ich habe es zum einen bei Eurem Konzert in Wuppertal aber auch auf Eurer DVD Live & Proud als sehr bereichernd empfunden, dass Ihr gerade auch dem Publikum in Europa die Herkunft und Bedeutung Eurer Musik erklärt. Wie wichtig ist es für Euch, dass die Botschaft hinter den Liedern auch verstanden wird? Moana: Danke. Ich möchte ger­ne, dass die Zuhörer ­wissen, was mich dazu bringt, einen bestimmten Song zu schreiben, vor allem, wenn sie eine andere Sprache sprechen. Es erklärt den Menschen die Lieder ein wenig, verdeutlicht ihnen den Zusammenhang und warum der einzelne Song geschrieben wurde, über Timor oder den Freihandel oder wenn ein Kanu zum Beispiel als Metapher für Stärke verwendet wird.

360°: Gibt es für Euch einen Unterschied zwischen dem deutschen und dem neuseeländischen Publikum? Moana: Wir haben immer eine positive Resonanz vom neuseeländischen Publikum, wenn wir dort spielen, aber natürlich ist es für manche Neuseeländer beunruhigend, dass wir eine starke Maori Identität haben. Aber Menschen sind überall nur Menschen und oft ist es die Musik, die einen Dialog über heikle Themen, über die man nicht sprechen mag oder über die man nicht viel weiß, zwischen ihnen anregt. Das Publikum außerhalb Neuseelands wird immer offener sein. Aber das gleiche gilt für die Bands der kanadischen Ureinwohner oder die Bands der australischen Aboriginals, wenn sie außerhalb ihres eigenen Landes auftreten. 360°: Wenn Du jemandem, der Deine Musik noch nie gehört hat, beschreiben müsstest, was das Besondere an der Musik von Moana & The Tribe ist, was würdest Du ihm sagen? Moana: Das ist immer ein bisschen schwierig! Unsere Musik ist eine Mischung aus dem Besten der traditionellen Maori-Musik und den Melodien und Musikrichtungen, mit denen ich aufgewachsen bin. Es wird außerhalb von Neuseeland als „World Music“ beschrieben, aber ich finde, das ist zu allgemein ausgedrückt. Unsere Musik ist sehr stark Maori-orientiert, deshalb nennen wir sie Aaotearoa Roots Musik, die Musik mit Wurzeln zum Land unserer Vorfahren. 360°: Euer neues Album „Wha“ ist seit dem 12. Mai auf dem Markt. Wie ist die Reaktion des deutschen Publikums auf die ausnahmslos in Maori gesungenen Lieder? Moana: Sehr positiv. Ich habe viele nette E-Mails von Leuten bekommen, die deutlich machten, dass sie von den Liedern sehr berührt waren, obwohl sie die Texte nicht verstehen. Ich glaube auch nicht, dass eine fremde Sprache automatisch eine Barriere ist, ich mag Youssou N’Dour. Und sogar wenn er einen Song nicht vorstellt oder erklärt , bin ich immer sehr von seiner Musik ergriffen.

Moana, ihre Schwester Trina und C adzow Cossar

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360°: Der New Zealand Herald schreibt, dass „Wha“ das in sich geschlossenste Album ist, das Ihr bisher ver­ öffentlicht habt. Liegt dies daran, dass Du auf diesem Album alle neuen Songs selbst geschrieben hast? Moana: Ja, und weil ich mit dem gleichen Produzenten gearbeitet habe, wohingegen ich bei früheren Alben mit mindestens zwei anderen Produzenten gearbeitet habe, die unterschiedliche Stile und Ansätze hatten. Weiterhin haben mein Freund und

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Manager Sol de Sully und ich viel Zeit mit dem Produzenten Mahuia Bridgman-Cooper, der mit uns nun als Violinist tourt, verbracht, um die Verbindungen der einzelnen Lieder zueinander zu diskutieren und uns abzu­sichern, dass die einzelnen Songs ihnen das richtige Gefühl vermittelten. Jemand, der noch nie ein Album herausgebracht hat, kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie kompliziert das sein kann – aber ich habe es richtig genossen, das letzte Album zu machen, weil ich ein tolles Team um mich hatte – meine Musiker, meine Produzenten und mein Management. Und weil so viele Menschen auf das neue Album gewartet und sich darauf gefreut haben. 360°: Es ist immer sehr subjektiv, das beste Lied eines Albums zu benennen. Wenn ich dennoch eines herausstellen sollte, dann wäre das auf Eurem neuen Album „Wha“ für mich das Lied „Rangikane ana“, da die friedvolle Botschaft hinter dem Song durch die Musik eindrucksvoll widergespiegelt wird. Gibt es für Dich und die anderen Bandmitglieder auch ein Lieblingslied auf „Wha“? Moana: „Rangikane ana“ ist für uns alle etwas ganz Besonderes. Es war für uns sehr bewegend, diesen Song zum ersten Mal vor dem Stamm zu singen, für den wir es geschrieben haben, auf ihrer Insel [Rekohu bzw. Chat­ ham Islands, aw], ihrer Heimat – da flossen überall Tränen, und jedes Mal, wenn wir es wieder singen, denken wir an diesen Moment zurück. Ich mag auch die Vision und Sentimentalität des Liedes, dass diese Menschen ihr Friedensbündnis wieder aufleben lassen wollen, obwohl sie eine winzige und sehr isoliert lebende Gemeinde sind. Das ist sehr beeindruckend. Es ist ihr Lied, nicht meines, obwohl ich es geschrieben habe, weil es ihre Geschichte erzählt und eine Ehrung an sie ist. „Pae o Riri“ zu singen, bewegt mich auch sehr – mein Co-Autor Scott Morrison und ich haben über die Verbindung von Maori und Italien geschrieben und ich kann es nicht ertragen, wenn auf der Bühne hinter mir die Bilder dazu erscheinen, diese anzuschauen, weil der Song so viele Erinnerungen an die Erzählungen unserer Eltern über das Maori Bataillon im 2. Weltkrieg zurückbringt und an den großen Verlust, die der Tod mancher dieser Menschen für unsere Generation bedeutet. 360°: Auf der Bühne vermittelt Moana & The Tribe vor allen Dingen, dass die Musik ein Gemeinschaftswerk ist. Inwieweit sind die Gruppenmitglieder in die Entstehung der Songs involviert? Moana: Scottie Morrison ist ein Bandmitglied, der zurzeit an der Oxford Universität als Gastredner über die Erhaltung der Sprache der Maori doziert. Er übersetzt alle Maori Liedtexte und wir arbeiten eng zusammen, um sicherzustellen, dass die Texte das ausdrücken, was ich sagen will. Mahuia Bridgman-Cooper hat auf dem Album die Geige eingespielt, das Album produziert und zwei Lieder mit mir zusammen geschrieben. Eigentlich schreibe ich alle Songs, dann lade ich die Musiker ein, jedes Lied mit ihrem persönlichen Stil zu prägen – Leute

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Aus dem Album „Wha“

wie unser Gitarrist Cadzow Cossar und unseren früheren Bassspieler Max Stowers. Ich versuche sie dazu zu ermutigen, zu experimentieren und das zu spielen, was sie als passend finden. Dann wählen Mahuia und ich aus, welche Teile wir für den Song nehmen. Ich habe Glück, ich habe viele hervorragende Musiker und Künstler um mich herum. Ich glaube, es ist wichtig, dass sie mir vertrauen und ich ihnen. 360°: Du hast bereits als Kind ab und an in der Gesangsformation Deines Vaters, den Maori Rhythm Boys, auf der Bühne gestanden. Welche Rolle spielte Dein Vater für Deine musikalische Entwicklung? Moana: Eine sehr große! Es gab immer eine Gitarre oder Ukulele im Haus und auch jetzt noch – er ist fast 80 – nimmt er jede Stunde mindestens einmal ein Instrument in die Hand und spielt. Er hat immer sehr viel Wert auf die gesangliche Harmonie und auf die Melodie gelegt. Er und seine Brüder waren großartige Künstler bei unseren Familien- und Stammesfeiern und sie wurden unsere Vorbilder. 360°: Offensichtlich entstammst Du einer sehr musikalischen Familie. Neben Dir steht auch Deine Schwester Trina bei Moana & The Tribe mit auf der Bühne. Wie wichtig sind für Dich die familiären Bande, gerade auch in Deinem musikalischen Leben? Moana: In Neuseeland gibt es ein Wort für Familie – whanau – und es beschreibt die Großfamilie. Meine Familie ist sehr wichtig für mich und es ist toll, dass Trina in der Welt als führendes Mitglied in der Band

