BERTL Magazin 3|2022

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Diessen WENN ENGEL REISEN Fuchstal WENN DER WIND WEHT Landsberg WENN DIE MUSIK SPIELT LASST UNS FROH UND BUNTER SEIN WINTER Das NEUE Magazin für den Landkreis Landsberg03/22

Tradition, Innovation und Nachhaltigkeit stehen für die Andechser Molkerei seit mehr als 100 Jahren an erster Stelle. Über 150 verschiedene Produkte werden nach höchsten Standards und in 100% Bio-Qualität gefertigt.

Damit die Milch innerhalb der automatisierten Abfüllung nicht ins Stocken gerät, wird die verbaute Steuerungselektronik seit mehr als 20 Jahren von unseren Experten in Pürgen repariert und instand gesetzt.

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Mit unserer Arbeit setzen wir Zeichen für Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit
darauf sind wir stolz! Gründungsjahr 1908 Bio-Milchbauern > 645 Kühe/Ziegen 14.000/11.000 Sortiment Bio-Produkte > 150 Milchverarbeitung/Jahr ca. 125.000.000 kg Andechser Molkerei Scheitz GmbH Quelle: wikipedia, AdobeStock_24086831 ANZEIGE

REDAKTION

Impressum 3 Editorial 4 Herkomer auf Reisen 5

STADT | LAND | FLUSS

Historisches: Von Sandau in die Altstadt 6 Debütalbum von Sophia Jani 12

Die Landsberger Rikscha 12 Mit dem Kinderführer durch Landsberg 13

Gut aufgelegt: Radio Welle Landsberg 13

FEDER | PINSEL | GEIST

Landsberg: Wo die Hausmusik spielt 8 Die Gruppe Randerscheinungen feiert Jubiläum 38

LOCAL HEROES

Wie Erwin Karg im Fuchstal die Welt veränderte 14

LERNEN | JOBS | ZUKUNFT

Was macht eigentlich eine Konditorin? 21 Ein Jahr in Uganda 25

DER KLEINE BERTL

Unsere neue Kinderseite startet mit dem Biber 22

GARTEN | BLUMEN | WIESE

Gartenkolumne: Wintervorbereitungen 23

MESSER | GABEL | LÖFFEL

Gesunde Winter-Glücksküche 36

MADE IN DIESSEN

Traditionsreiche Handwerkskunst: Die Zinngießerei 46

WASSER | WIND | WELLEN

Schondorf und St. Anna

Utting und Charles Lindbergh

Das Bürgerbudget spart Kosten

Der Rasso-Pilgerweg

TIPPS | TRICKS | ANGEBOT

Unser Gewinnspiel

Veranstaltungen

Weihnachtsmärkte in der Region

ADVERTORIALS

MADE IN HOFSTETTEN

Generationswechsel bei Scherdi

MADE IN UTTING

Das Bio-Trio von La Vida

SPORT | SPIEL | SPANNUNG

Kletterei und Edelweiss-Restaurant in Kaufering

MADE IN LANDSBERG

Hilft bei Fernweh: Das Reisebüro Vivell

Eine Foto-Lovestory: Männermodehaus Hecht

NIMAX: So geht E-Commerce

MESSER | GABEL | LÖFFEL

Das Seehaus Riederau tischt auf

TIPPS | TRICKS | ANGEBOTE

Unsere Bücherseite: Ingrid Asam empfiehlt

Das NEUE Magazin für den Landkreis Landsberg

JahrgangAusgabe 1|2022

Herausgeber: NETmark5 GmbH Zehnerweg 3a 86899 Landsberg

V.i.S.d.P.: Jürgen Farenholtz Redaktionsleitung: Silke-Katinka Feltes

Redaktion: Silke-Katinka Feltes

Jürgen Farenholtz Max Neuhaus

Gestaltung: NETmark5 GmbH Clara Farenholtz Barbara Farenholtz

Korrektorat: wort & sinn

Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH 97204 Höchberg

INHALT 14 36 25 IMPRESSUM
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Zur Einhaltung ökologischer und sozialer Anforderungen in der Waldwirtschaft ist das FSC-Kennzeichen immer noch das international aussagekräftigste Siegel. 3Bertl Magazin 03|22

EIN HERZLICHES SERVUS ZUSAMMEN

Da falle ich gleich mal mit der Tür ins Haus, denn: „zusammen “, das wird ein gewichtiges Wort in die sem Winter werden. In diesen eher unsicheren Zeiten geht es darum, dass wir unsere Gemeinschaft stärken, dass Nachbarschaft wieder an Bedeutung zulegt, dass die stade Zeit tatsächlich der Besinnung und der Refle xion dient. Für jeden und jede von uns.

Vielleicht beschert uns ja der ausgerechnet von uns selbst verursachte Klimawandel einen milden Winter, auf dass wir weniger Energie verbrauchen und unsere selbst defi nierten Ziele auch erreichen. Energie zu sparen scheint derzeit das oberste Gebot. Zu diesem allgegenwärtigen Thema haben wir den couragierten Bürgermeister Erwin Karg im Fuchstal getroffen und uns erzählen lassen, wie die Energiewende dort ins Rollen kam.

Das Thema hat uns dann übrigens direkt selbst betrof fen, denn anders, als ursprünglich geplant, machen

wir in diesem Jahr nur drei Ausgaben BERTL. Bei rund 70% höheren Druckkosten geht das leider nicht anders. Ungeachtet dessen ist auch diese BERTL-Ausgabe wieder ein bunter Reigen an Geschichten und Unerwartetem geworden.

Wir von der Redaktion wünschen Gesundheit und alles Gute für 2023 und möchten Euch einen Spruch von Hubert von Goisern mit auf den Weg geben, den er am Ende seines Konzerts in Dießen im September sagte: „Lassts eich nix gfoin – außer, es is wos Guads.“

Oder, im Sinne unseres Titels: Lasst uns froh und bunter sein.

Euer Jürgen Farenholtz

PS: Im März freuen sich die Postkästen im Landkreis dann schon wieder auf die Frühlingsausgabe.

ÜBER UNSEREN TITEL

Still ruht der See: Im Herbst und Winter hat der Ammersee einen ganz eigenen Reiz. Nach dem quirligen Sommer mit allen seinen Outdoor-Aktivitäten und Freizeitgästen, hat man nun an manchen Tagen den See ganz für sich alleine, wie beispielsweise hier in Dießen.

Titel-Foto: Wolfgang Groesslinger, www.instagram.com/wolfgang_groesslinger

LASST

www.facebook.com/bertlmagazin www.instagram.com/bertl_magazin

EDITORIAL Diessen WENN ENGEL REISEN Fuchstal WENN DER WIND WEHT Landsberg WENN DIE MUSIK SPIELT
UNS FROH UND BUNTER
SEIN
WINTER Magazin für den Landkreis Landsberg03/22 4 Bertl Magazin 03|22

HERKOMER AUF REISEN

ZUM SAMMELN

FREIZEIT-TIPPS VOM BERTL-TEAM

Er ist großer Sportfan und freut sich auf die Heimspiele der Riverkings im Eisstadion Landsberg. Mit Freunden, Bratwurst und Getränk hinter dem Tor stehen und den HCL unterstützen –tolle Stimmung, hochklassiger Sport!

Wir pflücken unseren Weihnachtsbaum immer beim Stempfel in Bronnen. Nach mindestens einer Stunde Suche und hitzigen Diskussionen sägt man den Baum selbst und trägt ihn zum Auto. Danach die obligatorische Halsgrat semmel, Stockbrot und Stollen, einen Glühwein am Feuer – so geht Advent.

„Wenn ich Anker lichtete und auf Entdeckungsreise segelte, so erweiterte ich meinen Horizont. Ich brachte die Früchte meiner Erkundungen nach Hause: Meine kritischen Fähigkeiten waren geschärft worden – kurz, meine Malerei wurde neu belebt.“

Reisen dienten Hubert von Herkomer als Inspirations quelle für seine Kunst. Zusammen mit seinem Freund Mansel Lewis fuhr er regelmäßig auf Malexkursionen in die raue Natur Großbritanniens, wie zum Beispiel an den Idwal-See in Nordwales. Dort schlugen sie Zelte auf und richteten darin Wohnbereiche und Atelier ein. Selbst auf Campingreisen führte er eine Radierwerkstatt mit.

Erholungsurlaub zu machen war Hubert von Herkomer allerdings fremd. Meist reiste er, um interessante Motive zu finden oder Auftragsarbeiten zu erledigen. So verbrachte er einige Zeit in den Alpen bei Ramsau und Garmisch und fing dort die Szenen für seine Reihe „Sketches in the Bavarian Alps“ in Zeichnungen ein.

Um seinen Horizont zu erweitern, reiste er jedoch auch nach Italien, Frankreich, Spanien und Amerika und befasste sich mit der dortigen Malerei.

Radtouren durch den Landkreis sind wahre Highlights. Besonders zu empfehlen: Start beim Staudenwirt in Finning und runter zum Ammersee. Am See entlang Richtung Schondorf. Dort in der Seepost in der Sonne Kuchen essen. Und dann ganz gemütlich – wenn man ein E-Bike besitzt – durch den Wald wieder zurück.

UNSER NAMENSPATRON
„Die Zelte“, Radierung von Hubert von Herkomer 1880 © Herkomer-Stiftung
Text: Herkomer-Museum
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Neue Heimat

VORDERANGER – HINTERANGER

Eine mittelalterliche Stadt wie Landsberg hat ein schier unendliches Potential an Geschichten, Anekdoten und Legenden. Vor genau 650 Jahren war Landsberg zum Beispiel Schauplatz des sogenannten 1. Städtekrieges. Dabei wurde die als Markt bezeichnete Ortschaft Sandau zerstört und die Bewohner zogen in die Anger der heutigen Altstadt.

Das informative Buch des 2020 verstorbenen Stadt heimatpflegers Anton Lichtenstern „Landsberg am Lech – Geschichte und Kultur“ sagt dazu:

„In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kam es im Reich zu vielfältigen Konflikten zwischen den Königen, den Fürsten und den freien Reichsstädten. Die Städte, bedacht auf ihre Unabhängigkeit, schlossen Bündnisse untereinander und mit einzelnen Fürsten. Feldzüge wurde geführt.

Es ging um Geld und Macht über Territorien. Bayern war damals in mehrere Teilherzogtümer auf

geteilt. Unter der Führung Augsburgs griffen Heere die Städte 1372 und 1388 Oberbayern an und belagerte die Grenzstadt Landsberg, ohne sie erobern zu können. Die Dörfer des Umlandes wurden in den Städtekriegen verwüstet, darunter auch der Markt Sandau. Die Bewoh ner flohen in die Stadt und siedelten sich auf den teil weise schon bewohnten Angern (heute Vorderer und Hinterer Anger) an.“

Auch die „Landsberger Geschichtsblätter“ des Histori schen Vereins sind jedes Jahr aufs Neue eine wunder bare Quelle für geschichtlich interessierte Leserinnen und Leser.

STADT | LAND | FLUSS
Foto:
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Hausmusikplakat, Entwurf von Andreas Gerth & Marion Epp

Der kreative Kopf, um den sich der Hausmusik-Kosmos damals und heute dreht: Wolfgang Petters.

Musikerin, Grafikerin und Siebdruckerin Marion Epp prägte die stilgebenden Plattencover und ist neben Wolfgang Petters mit ihrem Kunst- und Ausstellungsprojekt JIMMY DRAHT eine treibende Kraft hinter den früheren und den heutigen Hausmusik-Festivals.

Der Fotograf Ricardo Molina hatte die großartige Idee, die Geschichte der Hausmusiker zu dokumentieren und dank Crowdfunding auch zu verfilmen. Die früheren Festivals haben den damaligen DZG-Schüler musikalisch nachhaltig geprägt.

Artwork der meisten Hausmusik-LP-Cover und Siebdruck: Marion Epp. Die frühen Cover wurden auf dem Küchentisch gedruckt. Heute besitzt Epp in Berlin eine eigene Siebdruckwerkstatt.

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Siebdruck und Artwork LP- bzw. CD-Cover im Pizzakarton von Marion Epp.

Wenn die Hausmusik spielt

Nicht wenige jammern: Es gibt keine Subkultur in Landsberg! Nichts, wo die Jugend sich ausprobieren kann. Alles viel zu arriviert und gesetzt hier. Tja. Und früher? War es da wirklich besser? Zumindest hat sich damals in Landsberg und Umgebung eine ziemlich kreative Truppe zusammengefunden, aus der ein stilgebendes Label sowie einige bekannte Bands hervorgegangen sind. Ein junger Fotograf hat sich aufgemacht, die Geschichte des Hausmusik-Labels zu verfilmen. Ein Stück bislang unbekannter Landsberger Subkultur.

Es war einmal eine Kneipe, mitten in dem kleinen, beschaulichen Ort Pürgen nahe Landsberg. In die ser Bierwirtschaft namens Post trafen sich in den 80er Jahren so einige musikbegeisterte junge Menschen. Man trank, man rauchte, aber vor allem sprach man über Musik. Man schob selbstaufgenommene Kasset ten in den Kneipenrekorder, lauschte, analysierte und schwelgte in musikalischen Alternativwelten.

Später in der Nacht zog man weiter, meistens in die Landsberger Salzgasse zu Wolfgang Petters. Jetzt wurde selbst Musik gemacht, man „jammte“ bis die Nachbarn sich beschwerten. Mit dabei waren neben Wolfgang Petters unter anderem: Edmund Epple (heute Inhaber vom Discy und musikalischer Leiter des Stadttheaters), Marion Epp-Gerth, Thomas Ganshorn, Klaus Patzak und Achim Apitz. Die Acher-Brüder von The Notwist tauch ten auch hier und da auf. Die Situation war – musika lisch, freundschaftlich – fluide.

Später traf man sich zwei Jahre lang „allsams täglich im sagenumwobenen Wechslerhof bei Landsberg, um in wechselnder Besetzung mit mindestens vier Gitarren und ein oder zwei Schlagzeugen und Bass zu musizieren, zu singen und froh zu sein.“ So erinnert sich Wolfgang Petters.

Petters wollte irgendwann mehr als nur Musik spielen, er wollte veröffentlichen. Fortan teilte sich die Gruppe in diejenigen, die weiter „ein fach so“ musizieren wollten und diejenigen, die musikalisch noch einiges vorhatten. Letztere nannten sich Fred-Stocker-Quartett. Namensgeber war ein rosa Samt-Wimpel vom Flohmarkt, der im Probenraum hing.

Die ersten Aufnahmen entstanden im Wechslerhof und im Petterschen Wohn- und Schlafzimmer, die Veröffent lichung wurde vom BR-Zündfunk begleitet. 1991 grün dete Petters das Label Hausmusik, das lange für einen ganz eigenen, sehr freien und experimentellen Musik stil innerhalb der Underground-Szene stand. In diesem Hausmusik-Kosmos bildeten sich ständig neue Bands und Projekte, manche existierten nur für die Platten aufnahmen, andere waren auch darüber hinaus aktiv und erreichten sogar überregionalen Bekanntheitsgrad, beispielsweise Village of Savoonga oder Fred is Dead (hervorgegangen aus dem Fred-Stocker-Quartett). Calexico veröffentlichten seinerzeit ihre erste LP bei Hausmusik.

Ja, damals gab es noch Subkultur!

Mitte/Ende der 90er Jahre. Ricardo Molina, Schüler am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium, erlebte sein erstes Konzert bei den damaligen Jugendkulturtagen.

FEDER | PINSEL | GEIST
Landsberg Text: Silke-Kartinka Feltes | Fotos: Ricardo Molina | Peter Wilson | privat
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Auftritt der Borrowed Tunes Ende 1995 in der Quere. Von links: Marion Epp, Klaus Patzak, Jürgen Paulus.
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Die Hausmusiker nach dem erfolgreichen, allerersten öffentlichen Auftritt in der Augsburger Kresslesmühle 1992. Ganz hinten in der Mitte Marion Epp. Vorne rechts mit der Hand in der Tasche: Wolfgang Petters. Vorne in der Mitte: Autorin Katja Huber.

