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JusKnacker Dezember ΄09 – Jänner ΄10

2.

Ausgabe

Dekan Harrer ermöglicht Erneuerung der Lehrbuchsammlung! Bis zum Sommersemester wird die Lehrbuchsammlung wesentlich erneuert, die Mittel dafür stehen laut Dekan Harrer bereits zur Verfügung! Es sind unruhige Zeiten in der Hochschullandschaft: Demonstrationen, Hörsaalbesetzungen und selten zuvor dagewesene Medienaufmerksamkeit für die Bildungslandschaft. Mitten in diesem Tumult war einmal die Rede von einer Finanzspritze von ca. 30 Millionen Euro für die Universitäten. Die Nachricht ging relativ schnell im allgemeinen Tumult unter und ob das Geld dieser Finanzspritze unsere Fakultät jemals erreichen wird, ist der Redaktion zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Dennoch war diese Nachricht Stein des Anstoßes für unseren Kollegen und Studienvertreter Igor Murkovic, der daraufhin unserem neuen Dekan Prof. Harrer, einen Besuch abstattete um „mal nachzufragen“, ob Mittel für Studierendenprojekte zur Verfügung stehen.

Das Ergebnis des Gesprächs kann sich sehen lassen: Eine Erneuerung und Aufstockung der Lehrbuchsammlung steht unmittelbar bevor! Die Mittel dazu, wurden von Dekan Harrer anderweitig akquiriert. Nähere Infos bekommt ihr

Excellent Talents

Fachbereichsnews

Interview

Bewerbungen sind ab sofort möglich. Mehr dazu auf Seite 3

Neues aus den FB Öffentliches Recht und Privatrecht. Seite 7

Alt-Dekan Schmoller im Interview. Seite 17

Dekan Harrer mit Mag. Renate Schönmayr, Leiterin der Fakultätsbibliothek, und Igor Murkovic von uns natürlich in der nächsten Ausgabe des JusKnackers, welche am Beginn des Sommersemesters 2010 erscheinen wird. Die StV bedankt sich bei Kollegen Igor Murkovic und Dekan Harrer für das Vorantreiben dieser Bestrebungen.


JusKnacker News aus der StV Tutorium Am 7. Oktober fand, wie gewohnt für jedes Wintersemester, das StV Tutorium für Erstsemestrige statt. Gar nicht gewohnt war dabei allerdings die Zahl der TeilnehmerInnen. Ganze 120 Neulinge nutzten die Gelegenheit sich von Studienvertretern durch die Fakultät und die Innenstadt führen zu lassen. Mit im Programm waren unter anderem eine Führung durch die Räume der Bibliothek, ein Kurzbesuch am Dach der Fakultät (mit herrlicher Aussicht auf die Festung), sowie der anschließende Besuch beim Jus/ Bakk Stammtisch. Auch wenn uns dieser Zulauf an die Grenzen unserer Kapazität gebracht hat, waren wir sehr erfreut darüber – denn bei unserer Beratungs- und Servicetätigkeit stehen die StudienanfängerInnen stets besonders im Fokus. Insbesondere geht es uns bei Aktivitäten, wie dem Tutorium oder dem Stammtisch, nicht nur um die Gelegenheit zur Beratung, sondern auch darum ein Zugehörigkeitsgefühl zur Rechtswissenschaftlichen Fakultät Salzburg zu erzeugen, um so das gemeinschaftliche Zusammenleben zu fördern.

StV Mitarbeit – We want you! Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch nicht unerwähnt lassen,

dass jeder Studierende der sich für die Arbeit in der StV interessiert, herzlich willkommen ist. Die Mitarbeit in der Studienvertretung bietet eine tolle Möglichkeit die Universität und ihre Prozesse von innen kennen zu lernen. Darüber hinaus ist es eine tolle Gelegenheit neue Freundschaften zu schließen und zu lernen Verantwortung, beispielsweise bei der Organisation diverser Projekte, zu übernehmen. Im Übrigen arbeitet die StV unpolitisch, es ist also keineswegs notwendig, aber auch kein Hindernis, wenn man bei irgendwelchen Vereinen bzw. Fraktionen Mitglied ist (die meisten MitarbeiterInnen in der StV sind das übrigens nicht). Auch für die nächsten Wochen hat sich die StV einige Programmpunkte vorgenommen. Am 4. und 11. Dezember findet ab 15 Uhr im Innenhof ein Glühweinstand statt, der Glühwein wird dabei von der Kanzlei Schönherr bzw. Wolf-Theiss gesponsert, ist also für alle Studierenden gratis.

StV Rodelausflug im Jänner Eine weitere, besonders gefragte, Aktivität findet Mitte Jänner statt. Wie in den beiden Jahren zuvor werden wir gemeinsam mit einigen ERASMUS

Manfred Krippel, Vorsitzender der StV Juridicum

Studierenden nach Werfen zum Rodeln fahren. Mit dem Bus geht’s nach Werfen, dann mit der Gondel zum Gipfel, mit dem Sessellift wieder ein Stück runter zur Hütte wo wir verköstigt werden. Am frühen Abend wird dann gerodelt (mit Stirnlampen). Aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen lohnt es sich jedenfalls, sich bald anzumelden. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben (wahrscheinlich 15. Jänner). Mit der Anmeldung solltet ihr euch dann allerdings beeilen, denn die 50 verfügbaren Plätze sind erfahrungsgemäß schnell vergeben.


3 Neuigkeiten beim Postbusausweis Aufgrund der mittlerweile unverschämt hohen Preise der Semestertickets für Studierende im Land Salzburg, hat sich die Studienrichtungsvertretung Jus/Recht & Wirtschaft bemüht, einzeln bei dem einen oder anderen Unternehmen, für Studierende Vergünstigungen in Erfahrung zu bringen. Als eure Interessensvertreter freut es uns natürlich besonders, euch hier einen kleinen Erfolg mitteilen zu können. Alle Studierenden der Uni Salzburg, die gelegentlich in die Uni müssen und hierfür die Dienste der ÖBB-Postbus GmbH in Anspruch nehmen, haben jetzt

die Möglichkeit sich einen Postbusausweis im Bus zu kaufen. Dieser, ausgefüllt und mit hineingehefteter Studienbestätigung des jeweiligen Semesters, ermöglicht es euch, mit dem Postbus auf dem Weg zur Uni und wieder nach Hause, zum halben Preis zu fahren. Bei Preisen von bis zu 200 €uro für ein Semesterticket können sich somit Studierende, die nur 1-2 mal die Woche in die Uni müssen, den einen oder anderen Euro sparen. Für alle die öfter in einem Hörsaal anzutreffen sind, gibt es auch noch die Möglichkeit, einen eingescanntem Studierendenausweis, Semesterticket und der dazuge-

hörigen Quittung sowie einem ausgefüllten Fahrtkostenunterstützungsformular (auffindbar unter www.oeh-salzburg.at -> Downloads -> Referate -> Sozialreferat -> ÖH Fahrtkostenunterstützung) gesendet an sozial@ oeh-salzburg.at, einen Antrag auf Fahrtkostenunterstützung von 25% des Preises zu stellen. Die genaueren Bedingungen für diese Fahrtkostenrückerstattung können auch unter dieser e-mail Adresse nachgefragt werden. Wir möchten uns hiermit auch bei der ÖBB-Postbus GmbH für Ihr Entgegenkommen bedanken. Clemens Greischberger

Excellent Talents Im letzten Jahr startete erstmals das StV-Projekt „Excellent Talents“. Hervorgegangen ist dieses aus einer Idee, die bei einem Universitätswettbewerb zur Verbesserung der Studienbedingungen an der Uni Salzburg, den ersten Preis gewann. Um die Idee „Praktikumsplätze für außergewöhnliche Studierende bei den besten Unternehmen Österreichs“ nicht auf dem Papier stehen zu lassen, hat sich die StV Juridicum (bestehend aus den StVen Recht&Wirtschaft, sowie Jus) mit großem Aufwand daran gemacht,

dieses Projekt auch in die reale Wirtschaftswelt einzuführen. Die Resonanz in der Privatwirtschaft, gleich im ersten Jahr, war überraschend groß. Es konnten sich einige Studierende des Rechtswissenschaftlichen Studienganges bei renommierten Kanzleien sowie dem VwGH unter Beweis stellen. In diesem Studienjahr 2009/10 wird dieser Bewerb zusätzlich auch für den Studiengang Recht&Wirtschaft adaptiert. Chancen bestehen für alle Studierenden, die entweder gute Noten in ihrem Studium vorweisen können

und/oder außergewöhnliche, nicht unmittelbar mit dem Studienerfolg zusammenhängende Leistungen neben oder Abseits des Studiums erbringen. Bewerbungen (Lebenslauf, Motivationsschreiben und Studienerfolg) können ab sofort an stv.jus@gmx.net mit dem jeweiligen Betreff „Excellent Talents“ „R&W“ oder „JUS“ gesendet werden. Voraussetzung hierfür ist bei Recht&Wirtschaft das aktive Masterstudium Recht&Wirtschaft und im Rechtswissenschaftlichen Studium sollte man sich circa in der Mitte des 2. Abschnitts befinden.


