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Inhalt

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GruĂ&#x;wort Peter Harry Carstensen

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Vorwort Rolf Beck

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Kulturnation zwischen Asien und Europa Antje Hinz

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Das Programm

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Kinder- und Jugendprojekte

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Orchesterakademie

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Chorakademie

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Meisterkurse

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Sponsoren und FĂśrderer

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Der Verein Schleswig-Holstein Musik Festival e.V.

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Russischer Sommer

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Gremien und Mitarbeiter

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Informationen und Kartenbestellung

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Adressen der Spielstätten

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Hotels

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Register

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Impressum

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Grußwort

Vorwort

Schleswig-Holstein und Russland haben eine lange Tradition der gut-nachbarschaftlichen Beziehungen – begründet durch die Heirat des Gottorfer Herzogs Karl Friedrich mit der Tochter des russischen Zaren Peter des Großen. Aber nicht die Strategien um Macht und Einfluss in Europa haben das Verhältnis unserer beiden Länder geprägt, sondern das gemeinsame Interesse an Wissenschaft und Kultur. Der Gottorfer Globus ist das beeindruckende Symbol dieser Verbindung. War es doch dieses 1650 errichtete Wunderwerk der Technik, das sich Zar Peter der Große im Jahr 1713 als Geschenk erbat. Heute ist der Gottorfer Globus in Schleswig wiedererstanden und Russland uns ein wichtiger Partner in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zu beiderseitigem Nutzen. Ich freue mich deshalb, dass Russland 2008 beim SchleswigHolstein Musik Festival im Mittelpunkt steht. Den Auftakt zum Schwerpunkt gibt Dirigent Mikhail Pletnev gemeinsam mit dem Russischen Nationalorchester im Kieler Schloss. Hochkarätige russische Künstlerinnen und Künstler werden an vielen malerischen Spielstätten Schleswig-Holsteins ihr Publikum begeistern, der Pianist Grigory Sokolov zum Beispiel, die Geigenvirtuosin Viktoria Mullova oder die Grande Dame des Cellos Natalia Gutman. Ein Geheimtipp sind für mich die Kammerkonzerte, die die Vielfalt der russischen Kammermusik erlebbar machen. Und wer die neuen Pfade der russischen Musik beschreiten möchte, wird zwischen Nord- und Ostsee in ungehörte Klangwelten eintauchen können. Lassen Sie sich überraschen!

»Musik ist die Stenographie des Gefühls«, meinte einst Leo Tolstoi. Dass der Dichter damit implizit auf das Wesen seiner Landsleute anspielt, wird bei einem Blick ins russische Sprichwörter-Lexikon deutlich. »Die Seele singt«, heißt es dort. Oder: »So wie der Samowar ohne Wasser leer ist, so ist die russische Seele ohne Lieder leer.« Doch wie lässt sich die russische Seele musikalisch fassen? Das 23. Schleswig-Holstein Musik Festival ist unter dem Motto »Russisch gestimmt« der Kultur Russlands auf der Spur – von altrussischen Gesängen bis hin zur Datscha-Party mit Pakava It’. Wir freuen uns, dass wir bedeutende Ensembles und Solisten aus unserem Schwerpunktland im Sommer begrüßen dürfen – darunter die St. Petersburger Philharmoniker, die Ensembles des Mariinskyund des Bolschoi-Theaters, den Weltklasse-Geiger Vadim Repin, den Trompetenvirtuosen Sergei Nakariakov und den begnadeten Jungpianisten Nikolai Tokarew. Der Komponist Sergei Rachmaninoff, dessen Œuvre jenseits der Klischees näher beleuchtet wird, bildet gleichsam den roten Faden des Länderschwerpunkts. Höhepunkt werden hier sicherlich die konzertanten Aufführungen der Operneinakter »Der geizige Ritter« und »Francesca da Rimini« sein. Auch die Chor- und Orchesterakademie, die von der Initiative »Deutschland – Land der Ideen« ausgezeichnet wurden, begeben sich auf die Suche nach dem unbekannteren Rachmaninoff. Aber auch außerhalb des Russland-Schwerpunkts wird es Neues zu entdecken geben. Der Klavierpoet Alfred Brendel etwa kommt mit spannenden Sonderprojekten, und der umjubelte Multipercussionist Martin Grubinger lädt als »Artist in Residence« u.a. zu einem »Workshop der Kulturen« ein. Und dann feiern wir noch den 150. Geburtstag von Giacomo Puccini und den 90. Geburtstag des Festival-Pioniers Leonard Bernstein. Begeben Sie sich mit mir auf eine klangvolle, siebenwöchige Sommerreise!

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Ministerpräsident Peter Harry Carstensen

Ihr Rolf Beck

Vorsitzender des Kuratoriums des Schleswig-Holstein Musik Festivals

Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals

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Antje Hinz

Kulturnation zwischen Asien und Europa

»Unser Ehrgeiz und unsere Eigenliebe sind europäisch, doch Entwicklung und Taten sind asiatisch.« Anton Tschechow

St. Petersburger Kammersolisten Konzerte: 16.7., 17.7., 18.7.

Pakava It’ Konzerte: 1.8., 2.8.

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Die Frage nach den Wurzeln der Ostslawen berührt das Selbstverständnis der Russen. Liegt ihr Land in Europa oder Asien? Ist Russland Teil einer gemeinsamen europäischen Kultur? Oder etwas ganz Besonderes mit eigenen Werten? Durch seine geographische Lage ist Russland stets von westlichen und östlichen Traditionen beeinflusst worden. Dies gilt in politischer Hinsicht ebenso wie in kultureller. Nach Berichten der Nestorchronik, der wichtigsten schriftlichen Quelle für die russische Frühgeschichte, sollen die Slawen von nordgermanischen Normannen – so genannten Warägern – geeint worden sein. Unumstritten ist diese Überlieferung nicht. Dennoch gilt der Warägerfürst Rjurik als erster Herrscher der Rus, der Keimzelle Russlands. Rjuriks Nachfolger machten Kiew im 9. Jahrhundert zur Hauptresidenz des Reiches und trieben die Christianisierung im Land voran. Vom byzantinischen Saloniki aus missionierten die Brüder Kyrill und Method die slawischen Gebiete und führten die erste slawische Schriftsprache ein – das Altkirchenslawisch. Zu dieser Zeit pflegten die Bewohner der Kiewer Rus bereits einen vielfältigen Austausch mit Konstantinopel – der Hauptstadt des Oströmischen Reiches Byzanz. Das Kiewer Reich übernahm mit dem orthodoxen Glauben zugleich viele Sitten und Gebräuche aus Byzanz, Kunst und Architektur, Sprache und Schrift, Dichtung und Musik. Die russisch-orthodoxen Gesänge entstanden in Anlehnung an die griechisch-byzantinische Musik. Bis zum Ende des 11. Jahrhunderts verwandelte sich Kiew in ein Klein-Byzanz. Nach dem Vorbild des Goldenen Tores von

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Dimitri Illarionov und Boris Andrianov Konzerte: 15.7., 16.7.

Huun-Huur-Tu Konzert: 16.7.

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Konstantinopel entstand das Große Tor von Kiew, das der Komponist Modest Mussorgsky 1874 in seinem Zyklus »Bilder einer Ausstellung« wiederauferstehen ließ. Nach der byzantinischen »Hagia Sophia« wurde in Kiew die Sophienkathedrale gebaut. An ihr orientierten sich die Architekten im gesamten Gebiet der Rus. Nach der Eroberung Kiews durch Tataren und Mongolen unter Batu Khan – dem Enkel Dschingis Khans – wurde Moskau 1359 zum neuen Zentrum des großrussischen Reiches. Dichtung, Musik und Kunst entstanden weiterhin ausschließlich im Umfeld der Kirche. Maler schufen Fresken und Ikonen nach byzantinischem Vorbild. Mit Künstlern wie Andrei Rubljow entwickelte sich eine eigenständige russische Schule. Nach der griechischen Bedeutung des Wortes »eikon« zeigt die Ikone lediglich ein Abbild der Figur. Sie ist nicht realistisch dargestellt, sondern zweidimensional, mit stilisiertem Gesichtsausdruck und starrer Körperhaltung. Lebensechte Skulpturen, wie sie in der westlichen Kirche verbreitet sind, lehnen orthodoxe Gläubige ab. Sie nutzen die Ikone als »Fenster« zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt, das sie mit Gott und den Heiligen spirituell verbinden soll. Ende des 15. Jahrhunderts gelang es den Russen, die 250-jährige Fremdherrschaft der Tataren und Mongolen endgültig niederzuschlagen. Eine neue Zeit brach an. Der Kreml wurde zum Sinnbild des ungeheuren Reichtums und der fast grenzenlosen Macht des Zaren – nach der Devise: »Über der Stadt ist der Kreml, über dem Kreml ist nur Gott.« Der zweiköpfige Adler aus Byzanz wurde damals zum Wappen Russlands und ist heute wieder das Wappen der Russischen Föderation. Der neue Zar Iwan IV. stellte durch seine Vermählung mit der Bojarentochter Anastasia aus der Adelsfamilie der Romanow die Weichen für die gleichnamige Zarendynastie. Ihm folgte im Jahr 1605 der Gutsherren-Sohn Boris Godunow auf den Thron. Doch der neue Monarch stand im Verdacht, den rechtmäßigen Thronfolger ermordet zu haben. Bis der angeblich Getötete wieder auftauchte. Alexander Puschkin verarbeitete die verwirrenden Ereignisse in seinem Versdrama »Boris Godunow«, das Modest Mussorgsky um 1870 in einer Oper vertonte. Technische und kulturelle Errungenschaften aus dem Westen, wie Buchdruck und Bühnendramen, konnten erst im späten 17. Jahrhundert nach Russland über die alte Hansestadt Nowgorod eindringen. Doch erst Zar Peter I. öffnete das Tor zum Westen. Als erster russischer Monarch reiste er 1697 ins Ausland, erlernte in den Niederlanden den Bau von Schiffen und schmiedete im Kopf bereits kühne Pläne für radikale Reformen in seiner Heimat. Fasziniert vom westlichen Fortschritt ließ Peter über den Sümpfen der Newa eine neue Stadt aus dem Boden stampfen

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und benannte sie nach seinem Namensheiligen – Sankt Petersburg. Alexander Puschkin notierte später: »Vor der neuen Hauptstadt erbleichte das altertümliche Moskau wie eine purpurn gekleidete Witwe vor der jungen Kaiserin …« 1762 bestieg eine deutsche Prinzessin den russischen Thron:

Katharina II. Sie war eine lebensfrohe, intelligente und kunstsinnige Frau. Lebensart, Mode und gehobene Unterhaltung aus Frankreich prägten den Alltag am Hof. Aus Italien importierte die Regentin antike Statuen und Bilder, Opernsänger und Komponisten. Giovanni Paisiello schrieb für die Zarin u.a. den »Barbiere di Siviglia«. Russische Kunst und Musik fand erst unter Katharinas Enkel Alexander den nötigen Nährboden. Der Sieg gegen Napoleon hatte das Nationalbewusstsein gestärkt. Alexander I. setzte von da an auf russische Ideale. In diesem Umfeld blühten russische Musik und Dichtung auf. Gebildete Laien – Offiziere, Beamte und Hofdamen – ersannen für den Kaiserhof und die Salons lyrische Texte und Melodien für Romanzen. Immer ging es darin um tiefe Gefühle, um Liebe, Enttäuschung, Sehnsucht und Hoffnung. Nach jahrhundertelanger Vorherrschaft der Kirchenmusik in Russland entstand mit der Romanze eine weltliche Gattung – das russische Kunstlied, in dem Kompositionstechniken der französischen Musiktradition mit Melodien der russischen Folklore verschmolzen. Alexander Aljabjew komponierte über 100 Romanzen, darunter das populäre Lied »Die Nachtigall«. Immer häufiger lieferten russische Dichter die Texte. Alexander Puschkin, der Begründer der modernen russischen Literatursprache, war beeinflusst von den Ideen der Französischen Revolution. In seinen Romanen und Versdichtungen forderte er Freiheit und Gleichheit für alle. Nikolai Gogol begegnete der Unterdrückung und Ohnmacht des Volkes mit literarischen Grotesken. Er bevölkerte die Straßen mit Uniformen, mit schwarzen Bart-Koteletten, mit Schnurrbärten, Damenärmeln und Taillen – kurzum mit Attrappen ohne inneren Gehalt. Gogols Helden spalten und doppeln sich, wie in seiner Novelle »Die Nase«. Auch auf der Opernbühne wurden einfache Beamte und Bauern zu den neuen Hauptdarstellern – mit ihren Sorgen und Ängsten vor der Willkür des Zaren. Michail Glinka schrieb mit »Iwan Sussanin« die erste Oper in russischer Sprache und legte seinen Helden russische Volksmelodien in die Kehlen:

Alexei Lubimov Konzert: 31.7.

»Das Volk schafft die Musik, wir Musiker arrangieren sie nur.« Igudesman und Joo Konzerte: 19.8., 20.8., 21.8.

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Loyko Konzerte: 31.7., 1.8., 2.8.

Pelagea Konzerte: 22.7., 24.7., 26.7.

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Viele Komponisten gewannen ihre Stoffe und Figuren aus der berühmten Märchensammlung von Alexander Afanasjew, wie z.B. Alexander Borodin, César Cui, Mily Balakirew, Nikolai Rimsky-Korssakoff und Modest Mussorgsky. Die meisten von ihnen waren noch keine Berufsmusiker, sondern gingen tagsüber geregelten bürgerlichen Berufen nach. Abends diskutierten sie über die Wurzeln ihrer Musikkultur und sahen sich als Neuerer. Als geistiger Motor verhalf der Kunstkritiker Wladimir Stassow der Gruppe zu Weltruhm: Er nannte sie »Das mächtige Häuflein«. Eine eigene nationalrussische Schule war geboren. Neben Sagen, Märchen und Volksliedern verarbeiteten die Komponisten auch historische Ereignisse und Stoffe, wie Mussorgsky in seinen Opern »Boris Godunow« und »Chowanschtschina«. Während sich die Anhänger des »Mächtigen Häufleins« in erster Linie der Oper und der Orchestermusik verschrieben, wandte sich der Naturwissenschaftler Alexander Borodin der Kammermusik zu. Seine beiden Streichquartette beweisen klares analytisches Denken und einen ausgewogenen Umgang mit harmonischen und melodisch-rhythmischen Details. Borodin orientierte sich in seinen Quartetten am großen Vorbild Beethoven, ebenso wie Peter Tschaikowsky. Nicht umsonst gelten beide als Väter der russischen Kammermusik. Ihre Themen und Melodien gewannen sie aus dem Geist der russischen Volksmusik – der melancholischen Grundstimmung, dem leidenschaftlichen Ausdruck, den sprühenden, kräftigen Klangfarben und den charakteristischen Rhythmen. Das Finale in Borodins Streichquartett Nr. 2 etwa schwingt mit seinem typisch russischen Fünfertakt im Rhythmus der »Polowetzer Tänze«. Peter Tschaikowsky machte als Schützling der westlich orientierten Brüder Anton und Nikolai Rubinstein Karriere. Sie gaben ihre Begeisterung für westliche Klassik und Romantik an ihn weiter. Tschaikowsky teilte ihre Hingabe für Mozart, verehrte aber ebenso die Musik von Glinka und verarbeitete Volksmelodien in seinen Werken, wie in seiner 2. Sinfonie, der »Kleinrussischen«. Von den Anhängern des »Mächtigen Häufleins« wurde er dennoch als »Westler« tituliert. Tschaikowsky liebte die Oper, schrieb jedoch mit größerem Genuss Sinfonien und Kammermusik. Widersprüche prägten sein Leben im Künstlerischen wie im Persönlichen, im Umgang mit seiner Homosexualität und dem platonischen Verhältnis zu seiner Gönnerin Nadeschda von Meck. In Puschkins Versroman »Eugen Onegin« fand Tschaikowsky eigene Konflikte wieder und verarbeitete sie mit psychologischem Feingefühl in lyrischen Melodien. Die Sehnsucht nach erfüllter Liebe klingt auch aus seinen Ballettwerken, wie etwa »Schwanensee«.

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Als musikalischem Wunderkind lag Alexander Glasunow die Musikwelt früh zu Füßen. Voller Bewunderung staunte sein Lehrer Nikolai Rimsky-Korssakoff, sein Schützling entwickle sich nicht »Tag für Tag, sondern Stunde für Stunde«. Glasunow war gerade 16 Jahre alt, als seine erste Sinfonie unter Leitung von Mily Balakirew uraufgeführt wurde. Der Holzfabrikant Mitrofan Beljajew wurde zu Glasunows wichtigstem Förderer. Er gründete in Leipzig einen Verlag, um dort im Laufe der Zeit Glasunows Gesamtwerk zu veröffentlichen, und finanzierte ihm Reisen zu zahlreichen Aufführungsorten – 1884 zum Weimarer Musikfest und 1889 zur Pariser Weltausstellung. In Werken wie der 6. Sinfonie paarte der »russische Brahms« – wie Glasunow häufig genannt wird – die nationalrussische Schule mit der Musiktradition Westeuropas. In seinem Violinkonzert verband er Formen aus dem 19. Jahrhundert, wie die klassische Dreisätzigkeit und eine ausgedehnte Kadenz, mit Stilelementen des 20. Jahrhunderts, indem er bereits zarte impressionistische Klänge durchschimmern ließ. 1904 – im Jahr der Uraufführung von Glasunows Violinkonzert – standen Erster Weltkrieg und russische Revolution unmittelbar bevor. Mangelwirtschaft, Hunger und Elend trieben das Volk auf die Straße. Am Blutsonntag des Jahres 1905 ließ der letzte Romanow-Zar Nikolai II. vor dem Petersburger Winterpalais auf sein Volk schießen. Überall brodelte es. Die Künstler suchten nach neuen Ausdrucksformen. Eine neue Welt sollte entstehen, nichts mehr so sein, wie es einmal war. Kunstrichtungen und Stile wechselten innerhalb kürzester Zeit: Symbolismus, Futurismus, Kubismus. Verschiedene Strömungen mischten sich – wie in den dampfenden Kesseln der neuen Fabriken des Kapitalismus. Die alte Welt hatte ausgedient. Die Avantgardisten zerlegten sie in Bruchstücke, setzten sie neu zusammen und begleiteten ihre Schöpfungen mit umfangreichen theoretischen Konzepten. Alexander Skrjabin wurde zu einem Pionier der Multimedia-Kultur. Mit seiner Lichtsinfonie »Prometheus« wollte er die Sinne des Publikums anregen und seine Musik mit einem Farbenklavier sichtbar machen. Die Uraufführung von Igor Strawinskys »Le Sacre du Printemps« ging als künstlerischer Skandal in die Geschichte ein. Die heidnischen Riten und die kollektive Ekstase der Tänzer schockierten das Publikum, die archaischen Klänge ebenso – explosive Rhythmen, atemlose Taktwechsel, barbarische Schlagzeugeffekte, dissonante Akkorde, übereinandergeschichtet und aufwärts verschoben. Die Welt war im Aufbruch! Den künstlerischen Umbrüchen folgten Umwälzungen in der Gesellschaft. 1917 übernahmen die Kommunisten die Macht. Während der Oktoberrevolution stellten viele Kulturschaffende ihre Werke freiwillig in den Dienst des Staates. Doch spätestens

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Moscow Art Trio Konzert: 16.8.

Sirin Ensemble Konzerte: 25.7., 26.7., 27.7.

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1932 – dem Geburtsjahr des Sozialistischen Realismus – mussten

die Intellektuellen Position beziehen. Jeder, der sich nicht anpasste oder widersprach, wurde verfolgt, verhaftet, gefoltert und ermordet. Bis zum Höhepunkt der Säuberungen kamen Millionen Menschen in den Gulags um – den Strafarbeitslagern der Sowjetunion. Anna Achmatowa hat den Terror dieser Jahre in bedrückende Worte gefasst: »Ich kannte viele früh gewelkte Frauen, Von Schrecken, Furcht, Entsetzen ausgeglüht. Des Leidens Keilschrift sah ich eingehauen Auf Stirn und Wangen, die noch kaum geblüht.« 1941 marschierten Hitlers Truppen in die Sowjetunion ein. Leningrad wurde von den Deutschen fast 900 Tage lang belagert – bis zum Januar 1944. In der belagerten Stadt komponierte Dmi-

Vadim Repin Konzert: 26.7.

Terem Quartet Konzerte: 1.8., 2.8., 3.8.

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tri Schostakowitsch seine berühmte »Leningrader Sinfonie« – als Sinnbild des Leidens, aber gleichzeitig auch als Symbol des Überlebenswillens der Zivilbevölkerung. Das Werk ist ein Requiem für die Opfer der Blockade, eine Anklage gegen Hitler und zugleich gegen die Schreckensherrschaft Stalins. Eine zweite Verfolgungswelle traf die Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg. Stalin und sein Parteifunktionär Andrei Schdanow forderten die strikte Orientierung am Sozialistischen Realismus. Wer die Welt anders sah, galt als ideologischer Abweichler, als Volksfeind, und wurde mit Verleumdungskampagnen und Schauprozessen bestraft. Erst nach Stalins Tod wurden die Vorgaben etwas gelockert, was allerdings nicht bedeutete, dass die Verfolgungen gänzlich aufgehört hätten. Die seelischen Repressalien verarbeitete jeder auf ganz persönliche Weise. Während die Musiksprache der Komponistin Sofia Gubaidulina christliche Symbolik, mystisches Gedankengut und ein vielseitiges literarisches Interesse offenbart, forderte Alfred Schnittke mit seiner »Polystilistik« den bewussten Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart heraus. Die »Perestroika« brachte Ende der 1980er Jahre den politischen und wirtschaftlichen Umbau der Sowjetunion. Intellektuelle und Künstler wurden rehabilitiert. Die Sowjetunion brach zusammen und mit ihr der Sozialismus. Alles änderte sich. Seelischen Halt finden viele Russen heute wieder in der orthodoxen Kirche. Sie bewahrt alte Werte in einer neuen Zeit. Viele meinen, der Patriotismus sei ein starker Pfeiler für die neue Gesellschaft. Heute befindet sich die Russische Föderation im Spannungsfeld zwischen alten Traditionen und neuer Verantwortung für die Welt, zwischen den Interessen des Ostens und des Westens. Symbolisch – so könnte man meinen – blicken die Häupter des Doppeladlers im

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Wappen der Russischen Föderation in zwei entgegengesetzte Richtungen – das eine gen Asien, das andere nach Europa. Als Vertreterin der jungen Generation verkörpert Lera Auerbach die Tradition des Brückenschlagens. Sie erhielt 2005 den Paul Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals. In den Werken der vielseitig tätigen Komponistin, Pianistin und Autorin verschmelzen russische, westeuropäische und US-amerikanische Einflüsse, stilistisch frei verbindet sie in ihrer Musiksprache tonales und atonales Material. Wie die großen Künstler ihres Geburtslandes schöpft Auerbach mit wachem Verstand aus dem Geist der Tradition heraus, »um die Zeit auszudrücken, in der wir leben«, wie sie sagt.

Antje Hinz

Musikjournalistin für ARD-Kulturprogramme, Mitbegründerin des Silberfuchs-Verlages – Hören und Wissen, Autorin und Produzentin des Hörbuches »RUSSLAND HÖREN« zum SHMF 2008. Die Hörbuch-Reihe des Silberfuchs-Verlages mit klingenden Kulturgeschichten zu den Länderschwerpunkten des SHMF wurde für den Deutschen Hörbuchpreis 2007 in der Kategorie »Beste verlegerische Leistung« nominiert.

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Russland – das Hörbuch zum Festival

Nominierung für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 in der Kategorie »Beste Information« Eine musikalisch illustrierte Reise durch die russische Kulturgeschichte von den Mythen bis in die Gegenwart. Sprecher: Rolf Becker; Autorin: Antje Hinz Von Roswitha Rösch künstlerisch gestaltete CD-Edition mit 16-seitigem Beiheft. Hochwertige Sonderverpackung (Smartpac, Hardcover) Bestellungen ab sofort zum Vorzugspreis (bis 31.5.) für 21,- € inkl. Versand unter www.shmf.de/shop sowie unter Tel: 0451- 389 570 oder per Fax: 0451- 389 57 26

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Lübeck

19.6.

Musik- und Kongresshalle Donnerstag 20 Uhr SK 1 € 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

Seelendrama Daniel Müller-Schott Violoncello Schleswig-Holstein Festival Orchester Christoph Eschenbach Dirigent

Antonín Dvo√ák

Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104 Peter I. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

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Daniel Müller-Schott

Als »musikalische Beichte der Seele, die sich in Tönen ergießt« beschrieb Tschaikowsky in einem Brief an Nadeschda von Meck seine 1877 vollendete vierte Sinfonie, eine »Schicksalssinfonie« mit geheimem innerem Programm. Das Schicksal sei »jene verhängnisvolle Macht, die unser Streben nach Glück nicht verwirklichen lässt, die eifersüchtig darüber wacht, dass Glückseligkeit und Friede nicht voll und wolkenlos sind, wie Damokles’ Schwert über unserem Haupte hängt und ständig die Seele vergiftet. Diese Macht ist unbesiegbar und unentrinnbar.« Das emotional tief erschütternde Werk gehört neben den zwei späteren Sinfonien zu Tschaikowskys meisterhafter Schicksals-Trias. Solist in Dvo√ák s h-Moll-Konzert ist Daniel Müller-Schott, der zu den faszinierendsten Cellisten der jüngeren Generation zählt. 2004 war Müller-Schott, der sein Instrument mit unglaublicher Leichtigkeit und Eleganz spielt, erstmals im Trio mit Anne-Sophie Mutter und André Previn zu hören – der Beginn einer Zusammenarbeit, die 2006 in der Einspielung von Klaviertrios Mozarts gipfelte. Mit seinen 31 Jahren zählt Daniel Müller-Schott bereits zu den »Großen« seines Fachs – so sieht es zumindest der Musikkritiker Harald Eggebrecht in seinem jüngst erschienenen Buch »Große Cellisten«. Gefördert durch AVIS Krohn GmbH

Christoph Eschenbach

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Kiel

27.6.

Lübeck

Schloss Freitag 20 Uhr SK 2

2.7.6.7.

€ 68,- 58,- 46,- 32,- 20,-

Abschied vom Alban Berg Quartett Alban Berg Quartett Elisabeth Leonskaja Klavier Heinrich Schiff Violoncello Alois Posch Kontrabass

Franz Schubert

Klavierquintett A-Dur D 667 »Forellenquintett« Streichquintett C-Dur op. 163 D 956

Man wird sie vermissen, die vier Wiener. 37 Jahre lang war das Alban Berg Quartett Garant für Kammermusik auf allerhöchstem Niveau. Nun hat das Jahrhundertquartett für das Jahr 2008 seinen Abschied angekündigt. Angefangen hatte alles 1971. Der Wunsch, sich nach einem Mitglied der in Wien so lange geschmähten Wiener Schule um Arnold Schönberg zu nennen, gab von Anfang an die Richtung vor. Zunächst musste allerdings Alban Bergs Witwe Helene ihre Zustimmung geben, und die wollte

die vier jungen Musiker erst selbst hören, ehe sie ihren Segen gab. »Wir mussten die ›Lyrische Suite‹ in dem Zimmer spielen, in dem Berg sie komponiert hat. Helene war sehr wach und interessiert« – und begeistert. Auf ihren ersten beiden Platten, die 1974 zeitgleich bei Teldec erschienen, spielten sie Werke ihres Namenspatrons Alban Berg und des Schöpfers der Gattung Streichquartett, Joseph Haydn. Ernsthaftigkeit, interpretatorische Intelligenz und eine geradezu ehrfurchteinflößende Perfektion zeichneten das Quartett von Anbeginn aus. Bis heute unübertroffen sind viele ihrer Aufnahmen, und zwischen die Gesamteinspielungen der Quartette von Beethoven, Brahms, Berg, Bartók, der späten Quartette von Mozart und Schubert sowie einzigartigen Produktionen von Quartetten Schumanns, Ravels, Debussys und Strawinskys mischen sich immer wieder maßstabsetzende Ersteinspielungen von Werken zeitgenössischer Komponisten. Das Konzert im Kieler Schloss wird das letzte Konzert des Alban Berg Quartetts in Europa sein. Abschied nehmen sie mit Schubert, dem wienerischsten aller QuartettKomponisten, und im Zusammenspiel mit drei langjährigen Künstlerfreunden, Elisabeth Leonskaja, Heinrich Schiff und Alois Posch.

Kiel / Lübeck / Husum / Salzau

JazzBaltica »on sax« Artist in Residence: Joe Lovano Saxophon

3.7.