Der namensgebende Wimpel der ersten Hausmusik-Formation ist ein Flohmarkt-Fund. Wer dieses Quartett tatsächlich war, ist unbekannt.

FAST WELTRUHM

Edmund („Ede“) Epple war von Anfang an mit dabei. Er wollte damals allerdings nur „ein bisschen Hausmusik machen“ und war als junger Plattenladen besitzer („1985 während der Vorbereitung aufs Abitur habe ich den ersten Laden am Roßmarkt aufgemacht“) bei der Gruppe, die auftreten und produzieren wollte, nicht mehr dabei. Während einer gemeinsamen Urlaubssession in Kärnten nahm Wolfgang Petters allerdings ein Stück von ihm und Achim Apitz auf und brachte es auf einer Hausmusik-Compilation mit heraus.

Zehn Jahre später dann ein aufgeregter Anruf von Petters: „Ede, du wirst es nicht glauben, Saatchi und Saatchi aus London haben sich gemeldet, die wollen genau euren Track für ihren Kunden, die Royal Bank of Scotland, kaufen.“ Ein kurzer Traum von früher Rente folgte. Ein wenig Geld für die Vermarktung auf dem asiatischen Markt ebenso. Doch gerade als man in Verhandlung für die internationalen Rechte war, crashte mit Lehman Brothers der globale Bankensektor. Pech gehabt.

„Absolut bombastisch!“ Das erste Mal The Notwist live erlebt! Und lebenslang Fan geblieben. Molina ist bei der Schülerzeitung für die Bildbearbeitung zuständig und bewundert schon früh die Kunst der Plattencover aus dem Hausmusik-Label, für die Marion Epp mitverant wortlich war, („die haben so eine roughe Ästhetik, abso lut cool.“). Darüber lernt er Wolfgang Petters kennen. „Das Gesamtwerk des Labels begeistert mich immer noch, maximaler Respekt vor diesem Mann!“

Er geht zu allen drei Hausmusik-Festivals in Landsberg: zweimal in der „Quere“ (damals die von Jugendlichen gegründete „Kulturversorgung Quere e.V.“ in der Saar burgkaserne) sowie in den oberen Räumen des Inselbads, inklusive Comic-Ausstellung.

Nach der Schule macht Ricardo Molina eine Ausbildung zum Fotografen. Er wird früh Vater und arbeitet als

Dafür haben jetzt die Festival-Besucher:innen Glück: Denn Ede's Fast-Weltruhm-Track wird zur Festival-Eröffnung von Wolfgang Petters als Single herausgebracht. Limitiert auf wenige hundert Stück und mit einer B-Seite, die ungewöhnlicherweise einen grafischen Siebdruck von Marion Epp enthält. Hausmusik lässt grüßen.

Werbefotograf in Augsburg. Nebenbei verfolgt er, was die Hausmusiker so machen. „Dann habe ich ewig nix gehört von denen.“ Kein Wunder, 2007 ist der Vertrieb des Labels zahlungsunfähig und macht erstmal dicht. Aber Molina lässt nicht locker. „Die haben einen enor men Einfluss auf so viele Menschen gehabt. Die haben so viele Bands beeinflusst. Da müsste man doch eigent lich mal eine Geschichte drüber machen.“ Er findet kaum etwas im Internet, das Hausmusik-Label scheint nicht nur vergessen, es gibt auch keinerlei Dokumentation dieser spannenden Zeit. Also kontaktiert er Wolfgang Petters und legt los.

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Text: Silke-Kartinka Feltes | Fotos: Ricardo Molina | Peter Wilson | privat10 Bertl Magazin 03|22

Konzept, Kamera, Ton, ein Ein-Mann-Projekt. Gleich zu Beginn, im November 2019 hatten Calexiko in Mün chen gespielt und Molina hatte „gleich das Schwierigste im Kasten“. Sobald Job und Familie Zeit lassen, arbeitet er drei Jahre lang „nebenbei“ an dem Liebhaber-Projekt. Zum Schluss hilft ihm die Crowdfunding-Finanzierung über Startnext, aus dem kleinen, zunächst angedachten Interviewformat einen richtigen Film zu machen. Ein Stück Landsberger Kulturgeschichte.

Hausmusik Zwei Punkt Null?

Am 25. November ist Premiere! Ricardo Molina stellt seinen Film erstmalig im Stadttheater vor. Davor spielt Matthias Götz` Band Le Millipede. Nach Jahren des Stillstands soll es endlich wieder genreübergreifende Hausmusik/JIMMY DRAHT-Festivals geben. Zweimal im Jahr wird unter dem Titel „:machen – Zurück an die Zukunft“ neben Musik auch unabhängige Literatur, Film, Comic und Kunst im Stadttheater geboten.

„Mit der neuen Festival-Reihe wollen wir den beiden damals maßgebenden Menschen von Hausmusik und JIMMY DRAHT, nämlich Wolfgang Petters für den musi kalischen Part und Marion Epp für die künstlerischegrafische Seite ein Forum geben“, so Edmund Epple, „es soll ein kleines, feines Indie-Festival mit Raum für Experimente werden. ‚Mach dein Ding‘, das ist der alte Hausmusik-Geist. Mal um die Ecke blicken, neue Dinge entdecken. Das ist Postpunk.“ Die Rückkehr der Subkultur?

ES GEHT WEITER

:machen, Episode 1 am 25. und 26. November, um 19 bzw. 17 Uhr. Weitere Infos unter www. stadttheater-landsberg.de

Cover Artwork & Siebdruck: Marion Epp. Diese 7“ Single mit Comic-Heft und Texten erschien zum Festival im Inselbad bei den Jugendkulturtagen.

Cover Artwork von Wolfgang Petters, Siebdruck Marion Epp.
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DEBÜTALBUM: „ MUSIC AS A MIRROR “

Die Komponistin Sophia Jani ist Teil einer neuen Generation junger Künstler:innen, die –so schreibt es ihr Label – „früh von der Grenzenlosigkeit des 21. Jahrhunderts geprägt wurde.“

Aufgewachsen in Utting, Klavierunterricht an der Landsberger Musikschule, etliche Jugendmusiziert-Wettbewerbe, Meisterkurs in Nürnberg (da war die St. Ottilien-Schülerin gerade 13), Kompositionsstudium an der Musikhochschule München, Stipendiatin des „Bang on Can Festivals“ in Massachusetts/USA, Fulbright-Stipendiatin an der Yale School of Music. Und kürzlich ihr Debüt-Album „Music as a Mirror“ mit modern-minimalistischen Kammermusikwerken bei dem renommierten Berliner Label „Neue Meister“ veröffentlicht. Das nennt mal wohl eine steile, musi kalische Karriere.

Sophia Jani sagt: „Ich möchte Musik schreiben, deren Charakter nicht von dem System geprägt ist, in dem wir leben. Ich möchte Musik schreiben, die erfrischt, die sich traut, schön zu sein, die den Zuhörer und die Zuhörerin vielleicht verwundert zurücklässt, aber niemanden ausschließt. Ich möchte meine eigene Musik schreiben. Darum geht es bei „music as a mirror“.

Wir sagen: Wunderbar! Ruhig, kraftvoll, elegant, tänzerisch. Augen schlie ßen und genießen.

BEI ANRUF: RIKSCHA

A ch, wie herrlich ist das denn! Bei schönem Wetter ein wenig durch die Gegend gefahren zu werden. Ein bisschen Waldluft schnuppern. Den Lech rauschen sehen. Raus aus dem Alltag im Seni orenheim. Was viele ältere Menschen nicht mehr kön nen, nämlich lange Wege zurücklegen, wird ihnen wieder ermöglicht: Denn Landsberg hat jetzt eine Rikscha!

„Die Pandemie hat viele Lücken hinterlassen“, sagt Petra Hammer, „vor allem die Senioren und Seniorin nen haben mehr gelitten als wir alle. Sie können oftmals nicht einfach raus und spazieren gehen.“ Als sie und ihre ehrenamtlichen Teammitglieder vom AWO-Mehr generationenhaus Ute Nowak, Wolfgang Burchard,

Max Unger und Ernst Schatz dann von der Schondorfer Rikscha erfuhren, war schnell klar: „Das machen wir auch“. Anders als beim Schondorfer Projekt wird die Landsberger Rikscha bislang nur Dienstag und Mittwoch um jeweils 14 und 15 Uhr nach Voranmeldung die Alten heime ansteuern und eine festgelegte Route Richtung Englischer Garten fahren. Eine reine, knapp einstündige Spazierfahrt also. Mit Unterstützung der Kletterei, der Sparkasse und der Stadtwerke hat das Team ein komfor tables E- Bike angeschafft und ist jetzt auf der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Fahrer:innen. Natürlich erhält jeder Fahrer, jede Fahrerin eine ausführliche Schulung. Ein Traumjob – frische Luft und glückliche Fahrgäste.

Die Anmeldung erfolgt über das AWO-Mehrgenerationenhaus Landsberg am Lech sowie unter 01551 0069885 oder E-Mail: senioren@efi-landsberg.de

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Landsberg

FÜR KLEINE STADTENTDECKER

Vor einiger Zeit hatte Patricia Eck stein vom Kulturbüro diese Idee im Kopf. Wie wäre es, wenn man all diese kleinen Landsberger Geschichten und Anekdoten zu einem Stadtführer für Kinder zusammenfassen würde? Und alles spannend und unterhaltsam auf bereiten würde? Nicht nur Fakten sam meln, sondern Legenden erzählen. Ein Stadtrundgang – so unterhaltsam wie kurzweilig.

Gedacht – getan. Im September ist nun die zweite Auflage der 2020 erschienenen kleinen Broschüre „Entdecke Landsberg – Ein Stadtführer (nicht nur) für Kinder“ erschienen. Auf vier Touren erfährt man zum Beispiel, warum das Bäckertor zwei unterschiedliche Seiten hat, aus welcher Hauswand noch eine Kanonenkugel aus dem 30-jährigen Krieg hervorlugt, wel che Botschaften in der Rathaus-Fassade versteckt sind, wo sich im Mittelalter das Seuchenhaus befand (kleiner Tipp: in der Blatterngasse), woher der Schmalzturm seinen Namen hat und was es mit dem kopflosen Reiter im Pitzlinger Wald auf sich hat.

Kleine Rätsel, Aufgabenstellungen und viele nützliche Informationen runden die grafisch schön gemachte Broschüre ab. Es gibt sie in der Tourist-Informa tion im Historischen Rathaus für einen Unkostenbeitrag von 2 €.

BESTENS AUFGELEGT

Sein erstes Idol: Elvis. Sein Traum: ein eigenes Bürgerradio-Studio mitten in der Innenstadt. Sein Anspruch: Mit längst vergessenen Perlen aus allen musikalischen Stilrichtungen die Hörerinnen und Hörer begeistern. Armin Dernbach, 49, hat über 1000 Platten zuhause stehen und bereitet jede seiner RadioSendungen akribisch vor. Seit 2017 betreibt Dernbach alias DJ Hoss mit ein paar Gleichgesinnten das Lands berger Lokalradio „Welle Landsberg“. Neben den fixen wöchentlichen Terminen der drei ehrenamtlichen DJs gibt es Sondersendungen wie beispielsweise „Best of Sommerkeller“, ein Wiesn-Special oder ein Abend nur mit Maxi-Versionen der 80er Jahre.

DJ Hoss kramt dazu immer wieder lokale Schätz chen hervor, wie beispielsweise die „Lechtaler Buam“ aus den frühen 80er Jahren mit dem Volksmusik-Lied „Landsberg, du wunderschöne, alte Stadt“. Selbstver ständlich gibt es auch Indie-, Rock-, Country- und andere „Songs aus acht Jahrzehnten“ bis hin zu den aktuellen Neuentdeckungen.

„Radio Welle Landsberg“ ist ein unabhängiger, als Verein organsierter Lokalfunk, der durch die große Musiklei denschaft und das Engagement der Mitglieder getragen wird. Musikbegeisterte jeden Alters sind herzlich will kommen, ob vor oder hinter dem Mikro, ob eher tech nik-affin, buchhaltungs-firm oder sonst wie sendungs bewusst. Alle Termine und Sendungen auf: www.welle-landsberg.de

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Foto: Radio Welle Landsberg
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VERDAMMT AUSGEFUCHST

Wir befinden uns im Jahr 2022 n. Chr. Ganz Deutschland ist von der Energiekrise paralysiert. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Fuchstalern bevölkertes Dorf hört nicht auf, der Ignoranz Widerstand zu leisten. Wie früher Asterix und Obelix für die Freiheit ihres Dorfes, kämpfen heute Erwin Karg und Gerhard Schmid für die energetische Unabhängigkeit ihrer Gemeinde. In Sachen Klimaschutz und erneuerbare Energien sind sie mittlerweile bayernweit bekannt.

L

ange haben sie ihn belächelt. Der spinnt, haben sie gesagt. Ach, der Karg wieder. Aber auch: a Hund issa scho, und vor allem: einer, der sagt, was er denkt. Aber jetzt, mit dem Krieg in der Ukraine und den gestiegenen Strom- und Gaspreisen, da sind alle ganz neidisch auf das Fuchstal. Da ist es plötzlich eine bayerische, nein deutschlandweite Vorzeigeregion. Das Fuchstal hat die Energiewende bereits geschafft, während alle anderen noch nachdenken, wie und was denn zu tun sei.

Die Schule wird mit Wärme aus der nahen Biogasanlage geheizt. Vier Windräder sind seit 2015 in Betrieb, drei weitere sind genehmigt und werden gebaut. Insgesamt werden im Fuchstal rund 60 bis 65 Millionen Kilowatt stunden Strom durch erneuerbare Energien erzeugt. Die Gemeinde selbst benötigt nur 25 bis 30 Millionen. Der Rest wird ins Netz eingespeist.

Nicht nur ökologisch, auch wirt schaftlich hat die Gemeinde Fuchs tal mit ihrem hartnäckigen Bürger meister alles richtig gemacht: Die rund 115 Bürgerinnen und Bürger, die sich an den Windrädern finan ziell beteiligten, haben ordentlich Gewinn eingefahren. Und weil Karg sich von Anfang an gegen Investo ren entschied und alles selbst in die Hand nahm, „bleibt das Geld im Dorf“.

unserer oberbayerischen Landschaft gesprochen hat, da waren wir schon auf halbem Weg. Da kam der Trotz hinzu. Wir Fuchstaler sind einfach stolz und hängen unser Fähnlein nicht in den Wind, wir haben aus voller Überzeugung weiter gemacht. Die Investoren haben wir auch gleich raus gelassen und zum Wohl der Gemeinde alles selbst gemacht.“

Empfehlungen an andere Gemeinden

„Man braucht auch ein bisschen Glück. Bei uns zie hen der Bürgermeister und der Geschäftsstellenleiter an einem Strang und auch der Gemeinderat hat sich –zumindest von 2008 bis 2020 – für erneuerbare Energien stark gemacht. Wer kein Risiko eingehen will, für den ist das nichts. Das muss man mit einer Mischung aus Stur heit und Herzblut machen und nicht als Trittbettfahrer, weil gerade Energiekrise ist. Fukus hima war auch nach einem halben Jahr wieder vergessen, zumindest was die persönliche Bereitschaft zum Umdenken angeht.

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen.

(Chinesisches Sprichwort, geklaut von der Website des Ingenieurbüros, das die Gemeinde Fuchstal berät.)

Karg hat gegen viele, viele Windmühlen gekämpft. Der 58-jährige hat ein dickes Fell, ein großes Selbstbewusst sein, eine noch größere Klappe (sagt er selbst), unendlich viel Herzblut für die Gemeinde, dazu so unermüdliche Mitstreiter wie Gerhard Schmid aus der Fuchstaler Ver waltung (der wiederum selbst Bürgermeister in Apfeldorf ist).

Wir haben die beiden zum Gespräch getroffen. Da beide Männer wie mit einer Zunge sprechen, können die fol genden Zitate im Grunde beiden zugeordnet werden. Oft beginnt der eine den Satz und der andere beendet ihn.