JusKnacker „Arbeit gewinnen“ – ein Praktikum in Wien auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Kanzlei in Wien.

Der erste Tag

Andreas Bayer Da stehe ich nun vor dem Spiegel und überlege, welche Krawatte wohl am besten zu Sakko und Hemd passt. Ich brauche mehr als drei Versuche, bis mir der Knoten gelingt. Auch das werde ich bis zum Ende meines Praktikums gelernt haben. Aber jetzt noch einmal kurz ein paar Monate zurück:

Wie alles begonnen hat Die Studienvertretung Jus hat im Sommersemester 2009 den Wettbewerb „Excellent Talents“ ausgeschrieben. Zu gewinnen gab es (bezahlte) Praktikumsplätze in renommierten Anwaltskanzleien in Salzburg, Linz und Wien. Entschieden hat eine Kommission anhand der Bewerbungsunterlagen. So bin ich einer von 11 Glücklichen gewesen, die sich über einen Platz bei einer Kanzlei gefreut haben. Ich bin der „Graf & Pitkowitz Rechtsanwälte GmbH“ zugeteilt worden, eine größere,

Um neun Uhr beginnt der Arbeitstag. Die HR-Managerin führt mich durch nahezu alle Büros und stellt mich meinen neuen MitarbeiterInnen vor. „Er hat das Praktikum bei einem Wettbewerb gewonnen“, erklärt sie meine Anwesenheit, was einigen Mitarbeitern ein Schmunzeln entlockt. Das Gewinnen von Arbeit wirkt eher ungewöhnlich. Die Kanzlei erscheint mir riesig, die MitarbeiterInnen so zahlreich, dass ich mir nie in einem Monat alle Namen merken werde. Gleich nach der Vorstellungsrunde werde ich von einer Anwältin mit Arbeit eingedeckt. Ich habe ein eigenes Büro. Bei erster Gelegenheit verlaufe ich mich allerdings am Weg dorthin. Ein freundlicher Konzipient zeigt mir den Weg. Er ist mein Büronachbar und muss in den kommenden Wochen noch öfter für Fragen herhalten.

Meine Aufgaben Recherchen, Aktenvermerke und Informationen aus Akten suchen sind der Alltag und durchaus interessanter und anspruchsvoller, als es sich anhört. Jetzt merke ich, wo ich in der Vorlesung besser hätte aufpassen sollen. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Studium ein riesen-großes Stichwort- und Inhaltsverzeichnis ist, das mir nur

hilft, in der hauseigenen Bibliothek oder in den Datenbanken Antworten zu finden. Am Anfang ist das etwas deprimierend. Ich stelle aber schnell fest, dass es den anderen KonzipientInnen genauso geht. Eine fundierte Antwort nimmt eben einige Zeit in Anspruch. Ich fühle mich gut ins Team integriert, arbeite mit mehreren AnwältInnen und KonzipientInnen zusammen und habe bald den Eindruck, dass auch ich einen Teil zur Lösung bzw. Bearbeitung der Fälle beitrage.

Abseits der Kanzlei Soweit es die langen Arbeitstage zulassen, genieße ich auch das Leben in Wien. Vom Rockkonzert über großartige Lokale bis zum Naschmarkt und Sonderausstellungen in Museen reicht das abwechslungsreiche Angebot. Ich wohne bei Freunden unweit der Kanzlei. Mancher Abend klingt am Dach des Hauses mit einer Flasche Wein aus. Es ist schade, dass all das nach einem Monat vorbei ist und dann der Uni-Alltag wieder beginnt. Ich kann jedem nur empfehlen, sich auch bereits während des Studiums für ein Praktikum zu bewerben. Man profitiert ungemein fürs Studium und versteht dann auch, wozu man manch langweilige Vorlesung besucht, oder das eine oder andere Lehrbuch in die Hand nimmt.


5 Aller Anfang ist schwer, doch ohne ihn kein Ende wär‘: Mein Studienstart von Sarah Hattinger Die ersten Hürden haben wir geschafft! Die Matura im Kasten, vielleicht ein Auslandsjahr genossen oder den Wehrdienst überstanden … nun fängt ein neuer Lebensabschnitt für uns an: das Studium.

Lehrveranstaltungen und Hörsäle – aber welche? Dank Internet war das Immatrikulieren kein Problem, auch das Anmelden bei PLUSonline hat, durch die Anleitung des Immatrikulationsbüros, reibungslos funktioniert. Doch dann kam die erste richtige Herausforderung auf einen zu… für welche Lehrveranstaltungen soll man sich im ersten Semester anmelden? Die Uni-Homepage war keine große Hilfe, weil sie zu unübersichtlich und nur für eingefleischte Tüftler wirklich aufschlussreich war. Also durchsucht man am besten die eigene Seite auf PLUSonline und findet dort die passenden Lehrveranstal-

tungen oder sucht sich den Musterstudienplan aus dem World Wide Web. Das nächste interessante Thema war dann das Finden der Hörsäle. Mit Hilfe von Onlinekarten hat man zumindest die Adresse des Hörsaals herausgefunden, die Hinweisschilder vor Ort ergaben den Rest, da die Lagepläne vom PLUSonline leider nicht sehr hilfreich waren.

Tutorium Die erste Vorlesung war noch sehr gemütlich und informativ; durch die Einführung der StV kamen wohl viele erst auf die Idee, sich zu dem von ihnen veranstalteten Tutorium anzumelden. Viele haben das Angebot genutzt und bei einem fröhlichen Eröffnungssekt hatte man auch schon die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu machen. Darauf folgte eine sehr interessante Führung durch die Bibliothek der Rechtswissenschaft, wo die Anwesenden nicht nur eine Einfüh-

rung in die Systematik der Bibliothek bekamen, sondern auch in die Geschichte des Gebäudes der Juridischen Fakultät, allen voran die vielgerühmte Landkartengalerie! Nach diesem Ausflug in die Welt der Bücher und der Architektur ging es dann zu den alltäglichen Dingen des Lebens. Wo sind die einzelnen Hörsäle und Sekretariate? Wo kann man günstig und gut essen? In welche Lokale geht man abends? Diese und alle nur erdenklichen andere Fragen wurden beantwortet. Zum Schluss war sogar noch eine Erkundungstour auf das Dach der Fakultät drin, bei der man einen Ausblick auf die Salzburger Altstadt bei Nacht hatte, der sich wirklich gelohnt hat! Last but not least, fanden sich anschließend noch einige – viele – Hartgesottene im StV-Stammtisch ein. Beim Austausch über Erfahrungen dieser ersten Tage als Jusbzw. Recht & Wirtschaft-Studenten machten wohl viele die meisten Bekanntschaften an diesem Abend.

Fazit

Beim Tutorium konnte man viele neue Bekanntschaften machen.

Alles in allem waren Anmeldung und Orientierung durchaus zu schaffen. Sehr zu empfehlen sind außerdem das Tutorium und der Stammtisch, da es sich so in Salzburg viel schneller und einfacher leben bzw. studieren lässt. Im kommenden Semester genießen wir jetzt auf jeden Fall einmal den Uni-Flair und unser neues Studentenleben!


JusKnacker Lesung von Max Leitner

„Der Leguleius oder Zivilrecht in Anekdoten“

Am 11. November hatten interessierte Personen das Vergnügen an der Lesung von Max Leitner teilnehmen zu dürfen. In besagter Lesung, welche von der StV Juridicum und dem ManzVerlag gesponsert wurde, präsentierte Max Leitner sein neuestes Werk „Der Leguleius oder Zivilrecht in Anekdoten“, in welchem er Zitate und Anekdoten von diversen geschichtlichen Größen und

Professoren zum Besten gibt. Hier nun ein kurzer Auszug: ein Zitat von Friedell, Steinbruch – „Das System“: „Bei einem Denker sollte man nicht fragen: welchen Standpunkt nimmt er ein, sondern: wie viele Standpunkte nimmt er ein? Mit anderen Worten: hat er einen geräumigen Denkapparat oder leidet er an Platzmangel, das heißt: an einem „System“.