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Moana & The Tribe

herumreist, nicht nur als Musikerin, sondern auch als Mitglied im Management. Oft kommt auch mein Mann Toby Mills mit auf die Tour. Er produziert und gibt Video­ filme heraus, die bei der Performance im Hintergrund laufen, aber zurzeit arbeitet er an einer Dokumentation, sodass er nicht mit der Band reisen kann. Weiterhin ist meine beste Freundin Amiria für mich, wie auch für Trina, wie eine Schwester, aber sie konnte die Tour leider nicht mitmachen. Die Familie ist sehr wichtig und für uns umfasst whanau auch die Bandmitglieder und unser Managementteam – die de Sully-Familie – und unsere Freunde zuhause, also sind wir immer von positiver Energie umgeben! 360°: Dein Sohn ist mittlerweile 17 Jahre alt. Wie steht er zu Deiner Musik? Moana: Er ist ein großartiger Kritiker, besonders da seine Lieblingsband die Red Hot Chili Peppers sind und er einen rockigeren Geschmack als ich hat. Er hat die neueste Besetzung der Band noch nicht gesehen, weil er minderjährig ist und nicht zu den Auftritten gehen durfte, die wir gemacht haben, aber sein Lieblingssong ist Te Apo. Und er sagt es mir offen, wenn ich falsch singe! 360°: Beeinflusst er auch Deine Musik? Moana: Wir haben die Angewohnheit, zusammen auf meinem Bett zu sitzen und er surft in YouTube herum. Er zeigt mir seine Lieblingsbands und -sänger, was ich sehr gern mag. Manche der Künstler, die er toll findet, mag ich gar nicht, zum Beispiel die Killers, aber manche finde ich ganz gut. Er liebt Kanye West, seine Politik und seine Musik, und er spielt sie mir auf meinen iPod. Ich zeige ihm Künstler wie Chaka Kahn und Aretha Franklin, die Sängerinnen wie Beyonce immer noch in den Schatten stellen können, aber die Kinder heutzutage kennen diese großen Soul-Superstars gar nicht mehr. Ich kann ihn meine Lieblingssänger zeigen, die ich hatte, als ich jünger war; ich glaube, bei unserem letzten Treffen habe ich ihn Style Council und Chaka Khan hören lassen.

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360°: Zum Abschluss eine Frage, die eigentlich nichts mit Eurer Musik zu tun hat. Die Leser unseres neuen Magazins 360° Neuseeland sind fast ausnahmslos begeisterte Neuseeland-Fans und stellen sich ­ natürlich die Frage, welche Plätze in Neuseeland sie besuchen sollen. Gibt es für Dich in Neuseeland einen „Lieblingsplatz?“ Und: Was ist für Dich das Besondere an Neuseeland? Moana: Wie ich schon sagte, es sind die Menschen, die so besonders sind, sodass ich Orte mit den Menschen verbinde, mit denen ich dort schöne Zeiten verbringe. Lake Taupo ist etwas besonderes, da meine Familie dort lebt und ich von dort stamme; das ist auch der Platz, wo wir unsere Ferien verbringen. Wir haben auch Freunde in Muriwai, die dort ein Haus fast im Urwald und einen Privatstrand haben. Wanui Beach in Gisborne ist auch immer ein Lieblingsplatz gewesen. Er ist so weit und voller Energie und doch manchmal menschenleer. Ich glaube, Neuseeland ist ein sehr schönes Land, weil es sowohl die tropische Üppigkeit in den Wäldern bietet als auch die majestätischen Berge, zu denen die Maori eine besondere Beziehung haben – und weil es von den schönsten Stränden umgeben ist. Was Neuseeland so besonders macht? Obwohl wir wie andere Länder eine Menge Probleme haben und wir Maori immer noch um unseren rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft kämpfen, glaube ich, dass die ­Menschen ziemlich cool sind. Es ist ein lockerer ­Lebensstil, die Menschen legen Wert auf ihre Gesundheit. Sport und Erholung haben einen hohen Stellenwert in Neuseeland und die meisten Familien haben ein gutes Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Das ist ein großer Unterschied zu Deutschland, so wie ich das sehe, da die Deutschen viel arbeiten, aber die Balance zwischen Arbeit und Freizeit nicht finden können. Neuseeländer haben auch eine geistige Verbundenheit mit dem Land und dem Meer, nicht nur die Maori, sondern alle. Und das kann dazu beitragen, uns als ein Volk zu sehen. 360°: Danke für das Gespräch! (Das Interview führte Andreas Walter)

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um Bevölkerungswachst in Neuseeland wächst

Neuseeland Die Bevölkerung in ht mehr so stark wie weiter, wenn auch nic ren, so ein Bericht in den vergangenen Jah aland. Von Juli 2007 von Statistics New Ze die Bevölkerung in bis Juni 2008 wuchs 40.300 Personen auf Neuseeland um ca. Das Wachstum von 4.268.600 Einwohner. ch erwartet worden etwa 1 Prozent war au unter dem Zuwachs und liegt etwa 3.500 des Vorjahres. °

Auckland: Stadt der Unternehmer in der OECD Laut einer Studie des Global Entrepreneurship Monitor ist Auckland innerhalb der OECD die Stadt mit dem höchsten Unternehmeranteil. 13,5 Prozent der Einwohner von Auckland werden als Unternehmer bezeichnet. An zweiter Stelle liegt Vancouver mit 11,8 Prozent, gefolgt von Melbourne, Los Angeles und New York. Den geringsten Anteil an Unternehmern haben die Städte Tokio (1,8 Prozent) und Mailand (3,3 Prozent). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Aucklands Unternehmer selten mit innovativen Ideen an den Markt gehen, sondern eher Unternehmen gründen bzw. inne haben, die bereits bekannte Produkte oder Dienstleistungen anbieten. °

Durchschnittseinkommen in Neuseeland Nach einer Analyse von Trade Me Jobs ist das Durchschnittseinkommen in Neuseeland im ersten Halbjahr 2008 um 3,7 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal 2007 gestiegen. Die Statistik, basierend auf 73.000 Jobangeboten zwischen Januar und Juni, zeigt auch eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt.

Die Bevölkerung in Neuseeland wächst k ontinuierlich

Arbeitslosenquote in Neuseeland gestiegen Im zweiten Quartal ist die Arbeitslosenquote in Neuseeland auf 3,9 Prozent gestiegen. Dies berichtete Statis­ tics New Zealand. Insbesondere bei Männern stieg die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent, während der Anstieg bei Frauen mit 0,1 Prozentpunkten auf jetzt 4,0 Prozent deutlich niedriger ausfiel. Trotz der höheren Arbeitslosenquote ist die Anzahl der beschäftigten Personen im gleichen Zeitraum um 26.000 oder 1,2 Prozent auf den zweithöchsten jemals gemessenen Stand gestiegen. °

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Laut Jimmy Mc Gee, „Trade Me Jobs”-Manager, sind die Löhne für ungelernte Kräfte kaum gestiegen, wohingegen die Einkommen der Arbeitskräfte mit mittlerem Einkommen und die der höher qualifizierten Kräfte überproportional zu den Durchschnittseinkommen ansteigen. Vor allem Berufe in der IT-Branche werden mit im Schnitt 101.000 bis 115.000 NZ$ gut bezahlt, Berufe in der Gastronomie bilden das Schlusslicht mit 28.831 bis 30.296 NZ$. Wellington und Auckland sind die Regionen, in denen am meisten verdient wird. °

Freihandelsvereinbarung zwischen China und Neuseeland ab Oktober in Kraft Das chinesische Handelsministerium hat bekannt gegeben, dass am 1. Oktober dieses Jahres eine Freihandelsvereinbarung zwischen China und Neuseeland offiziell in Kraft treten wird. Dabei handelt es sich um die erste Freihandelsvereinbarung zwischen China und einem In­dustriestaat. Meldungen des Handelsministeriums zufolge werden beide Seiten die Zölle senken, den Dienstleistungs- und Handelsmarkt ­öffnen, den Austausch verstärken sowie bilaterale Investitionen schützen und fördern. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in den Bereichen Zoll, Quarantäne und geistiges Eigentum verstärkt ­werden. °

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Business News

Asiatischer Bevölkerungsanteil wird bis 2026 Maori-Anteil erreichen Nach einer Meldung von Radio New Zealand wird der asiatische Bevölkerungsanteil in den nächsten 20 Jahren fast den Anteil der Maori erreichen. Basierend auf einer Statistik aus dem Jahr 2006 werden die etwa 27 asiatisch-stämmigen ethnischen Gruppen von 404.000 auf etwa 718.000 Personen wachsen. Für die Maori wird für den gleichen Zeitraum ein Wachstum von 624.000 auf 818.000 Personen vorausgesagt. 42 Prozent der asiatischen Bevölkerung stammen derzeit aus China, etwa 30 Prozent aus Indien. °

Milchexport-Weltmeister Neuseeland Neuseeland ist Weltmeister beim Export verschiedener Milchprodukte. Das Land ist zwar nur der achtgrößte Milchproduzent der Welt, aber rund 95 Prozent der verarbeiteten Milchprodukte werden exportiert. Das macht das Land neben der EU zum größten Anbieter von Milchprodukten weltweit. Wichtigste Märkte sind die EU, Südostasien und Lateinamerika. Rund 4,2 Millionen Milchkühe haben in der Saison 2007/08 knapp 15 Millionen Tonnen Milch gegeben. Neuseelands Milchproduktion basiert auf einer saisonalen hochproduktiven Weidewirtschaft. °