Wie alles angefangen hat

„Ich bin kein Grüner, ich fahre lieber Motorrad als Fahr rad. Und wenn der Seehofer damals nicht gesagt hätte, wir brauchen 1.500 Windräder in Bayern und die ers ten Investoren nicht auf uns zugekommen wären, dann hätten wir wahrscheinlich nicht angefangen. Als der Seehofer dann später plötzlich von der Verschandelung

Insgesamt ist das schon extrem viel Aufwand. Und ehrlich: Wir haben so oft geschwitzt, ob alles gut geht. PV-Anlagen, das ist Pipifax. Aber Windkrafträder beantragen? Da bekommt man in Bayern fast eher ein Atomkraftwerk genehmigt. Zurzeit braucht es von der ersten Planung bis zur Einwei hung geschlagene sechs Jahre. Und noch was: wir wären nicht da, wo wir sind, wenn wir nicht ein Planungsbüro hätten, das wahnsinnig kompetent ist und gleichzeitig genauso von den erneuerbaren Energien überzeugt ist, wie wir. Also: gute Berater braucht es auch.“

Wer einsteckt, muss auch austeilen dürfen –über Kritik

„Da musst du schon was aushalten können. Ich habe extrem viel Prügel eingesteckt. Es gab Zeiten, da habe ich morgens vorm Spiegel gestanden“ – Karg steht auf, dreht sich um, stellt sich vor den Konferenzbildschirm und redet mit dem Rücken zu uns weiter – „und habe mich gefragt: Bist du wirklich so ein schlimmer Kerl, wie die Leute sagen? Nö, habe ich dann zu mir gesagt. Ich habe ein loses Mundwerk und provoziere gerne und wenn mir einer auf den Sack geht, dann schlachte ich ihn schonmal. Aber eigentlich bin ein umgänglicher Mensch, solange es gerecht und fair zu geht. Ich kenne viele Bürgermeister im Landkreis, die haben echt keinen Spaß

Text:
Silke-Katinka Feltes
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Fotos: Gemeinde Fuchstal
Leeder
LOCAL HEROES
Erwin Karg
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Die Bürgerwindkraft Fuchstal GmbH & Co. KG betreibt seit September 2016 vier Windenergieanlagen. Die Anlagenstandorte liegen fünf Kilometer südlich von Leeder im Süden des Gemeindegebiets Fuchstal. Sie befinden sich innerhalb des ausgedehnten Waldgebietes des Denklinger Rotwalds, dem sogenannten Kingholz. Im Sachsenrieder Forst werden derzeit drei weitere Windkrafträder gebaut.

an ihrem Job. Meiner Meinung nach müssten die nur mal mit der Streitaxt auf den Tisch hauen. Also für den diplomatischen Dienst bin ich nicht geeignet. Überhaupt nicht.“

Politikgelaber und andere Lippenbekenntnisse

„Von der CSU kommen nur Lippenbekenntnisse, die kön nen Sie vergessen, die CSU ist scheinheilig. Das Land ratsamt, also das Amt für Immissionsschutz und das Bauamt haben uns immer hervorragend unterstützt. Der Landrat ist wirklich ein Pfundskerl. Rhetorisch wahnsinnig gut, wenn der jetzt hier mit am Tisch sitzen würde, würden Sie denken, der hätte die Windkraft räder alleine gebaut. Aber letztendlich macht der nicht viel. Wir bräuchten mehr Druck auf die Politik, auf das bayerische Wirtschaftsministerium und das Umweltmi nisterium. Was wir alles haben einreichen müssen, das macht doch so schnell keine normale Gemeinde! Trotz dem: Wenn man in der Position ist, so etwas umzusetzen und so viel Gutes für die Gemeinde zu tun, das macht schon Spaß.“

Weiterdenken, weitermachen

„Was die Windkraft angeht, ist unser Potential in Fuchs tal ausgeschöpft. Wir könnten viel mehr mit PV-Anlagen machen, da sind wir auf dem Land doch in einer glück lichen Lage. Jeder könnte den Strom, den er braucht zu einem großen Teil selbst produzieren. Aber da gibt es so viel Widerstand bei der Bevölkerung, das verstehe ich nicht. Auch könnte man von Firmenseite aus die Produk tionsprozesse an das Wetter anpassen. Energie müsste mit einer Wertigkeitsauflage verbunden sein. Da ist vie les möglich und nur eine Frage des Willens und der Fle xibilität, auch im Kopf. Oder die Autos: Tagsüber hängen die am Strom, der vom eigenen Dach kommt. Wäre doch super, wenn man den abends wieder einspeisen und so zur Netzstabilität beitragen würde. Der erste Schritt ist immer der schwierigste.“

Was hat ihn am meisten geärgert?

„Die letzte Wahl!“ – Karg ist jetzt ganz ruhig, fast schon melancho lisch – „Da gab es einen Gegen kandidaten, der noch nie auch nur das kleinste bisschen für die Gemeinde getan hat. Der hat 37 Prozent der Stimmen bekommen! Da habe ich schon den Glauben an die Ehre verloren. Es macht mich traurig, wenn man das persönliche Inte resse über das kommunale stellt. Aber alles Negative hat immer auch eine gute Seite, ich kann jetzt demnächst bei den Olympischen Spielen mitmachen. Beim Hürdenlauf. Schau mal der kleine Dicke, würden die dann sagen, unterschätzt den nicht, der hat schon viele Hürden genommen, der springt sogar über Autos. Aber ehrlich, ich würde alles wieder genauso machen.“

Die nächsten Projekte

„Wir denken gerade drüber nach, Tinyhäuser mit in den Bebauungsplan aufzunehmen. Das ist das nächste große Ding, wenn die Leute sich keine Einfamilienhäuser mehr leisten können oder wollen.“

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Gerhard Schmid
Bertl Magazin 03|22

GENERATIONSWECHSEL BEI

In Hofstetten tut sich was:

Der Generationenwechsel in der Gärtnerei Scherdi steht bevor und der Familienbetrieb wird vom Vater an den Sohn übergeben. Die Qualität bleibt die gleiche, nur der Chef wird jünger. Und natürlich alle Jahre wieder: Weihnachten steht vor der Tür.

Scherdi wird jünger

Kurt Scherdi ist nun seit über 50 Jahren leidenschaftlich Gärtner. Vor 40 Jahren hat er den elterlichen Betrieb übernommen und war selbst der einzige Mitarbeiter. Heute steht in Hofstetten auf fünf Hektar Grund mit 11.000 Quadratmetern Gewächshaus und 28 Mitarbei tern eine der größten Einzelhandelsgärtnereien Bayerns. Qualität und beste Beratung, das zeichnet das PremiumAngebot aus. Das wird ab nächstem Jahr auch Sohn Flo rian Scherdi weiterführen. „Da, wo wir herkommen, wo wir stark sind, da bleiben wir auch stark, zum Beispiel bei der Eigenproduktion unserer Pflanzen“, sagt Flo rian Scherdi. Und mit ihm selbst zieht noch ein weiteres Stück Zukunft ein: Er ist gerade dabei, mit einer Hack schnitzelanlage den Betrieb auf erneuerbare Energien umzustellen. Tradition und Moderne, das ist Scherdi.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Nicht nur für die Kleinen ein Erlebnis: Am 10. Novem ber gibt es wieder die mittlerweile legendäre FackelWanderung durch den weihnachtlichen Scherdi-Zauber wald rund um die Gärtnerei. Das beliebte Familien-Event wird wie immer mit Lagerfeuer und Stockbrot abgerun det. Aber Vorsicht: Es wurde schon des Öfteren der ein oder andere Kobold gesichtet. Auch die Adventsaustel lungen am zweiten und dritten Novemberwochenende bergen wieder viele Überraschungen: Nach dem letztjäh rigen Erfolg des „Männer-Baumes“ – mit lauter Werkzeug und typisch maskulinem Christbaumgehänge – wird es dieses Jahr eine femininere Fassung geben, mit allerlei Baumschmuck in Form von Lippenstiften, Puderdosen und HighHeels.

Ein bunter Veranstaltungsreigen

Bei Scherdi in Hofstetten gibt es nicht nur die geballte Blumen-Kompetenz, sondern in regelmäßigen Abstän den auch hochkarätige Konzerte, Lesungen und Aus stellungen. Erst neulich berichtete der international bekannte Geiger Alessandro Quarta im Interview mit Kurt Scherdi davon, dass seine Deutschland-Karriere vor sieben Jahren im Glashaus der Gärtnerei gestartet sei. Gerade erst fand bereits Quartas drittes Konzert in Hofstetten statt. Gleich ob es um außergewöhnliche nepalesische Schnitzkunst oder einen zünftigen Süd tiroler Abend mit Musik und Buffet geht: Scherdi sorgt für Abwechslung – in der Kultur genauso wie bei den Pflanzen.

GÄRTNEREI SCHERDI

Adresse | Hagenheimer Straße 40 86928 Hofstetten Telefon | 08196 290 www.gaertnerei-scherdi.de

Bertl Magazin 03|2216 MADE IN HOFSTETTEN Fotos: Bertl-Magazin ADVERTORIAL
Florian, Andrea und Kurt Scherdi sind stolz auf ihre neue Hackschnitzel-Anlage. Scherdi fit machen für die Zukunft: Das übernimmt jetzt die junge Generation.

BioTrio

Klein, fein, familiär. Seit 54 Jahren und in dritter Generation steht LA VIDA in Utting für geballte Bio-Kompetenz. Von der größten Käseauswahl am Ammersee-Westufer, frischen Bowls als Mittagssnack, Kaffee und Kuchen auf der Sommerterrasse bis zu einer Unverpackt-Station.

La Vida bietet ausschließlich Produkte, hinter denen die drei Inhaberinnen mit Seele und Herzblut stehen. Da fliegen schon mal Produkte aus dem Sortiment, weil die Marke von einem großen Investor gekauft wurde, dessen Philosophie nicht mit derjenigen von LA VIDA übereinstimmt: größtmögliche Transparenz und Qualität.

„Früher, also vor Corona, gab es bei uns die Veranstaltung „Genuss nach Ladenschluss“, also gemeinsam ko chen und leckere Dinge probieren.

Während der Pandemie haben wir dann online herumexperimentiert und einen eigenen LA VIDA-YouTubeKanal eingerichtet. Wir lieferten Es senspakete nachhause, um dann – vir tuell verbunden – gemeinsam zu ko chen. Einmal haben wir sogar online Kosmetik vorgestellt und gemeinsam ausprobiert.

Social Media wollen wir auf jeden Fall ausbauen, um auch die Jüngeren an zusprechen. So können wir gut unser ganzes Wissen und viele interessante Informationen aus der Biobranche vermitteln. Wir freuen uns natürlich auch, dass es bald wieder Veranstal tungen im Laden geben wird. Meine Mutter, meine Schwester und ich, wir leben Bio und wir lieben es, unse re Passion an unsere Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Online und jeden Tag im Laden.“

Transparenz ist alles

„Die Biobranche wächst und wandelt sich ständig. Wie überall im Handel entstehen neue Marken oder kleine Firmen werden aufgekauft. Hier ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Ich bin durch meine Mitgliedschaft und mein Engagement in vielen natio nalen Verbänden bestens informiert und vernetzt. Wenn ein Unternehmen nicht mehr transparent agiert, neh men wir dessen Produkte konsequent aus dem Sortiment.

Die meisten Hersteller, die wir bei LA VIDA anbieten, kennen wir per sönlich, wir kennen die Firmen und ihre Produktionsmethoden. Da sind tolle Marken dabei, wie zum Beispiel die Getreidemühle Spielberger. Wäh rend der Ukrainekrise produzieren sie unverändert weiter, da sie ihr Getrei de nur von lokalen Bauern beziehen.

Sie haben das Getreide auch nicht überteuert weiterverkauft, was sie durchaus hätten tun können. Denen liegt Bio genauso am Herzen wie uns.“

Sylvia Haslauer

Verpackung neu denken

„Das Thema Verpackung ist komplex. Wir haben da schon vieles ausprobiert und mittlerweile eine sehr schöne Un verpackt-Station bei LA VIDA. Was für Nudeln, Nüsse, Flocken, Süßig keiten und andere Trockenprodukte passt, macht bei Waschmitteln, Mehl, Gewürzen und Zucker wenig Sinn. Die Großcontainer bei Waschmitteln produzieren beispielsweise mehr Plastik als die Einzelverpackung. Auch bei Pfand muss man genau hin schauen. Wenn das Glas mehr wiegt als das Gewürz drinnen, ist das öko logisch unsinnig. Dann doch lieber ein leichter Plastikschutz ohne Umver packung. Unverpackt machen wir aus Überzeugung.

Wir füllen alles manuell ab, es wird in einem eigenen, kühlen Raum gelagert und alle Hygienevorschriften wer den regelmäßig dokumentiert. Wir machen alles, was in diesem Bereich geht. Es gibt kein Perfekt. Aber wir versuchen es jeden Tag aufs Neue.“

Dominique Sarring

BIOMARKT LA VIDA GMBH Adresse | Schondorfer Str. 15 a 86919 Utting am Ammersee Telefon | 08806 7249 www.biomarkt-lavida.de Fotos: Ruth Schmoldt MADE IN UTTING Bertl Magazin 03|22 17 ADVERTORIAL

Sicherheit steht beim Klettern immer an erster Stelle. In der Kletterei gibt es zu den normalen Sicherheitsvorkehrungen und -regeln zusätzlich ausgebildete Personen, die immer wieder in den Hallen nach dem Rechten sehen. „Wir wollen die Zivilcourage fördern“, sagt Hallenbetreiber Markus Wasserle, „sich gegenseitig anspre chen und auf Gefahren aufmerksam machen, soll hier normal werden. So haben wir bislang weit weniger Verletzungen zu verzeichnen als viele andere Hallen.“

Familie Bräutigam fast vollständig, nur die älteste Tochter ist zuhause geblieben. Die jüngeren sechs Geschwister sind sehr disziplinierte und routinierte Kletterer:innen.

Die Stimmung im Restaurant wandelt sich im Laufe des Tages komplett. Von den reinen Frühstücksund Brunchgästen, deren Kids kostenlos ins Spieleparadies dürfen, über das Familien-Kuchenessen zur Stärkung am Nachmittag bis zu den gesundheitsbewussten Sportlern, die gerne gut und proteinreich essen.

ADVERTORIAL 18
Kaufering
Bertl Magazin 03|22

VON KARABINERN UND KAISERSCHMARRN

Klettern, bouldern, schlemmen. Das ist – kurz zusammengefasst –die Kletterei in Kaufering. Spielerisch trainieren, ambitioniert sporteln oder einfach nur gut essen. Es ist für alle etwas dabei. Heute begleiten wir eine Familie mit sechs Kindern durch ihren Tag in der Kletterei.

Mit sechs Kindern unterschiedlichen Alters in die Kletterhalle? Hat man da als Eltern nicht alle Hände voll zu tun und ist am Ende fertig mit den Nerven? Ganz und gar nicht. Die Kletterei Kaufering bietet mit ihrem Kinderparadies¸ dem Boulderbereich und der Kletterhalle unzäh lige Möglichkeiten, sich auszutoben und auszu probieren. Am Ende eines langen Klettertages sind Muskeln und Koordina tion trainiert, die Kids glücklich und erschöpft und die Eltern immer noch ziemlich entspannt.

Alle sechs Monate schrauben Routenbau-Chef Maximilian Schwenk und sein Team die Routen in der Kletterhalle komplett neu um, die Sektoren in der Boulderhalle werden wöchentlich neugestaltet. Da ist alles dabei von der leichten 4 („des machsts scho“) bis zur „brudahlen“ 10 minus. Und für wen das immer noch nicht reicht: Im oberem Bereich der BoulderHalle gibt es ein programmierbares Kilterboard, auf dem man per App über 50.000 Routen einstellen oder auch eigene Routen definieren kann.

