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Freitag, 7. April 2017 | Bahnhofstraße 4, 49716 Meppen

KREIS EMSLAND

www.noz.de/meppener-tagespost

72. Jg., Nr. 83 | Einzelpreis 1,90 €

Esterfelder gegen neues Sondergebiet

Roaming-Gebühren in der EU gehören ab Mitte Juni der Vergangenheit an

Strafzinsen im Kreis kein Tabu mehr dgt MEPPEN. Auch im Landkreis Emsland sind Strafzinsen für hohe Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten kein Tabu mehr. Abgelehnt wird von den hiesigen Banken aber das Thema Zusatzgebühren für Abhebungen an Geldautomaten. Seite 9

ma MEPPEN. Der Gegen-

POLITIK

Ost-Förderung geht weiter dpa BERLIN. Mit Investitionen in strukturschwache Ost-Regionen soll 2017 ein Bundesprogramm starten, das 2020 für weitere Regionen in ganz Deutschland geöffnet wird. Bis 2019 will das Forschungsministerium 150 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Seite 2

NORDWEST

Endgültig beschlossene Sache: das Aus für Roaming-Gebühren in Europa. Das Europaparlament hat gestern eine Verordnung verabschiedet, die Obergrenzen für die gegenseitige Gebührenabrech-

nung zwischen europäischen Mobilfunkunternehmen festlegt. Damit steht der Abschaffung der Roaming-Gebühren ab 15. Juni nichts mehr im Weg. Dann wird das Telefonieren, SMS-Schreiben und

Surfen im europäischen Ausland für den Endverbraucher kostenfrei. Grundsätzlich zahlt der Kunde nur so viel, wie er auch im Heimatland zahlt. Die Neuregelung enthält allerdings eine Missbrauchsklausel.

Diese soll verhindern, dass etwa ein in Deutschland lebender Verbraucher einen Handyvertrag in einem anderen Land abschließt, wo die Gebühren deutlich billiger sind. Seite 24

Foto: imago/Peter Widmann

Offshore-Terminal: Baustopp bestätigt dpa BREMEN. Das Oberverwaltungsgericht Bremen hat den Baustopp für das umstrittene OffshoreTerminal in Bremerhaven bestätigt. Der Bau von Industrieprojekten in Naturschutzgebieten sei nur in Ausnahmefällen möglich, Seite 5 so die Richter.

WIRTSCHAFT

Milliardenverlust bei der Nord/LB klw HANNOVER. Die weltweite Schiffskrise macht der Landesbank Nord/LB zu schaffen: Das Institut verbucht für 2016 einen Milliardenverlust, ebenso die Bremer Tochter BLB. Konzernchef Thomas Bürkle kündigte einen Jobabbau an. Seite 7

WELTSPIEGEL

Bögerl-Mord bleibt weiter ungelöst AFP ELLWANGEN. Sieben Jahre nach dem Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl hat sich nach einer TV-Sendung die Hoffnung auf eine heiße Spur schnell wieder zerschlagen. Ein DNA-Vergleich fiel gestern Seite 23 negativ aus.

KULTUR

Documenta 14 startet in Athen lü ATHEN. Eine Pressekon-

ferenz als Performance: Die Documenta 14 startet in Athen als Fanal politischen Engagements. Im Konzerthaus Mégaro Mousíkis geht es weniger um Kunst als um die Krise EuSeite 26 ropas.

TERMINE Kinoprogramm, Service und Veranstaltungen in unserer Region. Seite 22

Gefährder nach Nigeria abgeschoben Islamist aus Göttingen nun in Afrika – Lebenslanges Wiedereinreiseverbot Niedersachsen hat einen in Deutschland geborenen islamistischen Gefährder nach Nigeria abgeschoben. Er war Anfang Februar in Göttingen gemeinsam mit einem Algerier unter Terrorverdacht festgenommen worden. Beide Männer sollen einen Anschlag geplant haben. Von Dirk Fisser OSNABRÜCK. Der Abschiebung nach Afrika ging eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts voraus, das die entsprechende Anordnung von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bestätigt hatte. Eine Klage des Mannes vor dem Bundesverfassungsgericht wurde mangels Erfolgsaussichten gar nicht erst verhandelt, sondern abgewiesen. Wie Pistorius am Donnerstag im Landtag erklärte, sei der Nigerianer am Mittwochabend per Hubschrauber und in Begleitung bewaffneter Polizisten nach Stuttgart geflogen worden. Von hier aus sei ein Sammelcharterflug nach Nigeria gestartet, wo der 22-Jährige gegen 8.50

KOMMENTAR

Ein Gefährder weniger

N

un mal ganz langsam: Einer von deutschlandweit mehreren Hundert islamistischen Gefährdern ist erfolgreich abgeschoben und Gefahr nachhaltig gebannt worden. In den allermeisten übrigen Fällen wird die gefeierte Methode Pistorius aber nicht funktionieren. Etwa weil nicht klar ist, woher die mutmaßlichen Terroristen überhaupt stammen, oder die Herkunftsländer die Rücknahme verweigern oder die Gefährder Deutsche sind. Der Rattenschwanz an Einschränkungen zeigt: Die Vorgehensweise bei der er-

Uhr am Donnerstagmorgen gelandet sei. Gegen den Mann gilt laut Innenministerium ein lebenslanges Wiedereinreiseverbot für die Bundesrepublik. Sollte er dennoch in Deutschland aufgegriffen werden, käme er umgehend in Abschiebehaft. Hier befindet sich nach wie vor der 27 Jahre alte Algerier, der am 9. Februar ge-

an die verunsicherte Bevölkerung. Die musste nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag von Berlin den Eindruck gewinnen, Deutschlands Sicherheitsbehörden folgreichen Abschiebung seien mehr damit beschäfdes Nigerianers ist nicht die tigt, sich durch das föderale Lösung aller Probleme mit Zuständigkeitendickicht zu Gefährdern. Sie ist aber ein kämpfen, statt Gefahrenabwichtiger Baustein beim wehr zu betreiben. Vorgehen gegen die IslamisFür den Moment gilt siten. Denn jeder Gefährder cherlich: ein Lob an die viel weniger in Deutschland ist gescholtene Polizei, an Pisgut für die Sicherheit hiertorius und alle weiteren bezulande. In einem Punkt irrt teiligten Behörden. Aber Innenminister Boris Pistori- jetzt muss es heißen, weiterus: Sein Vorgehen ist kein machen, wachsam bleiben! Signal an fanatische Islamisten, sondern vorrangig d.fisser@noz.de

Von Dirk Fisser

meinsam mit dem Nigerianer in Göttingen aus Gründen der Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen worden war. Die Behörden in Niedersachsen warten auf eine Zusage aus Algerien, dass der mutmaßliche Islamist hier nach seiner Abschiebung nicht gefoltert wird. Eine solche Zusage hatte das Bundesverwaltungsgericht als Voraussetzung für eine

Abschiebung des ebenfalls in Deutschland geborenen Mannes gemacht. Niedersachsen sende bundesweit ein klares Signal an alle Fanatiker, so Pistorius. Die Behörden hatten sich bei der Abschiebung auf einen Paragrafen im Ausländerrecht gestützt und damit nun erstmals einen Islamisten abgeschoben, ohne dass der zuvor eine Straftat begangen

hatte. Die gesetzliche Möglichkeit dazu war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geschaffen worden. Eine Abschiebeanordnung ist demnach möglich „aufgrund einer auf Tatsachen gestützten Prognose zur Abwehr einer besonderen Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder einer terroristischen Gefahr [. . .]“. Zwei Fälle in Bremen Dem Vorbild Niedersachsens folgend, hatten mehrere Bundesländer angekündigt, die Abschiebung ausländischer Gefährder auf diesem Wege prüfen zu wollen. So sitzen in Bremen derzeit zwei Männer in Abschiebehaft, denen die Behörden islamistisch motivierte Anschläge zutrauen. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hatte den 18-jährigen Russen und den 36-jährigen Algerier als „ausgesprochen gefährlich“ bezeichnet. Beide wehren sich vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die Abschiebungen. Eine Sprecherin des Senators sagte, eine Entscheidung stünde noch aus. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

EU-Parlamentsvize wirft Bundesregierung Wahlkampftaktik vor – „Land sollte aus dem Euro austreten“ OSNABRÜCK. Die Griechenland-Krise ist zurück. Die Geldgeber, darunter Deutschland, streiten um weitere Milliardenkredite für Athen, obwohl die griechische Regierung die zugesagten Reformen verschleppt.

WETTER

Der Vizepräsident des EUParlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), wirft der Bundesregierung vor, die Bürger über die aussichtslose Lage Griechenlands zu täuschen. Lambsdorff sagte unserer Redaktion: „Die Bundesregierung will das Thema bis zur Bundestagswahl im

IM EMSLAND

September unter der Decke halten.“ Deshalb werde Griechenland nun weitere Milliarden-Kredite erhalten, obwohl klar sei, dass die Regierung in Athen die Schulden nicht zurückzahlen könne. Lambsdorff verwies auf den Internationalen Währungsfonds (IWF), der die

SEITE 8

FERNSEHEN

Schuldentragfähigkeit Griechenlands nicht gegeben sehe und sich deshalb nicht am laufenden Hilfspaket beteilige: „Wenn Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt, alles sei auf einem guten Weg, fasst man sich an den Kopf.“ Die Union verschleppe die Krise. Lambsdorff forderte SEITE 25

Eltern allein zu Haus – Frau Busche Der letzte Teil der ARD-Trilogie überzeugt mit gepfefferten Dialogen und spielfreudigen Darstellern. Das Erste, 20.15 Uhr

die Regierung auf, die Zahlungen an Griechenland einzustellen. „Die Griechenland-Rettung ist gescheitert. Die Bundesregierung ist genauso wie die Eurogruppe auf dem Holzweg.“ Sein Fazit: „Der Austritt aus dem Euro ist der bessere Weg für alle Beteiligten.“ Seite 4

BÖRSE

Trump erwägt Luftangriffe auf Assad-Truppen AFP WASHINGTON. Nach

dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien mit Dutzenden Toten erwägt die Regierung von US-Präsident Donald Trump Militäreinsätze gegen die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Wie ein USRegierungsmitarbeiter am Donnerstag sagte, präsentierte Verteidigungsminister James Mattis dem Präsidenten mehrere Optionen. Dazu gehörten Angriffe, welche die syrische Luftwaffe dazu zwingen sollten, am Boden zu bleiben. Trump habe die Liste der Optionen bei Mattis angefordert, sagte der Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Es seien aber noch keine Entscheidungen über das Vorgehen Seite 3 getroffen worden.

Nach 25 Jahren wieder Echo für Lindenberg

Terrorgefahr in Deutschland: mehr auf noz.de/sicherheit

Lambsdorff: Berlin verschleiert Griechenland-Krise Von Marion Trimborn

wind gegen ein neues Sonder- und Mischgebiet in Meppen-Esterfeld wird stärker. Mehr als 2000 Unterschriften hat die Meppener Bürgerinitiative (BI) Esterfeld inzwischen gesammelt. Die Bürger wollen die geplante Ansiedlung des Baustoffhandels Mayrose an der Fullener Straße verhindern. Das Sonder- und Mischgebiet entsteht in direkter Nachbarschaft zum größten Meppener Wohngebiet. In einem Pressegespräch sagten drei BI-Sprecher, dass sie ein Bürgerbegehren über die Pläne der Stadt Meppen anstreben. Von der insgesamt 12,9 Hektar großen Fläche an der Fullener Straße sollen 7,66 Hektar als Sondergebiet ausgewiesen werden. Hier will sich der Baustoffhandel ansiedeln. Das Unternehmen hat bislang seinen nur zwei Hektar großen Hauptstandort an der Schützenstraße. Seite 15

SEITE 6

DAX 12 230,89 (+ 13,35) MDAX 24 110,53 (+ 100,53) Dow Jones 20 662,95 (+ 14,80) Nasdaq Comp. 5 878,95 (+ 14,47) Euro 1,0666 $ (– 0,12 Cent)

Udo Lindenberg

Foto: dpa

dpa BERLIN. Deutschrock-

Veteran Udo Lindenberg ist bei der diesjährigen EchoVerleihung als bester deutscher Pop-Künstler ausgezeichnet worden. Der 70-Jährige („Stärker als die Zeit“) siegte am Donnerstagabend ganze 25 Jahre, nachdem er seinen ersten Echo gewonnen hatte. „Eine gigantische Ehre“ sei das, sagte der Panikrocker. „Andere Leute gehen in Rente, und wir pushen immer weiter.“ Seite 26 Meppener Tagespost Telefon: 05931/940-0 Abo-Service: 05931/940-122 Anzeigen 05931/940-133 Eine Zeitung der


POLITIK

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150 Millionen Euro für Ost-Länder

KOMPAKT

Weg für Reform der Pflegeberufe frei dpa BERLIN. Nach langem Ringen ist der Weg für eine Reform der Pflegeberufe frei. Das teilten die stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Carola Reimann und Karl Lauterbach gestern in Berlin mit. Demnach soll künftig die Ausbildung mit einer zweijährigen generalistischen Pflegeausbildung beginnen. Nach zwei Jahren sollen die Azubis die generalistische Ausbildung fortsetzen oder den bisherigen Abschluss als Altenpfleger oder Kinderkrankenpfleger wählen können. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege soll es nicht mehr geben.

20 mutmaßliche türkische Spione AFP BERLIN. In Deutsch-

land laufen momentan Ermittlungsverfahren gegen 20 mutmaßliche türkische Spione. „Derzeit wird gegen insgesamt 20 Beschuldigte sowie gegen unbekannt wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit im Auftrag der türkischen Regierung ermittelt, soweit es um die Ausspähung von Anhängern der Gülen-Bewegung geht“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen.

FREITAG, 7. APRIL 2017

Merkel sagt Strukturhilfen über 2019 hinaus zu – Auch der Westen soll profitieren Was folgt auf die milliardenschwere Ost-Förderung nach Auslaufen des Solidarpakts II 2019? Die Ost-Länder kämpfen für weitere Mittel. Die Kanzlerin macht nun klar, dass sie sie bekommen und dass der Osten den Westen noch lange nicht eingeholt hat. dpa/AFP BAD MUSKAU. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zu einer weiteren finanziellen Unterstützung der ostdeutschen Länder bekannt. Seitens der Bundesregierung gebe es „ein grundsätzliches Ja“ zur Verlängerung und Erweiterung struktureller Hilfen, sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit den OstMinisterpräsidenten im sächsischen Bad Muskau. Strukturschwache Regionen in Ostdeutschland sollen in den kommenden Jahren mit 150 Millionen Euro gefördert werden. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka

KOMMENTAR

Für die Einheit zurückgewinnen

E

igentlich sind die Menschen in Ost und West recht zufrieden mit der Einheit. Das zeigten Umfragen zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. In Wirtschaft und Infrastruktur der östlichen Bundesländer hat eine Modernisierung stattgefunden, die weltweit ihresgleichen sucht. Deutlich mehr Menschen im Osten als im Westen sehen in der Wiedervereinigung für sich selbst Vorteile.

(CDU) kündigte ein neues Förderprogramm an, von dem ab 2020 auch strukturschwache Gebiete in Westdeutschland profitieren sollen. Gefördert werden sollen Kooperationen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit kleinen und mittleren Unternehmen. Die Kanzlerin verwies darauf, dass in den neuen Län-

Von Christian Schaudwet Dennoch: Die übelsten Beleidigungen gegen die Kanzlerin und andere Vertreter der neuen Bundesrepublik schallten aus den Reihen von Demonstranten in Sachsen. Dennoch ist die fremdenfeindliche Pegida dort entstanden, sind die

dern die Wirtschaftskraft je Einwohner bei 73 Prozent des Westniveaus liege, also noch mehr als ein Viertel fehlt. Dies bedeute, dass man „mit besonderen Maßnahmen“ darauf reagieren müsse. Merkel hob eine gute Infrastruktur und die Versorgung mit schnellem Internet hervor. Auf die Frage nach einem möglichen neuen Ost-West-

Grenzen zwischen bürgerlichem Protest und Rechtsextremismus gefährlich verschwommen. Im Jahresbericht 2016 zum Stand der Deutschen Einheit warnte die Ost-Beauftragte der Bundesregierung vor einem sozialen Auseinanderdriften Ost- und Westdeutschlands und vor Gefahren für den Aufholprozess im Osten durch die rechtsextreme Gewalt und wachsenden Fremdenhass.

Der deutschen Einheit sind beträchtliche Teile der ostdeutschen Bevölkerung verloren gegangen. Die nun verkündete Fortsetzung der Finanzhilfe ist gut. Aber Investitionen in Forschung, Bildung und Infrastruktur allein werden diese Menschen nicht zurückholen. Dazu braucht es mehr – vor allem Ursachensuche, politische Aufklärung und Debatte. c.schaudwet@noz.de

Konflikt angesichts weiterer Ost-Hilfen erklärte Merkel, dass strukturschwächere Regionen etwa in NordrheinWestfalen im Vergleich mit den Ost-Ländern immer noch gut dastünden, „Es werden die Programme schrittweise auf Gesamtdeutschland ausgedehnt, aber das heißt im Gros dann immer noch, dass die neuen Länder

die Inanspruchnehmer dieser Programme sind.“ Mit dem 2001 beschlossenen Solidarpakt II stellt der Bund den ostdeutschen Ländern bis 2019 rund 156,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Darüber, wie eine Strukturförderung danach aussehen könnte, wird derzeit diskutiert. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich

Union: Familiennachzug weiter beschränken Fraktion wirbt für Verlängerung BERLIN. Die Union dringt darauf, die Beschränkung des Familiennachzugs für Migranten mit eingeschränktem Schutzstatus über das Frühjahr 2018 hinaus zu verlängern. „Im Gegensatz zur SPD treten wir für eine Anschlussregelung ein“, sagte Unionsfraktionsvize Stephan Harbarth (CDU) der „Passauer Neuen Presse“. „Der Familiennachzug muss auch in Zukunft auf ein Maß begrenzt werden, das die gesellschaftliche Akzeptanz nicht übersteigt und die Integrationsfähigkeit nicht überfordert.“ Für Menschen mit einem eingeschränkten (subsidiären) Schutz ist der Familiennachzug seit März 2016 für einen Zeitraum von zwei Jahren ausgesetzt. Das sind jene, die sich nicht auf das Grundrecht auf Asyl berufen können und auch keinen Schutzstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention ha-

dpa

Visafreiheit für Ukrainer rückt näher AFP STRASSBURG. Ukrainer können voraussichtlich bereits ab diesem Sommer ohne Visa in die EU einreisen. Eine entsprechende Neuregelung verabschiedete das Europaparlament am Donnerstag mit großer Mehrheit. Die EU-Innenminister müssen den Beschluss nun noch formal absegnen. Dies könnte am 18. Mai passieren. Ukrainer dürfen künftig für maximal 90 Tage in die EU einreisen. Dies gilt für Geschäftsreisen, touristische Aufenthalte oder Familienbesuche. Eine Arbeitserlaubnis ist damit nicht verbunden.

Haft für Bielefelder IS-Terrorist dpa DÜSSELDORF. Ein 23-jähriger Bielefelder ist als IS-Terrorist vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Er habe umfassend gestanden und eingeräumt, sich mit der Terrormiliz Islamischer Staat voll identifiziert zu haben, sagte die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza am Donnerstag. Als „Osama al-Almani“ (Osama, der Deutsche) war er im Internet in Videos aufgetaucht. Er habe auf Facebook dazu aufgerufen, „Ungläubige mit gut geplanten Märtyreraktionen zu zerbomben“.

AUCH DAS NOCH

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in Bericht einer Schülerzeitung in den USA hat zum Rücktritt einer designierten Schulleiterin geführt. Die Nachwuchsjournalisten des Blattes „The Booster Redux“ an der Pittsburg High School im Bundesstaat Kansas hatten Unstimmigkeiten im Lebenslauf ihrer zukünftigen Schulleiterin aufgedeckt. Die Schulbehörde des Ortes beschloss daraufhin in einer Sitzung am Dienstag einstimmig, den Rücktritt der erst im März eingestellten Pädagogin anzunehmen, wie unter anderen die örtliche Zeitung „Morning Sun“ berichtete. Die Frau hätte die Stelle im Sommer antreten sollen.

(CDU) als Konferenz-Gastgeber sagte, es sei ein Unterschied, ob es eine punktuelle oder eine flächendeckende Strukturschwäche gebe. Trotz des Wiedervereinigungsprozesses gebe es weiter „durchaus spürbare“ Unterschiede in der Entwicklung zwischen Ost und West. Die Ost-Ministerpräsidenten betonten, Förderprogramme sollten so konzipiert werden, „dass der ins Stocken geratene wirtschaftliche Aufholprozess der neuen Länder wieder an Dynamik gewinnt“. Dort hätten weniger große Firmen ihren Sitz, es gebe weniger private Forschung, eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote und eine deutlich geringere Steuerkraft. Der Bund solle als Eigentümer der Bahn drauf hinwirken, dass der Konzern OstStandorte stärke und auf weitere Werksschließungen verzichte, forderten die Regierungschefs von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Überforderung.

Karikatur: Burkhard Mohr

ben, aber dennoch nicht abgeschoben werden, weil ihnen in der Heimat etwa Folter oder Todesstrafe drohen. Auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU), forderte eine Verlängerung der Ausnahmeregelung. Vom Familiennachzug gehe eine Anziehungswirkung aus. Wenn die Beschränkung auslaufe, „würden sich wieder Hunderttausende aus den Flüchtlingslagern auf den Weg zu uns machen“, sagte der CSUPolitiker der Zeitung. Der Städte- und Gemeindebund wies darauf hin, dass der Nachzug von Angehörigen stark gestiegen sei. So seien 2016 rund 105 000 Visa zum Familiennachzug erteilt worden, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. „Solange die weitere Entwicklung der Flüchtlingszahlen ungeklärt bleibt, sollte die bisherige Regelung bestehen bleiben.“

SPD flirtet mit FDP

Petry erzürnt jüdische Gemeinde

Schulz offen für Treffen mit Lindner

Parteichefin erklärt AfD zur Schutzpatronin – Knobloch rügt „antisemitische Thesen“

dpa BERLIN. Mit auffälligen Avancen an die FDP hat die SPD-Spitze Debatten über eine Ampelkoalition nach der Bundestagswahl angeheizt. Kanzlerkandidat Martin Schulz betonte die Verdienste der 1982 zerbrochenen SPD/FDP-Regierung: „Die sozialliberale Koalition auf Bundesebene hat Deutschland ganz sicher moderner und demokratischer gemacht“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch zur strategischen Ausrichtung der heutigen FDP unter Parteichef Christian Lindner äußerte sich der Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wohlwollend. „Christian Lindner hat erklärt, die FDP wolle keinen Steuerwahlkampf führen. Das finde ich bemerkenswert“, so der SPDChef. Er selbst werde sich darauf konzentrieren, seine Partei zur stärksten Kraft zu machen. Aber: „Mit Christian Lindner werde ich mich bestimmt auch mal treffen.“ Der FDP-Chef lehnte es indes ab, sich an Koalitionsdebatten zu beteiligen. Lindner sagte: „Ich freue mich, wenn die SPD ihre alten Feindbilder einpackt. Natürlich werde ich Herrn Schulz genauso treffen wie Frau Merkel.“ In-

haltlich ging er auf Abstand: „Wenn die SPD also vor allem über Steuererhöhungen sprechen will, dann werden die Gespräche kurz.“ Noch deutlichere Distanz zeigte der FDP-Vize Wolfgang Kubicki: „Der Schulz-Effekt hat ganz offensichtlich seinen Zenit überschritten“, schrieb er im „Handelsblatt“. „Denn sonst gäbe es keinen logischen Grund, warum die deutsche Sozialdemokratie nach der in die Hose gegangenen Saarland-Wahl eine Debatte über mögliche Koalitionsoptionen anzettelt.“ Kubicki: Roter Messias Es wecke wenig Vertrauen in die Führungsqualitäten des „kurzzeitig zum roten Messias erhobenen Martin aus Würselen“, wenn er erst eine „tiefrote Agenda“ ausrufe – um sich dann der FDP anzudienen, „die man kürzlich noch in alter SPD-Manier der neoliberalen Kaltherzigkeit“ beschuldigt habe. Auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hatte dem FDP-Chef Respekt gezollt: „Herr Lindner bemüht sich, nicht länger am Rockzipfel von Frau Merkel zu hängen und Brücken zu anderen Parteien aufzubauen. Das finde ich richtig“, sagte er.

FRANKFURT. Schlagabtausch zwischen AfD-Chefin Frauke Petry und jüdischen Spitzenrepräsentanten: Petry wies in der Tageszeitung „Die Welt“ scharfe Kritik des Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, an ihrer Partei zurück. Als jüdischer Repräsentant sollte Lauder erkennen, „dass die AfD einer der wenigen politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland ist“, sagte Petry. Lauder hatte gesagt: „Für mich ist klar, dass sich die AfD der extremen Rechten anbiedert. Sie spielt mit dem Feuer.“ Er kritisierte vor allem den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. Dieser hatte am 17. Januar in Dresden mit Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin von einem „Denkmal der Schande“ gesprochen. Höcke selbst fühlte sich fehlinterpretiert. Petry verwies darauf, dass die AfD in der Folge ein Verfahren zum Ausschluss Höckes eingeleitet hatte. Daher könne die Partei für dessen Äußerungen nicht mehr in Mithaftung genommen werden, sagte die Parteichefin, die das Holocaust-Denkmal selbst als „gesellschaftlich

epd/dpa

„Die AfD ist Garant jüdischen Lebens“ AfD-Parteichefin Frauke Petry hat ihre Partei als eine der wenigen „politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland“ bezeichnet. Zudem sagte Petry in einem Interview, es gehöre „für die AfD zum politischen Selbstverständnis, an die Grauen des Holocausts zu erinnern“. Das trifft zumindest für manche – auch prominente – Parteimitglieder nicht zu: So sprach der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke im Januar in Dresden mit Blick auf das Holoumstritten“ bezeichnete. Nach ihren Worten gehört es „für die AfD zum politischen Selbstverständnis, an die Grauen des Holocausts zu erinnern“. Die Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, reagierte empört auf Petrys Äußerungen. Die AfD stehe für „offen und folgenlos geäußerte rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Thesen, Geschichtsklitterei, Holocaustrelativie-

caust-Mahnmal in Berlin von einem „Denkmal der Schande“ und forderte eine Wende in der deutschen Erinnerungskultur. Höcke fühlte sich falsch verstanden. Die AfD leitete zwar ein Parteiausschlussverfahren ein, Höcke erhielt aber Rückendeckung von Brandenburgs AfD-Landeschef und Bundes-Vize Alexander Gauland. Auch der niedersächsische AfD-Bundestagskandidat Wilhelm von Gottberg stellt den Holocaust infrage. Er zitierte 2001 in einem Essay für das „Ostpreußenblatt“ den italienischen rung oder gar -leugnung sowie offene Nähe zur Neonaziszene“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die derzeit im Jüdischen Weltkongress als Beauftragte für Holocaust-Gedenken fungiert. Die Partei distanziere sich, „wenn überhaupt, halbherzig und ohne nachhaltige Konsequenzen von diesen Phänomenen und den dafür stehenden Personen in ihren Reihen und Spitzenpositionen“.

Neofaschisten Mario Consoli: „Die Propaganda-Dampfwalze wird mit den Jahren nicht etwa schwächer, sondern stärker, und in immer mehr Staaten wird die jüdische ‚Wahrheit‘ über den Holocaust unter gesetzlichen Schutz gestellt.“ Er selbst ergänzte als Autor und Herausgeber des Blattes die Zitate mit den Worten: „Wir haben dem nichts hinzuzufügen.“ dds Kritik an der Partei kam auch von Bundesjustizminister Heiko Maas. Der Sozialdemokrat sagte der „Bild“-Zeitung, die AfD öffne ihre Türen für Antisemiten und Revisionisten. In ihrem Grundsatzprogramm beklage sie eine „Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus“. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Umstrittene Partei: Mehr zum Thema lesen Sie auf noz.de/afd


EINBLICKE

FREITAG, 7. APRIL 2017

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KRIEG IN SYRIEN Wer hat die Toten von Chan Scheichun auf dem Gewissen? Darüber gibt es weiter Streit, auch zwischen den USA und

Russland. Inzwischen mehren sich aber die Hinweise, dass die Menschen an Giftgas starben. Es war Sarin, sagen türkische Ärzte.

Trump droht, Putin wiegelt ab dpa/AFP DAMASKUS. Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Syriens Regierung den Einsatz von Chemiewaffen bestritten. Aus der Türkei kommen andere Meldungen. „Ich betone, dass wir diese Art von Waffen nicht eingesetzt haben und nicht einsetzen werden, weder gegen Zivilisten noch gegen Terroristen“, sagte Außenminister Walid al-Muallim. Er bekräftigte Angaben Russlands, dass die syrische Luftwaffe in der Stadt Chan Scheichun ein Lager mit Chemiewaffen von „Terroristen“ bombardiert habe. Die syrische Opposition und Augenzeugen sprechen dagegen von einem Angriff der Regierungstruppen mit chemischen Kampfstoffen. Autopsien von drei Leichen bestätigten laut der türkischen Regierung den Einsatz von Chemiewaffen. Nach dem Vorfall waren rund 30 Verletzte in die Türkei gebracht worden. Die ersten Analysen ließen darauf schließen, dass die Opfer von Chan Scheichun dem Kampfstoff Sarin ausgesetzt gewesen seien. „Linien überschritten“ Die US-Regierung erhöht nach dem Vorfall den Druck, um die Ablösung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu erzwingen. Laut Außenminister Rex Tillerson will Washington eine internationale Koalition zur Ablösung Assads formen. „Diese Schritte sind auf den Weg gebracht“, sagte Tillerson am Donnerstag. Es bedürfe einer Anstrengung der internationalen Gemeinschaft. Präsident Donald Trump sagte mit Blick auf Assad: „Ich denke, er ist der, der die Dinge verantwortet. Und ich denke, es sollte etwas passieren.“ Für ihn seien „eine ganze Reihe von Linien überschritten worden“, so Trump. Zugleich drohte er an, dass dieser „Affront des Assad-Regimes gegen die Menschlichkeit nicht toleriert werden kann“. Kanzlerin Angela Merkel kritisierte: „Es ist eine Schande, dass keine UN-Sicherheitsratsresolution zustande kommt. Und hier müssen gerade diejenigen, die sich verweigern, überlegen, welche Verantwortung sie damit auf sich nehmen.“ Der russische Präsident Wladimir Putin warnte indes vor vorschnellen Schuldzuweisungen. Das sei unannehmbar, sagte er in einem Telefonat mit dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu. Erst müsse es eine „sorgfältige und unvoreingenommene internationale Untersuchung“ geben.

„Ihr werdet die Augen wieder öffnen“ Nach dem Giftgasangriff wollen verzweifelte Eltern Tod ihrer Kinder nicht wahrhaben Mutmaßlich Giftgas hat im Nordwesten Syriens mehr als 80 Menschen getötet. Die Opfer und ihre Angehörigen stehen noch immer unter Schock. Manche glauben sogar, dass die Toten wieder aufwachen werden. Von Weedah Hamzah und Jan Kuhlmann

Zentrales Kommentarthema ist der Giftgasangriff in Syrien und die internationalen Reaktionen darauf:

(Berlin)

„Die grauenhaften Bilder aus Chan Scheichun sind ein neuer Tiefpunkt auf der nach unten offenen Barbareiskala im syrischen Bürgerkrieg. Dutzende Zivilisten, vor allem Kinder, fielen wahrscheinlich chemischen Kampfstoffen zum Opfer. Der Verdacht, dass es wieder das Regime Baschar al-Assads war, das hier das eigene Volk mit Giftgas tötet, liegt nahe.“

(Zürich)

dpa ANTAKYA. Mohammed

Abu Abdu hat als Kameramann schon viele Luftangriffe im syrischen Bürgerkrieg gefilmt – aber den vom vergangenen Dienstag wird er nie mehr vergessen. Als er die Jets am Himmel über der Stadt Chan Scheichun hört, stürmt er auf das Dach, wie er erzählt. Seine Aufnahme zeigt zwei dicke Rauchsäulen. „Es war ein syrisches Flugzeug, ich habe es gesehen“, sagt er. „Ich habe gesehen, wie es im Norden vier Raketen abgefeuert hat.“ Was er danach erlebte, beschreibt er kurz und knapp: „Der pure Horror.“ Er habe sofort einen Verwandten angerufen, der für Rettungshelfer arbeite, berichtet Abu Abdu weiter. Der sei zum bombardierten Gebiet geeilt und habe sich kurz darauf am Telefon gemeldet: „Er sagte: ‚Etwas passiert hier, ruf jemanden an, das ist ein Angriff mit Sarin.‘ Ich habe dann Rettungshelfer in Chan Scheichun alarmiert und ihnen gesagt: Es könnte ein chemischer Angriff sein.“ Kurze Zeit später kursierten in den sozialen Medien die ersten Bilder von Opfern. Sie zeigen Menschen, die zitternd und regungslos auf der Straße liegen, sie schnappen nach Luft. Rettungshelfer spritzen sie mit Wasser ab, um das vermutete Gift abzuwaschen. Krankenhäuser füllen sich, Ärzte behandeln Opfer mit Sauerstoffgeräten, von denen es zu wenige gibt. Mindestens 86 Menschen sterben in Chan Scheichun. Weil das Gas schwerer als Luft ist und nach unten fällt, sind viele Kinder unter den Opfern. Mindestens 30 minderjährige Tote zählen Aktivisten. „Schrecken breitete sich in der ganzen Stadt aus“, erzählt Abu Abdu. „Über den Funk der Rettungshelfer hörte ich kreischende und um Hilfe rufende Frauen, schreiende Männer und panische Helfer, die versuchten, mit dem fertig zu werden, was sie sahen. Eine ganze Stadt war in Panik.“ Dschalal Hamad al-Jussif geht davon aus, dass er Giftgas eingeatmet hat, als sein

PRESSESCHAU

„Die Lektion für die Welt: Früher regierte in Washington ein Präsident, der rote Linien in die Luft malte, diese aber nicht verteidigte. Heute regiert in Washington ein Präsident, der erst gar keine roten Linien zieht, zumindest keine, die das Völkerrecht oder die letzten Reste Menschlichkeit vor Verbrechern wie Assad und seinen Komplizen in Moskau und Teheran schützen. Den Preis dafür bezahlten am Dienstag Dutzende syrische Zivilisten.“

(Paris) Zur Beweissicherung steckt ein syrischer Mann einen beim Giftgasangriff getöteten Kanarienvogel in eine Tüte.

KOMMENTAR

Willkommen in der Realität, Mr. Trump

W

illkommen in der Realität: Auch Donald Trump sieht im Syrien-Krieg jetzt rote Linien überschritten und verschärft den Ton gegenüber Baschar al-Assad. Aber was bedeutet das? Sanktionen? Luftangriffe? Bodentruppen? Trump steht jetzt da, wo sein Vorgänger Barack Obama schon vor vier Jahren gestanden hat. Auch Obama hatte von einer roten Linie gesprochen, dann aber auf Militärschläge gegen Assads Truppen verzichtet, weil er befürchtete, tief in einen lang anhaltenden Krieg verwickelt zu werden.

Viertel bombardiert wurde. Ein Gebiet um eine Bäckerei in Chan Scheichun sei angegriffen worden, sagt der 44Jährige: „Ich habe einen Schmerz im Kopf gefühlt und musste mich übergeben. Dann bin ich bewusstlos geworden.“ Er sei erst wieder aufgewacht, nachdem er in ein Krankenhaus in der türkischen Stadt Antakya gebracht worden sei, drei Autostunden von Chan Scheichun entfernt. Auf seinem Zimmer ist Dschalal an ein Sauerstoffge-

en auch für die USA über Moskau führt. Die Russen sind die mächtigsten Verbündeten von Assad. Nur wenn auch sie zustimmen, gibt es eine Chance auf ein Davor dürfte auch Trump neues Regime in Syrien. zurückschrecken. Hinzu Fatal ist freilich, dass USkommt, dass die USA wohl Außenminister Rex Tillerkaum das Risiko eingehen son in der nächsten Woche werden, mit den Russen an- mit leeren Händen nach einanderzugeraten, die treu Moskau reist. Er könnte an der Seite von Assad vielleicht noch Wirtschaftskämpfen. Und auch die sanktionen androhen. Doch Möglichkeit, Rebellen zu un- auch das beeindruckt Mosterstützen, hat sich als wekau bekanntermaßen nicht nig erfolgreich erwiesen. nachhaltig – düstere AusWas bleibt, ist Diplomatie sichten für Syrien. und die Erkenntnis, dass der Weg zu Frieden in Syriu.westdoerp@noz.de

Von Uwe Westdörp

rät und einen Tropf angeschlossen. Seine Augen schmerzten noch immer, sagt er. 13 Verwandte sind in dem Krankenhaus untergebracht. Die türkischen Behörden lassen auch das Blut der Opfer auf Spuren von Giftgas untersuchen. Für den türkischen Justizminister Bekir Bozday steht mittlerweile fest: In Syrien ist Giftgas eingesetzt worden. Das hätten Autopsien an drei Leichen nachgewiesen, sagt er. Nach KremlAngaben traf der syrische An-

griff eine Rebellenwerkstatt für Giftgasmunition; Rebellen nannten dies eine Lüge. In Antakya wird auch Mustafa Askur behandelt, 40 Jahre alt, verheiratet, ein Mann mit Glatze und kräftigem Bart. Er sei in Chan Scheichun auf dem Weg zur Arbeit gewesen und habe bewusstlose Menschen auf dem Boden gesehen, erzählt er. Als er habe helfen wollen, sei er selbst ohnmächtig geworden. „Ich habe nichts verbrochen, ich habe niemandem

Foto: AFP

wehgetan, ich will nur meine Frau und Eltern versorgen“, sagt er. Wegen des Giftgases laufen ihm noch immer Tränen aus den Augen, die er nicht kontrollieren kann. Er ist schon einmal im Bürgerkrieg vertrieben worden und nach Chan Scheichun geflohen. „Jetzt bin ich hier und habe kein Geld mehr. Was habe ich getan?“ Auch nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff können viele Menschen noch nicht fassen, was passiert ist. Der Aktivist Abu Madschd al-Chani berichtet über Audionachrichten, am Friedhof der Stadt seien Frauen und Männer zu sehen, die ihre toten Kinder im Arm hielten. „Sie weigern sich, sie zu beerdigen, weil sie denken, sie werden bald wieder aufwachen.“ Giftgas lässt schließlich äußerlich kaum Spuren zurück. Die Toten sehen aus, als würden sie schlafen. Er habe eine Frau im Schockzustand neben ihren toten Kindern gesehen, erzählt Abu Madschd: „Sie sagte ihnen: ‚Ich weiß, ihr werdet aufwachen. Ich weiß, ihr werdet wieder spielen und zur Schule gehen. Mit Gottes Hilfe werdet ihr die Augen wieder öffnen.‘ “ ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Geschundenes Land: Weitere Artikel zu Syrien auf noz.de/politik

„Was haben die Russen in den vergangenen Jahren getan? 2013 gaben sie sich noch als Bürgen für die Vernichtung der syrischen Chemiewaffenlager aus. Ganz offensichtlich haben sie ihren Job nicht erledigt.“

(Kopenhagen)

„Egal, was die USA tun oder nicht tun, kann Europa Syrien immer noch helfen. Wir könnten das Sammeln von Beweisen für Kriegsverbrechen unterstützen, damit sie vor Gericht kommen, die verbleibenden demokratischen Kräfte unterstützen und sichern, dass die humanitäre Nothilfe genug Geld hat. Das Einzige, was wir nicht tun dürfen, ist wegsehen und aufgeben.“

„Trumps Priorität gilt der Bekämpfung der IS-Terrormiliz in Syrien. Assad und seine Gräueltaten nimmt er hin – im Gegensatz zu den Europäern, die dessen Absetzung fordern. Diese Spaltung zwischen USA und EU tut ein Übriges zur Schwächung des Westens im Syrien-Konflikt. Zur Beendigung des Krieges kann Europa kaum etwas beitragen, umso mehr sollte es zur Linderung des Leids um die Brandherde herum tun.“

HISTORISCH

Machtkämpfe im Weißen Haus?

7. April 1917 – Kaiser Wilhelm II.

Der Abzug Bannons aus dem Nationalen Sicherheitsrat könnte ein Sieg des gemäßigten Lagers sein – oder aber Teil eines Plans Von Thomas Seibert WASHINGTON. Der Alltag im Weißen Haus von Donald Trump ist zuweilen packend wie eine gut gemachte Fernsehserie. Ein neues Beispiel für fernsehreifes Drama lieferte jetzt die im Innern tief zerstrittene Administration: Im Machtkampf innerhalb des Beraterstabs erzielte das Lager der Realpolitiker gegen die Populisten einen wichtigen Sieg. Stephen Bannon, Trumps Chefstratege und führender Kopf einer nationalistisch-populistischen Gruppe in der Regierung, verlor seinen Posten im Nationalen Sicherheitsrat, dem wichtigsten sicherheitspolitischen Beratungsgremium der Weltmacht USA.

Verstehen sich nach wie vor gut: US-Präsident Donald Trump und sein mächtigster SpinDoctor Stephen Bannon. Foto: AFP

Ob Bannons Niederlage konkrete Auswirkungen auf die US-Außenpolitik haben wird, ist noch unklar. Bannon bleibt im engeren Kreis um Trump und behält auch seinen Zugang zu Geheimunterlagen. Laut Medienberichten war Bannons „Degradierung“ das Werk von Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster, einem Gene-

ral, der damit seine Durchsetzungsfähigkeit auf politischem Gebiet unter Beweis stellte. McMaster, ein Vertreter des realpolitischen Flügels der Regierung, habe die Neuordnung des Sicherheitsrates vorgeschlagen, und Trump habe zugestimmt, berichtete das Nachrichtenportal „The Hill“ unter Berufung auf Regierungskreise. Zu der Neu-

ordnung gehört die Ablösung Bannons aus dem „Principals Committee“, dem engeren Entscheidungsgremium des Sicherheitsrates. Bannon (63), Ex-Chef des rechtspopulistischen Internetportals Breitbart, gilt als Vater von Trumps Wahlsieg im November und ist einer der einflussreichsten SpinDoctors des Präsidenten. In der Regierung steht er gemäßigteren Akteuren gegenüber; der Dauerstreit zwischen diesen beiden Lagern wird für die vielen Pannen und das schlechte Erscheinungsbild der Regierung in ihren ersten Wochen im Amt verantwortlich gemacht. Dass der außen- und sicherheitspolitisch unerfahrene Bannon überhaupt in

den Sicherheitsrat vorgelassen wurde, hatte für erhebliche Kritik gesorgt. Die „New York Times“ und andere zitierten leitende Mitarbeiter des Weißen Hauses mit den Worten, der 63-Jährige habe in dem Rat ein Auge auf Michael Flynn haben sollen, den mittlerweile zurückgetretenen Nationalen Sicherheitsberater. Das sei jetzt nicht mehr nötig, und Bannon habe genügend andere Aufgaben. Bannon hat wie wenige andere das Ohr des Präsidenten. Er werde seinen Einfluss auf Sicherheitsfragen auch außerhalb des Gremiums geltend machen, das er jetzt verlassen hat, heißt es. Es gibt zudem Berichte, wonach er eine Art paralleles Gremium

für Sicherheitsfragen installiert hat, das ihm zuliefert. Bannon selbst erklärte, unter der Vorgängerregierung sei der Rat von der Nationalen Sicherheitsberaterin Susan Rice „operationalisiert“ worden. Er sei in den NSC entsandt worden, um diesen Schritt rückgängig zu machen. Der neue Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster habe den Rat wieder vollständig funktionsfähig gemacht. Was genau er mit dem Begriff „operationalisieren“ meinte, ließ Bannon offen. Die „New York Times“ berichtete dagegen unter Berufung auf Mitarbeiter des Weißen Hauses, Bannon habe sich gegen die Absetzung gewehrt und sogar mit seiner Kündigung gedroht.

verspricht in seiner „Osterbotschaft“ eine Reform des preußischen Dreiklassenwahlrechts nach Kriegsende.

1927 – In den USA wird

erstmals öffentlich ein Vorläufer des Fernsehens vorgestellt.

1977 – Generalbundesan-

walt Siegfried Buback und zwei Begleiter werden bei einem Attentat der RAF in Karlsruhe erschossen.

1992 – Die USA erkennen

Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina an und heben die Sanktionen gegen diese Staaten auf. Klaus Havenstein, deutscher Schauspieler und Kabarettist (1922–1998)

Geburtstag:


POLITIK

4

Migranten auf der Balkanroute werden Opfer von Gewalt

KURZ NOTIERT

Polizei nimmt fest ST. PETERSBURG. Die russische Polizei hat acht Männer festgenommen unter dem Verdacht, in den Bombenanschlag in St. Petersburg mit 14 Toten verwickelt zu sein. Sechs Verdächtige seien in St. Petersburg verhaftet worden, zwei in Moskau, hieß es. In einer Wohnung sei eine Bombe sichergestellt worden, meldete die Agentur Interfax. dpa

Oxfam beklagt „illegale Sammelausweisungen“ – 1350 Menschen vor Libyen gerettet – Schleuser erschossen KNA/dpa BERLIN. Migranten sind auf der westlichen Balkanroute einer Studie zufolge Gewalt und Misshandlungen durch Polizisten ausgesetzt. Das geht aus dem Bericht „A dangerous ‚game‘ “ der Organisation Oxfam hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach

dpa BUENOS AIRES. Ein

Hamas richtet hin AFP GAZA. Wegen angeblicher Zusammenarbeit mit Israel hat die im Gazastreifen regierende Hamas drei Männer hinrichten lassen. Sie wurden am Donnerstag erhängt. Die Hamas hatte ein hartes Vorgehen gegen „Kollaborateure“ angekündigt, nachdem ihr Führungsmitglied Masen Fakha am 24. März in Gaza getötet worden war.

Gambia wählt epd GENF/BANJUL. Erstmals nach dem Ende der autokratischen Herrschaft von Yahya Jammeh hat die Bevölkerung in Gambia gestern ein neues Parlament gewählt. Den Kandidaten der bisherigen Opposition, zu der auch der neue Präsident Adama Barrow zählt, werden beste Chancen eingeräumt. Die Ergebnisse werden ab heute erwartet.

PERSÖNLICH

Theresa May (links), britische Premierministerin, hat gut eine Woche nach der Brexit-Erklärung gestern EU-Ratspräsident Donald Tusk (rechts) in London empfangen. Das etwa zweistündige Treffen ging ohne eine Pressekonferenz zu Ende. Tusk sagte Reportern beim Hinausgehen, die Gespräche seien erfolgreich „wie immer“ gewesen. Später teilte er mit, er habe mit May vereinbart, während der Austrittsgespräche zwischen London und der EU „in regelmäßigem Kontakt zu bleiben“. Foto: dpa Thomas Cazenave und Gaspard Gantzer, Mitarbei-

ter des französischen Präsidenten François Hollande, haben Morddrohungen erhalten. Der Élysée-Palast teilte mit, es seien anonyme Drohbriefe eingegangen. Die Schreiben seien eingetroffen, nachdem der konservative Präsidentschaftskandidat François Fillon dem Sozialisten Hollande vorgeworfen habe, er stehe hinter den Enthüllungen über seine Person.

WÖRTLICH „Sich für die Rechte von Frauen, Homosexuellen oder anderen Minderheiten starkzumachen gilt heute als konservativ. Früher war das mal links.“ Jens Spahn (CDU), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, in der in Bielefeld erscheinenden „Neuen Westfälischen“.

werden die Menschen geschlagen, ausgeraubt und unmenschlich behandelt. Zudem haben die Migranten laut dem Bericht keinen Zugang zu einem fairen Asylverfahren. Vielfach komme es zu „illegalen Sammelausweisungen“. Zudem hätten Polizisten in Ungarn Migran-

ten gezwungen, sich nackt auszuziehen und in den Schnee zu setzen. Dabei hätten die Beamten auch kaltes Wasser über die Menschen gegossen. Für den Bericht befragten Oxfam, das Belgrader Menschenrechtszentrum (BCHR) und der Mazedonische Ver-

Athen bangt weiter um frische Kredite

Argentinier streiken Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik des konservativen Präsidenten Mauricio Macri hat am Freitag Argentinien weitgehend lahmgelegt. Mit dem 24stündigen Ausstand protestierte der Gewerkschaftsdachverband CGT gegen die hohe Inflation und Arbeitslosigkeit in dem südamerikanischen Land.

FREITAG, 7. APRIL 2017

band junger Anwälte den Angaben zufolge 140 Menschen, die in Serbien und Mazedonien Zuflucht gesucht haben. Die drei Organisatoren forderten von den Regierungen Serbiens, Mazedoniens, Kroatiens, Ungarns und Bulgariens, die Vorfälle zu beenden und Täter zu bestrafen.