Musik- und Kongresshalle Donnerstag 20 Uhr SK 3 € 62,- 50,- 38,- 18,-

Spannender Flirt zwischen Klassik und Jazz Wayne Shorter Quartet

featuring Brian Blade, John Patitucci und Danilo Pérez JazzBaltica steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Saxophons. Aufgrund seiner Leader-Funktion im offenen musikalischen Dialog hat es sich seit den 1930er Jahren zum wichtigsten Instrument des Jazz entwickelt. Joe Lovano, diesjähriger »Artist in Residence« und jüngst für seine Duo-Einspielung »Kids« (mit Pianist Hank Jones) für den Grammy nominiert, gilt als der wichtigste, weil kompletteste und gefragteste Tenorsaxophonist unserer Zeit – ein großer Improvisator, der die Tradition seines Instruments in einem ganz persönlichen Idiom verschmolzen hat. Auf nunmehr 18 Blue Note-Alben hat er seine Fähigkeiten auch in jenen Registern unter Beweis gestellt, die für Saxophonisten normalerweise unerreichbar bleiben.

Special Guest: Imani Winds

Programm ab 11.4. unter www.jazzbaltica.de

»Einer der bedeutendsten Komponisten und individuellsten Saxophonisten des Jazz« (New York Times) ist zurück bei JazzBaltica. Wayne Shorter, der als Sideman von Miles Davis und als Kopf von Weather Report Jazzgeschichte schrieb, stellt ein neues spannendes Projekt vor. Mit seinem Quartett und dem Ensemble Imani Winds liefert er Stücke voll emotionaler Kraft und dynamischer Präzision. Zum Höhepunkt des Abends werden die Jazzband und die Holzbläser zu einem neunköpfigen Ensemble verschmelzen, um neue musikalische Regionen zu erschließen. »Man brauchte 24 Stunden, um wieder auf die Erde zu kommen«, schwärmte das Jazzman Magazine über ihr Pariser Konzert im September 2007.

Vorverkauf ab 16.4. unter Tel. 0431-570470

In Zusammenarbeit mit JazzBaltica

Joe Lovano

Wayne Shorter

Gefördert durch IBM Niederlassung Hamburg

Alban Berg Quartett

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12.7.

Lübeck

Lübeck

Musik- und Kongresshalle Samstag 20 Uhr K 1

Musik- und Kongresshalle Sonntag 20 Uhr K 2

€ 91,- 74,- 57,- 40,- 21,-

Romantik und Moderne Eröffnungskonzert Arabella Steinbacher Violine NDR Sinfonieorchester Christoph von Dohnányi Dirigent

Johannes Brahms

Violinkonzert D-Dur op. 77 Igor Strawinsky Der Feuervogel

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13.7.

€ 91,- 74,- 57,- 40,- 21,-

Im Herbst 1909 wandte sich der russische Ballettimpresario Sergej Diaghilew mit einem großen Auftrag an Igor Strawinsky: Er sollte für seine Ballets russes den »Feuervogel« komponieren. Der Choreograph Michail Fokin hatte zwei russische Märchenstoffe im »Feuervogel« dramaturgisch überzeugend zusammengeführt: den um den bösen Zauberer Kaschtschei und den um den Feuervogel. Der junge Held Iwan überwindet mit Hilfe des Feuervogels das Böse in Gestalt des Zauberers Kaschtschei und befreit so eine Schar von Prinzessinnen aus der Hand des Unholds. Strawinsky schuf eine Partitur voll glühender Farbenpracht, und mit seinem impressionistischen Kolorit, seinen Orientalismen und Exotismen sowie der auf den »Sacre« vorausweisenden rhythmisch-kinetischen Wucht wurde das Werk auf Anhieb ein durchschlagender Erfolg. In der heiter-gelösten Atmosphäre seines Kärntner Sommeraufenthaltes schuf Johannes Brahms 1878 sein einziges Violinkonzert – ein Werk durchgehend pastoralen Charakters, gespickt jedoch mit immensen spieltechnischen Schwierigkeiten. Arabella Steinbacher, 1981 in München geboren, hat das Konzert bereits mehrfach mit großen deutschen Orchestern gespielt und bewiesen, dass sie das höchst anspruchsvolle Werk mit klanglicher Noblesse und gestalterischer Sensibilität zu interpretieren versteht. Das Konzert am Sonntag wird live vom ZDF auf 3sat und von NDR Kultur übertragen

Arabella Steinbacher

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Hamburg HafenCity, Cruise Center Samstag 13 Uhr MF 1A

12.7.

€ 18,- / erm. € 9,-

Samstag 18 Uhr MF 1B

Hamburg HafenCity, Cruise Center Sonntag 11 Uhr MF 1C

13.7.

€ 18,- / erm. € 9,-

Sonntag 16 Uhr MF 1D

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

Tageskarte MF 1AB

Tageskarte MF 1CD

€ 32,- / erm. € 16,-

€ 32,- / erm. € 16,-

Steife Brise Musikfest in der HafenCity

Mit großem Erfolg fand im vergangenen Sommer zum ersten Mal eines der traditionellen Musikfeste auf dem Lande im urbanen Ambiente der Hamburger HafenCity statt. Anstelle einer Scheune in ländlicher Umgebung dient das aus aufeinandergesetzten bunten Übersee-Containern bestehende Terminal des Hamburg Cruise Center als Konzertsaal. Die gute Akustik, das maritime Flair und der direkte Blick auf die wachsende HafenCity, die Elbe und den Hamburger Hafen machen das Cruise Center zu einem hervorragenden Ort für ein Musikfest. Passend zur Umgebung des Hafens, wo – natürlich bei Sonnenschein – sicherlich wieder eine »steife Brise« wehen wird, dreht es sich auch programmatisch um »stürmische Musik«. Am Samstag ab 13 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr können die Besucher zwischen einer Halbtageskarte mit zwei einstündigen Konzerten und einer Tageskarte wählen oder das abwechslungsreiche Programm des ganzen Wochenendes genießen. Ein besonderes Angebot für Familien ist die Kindermusikwerkstatt, eine mobile Musikschule, in der der Publikumsnachwuchs im Alter zwischen 4 und 13 Jahren während der Programme A, C und D betreut und spielerisch an Musik herangeführt wird. Neu bei den Musikfesten ist der »Musikalische Nachschlag« am Samstagabend, direkt im Anschluss an das letzte Konzert: In der »Datscha-Lounge« können die Besucher, Musiker und Mitarbeiter den Musikfesttag in Hamburg entspannt ausklingen lassen, während ein russischer DJ für die passenden Beats und Sounds sorgt. Gefördert durch HSH Nordbank AG

Weitere Termine der Musikfeste auf dem Lande:

19./20.7. Stocksee 26./27.7. Emkendorf 2./3.8. Pronstorf 9./10.8. Wotersen 16./17.8. Emkendorf Nähere Informationen zum Programm der Musikfeste auf dem Lande erhalten Sie Ende Mai unter: www.shmf.de/musikfeste

Konzerte im Hamburger Hafen s. S. 25, 37, 120

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arko Kaffee & Confiserie, CITTI, Duckstein, Fürst Bismarck Mineralwasser und Sektkellerei Schloss Wachenheim sind Produktpartner der Musikfeste auf dem Lande

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14.7.

Hamburg

Wotersen

Husum

Literaturhaus Montag 20 Uhr K 4

Reithalle Montag 20 Uhr K 3

St. Marienkirche Dienstag 20 Uhr K 5

14.7.

€ 18,-

Russland hören Rolf Becker Rezitation Vladimir Stoupel Klavier

Ein musikalisch-literarischer Streifzug durch die russische Kulturgeschichte mit Musik von Tschaikowsky, Mussorgsky, Strawinsky, Prokofieff u. a.

Rolf Becker

»Auch wenn man uns in sieben Wassern wäscht, bleibt unser russisches Wesen erhalten!« Was macht sie aus – die russische Seele, die der Dichter Iwan Turgenjew nicht ohne Stolz beschreibt? Ist es die besondere Mischung aus östlichen und westlichen Einflüssen? Ist es der orthodoxe Glaube, der Patriotismus, die tiefe Liebe zur eigenen Kultur, zu den Komponisten, Malern und Dichtern, die für das Volk bis heute moralische Anführer und Propheten sind? Beginnend beim Gründungsmythos der Kiewer Rus, der Christianisierung Russlands und den fruchtbaren Einflüssen aus Byzanz über die Jahre der tataro-mongolischen Fremdherrschaft und die Dynastie der Romanow-Zaren bis zum Aufbruch der russischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der Terrorherrschaft Stalins und dem Wandel Russlands unter Michail Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika nähert sich der bekannte Schauspieler Rolf Becker den Wurzeln der russischen Kultur und entführt das Publikum in imposante Kirchen zu den Schöpfern prachtvoller Ikonen. Er besucht Kiew, Nowgorod, Sankt Petersburg und Moskau, berichtet von kühnen Fürsten, weltoffenen Handelsleuten, von visionären, kunstsinnigen und machthungrigen Zaren. Er trifft auf Märchenwesen und begegnet den Helden der großen russischen Romane und Opern. Er durchstreift die künstlerische Avantgarde, skandiert ihre Manifeste und präsentiert ihre bahnbrechenden Schöpfungen. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus

Vladimir Stoupel

26

Hamburg

€ 39,- 34,- 27,- 19,-

15.7.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Feinsinnig

Klassisch

Fine Arts Quartet

Fine Arts Quartet

Sergei Rachmaninoff Streichquartett Nr. 1 g-Moll (Fragment) Dmitri Schostakowitsch Streichquartett Nr. 4 D-Dur op. 83 Peter I. Tschaikowsky Streichquartett Nr. 2 F-Dur op. 22

Joseph Haydn

Fine Arts Quartet

Sie sehen aus wie Gentlemen, und auch ihre Spielkultur trägt alle Züge feinster Noblesse: Stil, Eleganz, Klasse, Ausstrahlung. Die vier Herren des Fine Arts Quartet sind die Meister der hohen Kunst des Quartettspiels. Das in den USA ansässige Quartett hat seit seiner Gründung im Jahr 1946 nur ganz wenige Besetzungsänderungen erfahren, drei der heutigen Mitglieder spielen seit über zwanzig Jahren zusammen. Ihre beeindruckende Klanghomogenität, ihre edle und exquisite Art des Spielens und das blinde Ver-

Streichquartett G-Dur op. 77 Nr. 1 Hob. III:81 Dmitri Schostakowitsch Streichquartett Nr. 1 C-Dur op. 49 Peter I. Tschaikowsky Streichquartett Nr. 2 F-Dur op. 22

ständnis in der musikalischen Kommunikation verdankt sich nicht zuletzt dieser kontinuierlichen Arbeit. Rund 200 Werke hat das Quartett im Repertoire, 40 CDs erschienen allein in den letzten zwanzig Jahren. 2005 spielten sie Werke von Alexander Glasunow ein, und Schostakowitschs Streichquartette stehen regelmäßig auf den Programmen ihrer Konzerte. Mit Russland verbindet das in Chicago gegründete Quartett mehr als der Name verrät: zwei der vier Quartettmitglieder stammen aus der ehemaligen Sowjetunion und sind durch die russische Streicherschule gegangen. Mit Werken von Tschaikowsky, Rachmaninoff und Schostakowitsch trägt das Fine Arts Quartet so nicht nur dem diesjährigen Länderschwerpunkt Rechnung, sondern erweist auch der musikalischen Heimat zweier seiner Quartettmitglieder Reverenz. K 3 Gefördert durch Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik

27


15.7.

Kiel

Glücksburg

Glückstadt

Schloss Dienstag 20 Uhr K 6

Schloss Dienstag 20 Uhr K 7

Stadtkirche Mittwoch 20 Uhr K 9

Pianistenlegende Grigory Sokolov Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart Sonate F-Dur KV 280 Sonate F-Dur KV 332 Frédéric Chopin 24 Préludes op. 28

Grigory Sokolov

Als legitimen Erben von Emil Gilels und Svjatoslav Richter hat man ihn bezeichnet, als einsamen Bewahrer der großen russischen Klaviertradition, und doch steht Grigory Sokolov nicht im gleichen Maße im Fokus der medialen Öffentlichkeit wie viele seiner jüngeren Landsleute. Sokolov, der als 16-Jähriger den legendären Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb gewann, führt ein Leben im Verborgenen. Interviews gibt er nur äußerst selten, mit Orchestern tritt er auch kaum mehr auf – wegen zu geringer Probenzeiten –, und seit 1994 hat er keine CD mehr auf den Markt gebracht. Wer die

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15.7.

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

Kunst des 57-Jährigen also erleben will, muss in den Konzertsaal gehen. Und die, die ihn einmal live gehört haben, sprechen von Magie und Grenzerfahrung, von unvergleichlicher musikalischer Intensität und geradezu betörendem Spiel. Das niederländische NRC Handelsblad feierte Sokolov nach einem Klavierabend im Amsterdamer Concertgebouw als »Titan unter den Pianisten«, und der französische »Figaro« titelte nach einem Konzert im Pariser Théâtre des ChampsÉlysées schlicht »L’extraterrestre« – der Außerirdische. Im Sommer 2008 wird der russische Pianist mit Kultstatus nach 15 Jahren erstmals wieder beim Schleswig-Holstein Musik Festival zu Gast sein.

€ 35,- 27,- 19,-

Russische Saiten Boris Andrianov Violoncello Dimitri Illarionov Gitarre

Johann Sebastian Bach

Suite für Violoncello solo Nr. 5 c-Moll BWV 1011 Rodion Schtschedrin Russische Weisen für Violoncello solo Igor Strawinsky Suite italienne Manuel de Falla Suite popular española Francisco Tárrega Variaciones sobre el »Carnaval de Venecia« für Gitarre solo Giovanni Sollima Alone für Violoncello solo Astor Piazzolla Invierno porteño, La muerte del ángel (alle Arrangements von Boris Andrianov und Dimitri Illarionov)

Boris Andrianov und Dimitri Illarionov, zwei herausragende russische Musiker, haben sich zu einem Duo der Spitzenklasse entwickelt. Illarionov, der keine instrumentalen Grenzen zu kennen scheint, und Andrianov, der das Cello mit der Leichtigkeit einer Violine spielt, gestalten musikalisch höchst anspruchsvolle Partien mit unglaublicher Transparenz und Dynamik. Andrianov, 1976 in Moskau geboren, gewann 1998 beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb den 3. Preis und trat seitdem als Solist mit zahlreichen herausragenden Klang-

16.7.

€ 23,- 19,- 15,- 10,-

körpern wie dem Orchestre National de France oder dem Russian National Orchestra auf und erntete begeisterte Pressestimmen: »Der junge Cellist Boris Andrianov glänzte durch eine makellose Interpretation und entlockte seinem herrlichen Montagnana-Cello einen kraftvoll sonoren Klang.« So der »Periódico Extremadura«. Dimitri Illarionov, 1979 ebenfalls in Moskau geboren, gewann 2002 den weltweit bedeutendsten Gitarrenwettbewerb, die GFA International Competition der Guitar Foundation of America. Er trat als Solist mit bedeutenden Orchestern auf und begeisterte Publikum und Presse, wie etwa Michael Eidenbenz vom Züricher Tages-Anzeiger: Illarionov spielte »mit so viel Temperament, Musikalität, Farbenreichtum, Ausstrahlung, Sinn fürs Timing und für den Raumklang seines leisen Instruments, dass die Bündelung all dieser Fähigkeiten, gepaart mit einer offensichtlichen Entertainerbegabung, am besten kurz und bündig kommentiert sei: Wow!« K 9 Gefördert durch Förderverein Musik in der Stadtkirche Glückstadt e.V.

Boris Andrianov und Dimitri Illarionov

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15.7.

Sylt, Rantum

Mölln

Bad Segeberg

Sylt-Quelle Dienstag 20 Uhr K 8

Augustinum Mittwoch 20 Uhr K 12

St. Marienkirche Mittwoch 20 Uhr K 10

€ 35,- 30,- 24,-

Drama und Leidenschaft Barbara Auer Rezitation Clemens von Ramin Rezitation Ekaterina Doubkova Klavier

Lesung aus »Anna Karenina« von Leo Tolstoi mit Klaviermusik von Mussorgsky, Skrjabin, Rachmaninoff und Prokofieff

»Was ich ungescheut den größten Gesellschaftsroman der Weltliteratur nannte«, so Thomas Mann in seiner Einleitung für eine amerikanische Ausgabe von Tolstois »Anna Karenina«, »ist ein Roman gegen die Gesellschaft, – schon das biblische Motto: ›Die Rache ist mein, spricht der Herr‹ kündigt es an. Der moralische Antrieb zu dem Werk war ohne Zweifel, die Gesellschaft zu geißeln für die kalte, ausstoßende Grausamkeit, mit der sie den Liebesfehltritt einer im Grunde edelsinnigen und stolzen Frau bestraft, statt die Vergeltung für ihre Sünde Gott anheimzugeben.« Leo Tolstoi

Barbara Auer

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16.7.

€ 35,- 29,-

schuf mit der Ehebruchstragödie »Anna Karenina« einen der monumentalsten Romane der Literatur. Anna Arkadjewna, die Frau des hochgestellten Staatsbeamten Karenin, beginnt eine Affäre mit dem Gardeoffizier und Grafen Aleksej Wronskij. Sie trennt sich von ihrem Mann und ihrem Sohn, ohne dass mit Wronskij und ihrem gemeinsamen Kind eine neue Familie zustande kommt. Von der Gesellschaft ausgestoßen, begeht Anna, zunehmend isoliert und von Eifersucht gequält, schließlich Selbstmord. Barbara Auer, die gefeierte Roxane an der Seite Klaus Maria Brandauers in Sven-Eric Bechtolfs Inszenierung von »Cyrano de Bergerac« am Wiener Burgtheater, und der glänzende Rezitator und Schauspieler Clemens von Ramin lesen Auszüge aus Tolstois opulentem Epos. Verwoben werden die Textpassagen mit Klaviermusik von Mussorgsky, Skrjabin, Rachmaninoff und Prokofieff, einfühlsam dargeboten von der russischen Pianistin Ekaterina Doubkova. K 12 Gefördert durch Collegium Augustinum gGmbH

Clemens von Ramin

16.7.

€ 23,- 19,- 15,- 10,-

Stimmen aus Zentralasien Huun-Huur-Tu

Traditioneller Obertongesang aus Tuwa

Als im Jahr 2001 ein deutsch-russisches Archäologenteam in der zentralasiatischen Republik Tuwa eine skythische Grabanlage mit 9300 Objekten, darunter 6000 aus purem Gold freilegte, wurde die Ausgrabung weltweit als Jahrhundertfund gefeiert. Einblicke in Kultur und Geschichte des sagenhaften Reitervolks der Skythen, dessen Einflussgebiet einst von der heutigen Republik Tuwa bis an die Tore Mitteleuropas reichte, gab 2007 die monumentale Ausstellung »Im Zeichen des Goldenen Greifen – Königsgräber der Skythen« im Berliner Martin-Gropius-Bau. Eine Besonderheit der tuwinischen Kultur ist der »Khoomei«, eine Art Kehlkopfgesang, bei dem ein einzelner Sänger zwei oder sogar drei Töne gleichzeitig erzeugt, indem er die natürlich mitschwingenden Obertöne so verstärkt, dass sie gleichzeitig erklingen. Mit ihrer einmaligen Gesangstechnik entfalten die vier Sänger von HuunHuur-Tu einen fesselnden, unter- und obertonreichen Klang-Kosmos. Betörend meditativ sind ihre Gesänge, denen die vier Musiker mit traditionellen HirtenInstrumenten klare rhythmische Strukturen entgegensetzen. »Huun-Huur-Tu«, das die vertikale Trennung von Lichtstrahlen, die man oft über Gras- oder

Huun-Huur-Tu

Weideland kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang sieht, bezeichnet, wurde 1992 gegründet. Nach Auftritten in den USA, wo die vier Sänger aus der zu Russland gehörenden autonomen Republik Tuwa mit Ry Cooder, Frank Zappa und dem Kronos Quartet zusammenarbeiteten, konnte sich das Ensemble schnell in der Weltmusikszene etablieren und genoss schon bald Kultstatus.

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16.7.

Hamburg

Reinbek

NDR, Rolf-Liebermann-Studio Mittwoch 20 Uhr K 11

Schloss Donnerstag 20 Uhr K 16

17.7.

€ 18,-

Russische Moderne St. Petersburger Kammersolisten

Alfred Schnittke

Klavierquintett Sofia Gubaidulina Klavierquintett Dmitri Schostakowitsch Klavierquintett g-Moll op. 57

Schostakowitsch, Gubaidulina und Schnittke verbindet die Erfahrung eines Künstlerdaseins unter den Bedingungen eines menschenverachtenden Terrorregimes. Ein Zerrissensein zwischen lebensbedrohlichen Repressalien und dem Status eines Vorzeigekomponisten der Sowjetunion prägten Leben und Schaffen Schostakowitschs. 1936 traf Stalins Bannstrahl seine Oper »Lady Macbeth von Mzensk«. Als »Formalist« und »Feind des Volkes« gebrandmarkt, schlief er monatelang bekleidet, von Depressionen und Selbstmordgedanken gequält, mit einem kleinen Koffer unter dem Bett in

ständiger Erwartung, verhaftet zu werden. Mit seiner 5. Sinfonie aus dem Jahr 1937 konnte er sich zwar wieder rehabilitieren, Zweifel und Ängste blieben. In den nächsten Jahren wandte sich Schostakowitsch verstärkt kammermusikalischen Gattungen zu, die für die kunstbürokratische Zensur von untergeordneter Bedeutung waren. 1938 entstand sein erstes Streichquartett, 1940 das Klavierquintett, das sich mit seiner Mischung aus barocken Formmodellen und russischer Volksliedthematik jeder staatlichen Kritik entzieht. Schostakowitschs Klavierquintett und sein zweites Klaviertrio scheinen Pate gestanden zu haben für Gubaidulinas Quintett aus dem Jahr 1957. Entstanden im dritten Jahr ihres Studiums am Moskauer TschaikowskyKonservatorium und weit weg von ihren späteren archaisch-religiösen Klangfantasien, zeugt das Werk doch bereits von der immensen Begabung seiner Schöpferin. Weitere 15 Jahre später beginnt Alfred Schnittke mit den ersten Entwürfen für sein Klavierquintett. Über vier Jahre zieht sich die Komposition des in Andenken an seine plötzlich verstorbene Mutter entstandenen Werkes hin, seine Fertigstellung fällt mit dem Tod Schostakowitschs zusammen. Individuelles Leid und ein Leiden an den politischen Verhältnissen der Sowjetunion haben hier das Entstehen dreier Werke begünstigt, deren Stellenwert innerhalb der Gattung Klavierquintett des 20. Jahrhunderts einzigartig ist.

€ 35,- 27,-

Russland melancholisch Alisa Weilerstein Violoncello Lera Auerbach Klavier

Dmitri Schostakowitsch 24 Präludien für Klavier op. 34

(Fassung für Violoncello und Klavier von Lera Auerbach, UA, Auftragswerk von NDR das neue werk) Lera Auerbach 24 Präludien für Violoncello und Klavier op. 47

Schostakowitsch lässt sie nicht los. Sie bearbeitete seine Sechs Gedichte von Marina Zwetajewa op. 143 für Mezzosopran und Streichquartett und vervollständigte die von Dmitri Zyganow begonnene Fassung für Violine und Klavier von Schostakowitschs 24 Präludien für Klavier op. 34. Lera Auerbach, 1973 in Tscheljabinsk am Rande Sibiriens geborene Pianistin, Komponistin und Schriftstellerin, würde ihre Auseinandersetzung mit Schostakowitsch gerne als

vorübergehende Phase sehen, doch sie bleibt weiterhin von dem Komponisten fasziniert, dessen Tonsprache der ihren so ähnlich ist. Mit Schostakowitschs 24 Klavier-Präludien op. 34 hat Lera Auerbach sich bereits während der Vervollständigung der Fassung für Violine und Klavier befasst. Für den Beginn des Jahres 2008 hat sie sich nun die Bearbeitung aller 24 Schostakowitsch-Präludien für Violoncello und Klavier vorgenommen. In Reinbek, wo ihr 2005 im Rahmen des SHMF der Paul Hindemith-Preis verliehen wurde, wird Lera Auerbach im Zusammenspiel mit der US-amerikanischen Cellistin Alisa Weilerstein zu hören sein, die 2006, ebenfalls im Rahmen des SHMF, den von der Sparkassen-Finanzgruppe gestifteten Leonard Bernstein Award erhielt. Die beiden so enorm ausdrucksstarken und kraftvoll leidenschaftlichen Musikerinnen nun im Duo zu hören, verspricht einen fesselnden Abend. Konzert im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk

Konzert im Rahmen von anbruch 08 – St. Petersburger Kammersolisten

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eine Koproduktion mit NDR das neue werk

Alisa Weilerstein

Lera Auerbach

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17.7.

Cismar

Föhr, Nieblum

Kloster Cismar Donnerstag 20 Uhr K 17

St. Johannis-Kirche Donnerstag 20 Uhr K 18

Bilder des Ostens Miki Yumihari Klavier

Sergei Rachmaninoff

Ausgewählte Préludes Sergei Prokofieff Sonate Nr. 3 a-Moll op. 28 Modest Mussorgsky Bilder einer Ausstellung

Was muss das für eine kuriose Ausstellung gewesen sein – jene Schau von über 400 Exponaten Viktor Hartmanns, den heute kaum jemand mehr kennt und dessen Name und Werk einzig überlebten, weil ein ebenso genialer wie eigensinniger Komponist sich von den Bildern zu einem Klavierzyklus beflügeln ließ, dessen klangmalerische Qualität die Aussagekraft der Bilder bei weitem übertrifft. Zeichnungen, Aquarelle, Architekturskizzen und Entwürfe für Bühnenbilder waren in der Gedächtnisausstellung für den mit Mussorgsky befreundeten Architekten, Bildhauer und Maler Hartmann zu sehen. Die makabre Charakterstudie eines Gnoms hing hier neben der Architekturskizze für ein Stadttor im russischen Stil und die märchenhaftdämonische Hütte auf Hühnerfüßen der Hexe Baba Jaga neben einem Selbstbildnis Hartmanns, das ihn in den Katakomben von Paris zeigt. So uneinheitlich uns die wenigen erhaltenen Exponate heute erscheinen – Mussorgsky inspirierten sie zu jenen »Bildern einer Ausstellung«, die wie kein zweites Werk das Bild des Kom-

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17.7.

€ 28,-

ponisten prägten. Anders als Mussorgsky, der der »absoluten Musik« ablehnend gegenüberstand, dessen Werkkatalog keine Sinfonien und Sonaten verzeichnet und dessen schöpferischer Geist sich vor allem an außermusikalischen Vorstellungen entzündete, stehen die beiden großen russischen Klavierkomponisten Rachmaninoff und Prokofieff in der Tradition gängiger westlicher Formmodelle. Rachmaninoffs 24 Préludes, auf die Opuszahlen 3, 23 und 32 verteilt in den Jahren zwischen 1892 und 1910 entstanden, atmen den Geist des Petersburger Fin de Siècle, aber auch der Salons westlicher Provenienz. Ungebändigter Vorwärtsdrang und wirbelnde Lebhaftigkeit kennzeichnen Prokofieffs dritte Sonate, ein einsätziges Werk, das 1917 aus Material eines Jugendwerks entstand. Dargeboten wird das vielschichtige Bild russischer Klaviermusik zwischen der Regentschaft Zar Alexander II. und der Oktoberrevolution von der 1972 im japanischen Kobe geborenen Pianistin Miki Yumihari.

Miki Yumihari

€ 23,- 19,- 15,- 10,-

Russischer Harfenzauber Silke Aichhorn Harfe

Sergei Prokofieff Prélude op. 12 Nr. 7 Michail Glinka

Variationen über ein Thema von Mozart Nocturne f-Moll »La séparation« Aram Khatchaturian Östlicher Tanz, aus dem Kinderalbum Ekaterina A. Walter-Küne Fantaisie sur un thème de l’opéra »Eugène Onéguine« Reinhold Glière Impromptu As-Dur Marcel Tournier Berceuse russe op. 40 Peter I. Tschaikowsky Passé lointain op. 72 Nr. 17 Wiegenlied op. 16 Nr. 1 Michail Mchedelov Variationen über ein Thema von Paganini

und Zauberszenen eingesetzt. Neben den französischen Impressionisten verhalfen vor allem russische Komponisten der Harfe als Orchesterinstrument zu größerer Bedeutung, bis am Ende des 19. Jahrhunderts beinahe jedes Orchesterwerk eine Besetzung mit Harfen erforderte. Als große russische Komponisten wie Glinka und Glière Werke für Harfe allein komponierten, stieg auch ihre Bedeutung als Soloinstrument. Die Harfe als eigenständiges solistisches Instrument zu etablieren, ist der Musikerin Silke Aichhorn, die zu den vielseitigsten Harfenistinnen ihrer Generation zählt, ein besonderes Anliegen. Und wenn sie ihrer Harfe zauberhaft perlende Arpeggien oder kaskadenartige Glissandi in zartesten Klangabstufungen und mit poetischer Expressivität entlockt, versteht man, warum die Harfe als »himmlisches Instrument« gilt. Gefördert durch Ferring Arzneimittel GmbH Nach dem Konzert fährt ein Sonderschiff nach Dagebüll

Kaum einem anderen Instrument wird ein ähnlich hoher symbolischer Gehalt zugeschrieben wie der Harfe. Als »göttliches Instrument« wurde sie im Mittelalter angesehen, da es dem biblischen König David durch sein Harfenspiel gelang, Saul von den bösen Geistern zu befreien. Auch gilt sie als Lieblingsinstrument der Engel, was die transzendente Bedeutung von Harfenklängen unterstreicht. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde die Harfe in sinfonischen Werken entsprechend der ihr zugeschriebenen Symbolik vor allem in Sakral-, Spuk-

Silke Aichhorn

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17.7.