11.28 Uhr, Samstag, Regen. Familie Bräuti gam checkt ein. Lola (15) zieht ihrer jüngsten Schwester Ella (2) winzige Kletterschühchen an. Sina (13) und Niklas (11) klettern schon seit einiger Zeit beim DAV Kaufbeuren, sie kennen sich aus und stürmen gleich los. Silas (8) und Ida (4) brauchen noch Kletterschuhe, schnell zur Rezeption, die haben Schuhe in allen Größen vorrätig.

11.55 Uhr: Sina und Niklas kra xeln wie die Weltmeister die Route „Himmelsstürmer“, Schwierig keitsgrad 6+ hoch. Das Sichern übernimmt der Automat. Nebenan scheint eine junge Frau die Steil wand hochzufliegen und haut oben auf einen Buzzer. Check. Die Speed kletter-Route. Unten hängt eine Liste, in die man seine Bestzeit eintragen kann. 30 Sekunden ist hier Top.

12.27 Uhr: Jetzt erstmal eine g`scheite Stärkung. Die Familie trifft sich im Restaurant Edelweiß. Hier kocht Johannis Sauer mit seinem Team alpenländische Küche, immer frisch und so regional wie möglich. Die Kids lie ben die selbstgemachten Pommes und den Salat, „die Salatsauce ist echt lecker“, sagt Sina. Vater Thomas Bräu tigam (44) bestellt einen Jalapeño-Burger und Mutter Sabine (42) wählt aus der Wochenkarte den SteinpilzStrudel. Plötzlich großes Hallo. Nebenan nimmt eine befreundete Familie Platz, die nur zum Essen gekom men ist, zum Klettern reicht heute die Zeit nicht. Sie

wollen nur ein bisschen Hüttngaudi schnuppern und bestellen ganz zünftig Kässpatzen, Kaiserschmarrn und Skiwasser.

13.15 Uhr: Sina und Niklas drängen zum Aufbruch, sie wollen in die Boulderhalle. Hier geht man wie auf Wol ken, der Boden ist extrem gepolstert. Lola, ganz große Schwester, hilft Ella, der kleinsten. Sie will unbedingt den Großen nacheifern und ihre Körperhaltung in der Wand ist schon ziemlich gut. Ein bisschen Stütze von Lola ist allerdings noch erforderlich. Die Eltern machen es sich auf den Sitzsäcken bequem und haben entspannt alles im Blick.

13.55 Uhr: Die Kleinen haben jetzt genug, sie wollen end lich ins Kinderparadies, von Markus Wasserle liebevoll „das Zentrum des Wahnsinns“ genannt. Während in den Kletterhallen oft meditative Konzentration herrscht, können sie hier toben und vor Freude kreischen. Klet tern, balancieren, Kräfte messen, das wird hier spiele risch und nebenbei trainiert.

15.40 Uhr: Ella, Ida und Silas haben jetzt wirklich jeden Winkel des Kinderparadieses erkundet und außerdem Hunger auf diesen leckeren Kuchen, den sie vorhin im Restaurant gesehen haben. Die Kletterfreaks der Fami lie Bräutigam wollen nur noch diese eine Route machen und kommen dann auch dazu.

16.35 Uhr: Schnell noch mal alle auf die Dschungel-Toilette. Auschecken. Schee wars. Auf dem Nachhauseweg schlafen Ella und Ida im Auto ein. Sina und Niklas überlegen, welche Routen sie das nächste Mal klettern.

DIE KLETTEREI

KLETTER- UND

BOULDERPARADIES & RESTAURANT EDELWEISS

Adresse | Viktor-Frankl-Straße 5a 86916 Kaufering

Telefon | 08191 64 04 740

Öffnungszeiten | Kletterei von 7 bis 22.30 Uhr Restaurant von 7 bis 22.30 Uhr, Warme Küche von 11 bis 21 Uhr www.die-kletterei.de | www.edelweiss-kaufering.de

19Fotos: Janina Laszlo | Jürgen Farenholtz SPORT | SPIEL | SPANNUNG
Bertl Magazin 03|22
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LANDSBERG Am Penzinger Feld 21 · im InCenter · 86899 Landsberg am Lech Mo-Fr 10-19 Uhr · Sa 10-18 Uhr · www.sport2000-landsberg.de EINKAUFSGUTSCHEIN gültig bis 28.02.23 und ab einem Mindestumsatz von 99,- € 20€ DRUCK_210x147mm_AZ-Gutschein_Landsberg.indd 1 10.10.22 11:28 Infos zu Advertorials und Anzeigen unter Tel. 08191-4011040www.netmark5.de www.bertl-magazin.de 20 Bertl Magazin 03|22 ANZEIGEN

Helena bereitet einen Klassiker der französischen Patisserie zu: Financiers.

Zierlich, klein und wahn sinnig lecker. Der Name orientiert sich angeblich an den teuren Zutaten.

WAS MACHT EIGENTLICH EINE KONDITORIN?

Heute wollen doch alle studieren! Stimmt nicht. Wir stellen junge Leute vor, die ihren Berufsweg mit einer Ausbildung starten.

Vom klassischen Handwerk bis zur New Economy. Folge vier: Die Konditorin.

Die Zeit nach der Schule hat sie sich definitiv anders vorgestellt. Bereits die Abifeier im Frühjahr 2020 fiel coronabedingt ins Wasser. Reisen und die Welt entde cken ging aus eben jenem Grund auch nicht. Also gleich ins Studium. Ein Jahr von zuhause aus langweilige, auf gezeichnete Videos der VWL-Professor:innen schauen. Gähn. Lust auf das Thema macht das nicht. Dann die Idee: Was Praktisches, was Kreatives. Warum nicht Kon ditorin? Helena Feltes, 21, hat gerade nach der Hälfte ihrer Lehrzeit den Ausbildungsbetrieb gewechselt und erzählt uns, wieso die Auswahl des richtigen Lehrbetrie bes entscheidend ist.

Warum hast du diesen Beruf gewählt?

Es ist ein sehr kreativer Beruf. Gleichzeitig gibt es viele Regeln, an die man sich unbedingt halten muss. Das finde ich gut, ich könnte auch nicht ohne Kochbuch kochen. Meine neue Chefin Audrey sagt, Konditorin ist ein Beruf, der alle Sinne umfasst. Wir arbeiten nicht nur mit den Händen und fühlen die richtige Konsistenz des Teiges, sondern auch mit der Nase, es muss gut riechen. Mit dem Mund – stimmt geschmacklich alles? Mit den Augen – sieht es gut aus? Mit den Ohren – brutzelt es schon im Ofen und so weiter.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung am besten?

Ich mag es, wenn man das Ergebnis seiner Arbeit am Ende des Tages in den Händen hält. Das Gefühl, wenn man etwas Schönes erschaffen hat. Als Konditorin lernt man viele unterschiedliche Dinge, von einer ganz nor malen Sahnetorte über Croissants bis hin zu feinsten Patisserie-Teilchen. Am meisten gefallen mir die feinen

Arbeiten, zum Beispiel das Verzieren. Allerdings muss das Ergebnis auch lecker sein. Fondant-Blumen, die nur gut aussehen und nach nichts schmecken, sind nicht so mein Ding. Es muss einfach rundum gut sein. Ach ja, und das Naschen zwischendurch mag ich natürlich auch.

Was fällt dir schwer?

Ganz klar das frühe Aufstehen. Gerade im Winter habe ich manchmal gar nicht das Tageslicht gesehen. Ich bin um 5 Uhr morgens zuhause los und meist erst um 16 Uhr zurück, als es schon wieder dämmerte. Dazu ist es körperlich ein ganz schön anstrengender Job, man kann sich an schlechten Tagen nicht wie in der Schule oder manchen Bürojobs hinter den anderen verstecken und mal nur zuhören. Man muss jeden Tag liefern.

Gibt es etwas, das dich nervt?

Wenn andere hören, dass ich Konditorin bin und dann sagen: dann kannst du mir ja meine Geburtstagstorte backen. Das würde man doch bei anderen Berufen auch nicht sagen.

Was ist dein Rat für angehende Azubis?

Also die Auswahl des richtigen Betriebes ist entschei dend. Für manche sind Lehrlinge nur billige Arbeits kräfte. Das kann ganz schön frustrierend sein. In der heutigen Zeit des Fachkräftemangels, gerade im Hand werk, finde ich es extrem wichtig, den Azubis auch die Lust und die Leidenschaft für den Beruf zu vermitteln. Also Augen auf bei der Betriebswahl, schaut, wie ist die Betriebskultur, wie ist der Umgang untereinander, redet vielleicht mal mit den anderen Azubis.

LERNEN | JOBS | ZUKUNFT
21Foto: Mathieu KriegBertl Magazin 03|22

Bäume

MEIN LIEBLINGSGERICHT:

Der Biber ist ein Säuge tier, das am Uferbereich von Flüssen und Seen lebt. An Land bewegt er sich auf grund seines plumpen Körper baus nur langsam. Im Wasser dagegen ist der Biber ziemlich flink unterwegs. Seine „Kelle“, das ist der platte, lederar tige Schwanz, dient ihm als Steuer und Antriebsruder und an den Hinterfüßen hat er Schwimmhäute.

Jetzt im Spätherbst und Winter, wenn die Bäume und Büsche keine Blätter mehr haben, kann man besonders gut beobachten, wo der Biber am Lech oder am Ammersee seine Spuren hinterlassen hat.

Vor 155 Jahren gab es in Bayern keine Biber mehr. Sie wurden ausgerottet, denn ihr feines Fell war beliebt und ihr schmackhaftes Fleisch diente Mön chen als Fastenspeise. Die Mönche haben nämlich ein fach geflunkert und behauptet, alles, was im Wasser lebt, wird als Fisch gezählt und den durften sie auch in der Fastenzeit essen.

Erst 1966 wurde vom BUND, das ist der Bund für Umwelt- und Naturschutz, ein Biberpaar am Ufer der bayerischen Donau ausgewildert, später auch am Ammersee. Und seitdem haben die putzigen Nagetiere sich munter vermehrt. Wer in der Abenddämmerung mit seinem SUP oder einem Kanu auf dem Lech unterwegs ist, meint manchmal, einen schwimmenden Baumstamm zu erkennen, der sich beim näheren Hinschauen als ausgewachsener Biber entpuppt. Und schwupps, ist er schon wieder untergetaucht. Bis zu 20 Minuten lang kann er unter Wasser bleiben. Vielleicht schwimmt er ja gerade in seinen geheimen Biberbau.

Aufgabe: Male ein kleines Käst chen, das genau ein Millimeter lang, breit und hoch ist. Das nennt man Quadratmillimeter. Jetzt zeichne sechs Punkte hinein. Die Punkte sind die Haare auf dei ner Kopfhaut. Schaffst du es 230 Punkte in das Kästchen zu zeich nen? So viele Haare hat nämlich ein Biber auf dieser winzigen Fläche. So ist er wunderbar vor Nässe und Kälte geschützt.

Aufgabe: Ein erwachsener Biber kann fast so groß und so schwer werden wie ein kleines Kind, nämlich bis zu 140 Zentimetern lang und bis zu 32 Kilogramm schwer. Miß doch mal wie groß und schwer du bist und verglei che dich mit dem Biber. Bist du schon größer?

Stimmt es oder stimmt es nicht? Der Biber macht unsere Wälder kaputt, weil er alle Bäume zernagt.

Stimmt nicht! Der Biber ist das größte europäische Nagetier, er hat unglaublich starke Zähne und ernährt sich – vor allem im Winter – von Baumresten. Er knabbert Rinden und Zweige von vielen Bäumen und Sträuchern ab. Auch während des restlichen Jahres ernährt er sich rein vegetarisch. Im Sommer essen Biber vor allem Kräuter, Gräser und Wasserpflanzen. Damit räumt der Biber den Wald auf und macht ihn jünger und vielfältiger. Biberreviere zählen zu den artenreichsten Lebens räumen in Bayern. Er ist damit so eine Art Ökosystem-Manager. Da, wo er lebt, siedeln sich viele verschiedene Tiere an.

Biber sind hervorragende Baumeister und der Biberbau bildet das Zentrum jedes Reviers. Der Eingang ist immer unter Wasser, die Wohnhöhle liegt im Trockenen. Drinnen achtet der Biber sehr auf Sauberkeit und geht zur Toilette immer nach draußen. Übrigens: Auf einer Länge von etwa zwei Kilometern lebt immer nur eine Biberfamilie. Sobald neuer Nachwuchs kommt, müssen die älteren Biberkinder weiterziehen und sich ein eigenes Revier suchen. So wird es nie zu viele Biber an einem Ort geben.

Der Biber steht unter Naturschutz. Nur in Ausnahmefällen – wie am Hungerbach nahe des Sportzentrums Landsberg – gibt das Landratsamt den Biber zum Abschuss frei. Hier waren die Schäden für die Anwohner einfach zu groß.

Die neue Bertl-Kinderseite wird mit freundlicher Unterstützung von Jugendleiterin Thea Wolf vom LBV erstellt. Sie bietet im Sommer im Wildpark Biber-Führungen für Kinder an. Termine unter www.landsberg.lbv.de

DER KLEINE BERTL
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FRANZ UND SEINE FÜNF MIETER

Unsere Kolumnistin Susanne Greiner lässt es sich nicht nehmen, zwischen Bäumen, Blumen und Kräutern auch Tomaten auf ihrer Hinterhof-Terrasse mitten in der Landsberger Altstadt anzubauen. Was ihr dabei hilft und wie sie sich auf den Winter vorbereitet.

Mein neuer Freund heißt Franz: stabil, effizient, günstig. Bestellt habe ich Franz unter dem Namen „Relaxdays“ – und wahrlich: Das kleine Tomatenge wächshaus beschert mir einen unbeschwerten Sommer. Statt zum Sklaven meiner Tomaten zu werden, bilden Franz, Solanum lycopersicum und ich eine Kooperative.

Am 30. April nimmt Franz fünf Mieter auf, wenige Zenti meter hohe Tomatensetzlinge. Die fünf sind grundver schieden: Sensatica, die Eiertomate, ist keine Sensation: eher fade und wässrig. Im Gegensatz zu Bartelli: ein schnell wachsender Italiener mit süßen Cocktailfrüch ten. Dazu gesellen sich Golden Pearl – macht ihrem Namen alle Ehre, die Beatles-Tomate Yellow Submarine – nicht U-Boot-, sondern birnenförmig – und die robustgedrungene Strauchtomate Rotkäppchen. Wie sollte sie auch anders heißen? Wer sich in Tomatensorten vertie fen will: Wikipedia listet alle, von „Frau Metzger“ (des Züchters erste geheime Liebe?) über „Venusbrüstchen“ und „Banana Legs“ (nomen est omen) bis hin zum Tol kien-Universum mit „Bilbo“, „Frodo“ und „Gollum“.

Jede meiner Tomaten bekommt einen 7-Liter-Topf. Zu klein, wie sich zeigt. Oder zu wenig gedüngt? Das tue ich bis September zweimal, einmal mit Kaffee und Zwie belschalen, einmal mit Komposterde. Trotzdem werden einige Blätter gelb. Den ersten Paradeiser zupfe ich am 30. Juni – und der ist sauer. Erst 14 Tage später ernte ich gelbe, orange und rote Tomaten, süß und aromatisch. Ausgeizen geht nebenher, Rotkäppchen kommt ganz ohne aus. Einen Trieb der grandiosen Golden Pearl stelle ich ins Wasser. Und tatsächlich: Er wurzelt und darf unter dem Schirm meiner Pinie wachsen. Die Früchte der 2. Generation reifen Mitte September.

Mein Tomaten-Resumee: ok, aber mit Luft nach oben. Nächstes Jahr werden es größere Töpfe. Und alte Sorten, Socrates, Sibirisches Tigerherz. Die sind samenfest, ich könnte die Kerne einsetzen, Pflanzen ziehen … Dass ich mir diese Mühe mache, bezweifle ich. Aber bis dahin ist ja noch Zeit.