Stv-Vorsitzender Manfred Krippel und Mag. Michael Höllbacher vor dem Buffet.

Solche und auch weitere Zitate bzw. Anekdoten wurden uns an diesem Abend präsentiert. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Buffet und man konnte sich dabei mit den übrigen Personen über eben Gehörtes austauschen. Es war ein äußerst gelungener Abend und ich denke, dass jedes anwesende Individuum auf seine Kosten gekommen ist. Barbara Eisinger

Max Leitner beim Signieren seiner Bücher.


7 Fachbereichsnews Öffentliches Recht Am Fachbereich Öffentliches Rechts haben sich im letzten halben Jahr erhebliche personelle Veränderungen ergeben. Mit 30.9.2009 emeritierte Prof. Wolfram Karl (Völkerrecht); er wurde am 15.10.2009 von Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreichen Mitgliedern des Fachbereichs feierlich verabschiedet. Die Nachfolge von Prof. Karl ist insofern geregelt, als Prof. Kirsten Schmalenbach (Uni Graz) inzwischen den Ruf angenommen hat und aller Voraussicht nach ihren Dienst an der Universität Salzburg als Professorin für Völkerrecht mit 1.3.2010 antreten wird. Gleichfalls am 30.9.2009 verließ Prof. Ewald Wiederin den Fachbereich; er folgte einem Ruf an die Universität Wien. Mit 1.10.2009

trat Prof. Benjamin Kneihs (WU Wien/Uni Graz) die Nachfolge des im Vorjahr leider viel zu früh verstorbenen Prof. Heinz Schäffer an. Die (wegen Geburt eines Kindes) karenzierte Prof. Sabine KirchmayrSchliesselberger (Finanzrecht) wird in der Zeit vom 1.10.2009 bis Ende des SS 2011 durch Prof. Gerald Toifl vertreten. Im vergangenen Sommersemester 2009 haben sich außerdem aUniv.Prof. Dietmar Jahnel für die Fächer Verfassungs- und Verwaltungsrecht mit einer Grundsatzarbeit über das Datenschutzrecht und aUniv.Prof. Dr. Christoph Urtz für das Fach „Steuerrecht unter besonderer Berücksichtigung des Internationalen und Europäischen Steuerrechts“

habilitiert. Kollege Urtz hat inzwischen einen Ruf als Professor für Steuerrecht an einer Universität in Hamburg erhalten. Ebenso erhielt Univ.Doz. Dr. Gudrun Hochmayr einen Ruf als Professorin für Strafrecht an die Universität Frankfurt/Oder. Mehrere Mitglieder des Mittelbaus verließen nach Ablauf ihrer Dienstverträge den FBÖR. Sie setzen ihre berufliche Laufbahn zB in Diensten von Bundesministerien, als Rechtsanwaltsanwärter oder in anderen rechtlichen Berufen fort. Einige ehemalige Mitglieder sind weiterhin in der Lehre des Fachbereichs tätig. o.Univ.-Prof. Dr. Harald Stolzlechner, Fachbereichsleiter

Forderungen“ ao.Univ.-Prof. Dr. Christian Rabl (Wien) „Rücktritt von Wertpapierkauf nach Kursverlust“ Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (Wien) „Freie Anwaltswahl in der Rechtsschutzversicherung – Der Fall Eschig/Uniqa vor dem EuGH“ Priv.-Doz. Dr. Alexander Schopper (Wien) „Berichtigungs- und Aktualisierungspflichten im Recht der Finanzdienstleistungen und im Bürgerlichen Recht“ Neben einem wissenschaftlichen Vortrag zu den oben angeführten frei gewählten Themen wurden die eingeladenen Bewerber gebeten,

einen didaktischen Vortrag zum Thema „Doppelveräußerung im österreichischen Zivilrecht“ zu halten. Nach intensiver Diskussion wurde von der Kommission folgende Reihung beschlossen: 1. Stelle Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer 2. Stelle ao. Univ.-Prof. Dr. Christian Rabl 3. Stelle Priv.-Doz. Dr. Alexander Schopper vor Priv.-Doz. Dr. Andreas Engert Der Rektor hat mit dem Erstgereihten die Berufungsverhandlungen aufgenommen, mit der Besetzung des offenen Lehrstuhls wird frühestens im Sommersemester 2010 zu rechnen sein.

Privatrecht Am Fachbereich Privatrecht wurde die Universitätsprofessur für „Bürgerliches Recht und Recht der Finanzdienstleistungen“ (Nachfolge Univ.- Prof. Dr. Brigitta Jud) im Mitteilungsblatt vom 7.1.09 ausgeschrieben. Die Berufungskommission unter dem Vorsitz von Univ.Prof. Dr. Georg Graf hat zu den öffentlichen Hearings am 2.Oktober 09 folgende Bewerber eingeladen: Priv.-Doz. Dr. Andreas Engert (München) „Insiderhandel durch Outsider“ Prof. Dr. Kai-Oliver Knops (Hamburg) „Gläubiger- und Schuldnerschutz bei der Verbriefung von


JusKnacker How to do ...

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Bei vielen Prüfungen stellt sich für die Studierenden das Problem der Stoffabgrenzung, bei anderen Prüfungen gibt es „Insider-Tipps“, die man wissen sollte, bevor man zur Prüfung antritt. Um euch die Prüfungsvorbereitung ein wenig zu erleichtern, werden wir euch in den folgenden Ausgaben Tipps zu verschiedenen Fach- und Diplomprüfungen geben. Hier also how to do… Bettina Lechner

Fachprüfung Volkswirtschaftslehre (Bachelorstudium Recht und Wirtschaft) Um zur Fachprüfung Volkswirtschaftslehre antreten zu können, muss man zuvor das dazugehörige Proseminar erfolgreich abschließen. Dann steht einem grundsätzlich nichts mehr im Weg. Für berufstätige Studierende und solche, die die Vorlesungen nicht besuchen können, stellt sich speziell bei dieser Fachprüfung aber oft die Frage der Stoffabgrenzung, da auf der Fachbereichshomepage (leider) keine Prüfungsplattform zu finden ist und man die relevanten Stoffgebiete hauptsächlich in den Vorlesungen erfährt. Die Fachprüfung Volkswirtschaftslehre setzt sich aus drei Teilgebieten zusammen: 1. VO Einführung in die Volkswirtschaftslehre Für den Stoff der Vorlesung ist das Skript im Printcenter in der Kapitelgasse erhältlich. Folien zur Vorlesung sind in Blackboard abrufbar (Vorsicht: man muss jetzt im PLUSOnline angemeldet sein, um auf die Folien zugreifen zu können). Der Besuch der Vorlesung ist zusätzlich empfehlenswert. 2. VO Mikroökonomie Das Skript zu dieser VO ist im Blackboard abrufbar. Hier gilt sonst das gleiche wie für die VO Einführung in die Volkswirtschaftslehre. 3. VO Makroökonomie Der Teil Makroökonomie ist wahrscheinlich der aufwendigste Teil. Hier ist zwar auch ein Skript zur VO im Blackboard verfügbar, allerdings ist dieses keineswegs ausreichend. Wir raten dringend davon ab, sich nur mit Hilfe dieses Skriptums auf die Prüfung vorzubereiten. Wichtig ist hier, sich zu allen Theorien und Fachausdrücken noch zusätzliches Wissen anzueignen. Dies auch insbesondere dann, wenn sie nur kurz und schlagwortartig erwähnt sind. Der Besuch der Vorlesung wird hier dringend empfohlen. In der Bibliothek sind viele hilfreiche Bücher vorhanden, die man zur Vorbereitung verwenden kann. Empfehlenswert ist zum Beispiel „Einführung in die Volkswirtschaftslehre“ von Peter Bofinger. Zur Vorbereitung empfiehlt sich außerdem, alte Fachprüfungen durchzusehen, um abschätzen zu können, wie gut man den Stoff schon beherrscht.