Haseldorf

Altenhof

Hamburg

Rinderstall Donnerstag 20 Uhr K 13

Kuhhaus Freitag 20 Uhr K 19

Schuppen 52 Freitag 20 Uhr K 20

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

18.7.

€ 35,- 30,- 24,- 17,- 10 ,-

18.7.

€ 54,- 47,- 37,- 27,- 17,-

Russische Romantik

Russische Akzente

Swingende Platinkehlen

St. Petersburger Kammersolisten

St. Petersburger Kammersolisten

The Manhattan Transfer

Alexander Borodin

Boris Tschaikowsky

Klavierquintett c-Moll Anton Arensky Klavierquintett D-Dur op. 51 Serge Tanejew Klavierquintett g-Moll op. 30

Klavierquintett Dmitri Schostakowitsch Klavierquintett g-Moll op. 57

Swing, Blues und Jazz aus New York

Wladimir Stassow, der einflussreiche Kunst- und Musikkritiker sowie Förderer des »Mächtigen Häufleins«, war ein Verfechter großer, repräsentativer Werke. Kammermusikgattungen konnte er nicht viel abgewinnen, und so dauerte es lange, bis sich Streichquartette, Klaviertrios und -quintette im russischen Musikleben etablieren konnten. In der erklärten Absicht, in einer westeuropäischen Atmosphäre ein ausgesprochen russisch geprägtes Werk zu schaffen, machte sich Alexander Borodin auf Studienreise im italienischen Viareggio an die Komposition seines Klavierquintetts. Als »Quintett à la Glinka« soll Borodin das Werk bezeichnet haben, und in der Tat lassen sich zahlreiche Anklänge insbesondere an Glinkas national-russisch gefärbte Werke finden. Westlichen Strömungen aufgeschlossener als die Mitglieder des Petersburger »Mächtigen Häufleins« waren die Moskauer Komponisten Tanejew und Arensky. »Ich bin mir fast sicher, dass es möglich ist, eine organische Verbindung der Fuge des Westens und den Prinzipien unserer Musik

zu schaffen«, lautete das Credo Tanejews, des großen russischen Kontrapunktikers. Die St. Petersburger Kammersolisten, 1991 gegründet und seit 1995 in der derzeitigen Besetzung spielend, sind bekannt für ihre meisterhaften Interpretationen russischer Kammermusikwerke. So manchen Schatz haben die Musiker um den Pianisten Igor Uryash schon ausgegraben und auf CD eingespielt. Das immer noch zu entdeckende kammermusikalische Schaffen russischer Komponisten stellen sie nun im Rahmen des SHMF vor.

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St. Petersburger Kammersolisten

Swing, Rhythm & Blues, Rock ’n’ Roll, Jazz und brasilianische Samba – mit ihrem außergewöhnlich vielseitigen Repertoire entfacht die Vokalgruppe The Manhattan Transfer in ihren Konzerten regelmäßig Begeisterungsstürme im Publikum. Ob feinfühlige Balladen oder feurige Hits, die »Stimmen von Tim Hauser, Alan Paul, Janis Siegel und Cheryl Bentyne verschmelzen wie zu einem einzigen Klangkörper, schwungvoll und in einer mitreißenden Mixtur aus Entertainment, handwerklicher Perfektion, untadeliger Choreographie und künstlerischem Anspruch«. So Tobias Böcker in einer Rezension der »Jazzzeitung«. Die außergewöhnliche Formation The Manhattan Transfer wurde 1972 von Tim Hauser gegründet und singt seither in nahezu unveränderter Besetzung. Wohl auch durch seine kontinuierliche Zusammenarbeit erreichte das Ensemble eine künstlerische Qualität auf höchstem Niveau, die nicht zuletzt durch die insgesamt neun Grammy Awards gewürdigt wurde, mit denen The Manhattan Transfer in den Kategorien Jazz und Pop bisher ausgezeichnet wurde. Der Name der Gruppe nimmt Bezug auf New York als den Ort ihrer Gründung und geht zum einen auf den Roman

The Manhattan Transfer

»Manhattan Transfer« von John Dos Passos zurück, zum anderen ist er eine Reminiszenz an Tim Hausers Broterwerb zu Beginn seiner musikalischen Karriere: er war Taxifahrer in New York und somit zuständig für den »Manhattan Transfer«. Begleitet von einer Band wird das Vokalquartett mit seinem lebendigen Drive für einen unvergleichlichen Abend sorgen. Gefördert durch Imtech Deutschland GmbH & Co. KG, Degesta – Deutsche Gesellschaft für Stadtverkehrsanlagen mbH und Nordmann, Rassmann GmbH

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18.7.

Neumünster

Lübeck

Kiel

Holstenhalle Freitag 20 Uhr K 14

Musik- und Kongresshalle Samstag 20 Uhr K 15

Schloss Samstag 20 Uhr K 21

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,- 10,-

19.7.

€ 62,- 53,- 43,- 31,- 18,-

19.7.

€ 84,- 73,- 54,- 39,- 20,-

Russische Operngala

Erstklassisch russisch

Auftakt Russland

Elena Manistina Mezzosopran Vsevolod Grivnov Tenor Maxim Paster Tenor Mikhail Kazakov Bass Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters Alexander Vedernikov Dirigent

Solisten, Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters Alexander Vedernikov Dirigent

Sol Gabetta Violoncello Russian National Orchestra Mikhail Pletnev Dirigent

Sergei Rachmaninoff

Felix Mendelssohn

Der geizige Ritter. Oper in drei Bildern op. 24 Francesca da Rimini. Oper in zwei Bildern mit Prolog und Epilog op. 25

Ouvertüre »Meeresstille und glückliche Fahrt« op. 27 Peter I. Tschaikowsky Rokoko-Variationen op. 33 Alexander Glasunow Sinfonie Nr. 6 c-Moll op. 58

in seiner heutigen Gestalt wiederaufgebaut. 2005 begann man mit umfangreichen Renovierungsarbeiten, die Ende 2008 abgeschlossen sein sollen. Dann wird das Bolschoi-Theater wieder in seiner vollen Pracht zu erleben sein – wenn man das Glück hat, für eine der überaus begehrten Vorstellungen Karten zu bekommen. Zum SHMF kommen die Solisten, der Chor und das Orchester des Bolschoi-Theaters mit ihrem Chefdirigenten Alexander Vedernikov. Mit im Gepäck hat das traditionsreiche Ensemble zwei Operneinakter von Sergei Rachmaninoff, die beide im Jahr 1906 unter der Leitung des Komponisten ihre Uraufführung am Bolschoi erlebten. Und in einer »Russischen Operngala« demonstrieren die Moskauer Künstler in Neumünster all ihr Können mit einem Querschnitt durch das reiche Opernschaffen russischer Komponisten.

Ohne Gorbatschows »Perestroika« und die von ihm eingeleiteten Reformen wäre die Gründung eines Orchesters wie des Russian National Orchestra nicht denkbar gewesen. 1990 gab Gorbatschow nicht nur den Weg zur Deutschen Einheit frei, sondern ermunterte den mit ihm befreundeten Pianisten und Dirigenten Mikhail Pletnev, seine Vision eines von staatlichen Geldern unabhängigen und damit künstlerisch völlig freien Orchesters in die Tat umzusetzen. Pletnev

K 14 Gefördert durch Sauer-Danfoss

Sol Gabetta

Arien, Duette und Szenen aus Opern von Glinka, Borodin, Tschaikowsky und Mussorgsky

Mit seinem majestätischen Säulenportal im Stil des Klassizismus und seiner legendären Geschichte ist das BolschoiTheater eines der Hauptattraktionen im Zentrum Moskaus. 1776 gründete Katharina die Große eine Sänger- und Schauspielertruppe, die vier Jahre später ihr eigenes Theater erhielt: das Petrowsky, das erste öffentliche Theater Moskaus. Nach zwei verheerenden Bränden wurde das in Bolschoi-Petrowsky umbenannte Theater in den Jahren 1853 - 56

Alexander Vedernikov

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ergriff die Chance und gründete 1990 das Russian National Orchestra, das sich mit seinen hochmotivierten und ausschließlich privat finanzierten Musikern schnell zu einem exzellenten Klangkörper entwickelte. Als erstes russisches Orchester erhielt das Russian National Orchestra einen Grammy Award, und zwar für die 2003 erschienene Aufnahme von Prokofieffs »Peter und der Wolf« unter der Leitung von Kent Nagano und mit den Sprechern Michail Gorbatschow, Bill Clinton und Sophia Loren. Wie Pletnev, der als Zwölfjähriger seine Heimatstadt Archangelsk verließ, um am Moskauer Konservatorium zu studieren, musste auch Sol Gabetta früh größere Umzüge in Kauf nehmen, um in den Genuss einer adäquaten Musikausbildung zu kommen. 1981 im argentinischen Córdoba als Tochter französischrussischer Eltern geboren, erhielt sie als Elfjährige ein Stipendium an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid, anschließend studierte sie bei Ivan Monighetti an der Musikakademie Basel und bei David Geringas an der Musikhochschule »Hanns Eisler« in Berlin. Gleich für ihre Debüt-CD erhielt sie 2007 den ECHO-Klassik-Preis in der Sparte Instrumentalistin des Jahres. Auf das Spitzentreffen der temperamentvollen Argentinierin und der russisch beseelten Künstler aus Moskau darf man gespannt sein. Gefördert durch SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG, BTKI Baltic Terminal Kiel GmbH, DFDS Lisco GmbH, S & B Sartori & Berger GmbH & Co. KG und UCA United Canal Agency GmbH

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19.7.

Stocksee Gut Stockseehof

Stocksee Gut Stockseehof

Friedrichstadt

Kiel

Samstag 13 Uhr MF 2A

Sonntag 11 Uhr MF 2C

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

St. Christophorus-Kirche Samstag 20 Uhr K 22

Förde Sparkasse Sonntag 19 Uhr K 25

Samstag 18 Uhr MF 2B

20.7.

Sonntag 16 Uhr MF 2D

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

Tageskarte MF 2AB

Tageskarte MF 2CD

€ 32,- / erm. € 16,-

€ 32,- / erm. € 16,-

Russisch beseelt

19.7.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Russland erzählt

Musikfest auf Gut Stockseehof

Das Musikfest auf Gut Stockseehof steht ganz im Zeichen des diesjährigen Länderschwerpunkts Russland. Umgeben von üppigen Obstplantagen und einer Parkanlage mit neoklassizistischem Herrenhaus, Teichen und jahrhundertealten Bäumen kann man auf Gut Stockseehof eine ganz besondere Art des Landlebens genießen und in der für ihre Akustik gelobten Obsthalle die Vielfalt der russischen Musik erleben. Die Musikfeste auf dem Lande sind die familienfreundlichen Landpartien des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Kurzweilige Konzerte unterschiedlichster Couleur, das malerische Ambiente und ausgedehnte Pausen für Spaziergänge und Picknick im Grünen machen einen Besuch zum unverwechselbaren Erlebnis. Am Samstag ab 13 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr können die Besucher zwischen einer Halbtageskarte mit zwei einstündigen Konzerten und einer Tageskarte wählen oder das abwechslungsreiche Programm des ganzen Wochenendes genießen. Ein besonderes Angebot für Familien ist die Kindermusikwerkstatt, eine mobile Musikschule, in der der Publikumsnachwuchs im Alter zwischen 4 und 13 Jahren während der Programme A, C und D betreut und spielerisch an Musik herangeführt wird. Neu bei den Musikfesten ist der »Musikalische Nachschlag« am Samstagabend, direkt im Anschluss an das letzte Konzert: Bei Gesprächen und Live-Musik in der örtlichen Gastronomie können das Publikum, Musiker und Mitarbeiter den Musikfesttag entspannt ausklingen lassen. Gefördert durch PPI Aktiengesellschaft

Weitere Termine der Musikfeste auf dem Lande:

12./13.7. HafenCity Hamburg 26./27.7. Emkendorf 2./3.8. Pronstorf 9./10.8. Wotersen 16./17.8. Emkendorf Nähere Informationen zum Programm der Musikfeste auf dem Lande erhalten Sie Ende Mai unter: www.shmf.de/musikfeste

arko Kaffee & Confiserie, CITTI, Duckstein, Fürst Bismarck Mineralwasser und Sektkellerei Schloss Wachenheim sind Produktpartner der Musikfeste auf dem Lande

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Traugott Buhre Rezitation Brigitte Buhre Rezitation Maxim Shagaev Bajan

Antonio Vivaldi

Konzert f-Moll op. 8 Nr. 4 RV 297 »Der Winter«, 1. Satz (für Bajan bearbeitet von Alexander Dmitriev) Alexander Puschkin Der Stationsaufseher Sofia Gubaidulina De profundis für Bajan solo Iwan Turgenjew Lebendiger Leichnam Wladislaw Solotarjow Finale aus der Sonate Nr. 3 für Bajan solo

»Das russische Schöpfertum und die russische Aufnahmefähigkeit haben sich in dieser großartigen Sprache harmonisch vereint, und Puschkin selber war ein großartiger russischer Künstler. Jawohl, ein russischer Künstler! Das ganze Wesen, alle Eigenschaften seiner Poesie stimmen mit den Eigenschaften und dem Wesen unseres Volkes überein. Abgesehen von der herben Schönheit, der Kraft und der Klarheit seiner Sprache, sind es die freimütige Wahrheit, das Fehlen von Lüge und Phrase, die Schlichtheit, die offen geäußerten, ehrlichen Gefühle, alle diese positiven Züge der russischen Menschen, die in Puschkins Werken nicht nur uns, seine Landsleute, überraschen, sondern auch jene Ausländer, denen er zugänglich geworden ist.« So Iwan Tur-

20.7.

€ 35,- 29,-

genjew in seiner Rede aus Anlass der Einweihung des Puschkin-Denkmals in Moskau im Jahr 1880. Puschkin ist der Vater der russischen Literatur und Schöpfer der modernen russischen Sprache. Eines seiner bekanntesten Werke ist »Der Stationsaufseher«, das vom armen Postmeister Samson Wyrin erzählt, der an gebrochenem Herzen stirbt, weil er den Verlust seiner geliebten Tochter nicht ertragen kann, die mit einem durchreisenden Husaren davongezogen ist. Die Theaterlegende Traugott Buhre liest Puschkins berühmte Erzählung, und seine Frau, die Schauspielerin und Übersetzerin Brigitte Buhre, trägt Turgenjews »Lebendiger Leichnam« in ihrer eigenen Übersetzung vor. Begleitet wird die Lesung von poetischen Klängen des russischen Knopfakkordeons Bajan, dessen großer Meister Maxim Shagaev ist.

Maxim Shagaev

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19.7.

Hamburg

Lübeck

Lokschuppen der S-Bahn Samstag 20 Uhr K 23

Huckepack-Wiek Sonntag 19 Uhr K 26

20.7.

€ 49,- 43,- 31,- 20,-

Percussive Planet

€ 14,- / erm. € 7,-

Street Samba and more

Martin Grubinger Schlagzeug Martin Grubinger sen. Schlagzeug Ismael Barrios Schlagzeug Rainer Furthner Schlagzeug Leonhard Schmidinger Schlagzeug Manuel Hofstätter Schlagzeug Seewi Assaf Schlagzeug Sebastian Lanser Schlagzeug Wolfgang Klingsbigl E-Bass Per Rundberg Klavier Bläserensemble und DJ

Martin Grubinger Schlagzeug

und Leitung Martin Grubinger sen. Schlagzeug Ismael Barrios Schlagzeug Edison Tadeu Schlagzeug Rainer Furthner Schlagzeug Leonhard Schmidinger Schlagzeug Manuel Hofstätter Schlagzeug Teilnehmer des »Workshops der Kulturen«

Jubiläumskonzert: Audi – 20 Jahre Weggefährte des SHMF

Martin Grubinger

Brasilianische Rhythmen, Batucada-Power und feurige Grooves

Explosives Programmgemisch von Salsa über Tango bis zur japanischen Taikomusik

und Tango über afrokubanische Musik, Fusion, Funk und Rock bis zu japanischer Taikomusik versprechen einen aufregenden und mitreißenden Abend an einem ungewöhnlichen Veranstaltungsort: das Konzert findet in der historischen Halle des S-Bahn-Werks in Ohlsdorf statt, die noch heute zur Wartung der Züge genutzt wird. Nicht nur mit experimentellen und unkonventionellen Programmen, wie etwa dem Konzertmarathon am 15. August in der Lübecker MuK (K 101, s. S. 93), will Martin Grubinger das Schlagzeug stärker in die Konzertsäle bringen, ein großes Anliegen ist es ihm auch, andere mit seiner Begeisterung für Musik anzustecken und junge Menschen an Musik heranzuführen. Dazu engagiert er sich neben seiner Konzerttätigkeit in pädagogischen Projekten und wird auch beim

diesjährigen SHMF zusammen mit weiteren Schlagzeug-Profis einen Workshop für Jugendliche geben (s. S. 121). Grubingers besonderes Ziel dabei ist, Menschen unterschiedlicher Kulturen und Konfessionen zusammen zu bringen und beim gemeinsamen Musizieren kulturelle Grenzen »spielend« zu überwinden. Im Mittelpunkt des Workshops wird die Samba stehen, und auf einer Vielzahl von brasilianischen Perkussionsinstrumenten wie Surdo, Caixa, Tamborim, Agogo oder Shaker werden die Teilnehmer, die keinerlei Schlagzeug-Vorkenntnisse benötigen, die Grundlagen afroamerikanischer Musik erlernen. Unter Anleitung von Martin Grubinger junior und senior sowie mehreren professionellen Schlagzeugern, darunter zwei Perkussionisten aus Brasilien, wird eine Street Samba erarbeitet, wie sie beim Karneval in Rio zu

Wirbelnde Sticks, treibende Rhythmen und feurige Grooves – mit unbändiger Spielfreude und atemberaubender Virtuosität wird der junge Schlagzeugstar Martin Grubinger, der 2007 den von der Sparkassen-Finanzgruppe gestifteten Leonard Bernstein Award erhielt, zusammen mit sieben Schlagzeugern und zwölf weiteren Musikern ein Percussion-Feuerwerk der Extraklasse entfachen. Exklusiv für das SHMF hat der junge »Multipercussion Artist«, wie er sich selbst bezeichnet, ein »außergewöhnlich explosives Programmgemisch« zusammengestellt. Stücke verschiedenster Musiktraditionen von Salsa

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erleben ist. Neben praktischen Übungen, die den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, in die Welt der brasilianischen Rhythmen einzutauchen, wird auch das religiöse bzw. kulturhistorische Umfeld der Samba vermittelt. Beim Schlusskonzert des Workshops in Lübeck wird Martin Grubinger solistisch und zusammen mit den anderen Dozenten auftreten, und die Workshopteilnehmer werden mit einer Samba Batucada die ehemalige Fabrikhalle in den »Sambódromo« von Rio de Janeiro verwandeln.

Martin Grubinger

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Schleswig Landesgartenschau, NOSPA Festpavillon

Wotersen

20.7.

Reithalle Sonntag 19 Uhr K 24

20.7.

€ 35,- 30,- 24,- 17,-

Sonntag 19 Uhr K 27 € 25,-

Hasselburg

21.7.

Scheune Montag 20 Uhr K 28 € 39,- 31,- 21,- 10,-

Itzehoe

22.7. Come together Christoph Eschenbach Klavier Tzimon Barto Klavier

Ludwig van Beethoven 15 Variationen mit einer Fuge Es-Dur op. 35 »Eroica-Variationen« 32 Variationen über ein eigenes Thema c-Moll WoO 80 Johannes Brahms Sonate für zwei Klaviere f-Moll op. 34b Benefizkonzert für den Ankauf der Handschrift der »Diabelli-Variationen« durch das BeethovenHaus Bonn

Christoph Eschenbach

Das Genie Beethoven hatte bekanntlich eine grauenhafte Klaue. Seine Handschrift ist unleserlich, und die nicht gerade zahlreich erhalten gebliebenen Autographe sind voll von Korrekturen, Notizen und schlichtem »Gekritzel«. Und dennoch ist jedes noch so kleine Stück Papier aus der Hand Beethovens ein Schatz, dessen Wert sich in Mark und Pfennig nicht berechnen lässt. Die wohl letzte große Handschrift Beethovens in Privatbesitz steht nun zum Verkauf an. Es ist nicht irgendein Werk, sondern das Autograph der »DiabelliVariationen«, jenem Opus magnum aus Beethovens später Schaffensperiode, das mit Bachs »Goldberg-Variationen« den Gipfel der Variationskunst darstellt. Der jetzige Besitzer des Autographs hat dem Bonner Beethoven-Haus ein Vorkaufsrecht versprochen, sollte es den ausgehandelten Betrag bis Ende 2008 aufbringen können. Wie hoch die Summe de facto ist, wird geheimgehalten, bekannt ist nur, dass noch zwei Millionen Euro fehlen. Seit Bekanntgabe des möglichen Erwerbs haben zahlreiche Prominente in Benefizkonzerten und Spendenaufrufen, unter ihnen Kurt Masur, Daniel Barenboim und Bundespräsident Horst Köhler, für den Ankauf des Autographs geworben. Mit ihrem Benefizkonzert in der Reithalle in Wotersen wollen Christoph Eschenbach und Tzimon Barto ihren Teil zu dem spektakulären Handschriftenkauf beitragen. Gefördert durch Paul Albrechts Verlag und PAV CARD

Tzimon Barto

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theater itzehoe Dienstag 20 Uhr K 31 € 35,- 30,- 24,- 17,- 10,-

Bilder einer Ausstellung NDR Brass

Henry Purcell

Voluntary on the 100th Psalm Jean-Philippe Rameau / Marc Minkowski Une symphonie imaginaire Wolfgang Rihm Bläserquintett Toru Takemitsu Garden Rain Modest Mussorgsky Bilder einer Ausstellung (Fassung für Bläser von Elgar Howarth)

Eine Sinfonie hat Jean-Philippe Rameau bekanntlich nie geschrieben. Schade! fand der große Rameau-Interpret Marc Minkowski und kam auf die Idee, einige der schönsten Stücke aus Bühnenwerken Rameaus zu einer imaginären Sinfonie zusammenzustellen. »Einige unserer schönsten, erfülltesten Stunden verdanken wir den Opern ›Hippolyte et Aricie‹, ›Dardanus‹, ›Anacréon‹, ›Platée‹ und ›Les Boréades‹, und umso mehr vermissten wir jene Sinfonie, die Rameau nie geschrieben hat. Also haben wir uns vorgestellt, wie sie hätte klingen können«, so Minkowski. Die schönsten Stücke spielen zu wollen, aber nicht zu können, da sie für ein anderes Instrument oder eine andere Besetzung geschrieben wurden – von dieser Problematik sind Blechbläser in hohem Maße betroffen. Zu Bearbeitungen zu greifen, ist daher eine

NDR Brass

Möglichkeit der Repertoireerweiterung, die andere, Kompositionsaufträge zu vergeben. Erweitert wurde das Blechbläser-Spektrum vor allem durch das legendäre Philip Jones Brass Ensemble, das zahlreiche Werke in Auftrag gab, darunter Elgar Howarths viel gespielte Fassung von Mussorgskys »Bildern einer Ausstellung« und Takemitsus »Garden Rain«. Der Tradition des Philip Jones Brass Ensemble folgend, haben es sich die Blechbläser des NDR Sinfonieorchesters ebenfalls zur Aufgabe gemacht, die Klangkultur ihrer Instrumente im Ensemble zu pflegen und die klangfarbenreiche Musik für Blechbläser einem entdeckungsfreudigen Publikum zu präsentieren. K 28 Gefördert durch Hako Bad Oldesloe

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21.7.

Rellingen

Hamburg-Blankenese

Plön

Kirche Montag 20 Uhr K 29

Ev.-luth. Kirche am Markt Dienstag 20 Uhr K 32

Nikolaikirche Mittwoch 20 Uhr K 36

Con passione Natalia Gutman Violoncello Elisso Wirssaladze Klavier

Ludwig van Beethoven

Sonate für Horn (Violoncello) und Klavier F-Dur op. 17 Edvard Grieg Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll op. 36 Sergei Rachmaninoff Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 19

Sie sind im gleichen Jahr geboren, und sie kennen sich seit ihrem 16. Lebensjahr. Natalia Gutman und Elisso Wirssaladze verbindet eine lange Freundschaft und die gemeinsame Erfahrung eines Künstlerdaseins unter den Bedingungen der Sowjetzeit. Geprägt wurden beide Künstlerinnen von zwei herausragenden Musikerpersönlichkeiten: Natalia Gutman von Mstislaw Rostropowitsch und Elisso Wirssaladze vom legendären Pia-

Natalia Gutman

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22.7.

€ 39,- 34,- 27,- 19,- 10,-

nisten und Pädagogen Heinrich Neuhaus. Geboren wurde Elisso Wirssaladze 1942 im georgischen Tiflis, das damals noch zur Sowjetunion gehörte. Unterrichtet wurde sie zunächst von ihrer Großmutter Anastasia Wirssaladze, einer Bekannten von Heinrich Neuhaus. Als Elisso sich 1962 für den Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb vorbereitete, wurde sie intensiv von Neuhaus betreut. Elisso gewann den 3. Preis und wurde Assistentin von Lev Oborin am Moskauer Konservatorium. 1994 erhielt sie dort eine Professur, und seit 1995 unterrichtet sie zusätzlich an der Münchner Musikhochschule. In einem Interview für die Zeitschrift Piano News hat Elisso Wirssaladze einmal gesagt, man könne nicht Musiker sein, wenn man nicht ein feiner Mensch ist. Das Wichtigste für einen Musiker sei die Intelligenz, das Herz, die Sensibilität, das Feine. Eine Kostprobe dieser »Wahrhaftigkeit in der Musik« geben Natalia Gutman und Elisso Wirssaladze bei ihrem Konzert in Rellingen.

Elisso Wirssaladze

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Orpheus’ Saitenspiel Isabelle van Keulen Violine und Viola Ulrike Payer Klavier

Dmitri Schostakowitsch

Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 134 Ludwig van Beethoven Sonate für Klavier und Violine c-Moll op. 30 Nr. 2 Dmitri Schostakowitsch Sonate für Viola und Klavier C-Dur op. 147

Große Künstler, die sowohl auf der Geige als auch auf der Bratsche zur Weltspitze zählen, gibt es einige. Zu nennen wären Pinchas Zukerman, Shlomo Mintz und Maxim Vengerov. Große Künstler, die im selben Konzert auf der Geige und auf der Bratsche zu hören sind, nur ganz wenige. Isabelle van Keulen ist eine solche Ausnahmeerscheinung. Die Niederländerin, die seit Jahren durch ihre klugen Programme und durchdachten Interpretationen überzeugt, wechselt scheinbar mühelos zwischen den beiden Streichinstrumenten. Durch diese seltene Gabe eröffnen sich ihr ganz neue Dimensionen der Programmgestaltung – denn, wann hört man Schostakowitschs späte Sonaten für Violine und Klavier bzw. Viola und Klavier schon mal an einem Abend. Tief vergeistigt und im Ausdruck stark verinnerlicht sind die beiden Werke, die Zeugnis abgeben vom Leidensweg des Komponisten, seinen Krankenhaus-

23.7.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

aufenthalten und den immer massiver werdenden staatlichen Restriktionen. Das Werk für die Bratsche, dem orphischen Klageinstrument par excellence, vollendete Schostakowitsch einen Monat vor seinem Tod. Wohl nicht zufällig hat Isabelle van Keulen das Werk an den Schluss ihres Programms gesetzt. Und dass sie die beiden Sonaten in ihren geistigen Dimensionen zu erfassen vermag, zeigt sich nicht zuletzt in ihrer 2006 bei Challenge Records erschienenen Einspielung der beiden Werke.

Isabelle van Keulen

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22.7.

Rendsburg

Pronstorf

Lübeck

Hamburg

Christkirche Dienstag 20 Uhr K 30

Kuhstall Mittwoch 20 Uhr K 35

Werkhof Dienstag 21 Uhr K 33

Kampnagel Donnerstag 21 Uhr K 40

€ 49,- 43,- 31,- 20,- 10,-

23.7.

€ 45,- 34,- 22,- 10,-

22.7.

€ 18,- (keine Sitzplätze)

24.7.

Schleswig Landesgartenschau, NOSPA Festpavillon

Brunsbüttel

24.7.