Während die illegale Migration auf dem Balkan nachgelassen hat, reißt der Zustrom über die zentrale Mittelmeerroute nicht ab. Die italienische Küstenwache rettete an einem Tag rund 1350 Migranten aus dem Mittelmeer vor Libyen. Auch ein Toter sei während der zwölf

verschiedenen Rettungsaktionen geborgen worden, teilte die Küstenwache am Donnerstag in Rom mit. Bei einem Schusswechsel der libyschen Küstenwache mit Schleppern wurden vor der westlibyschen Küste einem Bericht zufolge vier Menschenschleuser getötet.

Thailands König unterzeichnet Verfassung

Streit mit den Euro-Finanzministern wird heftiger lungen der Prüfer, die im Auftrag der Geldgeber das Land zuvor unter die Lupe genommen haben. Mehrere Finanzminister drängen auch endlich auf eine Entscheidung des Internationalen Währungsfonds (IWF), ob er bei der Rettung Griechenlands an Bord bleibt – oder nicht. Die Emissäre aus Washington sind skeptisch. „Sollte bei der Eurogruppe am Freitag kein weißer Rauch aufsteigen, habe ich bereits einen Gipfel beantragt“, zeigte sich Von Detlef Drewes Premierminister Alexis TsiBRÜSSEL. Das hoch ver- pras verärgert über die stagschuldete Griechenland nierenden Gespräche. braucht spätestens im Juli eine nächste Tranche aus dem Schwierige Situation 86 Milliarden Euro schweren Die Situation ist tatsächdritten Rettungspaket – das lich schwierig. Tsipras müsswären sieben Milliarden Eu- te im Auftrag der Geldgeber ro. Doch das Geld kann nur im nächsten Schritt eine grofließen, wenn die Finanzmi- ße Renten- und Steuerreform nister die Hand heben. Dazu anpacken, die zum 1. Januar dürfte es bei der heutigen Sit- 2019 in Kraft treten sollen. zung im maltesischen Vallet- Beide Pakete, die zusammen ta kaum kommen, denn es Einsparungen in Höhe von fehlen nicht nur die Empfeh- 3,6 Milliarden Euro bringen

Im Ringen um die Zukunft Griechenlands kommt es am heutigen Freitag zu einer Kraftprobe zwischen der Athener Regierung und den Finanzministern des Euro-Raums. Doch dieses Mal geht es um weit mehr als nur das übliche Ringen um den aktuellen Stand der hellenischen Reformen.

KOMMENTAR

Trick durchschaut

D

er Eindruck, in Griechenland gehe nichts voran, ist falsch. Premier Alexis Tsipras hat die Reformliste der Geldgeber durchaus aufgegriffen, aber eben nur sehr lückenhaft abgearbeitet. Und dabei einen großen Bogen um die beiden wichtigsten Umbauten gemacht: die Rentenund die Steuerreform. Diese beiden Pakete sind nicht nur unpopulär, weil mit – im Vergleich zu anderen Euroländern – deutlich höheren Ruhestandsbezügen Schluss gemacht würde. Sie sind auch politisch gefährlich. Denn ein Inkrafttreten dieser Reformen im Wahljahr 2019 dürften Tsipras’ Ära beenden. Dabei hatte sich der Regierungschef das eigentlich anders vorgestellt. Mehr finanziellen Spielraum wollte er von den Geldgebern, indem er die beiden Gesetzesumbauten

Von Detlef Drewes schrittweise anpackt, um neue Wahlgeschenke an die Bürger zu verteilen. Doch die Euro-Familie hat den Trick schnell durchschaut und zieht nun die Daumenschrauben an. Was bleibt, ist eine Fortsetzung des bekannten Streits zwischen der hellenischen Führung und den Partnern der Währungsunion, der nicht nur überflüssig ist, sondern das Land erneut viel wichtige Reformzeit gekostet hat. Dass die Geldgeber keine Lust mehr haben, mit dem störrischen Premier zusammenzuarbeiten, erscheint da irgendwie verständlich. aktuelles@noz.de

Abschalt-Antrag für Fessenheim verzögert sich dpa PARIS. Die französische Regierung kann die Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim vor der Präsidentschaftswahl nicht mehr in trockene Tücher bringen. Der Antrag zum Entzug der Betriebserlaubnis für die Meiler im Elsass – direkt an der deutschen Grenze – soll voraussichtlich frühestens 2018 gestellt werden, entschied der Stromkonzern EDF laut einer Mitteilung am Donnerstag. Damit kann die Regierung vorerst nicht wie geplant per Dekret die Stilllegung der zwei Reaktoren einleiten. Die Abschaltung von Fessenheim war ein Wahlkampfversprechen des scheidenden Präsidenten François Hollande.

Deutschland fordert wegen Sicherheitsbedenken schon länger die Schließung des Kraftwerks und bezeichnete die Entscheidung des EDF-Verwaltungsrats als „große Enttäuschung“. „Damit wurde eine wichtige Chance vertan“, teilte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, mit. „Die Hängepartie geht also weiter.“ Die Pariser Umweltministerin Ségolène Royal betonte aber, dass mit dem Beschluss festgehalten werde, dass die Schließung „unumkehrbar und unvermeidbar“ sei. Fessenheim ist das älteste noch laufende französische Atomkraftwerk.

könnten, sind in der Bevölkerung heftig umstritten. Mehr noch: Inzwischen wackelt auch Tsipras’ Vertrauensbasis im Volk. In Umfragen liegt die konservative Nea Dimokratia deutlich vor dem Linksbündnis des amtierenden Regierungschefs. Deshalb würde er die beiden Reformen gerne auf mindestens zwei Schritte aufteilen. Die Geldgeber sind dagegen. Sie fordern, dass Athen nicht nur im laufenden, sondern auch im nächsten Jahr und darüber hinaus einen Primärüberschuss (Staatshaushalt ohne Zinszahlungen) von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. „Es ist klar, dass Griechenland einen substanziellen Primär-Überschuss für längere Zeit halten muss, um seine Schuldenlast auf eine tragbare Dimension zu bringen“, erklärte am Mittwoch Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrowskis. Der Mann hat recht, was Tsipras so gar nicht passt. Denn der hätte gerne mehr finanziellen Spielraum für große und kleine Wahlgeschenke. Schließlich wird 2019 gewählt. Den Geldgebern aber geht es um eine gesicherte Schuldentragfähigkeit, ohne die sich der IWF nicht am dritten Hilfspaket beteiligen will. Das wäre ein Rückschlag nicht zuletzt für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der die Zustimmung des Bundestages zu dem dritten Rettungsprogramm nur bekam, weil der IWF den Euro-Raum unterstützen wollte. Um die Washingtoner Experten zu halten, müsste Griechenland aber nicht nur seine Reformarbeit fortsetzen. Von den Geldgebern erwarten die Fachleute aus den USA auch endlich Zusagen über einen Schuldenschnitt oder eine vergleichbare Initiative, um Athens Schulden herunterzuschrauben. Die Aussichten auf eine heutige Einigung werden von Experten auf „unter 50 Prozent“ geschätzt. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Sorgenkind Hellas: Mehr lesen Sie auf noz.de/eu

In einer feierlichen Zeremonie hat Thailands König Maha Vajiralongkorn die von der Militärjunta geschriebene neue Verfassung unterzeichnet. Der 64-jährige Monarch setzte gestern seine Unterschrift unter das Dokument, das die Macht des Militärs festigt und den Weg zu Neuwahlen ebnen soll. Die Junta hatte

den Text nach ihrer Machtübernahme 2014 verfasst und im vergangenen Jahr in einem umstrittenen Volksentscheid absegnen lassen. Die Verfassung schränkt die Handlungsmöglichkeiten politischer Parteien ein. Der Senat wird künftig von der Junta bestimmt, sechs Sitze sind für das Militär reserviert. Foto: AFP

USA: China soll Kim bremsen Tillerson ruft zu Zusammenarbeit auf – Trump trifft Xi in Florida dpa WASHINGTON. Die USA haben China angesichts der Spannungen mit Nordkorea zu mehr Zusammenarbeit aufgefordert. US-Außenminister Rex Tillerson sagte vor Beginn des Treffens von USPräsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida, China könne „Teil einer neuen Strategie“ sein, um das Atomprogramm von Diktator Kim Jong Un zu bremsen. China solle seinen Einfluss auf Nordkorea gel-

tend machen. Trump äußerte die Erwartung, dass China seine Rolle in dem Konflikt ausbaut. Die Regierung des kommunistischen Landes hatte zuletzt mit neuen Raketentests provoziert. Neben Nordkorea sind die Handelsstreitigkeiten der beiden größten Volkswirtschaften der Welt das große Thema bei den Gesprächen der Staatschefs in Mar-a-Lago, Trumps Anwesen in Florida. Das zweitägige Treffen,

das mit einem Dinner am späten Abend beginnen sollte, wird weltweit mit großer Spannung erwartet. Xi war von Tillerson in Empfang genommen worden. Das Verhältnis zwischen den USA und China ist derzeit vor allem durch Trumps Kritik an Pekings Außenhandelspolitik belastet. In USMedien war vor dem Treffen von einer großen diplomatischen Bewährungsprobe für Trump die Rede.

Fußballer Naki in der Türkei verurteilt Bewährungsstrafe für „Terrorpropaganda“ – Bericht: Neue Offensive gegen Kurden HAMBURG. Der Fußballer Deniz Naki, ehemaliger Profispieler beim FC St. Pauli und SC Paderborn, ist wegen angeblicher Terrorpropaganda in der Türkei verurteilt worden. Das Gericht in der kurdischen Stadt Diyarbakir verhängte am Donnerstag eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten und 22 Tagen auf Bewährung, teilte Fabio De Masi, Europaabgeordneter der Linken, mit. De Masi war gemeinsam mit dem Hamburger Völkerrechtler Norman Paech als Prozessbeobachter vor Ort. Dem deutsch-türkischen Fußballspieler kurdischer Abstammung wurde Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei

epd/AFP

Im Visier der Justiz: Profikicker Deniz Naki. Foto: dpa

PKK vorgeworfen. Naki hat die Vorwürfe bestritten. Anlass für das Gerichtsverfahren waren Nakis Twitter- und Facebook-Kommentare. Nachdem sein aktueller Verein Amed SK aus Diyarbakir im Januar 2016 im Pokalwettbewerb gegen den Erstligisten Bursaspor gewonnen hatte, schrieb Naki, der Sieg sei denen gewidmet, „die bei den

Grausamkeiten, die seit über 50 Tagen auf unserem Boden stattfinden, getötet oder verletzt wurden“. Hintergrund waren die Auseinandersetzungen zwischen türkischen Sicherheitskräften und der PKK im kurdischen Teil der Türkei. Unterdessen meldete die regierungsnahe türkische Zeitung „Yeni Shafak“, dass die Türkei eine neue Großoffensive gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in den Sindschar-Bergen im Nordirak vorbereite. An dem Einsatz „Schutzschild Tigris“ würden Tausende Panzer, Geschütze und andere Fahrzeuge beteiligt sein, hieß es in dem Bericht. Demnach soll sie in den Wo-

chen nach dem türkischen Verfassungsreferendum am 16. April beginnen. Seit dem Zusammenbruch des Friedensprozesses mit der PKK im Sommer 2015 hat die türkische Luftwaffe wiederholt Angriffe auf PKKStützpunkte im Nordirak geflogen. Es wäre aber das erste Mal, dass die Türkei dort eine groß angelegte Bodenoffensive ausführt. Die Offensive folgt auf den Militäreinsatz „Schutzschild Euphrat“ in Nordsyrien, der vergangene Woche offiziell beendet worden war. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte jedoch kurz darauf, dass dies nur eine erste Phase gewesen sei und weitere Einsätze folgen würden.


NORDWEST

FREITAG, 7. APRIL 2017

Polizei: Schüler plante Amoklauf

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„Tante Ju“ ist frisch überholt

KOMPAKT

Neuer Fall von Vogelgrippe dpa CLOPPENBURG. Nach

wie vor ist im Kreis Cloppenburg kein Ende der Vogelgrippe in Sicht. In der Gemeinde Garrel seien bei einem erneuten Fall 9500 Puten in einem bestehenden Sperrbezirk betroffen, teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Trotz der Einrichtung von Sperrbezirken mit hohen Sicherheitsauflagen kommt es seit Wochen in Cloppenburg immer wieder zu Ausbrüchen der Vogelgrippe. Auch in den Nachbarkreisen Ammerland und Oldenburg gab es zuletzt Fälle. Bundesweit ist die Krankheitswelle auf dem Rückzug.

dpa USLAR. Ein wegen einer

Amokdrohung gegen seine Schule festgenommener 16Jähriger aus Uslar (Kreis Northeim) hat nach Angaben der Polizei tatsächlich eine Amoktat geplant. Der Jugendliche habe ausgesagt, er habe andere Schüler „umlegen“ wollen, weil diese ihn gemobbt hätten, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bei dem 16-Jährigen seien Hieb- und Stoßwaffen gefunden worden. Außerdem stellten die Beamten Softair-Waffen sicher. Für wann genau der 16-Jährige den Anschlag geplant habe, sei nicht klar geworden. Der Schüler befinde sich mittlerweile in der Jugendpsychiatrie. Der 16-Jährige hatte seine Amokpläne im Internet einem Chat-Partner aus Österreich offenbart. Dieser hatte die Polizei alarmiert. Daraufhin wurde der 16-Jährige am Mittwoch festgenommen. Die Solling-Oberschule in Uslar blieb wegen der Drohung am Mittwoch geschlossen. Rund 430 Schüler wurden nach Hause geschickt.

Arabisch soll Schulfach werden dpa HANNOVER. Sprachen wie Arabisch, Farsi und Polnisch sollen künftig als Fächer in niedersächsischen Schulen angeboten werden. Einem entsprechenden Antrag haben die Fraktionen von SPD und Grünen gestern im Landtag zugestimmt. Die Regierungskoalition verspricht sich davon eine bessere Förderung von Schülern mit nichtdeutscher Herkunftssprache. CDU und FDP befürchten Hindernisse für die Integration. Der Philologenverband zweifelt an der Machbarkeit. Eine Erweiterung des Fremdsprachenangebots mache die Lehrpläne unübersichtlich. In Niedersachsen gibt es bereits Türkischunterricht an einigen Grundschulen. An den meisten weiterführenden Schulen im Land ist das Angebot bislang auf die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Latein beschränkt.

Studienplätze für künftige Landärzte dpa HANNOVER. Um dem

Oldtimer hebt wieder ab: Nach einer aufwendigen Reparatur soll die in Hamburg stationierte Junkers Ju 52 Ende April zu einem ersten Werkstattflug wieder starten. Die Flugsaison 2015 hatte wegen

am Donnerstag im Landtag. Alle niedersächsischen Lehrkräfte würden vom Land eingestellt und bezahlt, es gebe im Landesdienst keine staatlich entsandten Lehrkräfte, die ihr Gehalt aus dem Ausland bekämen. Wegen des wachsenden Einflusses türkischer Behörden war der Moscheeverband Ditib in die Kritik geraten. Heiligenstadt bezeichne-

aus Florida nach Deutschland geholt und bei Lufthansa Technik in Hamburg restauriert. Seit 1986 werden Flüge mit der knapp 200 Stundenkilometer schnellen Maschine für Liebhaber angeboten. Foto: dpa

Oberverwaltungsgericht bestätigt Baustopp für Schwerlasthafen in Bremerhaven Der Bau des umstrittenen Offshore-Terminals Bremerhaven liegt weiter auf Eis: Auch in zweiter Instanz haben Umweltschützer einen Baustopp durchgesetzt. Bremens Hafensenator gibt aber nicht auf. Von Eckhard Stengel BREMEN. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen hat jetzt den vorläufigen Baustopp für das Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) bestätigt, den das Verwaltungsgericht Bremen 2016 auf Antrag des Umweltverbandes BUND verhängt hatte. Allerdings begründet das OVG seine Entscheidung anders als die Richter der ersten Instanz. In dem geplanten Schwerlasthafen sollen

Ministerin: Ditib ist verlässlicher Partner

Zum Islamunterricht äußerte sich Kultusministerin FrauFoto: dpa ke Heiligenstadt.

zeug mit seinem charakteristischen Wellblechrumpf wurde 1936 bei den Junkers-Werken in Dessau (Sachsen-Anhalt) gebaut. Lufthansa-Piloten hatten den Oldtimer 1984 in den USA entdeckt. Er wurde

Offshore-Terminal ausgebremst

„Islamunterricht von Türkei unabhängig“ dpa/epd HANNOVER. Islamischer Religionsunterricht wird an niedersächsischen Schulen laut Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) ausschließlich von staatlichen Lehrkräften gegeben. „Es ist falsch zu behaupten, es gebe einen Einfluss der Türkei auf den islamischen Religionsunterricht“, sagte Heiligenstadt

eines beschädigten Holms abgebrochen werden müssen. Nach anderthalbjähriger Pause sollen ab Juni wieder Passagiere die „Tante Ju“ auf Rund- und Streckenflügen erleben. Das dreimotorige Flug-

te hingegen den Islamverband als verlässlichen Partner des Landes. Nach Angaben der Kultusministerin werden derzeit an rund 70 allgemeinbildenden Schulen etwa 3100 muslimische Schüler von 36 Lehrkräften in islamischer Religion unterrichtet. Grundlage sei ein staatlicher Lehrplan. Der Lehrplan würde mit einem Beirat besprochen, in dem auch Vertreter der beiden islamischen Landesverbände Schura und Ditib vertreten seien. Dieser Beirat könne sich dazu äußern, ob die geplanten Inhalte mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften übereinstimmen. Er dürfe aber keine Inhalte fordern, die nicht im Einklang mit den Wertegrundlagen an staatlichen Schulen seien. Sowohl Ditib als auch Schura hätten den Wunsch, als direkter Kooperationspartner des Landes für einen konfessionellen Religionsunterricht anerkannt zu werden, sagte Heiligenstadt. Doch für diese Anerkennung gelte die Voraussetzung, dass es keine Zweifel an der Unabhängigkeit der Organisationen von ausländischen Staaten gebe.

Windkraftanlagen für Offshore-Parks auf hoher See verschifft werden. Das OVG bestätigte jetzt die Sicht des BUND, dass der Bau ein europarechtlich geschütztes Naturschutzgebiet erheblich beeinträchtige und auch den Gewässerzustand verschlechtere. Ein solches Projekt sei nur ausnahmsweise erlaubt, wenn es aus „zwingenden Gründen des öffentlichen Interesses notwendig“ sei. Falls das OTB am Markt vorbei geplant werde, sei der Eingriff in die Natur nicht gerechtfertigt. „Es muss ernsthaft in Betracht gezogen werden, dass der Bedarf erheblich überschätzt worden ist“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Eilbeschluss. Die vom Land vorgelegte Bedarfsanalyse ist nach Ansicht der Richter nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Es

gebe Anhaltspunkte dafür, dass das Land die aktuellen Entwicklungen im OffshoreBereich nicht angemessen berücksichtigt habe. So habe der Bund 2014 die Ausbauziele für die Offshore-Windenergie gesenkt, und der Siemens-Konzern habe eine neue Windturbinen-Fabrik nicht in Bremerhaven, sondern in Cuxhaven angesiedelt.

Nach dem verlorenen Eilverfahren will der Bremer Senat jetzt versuchen, im Hauptsacheverfahren doch noch sein mindestens 180 Millionen Euro teures Projekt durchzusetzen. Der OVG-Beschluss sei zwar bedauerlich, enthalte aber auch „mehrere positive Aspekte“, erklärte Bremens Wirtschafts- und Hafensenator

Das Offshore-Terminal wird bis auf Weiteres nicht an dieser Stelle gebaut: Das Oberverwaltungsgericht hat den vom Umweltverband BUND erwirkten Baustopp bestätigt. Foto: dpa

Martin Günthner (SPD). So habe das Oberverwaltungsgericht die Sicht Bremens bestätigt, dass das Land und nicht der Bund für das Planfeststellungsverfahren zuständig sei. Das Verwaltungsgericht hatte dies noch anders gesehen; demnach wäre ein völlig neues Genehmigungsverfahren nötig geworden. Mit den vom OVG aufgeworfenen Fragestellungen werde sich der Senat „ausführlich auseinandersetzen“, insbesondere auch mit der Bedarfsanalyse, kündigte Günthner an. Das OTB bleibe „das zentrale Infrastrukturprojekt des Landes“ und werde Bremerhaven nachhaltig stärken. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Zwischen Kuhstall und Küste: die regionale Wirtschaft auf noz.de/ regionale-wirtschaft

Ermittlungen nach Flugzeugabsturz angelaufen Unglücksursache noch unklar – Identität der beiden Opfer vermutlich geklärt dpa WEDEMARK. Nach dem

Absturz eines Ultraleichtfliegers in der Region Hannover, bei dem zwei Menschen starben, haben Ermittler am Donnerstag die aufgezeichneten Radardaten und den Funkverkehr sichergestellt. „Nach ersten Erkenntnissen war die Maschine vom Flughafen Hannover-Langenhagen gestartet und aus südli-

cher Richtung kommend am Rande der Ortschaft Wedemark in eine Hochspannungsleitung geflogen“, sagte Polizeisprecher Philipp Hasse. Zeugen hatten die Polizei am Mittwoch gegen 18 Uhr über einen lauten Knall und das brennende Flugzeug informiert. Nach dem Löschen des Wracks konnte die Not-

ärztin nur noch den Tod der beiden Insassen feststellen. Bei den Opfern handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um zwei Männer im Alter von 50 und 74 Jahren. Davon geht die Polizei nach den ersten Zeugenbefragung und Hinweisen durch den Besitzer des Flugzeuges aus. „Zweifelsfrei werden die Identitäten und die Herkunft

aber erst nach Abschluss der Obduktion feststehen“, sagte Hasse. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) aus Braunschweig untersuchen, wie es zu dem Absturz kommen konnte. Dabei werde unter anderem geklärt, ob versucht wurde, das Fallschirm-Rettungssystem zu aktivieren.

Todesdrohung bleibt folgenlos Hassmail an Grünen-Politiker: „Dann schlage ich dich tot“ Von Dirk Fisser OSNABRÜCK. In einer Hass-Mail wurde der niedersächsische Landtagsabgeordneten Helge Limburg mit dem Tod bedroht. Der Grünen-Politiker erstattete Anzeige gegen den Schreiber, doch die Ermittlungen wurden eingestellt. Ein Beispiel dafür, wie schwer es ist, Urheber von Hetze im Netz zur Rechenschaft zu ziehen. Auslöser der Hassmail war ein Gespräch unserer Redaktion mit Limburg. Darin begründete er die Auffassung von SPD und Grünen, wonach sich auch Betreiber von Plattformen wie Facebook strafbar machen, wenn sie

fremdenfeindliche Kommentare nicht löschen. Die Reaktion darauf folgte über das Kontaktformular auf der Grünen-Internetseite und landete im E-Mail-Postfach der Partei: Von einem „totalitären verschwulten antideutschem Haufen“ war in der Nachricht die Rede. Die Grünen seien „scheinheilige Heuchler“ und derart widerlich, dass der Verfasser zutiefst angeekelt sei. Die Hasstirade gipfelt in diesem verschriftlichten Wutausbruch: „BEVOR DU MIR MEINE FREIE MEINUNG VERBIETEST, […], SCHLAGE ICH DICH TOT – GEHT ZUM TEUFEL IHR TOTALITÄRE HEUCHLERBANDE!!!!!“.

Limburg erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Hannover. Den Ermittlern gelang es in der Folge, den Besitzer der E-Mail-Adresse zu identifizieren. Der habe glaubhaft belegen können, die Adresse seit Jahren nicht mehr zu verwenden, teilte die Staatsanwaltschaft Limburg jetzt mit. Zudem sei der Besitzer der Adresse in Bremen geboren und interessiere sich nicht für niedersächsische Landespolitik. Es sei nicht auszuschließen, dass ein unbekannter Dritter die Adresse verwendet habe, um seine Identität zu verschleiern. Das Verfahren sei daher eingestellt worden.

Die Morddrohung bleibt damit ohne rechtliche Konsequenzen. Nicht nur in diesem Fall. Eine fast wortgleiche Nachricht soll Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne) erhalten haben. Auch hier wurde das Verfahren eingestellt. Limburg kann der Sache trotz alledem etwas Positives abgewinnen: Sein Fall zeige, dass Polizei und Staatsanwaltschaften das Thema Hetze im Netz sehr ernst nehmen würden, auch wenn es schwer sei, Täter dingfest zu machen. „Umso mehr ist die Zivilgesellschaft gefragt, dieser Hetze konsequent zu widersprechen und entgegenzutreten“, so Limburg.

Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken, sollen für Medizinstudenten, die Landärzte werden wollen, Studienplätze reserviert werden. „Wir prüfen nun, wie sich eine solche Landarztquote in Niedersachsen verfassungskonform gestalten lässt“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Demnach sollen zehn Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach Ende der Ausbildung bis zu zehn Jahre auf dem Land zu arbeiten.

Verkohlte Leiche in Laube ist ein Mann dpa HILDESHEIM. Nach

dem Fund einer verkohlten Leiche in einer Gartenlaube in Hildesheim sind die Ermittler einen kleinen Schritt vorangekommen. Die Obduktion habe ergeben, dass es sich bei dem Toten um einen Mann handelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Identität stehe dagegen noch nicht fest. Auch zur Todesursache gab es noch keine Angaben. Die Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus. Feuerwehrleute hatten den Toten am Dienstag in einer ausgebrannten Gartenlaube gefunden.

Fußball-Zuschauer niedergestochen dpa HAMBURG. Zuschau-

er eines Amateur-Fußballspiels in Hamburg haben sich eine blutige Auseinandersetzung geliefert. Ein 50-jähriger Vater soll nach dem A-Jugend-Spiel im Stadtteil Billstedt auf einen 48 Jahre alten Mann eingestochen haben, sagte ein Polizeisprecher. Durch den Stich in den Rücken wurde der Mann an der Lunge verletzt. Er wurde notoperiert und ist seither außer Lebensgefahr. Die Polizei vermutet, dass die Männer verfeindeten Nationalitäten angehört haben könnten. Der mutmaßliche Täter stammt aus dem Kosovo.

53 000 Menschen werden evakuiert dpa HANNOVER. Für die

Entschärfung mehrerer Weltkriegsbomben müssen am 7. Mai in Hannover voraussichtlich 53 200 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Sondierungen im Norden der Stadt hatten ergeben, dass sich mehrere Bombenblindgänger auf einem Baugelände befinden könnten. Die Experten gehen davon aus, dass sich mindestens 14 Blindgänger auf dem Baugelände befinden könnten. Bei der bundesweit bislang größten Evakuierung mussten Ende 2016 in Augsburg etwa 54 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.


WIRTSCHAFT

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FREITAG, 7. APRIL 2017

Banken verteidigen Gebühren-Plus: Zeit der Kostenloskultur ist vorbei

KURZ NOTIERT

Hella dpa LIPPSTADT. Der Auto-

leuchten-Spezialist Hella hat dank reger Nachfrage der Autobauer Umsatz und Gewinn gesteigert. Von Anfang Dezember bis Ende Februar stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) um 17 Prozent auf 105 Millionen Euro.

Unilever dpa LONDON. Der Kon-

sumgüterkonzern Unilever verordnet sich einen radikalen Umbau. Mit Jobabbau, dem Verschmelzen von Sparten und einem gekappten Werbebudget will der Vorstand bis 2020 die Kosten um Milliarden senken. Den Aktionären winkt ein Aktienrückkauf über fünf Milliarden Euro.

Eurowings dpa FRANKFURT. Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) soll den Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern beim Lufthansa-Billigableger Eurowings schlichten. Das teilte die Gewerkschaft Ufo am Donnerstag mit. Die erste Gesprächsrunde soll am 21. April stattfinden.

Linde dpa MÜNCHEN. Vor der Entscheidung über die Fusion von Linde mit dem US-Gasehersteller Praxair hat die IG Metall Wolfgang Reitzle als Aufsichtsratschef infrage gestellt. Reitzle will den Zusammenschluss gegen Widerstand der Betriebsräte und Gewerkschaften durchsetzen.

Senvion dpa HUSUM. Beschäftigte des Windkraftanlagenherstellers Senvion haben in Husum gegen Werksschließungen und Stellenabbau protestiert. An einer Kundgebung beteiligten sich knapp 200 Mitarbeiter, so ein Sprecher der IG Metall. Das Unternehmen will in Deutschland rund 730 Stellen streichen.

Verbandstag in Berlin – Ertragslage vieler Häuser immer noch unbefriedigend – Lammert warnt Branche vor neuen Risiken dpa BERLIN. Bankkunden müssen sich auf dauerhaft höhere Gebühren für Dienstleistungen ihrer Geldhäuser einstellen. „Die Zeiten einer Kostenloskultur sind wahrscheinlich schon vorbei“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, beim Deut-

schen Bankentag in Berlin. Dass Dienstleistungen kosteten, sei nicht nur eine Delle wegen der Niedrigzinsen. Deutsche-Bank-Chef John Cryan verwies aber darauf, dass die Preise in Europa im Vergleich niedrig seien. Aus Sicht des Bankenverbandes müssen deutsche und

europäische Institute ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Die Ertragslage sei noch nicht überall befriedigend, so der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Hans-Walter Peters. „Zunächst sind die Banken selbst gefordert, mit neuen – auch digitalen – Geschäfts-

modellen, aber auch weiteren Kostensenkungen.“ Bundesbankpräsident Jens Weidmann forderte die Banken auf, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen. Zwar belasteten die niedrigen Zinsen die Ertragslage nachhaltig. Die Schwäche sei aber grundsätzlich struktureller Natur.

Dennoch hielt Weidmann eine Debatte über das Ende der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für angebracht. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) warnte die Finanzindustrie vor neuen, riskanten Geschäftsmodellen. Inzwischen gebe es

zwar „neue Einsichten, aber auch neue Versuchungen“. EU-Vizekommissar Valdis Dombrovskis sprach sich dafür aus, die globale Finanzarchitektur zu erhalten. Er erklärte, die Probleme einiger europäischer Banken mit faulen Krediten seien kein Vorbote einer neuen Krise.

Nur Große profitieren von Kauflust

Rabattschlacht bei Düften Umfrage: Kleinere Händler drohen abgehängt zu werden – Verdi warnt vor Altersarmut drückt Umsätze Kleine Läden stehen für mehr als die Hälfte der Handelsstandorte in den Städten – doch entfallen auf sie nur zehn Prozent der Umsätze. Nach Ansicht des Branchenverbands HDE droht die Gefahr, dass diese Geschäfte abgehängt werden. dpa DÜSSELDORF. Im Gegensatz zum Online-Handel und zu großen Geschäften profitieren kleinere Händler weniger von der neuen Kauflust der Deutschen. Das ist das Ergebnis einer Branchenumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). „Die Politik muss jetzt handeln, damit der mittelständische Einzelhandel auch in Zukunft das Bild der Innenstädte prägen kann“, verlangte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Eigentlich ist die Lage nicht schlecht. Der Verband rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent im Einzelhandel. Doch dafür sorgen laut Umfrage vor allem größere Unternehmen, die Hälfte des Wachstums entfällt allein auf den Online-Handel. Dagegen überwiegen bei kleineren Anbietern mit weniger als fünf Beschäftigten pessimistische Zukunftserwartungen. Vor allem der Textilhandel in den Innenstädten sieht sich unter massivem Druck. Dabei spielen die kleinen Händler für das Stadtbild nach wie vor eine große Rol-

Aufgegeben: Trotz guter Konjunktur können viele kleine Läden der großen Konkurrenz nichts entgegensetzen.

le: Sie stehen zwar nur für zehn Prozent des Umsatzes, aber für 54 Prozent der Standorte. Um die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können, bräuchten die Händler eine zeitgemäße Infrastruktur, sagte Genth. Dazu zählten etwa flächendeckende Breitbandanschlüsse und freies W-Lan. Der HDE wies allerdings Warnungen von Verdi vor drohender Altersarmut bei vielen Beschäftigten im Han-

del zurück. Der Verband forderte die Gewerkschaft auf, „den Einzelhandel nicht unbegründet schlechtzureden“. Die Löhne lägen mit durchschnittlich 15,70 Euro pro Stunde um 56 Prozent über dem gesetzlichen Mindestlohn. Von einer Niedriglohnbranche sei der Einzelhandel damit weit entfernt. Hingegen kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger, in kaum einer anderen Branche

sei das Armutsrisiko am Ende des Berufslebens so groß. Besonders betroffen seien Frauen. Der Handel ist einer der größten Branchen der deutschen Wirtschaft und beschäftigt rund 5,1 Millionen Mitarbeiter. Mitverantwortlich für die Entwicklung sei die Tarifflucht von immer mehr Handelsunternehmen, sagte die Gewerkschafterin. Zwischen 2010 und 2014 sank der Anteil der Beschäftigten im Ein-

Foto: dpa

zelhandel, die nach einem Tarifvertrag bezahlt werden, laut Verdi von 41 auf 30 Prozent. Im Groß- und Außenhandel bekommt sogar nur noch jeder Fünfte einen Tariflohn. Verdi fordert deshalb eine Rückkehr zu Tarifverträgen, die Entgelt und Arbeitsbedingungen für die gesamte Branche festschreiben. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Chancen und Risiken im Einzelhandel: mehr auf noz.de/wirtschaft

dpa DÜSSELDORF. Rabattschlachten des Handels vor allem bei Düften setzen die Hersteller von Markenkosmetik zunehmend unter Druck. Mit einem Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 2,077 Milliarden Euro seien die Geschäfte im vergangenen Jahr deutlich schlechter gelaufen als erwartet, sagte der Präsident des Kosmetikverbands VKE, Stephan Seidel. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine derartig heftige, weite Teile des Jahres umfassende Preisschlacht erlebt zu haben.“ Davon sei auch die für die Branche besonders wichtige Vorweihnachtszeit betroffen gewesen. Mit einem Umsatzplus von lediglich 0,3 Prozent sei die Entwicklung bei den Damendüften besonders schlecht verlaufen, klagte Seidel. Probleme bereiteten zunehmend auch illegale Importe und Fälschungen vor allem aus China. Verbraucher müssten beim Kauf gefälschter Düfte mit gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen wie etwa Schwermetallen rechnen. Deutliche Umsatzrückgänge um 3,2 beziehungsweise 2,5 Prozent habe es vor allem bei Gesichtspflege- und Sonnenprodukten sowie bei Herrenkosmetik gegeben. Bei Kosmetikartikeln wie Lippenstiften, Nagellack oder Make-up seien die Umsätze dagegen um 4,9 Prozent gestiegen. Verlierer seien vor allem kleine Parfümeriegeschäfte, von denen viele im vorigen Jahr von ihren Inhabern zum Verkauf angeboten worden seien, sagte Seidel.

+++ Tec-Dax 2034,42 (-0,36 %) +++ M-Dax 24110,53 (+0,42 %) +++ S-Dax 10131,29 (+0,26 %) +++ Öko-Dax 29,19 (-0,31 %) +++ Euro Bund-Future 162,42 (-0,09 %) +++ Rentenindex (REX) 142,35 (+0,02 %) +++

GEWINNER

DAX in Punkten

Veränd. % Titel zum Vortag S&T +8,48 Fraport +4,37 Drägerwerk Vz. +2,97

Veränderung zum Vortagesschluss 12230,89 Veränderung z. Vortag: (+0,11 %) 0,06 (±0,00 %)

6.4. Verä.% 52W.-T. 51,85 -0,65 39,60 34,66 -0,40 25,88 72,50 +1,19 48,08 11,66 +1,79 11,01 63,94 +0,02 39,86 36,22 +0,84 25,05 53,62 +0,21 41,08 75,21 +0,12 31,80 35,51 -2,05 25,30 38,53 +0,61 35,87 11,71 +0,26 7,87 31,16 ±0,00 25,91 82,63 -0,19 60,30 30,50 -1,01 25,03 72,73 +0,19 57,70 69,56 +4,37 44,70 46,29 -0,24 33,20 41,46 +1,15 32,62 71,17 -4,88 64,44 108,90 +0,09 83,00 40,60 +0,76 27,17 159,00 +1,24 100,00 69,63 +0,49 46,00 35,43 +0,20 30,12 31,00 -0,43 24,14 21,65 -0,35 15,81 61,41 -0,31 40,15 105,45 +0,24 80,54 63,31 +0,49 37,28 77,88 +0,69 67,91 48,27 +0,46 23,01 29,25 ±0,00 25,71 124,45 +0,48 78,74 44,20 +0,45 35,20 58,96 +1,11 42,59 445,05 +2,24 365,00 80,09 +0,93 48,02 75,46 -0,20 63,47 34,50 +0,66 22,50 15,62 -1,11 11,27 57,45 +0,17 35,66 4,65 +2,00 4,21 50,54 -0,22 34,25 20,86 -0,64 14,54 61,94 +0,78 53,00 12,80 +0,24 10,80 33,19 -0,60 25,20 15,69 -0,06 9,80 99,72 -0,48 70,63 39,55 +0,42 22,81

52W.-H. 52,32 38,95 72,56 12,83 64,44 41,00 56,32 75,60 37,07 42,61 11,87 35,40 84,15 31,72 74,90 70,06 46,45 50,17 77,60 109,25 41,66 159,15 69,90 38,73 31,72 24,95 62,30 108,60 68,84 92,04 49,44 32,27 125,00 50,91 61,75 482,25 80,37 83,36 38,46 16,61 58,80 6,16 56,75 25,94 69,32 13,34 34,47 15,94 115,20 41,12

Div. 1,80 1,65 1,30 0,50 1,25

1,00 0,70 0,46 1,35 0,43 0,54 1,85 1,15 1,75 1,35 0,82 0,80 0,85 4,75 0,77 2,00 3,62 0,40 1,15 0,77 1,45 0,60 2,26 1,00 1,00 1,70 0,90 1,00 7,50 1,10 1,00 0,25 0,50 0,70 0,03 0,70 0,30 0,80 0,55 1,30

2,00

Gewinner/Verlierer auf Basis HDax. Dax, MDax und TecDax auf Xetra-Basis, alle anderen Parkett Frankfurt. Dividende: letzt gezahlte in Landeswährung. Alle Angaben ohne Gewähr. *=letzt verfügbarer Preis Quelle:

ROHÖL

EUROSTOXX 50 in Punkten

Umlaufrendite

M-DAX A. Springer SE Aareal Bank Airbus Alstria Aurubis Bilfinger Brenntag NA Covestro CTS Eventim Dt. EuroShop Dt. Pfandbriefbk. Dt. Wohnen Dürr Evonik Fielmann Fraport Fuchs P. Vz. GEA Group Gerresheimer Hann. Rück.NA Hella HOCHTIEF Hugo Boss NA Innogy Jungheinrich K+S NA Kion Group Krones Lanxess LEG Immob. Leoni Metro St. MTU Aero Norma Group Osram Licht Rational Rheinmetall RTL Group Salzgitter Schaeffler STADA vNA Steinhoff Int. Ströer Südzucker Symrise TAG Imm. Talanx Uniper Wacker Chemie Zalando

ZINSEN

3489,57

Dow Jones FRANKFURT. Vor dem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi hat am Donnerstag am deutschen Aktienmarkt die Vorsicht überwogen. Immerhin konnte der DAX nach anfänglichen Verlusten noch ein kleines Plus von 0,1 Prozent auf 12.231 Punkte ins Ziel retten. Kursbewegende Nachrichten zu den 30 DAX-Unternehmen waren Mangelware und größere Kursausschläge deshalb nicht zu beobachten. Die gab es nur bei Titeln aus der zweiten und dritten Reihe. Das Treffen

Veränderung zum Vortagesschluss (+1,72 %) 1,0666 Veränderung z. Vortag: (+0,49 %) 54,94

der ranghöchsten Vertreter der beiden größten Volkswirtschaften der Welt birgt einige Risiken für die Finanzmärkte. Es geht um die künftigen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern sowie um internationale Krisenherde wie Syrien. Aber auch um die Haltung zu Nordkorea, das sich nach Einschätzung von Gregor Kuhn vom Broker IG Markets „immer unberechenbarer gebärdet“. Die Unsicherheit über den Kurs der US-Regierung in der Gesundheitspolitik bekommt bereits der Pharmaverpackungshersteller Gerresheimer zu spüren.

DAX 30

VERLIERER

Veränderung z. Vortag: (-0,11 %)

REGIONALE AKTIEN Stand: 18:51 h Ahlers St. Berentzen Bor. Dortmund Brem. Lagerh. CEWE KGaA Clere Einbeck. Brauh. EnviTec Biogas Frosta G. Weber Int. Gelsenwasser H&R KWS SAAT OLB Sartorius VW St. Westag&Get.Vz.

6.4. 6,81 10,14 5,71 18,00 84,22 15,26 9,46 8,01 62,70 12,80 891,52 14,41 300,05 21,45 77,34 136,50 23,45

Verä.% -0,01 +0,98 +0,04 +35,00 -2,13 -0,26 -0,42 +2,21 +3,40 +0,87 -0,24 -1,40 +1,09 +4,12 -1,36 -0,65 +1,88

Ein Euro in der jeweiligen Landeswährung:

Geld Brief 1,0635 1,0695 0,8543 0,8583 1,0683 1,0723 118,0200 118,5000 4,2076 4,2556 7,4151 7,4551 26,4950 27,2950 1,4261 1,4381 1,4005 1,4205 9,5728 9,6208

52W.-H. 185,05 174,60 94,32 112,00 89,92 91,76 9,08 207,15 73,23 17,82 88,70 32,95 16,67 8,53 85,65

Div. 1,60 7,30 2,90 2,50 0,70 3,20 0,20 3,75 3,25

2,25 0,85 0,55 0,44 0,80

Fresenius SE Heidelb.Cem. Henkel Vz. Infineon NA Linde Lufthansa Merck Münch. Rück ProS.Sat.1 RWE St. SAP SE Siemens NA thyssenkr. Vonovia VW Vz.

METALLE/ROHSTOFFE in Euro Ankauf/Verkauf Gold ($/31,1g) 1252,83 Gold (1 kg) 37480,00 - 38170,00 Silber (1 kg) 521,00 - 589,00 Platin (1 g, Heraeus) 30,72 Maple Leaf (1/4 Uz) 284,50 - 324,70 Krüger-Rand 1149,50 - 1221,60 MK-Notierung (100 kg) 663,62 Kupfer (100 kg) 550,66 - 550,70 Aluminium (100 kg) 213,00 Messing MS58I (100 kg) 528,00 - 551,00 Rohöl, WTI ($/Barrel) 51,73

6.4. Verä.% 52W.-T. 74,49 +0,08 60,00 87,06 -0,48 65,12 122,85 +0,20 96,25 18,91 ±0,00 11,64 158,25 +0,48 116,80 15,23 -0,39 9,10 107,00 -0,09 74,63 183,20 +0,11 140,90 40,98 -0,47 31,33 15,72 +1,03 11,02 91,43 -0,31 64,94 128,55 +0,35 86,82 22,73 -0,48 16,60 33,66 +0,43 28,66 133,00 -0,11 102,80

52W.-H. 77,45 94,59 123,60 19,26 166,00 15,60 107,50 185,00 46,45 16,49 92,98 129,50 24,69 37,00 156,55

Div. 0,55 1,30 1,47 0,22 3,45 0,50 1,05 8,25 1,80

1,15 3,60 0,15 0,94 0,17

WEITERE AKTIEN Stand: 18:51 h Air Berlin BayWa vNA comdirect bank Deutz GfK SE Hawesko Indus Hold. MLP Porsche SE Vz. Sixt SE St. TUI NA

6.4. Verä.% 0,55 -0,18 30,93 -1,07 9,31 -0,56 6,36 -1,01 47,02 +0,28 45,64 -1,63 60,61 -0,41 5,85 -1,42 49,52 -0,88 47,60 -0,70 12,80 +0,88

ADVA Optical Aixtron Bechtle Cancom Carl Zeiss Med. CompuGroup Dialog Semic. Drägerwerk Vz. Drillisch EVOTEC freenet NA GFT Tech. Jenoptik Medigene MorphoSys Nemetschek Nordex SE Pfeiffer QIAGEN RIB Software S&T Sartorius Vz. Siltronic SLM Sol. Gr. SMA Solar Software Telefónica Dt. Utd. Internet NA Wirecard Xing NA

Veränd. % Titel zum Vortag -4,88 Gerresheimer -3,42 SMA Solar freenet NA -2,63

AUSLANDSAKTIEN 52W.-T. 6,12 5,75 3,75 9,00 53,78 14,78 8,99 6,31 47,44 10,00 619,05 8,85 270,85 11,50 57,01 115,30 17,50

52W.-H. Div. 7,78 0,20 10,14 0,20 5,89 0,06 22,00 0,40 91,22 1,60 27,97 11,23 0,07 9,03 0,80 66,00 1,36 13,13 0,40 965,00 21,16 19,74 312,20 3,00 21,45 0,25 82,03 0,38 157,18 0,11 23,51 0,80

TEC DAX 6.4. Verä.% 52W.-T. 176,60 +0,57 100,45 173,15 +0,61 118,35 93,51 +0,41 62,07 107,50 -0,32 83,45 89,83 +0,36 75,00 82,95 -0,35 63,38 8,37 -0,77 5,16 200,20 ±0,00 158,20 67,12 +0,09 50,83 15,68 +0,22 8,83 87,18 -0,08 66,11 31,75 +0,25 23,50 16,23 -0,15 13,54 7,35 +0,71 5,99 78,25 +0,36 70,00

DEVISENKURSE USA (USD) England (GBP) Schweiz (CHF) Japan (JPY) Polen (PLN) Dänemark (DKK) Tschech. Rep. (CZK) Kanada (CAD) Australien (AUD) Schweden (SEK)

EURO in Dollar

Brent ($ / Barrel)

DAX schließt vor USA-China-Treffen mit kleinem Plus

Adidas NA Allianz SE vNA BASF NA Bayer NA Beiersdorf BMW St. Commerzbank Continental Daimler NA Dt. Bank NA Dt. Börse NA Dt. Post NA Dt. Telekom NA E.ON SE Fres. M.C.St.