Winter is coming

Jetzt gilt es, den Winter vorzubereiten. Schachbrettblu menzwiebeln sind gesetzt, Wiesenblumen gesät – die brauchen Kälte, um im Frühjahr zu sprießen. Kleine Pflanzen kommen ins Treppenhaus. Stauden lasse ich struppig draußen, die Töpfe in Luftpolsterfolie, Laub und Stroh auf der Erde. Ebenso Oliven- und Apfelbaum: Oliven halten bis zu minus zehn Grad aus. Zumindest, wenn sie so akklimatisiert sind wie mein fünfzehnjäh riger Baum.

Avocado, Mandarine und Eukalyptus sowie der emp findliche Pfirsichsalbei wandern samt Frostwächter ins Gewächshaus. Wobei „wandern“ euphemistisch ist: Die riesigen Baukübel durchs Fenster und via Küche hin ters Haus zu tragen, artet zu einer wahren Schlepporgie aus. Aber in der Wohnung ist es den Pflanzen zu dunkel und mir zu eng. Deshalb mein heldenhaft schützendes Winterquartier namens „Läderlappen“ – so hieß Batman früher in Schweden. Was den Aufbau von Gewächshäu sern betrifft: Der ist bei Billigvarianten dank krypti scher Anleitung sagen wir mal … herausfordernd. Ikea ist Luxus dagegen.

Und Franz? Seine Haut ist in der prallen Sonne und der Hitze dieses Sommers faltig geworden. An manchen Stellen hat Franz Risse. Aber nächstes Jahr wird er noch mal dabei sein: Gaffa sei Dank.

Wer braucht Urlaub? Ich habe meineTerrasse, die mich auf jedem Zentimeter und immer wieder zum Staunenbringt. Wenn ich nicht dort gärtnere/lese/sinniere/schlafe, bin ich Redakteurin beim LandsbergerKreisboten. Meine Themen: so ziemlich alles.Bevorzugt Kultur, Umwelt, gerne auch Lokalpolitik.Die ist fast so bunt wie meine Terrasse im Mai.Susanne Greiner

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Text/Fotos:
Susanne Greiner GARTEN
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BLUMEN
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WIESE
Bertl Magazin 03|22
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ELF MONATE UGANDA

Noch nicht die richtige Ausbildung gefunden? Noch keine Lust auf Studium?

Wie wäre es mit einem FSJ, einem Freiwilligen Sozialen Jahr? Vielleicht sogar im Ausland?

Der Kauferinger Jan Amrhein erzählt von seiner Zeit in Uganda.

Was das Highlight seines Aufenthalts war – und wie ihn der Internetempfang überraschte.

Wie geht es jetzt eigentlich weiter? Der Schulab schluss ist geschafft. Endlich! Und nun? Wie alle Jugendlichen stellt sich auch Jan Amrhein aus Kaufering diese gewichtige Frage. Im Sommer 2021, kurz nach dem Fachabitur entscheidet sich der 21-jährige für ein Frei williges Soziales Jahr (FSJ). Das BMZ, das „Bundesmi nisterium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent wicklung“ bietet mit dem Programm „weltwärts“ jungen Freiwilligen die Möglichkeit, ein Jahr im Ausland zu ver bringen. Jan bewirbt sich und sitzt Anfang Oktober 2021 im Flugzeug Richtung Kampala, der Hauptstadt des ost afrikanischen Staates Uganda. Elf Monate wird er hier verbringen.

„Vor dem Start war ich ganz schön ner vös. Du weißt ja nicht, was dich erwar tet. Letztendlich ist es eine Reise ins Ungewisse“, sagt Jan Amrhein. Nach der Ankunft in Kampala geht es für ihn nach Kabale, einer 50.000 Einwohner Stadt im Süden des Landes. Hier wohnt er mit drei weiteren Freiwilligen in einer Wohnge meinschaft – und das in für Uganda eher untypischen Verhältnissen: „Wir hatten fließend Wasser und Strom. Das ist dort eher die Ausnahme“, erzählt er. Das alltägliche Leben ist nicht mit dem in Deutschland zu vergleichen. Beispiel Infrastruktur: „In Kabale gibt es genau eine geteerte Hauptstraße, ansonsten immer san digen Untergrund.“

Das typische öffentliche Verkehrsmittel ist das Motor radtaxi, auf dem man alleine oder zu zweit durch die Stadt transportiert wird. Eingekauft wird auf dem Markt. 20 Bananen für 75 Cent, ein Kilo Tomaten für 70 Cent. „Früchte und Gemüse werden fast ausschließlich regio nal angebaut und sind meist ziemlich günstig. Da musste ich mir schon ein wenig die Augen reiben, als ich zum ersten Mal wieder in Deutschland im Supermarkt stand.“ Besonders beliebte Gerichte sind Posho, ein Getreidebrei aus Maismehl sowie Kochbananen, also herzhafte Bana nen. Und welche Unterschiede gibt es im Vergleich zu

Deutschland sonst noch? Internetempfang! „Man hat überall Netz. Selbst in den ganz kleinen Dörfern mit nur einer Hand voll Lehmhütten: Du schaust auf dein Handy – und hast Empfang“, erzählt Jan Amrhein grinsend.

Seinen Alltag in Uganda kann man in zwei Worten zusammenfassen: Sport und Kinder. Vormittags unter richtet er als Sportlehrer an den örtlichen Schulen, neben Fußball steht auch Schwimmtraining auf dem Stunden plan. Als die Schulen wegen Corona geschlossen werden und kein klassischer Sportunterricht möglich ist, nutzen Amrhein und seine Kolleg:innen die Zeit anderweitig: „Wir haben Workshops für die Kinder angeboten. Da ging es dann zum Beispiel um die Themen Umwelt schutz oder Selbstbewusstsein.“ Den Nachmittag verbringt er auf dem Fußball platz, als Trainer im örtlichen Sportver ein. Bis zu 80 Kinder zwischen sieben und 18 Jahren coacht der Kauferinger, der in seiner Jugend selbst gekickt hat. „Als wir ankamen, gab es gerade mal zwei Bälle“, erinnert er sich, „über ‘weltwärts‘ haben wir Spenden gesammelt und damit die Ausrüstung auf gestockt. Bälle, Hütchen, Leibchen.“ Für Amrhein ist die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen das High light seines Aufenthalts: „Über die Zeit haben wir eine starke Bindung zu den Kids aufgebaut. Dementspre chend traurig war unser Abschied.“ Der fand Anfang September 2022 statt – für Amrhein ging es zurück nach Deutschland.

Hier will er Wirtschaftswissenschaften in Tübingen stu dieren. Und nebenbei einen Trainerschein machen, um auch in Deutschland Kinder und Jugendliche zu trainie ren. An sein Jahr in Uganda denkt Jan Amrhein gerne zurück: „Das FSJ hat sich definitiv gelohnt, es war eine mega Erfahrung“. Ob er auch anderen jungen Erwachse nen dazu raten würde? „Auf jeden Fall. Solange man ein wenig anpassungsfähig und offen für Neues ist, kann ich das FSJ im Ausland nur empfehlen.“

Text:
Max Neuhaus
| Fotos :Charlotte
Lyncker LERNEN
| JOBS | ZUKUNFT
„Das FSJ hat sich definitiv gelohnt, es war eine mega Erfahrung“.
Jan Amrhein
25Bertl Magazin 03|22
Bei einem Halbmarathon in Ruanda traf Jan Amrhein auf den mehrfachen Olympiasieger Mo Farah.Müllsammeln in Uganda. Hinten rechts: Jan Amrhein aus Kaufering.

Drei Generationen Vivell! Stilprägend oben in der Mitte: die Unternehmensgründer Konrad und Heidi Vivell 1976 auf ihrer ersten Kreuzfahrt. Sohn Alfred und Ehefrau Rosemarie Vivell (links) sowie Enkel Michael Vivell und Ehefrau Heidi Huckert führen nicht nur auf dem Foto die Familientradition fort.

Rechts: Das Schülerblasorchester St. Ottilien auf dem Weg zur Steubenparade in New York. Leiter Hans-Günter Schwanzer, 80 Schülerinnen und Schüler sowie ebenso viele Instrumente. Alles organisiert vom Reisebüro Vivell.

Unten: Ein Teil des Vivell-Teams feiert den im Mai 2022 gewonnenen Globus Award für Nachhaltigkeit und soziales Engagement.

26 ADVERTORIAL Bertl Magazin 03|22

Ganz hin und weg

Mal raus hier. Raus aus dem Alltag, dem Stress, den Verpflichtungen. Mal wieder eine Reise machen. Was erleben. Entspannen. Neue Dinge entdecken. Seien wir ehrlich: Die wenige Zeit, die wir für Urlaub zur Verfügung haben, die wollen wir auch richtig nutzen.

So eine Reise organisieren, ist schon eine Kunst. Womit wir beim Reisebüro Vivell wären.

Einmal New York hin und zurück bitte. Wir brauchen dazu Visa für 80 Jugendliche und den Dirigenten. Sperrgepäck? Och, nur `ne Tuba, zwei Flügelhörner, drei Saxophone … Aber wir hätten gerne für den Dominik und die Ida zwei separate Rückflüge, die wollen noch etwas länger bleiben. Ja, die Eltern kommen auch mit. Und die Emma bitte nur vegan. Dafür reist der Simon direkt zum Flughafen Frankfurt, weil der vorher seinen Opa besucht. Und wo bekommen wir auf die Schnelle den Rei sepass verlängert? Natürlich mit Reise rücktrittsversicherung! Wer weiß schon in diesen verrückten Zeiten, was in zwei Wochen sein wird.

Michael Vivell, „aber der Trick ist doch, dass wir auch alles drum herum organisieren, inklusive dem vorab reservierten Platz im besten Restaurant. Gutes Essen zu finden in einer fremden Stadt kann sehr nervig und zeit aufwendig sein. Wir kümmern uns darum, den Aufent halt so entspannt wie möglich zu machen.“

Ein komplettes

Blasorchester samt Instrumenten nach New York bringen?

Kein Problem.

Nur packen müsst ihr schon selbst!

Ein komplettes Schülerblasorchester aus St. Ottilien mitsamt Musikinstrumenten nach New York zur Steuben-Parade brin gen? Kein Problem. Ob Cluburlaub für die Tennismannschaft oder eine anspruchsvolle, kultu relle Städtereise für historisch Interessierte, ob MädelsWellnessurlaub oder die eine, einmalige Hochzeitsreise mit allem Pipapo: „Nur packen müsst ihr schon selbst“, sagt Michael Vivell, 49, Inhaber des landkreisweit bekannten Reisebüros am Landsberger Hauptplatz.

Vor genau 75 Jahren, zwei Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges, schrieb Konrad Vivell auf den „Tafelanzei ger“ im Durchgang am Klostereck genau vier Wörter: Suche Schreibmaschine – biete Fahrrad. Er eröffnete eine kleine Schreibstube in der Salzgasse und tippte die Speisekarten für die lokalen Gastronomen. Schnell kam eines zum anderen, erst Toto, dann Lotto, Theater- und Bahnfahrkarten, Zigarettenverkauf. „Eine hemdsärme lige Zeit“, fasst Michael Vivell die vielen Geschichten vom Opa zusammen.

Ende der 50er Jahre organisierte Konrad Vivell erste Bus reisen, damals noch ausschließlich im deutschsprachi gen Raum. Mitte, Ende der 60er kamen mit zunehmen dem Wohlstand dann Flugreisen dazu. Mallorca? Ibiza?

Seinerzeit echte Abenteuer! In den 70er Jahren über nahm Sohn Alfred Vivell, zog 1988 in das heutige Geschäft am Hauptplatz und erweiterte das Reisebüro um Kunst- und Kulturreisen. „Klar könnte sich jeder heute die Passionsspiele selbst buchen“, sagt Enkel

Michael Vivell hat den Betrieb 2006 über nommen. Gemeinsam mit seiner Frau Heidi Huckert und 24 Mitarbeiter:innen tut er alles, um den Traum vom Reisen wahr werden zu lassen. Weg vom ReiseKonsum, hin zur Reise-Inspiration, das ist Vivells Motivation. Mal ein wenig abseits des Mainstreams schauen, neue Dinge probieren und dadurch intensivere Erleb nisse mit nachhause nehmen. Nicht in die Bettenburgen an der Costa Brava, sondern lieber vom Baskenland Richtung Galicien fahren. Mal im Herbst nach Tel Aviv reisen. Den wenig bekannten Nordwesten Islands erkunden. Er hat da viele Tipps und Ideen.

„Wer Stress vermeiden möchte, bucht bei uns. Auch bei komplexeren Fragestellungen gilt: wir regeln das! Ich bin mit meiner Frau und meinen vier Söhnen oft unterwegs und weiß, wieviel Organisation zum Beispiel Familien reisen brauchen, damit alle glücklich sind.“

Drei Momente sind beim Reisen, so sagt Michael Vivell, besonders wichtig: das Loslassen zu Reisebeginn, das Ankommen und das Zurückkommen. Wenn das stimmt, darf auch Unvorhergesehenes geschehen. Und um das Loslassen, Ankommen und das Zurückkommen küm mert sich das Team vom Reisebüro Vivell. Damit jeder Moment ein kleines und schönes Abenteuer wird. Die Tuba will ja in New York auch pünktlich den Ton angeben.

DERPART REISEBÜRO

VIVELL GMBH & CO. KG

Adresse | Hauptplatz 149 86899 Landsberg am Lech Telefon | 08191 91740 www.vivell.net

Fotos: privat, SBO St. Ottilien, Conny Kurz

MADE IN LANDSBERG 27
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Landsberg
Bertl Magazin 03|22

Servus Bräutigam!

Mitten im Herzen der Landsberger Altstadt ist das Modehaus Hecht die beste Adresse für exklusive Männermode. Stilvoll, von lässig bis elegant und immer individuell.

Hecht steht seit Jahrzehnten für Männermode, sagt Dominik Apostolopoulos, für beste Beratung, gute Auswahl und hochwertige Qualität. Seit er 2020 das Tra ditionsgeschäft übernommen hat, steht Hecht zudem für entspanntes Einkaufen – gerne mit einem Augusti ner oder einem italienischen caffè. Für ein lässiges Mit einander und jugendlichen Charme. Denn den bringt der junge Inhaber mit.

2020 hat Dominik Apostolopoulos mit 31 Jahren, das Geschäft im Landsberger Vorderanger von Traudl und Charly Hecht übernommen und es behutsam verjüngt. Nicht nur die Einrichtung hat ein „Facelifting“ bekom men, auch die Marken sind „hipper“ geworden. Von Drykorn und Baldessarini über Roy Robson und Wilvorst zu Club of Gents. Mehr und mehr achtet Apostolopoulos bei seiner Auswahl auf Nachhaltigkeit und ökologisch ver tretbare Mode.

Gleich geblieben ist definitiv die ausgezeichnete Bera tung. „Gute Beratung heißt für mich, die Auswahl so zu treffen, dass der Kunde findet, was er eigentlich sucht.“ Dominik Apostolopoulos hat einen Blick dafür, was zu wem passt. „Letztendlich,“ sagt er, „verkaufen wir das Gefühl vorm Spiegel. Wenn der Kunde dort steht, sehe ich am Lächeln sofort, das ist es, genau der Anzug!“

MODEHAUS HECHT

Inhaber | Dominik Apostolopoulos Adresse | Vorderer Anger 207 86899 Landsberg am Lech Telefon | 08191 941375

Öffnungszeiten |

Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr Samstag: 9.30 bis 16 Uhr www.modehaus-hecht.de

28 MADE IN LANDSBERG Fotos: Modehaus Hecht ➎ ➏
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Landsberg
Bertl Magazin 03|22

Das ist Tom.

Tom hat vor einem Jahr die Liebe seines Lebens getroffen. Bämm! Sowas hat er noch nie erlebt. Wie im Film! Am ersten Jahrestag hat er sie dann gefragt. Mit Kniefall, Ring, Champagner und allem Drum und Dran.

Sie will eine richtige, romantische Hochzeit, Blümchen im Haar, eher so cremefarbener Hippielook, das Kleid verspielt, natürlich. Hat sie gesagt.

Okay, Tom, und was nun? Was ziehst du an? Hippielook, was meint sie nur damit?