Elbeforum Donnerstag 20 Uhr K 38

Sergei Nakariakov Flügelhorn Solistes Européens Luxembourg Jack Martin Händler Dirigent

Igor Strawinsky

Pulcinella-Suite Peter I. Tschaikowsky Rokoko-Variationen op. 33 (Fassung für Flügelhorn) Streichsextett d-Moll op. 70 »Souvenir de Florence« (Fassung für Streichorchester)

Sergei Nakariakov ist die Ausnahmeerscheinung auf der Trompete. Seine virtuosen Fähigkeiten scheinen unbegrenzt, seine Zungen- und Lippentechnik ist unerreicht. Nakariakov lotet die Möglichkeiten seines Instruments bis in Regionen aus, die anderen als unspielbar gelten. Kein Wunder, dass Komponisten sich animiert sehen, Nakariakov immer virtuosere Stücke auf den Leib zu schneidern. Jörg Widmann widmete Nakariakov im Jahr 2002 ein »ad absurdum« betiteltes Werk für Trompete und kleines Orchester, in dem der Solist in »immer ausweglosere Situationen ad absurdum geführter Virtuosität gehetzt« wird, so der Komponist. Das Werk ist fast bis zur Unspielbarkeit virtuos, und doch geriet die Uraufführung 2006 wieder zu einem einzigen Triumphzug für Nakariakov. »Sergei Nakariakov muss ein Fisch sein, muss durch Kiemen atmen. Woher sonst nimmt er die Luft zu

48

26.7.

€ 45,- 38,- 29,- 19,-

Tr o m p e t e n g l a n z

€ 18,-

Samstag 20 Uhr K 47 € 18,-

Die Stimme Sibiriens Pelagea

dem endlosen Trompetengeflatter, das Jörg Widmann für ihn maßgeschneidert hat«, so ein Kritiker des Münchner Merkur, und die Süddeutsche Zeitung mutmaßte gar: »Vielleicht ist der Trompeter Sergei Nakariakov kein normaler Mensch!«. Bei aller staunenerregenden Virtuosität, die die Kritik zu immer neuen Superlativen greifen lässt, wird leicht unterschlagen, über welch traumhaft schönen Ton Nakariakov verfügt und wie natürlich und selbstverständlich er musikalisch zu gestalten weiß, ohne je in Showgehabe zu verfallen. Musikalischer Partner Nakariakovs ist das Kammerorchester Solistes Européens Luxembourg, das sich aus hochkarätigen europäischen Musikerpersönlichkeiten zusammensetzt und das mit seinem Chefdirigenten Jack Martin Händler zum Festival kommt. K 35 Gefördert durch Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik K 38 Gefördert durch ChemCoast Park Brunsbüttel

Sergei Nakariakov

Russischer Ethno-Rock

Wie klingt es wohl, wenn traditionelle russische Volksmusik mit Rockbeats gemischt oder unterschiedlichste Musikstile aus aller Welt mit psychedelischen Klängen, moderner Pop- oder Filmmusik kombiniert werden? Die sibirische Sängerin Pelagea überwindet sämtliche musikalische Genreschranken und kreiert mit ihrer »Rock-Ethno-Art-Folk Band«, wie sich die Gruppe bezeichnet, aus den unterschiedlichsten Musiktraditionen heraus ihren eigenen unverwechselbaren Stil. Verbindendes Element ihrer Musik ist dabei zum einen das traditionelle russische Volkslied als Quelle ihrer Inspiration und zum anderen die phänomenale Stimme der jungen Sängerin, die glockenhell über den Klängen schwebt. Bereits in frühester Kindheit zeigte sich das außerordentliche stimmliche Talent der 1986 in Nowosibirsk geborenen Sängerin, und schon im Alter von zehn Jahren erhielt Pelagea ihren ersten Vertrag bei der Feelee Record Company. Als Teenager trat sie in Moskauer Clubs auf, die sie aufgrund ihres jugendlichen Alters als Gast nicht hätte betreten dürfen, und begeisterte ihre rasch wachsende Fangemeinde mit ihren eigenwilligen Songs. Im Jahr 2000 gründete sie ihre eigene Band, die so schnell Erfolge feierte, dass noch vor Erscheinen

Pelagea

der ersten offiziellen CD illegal aufgenommene Stücke der Gruppe auf Compilations veröffentlicht wurden, die innerhalb weniger Tage vergriffen waren. Auch auf dem neuesten Album der Gruppe, »The Girl’s Songs«, das 2006 erschien, bezaubert Pelagea mit ihrer außergewöhnlichen Stimme und ungewöhnlichen Arrangements. K 47 Gefördert durch Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik Konzerte im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk Ein Datscha-Projekt

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24.7.

Lüneburg

Elmshorn

Lübeck

Fürstensaal Donnerstag 20 Uhr K 39

Reithalle Freitag 20 Uhr K 41

Musik- und Kongresshalle Samstag 20 Uhr K 34

25.7.

€ 35,- 27,- 10,-

€ 49,- 43,- 31,- 20,-

26.7.

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

Flensburg

27.7. Der Seiltänzer Vadim Gluzman Violine Angela Yoffe Klavier

Alfred Schnittke

Fuge für Violine solo Franz Schubert Sonatine für Violine und Klavier a-Moll op. posth. 137 Nr. 2 D 385 Alfred Schnittke Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier Suite im alten Stil für Violine und Klavier Sofia Gubaidulina Der Seiltänzer für Violine und Klavier Mario Castelnuovo-Tedesco Figaro. Konzert-Transkription nach Rossinis »Barbiere di Siviglia« für Violine und Klavier

Um auf einer Stradivari spielen zu können, muss man entweder Millionär sein oder außerordentlich gut Geige spielen. Denn dann bekommt man eines der wertvollen Instrumente geliehen. Vadim Gluzman, 1973 in der Ukraine geboren,

Vadim Gluzman

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gehört zu jenen ganz großen Künstlern, denen ein solch kostbares Instrument als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurde. »Als ich das erste Mal auf der Geige spielte und die Noten herausströmten, verstand ich, dass sich mein Leben umfassend geändert hat.« Über das ungewöhnliche Programm, mit dem Gluzman und seine Frau beim SHMF gastieren werden, äußert sich der Geiger wie folgt: »Ich denke, der Titel ›Der Seiltänzer‹ des Stücks von Sofia Gubaidulina reflektiert sehr genau das Leben eines Künstlers. Allein auf der Bühne, mit all ihren Gefahren und emotionalen Höhepunkten, vor Hunderten von Augen, die deine Performance sehen – und so viel erwarten … Schnittkes Leben und Werk waren immer ein Beispiel höchster Ehrlichkeit, und wessen Musik ist emotional fragiler in seiner fast unmenschlichen Schönheit als Schuberts? Und natürlich ›Figaro‹ von Castelnuovo-Tedesco – ein Stück, das wahres Gleichgewicht auf der Violine erfordert. Auf dem Drahtseil zu tanzen IST sehr oft unser Leben – dieses Programm erzählt davon.«

Angela Yoffe

Deutsches Haus Sonntag 19 Uhr K 37 € 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

Im Rausch der Farben Evgeny Nikitin Bassbariton Schleswig-Holstein Festival Orchester Christoph Eschenbach Dirigent

Claude Debussy

La Mer Modest Mussorgsky Lieder und Tänze des Todes (Orchesterfassung von Dmitri Schostakowitsch) Igor Strawinsky Le Sacre du Printemps

Engagement ans Petersburger Mariinsky-Theater von Valery Gergiev gefördert, wird den Zyklus in der populäreren Orchesterfassung singen. Elementare Kräfte werden dann in der zweiten Hälfte des Konzerts freigesetzt: mit Strawinskys »Sacre du Printemps«, den »Bildern aus dem heidnischen Russland«, die bei ihrer Uraufführung einen der größten Skandale der Musikgeschichte auslösten. K 37 Gefördert durch Mitsubishi HiTec Paper Flensburg GmbH

»Musik hat der Malerei voraus, dass sie alle Variationen von Farbe und Licht auf einmal darstellen kann«, so Debussy in einem Brief, den er kurz nach Vollendung seiner Sinfonischen Skizze »La Mer« verfasste. Als stets unergründlich und schön empfand Debussy das Meer, und genau diese Unergründlichkeit, das Geheimnis des Meeres wollte er in »La Mer« in Töne fassen. Debussy verachtete alles Akademische, war ein unbeirrbarer Individualist, der sich nicht um kompositorische Konventionen scherte. So wundert es nicht, dass er sich schon früh für das Werk Mussorgskys einsetzte. Zu den bedeutendsten Kompositionen, die Mussorgsky hinterließ, zählen seine »Lieder und Tänze des Todes«. Düster und ernst sind die vier Gesänge, die Mussorgsky erneut als großen Chronisten und Seelenverwandten des russischen Volkes zeigen. Der russische Bassbariton Evgeny Nikitin, 1973 in Murmansk geboren und seit seinem frühen

K 41 Gefördert durch Deutsche Lufthansa AG

Evgeny Nikitin

Christoph Eschenbach

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25.7.

Bordesholm

Heide

Kiel

Klosterkirche Freitag 20 Uhr K 42

St. Jürgen Kirche am Markt Samstag 20 Uhr K 46

Schloss Samstag 20 Uhr K 44

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

26.7.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

26.7.

€ 62,- 53,- 43,- 31,- 18,-

Föhr, Nieblum

27.7.

St. Johannis-Kirche Sonntag 19 Uhr K 50 € 28,- 22,- 16,- 10,-

Altrussische Pilgergesänge

Geigenheros

Sirin Ensemble Andrey Kotov Leitung

Vadim Repin Violine Bamberger Symphoniker Jonathan Nott Dirigent

Orthodoxe Gesänge des 16. und 17. Jahrhunderts

Sirin Ensemble

Eine mystisch-feierliche Stimmung breitet sich aus, wenn das Sirin Ensemble – die Frauen in farbenprächtigen traditionellen Gewändern, die Männer in schlichten weißen Kutten – alte orthodoxe Sakralgesänge anstimmt: Wenn »der Klang mit schier unendlicher Elastizität anschwellt, wenn die Melodiebögen bis ins Gewölbe der Frauenkirche anzusteigen scheinen, dann berühren sich die Extreme: Askese und Sinnlichkeit gehen ekstatisch ineinander über.« So Martin Mezger in einer Rezension für die Eßlinger Zeitung. Neben Kirchenliedern der frühen christlichen Gemeinden, wie Gesänge der frühen serbischen und georgischen Kirche, umfasst das Repertoire des Vokalensembles auch liturgische Gesänge und geistliche Volks-

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musik, die ursprünglich von Mönchen überliefert und vom Volk aufgenommen und den jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasst wurde. Die Pflege alter Musiktraditionen spielt eine große Rolle, doch die Aufführung moderner geistlicher Musik ist dem 1989 vom Moskauer Sänger und Musikethnologen Andrey Kotov gegründeten Ensemble genauso wichtig. Benannt hat sich die Gruppe nach Sirin, dem Fabelwesen altrussischer Mythen, das in Gestalt eines Vogels mit dem Kopf einer schönen Frau auftritt und, ähnlich wie die Sirene der griechischen Mythologie, mit seinem überirdisch schönen Gesang die Menschen betört. Ähnlich bezaubernde Klänge bringen die Mitglieder des Sirin Ensembles hervor: »Sirins vibratoloser, obertonreicher Gesang erreicht eine geradezu seraphische Schönheit, die mit den besten Ensembles der authentischen Aufführungspraxis in Mitteleuropa konkurrieren kann.«

Sergei Prokofieff

Ouvertüre über hebräische Themen op. 34 Alexander Glasunow Violinkonzert a-Moll op. 82 Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«

Vadim Repin

K 50 Gefördert durch Ferring Arzneimittel GmbH Nach dem Konzert auf Föhr fährt ein Sonderschiff nach Dagebüll

An Perfektion in der Musik glaubt Vadim Repin nicht, schließlich heißt Musikmachen, mit musikalischen Partnern oder dem Publikum in Kommunikation zu treten, und das geschieht stets auf andere Weise. Und dennoch beschrieb ihn Yehudi Menuhin einst als den »perfektesten Geiger, den er je gehört habe«. Für Repin zählt mehr das gemeinsame Einfühlen in die Zwischenwelten der Töne, und das hat viel mit Seele zu tun. Und dass die Idee von der »großen Seele« auf russische Musiker in gewisser Weise zutrifft, davon ist Repin überzeugt. »Nicht dass wir eine bessere, größere Seele hätten, aber weil wir doch eine etwas andere Art der Musikerziehung genossen haben. Für russische Kinder ist Musik und Kunst im Allgemeinen oft die einzige Möglichkeit sich auszudrücken, es gibt eine totale Hingabe an Musik schon von jüngsten Jahren an, die dann letztlich vielleicht doch den entscheidenden Unterschied ausmacht.« Wie sein großer russischer Geigenkollege und Mitstudent in der Geigenklasse von Zakhar Bron an der Lübecker Musikhochschule, Maxim Vengerov, gab Repin sein Debüt beim SHMF als Jugendlicher. Seither kehrte er viele Male zurück, spielte 1999 in Kiel unter Rostropowitsch und in der Folgezeit unter Eschenbach und Gergiev. Für seinen diesjährigen Auftritt hat Repin mit Glasunows Violinkonzert ein glänzend orchestriertes Werk der Spätromantik aufs Programm gesetzt.

Jonathan Nott

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26.7.

Wotersen

Emkendorf Scheune

Reithalle Samstag 20 Uhr K 45

Samstag 13 Uhr MF 3A

Sonntag 11 Uhr MF 3C

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

26.7.

€ 32,- 26,- 20,- 16,-

Samstag 18 Uhr MF 3B

Emkendorf Scheune

27.7.

Sonntag 16 Uhr MF 3D

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

Tageskarte MF 3AB

Tageskarte MF 3CD

€ 32,- / erm. € 16,-

€ 32,- / erm. € 16,-

Das Lied der triumphierenden Liebe

Cellissimo

Angela Winkler Rezitation Ulf Schneider Violine Stephan Imorde Klavier

Ob solistisch, im Celloensemble oder als Kammermusikpartner; ob Klassik, Tango oder Jazz: Star dieses Musikfestwochenendes wird das Cello mit seinem warmen Streicherklang sein. Als »Konzertsaal« dient in Emkendorf die urige Scheune aus dem Jahr 1745. Das Gut ist eingebettet in einen riesigen englischen Park und blickt auf eine 800-jährige Geschichte zurück. In seiner heutigen Gestalt gehört das Herrenhaus zu den schönsten frühklassizistischen Bauwerken des Landes. Die Musikfeste auf dem Lande sind die familienfreundlichen Landpartien des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Kurzweilige Konzerte unterschiedlichster Couleur, das malerische Ambiente und ausgedehnte Pausen für Spaziergänge und Picknick im Grünen machen einen Besuch zum unverwechselbaren Erlebnis. Am Samstag ab 13 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr können die Besucher zwischen einer Halbtageskarte mit zwei einstündigen Konzerten und einer Tageskarte wählen oder das abwechslungsreiche Programm des ganzen Wochenendes genießen. Ein besonderes Angebot für Familien ist die Kindermusikwerkstatt, eine mobile Musikschule, in der der Publikumsnachwuchs im Alter zwischen 4 und 13 Jahren während der Programme A, C und D betreut und spielerisch an Musik herangeführt wird. Neu bei den Musikfesten ist der »Musikalische Nachschlag« am Samstagabend, direkt im Anschluss an das letzte Konzert: Bei Gesprächen und Live-Musik in der Gastronomiescheune können das Publikum, Musiker und Mitarbeiter den Musikfesttag entspannt ausklingen lassen.

Turgenjews Meistererzählung »Das Lied der triumphierenden Liebe« mit Kammermusik von Pauline Viardot-Garcia, Fauré, Chausson u. a.

Einzigartig ist die von Iwan Turgenjew verfasste Geschichte »Das Lied der triumphierenden Liebe«, eine unglaubliche Erzählung um die Liebe zweier Freunde zu derselben Frau. Diese romantische Liebesgeschichte, die, mit orientalischen Ingredienzien gewürzt, raffiniert die schwüle erotische Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts heraufbeschwört, wird von Angela Winkler gelesen. Durch die dramaturgisch geschickt eingesetzten musikalischen Zäsuren entsteht eine große Intensität: Die noble Kammermusik von Pauline Viardot-Garcia, jener von Turgenjew begehrten und bedeutenden Opernsängerin des 19. Jahrhunderts, verleiht der Erzählung eine mondäne Eleganz, die sich am Ende mit Chaussons »Poème«, das auf Turgenjews Geschichte Bezug nimmt, in einen expressiven Klangrausch verwandelt. In puncto interpretatorischer Feinarbeit stehen der Geiger Ulf Schneider und der Pianist Stephan Imorde der Winkler mit ihrer brillanten Rezitationskunst in nichts nach.

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Musikfest auf Gut Emkendorf

Angela Winkler

Ulf Schneider

Weitere Termine der Musikfeste auf dem Lande:

12./13.7. HafenCity Hamburg 19./20.7. Stocksee 2./3.8. Pronstorf 9./10.8. Wotersen 16./17.8. Emkendorf Nähere Informationen zum Programm der Musikfeste auf dem Lande erhalten Sie Ende Mai unter: www.shmf.de/musikfeste

Stephan Imorde

arko Kaffee & Confiserie, CITTI, Duckstein, Fürst Bismarck Mineralwasser und Sektkellerei Schloss Wachenheim sind Produktpartner der Musikfeste auf dem Lande

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26.7.

Bad Segeberg

Hohenwestedt

Hamburg

St. Marienkirche Samstag 20 Uhr K 43

Peter-Pauls-Kirche Sonntag 19 Uhr K 48

Kampnagel Sonntag 19 Uhr K 49

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

27.7.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

27.7.

€ 35,-

Absolut russisch

Der versiegelte Engel

St. Petersburg String Quartet

Sophie Klußmann Sopran Kristiina Mäkimattila Mezzosopran René Voßkühler Tenor Gergely Bodoky Flöte BallettKiel Rundfunkchor Berlin Stefan Parkman Dirigent Lars Scheibner Choreographie Rico Heidler Lichtdesign

Alexander Glasunow Noveletten op. 15 Nr. 3, 4 und 5 für

Streichquartett Dmitri Schostakowitsch Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110 Peter I. Tschaikowsky Streichquartett Nr. 3 es-Moll op. 30

St. Petersburg String Quartet

Rodion Schtschedrin

»Niemals in meinem Leben habe ich mich so geschmeichelt gefühlt, niemals war ich so stolz auf meine schöpferischen Kräfte als an jenem Tag, als Leo Tolstoi neben mir saß und mein Andante hörte und ihm die Tränen von den Backen hinunterrannen«, ließ Tschaikowsky in einem Brief vom Winter 1876 anlässlich eines für Tolstoi organisierten Konzerts am Moskauer Konservatorium verlauten. Tschaikowsky ist der Begründer der russischen Kammermusik. Mit seinem 1871 entstandenen ersten Streichquartett, dessen zweiter Satz jenes Tolstoi zu Tränen rührende Andante ist, gelingt es ihm erstmals, das von Haydn ausgeprägte viersätzige Formmodell mit russisch-nationalen Elementen zu verbinden. Parallel zu seinem zweiten Streichquartett von 1874 entstehen dann Werke dieser Gattung von Alexander Borodin und RimskyKorssakoff. Sein drittes Streichquartett es-Moll, das Beethovens Dramaturgie »Von der Dunkelheit ins Licht« folgt, schrieb Tschaikowsky 1876 in Erinne-

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rung an den kurz zuvor verstorbenen Geiger Ferdinand Laub, den der Komponist seit seiner Studienzeit zu seinen Freunden zählte. Charakterstücke wunderbarster Prägung sind Glasunows fünf Noveletten, in denen der Petersburger Komponist Tänze aus Spanien, Ungarn, dem Orient und nicht zuletzt einen Wiener Walzer verarbeitet. Das Zentrum der russischen Kammermusik jener Tage war zweifelsohne Sankt Petersburg, und in dieser Tradition sieht sich auch das 1985 gegründete St. Petersburg String Quartet. Mit ihren außergewöhnlich intensiven und fesselnden Interpretationen, dokumentiert unter anderem in ihrer Gesamteinspielung der SchostakowitschQuartette für Hyperion, haben sich die vier Absolventen des Petersburger Konservatoriums mittlerweile an der Spitze der russischen Quartettszene etabliert.

Der versiegelte Engel. Russische Liturgie für gemischten Chor, Soli und Flöte

Ein Fest der Sinne und der Sinnlichkeit voll auratischer Kraft, wie es für russischorthodoxe Gottesdienste so typisch ist, zelebrieren der Rundfunkchor Berlin und Tänzer des BallettKiel in Hamburgs Kampnagel-Fabrik. Im Mai 2005 schuf der Kieler Choreograph Lars Scheibner ein visionäres Drama für Tänzer, Chor und einen Flötisten zu Rodion Schtschedrins Russischer Liturgie »Der versiegelte Engel«. Schtschedrin hatte das Werk zur Tausendjahr-Feier der Christianisierung Russlands geschrieben, konnte es aber nicht unter seinem eigentlichen, geistlichen Titel veröffentlichen. So gab er dem Werk zunächst den Titel einer viel gelesenen Erzählung Nikolai Leskows. Erst als »Der versiegelte Engel« 1991 im Druck erschien, fügte er den wahren Titel hinzu: »Russische Liturgie«. In Leskows Erzählung geht es um eine Ikone, deren Schönheit und Kraft so gewaltig ist, dass staatliche Gewalten beschließen, sie zu versiegeln. Schtschedrins Werk, das in der Tradition russisch-orthodoxer Kunstmusik von Tschaikowsky bis Rachmaninoff steht, erzählt die Geschichte nicht nach, sondern fokussiert die Aufmerksamkeit auf elementare Themen wie Glaube, Macht, Schönheit und die magische Wirkung der Kunst. Von suggestiver Kraft sind die Bilder, die durch das Zusammenwirken von orthodoxem Gesang, modernem Tanz und magischer Lichtregie entstehen und deren pure Schönheit fasziniert. Gefördert durch brand eins Wirtschaftsmagazin Konzert im Rahmen von anbruch 08 –

Rundfunkchor Berlin

eine Koproduktion mit NDR das neue werk

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28.7.

Kiel

Hamburg

Pronstorf

halle400 Montag 20 Uhr K 51

NDR, Rolf-Liebermann-Studio Dienstag 20 Uhr K 52

Kuhstall Donnerstag 20 Uhr K 53

€ 18,-

29.7.

€ 18,-

31.7.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Gefärbte Luft

Das rote Rad

Meisterpianistin

Ensemble Studio für Neue Musik Moskau Igor Dronov Leitung

Ensemble Studio für Neue Musik Moskau Igor Dronov Leitung

Elisabeth Leonskaja Klavier

Edison Denisov

Galina Ustwolskaja

Paysage au clair de lune Wladimir Tarnopolski Nachklänge des vergangenen Tages Faradj Karajew A Crumb of Music for George Crumb Arthur Lourié Formes en l’air Junge Komponisten der Gruppe »Sound Plasticity« Hommage à »Formes en l’air« von Arthur Lourié

Sinfonie Nr. 4 »Gebet« Alexander Wustin Heroic Lullaby Music for Ten Sergej Pawlenko Vektorraum (UA) Svetlana Rumjantseva Jubel (UA, Auftragswerk von NDR das neue werk) Wladimir Tarnopolski Chevengur

Das Studio für Neue Musik Moskau gehört zu den besten russischen Ensembles seiner Art. 1993 von dem Komponisten und ehemaligen Denisov-Schüler Wladimir Tarnopolski und dem Dirigenten Igor Dronov gegründet, avancierte die Formation mit ihren außergewöhnlich erfindungsreichen Programmen bald zu Russlands aktivstem und erfolgreichstem Neue-Musik-Ensemble. Beim SHMF präsentiert das Studio für Neue Musik Moskau, das 2002/03 mit dem Spezialpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet wurde, zwei Programme, in denen die historische Avantgarde auf die avanciertesten Positionen des zeitgenössischen russischen Komponierens trifft: Am ersten Abend »Gefärbte Luft« widmen sich die Mos-

kauer Musiker u.a. Edison Denisovs »Paysage au clair de lune« für Klarinette und Klavier sowie Arthur Louriés drei Klavierstücken »Formes en l’air« – eine äußerst filigran schwebende Musik, die wie »tönende Luft« (Busoni) gleichsam ihre Aggregatzustände zu verändern scheint –, denen Werke von Tarnopolski und Faradj Karajew an die Seite gestellt werden. Im zweiten Programm »Das rote Rad« – so der Name eines Romanzyklus von Alexander Solschenizyn – stehen der Sinfonie Nr. 4 von Galina Ustwolskaja, die neben Sofia Gubaidulina als die bedeutendste Komponistin Russlands gilt, Werke von Wustin, Tarnopolski, Pawlenko und Rumjantseva gegenüber.

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Konzerte im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk

Franz Schubert Sonate A-Dur D 959 Peter I. Tschaikowsky Sonate Nr. 1 G-Dur op. 37

»Grande Sonate«

Elisabeth Leonskaja

»Lisotschka, bitte, können Sie mehr dolce, mehr piano, und noch mehr piano, entspannen Sie sich«, kommentierte einst Svjatoslav Richter das Spiel seiner Duopartnerin Elisabeth Leonskaja in Proben für die 1996 erschienene Einspielung der Mozart/Grieg-Duos. Richter habe eigentlich nie kritisch gesprochen, eher sehr leise und freundlich und ruhig, so Elisabeth Leonskaja über den großen russischen Pianisten, mit dem sie eine langjährige, tiefe Künstlerfreundschaft verband. Beiden gemeinsam ist auch eine besondere Vorliebe für Schubert. Leonskajas Diskographie weist mehr

als zehn CDs mit Werken des Wiener Meisters auf, mehrfach hat sie in Recitals alle drei späten Sonaten aufgeführt. Elisabeth Leonskaja ist keine Künstlerin der großen Gesten, ihre Interpretationen sind von zeitloser Gültigkeit, ihre Virtuosität ist unaufdringlich, ihr Spiel zeugt von gestalterischer Reife. Eines umsichtigen Interpreten bedarf es auch, um Tschaikowskys »Grande Sonate« G-Dur den russischen Ton zu entlocken, den das Werk neben allen SchumannReminiszenzen zweifellos hat. Die 1878 während Tschaikowskys Aufenthalt am Genfer See entstandene und von Nikolai Rubinstein uraufgeführte Sonate ist im Westen nahezu unbekannt. In Russland ist ihr Stellenwert ein gänzlich anderer: an den Konservatorien gehört sie zum Standardrepertoire, sie ist Pflichtstück des Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerbs und wurde von allen großen russischen Pianisten auf CD eingespielt. Die Wahl-Wienerin Elisabeth Leonskaja wird das Repertoirestück aller russischen Klaviervirtuosen nun auch in SchleswigHolstein bekannt machen.

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31.7.

Hamburg

Kiel-Molfsee

Hasselburg

St. Johannis am Turmweg Donnerstag 20 Uhr K 54

Winkelscheune Donnerstag 20 Uhr K 55

Scheune Freitag 20 Uhr K 60

31.7.

€ 18,-

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

1.8.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Sonderburg / DK

2.8. Russland schwarz-weiß Alexei Lubimov Klavier

André Volkonsky

Musica stricta Dmitri Schostakowitsch Fünf Präludien o. Op. Galina Ustwolskaja Sonate Nr. 5 Wladimir Martynow Post scriptum Alexander Skrjabin Sonate Nr. 9 op. 68 Valentin Silvestrov 7 Bagatellen 25.10.1893 – Dem Andenken Peter I. Tschaikowskys Postludium, aus der Sonate Nr. 4 Sergei Prokofieff Sonate Nr. 7 B-Dur op. 83

Alexei Lubimov, 1944 in Moskau geboren und ausgebildet vom legendären Pädagogen Heinrich Neuhaus, ist einer der größten Querdenker und Individualisten unter Russlands Klaviervirtuosen. Ende der 1960er Jahre spielte er Cage und Riley, Schönberg, Webern, Stockhausen und Ligeti in Moskau und brachte zahlreiche Werke der westlichen Avantgarde zur russischen Erstaufführung. Als er sich immer heftigerer Kritik vonseiten des Staates ausgesetzt sah, wandte er sich der Pflege der Alten Musik zu, gründete 1976 das Moskauer Barock-Quartett und leistete auf diesem Gebiet ebenso Pionierarbeit wie zuvor

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im Bereich der Neuen Musik. In den vergangenen Jahren erschienen beim Label ECM gefeierte CD-Produktionen von Lubimov, so 2002 »Der Bote« mit Klavierelegien aus drei Jahrhunderten und 2005 »Messe Noire« mit Werken von Strawinsky, Schostakowitsch, Skrjabin und Prokofieff. Für sein Hamburger Konzert hat Lubimov ein hoch reflektiertes Programm ersonnen, das von Skrjabins 9. Sonate aus dem Jahr 1913, über André Volkonskys »Musica stricta« – dem ersten Zwölftonwerk der russischen Musikgeschichte – bis hin zu wenige Jahre alten Werken Silvestrovs reicht. Konzert im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk

Alexei Lubimov

Schloss, Open Air Samstag 20 Uhr K 66 € 18,-

Russian Gypsy Loyko

Wenn die Musiker von Loyko zu spielen beginnen, beschwören sie mit herzergreifend bitter-süßen Melodien und den unvergleichlichen »Zigeuner-Harmonien« ihrer Lieder Bilder von Lagerfeuern in der weiten sibirischen Steppe herauf, und die Musik erzählt von Verlust, Trauer und Einsamkeit. Doch nirgends liegen Melancholie und überströmende Freude so nah beieinander wie in der »Zigeunermusik«, und im nächsten Moment erklingen mitreißende Rhythmen, und in den rasanten, mit höchster Virtuosität gespielten Stücken ist Lebenslust pur zu hören. Sergey Erdenko, Geiger und Leiter der Gruppe Loyko, stammt aus einer der ältesten Musikerfamilien der Roma in Russland. Nach seiner klassischen Musikausbildung entschied er sich, die musikalische Tradition der Familie weiterzuführen, und gründete 1990 die Formation Loyko, die seitdem in wechselnder Besetzung auftrat und heute zu einer der führenden »Gypsy Bands« in Russland zählt. Benannt hat sich die Gruppe nach Loyko Zabar, dem legendären Zigeunergeiger des 19. Jahrhunderts, der in Russland als »Teufelsgeiger« bekannt war. Die traditionelle Musik der Roma war und ist der Ausgangspunkt der Stücke, die die Mitglieder von Loyko weitgehend selbst komponieren. Doch auch von klassischer Musik und Folklore aus Rumänien und

Ungarn lassen die drei sich inspirieren, um, wie Erdenko einmal in einem Interview sagte, Lieder zu schreiben, die den Hörer aus seinem Alltag entführen: »Als Musiker wollen wir in der Seele des Zuhörers ein Haus bauen. Der Zuhörer soll seine Sorgen vergessen, seine Augen öffnen und die Schönheit des Lebens erspüren. Er soll durch unsere Musik sehen, was er sonst nur in seinen schönsten Träumen sieht.«

Loyko

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1.8.