Handelsbilanzdefizit in Neuseeland weitet sich aus Das Handelsbilanzdefizit in Neuseeland hat sich im vergangenen Quartal deutlich ausgeweitet; es stieg von 861 Mio. NZ$ im ersten Quartal 2008 auf 1,9 Mrd. NZ$ im zweiten Quartal. Begründet liegt der Anstieg des Defizits zum einen in der Erhöhung der Ölpreise und zum anderen in einem Rückgang des Exports von Milchprodukten. Die Importe stiegen um 8,5 Prozent auf 12,1 Mrd. NZ$ während die Exporte um 0,5 Prozent auf 10,3 Mrd. NZ$ zurückgingen. °

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Maori

Die Geschichte eines Seefahrervolkes Die allgemeine Auffassung über die großen Entdecker der Geschichte reflektiert einen sehr westlichen Standpunkt. Wer kennt sie nicht? Christopher Columbus, Ferdinand Magellan oder Kapitän James Cook waren alle sehr berühmte Entdecker. Aber wer kennt eigentlich Kupe, Hotu Matu’a oder Mo’ikeha? Drei legendäre polynesische Entdecker, die schon 1000 n. Chr. weit entfernte Inseln wie Neuseeland, die Osterinseln und Hawaii bereist haben.

tigen Katamarane. Die Holzteile waren mit Kokosfasern zusammengebunden und hielten großen Belastungen stand. Große Doppelrumpfboote erreichten eine Länge von fünfundzwanzig bis dreißig Meter. Zum Zwecke einer Neubesiedlung waren die Boote mit bis zu zwanzig Leuten besetzt, welche Reisevorräte, Werkzeuge, Saatgut und Nutztiere mit sich führten. Die Kunst der Navigation zu lernen war bei den Polynesiern von Kindesalter an Pflicht. Sie konnten anhand der Beobachtung von Sonne, Mond und Sterne ihre Position bestimmen und so über weite Strecken fehlerfrei navigieren. Die Polynesier besiedelten ungefähr 1300 v. Chr. von Südostasien aus die Fidschi-Inseln. Um ca. 1000 v. Chr. erreichten sie Tonga, Samoa und später sogar die weiter östlich gelegenen Inseln Tahiti und die Cook Inseln. Die Osterinsel und Hawaii wurden vermutlich 600 n. Chr. besiedelt. Erst Jahrhunderte später kam es dann um 1300 n. Chr. zu der ersten Besiedlung Neuseelands.

Von Generation zu Generation weitergegeben

–e Die Maori

volk in Seefahrer

Die Tradition der Maori erzählt über die Ankunft und Besiedlung des Landes. Diese Geschichten wurden ­Jahrhunderte lang von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. In diesen Legenden wird vom großen Navigator Kupe erzählt, der um 950 n. Chr. Neuseeland entdeckte und seinen Landsmännern davon berichtete. Er nannte das Land „Aotearoa“. Das Land der weißen Wolke.

Als die Europäer Jahrhunderte später über den Pazifik segelten, waren sie sehr überrascht, bewohnte Inseln aufzufinden. Außerdem hatten die Inselbewohner keinerlei Metall, um widerstandsfähige Schiffe zu bauen oder Navigationsinstrumente zum Segeln. Woher kamen diese Menschen und wie konnten sie ohne diese Hilfsmittel so weit entfernte Inseln erreichen? Viele Forscher haben sich in den letzten paar hundert Jahren schon den Kopf darüber zerbrochen.

Abstammung von den Polynesiern Es gibt viele verschiedene Theorien darüber. Die am weitesten verbreitete ist, dass das Volk der Polynesier aus Südostasien stammt. Vor 3.500 Jahren haben sie begonnen zu expandieren und segelten mit kleinen aus Holz gebauten, aber trotzdem hochseetauglichen Booten ohne Navigationsinstrumente in den Pazifik. Sie verwendeten dazu Doppelrumpfboote, die Vorgänger der heu-

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Historisches Waka in Buried Village, Rotorua

Die Legende besagt, dass sich erst 200 Jahre später, die sogenannte „Große Flotte“, bestehend aus sieben

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Maori

großen Kanus („Waka“) aufmachte um Aotearoa (Neuseeland) zu besiedeln. Die Maori können ihre Abstammung bis zur Ankunft der „Großen Flotte“ zurückverfolgen. Das Wort „Waka“ bedeutet soviel wie „Kanu“ oder „Abstammende der Kanus“. Dies kommt ganz auf den Kontext an. Die Seeleute von jedem der „großen“ Kanus teilten sich in verschiedene Stämme auf. Als die Zahl der Stämme wuchs und sich über das Land der weißen Wolke verteilten, bildete sich eine komplexe soziale Struktur mit Stämmen („Iwi“), Unterstämmen („Hapu“) und erweiterten Familienmitgliedern („Whanau“). Soweit die Legende. Der erste Landgang wurde wahrscheinlich auf der Südinsel gemacht, dies waren jedoch eher kleine Entdeckungstouren. Die wirklich ersten Siedlungen der Maoris waren auf der Ostküste der Nordinsel zu finden. Viele davon lagen direkt an einem Fluss, um einen leichten Zugang zum Süßwasser zu haben.

Besiedelung: Von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern In dieser frühen Phase der Besiedlung war das Leben der Maori geprägt von Fischen, Jagen und Sammeln. Zu dieser Zeit war Neuseeland sehr reich an verschiedenen Pflanzen und Tieren. Zum Beispiel gab es einige Arten des heute ausgestorbenen flugunfähigen Moa. Diese Vögel konnten bis zu 3,7 Meter hoch werden und wogen circa 200 Kilogramm. Er wurde von den Maori bevorzugt gejagt, da er sehr einfach zu fangen war und mit dem Fleisch viele Leute satt wurden. Aus den Federn konnten sie Kleider und Schmuck herstellen und die Eier dienten ebenfalls als Nahrung.

die Maori ihre Nahrung umstellen und eine einfache Art der Landwirtschaft betreiben. Sie bauten eine Süßkartoffelart („Kumara“) an, die sie aus der „alten“ Heimat mitgebracht hatten. Dies führte wiederum dazu, dass mehr Ackerland zum Anbauen der Kartoffel benötigt wurde.

Stämme bekriegen sich Da sich die Familien mittlerweile zu kleinen Stämmen zusammengeschlossen hatten, führte der Streit um das Ackerland zu verschiedenen Stammeskriegen. Die einzelnen Maoristämme passten sich schnell dieser Situation an und bauten Schutzgräben, Palisaden und Wachtürme rund um ihre Dörfer („Pa“) auf. Bei den Maori war der Kannibalismus weit verbreitet. Allerdings aßen sie nur ihre Feinde, die nach einer Schlacht eingesammelt wurden. Den Köpfen der getöteten Häuptlinge wurde das Gehirn entfernt, welches die Maori ebenfalls verzehrten. Dann trockneten sie die Köpfe mit einem speziellen Verfahren und konservierten diese so. Die Häupter wurden dann im Dorf zur Schau gestellt. Aus den Knochen der Toten fertigten sie verschiedene Werkzeuge wie zum Beispiel Messer, Speerspitzen oder Pfeilspitzen.

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Die Zahl der Menschen stieg dramatisch an und als der Moa durch die exzessive Jagd ausgerottet war, gab es nicht mehr genug zu Essen. Darum mussten

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Die kunsthandwerklichen Fähigkeiten der Maori waren ebenfalls sehr beachtlich. Aus Rinder-, Wal- oder anderen Knochen wurden verschiedenste Schmuckgegenstände (Schnitzereien), hergestellt. Holz war ebenfalls ein beliebter Rohstoff für Schnitzereien, die verschiedene Gottheiten, Tiere oder Symbole darstellten. Für all

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Maori diese Kunstobjekte konnten die Maori keine Metallwerkzeuge verwenden, da sie die Kunst der Metallherstellung noch nicht kannten. Die Maori hatten nur Stein, mit dem sie den Knochen oder das Holz bearbeiteten.

„Mana“ bestimmt die soziale Stellung Die soziale Struktur der Maori war in eine strikte Hierarchie gegliedert. Die verschiedenen Unterstämme („Hapu“) hatten alle ihren eigenen Häuptling („Ariki“). Der allgemeine Glauben war es, dass die Häuptlinge das sogenannte „Mana“ ihrer Ahnen in sich haben. Umso mehr Mana jemand besitzt, desto höher ist sein Rang in der Gesellschaft. Mana kann angeboren sein, oder man erwirbt es durch seine guten Taten in der Gemeinschaft. Der zentrale Punkt im Leben der Maori in den Dörfern war das „Marae“. Für die Maori ist dieser Ort ein Platz, an dem die Ahnengeister der Maori leben. In den Maraes werden alle religiösen Zeremonien der Maori abgehalten und bilden heute immer noch einen zentralen Gemeinschaftstreffpunkt der Maori.