9 Diplomprüfung Rechtsgeschichte (erster Abschnitt, Diplomstudium Jus) Die Diplomprüfung Rechtsgeschichte ist für viele die erste Prüfung in ihrem Studium. Auch hier gibt es passend zu den Vorlesungen Skripten, die im facultas shop erhältlich sind. Die Vorlesungen • Geschichte des öffentlichen Rechts in der Neuzeit • Grundzüge der Privatrechtsgeschichte werden abwechselnd von Prof. Rinnerthaler und Prof. Aichhorn abgehalten – ihr Besuch ist sehr empfehlenswert, um nicht zu sagen notwendig. Man erfährt viel nützliches Hintergrundwissen, das man in den Skripten nicht findet. Speziell für Prof. Rinnerthaler empfiehlt sich, eine Einstiegsfrage vorzubereiten. Aber Vorsicht: hier sollte man über viel Hintergrundwissen verfügen, da bei der vorbereiteten Frage schon genauer nachgefragt wird. Hat man alle diese Tipps beachtet, kann man davon ausgehen, dass man für die Prüfung gut vorbereitet ist. Um abschätzen zu können, wie gut ihr die Materie schon beherrscht, könnt ihr euch gerne Prüfungsfragen zu den verschiedenen Prüfungen in der Studienvertretung abholen, und uns dann nach der Prüfung eure Prüfungsfragen bringen. – eine Belohnung wartet. ;) Natürlich sind auch Tipps für die verschiedenen Prüfungen willkommen.

Buchbesprechung  Die Diplomprüfung „Strafrecht“ im 2. Abschnitt des Jus-Studiums ist für viele StudentInnen die erste „große“ Prüfung: Es muss ein sehr großer Stoffumfang gelernt und richtig angewandt werden. Welche Bücher bieten sich zur Bewältigung dieser Aufgabe nun an?

Lehrbücher Es ist zunächst davon abzuraten, den Stoff „nur“ mittels Skripten,

eigenen Mitschriften etc bewältigen zu wollen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Materie braucht die Bearbeitung von Lehrbüchern und manchmal sogar eine Vertiefung durch Kommentare. Zum Besonderen Teil des Strafrechts gibt es in vielen Verlagen Reihen (BT I, II, III): Exemplarisch sollen hier die Reihen des ManzVerlages genannt sein: Der Manz-Verlag teilt das The-

mengebiet auf drei Veröffentlichungen auf (Besonderer Teil I: Delikte gegen Personenwerte von Kienapfel/Schroll, 2. Auflage 2008; Besonderer Teil II: Delikte gegen Vermögenswerte von Kienapfel/Schmoller, 1. Auflage 2003, Besonderer Teil III: Delikte gegen sonstige Individualund Gemeinschaftswerte von Kienapfel/Schmoller, 2. Auflage 2009). Die Bücher sind der Anordnung der Paragraphen im Gesetz folgend

Fortsetzung Seite 10

Strafrecht


Fortsetzung von Seite 9

JusKnacker aufgebaut. Es werden im Stil eines Kommentars erschöpfende Literaturhinweise gegeben und zu den „wichtigen“ Paragraphen ausführliche Vorbemerkungen gemacht. Somit eignen sich die Bücher auch bestens

als Nachschlagewerk, allerdings muss man als Studierender selbstständig Schwerpunkte setzen können, um von den vielen Details nicht überfordert zu sein. Durch optische Hervorhebungen (Fett- und Kursivschrift) wird das Suchen bestimmter Stichworte im Text erleichtert. Trotzdem wirken manche Passagen aufgrund des geringen Zeilenabstandes und der kleinen Schrift regelrecht „vollgestopft“. Dies muss wohl dem Anspruch nach Vollständigkeit geschuldet werden, der hier auch vollkommen erfüllt wird. Die Bücher dieser Schriftenreihe können den Studierenden, auch dank ausführlichem Sachregister und Randziffernsystem, noch lange nach der Diplomprüfung im Strafrecht begleiten.

Fallsammlungen Zum Üben und Anwenden des

erlernten Stoffes gibt es zahlreiche Casebooks und Fallsammlungen, in der „Höchstrichterlichen Rechtsprechung zum materiellen Strafrecht“ von Hinterhofer und Lagodny (1. Auflage 2001, WUV-Universitätsverlag) ist beides vereint: Laut Vorwort der Autoren ist eine OGH-Entscheidung oft die Ausgangsbasis für einen Klausurfall. Deshalb soll anhand dieser die Fallbearbeitung geübt werden. Zunächst werden 50 Sachverhalte (verkürzt und vereinfacht) wiedergegeben. Danach wird in stichwort-

artiger Form ein Lösungsvorschlag gemacht. Diese Art der Darstellung hat einerseits den Nutzen, dass man als StudentIn sieht, wie man in der Klausursituation mit kurzen effektiven Notizen den Fall gliedert. Andererseits ist auf diese Weise auf einen Blick klar, wo die Problemfelder liegen und was man in der eigenen Lösung übersehen hat. Im dritten Teil des Buches werden wichtige Details der Fälle wiedergegeben, d.h. der Leitsatz der Entscheidung, der Originalsachverhalt und Ausschnitte aus dem

Volltext der Urteilsbegründung. Die Fälle sind nach Themenschwerpunkten angeordnet. Schließlich kann in einer Tabelle schnell nachgeschlagen werden, welcher Fall welches Problem behandelt, wie die Geschäftszahl der jeweiligen OGH-Entscheidung lautet und in welcher Zeitschrift sie veröffentlicht ist.

Sonstiges Für das Bestehen der Übung und der Diplomprüfung muss man nicht nur den Stoff des Besonderen Teils beherrschen, sondern auch den des Allgemeinen Teils! Das Wissen aus dem 1. Abschnitt darf also keinesfalls vergessen werden. Zur gezielten Wiederholung und Vertiefung häufig diskutierter Probleme aus Allgemeinem und Besonderem Teil eignet sich beispielweise das facultas-Skript „Kontroversen des österreichischen Strafrechts“ von Günther Rebisant. Es wird kurz und übersichtlich dargestellt, welche Autoren bestimmte Meinungen stützen und wo dies nachgeschlagen werden kann. Hinweis: Zum Stoff der Diplomprüfung „Strafrecht“ im 2. Abschnitt des Jus-Studiums gehört auch das Strafprozessrecht! Durch die Neuerungen in der Strafprozessordnung sind einige Bücher nicht mehr aktuell. Zum neuen Strafverfahren ist die zehnte Auflage von Stefan Seilers „Strafprozessrecht“ (Verlag facultas.wuv) zu empfehlen. Stephanie Herrwerth


11 Die Evers-Marcic-Stiftung der RW-Fakultät Salzburg

Gute Nachrichten für den wissenschaftlichen Nachwuchs unserer Fakultät: vielleicht kann Prof. Berka (im Bild) euch bei der Publikation eurer Arbeiten helfen! Wie das geht, das erfahrt ihr hier:

Die Evers-Marcic-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung der rechtswissenschaftlichen Fakultät, die zurückgeht auf Nachlässe früherer Professoren. Der Beirat und die Generalversammlung der Stiftung, die neben dem Vorstand Prof. Berka die Stiftungsorgane sind, setzen sich aus Lehrenden aller Fachbereiche zusammen.

Woher kommt der Name „Evers-Marcic-Stiftung“? Das Stiftungsvermögen besteht hauptsächlich aus den Verlassenschaften der zwei Namensgeber der Stiftung: Hans Ulrich Evers, der von 1971 bis zu seinem Tod 1987 u.a. als Professor für Öffentliches Recht, Senator und Dekan an der Universität wirkte, hat die Fakultät als Erbin eingesetzt. Zuvor hatte schon der 1971 bei einem Flugzeugabsturz verunglückte Prof. Rene Marcic der Fakultät ein Haus vererbt. Prof. Marcic war ein sehr vielseitiger Mensch; so war er beispiels-

weise vor seiner Habilitation für Rechtsphilosophie und Allgemeiner Staatslehre Chefredakteur der Salzburger Nachrichten, und sein wissenschaftliches Werk umfasst Beiträge zu rechtlichen, philosophischen und politikwissenschaftlichen Themen.

Bis zu 1500 Euro Zuschuss Der Stiftungszweck ist die Förderung von rechtswissenschaftlichen Veröffentlichungen, wie Dissertationen, Habilitationsschriften, Festschriften etc.: Konkret bedeutet das beispielsweise einen Druckkostenzuschuss von bis zu 1500 Euro bei einer Dissertation.