Ist doch sonst gar nicht ihr Typ? Und was um Himmelswillen passt dazu?

Trauzeuge Moritz kennt Dominik

Apostolopoulos vom Modehaus Hecht.

Ist ein cooler Typ, sagt er, der hat echt Ahnung von Mode. Außerdem bekommst du bei der Beratung ein Augustiner.

Komm, wir machen uns einen schönen Nachmittag und suchen dein Outfit aus.

Er zieht einen Anzug hervor, etwas gröbere Struktur, das ist gerade angesagt. Hemd, Weste, Manschettenknöpfe, Hosenträger, Schleife. Moment, Schleife? Naja, Fliege. Passende Schuhe haben wir auch, lieber die klassischen oder doch weiße Ledersneaker? Und Schiebermütze, das kann nicht jeder tragen, aber bei dem Vollbart! Super!

Erste Etage im Männermodehaus Hecht. Die Kaffeemaschine pfeift leise, das Ledersofa ist bequem und Tom nervös. Er will alles richtig machen. Der große Tag. Alles soll besonders und einzigartig sein. Er erzählt. Dominik hört zu. Okay, sagt der junge Inhaber, das klingt nach Vintage-Style.

Tom kommt aus der Kabine und sieht sich im Spiegel. Ein magischer Moment. Fast hat er Pipi in den Augen.

Ihm wird sein ganzes Glück jetzt richtig bewusst. Keiner sagt ein Wort. Nur Bilder im Kopf. Und ein Kloß im Hals.

Puh, alles richtig gemacht

Erster Anzug sitzt. Die Beinlänge passt unsere Schneiderin an, kein Problem. Tom probiert noch drei weitere Anzüge an und kommt doch auf den ersten zurück. Per fekt. Händeschütteln. Erleichte rung, entspanntes Lachen und das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

Tom ist gerade der glücklichste Mann der Welt.
? ? ?
Dominik Apostolopoulos
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DIE DURCHBLICKER

Raten Sie mal! Wo sitzt der europaweit führende Fachhandel für astronomische Produkte? Wo gibt es ein modernes E-Commerce-Business mit einem ambitionierten Team? Wo gibt es Dinge, mit denen man die Welt entdecken kann, im Großen (Universum) genauso wie im Kleinen (Mikrokosmos)? Wo haben Quereinsteiger genauso eine Chance wie Fachnerds, Hauptsache, sie sind – genauso wie die beiden Gründer –mit Leidenschaft bei der Sache? Nun, ganz einfach: bei NIMAX in Landsberg.

Die Kurzversion geht so: Zwei Brüder, ein Hobby und viel Experimentierfreude. Dazu die elterliche Garage, in der alles begann. Pitzling Valley sozusagen. Heute steht im Landsberger Nordwesten ein Campus mit vier Gebäuden und einem Showroom. Die Münchner Traditionsfirma P. Oberhammer GmbH gehört ebenso dazu wie eine eigene Produktion in Portugal und Show rooms in sieben weiteren europäischen Ländern. Um zu verstehen, wie aus einem ambitionierten Schülerprojekt Europas führende E-Commerce Plattform für Astrono miebedarf wurde und was eine Mars-Opposition damit zu tun hat, muss man die ganze Geschichte erzählen.

Ende der 90er Jahre, die ganze Internet-Geschichte steckte noch in den Kinderschuhen. Social Media, siche res Onlineshopping, Smartphones: alles Zukunftsmu sik. Ben Schwarz, 9. Klasse IKG, Wahlfach Astronomie, brachte sich das Programmieren selbst bei und erschuf so nebenbei eine der ersten deutschsprachigen Seiten über Astronomie. Alles im Vergleich zu den heutigen Möglich keiten minimalistisch, aber immerhin gab es vom „PC Magazin“ einen Award. Sein Bruder Dominik Schwarz,

damals BWL-Student in St. Gallen in der Schweiz, bastelte einen rudimentären Online-Shop dazu. „Wir hatten keinen Plan, kein Geld und auch nicht das Selbst bewusstsein, um bei Investoren vorzusprechen, wir woll ten einfach ein bisschen experimentieren.“

Dann erfuhr Dominik Schwarz zufällig, dass das Pla netarium in Salt Lake City, Utah, USA, seinen Muse ums-Shop schließen würde, schrieb kurzerhand, man könne nicht viel bieten, hätte aber Interesse, alles zu kaufen. Ein paar Wochen später lagerten in der Garage des Elternhauses in Pitzling 5.000 Sternbild-Poster. Das war der Anfang. Zwischen Schule und Hausaufga ben rollte Ben die Plakate und bald musste eine erste Mitarbeiterin eingestellt werden.

In einer Augustnacht im Jahr 2003 leuchtete der Mars am Sternenhimmel dann so hell wie seit 60.000 Jahren nicht mehr. Eine sogenannte Mars-Opposition, wie es sie für sehr lange Zeit nicht mehr geben wird. Ein Fest, nicht nur für Hobby-Astronomen. Die Brüder verkauften erst mals Teleskope, gründeten in Folge ihre eigene GmbH

Foto: Paul Heinze MADE IN LANDSBERGADVERTORIAL
Landsberg
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und spezialisierten sich zunehmend auf optische Geräte. Ein Internet-Shop plus Onlinemagazin, YouTube-Kanal sowie Online- und Vorort-Beratung für Teleskope und astronomisches Zubehör: vom absoluten Einsteiger-Tele skop für unter 100 € bis hin zu kompletten Gartenkup peln mit integriertem Highend-Gerät für über 10.000 €. Ein weiterer Shop für Ferngläser, Spektive und Nacht sichtgeräte, ein anderer für Mikroskope und ein vierter für Globen und Karten folgten. Also alles, womit man die Welt entdecken kann, im Kleinen wie im Großen.

Die Garage, der Dachboden und der Heizungskeller reichten schon lange nicht mehr und so zog die Firma 2003 ins Industriegebiet Landsberg. Man wuchs. Jedes Jahr ein bisschen mehr. Während der partiellen Son nenfinsternis 2015 wurde der Konferenztisch kurzer hand zur Sonnenbrillenfaltstation umgebaut. Improvi sieren, wo nötig, professionalisieren, wo möglich. Das junge Team besteht mittlerweile aus über 120 Leuten, neben der Fachberatung und den E-Commerce-Spezia listen zunehmend im Bereich Logistik, Lager, Marke ting, Einkauf, IT sowie Produktmanagement und auch

Produktentwicklung. Dabei sind ausgebildete Augenop tiker, Sternwarten-Mitarbeiter, genauso wie alle mög lichen Quereinsteiger. „Hauptsache“, sagt Personalchef Kai Küster „sie leben unsere Kultur.“ Und die wäre? „Bei uns geht es locker zu, alles auf Augenhöhe, unabhängig von der Position. Transparenz und Offenheit sind uns wichtig“. Homeoffice geht genauso wie die unterschied lichsten Arbeitszeitmodelle. Beruf und Familie vereinba ren? Kein Problem. „Und selbstverständlich wissen wir, wie wichtig individuelle Förderung ist. Vom Auszubil denden über die duale Studentin bis zur Führungskraft. Bei uns ist man kein Rädchen im Getriebe, sondern kann vom ersten Tag an loslegen.“ E-Commerce ist ein Zukunftsmarkt und NIMAX hat noch viel vor.

NIMAX GMBH

Adresse | Otto-Lilienthal-Str. 9 86899 Landsberg am Lech Telefon | 08191 94049-0 www.nimax.de

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E-COMMERCE GRO U P Bertl Magazin 03|22
VERANSTALTUNGEN 2022Oktober 2. Dezember 2022, 19 Uhr ERWIN PELZIG: „DER WUNDE PUNKT“ Über die Sterblichkeit des Menschen Ort: Aula der Mittelschule Landsberg am Lech Fritz-Beck-Straße 1, Eingang über Hindenburgring 86899 Landsberg am Lech 4. Dezember 2022, 19 Uhr NIK BÄRTSCH'S MOBILE Piano, Saxofon und Perkussion Ort: Stadttheater Landsberg Schlossergasse 381 86899 Landsberg am Lech 6. Dezember 2022, 15 Uhr IM GLÜCK Essentielle Fragen zum Glücklichsein Ort: Stadttheater Landsberg Schlossergasse 381 86899 Landsberg am Lech 20. Dezember 2022, 20 Uhr DIE WIEDERVEREININGUNG DER BEIDEN KOREAS Liebe – in all ihren Facetten Ort: Stadttheater Landsberg Schlossergasse 381 86899 Landsberg am Lech 8. Dezember 2022, 20 Uhr DER GRAF VON MONTE CHRISTO Mehr ist in der Weltliteratur kaum möglich Ort: Stadttheater Landsberg Schlossergasse 381 86899 Landsberg am Lech Bertl Magazin 03|22 30. Oktober 2022, 18 Uhr MONIKA GRUBER: „OHNE WORTE“ „Gleich knallt´s“, Musik-Kabarett-Comedy Ort: Sport- und Veranstaltungszentrum Hungerbachweg 1 86899 Landsberg am Lech 14. – 28. Oktober 2022, 20 Uhr FÜHRUNG: LANDSBERG BEI NACHT Anmeldung in der Tourist-Information einen Tag vorher bis 12 Uhr Ort: Flößerplatz 86899 Landsberg am Lech 2022 Dezember November 32 18. November 2022, 19.30 Uhr „AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS AUF DEN WALD“ Vortrag von Michael Lang, Revierleiter im Forstrevier Lech Ort: Gaststätte Waitzingers Waitzinger Wiese 2 86899 Landsberg am Lech 24. November 2022, 17–22 Uhr DIESSEN LEUCHTET Verkaufsoffene Geschäfte bis 22 Uhr Ort: Herrenstraße, Mühlstraße, Untermüllerplatz 86911 Dießen am Ammersee 20. November 2022, 18.30 Uhr VERNISSAGE VON MARKUS BRINKER Holzskulpturen „Begegnungen“ Ort: lech line Bahnhofsplatz 1 86899 Landsberg am Lech 12./13. November 2022, ganztägig GROSSE DAV-SKIBÖRSE Ort: Mehrzweckhalle im Sportzentrum Landsberg am Hungerbachweg 10. November 2022, 19.30 Uhr EIN REALISTISCHER BLICK AUF DEN ÄLPLER-ALLTAG Vortrag vom Alphirten und Fotografen Christian Heumader Ort: Deutscher Alpenverein, Sektion Landsberg Malteserstr. 425f ; 86899 Landsberg am Lech
Februar 12. Februar 2023, 15 Uhr DIE SCHÖNE UND DAS BIEST – DAS MUSICAL Ein Live-Erlebnis für die ganze Familie Ort: Sport- und Veranstaltungszentrum Hungerbachweg 1 86899 Landsberg am Lech 10. Februar 2023, 20 Uhr RATHAUSKONZERT: TAL & GROETHUYSEN –KLAVIER VIERHÄNDIG – ABOUT MOZART Ort: Festsaal des Historischen Rathauses Landsberg am Lech Hauptplatz 152 86899 Landsberg am Lech Immer aktuell unter www.bertl-magazin.deBertl Magazin 03|22 2 0 2 3 29. Januar 2023, 19.30 Uhr STEFANIE SARGNAGEL Eine Lesung über das sogenannte einfache Leben Kleinkunstbühne s`Maximilianeum im Stadttheater Ort: Stadttheater Landsberg Schlossergasse 381 86899 Landsberg am Lech 7. Januar 2023, 19 Uhr 8. Januar 2023, 11 Uhr NEUJAHRSKONZERT MIT DER LANDSBERGER SALONMUSIK Ort: Festsaal des Historischen Rathauses Landsberg am Lech Hauptplatz 152 86899 Landsberg am Lech 19. März 2023, 18 Uhr RATHAUSKONZERT: FRANZ LICHTENSTERN, TOMOKO NISHIKAWA, DAVID SCHULTHEISS Ort: Festsaal des Historischen Rathauses Landsberg am Lech Hauptplatz 152 86899 Landsberg am Lech März Januar Bertl Magazin 03|22 ZUM SAMMELN SO KOMMT IHR IN ADVENTS- UND WEIHNACHTSSTIMMUNG 4. Dezember 2022, 19 Uhr ALTNEIHAUSER WEIHNACHTSLESUNG Advent mit Satire und Ironie Ort: Aula der Mittelschule Landsberg am Lech Fritz-Beck-Straße 1, Eingang über Hindenburgring 86899 Landsberg am Lech 10. Dezember 2022, 14 Uhr MUSIKALISCHER SPAZIERGANG IM ADVENT Die besondere Stadtführung. Anmeldung bei der Tourist-Information bis spätestens Freitag, 12 Uhr unter Telefonnummer 08191 128246 Ort: vor dem Historischen Rathaus 86899 Landsberg am Lech 18. Dezember 2022, 19.30 Uhr S 'WEIHNACHTSBRETTL Satirische Weihnachtsgeschichten Ort: s´Maximilianeum, Foyer Stadttheater Landsberg Schlossergasse 381 86899 Landsberg am Lech 18. Dezember 2022, 19.30 Uhr ADVENTSKALENDER IM DEZEMBER Jeden Tag ein neues Werk bis zum 24. Dezember Ort: Kunstgalerie Raum B1, Bahnhofsplatz 1 in Utting 33 17. Dezember 2022, 19 Uhr GERHARD POLT & NOUWELL COUSINES: FRÖHLICHE FROHHEIT Weihnachtliches Kabarett Ort: Sport- und Veranstaltungszentrum Hungerbachweg 1 86899 Landsberg am Lech

... UND AM ENDE DER STRASSE STEHT EIN HAUS AM SEE ...

Stilvoll und gleichzeitig sympathisch locker – das ist das Seehaus Riederau. Traditionell und ebenso innovativ – das ist die Küche im Seehaus. Einfach traumhaft – das ist der Blick vom Res taurant auf den Ammersee. Sandrine und ihr Vater Hubert Houillot haben in Riederau ein junges Team um sich gesammelt, das mit Herzblut und Können feine, kreative Gerichte serviert.

Es ist ein wahres Juwel, das sich neben Weiden und im Wind raschelndem Schilf an die sanfte Uferlinie des Ammersees in Riederau schmiegt. Von der Straße aus kaum zu sehen, hinter Bäumen versteckt, wartet das See haus in Riederau in malerischer Kulisse und mit exqui siter, französisch-österreichischer Küche auf Gäste, die das Außergewöhnliche suchen.

Wer mit dem Auto anreist, findet den Zugang zu diesem Paradies über einen leicht versteckten Weg zum See. Wer übers Wasser kommt, kann nach einem sonnigen Segeltag am lauen Abend vor dem Seehaus am Dalben anlegen. Eine Glocke ruft dann das türkisblaue Boot, das den Gästen bereits beim Einsteigen einen Vorge schmack auf den ganz besonderen Abend gibt, der sich ihnen bietet. „Für mich ist das hier der schönste Platz am ganzen Ammersee“, sagt Sandrine Houillot. Sie hat ihren früheren Arbeitsplatz auf einem 5-Sterne-Kreuz fahrtschiff gegen die ruhigen Ufer des Ammersees in Riederau getauscht, wo sie das Seehaus zusammen mit ihrem Vater Hubert Houillot leitet.

Im Sommer empfangen die beiden ihre Gäste gerne auf der sonnigen Seeterrasse, von der der weite Blick bis zum Kloster Andechs reicht. Wenn es kühler wird und der Herbst das Ufer golden färbt, bieten die tiefen Fens ter einen weiten Blick ins stille Außen, während innen warme Holzbalken in einem stilvollen Ambiente für tiefes Wohlempfinden sorgen – ein Wohlempfinden,

das vom unaufdringlichen Charme und dem zuvor kommenden Service der Gastgeber noch vertieft wird.