(Stand 18:30h)

6.4. Verä.% 52W.-T. 10,10 -2,04 6,75 3,49 +1,16 3,03 101,10 +0,25 84,57 52,56 -0,85 38,80 41,05 -0,12 28,18 40,54 +0,33 32,52 47,44 -0,65 23,21 94,62 +2,97 51,54 47,31 -0,45 32,41 9,94 +1,14 3,10 29,42 -2,63 22,20 17,72 -0,48 15,99 23,30 -0,43 12,82 12,60 -0,51 5,65 53,65 -1,63 32,90 55,91 -1,04 43,00 13,14 -0,34 12,41 121,00 -0,04 79,09 26,28 -0,74 18,85 12,34 -0,24 8,00 11,70 +8,48 6,40 80,62 -0,04 51,49 65,50 -0,41 13,50 37,00 -0,27 20,25 22,61 -3,42 20,80 36,74 -1,16 28,68 4,67 -0,47 3,33 40,95 -0,15 34,42 52,54 +1,08 32,26 192,50 -1,26 158,70

52W.-H. 10,74 5,89 104,85 53,28 42,17 42,94 52,35 98,26 49,25 9,94 30,59 23,10 23,59 15,24 61,36 59,50 28,45 122,45 28,73 14,86 11,88 82,93 65,77 44,30 50,99 39,32 4,83 45,79 52,65 204,40

Div. 1,40 0,50 0,38 0,35 0,19 1,75 1,55 0,30 0,22 0,50

3,20 0,16

0,38

0,14 0,55 0,24 0,70 0,14 2,53

Stand: 18:51 h AB Inbev Ahold Delhaize Alphabet Inc. A Amazon Apple Inc. AT&T AXA BB Biotech NA BHP Billiton BNP Paribas Boeing BP PLC Carrefour Chevron Corp. Citigroup Coca Cola Crédit Agricole Danone Disney Co. Dow Chemical Endesa Enel Exxon Mobil Facebook Gazprom General Electric General Motors HP Inc. IBM ING Groep Intel Johnson&Johnson L’Oréal LVMH McDonald’s Microsoft Nestlé NA Nokia Novartis NA Orange Pfizer Philips Elec. Procter & Gamble Roche Hold. GS Sanofi S.A. Société Générale Telefónica Time Warner New Total UniCredit Unilever Vivendi Vodafone Group

6.4. Verä.% 104,01 +0,55 19,57 -0,05 797,94 -0,33 843,97 -2,61 135,19 -0,96 38,18 -2,10 23,85 +0,63 52,30 -1,13 15,02 +0,33 60,76 +0,83 166,98 -0,80 5,47 +0,55 21,63 -0,12 102,57 -0,34 56,09 -1,13 40,01 -0,20 12,49 -1,32 63,91 +0,46 106,33 -0,37 59,41 ±0,00 22,08 +0,12 4,41 +0,68 78,04 +0,66 132,87 -1,21 4,28 -1,16 28,26 -0,46 31,71 -1,67 16,53 +0,10 162,48 -1,33 14,06 +0,36 33,96 -1,31 117,72 +0,09 179,25 +0,08 206,71 +0,52 122,08 -0,88 61,97 -0,15 71,87 +0,24 4,93 +0,51 69,32 -0,66 14,35 -0,62 32,20 -0,29 29,95 +0,13 84,14 -0,71 240,64 -0,21 85,24 +0,15 46,08 +0,74 10,46 +0,92 91,91 -0,44 48,53 +1,09 14,12 -0,83 47,13 +1,28 18,03 -0,66 2,43 -0,86


WIRTSCHAFT

FREITAG, 7. APRIL 2017

KOMMENTAR

Opfer der Effizienz Von Klaus Wieschemeyer

D

er neue Chef der Nord/LB, Thomas Bürkle, spricht von Fusion mit der Bremer Landesbank (BLB). Zerschlagung trifft es besser. Von dem traditionsreichen Haus bleibt mittelfristig bestenfalls der Name. Die Standorte in Bremen und Oldenburg werden nun doch zu Außenstellen der Zentrale in Hannover. Für die Politiker der Bremischen Bürgerschaft bewahrheiten sich damit alle 2016 geäußerten Ängste vor dem Bedeutungsverlust „ihrer“ Landesbank. Gleichwohl ist der durch die Schiffskrise erzwungene Schritt überfällig. Lange wurden Doppelstrukturen und gewaltige Risiken achselzuckend hingenommen. Stattdessen berauschten sich Politiker und Manager nicht nur im Norden an der Vorstellung, von ihren neu gebauten Zentralen aus das große Rad des globalen Geldes drehen zu können. Aus und vorbei. Bürkle will die Nord/LB konsequent auf Effizienz trimmen, und das dürfte für viele Mitarbeiter ungemütlich werden. Denn die BLB ist für ihn nur der erste abzuschneidende alte Zopf. Eine Fusion mit der ungleich kränkeren HSH Nordbank zu einer Küsten-Problembank kommt für ihn nicht infrage. Die Nord/LB soll das machen, was sie jenseits der Schiffe gut kann: Geld verdienen. Mit der HSH am Hals wäre das unmöglich. k.wieschemeyer@noz.de

Nord/LB schluckt Bremer Tochter BLB wird voll fusioniert – Milliardenverlust durch Schiffskrise – Jobabbau angekündigt Donnerstag im Landtag. Schneiders Votum hat Gewicht: Die Nord/LB gehört mehrheitlich dem Land Niedersachsen. Schneider verteidigte die in Niedersachsen und Bremen politisch umstrittene Übernahme erneut als „Notkauf“. Hätte die Nord/LB nicht gehandelt, befände sich die BLB heute in Abwicklung. Bürkle will die Nord/LB straffen. Im neuen Konzern soll sich der Standort Bremen vor allem um regionale Firmen- und Privatkunden kümmern sowie Wind- und Solarparks in Deutschland finanzieren. Alles andere, insbesondere das Schiffsgeschäft, soll künftig von Hannover aus gesteuert werden. Auch vom Neugeschäft mit Spezial- und Kreuzfahrtschiffen, in erster Linie in Asien, soll Bremen künftig komplett die Finger lassen.

Die Schiffskrise macht der Nord/LB weiter zu schaffen: Die Landesbank mit Sitz in Hannover muss für 2016 einen Verlust von 1,9 Milliarden Euro ausweisen. Zu dem Minus hat auch die Bremer Tochter BLB beigetragen. Sie ist wohl bald Geschichte. Von Klaus Wieschemeyer HANNOVER. Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) ringt weiter mit der bereits seit 2008 andauernden globalen Reedereikrise: Erneute Wertberichtigungen in Höhe von 2,94 Milliarden Euro beim Schiffsportfolio brockten den Hannoveranern 2016 bei einer Bilanzsumme von knapp 175 Milliarden Euro einen Verlust von 1,9 Milliarden Euro ein. Hilfe brauche die Bank aber nicht. „Wir können dieses Negativergebnis aus eigener Kraft verarbeiten“, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle. Alle anderen Segmente, die immerhin insgesamt 85 Prozent des Geschäfts ausmachten, verdienten Geld, betonte er. „Die Nord/LB ist nicht nur Schiffe“, sagte Bürkle. Im laufenden Jahr strebt Norddeutschlands größte Landesbank insgesamt die Rückkehr in die Gewinnzone an, auch wenn sie mit weiteren schlechten Nachrichten bei den Schiffen rechnet.

Arbeitsplätze fallen weg

Problemfall BLB Die Bilanz zusätzlich belastet hatte die Komplettübernahme der Bremer Landesbank (BLB), die weit schwerer unter der Schiffskrise litt, als vor dem Kauf bekannt. Anders als zunächst geplant, soll die BLB nicht als eigenständige Gesellschaft unter das Dach der Nord/LB schlüpfen, sondern komplett

Imposant: Die Nord/LB verleibt sich die Bremer Landesbank ein.

im Mutterkonzern aufgehen. Der Vorstand beschloss dies am Donnerstagmorgen. Die Standorte Bremen und Oldenburg sollen zwar erhalten bleiben. Auch das neue BLBGebäude am Bremer Domhof steht für die „Organisations-

einheit“ mit aktuell noch 1200 Mitarbeitern nicht zur Disposition. Doch ob der Begriff BLB auf Dauer erhalten bleibt, ist offen. Es gebe noch keine „finale Entscheidung“ darüber, sagte Bürkle. Sicher sei, dass man Standort und

Harter Wettbewerb bremst Rossmann Drogerie-Konzern wächst im Ausland stärker als zu Hause – 220 neue Märkte geplant dpa BURGWEDEL. Preisschlachten mit der Konkurrenz und massiver Wettbewerb in Deutschland bremsen das Wachstum des niedersächsischen Drogerie-Giganten Rossmann. „Wir sind in einer Zeit des Umbruchs“, sagte der Chef des Familienunternehmens, Dirk Roßmann, bei der Vorlage der Bilanz für 2016. Lebensmittel-Discounter drängen ins Drogerie-Segment, neue Ketten kommen auf den deutschen Markt, außerdem bietet der größte Online-Versandhändler Amazon verstärkt Drogerieartikel an. „Wir schlagen uns die

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Preise um die Ohren, dass es nur so kracht“, sagte Roßmann mit Blick auf den Mitbewerber dm. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Zuwachsraten kleiner werden. Das Geschäft ist etwas rauer geworden, es gibt Gegenwind.“ Im laufenden Jahr sei deshalb ein konzernweites Umsatzwachstum um fünf Prozent angepeilt. Dies seien Raten, auf die Rossmann sich in den kommenden Jahren einstellen müsse, so der Firmenchef. Das erste Quartal 2017 sei „im Plan“, nach einem schwächeren März laufe das Ostergeschäft „sehr gut“.

Im vorigen Jahr wuchs die Drogeriemarktkette im Ausland weitaus stärker als in Deutschland. Die Erlöse in Polen, Ungarn, Tschechien, der Türkei und Albanien legten im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Die Umsätze in Deutschland wuchsen dagegen nur um 5,4 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Konzernweit wuchsen die Erlöse um 6,3 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Roßmann erinnerte daran, dass die Zuwachsraten 17 Jahre lang über 10 Prozent gelegen hatten. Aber: „Der Schub, der uns 17 Jahre getragen hat, ist

nicht mehr da.“ Über den Gewinn spricht das Familienunternehmen stets vage. 2015 hatte Rossmann unter dem Strich 208 Millionen Euro verdient. Im vergangenen Jahr sei der Ertrag „nochmals gestiegen“. Die Zahl der Filialen will Rossmann im laufenden Jahr erneut ausweiten: Bei Investitionen von 225 Millionen Euro sollen 220 neue Märkte im In- und Ausland eröffnet werden. Insgesamt kommt die Gruppe im In- und Ausland auf 3635 Drogeriemärkte und beschäftigt 50 500 Mitarbeiter, davon 30 000 in Deutschland.

Foto: Klaus Wieschemeyer

Marke entkoppeln werde. Niedersachsens Finanzminister und Nord/LB-Aufsichtsratschef Peter-Jürgen Schneider widersprach dem: Die BLB werde nicht zerschlagen, der Name bleiben, betonte der SPD-Politiker am

Die Fusion sei eine Chance, die Nord/LB insgesamt effizienter zu machen, sagte Bürkle. Unter dem Slogan „One Bank“ will der am 1. Januar offiziell angetretene neue Chef das gesamte Haus auf Effizienz trimmen, die BLB soll da nur der Anfang sein. „Es darf keine Überschneidungen mehr geben“, kündigte Bürkle an. Dies wird auch einige der aktuell 6400 Arbeitsplätze kosten: Wie viele und an welchen Standorten, will Bürkle noch nicht abschätzen. „Es wird keine ganz kleine Zahl sein“, sagte er. Man wolle Kündigungen vermeiden. Branchenkenner vermuten, dass allein am Bremer Domhof Hunderte Stellen wegfallen. Aus Sicht des Kunden dürfe sich aber negativ nichts ändern, sagte Bürkle. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Landesbanken in der Krise: Hintergründe auf noz.de/wirtschaft

Opel baut sich für Übernahme um dpa RÜSSELSHEIM. Opel schwört seine Mitarbeiter auf die Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA ein. Bei zeitgleichen Betriebsversammlungen an allen deutschen Opel-Standorten wurde die Belegschaft am Donnerstag über die geplante Neuorganisation des Traditionsunternehmens informiert. Alle europäischen Geschäfte von Opel, die Teil von PSA Peugeot Citroën werden, sollen unter dem Dach einer Gesellschaft gebündelt werden. Für die Mitarbeiter ändere sich infolge der rechtlichen Neuaufstellung zunächst nichts.

In einem ersten Schritt wird die Adam Opel AG in eine GmbH umgewandelt. Am Ende sollen alle Geschäftsaktivitäten von Opel und der britischen Marke Vauxhall in einer Gesellschaft zusammengefasst werden. Umgesetzt werden soll das im Laufe des zweiten Quartals. Der Autobauer bestätigte seine Zusagen für die deutschen Werke: In Eisenach soll von 2019 an der Nachfolger des Mokka X produziert werden. In Rüsselsheim soll in einigen Jahren ein großer SUV vom Band laufen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2018 ausgeschlossen.

Jade-Weser-Port fährt zu Jahresbeginn heftiges Minus ein Betreiber Eurogate legt Bilanz vor: Umschlag 2016 um 13 Prozent gestiegen – Lies hält trotz verfehlter Ziele an Standort fest dpa BREMEN. Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven ist trotz Wachstums auch im fünften Jahr nach der Eröffnung weit hinter seinen gesteckten Umschlagzielen zurückgeblieben. Zwar gingen an Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen 2016 mit 482 000 TEU-Standardcontainern rund 13 Prozent mehr Güter über die Kaikanten als 2015, wie der Terminalbetreiber Eurogate am Donnerstag in Bremen mitteilte. Doch im ersten Quartal 2017 wurde ein deutlicher Rückgang von 39,2 Prozent verbucht. Der Hafen ist für über zwei Millionen TEU ausgelegt. Wilhelmshaven bescherte der Eurogate-Gruppe, die in Deutschland Terminals auch in Hamburg und Bremerha-

ven betreibt, 2016 einen Verlust von 20 Millionen Euro. Den Rückgang im neuen Jahr begründete Eurogate-Chef Michael Blach damit, dass es in den ersten drei Monaten fast keine ungeplanten Anläufe von Containerfrachtern gegeben habe. Das sei nicht vorhersehbar, könne sich aber im 2. Quartal bereits wieder ändern. Für 2017 erwartet Blach insgesamt eine Steigerung, da zwei der neuen ReedereiGroßallianzen („2M“ und „Ocean Alliance“) Wilhelmshaven nutzen. Eurogate investiert an dem Standort weiter in Hochtechnologie. In einem einjährigen Pilotprobebetrieb sollen 2018 Container mit selbstfahrenden Hubwagen zum Kai rangiert werden,

wo sie dann manuell aufs Schiff gehievt werden. Derartige Systeme laufen schon in Australien und den USA, sollen aber nun in Deutschland und den hier vorherrschenden Wetterbedingungen erprobt werden. Acht Millionen Euro und damit rund die Hälfte der Gesamtkosten kommen vom Bundesverkehrsministerium als Förderung. Von seinem Ziel, langfristig pro Jahr 2,7 Millionen TEU umzuschlagen, ist Wilhelmshaven meilenweit entfernt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ist trotzdem vom Standort überzeugt: „Ich bin optimistisch, dass wir im kommenden Jahr in Wilhelmshaven an einen Um-

Unter den Erwartungen: Der Jade-WeserPort in Wilhelmshaven hinkt weiterhin seinen Zielen hinterher. Foto: dpa

schlag von einer Million Standardcontainern herankommen werden“, sagte er. Dann sei es auch sinnvoll, mit den Planungen für eine zweite Ausbaustufe zu beginnen. „Also rechtzeitig – denn wir wissen ja, dass solche Vorhaben heute zehn Jahre brauchen.“ Angesichts im-

mer größer werdender Schiffe gehöre dem Hafen die Zukunft. Ihm gehe es dabei nicht darum, Hamburg oder Bremen Ladung wegzunehmen, betonte Lies. „Mit einer norddeutschen Hafenkooperation mehr Umschlag nach Deutschland zu holen, das ist mein Ziel.“

Der Containermarkt dümpelt wegen der Schiffskrise und vorhandener Überkapazitäten vor sich hin. Allerdings zeichneten sich seit dem 4. Quartal 2016 eine Besserung und ein merkliches Anziehen der Nachfrage ab, die sich auch im Frühjahr 2017 fortzusetzen schienen, sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer des Institutes für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in Bremen, Burkhard Lemper. Eurogate, das zwölf Terminals in sechs Ländern betreibt, verzeichnete 2016 einen Jahresüberschuss von 75,9 Millionen Euro (plus 3,3 Prozent). Der Umsatz legte 2016 im Vorjahresvergleich um 8,1 Prozent auf 639,4 Millionen Euro zu.

KOMPAKT

Tuifly-Klagen gehen vor EuGH HANNOVER. Nach dem Chaos um ausgefallene und verspätete Flüge im Herbst 2016 hat das Amtsgericht Hannover den Europäischen Gerichtshof eingeschaltet. Geklärt werden solle, ob massenhafte Krankmeldungen von Airline-Crews einen außergewöhnlichen Umstand darstellen. Insgesamt geht es um acht Verfahren zur Entschädigung von Fluggästen. Bis zur Entscheidung dürfte es eineinhalb Jahre dauern. Tuifly wertet die Krankmeldungen als wilden Streik und will die Urlauber deshalb nicht auf Basis der Fluggastrechteverordnung entschädigen.

dpa

Check24 muss besser informieren dpa MÜNCHEN. Das Inter-

netportal Check24 muss künftig seine Kunden vor dem Online-Abschluss einer Versicherung besser informieren und gründlicher beraten als bisher. Das entschied das Oberlandesgericht München. Geklagt hatte der Bundesverband der deutschen Versicherungskaufleute. Sofern das Urteil rechtskräftig wird, muss Check24 die Besucher der Webseite unübersehbar darauf hinweisen, dass das Portal nicht nur Preise vergleicht, sondern als Versicherungsmakler Provisionen kassiert.

Weltgrößte Messe zu Fitness startet dpa KÖLN. Die weltgrößte

Fitnessmesse Fibo hat ihre Tore geöffnet. Bis Sonntag werden rund 150 000 Besucher in der Kölner Messe erwartet. Über 1000 Aussteller aus 40 Nationen stellen die Neuheiten der Branche vor. Präsentiert werden auch neue Fitnessgeräte und Ernährungstrends. Mit 160 000 Quadratmetern belegt die Fibo eine Fläche von etwa 22 Fußballfeldern. Erst am Samstag und Sonntag öffnet die Messe auch für Privatbesucher. Für den Sonntag seien noch Restkarten zu haben, hieß es.

EU-weit teuerste Arbeit in Dänemark dpa LUXEMBURG. Das ex-

treme Gefälle der Arbeitskosten innerhalb der EU gleicht sich nur langsam an. 2016 lag die Spanne zwischen 4,40 Euro Kosten pro Arbeitsstunde in Bulgarien und 42 Euro in Dänemark, wie die Statistikbehörde Eurostat meldete. Deutschland lag mit 33 Euro im oberen Mittelfeld der 28 EU-Staaten (Platz 8). Die Daten zeigen die Wohlstandsunterschiede in der EU. Politisch sind sie bedeutsam, weil Menschen aus den Niedriglohnländern oft besser bezahlte Arbeit in wohlhabenderen Mitgliedstaaten suchen.

Henkel will gezielt Firmen zukaufen DÜSSELDORF. Der Konsumgüterkonzern Henkel ist nach einem Rekordjahr mit 2,1 Milliarden Euro Reingewinn weiter auf Einkaufstour. Henkel-Chef Hans Van Bylen kündigte weitere „gezielte Akquisitionen“ an, um die Position in attraktiven Märkten zu stärken. Dies solle auch dazu beitragen, trotz schärferen Wettbewerbs und Währungsdrucks bei Umsatz und Gewinn weiter zuzulegen. Für die Aktionäre gibt es mit 1,60 Euro für Stamm- und 1,62 Euro für Vorzugsaktien etwa zehn Prozent mehr Dividende.

dpa


DIALOG

8 HOROSKOP WIDDER

21. 3.–20. 4.

STIER

21. 4.–20. 5.

FREITAG, 7. APRIL 2017

Wer sagt’s denn?

LESERBRIEFE

Falscher Umgang mit Terror

Warten Sie auf neue Angebote. Dann dürfen Sie eine Auswahl ganz nach Ihrem Geschmack treffen. Eine große Portion Glück verleiht Ihnen Flügel und lässt Sie Dinge erreichen, die Ihnen bisher nicht greifbar erschienen. ZWILLINGE

21. 5.–21. 6.

KREBS

22. 6.–22. 7.

LÖWE

23. 7.–23. 8.

Zum Artikel „Berlin trauert ohne russische Farben“ (Ausgabe vom 5. April). „Es ist ungeheuerlich, Sankt Petersburg – einer Stadt, in der durch die ,Leningrader Blockade‘ während des Zweiten Weltkrieges 1,1 Millionen zivile Bewohner ihr Leben verloren – den ,besonderen Bezug zu Berlin‘ abzusprechen und damit das Nichtbeleuchten des Brandenburger Tores nach dem Anschlag zu rechtfertigen. Das ist beschämend – nicht nur für Berlin, sondern für ganz Deutschland. Es spielt keine Rolle, welche politischen und/oder ideologischen Differenzen man mit einem anderen Staat hat. Nach einem solchen Terrorakt gebietet es schon der Anstand, Mitgefühl und Anteilnahme zu zeigen. Trauer kennt keine Nationalität.“

Lassen Sie sich in beruflichen Fragen keine voreiligen Entschlüsse abringen. Verlangen Sie die notwendige Bedenkzeit.

Ihr Nervenkostüm wird immer dünner. Weichen Sie dem zunehmenden Druck aus und machen Sie das, was Ihnen leicht fällt. Träume und Wirklichkeit harmonieren fast nur in Ausnahmesituationen miteinander. Sie haben heute dieses große Glück. JUNGFRAU 24. 8.–23. 9.

Auch Ihr großer Optimismus erhält mal einen Dämpfer. Nehmen Sie das zum Anlass, über die Probleme zu reflektieren. WAAGE

„Wenn ihr nicht bald schwimmen lernt, krieg ich ’ne Krise“, ist der Gewinnerspruch der Woche. Eingesendet hat ihn unser Leser Wolfgang Bratschke. Leserin Rita Hebbelmann hingegen glaubt, die Ente beschwert sich, weil sie die anderen Tiere huckepack nehmen muss. „Toller Familienausflug. Alles bleibt an mir hängen!“, legt sie ihr in den Schnabel. Und Maria Heimes glaubt an eine Verwandtschaft mit Donald oder Dagobert Duck: „Aber nur bis nach Entenhausen – weiter nicht“, lautet ihr Vorschlag. Passend zu Ostern erhalten alle Gewinner ein Deko-Set mit Ostermotiven. – Vorschläge für das neue Bild senden Sie bitte bis kommenden Mittwoch an folgende Adresse: Neue Osnabrücker Zeitung, „Dialog“, Breiter Gang 10–16, 49074 Osnabrück. Alternativ können Sie uns auch eine E-Mail schicken an: dialog@noz.de. Oder per SMS mit ·· ·· Bildergalerien zu den Kennwort MOBILDIALOG an 5 20 20 (0,49 ·· ·· besten Sprüchen auf Euro/SMS inklusive VF-D2-Anteil 0,12 ·· ·· Euro). Fotos: imago/blickwinkel; dpa ·· noz.de

24. 9.–23. 10.

Gehen Sie aus oder entdecken Sie neue Städte für sich. Bitten Sie auch Freunde dazu. Denn das hebt Ihre Laune.

SKORPION 24. 10.–22. 11.

Kümmern Sie sich mehr um Ihr Wohlbefinden, anstatt es ständig Ihrem Umfeld recht zu machen. SCHÜTZE

23. 11.–21.12.

Rechnen Sie damit, dass Widersacher Ihnen in den Rücken fallen und Anspruch auf Ihre Position erheben.

STEINBOCK 22. 12.–20. 1.

Sie fürchten sich vor Fehlentscheidungen. Suchen Sie nach einem anderen, genauso erfolgreichen Weg. WASSERMANN 21. 1.–19. 2.

Ein Einsatz zahlt sich aus. Verbrennen Sie aber nicht Ihre körperlichen und seelischen Reserven. FISCHE

20. 2.–20. 3.

Wehren Sie sich klar und deutlich, wenn Ihnen andere übel mitspielen.

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RABENAUS WUNDERSAME ERLEBNISSE

Michael Pfeiffer Neuhausen auf den Fildern

Leserbriefe sind per-

sönliche Meinungsäußerungen. Sie geben nicht die Ansichten der Redaktion wieder. Ihre Beiträge können Sie per E-Mail an leserbriefe@noz.de schicken. Oder an: Neue Osnabrücker Zeitung, Leserbriefe, Breiter Gang 10–16, 49074 Osnabrück. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

SPRUCHREIF Maria (6) sieht dabei zu, wie

eine Ärztin ihre Großmutter untersucht und den Blutdruck bei ihr misst. Als die Ärztin fertig ist, schlägt sie Maria vor: „Soll ich bei dir auch Blutdruck messen?“ Maria reagiert entrüstet: „Ich hab’ doch keinen Blutdruck.“ Schnelle Sprüche: per SMS an: 05 41/7 60 52 96, per Mail an: dialog@noz.de oder per Brief an: Neue Osnabrücker Zeitung, Breiter Gang 10–16, 49074 Osnabrück.


FREITAG, 7. APRIL 2017

LOKAL-TV ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ··

Nachrichten aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim heute auf www.ev1.tv

Anerkennung ausländischer Abschlüsse pm MEPPEN. Wer kennt sie nicht? Die Produktionshelferin, die eigentlich etwas anderes gelernt hat, oder die Kassiererin, die in ihrer Heimat als Fachpflegerin tätig war. Sie alle teilen das Schicksal vieler Migrantinnen in Deutschland: Obwohl sie hoch qualifiziert sind, können sie nicht im erlernten Beruf arbeiten, da sie keine anerkannten Abschlüsse vorweisen können – und das in Zeiten und Regionen wie dem Landkreis Emsland, wo Fachkräfte dringend gebraucht werden. Eine anerkannte Berufsausbildung ist in Deutschland die Grundlage für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Da die Einordnung der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse für Arbeitgeber nicht einfach ist, hilft es, den ausländischen Berufsabschluss anerkennen zu lassen bzw. diesen bewerten zu lassen. In einer Informationsveranstaltung zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse am 21. April 2017 um 9.30 Uhr im Kreishaus, Gebäude II, Ordeniederung 2, in Meppen, werden die Möglichkeiten einer Anerkennung vorgestellt. Ein Mitarbeiter der IQ-Beratungsstelle Emsland, der die Anerkennungsberatung im Rahmen des IQ-Netzwerkes Niedersachsens durchführt, gibt einen Überblick über die Angebote der Beratungsstelle, über mögliche Hürden, erforderliche Papiere und über die Aussichten auf eine erfolgreiche Anerkennung. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bei der Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft unter der Telefonnummer 0 59 3 1/ 44 40 69 oder per E-Mail unter corinna.heine@emsland.de möglich.

Sportverein macht Schule pm SÖGEL. Die Sportregion Ems-Vechte (KSB Emsland und Grafschaft Bentheim) bietet allen Interessierten mit dem Spezialblocklehrgang „Sportverein macht Schule! Als ÜL in der Ganztagsschule“ die Möglichkeit, sich für die besonderen Herausforderungen im Ganztagsschulbetrieb fit zu machen. Neben den Aufgaben für Übungsleitende werden auch verschiedene Kooperationsmöglichkeiten beleuchtet. Der Lehrgang findet am 5. Juli von 9.30 bis 17.30 Uhr an der Sportschule Emsland in Sögel statt. Anmeldung über das Bildungsportal www.ksbemsland.de. Weitere Infos unter 0 59 52/ 94 01 03.

Ihre Redaktion 0 59 31/940H.-J. Mammes (ma) -112 Sekretariat -111 Fax -118 redaktion@meppenertagespost.de Anzeigen 0 59 31/940-133 Fax -125 E-Mail: anzeigen@noz.de Abo-Service -122

KREIS EMSLAND

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Negativzinsen im Emsland kein Tabu mehr Gespräche mit Großkunden laufen – Banken lehnen Gebühr für Abhebung am Geldautomaten aber ab Das Thema Negativzinsen und Gebühren für Abhebungen an Geldautomaten treibt auch die Kreditinstitute im Emsland um. Kein Tabu scheinen mehr Kosten für das Aufbewahren hoher Geldbeträge zu sein. Gebühren für Barverfügungen lehnen aber alle ab. Von Daniel Gonzalez-Tepper PAPENBURG/MEPPEN. Georg Schröer, Sprecher der Sparkasse Emsland, bestätigt auf Anfrage, dass es Gespräche mit einige Großkunden gegeben habe und es weitere geben wird. „In den Gesprächen weisen wir zunächst darauf hin, welche Folgen hohe, täglich verfügbare Beträge auf Konten für uns haben“, erklärt der Sprecher. Das sei vielen nämlich gar nicht bewusst. Die Banken sind wegen der engen Verbindungen untereinander in Europa mehr oder weniger gezwungen, einen großen Teil des Geldes bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu parken. Die verlangt dafür derzeit 0,4 Prozent. Bei beispielsweise zehn Millionen Euro macht das 40 000 Euro im Jahr, bei 100 Millionen schon 400 000 Euro. Kosten, die erst einmal an anderer Stelle erwirtschaftet werden wollen – oder eben über Negativzinsen, Guthabengebühr oder

Verwahrkosten, wie die Weitergabe dieser Kosten an den Kunden genannt wird. Betroffenen großen Kunden werden, so Schröer, Vorschläge gemacht, was mit dem Geld alternativ gemacht werden kann, beispielsweise Festlegung für einen längeren Zeitraum (dann entfallen bei der EZB die Negativzinsen) oder andere Anlageformen zum Beispiel im Fondsbereich. Der Sprecher betont: „Wir sprechen hier über einige wenige Fälle. Wir beabsichtigen nicht, im breiten Privatkundenbereich Verwahrgebühren einzuführen.“ Auch die großen Volksbanken im Emsland planen dies derzeit nicht. Michael Hack, Vorstandsreferent der Ems-

ländischen Volksbank (EVB), sagt: „Wir planen Wer hohe Guthaben auf Girokonten hortet, muss mit Strafzinsen rechnen. Foto: imago stock&people

grundsätzlich keine Einführung von Verwahrentgelten in der Breite. Eine Ansprache bzw. auch Berechnung bei ausgewählten Einzeladressen behalten wir uns jedoch vor.“ Jürgen Hölscher vom Vorstand der Volksbank Lingen, berichtet: „Wir berechnen unseren Mitgliedern und Kunden derzeit keine Negativzinsen auf unterhaltene Guthaben. Aktuell bestehen keine Pläne, daran etwas zu verändern. Ob wir in Zukunft durch betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten gezwungen werden, unsere diesbezügliche Haltung zu überdenken, hängt stark von der weiteren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

Emsländische Landschaft fördert Kultur Anträge bis 30. April möglich pm MEPPEN. Für das Jahr

2017 stehen der Emsländischen Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim wieder rund 190 000 Euro Landesmittel zur Verfügung, mit denen – wie in den Vorjahren – etwa 50 regionale Projekte in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim gefördert werden können. Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung für Vorhaben, die im zweiten Halbjahr 2017 umgesetzt werden, kann noch bis zum 30. April bei der Emsländischen Landschaft in Sögel gestellt werden. Antragsberechtigt sind in erster Linie gemeinnützige Vereine und Initiativen, hierunter fallen neben den großen vereinsgetragenen Institutionen aus den Bereichen Museum, Musik und Kunst auch die über 100 Heimatvereine in der Region. Doch auch kleinere Theater- und Musikgruppen sowie Initiativen aus anderen Sparten sind ausdrücklich aufgefordert, einen Antrag auf Förderung ihrer Projekte zu stellen. Gefördert werden können Vorhaben aus den Bereichen professionelles Freies Theater, Amateurtheater, Theaterund Tanzpädagogik, nichtstaatliche Museen, Musik, Literatur, bildende Kunst (ohne individuelle Künstlerförderung), Soziokultur, niederdeutsche Sprache sowie Neue Medien (keine Filmförderung), Kunstschulen, innovative Heimatpflege und außerschulische kulturelle Jugendbildung sowie sparten- und generationsübergreifende Projekte. Grundsätzlich soll die Fördersumme für ein Einzelprojekt mindestens 500 Euro und maximal 9950 Euro betragen und nicht mehr als 50 Prozent des Gesamtvolu-

mens eines Projektes ausmachen. Projekte, die sich inhaltlich mit kultureller Integration und Inklusion, dem demografischen Wandel, der Stärkung des ländlichen Raumes, dem kulturellen Erbe oder der kulturellen Bildung beschäftigen, haben besonders gute Aussichten auf eine Förderung. Wie in den vergangenen Jahren bleiben einige Bereiche weiterhin von einer Förderung ausgeschlossen. Hierzu zählen vor allem die Veranstaltung von Brauchtumsfesten, Druckkostenzuschüsse für Heimatchroniken sowie bauliche Maßnahmen. Programm „KuBi Regio“ In diesem Jahr erhalten durch die Verknüpfung dieser regionalen Kulturförderung mit dem Modellprogramm „KuBi Regio“ insbesondere kleinere Einrichtungen die Gelegenheit, Projekte mit regionalisierten Landesmitteln umzusetzen. Eine Förderung kann in diesem Falle bis zu 70 Prozent des Gesamtvolumens eines Projektes ausmachen. Auch besteht hierbei nicht die Voraussetzung einer Mindestsumme. Hilfe bei der Antragstellung und der anschließenden administrativen Abwicklung wird über das KuBi RegioBüro der Landschaft, Britta Albers (albers@emslaendische-landschaft.de), angeboten. Seit 2005 stehen der Emsländischen Landschaft jährlich regionalisierte Landesmittel zur Verfügung, mit denen jedes Jahr rund 50 Projekte umgesetzt werden können. Die derzeitige Förderperiode umfasst die Jahre 2015 bis 2017. Weitere Informationen und Antragsvordrucke unter www.emslaendische-landschaft.de.

ab.“ Edwin König, Vorstandsmitglied der Hümmlinger Volksbank, stellt fest: „Dem Thema Negativzinsen kann und darf man sich aufgrund der aktuellen EZB-Politik nicht verschließen.“ Daher schließt er nicht aus, dass es für Firmenkunden mit größeren Einlagen neue Regeln geben wird. Einen Seitenhieb auf die Zentralbank kann sich König nicht verkneifen: „Wir werden der Verpflichtung unseren Kunden und Mitgliedern gegenüber weiter nachkommen trotz aller Hemmnisse, die uns seitens der EZB aufgebürdet werden, trotz der fallenden Zinsmargen und des Bewusstseins,

dass die EZB kleine Banken wie uns nicht haben möchte und sich lieber um die ,Global Player‘ kümmert.“ Die Ostfriesische Volksbank (OVB), die Filialen in Papenburg und Haren unterhält, verweist auf „individuelle Vereinbarungen mit Firmenkunden, die im Einzelfall Verwahrentgelte“ vorsehen, allerdings nur, wenn „im Vorfeld angezeigte Alternativen nicht infrage kommen“. Für Privatkunden schließt das Institut weiterhin Negativzinsen aus. Ähnlich klingende Aussagen kommen von der

spüren den Druck durch das sich verändernde Marktumfeld, insbesondere durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB.“ Deshalb werde im Firmenkundenbereich derzeit geprüft, ob ein Negativzins für Einlagen in Millionenhöhe mit täglicher Fälligkeit eingeführt werde, einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht. Cyriacks betont, dass diese Entgelte weniger ein Mittel seien, um spürbare Erträge zu generieren, sondern „sie können vielmehr ein Instrument sein, um überschüssige LiOldenburgischen Landes- quidität aus der Bank herausbank (OLB). Sprecher Timo zumanagen“. Im PrivatkunCyriacks berichtet: „Auch wir denbereich sei dies aber ak-

tuell weiter kein Thema. Angesprochen auf die Diskussion um Gebühren für Abhebungen an Geldautomaten, betonen alle befragten Institute, dass sich im Emsland vorerst nichts ändern wird. Die Sparkasse Emsland hat zum 1. Januar die Kontenmodelle verändert, beim Basismodell für 3,95 Euro monatlich sind sämtliche Verfügungen mit der Girokarte inbegriffen, erklärt Sprecher Schröer. Auch eine Weitergabe von Kosten, sollten Kunden an Geldautomaten von Sparkassen mit Gebühr Geld abheben, sei nicht geplant. Die EVB berechne lediglich allgemeine Buchungsentgelte, sollte das jeweilige Kontenmodell dies vorsehen, so Vorstandsreferent Hack. Änderungen an den jetzigen Modellen seien auch bei der OLB, der OVB und der Volksbank Lingen nicht geplant, heißt es. Edwin König berichtet, dass die jüngsten Berichte über Zusatzgebühren an Geldautomaten für „Unruhe in der Kundschaft und zahlreiche Nachfragen“ gesorgt haben. „Wir beabsichtigen derzeit nicht, unsere Kunden mit derartigen Gebühren zu belasten“, so König, der es legitim findet, dass sich Banken über die „Bepreisung dieser Dienstleistung Gedanken machen“. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Deutsche Finanzbranche in der Zinsfalle, noz.de/artikel/861472


KREIS EMSLAND

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FREITAG, 7. APRIL 2017

Emsland-Stipendium als „Klebstoff “ Urkunden an Studierende in Lingen vergeben – „Hamburg und Berlin kann jeder“ „Wirtschaft trifft Talente“: Unter diesem Motto haben bereits zum dritten Mal Studierende der Hochschule Osnabrück am Campus Lingen die Urkunden zur Bestätigung ihres Stipendiums erhalten. Von Margrit Lehmkuhl-Wiese LINGEN. 24 Mitgliedsunternehmen und weitere Partner des Wirtschaftsverbandes Emsland hatten 35 Emsland-Stipendienplätze für vorbildliche Studienleistungen und soziales Engagement ausgeschrieben. 110 Interessierte bewarben sich für eine monatliche Unterstützung von 100 Euro für ein Jahr. Bewerben konnten sich Studierende aller Fachrichtungen am Campus Lingen ab dem dritten Semester mit der Aussicht, neben der finanziellen Unterstützung die Möglichkeit zu bekommen,

ihr Betriebspraktikum zu absolvieren, die Abschlussarbeit zu schreiben und erste betriebliche Erfahrungen zu sammeln. Der Festakt des Wirtschaftsverbandes Emsland im Kulturforum Sankt Michael in Lingen bot den Stipendiaten und den Eltern einen festlichen Rahmen, die begehrten Urkunden in den Händen zu halten. Die fördernden Unternehmen und Einrichtungen hatten die Möglichkeit, aufbauend auf den bisherigen positiven Erfahrungen die Wertigkeit dieser regionalen Besonderheit Die Studierenden mit dem Emsland-Stipendium, zusammen mit Vertretern der Hochschule und der Wirtschaft. Foto: Keuper der Förderung zu beschreiben. sche Zwischenspiele überEinen besonderen Dank menarbeit zwischen Hoch- wahrgenommen und trägt so nahmen Marie Groß, Sarah richtete sie an den Sponsor schule und dem Unterneh- zur Attraktivität des Campus Studierende moderierten Christina Brede, Friedhelm und Gastgeber des Abends, men gekommen sei. Lingen bei.“ Die Moderation und musi- Bruns und Hedwig Warnek. die Emco UnternehmensProf. Dr. Thomas SteinDarauf wiesen auch die kalisch-theatrale Gestaltung „Es gibt kein vergleichba- gruppe, die von Anfang an kamp, Dekan der Fakultät fördernden Unternehmen übernahmen Studierende res Stipendium in Deutsch- unter den Stiftern zu finden Management, Kultur und hin, die sich durch das Stider Hochschule unter Beifall land, das von der regionalen ist. Technik auf dem Campus pendienprogramm unter ander Anwesenden selbst und Wirtschaft finanziell so geChristian Gnaß, geschäfts- Lingen, bestätigte den Erfolg derem eine Art „Klebeeffekt“ stellten so ihre besonderen fördert und nachhaltig un- führender Gesellschafter der des Stipendienprogramms. versprachen, damit die junTalente überzeugend unter terstützt wird“, sagte die Vor- Unternehmensgruppe Emco, „Es ist nicht nur bei den Stu- gen Leute in der Region bleiBeweis. Durch den Abend sitzende des Wirtschaftsver- wies darauf hin, dass es in der dierenden beliebt. Es wird ben. „Hamburg und Berlin führten Lena Horsch und bandes, Maria Borgmann, in Vergangenheit schon oft zu auch von Studieninteressier- kann jeder“, riefen sie den Friedhelm Bruns. Musikali- ihrer Begrüßung. einer bereichernden Zusam- ten aus anderen Regionen Stipendiaten zu.

Zwei Gotteshäuser unter einem Dach Die St.-Nikolaus-Kirche in Herzlake Von Dominik Witte

Kirche mit zwei Flügeln: Der alte und der neuere Teil nehmen ihren Ausgangspunkt im Kirchturm. Foto: Dominik Witte

schlag 1966 mit Betonpfählen abgestützt werden musste, hat Kostbarkeiten wie den Taufbrunnen, der im 13. Jahrhundert aus Bentheimer Sandstein gefertigt wurde, oder den barocken Hochaltar aus der Schule Thomas Jölle●

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SERIE

Foto: Klaus Dieckmann

Kirche des Monats

Hallenkirche angebaut. Der ursprüngliche alte Kirchraum ging verloren, weil die Bänke auf den neuen Altarraum ausgerichtet waren. Als Werktagskapelle blieb lediglich der alte Altarraum bestehen und führte jedoch ein Schattendasein. Durch Architekt Robert Goda wurde der Wunsch vieler Herzlaker bei der letzten Renovierung 2012 umgesetzt, wieder eine in sich geschlossene alte Kirche zu haben, indem eine Glaswand anstelle der alten steinernen Nordwand eingezogen wurde. Dadurch sind die beiden Kirchen nun mit ihrem so unterschiedlichen Charakter wieder in sich geschlossene Räume, aber trotzdem miteinander verbunden. Die kleine, alte Kirche mit ihrem gotischen Turm, der nach einem tödlichen Stein-

HERZLAKE. „Sind wir in der großen oder in der kleinen Kirche?“ Diese Frage beschäftigt die Herzlaker manches Mal, wenn sie zum Gottesdienst gehen. Denn es gibt zwei Kirchräume unter einem Dach. Die katholische St.-Nikolaus-Kirche und ihre besondere Raumsituation werden in der ökumenischen Reihe „Kirche des Monats“ am Sonntag, 9. April, um 15 Uhr in Herzlake vorgestellt. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Vorgängerbau der heutigen Kirche in einer Verkaufsurkunde des Klosters Nordhausen an das Zisterzienserinnen-Kloster Börstel von 1263. „Dieser Verkauf hatte bis ins 20. Jahrhundert zur Folge, dass jeder Pfarrer, den der Bischof in Herzlake einsetzen wollte, erst durch das seit der Reformation nicht mehr katholische Stift Börstel bestätigt werden musste, bevor er seinen Dienst antrat“, erklärt der Herzlaker Pastoralreferent Dominik Witte die kirchengeschichtlichen Auswirkungen. Dieses sogenannte Patronatsrecht wurde bis in die 1960er-Jahre ausgeübt. Diese Zeit war für den heutigen Kirchbau, der romanische Züge trägt, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, und mehrfach erweitert wurde, auch baugeschichtlich bedeutsam: Unter Pfarrer Heinrich Kottmann wurde 1966 bis 1968 die Nordwand der Kirche abgerissen und daran eine größere schlichte

manns (geb. 1670). Deckenmalereien aus dem 20. Jahrhundert mit Darstellungen vom biblischen Priester Melchisedek, von Nikolaus und der Himmelfahrt Mariens

zeugen genauso von einem traditionellen konservativen Glaubensverständnis der damaligen Gemeinde wie die Heiligenfiguren an den Wänden. Ein Juwel der kleinen Kirche befindet sich auf der bei den letzten Umbaumaßnahmen wieder neu errichteten Empore: die Orgel, die vom Orgelbauer F. W. Haupt um 1890 mit bemerkenswert schönen Registern wie der „Vox Coelestis“ (Himmelsstimme) ausgestattet und 2012 von Martin Cladders zu einem Instrument mit 19 klingenden Registern erweitert und umgebaut wurde. Durch die Trennung der Gottesdiensträume wurde 2013 eine zweite Orgel für die große Kirche gebraucht, die aus Quakenbrück-Hengelage erworben werden konnte. „Wir haben eine nicht so ganz normale Kirche, die mit ihren zwei Orgeln und zwei Tabernakeln, dem Aufbewahrungsort für die geweihten Hostien, ein bisschen aus dem Rahmen fällt“, so Witte. Die große, neue Kirche mit ihren rot geklinkerten Wänden wirkt im Vergleich zur kleinen Kirche einfach. Sie hat fast 450 Sitzplätze und ist damit dreimal so groß wie die kleine Kirche. Der Schwerpunkt der Vorstellung als „Kirche des Monats“ wird in der kleinen Kirche liegen, die mit ihrer Geschichte Besucher von nah und fern einlädt, entdeckt zu werden. Anschließend gibt es Gelegenheit zur Begegnung bei Kaffee und Tee im Pfarrheim.

DIE STIPENDIATEN Die 24 Stifter des EmslandStipendiums des Wirtschaftsverbandes haben im Jahr 2017 insgesamt 35 Stipendien vergeben. Die Stipendiaten sind: Lena Horsch, Sonja Elisabeth Stegemann, Marie Groß, Linda Köchling (Landkreis Emsland), Marcel Völk, (H. Paus Maschinenfabrik) , Niklas Twesten (Barlage GmbH), Jan Welling (Nögel Montagetechnik Vertriebsgesellschaft), Steffi Meyer (Sparkasse Emsland), Nele Eilbrecht (Stadt Lingen), Henrika Huil (Dekanat Emsland Süd), Hedwig Warnek (Bonifatius-Hospital), Elena Meyerink (connectiv! eSolutions GmbH), Florian Bruns, Jens Röcker (codia Software GmbH), Dieter Roberg, Jonas Büher (Emsland-Stärke GmbH), Daniela Schütte (Emsl. Volksbank eG), Thomas Mika, Elias Nijah (Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH& Co.KG), Christina Ober, Alexander Grünloh (Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH), Sven Hermeling (Hanrath Gruppe), Thomas Maurer (Husmann Umwelt-Technik GmbH), Julian Riedel (Kampmann GmbH), Sarah Christina Brede (Knollenborg & Partner), Jule Krempin, Luisa Beckonert (NOZ GmbH & Co. KG), Clara Gröninger, Markus Heine (Röckling Engineering Plastics SE & CO. KG), Lars Belting, Jan Dalhaus, Yannik Döpke (Rosen Gruppe).

Erstmals Volontärin in der Gedenkstätte Esterwegen Stiftung fördert wissenschaftlichen Nachwuchs mit Praxisbezug pm ESTERWEGEN/MEPPEN. Die Gedenkstätte Esterwegen hat zum ersten Mal eine Volontärin: Anna-Lena Többen hat dort am 1. April ihre Arbeit aufgenommen. „Die Stiftung Gedenkstätte Esterwegen hat ein zweijähriges Volontariat ausgeschrieben, um wissenschaftlichem Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, die im Studium erworbenen Kenntnisse zu vertiefen und in der Praxis zu erproben“, erklärte Landrat Reinhard Winter (CDU) als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes bei der Begrüßung der 29-Jährigen im Meppener Kreishaus. Die Stiftung sehe sich in der Verpflichtung, jungen Wissenschaftlern eine Starthilfe in das Berufsleben zu geben, begründete Winter die Einrichtung eines Volontariatsplatzes. Besonders begrüßenswert sei es, dass mit der neuen Volontärin auch die Angebotspalette der Gedenkstätte beispielsweise durch Lesungen erweitert werden könne, betonte die Geschäftsführerin der Stiftung, Andrea Kaltofen. Auch der von Többen gesetzte Schwerpunkt der „Holocausteducation“ im Internet und die Auseinandersetzung mit Zukunftskonzepten für die Gedenkstätte böten neue Impulse bei der Gedenkstättenarbeit. „Ich freue mich insbesondere auf die didaktische Arbeit mit Schulklassen und bei

Die erste Volontärin in der Gedenkstätte Esterwegen, Anna-Lena Többen, begrüßten Reinhard Winter und Andrea Foto: Landkreis Emsland Kaltofen.

Lehrerfortbildungen, aber auch auf die wissenschaftliche Arbeit in der Gedenkstätte“, sagt Többen. Gelegenheit dazu erhält sie bereits in dieser Arbeitswoche, in der allein zwölf Schulklassen der 9. bis 11. Jahrgangsstufen verschiedener Schulen für mehrstündige Seminare angemeldet sind. Darüber hinaus steigt die neue Volontärin direkt in die aktuellen Planungen für das nächste Seminar ein, das die Gedenkstätte Esterwegen und die Historisch-Ökologische Bildungsstätte in Papenburg im Herbst gemeinsam durchführen werden. In Sögel geboren Többen, 1988 in Sögel geboren, studierte von 2009 bis 2013 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Germanistik und Geschichte. Sie schloss das Studium mit dem Bachelor of

Arts ab. Thema ihrer Abschlussarbeit war das „Gedenken und Mahnen im Schtetl-Roman“, in der sie das Leben in jüdischen Dörfern vor der Schoah anhand der Romane „Everything is illuminated“ von Jonathan Safran Foer und „Und da kam Frau Kugelmann“ von Minka Pradelski untersuchte. Die Verknüpfungen zur Gedenkstätte Esterwegen ergaben sich bereits während der Studienzeit: Als studentische Volontärin war Többen am Institut für westfälische Regionalgeschichte Münster beschäftigt, dessen ehemaliger Leiter Professor Bernd Walter Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen ist. Ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich Kultur absolvierte Többen 2008/2009 im damaligen Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager in Papenburg.