Schriftenreihe „Recht Plus“ Seit einigen Jahren gibt es außerdem die Möglichkeit, eine sehr gute Dissertation in der Reihe „Recht Plus“ des Verlags Lexis Nexis Orac zu veröffentlichen. Der Vorteil für StudentInnen besteht hier darin, dass diese Schriften vollständig durch Mittel der Stiftung finanziert werden.

In dieser Schriftenreihe sind bisher knapp zehn Publikationen erschienen. Es ist geplant, drei bis vier Arbeiten pro Jahr auf diesem Wege zu unterstützen.

Exklusives Angebot für Salzburger Studierende In den Genuss der Förderung können nur Angehörige der hiesigen Fakultät kommen . Sie stellt damit eine finanzielle Unterstützungsmöglichkeit dar, die an anderen Universitäten nicht gegeben ist. Weitere Informationen, wie beispielsweise die genauen Förderungsrichtlinien können über die Internet-Seite der Stiftung (Link auf der Seite des Fakultätsbüros der Rechtswissenschaftlichen Fakultät) oder bei Prof. Berka (über das Dekanat) eingeholt werden. Wir danken Herrn Prof. Berka für die freundliche Auskunft! Andreas Bayer/ Stephanie Herrwerth


JusKnacker Heißhunger! Während das Triangel im Sommer zum Hot Spot für viele Festspielstars und –besucher wird, stürmen in den restlichen Monaten des Jahres die Studierenden das Lokal. Die Besonderheit hier ist, dass man mit Gutscheinen, die im Sekretariat der KHG an StudentInnen ausgegeben werden, eine Ermäßigung auf das Tagesmenü erhält. Für den Mittagstisch sind bestimmte Plätze extra für StudentInnen reserviert und man bestellt das Essen nicht beim Servicepersonal, sondern zahlt zuerst am Tresen und holt sich das Essen danach selbst. Als kostenloses Getränk kann man sich Wasser selbst zapfen.

Triangel Ambiente: urig-gemütliche Sitzbänke, viele autogrammversehene Festspielstar-Bilder an der Wand und ein moderner „Lichterkranz“ an der Decke Schnelligkeit: man holt sich das Essen selbst Service: wenn man mit dem Ablauf noch nicht vertraut ist: Personal fragen Qualität des Essens: : meistens gut-bürgerliche Küche. Da man die Hauptgerichte direkt aus der Küche holt, ist es noch ordentlich heiß Quantität des Essens/der „Sattmach-Effekt“: sehr gut! Preis: Das Mittagsmenü kostet mit KHG-Gutschein (Hauptgericht nach Wahl + Suppe) nur 3,80 Euro, ohne Gutschein 4,90 Euro Nähe zur Fakultät: nur 1 Minute zu Fuß! Angebot für Vegetarier: ja

Zusammenfassung Triangel Wiener-Philharmonikergasse 7 http://www.triangel-salzburg.at: Ab 11 Uhr geöffnet Die Gerichte sind lecker und günstig, zwischen 12 und 13 Uhr ist sehr viel Betrieb!

In der nächsten Ausgabe: Posthof

Autorinnen: Manfred Krippel, Sonja Müller, Stephanie Herrwerth


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Sie sind an 3 Universitäten tätig (St. Gallen, Innsbruck und Salzburg). Warum so viele und warum gerade diese Unis? Lieber Herr Greischberger, das kam völlig ungeplant und ist – wie man so schön sagt – eine Geschichte, die das Leben schreibt, das Ergebnis von schicksalhaften Zufällen und Begegnungen. Ich war Ende der 80er-Jahre nach ersten Erfahrungen in der Konzernrechtsabteilung und Konzernplanung in einer internationalen Lawfirm und habe mich dort in einem Bereich mit Unternehmenstransaktionen beschäftigt, als ich aus St. Gallen, wo ich zuvor einen Teil meines Studiums verbrachte, das Angebot bekam, an einem sehr interessanten SpinOff mitzuwirken, der das Ziel hatte, neben der studentischen Ausbildung, Postgraduate- und später MBA-Programme für Top-Manager anzubieten, was damals ein Novum war. Ich sollte das Thema „Marktstrategien“

übernehmen und sah in diesem Pionierprojekt eine enorme Herausforderung und Spannung, zumal meine „Studenten“ meist viel älter waren als ich und ich laufend gefordert war. Das hat mich sehr geprägt und ich habe in dieser Zeit einen großen Lernund Reifeprozess vollzogen. Ich gab Wissen und bekam Feedback, Diskussion und Auseinandersetzung zurück. Bereits damals habe ich viel publiziert und irgendwann hatte sich meine Arbeit herumgesprochen, denn die Professoren Hinterhuber und Hammer aus Innsbruck sprachen mich an und luden mich 1993 ein, in einem ähnlichen Postgraduate Projekt in Innsbruck – daraus entstand das heutige MCI – mitzuwirken. Ich war damals hungrig nach Lernen, Mich-Beweisen und Erfahrung sammeln, am Beginn einer Karriere viel wichtiger als Geld verdienen übrigens, und bin auch dieser Einladung gefolgt. In diesem Mentorenumfeld habe ich lange Jahre gearbeitet und dazwischen 1994 aus der St. Galler Tätigkeit heraus den SpinOff des SpinOffs in die Beratung initiiert, die heute meine Haupttätigkeit ausmacht. Sie können sich dann vielleicht schon denken, wie ich nach Salzburg kam. Als mein Mentor, Professor Hammer, 1996 den Ruf nach Salzburg bekam, fragte er mich 1997, ob ich auch in Salzburg aktiv ein Lehrthema übernehmen möchte. Zu Salzburg hatte ich von Kindesbeinen

an durch Verwandte bereits eine Beziehung und konnte auch da nicht widerstehen. So hat sich in meinem beruflichen Leben eine Synthese aus Wissenschaft und Praxis entwickelt. Sind drei Unis zu viel, war Ihre Frage! Nein, wenn man sich a) auf ein Themengebiet konzentriert, das man souverän beherrscht und auch Grenzen setzt, b) die Logistik effizient bewältigbar ist, c) ein Team wie ich hinter sich hat, das mich unterstützt und mir diese Freiräume sichert und letztlich d) weil es mir nach bald 20 Jahren immer noch Freude macht! Der Dialog mit jungen Menschen bedeutet mir viel und ich bekomme für mein Geben auch viele Erlebnisse zurück und ich bin am Puls der Zeit mit dem Denken junger Menschen. Es wäre für mich schlimm in einem intellektuellen Elfenbeinturm zu sitzen. Ich liebe den Dialog von Praxis und Lehre/Wissenschaft und kann persönlich ausprobieren, was geht und was nicht. Heute Vorstandsvorsitzender und morgen Student – hoch spannend. Auch sehe ich meine Position an der Uni eher als die des Grenzgängers zwischen Wissenschaft und Praxis und stehe auch nicht in Konkurrenz sondern als Ergänzung zur klassischen Lehre. Meine Mission ist es, Wissen im Kontext praktischer Anwendung und Erfahrung zu vermitteln und Studenten zu verdeutlichen, was mit dem, was sie

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Interview mit Prof. Dr. Christoph Ph. Schließmann


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JusKnacker universitär lernen in einem Unternehmensalltag passiert und wo die Stärken und Schwächen von bestimmten Modellen und Instrumenten sind. Meines Erachtens muss ein Student der Rechtsoder Wirtschaftswissenschaften verstehen, wie die Dinge zusammenwirken und Systeme funktionieren, denn nur dann bekommt Wissen Sinn und Seele. Sie veröffentlichen in naher Zukunft Ihr neues Buch in dem die Hauptthematik Komplexitätsmanagement ist. Warum gerade diese Thematik? Wie wichtig glauben Sie ist dieses Thema für die Studierenden und was können Sie ihnen diesbezüglich als Tipp/Rat fürs weitere Studium und die Berufswelt mitgeben? Das Buch „­Interdependency. Unternehmensführung und Riskmanagement in komplexen Systemen“, das ich im Januar 2010 veröffentliche, ist das Ergebnis vieler Jahre Forschung im Bereich systemischer Risiken und Komplexität. Spätestens seit der Krise weiss ich, wie wichtig dieses Thema für die Zukunft wird. Im Rahmen der 71. Jahres­ tagung des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V., hat ein Expertenforum im Juni 2009 in beeindruckender Offenheit diskutiert und eingeräumt, dass die Wirtschaftskrise uns in überdeutlicher Weise – einem Warnschuss gleich – vor Augen hält, welche ­Auswüchse entstehen können, dadurch, dass wir Systeme, deren Interdependenzen und ­Komplexitäten