Einschneidene Veränderungen: Ankunft der Europäer In den paar Jahrhunderten, in denen die Maori Neu­ seeland besiedelten und die Europäer das Land noch nicht entdeckt hatten, verursachten die Maori riesige Veränderungen im Ökosystem der Insel. Dies führte zur zahlreichen Ausrottung von verschiedenen Tierund ­Pflanzenarten. Durch die Landwirtschaft der Maori wurden 40 Prozent der östlichen Wälder vernichtet, bevor die Europäer („Pakeha“) die Insel erreichten. Die nächste große Veränderung im Leben der Maori kam, als die Europäer 1642 „Neuseeland“ entdeckten. Der erste Europäer, der seinen Fuß auf Neuseeland setzte, war Abel Tasman, ein niederländischer Seefahrer. Im Jahr 1769 kam es zur „Neu-Entdeckung“ durch James Cook. Erst einige Dekaden später startete langsam die Kolo­ nialisierung Neuseelands durch Großbritannien, anfangs noch durch Walfänger und Robbenfänger, die in kleinen Küstenstädten mit ihrer Ware handelten. Die Missionierung begann und hatte einen großen Einfluss auf die Kultur der Maori. Um der neuen Gesellschaft gerecht zu werden, wurden die Maori in Missionierungsschulen gesteckt. Das Ziel

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der Missionare war es, die Maori so schnell wie möglich zum Christentum zu bekehren. Dadurch verloren viele Maori den Bezug zu ihrer Herkunft und der Tradition. Die größten Ansiedlungen der Europäer waren anfangs in der „Bay of Islands“ konzentriert. Die Stadt „Kororaketa“, heute Russell, war bekannt als das Höllenloch des Pazifiks. Dort gab es einen großen Hafen mit Walstation. Die Stadt war voll von Schurken, Mördern und Dieben. Die erste Polizeieinheit Neuseelands wurde dort gegründet, um dem Verbrechen Einhalt zu gebieten. Die Strafen reichten von Teeren und Federn bis zum Hängen. Trotzdem konnte man das Verbrechen kaum eindämmen.

Neuseeland wird britisch Im August 1839 sendete die britische Regierung Kapitän William Hobson als Konsul nach Neuseeland, um das Land zum britischen Imperium zu erklären. Sein Ziel war es, ein Abkommen zwischen den Maori-Häuptlingen und den Briten zu treffen, um die Herrschaft über Neuseeland den Briten zu überlassen. Die britische Regierung war sehr bemüht das Land an sich zu reißen, um die un­sichere Lage in Neuseeland zu stabilisieren. Das Abkommen wurde am 6. Februar 1840 bei einer großen Zusammenkunft der meisten Maori Häuptlinge in Waitangi (Bay of Islands) unterschrieben. Im Mai 1840 erklärte Hobson die britische Herrschaft über Neuseeland. (Einen Bericht über den Vertrag von Waitangi lesen Sie in Ausgabe 02/2009).

Das Leben der Maori heute In den letzten 200 Jahren hat sich einiges geändert. Heute haben die Maori ihre eigene Fernsehstation und unzählige Radiosender, um ihre Kultur und Sprache am Leben zu erhalten. In jeder Stadt befindet sich ein „Marae“, wo sich die Maori der Umgebung zu Zeremonien und ähnlichem treffen. Neuseeland ist heut­zutage zweisprachig, d. h. es muss alles in Englisch und Maori beschrieben werden. Die Kinder, sowohl Weiße als auch Maori, lernen die Sprache der Maori in der Schule. Dennoch gibt es noch immer soziale Unterschiede. Maori verdienen im Durchschnitt weniger als die „weiße“ Bevölkerung. Die hoch bezahlten und lukrativen Jobs haben die Weißen. Es gibt noch viel zu tun, um die Missstände zu beheben, aber im Vergleich zu anderen Eingeborenenvölkern sind die Maori sehr gut integriert. ° (Gernot Müller)

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People

Doreen Blumhardt – Lehrerin und Töpferin Wer schon einmal „Windy Wellington“ besucht hat, war mit Sicherheit auf Mount Victoria, von dem aus man einen wunderschönen Ausblick über den Hafen, die Innenstadt und die umliegenden Berge hat. Dort oben steht majestisch ein Memorial zur Erinnerung an R. E. Byrd: dem Südpolarforscher gelang im November 1929 die erste Umrundung des Südpols. 1962 zum ersten Mal erbaut, wurde es 1993 umgestaltet. Seitdem ist das Memorial mit ca. 2.500 Kacheln bestückt, deren Gesamtbild die Südpolarlichter darstellen – die Künstlerin: Doreen Blumhardt, damals 79, heute 94 Jahre alt. „I used a Japanese flute to blow the glaze over the tiles to create the effect I wanted when a commercial sprayer wouldn‘t work.“ sagt sie.

Kindheit Aber von Anfang an: Doreens Großvater wanderte 1895 aus Deutschland aus. Nach dem Tod seines Vaters und einem Streit mit dem ältesten Bruder, immigrierten zunächst er und Dr. Vera Doreen Blumhardt, November 2005 seine fünf ältesten Kinder; seine Frau und die anderen fünf Kinder sollten folgen. Sobald er genug Geld hatte, erlaubte er seinen Söhnen nach Deutschland zu reisen, um eine Frau zu finden. So traf Doreens Vater 1907 nur in allerletzter Minute Doreens Mutter. Diese war es gewohnt in Theater, Oper und Kunstmuseen zu gehen – nun fand sie sich auf einer Farm im Norden Aucklands wieder. Eine harte Zeit begann. Als jüngstes von drei Kindern wuchs Doreen auf dem Land auf – drei Tage die Woche besuchte sie die Schule, vier Tage half sie auf dem Hof. Die frühe körperlich anstrengende Arbeit sah Doreen als förderlich für ihre spätere Karriere als Töpferin, denn sie lernte, mit ihren Händen umzugehen.

Entdecktes Talent 1929 fiel die Farm der Depression zum Opfer und die Blumhardts zogen nach Whangarei. Hier besuchten die Kinder die weiterführende Schule, wo Doreens Talent im Zeichnen entdeckt wurde. Als Tante Eleonore (eine der fünf ersten Geschwister, die immigriert waren – und deren Wasserfarbbilder noch heute im Auckland-Museum hängen) davon erfuhr, bot sie ihr an, nach Christchurch

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zu kommen. Dort konnte Doreen an der Art School und später am Teacher‘s College studieren. Gegen Ende ihres Studiums 1938 veranlasste der „Director of Education“, dass drei ausgebildete Kunst-Lehrerinnen durch das Land zogen, um Kindern alle Künste beizubringen. Doreen war eine von ihnen. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, musste sie zurück ans Teacher‘s College. Abends arbeitete sie für das Rehabilitierungsprogramm der zurückkehrenden Soldaten und lehrte sie auch die Kunst des Töpferns. Doch ihr deutscher Ursprung lastete schwer. Erst viel später verarbeitete die damals 25-jährige Doreen ihre Erfahrungen in einem Beitrag zur DVD „What Mum’s never told us about WW II“: „I was a New Zealander born and bred and here I was treated like a foreigner. The main thing was, they insisted that our father influenced us against the British. It was incredible. You had no answer. You didn‘t know how to answer. What could you say?“ 1942 bekam sie die Möglichkeit in Wellington mit Schulkindern zu „experimentieren“, die Kinder sollten die Möglichkeit bekommen, sich frei zu entfalten. Nichts war vorhanden und so mussten Fabriken überzeugt ­werden, günstige Farben zu produzieren, Staffeleien gebastelt werden etc. Das Projekt war von Erfolg gekrönt und so gab Doreen 1944 / 45 Kurse für andere LehrerInnen. Seitdem wohnte und arbeitete Doreen in Wellington.

Unesco-Botschafterin 1949 wurde Doreen ausgewählt, Neuseeland bei der Unesco-Konferenz in Paris zu vertreten. Im gleichen Jahr fand in Deutschland eine Veranstaltung zum Thema „Kunst von Kindern“ statt, die Doreen dazu veranlasste, ihre deutsche Herkunft genauer zu erforschen. Sie wurde gebeten, bei einer Konferenz in Fulda zu sprechen, wo ihr Vortrag den Drang weckte, auch in Deutschland mehr für den Kunstunterricht zu tun. Ebenso erging es ihr in England und Österreich. Eine weitere UnescoKonferenz in Paris und Galerien-Besuche in London folgten, bevor sie an Bord der Queen Mary über New York zurückreiste.