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FREITAG, 7. APRIL 2017

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„Alles-oder-nichts-Spiel“ für Brögbern Kreisliga: Endspielstimmung im Abstiegskampf – Erinnerungen an denkwürdige Hinspiele Im Abstiegskampf der Fußball-Kreisliga wird es ernst. Die Trainer rufen die ersten Endspiele aus. Aber auch an der Spitze gilt: Stolpern verboten. Von Lukas Hemelt MEPPEN. Das Kellerduell des 23. Spieltags findet an der Gusbergstraße in Geeste statt. Dort empfängt die DJK, derzeit auf dem Relegationsplatz ansässig, am Sonntag (15 Uhr) den Tabellenvorletzten Voran Brögbern. „Das ist ein Alles-oder-nichts-Spiel für uns“, macht Brögberns Trainer Klaus Lammers klar. „Ein Endspiel, in dem es um alles geht.“ Er will mit seinem Team an die gute erste Hälfte aus dem Werlte-Spiel (2:5) anknüpfen, um einen Sieg einzufahren. Denn: Drei Punkte am Sonntag und der Rückstand auf Geeste beträgt nur drei Punkte. Doch auch die die DJK braucht zwingend den Dreier. „Jetzt kommen die Spiele der Wahrheit. Ein Sieg gegen Brögbern ist Pflicht“, fordert Geestes Trainer Guido Berndsen. „Wir müssen nun endlich anfangen zu punkten, um den Anschluss an Emmeln zu halten“, sagt Berndsen. Die von Berndsen bereits erwähnten Emmelner haben sich durch drei Siege im neu-

en Jahr ordentlich Luft verschafft im Abstiegskampf. Dementsprechend breit ist die Brust vor dem Heimspiel gegen Spitzenreiter Herzlake (So., 15 Uhr), gegen den die Da-Paixao-Elf in der Hinrunde spektakulär mit 4:6 unterlag „Ich hoffe, dass wir dieses Mal eine Abwehr dabeihaben“, schmunzelt Herzlakes Trainer Torsten Bünger. Er erwartet ein „hartes Stück Arbeit. Emmeln ist ein unbequemer Gegner und hat einen Lauf.“ Genau das Gegenteil trifft auf einen weiteren Abstiegskandidaten zu: Der SV Dalum, am Sonntag (15 Uhr) zu Gast bei Sparta Werlte, hat in 2017 noch keinen einzigen Punkt geholt. „Wir müssen zusehen“, meint SVD-Coach Maik Herrmann. Er hofft, dass sein Team die unnötigen Fehler in der Defensive abstellen kann. „Wenn wir uns die Dinger immer selber reinhauen, dann können wir auch kein Spiel gewinnen.“ Der TuS Aschendorf hat sich zuletzt weniger durch Abwehrfehler als mehr durch Platzverweise und Sperren selbst geschadet. Am letzten Wochenende stand daher nach zwei Partien auf dem Punktekonto eine Null. Heute Abend (19.30 Uhr) kehren die Sünder gegen den VfL Emslage alle zurück und wollen Ähnliches schaffen wie beim denkwürdigen 5:4-Hin-

spielsieg. „Das war für uns der Auslöser, um positiv in die nächsten Spiele zu gehen“, sagt TuS-Trainer Patrick Robin, der eine Reaktion fordert. „Wir wollen nicht aus der Spur geraten und uns unsere tolle Hinserie kaputt machen.“ Im Gegensatz zum TuS knüpft Mitaufsteiger BW Lorup ans letzte Jahr an. Der Lohn: Platz drei. „Das haben wir uns mittlerweile verdient, weil wir Woche für Woche enorm viel investieren“, zaubert der Blick auf die Tabelle BW-Trainer Heinz Stienken derzeit ein breites Grinsen ins Gesicht. „Das ist eine tolle Sache. Auch die Zuschauer honorieren unsere Leistung“, ist die Resonanz derzeit riesig in Lorup. Daher freut er sich auch auf das zweite Heimspiel in 2017 am Sonntag (15 Uhr) gegen die SG Freren. „Von der 3:1-Hinspielniederlage haben wir noch etwas gutzumachen“, sagt Stienken. „Wir wollen gegen Freren gewinnen, um uns nächste Woche das Topspiel zu ermöglichen.“ Denn am Ostersamstag kommt der Tabellenzweite SV Langen nach Lorup. Zuvor muss die Uwelius-Elf an diesem Wochenende aber doppelt ran. Zunächst kommt heute Abend (19.30 Uhr) Sparta Werlte an die Schulstraße, bevor der SVL am Sonntag (15 Uhr) die Rei-

SPIEL DES TAGES

„Mit jedem Sieg wird es einfacher“ lht MEPPEN. Fünf Punkte

Steven Roß (Mitte) und der SV Voran Brögbern stehen mit dem Rücken zur Wand. Matthias Schroeter (l.) und Eintracht Emmeln treten mit breiter Brust gegen Herzlake an. Foto: Schröer

se nach Salzbergen zur Alemannia antritt. „Ich hoffe, dass die Jungs den Schalter umlegen“, stimmten laut SVL-Coach Thomas Uwelius bisher wohl die Ergebnisse, aber nicht immer die Spielweise. „Wir müssen wieder

auf 100 Prozent kommen, um dann an diesem Wochenende sechs Punkte zu holen.“ Wie das geht, zeigten die Sportfreunde Schwefingen am letzten Wochenende mit zwei Siegen. Daher reisen sie am Sonntag (15 Uhr) mit viel

Selbstbewusstsein zum SV Lengerich-Handrup. „Es wäre toll, wenn wir das Hinspielergebnis wiederholen könnten“, erinnert sich SFSCoach Thomas Janning gerne an den 4:2-Sieg. „Aber das wird schwierig genug.“

aus den letzten vier Spielen hat der TuS Haren in der Fußball-Kreisliga geholt. „Vier Spiele, von denen wir nur eines verloren haben“, liest Harens Trainer Daniel Vehring die Statistik positiv. Er interpretiert sie auch einmal negativ: „Wir haben seit drei Wochen nicht mehr gewonnen.“ Das soll sich am Sonntag (15 Uhr) ändern, wenn Haren bei Schlusslicht Union Meppen zu Gast ist. Zwei Zähler liegt der TuS derzeit vor dem möglichen Relegationsrang 13. Die Kellerkonkurrenz hat wie auch die Harener selbst zuletzt teilweise fleißig gepunktet. „Wir wollen siegen, um nicht arg unter Druck zu geraten“, sagt Vehring, „mit jedem Sieg wird es unten natürlich einfacher.“ Alles andere als einfach ist die Situation für den Gegner Meppen. Zehn Punkte beträgt der Rückstand des Schlusslichts schon auf den Relegationsplatz. „Wenn wir noch was wollen, dann müssen wir punkten“, stellt Union-Coach Hendrik Schnieders klar. „Unsere Prämisse ist ein Heimsieg.“ Dafür muss sein Team vor des Gegners Tor noch konsequenter werden: „In Langen standen wir viermal alleine vorm Tor und legen uns hinten die Dinger selber rein.“

„Wir sind heiß auf das Derby“ Kreisklassen: Duelle zwischen Grenzland und Germania jah MEPPEN. Sowohl in der 1.

Fußball-Kreisklasse Mitte als auch in der 2. Kreisklasse heißt es am kommenden Wochenende „Derbytime“, denn gleich zweimal begegnen sich Germania Twist und Grenzland Twist. Wenn die beiden ersten Mannschaften der Vereine am Sonntag um 15 Uhr aufeinandertreffen, kommt es nicht nur zum hochbrisanten Derby, sondern auch noch zu einem echten Spitzenspiel der Liga. Im Verfolgerduell Im Hinspiel behielt Germania Twist (blau) mit 3:2 im Orts- will Germania mit einem derby gegen Grenzland Twist (grün) die Oberhand. Foto: Brüning Sieg den zweiten Tabellen-

platz vor Grenzland verteidigen. „Wenn wir da oben noch eine Chance haben wollen, sind drei Punkte sehr wichtig“, gibt Grenzlands Trainer Uwe Reinelt die Richtung für das Derby vor. In der Hinrunde führte Grenzland mit 2:0, doch Germania zeigte Moral und drehte das Spiel zum 3:2. „Nach diesem Hinspiel haben wir jetzt einiges wiedergutzumachen. Wir sind heiß auf das Derby“, erwartet Reinelt eine Partie mit vielen Emotionen. Auch Daniel Köstring, Betreuer von Germania Twist, erwartet ein be-

sonders Spiel: „Dennoch sind auch in diesem Derby nur drei Punkte zu vergeben, und auch nach dem Spiel ist die Saison noch lange nicht vorbei. Aber gewinnen wollen wir die Partie wie jede andere auch – und das sogar noch mehr als sonst.“ Beide Mannschaften dürften sich sicherlich einig sein, wie das Spiel Herzlake II gegen die SG HFS ausgehen soll. Bei einer Niederlage des Spitzenreiters Herzlake könnte der Sieger des Derbys die Tabellenführung erobern. Bevor aber das Derby in

der 1. Kreisklasse steigt, treffen die beiden zweiten Mannschaften der Vereine um 13 Uhr am Sonntag aufeinander. Bei den Gästen, SV Grenzland Twist II, lief es in der Hinrunde nicht so gut wie erwartet. Erst einen Sieg aus vier Spielen konnte der aktuelle Tabellenvierte einfahren. Auch aufgrund der vergangenen Leistung des Gegners fordert Marco Kollmitz, Trainer von Germania Twist II, drei Punkte im Derby. „Wir spielen voll auf Sieg. So ein Ortsderby will man natürlich gewinnen“, betont

Kollmitz die große Motivation innerhalb der Mannschaft. Derweil läuft der Kampf zwischen Concordia Schleper und Grün-Weiß Lehrte um die Tabellenspitze der 2. Kreisklasse weiter. Am kommenden Wochenende haben beide Teams laut Tabellenstand vermeintlich einfache Aufgaben. Lehrte, das bereits am heutigen Freitag gegen die SG Wachtum spielt, könnte mit einem Sieg zumindest bis Sonntag am aktuellen Spitzenreiter Schleper vorbeiziehen.

SPORTPROGRAMM AM WOCHENENDE

Fußball Regionalliga SV Meppen - Eintracht Norderstedt Sa., 16.00 1. (63 Punkte) gegen 7. (38). – Hinspiel: 3:3 Oberliga SC Spelle-Venhaus - SVG Göttingen Sa., 16.00 4. (42 Punkte) gegen 10. (28). – Hinspiel: 4:0 Landesliga TV Dinklage - SV Holthausen/Biene So., 15.00 7. (29 Punkte) gegen 10. (26). – Hinspiel: 3:1 Bezirksliga TuS Gildehaus - ASV Altenlingen Fr., 20.00 9. (27 Punkte) gegen 7. (29). – Hinspiel: 2:2 SC BW Papenburg - SV Wietmarschen Fr., 20.00 3. (45 Punkte) gegen 15. (13). – Hinspiel: 8:0 BW Dörpen - Olympia Laxten So., 15.00 10. (27 Punkte) gegen 11. (26). – Hinspiel: 0:0 FC Schapen - Union Lohne So., 15.00 8. (27 Punkte) gegen 4. (39). – Hinspiel: 1:3 Conc. Emsbüren - Eintracht Nordhorn So., 15.00 13. (24 Punkte) gegen 6. (29). – Hinspiel: 1:1 SV Meppen II - FC Leschede So., 15.00 12. (24 Punkte) gegen 16. (11). – Hinspiel: 3:1 SV Surwold - FC Schüttorf So., 15.00 14. (23 Punkte) gegen 1. (47). – Hinspiel: 1:1 Kreisliga SV Langen – Sp. Werlte Fr., 19.30 2. (45 Punkte) gegen 9. (28). – Hinspiel: 3:1. TuS Aschendorf – VfL Emslage Fr., 19.30 6. (35) gegen 5. (36). – Hinspiel: 5:4. E. Emmeln – VfL Herzlake So., 15.00 11. (23) gegen 1. (51). – Hinspiel: 4:6. A. Salzbergen – SV Langen So., 15.00 8. (31) gegen 2. (45). – Hinspiel: 3:2. U. Meppen – TuS Haren So., 15.00 16. (11) gegen 12. (23). – Hinspiel: 0:3. BW Lorup – SG Freren So., 15.00 3. (38) gegen 7. (33). – Hinspiel: 1:3. DJK Geeste – V. Brögbern So., 15.00 13. (21) gegen 15. (15). – Hinspiel: 3:0 Lengerich-H. – Schwefingen So., 15.00 4. (36) gegen 10. (28). – Hinspiel: 2:4.

Sp. Werlte – SV Dalum 9. (28) gegen 14. (16). – Hinspiel: 1:1

So., 15.00 Bezirksliga Nord 15.00), Olympia Laxten - JSG Esterwegen/SurSV Herbrum – Frisia W’haven So., 13.00 wold/Bockhorst, JSG Freren/Thuine/Andervenne 5. (25 Punkte) gegen 11. (12). – Hinspiel: 8:0. JSG Meppen/Teglingen/Schwefingen, JSG Aschen1. Kreisklasse Mitte dorf/Rhede - FC Schüttorf (alle Sa., 16.00). Holtensia Holte – SV Polle Fr., 19.30 Bezirksliga Mitte Der 11. (24 Punkte) gegen 15. (15). – Hinspiel: 1:1 FSG Gehlenberg – VfL Wildeshausen So., 13.00 Bezirksliga, C-Junioren: JSG Lohne/Wietmarschen Schwefingen II – Haselünne Sa., 18.00 4. (26 Punkte) gegen 9. (16). – Hinspiel: 9:1. JSG Uelsen/ASC GW 49 (Fr., 18.30) 14. (19) gegen 6. (33). – Hinspiel: 1:3 Germ. Twist – Grenzl. Twist So., 15.00 Bezirksliga Süd Handball 2. (47) gegen 3. (46). – Hinspiel: 3:2 Langen/Neul. – TuS Glane Fr., 20.00 2. Bundesliga Stavern/Ap. – VfL Rütenbrock So., 15.00 9. (21 Punkte) gegen 2. (40). – Hinspiel: 1:0. HG Saarlouis - HSG Nordhorn-Lingen Fr., 19.30 12. (23) gegen 13. (22). – Hinspiel: 1:4 Gr. Laarwald – H. Andervenne II Sa., 16.00 16. (24:32 Punkte) gegen 8. (31:25). – Hinspiel: 24:29 VfL Herzlake II – SG HFS So., 15.00 3. (37) gegen 4. (27). – Hinspiel: 0:2. 1. (49) gegen 5. (37). – Hinspiel: 1:0 SG Listrup/L. – SG Spelle-V./V. Sa., 16.00 Tischtennis FC Wesuwe – SV Dohren So., 15.00 12. (14) gegen 1. (41). – Hinspiel: 0:1. 7. (32) gegen 16. (13). – Hinspiel: 3:0 Hollenst./Schw. – SF Schwefingen Sa., 17.00 Landesliga, Herren SW Oldenburg III - Union Meppen Sa., 16.00 SV Flechum – Eintr. Berßen So., 15.00 13. (7) gegen 5. (26). – Hinspiel: 0:2. 9. (26) gegen 10. (26). – Hinspiel: 3:2 Langen/Neul. – RW Lage So., 11.00 Bezirksoberliga, Damen SV Teglingen – Gr. Hesepe So., 15.00 9. (21) gegen 7. (22). – Hinspiel: 1:2. Fr., 20.00 4. (40) gegen 8. (31). – Hinspiel: 3:3 TuS Glane – SV Bawinkel So., 13.00 Hoogsteder SV II - Union Meppen 2. (40) gegen 8. (21). – Hinspiel: 1:2. Bezirksoberliga, Herren 2. Kreisklasse Mitte Olympia Laxten - BW Papenburg Sa., 16.00 SV Dalum II – SV Hemsen Fr., 19.30 Jugend 15. (16) gegen 3. (45). – Hinspiel: 0:5 Regionalliga, B-Junioren SC Adorf – SV Bokeloh Fr., 19.30 Hamburger SV II - JLZ Emsland Sa., 13.00 Bezirksliga, Damen SF Oesede - SV Hilkenbrook Fr., 20.00 16. (15) gegen 11. (22). – Hinspiel: 1:7 4. (36 Punkte) gegen 11. (17). – Hinspiel: 4:2 Osnabrücker SC - SV Bawinkel II Fr., 20.00 SV Lehrte – SG Wachtum/A.-V. Fr., 19.30 Concordia Belm/Powe - SG Walchum Sa., 15.00 2. (51) gegen 12. (21). – Hinspiel: 1:1 Niedersachsenliga, A-Junioren Emslage II – Erika-Altenberge Sa., 18.00 Olympia Laxten - VfV Hildesheim Sa., 14.00 Bezirksliga, Herren 10. (24) gegen 6. (38). – Hinspiel: 2:5 12. (16 Punkte) gegen 5. (26). – Hinspiel: 0:2 Sa., 15.00 Haren II – DJK Tinnen Sa., 18.00 Georgsmarienhütte - JLZ Emsland Sa., 16.00 Olympia Laxten II - TSV Riemsloh 8. (27) gegen 7. (30). – Hinspiel: 2:1 8. (23 Punkte) gegen 1. (38). – Hinspiel: 1:4 Volleyball Germ. Twist II – Grenzl. Twist II So., 13.00 9. (26) gegen 4. (42). – Hinspiel: 1:1 Landesliga, A-Junioren 3. Liga, Frauen Conc. Schleper – SG Lähden So., 15.00 SC Spelle-Venhaus - Obergrafschaft Sa., 14.00 TV Cloppenburg - SC Spelle-Venhaus Sa., 19.00 1. (52) gegen 14. (20). – Hinspiel: 2:2 8. (24 Punkte) gegen 4. (29). – Hinspiel: 0:2 6. (34 Punkte) gegen 11. (14). – Hinspiel: 3:1 Osterbrock – SV Neuringe So., 15.00 BW Papenburg - VfL Oythe Sa., 16.00 5. (38). gegen 13. (21). – Hinspiel: 0:4 5. (28 Punkte) gegen 9. (24). – Hinspiel: 3:5 Basketball

Frauen Oberliga Suddendorf-Samern - SV Meppen II Fr., 19.30 12. (12 Punkte) gegen 1. (34). – Hinspiel: 1:0 Union Meppen - FSG Twist So., 13.00 9. (18 Punkte) gegen 5. (26). – Hinspiel: 3:0 Anderlingen/Byhusen - H. Andervenne So., 13.00 11. (14 Punkte) gegen 3. (29). – Hinspiel: 0:3

Bezirksliga, A-Junioren: JSG Wietmarschen/Lohne - Bezirksliga, Frauen Sa., 16.00 JSG Schwefingen/Meppen/Teglingen (Fr., 20.00), TSV Quakenbrück II - SG Bramsche Sparta Werlte - VfL Herzlake, Alemannia Salzbergen Leichtathletik -JSG Uelsen/ASC GW, JSG TuS/VfB Lingen - JSG Bawinkel/Clusorth/Bramhar (alle Sa., 16.00). 11. Emsland Läufer-Cup in Papenburg am Sonntag ab 11.45 Uhr. Bezirksliga, B-Junioren: SC Spelle-Venhaus - JSG Dörpen (Fr., 17.00), Sparta Werlte - VfL Herzlake (Sa.,


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Heerkes bleibt eine weitere Saison

Speller verletzt ins Krankenhaus johv NORDHORN. Es lief die

20. Minute, als in der Fußball-Bezirksliga-Partie VfL WE Nordhorn gegen die Reserve des SC Spelle-Venhaus der Sport in den Hintergrund rückte. Spelles Cedric Liebtrau verletzte sich so schwer am Knie, dass ein Krankenwagen ihn abholen musste. Spelles Obmann Andreas Schulte schildert die Situation so: „Nach einem Kopfballduell kam Cedric falsch auf, und die Kniescheibe sprang heraus.“ Doch der Spieler habe Entwarnung gegeben, dass die Verletzung vermutlich nicht so schwerwiegend sei, wie zunächst befürchtet. Liebtrau sei aber zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden. In der Halbzeit war Schulte sportlich mit dem Team zufrieden. „Es war bis hierhin ein gutes und technisch hochklassiges Spiel. Das 1:1 zur Pause ist gerecht.“ Die Partie war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.

FREITAG, 7. APRIL 2017

Niederländischer Mittelfeldspieler hat Umstellung schnell geschafft um MEPPEN. Trotz der Unsi-

cherheit, ob der SV Meppen in der nächsten Saison in der Dritten Liga oder weiter in der Regionalliga spielt, erzielen die Blau-Weißen Fortschritte in der Kaderplanung. Mittelfeldspieler Menno Heerkes sagte für eine weitere Serie zu. „Wir sind von Mennos Stärke überzeugt. Er hat Den Vertrag unterzeichneten Menno Heerkes (l.) und Heiner noch viel Potenzial“, stellte Beckmann. Der niederländische Mittelfeldspieler bleibt eine Sportvorstand Heiner Beckweitere Saison beim SV Meppen. Foto: Uli Mentrup mann fest. „Menno hat eine

gute Entwicklung gemacht“, erklärte Trainer Christian Neidhart. „Seine einfache Art zu spielen gefällt mir. Er muss noch etwas robuster werden im Zweikampfverhalten“, weiß der Coach. Heerkes, der im Sommer von Heracles Almelo aus den Niederlanden gekommen ist, hat sich beim SV Meppen schnell zurechtgefunden. Obwohl die Umstellung dem Spieler nach eigener Einschätzung nicht ganz so

leichtgefallen ist, schaffte er auf Anhieb den Sprung in die erfolgreiche Mannschaft. Dabei spielt er auf der Sechserposition. Dort ist der Regionalliga-Spitzenreiter qualitativ und quantitativ stark besetzt. Heerkes absolvierte im Emsland 21 Partien. „Nur ein Treffer fehlt mir noch“, weiß der Niederländer, der für SC Heerenveen II und Almelo II in insgesamt 88 Partien immerhin zehn Tore erzielt hat.

Der aus Hardenberg stammende Spieler kam für Almelo dreimal in der Ehrendivision zum Einsatz. Menno Heerkes stammt aus einer Fußballerfamilie. Sein 20-jähriger Bruder Tom, der in Zwolle und Heerenveen ausgebildet wurde, spielt jetzt in Hardenberg an der Seite des ehemaligen Meppeners Johan Wigger. Vater Gert war Trainer auch in Emmen, Tilburg und Heerenveen.

SV Meppen blickt in den Lostopf Wer wird Relegationsgegner? – Mannschaft bereitet sich während Auslosung auf ihr Spiel vor

Papenburger Pflichtaufgabe vor Top-Spielen lht PAPENBURG. Viermal stand BW Papenburg in diesem Jahr schon in der Bezirksliga auf dem Platz. Viermal mussten die Nord-Emsländer dabei eine Auswärtsreise antreten. Über vier Monate nach dem letzten Heimspiel dürfen die Blau-Weißen heute Abend (20 Uhr) mal wieder vor eigener Kulisse ran. „Endlich spielen wir mal wieder zu Hause“, sagt Trainer Alex Homann vor dem Spiel gegen den SV Wietmarschen. Die Partie gegen den Tabellenvorletzten ist für Papenburg der letzte Härtetest, bevor über Ostern die KnallerSpiele gegen den FC Schüttorf und Union Lohne anstehen. „In den nächsten Wochen wird sich der Aufstiegskampf entscheiden“, sagt Homann, „aber erst mal müssen wir drei Punkte gegen Wietmarschen holen.“ Eine vermeintliche Pflichtaufgabe, mit der sich die Papenburger heute Abend die Tabellenführung von Schüttorf zurückholen können. „Die haben zuletzt auch noch gemerkt, wie schwer das gegen Wietmarschen ist“, erinnert Homann an den Schüttorfer 3:1-Sieg. Daher warnt er sein Team vor Überheblichkeit: „Solche Spiele sind meist die schwersten.“

Alter ASV zurück: Bock umgestoßen lht ALTENLINGEN. Mit zwei Siegen in Folge sind die Fußballer des ASV Altenlingen nach drei Niederlagen zum Auftakt mittlerweile auch im neuen Bezirksliga-Jahr angekommen. „Die Winterpause kam denkbar ungünstig. Aber jetzt haben wir den Bock wieder umgestoßen“, sieht ASV-Trainer Jan Zevenhuizen sein Team auf einem guten Weg. „Der alte ASV ist zurück.“ Mit alter Stärke soll heute Abend (20 Uhr) beim TuS Gildehaus der dritte Sieg in Folge her. Die Partie findet aufgrund von Bauarbeiten nicht in Gildehaus, sondern auf der Anlage der SG Bad Bentheim statt. „Gildehaus ist eine sehr kompakte Mannschaft und hat mit Daniel Zwafing einen gefährlichen Stürmer“, wäre es für den Coach aber ein Trugschluss, sich nur auf die Gildehauser Lebensversicherung zu konzentrieren. Auch, wenn der Angreifer allein 14 der 25 TuS-Tore der Saison erzielt hat.

Das Meppener Spiel am Samstag ab 16 Uhr gegen Eintracht Norderstedt dauert nur 90 Minuten, doch spannend wird es schon 75 Minuten früher, wenn in Walldorf die Paarungen für die Relegation zur Dritten Liga aus dem Lostopf gezogen werden. Uli Mentrup MEPPEN. Nach den aktuellen Tabellenständen wären Waldhof Mannheim, SV Elversberg (beide Südwest), FC Carl Zeiss Jena (Nordost), FC Viktoria Köln (West) und SpVg Unterhaching (Bayern) die möglichen Meppener Relegationsgegner. Mit einem Dreier gegen Norderstedt wäre der SVM als erster Club qualifiziert. Gut eine Stunde vor dem Anpfiff in der Hänsch-Arena werden die Duelle der Relegation, die am 28. und 31. Mai stattfindet, während der Liveübertragung der Südwest-Regionalliga-Partie zwischen FC Astoria Walldorf und Waldhof Mannheim ausgelost. Die Partie wird im SWR (Südwestrundfunk) Fernsehen gezeigt (13.50 bis 16 Uhr). Ähnlich wie die Emsländer haben sich auch die mögli-

chen Konkurrenten zumindest ein wenig abgesetzt. Unterhaching hat noch vor Meppen (zehn Zähler vor dem Zweiten Weiche Flensburg, aber 20 vor dem VfB Lübeck, der die Drittliga-Lizenz beantragt hat) den größten Vorsprung. Er beträgt zwölf Punkte, ist aber von 19 zusammengeschmolzen. Der Münchener Vorortclub kassierte als letzter aller 91 Regionalligisten die erste Niederlage erst am 25. Spieltag (24. 3.) beim 1:2 in Schweinfurt. Die letzten fünf Pflichtspiele, darunter die Pokalpartie in Burghausen, hat das Team von Trainer Claus Schromm nicht gewonnen. Aber ernsthafte Zweifel an der Qualifikation des mit etlichen Spielern von 1860 München besetzten Teams hat wohl kaum jemand. Gebürtiger Kölner trifft Gemausert hat sich FC Viktoria Köln. Das Team des ExSchalkers Marco Antwerpen war als Verfolger in die Winterpause gegangen. Jetzt führt es die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung vor der U 23 von Borussia Dortmund an. Mit 66 Treffern stellt die Viktoria das torgefährlichste Team der Liga. Es hat in jedem Punktspiel getroffen! Einen Löwenanteil daran hat

der 31-jährige Offensivspieler Mike Wunderlich. Der gebürtige Kölner, der über Essen und FSV Frankfurt zu seinem Stammclub zurückkehrte, erzielte 21 Tore. Jena 1:3 im Schlager Nach der 1:3-Niederlage am Wochenende vor 13 290 Zuschauern im Stadion der Freundschaft in Cottbus weist der FC Carl Zeiss Jena fünf Zähler mehr auf als die von Claus-Dieter Wollitz trainierten Lausitzer. Die Thüringer kassierten am 14. Spieltag die erste Niederlage und das zweite Gegentor der Saison! Nach der Winterpause stürmte Waldhof Mannheim, Ex-Club von Martin Wagner und Dennis Geiger, von Rang zwei an die Spitze, hat vier Punkte mehr als der SV Elversberg und elf mehr als Steinbach. Die 49 Tore des Teams von Trainer Gerd Dais verteilen sich auf 14 Schützen. Waldhof hat sich von der Relegationsniederlage in der vergangenen Saison gegen Lotte gut erholt. Das gilt auch für den SV Elversberg, der an Nordostmeister Zwickau scheiterte. Die Saarländer verfügen über neun Fußballer mit Erstoder Zweitligaerfahrung, mehr als jeder Relegations-

konkurrent. Nach nur vier Punkten aus den ersten vier Spielen 2017 scheint der SVE inzwischen wieder auf Kurs, liegt sieben Zähler vor dem Dritten Steinbach. Im Südwesten verfügt das Team über die mit Abstand sicherste Abwehr. Während Fans und Zuschauer Gelegenheit haben, die Auslosung für die beiden wichtigsten Saisonspiele zu

Die Aufstiegsspiele zur Dritten Liga werden in drei Paarungen mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die Hinspiele sind für Sonntag, 28. Mai (voraussichtlich 14 Uhr), vorgesehen, die Rückspiele für Mittwoch, 31. Mai (voraussichtlich 19 Uhr). Die genauen Anstoßzeiten legt der DFB in Abstimmung mit den übertragenden TV-Sendern fest. Teilnahmeberechtigt sind die Meister der fünf Regio-

nalligen (Nord, Nordost, West, Südwest, Bayern) sowie der Zweitplatzierte der Regionalliga Südwest. Der Erstplatzierte der Südwest-Staffel darf nicht gegen den Zweitplatzierten der Staffel spielen. Werden diese Teams gegeneinander gelost, wird die zuletzt gezogene Mannschaft an die zweite Stelle der nächsten auszulosenden Begegnung gesetzt. Werden die beiden Teilnehmer als letzte Begegnung gegeneinan-

Heute in Saarlouis – Bültmann fordert Disziplin, Kreativität und Zweikampfstärke LINGEN. HandballZweitligist HSG NordhornLingen bangt beim Auswärtsspiel heute um 19.30 Uhr bei der HG Saarlouis um den Einsatz des Top-Torschützen Jens Wiese. Der 29-Jährige klagt über Schmerzen an der Schulter. „Jens hat muskuläre Probleme“, erklärt Trainer Heiner Bültmann. Wiese hatte beim 24:19 gegen Bad Schwartau schon die letzten Minuten nur noch zugeschaut. Da auch die „Aushilfen“ Stephan Wilmsen und Nils Meyer nicht dabei sind, muss das Zwei-Städte-Team im Zwei-

felsfall noch mehr improvisieren. „Wir wollen nicht jammern, sondern kreativ sein“, sagt Bültmann, der auch auf Nicky Verjans, Asbjön Madsen und Lutz Heiny verzichten muss. Dem Trainer bleiben verschiedene Optionen: Die Linksaußen Lasse Seidel und Pavel Mickal wären Kandidaten für den rechten Rückraum. Der niederländische Nationalspieler Patrick Miedema hat in dieser Saison schon alle Positionen im Rückraum gespielt. Der HSG-Coach weiß, dass in Saarlouis eine gute Leis-

tung nötig ist. Der Gastgeber kämpft um den Klassenerhalt und hat bei den Heimsiegen gegen Konstanz und den Tabellendritten Bietigheim Stärke gezeigt. Das Team von Trainer Jörg Bohrmann, das in der Hinrunde 24:29 bei der HSG verloren hat, agiert mit einer sehr offensiven 3-3-Abwehrformation. „Die gilt es richtig zu bespielen. Das war Thema beim Training“, sagt Bültmann. Erforderlich ist ganz viel Bewegung auch ohne Ball. „Alle müssen ständig im Spiel sein.“ Zudem ist ein starkes Zweikampfverhalten nötig.

Handys in der Kabine erlaubt. Einen Lieblingsgegner hat das Trainerduo nicht. „Jede der sechs Mannschaften hätte es verdient aufzusteigen“, sagen Neidhart und Mario Neumann. Die Stadiontore werden in Meppen wie gewohnt um 15 Uhr geöffnet. Schon 30 Minuten früher öffnet die Stadiongaststätte „Anno 1912“, in der die Auslosung gezeigt wird.

Relegation im Europapokal-Modus

HSG bangt um Einsatz von Wiese um

verfolgen, steht bei Team und Trainern einzig die Vorbereitung auf die Partie gegen Norderstedt im Blickpunkt. „Mit allem anderen beschäftigen wir uns nach dem Spiel. Dann werden wir die Auslosung registrieren“, erklärt Trainer Christian Neidhart. „Ich schalte komplett ab.“ Das erwartet er auch von seinen Spielern. Auch am Samstag sind nur ausgeschaltete

Denn der Gegner powert in den Mann-gegen-Mann-Situationen. Der HSG-Coach erwartet eine starke Disziplin und ein klares Konzept. Immerhin kann sich Nordhorn-Lingen trotz monatelanger Personalprobleme und der aktuellen finanziellen Sorgen noch nach oben orientieren. Grundlage waren die jüngsten drei Heimerfolge vor jeweils beachtlicher Kulisse. Für den Tabellenachten ist Platz fünf bei zwei Punkten Rückstand in Schlagweite. Der Vorsprung vor dem ersten Abstiegsrang beträgt neun Zähler.

der gelost, wird die zuletzt gezogene Mannschaft mit der zweitgenannten der zuvor ausgelosten Partie getauscht. Um möglichen Wettbewerbsverzerrungen in der Saisonendphase vorzubeugen, werden die Teilnehmer der Regionalliga Südwest am 8. April zunächst mit der Bezeichnung „Südwest A“ und „Südwest B“ gezogen. Die genaue Zuordnung der beiden Klubs erfolgt im Rahmen einer se-

paraten Auslosung, sobald die ersten beiden Teams im Südwesten feststehen. Die Aufstiegsspiele werden nach dem Europapokal-Modus ausgetragen. Bei Punkt- und Torgleichheit nach beiden Partien gibt die Zahl der auswärts geschossenen Tore den Ausschlag. Ist auch diese identisch, entscheidet ein Elfmeterschießen. Die Gewinner der drei Paarungen steigen in die Dritte Liga auf.

Meppener Angstgegner? SVM II heute bei Suddendorf/Samern toba MEPPEN. Eigentlich hat

der SV Meppen II in der Frauenfußball-Oberliga noch immer die besten Karten. Trotz eines 1:1 gegen die FSG Twist in der Vorwoche. Doch am heutigen Freitag (19.30 Uhr) geht es zum „Angstgegner“. Schließlich war es Suddendorf/Samern, das im Oktober für die einzige Niederlage des Tabellenführers aus Meppen sorgte. „Wir haben noch eine Rechnung offen“, weiß SVMSpielertrainerin Katharina Börger. Im Hinspiel hatte Kathrin Bookholt in der 83. Minute zum Sieg des Schlusslichts getroffen, das anschließend nur noch zweimal ge-

wann. Meppen geht in das Rückspiel dennoch mit viel Selbstvertrauen, auch wenn in den letzten zwei Spielen gegen Twist und Hollage nur zwei Punkte heraussprangen. Derzeit liegen fünf Punkte zwischen Meppen und dem Tabellenzweiten Blau-Weiß Hollage, der allerdings noch zwei Nachholspiele zu bestreiten hat. „Gegen Suddendorf sollen jedenfalls drei Punkte her“, will Börger im Duell David gegen Goliath die Verhältnisse frühzeitig klarstellen. Ein Sieg würde auch die Konkurrenz am Wochenende unter Druck setzen.


SPORT

FREITAG, 7. APRIL 2017

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Higuaín „Gift für den Vesuv“

TICKER Fußball

dpa NEAPEL/BARCELONA. Für Gonzalo Higuaín waren es zwei ungemütliche Wiedersehen innerhalb weniger Tage. Bereits am Sonntag war der Top-Torschütze bei der Premiere mit Juventus Turin an seiner alten Wirkungsstätte in Neapel hemmungslos ausgepfiffen worden. Als „Gift für den Vesuv“ bezeichnete die „Gazzetta dello Sport“ dann seinen Doppelpack , der Juve beim SSC Neapel trotz eines 2:3 ins Finale des italienischen Pokals brachte. Offenbar hat der 29-Jährige den rauen Gegenwind von der Tribüne in positive Energie auf dem Feld umgewandelt. „Higuaín hat sich abreagiert“, meint „La Repubblica“. Den wütenden NapoliFans, die ihn seit dem Wechsel zu den Bianconeri im Vorjahr als Verräter beschimpfen, gab der Argentinier zu verstehen, wer für ihn der wahre Sündenbock ist: „Es ist seine Schuld“, wollen italie- Schrauben weiter am Erfolg – und am Auto: Der Ferrari von Sebastian Vettel soll weiter verbessert werden. nische Medien von seinen Lippen abgelesen haben, als Higuaín in Richtung von Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis auf den Rängen zeigte. Higuaíns Bruder Nicola setzte nach der Partie noch einen drauf und twitterte bittersüß: „Wie es mir gefällt, das Gesicht von Aurelio zu sehen, jedes Mal wenn mein Seinen Auftaktsieg in rennen in Schanghai stillen. denen wir werkeln und tüf- zuversichtlicher als im verBro trifft.“ Für den Transfer Australien will Sebastian „Es hat jeden extra in Fahrt teln müssen. Wenn es so an- gangenen Jahr.“ 2016 blieb Vettel mit FerraVettel nicht allzu hoch be- gebracht“, sagte Vettel am fängt, kann es jedoch so weiDonnerstag mit Blick auf sei- tergehen.“ ri nicht nur weit hinten den werten. Ein frischer Hun- nen Auftaktsieg in AustraliVettel sieht Mercedes im- Erwartungen zurück, speziell ger nach Erfolg attestiert en. „Es war nur ein Sieg, aber mer noch als Favorit. Vor al- in China platzte ihm der Krader Heppenheimer seijeder will mehr. Jeder im lem in der Qualifikation er- gen. Vom aktuellen Toro-RosTeam ist hungrig“, fügte er kennt er beim Weltmeister- so-Mann Daniil Kwjat sah nem Rennstall Ferrari hinzu und machte sich nach Team der vergangenen drei sich der Ferrari-Pilot auf so gleichwohl. Lewis Hamilder Pressekonferenz auf den Jahre Vorteile. „Wir haben rüde Weise abgedrängt, dass ton und Mercedes wollen Weg zurück durch den Regen aber einen Schritt nach vorne er zwangsläufig in seinen in China der Appetitzügins Teampavillon. gemacht, auch auf der Moto- Teamkollegen Kimi Räikköler sein. Für den jüngsten Appetit renseite müssen wir uns nen krachen musste. Vettel der Italiener hat Vettel vor nicht verstecken“, urteilte wurde dennoch Zweiter. Der knapp zwei Wochen gesorgt, der Heppenheimer, der in derzeitige WM-Spitzenreiter Von Martin Moravec als er erstmals nach 18 Mona- China bislang nur 2009 ge- weiß nicht erst seit seinem dpa SCHANGHAI. Mit ins ten wieder einen Grand Prix winnen konnte. Triumph in Melbourne: „SieGesicht gezogener Kapuze gewann und Lewis Hamilton Zu voreiliger Euphorie ge sind die beste Medizin.“ verbarg Sebastian Vettel die im Silberpfeil auf den zwei- neigt der 29-Jährige aber An China hat sein VerfolGier nach dem nächsten For- ten Platz verwies. „Das ist noch lange nicht. „Es war erst ger Hamilton zwiegespaltene mel-1-Erfolg im WM-Duell keine Garantie, dass es so das erste Rennen, es bedeutet Erinnerungen. Mit vier Siemit Mercedes. Der viermalige weitergeht“, meinte Vettel nicht viel“, mahnte Vettel, gen ist der Brite RekordgeWeltmeister will den frisch über seinen 43. Formel-1- räumte jedoch ein: „Das winner auf dem 5,451 Kilogeweckten Heißhunger sei- Sieg, der für die Scuderia wie Team hat sich weiterentwi- meter langen Kurs. In der nes Ferrari-Teams jedoch eine Erlösung wirkte. „Wir ckelt. Wir sind in einer besse- vergangenen Saison lief für auch am Sonntag (8 haben ein starkes Paket, es ren Position, und die Leute den dreimaligen Weltmeister Uhr/RTL) im zweiten Saison- gibt aber noch viele Dinge, an fühlen sich wohler und sind auf dem Shanghai Internati-

Silberner Appetitzügler

Brasilien hat nach sieben Jahren wieder den ersten Platz der FIFA-Weltrangliste übernommen. Die deutsche Mannschaft bleibt auf Rang drei. Zweiter ist Argentinien, das die Rangliste im Vormonat noch anführte. Lukasz Piszczek verlängert seinen Vertrag bei Borussia Dortmund. Das neue Arbeitspapier des Polen, der seit 2010 beim Revierklub ist, läuft bis 2019. Vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim hofft der HSV auf die Einsätze von René Adler und Kyriakos Papadopoulos. Adler ist mit einer Prellung des Brustkorbs angeschlagen, Papadopoulos plagen Adduktoren-Beschwerden. Gideon Jung fällt mit muskulären Problemen aus.

Foto: AFP

Zwei Spiele muss der Mainzer Jean-Philippe Gbamin aussetzen. Das DFB-Sportgericht sperrt den Mittelfeldspieler nach seiner Roten Karte gegen Leipzig für die Spiele gegen Freiburg und Berlin.

Fortuna Düsseldorf muss 22 500 Euro Strafe zahlen. Außerdem verhängt das DFB-Sportgericht einen Bewährungszeitraum für einen Zuschauer-Teilausschluss bis zum 31. Oktober. Damit bestraft der Verband das Abbrennen von Pyrotechnik onal Circuit aber wenig zu- durch Fortuna-Fans im Spiel sammen. Nach Problemen gegen den VfL Bochum. mit dem Hybridantrieb und einem anschließenden HSV-Profi Johan Djourou Wechsel des Getriebes starte- wehrt sich mit einem offenen te Hamilton von ganz hinten Brief gegen die Vorwürfe, und konnte trotz einer Kolli- Verletzungen vorgetäuscht sion zumindest noch Platz sieben retten. Einen Rückschlag wie in Australien, als ihn ein früher Reifenstopp den absehbaren Sieg kostete, will Hamilton in einen Vorteil umwandeln. Man konzentriere sich in so einem Fall „umso mehr auf die Schwachpunkte“, analy- zu haben. Der Ex-Kapitän ist sierte der Engländer. Vettel zuletzt mit offener Kritik geund Ferrari hätten Down Un- genüber Trainer Markus Gisder einfach den besseren Job dol aufgefallen. Foto: Witters gemacht: „Jetzt müssen wir wieder den besseren Job ma- Eishockey chen.“ Die deutsche Nationalmann·· schaft verliert den ersten Test ··· Aktuelles zur Formel 1, in der Vorbereitung auf die ·· ·· lesen Sie im Internet auf ·· WM im eigenen Land (5. bis ·· noz.de/sport ·· 21. Mai) deutlich. In Lillehammer verliert das ersatzgeschwächte DEB-Team gegen Norwegen mit 1:5.

Formel 1: Mercedes will in China Ferraris frische Gier nach Erfolg stoppen

Nicht zu stoppen: Gonzalo Foto: imago/Xinhua Higuaín.

des Vizeweltmeisters zu Juventus im Juli 2016 kassierte der SSC immerhin 90 Millionen. Damit wurde Higuaín zum teuersten Serie-A-Transfer. In Madrid konnte sich Zinedine Zidane ein Lächeln nicht verkneifen: Beim 4:2-Sieg beim Vorortverein CD Leganés am späten Mittwochabend stellte der Trainer von Real Madrid zufrieden fest, dass der spanische Rekordmeister auch ohne seine Stars wie Toni Kroos und Cristiano Ronaldo überzeugen kann und einige personelle Optionen im Kader hat. „Ich habe einen sehr guten Kader zur Verfügung“, sagte der Franzose. Seine B-Elf hatte es durch den Sieg geschafft, dass der Tabellenführer der Primera División Verfolger FC Barcelona auch am 30. Spieltag auf Distanz hielt. Für größere Aufgaben wie das Stadt-Derby am Samstag gegen Atlético Madrid oder das Viertelfinal-Hinspiel des Königsklassen-Titelverteidigers beim FC Bayern München am kommenden Mittwoch empfahl sich neben den Stürmern Lucas Vázquez und Álvaro Morata vor allem Spielmacher Marco Asensio. „Der BBC-Sturm wurde von niemandem vermisst“, konstatierte das Sportblatt „Marca“ und spielte auf das Fehlen von Reals Weltklasseangreifer Karim Benzema, Gareth Bale und Cristiano Ronaldo an. „Plan B hat funktioniert“, titelte „AS“.

Kaymer verpatzt den Auftakt

Der Weg zurück

Neun Schläge zurück beim Masters –Favorit Johnson verletzt

Klitschko will wieder einen WM-Titel

AUGUSTA. Deutschlands Golfstar Martin Kaymer ist schwach in das 81. Masters im Augusta National Golf Club gestartet. Bei böigem Wind spielte der 32-Jährige aus Mettmann am Donnerstag zum Auftakt nur eine 78er Runde und muss damit um den Cut bei dem ersten Major-Turnier des Jahres bangen. Der zweimalige Major-Sieger hatte bei der Traditionsveranstaltung im USBundesstaat Georgia zu diesem Zeitpunkt bereits neun Schläge Rückstand auf die Spitze. Für den Top-Favoriten Dustin Johnson war der Traum vom ersten MastersTitel seiner Karriere und dem grünen Sieger-Jackett schon vor dem ersten Abschlag vorbei. Der Weltranglistenerste aus den USA musste seinen Start wegen einer Rückenverletzung absagen. Der 32Jährige war am Vorabend des Masters in dem angemieteten Haus auf der Treppe ausgerutscht und hart auf den unteren Rücken geprallt. Johnson klagte danach über starke Schmerzen. „Das nervt“, sagte Johnson. „Ich spiele gerade das beste Golf meiner Karriere. Dies ist eines meiner Lieblingsturniere im Jahr. Und dann passiert mir so ein blöder Unfall.“ Kaymer machte beim Start in sein zehntes Masters der starke Wind auf dem anspruchsvollen Par-72-Kurs schwer zu schaffen. Die ehe-

dpa

Kritisch beäugt: Golfer Martin Kaymer hat die erste Runde beim Masters in den USA völlig verpatzt. Foto: AFP

malige Nummer eins der Welt musste mit einem Doppel-Bogey und sieben Bogeys gleich neun Schlagverluste auf der ersten Runde hinnehmen. Nur auf der zweiten Spielbahn machte er mit einem Eagle zwei Schläge gut. Auf der letzten Bahn holte er mit einem Birdie dann noch einen Schlag auf. Kaymers Spielpartner an den ersten beiden Tagen, US-Star Jordan Spieth und Matthew Fitzpatrick, starteten besser ins Masters. Der 22-jährige Engländer beendete den Tag mit einer 71er Runde. Der Masters-Champion von 2015 und Vorjahres-

Zweite Spieth kehrte bei dem zehn Millionen Dollar dotierten Turnier mit 75 Schlägen ins Clubhaus zurück. Am Morgen hatten die Golf-Legenden Gary Player (81) und Jack Nicklaus (77) das Masters mit einem symbolischen Abschlag eröffnet. Der Auftakt des Traditionsturniers an der Magnolia Lane stand ganz im Gedenken an den im September 2016 im Alter von 87 Jahren gestorbenen Arnold Palmer. Zu seinen Ehren erhielt jeder Besucher des Masters einen weißen Button, auf dem in grüner Schrift steht: „Ich bin ein Mitglied von Arnies’ s Army“.

dpa GOING. Er ist als eloquenter Botschafter des seriösen Boxsports bekannt. Doch um zu untermauern, warum er das Wort Besessenheit zu seinem Leitmotiv auserkoren hat, benutzt Wladimir Klitschko eine für ihn ungewohnt drastische Vokabel. „Angepisst“ sei er noch immer davon, dass er seine drei WM-Titel im Schwergewicht im November 2015 in seinem bislang letzten Kampf an den Briten Tyson Fury verloren habe, sagt der 41 Jahre alte Ukrainer. Seit einer Woche bereitet er sich in seinem Stammquartier, dem Nobelhotel Stanglwirt in Tirol, auf sein Comeback vor. Am 29. April fordert der Wahl-Hamburger vor 90 000 Fans im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion den Briten Anthony Joshua heraus. Es ist sein 69. Profikampf und gleichzeitig sein 29. WMKampf. Neben Joshuas IBFGürtel geht es auch um den vakanten Superchampion-Titel der WBA. Klitschko ist zutiefst dankbar für diese Gelegenheit. „Normalerweise muss man sich nach einer Niederlage, wie ich sie gegen Tyson Fury erlitten habe, hinten in die Schlange stellen und hoffen, dass man noch eine Chance bekommt“, sagt er. Jetzt habe er „einen Kampf gegen den aktuell stärksten Mann im Schwergewicht, auf der größten Bühne, die vorstellbar ist. Es ist der aufregendste Kampf seit Jahren,

Tischtennis Weltverbandspräsident Thomas Weikert kandidiert am 31. Mai für eine weitere Amtszeit. Der Deutsche Olympische Sportbund und der DTTB unterstützen den Rechtsanwalt, der das Amt seit 2014 ausführt.

Radsport Der Spanier David de la Cruz verteidigt sein Gelbes Trikot als Gesamtspitzenreiter der Baskenland-Rundfahrt auf der vierten und längsten Etappe. Der Quick-Step-Fahrer liegt vor den letzten beiden Tagesabschnitten durch Nordspanien nur noch eine Sekunde vor dem Etappensieger und ehemaligen Skispringer Primoz Roglic.

Ski nordisch Die wegen Dopings gesperrte

Langläuferin Fit fürs Comeback: Wladimir norwegische Klitschko. Foto: imago/Eibner Therese Johaug will bei dem und es gibt viele offene Fragen, die am 29. April beantwortet werden müssen.“ Allen voran steht die Frage im Raum, ob der langjährige Regent der Königsklasse die mentale und körperliche Kraft besitzt, um den jungen Emporkömmlingen Einhalt zu gebieten, oder ob seine Zeit abgelaufen ist. „Ich kann die Antwort darauf nur mit Taten geben. Wenn ich die Frage verbal beantworten soll, dann sage ich: Natürlich kann ich es schaffen, weil ich alles schaffen kann“, sagt Klitschko. „Mein Ego ist angekratzt, und nun werde ich alles tun, um wieder aufzustehen.“

Berufungsprozess gegen sie Zuhörer zulassen. „Offenheit ist besser, als dass später Spekulationen auftauchen“, sagt ihr Anwalt.