­ nterschätzt u bzw. verkannt ­haben. Diese müssen wir nun erleben und ausbaden. Das Wissen um systemisches Management und Komplexität hatte trotz aller Betonung von „Ganzheitlichkeit“ bislang nie – vor allem in der praktischen Unternehmensführung – die zentrale Bedeutung, die ihm den jüngsten ­Erfahrungen nach zukommen müsste. Vielleicht fehlte es am Bewusstsein, vielleicht war es vielen zu anspruchsvoll, komplex und unpragmatisch – egal, die Zeit ist Reif für ein deutliches Plädoyer für einen selbstverständlicheren Umgang mit Interdependenzen in komplexen Systemen. Mein im Buch vorgestellter Interdependenzansatz ist ein engagiertes Plädoyer für die unabdingbare Notwendigkeit des professionelleren Erlernens des Umgangs mit einer immer interdependenteren und in zunehmendem Maße komplexer werdenden Welt. Wir brauchen dringend Menschen und Organisationen, die etwas von Systemen und systemischen Risiken verstehen und eine Sensibilität für Komplexität entwickeln können! Ansonsten wird es kaum gelingen, Finanzsystem und Wirtschaft überall auf der Welt neu zu strukturieren. Sicher ist, dass wir komplexe Systeme niemals beherrschen können, aber besser damit umgehen lernen – das können wir sehr wohl. Unternehmen heute sind im Kern änderungsfeindlich, weil

sie auf Erhalt gebaut sind. Dass Wandel ein Datum sei, erklären viele lauthals, wollen aber bei sich selbst nicht anfangen. Vielleicht braucht es eine neue Generation wirklich systemisch denkender Menschen, um geistig-kulturelle Mauern einzureißen. Zur Veränderung gehört Mut, sich selbst in Frage zu stellen oder Menschen, die dies als selbstverständlich gelernt haben. Arbeiten Sie daran und engagieren Sie sich für das Thema – das ist der beste Rat den ich geben kann. Ich lasse diese Erkenntnisse auch in meine Seminare einfließen. Der Bologna Prozess ist in Österreichs Privatwirtschaft noch nicht wirklich angekommen. Wie sehen Sie die Thematik Bakk/ Master System verbunden mit der mangelnden Akzeptanz in der Privatwirtschaft und würden Sie trotzdem das Recht & Wirtschaftsstudium empfehlen? Ich war wie viele hier in Salzburg vom Ansturm und Erfolg des Studienganges überrascht und dennoch habe ich es heimlich gewünscht, dass dieses Studium Zuspruch findet. Ich selbst habe Jura und BWL studiert und mich vor allem als Referendar wertvolle Monate meines Lebens mit Themen wie Prozessordnungen, Straf- oder Verwaltungsrecht beschäftigen müssen, obwohl ich 100% wusste, dass ich nie in dieser Richtung beruflich tätig werden wollte. In meiner Zeit als Wirtschaftsanwalt habe ich dagegen bei rein juristisch


­ usgebildeten Kollegen gemerkt, a wie schwer die sich taten unternehmerische Zusammenhänge zu begreifen und dass die Juristerei kein Selbstzweck ist, sondern der Sicherstellung der Ziele und Strategien des Unternehmens dienen muss. Für einen Unternehmenssyndikus kann z.B. ein Master in Wirtschaft & Recht die ideale Ausbildung sein, denn er bekommt genau das Rüstzeug, das er braucht, um das Tagesgeschäft in einem Unternehmen zu bewältigen und als Anwalt darf er berufsrechtlich sowieso nicht auftreten. Wie ­alles, braucht auch dieses Studium seine Zeit, um Akzeptanz zu finden, denn auf der anderen Seite stehen Personalentscheider, die noch sehr traditionell ausgebildet sind und meist das Studium nicht einzuschätzen wissen. Es braucht Zeit, aber Qualität setzt sich durch, davon bin ich überzeugt. Ich würde dieses Studium auch dem eigenen Kind – bei entsprechender Neigung – als Basis empfehlen und dazu einen MBA in den USA an einer guten Adresse. Gerade Sie als Prof. der Wirtschaftswissenschaften haben sich bestimmt den einen oder anderen Gedanken über die Finanzkrise gemacht. Ändert sich Ihre Branche durch ­diese ­Krise? Wie sehen Sie auch hier die Problematik der derzeitigen Börsenrally, bei der von vielen „Wirtschaftsweisen“ eine neue Blase im Finanzsystem prognostiziert wird?

Das ist pauschal schwer zu beantworten, Herr Greischberger! Aber wenn ich hier etwas plakativ sein darf, habe ich durch persönliche Beobachtung das Gefühl, dass viele nicht wirklich aus der Krise gelernt haben und erste Anzeichen von Verbesserung als Aufruf zum „Business as Usual“ missverstehen. Eine der Hauptursachen sind fünf ineinander greifende Faktoren: die Gier unserer System-Kultur nach Ausreizung betriebswirtschaftlich Machbarem, die fatale Unterschätzung der Wirkung komplexer Systeme, deren mangelhaftes Verstehen sowie der Irrglaube an die Beherrschbarkeit komplexer Systeme als auch über die verlässliche Berechenbarkeit von deren Risiken. Die Krise ist eine Herausforderung an uns alle zu lernen, in einer ganz anderen Qualität mit Komplexität und Interdependenzen umzugehen. Die Krise ist in erster Linie eine Krise der uns eigenen Denkweise und Erkenntnisfähigkeit bzw. die Quittung dafür. Wir können Strukturen für das Weltorchester der Zukunft aber nur schaffen, wenn es gelingt, die Menschen darin zu einem neuen Denken und Handeln zu führen. Lassen Sie mich das, was ich meine an einem Bild aufzeigen: Was wissen Sie über Frösche Herr Greischberger? Nun, die Biologie offenbart oft Phänomene, die zur Beschreibung einer besonderen Situation hilfreich sind. Untersuchungen haben

gezeigt, dass ein Frosch, den man in einen Behälter setzt, in dem sich Wasser aus seinem gewohnten Habitat befindet, selbst dann keine Reaktionen auf Umfeldveränderungen zeigt, wenn das Wasser um ihn herum langsam bis zum Siedepunkt erhitzt wird. Er stirbt aufgebläht und glücklich. Wird er dagegen in bereits kochendes Wasser geworfen, springt er sofort wieder heraus – angebrüht vielleicht, aber lebendig! Daraus leite ich eine spannende Frage ab: Haben wir uns auf volks- und betriebswirtschaftlicher Ebene in den Vergangenheit nicht wie Frösche im Habitat aufgeführt und so an unseren gewohnten Besitzständen festgehalten, dass wir nicht einmal gemerkt haben oder merken wollten, als diese sich langsam erhitzten? Am Siedepunkt „Krise“ sind viele Unternehmen wirtschaftlich bereits verkocht und ich habe derzeit das Gefühl, dass zu viele selbst aus der Krise noch nicht gelernt haben und Konsequenzen ziehen. Vielmehr drängt sich mir das Bild des Luftschutzkellers auf, in dem einige sitzen, ihre Besitzstände festhaltend, warten bis der Staub sich gelegt hat, um dann wieder hochzukommen und „business as usual“ zu machen. Sie denken, die Zeit würde schon wieder alles in Ordnung bringen und alles wird wieder „normal“. Ja ich habe auch gelesen, dass die Banken schon wieder dicke Boni zahlen… Fein,

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JusKnacker nachdem der Steuerzahler ihnen auf die Beine half. Aber meine ganz deutliche Antwort: Die aktuelle Börsenrally hat nichts mit der realen Situation in der Realwirtschaft zu tun und ist nicht repräsentativ für die Wirtschaft. Wachen wir auf und benehmen uns nicht wie Frösche! Normalität war gestern. Kann man als Dozent die Studenten in die praktische Berufswelt einführen oder ist hier der Handlungsspielraum der Forschenden und Lehrenden an der Universität relativ klein und es kommt bei den Studierenden auf die Eigeninitiative und das Eigenengagement an?