Wellington Teacher’s College Ende 1951, ein halbes Jahr nach ihrer Rückkehr, wurde Doreen Direktorin am Wellington Teacher’s College, ein außergewöhnlicher Posten für eine Frau, zumal es 14

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People männliche Mitbewerber gab. Sie behielt die Position 21 Jahre und hatte Zeit und Möglichkeit, mit Kunsterziehung zu experimentieren. Dazu zählten Musik, Tanz, Dichtung, Handwerk, Theater und Sport. Es referierten Sänger, Pianisten und Dichter genauso wie Richter oder Ministerpräsidenten. Stu­denten wurden dafür bezahlt, zu studieren und Doreen sah sich als eine von ihnen. „I believe a person who is working herself is a much better teacher“ sagte sie und widmete sich auch in der Freizeit der Kunst. In den 1950er-Jahren florierte die Töpferei in Neuseeland und Doreen baute den ersten Steinofen für das College. Sie verwendete ­ beispielsweise den Schlauch eines ­ Staub­saugers, um Diesel in den Ofen zu leiten. Baukosten: Ein Dollar. 1957 fand die erste Töpferausstellung statt. 15 Pioniere wurden 5 0 0 2 , ­präsentiert – unter ihnen Blumenvase Doreen.

Japan-Reisen In den 1960er-Jahren reiste Doreen viel – meist nach Japan mit dem Fokus, sich über Töpferei, Keramik und Porzellan auszutauschen. Sie reiste alleine mit nur ca. 100 Wörtern Japanisch und war oft in kleinen Orten die einzige Weiße. Sie faszinierte dabei, wie Menschen ­versuchen, zu kommunizieren. In den Städten traf sie sich mit Persönlichkeiten der damaligen Zeit und anderen, internationalen Töpfern. Unter ihnen die Professorin für Keramik an der Universität von Kalifornien, Martha Longenecker, und der englische Töpfer John Cahpple. Dieser brachte sie auf dem Rücksitz seines Motorrads durch ganz Japan von Töpfer zu ­ Töpfer. Seit diesem ­Zeitpunkt bestand ein reger Austausch zwischen den beiden Ländern. 1969 flog Doreen ein ­weiteres Mal nach Japan, diesmal um in Osaka bei der Weltaus­ stellung Expo ­ Neuseeland zu Doreens repräsentieren. Einige von 988 – 1995 Werken, 1

Ruhestand? 1972 ging Doreen in den Ruhestand – in einem Alter, wo manchen Menschen der Sinn des Lebens verlo-

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ren geht, begann es für Doreen. Nun konnte sie sich auf private Reisen durch Europa, dem Nahen Osten und Asien begeben sowie repräsentative Aufgaben übernehmen: 1976 wurde sie zum Vizepräsident der „New Zealand Academy of Fine Art Council“ gewählt – was sie 14 Jahre lang blieb. Sie repräsentierte Neuseeland in Kioto („International Conference des World Crafts Council“) und Mexiko („Queen Elisabeth II Arts Council“). Sie schrieb Bücher, organisierte Seminare von in- und ­ausländischen Berühmtheiten und widmete sich ganz der Töpferei. In den 1980er-Jahren arbeitete Doreen viel auf Anfrage – seit das Department of Foreign Affairs 1970 eines ihrer Kunstwerke als Geschenk an die Queen überreichte, waren ihre Werke bei Diplomaten und berühmten ­Persönlichkeiten sehr gefragt. Sie verbrachte tageweise in ihrer Werkstatt und blieb ihrem Motto treu. „I try never to leave today’s mess for tomorrow. It is important in life to clean up physically and mentally to be able to make progress with fresh ideas.” An den Wochen­enden gab sie weiterhin Workshops, hielt Seminare und empfing Freunde und Berühmtheiten in ihrem Haus. Sie ist und bleibt bodenständig, legte sich mit 80 Jahren einen PC zu und steht zu der Ansicht, dass die Töpferei ein Handwerk ist, das zur Kunst wird – Kunst zu produzieren, um sich im Erfolg zu sonnen, kommt für sie nicht in Frage. Auch nicht das Kopieren von anderen – sie holt sich ihre Inspiration meist aus der Natur. „I love what the rocks reveal – nature is just amazing.“ Für ihren Einsatz wurde Doreen oft geehrt. 1980 als CBE („Commanders of the Order of the British Empire“), 1991 als Ehrendoktor der Victoria University und 2003 als „Distinguished Companion of the New Zealand Order of Merit” (DCNZM). 2006 dann die höchste Ehre ­Neuseelands: die Aufnahme in „the Order of New ­Zealand“ (ONZ). Doch als Früchte ihrer Arbeit sieht sie die Ehrungen nie. Vielmehr schwärmt sie von den blitzenden Kinderaugen, wenn sie dreckverschmiert beim Basteln und ­ Werken saßen. Als logische Konsequenz für ihren Einsatz für Neusee­ lands Kunst gründete sie 2004 die Blumhardt ­Foun­dation (www.blumhardt.org.nz). Zusammen mit der Galerie „The Dowse“ in Lower Hutt eröffnete Doreen an ihrem 93. Geburtstag im März 2007 die sogenannte „Blumhardt Gallery“, eine der besten Adressen für dekorative Kunst in Neuseeland. Doch die Stiftung ist mehr als das: „The

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People Blumhardt Foundationis the outcome of a long-held dream of mine – to ensure that New Zealand’s rich tradition of applied arts is celebrated, cherished and nourished. The Foundation Chistian Sc aims to work with others ience Chu rch, Well Wand aus K ington eramikka to assemble and preserve cheln, 19 83, rich collections of the very best examples and to build inno-vative programs of engagement, education and participation around them”. Wer in Wellington ihre Kunst besichtigen möchte, kommt am „The Dowse“ nicht vorbei – doch auch in vielen privaten Gärten finden sich ihre Werke. Im Eingangsbereich der Christian Science Church in der Willis Street kann jeder eine aus 40 Kacheln ­ bestehende Wand besuchen, über die Tag für Tag Wasser fließt.

Wer nicht nach Wellington reisen möchte, um ihre Kunst zu bewundern, kann dies zum Beispiel im „Victoria and Albert Museum“ in London oder im „Museo Gaccia“ in der Schweiz tun. Dr. Doreen Blumhardt, ONZ, DCNZM, CBE, arbeitet seit mehr als 70 Jahren als Töpferin und Lehrerin. Sie wird als Pionierin der Kunsterziehung und als führende neuseeländische Künstlerin bezeichnet. Bis heute hält Doreen repräsentative Aufgaben inne. Nicht nur eine herausragende Künstlerin, sondern in jeder Hinsicht eine wahre Inspiration. ° (Sabine Braunegger)

Bücher von Doreen Blumhardt: „New Zealand Potters – their Work and Words“, 1976; „Craft New Zealand“, 1982. Weitere Informationen zu den Auszeichnungen: www.dpmc.govt.nz/honours/index.htm

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Neuseeland – auf eigene Faust! Der außergewöhnliche Reiseführer auf DVD - Nord- und Südinsel - Landschaft und Abenteuer - die schönsten Strände - viele Tipps und Infos - einfach mitreisen und miterleben DVD’s erhältlich auf:

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Website

New Zealand Tramper: www.tramper.co.nz

Rating aufgelistet und in verschiedene Kategorien eingeteilt. Zu jedem „Place“ und zu jeder „Hut“ kann man einen Kommentar abgeben. Unter „Tracks“ besteht die Möglichkeit, die Tracks nach verschiedenen Schwierigkeitsgraden („easy“ bis „hard“), der Dauer des Tracks („half day or less“ bis „more than seven days“) und der Lokalität auszuwählen. Der „Te Araroe Trail“ wird in mehreren Abschnitten und Karten übersichtlich dargestellt, die „Longest Tracks“ sowie die „Great Walks“ vorgestellt. Alles sehr anschaulich mit Bildern. Eine Foto-„Ecke“ mit Bildern auch von Mitgliedern der Site sowie eine „Hut Gallery“ zeigen die Schönheiten der Wanderungen. Besonders einfach ist auch auf der „Home“-Seite die Handhabung der Karte – man klickt auf die Region und die Tracks und Huts der näheren Umgebung werden aufgelistet.

Wandern und Trekking bedeutet für viele NeuseelandUrlauber, das Land erst richtig erleben zu können. Wer sich auf seine Touren ausgiebig vorbereiten möchte und Erfahrungsberichte von Wanderern sucht, der ist auf der Seite von New Zealand Tramper gut aufgehoben. Hier findet sich zum einen eine umfangreiche Datenbank zum Thema Wandern in Neuseeland. Eine Vielzahl von privat aufgenommenen Bildern dokumentieren die beschriebenen Wanderstrecken. Insgesamt besticht die Website New Zealand Tramper durch die übersichtliche Anordnung der einzelnen Kategorien. In der ersten Kategorie „Starting Out“ werden grundlegende Fragen beantwortet, allgemeine Informationen über Neuseeland gegeben, die verschiedenen Schwierigkeitsgrade der Tracks erklärt sowie Kartenmaterial empfohlen. Weiter in der Taskleiste klickt man auf „Explore“ und bekommt hier zu einer Vielzahl von sehenswerten Orten und Städten („Places“) sowie den Hütten der Tracks („Huts“), kurze Informationen. Diese sind nach einem

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360° Info Die Website www.tramper.co.nz ist eine community-orientierte Seite über das Wandern in Neuseeland. Die Informationen werden von den Mitgliedern der community zur Ver­fügung gestellt und sind nicht offiziell bestätigt. Die registrierten Mitglieder können jederzeit Infos über Tracks, Beiträge, Fotos etc. zur Site hinzufügen. Die Site wurde 1996 von Matthew Walker erstellt und inzwischen fünfmal optisch verbessert.