LOTTO UND MEHR Lottoquoten Kl.1 unbesetzt Kl.2 1x Kl.3 45 x Kl.4 430 x Kl.5 2 202 x Kl.6 23 923 x Kl.7 38 247 x Kl.8 395 420 x Kl.9 260 339 x

Jp. 1 352 520,00 Euro 791 234,70 Euro 8 791,40 Euro 2 760,10 Euro 179,60 Euro 33,00 Euro 20,60 Euro 9,00 Euro 5,00 Euro

Lotterie „Spiel 77“ (Quoten) Kl.1 unbesetzt Jp. 453 673,70 Euro Lotterie Keno Gewinnzahlen: 3 - 7 - 9 - 10 - 12 - 15 - 21 - 25 - 27 - 33 - 35 - 36 - 37 - 40 - 49 - 55 - 59 - 62 - 65 - 70 Lotterie plus 5: 9 9 5 4 3

(Ohne Gewähr)


SPORT

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FREITAG, 7. APRIL 2017

„Ingolstadt hat wieder Puls“

VOLLTREFFER

FCI-Vorbild ist Werder Bremen – Walpurgis: Wenn wir die Leistung halten, können wir jeden Gegner schlagen

Ehemann überrascht

G

esucht, gefunden, Versprechen gehalten: Marc Bartra von Borussia Dortmund suchte nach dem Revierderby gegen Schalke am vergangenen Wochenende nach einem weiblichen Fan, der inmitten eines blau-weißen Tribünenblocks mit einem gelben Trikot aufgefallen war. Der Mut gehört belohnt, dachte sich der Spanier und versprach ihr sein Derby-Trikot. Die Frau meldete sich bereits vor einigen Tagen – jetzt kam es zur Übergabe auf dem BVBTrainingsplatz. Die gesuchte Stefanie Adam-Paap und der Innenverteidiger unterhielten sich noch freundlich, als der Mann der Gesuchten für eine Überraschung sorgte. Er ist seines Zeichens Schalke-Anhänger und brachte Bartra selbst ein Trikot mit: das seines Lieblingsvereins und Erzrivalen von Schwarz-Gelb. Bartra witterte das darin steckende Konfliktpotenzial und lehnte dankend ab. Trotzdem konnten alle zufrieden sein: der Spanier hat sein Versprechen eingelöst, Frau Adam-Paap freut sich über das Trikot, und ihr Ehemann hatte zumindest die Lacher auf seiner Seite. golt

PERSÖNLICH Fußball-Torhüter Timo Horn vom Bundesligisten 1. FC Köln ist zum Botschafter der EishockeyWeltmeisterschaft in Köln und Paris (5. bis 21. Mai) ernannt worden. Das teilte das WM-Organisationsko-

mitee am Donnerstag mit. Horn ist nach Ski-Fahrer Felix Neureuther und der Tennis-Weltranglistenersten Angelique Kerber dritter deutscher WM-Botschafter. „Ich möchte als Botschafter der Eishockey-Weltmeisterschaft einen kleinen Teil dazu beitragen, dass das Turnier in meiner Heimatstadt Köln ein großer Erfolg wird, an den sich alle Beteiligten noch lange erinnern werden“, sagte Horn, der regelmäßig Eishockeyspiele der Kölner Haie besucht. Foto: imago/Horstmüller

WÖRTLICH „Ich gebe meinem Auto Namen. Es ist aber nicht so, dass ich sie morgens und abends streichle.“ Sebastian Rennfahrer Vettel über die Beziehung zu seinem Formel-1-Wagen. Seinen neuen Ferrari hat er auf den Namen „Gina“ getauft.

LIVE IM TV Radsport: BaskenlandRundfahrt, 5. Etappe, Bilbao-Eibar (139,80 km), 15.30–17.30 Uhr Eurosport

EM in Split, Männer bis 94 kg, Eurosport 20–22 Uhr Gewichtheben:

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Sport im TV und im Livestream: Tagesübersicht auf noz.de

dpa AUGSBURG. Im engen Kabinentrakt der Augsburger Arena trafen extreme Gefühlswelten aufeinander. Hier die strahlenden Ingolstädter Fußball-Profis, deren anfangs belächelte „Mission Wunder“ nach dem 3:2 im bayerischen Abstiegsderby beim FC Augsburg Fahrt aufnimmt. „Ingolstadt hat wieder Puls“, verkündete Kapitän Marvin Matip nach dem zweiten Lebenszeichen der

schon totgesagten Oberbayern in einer Englischen Woche, in der sich der Abstiegskampf weiter zuspitzt. Wenige Meter weiter standen die verstörten Augsburger, die neben Ratlosigkeit und Frustration platte Durchhalteparolen verkündeten. Manager Stefan Reuter bemühte sich im Kreuzverhör mit den Reportern, Ruhe und Zuversicht auszustrahlen, unter anderem mit

einem Bekenntnis zum Bundesliga-Trainernovizen Manuel Baum. „Die Nerven werden wir definitiv nicht verlieren“, sagte Reuter. Baum bleibt, basta! „Dafür stehen wir, dass wir geschlossen an der Sache arbeiten“, bekräftigte der Manager. In Ingolstadt haben sie unter dem ehemaligen Lotter und Osnabrücker Trainer Maik Walpurgis nie den Glauben an sich und ein

Comeback im Abstiegskampf verloren. Mit zehn Punkten Rückstand auf Platz 16 gingen die Schanzer in die Englische Woche. Nach zwei Siegen gegen Mainz (2:1) und nun in Augsburg durch Tore von Sonny Kittel und per Kopf durch den nur 1,70 Meter großen Almog Cohen sind es plötzlich nur noch vier. Und mit einem weiteren Heimsieg am Sonntag gegen den abgeschlagenen Tabel-

lenletzten Darmstadt 98 könnte Ingolstadt womöglich bis auf einen Zähler dran sein an Augsburg und dem FSV Mainz (beide 29). Das FCI-Vorbild lautet Werder Bremen. „Man sieht es an Bremen, so ein Lauf kann lange anhalten“, sagte Matip. „Wenn wir unsere Leistung über 90 Minuten konservieren, können wir jeden Gegner schlagen“, erklärte Coach Walpurgis.

Wenn sich Wege trennen Spieler-Plädoyer für Schmidt, aber kein klares Bekenntnis in Mainz für den Trainer Das zum Teil als „Endspiel“ titulierte Match gegen Leipzig übersteht Trainer Schmidt trotz Niederlage. Ein klares Bekenntnis bekommt er in Mainz nicht mehr. Von Frank Hellmann MAINZ. Noch immer trägt Martin Schmidt die Haare so lang, dass er sie sich bisweilen aus dem Gesicht wischen muss. Das Ritual gehört zum gläubigen Katholiken wie der wuchernde Bart oder die kleine Holzkette. Dieser Mann aus Naters im Oberwallis hat sich im Februar 2015 als Trainer mit der ungewöhnlichsten Vita in der Fußball-Bundesliga auf einer Pressekonferenz vorgestellt, hat von seiner Lehre als Mechaniker, der Zeit bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, seiner Bekleidungsfirma, der Alpenhütte seines Großvaters und seinen unverrückbaren Überzeugungen berichtet – viele haben das damals als Bereicherung empfunden. Übrigens nicht nur für den FSV Mainz 05. Bis vor Kurzem waren sich Insider wie Außenstehende sicher: Schmidt prägt nach Jürgen Klopp und Thomas Tuchel die nächste Ära, bei der der Fußballlehrer im Grunde selbst bestimmt, wann er diesem irgendwie knuddeligen Klub den Rücken kehrt. Typischer Fall von Trugschluss. Der ordentliche Auftritt am Mittwochabend bei der 2:3-Niederlage gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig hat nicht genügt, die Zweifel an seiner Arbeit gänzlich auszulöschen. „Martin Schmidt wird die Mannschaft auf das Spiel gegen Freiburg vorbereiten und auch mit nach Freiburg fah-

Enttäuschung in Mainz: Trainer Martin Schmidt und Spieler Fabian Frei.

ren“, sagte Rouven Schröder und fügte an: „Es ist klar, dass wir dort drei Punkte holen müssen.“ Jobgarantie nur für ein Spiel, hieß das übersetzt, denn was der Sportdirektor explizit nicht sagen wollte: Dass sich der Schweizer im Breisgau auch die fünfte Niederlage in Folge leisten kann, um die Rheinhessen anschließend gegen Hertha BSC, beim FC Bayern und gegen Borussia Mönchenglad-

bach zu betreuen. Auf die Frage, ob sich die FreiburgPartie am Samstag für ihn persönlich wie ein Endspiel anfühle, reagierte der 49Jährige irritiert-pikiert. „Wir haben noch sieben Spiele. Insofern stellt sich die Frage für mich nicht.“ Schließlich hatte Schröder unmittelbar nach Spielschluss den intensiven Gedankenaustausch gesucht, kurz darauf hielt Kapitän Stefan Bell („Wir haben auf dem

Foto: imago/Huebner

Platz gezeigt, dass wir als Mannschaft funktionieren und der Trainer hat uns super eingestellt“) ein Plädoyer auf seinen Vorgesetzten. Die Gemengelage bei dem auf vielen Ebenen durchgeschüttelten Verein ist vertrackt: Für den Manager, Nachfolger des in alle Bereiche dringenden Machers Christian Heidel, ist die Situation völlig neu: Bei Werder Bremen hatte der gebürtige

Bodo Illgner – der fast vergessene Weltmeister FRANKFURT. Rudi Völler ist Sportdirektor, Lothar Matthäus dauernd im Fernsehen, unser aller Klinsi in Amerika gerade mal wieder mitten in einer Auszeit, aber überall im Gespräch, Icke Häßler in einer Midlife-Crisis und sich ebenso wie Klaus Augenthaler und Jürgen Kohler nicht zu schade, Amateuren das Kicken beizubringen. Auch all die anderen Helden von Rom finden gelegentlich in der Öffentlichkeit statt. Aber wie geht es eigentlich Bodo Illgner? Wo ist er denn gerade wieder? Wer ist eigentlich Bodo Illgner und wer war er? Anlässlich des 50. Geburtstags unseres Weltmeistertorwarts von 1990 am Freitag müssen diese Fragen mal gestellt werden dürfen. Zunächst die gute Nachricht: Er lebt! Der vergessene Weltmeister hat im am Montag erschienenen Fachblatt Kicker ein Interview gegeben, in

dem es zwar nicht um seinen Ehrentag ging, sondern „nur“ um Bayerns kommenden Gegner in der Champions League, Real Madrid. Wo er auch gespielt hat. Aber egal. Er selbst hat sich ja nie so wichtig genommen. Autogramme von Bodo Illgner? Seltener als die Blaue Mauritius. Interviews? Nur ungern. Seine Unnahbarkeit, was nicht mit Unfreundlichkeit zu verwechseln ist, hat ihn immer ausgezeichnet. Das ist schon während der Karriere kein Popularitätsbeschleuniger, danach führt diese Eigenschaft geradewegs in die Vergessenheit. Und nichts anderes wollte er. Vergessen ist auch, wie alles anfing. März 1987. Bodo Illgner ist zwar einer der talentiertesten, aber auch der bemitleidenswertesten deutschen Torhüter. Vor seiner Nase steht, hechtet und boxt im Verein einer, der sich nur selbst zu Fall bringen kann. Harald „Toni“ Schumacher.

Bodo Illgner

Foto: imago/Simon

Die Nummer 1 des 1. FC Köln und der Nation. Ein Typ, ein Idol. Er ist 33 Jahre, für einen Torwart wie ihn kein Alter. Der kleine Bodo, noch zarte 19, würde ihm noch lange beim Bällehalten zusehen müssen, das war klar. Aber dann kommt der An-

pfiff, der für Schumacher ein Abpfiff ist. In der irrigen Annahme, dass niemand für die Wahrheit bestraft werden könne, präsentiert Schumacher seine Wahrheiten aus dem Lagerleben eines Fußballprofis in Verein und Nationalmannschaft. DFB-Präsident Hermann Neuberger verhängt die Höchststrafe: Rauswurf aus der derart verunglimpften Nationalmannschaft. Sein Verein reagierte schon eher, insbesondere wegen der Andeutung, Kölns Spieler würden ohne Doping und Schmerzmittel keinen Ball mehr treffen. Der Weg war frei für Illgner. 1990 wurde er in Italien Weltmeister. Bloß Sympathien erntete er nie. Seit fast 27 Jahren ist er nun schon Weltmeister, seit 23 aber kein Nationalspieler mehr. Denn es gab sehr wohl ein paar Extravaganzen in seinem Leben. Die Rede ist weniger vom eigenen Duschkopf, den er in Köln hatte und unter

FRANKFURT/MAIN. dpa Von der Europa League will bei Werder Bremen niemand etwas wissen. Dabei könnte das bislang viertbeste Rückrunden-Team der FußballBundesliga mit einem Sieg am Freitag (20.30 Uhr/Sky) beim Krisenteam Eintracht Frankfurt auf Rang sieben springen. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu sichern. Und da fehlen uns noch einige Punkte“, sagte Sportchef Frank Baumann trotz der jüngsten Erfolgsserie. Mit 19 Punkten aus sieben Spielen ist Werder eigentlich längst aus dem Schlamassel raus. Das Kuriose dabei ist: Neben dem Punktekonto hat sich auch das Verletzten-Lager gefüllt. In Thomas Delaney (Muskelfaserriss) fehlt Werder in den kommenden Wochen das Mittelfeld-Herz. „Kompensieren können wir den Ausfall nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung“, sagte Trainer Alexander Nouri. In Kapitän Clemens Fritz, Serge Gnabry, Robert Bauer, Lamine Sané und Philipp Bargfrede fallen weitere wichtige Kräfte aus. Das hatte die Bremer zuletzt aber auch nicht stoppen können. Werder-Coach Alexander Nouri könnte sich mit einem weiteren Erfolg noch stärker für einen neuen Vertrag empfehlen. „Mit jedem Sieg wird die Verhandlungsposition für Alex nicht schlechter“, sagte Sportchef Baumann. Ex-Trainer Thomas Schaaf sprach sich für eine Weiterbeschäftigung von Nouri aus.

Sauerländer in Ruhe aus der zweiten Reihe einen Kader planen, Talente sichten, Spieler verpflichten können. Nun muss der 41-Jährige plötzlich eine zunehmend unruhige Öffentlichkeit beruhigen und gleichzeitig den Standort auf Abstiegskampf einschwören. Ohne Allgemeinplätze geht das nicht. Das Matchglück sei nicht da, der erste Ball gehe nicht rein, der Kopf müsse oben bleiben. Aber im Hinterkopf wird Schröder längst Plan B haben, der, so heißt es, eine Beförderung des U-23Trainers Sandro Schwarz sein könnte. Entscheidend wird sein, ob der ebenso charismatische wie authentische Charakter Schmidt geeignete Sofortmaßnahmen entwickelt, dem Negativtrend entgegenzuwirken. „Wir brauchen noch mehr Einsatz, Willen und Überzeugung, um das Glück auf unsere Seite zu ziehen“, forderte Schmidt, der sich über das ERGEBNISSE Zeichen am Mittwochabend freute, „dass Mainz 05 lebt“. Fußball Trotz des wiederentdeckten Spanien, La Liga, 30. Spieltag: CD Leganes - Real Madrid 2:4, SD Eibar Kampfgeistes wäre ein klarer UD Las Palmas 3:1. Kopf für die nächsten Wo- Niederlande, Ehrendivision, 29. chen auch dienlich. Mit sei- Spieltag: Kerkrade - Zwolle 2:1, Enner törichten Aktion in der schede - PSV Eindhoven 2:2. Schlussminute, die zur Roten Heute spielen Karte führte, erwies Abräu- Bundesliga, 28. Spieltag: Eintracht - Werder Bremen (20.30 mer Jean-Philippe Gbamin Frankfurt Uhr). seinem Arbeitgeber einen Bä- 1. Bayern München 27 67 : 14 65 27 50 : 30 55 rendienst. Aber wollte der 2. RB Leipzig 3. TSG Hoffenheim 27 50 : 26 51 Trainer die Mannschaft in 4. Bor. Dortmund 27 58 : 28 50 5. 1. FC Köln 27 39 : 31 40 der englischen Woche nicht 6. Hertha BSC Berlin 27 35 : 34 40 ohnehin häufiger umstellen? 7. SC Freiburg 27 35 : 47 38 27 26 : 28 37 Beim Erreichen der Euro- 8. Eintr. Frankfurt 9. Mönchengladbach 27 31 : 34 36 pa League habe er zu viel Lob 10. Bayer Leverkusen 27 42 : 43 35 27 42 : 46 35 abbekommen („da wurde ge- 11. Werder Bremen 12. FC Schalke 04 27 33 : 31 34 schrieben, ich bin der neue 13. VfL Wolfsburg 27 26 : 38 30 27 26 : 50 30 König von Mainz“), jetzt 14. Hamburger SV 15. FSV Mainz 05 27 36 : 46 29 prassele zu viel Kritik auf ihn 16. FC Augsburg 27 26 : 43 29 27 28 : 45 25 ein („ich versuche klar zu 17. FC Ingolstadt 27 17 : 53 15 trennen und nicht alles zu le- 18. SV Darmstadt 2. Bundesliga, 28. Spieltag: 1. FC sen“). Schmidt hat nämlich Nürnberg - FC St. Pauli, SV Sandhauregistriert: In dieser Mann- sen - Arminia Bielefeld, Würzburger schaft „steckt noch ganz viel Kickers - Hannover 96 (alle 18.30 Uhr). drin von mir.“ 1. Hannover 96 27 43 : 29 52

DIE FUSSBALL-KOLUMNE

Von Udo Muras

Werder: Das Ziel bleibt der Klassenerhalt

den sich kein anderer zu stellen hatte. Eher von der blonden Extravaganz an seiner Seite. Seine Frau Bianca, mit der er drei Kinder hat. Bei der WM 1994 in den USA klingelte Bianca Bundestrainer Berti Vogts nachts aus dem Bett, um sich zu beschweren, warum die Kinder der Effenbergs beim Mannschaftsessen dabei sein durften und ihre nicht. Scheidet man deswegen im Viertelfinale aus? Berti Vogts findet: ja. „Der Kader war besser als der von 1990, wir hätten den Weltmeistertitel locker verteidigen können. Drei Spielerfrauen haben alles kaputt gemacht – es war unglaublich, was sich da bei uns abgespielt hat.“ Illgner trat gleich nach dem Aus gegen die Bulgaren zurück. Heute spielt er gelegentlich noch für die „Veteranos“ von Real Madrid. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Mehr Nostalgie und Kuriositäten unter noz.de/Muras

2. VfB Stuttgart 3. Eintr. Braunschweig 4. Union Berlin 5. Dynamo Dresden 6. Greuther Fürth 7. 1. FC Heidenheim 8. 1. FC Nürnberg 9. SV Sandhausen 10. Fort. Düsseldorf 11. VfL Bochum 12. TSV 1860 München 13. Kickers Würzburg 14. 1. FC Kaiserslautern 15. Erzgebirge Aue 16. Arminia Bielefeld 17. FC St. Pauli 18. Karlsruher SC

27 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27 27

45 : 30 41 : 27 40 : 27 44 : 33 29 : 32 37 : 31 38 : 41 32 : 28 28 : 29 33 : 38 32 : 36 28 : 30 20 : 26 27 : 43 34 : 45 24 : 31 21 : 40

51 51 50 45 40 35 35 34 33 33 32 31 29 29 27 26 22

Tennis WTA-Turnier in Charleston (South Carolina), 2. Runde: Siegemund (Metzingen) - V. Williams (USA/3) 6:4, 6:7 (3:7), 7:5; Wozniacki (Dänemark/5) - Beck (Bonn) 7:5, 6:1; Rogers (USA) - Keys (USA/1) 4:6, 6:1, 6:1.

Radsport Baskenland-Rundfahrt, 4. Etappe San Sebastian - Bilbao (174,10 km): 1. Roglic (Slowenien) - Lotto NL-Jumbo 4:23:46 Std.; … 9. Buchmann (Ravensburg) - Bora-hansgrohe +3 Sek. – Gesamtwertung: 1. De la Cruz Melgarejo (Spanien) - Quick-Step 16:38:43 Std.; … 22. Buchmann +3 Sek.

Basketball Euroleague, Hauptrunde, 30. Spieltag: Brose Bamberg - Galatasaray Istanbul 79:84.

Eishockey Länderspiel: Norwegen - Deutschland 5:1.

Tischtennis Champions League, Männer, Finalrunde, Halbfinale, Rückspiel: Fakel G. Orenburg - 1. FC Saarbrücken 3:0 (Hinspiel 3:1, Orenburg im Finale).


LOKALES

FREITAG, 7. APRIL 2017

WILLEM

Stück zu groß?

B

ekannte von mir sind gern in der Natur unterwegs und kehren nach dem Spaziergang oft in ihrer Lieblingsgastronomie im mittleren Emsland ein. Die wurde erweitert und saniert und ist richtig schön geworden. Man kann sich bei gutem Wetter auf der großen Terrasse aufhalten und den herrlichen Ausblick genießen. Voller Vorfreude bestellten sich meine Bekannten dort ihren Lieblingskuchen und Getränke – wie seit Jahren. Die Überraschung: Das sonst gewohnt große Stück Kuchen war auf etwa die Hälfte geschrumpft. Okay, ein Versehen, kann ja mal passieren, dachten die beiden. Beim nächsten Besuch war es jedoch ähnlich: Das Stück Kuchen war reichlich klein. Einen entsprechenden Hinweis unserer Bekannten und die Bitte, doch vielleicht ein etwas größeres Stück zu servieren, kommentierte eine Bedienung so: „Es haben sich auch schon Leute beschwert, die Stücke seien zu groß.“ Stehen lassen kann man ja immer etwas, aber zu wenig auffüllen? Tschüss! Euer Zeitungsbote Willem

ZITAT DES TAGES

„Ein Ehrenamtler muss auch als Ehrenamtler betrachtet werden und nicht als günstige Arbeitskraft“ Eine der zentralen Aussagen beim Treffen des paritätischen Arbeitskreises in Meppen (Seite 16)

Ihre Redaktion 0 59 31/940H.-J. Mammes (ma) -112 C. Alge (cw) -113 M. Fickers (mf) -114 T. Böckermann (tb) -117 M. Pöhlking (mpoe) -146 T. Gallandi (trg) -149 I. Wemhöner (iwe) -150 B. Havermann (bhav) -156 Sekretariat -111 Fax -118 E-Mail: redaktion@meppener-tagespost.de Anzeigen 0 59 31/940-133 Fax -225 E-Mail: anzeigen@noz.de Abo-Service -122

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Gegenwind für Mayrose-Pläne wächst 2000 Unterschriften gegen Sondergebiet Ziemba, Karin Hartmann und Marianne Havers (alle BI) sagten, war „die Stimmung sehr emotional und aufgeladen“. Zwei Stunden und 45 Minuten lang wurden die unterschiedlichen Standpunkte vorgetragen. Dabei seien die Experten oft nur unzureichend auf ihre Fragen eingegangen. Von der insgesamt 12,9 Hektar groVon Hermann-Josef Mammes ßen Fläche an der Fullener Straße sollen 7,66 Hektar als MEPPEN. Das Sonder- und Sondergebiet ausgewiesen Mischgebiet entsteht in di- werden. Hier will sich der rekter Nachbarschaft zum größten Meppener Wohnge„Die Stimmung biet. In einem Pressegewar sehr emotional spräch sagten drei BI-Spreund aufgeladen“ cher, dass sie ein BürgerbeSprecher der gehren über die Pläne der BI Esterfeld Stadt Meppen anstreben. Hierfür benötigen sie laut niedersächsischem Kommu- Baustoffhandel Mayrose annalverfassungsgesetz jedoch siedeln (wir berichteten). Das 3000 Unterschriften. Unternehmen hat bislang Rund 100 Bürger nahmen unter anderem einen zwei am Montagabend im Ems- Hektar großen Hauptstandlandsaal Altes Gasthaus ort an der Schützenstraße. Kamp an der „frühzeitigen Dort möchte die Stadt jedoch Beteiligung der Öffentlich- ein neues Quartier „Wohnen keit zur notwendigen Ände- am Wasser“ entwickeln. Bei rung des Flächennutzungs- der Suche nach einem Ausplanes“ teil. Wie Martin weichstandort einigten sich Stadtverwaltung sowie Ge·· ·· Mehr Berichte aus schäftsführer und Hauptge·· ·· Meppen lesen Sie auf sellschafter Andreas Augen·· ·· thaler auf den Bereich an der ·· noz.de/meppen

Über 2000 Unterschriften hat die Meppener Bürgerinitiative (BI) Esterfeld inzwischen gesammelt. Die Bürger wollen die geplante Ansiedlung des Baustoffhandels Mayrose an der Fullener Straße verhindern.

·

Fullener Straße. Dabei wolle er zudem dort die bislang in Lingen beheimatete Dachund Wandabteilung ansiedeln. Die NWP Planungsgesellschaft mbH stellte weitere Details vor. So soll ein 2,86 Hektar großes Mischgebiet entstehen. Auch einige Wohnhäuser sind geplant. Zudem sind einige Stellplätze für den Friedhof vorgesehen. Nach Schätzung des Ingenieurbüro Dr. Schwerdhelm & Tjardes würde der Verkehr auf der Fullener Straße (Landesstraße 47) um weitere 2000 auf dann 14 000 Fahrzeuge anwachsen. Die BI fürchtet, dass viele Fullener die Sommerfeldstraße zukünftig als Abkürzung missbrauchen. Für die BI ist es nicht hinnehmbar, dass Mayrose nur diesen einen Standort akzeptiert. Es gebe unter anderem im Bereich Nödike weitere attraktive Flächen. Zudem weist sie auf die Fauna und Flora hin. Das Waldgebiet beherberge nicht nur Fledermäuse, sondern auch seltene Grünspechte. Für Marianne Havers und Karin Hartmann ist deshalb der Fichtenwald mit einigen Laubbäumen sehr wohl „schützenswert“.

Dabei spricht sich die BI nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung aus. So könnte man einen „Waldkindergarten“ dort ansiedeln. Rund um den Wald seien weitere

Wohnbauflächen möglich. So seien viele Meppener verzweifelt auf der Suche nach Bauland. Zugleich will die BI mit der Stadtverwaltung im Gespräch bleiben. Die drei

BI-Sprecher erinnerten Bürgermeister Helmut Knurbein an dessen Versprechen, noch eine „Informationsveranstaltung“ für die Bürger durchführen zu wollen.

Meppener Expertin klärt über Superfoods auf Wundermittel oder Geschäftemacherei? Açaí-Beeren, Quinoa oder Matcha-Tee liegen voll im Trend Von Benjamin Havermann MEPPEN. Sie heißen Açaí, Chia, Goji, Maqui oder Moringa und sind momentan voll im Trend. Diese Früchte und Samen werden als Superfoods bezeichnet und sollen eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Wir haben eine Gesundheitsexpertin aus Meppen gefragt, was es damit auf sich hat. Wer sich für das Thema Ernährung interessiert, kommt um Superfoods nicht herum. Es geht meistens um natürliche und exotische Lebensmittel, die große Mengen an Vitaminen und/oder Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen aufweisen. Sie gelten deshalb als besonders gesund. Kira Voss ist Gesundheitsberaterin und Personal Trainerin, sie weiß also genau, wie man sich gesund ernährt. „Die gängigen Superfoods sind die Açaí-Beeren, Quinoa oder Matcha-Tee. Die sind naturbelassen, nicht mit Zuchtmitteln versetzt oder verarbeitet“, sagt die 30-Jährige. Diese Lebensmittel können demnach durchaus Teil einer ausgewogenen Ernährung

Kennt sich aus: Gesundheitsberaterin und Personal-Trainerin Kira Voss aus Meppen. Foto: Benjamin Havermann

sein. „Wer aber seine Ernährung generell umstellt und auf Fast-Food verzichtet, erzielt eine ähnliche Wirkung“, erklärt Voss. Denn bei diesen Produkten geht es nicht nur um einen hohen Vitamin-Gehalt, sondern auch um einen hohen Preis. 100 Gramm Matcha-Pulver können zum Beispiel mehr als 30 Euro im Supermarkt kosten. „Zum Teil sind Superfoods überteuert“, sagt Voss. Gerade bei dem grünen Tee aus Asien sei das der Fall. „Wenn man bedenkt, dass das

nur ein Pulver aus Teeblättern ist, ist das schon sehr teuer.“ Es sei auch fraglich, ob die erwartete Wirkung auch gegeben ist. Erhöhte Schadstoffwerte Für Superfood gibt es bislang keine verlässlichen Studien. „Es gibt immer mal wieder Tests, aber keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass Superfoods tatsächlich gesünder sind als andere Lebensmittel“, sagt die Gesundheitsberaterin. Ohne wissenschaftliche Studien könne man aber

nicht mit Sicherheit sagen, dass zum Beispiel die AçaíBeere schlank oder schön macht. Solche Aussagen stammen häufig von gewerblichen Anbietern, einzelnen Beratern oder Interessengruppen. Gesundes Misstrauen sei da deshalb geboten. Zudem gibt es immer wieder Berichte über erhöhte Schadstoffwerte in Superfoods. So wurden bei verkauften Beeren, Samen, Algen oder getrockneten Pflanzen Pestizide, Schwermetalle (wie Arsen oder Cadmium), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder Mineralöl gefunden. Bei Untersuchungen des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart wurden Pestizidrückstände vor allem in konventionell angebauten Goji-Beeren festgestellt. Trotzdem werden GojiBeeren & Co. immer beliebter. Was früher in einer Nische stand, nimmt heute mehrere Regalmeter im Supermarkt ein. „Die sogenannten Superfoods werden bei uns sehr gut angenommen“, sagt Hildegard Wendt, stell-

vertretende Marktleiterin des Edeka in Haselünne. Besonders Chia-Samen seien sehr beliebt. Wendt erklärt sich dieses Kundenverhalten durch den aktuellen Gesundheitstrend. Fitness und Ernährung hätten im Leben vieler Kunden einen hohen Stellenwert. Günstige Alternativen Wer sich aber gesund ernähren und trotzdem kein Vermögen ausgeben möchte, für den gibt es auch preisgünstige Alternativen. „Statt Açaí-Beeren kann man zum Beispiel Johannisbeeren oder Heidelbeeren nehmen, die haben beide sehr viel Vitamin C“, so die Ernährungsexpertin. Auch Grünkohl sei ein sehr gesundes Gemüse. Es ist kalorien- und fettarm, enthält dafür aber jede Menge Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Auch regionale Produkte, die nicht so teuer sind, können es somit mit den Superfoods aufnehmen. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Ein Vogelbeobachtungsturm im Naturschutzgebiet Bargerveen ist beschädigt Foto: Manfred Fickers worden.

Turm im Schutzgebiet beschädigt dgt/pm TWIST. Unbekannte

haben einen Vogelbeobachtungsturm im Naturschutzgebiet Bargerveen bei Twist beschmiert und dadurch einen Sachschaden angerichtet. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, ereignete sich der Vorfall zwischen Sonntag, 12. März, und Sonntag, 2. April. Die Täter hatten zwei Innenwände der Aussichtsplattform mit pinkfarbenen Schriftzügen beschmiert. Es entstand Sachschaden. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeDie wichtigsten Fragen leitet. Wer sachdienliche zu Superfoods beantHinweise geben kann, erwortet Voss im Video reicht die Polizei in Twist unauf noz.de ter Telefon 0 59 36/23 26.


MEPPEN

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Gemeinsames Turnier im Skat pm MEPPEN. Zum 15. Mal haben sich Freunde des Skatspiels zu einem gemeinsamen Skatturnier in der JVA Meppen getroffen. Bereits seit 2003 findet das jährliche Skatturnier gemeinsam mit dem 1. Skatclub Meppen, dem Sozialdienst katholischer Männer (SKM) und der katholischen Gefängnisseelsorge statt. Dieser Nachmittag dient der Werbung für das Skatspiel und ist gleichzeitig eine Brücke zwischen drinnen und draußen. Am Skatturnier nahmen 30 Teilnehmer aus den Reihen des Skatklubs sowie aus der JVA Meppen teil. Mit Unterstützung des Vereinswirts des 1. Skatclubs, Klaus Kösters (Gasthaus Kösters, Bokeloher Straße, Meppen), und des SKM wurden wieder Preise zu Verfügung gestellt. Einige Vereinsmitglieder sind bereits seit 15 Jahren dabei. Der katholische Gefängnisseelsorger überreichte den Vereinsmitgliedern ein Geschenk zur Erinnerung.

Kleinkinder und Pädagogik pm MEPPEN. Bei der VHS

Meppen startet am 12. Mai wieder eine Fortbildung zur Fachkraft für Kleinstkindpädagogik. In diesem Lehrgang werden die Kompetenzen im Bereich der frühkindlichen Bildung entwickelt und so erweitert, dass die Absolventinnen in der Lage sind, die Rahmenbedingungen sowie das konkrete Spielund Lernangebot in ihrer Einrichtung speziell auf Kinder unter drei Jahren abzustimmen. Neben vielen anderen Inhalten werden in der Fortbildung pädagogische Handlungskonzepte, Entwicklungsstörungen, Rechtsgrundlagen, Sprachentwicklung, Ernährung sowie die Gestaltung frühkindlicher Lernprozesse thematisiert. Infos/Anmeldungen unter Telefon 0 59 31/9 37 30 oder im Internet unter www.vhs-meppen.de.

KOMPAKT

Turmblasen am Samstag in Meppen MEPPEN. Am Samstag, 8. April, um 12 Uhr findet wieder ein Turmblasen des Posaunenchores Meppen in der Gustav-Adolf-Kirche statt. Der Chor spielt für eine halbe Stunde Choräle und Lieder in der Passionszeit.

VHS

Meppen Orientalischer Tanz - Basic, VHS Meppen, Freiherr-vomStein-Str. 1, EG, Raum 12, 9.15 Uhr

Demnächst Veranstaltungsort: VHS Meppen, Freiherr-vom-Stein-Str. 1 Vom Digitalfoto zum CEWEFotobuch, 9. Mai, 18.30 bis 20.45 Uhr, zwei Termine Das Elterngeld, 10. Mai, 19 bis 21.15 Uhr Fachkraft für Kleinstkindpädagogik, 12. Mai, 14.30 bis 18.30 Uhr, sechs Termine Einführung Apple Mac am eigenen Macbook, 12. Mai, 17.30 bis 14.15 Uhr Fotokurs Einsteiger-Workshop, 13. Mai, 9.30 bis 16 Uhr, VHS Kreativ-Schule Teglingen, Teglinger Hauptstr. 18 Anmeldung:✆ 0 59 31/9 37 30

FREITAG, 7. APRIL 2017

Lübbers für ein weiteres Jahr Vorsitzende Leichtathletikverein Meppen zählt 559 Vereinsmitglieder Gerne hörten die Mitglieder des Leichtathletikvereins (LAV) Meppen 1991 auf der Versammlung im Kolpinghaus, wie erfolgreich ihr Verein ist. Vorsitzende Claudia Lübbers wurde für ein Jahr wiedergewählt. Von Heiner Harnack MEPPEN. Der Dank der Vorsitzenden ging an Vorstandsmitglieder, Trainer, Betreuer, Eltern und Großeltern für deren unermüdliche Arbeit. „Ich danke aber auch den Aktiven und den Sponsoren für deren Unterstützung“, sagte Lübbers in ihrem Rückblick. Man habe sich gefreut, wieder bei den Ehrungen des Landkreises und der Stadt Meppen gut vertreten gewesen zu sein, wies Lübbers auf eine erfolgreiche Quote 2016 hin. Sie erklärte, dass auch der Verkauf der EmslandSport-Tombola-Lose letztendlich dem Verein zugutekomme. Von den zwei Euro, die ein Los koste, bliebe immerhin ein Euro beim Verein, so Lübbers weiter. Die Vorsitzende, die einstimmig für ein Jahr – sie hatte dieses so gewünscht – wiedergewählt wurde, ging noch einmal auf die Feier zum 25jährigen Bestehen des Vereins ein, die sie als sehr ge-

Geehrte Sportler des LAV Meppen versammelten sich auf den Treppenstufen des Kolpinghauses.

lungen bezeichnete. Edeltraud Bohn bezeichnete das Weihnachtsturnen als Großereignis des Jahres 2016 im Turnbereich. Bohn meinte, dass sie sich freuen würde, wenn wieder Geräte in der Stadtsporthalle zur Verfügung stünden, mit und an denen wieder vernünftig ge-

GEEHRTE SPORTLER DES LAV MEPPEN Leopold von Gescher, Emely Otten, Hannah Otten, Carina Hogarz, Leonie Martynov, Franziska Henne, Ann-Christin Koel, Helen Dittmann, Ines Kötter, Christina Wulf-Moorkamp, Mia Moorkamp, Marit Schute, Claudia Lübbers, Christian Angermann, Anna-Lena Koers, Lotta Brümmer, Johanna Hoops, Maren Schnieders, Nele Schnieders, Felek Yay-

gan, Maxim Kljustrach, Ida Terhorst, Emma Backs, Moritz Hirnstein, Jan Eilermann, Ella Wüstefeld, Fenja Einspanier, Greta Wüstefeld, Josefine Keuter, Wiebke Konen, Simon Koers, Teresa Schute, Noah Koers, Paula Terhorst, Nicole Hirnstein, Jakob Fänger, Hanna Müller, Helmut Hermsen, Paula Martens, Pia Rübertus, Charlotte Sur

turnt werden könne. Leider würden seit November die Reckstangen fehlen, monierte die Sportwartin. Im Namen ihres Ehemannes Klaus Bohn erklärte sie, dass neue, lizenzierte Übungsleiter Trainingsgruppen neben den „alten Hasen“ übernommen hätten. Besonders hob sie den dritten Platz von Anna-Lena Koers über 800 Meter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften hervor. Von ebenso erfolgreichen Bereichen konnten die Jugendwartinnen Turnen, Nele Silker und Helen Dittmann, berichten. Gleiches galt für den Bericht von Lara Schulte, die als Jugendwartin Leichtathletik fungiert. Alle drei freuten sich, dass man einen guten Zuwachs in den

Kinder- und Jugendbereichen zu verzeichnen habe. Geschäftsführerin Hildegard Kock erklärte, dass der LAV zum Stichtag 1. April des

„Nach wie vor sind wir ein recht junger Verein“ Hildegard Kock, Geschäftsführerin

laufenden Jahres 559 Mitglieder zu verzeichnen habe. „Nach wie vor sind wir ein recht junger Verein“, konstatierte Kock in einem gut besuchten großen Saal des Kolpinghauses. 375 Mitglieder seien jünger als 20 Jahre. „Für unsere Kinder und Jugendlichen geben wir das aus, was wir zuvor eingenom-

Foto: Heiner Harnack

men haben“, bilanzierte sie zusätzlich. Kock erhielt für ihre zehnjährige Tätigkeit anschließend die bronzene Ehrennadel des Kreissportbundes durch Claudia Lübbers überreicht. Einstimmig beschlossen die Mitglieder, dass der Beitrag für Kinder und Jugendliche von sechs auf sieben Euro angehoben wird. Bei Familien steigt dieser von elf auf zwölf Euro. Sieben Euro müssen Erwachsene pro Monat leisten. Bei den Wahlen wurde Hildegard Kock als Geschäftsführerin und Kassenwartin einstimmig bestätigt. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Mehr Berichte zum Verein sowie Fotos von der Versammlung im Internet auf noz.de

Vereinsporträt Leichtathletikverein (LAV) Meppen: Vorsitzende: Claudia

Lübbers

2. Vorsitzende: Edeltraud

Bohn

Geschäftsführerin und Kassenwartin: Hildegard

Kock

Gründungsjahr: 1991 Kontakt: LAV Meppen

1991 e. V. Claudia Lübbers Barlachhof 5 49716 Meppen Telefon: 0 59 31/25 82 Mitglieder: 559 Homepage: www.lavmeppen.de

Ehrenamtler sind keine Lückenbüßer

Ideen-Expo zu Besuch beim Marianum Meppen

Appell der SPD-Bundestagsabgeordneten Stadler

Slogan: „Mach doch einfach“

Von Reinhard Fanslau MEPPEN. „Ein Ehrenamtler muss auch als Ehrenamtler betrachtet werden und nicht als günstige Arbeitskraft.“ Das war eine der zentralen Aussagen auf dem Treffen des paritätischen Arbeitskreises in Meppen. Die Mitglieder kamen in den Räumen der Freiwilligenagentur Meppen an der Bahnhofstraße zusammen. Gesagt hat den Satz die SPDBundestagsabgeordnete Svenja Stadler, die zusammen mit Leitern von Freiwilligenzentren und -agenturen aus Niedersachsen zu Gast war. Die in Oldenburg geborene Politikerin ist als Mitglied des Unterausschusses „Bürgerliches Engagement“ im Bundestag quasi Spezialistin auf dem Gebiet. Ihrer Meinung nach ist in der Öffentlichkeit nicht bei jedem präsent, wie der Begriff „ehrenamtliche Arbeit“ in der Praxis mit Leben ausgefüllt wird. „Wir gehen davon aus, dass jeder weiß, was freiwilliges Engagement bedeutet. Aber das stimmt nicht. Es ist schon vorgekommen, dass ich sogar Kollegen erklären muss, was das genau ist“, stellte die 40-Jährige fest. Daher forderte Stadler, dass der Bundestag die Definitionen für Ehrenamt und Arbeit genau festlegt und herausstellt, wo Ehrenamt aufhört und Ehrenamt anfängt. Viel zu oft habe sie den Eindruck, dass freiwillig und unbezahlt engagierte Menschen nicht ernst genommen und eher als Lückenbüßer wahrgenommen

pm MEPPEN. Das Jahr 2017 hält für alle Fans von Naturwissenschaften und Technik ein echtes Highlight bereit: Mit dem Slogan „Mach doch einfach“ geht die Ideen-Expo vom 10. bis zum 18. Juni 2017 auf dem Messegelände Hannover in die sechste Runde. Das bundesweit größte Jugend-Event dieser Art begeistert wieder Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 13, zeigt den Jugendlichen Ausbildungs- und Studien- Eine Schülerin steuert bei möglichkeiten auf und bringt „NAO“. sie mit ihren zukünftigen ArBlumen erhielt SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler beitgebern zusammen. Herz- ist es, dem Nachwuchs die von Christian Hüser und (rechts) Barbara Germer-Grote (Ge- stück der Veranstaltung sind MINT-Berufsfelder (Mathe, Foto: Reinhard Fanslau die mehr als 600 Mitmach- Informatik, schäftsführerin Paritätischer Emsland). Naturwissenexponate der rund 250 Aus- schaften und Technik) näherwerden. „Dem müssen wir gerstiftungen. Am Ende be- steller. Ziel der Ideen-Expo zubringen. Der Eintritt ist für entgegenwirken“, sagte die merkte Stadler, dass das The- ANZEIGE SPD-Parlamentarierin mit ma „Ehrenamt“ in anderen Meppener Wurzeln. Geboren Ländern einen weitaus höheist sie in Oldenburg, ihre Vor- ren Stellenwert hat als in fahren väterlicherseits ka- Deutschland. „Wir wollen men aus Meppen. wie in Österreich ein EngageStadler brachte den Begriff mentgesetz“, lautet ihre Konder Monetarisierung des Eh- sequenz. Dieses ist ein Bundesgesetz, das Rahmenbe„Das soll keine Bezah- dingungen für freiwillige Tätigkeiten regelt. Und in Dänelung, sondern eine mark hat jede Kommune eiEntschädigung sein“ nen Ehrenamtsbeauftragten. Svenja Stadler, „Dort hat das Thema ein ganz Bundestagsabgeordnete anderes Gewicht .“ Konkret schlug Christian renamts in Spiel. Das heißt, Hüser, Leiter des Freiwillidass Geld für ehrenamtliche genzentrums Meppen, vor: Tätigkeiten fließen soll. „Das „Es ist wichtig, dass wir auch soll natürlich keine Bezah- die Leute ansprechen und erlung sein, sondern eine Ent- reichen, die nur gelegentlich schädigung“, erklärte die So- und punktuell was machen zialdemokratin und nannte wollen.“ Diesen Kerngedanein Beispiel: „Wir haben die ken der Freiwilligkeit verÜbungsleiterpauschale in stärkte auch Kay Rutsatz, Sportvereinen eingeführt.“ Leiter der Freiwilligen-AgenFinanziert werden könne tur Wilhelmshaven: „Ich sage das durch die Gründung von meinen Leuten immer: ‚Du Ehrenamtsfonds oder Bür- musst nicht, du kannst.“

der Ideen-Expo den Roboter Foto: Tim Schaarschmidt

alle Besucher kostenlos. Weitere Informationen über das Jugend-Event gibt es im Internet unter www.ideenexpo.de. Extraportion Wissen Einen kleinen Vorgeschmack auf die Ideen-Expo bekamen heute bereits die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Marianum in Meppen. Dort legte ein Schulteam der Ideen-Expo mit der bundesweiten Roadshow, die insgesamt 240 Stationen ansteuert, einen Stopp ein und sorgte für eine Extraportion Wissen. In einem spannenden Quiz konnten die Jugendlichen klassenweise oder einzeln gegeneinander antreten und ihre Kenntnisse rund um die Bereiche Naturwissenschaften und Technik testen. Dazu mussten die Teilnehmer innerhalb von fünf Minuten mehrere Fragen korrekt beantworten. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

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MEPPEN / HAREN

FREITAG, 7. APRIL 2017

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Gründer erhält goldenen Meisterbrief Becker Baugeschäft in Haren feiert 50-jähriges Bestehen

pm MEPPEN. Die Aufga-

Das 50-jährige Unternehmensbestehen haben die Inhaber, die Familie, die Mitarbeiter, die Partner und die Freunde der Becker Baugeschäft GmbH & Co. KG im Saal Hagen in Haren gefeiert. Von Gerd Mecklenborg HAREN. In seiner Begrüßungsansprache blickte Geschäftsführer Karl-Heinz Becker auf die Firmengeschichte zurück. 1967 habe sein Vater Heinrich Becker den Grundstein des Baugeschäfts im Harener Ortsteil Altenberge gelegt. Tatkräftig unterstützt hätten dabei den Unternehmensgründer dessen Brüder Bernd, Hermann und Josef. Bei Kunden und Bauherren habe sich schnell die Kompetenz und Solidität der neuen Baufirma herumgesprochen, „denn die Beckers, die hatten das Bauen im Blut und verstanden ihr Handwerk“, sagte der Nachfolger des Firmengründers. „Von Anfang an hat immer ein supertolles Team hinter uns gestanden, und das ist auch aktuell noch so“, ergänzte Karl-Heinz Becker, der 1991 seine berufliche Karriere als Lehrling im elterlichen Betrieb startete. Nach

Zum Firmenjubiläum wurden der goldene Meisterbrief und die Jubiläumsurkunde übergeben. Die langjährigen Mitarbeiter des Baugeschäfts Becker erhielFoto: Gerd Mecklenborg ten Ehrenurkunden.

abgeschlossenem Studium des Bauingenieurwesens übernahm der Junior den elterlichen Betrieb. Damit erfolgte auch der Standortwechsel des Unternehmens in die Daimlerstraße in Ha-

ren. „Der Name Becker ist eine emsländische Institution im Bauwesen, und das Baugeschäft Becker ist bekannt für allerbeste Kooperation und Zusammenarbeit mit Partnerfirmen, Kunden und

Mitarbeitern“, sagte Bernd Dohle, der Obermeister der Bauinnung Meppen. Dem stimmte auch Andreas Lünnemann im Namen der Handwerkskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft

Bentheim zu. Lünnemann lobte den Mut und die Weitsicht des Firmengründers. Dohle und Lünnemann überreichten Heinrich Becker den goldenen Meisterbrief und zeichneten Heinz Wilmink,

Günter Lager, Hans-Werner Drees und Michael Lammers für langjährige Treue zum Unternehmen aus. ·· ·· ·· ·· ·· ·

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Imkerei blüht auf im Emsland

Diamantene Hochzeit

Mehr als 40 Naturfreunde absolvieren Ausbildung Von Lukas Hemelt

Ursula und Willi Steppuhn aus Meppen feierten gestern das Fest ihrer diamantenen Hochzeit. Das Jubelpaar gab sich vor 60 Jahren in Essen das Jawort. Beide lieben den Gesang, Sport und die Natur. Seit 20 Jahren leben die beiden in Meppen und fühlen sich hier sehr wohl. Die Familie gratuliert herzlich und wünscht noch viele gemeinsame und geFoto: Familie sunde Jahre.

