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Stadt Bad Kreuznach

12 | Kreuznacher Rundschau

KW 33 | 15. August 2019

Rundgeschaut bei der Sophia-Kallinowsky-Stiftung Wissenschaft und Forschung sowie Glücksmomente im Fokus von Natascha Lind Bad Kreuznach. Die Stiftung fördert zum einen die Wissenschaft und Forschung im Bereich von Krebserkrankungen bei Kindern. Dabei geht es um Themen wie individuelle Therapien, Medikamente, das Eruieren von verspäteten bzw. fehlenden Ansätzen und die Investition beispielsweise

in Forschungsgeräte. Zum anderen organisiert die Stiftung Glücksmomente-Events für kleine betroffene Patienten und deren Angehörige, um ihnen unbeschwerte Momente und Freude, die das Leid kurzfristig vergessen lassen, zu schenken. Diese Events sind beispielsweise eine Planwagenfahrt mit Pferden und Kutschen, Jahrmarktsbesuche, Besuche von Mainz-05-Spielen oder die Pfle-

ge und Lese im Weinberg. Die Trauben werden nach der Lese zu Traubensaft, Wein oder Secco verarbeitet, die zugunsten der Stiftung verkauft werden. Außerdem sammelt die Stiftung mit Verkäufen von weiteren Geschenkartikeln, Benefizkonzerten, Kabaretts, Comedys, einem Badminton-Turnier und Spenden (Stiftungskonto bei der Commerzbank AG, IBAN DE42 5504 0022 0204 3222

00, BIC COBADEFFXXX) weitere Gelder für den Stiftungszweck. Ziel ist eine eigene Stiftungsprofessur ab 2020, um 100 Prozent in die Forschung und Wissenschaft von individuellen Krebstherapie bei Kindern zu investieren – „das wäre ein Meilenstein für die Stiftung“, so Karsten Kallinowsky. Die nachhaltige Behandlung von Krebs erfordert neue Wege und Kinder dürfen dabei nicht hinten-

anstehen. Hier möchte die SophiaKallinowsky-Stiftung ansetzen und ihren Beitrag leisten – Zeit, sich dort mal rundzuschauen. Weitere Informationen gibt es unter www.ophia-foundation.de. Übrigens: Wer sich gefragt hat, warum das S von Sophia in der Homepage-Adresse fehlt – Sophia hat sich überzeugend selbst Ophia genannt. Fotos: N. Lind

Karsten Kallinowsky, Vorstand „Schon während der Leidenszeit meiner Tochter habe ich mir Gedanken gemacht, wie es persönlich weitergeht und was ich machen möchte: Einmal, um meine Tochter Sophia immer bei mir zu haben und weil Ärzte, Pfleger und Schwestern herausragende Arbeit im Kampf gegen Kinderkrebs leisten. Denn alle Betroffenen brauchen Hilfe und Unterstützung. Und klar war auch, dass das, was ich mache, nach meinem Ableben auch nachhaltig erhalten bleiben soll. Deshalb habe ich die Stiftung ins Leben gerufen – um Gelder vor allem in die Forschung von Krebsbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen – nicht nur bei Erwachsenen – fließen zu lassen und um Betroffenen mit Glücksmomenten schöne Stunden des Vergessens zu bescheren.“

David Meinhard, Vorstand „Mein Vater Steffen, der das Weingut Meinhard in Winzenheim betreibt, war als erster mit im Boot und hat bei den WeinbergEvents mitgemacht. Ich kam dann nach der ersten Veranstaltung, dem Krimi-Dinner, dazu. Seitdem organisiere ich das Catering bei Veranstaltungen. Ich habe mit Karsten über das Thema Krebs und das Schicksal seiner Tochter gesprochen und wollte mich sofort selbst einsetzen. Wenn man beispielsweise die Kinder und ihre Eltern bei den Events in den Weinbergen sieht, wie sie Spaß haben und die Krankheit – zumindest kurz – vergessen, möchte man sich einfach engagieren. Das ist wie eine Therapie für sie. Je nach Saison schneiden wir dann Reben zurück, befreien Trauben von Blättern oder ernten Trauben. Im Anschluss wird gemeinsam gegrillt, wir essen Flammkuchen oder es gibt eine Vesper.“

Tanja Spira, Vorstand „Ich habe in der Zeitung gelesen, dass es diese Stiftung gibt und finde sie von Anfang an toll. 2016 bin ich selbst Mama geworden und 2017 ist jemand in meinem Bekanntenkreis an Krebs verstorben – das hat in mir irgendwie etwas ausgelöst. Diese innere Verbindung hat dazu geführt, mich selbst engagieren zu wollen – und was passt da nicht besser als die Sophia-KallinowskyStiftung? Erst habe ich Flyer verteilt und bei den Events geholfen, jetzt bin ich auch im Vorstand. Es ist schön, etwas in seiner Freizeit zu machen, was anderen etwas bringt. Denn wir müssen froh sein, dass wir gesund sind.“

Jan Huyhsen, Vorstand „Meine Mutter war das Kindermädchen von Sophia und so habe ich das Schicksal am Rande mitbekommen. Ich habe Sophia einmal kennengelernt und war erstaunt, welche Lebensfreude in ihr steckte. Als ich jüngst wieder zurück nach Bad Kreuznach kam, habe ich mich dann mit dem Thema auseinandergesetzt und mich entschieden, zu helfen. Da ich Badminton-Spieler bin, kam ich auf den Gedanken, den Sophia-Kallinowsky-Cup, also die Badminton-Stadtmeisterschaften der Schulen – 5. bis 8. Klassen –, auszurichten. Unter dem Motto „für Kinder von Kindern“ fließt der Erlös des Turniers aus der Meldegebühr, dem Kuchenund Kaffeeverkauf und der Tombola zu 100 Prozent in die Stiftung. Die Kinder freuen sich, denn sie bekommen riesige Pokale.“

Waldlaubersheimer Kinder Engagement lohnt sich – und macht Spaß, wenn man anderen helfen kann. Deshalb strengten sich Waldlaubersheimer Kinder ganz besonders an: Sie spendeten 600 Euro für die Sophia-Kallinowsky-Stiftung – eingenommen durch ganz besondere Aktionen: In Eigenregie (bei der Vorarbeit hatten sie Unterstützung) verkauften sie selbstgemachte Kartoffelchips und organisierten im Anschluss eine Party in der Gemeindehalle, wo sie das eingenommene Geld vermehren konnten. Den Erlös spendeten sie an die Sophia-Kallinowsky-Stiftung – für Kinder, die existentielle Hilfe benötigen.

Eltern von Charlotte, Krebspatientin „Die Stiftung gibt unserer kleinen Charlotte und uns als Familie Glücksmomente beim Event im Weinberg. In diesen Stunden ist unsere Kleine glücklich. Sie kann unbeschwert mit anderen Kindern spielen, lachen und Spaß haben und ist somit von der Krankheit abgelenkt. Ferner können wir uns mit anderen betroffenen Familien und Karsten Kallinowsky austauschen und man schöpft somit gemeinsam Mut. Diese Tage geben uns sehr viel Kraft, weil wir als Familie unbeschwert den Tag genießen können und wir alle Sorgen hinter uns lassen.“

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