Die Küche ist die Seele des Seehauses. Patron Hubert Houillot (73), gebürtiger Bretone, lässt die exquisiten Geschmäcker und Düfte seiner Heimat in die abwechs lungsreiche Karte des Seehauses einfließen, wo sie sich mit dem herzhaften Charme der österreichischen Küche von Küchenchef Gabriel Riml (42) in aufregend neuer Weise verbindet. Nicht umsonst servierte der Österrei cher bereits in der Nordpol seine ausgefallenen Menüs an Feinschmecker, die das Besondere suchten. Was unter seiner Hand und mit eifriger Unterstützung von Jung koch Fritz Curtis (25) und den drei Lehrlingen Anton (19), Moritz (19) und Gerhard (18) entsteht, ist modern, aber auch traditionell, hausgemacht und regional, zugleich aufregend, aber nie verkünstelt. „Saisonal wechselt unsere Karte“, sagt Gabriel Riml, „und jeder darf eigene Ideen für das künftige Menü einbringen.“

Nur eines bleibt: die Bouillabaisse des Patrons, die mit ihrem Duft nach Meer die raue bretonische Küste am lieblichen Ammerseeufer in Riederau heraufbeschwört.

Im Paradies am See lässt sich auch vortrefflich feiern. Und Feiern hat das Seehaus schon zahlreiche erlebt: Romantik pur beim Lichterfest oder auch alte bayerische Tradition beim Hubertusfest. 1996 bot sich dank des zugefrorenen Ammersees ein spektakulärer „Winter zauber“, bei dem die Gäste ihr Menü auf dem Eis über

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Riederau
Bertl Magazin 03|22
MESSER | GABEL | LÖFFEL
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den Tiefen des Sees genießen konnten. Und nicht zuletzt waren da die vielen Clubabende, als nach 23 Uhr ein DJ die Stimmung am Seeufer zum Kochen brachte.

Sandrine Houillot und ihr junges Team stecken voller innovativer Ideen für die Zukunft. Aber eine Kons tante bleibt: ihre Wertschätzung für und das Augen merk auf das Kochen! Der Erfolg gibt ihnen Recht: Auch 2022 ist das Seehaus zum wiederholten Male mit dem „Bib Gourmand“ vom Guide Michelin ausgezeichnet wor den, der Qualitätslabel-Restaurants verliehen wird, die sorgfältig zubereitete Speisen zu einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. „Darauf sind wir neben den Auszeichnungen des Feinschmeckers und des Gault Millau besonders stolz“, sagt Sandrine Houillot.

Nach einem heißen Sommer gönnen wir unserem Team im November eine kurze Verschnaufpause, um dann in die gemütliche Zeit zu starten – mit kreativen Ideen für Jahresendfeiern und weitere Anlässe.

Das Seehaus hat eine bunte Geschichte. Der ehemalige Besitzer ist der bekannte Segler, Arzt und Erfinder Dr. Manfred Curry. Die nach ihm benannte Curry-Klemme dient Seglern als schnell bedienbare Klemme für Schoten, also für die Leinen, mit denen man das Segel bedient. Ihr zu Ehren hat das Küchenteam ein Gericht kreiiert: Zwei Jakobsmuscheln symbolisieren die Backen der Klemme. Die hausgemachten Nudeln stellen das Seil dar, das zwischen den Backen klemmt. Der CurrySchaum ist – nomen est omen – eine Reminiszenz an den Namensvetter, sondern unterstreicht den feinen und edlen Charakter der Küche.

RESTAURANT SEEHAUS GMBH

Adresse | Seeweg-Süd 22 86911 Dießen am Ammersee Telefon | 08807 7300

Öffnungszeiten | Montag und Dienstag: Ruhetag Mittwoch: 18-22 Uhr, Donnerstag und Freitag: 12–14 Uhr, 18–22 Uhr, Samstag, Sonntag & Feiertage: 12–22 Uhr www.seehaus.de

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Sandrine Houllout (in hellblauer Jacke) mit ihrem Seehaus-Team.
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Winter-Glücks-Küche

die

in kleine Würfel schneiden,

Öl in einen Topf geben und das Gemüse kurz anrösten,

dann mit der Gemüsebrühe ablöschen und ca. 20–30 min köcheln lassen,

wenn das Gemüse gar ist, mit dem Saft der Zitrone, dem Senf und den Gewürzen zu einer cremigen Konsistenz mixen ggf. etwas Brühe hinzugeben,

das Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen und den Apfel mit Zimt kurz anbraten,

dann den Apfel herausnehmen und die Brotwürfel, Chili, Knoblauch, gehackte Nüsse,

und die Gewürze knusprig anbraten,

die Suppe in eine Schüssel geben, mit der Einlage und den Kräutern anrichten.

Zubereitung Risotto:

Die Schalotten

und den Saft auspressen,

dann die Hälfte des gegarten Wurzelgemüses mit etwas Garflüssigkeit, dem Saft und der Hafersahne mixen,

die Kräuter fein hacken,

den abgeseihten Buchweizen mit der restlichen gekochten Bete in dem Topf vermengen, die Soße hinzugeben, die Kräuter, die Zitrusschalen untermengen und mit den Gewürzen abschmecken,

auf einem tiefen Teller anrichten mit geriebenem Meerrettich und dem gebackenen Feta anrichten.

Zubereitung Feta:

Mehl mit dem Wasser zu einer glatten Flüssigkeit vermischen,

optional etwas würzen,

den Feta in mundgerechte Würfel schneiden,

Öl in die Pfanne geben und erhitzen, den Käse in dem Wassermehlgemisch wälzen und mit der Panade panieren,

in der Pfanne knusprig braten bis er leicht braun ist.

MESSER | GABEL | LÖFFEL PINKES WOHLFÜHL-RISOTTO Zutaten Risotto: 1 El Öl 400 g rote Bete 2 Schalotten 2 Zehen Knoblauch 500 ml Gemüsebrühe 350 g Buchweizen 500 ml Wasser 200 ml Hafersahne daumengroßes Stück Meerrettich die Schale und den Saft von jeweils 1 Zitrone und 1 Orange ½ Bund Zitronenthymian ½ Bund Petersilie Zutaten gebackener Feta: 2 El Öl 200 g (veganer) Feta 3 El Mehl 3 El Wasser Paniermehl
Ihr braucht dazu: Bertl Magazin 03|22 HERZHAFTE WURZELGEMÜSESUPPE Zubereitung: • Den Lauch in Scheiben schneiden, die Karotten und
Pastinaken
Ihr braucht dazu: Zutaten Suppe: 100 g Karotten 250 g Pastinaken 1 Stück Lauch (nur das weiße) 1 El Öl 2 TL scharfen Senf 200 ml Hafersahne 1 l Gemüsebrühe Saft von einer kleinen Zitrone Salz Pfeffer / Prise Muskatnuss Zutaten Einlage: 1 roten Apfel in kleine Würfel geschnitten 1 Prise Zimt 1 Scheibe Brot in Würfeln für Croutons 1 Prise Chiliflocken gehackte Haselnüsse 1 Knoblauchzehe in Scheiben geschnitten 1 El Öl Salz/Pfeffer Rote Kresse/ Kräuter Alle Rezepte für4 Personen
und den Knoblauch würfeln, • rote Bete fein würfeln, • das Öl in einem Topf erhitzen, Knoblauch sowie Schalotten anbraten, • die rote Bete hinzugeben und kurz mit anrösten, • mit der Gemüsebrühe ablöschen und ca. 20 min kochen lassen, • den Buchweizen waschen, • mit Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und köcheln bis er gar ist, • die Schale von den Zitrusfrüchten abreiben
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Hey, ich bin CATHARINA DODIK Naturverliebt und Verfechterin des grünen Lebensstils. Ich koche am liebsten mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln. Durch meine Ausbildung zur Wildkräuter pädagogin wandern immer mehr Kräuter und Pflanzen vom „Wegesrand“ in meine Gerichte. Farbenfroh und frisch, das ist Seelenfutter. In meinem „Studio Grün“ in Landsberg gibt es Kurse rund um das gute Leben, gesunde & wilde Küche, Naturkos metik, Müllvermeidung und alles was uns wieder 'a Stückerl' zurück zur Natur bringt. www.studio-gruen-landsberg.de

Ihr braucht dazu:

Zutaten Schokoboden:

100 g Nüsse

50 g Zartbitterschokolade geraspelt 50 g Haferflocken

6 Datteln ohne Kern

2 El geschmolzenes Kokosöl

1 Prise Salz & Chili

Deko: Blüten, Heidelbeeren, Schokoraspeln

Zutaten Brennesselschicht: 140 g Cashewkerne eingeweicht 4 Std

8 El Kokosöl geschmolzen

6 El Ahornsirup

1 Tasse getrocknete Brennesselblätter (oder 2 TL fertiges Brennesselpulver)

Zutaten wilde Heidelbeerenschicht: 100 g gefrorene Wildheidelbeeren 140 g Cashews eingeweicht 4 Std.

6 El Kokosöl geschmolzen Schale und Saft von einer Limette

Zubereitung Lila-Laune-Kuchen:

• die Zutaten für den Boden in einen Mixer geben und hacken,

• auf einer kleinen Tortenform verteilen und glatt drücken,

kühl stellen,

• für die grüne Schicht die Brennessel mit dem Mixer pulverisieren,

• mit den anderen Zutaten der Schicht zu einer cremigen Masse pürieren,

auf dem Boden verteilen und wieder kurz im Gefrier schrank kühlen bis die Masse leicht fest geworden ist,

für die Heidelbeerschicht alle Zutaten in den Mixer geben und cremig rühren,

auf der grünen Schicht verteilen und in den Gefrier schrank geben, am besten 2 – 3 Stunden oder besser über Nacht kühl stellen,

• 1 Stunde vor dem Verzehr aus dem Gefrierschrank neh men und mit Blüten, Heidelbeeren und Schokoraspeln verzieren.

Fotos: Studio-Grün
LILA-LAUNE-KUCHEN UNSER ONLINE REZEPT ORANGEN-ZIMT PLÄTZCHEN OHNE BACKEN www.bertl-magazin.de/rezept4 37
Bertl Magazin 03|22
Debora Stölzle, Rebecca Winter und Stefanie Hofknecht bei den Proben zur Jubiläumsproduktion „Mondlicht“.
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Vom Rand in die Mitte

Der Verein VIVA Randerscheinungen feiert im Oktober sein zehnjähriges Jubiläum mit einer opulenten Bühnenshow. Das Thema: Die Überwindung von Ausgrenzung. Die Beteiligten: Divers. Wir haben mit drei Landsbergerinnen gesprochen, die das Gemeinschaftsprojekt extrem wichtig finden.

Wo sind eigentlich all die ungewöhnlichen Menschen in Landsberg? Die nicht Mainstreamigen? Die knutschenden Jungs? Die Männer in Frauenkleidern? Die Mädchen, die Mädchen lieben? Der genderfluide Mensch? All die queeren Menschen, gleich welcher sexuellen oder sons tigen Orientierung? Und wo sind all diejenigen mit Lern- oder ander weitigen Behinderungen, die nicht im normalen Arbeitsalltag integriert sind? Warum sieht man diese Men schen in unserer ländlichen und kleinstädtischen Umgebung nicht? Gehen sie nicht aus? Trauen sie sich nicht raus? Oder gibt es sie gar nicht?

an die Kleinstadt-Öffentlichkeit gebracht. Und noch viel wichtiger, aber von kaum jemandem wahrgenommen: Sie bieten im Hintergrund und zwischen all den Theater stücken denjenigen Menschen Raum und Gestaltungs möglichkeit, die sich bislang nicht an die Öffentlichkeit getraut haben, aus welchen Gründen auch immer.

„Ich fühle mich in der Gruppe total geborgen, hier ist egal, wie ich aussehe oder was ich kann. Im Alltag wurde ich oft ausgegrenzt und ausgenutzt. Durch Randerscheinungen traue ich mir mehr zu.“

Viele Fragen. Eine Antwort: Es gibt sie. Und es gibt einen geschützten Raum, wo sie sich treffen, sich entdecken und ausprobieren. Wo sie so sein können, wie sie wollen oder auch anders. Wo sie niemand verurteilt oder auch nur schräg anguckt, weil sie nicht dem Bild des, ja, langweiligen Durchschnitts landsbergers entsprechen. Der Raum hat einen Namen: Randerscheinungen.

Vor genau zehn Jahren, 2012, traten zwei junge Männer an, die Landsberger Kulturszene mit queeren Inhalten aufzumischen. Aus eigenen traumatischen Erfahrungen in der Jugend und einem schwierigen Coming-Out als schwuler Mann, haben Maximilian Huber und Julian Pietsch das „Projekt Randerscheinungen e.V.“ gegründet.

Nach außen tritt der Verein in den folgenden Jahren mit vielen selbstgeschriebenen Theaterstücken in Erschei nung – von satirisch bis trashig, von okkult-schräg bis artistisch-musicalmäßig. Zudem organisieren sie Kunstaustellungen und Workshops zu gesellschaftli chen Außenseiterthemen. Zwei Dinge sind der Gruppe mit einer großen Portion Hartnäckigkeit, Kreativität und Mut gelungen: Sie haben ihre Themen konsequent

„Randerscheinungen sind ein sozio kulturelles Projekt“, sagt Max Huber dazu, „es geht überhaupt nicht um Leistung, um ein ,gutes´ oder ,anspruchsvolles´ Theaterstück bei spielsweise, sondern es geht uns um Diversität. Bei uns kann jeder und jede mitmachen, es geht uns um Inklusion, also um die Beteiligung von Menschen, die sonst nur schwer Zugang zu diesen Dingen hätten und es geht uns um Par tizipation, alle dürfen mitbestimmen.“ Kurz: „Es geht um Empowerment.“

In der Öffentlichkeit werden meist nur die professio nellen Mitglieder der Gruppe wahrgenommen, wie der Musical-Darsteller Emanuel Kasprowicz oder die Tän zerin und Choreografin Lydia Liedl. BERTL hat mit drei Landsberginnen gesprochen, denen die Mitarbeit am neuen Jubiläumsstück „Mondlicht“ nicht nur Selbstbe wusstsein, sondern auch Bestätigung gegeben und neue Freundschaften gebracht hat.

Debora: In andere Rollen schlüpfen

Debora Stölzle, 28, arbeitet im Montagebereich der Behindertenwerkstatt von IWL. Ihre Betreuerin bei der Lebenshilfe hat sie auf Randerscheinungen aufmerksam gemacht.

„Es macht mir total Spaß, in andere Rollen herein zuschlüpfen und eigene Dinge zu entwickeln. Beim Hörspielprojekt habe ich zum Beispiel eigene Texte ein

Bertl Magazin 03|22 MADE IN LANDSBERGFEDER | PINSEL | GEIST ADVERTORIAL
Text: Silke-Katinka Feltes | Foto: Bertl Magazin 39

gesprochen. Ich fühle mich in der Gruppe total geborgen, hier ist egal, wie ich aussehe oder was ich kann. In der Schule und im Alltag habe ich mich oft ausgegrenzt und ausgenutzt gefühlt. Durch Randerscheinungen fühle ich mich viel mutiger und traue mir mehr zu. Und ich habe viele tolle Menschen hier kennengelernt. Auf der Bühne stehen, das macht mir echt Spaß. Ich kann nur allen sagen, kommt ins Theater, es wird toll.“

Stefanie: Raus aus der Komfortzone

Stefanie Hofknecht, 36, ist Lehrerin an Berufsschule FFB.

„Ich habe eine große Sehnsucht in mir, mich künstlerisch auszuprobieren. Ich singe, tanze und schreibe selbst, aber der Schritt auf die Bühne des Stadttheaters ist für mich neu und aufregend. Hier bei Randerscheinungen muss ich aus meiner Komfortzone raus, das ist gut. Hier gibt es so viele tolerante, geduldige, inspirierende Menschen, die mich tief berühren. Man spürt deutlich, wie hier Werte wie Achtsamkeit, Respekt, Zusammen halt, Geduld und Toleranz gelebt werden. Ich finde es auch gut, dass Randerscheinungen so mutig und stark und auch provokant auftritt. Die Managementtrainerin Vera Birkenbihl hat ihr Lebensziel mal so formuliert: „Ich möchte meine Anlagen stärken und meine Talente ausbauen und möchte anderen Menschen dabei helfen, das auch zu tun, sofern sie das wollen.“ Und genau das machen Max und Randerscheinungen extrem gut. Die sind wirklich ein Geschenk!“

Rebecca: Der Sprung ins kalte Wasser

Rebecca Winter, 35, ist Sängerin, Vocal Coach, Komponistin und Tontechnikern. Sie begleitet als professionelle Trainerin bereits zum zweiten Mal eine der Aufführungen von Randerscheinungen.