Papierlos zum Finanzamt Steuerprogramm „Elster-Online“ pm MEPPEN. Bei der VHS Meppen findet am 24. April ab 18 Uhr ein Kurs statt, der mit dem Steuerprogramm „Elster-Online“ vertraut macht. In Zusammenarbeit mit dem Finanzamt Lingen wird

Urlaub und Freizeit auf dem Land

das Elster-Online-Portal, das elektronische Zertifikat, die Übermittlung der elektronischen Steuererklärung erläutert. Infos/ Anmeldungen unter Telefon 0 59 31/9 37 30 oder im Internet unter www.vhs-meppen.de.

MEPPEN. Die Imkerei im Emsland steht hoch im Kurs. Ein Beweis dafür sind die derzeit über 40 Anwärter, die kurz vor dem Abschluss ihrer Imker-Ausbildung stehen. „Die Bienenhaltung und die Imkerei sind auf einem aufsteigenden Ast“, sagt Karl Drescher. Der 81-Jährige ist seit fast 50 Jahren Imker und lernt den Nachwuchs an. Mehr als 40 Naturliebhaber waren dazu bei ihm in Meppen im Garten zu Gast, um zwischen zahlreichen Bienenkörben einen praktischen Einblick in die Imkerei zu bekommen. Seit Anfang des Jahres absolvieren die Naturliebhaber die imkerliche Grundausbildung des Kreisimkerverbandes Emsland. Bevor sie sich selbst an die Bienenkörbe wagen durften, erlernten sie bereits in zehn Unterrichtseinheiten à vier Stunden das theoretische Rüstzeug. Noch zwei Praxistage in den kommenden Monaten mehr, und das Emsland hat

Regina Lucks ist neue Shopping Queen

Eine Biene bei der „Arbeit“.

ben der Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Land sind vielfältig. Sie vereint aktive landwirtschaftliche Betriebe und andere ländliche Gastgeber mit Ferienwohnungen und Gästezimmern unter einem Dach. Mit einem neuen Vorstandsteam sollen diese Aufgaben nun auf mehr Schultern verteilt werden, so der Landvolk-Pressedienst. Im Vorstand sind Mitglieder aus ganz Niedersachsen vertreten, die neue Vorsitzende Martina Warnken aus Grasberg ist im Elbe-Weser-Dreieck zu Hause, ihr Stellvertreter Michael Neukämper aus Norden vertritt die Höfe aus Ostfriesland und von der Nordsee. Für die Region Lüneburger Heide ist Lydia Albers aus Bispingen dabei, Markus Meutstege aus Haren repräsentiert das Emsland, und Silke Timmermann aus Lichtenhagen die Region Weserbergland. „Die 260 Mitgliedsbetriebe sind ausgesprochen vielfältig. Mehr als die Hälfte der Gastgeber sind aktive landwirtschaftliche Betriebe, viele sind auch ehemalige Landwirte oder Höfe mit Direktvermarktung oder Gastronomie“, erklärt Martina Warnken. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft betreibt seit 2002 einen Ferienhof und ist seit 2015 im Vorstand aktiv. „In der Arbeitsgemeinschaft wird tolle Arbeit geleistet, und ich habe Spaß daran mitzumachen“, so Warnken. Präsenz zu zeigen auf Messen oder Veranstaltungen und auch neue Mitglieder zu gewinnen, nennt sie als wichtige Schwerpunkte.

Archivfoto: Carola Alge

In die Praxis führte Karl Drescher die angehenden Imker in Foto: Lukas Hemelt Meppen ein.

über 40 neue Bienenzüchter. „Wir freuen uns sehr, dass wir wieder so viele neue Imker gewinnen konnten“, sagte Drescher am Rande der Praxiseinheit in seinem Garten, wo er ihnen die Grundbegriffe der Imkerei näherbrachte. „Wir wollen dem Nachwuchs einen richtigen und problemlosen Einstieg gewährleisten.“ Er verspüre unter allen Teilnehmern eine große Begeisterung und viel Elan, dem neuen Hobby nachzuge-

hen. „Früher war die Imkerei für viele noch ihr Nebenoder sogar Haupterwerb“, erinnert sich Drescher, „heute ist es viel mehr Liebhaberei. Und das ist gut so.“ Bestäubung gesichert Die Bienenvölker seien in der Landschaft breit verteilt, und die Bestäubung sei gesichert. Gleichzeitig warb er für sein liebstes Hobby: „Die Imkerei ist nützlich und naturverbunden.“ Der Imker

lerne dadurch die Natur viel besser kennen und könne seine Leidenschaft später durch eigens produzierten Honig selbst refinanzieren. „Bei welchem Hobby kann man das schon? Außerdem“, so Drescher, „werden Imker älter als andere Menschen. Das ist wissenschaftlich erwiesen.“ Kurse zur imkerlichen Grundausbildung starten immer Anfang eines Jahres. Infos geben der Kreisimkerverband und Karl Drescher. „Die Imkerei ist neu erblüht“, sagt der Ausbildungsleiter. „Wir hoffen, dass wir auch künftig viele weitere neue Imker gewinnen können, die an dem Hobby Spaß haben.“

KOMPAKT

Familienmusical verlegt MEPPEN. Das Familienmusical „Das Häuschen Irgendwo“, das am 8. April im Theater in Meppen geplant war, ist aus organisatorischen Gründen in Absprache mit dem Produzenten „Little Opera“ auf den 9. September 2017, 16 Uhr, verlegt worden. Gekaufte Karten behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit, können aber auch an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden. Nähere Infos: Tel. 0 59 31/15 33 78.

LESERBRIEF

„Meinung der Mehrheit der Bevölkerung umsetzen“

Die Shopping-Queen 2017 ist im Modehaus Böckmann in Meppen gekürt worden. Regina Lucks aus Lathen holte den begehrten Titel. Filialleiter Bernhard Mammes musste einige zusätzliche Stühle aufstellen lassen, da die Zahl der weiblichen Interessenten in der Neuauflage 2017 ungeahnte Ausmaße annahm. Letztendlich durften dann aber doch nur zehn Kandidatinnen nach erfolgter Auslosung einmal im alten und gegen Ende

des Modeabends im neuen Outfit über den Catwalk laufen. Dabei galt es, in einer Stunde aus der aktuellen Böckmann-Kollektion ein neues Outfit zu kreieren. Siegerin Regina Lucks durfte ihr gesamtes Böckmann-Outfit dann auch gleich mit nach Hause nehmen. Für die Zweitplatzierte Hildegard Fischer blieb noch ein Gutschein in Höhe von 75 Euro. Sylvia Skubbe auf Platz drei darf für 50 Euro einkaufen gehen. Foto: Heiner Harnack

Betrifft Fällen der Bäume na- zung um eine Gedenkminute he der neuen Brücke Bokeloh für die gefällten Bäume an der Nordstraße. Die Gedenk„Im Januar erfuhr ich aus minute wurde aber vom Bürder MT, dass vonseiten der germeister abgelehnt. Straßenbaubehörde beabWenige Tage später konnte sichtigt sei, zwecks Verbreite- ich der Zeitung entnehmen, rung des Radweges drei Lin- dass der Landrat bekannt den, die mehr oder weniger gab, der Kreisausschuss habe im Radweg vor der neuen Ha- auf Wunsch einzelner Anliesebrücke in Bokeloh stehen, ger entschieden, dass die zu fällen. Im Februar stand in Bäume stehen bleiben und der MT ‚In Bokeloh regt sich der Radweg an diesen Stellen Widerstand‘ . Der Leser halt schmal bleibe. Ich erfuhr musste beim Lesen des Arti- dazu später, dass vermutlich kels den Eindruck gewinnen, nur eine einzige Anwohnerin dass viele Bokeloher gegen gegen das Fällen der drei Lindas Fällen der Bäume protes- den war. tierten und entsprechende Von einem alteingesessePlakate an den Bäumen auf- nen Bokeloher, der bei der hängten. Protestaktion zugegen geweDanach berichtete die MT sen war, erfuhr ich, dass aus einer Ratssitzung, dass wahrscheinlich höchstens der Bürgermeister der Stadt fünf Bokeloher unter den Meppen anlässlich einer Protestierenden waren. MehRatssitzung sagte, dass die rere Bekannte und Nachbarn Bokeloher gegen das Fällen von mir äußerten ihr Unverder Bäume seien. Eine Frau ständnis über die EntscheiCaillé, die auch bei der Pro- dung des Kreisausschusses. testaktion in Bokeloh anwe- Einige erklärten, dass es ein send war, bat in der Ratssit- ‚Unding‘ sei, dass der Kreis-

ausschuss aufgrund der Protestaktion einer einzigen Anwohnerin und einer stadtbekannten Aktivistin (wollte Gedenkminute während einer Stadtratssitzung für gefällte Bäume) und ihrer Gleichgesinnten, die nicht in Bokeloh wohnen, die Sicherheit der Radfahrer ‚aufs Spiel‘ setzen. Daraufhin befragte ich Personen aus 25 Häusern, die sich vorwiegend nahe der neuen Brücke befinden (Römerstraße, Apeldorner Kirchweg und Pastoratsweg) nach ihrer Meinung dazu. 20 Personen davon sprachen sich für das Fällen der Bäume aus, zwei dagegen und drei drückten sich nicht klar aus. Es sollten allerdings neben dem Radweg neue Bäume gepflanzt werden. Weiterhin erfuhr ich, dass ein älterer Mann vor circa zwei Jahren in Höhe einer der Linden aufgrund von Gegenverkehr mit dem Fahrrad stürzte und auf die Fahrbahn

fiel, ohne sich zu verletzen [. . .]. Ich appelliere daher an die Mitglieder des Kreisausschusses und den Landrat, die Entscheidung angesichts der o. a. Befragung nochmals zu überprüfen und dabei an die Familien mit Kleinkindern und die älteren Verkehrsteilnehmer, insbesondere an die mit den Elektrofahrrädern, zu denken. Die Verantwortung für etwaige schwere Unfälle aufgrund des zu schmalen Radweges an dieser Stelle werden Ihnen angelastet und nicht den wenigen größtenteils anonym gebliebenen Protestlern. Setzen Sie die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung jetzt um. Diese Chance zu einer verkehrsgerechten Lösung wird sich so schnell nicht wieder ergeben. Setzen Sie den ersten Plan in die Tat um [. . .]“ Wilhelm Feldhaus Meppen


Altes Gasthaus Kamp eröffnet neu

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Am Ostersonntag ist es soweit!

Passende Räume für jeden Anlass fbac MEPPEN.

Das Gasthaus Kamp verfügt über verschiedene Räume, die passend zum jeweiligen Anlass genutzt werden können. Neben dem Restaurant gibt es das Kaminzimmer, einen Wintergarten, die Sommerterrasse sowie den großen Emslandsaal und eine Kegelbahn. Das Restaurant kann bei Bedarf variabel mit den angeschlossenen Räumen ergänzt werden. So besteht die

Möglichkeit, Gesellschaften von bis zu 120 Personen für Hochzeiten, Geburtstage, Betriebsfeste oder Tagungen zu beheimaten. In den Sommermonaten lädt die geschützte Terrasse mit 25 Plätzen zum sonnigen Verweilen ein. Der mediterran-moderne Stil bietet beste Möglichkeiten zur Entspannung und zum Genuss. Auf der Speisekarte stehen neben Salaten und Vorspeisen,

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Hauptgerichten, vegetarischen Speisen und Desserts immer auch besondere Empfehlungen der Saison. Besonders die Themenbuffets, wie das Spargelbuffet von Ende April bis Ende Juni, das mediterrane Buffet von Ende August bis Ende Oktober oder das Winterbuffet von November bis Ende Februar sowie hausgemachten Desserts zeichnen die Küche des Alten Gasthauses Kamp aus.

Altes Gasthaus Kamp eröffnet neu – An beiden Feiertagen geöffnet

Der neue Teil des Alten Gasthauses Kamp fügt sich harmonisch an den bestehenden Teil an.

Fotos: Frauke Backs

Wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht“, sagt Inhaber Marc Kamp. Etwa 1,5 Jahre nach dem großen Brand, der Teile des bestehenden Gebäudes komplett zerstört hatte, öffnet das Alte Gasthaus Kamp ab Ostersonntag, 16. April, endlich wieder seine Türen. fbac MEPPEN.„Was sich hin-

ter diesen neuen befindet, kann sich sehen lassen: Der neu gebaute Teil des Restaurants ist nach nunmehr 11-monatiger Bauphase fertiggestellt und präsentiert sich mit den neuesten Standards, ohne die bei den Kunden beliebte gemütliche Atmosphäre aufgegeben zu haben. Großzügige Räume Neben dem vorhandenen Emslandsaal und dem Partyraum „Pferdestall“ sowie direkt neben dem erhalten gebliebenen Trakt des Restaurants entstand das neue Gebäude mit dem dekorativen Rundturm zur Straße „Schullendamm“ hin. Hier findet sich ein großzügiger Schankraum, in

Marc und Tina Kamp (6. und 8. v. l.) bedanken sich für die Treue bei ihrem Team aus Service und Küche.

dem sich modernste Standards mit dem altbewährten Charme verbinden. Die großzügige Küche befindet sich technisch auf dem neuesten Stand, mit unter an-

Das perfekte Anzeigenumfeld

derem vier großen neuen Kühlzellen. Das KüchenTeam freut sich vor allem darüber, dass nun alles ebenerdig angeordnet ist und endlich auch eine di-

rekte Anbindung der neuen Küche zum Saal hin besteht. Alle Beteiligten sind sehr froh, dass das seit über 100 Jahren in Meppen ansässi-

ge Gasthaus, das von Marc Kamp in der mittlerweile 4. Generation geführt wird, nun wieder ein aktiver Teil der Meppener Gastronomiekultur ist.


ANZEIGEN-SONDERTEIL

Altes Gasthaus Kamp eröffnet neu

Modern und barrierefrei Im Neubau des Alten Gasthauses Kamp wurde an alles gedacht Die Neueröffnung im Neubau des Alten Gasthauses Kamp steht unmittelbar bevor. Neben der großen und modernen Küche hat es im Zuge des Neubaus weitere, wichtige Verbesserungen in der Raumaufteilung gegeben. fbac MEPPEN. Das Restaurant verfügt beispielsweise nun über ein behindertengerechtes WC im Erdgeschoss, ebenso wie der Emslandsaal. Auch der Haupteingang des Restaurants ist jetzt barrierefrei zu erreichen. Marc Kamp und seine Ehefrau Tina erläutern: „Es gibt jetzt nur noch eine Kegelbahn, dafür ist aber ein neuer Clubraum entstanden, in dem besondere Anlässe gefeiert werden, oder wo Vereine sich treffen können.“ Im Obergeschoss des neuen Trakts befinden sich die Umkleide-, Sozial- und Lagerräume. Zudem wurde im Zuge des Neubaus auch der unversehrt gebliebene Teil des Restaurants renoviert. Es passt sich jetzt mit frischen Farben und neuer Dekoration gut in das Ambiente des Neubaus ein.

Großer Dank ans Team Marc und Tina Kamp liegt es sehr am Herzen, dem Team der Angestellten einen großen Dank auszusprechen: „Die Mitarbeiter haben uns die ganze Zeit über die Treue gehalten und uns auch während der Bauarbeiten hilfreich zur Seite gestanden.“ Nun kann Marc Kamp mit demselben, altbewährten Team in Küche und Service neu starten. Gemeinsam mit dem Inhaberpaar freuen sich auch Marc Kamps Eltern über die gelungene Neugestaltung. Spargelbüffet Zudem startet das Gasthaus Kamp ab Mittwoch, 26. April, in die Spargelsaison und bietet wieder das allseits beliebte Spargelbüffet an. Auch wieder im Programm sind im Sommer das mediterrane Büffet und am Ende des Jahres das beliebte WinterBüffet. Das Gasthaus Kamp öffnet am Ostersonntag wieder seine Türen. An beiden Feiertagen ist das Restaurant mittags und abends geöffnet. Marc Kamp betont: „Wir freuen uns, unsere Gäste und insbesondere die Stammgäste endlich wieder bei uns begrüßen zu dürfen!“

Optisch rundum gelungen und endlich auch barrierefrei zu erreichen: Marc und Tina Kamp (Bild oben) und ihr Team (Bild links) sind sehr zufrieden mit dem Neubau. Das Team aus Küche und Service hat dem Alten gasthaus auch in der Bauzeit immer die Treue gehalten (Bild unten). Fotos: Frauke Backs


HASELÜNNE / SAMTGEMEINDE HERZLAKE

20 KOMPAKT

Cocktail-Abend und Flammkuchen HASELÜNNE. Die VHS in Haselünne bietet in Kooperation mit dem BerentzenHof am 9. Mai ab 19 Uhr einen Cocktail-Abend an. Die Getränke werden von den Barkeepern vor den Augen der Interessierten gemixt. Dazu werden verschiedene Flammkuchenspezialitäten zum Probieren gereicht. Rezepte der Cocktails stehen zur Verfügung und können zu Hause ausprobiert werden. Informationen und Anmeldungen unter Telefon 0 59 31/9 37 30 oder im Internet unter www.vhs-meppen.de.

Verheyen sagt „Servus“ zum Spielkreis Abschiedsgala in Haselünne Der Haselünner Spielkreis hat seinen langjährigen Leiter Paul Verheyen mit einer großen Gala im Forum des Kreisgymnasiums verabschiedet. Von Daniel Lösker

Kinderkino in Herzlake HERZLAKE. Am 25. April wird ab 16 Uhr im Kulturbahnhof Herzlake der Kinderfilm „Vilja und die Räuber“ im Kinderkino gezeigt. Zum Inhalt: Für die zehnjährige Vilja gibt es nichts Langweiligeres als jedes Jahr mit der Familie die liebe Oma zu besuchen. Als ihre Schwester dann auch noch alle Lakritzbonbons wegnascht, sinkt ihre Laune schnurstracks in den Keller. Doch dann passiert etwas Unglaubliches: das voll beladene Familienauto wird rotzfrech von einer Räuberfamilie überfallen und ausgeraubt.

Osterfeuer in Herzlake HERZLAKE. Am Ostersonntag, 16. April, findet traditionell das Osterfeuer am Pfarrheim Herzlake statt. Veranstalter ist die Ortsfeuerwehr Herzlake. Start ist ab 19.30 Uhr.

VHS

Haselünne Schnupperworkshop - Fit durch Ballett, 22. April, 10 Uhr Stylische Damen-Handtaschen aus Plastiktüten häkeln, 2. Mai, 18 bis 19.30 Uhr, vier Termine Tanzkurs für Paare, 28. April, 19 bis 20.30 Uhr, sechs Termine, Sporthalle Nonnenwall, Klosterstr. 1 Anmeldung: ✆0 59 31/9 37 30

FREITAG, 7. APRIL 2017

HASELÜNNE. Servus, sagt Paul Verheyen, und meint damit, dass er selbstverständlich weitermacht. Denn der Abschiedsgruß gilt eigentlich „nur“ seinem Spielkreis, den er vor 38 Jahren gründete. Dieser wird nun leider nicht mehr auftreten. Eine letzte Italienreise ist noch geplant. Dann ist endgültig Schluss. Also noch einmal ein großes Konzert in Haselünne. Noch einmal kommen sie zusammen, die derzeit Aktiven und ehemalige Mitglieder. Angenehm zurückgenommen, dennoch präsent und wortgewandt führt der Moderator Jürgen Thom durch den stimmungsvollen Abend, der musikalisch zumeist von den Klassikern, den Stücken, die das Ensemble über die Grenzen der Region hinaus bekannt gemacht haben, be-

stimmt wird. Klar, dass da „Fascinating Drums“ nicht fehlen darf. Die beiden Schlagzeuger, welche unmerkbar und rhythmisch perfekt sich die Stöcke übergeben, beweisen, dass sie ihr Instrument beherrschen. Der euphorische Beifall ist ihnen sicher. Wirklich großartig aber ist das gesamte Ensemble bei „Latin Gold!“, einer mitreißenden Zusammenstellung lateinamerikanischer Rhythmen. Beachtet man, dass der größte Teil der Protagonisten erst zu den letzten Proben dazugekommen ist, erstaunt die Harmonie. Es zeigt sich, dass Verheyens jahrelanges geduldiges Einstudieren Früchte trägt. Tausendsassa Natürlich sind die für solche Veranstaltungen üblichen Laudatoren da. Insgesamt vier werden es sein. Freundliche Worte, Nettigkeiten gehören zur Tagesordnung. Das ist auch gut so! Denn was der musikalische Tausendsassa und die Seinen in all den Jahren geschafft haben, verdient großes Lob.

Sichere Taktstockführung auch bei komplizierten Rhythmen. Paul Verheyen ist Vollblutmusiker.

Warum allerdings mit dem Ausscheiden des Gründers und Leiters nun gleich ganz Schluss sein muss, soll heißen, warum nicht nach zukunftsfähigen Lösungen gesucht wird, bleibt zumindest an diesem Abend das Geheimnis der zuständigen Musikschule des Emslandes. Doch vielleicht ist so ein stimmungsvoller Abschied auch nicht der richtige Ort für derartige Diskussionen. Das Publikum jedenfalls genießt die zumeist gut ein-

studierten Stücke. „James Bond 007 – Selection“ kommt mit jazzig-groovenden Energieschüben ebenso überzeugend herüber wie „Disco Lives!“ im besten Gloria-Gaynor-Stil oder die lässig vorwärtstreibende „The Blues Brothers-Revue“! Selten streifen ruhigere Töne den Abend, doch sind sie da. Bryan Adams’ „I do it for you“ ist so ein Beispiel. Hier beweisen Verheyen und der Spielkreis, dass Höher, Schneller, Lauter nicht im-

mer das Erfolgsrezept sein muss. Logisch ist, dass „Bella Italia“, ein Potpourri von bekannten Liedern im ItaliaSound, den Schluss- und Höhepunkt bildet. Will die Truppe doch schließlich noch einmal, wie schon so oft, im „Land, wo die Zitronen blühen“, touren. Zum Ende wird es doch etwas wehmütig. Verheyen, sichtlich erschöpft von den Anstrengungen des Abends, setzt sich noch einmal ans

Foto: Daniel Lösker

Klavier und interpretiert den Udo-Jürgens-Klassiker „Vielen Dank für die Blumen“. Stehende Ovationen, ein paar Tränen, aber überwiegend zufriedene Gesichter auf und vor der Bühne zeigen, er und sein Spielkreis sind immer noch in der Lage, gute Musik stimmungsvoll zu präsentieren. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Mehr über Paul Verheyen und den Spielkreis auf www.noz.de/ haseluenne

B-Jugend der HSG feiert Meisterschaft Umkämpfter Auswärtssieg zum Abschluss in Dalum pm HASELÜNNE. Nachdem schon die E-1-Handball-Mädchen der HSG Haselünne/ Herzlake den Meistertitel in der Regionsoberliga gewinnen konnten, setzte sich jetzt auch die männliche B-Jugend der HSG Haselünne/Herzlake in der Regionsoberliga durch. Das Team konnte sich mit einem 21:16-Auswärtssieg (Halbzeit 6:9) beim SV Dalum den Meistertitel in der Regionsoberliga sichern. In einem spannenden und

hochklassigen Spiel wurde den mitgereisten Fans und Eltern schnell deutlich, dass die Dalumer Mannschaft ein starker Gegner ist. Immerhin waren es die Dalumer, die dem angereisten Tabellenführer die einzige Heimniederlage der Saison zufügen konnten. Entsprechend vorgewarnt und mit dem festen Willen, diese Heimniederlage wieder auszugleichen, gingen die Spieler der HSG in ihr letztes Saisonspiel. Den Zuschauern bot sich über lange

Zeit ein Spiel auf Augenhöhe. Letztlich hatte der Tabellenführer an diesem Tag jedoch den besseren Torhüter in seinen Reihen und setzte sich in den letzten fünf Minuten des Spiels nicht unverdient mit vier Toren Vorsprung ab. Damit konnte die Mannschaft aus Haselünne/Herzlake mit zwölf Saisonsiegen, einem Punkteverhältnis von 24:4 Punkten und einem Torverhältnis von 406:314 einen verdienten Meistertitel in der Regionsoberliga (Landkreis

Emsland/Grafschaft Bentheim) feiern. Respekt zollen die Trainer den Teams aus Nordhorn, Dalum und Meppen. Insbesondere die Spiele gegen Meppen, die Haselünne/ Herzlake denkbar knapp mit einem Tor (auswärts) bzw. zwei Toren (zu Hause) gewann, gehörten zu den besonders spannenden Partien der Regionsoberligasaison. „Da wir mit einem komplett jüngeren Jahrgang gespielt haben und sich sogar

Die Meisterschaft feiert die B-Jugend der HSG.

noch einige C-Jugend-Spieler als Leistungsträger unserer Mannschaft hervortaten, hoffen wir nun, dass wir die jetzt anstehende Qualifikation zur Landesliga/Oberliga ebenfalls erfolgreich gestal-

ten können. Dann könnten wir in der nächsten Saison wieder absoluten Spitzenhandball im Jugendbereich der HSG Haselünne/Herzlake präsentieren“, zeigten sich die Trainer der HSG erfreut.

Neuer Verwaltungstrakt für die Paulusschule Haselünne Stadt investiert 300 000 Euro – Vierzügige Grundschule Von Carola Alge

Die Sieger und Platzierten des Hallenturniers des TC Haselünne erhielten Präsente und Pokale. Foto: TC Haselünne

Sievert und Rammler gewinnen Hallenturnier Spannende Finalspiele beim TC Haselünne pm HASELÜNNE. Zum dritten Mal hat der Tennisclub Haselünne in der Saison ein Mixed-Turnier in der Haselünner Tennishalle durchgeführt. Über 40 Sportler, sowohl Hobby- als auch Mannschaftsspieler, nahmen teil. Die Teams wurden dabei nach dem Prinzip „Chancengleichheit“ vom Organisationsteam Frauke Steuter und Christa Baldauf zusammengesetzt. Alle Aktiven gingen mit viel Spaß, aber auch dem nötigen Ehrgeiz in ihre Vorrunden, um die Finalisten zu

ermitteln. Bei den Hobbyspielern setzten sich am Ende Beatrix Gödiker und Christoph Hempen gegen Astrid Mimjähner und Wolfgang Sturm durch. Gemeinsame Dritte der Hobbygruppe wurden Karin Burghardt und Patrick Schött sowie Anne Döbber und Thomas Janning. Bei den Mannschaftsspielern setzten sich Uschi Sievert und Hubert Rammler gegen Maria Sasse und HansJörg Meyer durch. Gemeinsam landeten Adelheid Stolte

und Alfred Gerbig sowie Petra Langen und Rolf Sievert auf dem dritten Platz. Alle Sieger erhielten zum Abschluss einen Pokal sowie Blumenpräsente von der Vereinsvorsitzenden Annette Bünemann-Schwenen. Die Vorsitzende des TC Haselünne betonte, dass dieses Turnier in der neu renovierten Halle sehr viel zum positiven Vereinsklima beiträgt und auch in den kommenden Jahren ein wichtiger Baustein im Spielbetrieb des TC Haselünne bleiben soll.

HASELÜNNE. Die Stadt Haselünne investiert 300 000 Euro in einen Anbau der Paulusschule in Haselünne. Baubeginn des neuen Verwaltungstrakts soll im Juni, die Fertigstellung Ende des Jahres sein. „Es herrscht Platzmangel.“ Auf diese einfache Feststellung bringt Bürgermeister Werner Schräer die Begründung für die Baumaßnahme am Schwarzenbergweg. Es fehlten Räumlichkeiten an der Grundschule für die Schulsozialarbeit, für Beratungsleistungen durch die psychologische Beratungsstelle, ein geeigneter Sanitäts- und Ruheraum sowie ein Raum für Kleingruppenarbeit zur Sprachförderung. Zudem sei der Verwaltungsbereich überaltert und zu klein, nicht barrierefrei. Ein Büro für den Konrektor fehle ebenfalls.

Eingeschossige Bauweise Der bisherige Verwaltungstrakt soll nun entsprechend gestaltet werden, dass hier der benötigte Platz entsteht. Vier entsprechende Räume sollen dazu nach dem Umbau im unteren Bereich frei werden.

Mehr Platz bekommt die Paulusschule durch einen Anbau.

Der neue Verwaltungsbau mit Lehrerzimmer wird in eingeschossiger Bauweise, abgesetzt vor dem Klassentakt in Höhe der Parkplätze, errichtet, könnte bei Bedarf jedoch aufgestockt werden. Er wird verklinkert und gegebenenfalls zur Auflockerung mit optischen Gestaltungselementen versehen. Eine Förderung durch Zuschüsse aus der Kreisschulbaukasse wird erwartet. Der zuständige Fachausschuss begrüßte das Bauvorhaben geschlossen. Darüber hinaus plant die Stadt für die nächsten zwei bis drei Jahre weitere Baumaßnahmen an der Paulusschule: vor allem energetische Sanierung eines Klassenraums und Neugestal-

tung des hinteren Schulhofs gehören dazu. Die Investitionen hält der Verwaltungschef auch mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen. 320 Jungen und Mädchen besuchen die

Foto: Carola Alge

Paulusschule zurzeit. Die Tendenz ist aufgrund zunehmender Geburten und durch Zuzug in den letzten beiden Jahren steigend. Schräer geht deshalb von einer „gesicherten Vierzügigkeit“ aus.


GEESTE / TWIST

FREITAG, 7. APRIL 2017

21

Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte

KOMPAKT

Fünfteiliges Outdoor-Training

Kollisionen mit Wild eine Hauptursache – Statistik der Polizei für Twist im Jahr 2016 Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte sind in der Statistik der Polizei für Twist 2016 im Vergleich zu 2015 verzeichnet. Die Zahlen stellte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Heinz Greve, im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Feuerschutz vor.

KOMMENTAR

Wachsam Von Manfred Fickers

I

Von Manfred Fickers TWIST. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist von 122 im Vorjahr auf 148 im vergangenen Jahr gestiegen. Dabei gab es 2016 elf Schwer- und 24 Leichtverletzte, im Jahr zuvor waren es 15 Schwerverletzte und 34 Leichtverletzte. Erfreulich sei, dass es in beiden Jahren im Gebiet der Gemeinde keine Todesopfer zu beklagen gab, sagte Greve. Bei den Unfallursachen lagen nicht angepasste Geschwindigkeit und Missachtung der Vorfahrt mit je zwölf Fällen erneut an der Spitze. Betrunkene Fahrer waren 2015 in vier Fällen Unfallverursacher, 2016 in neun Fällen. Dagegen ist die Zahl der Unfälle durch riskantes Überholen von elf auf vier zurückgegangen. Zehn Radfahrer waren 2016 an Verkehrsunfällen in Twist beteiligt, 2015 waren es neun. Fünf Motorradfahrer verunglückten 2016 im Gemeindegebiet, im Jahr zuvor nur einer. Vier Motorradfahrer erlitten dabei schwere Verletzungen, berichtete Greve.

Kollision mit Bäumen Sowohl 2015 als auch 2016 gab es jeweils einen Schulwegunfall. Sieben Kollisionen von Kraftfahrzeugen mit Bäumen am Straßenrand wurden im Jahr 2015 gezählt, im folgenden Jahr waren es fünf. Ob sich hier die Maßnahmen des Landes und des

Landkreises auswirken, müsse sich in den kommenden Jahren zeigen, meint Greve. Für die Steigerung der Unfallzahlen sind hauptsächlich die Wildunfälle maßgeblich. 2015 wurden 29 Unfälle dieser Kategorie gezählt,

2016 waren es 45. Eine schlechte Nachricht hatte der Vertreter des Bürgermeisters für Autofahrer, die sich nicht um Unfallfolgen kümmern. Im Jahr 2015 registrierte die Polizei 35 Fälle von Unfallflucht in Twist, zehn konnten

aufgeklärt werden, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 29, bei denen 13 Unfallverursacher ermittelt werden können. Das Risiko, ermittelt zu werden, sei gestiegen, folgert Greve aus diesen Daten.

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Die Verkehrsunfallstatistik 2016 für das Emsland: „Polizei: Alkohol ist im Emsland ein echtes Problem“ lesen Sie unter noz.de/lokales/lingen/artikel/868833

n der Verkehrsunfallstatistik für die Gemeinde Twist fällt der starke Anstieg der Wildunfälle auf. Es lohnt sich, Statistiken sorgfältig und über längere Zeiträume hinweg auszuwerten. 2010 wurde eine Serie von fünf tödlichen Unfällen innerhalb von fünf Jahren auf der Straße Alt Rühlertwist (L 47) dadurch beendet, dass auf einem besonders gefährlichen Straßenabschnitt Tempo 80 angeordnet wurde. Der Anstieg der Wildunfälle von 15 im Jahr 2014 auf 45 im vergangenen Jahr sollte Anlass für eine genaue Auswertung der Unfalldaten sein. Durch die Renaturierung von Torfabbaugebieten und die Herrichtung von Ackerrandstreifen sind weite Flächen attraktiver für das Wild geworden. Damit verlagern sich die Wildwechsel. Die Jägerschaft hat bereits einige als gefahrvoll erkannte Straßenabschnitte besser durch Reflektoren an den Leitpfosten gesichert, aber das reicht noch nicht. Es sind nicht nur Jäger und die Verkehrssicherheitskommission, die ihre Schlüsse aus den Daten ziehen sollten. Wildunfälle lassen sich durch eine angepasste Fahrweise vermeiden, zumindest in ihren Folgen begrenzen. m.fickers@noz.de

Osterbrocker Malerbetrieb feiert Jubiläum Festabend bei Buten pm GEESTE. Der Malermeis-

ter Matthias Buten hat nun ein außergewöhnliches Betriebsjubiläum gefeiert. Eine 215-jährige Familientradition im Malerhandwerk und 60 Jahre Betrieb in GeesteOsterbrock waren Grund geLokalmatadorin Carmen Spielvogel wird am Wochenende nug für einen Festabend. erneut versuchen, im Geländeritt der Klasse A** ganz vorn zu Obermeister Matthias Foto: Diers Friese bescheinigte seinem landen. Berufskollegen in seiner Re-

Starterzahlen beim RFV Osterbrock steigen erneut Reiter eröffnen Freiluftsaison zo GEESTE. 2016 verbuchte der Reit- und Fahrverein (RFV) Osterbrock zum Auftakt der Freiluftsaison im Emsland sowohl in der Vielseitigkeit Klasse A** und im kombinierten Wettbewerb der Vielseitigkeit der Klasse E mit Stilwertung einen nie erwarteten Anstieg der Starterzahlen. Zur Überraschung des Vereins steigen die Starterzahlen für das Freiluftturnier am 8.und 9. April 2017 nochmals kräftig an. Die Vielseitigkeitsprüfungen beginnen am Samstag mit den Teilprüfungen Dressur und Springen der Klassen A und E um 7.30 Uhr auf dem

Turnierplatz an der Osterbrocker Reithalle an der Straße „Am Birkenwald“. Um 12 Uhr folgt zunächst die Geländeprüfung der Klasse E auf dem Freigelände an der Reithalle. Die Geländeprüfung Klasse A wird um 14.30 Uhr eingeläutet. Der zweite Turniertag gehört ganz den jungen Nachwuchspferden. Ab 8 Uhr sind zunächst die vierjährigen Pferde in einer Springpferdeprüfung der Klasse A** gefordert. Ab 17.30 Uhr kommt es zu einer Springpferdeprüfung der Klasse M*. Die Dressurpferde starten ab 9 Uhr in A- und L-Prüfungen.

de eine hohe Fachkompetenz und wies darauf hin, dass Buten sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Vorstand und im Gesellenprüfungsausschuss der Maler- und Lackierer-Innung Meppen engagiert. Weiterhin verwies Friese auf die Ausbildungsbilanz. Mit 23 erfolgreichen Ausbildungsverhältnissen in den vergangenen Jahrzehn-

Bei der Jubiläumsfeier in Osterbrock: (von links) Matthias Friese, Matthias Buten, Josef Kötting und Kirsten Buten. Foto: Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd

ten wurde auch ein hoher gesellschaftlicher Beitrag für die Region erbracht. Als Anerkennung für das 60-jährige Betriebsjubiläum

Ventile kontrollieren Bohrloch Preventer am Erdöl-Erdgas-Museum Twist pm TWIST. Auch wenn sie

verschieden aussehen, dienen sie doch dem gleichen Zweck: der Vermeidung unkontrollierter Zuflüsse im Bohrloch. Die Rede ist von den Absperrventilen, Fachleute nennen sie Preventer, am Erdöl-Erdgas-Museum Twist. Bei dem Preventer im Vordergrund handelt es sich um einen 11-"- Cameron-Doppelbackenpreventer, eingesetzt für einen maximalen Druck von 5000 psi (= 350 bar). Ein Satz der innen montierten Verschlussbacken wird dem jeweils verwendeten Bohrgestänge angepasst, der zweite kann das Bohrloch total verschließen. Im Hintergrund befindet sich ein 11-"Hydril-Preventer, der bis zu einem maximalen Druck von 10 000 psi (= 700 bar) einge-

Die beiden Absperrventile auf dem Gelände des Twister Museums. Foto: Erdöl-Erdgas-Museum ●

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setzt wird. Die innen liegende Manschette wird hydraulisch geschlossen. Das Gerät ist für Bohrgestänge und Fut-

terrohre mit 3 ½ " bis 9 5/8 " Durchmesser im Bohrloch geeignet. Beide Preventer werden hydraulisch betätigt. Zu besichtigen auf dem Gelände des Erdöl-Erdgas-Museums Twist, Flensbergstraße 13, Tel. 0 59 36/ 93 30 82. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 14 bis 18 Uhr.

in Osterbrock überreichten Matthias Friese und Josef Kötting als Vertreter der Maler-und Lackierer-Innung Meppen eine Urkunde.

TWIST. Bei der VHS in Twist beginnt am 27. April um 17 Uhr ein fünfteiliges Outdoor-Training. Es eignet sich für alle, die schnell sichtbare Erfolge in Leistung und Wohlbefinden suchen und sich in der Natur entspannen möchten. Die Kombination von Laufund Krafttraining führt zu einem Doppeleffekt: Der Kalorienverbrauch steigt an und Muskeln werden aufgebaut. Durch dieses funktionelle Training werden alle Muskelgruppen beansprucht – besonders die Rücken- und Bauchmuskulatur. Dehn- und Entspannungsübungen runden das Programm ab. Informationen und Anmeldung unter Telefon 0 59 31/9 37 30 oder im Internet unter www.vhs-meppen.de.

Zirkusprojekt an der Ludgerischule GEESTE. Für die Schüler der Ludgerischule in Groß Hesepe startet am Montag, 24. April, die Projektwoche zum Thema „Zirkus“. Das Projekt wird vom „Cirkus Montani“ begleitet, der ab 18. April seine Zelte auf dem Schützenplatz in Groß Hesepe aufschlagen wird. Die Schüler werden alles Erlernte in einer Abendvorstellung am Donnerstag, 27. April, ab 18 Uhr für alle Gäste darbieten. Karten gibt es für acht Euro und sechs Euro für Kinder an der Abendkasse. Der „Cirkus Montani“ wird voraussichtlich bis zum 2. Mai auf dem Schützenfestplatz verweilen.

Ein Hotel für Insekten GEESTE. Insektenhotels sind eine sinnvolle Nistund Überwinterungshilfe zur Erhaltung der Arten. Wie man ein Insektenhotel mit verschiedenen Materialien so gestaltet, dass möglichst viele unterschiedliche Bewohner dort ein Zuhause finden, lernten Kinder am Mittwoch, 12. April, ab 16 Uhr im Emsland Moormuseum in Geeste. Jeder kann sein selbst gebautes kleines Insektenhotel mit nach Hause nehmen. Die Aktion ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Um Anmeldung wird gebeten.

VHS

Twist Schlemmergerichte, 15. Mai, 19 bis 22 Uhr, Oberschule Twist - Schule am See, Flensbergstr. 17 Anmeldung: ✆0 59 31/9 37 30

LESERBRIEF

Kritik ist weder angebracht noch zielführend Betrifft: „SPD schimpft über den wir besser als nur murriZustand des Wertstoffhofes in ge Gesichter, denen es nicht Twist“ (MT vom 3. April) schnell genug gehen kann. Dazu noch ein sehr um„Seit 25 Jahren kennen wir sichtiger Deponiewärter, der als Besitzer eines Garten- immer weiterhilft und alles grundstückes in Schöninghs- im Griff hat, auch wenn es dorf den Wertstoffhof Twist. einmal zeitlich knapp wird. Besonders im Frühjahr und Wir haben mit unserem AuHerbst jedes Jahres fallen to, das kein SUV ist, bisher durch Gehölzschnitt- und an- immer geschafft, die Zufahrt dere Pflegemaßnahmen Ab- auch bei Gegenverkehr zu fälle für den Wertstoffhof an. meistern. Die Zufahrt ist In all den Jahren haben wir zwar verbesserungsfähig, zwar regen Betrieb während aber das wissen die Abfallbeder Öffnungszeiten erlebt, triebe sicherlich auch. In Anaber keine beklagenswerten betracht der Tatsache, dass Zustände. Sicherlich sind wir auch andere Wertstoffmanchmal wegen der zahl- höfe kennen, sehen wir die reichen Anlieferungen kurze Kritik als sehr überzogen Wartezeiten erforderlich. Es an.“ Helene und kommt hin und wieder auch Siegfried Böhm ein kurzer Plausch über das Meppen „Moin“ hinaus vor. Das fin-


TIPPS UND TERMINE

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Kostenlose Führung Todestag von „Goose Sienken“ pm MEPPEN. Der Todestag von „Goose Sienken“ jährt sich am 10. April zum 210. Mal. Aus diesem Anlass bietet die Schriftstellerin Margret Koers am kommenden Montag eine kostenlose Führung an.

Treffpunkt ist um 10.30 Uhr – dem Zeitpunkt der damaligen Urteilsverkündung – unter den Bögen des Meppener Rathauses. Margret Koers recherchierte anhand der alten Gerichtsakten diesen historischen Kriminalfall.

I Hausgemachter Grillteller mit verschiedenen Beilagen 5,00 € Meppen, Haselünner Str. II Diverse Eintöpfe nach Wahl 3,00 € Nähe K&K Markt 6602 III Reibekuchen mit Apfelmus 3,00 €

Fleischerei Volmer

Mo- Sonntag Backhaus Hotel am Hasetal,Am Kirchberg 3 durchgängig ab 12.00 Uhr Meppen, Bokeloh Tel.: 05931-2661

warme Küche Dienstag Ruhetag ,

Panorama Restaur.

15.April Osterbrunch 12,90 € Angebot: frischer, emsländer Spargel 7,90 € Mittagsbuffet m. Salat, Dessert 7,90 €

Möbel Albers Meppen

Tel: 05931/ 886020 Hotel Schmidt

Am Markt 17, Meppen Tel. 05931/98100

Spielgarten geöffnet

Fisch am Freitag Schollenfilt gebraen auf Porree-Rahmgemüse, und Salzkartoffeln a. Freitag 12,90 €

Fisch-Feinkost-Imbiss Große Menüauswahl, z.B.

Klene

2 kl. Backfische m. Beilage 3,10 € Bis 13.45 u. 15-18 Uhr warme Küche Samstag bis 13.30 Uhr

Gaststätte Drees

Gyros mit Beilage 5,80 € Matjes„HausfrauenArt“m.Beil. 6,90 € Mo-Fr. Mittagstisch von 12:00 - 14:00 Uhr

Emsstr. 5 Meppen 05931-12734 Wesuweer Str. 21 Haren 05932-2374

Schnitzel-Welt

Nödiker Str. 120 Meppen 886533

Kiek in de Pann am Kanal 2 Twist 6221

Lammers Catering,

Lilienthalstr. 26, Meppen Tel: 05931/ 4967406

Combi Markt

Fürstenbergstr. 17 Meppen

Große Mittagskarte u.a. Fischfilet m. Püree,Rahmspinat 5,45 € Schnitzel „Gartnerin“ Kartoffeln 6,45 € Steakburger, Kraut,Tzatziki 4,95 € Fischfilet mit Spargel u. Hollandaise dazu Salzkartoffeln und Erbsen und Möhren 5,95 € Bald ist wieder Spargelbüffet auf der Schatzinsel. Fleischkäsebrötchen Tagessuppe „to Go“

Stück 1,00 € Schale 2,50 €

Sie möchten mit Ihrem Mittagstischangebot auf unserer Speisekarte erscheinen? Einfach anrufen (Monika Lüken, Tel. 0 59 31/940-176), faxen (0 59 31/940-139) oder mailen (m.lueken@mso-medien.de).

FREITAG, 7. APRIL 2017

EV1.TV

VERANSTALTUNGSTIPPS

Ein Hauch von Deep Purple, Blechbläser, Bauchredner Das ist los im mittleren Emsland vom 7. bis 9. April

18.00: 1news – das Nachrichtenmagazin: Nachrichten aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim 18.10: ev1.tv – der Talk: Smells like van spirit 18.30: JUZ-TV Aus dem Jugendzentrum Papenburg 18.55: Unterwegs mit ev1.tv.

Von Carola Alge MEPPEN. Ein Hauch von Deep Purple, Blechbläsermusik und Bauchrednerkunst gibt es vom 7. bis 9. April 2017 im mittleren Emsland. Die Tributeband Purple Rising bringt die Songs der Hard-Rock-Legenden Deep Purple am 8. April 2017 live im Heimathaus Twist auf die Bühne. Seit mehr als zwei Jahrzehnten begeistert Purple Rising die Rockfans dieses Landes mit Remakes von Hits wie „Smoke on the Water“ und „Child in Time“. Sound und Bühnenshow nehmen den Stil von Deep Purple auf. Karten bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, per Mail an vorbestellung@heimathaus-twist.com, telefonisch unter 0 59 36/23 82 sowie unter www.heimathaustwist.com. Vom 7. bis zum 9. April 2017 finden an der Musikschule des Emslandes in Meppen die Blechbläsertage statt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Matthias Kamps. Für die Gesamtkonzeption der Blechbläsertage

KINOPROGRAMM

Haselünne Hasetor-Kulturkino

✆ 05961/956608 La La Land 20 Uhr

Löningen Li-Lo-Lichtspiele

✆ 05432/2504 The Boss Baby 16 Uhr Die Schöne und das Biest 20 Uhr

Meppen Germania-Kinocenter

Bauchredner Master Me kommt nach Haselünne ins Kulturkino.

zeichnet Andreas Lögering verantwortlich. Neben Workshops und Einzelunterricht wird auch eine sogenannte Masterclass angeboten. Den Abschluss der Blechbläsertage bildet ein öffentliches Konzert aller Teilnehmer und der Dozenten am Sonntag, 9. April 2017, 19.30 Uhr, in der Gymnasialkirche in Meppen. Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro, ermäßigt fünf Euro. Infos und Anmel-

dung: www.blechblaesertage.de. Am 8. April 2017 tritt Bauchredner Master Me ab 20 Uhr im Kulturkino hASETOR in Haselünne auf. Mit humorvollen Shows für Kinder und Erwachsene hat sich der Künstler einen Namen gemacht. Jede seiner Puppen hat ihren eigenen Charakter. Da wäre zum Beispiel Opa Oskar, der immer ein Haar in der Suppe findet und für sein

Geeste

Haren

sergymnastik des DRK, Info bei: Thom unter ✆0 59 07/76 15, Schwimmbad St. Vitus-Werk Hallenbad Meppen: 18 bis 21 Uhr, Pool Party im Emsbad Meppen, ✆ 05 9 31/1 20 26 Kneipp-Verein Meppen: 15 Uhr, Die fröhliche Kneipp-Runde, Gäste sind jederzeit willkommmen, Infos unter 0 59 31/ Lähden 4 96 63 30, Gemeindehaus der Exerzitienhaus Ahmsen: 18 Bethlehemkirche Uhr, Kostbar und einmalig habe KoBS Emsland Kontakt- und Beich dich erschaffen, bis einschl. ratungsstelle für Selbsthilfe: 19 9.4., 13 Uhr, ✆ 05 9 64/9 39 90 Uhr, Ich bin Ich – Gruppe für psy(Anmeldung) chische Gesundheit, Treffen 14-tägig, freitags, Info unter Meppen ✆015 2/0 377 07 15, Paritätischer DRK Meppen: 16.30 Uhr, Was- Emsland,✆ 0 59 31/140 00 Heimatverein Wesuwe: 19.30 Uhr, Mitgliederversammlung, Heimathaus (Ohmes Hus) Schützenverein Emmeln: 19.30 bis 22 Uhr, Schießen, Oster-, Pokal- und Plakettenschießen und zweiter Durchgang der Vereinsmeisterschaft, Schützenplatz

MORGEN IN VEREINEN UND VERBÄNDEN

Geeste

9 Uhr, Schützenverein St. Barbara Dalum – Arbeitseinsatz am und im Schützenhaus SV Groß Hesepe: 16 Uhr, Lauftreff Groß Hesepe, für Anfänger langsamer Dauerlauf, für Fortgeschrittene lockerer bis mittlerer Dauerlauf sowie Nordic Walking, Anmeldung ist nicht erforderlich, Sporthalle

Haselünne Hasetor-Kulturkino: 20 Uhr, Bauchredner Master Me im Kulturkino, ✆ 0 59 61/95 66 08

Meppen DRK Meppen: 7.30 bis 10 Uhr, Wassergymnastik beim DRK, jeden Samstag, jede Kurseinheit erstreckt sich über 30 Minuten; Anmeldung unter ✆05 93 1/ 88 617 77 (Mallinkrodt) und ✆05 90 7/76 15 (Thom), Vituswerk Landwehr Ev. Gustav-Adolf-Kirche: 12 Uhr, Turmblasen – Posaunenchor spielt Choräle und Lieder in der Passionszeit, Dauer: eine halbe Stunde

Gemeindehaus der Bethlehemkirche: 10 bis 12 Uhr, Zwillingskleider- und Spielzeugbörse, Eltern von Zwillingen haben hier die Möglichkeit gut erhaltene Baby- und Kinderbekleidung, Zwillingswagen, Babyschalen, Autositze und Spielsachen zu erwerben, Anmeldungen unter ✆0 59 61/9 58 72 75 oder 0 59 36/5 08 Gemeindehaus Fullen: 10 bis 11.30 Uhr, Flohmarkt für Osterspielzeug und Kinderbekleidung, Info unter ✆0 59 31/9 98 63 75 Gymnasialkirche: 12 bis 12.15 Uhr, ökumenisches Mittagsgebet in der Fasten- und Passionszeit Kneipp-Verein Meppen: 14 Uhr, Radwanderung in der Umgebung von Meppen, Gäste sind jederzeit willkommen, Infos unter ✆ 0 59 31/88 96 88, Parkplatz hinter dem Emsbad Paritätischer Emsland: 15.30 Uhr, Gruppe – Eltern gegen Mobbing, Treffen jeden 2. Samstag im Monat, Info unter ✆01 60/ 7 55 84 28, ✆ 0 59 31/1 40 00

Leben gern nörgelt. Horst Herpes, Finanzexperte ohne Fachwissen, der schon in Tausenden Unternehmen und Vereinen tätig war. Enrico, der italienische Mafioso, der den deutschen Männern mal zeigt, wie man einer Dame den Hof macht. Und natürlich die schlagfertige und ewig jung gebliebene Rentnerin Elvira, schlecht ausgebildete Opernsängerin und wieder unsterblich verliebt.