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Books & Calendars

Wo zum Teufel liegt Herbertville? ... ... diese Frage stellt sich auch der geneigte Leser, wenn er das Buch von Alexander Ehlert erstmals in die Hand nimmt. Man kennt Wellington und Napier, aber ­Herbertville, das zwischen beiden Städten liegt? Um es vorwegzunehmen: Eigentlich ist es egal, dass Herbertville südlich von Napier an der Ostküste der Nordinsel liegt und mit 17 Einwohnern und einem Pub, der am Sonntag und am Mittwoch geöffnet ist, eher nicht auf der Liste der Neuseeland-Reisenden zu finden ist, es sei denn man ist ganz wild auf ein bestimmtes T-Shirt – dazu aber später. Der Titel des Buches ist Programm und zeigt sofort, was es nicht ist: ein Reiseführer, auch wenn Alexander Ehlert in einigen Kapiteln seine Touren mit dem Motorrad durch Neuseeland beschreibt. Aber es ist ein Buch, das man – einmal in die Hand genommen – nicht mehr zur Seite legt, insbesondere wenn man ein bisschen mehr über die Eigenheiten der Neuseeländer erfahren möchte und dem schrägen Humor des Autors nicht abgeneigt gegenüber steht. In 27 Kapiteln erfährt man viel über die Besonderheiten der neuseeländischen Lebensweise und über die Unwägbarkeiten, denen ein 35-jähriger Jurist aus ­Stuttgart ausgesetzt ist, wenn er sich spontan entschließt, an der Victoria University of Wellington ein postgraduierter „Master of Laws“ zu werden. Man schmunzelt über die Erfahrungen bei die Wohnungssuche, lacht herzhaft über die ersten Gehversuche in einer WG mit zwei Frauen und leidet mit ihm, wenn er den Tücken der neuseeländische Bürokratie ausgesetzt ist, insbesondere wenn es um das Thema Immatri­kulation geht. Das Leiden geht weiter, beispielsweise wenn Alexander Ehlert über seine erste Erfahrung mit der „schönsten Tageswanderung der Welt“ – dem Tongariro-Crossing – berichtet. Aber selber Schuld, denkt man: Hätte er sein eigenes Buch schon gelesen, hätte er gewusst, dass, wenn ein Kiwi die Stirn in Falten legt und einen Satz, in dem es im weiteren Verlauf um Wetter und Wanderungen geht, mit „na ja“ beginnt, man besser den Tag in einem Wellnesstempel verbringt und sich nicht dem Tongariro Crossing widmet. So reiht sich eine kuriose Geschichte an die andere und man legt das Buch erst wieder aus der Hand, wenn man die letzte Seite hinter sich gebracht hat. Nicht zuletzt

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erfährt der Leser auch mehr darüber, warum der Schuppen ein wichtiger Bestandteil männlicher Identität in Neuseeland ist, dass kuriose Schilder auch in Neuseeland zum Schmunzeln anregen und den Grund dafür, warum man in Neuseeland zu Ostern in Pubs zum Bier immer etwas zu Essen bestellen muss. Gegen Ende des Buches klärt sich dann auch die Frage, die bereits auf der Titelseite gestellt worden ist. Auf etwas mehr als sechs Seiten beschreibt Alexander Ehlert eine seiner zahlreichen Motorradtouren, die ihn mit seinem tschechischen Freund Martin einmal auch fast bis nach Herbertville brachte und wie er durch ein Unwetter daran gehindert wird, das gewünschte T-Shirt mit dem Aufdruck „Where the f..k is Herbertville“ zu ­erstehen. ° (aw)

Alexander Ehlert Wo zum Teufel liegt Herbertville? – Neuseeland – die Welt von unten gesehen – Kurioses vom anderen Ende der Welt Mana-Verlag, Berlin 196 Seiten, 40 Abb., meist farbig Broschur, 14,80 € ISBN-Nr. 978-3-934031-89-0

Land of the Rings – Editionskalender Neuseeland ist ein Land der Gegensätze. Hier vereinen sich unendlich weite Wälder, mystische Landschaften und Gewässer zu einem einzigartigen Bild. Die unberührte Natur beeindruckt da­bei in ihrer Vielfalt und regt gleichzeitig zum Träumen an. Gegen das Fernweh hilft der großforma­tige Kalender „Land of the Rings“. In zwölf stimmungsvollen Bildern bringt er ein Stück von der Wildnis Neuseelands in jedes Zuhause. Format: 58 x 39 cm. Heye Verlag, 22 €. °

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Pinboard Iwanows Reisehan ki’s dbücher

25 Jahre

Books & Calendars

“Individua lrei die ausfüh sende schätzen rl tischen Reiichen praksetip focus.de ps.”

Lonely Planet „Neuseeland“ – Deutsche Ausgabe

Zuverlässige, unabhängig recherchierte Reiseinfos sind Markenzeichen von Lonely Planet. Der Führer bietet den nötigen Background zur Geschichte des Landes, erklärt aber auch die aktuelle Szene. Der Guide führt zu den Nationalparks, Festivals und ­Wanderwegen abseits der Touristenpfade. Farbfotos machen Lust auf Land und Leute, exakte Karten helfen beim Durchschlagen und ein praktisches Glossar des neusee­ländischen Englisch hilft, wo das Schulenglisch schnell an seine Grenzen stößt. °

Carolyn Bain u.a. Lonely Planet Reiseführer „Neuseeland“ – Deutsche Ausgabe MairDumont Verlag, 1. Aufl. 2007 860 Seiten, teilw. farbl. Abb., 26,50 € ISBN-Nr. 978-3-8297-1576-8

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Von Ulrich Quack 25,95 EUR [D] / 26,70 EUR [A] / 44,30 sFr. UVP ISBN 978-3-933041-64-7

© Foto von Ulrich

Mit dem Lonely Planet „Neuseeland“ – Deutsche Ausgabe können auch deutschsprachige Traveller mit dem Kult­ reiseführer für Individualreisende durchs „Land der langen weißen Wolke“ trecken. Lonely Planet „Neu­seeland“ ist 1:1 das Original der Reisebibel für ­ Backpacker, mit allen Infos zu Sightseeing, Aktivurlaub und Relaxen.

Neu! Bestseller im Iwanowski-Programm in der 12. aktualisierten Auflage! Beschreibung unbekannterer Routen mit vielen praktischen Tipps für Mietwagenund Wohnmobilfahrer; Outdoortipps 572 Seiten mit mehr als 500 Übernachtungsund Restauranttipps; mit Reisekarte

Neue Individual-Reisführer für besondere Ansprüche

Aotearoa – Das Land der langen weißen Wolke Die Fotos für ­ diesen Wandkalender entstan­ den bei einer Reise durch den neusee­län­ dischen Frühling 2007. Sie spiegeln in sehr authentischer Weise die Stimmung der faszinierenden, großartigen und atemberaubenden Landschaften wider. Der Mythos Neuseeland identifiziert sich auch über die Farben seiner Landschaften, die in den Aufnahmen sensibel und realistisch wiedergegeben werden. Grüntöne in vielen Schattierungen und Sättigungsgraden für die Erde sowie Blau- und Grautöne für den Himmel – das sind die Farben Neuseelands. Format: 59 x 42 cm. wp-­photodesignVerlag, 39,80 €. Auch im Mana-Verlag zu beziehen. °

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Events & Public Holidays 20. bis 21. September

4. Oktober

Rally Nelson

The Wild Coaster

Letzte Runde der 2008 Vantage Aluminium New Zealand Rally Championship, Finale der New Zealand Rally Xtreme Cham­p­ionship und vorletzte Runde der Mainland Rally Serie. www.rallynelson.co.nz

Radeln Sie 109 Kilometer entlang der wunderschönen Coast Road mit Blick auf die Tasmanische See von Greymouth nach Westport. www.nelsonevents.co.nz

22. September

10. bis 11. Oktober

Boulevard Day in Ashburton

Akaroa French Festival

Über 100 verschiedenartigste Marktstände laden zum Bummeln ein. www.ashburtondistrict.co.nz/newzealand/eventList/index. cfm/?fuseAction=detail&eventID=94