„Musik und Tanz bringt uns alle zusammen und wenn ich als Tontechnikerin und Musikerin mit eigenen Kom positionen und Gesang dieses Projekt unterstützen kann, mache ich das sehr gerne. Zudem war die Arbeit mit den Teilnehmenden im Studio extrem bereichernd, es war unglaublich zu beobachten, wie nach kurzer Zeit ein großes Vertrauen in der Gruppe zu spüren war. Gesang ist etwas sehr Persönliches und die Situation vor einem Mikrofon war für alle Teilnehmenden neu, den noch war jeder bereit, ins kalte Wasser zu springen, neue Emotionen zuzulassen und zu vertrauen, dass gemein sam etwas Tolles entsteht. ,Mondlicht´ nimmt uns alle auf eine großartige Reise mit, auf der die Angst vor Aus grenzung und Ablehnung in den Hintergrund tritt und Verständnis, Fürsorge, Zusammenhalt und Toleranz spürbar werden.“

FEDER
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Abgefahrene Kostüme garantiert! Die Aufführungen von Randerscheinungen sind in der Regel opulent, queer und farbenfroh. Hier Emanuel Kasprowicz auf dem Plakat zur Ankündigung der Jubiläumsshow „Mondlicht“. ANZEIGE
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Plakatfoto: Thorsten Jordan

Happy Haoween.

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SCHÖN, SCHÖNER,

Schondorf

Da kam die goldene Herbstzeit und die Bäume und St. Anna leuchteten wieder weit und breit. Und wenn es am Mittag vom Turme scholl, finden wir noch heute alle Schondorf toll. Na gut, zugegeben, Fontane konnte das besser.

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St. Anna thront über Schondorf. Die Kirche mit der markanten Zwiebelkuppel ist schon von weitem sichtbar. 1499 wurde sie im Auftrag des Klosters Die ßen im gotischen Stil erbaut, um dann in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut und renoviert zu werden. Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt sie ihre heutige, aufwendige Barockausstattung. Der ehemalige gotische Spitzturm wurde damals durch die bauchige Zwiebelkuppel ersetzt.

Dann forderte der Erste Weltkrieg seinen Tribut: Einige Glocken der St. Anna-Kirche gingen damals in die Kriegsproduktion. 1925 wurden drei neue Glocken gegos sen, die bereits 1942 wieder für die Granatenproduktion abgegeben werden mussten. Mithilfe von Spenden konn

ten bald wieder vier neue Glocken angeschafft werden, die bis heute ihren Dienst tun.

Erst 1970 wurde übrigens aus den beiden Gemeinden Unterschondorf und Oberschondorf der heute Luftkur ort Schondorf. Oben lebten zuvor die wohlhabenden Großbauern, die – so heißt es – auf die armen Fischers leute und Kleinbauern in Unterschondorf herabblickten. Angeblich sollen sogar die Kinder der beiden Ortschaf ten jeweils einen eigenen Schlittenberg besessen haben, der unter keinen Umständen von den jeweils anderen benutzt werden durfte. Die armseligen Fischerkaten am See wichen ab dem 19. Jahrhundert den Landhäusern und Villen der Reichen, für die die Seelage immer attrak tiver wurde.

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Foto:
Robert Klinger
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EIN VATER, VIER MÜTTER, DREIZEHN KINDER

Natürlich kann man viele Menschen lieben. Polyamorie, Freundschaft plus, alle möglichen Beziehungsmodelle sind heute denk- und lebbar. Aber mehrere Familien gleichzeitig nebeneinander? Eine Hauptfamilie und – top secret – gleich drei weitere Familien mit ins gesamt sieben Kindern? Und keine weiß etwas von der anderen? Da gehören schon ein sehr großes Herz und viel Chuzpe dazu.

Charles Lindbergh, der Luftfahrtpionier, der erste Mensch, der den Atlantik in einem Nonstop-Flug allein von New York nach Paris überquerte, der Vorzeige-Amerikaner und vorbildliche Familienvater, genau jener „lonely eagle“ hatte in Europa noch drei weitere Geliebte, die jeweils zwei bis drei Kinder von ihm hatten. Und eine Familie lebte in Utting am Ammersee, wo er viermal jährlich für eine Woche vorbeikam und den liebenden Vater gab.

Das Doppelleben (eigentlich müsste man sagen Vierfachleben) kam erst Jahr zehnte nach Lindberghs Tod heraus, als die Tochter der Uttinger Nebenfrau auf dem Dachboden unzählige Liebesbriefe fand. Der Münchner Journa list Rudolf Schröck hat über den vielliebenden Mann bereits 2005 ein Buch geschrieben. Jetzt wieder entdeckt im so umfangreichen wie informativen Jubiläumsbuch „900 Jahre Utting am Ammersee“ von der Autorengemeinschaft Utting.

BÜRGERENGAGEMENT SPART GELD

Der Schondorf-Blogger Leopold Ploner hat eine interes sante Aufstellung gemacht, die alle Gemeinden inte ressieren sollte, die noch kein Bürgerbudget eingeführt haben. Kurzer Exkurs Bürgerbudget: Die Gemeinde legt einen Gesamtbetrag fest. Alle Bürger:innen können Vor schläge einbringen. Es wird öffentlich abgestimmt. Die gewählten Projekte werden unter der Patenschaft der jeweiligen Bürger:innen unkompliziert umgesetzt. So eine Art lokale Basisdemokratie also.

Leopold Ploner zeigt nun am Beispiel einer CalisthenicsAnlage, einer Art öffentlicher Fitness-Station, wie günstig so eine Anlage die Gemeinde tatsächlich kommen kann, wenn sie über ein Bürgerbudget abgewickelt wird. Besagte Anlage kostete die Gemeinde in Schondorf rund 5.000 Euro,

das Projekt wurde zudem innerhalb von drei Monaten umgesetzt. Nachbargemeinden zahlten 30.000 Euro und mehr. Zudem dauert es ewig, bis so ein Gerät tatsächlich steht. Bürokratie treibt also die Kosten in die Höhe.

Ploner dazu: „Alle lokalpolitisch Engagierten, die ich kenne, stöhnen über den stetig steigenden Verwaltungsaufwand bei gemeindlichen Projekten. Da ist ein ganzer Wust von Vorschriften zu beachten. Inzwischen kann kaum noch ein Projekt verwirklicht werden, ohne die Hilfe externer Berater, die für ein rechtlich wasserdichtes Verfahren sorgen.“

Nachzulesen auf: www.schondorf.blog

UTTING
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AMMERSEE

DER RASSO-PILGERWEG

ltötting, Andechs, Grafrath: Das sind die ältesten und bekanntesten Wallfahrtsorte Südbayerns. Graf Rasso (oder auch Graf Rath) pilgerte dereinst im frühen Mittelalter nach Jerusalem und Rom. Ein jeder Pilger wollte Reliquien aus dem Heiligen Land mitbringen, denn wo diese in der Heimat auftauchten, dorthin pilgerten diejenigen, die es sich nicht leisten konnten, so weit zu reisen. „Die Pilgerfahrt des kleinen Mannes“ – so könnte man diese kurzen Reisen

Das Grab des Grafen Rasso in Grafrath wurde spä ter selbst zur Pilgerstätte. Die verworrenen Wege der Gebeine des Grafen durch die Zeitgeschichte sind For schungsgegenstand der Historiker und können in der kleinen Broschüre des Kulturvereins St. Rasso e.V. in aller Kürze nachgelesen werden. Dort findet sich auch eine viertägige Wanderung durch das abwechslungsreiche, oberbayerische Voralpenland: Von Geltendorf führt der Weg über St. Ottilien, Eresing, Schondorf, Die ßen, Andechs bis zum „Kraftort“, der Grabeskir che des heiligen Rasso in Grafrath.

„Wer wallfahrtet begibt sich auf einen Weg, der zu einer ,heiligen´ Stätte führt, und kehrt von dort, körperlich oftmals müde, doch geistig erholt und ,gesegnet´ zurück.“ Eine ausführliche Wegbeschreibung mit vielen nützlichen Informatio nen gibt es in der Broschüre unter:

Bertl Magazin 03|22 Weitere Anbieter und Angebote: www.wis.ihk.de Weiterkommen mit Weiterbildung! Projektmanager/-in IHK Start: 06. Februar 2023, Vollzeit Ausbildung der Ausbilder (AdA) Start: 13. Februar 2023, Vollzeit Gepr. Industrie- | Wirtschaftsfachwirt/-in Start: 20. September 2023, berufsbegleitend Seminare zu den Themen Azubi-Fit und Projektmanagement Egal, ob berufsbegleitend, Vollzeit oder online: Wir bieten die passende Weiterbildung für Sie – direkt vor Ort in Landsberg. Beratung und Anmeldung: Elke Demattio elke.demattio@ ihk-akademie-muenchen.de Tel. 0881 9254 7455 BESSER.WEITER.BILDUNG. Alle Infos auf: www.ihk-akademie-muenchen.de/weilheim Wir bieten außerdem Inhouse- Trainings mit individuell auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens abgestimmten Themen an. St.
Ottilien
Grafrath
Andechs Dießen Schondorf Vorderschen Pähl Herrsching Inning Stegen Ammersee Eresing Der Rasso–Pilgerweg 45 ANZEIGE

Wochenlang schnitzt die Graveurin feinste Figu ren in den Schiefer.

Wenn Engel reisen

Jedes Jahr zu Weihnachten gehen hunderte Engel auf die Reise. Sie fliegen in die USA, nach Japan und in die Schweiz. Viele bleiben natürlich auch in Deutschland und beglücken hier kleine und große Sammler:innen. Alle Engel haben eines gemeinsam: Sie stammen aus Dießen. Genauer gesagt aus der kleinen, traditionsreichen Zinnmanufaktur Wilhelm Schweizer.

Das Gießen ist eine komplexe Handwerks kunst. Wenn nicht alles stimmt, inklusive der persönlichen Tagesverfassung der Gießerin, kann der Engel in seinem Winterwald (rechts) gleich wieder eingeschmolzen werden.

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In einem fensterlosen, gut verschlossenen Raum lagern auf dem Boden silbrig glänzende Zinnbarren, ein jeder drei Kilo schwer. In den Regalen darüber Schieferplat ten, wie dicke Bücher nebeneinander aufgereiht. Sie sind das eigentlich Wertvolle in diesem Raum. In tage-, manchmal wochenlanger Arbeit hat eine Graveurin mit hilfe von bis zu zehn unterschiedlichen ‚Sticheln‘ eine feinziselierte Figur aus dem Schiefer herausgeschnitzt, Vorder- und Rückseite unterschiedlich, aber unbedingt passgenau. Das ist wie Miniatur-Bildhauerei, nur negativ gesehen, denn die Platte wird später geschlossen und mit einer 400 Grad heißen Zinn-Legierung gefüllt.

Das Gießen ist wiederum eine eigene, komplexe Hand werkskunst. Da braucht es jahrelange Erfahrung, Aus dauer und Feingefühl. Nicht umsonst sind die Gieße rinnen (es sind überwiegend Frauen) in der Dießener Manufaktur schon seit mehr als 35 Jahren dabei. Was früher ein Ausbildungsberuf war, wird heute nur noch innerhalb des Betriebes weitergegeben. Leon Tropp, Teil des dreiköpfigen Führungsteams: „Man denkt, das flüssige Zinn müsse doch einfach nur in das kleine Loch oben an der Form gegossen werden, aber da spielen so viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle, nicht zuletzt die Tagesverfassung der Gießerin.“

Binnen Sekunden erkaltet das Material und der erste Engel ist als Rohling fertig. Zack, zack geht es weiter und eine Figur nach der anderen entsteht. Je nach Gemüts lage und Tagesform entstehen so zwischen 20 und 40 Engel pro Stunde. Unser Engel wandert nun einen Arbeitstisch weiter, zu den Frauen mit der Kneifzange. Sie sind die inoffizielle Qualitätskontrolle: Ist alles dran? Nein? Dann zurück zum Einschmelzen. Wenn alles gut ist, „entgraten“ sie den Rohling und glätten die scharfen Kanten. Auch das ist reine Handarbeit. Jetzt noch das Logo der Manufaktur unten aufgeklebt und weiter geht es zu den Maler:innen. Mit feinstem Pinsel und Emaille lack bekommen die Engel nun ihre Seele.

Jeder Engel ist so tatsächlich ein Unikat. Einer, der nun über die Weihnachtsmärkte, den Laden in der Dießener Herrenstraße Nummer 7, die zahlreichen Händler oder über den Internetshop seinen Weg in die Stuben der Menschen findet, auf dass es wieder Weihnachten werde.

TRADITION UND MODERNE

Die erste Zinnfigur in der Familiengeschichte Schweizer wurde 1796 von dem Goldschmied Adam Schweizer gegossen, und zwar mit Gussformen aus Solnhofer Schieferplatten, die vom Bau der Dießener Klosterkirche übriggeblieben waren. Die Wallfahrtsorte von Andechs bis Altötting wurden damals mit Heiligen figuren, Monstranzen und allerlei Devotionalien beliefert. Im Laufe der Zeit wechselten die Erzeugnisse von religiös zu profan. Auch Teller, Krüge und Zinnknöpfe für Trachten wurden nach und nach von den beliebten filigra nen Jahreszeitenfiguren und Szenen aus dem bayerischen Brauchtum abgelöst. Jährlich entwickelt das junge Team rund um die Firmeninhaber Martin Schweizer (34), Leon Tropp (25) und Joan Miquel Arau-Schweizer (25) zwei neue Osterfiguren und fünf neue Weihnachts motive. „Wir gießen noch wie vor 200 Jahren, aber alles andere wird zunehmend modernisiert und digitalisiert“, sagt Werkstattleiter Martin Schweizer. Nachdem Jordi Arau-Schweizer dem Betrieb fast 40 Jahre lang mit Hunderten von neuen Zinnfiguren ein frisches Profil verliehen hatte, ist – nach dessen plötzlichen Tod im Jahr 2020 - nun ein junges Team auf dem Weg, dem traditio nellen Kunsthandwerk zu neuem Glanz zu verhelfen.

EINE GEHEIME KUNST

Früher gab es in Dießen etliche Zinngießereien. Jeder Betrieb, so erzählt es Martin Schweizer, schwärzte damals seine Fenster, damit der Konkurrent nicht sehen konnte, welche Legierung, welche Werkzeuge benutzt wurden. Das Zinngießen war eine Art Geheimwissen schaft, deren Kunst über Erfolg oder Misserfolg entschied. Von den vielen Zinngießereien in Dießen haben es zwei geschafft, mit ihrer Spezialisierung auf handgefertigte Unikate auf dem globalen Markt zu bestehen. Heute ist der Beruf des Zinngießers so gut wie ausgestorben. Das Wissen und die hohe Kunst der filigranen Zinngießerei wird nur noch innerhalb des Betriebes weitergegeben.

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Büchertipps

Ein kurzweiliger Roman über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und den Platz im Leben.

Violeta ist ein inspirierender Roman über eine eigensinnige, leidenschaftliche Frau mit Humor, deren Leben ein ganzes Jahrhundert umspannt.

2Martin Kordic ist ein grandioser Erzähler, der einen mitreißenden Roman über Machtverhältnisse und über die Frage nach dem Gleichgewicht der Welt geschrieben hat. Ein manchmal tragisches, aber auch humorvolles Buch für lange Winterabende.

4Ein bewegender, zutiefst menschlicher Roman über den Einfluss der großen Geschichte auf unser Schicksal, über verpasste Chancen, verschlungene Wege und das, was bleibt. McEwan erzählt das Auf und Ab eines ganzen Menschenlebens von der Suez-Krise bis in die Gegenwart.

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