Wotersen

Hamburg

Reithalle Freitag 20 Uhr K 57

Hamburger Kammerspiele Freitag 20 Uhr K 59

Russische Romanze Anna Tomowa-Sintow Sopran Alexander Schmalcz Klavier

Lieder und Arien von Borodin, Tschaikowsky, Rachmaninoff u. a.

Anna Tomowa-Sintow

»Karajan entdeckte bei Anna eine Art stimmlicher Schönheit, die heute fast ausgestorben ist, die man gelegentlich aber noch bei unverdorbenen jungen Sängerinnen aus Osteuropa findet, woher ja auch Anna kommt. Das hat etwas zu tun mit der so gut wie verschwundenen Kunst des Pianissimo-Gesangs, mit der Fähigkeit, diesen ganz besonderen ›schwebenden‹ Ton hervorzubringen, für den eine Sängerin wie die Milanov so genial begabt war.« So Elisabeth Schwarzkopf über Herbert von Karajans Faszination für ihre Sängerkollegin Anna Tomo-

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1.8.

€ 49,- 43,- 31,- 20,-

wa-Sintow. 1973 gab die bulgarische Sopranistin ihre ersten Konzerte unter Leitung Herbert von Karajans, der sie noch im selben Jahr für die Uraufführung von Carl Orffs »De temporum fine comoedia« im Rahmen der Salzburger Festspiele engagierte. 1976 war sie die Elsa seines Salzburger »Lohengrin«, dann folgte die »Figaro«-Gräfin und 1983 die Marschallin im »Rosenkavalier«. In Salzburg war sie zudem unter Karl Böhm und Georges Prêtre zu hören. 1975 gab sie ihr Debüt am Londoner Royal Opera House Covent Garden, 1976 an der New Yorker Met sowie 1982 an der Mailänder Scala als Elsa unter Claudio Abbado. In den Folgejahren sang sie hier vor allem unter Carlos Kleiber und Riccardo Chailly. 2006 feierte die große bulgarische Sopranistin ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum. Im Bereich Lied hegt sie neben Brahms, Strauss und Wagner eine besondere Affinität für das russische Repertoire, dem sie durch ihr für slawische Stimmen so typisches sinnliches Vibrato, ihr zart dunkles Timbre und ihre bewegende Ausstrahlung eine besondere Tiefe zu verleihen vermag.

€ 18,-

Porträt Sofia Gubaidulina Aquaphon und

Tamtam Ivan Monighetti Violoncello Tatjana Vassiljeva Violoncello Solistenensemble

Sofia Gubaidulina

Freue dich! Sonate für Violine und Violoncello Ravvedimento für Violoncello und Gitarrenquartett Fata Morgana. Die tanzende Sonne für acht Violoncelli Am Rande des Abgrunds für sieben Violoncelli und zwei Aquaphone Verwandlung für Posaune, Saxophonquartett, Violoncello, Kontrabass und Tamtam

In den Werken Sofia Gubaidulinas lassen sich nahezu alle Stilmittel nachweisen, die im 20. und 21. Jahrhundert verfügbar sind – flirrende Klangkaskaden, in sich bewegte Flächen, verspielte Filigrane, aber auch einfache Skalenbewegungen und musikalische Zitate. Dessen ungeachtet zeichnet sich die Musik der seit 1992 bei Hamburg lebenden Komponistin russisch-tatarischer Abstammung durch eine unbeirrbare Eigenständigkeit aus. »Als Ideal«, so Gubaidulina, »betrachte ich ein solches Verhältnis zur Tradition und zu neuen Kompositionsmitteln, bei dem der Künstler alle Mittel – sowohl neue als auch traditionelle – beherrscht, aber so, als

schenke er weder den einen noch den anderen Beachtung.« Ihre Werke zeichnen sich oft durch eine intensive Erforschung neuer Klangbereiche aus. So verlangt die Partitur von »Ravvedimento« neben einem Violoncello vier unterschiedlich gestimmte Gitarren, was zu überaus aparten Klangmischungen führt. In »Fata Morgana. Die tanzende Sonne« bietet die ungewöhnliche Besetzung von acht Violoncelli »eine Vielzahl von Klang- und Texturmöglichkeiten. Besonders interessant waren für mich die leuchtenden Naturflageolette. Ich verwendete diese, um die Gestalt einer tanzenden Sonne zum Ausdruck zu bringen.« Eigenwillig ist auch das Klangbild von »Am Rande des Abgrunds« für sieben Violoncelli und zwei Aquaphone, kleine Wasserorgeln, deren obertöniges Schwingen sich deutlich vom schimmernden Streicherklang absetzt. Konzert im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk

Sofia Gubaidulina

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1.8.

Meldorf

Plön

Lübeck

Kiel

Dom Freitag 20 Uhr K 58

Nikolaikirche Samstag 20 Uhr K 65

Schuppen 6 Freitag 21 Uhr K 61

halle400 Samstag 21 Uhr K 67

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Zukerman & friends Zukerman ChamberPlayers

Franz Schubert

Streichtrio B-Dur D 471 (Fragment) Ludwig van Beethoven Streichquintett C-Dur op. 29 Antonín Dvo√ák Streichquintett Es-Dur op. 97

»Pinchas Zukerman ist ein Aristokrat auf der Violine. Er reduziert die Musik auf ihre Essenz, da ist nichts Aufgeputztes oder Überflüssiges«, so die New York Sun. Seit fast vier Jahrzehnten hält sich der 1948 in Tel Aviv geborene Geiger, Bratscher, Dirigent und Pädagoge nun bereits an der Spitze des internationalen Klassikbetriebs. Sein DeutschlandDebüt 1969 ist legendär: Nathan Milstein sollte unter Rafael Kubelík ein Konzert im Münchner Herkulessaal geben. Milstein erkrankte, und der bis dahin gänzlich unbekannte, 21 Jahre alte Zukerman sprang ein. »Ein neuer Star ist geboren«, titelte damals die Süddeutsche Zeitung über das phänomenale Konzert, dessen Live-Mitschnitt seit 2002 auf CD erhältlich ist. Im selben Jahr 1969 drehte Christopher Nupen seinen berühmten Film über die Proben zu Schuberts »Forellenquintett« in der genialen Besetzung mit Daniel Barenboim, Jacqueline du Pré, Itzhak Perlman, Pinchas Zukerman und Zubin Mehta. Neben seiner vielfältigen Konzerttätigkeit engagiert sich Zukerman seit vielen

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2.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Jahren in der musikalischen Nachwuchsarbeit, die er als absolut bereichernd für sein eigenes Spiel empfindet. 2002 gründete er mit vier herausragenden jungen Streichern die Zukerman ChamberPlayers – ein Ensemble, dessen beeindruckendes Spiel sich der gelungenen Synthese aus Erfahrung und jugendlicher Dynamik verdankt.

1.8.

€ 18,- (keine Sitzplätze)

€ 18,- (keine Sitzplätze)

Die Fanfaren von Moskau

Datscha-Party

Pakava It’

Pakava It’ Andrej Lido DJ Rodion Levin DJ Vladislav Estrin VJ Alexander Mirimov VJ

Fetzige Brass-Sounds von Jazz über Ska bis zur russischen Tanzmusik

Brass Sensation und russische Clubmusik

Pakava It’

Zukerman ChamberPlayers

2.8.

Zwei Mal kann man die russische Band Pakava It’ beim diesjährigen SHMF erleben: bei ihrem Konzert in Lübeck und im Rahmen einer Datscha-Party in Kiel. In den stilistisch äußerst vielseitigen Stücken von Pakava It’ vermischen sich russische, afrikanische und lateinamerikanische Tanzmusik mit Jazz, Ska, Karibikklängen und Balkanrhythmen. Heraus kommt höchst tanzbare Musik mit dem unverwechselbaren Sound der »Fanfaren von Moskau«, wie sich die Band auch nennt. Angefangen hat die

Gruppe als Straßenmusikensemble in Moskau, mittlerweile werden die Musiker nicht nur vom heimischen Publikum gefeiert, sondern treffen auch in deutschen Clubs auf große Begeisterung. Bei ihren Konzerten, die im Grunde raffinierte theatralisierte Shows sind, erweitern sie den Klang ihres Blasorchesters mit Sprechgesang und elektronischen Effekten. Bei der Datscha-Party werden neben dem Live-Konzert von Pakava It’ DJs für die nötige Stimmung sorgen und das Beste aus der osteuropäischen Musik von Ska und Polka über Ethno-Punk bis zum Easy-Listening auflegen. Außerdem werden VJs mit Diaund Videoprojektionen für eine einmalige visuelle Untermalung sorgen, indem sie Videos basierend auf sowjetischer Filmästhetik sowie Amateurfilmaufnahmen und Dias aus Privatarchiven ehemaliger sowjetischer Bürger an die Wände projizieren. Ohrenstöpsel empfohlen! Konzerte im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk Ein Datscha-Projekt

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1.8.

Altenhof

Haseldorf

Kuhhaus Freitag 20 Uhr K 56

Rinderstall Samstag 20 Uhr K 64

€ 35,- 30,- 24,- 17,- 10,-

2.8.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Lübeck

3.8.

Lehmannkai 2 Sonntag 19 Uhr K 70 € 35,- 30,- 24,- 17,-

Balalaika rasant Terem Quartet

Beschwingt Virtuoses von Bach bis Gershwin

Schmachtende Tremolos der Balalaika und Domra, ein schluchzendes Akkordeon, eine herzerweichend melancholische Melodie. So kann nur eine russische Seele über den Abschied von der Geliebten trauern, und genau so stellt man sich russische Volksmusik vor – wären da nicht die Musiker des Terem Quartet, die alle Klischees zur russischen Musik aufgreifen, nur um sie mit einem kleinen Augenzwinkern wieder zu durchbrechen. Und wenn ihre Finger im nächsten Moment mit unglaublicher Geschwindigkeit über die Saiten ihrer Instrumente wirbeln und sie mit unerschöpflicher Energie und Leidenschaft Stücke von Bach bis Gershwin in höchster Virtuosität zum Besten geben, ahnt man den hintergründigen Humor, der hinter ihren Arrangements steht. Auf einer riesigen Bass-Balalaika, dem russischen Knopfakkordeon Bajan und zwei Domras, lautenähnlichen Zupfinstrumenten, spielen die vier Musiker über alle Genregrenzen hinweg und verbinden in ihren Stücken klassische Musik mit Jazzimprovisation und russischer Folklore. International bekannt wurde die Formation, die 1986 in Sankt Petersburg von einer Gruppe Musikstudenten gegründet wurde, durch Popmusiker

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Peter Gabriel, der sie 1991 entdeckte und ihre ersten beiden CDs bei seinem Label Real World Records veröffentlichte. Damit ging es für das Quartett rasant aufwärts, es folgten Auftritte bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona, beim Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung in Berlin oder beim G8-Gipfel in Sankt Petersburg. Seitdem gastiert das Quartett bei zahlreichen internationalen Festivals, so beim WOMAD, World of Music, Arts and Dance, den Dresdner Jazztagen oder dem Edinburgh Festival und begeistert das Publikum mit seiner Musik voll Witz und Charme. K 70 Gefördert durch HANS LEHMANN KG Reederei & Hafenbetrieb Lübeck

Terem Quartet

Konzerte auf Gut Stockseehof: 19.7., 20.7.

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Pronstorf Kuhstall

Pronstorf Kuhstall Sonntag 11 Uhr MF 4C

Samstag 13 Uhr MF 4A

2.8.

€ 18,- / erm. € 9,-

Samstag 18 Uhr MF 4B

3.8.

€ 18,- / erm. € 9,-

Sonntag 16 Uhr MF 4D

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

Tageskarte MF 4AB

Tageskarte MF 4CD

€ 32,- / erm. € 16,-

€ 32,- / erm. € 16,-

Russisch rasant Musikfest auf Gut Pronstorf

In diesem Jahr widmen sich zwei Musikfeste dem Länderschwerpunkt Russland. Den Auftakt macht das Musikfest auf Gut Stockseehof, zwei Wochen später geht es in Pronstorf »russisch rasant« zu, wenn im renovierten Kuhstall virtuose Klaviermusik, Balalaikatremolos oder russisch gefärbte »Zigeunermusik« erklingt. Die Gutsanlage liegt in einem der idyllischsten Dörfer Holsteins, und das Herrenhaus zählt zu den schönsten Barockbauten Norddeutschlands. Die Musikfeste auf dem Lande sind die familienfreundlichen Landpartien des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Kurzweilige Konzerte unterschiedlichster Couleur, das malerische Ambiente und ausgedehnte Pausen für Spaziergänge und Picknick im Grünen machen einen Besuch zum unverwechselbaren Erlebnis. Am Samstag ab 13 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr können die Besucher zwischen einer Halbtageskarte mit zwei einstündigen Konzerten und einer Tageskarte wählen oder das abwechslungsreiche Programm des ganzen Wochenendes genießen. Ein besonderes Angebot für Familien ist die Kindermusikwerkstatt, eine mobile Musikschule, in der der Publikumsnachwuchs im Alter zwischen 4 und 13 Jahren während der Programme A, C und D betreut und spielerisch an Musik herangeführt wird. Neu bei den Musikfesten ist der »Musikalische Nachschlag« am Samstagabend, direkt im Anschluss an das letzte Konzert: Bei Gesprächen und Live-Musik in der Gastronomiescheune können das Publikum, Musiker und Mitarbeiter den Musikfesttag entspannt ausklingen lassen.

Weitere Termine der Musikfeste auf dem Lande:

12./13.7. HafenCity Hamburg 19./20.7. Stocksee 26./27.7. Emkendorf 9./10.8. Wotersen 16./17.8. Emkendorf Nähere Informationen zum Programm der Musikfeste auf dem Lande erhalten Sie Ende Mai unter: www.shmf.de/musikfeste

Konzerte in Emkendorf: 26.7., 27.7., 16.8., 17.8.

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arko Kaffee & Confiserie, CITTI, Duckstein, Fürst Bismarck Mineralwasser und Sektkellerei Schloss Wachenheim sind Produktpartner der Musikfeste auf dem Lande

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2.8.

Kiel

Norderstedt

Itzehoe

Schloss Samstag 20 Uhr K 62

TriBühne Samstag 20 Uhr K 63

theater itzehoe Sonntag 19 Uhr K 68

Pathétique Christian Poltéra Violoncello Schleswig-Holstein Festival Orchester Heinrich Schiff Dirigent

Peter I. Tschaikowsky

Romeo und Julia. Fantasie-Ouvertüre Witold Lutosl⁄ awski Konzert für Violoncello und Orchester Peter I. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 »Pathétique«

Shakespeare hat Generationen von Komponisten zu künstlerischen Höchstleistungen inspiriert. Auf der Beliebtheitsskala der Shakespeare-Dramen ganz oben stand von jeher »Romeo und Julia«, über 200 Opern und opernähnliche Werke basieren allein auf diesem Stoff. »Finden Sie nicht, dass dieses große, geniale Drama einen Komponisten begeistern muss!«, schrieb Tschaikowsky 1878 an Nadeschda von Meck. Zu jener Zeit trug sich der Komponist mit dem Plan zu einer »Romeo und Julia«-Oper.

Christian Poltéra

70

2.8.

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

Neun Jahre zuvor hatte er sich dem Stoff erstmals zugewandt, in seiner Fantasie-Ouvertüre »Romeo und Julia«. Bei der Petersburger Premiere noch ein völliger Misserfolg, erntete die überarbeitete zweite Fassung bei ihrer ersten Aufführung in Berlin große Ovationen und machte den 31 Jahre alten Komponisten über Nacht berühmt. Wie von einem Rausch befallen war Tschaikowsky, als er zwischen dem 16. Februar und 5. April 1893 seine »Pathétique« skizzierte und in weniger als vier Wochen im August des Jahres orchestrierte. Als »Programm-Sinfonie« bezeichnete Tschaikowsky das Werk in einem Brief an seinen Neffen Bobyk, »aber mit einem Programm von der Art, dass es für alle ein Rätsel bleiben soll.« Subjektiv und bekenntnishaft ist das Werk, ein orchestrales Psychogramm, das tief in die Seele des Komponisten blicken lässt.

€ 39,- 34,- 27,- 19,-

3.8.

€ 39,- 34,- 27,- 19,- 10,-

Streicherserenade C-Dur op. 48 Dmitri Schostakowitsch Klavierkonzert Nr. 1 mit oblig. Trompete c-Moll op. 35 Lera Auerbach Serenade for a Melancholic Sea für Violine, Violoncello, Klavier und Streichorchester op. 68 Takaaki Horiuchi Capriccio Joseph Haydn Sinfonie D-Dur Hob. I:96 »The Miracle«

land nicht machen können, und so setzte sie alles daran, in den Westen zu gelangen. 1987 gewann sie den Busoni-Wettbewerb in Bozen, drei Jahre später ließ sie sich in Deutschland nieder. Seit 1998 spielt sie regelmäßig DuoKonzerte mit Martha Argerich, so unter anderem auch 2006 in zwei von Publikum und Kritik hymnisch gefeierten Konzerten des SHMF. Russischen Boden hat sie 15 Jahre lang nicht betreten, geblieben aber sind ihre Affinität zum russischen Repertoire und ihr russisches Naturell. Stilsicheres Empfinden und slawische Seelentiefe verbinden sich bei ihr zu tiefgründigen und bewegenden Interpretationen. Partner Zilbersteins in Schostakowitschs erstem Klavierkonzert sind der Solotrompeter des NDR Sinfonieorchesters Jeroen Berwaerts sowie Japans führendes Kammerorchester, das Orchestra Ensemble Kanazawa.

Wenn sie Werke von Rachmaninoff spiele, stelle sie sich die russische Landschaft vor, ihre Heimat, die Menschen dort, sagte Lilya Zilberstein einmal in einem Interview. Dem Werk Rachmaninoffs fühlt sich die russische Pianistin, die seit 1991 in Norderstedt lebt, besonders verbunden. Sie hat alle vier Klavierkonzerte im Repertoire, und ihre Einspielungen des zweiten und dritten Konzerts mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado für die Deutsche Grammophon gelten als Referenzaufnahmen. Als Jüdin hatte sie es in ihrer Heimat nicht leicht. Karriere hätte sie in Russ-

Lilya Zilberstein

Russische Serenade Abigail Young Violine Ludovit Kanta Violoncello Jeroen Berwaerts Trompete Lilya Zilberstein Klavier Orchestra Ensemble Kanazawa Michiyoshi Inoue Dirigent

Peter I. Tschaikowsky

Gefördert durch Deutsche Post AG

Heinrich Schiff

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4.8.

Kiel

Bargteheide

Schloss Montag 20 Uhr K 71

Kleines Theater Dienstag 20 Uhr K 72

Meister des Liedgesangs Thomas Hampson Bariton Wolfram Rieger Klavier

Schumann, Barber u. a.

Thomas Hampson

72

5.8.

€ 68,- 58,- 46,- 32,- 20,-

Als »Tagebuch unseres Daseins« versteht der große amerikanische Bariton Thomas Hampson die Kunstform Lied und den Liedgesang, als bedeutendes Mittel für den Dialog und das gegenseitige Verständnis der Kulturen. Schon früh hat er sich dieser innigsten und zugleich anspruchsvollsten vokalen Gattung gewidmet und neue Maßstäbe insbesondere im Bereich des Mahlerschen Liedschaffens gesetzt. Hampson fasziniert nicht nur mit makelloser Technik sowie großer Expressivität und Gestaltungskraft, sondern auch mit dem unbedingten Willen, Menschen zu begeistern und zu bewegen. Dies gelingt ihm seit mehr als zwanzig Jahren auf den großen Bühnen der Welt, in der New Yorker Met ebenso wie im Züricher Opernhaus, der Wiener Staatsoper oder bei den Salzburger Festspielen, aber immer wieder auch im intimeren Rahmen eines Liederabends. Mit Liedern aus seiner amerikanischen Heimat war Hampson zusammen mit seinem kongenialen Klavierpartner Wolfram Rieger 2007 in Wotersen zu hören, ein Konzert, das Publikum und Kritik in einen wahren Begeisterungstaumel versetzte – und den Intendanten des SHMF zu einer prompten Wiedereinladung für das Jahr 2008 bewog.

€ 35,- 27,- 10,-

Theaterlegende Maria Becker Rezitation Hyperion Ensemble

Anton Tschechow

Der Glückspilz Zeitvertreib Rendezvous in der Sommerfrische Regenwetter Peter I. Tschaikowsky Streichsextett d-Moll op. 70 »Souvenir de Florence« (2. und 3. Satz) Nikolai Rimsky-Korssakoff Streichsextett A-Dur (1. und 4. Satz) Alexander Borodin Streichsextett d-Moll (Fragment)

In einem Gespräch mit seinem Schriftstellerkollegen Wladimir Korolenko soll der junge Anton Tschechow einmal provokant gefragt haben: »Wissen Sie, wie ich meine kleinen Erzählungen schreibe?« Er soll dann den erstbesten Gegenstand, einen Aschenbecher, vor Korolenko hingesetzt und geantwortet haben: »Wenn Sie wollen, ist morgen die Geschichte fertig. Überschrift: Der Aschenbecher.« Das einfache, gewöhnliche Leben, der Alltag der kleinen Leute und des Mittelstands steht im Zentrum von Tschechows frühen Erzählungen. Präzis, aber distanziert beobachtet Tschechow menschliche Typen und ihre Verhaltensweisen und zeichnet auf knappstem Raum eine vielfarbige Welt mit den unterschiedlichsten Facetten menschlicher Schrulligkeit und Unzulänglichkeit.

In »Rendezvous in der Sommerfrische« bringt der Liebesbrief einer Unbekannten samt Aufforderung zu einem Stelldichein den glücklich verheirateten Pawel Iwanytsch ganz durcheinander. Nur zu gern würde er wissen, wer ihn am heimlichen Treffpunkt erwartet. Doch dann kommt alles ganz anders als erwartet … Die Theaterlegende Maria Becker, deren glanzvolle Karriere 1938 am Züricher Schauspielhaus begann und deren Rolleninterpretationen an allen renommierten deutschsprachigen Häusern Maßstäbe setzte, liest vier der literarische Funken sprühenden frühen Erzählungen Tschechows. Streichsextette komponierender Zeitgenossen Tschechows komplettieren den Abend zu einem amüsanten Sittengemälde der 1880er Jahre.

Maria Becker

73


5.8.

Travemünde

Hamburg

Columbia Hotel Casino Travemünde Dienstag 20 Uhr K 73

NDR, Rolf-Liebermann-Studio Mittwoch 20 Uhr K 75

Ta u s e n d u n d e i n e N a c h t Christiane Karg Sopran Burkhard Kehring Klavier

Schubert, Mendelssohn, Schumann, Wolf, Fauré, Ravel u. a.

Exotischer Zauber, prächtige Paläste, betäubende Aromen, Kalifen, Sultane und sinnliche Prinzessinnen – eine Flut von Bildern ergießt sich vor unserem geistigen Auge, wenn wir an die Geschichten aus »Tausendundeiner Nacht« denken. In Westeuropa wurde die aus dem 8. und 9. Jahrhundert stammende arabische Märchensammlung gegen Ende des 18. Jahrhunderts populär, und unter Künstlern verbreitete sich in dieser Zeit eine wahre Orientbegeisterung. Mozart schrieb seine »Entführung aus dem Serail«, und Goethe schuf seinen »West-östlichen Diwan«, dessen zauberhafte Lyrik insbesondere aus dem Buch Suleika zahlreiche Komponisten zu Vertonungen anregte. In Frankreich brachte die Weltausstellung von 1889 einen Hauch ferner Länder nach Paris. Hier ließ sich auch der junge Maurice Ravel von asiatischer Musik verzaubern, vertiefte sich in die Geschichten aus »Tausendundeiner Nacht« und fasste seine Orientsehnsüchte unter anderem im Liederzyklus »Shéhérazade« zusammen. Die bayerische Sopranistin Christiane Karg, die 2006 im Rahmen der Salzburger Festspiele mit großem Erfolg die

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6.8.

€ 35,- 27,- 19,-

Partien der Melia in Mozarts »Apollo und Hyacinth« und die des Weltgeistes in »Die Schuldigkeit des ersten Gebots« sowie 2007 die Partie der Mademoiselle Silberklang in Mozarts »Der Schauspieldirektor« gestaltete, entführt in die betörende Welt des Orients und entwirft ein vielschichtiges Bild künstlerisch geformter Orientsehnsüchte. Im Anschluss an das Konzert wird der Förderpreis der Stiftung Walter und Charlotte Hamel verliehen.

Christiane Karg

€ 18,-

Konzert zum 80. Geburtstag und in memoriam Karlheinz Stockhausen Trio Accanto

Karlheinz Stockhausen

Edentia für Sopransaxophon und elektronische Musik (UA, Auftragswerk von NDR das neue werk) Helmut Lachenmann Serynade für Klavier Karlheinz Stockhausen Zyklus für einen Schlagzeuger Auszüge aus Tierkreis (Trio-Version) Mark André »durch« für Saxophon, Klavier und Schlagzeug

Karlheinz Stockhausen gilt als Erfinder der punktuellen Musik und der MomentForm. Er ist bekannt für seine systematische Erforschung des musikalischen Raums ebenso wie als Pionier der aleatorischen, seriellen und elektronischen Musik. Kaum ein anderer Komponist hat einen so prägenden Einfluss auf die abendländische Musik nach dem Zweiten Weltkrieg gehabt wie er. Seit 1983 verband Stockhausen eine intensive Zusammenarbeit mit dem Trio Accanto, das sein von der Reihe NDR das neue werk in Auftrag gegebenes Stück »Edentia« für Sopransaxophon und elektronische Musik beim diesjährigen SchleswigHolstein Musik Festival uraufführen wird. Auf dem weiteren Programm steht – neben Auszügen aus »Tierkreis«, einem

der klangschönsten und zugänglichsten Werke Stockhausens – »Zyklus« für einen Schlagzeuger, ein Stück, in dem es »keinen Anfang und kein Ende« gibt, so Stockhausen. »Der Spieler kann mit irgendeiner Seite beginnen, spielt dann aber in der gegebenen Reihenfolge den Zyklus. Er steht in einem Kreis von Schlaginstrumenten und dreht sich während der Aufführung.« In ein Reich aus faszinierenden Schwebeklängen und Mixturen entführt zuvor Helmut Lachenmanns groß dimensioniertes Klavierwerk »Serynade«. Am Ende des Konzerts erklingt »durch« für Saxophon, Klavier und Schlagzeug des 1964 in Paris geborenen und in Berlin lebenden Komponisten Mark André – ein durch eine Passage des Lukas-Evangeliums inspiriertes Stück, dessen subtil ausdifferenzierte Klänge oft zum Geheimnisvoll-Geräuschhaften tendieren. Konzert im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk

Trio Accanto

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6.8.

Neumünster

Niebüll

Kiel

Ev.-luth. Vicelinkirche Mittwoch 20 Uhr K 74

Christuskirche Donnerstag 20 Uhr K 77

halle400 Donnerstag 20 Uhr K 78

€ 28,- 22,- 16,- 10,-

Magische Saiten Edin Karamazov Laute und E-Gitarre

Leo Brouwer

Paisaje cubano con lluvia Johann Sebastian Bach Chaconne, aus der Partita d-Moll BWV 1004 für Violine solo Leo Brouwer Paisaje cubano con campanas Johann Sebastian Bach Präludium, Fuge und Allegro Es-Dur für Laute Leo Brouwer Paisaje cubano con rumba Johann Sebastian Bach Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 für Orgel (alle Arrangements von Edin Karamazov)

Edin Karamazov

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7.8.