Akaroa auf der Banks Peninsula wurde 1838 von Franzosen gegründet und vermittelt noch heute französisches Flair. Die Bewohner feiern ein Fest in Rot, Weiß, Blau mit Marktständen, französischem Essen und einem Nachspielen der damaligen Landung der Franzosen. www.frenchfest.co.nz

16. bis 27. Oktober

Dia-Shows

Dia-Show. ke zeigt seine Reinhard Pant r, Ratsaal hr: Königslutte U 0 .0 20 ., kt O .   1 rborn, Uhr: VHS Pade 13. Okt., 19.30 erie Städtische Gal thaus Uhr: Stuhr, Ra 14. Okt., 20.00 n, Bürgerhaus hr: Bad Arolse U 0 .3 19 ., kt O le 16. gen, Römer-Hal Uhr: Sigmarin 18. Okt., 18.00

Nelson Art Festival Theater, Tanz, Musik, Kunst und Familienunterhaltung bestimmen 14 Tage das Leben in der Stadt. www.nelsoncitycouncil.co.nz/artsfestival

25. September bis 5. Oktober Montana World of WearableArt Awards Show (WOW) in Wellington Schon legendär: Die Verbindung von Mensch und Kunst ausgedrückt durch Theater, Tanz, Farben und Bewegung ist 1987 in Nelson entstanden als Promotion für eine dort ansässige Galerie. www.worldofwearableart.com

4. Oktober

18. bis 27. Oktober

Kaikoura Seafest Die unterschiedlichsten Gaumenfreuden – vom Krebs bis zum Wildbret, vom Sauvignon bis zum dunklen Bier – genießt man beim beliebtesten kulinarischen Event der Canterbury Region. www.seafest.co.nz/seafest

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Nelson Art Festival

ASB JazzFest Queenstown Zum 30. Mal: Vom Blues bis zu zeitgenössischen Grooves – für Jazzliebhaber ein Muss. Künstler aus ganz Neuseeland und der ganzen Welt treten auf. www.asbjazzfest.co.nz

17. bis 25. Oktober

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MI DO FR SA SO MO DI

Christchurch MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA Heritage SO MO DI Week MI DO 2008 FR SA SO MO DI

Die 40er-, 50er-, 60er- und 70er-Jahre leben in dieser Woche MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR ­wieder auf: Meilensteine der Popmusik, Musik, der Fahrzeuge SA SO MO DI MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO MI DO FR SA SO MO DI MI DO FR SA SO undMO derDIArchitektur werden gefeiert. www.heritageweek.co.nz MI DO FR SA SO MO DI

MI DO FR SA SO MO DI

MI DO FR SA SO MO DI

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Events & Public Holidays 22. bis 24. Oktober Hawke’s Bay A&P Show

Neuseelandfilm auf Deutschland Tournee

Marktstände bieten vom Traktor bis zum Teelöffel alles, was das Farmerherz begehrt; Familienunterhaltung mit Streichelzoo, Fahrgeschäften und Tierprämierungen. www.hawkesbayshow.co.nz

Die Filmemacher Silke Schranz und Christian Wüstenberg zeigen ihren 2008 entstandenen Film.

23. bis 27. Oktober All Aboard Rail Festival in Fielding, Manawatu Vier Tage werden Fahrten mit dem Dampfzug und dem Schienenbus angeboten, alte Fahrzeuge ausgestellt und rund um den Bahnhof gefeiert. www.allaboard.org.nz

25. bis 26. Oktober National Dutch Festival in Hamilton Gardens Die niederländische Community Neuseelands feiert ihre Herkunft und Kultur mit Tanz und Musik, ausgerichtet von The Netherlands Society Waikato. www.hollandsfestijn2008.org.nz

26. Oktober Gisborne Wine and Food Festival Verschiedene Weingüter stellen ihre Weine vor, Transport ­zwischen allen Schauplätzen des Events ist organisiert. www.gisbornewine.co.nz

28. Oktober bis 13. November FIFA U-17 Women’s World Cup NZ 2008 In mehreren Städten wird die U-17 Fußballweltmeisterschaft der Frauen ausgetragen. Das Eröffnungspiel zwichen Neuseeland und Kanada findet in Auckland statt. Deutschland spielt zum erstem Mal am 29. Oktober – in Christchurch gegen Costa Rica. www.fifa.com/u17womenworldcup/index.html

Frankfurt, 27. Okt., 20.00 Uhr, Naxoshalle Düsseldorf, 29. Okt., 19.00 Uhr, Blackbox (im Filmmuseum) Kassel, 31. Okt., 20.00 Uhr, Kulturfabrik Salzmann Karlsruhe, 3. Nov., 19.30 Uhr, Stephan-Saal Marburg, 9. Nov., 19.30 Uhr, Waggonhalle Dortmund, 10. Nov., 19.30 Uhr, Depot, Theatersaal Bielefeld, 11. Nov., 19.00 Uhr, Ravensberger Park, Murnausaal (VHS) Duisburg, 12. Nov., 20.00 Uhr, Kulturzentrale HundertMeister, Feuerwache 1 e. V. Braunschweig, 13. Nov., 20.00 Uhr, Brunsviga, Großer Saal Hamburg, 16. Nov. 19.30 Uhr, Kulturbühne Bugen­ hagen, Barmbeck Süd Bremen, 19. Nov., 20.00 Uhr, Schlachthof, Kesselhalle Schönhagen bei Kappeln, 21. Nov., 19.30 Uhr, ­Ferienanlage Schönhagen Kiel, 23. Nov., 19.30 Uhr, Die Pumpe Berlin, 24. Nov., 19.00 Uhr, Acud Kino Magdeburg, 25. Nov., 19.30 Uhr, Kulturzentrum Moritzhof Weimar, 26. Nov., 19.30 Uhr, Kulturzentrum Mon ami Würzburg/Dettelbach, 30. Nov., 11.00 Uhr, Cineworld Dettelbach Weitere Infos unter www.comfilm.de

30. Oktober bis 2. November Dunedin Rhododendron Festival 2008 Jedes Jahr im Frühling können die wundervollen Büsche und Blüten bestaunt werden. www.rhododunedin.co.nz

2. bis 9. November Pacific Curling Championships 2008 in Naseby, Maniototo, Central Otago Die besten Curler aus Neuseeland, Australien, Korea, Japan und China ringen um den ersten Platz. Der Sieger des pazifischen Wettbewerbs nimmt an den Weltmeisterschaften der Curler 2009 in Kanada teil. www.curling.co.nz

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Events & Public Holidays 7. bis 16. November

12. bis 16. November

New Zealand Cup and Show Week in Christchurch

Takitimu Festival in der Hawke’s Bay

Die Festwoche, angefüllt mit Pferderennen, Modenschauen, Rodeo und anderen Attraktionen, gibt es seit 1996 und hat bis zu 125.000 Besucher. www.nzcupandshow.co.nz

Internationale Kunst und Kultur mit den Menschen des Takitimu Waka, das sind Menschen aus Aotearoa (Neuseeland), Hawaii, Samoa, Tonga, Tahiti, Rarotonga und Fiji. Über 1.500 Künstler zeigen ihre Werke. www.kahungunu.iwi.nz/index2.html

8. November 2008 bis 11. Januar 2009

16. November

E Tu Ake: Standing Strong in Wellington Zeitgenössische Maori-Austellung im Te Papa Museum. www.tepapa.govt.nz/TePapa/English/WhatsOn/Upcoming­ Exhibitions

Toast Martinborough Gute Weine, Essensstände und Musik sind die Grundlage für ein gelungenes Fest. Weingüter stellen ihre Weine vor, Toprestaurants sorgen für die kulinarischen Genüsse. www.toastmartinborough.co.nz

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B E STE S AU S N E U SE E L AN D


Feedback zur Erstausgabe ich gestern von der Arbeit nach Hause kam, lag »ein Alsgroßes Kuvert auf meinem Küchentisch. Nach einen

einmal möchte »ich Zunächst Ihnen ein großes Lob aussprechen, die erste Ausgabe von 360° Neuseeland ist wirklich toll geworden und es ist schön, so viele Orte, an denen wir selbst schon waren, hier nochmals wieder zu entdecken. Außerdem erfährt man doch noch viele interessante Hintergründe, die einem vorher noch nicht so bekannt waren. Also echt rundum gelungen ;-) 

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Thomas Amann, Stuttgart

en Dank für den Vorab»dru Viel ck! Hab mich sehr darüber

gefreut und werde mit Sicherheit zu euren Stammlesern zählen. Durch Freunde aus NZ hab ich eine spezielle Verbindung zu dem Land und mein Herz verloren. Euer Magazin ist wirklich empfehlenswert! 

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Rieke Pies, Berlin

» 

Wow, ich bin hin und weg von Ihrem M agazin und finde die Idee ei nfach nur großartig. Das hat gefehlt und versüßt de n Neuseeland-Fans in De utschland den Alltag. 