Eindeutig ja und ich weiss nicht wie meine Studenten das sehen, aber das ist meine ganz persönliche Mission und ich versuche diese seit 1997 in Salzburg auch einzubringen. Forschung dient einer Gesellschaft und es ist mein Auftrag als Lehrender, meinen Studenten und Studentinnen mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen zu verdeutlichen, wie die Welt funktioniert und die ist nicht schwarz-weiss, nicht Wissenschaft hier und Praxis dort sondern Sowohl-Als-Auch! Konkret bedeutet dies z.B., die theoretische Wissensvermittlung mit konkreten Fallbeispielen zu verbinden und den Wissenstransfer interaktiv zu praktizieren. Da-

rum bemühen wir uns – und da spreche ich für alle Kollegen und Kolleginnen - ja auch gerade im Studium Recht & Wirtschaft. Die Proseminare BLF haben dieses Konzept bereits! Letztlich – und da treffen Sie mit Ihrer Frage bereits ins Schwarze – kommt es aber auch auf jeden Studierenden an, was er daraus macht. Er hat vielfach die Wahl, soweit möglich, sich die Dozenten und Lehrangebote auszuwählen, die seinen Zielen und Lernwünschen am nächsten liegen. Auch die Uni ist ein Marktplatz und jeder Lehrende bietet sich und seine Expertise an… Clemens Greischberger

Professor Dr. Christoph Ph. Schließmann Der Gründer und CEO der internationalen Strategieberatung CPS Schließmann . St. Gallen Consultants . Rechtsanwälte mit Hauptsitz in Frankfurt am Main studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in München, Erlangen-Nürnberg sowie St. Gallen und zuletzt Stanford (dort war er u.a. Schüler von Prof. Jerry Porras dem Co-Autor von Jim Collins in „Visionary Companies“ und „Built to Last“ und Prof. Robert Burgelman). Christoph Schließmann ist seit 1991 Gründungsdozent für Strategie am St. Galler Management Programm und lehrt Strategische Unternehmensführung und Entrepreneurship seit 1993 in Innsbruck und seit 1997 in Salzburg. Seine aktuellen Forschungsarbeiten zu „komplexitätsbedingten Systemrisiken“ führten zu einer innovativen Methode zur Erkennung, Messung und Steuerung riskanter Systemkomplexität und werden im Januar 2010 im neuen Buch „Interdependency. Unternehmensführung und Risikomanagement in komplexen Systemen“ mit vielen Praxisbeispielen publiziert. Privat lebt er mit seiner Familie im mainfränkischen Weinland nahe Frankfurt. Lieblingshobbies sind Skifahren, Berggehen, Segeln, Motorradtouren.


17 Univ. Prof. Dr. Kurt Schmoller, der Mann auf der weißen Vespa, hat bis zum 1. Oktober 2009 für 5 ½ Jahre die Entwicklung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Salzburg als Dekan wesentlich mitgestaltet. Er war in dieser Tätigkeit unter anderem für die Studienvertretung häufig erste Ansprechperson und hat uns bei vielen unserer Anliegen unterstützt. Durch diplomatisches Fingerspitzengefühl und eigene Lösungsvorschläge hat Prof. Schmoller auch des Öfteren ganz wesentlich zur Lösung von Konflikten beigetragen. Aber auch die wissenschaftliche Karriere von Prof. Schmoller ist mehr als sehenswert, unter anderem wurde ihm im Jahr 1987 der Wissenschaftspreis der Stadt Salzburg verliehen und seit dem Jahr 2007 ist er korrespondierendes Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Worin bestanden Ihre wesentlichen Aufgaben als Dekan? Prof. Schmoller: Als Dekan war ich verantwortlich für das Prüfungswesen, die Lehre und habe den Vorsitz im Fakultätsrat geführt. Darüber hinaus erfüllt man natürlich auch eine gewisse repräsentative Aufgabe und muss vielfach koordinieren. Als Dekan waren Sie häufig auch mit Dingen beschäftigt, die nichts mit Forschung oder Lehre zu tun haben, hat sich das Dekansamt auf Ihre Professorentätigkeit ausgewirkt?

Prof. Schmoller: Auf die Lehre, die mir ein besonderes Anliegen ist, im Großen und Ganzen nicht. In der Forschung waren freilich in Zeiten, in denen als Dekan viel zu tun war, Abstriche hinzunehmen, aber ich habe mich bemüht, dennoch regelmäßig wissenschaftliche Beiträge zu veröffentlichen. Allerdings wird man manchmal schon im Arbeitsvorgang unterbrochen, und dann dauert es etwas, bis man wieder „zurückfindet“. Auf wie viele Ansprachen sind Sie im Laufe der Jahre gekommen und hat man da vielleicht auch als routinierter Prof. bei der ein oder anderen Ansprache noch hin und wieder etwas Lampenfieber?

Prof. Schmoller: (überlegt kurz) Es ist schwer, da aus dem Stegreif eine Zahl zu nennen, … aber ich kann es Ihnen zeigen (Prof. Schmoller holt einen beachtlich dicken Ordner mit diversen Eröffnungsreden) … es

ist doch einiges zusammengekommen … Lampenfieber hatte ich eher selten, mit der Zeit gewinnt man aber trotzdem noch etwas mehr Routine dazu. Die Herausforderung bei solchen Ansprachen ist oft die, dass man die vielen verschiedenen Zielgruppen von Zuhörern gleichermaßen anspricht, z.B. Eltern und Verwandte (bei Sponsionen), Studierende und Professoren, und dabei niemanden unter- bzw. überfordert. Worin würden Sie die größten Herausforderungen in der Tätigkeit als Dekan sehen? Gibt es etwas, auf das Sie mit Stolz zurückblicken? Prof. Schmoller: Eine besondere Herausforderung war sicher die Einführung der zweiten Studienrichtung (Recht und Wirtschaft), welche ja genau in meine Amtszeit gefallen ist. Das ist auch etwas, auf das meine KollegInnen und ich mit ein wenig Stolz zurückblicken, auch im Hinblick auf die Gesamtzahl der Studierenden an der Rechtswissenschaftlichen

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Interview mit dem ehemaligen Dekan o.Univ.-Prof. Dr. Kurt Schmoller


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JusKnacker Fakultät Salzburg: im Jahr 2004 standen wir bei unter 1400, mittlerweile sind es fast 3700 Studierende. Rückblickend kann man sagen, dass sich das Studium „Recht und Wirtschaft“ mit großem Erfolg etabliert hat. Ihnen ist am Beginn Ihrer wissenschaftlichen Karriere etwas ganz bemerkenswertes gelungen…unter den Studierenden erzählt man sich, Sie hätten mit „magna cum laude“ promoviert. Geht das in Österreich und wenn ja, was muss man dafür leisten? Prof. Schmoller: Magna cum laude gibt es in Österreich nicht, hier heißt es „sub auspiciis praesidentis“ (unter der Aufsichten des Präsidenten – hier nimmt der BP die

Promotion persönlich vor). Dabei muss man ab der Oberstufe alle Pflichtzeugnisse mit ausgezeichnetem Erfolg abschließen und im Studium ebenfalls alle Pflichtprüfungen mit Sehr Gut bestehen… (scherzhaft): aber mittlerweile ist das ja schon verjährt. Die weiße Vespa ist ja so etwas wie Ihr Markenzeichen an der Fakultät …? Prof. Schmoller: (lacht) War mir eigentlich gar nicht so bewusst, ich wurde aber schon einmal von den Damen im Prüfungsreferat darauf angesprochen, dass es nicht so ganz alltäglich sei … für mich ist es aber vor allem einfach praktisch, allerdings ist das Baujahr mit 1982 nicht mehr das jüngste…

da wird man natürlich auch immer ein bisschen an das eigene Alter erinnert. Ist die Vespa ein Dienstfahrzeug oder privates Eigentum? Schließlich fahren Sie damit auch regelmäßig bis zur Uni vor? Als Dienstfahrzeug müsste die Vespa ja an Ihren Nachfolger Prof. Harrer übergehen? Prof. Schmoller: (amüsiert) Nein, die Vespa ist mein privates Fahrzeug, man braucht nur eine Genehmigung für die Zufahrt und Einstellung, die Vespa geht also nicht an Prof. Harrer über, der hat übrigens eine eigene Vespa, parkt allerdings etwas abseits in seiner Kanzlei in der Getreidegasse. Manfred Krippel

Interview mit dem neuen Dekan o.Univ.-Prof. Dr. Friedrich Harrer

Seit 1. Oktober 2009 ist Univ. Prof. Dr. Friedrich Harrer neuer Dekan an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg. Dekan Harrer zeichnet aber nicht nur seine mehr als beeindruckende Vita aus – mit 21 Jahren Promotion

zum Dr. iur. an unserer Universität, mit 31 Jahren eingetragener Rechtsanwalt, ordentlicher Professor mit 37 Jahren und nun, mit gerade einmal 51 Jahren, neuer Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Er ist auch glücklich verheiratet und Vater von zwei Kindern (12, 18). Doch welcher Mensch steht hinter den vielen Fakten? Um dieser Frage nachzugehen, haben wir den neuen Dekan zu einem Gespräch gebeten. Herr Dekan Sie haben ja eine beeindruckende Karriere hinter sich und dabei sind Sie noch jung. Was treibt Sie an?