€ 28,- 22,- 16,- 10,-

Lässt sich Bachs ebenso klanggewaltige wie populäre Orgel-Toccata und Fuge d-Moll auf einer zarten Laute spielen? Und wie klingen Werke eines klassischen Komponisten auf einer E-Gitarre? Antworten auf diese Fragen gibt der bosnische Lautenist und Gitarrist Edin Karamazov bei seinen beiden programmatisch außergewöhnlichen Konzerten im Rahmen des SHMF. Karamazov gilt als einer der führenden Lautenisten seiner Zeit. Zusammen mit dem Countertenor Andreas Scholl hat er zwei CDs mit Lautenliedern und englischen Folksongs eingespielt und mit dem Hilliard Ensemble und Hyperion XX konzertiert. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Edin Karamazov allerdings erst im Jahr 2006 bekannt, als er zusammen mit dem britischen Popstar Sting eine CD mit Lautenliedern von John Dowland auf den Markt brachte und diese auf einer Deutschland-Tour mit Stationen im Münchner Herkulessaal, in der Hamburger Laeiszhalle, in der Stuttgarter Liederhalle, in der Berliner Philharmonie und weiteren »klassischen« Konzertsälen einem bunt gemischten Publikum vorstellte. Mit seinem neuesten Programm, das Werke des kubanischen Komponisten Leo Brouwer und Werke Johann Sebastian Bachs gegenüberstellt, erweist sich Karamazov erneut als genialer Wanderer zwischen den Musikgenres.

7.8.

€ 18,-

Porträt ensemble Intégrales

Alfred Schnittke

Variationen für Klavier Serenade für Violine, Klarinette, Kontrabass, Klavier und Schlagzeug Hymnus I für Violoncello, Harfe und Pauken Klaviertrio Klavierquartett nach dem Mahler-Fragment

ensemble Intégrales

»Polystilistik ist für mich eine bewusste Ausspielung der Stilunterschiede, wodurch ein neuer musikalischer Raum entsteht und eine dynamische Formgestaltung wiederermöglicht wird«, sagte Alfred Schnittke, dessen musikalische Entwicklung nach eigener Aussage »über Klavierkonzertromantik, neoklassizistische Schulweisheiten, eklektische Syntheseversuche« und »serielle Selbstverleugnung« verlief. Mitte der 1970er Jahre fand der deutsch-russische Komponist,

u.a. indem er das musikgeschichtlich zur Verfügung Stehende neu zusammensetzte, zu einem eigenständigen Klangidiom, das er selbst als »polystilistisch« bezeichnete. Wie sehr er nach Werken wie »Serenade« für Violine, Klarinette, Kontrabass, Klavier und Schlagzeug und »Hymnus I« für Violoncello, Harfe und Pauken den Weg einer Verinnerlichung seiner Schreibweise insbesondere für kleine Kammerbesetzungen weiterverfolgt hat, belegt eindrücklich sein Klaviertrio aus dem Jahr 1992 – eine Umarbeitung des Streichtrios von 1985, das seinerzeit zum 100. Geburtstag von Alban Berg entstand. »Polystilistische Elemente«, so Schnittke, »gab es schon immer als Keime in jeder Musik; bewusste Polystilistik wurde von Mahler, Ives, Berg, Strawinsky und Schostakowitsch angewandt.« Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Schnittke Mahlers unvollendetes Klavierquartett aufgegriffen hat, um es aus der Rückschau des 20. Jahrhunderts zu vervollständigen – ein Frühwerk Mahlers, in dem man bereits den Komponisten »der 10. Sinfonie durchscheinen« sieht, so Schnittke. Konzert im Rahmen von anbruch 08 – eine Koproduktion mit NDR das neue werk

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7.8.

Reinbek

Lübeck

Flensburg

Schloss Donnerstag 20 Uhr K 76

St. Petri Freitag 20 Uhr SK 4

Deutsches Haus Samstag 20 Uhr K 83

Das Brendel-Projekt I Paul Lewis Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart Fantasie c-Moll KV 475 György Ligeti

Musica ricercata Wolfgang Amadeus Mozart Rondo a-Moll KV 511 Franz Schubert Sonate G-Dur op. 78 D 894

Zwar galt György Ligetis in den Jahren 1951 bis 1953 entstandene »Musica ricercata« vor seiner Ausreise aus Ungarn als sein bedeutendster Klavierzyklus, einem Millionenpublikum bekannt wurde sie allerdings erst 1999, als Stanley Kubrick das zweite Stück des Zyklus als Soundtrack für seinen Film »Eyes Wide Shut« verwendete. Paul Lewis, dessen Konzert das vierteilige »Brendel-Projekt« eröffnet, fügt Ligetis hochkonzentriertes Werk in ein Programm ein, das ganz die Handschrift seines Lehrers und Mentors Alfred Brendel trägt. Als Jugendlicher lieh sich der 1972 in Liverpool geborene Brite in der Stadtbücherei seiner Heimatstadt regelmäßig Platten aus, und Brendels Gesamteinspielung der BeethovenSonaten zählte zu seinen Favoriten. Als Student der Londoner Guildhall School of Music and Drama nahm er erstmals an einem Meisterkurs bei Brendel teil, der ihm anschließend signalisierte, ihn weiter betreuen zu wollen. Mittlerweile hat Paul Lewis selbst mit einer Gesamt-

78

8.8.

€ 35,- 27,-

einspielung der Beethoven-Sonaten für harmonia mundi begonnen. Drei CDs sind bereits erschienen. Zuvor hatte er unter anderem bereits zwei CDs mit Schubert-Sonaten und Liszts h-Moll-Sonate aufgenommen. In der Saison 2001/02 war er mit einem Zyklus sämtlicher Schubert-Sonaten in der Londoner Wigmore Hall, im CBSO Centre Birmingham, in der Turner Sims Hall Southampton und in der Queen’s Hall Edinburgh zu hören. Nach dem großen Erfolg seiner Schubert-Interpretationen konzertierte Paul Lewis bis zum Ende des Jahres 2007 mit einem Zyklus aller Klaviersonaten Beethovens in Europa und den USA und gab Konzerte unter Sir Colin Davis im New Yorker Lincoln Center und im Symphony Center Chicago.

€ 18,-

9.8.

€ 62,- 53,- 43,- 31,- 18,-

Das Brendel-Projekt II

Das Brendel-Projekt III

Alfred Brendel Rezitation Adrian Brendel Violoncello

Alfred Brendel Klavier

Joseph Haydn Lesung aus »Spiegelbild und schwarzer Spuk« mit Musik von Bach, Kurtág und Britten

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung »Alfred Brendel und George Nama – eine Künstlerfreundschaft« (Lübeck, St. Petri, 9.8. – 20.8., 11 – 17 Uhr)

»Are you Woody Allen?« wurde Alfred Brendel einst von einer alten Dame im New Yorker Museum of Modern Art gefragt. »Nicht, dass ich wüsste, sage ich, und mache mich unwillkürlich etwas kleiner. Mein Name ist Karl der Große«, so Brendels literarische Antwort auf die angesichts durchaus vorhandener Ähn-

Variationen f-Moll Hob. XVII :6 »Un piccolo divertimento« Wolfgang Amadeus Mozart Sonate F-Dur KV 533/ KV 494 Ludwig van Beethoven Sonate Es-Dur op. 27 Nr. 1 »Sonata quasi una fantasia« Franz Schubert Sonate B-Dur D 960

lichkeiten nicht ganz abwegige Frage. In seinen Gedichten zeigt sich der große Klavierphilosoph Alfred Brendel von einer ganz anderen Seite. Skurril-humorvoll und grotesk-absurd sind Brendels Texte, ein wenig schräg und bisweilen auch ironisch böse. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung mit Werken des 1939 in Pittsburgh geborenen Künstlers George Nama liest Alfred Brendel Gedichte aus »Spiegelbild und schwarzer Spuk«. Seine »Residency« wird Alfred Brendel am nächsten Tag mit einem Recital fortsetzen, wo er neben Werken von Haydn, Mozart und Beethoven mit Schuberts groß dimensionierter letzter Sonate B-Dur seine interpretatorische Meisterschaft erneut unter Beweis stellen wird. SK 4 In Kooperation mit dem St. Petri Kuratorium K 83 Gefördert durch ZOB – Flensburger Gesell-

Paul Lewis

Alfred Brendel

schaft für Außenwerbung

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10.8.

Plön

Hamburg

Nikolaikirche Sonntag 19 Uhr K 87

Laeiszhalle Freitag 20 Uhr K 80

8.8.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Das Brendel-Projekt IV

Ein eigenes Profil zu entwickeln, ist für Kinder berühmter Eltern nicht leicht. Die Etikettierung als »der Sohn von« wird man so schnell nicht los. Adrian Brendel, 1976 in London geboren, ist der Sohn von Alfred Brendel. Als erdrückend empfindet er diese Tatsache allerdings nicht, sondern als großes Glück. Immerhin war das Instrument seiner Wahl ja auch nicht

das Klavier, sondern das Cello, und da war allein Adrian der Meister. Gelernt hat Adrian Brendel von seinem Vater vor allem, »wie man trotz interpretatorischen Freisinns einen verbindlichen musikalischen Rahmen schafft«. 2004 brachten die beiden ihre erste gemeinsame CD auf den Markt, und dies gleich mit dem Gesamtwerk für Cello und Klavier von Papas »Komponisten-Gott« Beethoven. Häufiger als mit seinem Vater hört man Adrian Brendel jedoch mit dem britischen Pianisten Tim Horton. Horton war auf Vorschlag Alfred Brendels 2005 Stipendiat des Klavier-Festivals Ruhr und gab dort wenig später sein Debütkonzert. 1974 in Brighton geboren, machte er erstmals auf sich aufmerksam, als er 1995 kurzfristig für Alfred Brendel einsprang. Gesucht wurde für die beiden Konzerte mit dem City of Birmingham Symphony unter Sir Simon Rattle ein Pianist, der Schönbergs selten gespieltes Klavierkonzert im Repertoire hat. Tim Horton hatte es, und so kam der damals 21-Jährige zu zwei glanzvollen Konzerten in Birmingham und London.

Adrian Brendel

Tim Horton

Adrian Brendel Violoncello Tim Horton Klavier

Ludwig van Beethoven

Sonate für Klavier und Violoncello g-Moll op. 5 Nr. 2 Harrison Birtwistle Drei Stücke für Violoncello und Klavier Robert Schumann Adagio und Allegro op. 70 für Violoncello und Klavier Johannes Brahms Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 F-Dur op. 99

80

€ 78,- 66,- 50,- 32,- 20,- 10,-

Grande Dame des Gesangs Dame Kiri Te Kanawa Sopran Julian Reynolds Klavier

Programm wird später bekanntgegeben

»Wenn mich jemand fragt, wann meine Karriere begann, antworte ich: ›Am 1. Dezember 1971: Peng, da war ich – wie eine Leuchtrakete.‹« So Kiri Te Kanawa in einer Rückschau auf ihre glanzvolle Laufbahn. An jenem Dezemberabend hatte sie im Londoner Royal Opera House Covent Garden unter Sir Colin Davis eine überragende Gräfin in Mozarts »Le Nozze di Figaro« gegeben und war von der englischen Presse enthusiastisch gefeiert worden. In der Folgezeit wurde sie mit Angeboten überschüttet, und die großen Opernhäuser von Paris bis New York rissen sich um die junge neuseeländische Sängerin mit den Maori-Wurzeln. Geradezu vernarrt in die Sopranistin mit der exotischen Ausstrahlung waren Sir Colin Davis und ihr glühender Verehrer und Mentor Sir Georg Solti. Spätestens seit ihrem Auftritt anlässlich der Hochzeit von Prince Charles und Lady Diana wurde Kiri Te Kanawa zu einem medialen Superstar, dessen Fangemeinde weit über die Grenzen des Klassikpublikums hinausging. Ihre wachsende Popularität verdankte sich in hohem Maße der Tatsache, dass sie sich immer stärker der leichten Muse zuwandte. 1985 er-

schien ihr Album »Blue Skies«, auf dem sie mit amerikanischen Songs von Irving Berlin bis Cole Porter zu hören ist. CDs mit Songs von Gershwin und BroadwayMelodien folgten. Dame Kiri, der Liebling der britischen Royals und Neuseelands Stimme in der Welt, hat für 2008 ihren Rückzug von den internationalen Opern- und Konzertbühnen angekündigt. Und so wird sie im August erstmals und wohl zugleich letztmals im Rahmen des SHMF zu hören sein.

Dame Kiri Te Kanawa

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8.8.

Bordesholm

Meldorf

Klosterkirche Freitag 20 Uhr K 79

Dom Samstag 20 Uhr K 84

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Aufregend anders Dorothee Oberlinger Blockflöte Sonatori de la Gioiosa Marca

Antonio Vivaldi

Concerto F-Dur op. 10 Nr. 1 RV 433 »La Tempesta di Mare« Concerto g-Moll RV 157 Concerto B-Dur RV 163 »Conca« Concerto G-Dur RV 312 Concerto g-Moll op. 10 Nr. 2 RV 439 »La Notte« Sonate d-Moll op. 1 Nr. 12 RV 63 »La Follia« Concerto D-Dur op. 10 Nr. 3 RV 90 »Il Gardellino« Concerto G-Dur RV 151 »Alla rustica«

9.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Stürmische Unwetter, nächtliche Stimmungen und ländliche Feste – im Konzert der Sonatori de la Gioiosa Marca werden poetische Visionen Vivaldis zu hören sein, der wie kaum ein anderer Naturereignisse effektvoll in Szene setzen konnte. Während der Sturm in »La Tempesta di Mare« über das Meer tobt und man zu hören meint, wie der Wind in furiosem Tempo über die Wogen peitscht, entfaltet sich im Concerto »Alla rustica« zunächst eine ausgelassen-heitere Atmosphäre, bevor auch hier wieder die Naturgewalten einbrechen. Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger hat wesentlich zur steigenden Popularität ihres Instruments beigetragen und überzeugt mit ihren Interpretationen sowohl Alter als auch Neuer Musik Presse und Publikum: Dorothee Oberlinger »kann die Flöte der Inbrunst beten und Staccatogewitter entfesseln, sie knüpft Perlenketten und wirft sie aus zu Girlanden oder lässt die Funken fliegen, je nachdem«. So Karl Dietrich Gräwe in einer Rezension der 2007 erschienenen CD »Italian Sonatas«. Eine besonders enge und langjährige Zusammenarbeit verbindet Dorothee Oberlinger mit dem italienischen Alte-Musik-Ensemble Sonatori de la Gioiosa Marca. Die sieben Musiker aus den »Fröhlichen Marken«, die ihren Namen einem Landstrich in der Gegend um Treviso verdanken, begeistern seit 1983 durch ihr temperamentvolles und überaus virtuoses Spiel. K 84 Gefördert durch Unternehmerinitiative

Dorothee Oberlinger

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Wirtschaft und Musik

Wotersen Reithalle Samstag 13 Uhr MF 5A

9.8.

€ 18,- / erm. € 9,-

Samstag 18 Uhr MF 5B

Wotersen Reithalle Sonntag 11 Uhr MF 5C

10.8.

€ 18,- / erm. € 9,-

Sonntag 16 Uhr MF 5D

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

Tageskarte MF 5AB

Tageskarte MF 5CD

€ 32,- / erm. € 16,-

€ 32,- / erm. € 16,-

Ta n z m u s i k Musikfest auf Schloss Wotersen

Mit beschwingten Konzertprogrammen, die von höfischer Barockmusik über Wiener Walzerklänge bis zu Tango, Salsa und Csárdás reichen, bittet Schloss Wotersen zum »Tanzmusikfest«. Die Konzerte finden in der historischen Reithalle statt, die Teil der wunderschönen Gutsanlage ist. Als Kulisse für die Fernsehserie »Das Erbe der Guldenburgs« erlangte das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss Wotersen große Bekanntheit. Die Musikfeste auf dem Lande sind die familienfreundlichen Landpartien des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Kurzweilige Konzerte unterschiedlichster Couleur, das malerische Ambiente und ausgedehnte Pausen für Spaziergänge und Picknick im Grünen machen einen Besuch zum unverwechselbaren Erlebnis. Am Samstag ab 13 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr können die Besucher zwischen einer Halbtageskarte mit zwei einstündigen Konzerten und einer Tageskarte wählen oder das abwechslungsreiche Programm des ganzen Wochenendes genießen. Ein besonderes Angebot für Familien ist die Kindermusikwerkstatt, eine mobile Musikschule, in der der Publikumsnachwuchs im Alter zwischen 4 und 13 Jahren während der Programme A, C und D betreut und spielerisch an Musik herangeführt wird. Neu bei den Musikfesten ist der »Musikalische Nachschlag« am Samstagabend, direkt im Anschluss an das letzte Konzert: Bei Gesprächen und Live-Musik in der Gastronomiescheune können das Publikum, Musiker und Mitarbeiter den Musikfesttag entspannt ausklingen lassen.

Weitere Termine der Musikfeste auf dem Lande:

12./13.7. HafenCity Hamburg 19./20.7. Stocksee 26./27.7. Emkendorf 2./3.8. Pronstorf 16./17.8. Emkendorf Nähere Informationen zum Programm der Musikfeste auf dem Lande erhalten Sie Ende Mai unter: www.shmf.de/musikfeste

arko Kaffee & Confiserie, CITTI, Duckstein, Fürst Bismarck Mineralwasser und Sektkellerei Schloss Wachenheim sind Produktpartner der Musikfeste auf dem Lande

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9.8.

Lübeck

Kiel

Rendsburg

Lüneburg

Musik- und Kongresshalle Samstag 20 Uhr K 81

Schloss Sonntag 19 Uhr K 86

Christkirche Samstag 20 Uhr K 82

St. Michaelis-Kirche Sonntag 19 Uhr K 88

€ 84,- 73,- 54,- 39,- 20,-

Seelenzauber

10.8.

€ 84,- 73,- 54,- 39,- 20,-

Das legendäre Mariinsky-Theater, dessen Anfänge bis in die Zeit Peters des Großen reichen, wurde 1860 offiziell eröffnet. Seinen Namen verdankt es Maria Alexandrowna, der Gattin des damaligen Zaren Alexander II. Nahezu alle bedeutenden Opern und Ballette Glinkas, Mussorgskys, Rimsky-Korssakoffs und Tschaikowskys erlebten hier ihre Uraufführung, und auch Tschaikowskys fünfte Sinfonie wurde hier aus der Taufe gehoben. 1917 wurde das Haus in KirovTheater umbenannt, seit 1992 trägt es wieder seinen alten Namen. 1988

wurde Valery Gergiev Chefdirigent des Orchesters, seit 1996 leitet er das gesamte Theater, das seither deutlich an internationalem Ansehen gewonnen hat. Nach seinem triumphalen Gewinn beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb im Jahr 1998 hat sich Denis Matsuev schnell in der Weltelite der Pianisten etabliert. Mit seiner hochdifferenzierten Anschlagskultur, stupenden Technik und seiner grenzenlosen Kraft scheint er wie geschaffen für das ehrfurchteinflößende russische Repertoire. Acht CDs hat der 1975 in Irkutsk geborene Pianist bereits vorgelegt. Auf seiner neuesten, im November 2007 erschienenen CD ist er mit Werken Rachmaninoffs zu hören, darunter zwei erst kürzlich in russischen Archiven wiederentdeckte Stücke. Eingespielt hat Matsuev die Werke auf Rachmaninoffs Flügel in der Villa Hertenstein am Vierwaldstättersee. Als großen Augenblick in seinem Leben empfand Matsuev die Möglichkeit, die CD am Flügel jenes Komponisten einzuspielen, den er für den größten Klavierkomponisten des 20. Jahrhunderts hält.

Denis Matsuev

Valery Gergiev

Denis Matsuev Klavier Mariinsky Theatre Symphony Orchestra Valery Gergiev Dirigent

Sergei Rachmaninoff Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll op. 30 Peter I. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

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9.8.

€ 49,- 43,- 31,- 20,- 10,-

Barockpracht Christoph Prégardien Tenor Teilnehmer des Meisterkurses von Christoph Prégardien Schleswig-Holstein Festival Chor Orchestra Ensemble Kanazawa Rolf Beck Dirigent

Georg Friedrich Händel Alexander’s Feast HWV 75

»Dann kam Cäcilia, engelgleich, sie schuf der Tonkunst neues Reich, vereint die Stimmen zu dem vollen Chor, befreit von Fesseln den Gesang, verleiht ihm Kraft und hehren Klang, dass feierlich es klingt, wie nie gehört zuvor.« Die Heilige Cäcilie, jene frühchristliche römische Märtyrerin aus der Zeit der Christenverfolgung, in deren Lobpreis der Chor gegen Ende von Händels »Alexander’s Feast or The Power of Musick« einstimmt, ist die Schutzpatronin der Kirchenmusik. Ihr Gedenktag am 22. November wurde zumeist mit einem Gottesdienst begangen und gipfelte in einem großen abendlichen Konzert. Händel schrieb seine »Ode in Honour of St. Cecilia« – so der Untertitel des »Alexanderfestes« – Anfang 1736. Die Uraufführung fand am 19. Februar desselben Jahres im Londoner Covent Garden Theatre statt. Zusätzlich fügte Händel im ersten Teil ein Harfenkonzert ein und ließ den zweiten Teil mit einem Orgelkonzert enden. In der Pause erklang das Concerto grosso C-Dur HWV 318, das heute als »Con-

10.8.

€ 49,- 43,- 31,- 20,- 10,-

certo in Alexander’s Feast« bekannt ist. In Anwesenheit des Königs und der Prinzessin Amalia wohnten nach Angaben der Londoner Daily Post mindestens 1300 Personen der Aufführung bei. Den äußeren Rahmen bildet der Siegeszug Alexanders des Großen mit einem festlichen Bankett in der eroberten Stadt Persepolis. Das eigentliche Thema ist allerdings der Vortrag des Barden Timotheus, der durch die Macht der Musik die Affekte Freude, Erhabenheit, Stolz, Mitleid und Liebe erregt. Rolf Beck, künstlerischer Leiter der Chorakademie, studiert das prachtvolle Werk des Spätbarocks mit dem hochbegabten Sängernachwuchs des Festivalchors ein und lässt Händels Vorstellung von der »Macht der Musik« in den wunderschönen Kirchen von Rendsburg und Lüneburg Klang werden. K 88 Gefördert durch Toto-Lotto Niedersachsen GmbH

Rolf Beck

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9.8.

Pronstorf

Itzehoe

Flensburg

Kuhstall Samstag 20 Uhr K 85

St. Laurentii-Kirche Sonntag 19 Uhr K 89

Marineschule Mürwik Dienstag 20 Uhr K 93

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Solistentreffen Jerusalem Chamber Music Festival Ensemble

Erwin Schulhoff

Duo für Violine und Violoncello Johannes Brahms Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello a-Moll op. 114 Max Bruch Kol Nidrei d-Moll op. 47 für Violoncello und Klavier Paul Hindemith Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier

Jerusalem, Erbe der Menschheit und Heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime, ist das symbolische Zentrum des Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern. Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine »ewige, unteilbare Hauptstadt«, und die Palästinenser sehen im arabischen Ostteil die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Elena Bashkirova

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10.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Seit Jahrzehnten lebt die Stadt mit Anschlägen, einem gewaltigen Sicherheitsapparat und einer permanenten Bedrohungsszenerie. Anders als im pulsierenden Wirtschaftszentrum Tel Aviv, droht die Kultur in Jerusalem immer mehr zu verschwinden. In der erklärten Absicht, Musik dort hinzubringen, wo sie nötig ist, initiierte Elena Bashkirova hier 1998 das Jerusalem Chamber Music Festival. Alljährlich im September finden sich nun die Größen der internationalen Klassikszene in Jerusalem ein, um zwei Wochen lang einem nach Kultur dürstenden Publikum Kammermusik auf Spitzenniveau zu bieten. Mischa Maisky, Lang Lang, Julia Fischer, Gidon Kremer, Nobuko Imai, Yefim Bronfman, Baiba Skride – sie alle konnte Elena Bashkirova bereits für ihr Festival gewinnen. Ensembles des Festivals geben anschließend Konzerte in den USA und Europa und tragen so den Gedanken, herausragende Solisten in kammermusikalischem Spiel zu vereinen, in die Welt hinaus. Zum Festival kommt Elena Bashkirova, die große russische Pianistin und Ehefrau von Daniel Barenboim, mit dem Solo-Klarinettisten der Berliner Philharmoniker Karl-Heinz Steffens, dem SoloCellisten der Staatskapelle Berlin Claudius Popp und der kroatisch-japanischen Geigerin Latica Honda-Rosenberg.

12.8.

€ 28,- 23,- 16,-

Geigenwunder Alexandra Soumm Violine Aimo Pagin Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart

Sonate für Klavier und Violine G-Dur KV 301 Sergei Prokofieff Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 D-Dur op. 94a Ernest Chausson Poème für Violine und Klavier Es-Dur op. 25 Witold Lutosl⁄ awski Subito für Violine und Klavier Georges Bizet / Franz Waxman Carmen-Fantasie für Violine und Klavier

Alexandra Soumm, 1989 in Russland geboren und in Frankreich aufgewachsen, erhielt mit fünf Jahren den ersten Geigenunterricht bei ihrem Vater, zwei Jahre später spielte sie bereits ihr erstes Konzert in der Ukraine, bald trat sie in Deutschland, Österreich und Frankreich auf. Seit 2000 studiert sie als Jungstudentin am Wiener Konservatorium bei Boris Kuschnir. Mit gerade 15 Jahren gewann sie den 1. Preis des Concours Eurovision des Jeunes Musiciens, der ihre ohnehin rasante Karriere weiter antrieb. Als Solistin ist sie bereits mit so renommierten Klangkörpern wie dem Russian National Orchestra, dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem St. Petersburg Philharmonic und dem Israel Philharmonic aufgetreten. Ihren

schnellen Aufstieg verdankt Alexandra Soumm nicht nur ihrer brillanten Technik, sondern ihren immens ausdrucksstarken Interpretationen, die die Kritiker, wie hier Hervé Gallien, begeistert kommentieren: »Mit Schlichtheit und verblüffender Natürlichkeit, mit höchst nuancierten Klangfarben und ausdrucksvoller Phrasierung berührt Alexandra Soumm ihr Publikum ebenso wie mit einer makellosen Technik, blütenzarter Empfindsamkeit und einem zauberhaft luftigem Klang, wie er nur selten im Konzertsaal zu hören ist – und dies voll offenherziger Glückseligkeit.«

Alexandra Soumm

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12.8.

Ahrensburg

Hamburg

Kiel

Marstall Dienstag 20 Uhr K 94

St. Johannis, Kulturkirche Altona Dienstag 20 Uhr K 91

Petruskirche Mittwoch 20 Uhr K 96

Abendempfindung Christoph Prégardien Tenor Michael Gees Klavier

Mozart, Schubert, Schumann, Brahms, Wolf, Mahler u.a.

Christoph Prégardien

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12.8.

€ 39,- 31,- 21,-

In einer seiner innigsten Liedkompositionen, der nur wenige Wochen nach dem Tod des Vaters entstandenen »Abendempfindung«, gestaltet Mozart das friedlich-schöne Naturbild der gerade untergegangenen Sonne und des silbern strahlenden Mondes als Metapher des vergehenden Lebens. Die am Grab geweinten Liebestränen des Ich-Erzählers, der wehmütig seinen eigenen Tod vorausahnt, verknüpfen sich hier mit jenen »höheren Sphären«, in denen alle Natur wieder eins wird und auch alle Liebenden sich wiederzufinden hoffen. Liebe, Nacht und Tod, Melancholie, Weltschmerz und Todessehnsucht – das sind zentrale Topoi der deutschen Romantik und bevorzugte Themen deutscher Komponisten des 19. Jahrhunderts. Unter dem Titel »Zwischen Leben und Tod« hat der große deutsche Tenor Christoph Prégardien ein Programm zusammengestellt, das sich ganz diesem Themenkreis widmet. Elf verschiedene Komponisten kommen »zu Wort« und lassen so ein vielfältiges Bild menschlicher Seelenempfindungen entstehen. »Liedgesang«, sagt Christoph Prégardien, »handelt von den großen emotionalen Erfahrungen: Liebe, Tod, Sehnsucht, Einsamkeit. Alles das gibt es heute auch – aber die Leute reden nicht darüber, tauschen sich nicht darüber aus. Mich interessiert nicht, dass jemand sagt: ›Sie haben so ’ne schöne Stimme.‹ Ich will die Leute auf einer emotionalen Ebene erreichen. Das ist es, was mir wichtig ist.«

€ 18,-

Folklore und Avantgarde Dmitri Pokrovsky Ensemble

Wladimir Martynow

Nacht in Galizien Igor Strawinsky Vier russische Bauernlieder Berceuses du chat (Katzenwiegenlieder) Pribaoutki (Scherzlieder) Alexander Raskatow Voices of Frozen Land Sergej Berinski Motette »Für den 7.12.88« Traditionelle Gesänge Russlands

Als durch die Politik der Kollektivierung neben den alten Lebensformen und Traditionen der Dorfgemeinschaften auch die ländliche Musik verschwand, gründete Dmitri Pokrovsky ein Vokalensemble, reiste durch Russland und sammelte traditionelle Lieder und Tänze. Auf diese Weise erarbeitete sich das Ensemble ein gewaltiges Repertoire, das von mitreißenden Gesängen der Kosaken im Süden des Landes bis zu melancholischen Liedern der dunklen Nordregionen reicht. Als »lebendes Labor« bewahren die Sänger, über Pokrovskys Tod im Jahr 1996 hinaus, nicht nur Musik und Tänze der verschiedenen ethnischen Gruppen, sondern auch deren religiöse Rituale und Trachten. In seiner direkten und authentischen Art der Wiedergabe traditionellen Liedguts begeistert das Ensemble sein Publikum in aller Welt: »[Die] Musik scheint so tief

13.8.