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Indra Ohlemutz,

Hamburg n-

meine 6-Woche de 2007 plane ich »­Cam Sepeit rvaEnn-N ationalparkseuseeland-Südinsel-N

etliche dabei auf und über Budgettour und bin Nun n. ße sto ge onsportale Medien und Informati ckt tde en zin ga e auch Ihr Ma habe ich letzte Woch da n, he rec ssp au Kompliment und möchte Ihnen ein nge Au em ein t ativ und mi es frisch, zeitnah, inform t! fes ht ste t ist. Das Abo zwinkern aufgemach Hamburg Matthias Hinnrichs,

kurzen Blick auf den Absender war mir klar was sich in diesem Umschlag befindet. Also brach leichte Hektik aus. Kaffeemaschine aufdrehen, Kaffee machen, stilles Platzchen im Wohnzimmer suchen, gemütlich machen und Zeitschrift auspacken. Soweit die Theorie. Da leider dieses „durch die Gegend wuseln“ nicht unbemerkt blieb, wurde meine Frau neugierig. Nachdem Sie mitbekommen hatte was sich in besagtem Kuvert befindet wurde es turbulent. Da man als Mann in solchen Situationen sowieso den Kürzeren zieht (Ich habe vor Jahren schon die große Schlacht um die Fernbedienung verloren) hab ich Ihr die Zeitschrift überlassen. :-)) Na ja was soll’s. Wenigstens konnte ich heute beim Frühstück einige Seiten aus Ihrem Magazin lesen und kann Ihnen einfach nur dazu gratulieren. Es ist sehr gut geschrieben, gut durchdacht (kommende Events mit angefügtem Kalender!! Genial.) und enthält doch sehr interessante Tipps und Informationen. Vor allem der Bericht „Immigration Teil 1“ war sehr interessant. Alles in allem ein sehr gutes Magazin. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft mit dieser Zeitschrift!

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Roland Platzer, Wien

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» 

» Ihr neues Magazin gefällt mir wirklich sehr gut – tolle Inhalte und tolles Layout! « Yvonne Maier, Langenscheidt KG, München

Durch den Hinweis im Neuseeland-Ne wsletter de s Neusee­ landhauses bin ich auf das PDF mit der Ers tausgabe g e stoßen: Chapeau! E in überaus e in laden­ des Produk t.  Holger Leu e, Holger Leu e Photogra phy, Haunetal

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Herzlichen Glückwunsch »zu Ihrer Erstausgabe. Ich finde das Magazin sehr ­ gelungen. Interessante Artikel, tolle Bilder und ein sehr schönes, geschmackvolles Design. 

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Christian ­Wüstenberg, comfilm.de, Frankfurt / Main © 360° Neuseeland 06 | 2008

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Abel Tasman National Park

Leser Fotowettbewerb Abel Tasman National Park In jeder Ausgabe von 360° Neu­ seeland gibt es unseren Fotowett­ bewerb, bei dem Sie Fotos aus einer ausgewählten Region oder Stadt einsenden können. Die jeweils zehn bis zwölf schönsten Bilder werden veröffentlicht und ­nehmen an einem Wettbewerb teil, aus dem heraus am Ende des Jahres die zehn schönsten Neuseeland-­Bilder gewählt werden.

01 Daniel Wrede, Hannover

Neben der Fachjury (Redaktion, pro­ fessionelle Fotografen) haben auch Sie als LeserInnen die Möglich­ keit, uns Ihren Favoriten per Mail (redaktion@360grad-medien.de) zu nennen. Aus allen Mails ziehen wir einen Gewinner, der einen attrak­ tiven Buchpreis erhält. Vielen Dank für die vielen Einsen­ dungen zum Abel Tasman Natio­ nal Park! Leider können wir nicht alle Fotos ver­öffentlichen, wir hof­ fen, dass Sie trotzdem weiterhin so wundervolle Fotos einsenden. In der nächsten Ausgabe werden Fotos vom Milford Sound veröf­ fentlicht. Die Themen der darauf folgenden Ausgaben sind: Christ­ church und die Otago Peninsula. Über die Zusendung Ihrer digi­ talen Fotos würden wir uns freuen (redaktion@360grad-medien.de).

02 Carsten Geuer, Icking

03 Peter Greitzke, Zürich

04 Achim Kunetka, Karlsruhe

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Abel Tasman National Park

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05 Christiane Lorenz, Hamburg

Der Abel Tasman National Park Der Abel Tasman National Park schützt ein ungefähr 225 Quadratkilo­meter großes Gebiet an der Nordküste von Neuseelands Südinsel. Er befindet sich am nördlichen Ende einer Hügelkette zwischen den beiden großen Meeresbuchten Golden Bay und Tasman Bay, etwa 70 Kilometer von ­Nelson entfernt.

06 Stephan Maahs, Frankfurt

07 Hubert Kiehbacher, Hohenstein

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08 Josefine Kopmann, Hamburg

4 Hella Stroh, Erlangen

09 Hanne Osswald-Müller, Worms

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Abel Tasman National Park

10 Sandra Petrowitz, München

Natur pur Zahlreiche kleine Buchten mit traumhaften Sandstränden, türkisfarbenem Wasser sowie zerklüfteten ­Granitfelsen und fast undurchdringliche Wälder zeichnen Neuseelands klein­sten Nationalpark aus. Jede Menge Höhlen und zahlreiche Wanderwege laden die Besucher ein, die Natur hautnah zu entdecken.

11 Ullrich Müller, Feucht

12 Susanne Kastner, Kraftisried

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13 Katrin Steiner, Berlin

06 | 2008 © 360° Neuseeland


Abel Tasman National Park

Picture Gallery

14 Wolfram Plettscher, Overath

Abel Tasman Coastal Track Für die 51 Kilometer lange Wanderung durch das Buschland, die immer wieder faszinierende Ausblicke auf die goldfarbenen Strände offenbart, braucht man drei bis fünf Tage. Der schönste Abschnitt geht von der Torrent Bay zur Bark Bay.

15 Thomas Amman, Straelen

Zu Ehren von Abel Tasman 1942, genau 300 Jahre nach Abel Tasmans Landung, wurde der Nationalpark eingerichtet und dem Entdecker zu Ehren benannt. Unter den Besuchern des Parks ist besonders der 51 Kilometer lange Abel Tasman Coastal Track beliebt. Eine andere populäre Art, den Abel Tasman National Park zu erkunden, ist eine Kajaktour entlang der Küste. °

16 Carola Schmidt, Fritzlar

© 360° Neuseeland 06 | 2008

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01/2009

Dezember / Januar 2008 / 2009 Travel & Backpacking Travelogues

Südinsel

Business & Lifestyle Report Land der Kleinunternehmer Lifestyle Modisches Wandern   in Neuseeland

Wanderung mit Hund

Wine & Gourmet History and Tales Internationale Groß-  betriebe kaufen die   NZ Wein­industrie auf Regions Auckland Teil I Wineries Mission Estate Gourmet 98 aus Aotearoa Cuisine

Coromandel Peninsula: Hot Water Beach und Cathedral Cove Das ganzjährig milde Klima, die vielen schönen Strände, die vielseitigen Trampingtracks und natürlich die Cathedral Cove sind nicht nur für Julia Schoon Gründe genug, ihre Freizeit auf der Halbinsel zu genießen, sondern auch für viele Kiwis. Pedalpower: Mit dem Fahrrad durch ­Neuseeland (Teil II) Reinhard Pantke radelt weiter: Von der Südspitze der Südinsel Richtung Norden erlebt er wieder die Schönheiten der Natur vom Sattel seines Fahrrades aus und erzählt wiederum kuriose Geschichten über Land und Leute. Vom Büro ins Backpackers Sieben Wochen Urlaub? Nur wohin? Spontan entscheidet sich Ivonne Kuhlmann für Neuseeland. Sie reist von Backpacker zu Backpacker und lernt so ganz intensiv die Menschen und die Landschaft kennen. Interview: Ich geh mal schnell auf Weltreise Auf ihrem Weg rund um die Welt bleibt Claudia Wagner auch in Neuseeland hängen. 360° hat mit ihr ein Interview über ihre Reisevorbereitung, ihre Erwartungen, ihre Erfahrungen als Busreisende und ihre Erlebnisse in Aotearoa gemacht.

City Trip Christchurch Sabine Braunegger führt uns durch ihr Christchurch, die Stadt, die oft als englischste Stadt Neuseelands beschrieben wird: Stocherkähne auf dem Avon, die imposante Cathedral sowie Straßenbahnen lassen an England erinnern.

Emigration & Working Holidays Helpdesk Die Voraussetzungen für die Permanent Residence (Teil II) Peter Beiner erläutert im zweiten Teil seines Beitrages die Work Permit sowie die Business Categories. Report Praktikum Im Mai dieses Jahres hat Tanja Schöner ein Praktikum in Neuseeland gemacht. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen im Land der Kiwis.

Weitere Themen Picture Gallery Milford Sound Maori Tradition & Geschichte History James Cook: Kartograf   und Entdecker Website NZ Village

06 | 2008 © 360° Neuseeland


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