Dekan Harrer: Ehrlich gesagt war die wissenschaftliche Tätigkeit im universitären Rahmen immer das wichtigste Element in meiner Arbeit. Im Zuge dieser insbesondere das Verfassen von Beiträgen und natürlich die Lehrtätigkeit. Ich habe im Laufe meiner Laufbahn einiges kennen gelernt: ein wenig richterliche Tätigkeit, hie und da die anwaltliche Tätigkeit, aber am meisten Freude hat mir immer die universitäre Tätigkeit gemacht. Sie sind ja unter anderem Dekan, ordentlicher Professor an unserer Universität und Partner in der Kanzlei mit


19 Ihrer Frau. Zusätzlich sind Sie noch bei der Salzburger Rechtsanwaltskammer und der Evers-Marcic-Stiftung engagiert und nicht zu vergessen Ehemann und Vater. Wie viele Stunden hat Ihr Arbeitstag? Dekan Harrer: Lassen Sie mich das relativieren. Meine Frau leitet die Kanzlei hervorragend und übernimmt die ganze operative Tätigkeit. Für mich bleiben da höchstens ein paar ausgewählte Fälle, die ich dann betreue. Ich halte es dezidiert für ausgeschlossen, dass jemand z.B. in Wien Anwalt spielt und bei uns Professor wird. Dagegen würde ich mich mit Händen und Füßen wehren. Ansonsten versuche ich die Zeit, die mir mit meiner Familie bleibt, intensiv zu nutzen. Da wären unsere Abende, Wochenenden und natürlich die Urlaube. Wir waren vor kurzem z. B. in Kanada. Grundsätzlich halte ich die derzeitige Entwicklung am Arbeitsmarkt dahingehend für bedenklich, dass es immer schwieriger wird, Beruf und Familie vernünftig unter einen Hut zu bringen. Trotzdem glaube ich, dass es sich rächt wenn man insbesondere auf die Kinder keine Rücksicht nimmt. Zum Beispiel hatte ich am Anfang meiner Karriere ein sehr interessantes Angebot für den Privatrechts-Lehrstuhl in Ingolstadt, jedoch war Alexander schon da und meine Frau war bereits Anwältin, da kann man dann auch nicht einfach so sagen wir ziehen jetzt dann mal nach Ingolstadt. Was würden Sie meinen Kommilitonen/innen raten wie Beruf und Familie doch unter einen Hut zu bringen ist? Dekan Harrer: (denkt kurz nach) Ehrlich gesagt habe ich auch kein Patentrezept. Noch einmal, ich halte diese Rücksichtslosigkeit am Arbeitsmarkt für sehr bedenklich, „das muss

sich alles ausgehen“, ein Kind braucht dich wenn es dich braucht und nicht wenn du Zeit hast! Würden Sie sagen, dass diese Problematik im Staatsdienst leichter zu handhaben wäre? Dekan Harrer: Natürlich, meine Frau hat beim 1. Kind 3 Tage unterbrochen und beim 2. Kind 4 Tage! Beim Staatsdienst da gehen´s halt in Karenz und passt. Das heißt auch Selbständigkeit ist hier keine Lösung? Dekan Harrer: Nein, überhaupt nicht. Das interessiert einfach keinen. Nun aber zu etwas anderem. Die Liste Ihrer Veröffentlichungen beträgt sage und schreibe 12 Seiten. Aber ins Auge gesprungen ist mir besonders Ihre Letzte: „Ganzheitliches Denken und Naturmystik bei Goethe“. Was hat es damit auf sich? Dekan Harrer: (schmunzelt) Hier muss ich ein wenig ausholen. Es gab zwei Dinge die mich vor der Juristerei interessierten. Dies waren zum einen Tiere und hier Speziell die Ethologie, also die Verhaltensforschung, und meine zweite Leidenschaft: die Literatur. Vor ca. 15 Jahren habe ich begonnen, mich mit dem Thema Tierschutz zu beschäftigen. Hierbei geht es mir aber nicht im Speziellen um die juristischen Aspekte dabei, sondern wie es geistesgeschichtlich dazu kommen konnte, dass wir unsere Mitgeschöpfe so behandeln, wie wir sie behandeln, nämlich als Ware. Und da gibt’s nun einen Band der sich an sich mit Mystik befasst. Mein Thema dort war Goethe, weil das auch so ein Steckenpferd von mir ist. Bei Goethe ist das nun unglaublich interessant, nämlich die ökologischen Aspekte besonders im Faust II. Er war eigentlich ein Visionär, speziell auch was die industrielle Entwicklung

betraf. Dieses zu erklären habe ich in dieser Veröffentlichung versucht. Was sind Ihre Ziele als neuer ­Dekan? Dekan Harrer: Also zunächst will ich mal dem Kollegen Schmoller für die reibungslose Übergabe des Amtes danken. Ich übernehme die Fakultät in einem sehr guten Zustand. Es liegen mir aber besonders zwei Sachen am Herzen die ich in meiner Funktionsperiode anpacken will. Zum einen wollen wir die Anzahl der Dissertationen erhöhen ohne jedoch an Qualität einzubüssen. Da denke ich insbesondere an das Projekt mit dem Steuerrechtsinstitut wo wir bestimmte Themen aus dem Unternehmens bzw. -Steuerrecht durch Dissertanten bearbeiten lassen wollen. Also ein etwas anderer Weg als bisher, wo die Studenten eher mit den Themenvorschlägen an uns herangetreten sind, wollen wir zukünftig ausgesuchte Problemfelder, die wir vorher Vorgeben, durch die Studenten bearbeiten lassen. Als zweites wollen wir eine Lehrkanzel für Rechtsphilosophie an unserer Fakultät einrichten. Damit will ich einen Akzent hin zu mehr Forschung setzen. Damit Sie das richtig verstehen: mir ist klar, dass eine fundierte und qualitativ hochwertige Ausbildung das A und O jeder Rechtswissenschaftlichen Fakultät ist. Aber wenn Sie das historisch betrachten: eine Universität der es gut geht war nie eine reine Berufsschule! Also vor den großen Reformen des Wilhelm von Humboldt (red. Bruder von Alexander von Humboldt) Anfang des 19. Jh. waren die Universitäten ja Berufsschulen für Pfarrer und Beamte und das war der Tiefpunkt! Vielen Dank für das Gespräch. Igor Murkovic


JusKnacker Termine

Stammtisch/Tutorium

Glühwein-Adventsumtrunk 4.12. und 11.12. in der Fachbereichsbibliothek. Gesponsert von den Kanzleien Wolf-Theiss und Schönherr.

Rodelausflug Der diesjährige Rodelausflug findet voraussichtlich am Freitag, den 15.1.2010, statt. Bitte rechtzeitig anmelden!

SJG-Vorträge 10.12. („Grundbuch 2010“), 14.1. („Schutz vor Naturgefahren und Haftung“) jeweils um 18.30 Uhr im HS 207 (Toskanatrakt)

Moot-Court Finale Freitag, 29. Jänner, ab 14 Uhr

Prüfungstermine/Anmeldung 25.1. – 29.1./4.1. – 8.1. 22.2.–26.2./4.2.–10.2. Termine und Ankündigungen nehmen wir gerne entgegen unter E-Mail: stv.jus@gmx.at oder jusknacker@gmx.at Tel.: +43 662 8044 6015 Alle Angaben ohne Gewähr.

Impressum Österreichische HochschülerInnenschaft an der Universität Salzburg – Studierendenvertretung Juridicum Churfürststraße 1 5020 Salzburg Tel.: 0662/8044 -6014 oder -6015 E-Mail: stv.jus@gmx.at Zeitung der Studierendenvertretung Juridicum (Salzburg), Redaktion: Stephanie Herrwerth, Bettina Lechner, Sonja Müller, Clemens Greischberger


JusKnacker_Ausgabe 2  

Fakultätszeitung der Studienvertretung Juridicum an der Universität Salzburg

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