€ 18,-

wie die russische Seele und so gewaltig wie die Weite Russlands. Die ausgelassene Stimmung, die durch das Ensemble hervorgerufen wurde, war so ansteckend, dass sie auf das Publikum übersprang. Am Ende mehrerer Vorstellungen in Boston verließen die Zuhörer tanzend den Saal.« So die Washington Post. Neben der Bewahrung des Alten steht für die Gruppe die Entdeckung des Neuen, und so erklingen neben traditionellen Liedern in den Konzerten des Dmitri Pokrovsky Ensembles immer wieder auch Stücke zeitgenössischer Komponisten. Mit dieser Gegenüberstellung sehr alter und sehr moderner Musik eröffnen sich neue Klangwelten, die die Konzerte zu einem unvergleichlichen Erlebnis werden lassen.

Dmitri Pokrovsky Ensemble

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13.8.

Rellingen

Großenaspe

Reinbek

Kirche Mittwoch 20 Uhr K 95

Hof Bissenbrook Donnerstag 20 Uhr K 98

Schloss Donnerstag 19 Uhr K 97

€ 39,- 34,- 27,- 19,- 10,-

14.8.

€ 35,- 30,- 24,- 17,-

Meisterhaft ausbalanciert

14.8.

€ 10,-

Verleihung des Paul Hindemith-Preises 2008

Szymanowski Quartett Oleg Maisenberg Klavier

Sergei Rachmaninoff Streichquartett Nr. 1 g-Moll (Fragment) Peter I. Tschaikowsky Streichquartett Nr. 1 D-Dur op. 11 Johannes Brahms Klavierquintett f-Moll op. 34

Seit zwanzig Jahren lebt er in Wien, geboren wurde er in Odessa. Wie viele russische Künstler von Rang kehrte Oleg Maisenberg seiner damals noch sowjetischen Heimat den Rücken und ließ sich im Westen nieder. Bereut hat er diesen Schritt nie, seine Wahlheimat Wien begeisterte ihn vom ersten Tag an, nur eins vermisst er gelegentlich: »die russische Art, Gespräche zu führen und zu philosophieren, dieses sehr Tiefgründige, Grüblerische, Misstrauische, Pessimistische, Intensive«. Als slawische See-

Szymanowski Quartett

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Oleg Maisenberg

lenverwandte Maisenbergs kann man sicherlich die vier Streicher des Szymanowski Quartetts bezeichnen. Die jungen Polen spielen faszinierend leidenschaftlich, klanglich meisterhaft ausbalanciert und technisch brillant. »Dem Klang nach zu urteilen, scheinen sie ihre Saiten weniger zu streichen als vielmehr mit Seide zu polieren. Und ihr Spiel wirkt wie aus einem einzigen gemeinsamen Empfinden entstanden«, so ein Kritiker der Times. Nach mehr als 25 Jahren im Westen verspürt Oleg Maisenberg verstärkt das Bedürfnis, sich mit seinen russischen Wurzeln zu beschäftigen. In der Saison 2004/05 gab er anlässlich seines 60. Geburtstages neun Konzerte im Wiener Konzerthaus, in deren Mittelpunkt russische Komponisten standen. Die Achse Wien – Russland manifestiert sich auch im Programm der fünf Künstler: mit dem Fragment gebliebenen ersten Streichquartett Rachmaninoffs, dem zart-lyrischen D-Dur-Quartett Tschaikowskys und dem gewaltigen Klavierquintett des Wahl-Wieners Brahms.

Der Paul Hindemith-Preis wird seit 1990 alljährlich im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen. Mit dem Preis sollen herausragende zeitgenössische Komponisten gefördert werden. Zugleich erinnert die Auszeichnung an das musikpädagogische Wirken Paul Hindemiths, der 1932 im Auftrag der Staatlichen Bildungsanstalt Plön die Komposition »Plöner Musiktag« schrieb. Zu den Preisträgern der letzten Jahre zählen Olga Neuwirth (1999), Matthias Pintscher (2000), Thomas Adès (2001), Jörg Widmann (2002), Rebecca Saunders (2003), Jörn Arnecke (2004), Lera Auerbach (2005), Michel van der Aa (2006) und Dai Fujikura (2007). Das Preisgeld von 20.000,- Euro wird von der Hindemith-Stiftung (Blonay/ Schweiz) und den drei Hamburger Stiftungen Rudolf und Erika Koch-Stiftung, Walther und Käthe Busche-Stiftung und Gerhard Trede-Stiftung getragen.

Lera Auerbach

Michel van der Aa

Dai Fujikura

91


14.8.

Bad Oldesloe

Meldorf

Lübeck

Peter-Paul-Kirche Donnerstag 20 Uhr K 99

Dom Freitag 20 Uhr K 102

Musik- und Kongresshalle Freitag 20 Uhr K 101

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Sing and swing Chanticleer

Palestrina, Byrd, Desprez, Mahler, Barber u. a. Folk, Jazz und Gospel

»Als ihr leuchtender Klang zur hochgewölbten Decke emporschwebte, klangen die zwölf Stimmen wie ein himmlischer Chor, der die Macht der Musik bejubelt. In sorgfältig abgestimmter Intonation entfaltet sich ein klares, fließendes Stimmgewebe mit ätherisch feiner Klangfarbe und von wunderbarer klanglicher Homogenität, für die Chanticleer zu Recht gefeiert wird.« So die Chicago Tribune über ein Konzert der in San Francisco beheimateten Vokalgruppe Chanticleer. Das zwölfköpfige Ensemble, das nach dem wunderbar klar singenden Hahn der Erzählung »The Nun’s Priest’s Tale« aus den »Canterbury Tales« von Geoffrey Chaucer benannt ist, feiert diese Saison sein 30-jähriges Bestehen. Kompositionen aus der Renaissance interpretieren die Sänger ebenso souverän wie Folk-, Jazz- oder Gospelstücke. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Schaffens liegt in der Aufführung zeitgenössischer Vokalmusik, so finden sich auch zahlreiche Werke führender Komponisten unserer Zeit, wie etwa David Conte, Sir John Tavener, Steven Sametz oder Morton Gould in ihrem Repertoire. Aufgrund ihrer unvergleichlich reichen Klangpa-

92

15.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

lette und ihrem gewaltigen Stimmumfang, der vom tiefsten Bass bis zum Sopran reicht, werden sie auch als »Orchester der Stimmen« bezeichnet. Insgesamt veröffentlichte die Gruppe bisher 31 CDs, die mit drei Grammys ausgezeichnet wurden. Als erstes Vokalensemble wurde Chanticleer für das Jahr 2008 im Rahmen des Musical America Award zum »Ensemble of the Year« gekürt.

Chanticleer

15.8.

€ 58,- 50,- 40,- 28,- 16,-

Die große Nacht des Schlagzeugs Martin Grubinger Schlagzeug NDR Radiophilharmonie John Axelrod Dirigent

Xenakis, Koppel, Gruber, Wallin, Dorman, Abe und Hartl

Martin Grubinger trommelt und wirbelt, jongliert mit Schlägeln und Sticks und lotet die Möglichkeiten der über 200 verschiedenen Percussioninstrumente bis in die Extreme aus. Er lässt die Stöcke auf Membranen prasseln und in atemberaubender Geschwindigkeit über das Marimba tanzen, entfacht in höchster Konzentration das reinste TrommelGewitter und ist immer in Bewegung – vier Stunden lang. 2006 brachte Martin Grubinger mit seinem spektakulären »Percussion Showdown« die Wände des altehrwürdigen Wiener Musikvereins zum Wackeln, in diesem Jahr wird der junge »Schlagzeugverrückte«, wie er sich selbst nennt, dieses eigentlich als einmaliges Projekt gedachte Konzert ein letztes Mal beim SHMF wiederholen. Martin Grubinger möchte auf diese Weise dem Publikum zeitgenössische Musik in einer »sehr intensiven Dosis« näherbringen – und begibt sich dabei in eine physisch und psychisch extreme Grenzsituation. Um das Marathonkonzert, das er komplett auswendig spielt, absolvieren zu können, bereitet sich der junge Schlagzeuger wie ein Leistungs-

sportler vor und trainiert unter sportmedizinischer Aufsicht. Das Schlagwerk sei möglicherweise das Instrument des 21. Jahrhunderts, meint der Preisträger des von der Sparkassen-Finanzgruppe gestifteten Leonard Bernstein Award 2007 und »Artist in Residence« des diesjährigen SHMF. Welch faszinierende Facetten und Klangspektren Percussioninstrumente bieten, wird nicht nur bei diesem gewaltigen Konzertmarathon, sondern auch bei Grubingers Hamburger Konzert am 19. Juli (K 23, s. S. 42) hör- und sichtbar werden. Schlaginstrumente selbst ausprobieren können interessierte Jugendliche bei dem von Martin Grubinger geleiteten »Workshop der Kulturen«, der am 17. und 18. Juli in der Lübecker Musikhochschule stattfindet und dessen Ergebnisse in einem Konzert am 20. Juli in Lübeck (K 26, s. S. 43) vorgestellt werden.

Martin Grubinger

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15.8.

Wotersen

Elmshorn

Salzau

Reithalle Freitag 20 Uhr K 100

Reithalle Samstag 20 Uhr K 103

Konzertscheune Samstag 20 Uhr K 104

€ 49,- 43,- 31,- 20,-

16.8.

€ 49,- 43,- 31,- 20,-

16.8.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Altenhof

17.8.

Kuhhaus Sonntag 19 Uhr K 105 € 49,- 43,- 31,- 20,- 10,-

Hommage an die Heimat Mischa Maisky Violoncello Lily Maisky Klavier

Michail Glinka

Ich erinnere mich des zauberhaften Augenblicks Peter I. Tschaikowsky Wiegenlied op. 16 Nr. 1 Trunkene Nächte op. 60 Nr. 6 Nacht op. 60 Nr. 9 Anton Rubinstein Romanze. Nacht op. 44 Nikolai Rimsky-Korssakoff Die Nymphe op. 56 Nr. 1 Östliche Romanze. Die Rose und die Nachtigall op. 2 Nr. 2 César Cui Der verbrannte Brief op. 33 Nr. 4 Alexander Glasunow Der Wunsch op. 60 Nr. 2 Sergei Rachmaninoff Sing nicht, du Schöne, in meiner Gegenwart op. 4 Nr. 4 Hier ist es schön op. 21 Nr. 7 Vocalise op. 34 Nr. 14 Dmitri Schostakowitsch Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40

»In der Abenddämmerung phantasierte ich gern auf dem Klavier. Schukowskis sentimentale Poesie gefiel mir außerordentlich und rührte mich zu Tränen. Überhaupt bin ich als Jüngling recht romantisch gewesen und habe gern süße Tränen der Rührung vergossen.« Was

94

Jazz aus der Steppe Glinka hier über die Zeit seiner ersten Romanzen-Komposition äußert, trifft den Kern dieser spezifisch russischen Form des Kunstliedes. Bevorzugte Themen der russischen Romanze sind Sentimentalität, Traurigkeit, Abschied, Trennung, Einsamkeit. Die ersten Romanzen entstehen Mitte der 1820er Jahre, zeitgleich also zu den ersten großen Werken der russischen Literatur. In ihnen formt sich erstmals ein national-russischer Ton, eine Färbung, die all das enthält, was wir der »russischen Seele« zuschreiben. Nur sehr selten findet sich die russische Romanze auf Programmen westlicher Liederabende. So bedurfte es erst eines Weltklassecellisten, um die musikpoetischen Kleinode auch außerhalb Russlands bekannt zu machen. Mischa Maisky hat die Lieder weitgehend selbst arrangiert und bringt sie nun, begleitet von seiner Tochter Lily, auf seinem wunderbaren Montagnana-Cello von 1730 »zum Singen«.

Mischa Maisky und Lily Maisky

Moscow Art Trio

»Da jagt die transsibirische Eisenbahn durch die Taiga, stieben die Funken, lachen die Menschen, gackern die Hühner, da keucht’s und kreucht’s und fleucht’s, dass es nur so eine Lust ist, ein lautmalerisches Bild des Lebens, zart und derb, wie es nicht farbenprächtiger gemalt werden könnte.« So beschreibt Tobias Böcker im Jazzpodium die Musik des Moscow Art Trio. Mitreißende Stücke jenseits der Genregrenzen von Folklore, Jazz und Klassik, doch auch leise Töne, melancholische Melodien und verträumte Improvisationen erklingen, wenn die drei Musiker ihre Instrumente auspacken. Mikhail Alperin, der Gründer des Ensembles, will in seiner Musik vor allem eins: Geschichten erzählen. Dazu mischt er verschiedenste Musikrichtungen und kreiert daraus etwas unerhört Neues und Aufregendes. Genauso ungewöhnlich wie die Musik ist die Besetzung des 1990 gegründeten Trios mit Klavier, Waldhorn bzw. Flügelhorn, Klarinette, Stimme und russischen Folkloreinstrumenten. Während das Trio in der Vergangenheit überwiegend auf traditionelle Texte zurückgriff, verfasst Sergey Starostin nun selbst die Texte zu Alperins Kompositionen. Arkady Shilkloper war zu Zeiten der Sowjetunion Mitglied im Orchester des Bolschoi-Theaters sowie des Moscow Philharmonic Orchestra und gilt als einer der besten Hornis-

ten der Welt. Nach einer längeren Pause veröffentlichten die drei Musiker 2006 ihre neue CD »Instead of Making Children«, auf der sie in perfekt aufeinander abgestimmtem Zusammenspiel mit lyrisch-expressiven Klängen eine wunderbar poetische Atmosphäre schaffen, die Kritiker wie Hörer bezauberte. In Zusammenarbeit mit JazzBaltica

Moscow Art Trio

95


16.8.

Emkendorf Scheune

Emkendorf Scheune

Kiel

Hamburg

Samstag 13 Uhr MF 6A

Sonntag 11 Uhr MF 6C

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

Schloss Samstag 20 Uhr K 90

Laeiszhalle Sonntag 19 Uhr K 92

Samstag 18 Uhr MF 6B

17.8.

Sonntag 16 Uhr MF 6D

€ 18,- / erm. € 9,-

€ 18,- / erm. € 9,-

Tageskarte MF 6AB

Tageskarte MF 6CD

€ 32,- / erm. € 16,-

€ 32,- / erm. € 16,-

M i t P a u k e n u n d Tr o m p e t e n

16.8.

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

Von russischer Seele

Musikfest auf Gut Emkendorf

Mit Pauken und Trompeten enden die diesjährigen Musikfeste auf dem Lande auf Gut Emkendorf. Das Publikum erwartet festlich-fetzige Blechbläsermusik und virtuose Trommelwirbel ebenso wie Werke, die den Klanggestus dieser Instrumente thematisch aufgreifen. Das Gut Emkendorf ist eingebettet in einen riesigen englischen Park und blickt auf eine 800-jährige Geschichte zurück. In seiner heutigen Gestalt gehört das Herrenhaus zu den schönsten frühklassizistischen Bauwerken des Landes. Die Musikfeste auf dem Lande sind die familienfreundlichen Landpartien des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Kurzweilige Konzerte unterschiedlichster Couleur, das malerische Ambiente und ausgedehnte Pausen für Spaziergänge und Picknick im Grünen machen einen Besuch zum unverwechselbaren Erlebnis. Am Samstag ab 13 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr können die Besucher zwischen einer Halbtageskarte mit zwei einstündigen Konzerten und einer Tageskarte wählen oder das abwechslungsreiche Programm des ganzen Wochenendes genießen. Ein besonderes Angebot für Familien ist die Kindermusikwerkstatt, eine mobile Musikschule, in der der Publikumsnachwuchs im Alter zwischen 4 und 13 Jahren während der Programme A, C und D betreut und spielerisch an Musik herangeführt wird. Neu bei den Musikfesten ist der »Musikalische Nachschlag« am Samstagabend, direkt im Anschluss an das letzte Konzert: Bei Gesprächen und Live-Musik in der Gastronomiescheune können das Publikum, Musiker und Mitarbeiter den Musikfesttag entspannt ausklingen lassen.

Tatiana Pavlovskaya Sopran Vsevolod Grivnov Tenor Sergei Leiferkus Bass Chamber Choir of the Moscow Conservatory Schleswig-Holstein Festival Chor Schleswig-Holstein Festival Orchester Mikhail Pletnev Dirigent

Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 15 A-Dur op. 141 Sergei Rachmaninoff

Die Glocken. Poem für Soli, Chor und Orchester op. 35

Weitere Termine der Musikfeste auf dem Lande:

12./13.7. HafenCity Hamburg 19./20.7. Stocksee 26./27.7. Emkendorf 2./3.8. Pronstorf 9./10.8. Wotersen

17.8.

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,- 10,-

»Mein ganzes Leben über fand ich Gefallen an den unterschiedlichen Stimmungen und der Musik freudig schlagender und traurig läutender Glocken«, erinnerte sich Sergei Rachmaninoff in einer autobiographischen Skizze. Im Sommer 1912 war Rachmaninoff auf Edgar Allan Poes Gedichtzyklus »The Bells« in der russischen Übertragung von Konstantin Balmont aufmerksam geworden und hatte sogleich mit der Vertonung des Textes begonnen. In vier Sätzen befasst sich das vokal-sinfonische Poem mit den vier Lebensaltern des Menschen, symbolisiert durch silberne Schlittenglocken, goldene Hochzeitsglocken, bronzene Feuerglocken und eiserne Totenglocken. In westeuropäischen Konzertsälen ist das klangprächtige und zutiefst russische Werk, das Rachmaninoff selbst für sein bestes hielt, nur äußerst selten zu hören. Für das große gemeinsame Projekt der Chorakademie und der Orchesterakademie konnte mit dem russischen Pianisten, Komponisten und Dirigenten Mikhail Pletnev ein ausgewiesener Rachmaninoff-Spezialist und Kenner der russischen Musiktradition gewonnen werden. K 92 Gefördert durch Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG

Nähere Informationen zum Programm der Musikfeste auf dem Lande erhalten Sie Ende Mai unter: www.shmf.de/musikfeste

arko Kaffee & Confiserie, CITTI, Duckstein, Fürst Bismarck Mineralwasser und Sektkellerei Schloss Wachenheim sind Produktpartner der Musikfeste auf dem Lande

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Mikhail Pletnev

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17.8.

Pronstorf

Haseldorf

Kuhstall Sonntag 19 Uhr K 106

Rinderstall Sonntag 19 Uhr K 107

P a r l i e r e n m i t d e m Te u f e l Dominique Horwitz Rezitation Arte Ensemble

Erwin Schulhoff

Suite für Kammerorchester (Fassung für Kammerensemble von Andreas N. Tarkmann) Igor Strawinsky L’histoire du soldat

»Die Idee zur ›Geschichte vom Soldaten‹ kam mir im Frühjahr 1917«, so Igor Strawinsky in seinen »Erinnerungen«. »Der Gedanke, ein dramatisches Spektakel für ein ›théâtre ambulant‹, eine Wanderbühne, zu schreiben, hatte sich mir aber schon des Öfteren seit Kriegsanfang aufgedrängt. Die Art der Arbeit, die mir dabei vorschwebte, durfte nur ein kleines Ensemble von Mitwirkenden erfordern, um Vorführungen auf einer Tournee durch Schweizer Dörfer zu gestatten. Das Stück sollte außerdem einfach in der Handlung sein, um leicht verständlich zu bleiben. Ich fand mein Thema in einer von Afanasjews Erzählungen vom Soldaten und dem Teufel.« Fernab der Heimat, im Schweizer Exil wurde die russische Volkspoesie für Strawinsky zu einer außerordentlichen Quelle der Inspiration. Und auch den mit ihm befreundeten Schweizer Literaten Charles Ferdinand Ramuz fesselte der Legendenkreis um den Soldaten und den Teufel, der auf dem Weg in sein Heimatdorf einen Handel mit dem

98

17.8.

€ 35,- 27,- 19,- 10,-

Teufel eingeht. Der Soldat verkauft seine Geige, mit der er sich in die Herzen der Menschen spielen kann, für ein Zauberbuch, mit dessen Hilfe er reich werden soll. Dies gelingt, doch leider muss der Soldat feststellen, dass der Reichtum ihn nicht glücklich macht. Denn wer sich dem Teufel verschrieben hat, kann nicht lieben und sich an niemand anderen binden. Strawinsky schrieb seine »L’histoire du soldat« für einen Sprecher, zwei Schauspieler, einen Tänzer und sieben Instrumentalisten. Dominique Horwitz, der große deutsch-französische Schauspieler und Sänger, wird alle drei Sprechrollen zugleich verkörpern und so erneut seine überragende Darstellerkunst unter Beweis stellen. Gefördert durch brand eins Wirtschaftsmagazin

Dominique Horwitz

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Shootingstar Nikolai Tokarew Klavier

Franz Schubert

Moments musicaux op. 94 D 780 Wolfgang Amadeus Mozart Sonate F-Dur KV 533/ KV 494 Peter I. Tschaikowsky Nussknacker-Suite (für Klavier bearbeitet von Mikhail Pletnev) Modest Mussorgsky Eine Nacht auf dem kahlen Berge (für Klavier bearbeitet von Igor Khudoley)

Nikolai Tokarew hat ein Faible für Klaviertranskriptionen von Orchesterwerken und ähnelt darin den Tastenlöwen des 19. Jahrhunderts, die gleichfalls mit Vorliebe virtuose Opernparaphrasen zum Besten gaben. Und doch sind es eher die kleinformatigen Werke wie Schuberts »Moments musicaux« oder Schumanns »Kinderszenen«, deren staunenswert reife Ausdeutung Tokarew aus der breiten Masse technisch brillanter Pianisten hervorheben lässt. Schlicht und unspektakulär kommt seine Ausdeutung von Schuberts »Moments musicaux« auf der 2007 bei Sony BMG erschienenen Debüt-CD daher, und doch lassen gerade diese sechs Miniaturen aufhorchen. Hochmusikalisch und sensibel gestaltet Tokarew die zu Seelenlandschaften verdichteten pianistischen Kleinode und zeigt, über welch tiefes musikalisches Verständnis er bereits heute verfügt. Geboren wurde Nikolai

Tokarew 1983 in Moskau. Als Sechsjähriger gab er sein Debüt mit Mendelssohns erstem Klavierkonzert, erste Auslandserfolge feierte er Ende der 1990er Jahre in Japan, wo der attraktive und wie ein Star der Pop- und Rockszene daherkommende Moskauer schnell Kultstatus gewann. Seit der Saison 2000/01 tritt er regelmäßig in europäischen Konzertsälen auf und konnte sich schnell als einer der faszinierendsten Pianisten seiner Generation etablieren. Gefördert durch Firmengruppe Frank

Nikolai Tokarew

99


19.8.

Lübeck

Kiel

Stade

Musik- und Kongresshalle Dienstag 20 Uhr K 109

Schloss Dienstag 20 Uhr K 108

Stadeum Mittwoch 20 Uhr K 110

19.8.

€ 62,- 43,- 35,- 26,- 17,-

€ 58,- 50,- 40,- 28,- 16,-

20.8.

€ 49,- 43,- 31,- 20,-

Timmendorfer Strand

21.8. Puccini zum 150. Geburtstag Nicole Cabell Sopran Miroslav Dvorsky Tenor NDR Radiophilharmonie Paolo Carignani Dirigent

Giacomo Puccini

aus »Manon Lescaut«, »Tosca«, »Turandot«, »Madame Butterfly«, »La Bohème« u.a.

In der Oper, so der Philosoph Theodor W. Adorno, transzendiere der Bürger zum Menschen. Die großen elementaren Gefühle im Spannungsfeld von Liebe und Hass hat keine andere Kunstform so zwingend zum Ausdruck gebracht wie die Oper. Giacomo Puccini, dessen Geburtstag sich 2008 zum 150. Mal jährt, gehörte zu den letzten Vertretern einer italienischen Operntradition, welche durch die orphische Zauberkraft des Gesangs bis heute die Menschen berührt. Der am 22. Dezember 1858 in Lucca geborene Komponist schaffte

seinen Weltruhm mit Werken wie »La Bohème«, »Tosca« oder »Madame Butterfly«, wobei es oft die gesellschaftlichen Außenseiter waren, die er ins Handlungszentrum seiner Opern stellte. Doch die leidenschaftliche Liebe, die Verzweiflung, der Schmerz und die Trauer, von der sie sangen, gehören zu den allgemeinen menschlichen Grunderfahrungen. Zwei der renommiertesten Opernsänger unserer Zeit, die junge amerikanische Sopranistin Nicole Cabell und der tschechische Tenor Miroslav Dvorsky, der bereits im letzten Jahr gemeinsam mit Grace Bumbry die Herzen der Opernliebhaber beim SHMF eroberte, singen zu Ehren Puccinis eine Auswahl seiner schönsten Arien und Duette. Paolo Carignani wird als sublimer Kenner der italienischen Oper die NDR Radiophilharmonie leiten und auch mit einigen Orchesterzwischenspielen die ergreifende Wirkung von Puccinis farbenreichem Kompositionsstil präsentieren.

€ 45,- 38,- 29,- 19,-

Cinema & Comedy Igudesman und Joo Aleksey Igudesman Violine und

Comedian Richard Hyung-ki Joo Klavier und

Comedian Kremerata Baltica Gidon Kremer Violine und Leitung

Bach, Mozart, Schostakowitsch u.a. Filmmusik von Herrmann, Rota, Morricone u.a.

Gefördert durch Radisson SAS Senator Hotel Lübeck

Niendorf, Evers-Werft Donnerstag 20 Uhr K 113

Gidon Kremer

Sie sind bereit, die nackte Wahrheit über eine CD-Einspielung zu hören? Wollten Sie wirklich wissen, was Solisten und Dirigenten übereinander denken? Würden Sie gerne erfahren, wie Wettbewerbe tatsächlich entschieden werden? Alles, was Sie schon immer über klassische Musik und ihre Interpreten wissen wollten, aber nie zu fragen wagten, all dies könnte hier enthüllt und verraten werden. Erleben Sie den »Horror« eines typischen Musikeralltags in ergreifenden Episoden um Aufstieg und Fall eines Musikers, die Ihnen die Tränen in die Augen treiben werden – vor Lachen. Viele dieser Geschichten haben mehr oder weniger entfernt mit biographischen Erfahrungen Gidon Kremers zu tun, der, obwohl er sein Leben ganz und gar vor allem der Musik gewidmet hat, eine übergroße Leidenschaft für Kino, Komödie, Zirkus und Kabarett hegt. Gemeinsam mit den Comedians Igudesman und Joo und seiner Kremerata Baltica gibt er einen gleichermaßen ironisch-scharfen wie vergnügt-heiteren Einblick in die Welt der klassischen Musik. K 108 Gefördert durch Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik K 113 Gefördert durch Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH

Nicole Cabell

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Miroslav Dvorsky

Igudesman und Joo

101


20.8.

Eutin

Föhr, Boldixum

Bordesholm

Theater am Schloss Mittwoch 20 Uhr K 112

St. Nicolaikirche Mittwoch 20 Uhr K 111

Klosterkirche Donnerstag 20 Uhr K 114

Musik am Zarenhof Musica Petropolitana

Baldassare Galuppi

Sinfonia D-Dur für Streicher und B.c. Anton Ferdinand Titz Sonate f-Moll für Cembalo und Violine Iwan Chandoschkin Variationen c-Moll über das russische Lied »Ich verliere das, was ich liebe« für Violine und B.c. Ignaz Pleyel Duo C-Dur für Violine und Viola Dimitrij Bortniansky Konzert D-Dur für Cembalo und Streicher Antonio Vivaldi Sonate B-Dur für zwei Violinen RV 77 Sonate a-Moll für Violoncello und B.c. RV 44 Dario Castello Sonata terza G-Dur für zwei Violinen und B.c. Sonata quarta d-Moll für zwei Violinen und B.c. Antonio Vivaldi Sonate d-Moll für zwei Violinen und B.c. op. 1 Nr. 12 RV 63 »La Follia«

Mit seinen über 400 Brücken und zahlreichen Kanälen wird Sankt Petersburg auch als das »Venedig des Nordens« bezeichnet. Peter der Große veranlasste den Bau der Stadt, und nach der Grundsteinlegung 1706 wuchs sie schnell auf einer Insel im Newa-Mündungsdelta empor. Das höfische Musikleben erlebte seine Blütezeit während der Regent-

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20.8.