NOTDIENSTE

HEUTE IN VEREINEN UND VERBÄNDEN Schützenverein St. Barbara Dalum: 15 bis 18 Uhr, Karten spielen, Schützenhaus Schützenverein St. Georg Dalum-Siedlung: 19.30 bis 22 Uhr, Vergleichsschießen der Kassierbezirke, Schützenhaus Schützenverein St. Georg Groß Hesepe/Torfwerk: 19.30 Uhr, Mitgliederversammlung, Thema u.a.: Jubiläumsschützenfest 2018, Schützenhalle Sportverein DJK Geeste: 9.45 bis 10.45 Uhr, Sturzprohylaxe ab 60 Jahre, Sporthalle Geeste Seniorenbetreuung Geeste: 15 Uhr, Kaffeetrinken und Palmstockbasteln im Haus Emmaus

Foto: hASETOR-Kulturkino

✆ 05931/929317 Bibi & Tina: 16.30 Uhr Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf 3D 16.30 Uhr Die Schöne und das Biest 3D 16.30, 20, 22.30 Uhr Kong: 16.30, 20, 22.30 Uhr Power Rangers 16.30 Uhr The Boss Baby 3D 16.30 Uhr The Lego Batman Movie 16.30 Uhr Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe 20 Uhr Ghost in the Shell 3D 20, 22.30 Uhr Life 20, 22.30 Uhr Lommbock 20, 22.30 Uhr Logan – 22.15 Uhr Sneak Preview 22.30 Uhr

Schützengilde St. Hubertus Meppen: 16 bis 21 Uhr, Schießen der 2. Kompanie, Schützenplatz Lathener Straße; SV Union Meppen, Tennisabteilung: 9.30 Uhr, Union Meppen – Arbeitseinsatz der Tennisabteilung, Clubhaus Union Meppen Theater Meppen: ENTFÄLLT! 16 bis 18 Uhr, Das Häuschen Irgendwo, Familien-Musical, ✆ 0 593 1/15 33 78

Polizei: ✆ 110 Notarzt/Rettungswagen/ Feuerwehr: ✆ 112 Krankentransport: ✆ 19222

Hausarzt Meppen: Ludmillenstraße 4, ✆ 116 117, 17 bis 19 Uhr, Sprechstunden, Sprechstunden, und nach telefonischer Voranmeldung Sögel: Mühlenstraße 17, ✆ 116 117, 20 bis 21 Uhr, Sprechstunde und nach telefonischer Voranmeldung

Augenarzt Osnabrück: Augenärztlicher Bereitschaftsdienst, ✆ zentrale Nummer 0541/9498345, 18 bis 22 Uhr, Rufbereitschaft

Kinder-/Jugendarzt Lingen: Kinderärztlicher Bereitschaftsdienst Lingen-Meppen im Bonifatius-Hospital, Wilhelmstr. 13, ✆ 0591/9103336, 16 bis 22 Uhr

Apotheken Haren: Adler-Apotheke, Kirchstr. 9, ✆ 05932/2238, 9 Uhr Löningen: Brunnen-Apotheke, St.-Annen-Str. 6, ✆ 05432/3355 Angaben ohne Gewähr!

Twist Franziskushaus Schöninghsdorf: 14 bis 15.30 Uhr, Kleiderund Spielzeugbörse in Schöningsdorf Heimatverein Twist: 20 Uhr, Purple Rising – A Tribute to Deep Purple, Heimathaus, ✆ 05936/2382 Schützenverein St. Hubertus Schöninghsdorf: 19.30 Uhr, Generalversammlung, Schützenhaus Theatergruppe Twist: 20 Uhr, plattdeutsche Vorstellung – Döör an Döör mit Alize, Komödie in drei Akten, Schule am See

RADARKONTROLLEN

Heute Lünne und Osterbrock

Morgen Neulehe

BEILAGENHINWEIS Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegen Prospekte folgender Firmen bei: Autohaus Geers, Emsland Touristik, Hammer und Media Markt Meppen

HERAUSGEBER: Prof. Dr. Dres. h.c. Werner F. Ebke und Verleger Jan Dirk Elstermann GESCHÄFTSFÜHRER: Joachim Liebler und Axel Gleie CHEFREDAKTION: Ralf Geisenhanslüke (Chefredakteur), Dr. Berthold Hamelmann (Vertreter des Chefredakteurs), Burkhard Ewert (Stellvertretender Chefredakteur), Dr. Anne Krum (Mitglied der Chefredaktion). LEITENDE REDAKTEURE: Burkhard Ewert (Ltg. Politik/Wirtschaft), FranzJosef Raders (Ltg. Lokales), Wilfried Hinrichs (Lokales), Dr. Stefan Lüddemann (Ltg. Kultur/Service), Harald Pistorius (Ltg. Sport), Dr. Anne Krum (Ltg. Online), Christian Schaudwet (Wirtschaft), Dirk Fisser (Niedersachsen). Büro Berlin: Beate Tenfelde; Büro Hannover: Klaus Wieschemeyer. Leserbriefe: Dr. Berthold Hamelmann. Redaktion V.i.S.d.P.: Ralf Geisenhanslüke VERANTWORTLICHER REDAKTEUR für den Lokalteil: Hermann-Josef Mammes, Carola Alge (Stellvertreterin), Postfach 15 55, 49705 Meppen; Bahnhofstraße 4, 49716 Meppen, Telefon 0 59 31/940-111, Telefax 0 59 31/940-118 E-Mail: redaktion@meppener-tagespost.de VERANTWORTLICH für den Landkreis Emsland: Hermann-Josef Mammes VERLAG: Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, Postfach 42 60, 49032 Osnabrück; Breiter Gang 10–16, Große Straße 17–19, 49074 Osnabrück, Telefon 05 41/310-0; Internet: www.noz.de/meppener-tagespost; E-Mail: redaktion@noz.de ANZEIGEN-/WERBEVERKAUF: MSO Medien-Service GmbH & Co. KG, Große Straße 17–19, 49074 Osnabrück, Postfach 29 80, 49019 Osnabrück, Telefon 05 41/310-500, Geschäftsführer: Sven Balzer, Sebastian Kmoch (V.i.S.d.P.), Anzeigen-/Werbeverkauf: Hubert Bosse, Wilfried Tillmanns ANZEIGENANNAHME: Geschäftskunden: Telefon 05 41/310510, Telefax 05 41/310-790; E-Mail: auftragsservice@mso-medien.de Privatkunden: Telefon 05 41/310-310, Telefax 05 41/310-790; E-Mail: anzeigen@noz.de Zurzeit ist Preisliste Nr. 51 gültig TECHNISCHE HERSTELLUNG: NOZ Druckzentrum, Weiße Breite 4 Wöchentliche rtv-Beilage BEZUGSPREIS: Monatlich 37,90 € inkl. Zustellung und Mehrwertsteuer (bei Postzustellung 40,90 €). Der jeweilige Abonnementsbetrag ist im Voraus zahlbar. Abbestellungen bis 4 Wochen zum Quartalsende nur schriftlich an den Verlag. Im Fall höherer Gewalt, bei Betriebsstörungen, Streik, Aussperrung oder sonstigen Störungen des Arbeitsfriedens besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen. Erfüllungsort und bei Vollkaufleuten auch Gerichtsstand ist der Sitz des Verlages. Im Übrigen gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die in unseren Hauptgeschäftsstellen aushängen. Angeschlossen der IVW.


WELTSPIEGEL

FREITAG, 7. APRIL 2017

PERSÖNLICH

Barry Manilow (Bild, 73) sang jahrzehntelang über die Liebe, doch sein eigenes Liebesleben hielt der amerikanische Popsänger unter Verschluss. Im Interview mit der US-Zeitschrift „People“ erklärte er nun erstmals öffentlich, was insgeheim viele ahnten: Er ist schwul. Seine langjährige Beziehung zu seinem Manager Garry Kief (68) habe er geheimgehalten, um seine Fans nicht zu enttäuschen. Er sei immer „sehr diskret“ gewesen, sagte Manilow. Foto: dpa

Joan Baez (Bild, 76), Sängerin, hat am Mittwoch ein Lied veröffentlicht, in dem sie sich über US-Präsident lustig Donald Trump macht. Das Lied wurde innerhalb eines Tages rund 1,6 Millionen Mal angeklickt. „Das ist kein guter Song, aber er wird die Leute zum Lachen bringen“, erklärte die Musikerin dem „Rolling Stone“. Foto: dpa

Johann Lafer (Bild, 59), Fernsehkoch, hat zugegeben, dass er früher Angst vor Thomas Gottschalk gehabt hat. „Das war so um 1989“, sagte der Österreicher in einem Gespräch mit dem Sender SWR3. „Ich war damals 31 und wurde zur Sendung „Na Sowas“ mit Thomas Gottschalk eingeladen. Also da ging mir ganz schön die Düse. Und zwar schon tagelang im Voraus.“ Foto: dpa

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Wer ist der Mörder von Maria Bögerl?

Jugendlicher plante Attentat auf Papst Zahlreiche Hinweise nach „Aktenzeichen XY“-Sendung – Festgenommener wieder frei

Seit Jahren sucht die Polizei nach dem Mörder von Maria Bögerl. Dann gibt es eine Festnahme. Es kommt Hoffnung auf, dass der Fall gelöst sein könnte. ELLWANGEN. Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit, meint der Volksmund. Der Mordfall Bögerl schien deshalb kurz vor der Aufklärung zu stehen. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wird am Mittwochabend eine Tonaufnahme eines Verdächtigen abgespielt. Der Mann lallt, offenkundig ist er betrunken. Er will Maria Bögerl erstochen haben. Wenn wirklich gestimmt hätte, was er im Juli 2016 zwei Männern in Hagen in Nordrhein-Westfalen erzähl-

dpa

te – und dabei unwissentlich in einen Handy-Recorder sprach –, hätte einer der spektakulärsten Mordfälle der deutschen Kriminalgeschichte nach sieben Jahren wohl endlich zu den Akten gelegt werden können. Doch nicht einmal einen Tag nach seiner aufsehenerregenden Festnahme war der Tatverdächtige gestern wieder auf freien Fuß. Der Mann sei ein „Spinner“, hörten Fotografen, die sein Wohnhaus in Königsbronn bei Heidenheim ablichteten, am Vormittag von Nachbarn. Dabei waren die Hoffnungen groß, nachdem Millionen von Zuschauern die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ verfolgt hatten und wenig später dank Hinweisen aus der Bevölkerung der 47-jährige Verdächtige in seinem Wohnort

festgenommen werden konnte. Der Ort liegt zehn Kilometer von Heidenheim entfernt, wo einst die Familie Bögerl wohnte. Und was der Mann auf dem Band sagt, zeugte durchaus von Ortskenntnis. Gab es also nach jahrelangen Ermittlungen, nach der Auswertung von rund 10 400 gesicherten Spuren und einer Datensammlung, die 25 Terabyte umfasst, endlich wieder eine greifbare Spur? Der Verdächtige redete von einer militärischen Ausbildung – in psychischer Verteidigung. Und von einem Messer vom Typ Aitor Jungle King. Ob Maria Bögerl mit so einem Messer umgebracht wurde, gehört zu den ungeklärten Fragen. Gerichtsmediziner könnten dazu keine konkreten Angaben mehr machen, erläuterte der leitende Ermittler Michael Bau-

Entführt und ermordet: MaFoto: dpa ria Bögerl.

er von der Polizei in Ulm in der TV-Sendung. Der Grund: Als die Leiche gefunden wurde, war sie längst verwest. In seiner mehrstündigen Vernehmung bestritt der Verdächtige jede Schuld. Eine Speichelprobe gab er laut Polizeiangaben widerstandlos ab. Umgehend wurde sie mit den Erbsubstanzspuren, die 2010 an Tatorten gesichert wurden, abgeglichen. Ergebnis: negativ. Die Enttäuschung war Staatsanwalt Armin Burger

anzumerken, als er vor Reportern sagte, „leider“ habe der DNA-Test keine Übereinstimmung ergeben. Zugleich machte Burger klar, dass die rasche Festnahme des Verdächtigen aus Sicht der Ermittler absolut richtig war. Die Ehefrau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus entführt worden. Die Täter verlangten 300 000 Euro. Die Übergabe des Lösegelds scheiterte. Anfang Juni 2010 fand ein Spaziergänger dann die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Ihr Ehemann tötete sich später selbst. Er war in Verdacht geraten, in den Fall verwickelt zu sein, was sich jedoch nicht erhärten ließ. ·· ·· ·· ·· ·· ·

Die Chronologie des Falls auf noz.de

WASHINGTON. Ein heute 17-jähriger US-Staatsbürger hat vor einem Bundesgericht im Staat New Jersey gestanden, 2015 einen Mordanschlag auf Papst Franziskus geplant zu haben. Das geht aus einer in dieser Woche veröffentlichten Mitteilung des dortigen Justizministeriums hervor. Das Attentat sollte demnach während einer Papstmesse anlässlich des Weltfamilientages 2015 in Philadelphia stattfinden. Dem Angeklagten, Santos Colon, der nun Ahmad Shakoor heißt, drohen den Angaben zufolge bis zu 15 Jahre Haft. Beim Versuch, einen Scharfschützen zu engagieren, sei der Angeklagte festgenommen worden, hieß es. Der Sender ABC News berichtete, Shakoor sei ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). KNA

Astronauten verlieren Gerät im All

Drogeriekette verkauft Malbuch mit Adolf-Hitler-Motiv

dpa MOSKAU. Bei Arbeiten

Hitler zum Ausmalen: Eine niederländische Drogeriemarkt-Kette hat mit einem Malbuch, das ein Hitler-Bild enthielt, für Aufsehen gesorgt. Nach Kritik von Kunden nahm „Kruidvat“ die Kindermalbücher aus dem Handel, wie die Zei-

tung „Nederlands Dagblad am Mittwochabend berichtete. In dem Buch waren berühmte Persönlichkeiten wie Nelson Mandela und Albert Einstein zum Ausmalen abgebildet – ebenso wie Adolf Hitler mit einer Hakenkreuz-Armbinde. Das

Unternehmen bedauerte den Vorfall und entschuldigte sich für die „unangebrachte“ Abbildung. Trotz mehrerer Kontrollen des Inhalts sei das Hitler-Bild in das Buch gelangt, teilte „Kruidvat“ auf Facebook mit. In dem sozialen Netzwerk hatten

sich zuvor mehrere Kunden wegen des Malbuchs beschwert. Das Buch war diese Woche einen halben Tag im Handel, bevor es zurückgerufen wurde. Das Unternehmen versprach, Kunden ihr Geld zu erstatten. Foto: dpa

an der Außenwand der Internationalen Raumstation (ISS) ist ein Hitzeschild im All verloren gegangen. Bei dem rund sechseinhalbstündigen Außeneinsatz wollten die US-Astronauten Peggy Whitson und Shane Kimbrough in der vergangenen Woche vier Schutzschilde anbringen, teilte die Europäische Raumfahrtbehörde Esa am Donnerstag mit. Dabei sei es zu dem Vorfall gekommen. Es habe keine Gefahr für die Crew bestanden, hieß es. Der verlorene Hitzeschild ist mit speziellen Kameras von der Erde aus zu sehen: Er ist 1,6 mal 0,6 Meter groß. Der Schild werde in einigen Wochen in die Atmosphäre eintreten und dabei verglühen. Ein solch unbeabsichtigter Verlust sei wegen der Schwierigkeiten eines Außeneinsatzes nicht unerwartet, sagte Holger Krag von der Esa laut Mitteilung. Zu möglichen Folgen für die ISS durch den Verlust des Hitzeschilds teilte die Esa nichts mit.

Globaler Raucheranteil schrumpft – absolute Zahlen steigen Abraham Poincheval (Bild,

44), französischer Extremkünstler, brütet rund ein Dutzend Hühnereier aus. Seit dem 29. März sitzt er im Palais de Tokyo in Paris in einem Plexiglaskasten auf einer Art Brutstuhl. Zwischen 21 und 26 Tage will er dort ausharren, so lange bis die Küken ausschlüpfen. Das sei die erste Arbeit mit lebenden Wesen, erklärte der 44-jährige Franzose im Vorfeld seiner Aktion. Foto: dpa

dpa BERLIN. Der Anteil der

Raucher an der weltweiten Gesamtbevölkerung schrumpft stark. Er ist zwischen den Jahren 1990 und 2015 um fast ein Drittel auf 15,3 Prozent zurückgegangen, schreibt eine internationale Expertengruppe im Fachblatt „The Lancet“. Die

Gruppe hatte dazu zuvor mehrere große Datenbanken ausgewertet. Den Rückgang begründen die Forscher damit, dass viele Länder mittlerweile den Kampf gegen das Rauchen aufgenommen haben. Es gibt demnach auch Staaten, in denen es keinen

deutlichen Rückgang gab, beispielsweise Indonesien, Bangladesch und die Philippinen. In Russland nahm besonders der Anteil der rauchenden weiblichen Bevölkerung stark zu. Gleichzeitig gibt es – bedingt durch das stetige Bevölkerungswachstum –

E

in 105-Jähriger hat in Großbritannien seinen Geburtstag auf der Achterbahn gefeiert. Jack Reynolds stellte damit am Donnerstag einen Guinness-Weltrekord als ältester Passagier in dem rasanten Fahrgeschäft auf. Es ist nicht der erste Rekord, den der betagte Mann aus Chesterfield aufstellt, wie seine Tochter Jayne Goodwin der britischen Nachrichtenagentur PA sagte. „Mit 104 ließ er sich tätowieren, und im August vergangenen Jahres ist er mit einem Doppeldecker-Flugzeug geflogen.“ Zum nächsten Geburtstag wolle er mit einem Formel-1-Auto fahren.

Mann (25,0 Prozent) raucht demnach regelmäßig, während es bei den Frauen nur 5,4 Prozent sind. In Deutschland ist der Unterschied kleiner: Die Männer liegen im globalen Schnitt, bei den Frauen raucht jede Fünfte. Hierzulande ging die Zahl der Rau-

cher bei den Männern in den vergangenen 25 Jahren um im Schnitt 0,9 Prozent pro Jahr zurück, bei den Frauen lediglich um 0,3 Prozent. In absoluten Zahlen liegt Deutschland mit 16,3 Millionen unter den Top Ten der Staaten mit den meisten Rauchern.

Donut-Kette verkauft Margarine als Butter Kunde verklagt „Dunkin’ Donuts“ wegen falschen Streichfetts – Fast-Food-Laden muss Gratis-Backwaren verteilen dpa BOSTON. Irgendwann

AUCH DAS NOCH

mehr Raucher auf der Welt. Griffen im Jahr 1990 noch 870 Millionen Menschen täglich zur Zigarette, waren es im Jahr 2015 schon 933 Millionen. Das ist ein Plus von etwa sieben Prozent. Dabei sind global gesehen die deutliche Mehrheit der Raucher männlich. Jeder vierte

hatte Jan Polanik die Schnauze gestrichen voll. Vier Jahre lang habe man ihm bei Dunkin’ Donuts trotz ausdrücklicher Forderung nach echter Butter „Margarine oder Butter-Ersatz“ zu seinen Bagels verkauft. Im März reichte es dem Butter-Fan, er verklagte kurzerhand mehr als 20 Filialen der US-Fast-Food-Kette. Mit Erfolg: Bereits nach kurzen Verhandlungen mit Franchise-Partnern von Dunkin’ Donuts wurde laut Polaniks Anwalt Tom Shapiro ein Vergleich zur Beilegung des Rechtsstreits vereinbart. Der Kompromiss, der noch vom zuständigen Richter genehmigt werden muss, sieht eine fettige Entschädigung vor: Die 23 betroffenen Schnellrestaurants im USBundesstaat Massachusetts

Unterliegt einem Butterdekret: Dunkin‘ Donuts.

müssen als Wiedergutmachung jeweils bis zu drei gebutterte Muffins, Bagels oder andere Backwaren kostenlos an bis zu 1400 Kunden ausreichen, die zwischen Juni 2012 und Juni 2016 in den Filialen gespeist haben. Polanik, der gleich zwei Sammelklagen gegen Franchisenehmer eingereicht hatte, soll zu-

Foto: dpa

dem 500 Dollar Belohnung erhalten. Ein Jahr lang muss nun in den Restaurants ausschließlich echte Butter verwendet werden. Sollte danach wieder Ersatz eingesetzt werden, so müsste dies explizit in der Karte ausgewiesen werden. Polaniks Anwalt Shapiro will zwar nicht, dass die Sache zu

hoch gehängt wird, belanglos sei sie aber auch nicht. Es gehe zwar nur um Aufstrich im Wert von 25 Cent pro Portion. Doch der Fall sei keine Albernheit, Etikettenschwindel müsse verhindert werden. In der Anklageschrift ist zudem der Vorwurf der „unrechtmäßigen Bereicherung“ aufgeführt. Was seinem Klienten letztlich serviert wurde, weiß Shapiro auch nicht. In einem Fall sei ein Bottich mit einer bekannten BilligAufstrichmarke gesichtet worden. Bei Dunkin’ Donuts gibt man sich auf Nachfrage wortkarg. Zur hausinternen Butter-Politik heißt es: Die Mehrheit der Dunkin’ -Donuts-Restaurants in Massachusetts führten sowohl Butter-Päckchen als auch einen Ersatzaufstrich auf pflanzlicher Basis.

Butter oder Margarine? Was steht bei Euch zu Hause auf dem Frühstückstisch – Butter oder Margarine? Viele schmieren sich eines von beidem gerne aufs Brot, weil die Stulle dann besser oder nicht so trocken schmeckt. Butter und Margarine enthalten beide Fett. Bei Butter ist es tierisches Fett. Sie besteht hauptsächlich aus Kuhmilch und ein bisschen Wasser. In Margarine befindet sich pflanzliches Fett. Sie enthält mehr Wasser und außerdem Öl. Das Öl wird aus Pflanzen gewonnen, meistens aus Sonnenblumen oder Raps. Schon seit Tausenden Jah-

NA KLAR! Erzählnachricht

für Kinder ren stellen Menschen Butter her. Margarine gibt es noch nicht so lange. Vor fast 150 Jahren zogen viele Bauern in die Stadt und gaben ihren Hof auf. Also gab es auch weniger Milch. Ein französischer Chemiker hat daher die Margarine als Ersatz entwickelt. Der Geschmack ist ähnlich. Wobei Butter ein bisschen wie Sahne schmeckt und Margarine – na ja, wie Öl. Was gesünder ist, darüber streiten Experten. lod


GUT ZU WISSEN

24 SCHACH

Englisch Riazantsev - Jakovenko Sharjah UAE, 22. 2. 2017 1. c4 2. Sf3 3. e3 4. d4 5. exd4 6. Sc3 7. cxd5

c5 Sc6 Sf6 cxd4 d5 Lg4 ...

Anmerkungen zu: (zu Caro-Kann B13)

7. … Sxd5, 8. Db3 Lxf3, 9. gxf3 e6, 10. Dxb7 Sxd4, 11. Lb5+ Sxb5, 12. Dc6+ Ke7, 13. Dc5+? (Dxb5) Ke8? (Sd6), 14. Dxb5+ Dd7, 15. Sxd5! exd5!, 16. Db3 Ld6, 17. 0-0 Tb8, 18. De3+ Kf8, 19. Td1?? Dh3! 0:1 (1. e4 c6, 2. d4 d5, 3. exd5 cxd5, 4. c4 Sf6, 5. Sc3 Sc6, 6. Sf3 Zug-Umstellung.) (W.P.) Problem Nr. 1981

FREITAG, 7. APRIL 2017

Profitieren die Kunden vom Roaming-Aus? Ab 15. Juni wird die EU zur gebührenfreien Zone: Extra-Kosten für Datennutzung im Ausland entfallen Roaming ein- oder ausgeschaltet ist.

Das Aus für RoamingGebühren in der EU ist beschlossene Sache: Das Europaparlament verabschiedete eine Neuregelung der Gebühren für Mobilfunknutzung. Aber was bedeutet das für die Verbraucher?

Für welche Länder gilt die Regelung? Für die 28 EU-

Staaten sowie Island, Norwegen und Liechtenstein. Es lohnt sich aber, sich seinen Vertrag genau durchzulesen, da in vielen Tarifen auch einige weitere Staaten wie etwa die Schweiz zum EU-TarifGebiet gehören. Inwieweit Großbritannien nach dem Brexit Teil der EU-Tarifzone bleibt, ist noch nicht klar.

Von Annalena Klein OSNABRÜCK. Ab dem 15. Juni fallen in der EU die Roaming-Gebühren weg. Das Europaparlament verabschiedete gestern eine Verordnung, die Obergrenzen für die Gebührenabrechnung zwischen europäischen Mobilfunkunternehmen festlegt.

Wieso kommt diese Entscheidung jetzt? Dass die

Was ist Roaming überhaupt? Der Begriff Roaming

1. Sd3! Kh1, 2. Sf2+ Kg1, 3. Sxc2 Kf1, 4. Kd1 Kg1, 5. Se1! Kf1, 6. Se4! Kg1. 7. Sf3+ Kf1/ Kh1, 8. Sed2#/Sf2# (W.P.)

bezeichnet in diesem Fall die anfallenden Gebühren, wenn ein Mensch und sein Mobiltelefon das heimische Mobilfunknetz verlassen und sich im Ausland in ein fremdes Netz einwählen. Meist erhält der Nutzer dann eine SMS seines Mobilfunkanbieters, in der auf die möglichen Kosten hingewiesen wird. Für das Durchleiten von Anrufen, SMS oder auch Surfen durch fremde Netze erhebt der eigene Anbieter die Roaming-Gebühren.

KOMPAKT

Wieso gibt es RoamingGebühren? Gute Frage, im-

Wilfried Neef (Ulm), Urdruck. Weiß setzt matt in 4 Zügen. (10+11) Lösung Problem Nr. 1980

Jupiter beherrscht den Nachthimmel STUTTGART. Am dpa Nachthimmel lässt sich derzeit ein Planetengigant besonders gut beobachten: Der Gasriese Jupiter beherrscht mit seinem Glanz den Nachthimmel. Er ist das hellste Gestirn, bis am Morgenhimmel Venus im Osten erscheint. Am Freitag steht Jupiter im Sternbild Jungfrau der Sonne genau gegenüber – der Fachmann spricht von Opposition. Zudem ist der Planet dieser Tage der Erde besonders nah: Bis auf 666 Millionen Kilometer nähert er sich uns.

TELEFONTARIFE Ortsgespräche: Montag bis Freitag Uhrzeit Vorwahl Anbieter Ct./Min. 0-7 01028 Sparcall 0,10 01070 Arcor 0,77 01038 tellmio 0,87 7-9 01038 tellmio 0,87 01097 01097telecom 0,88 01028 Sparcall 1,69 9-10 01038 tellmio 0,87 01097 01097telecom 1,42 01028 Sparcall 1,69 10-18 01097 01097telecom 1,42 01038 tellmio 1,48 01028 Sparcall 1,69 18-19 01097 01097telecom 1,42 01038 tellmio 1,48 01079 star79 1,84 19-24 01052 01052 0,92 01070 Arcor 0,93 01013 Tele2 0,94 Ferngespräche: Montag bis Freitag Uhrzeit Vorwahl Anbieter Ct./Min. 0-6 6-7 7-9 9-10 10-12 12-18 18-19 19-21 21-24

01028 01070 01028 01070 010052 010088 010052 010088 010052 010012 010052 010088 010052 010088 010088 01094 010088 01094

Sparcall Arcor Sparcall Arcor 010052 010088 010052 010088 010052 010012 010052 010088 010052 010088 010088 Global Star 010088 Global Star

0,10 0,49 0,10 0,49 0,84 0,89 0,84 0,89 0,84 0,87 0,84 0,89 0,84 0,89 0,89 0,90 0,89 0,90

Festnetz zu Handy: Montag bis Sonntag Uhrzeit Vorwahl Anbieter Ct./Min. 0-18

010011 01045 18-24 010011 01045

010011 01045 010011 01045

2,09 2,09 2,09 2,09

Günstige Call-by-Call Anbieter mit Tarifansage und ohne Anmeldung. Abrechnung im Minutentakt oder besser. Nicht alle Anbieter sind im Ortsnetz flächendeckend verfügbar. Teltarif-Hotline: 0900 1 330100 (1,86 Euro/Min. von Telekom, Mo-Fr 9-18 Uhr). Stand: 6.4.2017. Quelle: www.teltarif.de. Alle Angaben ohne Gewähr.

merhin entstehen den Mobilfunkanbietern keine direkten Kosten, wenn sich ein Verbraucher aus dem Ausland in sein Netz einwählt. Die Anbieter haben die Roaming-Gebühren dafür mit dem Ausbau der Telekommunikations-Infrastruktur gerechtfertigt.

Gehört ab Juni der Vergangenheit an: die Info-SMS über Roaming-Gebühren. Wie war es bisher? Früher variierten Roaming-Gebühren mit den Tarifen der Anbieter. Übertrat man eine Ländergrenze, konnte es beim Telefonieren sehr schnell sehr teuer werden. In den vergangenen Jahren sind bereits einige Deckelungen der von Verbraucherschützern als zu hoch kritisierten Gebühren durchgesetzt worden. Denn es stand der Vorwurf im Raum, die Mobilfunkanbieter würden sich mit Roaming eine goldene Nase verdienen. Im Jahr 2007 lag die vom EU-Parlament

Kannibalismus lohnt sich nicht dpa BRIGHTON. Der Nährwert eines Menschen ist vergleichsweise gering. Tiere wie Mammuts, Wollnashörner oder Hirsche lieferten weit mehr Kalorien als ein kannibalistisch verspeister Artgenosse, berichtet der Archäologe James Cole von der University of Brighton im Fachjournal „Scientific Reports“. Er hat den Nährwert einzelner menschlicher Körperteile errechnet, um den Gründen für den Kannibalismus unter Urmenschen und Menschen in der Altsteinzeit auf die Spur zu kommen. Die Analyse belege, dass bloße Ernährung damals wohl nicht die entscheidende Motivation für Kannibalismus war.

Einige Experten nehmen an, die Artgenossen seien damals gegessen worden, um Hunger zu stillen. Starb ein Mensch, stellte er eine leicht verfügbare Nahrungsquelle dar. Andere nehmen an, dass rituelle Gründe eine Rolle spielten. Cole analysierte zur chemischen Zusammensetzung aller Körperteile von vier erwachsenen, modernen Menschen. Insgesamt liefere ein vollständig verzehrter Mensch gut 150 000 Kalorien. Eine 25-köpfige Neandertaler-Gruppe habe das nicht mal einen Tag lang gesättigt – von einem erlegten Mammut hingegen habe sie etwa 35 Tage zehren können.

festgesetzte Preisobergrenze für einen abgehenden Anruf bei 49 Cent, seit April 2016 liegt diese bei maximal 19 Cent. Was ändert sich jetzt? Ab

15. Juni sollen Reisende ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen können. Grundsätzlich zahlt der Kunde nur so viel, wie er auch im Heimatland zahlt. Was bedeutet das für den Verbraucher? Die Roaming-

Gebühren werden bis dato

auf den Endverbraucher abgewälzt. Ab Juni sollen sich die Mobilfunkanbieter die Gebühren gegenseitig in Rechnung stellen können, und die Kunden sollen keinerlei Zusatzkosten mehr haben. So lautet die Theorie. Aber Verbraucherschützer warnen, dass durch die ausbleibenden Roaming-Gebühren die Grundgebühren für Tarife angepasst – also teurer – werden. Manche Anbieter, wie Vodafone oder die Deutsche Telekom, haben der Neuregelung bereits vorgegriffen und die Roaming-

Die dafür nötigen „Credits“ mussten gegen echtes Geld eingetauscht werden. Dies lief dann per Telefon über die Wahl eines „telefonischen Premiumdienstes“. Dafür war unter anderem eine 0900er-Nummer angegeben („Pay by Call“). Der Junge rief dort 21-mal an. (Az. III ZR 368/16) Das Amtsgericht Delmenhorst und das Landgericht Oldenburg entschieden, dass die Mutter den Betrag bezah-

Was muss der Verbraucher jetzt tun? Zunächst

muss der Kunde ab Juni keine Bedenken mehr haben, eine dicke Rechnung im Briefkasten vorzufinden, wenn er aus dem Sommerurlaub zurück ist. Ob und wie die Inlandskosten durch die wegfallenden Roaming-Gebühren angehoben werden, bleibt abzuwarten. Außerdem muss ab 15. Juni beim Smartphone nicht mehr darauf geachtet werden, ob das

Gibt es Einschränkungen? Ja, die Neuregelung

enthält eine Missbrauchsklausel. Sie soll verhindern, dass etwa ein in Deutschland lebender Verbraucher einen Handyvertrag in einem anderen Land abschließt, wo die Gebühren günstiger sind.

Mit Zeitungspapier, Ballon und Wolle kreativ werden bik OSNABRÜCK. Bald steht

3. Den Ballon aufpusten, gut

der Besuch vom Osterhasen an. Zum Verschenken oder Verstecken sind selbst gebastelte Osternester eine gute Idee. Daher heute eine schnelle und unkomplizierte Osterbastelidee mit Ballons und Wolle. Diese Nester gelingen garantiert kleinen und großen Händen. Material:

Zeitungspapier Kleister Wolle oder Packband Luftballon Schüssel Moos

Zum Befüllen:

Die Materialien: Zeitungspapier, Kleister, Luftballons und bunte Wollfäden oder Packband. Fotos: Birgit Eckhoff

Den Ballon aufpusten, gut mit Kleister bestreichen und mit Wolle oder mit Packband kreuz und quer bewickeln.

Anleitung: 2. Den Hals des Ballons mit 1. Die Arbeitsfläche mit Zei- den Händen weit öffnen und

Bunte – oder Schokoladenei- tungspapier auslegen. Den Schokoladeneier, Käfer oder er, Schokoladenhasen oder Kleister nach Packungsan- Hasen einfüllen. Dies geht Käfer. weisung anrühren. am besten zu zweit.

Junge bestellte für über 1200 Euro Ausrüstung für Kampfspiel über 0900-Nummer

Urteilte zu Elternhaftung: der BGH. Foto: dpa

Kosten in Neuverträgen gestrichen.

So geht es: Osternester selbst basteln

Eltern haften nicht immer für ihre Kinder dpa KARLSRUHE. Wenn Kinder hinter dem Rücken ihrer Eltern über teure 0900er-Telefonnummern einkaufen, müssen diese nicht die Rechnung zahlen. Solange sie die Zahlung als Anschlussinhaber nicht autorisiert haben, haftet grundsätzlich der Dienstleister. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Donnerstag entschieden. Damit bleibt es einer Mutter erspart, eine Rechnung von gut 1250 Euro zu begleichen. Ihr Sohn hatte mit 13 Jahren ein an sich kostenloses Computerspiel gespielt. Virtuelle Extras konnten aber zugekauft werden. Um seine Spielfigur besonders gut auszurüsten, kaufte der Junge in dem im Spiel enthaltenen Shop verschiedene virtuelle Ausrüstungsgegenstände.

Foto: dpa

EU zur roamingfreien Zone werden soll, hat das EU-Parlament bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Lediglich die Festlegung einer Obergrenze für die Kosten, die europäische Telekommunikations-Unternehmen sich für die Auslandsnutzung ihrer Kunden gegenseitig in Rechnung stellen können, musste beschlossen werden. Die nun etablierten Obergrenzen liegen bei 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und 1 Cent für SMS. Für Datenvolumen sinken die Obergrenzen schrittweise von zunächst 7,70 Euro pro Gigabyte ab dem 15. Juni auf schließlich 2,50 Euro pro Gigabyte ab dem 1. Januar 2022. Diese Kostendeckel liegen nach EU-Angaben um etwa 90 Prozent unter den aktuellen Begrenzungen.

len müsse. Nach dem BGHUrteil muss die Frau nun doch nicht zahlen. Das Urteil schützt nun nicht nur Eltern, sondern alle Leute, deren Telefonanschluss ohne ihr Wissen für teure Bestellungen missbraucht wird. Denn der Senat entschied generell, dass eine Vorschrift im Telekommunikationsgesetz nicht für Zahlungsdienste übers Telefon gilt. Nach diesem Paragrafen hätte die Mutter nachweisen müssen, dass ihr die Nutzung der Leistungen „nicht zugerechnet werden kann“. Im Bürgerlichen Gesetzbuch steht aber, dass für nicht autorisierte Zahlungen der Dienstleister haftet. Auf dieser Grundlage entschieden die Richter den Fall. Das bedeutet allerdings auch,

dass die Sache zum Beispiel bei Anrufen von Kindern bei einer Sex-Hotline anders ausgehen kann. Denn hier wird die Leistung quasi direkt am Telefon erbracht, und es geht nicht nur um die Abwicklung der Bezahlung. Sogenannte Free-to-PlaySpiele sind in der Branche ein wachsender Markt. Die Basis-Version ist gratis. Bestimmte Extras wie virtuelle Ausrüstung, eine andere Spielerfigur oder neue Levels müssen aber bezahlt werden. Über „Pay by Call“ passiert das eher selten. Gängiger ist die Abrechnung über die Mobilfunkrechnung, denn viele Leute spielen inzwischen auf dem Smartphone oder Tablet-Computer. Auch die Zahlung per Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte ist möglich.

RÄTSEL

mit Kleister bestreichen und mit Wolle oder mit Packband kreuz und quer bewickeln. Mehrmals gut mit Kleister bestreichen. 4. Den Ballon zum Trocknen in eine Schüssel legen und für einen oder mehrere Tage aushärten lassen. 5. Wer den Ballon nicht vorab befüllen möchte, schneidet nach dem Trocknen eine Öffnung hinein und bestückt das Osternest mit Moos und einer Füllung nach Wahl. Viel Spaß beim Basteln und frohe Ostern! ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Mehr Oster-Artikel finden Sie im Internet auf noz.de/ostern


MEDIEN / FERNSEHEN

FREITAG, 7. APRIL 2017

KOMPAKT

Marinesprecher übt Kritik an Film dpa BERLIN/KIEL. Der Fernsehfilm „Tod einer Kadettin“ hat nach Ansicht eines Marinesprechers nicht die Realität an Bord des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ gezeigt. „Manche Szenen sind überzeichnet gewesen, so etwa das Trinkgelage auf Deck während einer Ausbildungsfahrt“, sagte Kapitän zur See Johannes Dumrese am Donnerstag. Auch die Darstellung, die Männer in der Marine seien Machos, die den ganzen Tag nur darauf warteten, über Frauen zu lästern oder sie zu belästigen, sei falsch.

Meyer-Landrut und Forster als Gäste dpa KÖLN. Die Musiker The BossHoss werden bei „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ zusammen mit Lena Meyer-Landrut, Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß, Mark Forster, Gentleman, Moses Pelham und Michael Patrick Kelly gegenseitig ihre Titel covern. Der Start der Show ist für den 23. Mai vorgesehen.

HITS VOM MITTWOCH 1. Aktenzeichen XY … ungelöst (ZDF), 5,60 Mio., 17,8 % 2. Tagesschau (Das Erste), 4,79 Mio., 16,7 % 3. heute-journal (ZDF), 4,14 Mio., 15,2 % 4. Tod einer Kadettin (Das Erste), 3,93 Mio., 12,5 % 5. heute (ZDF), 3,82 Mio., 16,5 % 6. Der Fall Gorch Fock (Das Erste), 3,80 Mio., 13,5 % 7. SOKO Wismar (Das Erste), 3,42 Mio., 17,9 % 8. Die Spezialisten (ZDF), 3,40 Mio., 12,8 % 9. RTL aktuell (RTL), 2,98 Mio., 13,6 % 10. Gute Zeiten, schlechte Zeiten (RTL), 2,90 Mio., 12,2 % Quelle: AGF/GFK – media control

25

Mordfälle aus Sicht der Ermittler

SCHON GESEHEN

Amüsant

NDR dreht für neue Doku-Reihe in Osnabrück, Bremen und Hamburg

Eltern allein zu Haus – Frau Busche, 20.15 Uhr

Echte Verbrechen liegen im Trend, nicht nur im Fernsehen. Der NDR dreht zurzeit in Hamburg, Bremen und Niedersachsen für die neue Doku-Reihe „Morddeutschland“. Autor und Regisseur Björn Platz ließ sich beim Dreh begleiten.

Von Marcel Kawentel

D

Von Marcel Kawentel OSNABRÜCK. „Dafür braucht man ja eine Sporteingangsuntersuchung,“ scherzt Björn Platz und gibt der jungen Polizistin den schweren Metallstab zurück. Der freie Autor und Regisseur dreht eine Szene für die NDR-Reihe „Morddeutschland“ in einem Osnabrücker Waldstück. Ein Zug der Bereitschaftspolizei simuliert mit rund 20 Leuten eine Suchaktion, wie man sie aus Krimis kennt: Im Abstand von einigen Metern bewegt sich eine Kette von Beamten durch das Unterholz und stochert mit Metallstäben im Boden. Was genau bei einer solchen Aktion passiert, will Björn Platz für seine Doku zeigen. Der Abstand etwa, in dem die Polizisten sich vorwärtsbewegen, hängt davon ab, was gesucht wird, erklärt ihm der Leiter der Truppe. „Ich suche immer nach sinnvollen Aktionen, die mit dem Fall zu tun haben“, sagt Platz über den Dreh im Wald. Der Fall, das ist in der Auftaktfolge von „Morddeutschland“ ein Doppelmord, der sich 2008 in Kettenkamp bei Osnabrück ereignete. Ein junger Mann erschlug seine Eltern mit einem Hammer im Schlaf. Anschließend ver-

In einem Osnabrücker Waldstück simulieren Polizisten eine Suchaktion für die Doku-Reihe.

grub er sie fast zwei Meter tief im Wald. Eine Expertin für Bodenanalysen im LKA Hannover erstellte aus winzigen Sandkörnchen und Erdresten, die sie bei dem Täter im Futter der Turnschuhe und in den Hosennähten fand, ein Profil des Ortes, an dem das Ehepaar vergraben wurde. Bereits vor drei Jahren berichtete Platz für das ARDMagazin „W wie Wissen“ über den Fall. Kriminaltechniker Jörg Guss, der am Kettenkamp-Fall arbeitete, erzählte ihm von anderen interessanten Fällen aus Norddeutschland, und so entstand die Idee für die Reihe „Morddeutschland“. Immer wieder müssen die Polizisten das Waldstück durchsuchen, der Kameramann wechselt ständig die

Perspektive und versucht den Suchtrupp bei Laune zu halten: „Gut seht ihr alle aus!“ Platz erklärt die vielen Wiederholungen: „Der Zuschauer erwartet etwa alle drei bis fünf Sekunden einen Schnitt, wir müssen jedes Mal ein neues Bild anbieten.“ Bei nur einer Kamera bedeutet das eben, dieselbe Aktion aus vielen Blickwinkeln zu filmen. Außerdem kommt bei dem Dreh im Wald noch eine Drohne zum Einsatz, die das Geschehen von oben filmt. Kriminaltechniker Jörg Guss versteht sein Mitwirken und das seiner Kollegen als Pressearbeit. Es geht ihm um Authentizität, wie er sagt, darum, dass die Arbeit der Polizei richtig dargestellt wird. 2008 trugen die Polizisten zwar andere Uniformen, und auch die

Fahrzeuge sahen anders aus. Im Prinzip hätten sich die Methoden aber seitdem nicht geändert, nur verfeinert, so Guss. Platz will mit „Morddeutschland“ nicht eine weitere Sendung über die blutigsten Kriminalfälle machen, sondern die Arbeit aus Sicht der Ermittler zeigen. „Die können so tolle Sachen“, schwärmt er. Die Bilder, die er dreht, werden im Schnitt um grafische Sequenzen bereichert, die den Ermittlungsfortschritt veranschaulichen sollen: Hypothesen, Fragen, Erkenntnisse. Platz nennt das den „Gedankenpalast“ des Ermittlers. Reenactment, also nachgestellte Szenen, möchte er nicht. Zum Einsatz kommen stattdessen Archivaufnahmen aus der jeweiligen Zeit sowie echte Tatortfotos, die zuvor von der

Foto: Marcel Kawentel

Staatsanwaltschaft freigegeben werden müssen. Das Filmteam arbeitet auf Hochtouren. An diesem Tag wurde bereits in der Spurensicherung in Osnabrück gedreht, nach der Waldszene steht noch ein Interview mit dem damaligen Leiter der Mordkommission auf dem Plan. Die Ausstrahlung im NDR ist für Mitte Juli geplant. In den ersten vier jeweils 30-minütigen Folgen geht es neben dem getöteten Ehepaar aus Kettenkamp um einen Taximord in Hamburg, eine erschlagene Pastorenfrau in Braunschweig und einen Fall aus Bremen, der erst nach Jahrzehnten aufgeklärt werden konnte. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Verbrechen in der Region: Mehr dazu lesen Sie auf noz.de/blaulicht

er Film „Frau Busche“ ist der letzte Teil der ARD-Trilogie „Eltern allein zu Haus“ – und mit Abstand der stärkste. Das liegt in erster Linie an den gepfefferten Dialogen und den spielfreudigen Darstellern, allen voran Anna Schudt und Oliver Mommsen, die sich als Ex-Ehepartner so herrlich fies beharken, dass es eine Freude ist, ihnen dabei zuzusehen. Frau Busche ist seit der Trennung von ihrem Mann alleinerziehend. Nun muss sie, wie alle Eltern der Trilogie, ihr erwachsenes Kind ziehen lassen. Sofort rückt ihr der Ex-Mann auf die Pelle, sie möge das Haus wie besprochen nach dem Auszug des gemeinsamen Sohnes räumen – denn ihm sitzt seine neue Frau im Nacken, hochschwanger. Zu allem Überfluss wird aber auch Frau Busches Sohn Vater und ihr eigener Vater zunehmend hilfebedürftig. Der Mann, in den sich Frau Busche zwischen all den Querelen verliebt, ist zudem leider verheiratet. Dieses mehrfache Dilemma zeigt, wie eine tolle Komödie entsteht: nicht durch Figuren, die zum Amüsement des Zuschauers lächerlich gemacht werden, sondern durch Figuren mit echten Problemen, deren Leiden zu befreiendem Lachen anregt. Leider klingt die Filmmusik heiter bis langweilig wie bei zu vielen generischen TV-Komödien.

Wertung: ★★★★★✩

DAS ERSTE

ZDF

NDR

WDR

RTL

SAT.1

PRO 7

5.00 Kontraste 5.30 Morgenmagazin 9.00 Tagesschau 9.05 Rote Rosen.Telenovela 9.55 Sturm der Liebe 10.45 Meister des Alltags 11.15 Gefragt – Gejagt. Show 12.00 Tagesschau 12.15 ARDBuffet. Mag. 13.00 Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau 14.10 Rote Rosen. Telenovela 15.00 Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe 16.00 % $ Tagesschau 16.10 % $ Eisbär, Affe & Co. 17.00 % $ Tagesschau % $ Brisant 17.15 18.00 % $ Gefragt – Gejagt 18.50 % $ Gefragt – Gejagt % $ Sportschau 19.45 vor acht Magazin 19.50 % Wetter / Börse 20.00 % $ Tagesschau 20.15 # % $ Eltern allein zu Haus: Frau Busche Komödie, D 2016. Mit Anna Schudt, Walter Sittler, Susanna Simon 21.45 % $ Tagesthemen 22.00 # % $ Tatort: Frohe Ostern, Falke Kriminalfilm, D 2014. Mit Wotan Wilke Möhring, Petra Schmidt-Schaller 23.30 ! % $ Mankells Wallander Bilderrätsel Kriminalfilm, S/D 2006 1.00 % $ Nachtmagazin 1.20 & % $ In der Lüge gefangen Drama, USA ’10

5.30 Morgenmagazin 9.00 heute Xpress 9.05 Volle Kanne – Service täglich. U.a.: Sport- und Fitnesstrends im Check 10.30 Notruf Hafenkante 11.15 SOKO Stuttgart 12.00 heute 12.10 drehscheibe. Magazin 13.00 Mittagsmag. Mit Tagesschau 14.00 heute 14.15 Die Küchenschlacht 15.00 heute Xpress 15.05 Bares für Rares 16.00 " % heute 16.10 % SOKO Kitzbühel 17.00 " % $ heute % hallo deutschland 17.10 17.45 " % $ Leute heute 18.00 " % $ SOKO Wien 19.00 " % $ heute 19.20 " % $ Wetter 19.25 " # % $ Bettys Diagnose Serie 20.15 " % $ Der Alte Drei Jahre lebenslänglich 21.15 " % $ Letzte Spur Berlin Freispruch 22.00 % $ heute-journal 22.30 " % $ heute-show 23.00 " $ aspekte U.a.: Warum Luther feiern? Zweifel an einem deutschen Mythos 23.45 " $ heute+ 0.00 " $ Neo Magazin Royale Show 0.45 " % $ Columbo: Zwei Leichen und Columbo in der Lederjacke Kriminalfilm, USA 1994

5.15 DAS! 6.00 Sesamstraße 6.20 Visite 7.20 Rote Rosen 8.10 Sturm der Liebe 9.00 Nordmagazin 9.30 HH Journal 10.00 S-H Magazin 10.30 buten un binnen 11.00 Hallo Niedersachsen 11.30 die nordstory kompakt. Magazin 11.45 Brisant 12.25 In aller Freundschaft 13.10 Die Stein 14.00 NDR//akt. 14.15 mareTV 15.00 die nordstory 16.00 % $ NDR//aktuell 16.20 " % Mein Nachmittag 17.10 % Leopard, Seebär & Co. 18.00 % Niedersachsen % $ Lust auf Norden 18.15 18.45 " % $ DAS! Zu Gast: Torsten Albig 19.30 % Hallo Niedersachsen Magazin 20.00 % $ Tagesschau % $ die nordstory 20.15 Lüneburg und die Roten Rosen. Reportagereihe 21.15 % Leben auf der Raststätte Die Sprinterkolonnen aus Osteuropa % $ NDR//aktuell 21.45 22.00 % $ NDR Talk Show Zu Gast: Til Schweiger, DJ Ötzi, Matze Knop, Waltraut Haas, Helge Schneider, Sandra Schneider 0.00 " % $ Inas Nacht 1.00 " $ NDR Talk Show 2.00 " $ Spätschicht 2.45 % $ Hallo Nieders. % $ Nordmagazin 3.15

6.50 Lokalzeit 7.20 Die Geschichte der Mathematik (4/4) 8.20 Planet Wissen 9.20 Europamag. 9.50 Akt. Stunde 10.35 Lokalzeit 11.05 Das Waisenhaus für wilde Tiere 11.55 Elefant, Tiger & Co. 12.45 aktuell 13.00 Planet Wissen 14.00 Servicezeit 14.30 Atlantik – Ozean der Extreme (3) 15.15 Wer weiß denn sowas? 16.00 % $ WDR aktuell daheim & unterwegs 16.15 18.00 " % $ WDR aktuell % $ Servicezeit 18.15 Reportage Tamina und Uwe – Die besten Reisetipps (2) 18.45 % Aktuelle Stunde 19.30 " $ Lokalzeit 20.00 % $ Tagesschau 20.15 # % Wir sind 18 Millionen Wie leben wir in Zukunft? 21.00 % $ Der Vorkoster Magazin. Sauerbraten – Traditionsküche mit Herz: Wie gelingt das Lieblingsgericht immer? 21.45 % $ WDR aktuell 22.00 " % $ Kölner Treff 23.30 $ Dittsche – Das wirklich wahre Leben Mit Olli Dittrich, Jon Flemming Olsen 0.00 % $ Ja uff erstmal! 0.30 " % $ Kölner Treff 2.00 Lokalzeit aus Köln

6.00 Guten Morgen Deutschland. Magazin 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Soap. Mit Janina Uhse 9.00 Unter uns. Soap 9.30 Betrugsfälle 10.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 11.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 12.00 Punkt 12. Magazin 14.00 Der Blaulicht-Report 15.00 Der Blaulicht-Report 16.00 " $ Verdachtsfälle 17.00 " $ Betrugsfälle 17.30 " $ Unter uns 18.00 " $ Explosiv Moderation: Elena Bruhn 18.30 " $ Exclusiv 18.45 " $ RTL aktuell 19.05 " Alles was zählt 19.40 " % $ GZSZ Soap. Mit Janina Uhse 20.15 " % $ Let’s Dance (4) Jury: Motsi Mabuse, Joachim Llambi, Jorge Gonzalez. Mod.: Sylvie Meis, Daniel Hartwich 0.00 " $ Nachtjournal 0.30 " % $ Let’s Dance (4) Show. Moderation: Sylvie Meis, Daniel Hartwich 3.30 " $ Willkommen bei Mario Barth Die Personality-Show mit StarComedian Mario Barth Zu Gast: Marc Terenzi (Musiker), Maxi Gstettenbauer (Comedian) 4.30 " $ Die Trovatos

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen. Zu Gast: Christian Wackert 10.00 Klinik am Südring 11.00 Richter Alexander Hold 12.00 Richter Alexander Hold.Marianne Steurer ist angeklagt, die Schwimmtrainerin Lena aus Eifersucht getötet zu haben. 13.00 Auf Streife – Die Spezialisten 14.00 Auf Streife 15.00 Auf Streife – Berlin 16.00 " Klinik am Südring 17.00 " Schicksale Verliebt, verlobt, verschollen 17.30 " Schicksale – und plötzlich ist alles anders Zwischen den Stühlen 18.00 " Auf Streife 19.00 " Die Ruhrpottwache Doku-Soap 19.55 " Nachrichten 20.15 " Paul Panzers Comedy Spieleabend Zu Gast: Mirco Nontschew, Chris Ehrlich, Andreas Ehrlich, Andrea Sawatzki, Detlef Steves, Nina Moghaddam 21.15 " Genial daneben Rateteam: Hella von Sinnen, Wigald Boning, Gaby Köster, Chris Tall u.a. 22.15 " Rabenmütter 22.45 " Knallerfrauen 23.15 " Pastewka 23.40 " Sechserpack 0.10 " Sechserpack 0.40 " Switch Reloaded

6.20 2 Broke Girls 6.50 Two and a Half Men 8.10 The Big Bang Theory 9.50 Baby Daddy 10.15 The Middle 11.10 Mike & Molly 11.35 How I Met Your Mother 12.00 2 Broke Girls 12.55 Two and a Half Men. Ich arbeite für Caligula / Wer ist Wod Katitten? / Die See ist eine harte Mutter 14.20 The Middle 15.15 The Big BangTheory 17.00 " taff Rich Kids London / Grilltest 18.00 " Newstime 18.10 Die Simpsons Die Geschichte der zwei Springfields. Zeichentrickserie 18.40 Die Simpsons Lisa als Baumliebhaberin 19.05 " Galileo Produkt-Scan Kugelgrill 20.15 & " The Dark Knight Actionfilm, USA/ GB 2008. Mit Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart. Regie: Christopher Nolan 23.10 & " Eraser Actionfilm, USA 1996 Mit Arnold Schwarzenegger, James Caan, Vanessa Lynn Williams 1.20 & " SWAT: Firefight Actionfilm, USA 2011 2.55 " Watch Me 3.05 " Spätnachrichten 3.10 & " Eraser Actionfilm, USA 1996

MDR

BAYERN

3SAT

N-TV

VOX

KABEL 1

RTL 2

7.15 Rote Rosen 8.05 Sturm der Liebe 8.55 Wer weiß denn sowas? 9.40 Einmal Cowboy sein! 2/5) 10.05 Nashorn, Zebra & Co. 11.00 MDR um elf 11.45 In aller Freundschaft 12.30 Die Landärztin. Heimatfilm, D 2005 14.00 MDR um zwei 15.00 LexiTV 16.00 MDR um vier 17.45 aktuell 18.10 Brisant 18.54 Sandmännchen 19.00 Regional 19.30 aktuell 19.50 Elefant, Tiger & Co. 20.15 Stefanie Hertel: Mein Vogtland – mei Haamet 21.45 aktuell 22.00 Riverboat. Talkshow 0.20 Kino Royal

13.30 In aller Freundschaft 14.15 Kunst und Krempel 14.45 Wer weiß denn sowas? 15.35 service: reisen 16.00 Rundschau 16.15 Wir in Bayern 17.30 Regional 18.00 Abendschau 18.30 Rundschau 19.00 Unser Land 19.30 Milberg & Wagner 20.00 Tagesschau 20.15 Hubert und Staller 21.00 München 7 21.45 Rundschau 22.00 Grünwald Freitagscomedy 22.45 Mord mit Aussicht 23.35 & Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming. Westernparodie, USA 1965 1.10 Rundschau

14.00 Traumorte 14.45 Wilde Schönheiten (1/5) 15.30 Wilde Schönheiten (2/5) 16.15 Wilde Schönheiten (3/5) 17.00 Wilde Schönheiten (4/5) 17.45 Wilde Schönheiten (5/5) 18.30 nano 19.00 heute 19.20 Kulturzeit 20.00 Tagesschau 20.15 Der Fremde in meinem Haus 21.00 makro. Abstiegsängste der Mittelschicht 21.30 auslandsjournal extra 22.10 ZIB 2 22.35 & Angst hat viele Gesichter. Mysterythriller, USA/CDN/F 2012 0.15 & Fear X. Thriller, DK/CDN/GB/BRA 2003

Stündlich Nachrichten 12.10 Telebörse 12.30 News Spezial 13.10 Telebörse 13.30 News Spezial 14.10 Telebörse 14.30 PS – Formel 1 15.10 Auslandsreport 15.40 Telebörse 16.10 Ich bin Steve McQueen (1) 17.05 Ich bin Steve McQueen (2) 18.20 Telebörse 18.35 Ratgeber 19.05 Der Weg der Orange – Logistik einer Superfrucht 20.15 Verschwörungstheorien. Der Kalte Krieg 21.05 Verschwörungstheorien 22.10 Das Leben der Milliardäre 23.10 Deluxe 0.10 Großmarkt Berlin

5.20 CSI: NY. Taube Ohren 5.55 CSI: NY 6.40 Verklag mich doch! 10.50 nachrichten 10.55 4 Hochzeiten und eine Traumreise 11.55 Shopping Queen 12.55 Zwischen Tüll und Tränen 13.55 Mein Kind, dein Kind.Doku-Soap 15.00 Shopping Queen 16.00 4 Hochzeiten und eine Traumreise 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 Hautnah 19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15 ECHO 2017 – Der Deutsche Musikpreis 23.05 Prominent! 0.00 nachrichten 0.20 Medical Detectives

5.00 Terminator: S.C.C. 5.50 The Mentalist 6.35 Detektiv Rockford 7.30 Detektiv Rockford 8.25 Cold Case 9.25 Navy CIS 10.20 Castle 11.15 Without a Trace 12.05 Numb3rs 13.05 Cold Case 14.00 Navy CIS 14.55 The Mentalist 15.50 News 16.00 Castle 16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55 Schätze unterm Hammer 18.55 Sicher ist sicher 20.15 Detective Laura Diamond. Laura und das Wundermittel. Krimiserie 21.10 Detective Laura Diamond 22.10 Castle 23.05 Castle 0.00 Castle

8.05 Privatdetektive im Einsatz 9.05 Frauentausch 11.05 Family Stories 12.05 Family Stories 13.00 Köln 50667 14.00 Berlin – Tag & Nacht 15.00 Hilf mir! Jung, pleite, verzweifelt ... 16.00 Die Straßencops West 17.00 Die Wache Hamburg 18.00 Köln 50667 19.00 Berlin – Tag & Nacht 20.00 News 20.15 & The Fast And the Furious – Tokyo Drift. Actionthriller, USA/D 2006 22.20 & Ghost Rider – Spirit Of Vengeance. Fantasyfilm, USA/VAE 2011 0.05 & Bounty Killer.Actionfilm,USA2013

KI.KA

ARTE

SPORT 1

EUROSPORT 1

PHOENIX

TELE 5

DEUTSCHLANDFUNK

13.40 Die Pfefferkörner 14.10 Schloss Einstein. Folge 660 und 661. Jugendserie 15.00 Hank Zipzer 15.25 Odd Squad 16.10 Horseland 16.55 Pound Puppies 17.35 Peter Pan 17.55 Bobby & Bill 18.15 Drache Digby 18.40 Tilda Apfelkern 18.50 Sandmännchen 19.00 Insectibles 19.25 logo! 19.30 & Boule & Bill. Familienfilm, F/B/LUX 2013. Mit Franck Dubosc, Charles Crombez

12.50 Journal 13.00 Stadt Land Kunst 13.35 & Camille Claudel. Biografie, F 1988 16.45 Magische Gärten 17.10 X:enius 17.40 Magische Gärten 18.05 Magische Gärten 18.35 Karussell des Lebens – Die Streuobstwiese 19.20 Journal 19.45 Re: Was Europa bewegt 20.15 Der Staat schweigt. Drama, F 2013 21.50 Pump up the Jam – Heroes of Eurodance 22.50 ARTE Concert Festival 0.30 Tracks

13.30 Container Wars 14.00 Container Wars 14.30 Container Wars 15.00 Storage Wars 15.30 Storage Wars 16.00 Storage Wars 16.30 Storage Wars 17.00 Barry’d Treasure (3) 17.30 Yukon Gold. Es ist nicht alles Gold, was glänzt 18.30 Dig Wars – Die Schatzgräber (5) 19.00 Bundesliga aktuell 20.00 Die PS-Profis 21.00 Warmup 22.15 Hattrick 23.30 Bundesliga aktuell 0.00 Sport-Clips

11.30 Tourenwagen 12.00 Gewichtheben 13.00 Gewichtheben 14.00 ERC All Access 14.30 Radsport. Baskenland-Rundfahrt.Aus Spanien 15.30 Radsport. Baskenland-Rundfahrt. 5. Etappe: BilbaoEibar 17.30 Gewichtheben. EM. Damen bis 90 kg 19.15 Gewichtheben 19.55 News 20.00 Gewichtheben.EM.Herren bis 94 kg 22.00 Radsport 22.55 News 23.00 Formel E 0.00 Tourenwagen

14.00 Sitzung NRW-Landtag 16.00 Maybrit Illner 17.05 Augstein und Blome 17.15 Das Ende der Guerilla 17.30 Vor Ort 18.00 Die alltägliche Papier-Verschwendung 18.30 Mein Ausland 19.15 Die Seelensammler von Bangkok. Reportage 20.00 Tagesschau 20.15 Deutschland-Saga. Woher wir kommen 21.00 Deutschland-Saga 21.45 Deutschland-Saga 22.30 Im Dialog 23.00 Der Tag 0.00 Im Dialog

15.10 Stargate Universe 16.10 Star Trek 17.10 Stargate Universe. Verwandtschaft 18.10 Stargate Universe. Epilog. Sci-Fi-Serie 19.10 Star Trek – Das nächste Jahrhundert 20.15 Final Day – Das Ende der Welt. Katastrophenfilm, USA 2009. Mit Brittany Murphy 22.00 Dexter. Chemie 23.05 Dexter. Argentinien 0.15 Californication 0.55 & Der Bulldozer. Actionfilm, USA 1979

10.10 Lebenszeit. Europa von unten.Wo die europäische Idee gelebt wird 11.35 Umwelt und Verbraucher 11.55 Verbrauchertipp 12.10 Info 12.50 Internationale Presseschau 13.35 Wirtschaft am Mittag 14.10 Deutschland heute 14.35 Campus und Karriere 15.05 Corso 15.35 @mediasres 15.50 Schalom 16.10 Büchermarkt 16.35 Forschung aktuell 17.05 Wirtschaft undGesellschaft17.35 Kulturheute

TV-Zeichenerklärung: & Spielfilm $ Stereo ! Dolby-Surround

HDTV  Schwarz-Weiß-Sendung % für Hörgeschädigte (mit Untertitel) # Zweikanalton " Breitbildformat 16:9

! aktuell

DVD-Infos im Internet: www.noz.de


KULTUR

26 KULTURTIPP

Neues Album von Deep Purple

D

a ist sie wieder, die Hammondorgel, von der niemand je dachte, dass sie zum Hardrock passt. Deep Purple hat den spezifischen Orgelsound heavytauglich machte. Zwar lebt Keyboarder Jon Lord nicht mehr, der seit der Gründung der Band 1968 deren Klangbild so markant charakterisierte, aber in Don Airey hat die Band einen durchaus adäquaten Ersatz gefunden. Er war jetzt mit Sänger Ian Gillan, Drummer Ian Paice, Bassist Roger Glover und Gitarrist Steve Morse zusammen im Studio, um ein neues Deep-Purple-Album aufzunehmen. Unter der Aufsicht von Bob Ezrin, der auch für das 2013er Deep-Purple-Vorläuferwerk „Now What?!“ verantwortlich zeichnete, entstanden zehn Songs, die wie ein Panorama über das Schaffen der Briten im Rückblick wirken. „Infinite“ heißt das Werk. Da finden sich treibende Rocker wie „One Night in Vegas“ und epische Werke wie „The Surprising“, die mit Streichereinsatz, Rhythmuswechseln und diversen Soli ins Progressive schweifen. Das früher übliche, jugendliche Falsett der Stimme probiert Ian Gillan erst gar nicht mehr. „Time For Bedlam“ ist der Opener des Albums und behandelt den täglichen Wahnsinn des menschlichen Lebens. Und zeigt alle Merkmale eines typischen Deep-Purple-Songs auf. Die letzte Aufnahme auf dem Album ist ein Tribut an die Doors: Der „Roadhouse Blues“ zeigt die Briten sechs Minuten lang von einer eher ungewohnten Seite. thb Deep Purple: „Infinite“ (Earmusic/ Edel)

KOMPAKT

Polens Regierung fusioniert Museen WARSCHAU. Nach langem Streit hat Polens Kulturminister Piotr Glinski das vor Kurzem eröffnete Danziger Museum des Zweiten Weltkrieges mit dem Museum Westerplatte zusammengelegt. Wie polnische Medien am Donnerstag berichteten, ist aufgrund des rechtlichen Status der neu geschaffenen Institution „Museum des Zweiten Weltkrieges“ der bisherige Direktor Pawel Machcewicz nicht länger der Leiter. Er wird durch den Historiker Karol Nawrocki ersetzt, der mehr der Parteilinie der nationalkonservativen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) entspricht. epd

FREITAG, 7. APRIL 2017

DOCUMENTA 14 IN ATHEN Die Weltkunstschau wagt das Experiment und etabliert mit Athen erstmals einen zweiten Standort.

Das Experiment wird das Kasseler „Museum der 100 Tage“ verändern. Athen zeigt nun Kunst an 37 Schauplätzen.

Die Documenta macht den nächsten Schritt Von der Kunstschau zum Labor: In Athen wächst das Ausstellungsformat zum Welttheater Masken kanadischer Indianer, ein Zeltlager für Flüchtlinge und ein offener Versammlungsraum im ehemaligen Folterhaus der Militärjunta – die Documenta 14 präsentiert sich in Athen betörend bunt und dezidiert politisch. Von Stefan Lüddemann ATHEN. Beau Dick ist wenige Tage vor dem Start der Documenta verstorben. Die farbenfrohen riesigen Gesichtsund Vogelmasken des indigenen Kanadiers aus dem Volk der Kwakwaka’ wakw prägen das Entree in dem für die Documenta nach jahrelangen Verzögerungen endlich eröffneten Nationalen Museum für zeitgenössische Kunst EMST. Die Masken sollen während der Ausstellungsdauer von Mitgliedern seines Stammes nach Kanada zurückgeholt und dort rituell verbrannt werden. Diese Exponate zirkulieren – aber nicht als wertvolle Kunstwerke der Galeristenwelt, sondern als Objekte, die aus kulturellem Gebrauch kurz in die Ausstellungswelt eintreten und sie dann aber auch wieder verlassen. Allein in diesem Detail steckt die Programmatik der ganzen Documenta 14. Ihr Konzept ist getragen von einem spürbaren Überdruss an der glatten Art World. Adam Szymczyk mixt Völkerkunst mit Objektvitrinen und einem Raum voller Gemälde über den gefährlich schrägen Schönheitsbegriff der Nazis. Der Documenta-Chef verteilt seine Weltkunstschau in Athen auf immerhin 37 Standorte und lässt sie so in den Kosmos einer unübersehbaren Riesenstadt einsickern. Kunst soll wieder politisch sein, sie soll wieder betreffen und den Kontakt mit drängenden Problemlagen von Flüchtlingskrise bis Währungsturbulenz herstellen. Diese Kunst rotiert, so wie die Rolltreppen, die hinter der lang gestreckten Fassade des Museums für zeitgenössische Kunst in eindrucksvoller Endloskaskade zirkulieren. Auch das ein Symbol der Documenta 14.

Neue Zuständigkeiten Wo bleibt dabei die Kunst als eigene Instanz, als Welt der ästhetischen Fragen und Lösungen, die eben nicht in politischen Problemlagen aufgehen? Sie verändert sich mit dieser Documenta noch einmal. Szymczyk erweitert die Zuständigkeit der Kunst noch einmal dramatisch, nachdem bereits Okwui En-

Pressetermin als spontane Performance Von Stefan Lüddemann

Die Documenta bespielt Athen – und verliert sich in Griechenlands Metropole: Beau Dicks indianische Masken im NationaFotos: dpa len Kunstmuseum und Adam Szymczyk und sein Team bei der Eröffnung im Konzerthaus.

KOMMENTAR

Logik des großen Events

K

ann Kunst die Welt verändern, sie wenigstens ein wenig besser machen? Die Erwartung klingt naiv. Die Macher der Documenta 14 unternehmen aber den Versuch, Kunst und Kultur als großes Korrektiv für eine Politik der rückhaltlosen Globalisierung in Stellung zu bringen. Allerdings geht das nur mit Formaten, deren schiere Größe und mediale Ausstrahlung der Logik des Mega-Events folgen. Wer das nicht bedient, hat ohnehin keine Wahrnehmung.

wezor mit seiner Documenta 11 von 2002 die Gloablisierung der Kunst als Thema gesetzt und Carolyn ChristovBakargiev mit ihrer Documenta 13 vor fünf Jahren das bislang größte Terrain in der Stadt Kassel bespielt hatte. Nun geht Adam Szymczyk noch einen Schritt darüber hinaus. Seine Documenta etabliert mit Athen nicht nur erstmals einen zweiten, gleichberechtigten Ausstellungsort neben Kassel. Diese Documenta erweitert auch ihre thematische Zuständigkeit noch einmal dramatisch. Eine solche Expansion ist ohne Brüche nicht zu haben. In Athen gelingen den Kuratoren starke, verdichtete Situationen. Gleich daneben versinken ganze Raumstre-

Von Stefan Lüddemann Reiht sich damit auch die Documenta in einen Reigen der Kulturereignisse ein, die von der Öffentlichkeit routiniert wahrgenommen werden, in Wirklichkeit aber niemanden mehr aufregen? Die Gefahr besteht. Verändert die Documenta den Alltag der Athener? Bislang sieht es nicht unbedingt so aus.

cken in einem karnevalistischen Allerlei ohne zwingenden Bezug. Über die 68 Schaumstoffblöcke, die der Architekt Andreas Angelidakis unter dem Titel „Demos“ im Museum des demokratischen Widerstandes zu Sitzlandschaften arrangiert hat, ist schon viel gespottet worden. Seine Sitzanordnung für einen neuen politischen Diskurs findet sich nun allerdings an jenem Ort, an dem Griechenlands Militärjunta bis 1974 ihre politischen Gegner foltern ließ. Die Rauminstallation avanciert zum Mahnmal und zum Zeichen eines Miteinanders freier Menschen. Richtig Gas gibt die Documenta auch im Athener Konservatorium. Die Installation

Allerdings setzt Documenta-Chef Adam Szymczyk spürbar alles daran, das Weltformat der Kunst noch einmal ganz neu zu erfinden. Er muss es auch, damit die Documenta produktiv bleibt und nicht einfach nur zum Schaufenster des globalisierten Kunstmarktes herabsinkt. Wer die Documenta nun erlebt, darf sich nicht darauf verlassen, gewohnte Größen der Kunst zu finden. Dafür wird die Kunst größer. Immerhin. s.lueddemann@noz.de

„European Everything“ des samischen Künstlers Joar Nango strahlt als improvisierte Zeltstadt mit Holzstapeln und aufgehängten Tierfellen unbändige Vitalität aus. Im Hof der Musikschule bietet sie den Auftritt für Rapper. Im Auditorium, einer Schale aus blankem Beton, hat Emeka Ogboh seine Klanginstallation platziert. Zu afrikanischen Gesängen flackern Börsenkurse in greller Leuchtschrift über die Wand. Diese Kunst fordert den Westen und seine Wirtschaftsordnung direkt heraus. So deutlich gelingen auch viele Arbeiten im EMST, das mit der Documenta seine Erweckung aus jahrelangem Wartestand erlebt. Cecilia Vi-

cuña aus Chile lässt knallrote, baumdicke Stricke von der Decke baumeln. Für ihre Installation hat sie die Wolle griechischer Schafe eingefärbt. Sie sollen am Ende der Documenta dem Meer als Opfergabe dargebracht werden. Ein Moment der Zirkulation und des gewollten Verzichts, ein Moment, das an jenen Weg erinnert, den die Masken von Beau Dick nehmen werden. Kunst als Laboratorium Die Documenta ist ein zentrales Format des westlichen Kunstbetriebes. Jede ihrer Editionen zeigt nicht nur den Stand der Kunst, sie befördert auch Künstlerkarrieren. Ob Adam Szymczyk mit seiner Documenta 14 da eine Ausnahme bilden kann? Der Weg nach Athen wirkt wie der gewollte Ausbruch aus den Ritualen und Routinen des Kunstbetriebes. Adam Szymczyk schließt Kunst an neue Energiekreisläufe an, indem er sie mit sozialen Problemlagen konfrontiert und mit kulturellen Praktiken kombiniert, die sich dem Prestigedenken der Kunstwelt nicht einfügen lassen. Schon jetzt ist klar, dass die Documenta selbst aus Athen verwandelt zurückkehren wird – als Kulturformat, das sich nicht mehr als Weltkunstschau, sondern als soziales Laboratorium versteht. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

Alles zur Documenta lesen Sie auf noz.de/documenta

ATHEN. Auf der Bühne im Athener Konzerthaus Mégaro Mousíkis sitzen sie wie ein antiker Chor – die Kuratoren und Künstler der Documenta 14, Documenta-Chef Adam Szymczyk und Geschäftsführerin Annette Kulenkampff mittendrin. Sie erheben ihre Stimmen zu chaotischem Murmeln und Glucksen, steigern sich zu lautem Rufen. Das überrumpelte Publikum reagiert mit begeistertem Applaus. Eine Pressekonferenz als Performance – die Documenta legt einen überraschenden Start hin. Altbekannt fallen hingegen die Stichworte aus, die Adam Szymczyk und Mitglieder seines Teams in einem Marathon der Statements nennen. Das „Parlament der Körper“ versteht Szymczyk als Metapher einer erneuerten politischen Mitbestimmung. „Wir selbst müssen wieder politische Subjekte werden“, sagt der Kurator. Künstlerfilme im griechischen Fernsehen, Projekte mit lokalen Initiativen in Athener Stadtteilen – die Rednerinnen und Redner beschreiben ein Programm der Vielstimmigkeit. Während die Documenta 14 im Athener Stadtbild, von einigen Bannern abgesehen, kaum präsent ist, betonten die Ausstellungsmacher ihre Arbeit mit Partnern vor Ort. Applaus gibt es für eine Kasseler Initiative, die an die Ermordung Halit Yozgats 2006 in Kassel durch die NSU-Terrorgruppe erinnert, und für Charif Kiwan, einen syrischen Filmer, dessen Gruppe Bilder vom Bürgerkrieg festhält und sich zugleich gegen westliche Medien und ihre Berichterstattung wendet.

CHARTS ALBUM

Lindenberg, Beginner und Müller holen den Echo Wichtigster deutscher Musikpreis stellt sich neu auf – Böhmermann sorgt vor Gala mit derber Kritik für Unruhe dpa/AFP BERLIN. Udo Lindenberg ist der große Gewinner beim Musikpreis Echo. Der 70-Jährige holte am Donnerstagabend in Berlin nicht nur die Auszeichnung in der Kategorie „Pop national“. Für sein Erfolgsalbum „Stärker als die Zeit“ erhielt Lindenberg auch den Echo für das Album des Jahres. Außerdem gewannen er und sein Team noch den Produzenten-Preis. „Jetzt bin ich ehrlich geplättet. Jetzt bin ich wirklich stehend k. o.“, sagte Lindenberg nach Echo Nummer drei. Der von der Deutschen Phono-Akademie verliehene Musikpreis gilt als wichtigste

Auszeichnung der deutschen Musikbranche. Die Verleihung wird am Freitagabend bei Vox ausgestrahlt. Nach anhaltender Kritik an der in den vergangenen Jahren oft langatmigen Verleihung reduzierten die Echo-Verantwortlichen die Preiskategorien in diesem Jahr von 31 auf 22. Außerdem wurde für jede Kategorie eine Fachjury eingesetzt, die bei der Vergabe mitentscheiden darf. Das Hamburger Trio Beginner um Sänger Jan Delay erhielt nach dem Echo in der Kategorie „Hip Hop/Urban national“ auch den Kritikerpreis. Bei all den miesen Re-

Gewinner: Jan Delay (l.) und Ina Müller.

zensionen für ihr Album „Advanced Chemistry“, das 2016 auf Platz eins der Charts stand, sei der Kritikerpreis „der größte Treppenwitz des Jahres“, sagte Delay. Mit vier Nominierungen waren die Rapper die Favoriten des Abends. Andrea Berg bekam

Fotos: dpa/AFP

den Echo in der Kategorie Schlager. „Ich bin sehr, sehr stolz und sehr, sehr dankbar für diesen Preis“, sagte Berg auf der Bühne. Sängerin Ina Müller erhielt den Musikpreis in der Kategorie „Künstlerin Pop national“. „Es ist mein vierter

Echo und man freut sich wirklich, als wäre es der erste“, sagte Müller („Ich bin die“). Die Musiker der Kölner Band AnnenMayKantereit („Alles nix Konkretes“) gewannen den Echo als beste nationale Newcomer. Als internationaler Newcomer wurde der Engländer Rag’ n’ Bone Man („Human“) ausgezeichnet. Den Preis für den Hit des Jahres räumten Drake feat. Wizkid & Kyla ab, in der Kategorie „Volkstümliche Musik“ gewann der Österreicher Andreas Gabalier („MTV Unplugged“). Beide waren jedoch nicht persönlich bei der Verleihung.

Jan Böhmermann hatte vor Beginn der Echo-Gala für schräge Töne gesorgt: In seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ sprach der Satiriker von „seelenloser Kommerzkacke“, die der Echo immer wieder ehre. „Gefühle abklappern, Trost spenden, Tiefe vorgaukeln“, beschrieb er die deutsche Popmusik. Dabei nahm Böhmermann den zweifach nominierten Sänger Max Giesinger heftig aufs Korn. Tote-Hosen-Sänger Campino schoss heftig zurück: „Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch, das sich nicht konstruktiv einbringen kann“, sagte er.


NACHBARSCHAFT

FREITAG, 7. APRIL 2017

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Familienzuwachs aus Eritrea Annika Laser und Kai Kollmann nahmen 18-jährigen Flüchtling Awet Tekia in ihrem Haus auf Seit September lebt der junge Awet Tekia aus Eritrea mit Annika Laser und ihrem Lebensgefährten Kai Kollmann gemeinsam in ihrem Haus in der Lingener Ökosiedlung. Turbulenzen sind bislang ausgeblieben, dafür empfinden alle drei ihr Zusammenleben als bereichernd. Von Christiane Adam LINGEN. Der ostafrikanische Staat Eritrea stand lange im Krieg mit Äthiopien. Wirklich zur Ruhe komme das Land nicht, sagt Awet. Als dem Jugendlichen die Volljährigkeit bevorsteht, bekommt er es mit der Angst zu tun. „Mit 18 wäre ich zum Militärdienst eingezogen worden. Die Menschen in Eritrea leben in einer strengen Diktatur. Der Präsident rekrutiert alle jungen Menschen für das Militär. Wann dieser Zwangsdienst endet, ist nicht geregelt. Der Präsident begründet es damit, dass Äthiopien wieder angreifen könnte. Und wer sich weigert, wird eingesperrt“, erklärt er und verdeutlicht, was sein Ziel war: „Ich wollte lernen. Das kann man in Eritrea nicht in Ruhe.“ Deshalb entschloss er sich 2015 zur Flucht. „Zu zwölft haben wir nachts die Grenze nach Äthiopien überquert. Wir sind durch den Wald gelaufen mit nichts als dem Mond zur Orientierung“, erinnert er sich. Nach zwei Wochen in einem Camp in Addis Abeba ging es weiter in den Sudan, wo Awet bei einer Tante unterkommen konnte. Von dort

„Wir haben schnell gemerkt, dass das etwas für uns ist“ Annika Laser über den Informationsprozess

Der junge Eritreer Awet Tekia mit seinen Gasteltern Annika Laser und Kai Kollmann. Foto: Christiane Adami

Technik und Gestaltung in der Lingener Beckstraße. Politisches Interesse ist bei beiden schon berufsbedingt vorhanden. „2015 kamen permanent die Bilder von verzweifelten Menschen auf der Flucht und an den Grenzen in unser Wohnzimmer. Annika und ich haben uns gefragt: Können wir etwas tun?“, erinnert sich Kai an diese bedrückenden Nachrichten. „Durch einen Zeitungsartikel wurden wir darauf aufmerksam, dass das Jugendamt Gasteltern für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge sucht. Die erste Informationsveranstaltung dazu fand im November 2015 in der Halle IV statt. Rund 100 Interessierte waren damals dabei“, schildert Annika. Es wurden zu dieser Zeit sehr viele Flüchtlinge erwartet, und das Jugendamt habe nicht gewusst, wie es weitergehen sollte. Mithilfe der Werkstatt für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe vom ChristophorusWerk wurden erste Wohngruppen in der Lingener Waldstraße und auch in Nordhorn eingerichtet. An die erste Infoveranstaltung schloss sich eine fünfteilige Veranstaltungsreihe an, in denen die potenziellen Gast-

Geflügel-Fast-Food-Kette KFC kommt 2018 nach Emmen Eröffnung im nächsten Frühjahr Von Benjamin Havermann MEPPEN. Die bislang einzige Filiale der Geflügel-Fast Food-Kette KFC im Emsland hat im Herbst 2016 in Salzbergen eröffnet. Wer nicht bis ins südliche Emsland fahren will, kann im nächsten Jahr seinen Hunger auf Geflügel im niederländischen Emmen stillen. Wie der lokale Radio- und Sendersender RTV Drenthe berichtet, hat die Gemeinde Emmen am Dienstag eine Vereinbarung mit dem Entwickler Jaap ten Hoor und Kentucky Fried Chicken (KFC) unterzeichnet. Die Filiale soll gegenüber der Feuerwehr an der Nijbracht an der Kreuzung mit dem Hondsrugweg entstehen. KFC spricht von einer ausgezeichneten Lage: „Wir haben uns für Emmen entschieden, weil es eine Gemeinde mit mehr als 100 000 Einwohnern ist. Das Potenzial von Emmen ist groß genug, um hier eine Filiale zu bauen.“ Die Eröffnung der ersten

Lange Schlangen bald auch in Emmen? 2018 eröffnet dort die erste KFC-Filiale und ist wegen der Grenznähe auch für Emsländer attraktiv. Symbolfoto: Nyein Chan Naing/dpa

KFC-Filiale in Emmen ist für das Frühjahr 2018 geplant. Man erwartet, dass 55 Arbeitsplätze entstehen werden, in der Verwaltung und in der Bedienung. Der niederländische Lokalpolitiker Bouke Arends hält aus gesundheitlicher Sicht das Fastfood-Restaurant für vertretbar: „Die Menschen sind selbst dafür verantwortlich, was sie essen. Wenn man einmal pro Woche bei KFC essen geht,

EMSBÜREN. Ein Auto ist in der Nacht zu Mittwoch auf der A 30 auf Höhe Emsbüren schwer durch Warnbaken beschädigt worden, die ein Lastwagenfahrer mit seinem Fahrzeug überfahren hatte. Der Unfall ereignete sich laut Polizei in der Baustelle in Fahrtrichtung Niederlande. Mehrere Autofahrer meldeten gegen 4.30 Uhr der Polizei, dass in der Baustelle zwischen Salzbergen und Schüttorfer Kreuz Trümmerteile auf der Fahrbahn liegen. Die Autobahnpolizei entdeckte kurz vor dem Schüttorfer Kreuz drei beschädigte Warnbaken. Diese Beschädigungen dürften laut Polizei von einem Lastwagen der Marke Volvo verursacht worden sein, der die Baken vermutlich aus Unachtsamkeit mit seinem Fahrzeug überfuhr. Ein 42-jähriger Autofahrer aus Rheine, der die Trümmerteile zu spät sah, fuhr mit seinem VW Passat darüber. Das Auto wurde erheblich beschädigt. Der Sachschaden an den Warnbaken wird auf etwa 3000 Euro geschätzt. Zeugen werden gebeten, sich bei der Autobahnpolizei in Lingen unter Tel. 05 91/870 zu melden. jma/pm.

gelangten die Flüchtenden nach Libyen. Auf dem Weg in die libysche Hauptstadt gerieten sie in die Fänge des Islamischen Staats (IS). Das Haus, in dem sie gefangen gehalten wurden, wurde bombardiert. Die Flucht ging weiter in die Berge. „Mein Freund hatte eine Verletzung am Kopf. Wir sind die ganze Nacht ohne Schuhe gelaufen und waren den ganzen Tag ohne Essen und Trinken in der Sahara“, denkt Awet mit Grauen an diese Zeit zurück. Dieser körperliche und seelische Stress war wohl auch der Auslöser für seine Diabetes, wie sein Lingener Arzt meint.

Nach weiteren Wirrungen gelang es Awet, einen Platz auf einem Holzboot mit Ziel Italien zu ergattern. Während der mehrstündigen Fahrt verlor er das Bewusstsein und wurde dann an Deck gebracht. In Italien schließlich die Erleichterung: Die italienischen Behörden bringen die Geflüchteten nach Rom, von da aus schafft es Awet nach Deutschland. Auf der Fahrt lernt er den Bruder seines jetzigen Schwagers kennen, der inzwischen mit Awets Schwester in Lingen lebt. Awet wird zunächst in einer Wohngruppe für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge untergebracht. Annika Laser (42) und Kai Kollmann (43) unterrichten beide Holztechnik und Politik an den Berufsbildenden Schulen (BBS)

Trümmer beschädigen Auto auf A 30

kann das nicht schaden. Und wenn man sich danach wieder gesund ernährt, ist alles gut“, so der Ratsherr der Arbeiterpartei. KFC erhofft sich von diesem Standort, auch vom Wildlands-Zoo zu profitieren, der im vergangenen Jahr eröffnet wurde. Der Eingang liegt nämlich in unmittelbarer Nähe zum avisierten Baugrundstück. Der Zoo durfte im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Besucher begrüßen.

eltern über Themen wie Verantwortung, Trauma oder Ausländerrecht geschult wurden. „Wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass das Ganze wohl etwas für uns ist“, erzählt Annika. „Die Veranstaltung zum Thema Trauma hat uns insofern beruhigt, als dass wir gehört haben, dass man einen traumatisierten Menschen durch Geborgenheit, Orientierung und Rat wieder aufrichten kann“, ergänzt Kai. Nach der letzten Veranstaltung habe das Jugendamt zunächst angekündigt, dass es wohl direkt losgehen könne, aber dann sei erst einmal recht lange nichts passiert. „Durch das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei kamen nicht mehr so viele Flüchtlinge nach Deutschland, und die Jugendlichen, die in den Wohngruppen zusammenlebten, wollten sich nicht mehr trennen“, berichtet Annika. Wochen später sei es aber dann doch losgegangen. „Das Jugendamt hat uns besucht und uns einige Fragen gestellt. Das hatten wir uns aber viel „schlimmer“ vorgestellt. Lediglich ein Gesundheitscheck und ein polizeiliches Führungszeugnis waren obligatorisch. Und Fragen wie „Wie nimmt Ihr

Umfeld Ihre Entscheidung auf?“, „Wo sehen Sie selber Probleme?“ mussten sie beantworten. Vor den Sommerferien des vergangenen Jahres erfuhr das Paar dann, dass Awet in eine Familie ziehen möchte. „Ich wollte in einer Familie wohnen, weil ich die deutsche Sprache und Lebensart lernen wollte“, erklärt Awet seinen Wunsch. Nach einem „Vorstellungsgespräch“ in Anwesenheit von Mitarbei-

„Ja, Pünktlichkeit ist ein großes Thema hier“ Awet Tekia über die deutsche Lebensart

tern des Jugendamtes und ein paar Tagen Probewohnen war für alle Seiten alles klar. Awet bewohnt nun sein eigenes Zimmer und hat sein eigenes Bad in der ersten Etage des großen Hauses. „Ich fand es gleich toll und prima und super“, zeigt sich der inzwischen Volljährige enthusiastisch. Auch Annika und Kai finden, dass die Chemie von Anfang an stimmte. Konflikte gebe es kaum. Awet besucht derzeit die Sprachklasse H10F der Marienschule und wird im nächs-

ten Jahr die BBS besuchen. Sein Wunsch: „Ich möchte Tischler werden.“ In seiner Freizeit ist er mit voller Power in der A1-Fußballmannschaft des Altenlingener Sportvereins dabei. Als orthodoxer Christ vermisse er eine Kirche vor Ort, treffe sich aber am Sonntag mit seinen Freunden zum Gebet. Ansonsten sage er häufig „Ich bin ohne Plan“, erzählt Annika schmunzelnd, wenn Kais und ihr Tagesplan mal wieder voll ist. „Wir sehen unser Leben jetzt auch durch Awets Brille: Wie hektisch und vollgestopft unser Leben eigentlich ist.“ Umgekehrt weiß Awet die deutsche Lebensart zu schätzen: „Ja, Pünktlichkeit ist ein großes Thema hier“, lacht er. Andererseits begrüße er, dass in Deutschland vieles geregelt sei, denn das garantiere ihm auch Rechte und Freiheiten, die er in seinem Heimatland vermisst habe. Als Belastung, insbesondere für Awet, empfinden die drei seinen ungeklärten Aufenthaltsstatus. „Er hängt in der Luft“, beschreibt Annika das Gefühl. Sie hoffen auf einen positiven Asylbescheid, denn trennen möchte sich die „Familie“ nun nicht mehr so schnell.

Mann durch Stich am Hals verletzt jma/pm LENGERICH. In Len-

gerich ist am Freitagabend ein Streit zwischen zwei Männern ausgeartet. Ein Mann wurde dabei mit einem Messer schwer am Hals verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zu der Auseinandersetzung zwischen den zwei Männern ist es laut der Polizei am Foppenkamp in Lengerich gekommen. Gegen 22.30 Uhr wurde dabei ein 30-Jähriger durch einen Messerstich am Hals schwer verletzt. Der 33-jährige Kontrahent hatte zu einem Messer gegriffen und auf den Hals des 30-jährigen eingestochen. Der Verletzte konnte selbstständig vom Tatort flüchten und wurde in einem Nachbarhaus erstversorgt. Der alkoholisierte Täter wurde in Gewahrsam genommen. Eine Blutentnahme wurde angeordnet. Die Polizei ermittelt nach dem Vorfall wegen gefährlicher Körperverletzung.

Offener Sonntag: Stadt zieht Ja zurück Neue Erlaubnis für 23. April in Aschendorf und am Obenende aber möglich Von Daniel Gonzalez-Tepper PAPENBURG. Der Streit zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Stadt Papenburg zu einem verkaufoffenen Sonntag am 23. April in Aschendorf und am Obenende entwickelt sich immer mehr zum Katz-und-MausSpiel: Die Stadt hat die Erlaubnis zurückgezogen. Eine neue Erlaubnis ist aber wahrscheinlich. Wie berichtet, hatte Verdi Mitte März gegen die Genehmigung geklagt. Zunächst hatte das Verwaltungsgericht Osnabrück auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, dass dem Gericht von der Stadt Papenburg die teilweise Rücknahme der erteilten Bescheide mitgeteilt worden war. Und zwar für die Öffnung der Geschäfte in Aschendorf, streitig sei demnach nur noch der verkaufsoffene Sonntag am Obenende. Auf Nachfrage unserer Redaktion im Rathaus der Fehnstadt teilte Stadtsprecher Heiko Abbas dann wenig später mit, dass beide Ge-

nehmigungen zurückgezogen worden sind, das sei „aufgrund der Klage in Abstimmung mit den Kaufmannschaften“ erfolgt. „Nach Prüfung der Klageschrift ist das Ordnungsamt zu dem Ergebnis gekommen, dass vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtsprechung der Gerichte die erteilten Genehmigungen für den 23. April angreifbar sind“, so der Sprecher. Bisher kein Antrag Nicht ausgeschlossen scheint derweil, dass es eine neue und dann überarbeitete Genehmigung geben wird. Man befinde sich derzeit „in Abstimmungsgesprächen mit den Kaufleuten über die weitere Vorgehensweise“, teilt Abbas mit. Diese dürfte aber erst kurzfristig, also voraussichtlich in der Woche nach Ostern, ausgestellt werden, damit Verdi weniger Zeit hat, erneut ein Verfahren anzustrengen. Entsprechende Anträge seien von den beiden Kaufmannschaften bisher aber

noch nicht eingegangen, so der Sprecher. Ebenfalls die Hoffnung auf ein gutes Ende noch nicht aufgegeben hat Dirk Schämann, Beiratsmitglied beim Verein für Handel, Handwerk und Verkehr (HHV) Aschendorf und einer der Geschäftsführer bei Schuh & Mode Klahsen. „Wir haben unsere Mitarbeiter gebeten, sich den Sonntag weiterhin freizuhalten, um möglicherweise doch öffnen zu können“, berichtet Schämann auf Anfrage. In der Belegschaft gebe es eine große Akzeptanz, auch an einigen Sonntagen arbeiten zu gehen, nicht zuletzt wegen des Lohnzuschlags, den es an solchen Tagen gibt. „Gezwungen zu kommen wird allerdings niemand, wie von den Gewerkschaften gern behauptet wird“, sagt Schämann. Ärgerlich seien für alle Beteiligten der Schwebezustand und die schlechte Planbarkeit. Für die Unternehmen und den HHV bedeute dies zum Beispiel, bei der

Werbung für den 23. April zweigleisig fahren zu müssen. Werbung für das Frühlingsfest, das definitiv stattfinden wird, soll auf jeden Fall geschaltet werden. Ob darin auch für offene Läden geworben werden kann, wird sich wohl erst wenige Tage vorher entscheiden. Wichtig bei einer möglichen neuen Genehmigung wird dem Geschäftsführer zufolge sein, eine örtliche Trennung zwischen Veranstaltungsbereich und den Läden im Randbereich aufzubrechen. Denn nur dann, so die aktuelle Rechtsprechung, sei erkennbar, dass die Besucher zu der Veranstaltung strömen und nicht nur wegen der Kaufleute kommen. Das würde bedeuten, entweder wird das Frühlingsfest auf den Bereich in der Peripherie wie An der Emsmarsch ausgeweitet, oder nur die Geschäfte an der Großen Straße dürfen öffnen. ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·· ·

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