€ 35,- 27,- 19,-

schaft von Katharina der Großen, die am kulturellen Leben ihrer Zeit sehr interessiert war und eine Reihe von erstklassigen Komponisten an den Zarenhof brachte. Auf diese Weise kam auch der venezianische Komponist Baldassare Galuppi 1765 nach Russland, wo er bis 1768 Hofkomponist war. Zur selben Zeit hielten sich die russischen Komponisten Iwan Chandoschkin und Dimitrij Bortniansky am Hof auf, deren Werk durch die damals bevorzugte italienische Musik beeinflusst wurde. Das Ensemble Musica Petropolitana hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Musik, die im Sankt Petersburg des 18. Jahrhunderts gespielt wurde, wieder in die Konzertsäle zu bringen, und lässt mit technischer Brillanz und überschäumender Spielfreude die am Zarenhof erklungene Musik lebendig werden.

Musica Petropolitana

€ 28,- 22,- 16,- 10,-

Quartetto cantabile Zehetmair Quartett

Anton Bruckner

Streichquartett c-Moll Heinz Holliger Streichquartett Nr. 2 Ludwig van Beethoven Streichquartett F-Dur op. 135

21.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Quartett und umschrieb damit die faszinierende Interaktion zwischen den vier Quartettmitgliedern, die, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, ihre Programme auswendig spielen. Dass diese für Quartette einzigartige Spielweise herausragende Ergebnisse zeitigt, davon kann sich das Publikum in den beiden Konzerten des Quartetts erneut überzeugen. K 111 Gefördert durch Ferring Arzneimittel GmbH

»Bei ihm steht die Technik nie im Vordergrund. Sie ist nur die Basis seiner Beschäftigung mit der Musik als höchster Form aller geistigen Auseinandersetzungen.« So Heinz Holliger in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des Karl-Böhm-Interpretationspreises an Thomas Zehetmair. Den österreichischen Geiger und den Schweizer Komponisten verbindet seit vielen Jahren eine enge Künstlerfreundschaft. Zehetmair spielte die Uraufführungen von Holligers »Liedern ohne Worte«, des Duos II und des Violinkonzerts »Hommage à Louis Soutter«. Für 2008 steht nun die Premiere von Holligers zweitem Streichquartett an, das wie viele andere Werke des Komponisten von der Erfahrung intensivster Hölderlin- und Celan-Lektüre geprägt ist. Das Quartett entstand als Auftragswerk des Zehetmair Quartetts und ist dem großen amerikanischen Komponisten Elliott Carter gewidmet, der 2008 seinen hundertsten Geburtstag feiert. »Größtmögliche Kommunikationsdichte« attestierte einst ein Kritiker dem 1994 gegründeten Zehetmair

Nach dem Konzert auf Föhr fährt ein Sonderschiff nach Dagebüll

Zehetmair Quartett

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21.8.

Wahlstedt

Rellingen

Schleswig

Kleines Theater am Markt Donnerstag 20 Uhr K 115

Kirche Donnerstag 20 Uhr K 116

Dom Freitag 20 Uhr K 117

»Meine liebe, einzige Freundin« Esther Schweins Rezitation Hanns Zischler Rezitation Hideyo Harada Klavier

Der Briefwechsel zwischen Peter I. Tschaikowsky und Nadeschda von Meck Peter I. Tschaikowsky

aus »Die Jahreszeiten« op. 37

Esther Schweins

Hanns Zischler

104

21.8.

€ 39,- 31,- 21,-

»Meine liebe, einzige Freundin« ist ein musikalisch-literarisches Programm überschrieben, das sich Briefen und Kompositionen Tschaikowskys widmet. Esther Schweins schlüpft hier in die Rolle der Nadeschda von Meck, die dem Komponisten eine enge Vertraute und Freundin war. Nadeschda von Meck und Tschaikowsky haben sich in ihrem Leben nie persönlich gesprochen und trotzdem verband beide eine innige Freundschaft. Dies belegen mehr als tausend Briefe, in denen sie sich gegenseitig ihre zum Teil geheimsten Gedanken anvertrauen. So hat dieser einzigartige Briefwechsel einen unschätzbaren Wert als authentisches, unmittelbares Zeugnis, sowohl des Komponisten als auch des Menschen Tschaikowsky. Zugleich offenbart sich jedoch auch das Bild einer bemerkenswerten Frau, die einem großen Künstler für sein Schaffen immer wieder neuen Antrieb gab. In dem Programm »Meine liebe, einzige Freundin« lassen Esther Schweins und Hanns Zischler diese in jeder Hinsicht außergewöhnliche Beziehung noch einmal lebendig werden, wobei der intensive Briefwechsel der beiden nicht nur tiefe Einblicke in die Arbeit des Komponisten gewährt, sondern stets auch die emotionale Bindung dieser verwandten Seelen spüren lässt. Musikalisch untermalt wird der Abend von der Pianistin Hideyo Harada mit Auszügen aus Tschaikowskys Klavierzyklus »Die Jahreszeiten«.

€ 39,- 34,- 27,- 19,- 10,-

Sweeter than roses Michael Chance Countertenor Musica Petropolitana

Heinrich Ignaz Franz Biber Partita Nr. 5 g-Moll, aus »Harmonia artifi-

ciosa-ariosa« für zwei Violinen und B.c. Henry Purcell

»Crown the altar«, »O solitude«, »Two in one upon a ground«, »The entrance of night«, »Sweeter than roses« Heinrich Ignaz Franz Biber Sonata violino solo representativa A-Dur für Violine und B.c. Antonio Vivaldi Sonate B-Dur für zwei Violinen RV 77 Georg Friedrich Händel Zwei Arien aus »Semele« HWV 58 und »Solomon« HWV 67 Dario Castello Sonata quarta d-Moll für zwei Violinen und B.c. Antonio Vivaldi »Cum dederit«, aus »Nisi Dominus« RV 608 Sonate d-Moll für zwei Violinen und B.c. op. 1 Nr. 12 RV 63 »La Follia«

Als 1990 vier Musikstudenten des Petersburger Konservatoriums das Ensemble Musica Petropolitana gründeten, um die im Sankt Petersburg des 18. Jahrhunderts gespielte Musik wieder zu beleben, galt dieses Vorhaben vermutlich als ebenso innovativ wie exotisch. Die Mitglieder der Gruppe studierten bei Marie und Gustav Leonhardt in Amster-

22.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

dam und machten als eines der ersten Ensembles in Russland das Publikum mit auf historischen Instrumenten gespielter Musik bekannt. Seit der damalige erste Geiger des Ensembles, Andrey Reshetin, in Kooperation mit dem British Council 1998 das erste Festival für Alte Musik in Sankt Petersburg ins Leben rief, wächst die Szene kontinuierlich weiter. Eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet den britischen Countertenor Michael Chance nicht nur mit dem mittlerweile fest etablierten Petersburger Earlymusic Festival, sondern auch mit den Mitgliedern des Ensembles Musica Petropolitana, die als Interpreten Alter Musik längst international einen hervorragenden Ruf genießen. In perfekter Harmonie verbinden sich die Klänge der vier Instrumentalisten mit Chances klarem Countertenor, der mit seinem warmen Ton und seinen feinfühligen Interpretationen weltweit begeistert.

Michael Chance

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23.8.

Wotersen

Elmshorn

Sonderburg / DK

Lübeck

Reithalle Samstag 20 Uhr K 118

Reithalle Sonntag 19 Uhr K 125

Koncertsalen Alsion Samstag 20 Uhr K 120

Musik- und Kongresshalle Sonntag 19 Uhr K 126

24.8.

€ 45,- 38,- 29,- 19,-

Virtuosen im Einklang

2006 brachten sie eine CD mit Duo-Wer-

Christian Zacharias Klavier Frank Peter Zimmermann Violine Heinrich Schiff Violoncello

Franz Schubert

Klaviertrio B-Dur op. 99 D 898 Klaviertrio Es-Dur op. 100 D 929

Wie mag es aussehen, wenn sich drei herausragende Solisten wie Christian Zacharias, Frank Peter Zimmermann und Heinrich Schiff zu einer gemeinsamen Kammermusikprobe zusammenfinden? Können drei so starke Musikerpersönlichkeiten und Individualisten ihr musikalisches Empfinden auf einen gemeinsamen Nenner bringen? Offensichtlich ja. Denn die drei spielen schon seit geraumer Zeit immer wieder im Trio zusammen. Insbesondere die beiden Streicher verbindet seit vielen Jahren eine künstlerische Partnerschaft. 1997 spielten sie unter Wolfgang Sawallisch Brahms’ Doppelkonzert ein, und

Christian Zacharias

106

€ 45,- 38,- 29,- 19,-

ken heraus. Der Hauptreiz seines Duos mit Frank Peter Zimmermann bestehe für ihn darin, gewissermaßen Solosonaten zu zweit zu spielen, sagt Schiff, »mit einem wunderbaren Partner, der mal sehr ähnlich denkt, dann wieder ganz unerwartete Dinge anbietet«. Mit Christian Zacharias gesellt sich den beiden Streichern ein exzellenter Kenner des Schubertschen Repertoires hinzu. Seine neueste, im Februar 2007 erschienene Schubert-Einspielung mit der A-Dur-Sonate und einer Auswahl von Tänzen erntete viel Kritikerlob. Zuvor hatte Zacharias bereits für die EMI sämtliche Schubert-Sonaten eingespielt. Darüber hinaus befasst sich Zacharias auch in Publikationen mit dem Œuvre Schuberts. Und so garantieren die drei Ausnahmemusiker nicht nur für ein höchst symbiotisches Zusammenspiel, sondern auch für eine geistige Durchdringung der aus den beiden letzten Lebensjahren Schuberts stammenden Klaviertrios.

23.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

Klangkathedrale Schleswig-Holstein Festival Orchester Herbert Blomstedt Dirigent

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 8 c-Moll

Herbert Blomstedt

K 118 Gefördert durch Firmengruppe Frank K 125 Gefördert durch Initiative Elmshorn

Frank Peter Zimmermann

Heinrich Schiff

Er ist einer der letzten großen Kapellmeister, ein Meister der alten Schule, der nicht nur bei Igor Markevitch und Leonard Bernstein in die Schule ging, sondern sein Handwerk auch noch in Proben bei Toscanini und Furtwängler erlernte. Herbert Blomstedt, 1927 als Kind schwedischer Eltern im amerikanischen Springfield geboren und schon im frühen Kindesalter in die Heimat seiner Vorfahren zurückgekehrt, hat sich stets

24.8.

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

als Diener der Musik gesehen. Eitelkeiten und Starallüren sind ihm fremd. »Die Partitur ist für mich ein übergeordneter kategorischer Imperativ, auch der Dirigent hat seinen Gebieter, und sein Gebieter ist der Komponist. Ein Dirigent muss ein mitmusizierender Leiter sein. Alle Musik muss von ihm ausstrahlen«, so der heute 80-Jährige. Blomstedt leitete mehrere renommierte skandinavische Ensembles, war Chefdirigent der Staatskapelle Dresden (1975 -1985), des San Francisco Symphony Orchestra (1985 -1995), des NDR Sinfonieorchesters (1996 -1998) und schließlich von 1998 bis 2005 Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters. Bei seinem Abschiedskonzert in Leipzig dirigierte Blomstedt Bruckners »Achte«, jene Sinfonie, die der Komponist selbst als »Mysterium« bezeichnete. »Wenn man reifer wird als Mensch«, so Blomstedt, »sieht man, dass sich nicht nur die Menschenseele widerspiegelt in all ihren Facetten, sondern noch eine Stufe höher, das Transzendentale in unserem Wesen, das Streben nach dem Unendlichen, die Ahnung des Göttlichen.« K 126 Gefördert durch BIG BAU-INVESTITIONSGESELLSCHAFT mbH

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23.8.

Bad Segeberg

Plön

Kiel

St. Marienkirche Samstag 20 Uhr K 121

Nikolaikirche Sonntag 19 Uhr K 127

Schloss Samstag 20 Uhr K 122

€ 25,-

Im Goldglanz der Ikonen Schleswig-Holstein Festival Chor Robin Gritton Leitung

Sergei Rachmaninoff

Das große Abend- und Morgenlob. Vesper op. 37

Robin Gritton

Mit ihrem ganz auf die Sinne ausgerichteten Gottesdienst, ihrer Spiritualität und mystischen Tiefe, den prachtvollen und imposanten liturgischen Zeremonien, der reichen Dekoration des Gotteshauses, den prachtvoll golddurchwirkten Ikonen, den klangvoll-tiefen Chorgesängen und dem Weihrauchduft übt die Ostkirche eine große Faszination auf westliche Besucher aus. Auch Sergei Rachmaninoff, der so wenig nationalrussisch erscheinende Komponist, konn-

108

24.8.

€ 25,-

te sich dieser Faszination nicht entziehen. Im Jahr 1915, mitten während des Ersten Weltkriegs, schuf er mit der Vesper op. 37 ein Werk, das ganz und gar beseelt und durchdrungen ist von der jahrhundertealten Überlieferung des russischen Kirchengesangs. Der Titel des Werks, »Das große Abend- und Morgenlob«, auch »Nacht-Vigil« genannt, bezieht sich auf die in der orthodoxen Kirche vor Sonn- und Feiertagen zu einer rituellen Einheit zusammengefassten Abend- und Morgengebete. Der russische Name »Vsenoschtschnoe Bdenie« bedeutet soviel wie »ganznächtliches Wachen«. Auf einen Prolog folgen fünf Gesänge der Vesper (Abendgebete) und acht Gesänge der Matutin des darauf folgenden Morgens (Morgengebete). Rachmaninoff griff hierbei größtenteils auf alte Kirchengesänge zurück, die er behutsam den jeweiligen Bedürfnissen in Hinblick auf Tonart, Harmonie und Länge entsprechend modifizierte. Robin Gritton, der bedeutende britische Chorleiter, vormaliger Chefdirigent des NDR Chors und des Rundfunkchors Berlin, wird das klangprächtige Meisterwerk Rachmaninoffs mit dem herausragenden Sängernachwuchs der Chorakademie einstudieren.

23.8.

€ 62,- 53,- 43,- 31,- 18,-

Preisträgerkonzert Leonard Bernstein Award 2008 Anna Vinnitskaya Klavier NDR Sinfonieorchester Kirill Petrenko Dirigent

Sergei Rachmaninoff Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18 Antonín Dvo√ák Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Der von der Sparkassen-Finanzgruppe gestiftete Leonard Bernstein Award wird seit 2002 im Rahmen des SHMF verliehen. Bisherige Preisträger waren Lang Lang, Lisa Batiashvili, Erik Schumann, Jonathan Biss, Alisa Weilerstein und Martin Grubinger. In diesem Jahr geht der Preis an die 1983 in Noworossijsk geborene Pianistin Anna Vinnitskaya. Die junge Russin studiert seit 2001 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, 2003 wurde sie Meisterschülerin von Evgeni Koroliov. Im Sommer 2007 gewann sie den prestigeträchtigen Concours Reine Elisabeth. Mit dem Gewinn des Brüsseler Wettbewerbes stehen ihr nun alle Tore für eine glanzvolle Karriere offen. Wenige Wochen nach ihrem Brüsseler Erfolg spielte sie im Rahmen des Festival International Echternach Tschaikowskys b-Moll-Konzert mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter Emmanuel Krivine. Im Juli sprang sie für Garrick Ohlsson beim Verbier Festival ein, und im Oktober gab sie ihr RecitalDebüt im Leipziger Gewandhaus. Anna Vinnitskayas Interpretationen berühren. Glutvoll ist ihr Spiel, und ihr Empfinden aufrichtig und ganz von innen her kommend. Dies alles hebt die junge Russin von vielen gleichaltrigen Pianisten ab und macht sie bereits heute zu einer der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der jüngeren Generation. Im Rahmen des Preisträgerkonzerts wird der Leonard Bernstein Award, gestiftet von der Sparkassen-Finanzgruppe, verliehen.

Anna Vinnitskaya

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24.8.

Hamburg

Neumünster

Laeiszhalle Sonntag 19 Uhr K 119

Holstenhalle Sonntag 20 Uhr K 129

24.8.

€ 72,- 62,- 50,- 38,- 28,- 10,-

Hommage à Mstislaw Rostropowitsch Natalia Gutman Violoncello St. Petersburg Philharmonic Yuri Temirkanov Dirigent

Dmitri Schostakowitsch Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107 Igor Strawinsky

8. November 1917 sein erstes öffentliches Konzert. 1938 wurde Evgeny Mravinsky Chefdirigent und prägte das Orchester fast 50 Jahre lang. Seit 1988 leitet Yuri Temirkanov das russische Prestigeorchester, dessen Name untrennbar mit dem Schostakowitschs verbunden ist.

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,- 10,-

Viva Lennie – die große Bernstein-Geburtstagsgala Barbara Schöneberger Moderation Measha Brueggergosman Sopran Luciano Botelho Tenor NDR Radiophilharmonie Eiji Oue Dirigent

Gefördert durch Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik

Leonard Bernstein

Petruschka

aus »Candide«, »West Side Story« u.a.

Natalia Gutman ist die Grande Dame ihres Instruments. 1942 im russischen Kazan geboren, studierte sie ab 1964 bei Mstislaw Rostropowitsch am Moskauer Konservatorium. »Er hat mir unglaubliche Stunden gegeben – unvergesslich! Es war auch ein Spektakel, und unbeschreiblich genial – er musste alles sagen, was er konnte. Er hat den Schüler frei gemacht, hat vom Menschen noch das genommen, was der kann und nicht gibt«, so Natalia Gutman über ihren einstigen Lehrer. 1959 hatte Rostropowitsch das ihm gewidmete erste Cellokonzert von Schostakowitsch uraufgeführt. Begleitet wurde er vom St. Petersburg Philharmonic, jenem grandiosen Klangkörper, der zuvor bereits sieben Sinfonien von Schostakowitsch aus der Taufe gehoben hatte. Das St. Petersburg Philharmonic ist das älteste sinfonische Ensemble der ehemaligen UdSSR. 1882 aus dem früheren »Kaiserlichen Musikcorps« hervorgegangen, wurde es 1917 in ein staatliches Orchester umgewandelt und gab am

Als »eine unversiegbare Quelle von Temperament, von vergnüglicher und ebenso von ernster Lebensphilosophie – und natürlich von Musik«, so beschrieb ihn einst Altbundeskanzler Schmidt. Mit seinem Charisma, seiner zwanglosen Art auf Menschen zuzugehen, zog Leonard Bernstein Jung und Alt rund um den Globus in seinen Bann. Menschheitserzieher von immenser moralischer Kraft und stets positiver Lebensphilosophie, war Musik für ihn ein Mittel der Weltverbesserung. 1985 betrat Leonard Bernstein erstmals schleswig-holsteinischen Boden und war gleich Feuer und Flamme für das Land zwischen den Meeren. Am 2. Juli 1986 eröffnete er mit einem Konzert in der Kieler Ostseehalle das erste Schleswig-Holstein Musik Festival, und 1987 gründete er die Orchesterakademie auf Schloss Salzau. Unvergesslich und auf drei VHS-Kassetten für die Nachwelt erhalten sind Bernsteins Proben zu Strawinskys »Sacre du Printemps« in der Konzertscheune Salzau. Unauslöschlich im Gedächtnis haften geblieben ist

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Natalia Gutman

Yuri Temirkanov

Helmut Schmidt eins der Konzerte, die sich an die Probenphase anschlossen. Bernstein als Zauberer, als Verzauberer, eins mit den jungen Musikern des Festivalorchesters, die er zu ungeahnten Höhen antrieb, so hatte Schmidt ihn erlebt. Dirigierschüler Bernsteins auf Salzau war im Jahr 1989 Eiji Oue. Mit einem Querschnitt durch die populärsten Werke seines ehemaligen Lehrers und Mentors gratuliert der Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie zusammen mit dem SHMF dem Jahrhundertgenie Bernstein zum 90. Geburtstag. Gefördert durch Edeka Handelsgesellschaft Nord mbH

Barbara Schöneberger

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25.8.

Rendsburg

Neumünster

Altenhof

Christkirche Montag 20 Uhr K 131

Theater in der Stadthalle Dienstag 20 Uhr K 132

Kuhhaus Mittwoch 20 Uhr K 133

Funkelnde Koloraturen Vesselina Kasarova Mezzosopran The English Concert Harry Bicket Dirigent

Joseph Haydn

Sinfonie A-Dur Hob. I: 64 »Tempora mutantur« Georg Friedrich Händel Arien aus »Alcina« HWV 34 Joseph Haydn Sinfonie f-Moll Hob. I: 49 »La Passione« Georg Friedrich Händel Ballettmusik und Arien aus »Ariodante« HWV 33

Vesselina Kasarova

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26.8.

€ 49,- 43,- 31,- 20,- 10,-

Sie hat eine der schönsten Mezzosopranstimmen unserer Zeit, und sie ist der Publikumsliebling der internationalen Opernszene. Mit ihrem wunderbar wandlungsfähigen Mezzo, ihren funkelnden Koloraturen, ihrer berückenden Legato- und Pianokultur, ihrem reichen sängerischen und darstellerischen Ausdrucksvermögen, ihrer bezwingenden Intensität und nicht zuletzt ihrem unprätentiösen Auftreten hat sich Vesselina Kasarova bereits heute einen Platz im Sängerolymp gesichert. Im Booklet ihrer CD »Bulgarian Soul«, auf der die gefeierte Mozart- und Rossini-Interpretin mit Volksliedern aus ihrer bulgarischen Heimat zu hören ist, weist Vesselina Kasarova darauf hin, dass der mythische Sänger Orpheus Thraker war und somit vielleicht aus dem Gebiet des heutigen Bulgarien stammte. Orpheus’ Gesang war bekanntlich so betörend, dass er Bäume und Steine erweichen konnte und selbst das Personal der Unterwelt rührte. Über orphische Qualitäten verfügt Vesselina Kasarova zweifellos. Vollkommen ist ihre Identifikation mit dem was sie singt, und sie zielt stets mitten ins Herz. In letzter Zeit konzentriert sich die bulgarische Mezzosopranistin neben den Mozartund Rossini-Rollen zunehmend auf die extrem anspruchsvollen Vokalpartien der Barockzeit. In Harry Bicket und dem 1972 von Trevor Pinnock gegründeten Kammerorchester The English Concert hat Vesselina Kasarova ausgewiesene Spezialisten auf dem Gebiet der Barockoper an ihrer Seite.

€ 39,- 34,- 27,- 19,-

27.8.

€ 39,- 34,- 27,- 19,- 10,-

Erzählte Romantik

Erzählte Romantik

David Bennent Rezitation Wiener Klaviertrio

David Bennent Rezitation Wiener Klaviertrio

Lesung aus russischen Märchen Peter I. Tschaikowsky Klaviertrio a-Moll op. 50

Lesung aus russischen Märchen mit Klaviertrios von Rachmaninoff und Schostakowitsch

In einem der Volksmärchen, das sich in der Sammlung des »russischen Grimm« Alexander Afanasjew findet, sagt die Baba Jaga zu ihrer Magd: »Geh, heize die Badestube und bade meine Nichte. Bade sie aber ordentlich; ich möchte sie zum Frühstück essen.« Die Baba Jaga ist die russische Hexe. Sie wohnt in einer Hütte, die auf Hühnerbeinen steht, lebt im Wald und verspeist mit Vorliebe Kinder. Vergleichbar ist sie der deutschen Hexe in »Hänsel und Gretel«, wobei es der deutschen Hexe auf das Mästen Hänsels ankommt, da sie einen möglichst fetten Braten verspeisen möchte. Die russische Baba Jaga legt mehr wert auf die Reinlichkeit der Speise. Was für eine köstliche kleine Abweichung! Viele russische Märchenfiguren wurden im Westen dadurch bekannt, dass russische Komponisten sie in ihre Werke aufnahmen. Der Figur der Baba Jaga hat Modest Mussorgsky in seinen »Bildern einer Ausstellung« ein tönernes Denkmal gesetzt. Dem unsterblichen Kaschtschei widmete Rimsky-Korssakoff eine ganze Oper, und in Strawinskys »Feuervogel« formt sich die Handlung

aus gleich drei Märchenstoffen: dem unsterblichen Kaschtschei, dem Feuervogel und der schönen Wassilissa. Der Schauspieler David Bennent – berühmt geworden als Oskar Matzerath in der Oscar-prämierten Verfilmung von Günter Grass’ »Die Blechtrommel« – entführt mit seiner unvergleichlichen Stimme in die Welt der russischen Märchen. Den musikalischen Kontrapunkt formen Klaviertrios von Tschaikowsky, Rachmaninoff und Schostakowitsch, dargeboten vom exzellenten Wiener Klaviertrio.

David Bennent

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28.8.

Kiel

Wotersen

Föhr, Wyk

Großenaspe

Schloss Donnerstag 20 Uhr K 124

Reithalle Freitag 20 Uhr K 128

W.D.R.-Fähre Donnerstag 20 Uhr K 135

Hof Bissenbrook Freitag 20 Uhr K 137

€ 49,- 43,- 35,- 26,- 17,-

Szenen der Natur Viktoria Mullova Violine Kammerorchester Basel Giovanni Antonini Dirigent

29.8.

€ 49,- 43,- 31,- 20,-

russische Geigerin Viktoria Mullova, die sich in den letzten Jahren verstärkt der historischen Aufführungspraxis gewidmet hat und ebenfalls auf Darmsaiten spielen wird.

28.8.

€ 28,- 23,-

Ta n g o A r g e n t i n o – Ta n g o la Russe Jourist Quartett mit Aydar Gaynullin

K 124 Gefördert durch UTS Max Jacobi

Gioachino Rossini

Spedition GmbH

Ouvertüre zur Oper »Wilhelm Tell« Ludwig van Beethoven Violinkonzert D-Dur op. 61 Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 »Pastorale«

K 128 Gefördert durch Damp Holding AG

Enthusiastische Kritiken ernteten Giovanni Antonini und das Kammerorchester Basel für ihre 2006 erschienene Einspielung der ersten beiden BeethovenSinfonien. Als Gründer und Leiter des Barockensembles »Il Giardino Armonico« hatte Antonini bereits furiose Bachund Vivaldi-Interpretationen vorgelegt, sein »Vivaldi Album«, das er gemeinsam mit Cecilia Bartoli für Decca aufgenommen hat, gewann den Grammy Award 2000. Mit der Auftakt-CD der bis 2012 geplanten Gesamteinspielung der Beethoven-Sinfonien hat Giovanni Antonini nun sein Meisterstück abgeliefert. Mitreißend draufgängerisch und lustvoll rebellisch ist die Aufnahme und doch in jedem Detail der neuen Urtextausgabe verpflichtet. Das Kammerorchester Basel spielt hier – und bei seinen Konzerten in Kiel und Wotersen – in einer dem Beethovenschen Orchester angenäherten Ausstattung: die Streichinstrumente sind mit Darmsaiten bespannt, Trompeten und Hörner ventillos. Solistin in Beethovens Violinkonzert ist die große

114

Viktoria Mullova

Giovanni Antonini

Russischer Tango ist eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination, denkt man bei Tango doch zunächst an Argentinien, nicht an Russland. Doch gibt es zwischen dem riesigen Land im nördlichen Eurasien und dem Tango mehr Verbindungen als man vermuten würde. Da ist zunächst das traditionelle russische Instrument Bajan, ein chromatisches Knopfakkordeon, das in Klang und Spielweise dem Bandoneon ähnelt. Und spiegelt sich die russische Mentalität nicht perfekt im Tango, der mit seinen mitreißenden Rhythmen, gepaart mit seinen melancholischen Melodien, gleichzeitig Trauer, Sinnlichkeit und Lebensfreude vermittelt? Seit Jahren begeistert das Jourist Quartett mit seinen russischen Tangos und seiner unbändigen Spielfreude das Publikum. Ein Rezensent der Süddeutschen Zeitung fasste das typisch Russische ihrer Interpretationen in folgende Worte: »Damit wäre wohl auch die spezifisch russische Komponente dieses Moskauer Tangos definiert: furiose instrumentale Brillanz, hintergründiger Humor, kraftvoll bildhafte Charakterisierungskunst, Ausdruckstiefe, Melancholie – eine Kunst der Empfindsamkeit, des Sturm und Drang.« Nach dem unerwarteten Tod Efim Jourists, dem Gründer und Leiter des Ensembles, führen die verbliebe-

29.8.

€ 35,- 30,- 24,- 17,-

nen drei Musiker zusammen mit dem jungen Bajanspieler Aydar Gaynullin das Quartett im Andenken an den großen Komponisten und Akkordeonisten fort. Beim diesjährigen SHMF werden die vier Musiker neben Tangos aus Argentinien Kompositionen von Jourist und Gaynullin auf die Bühne bringen, in denen sich die russische Schwermut auf wunderbare Weise mit südamerikanischen Rhythmen verbindet: Tango vom Feinsten – mit russischer Seele. K 135 Gefördert durch Ferring Arzneimittel GmbH K 137 Gefördert durch Oerlikon Neumag Nach dem Konzert auf Föhr fährt ein Sonderschiff nach Dagebüll

Jourist Quartett mit Aydar Gaynullin

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28.8.

Hamburg

Kiel

Hamburg

Schleswig

Museum der Arbeit, Open Air Donnerstag 20 Uhr K 134

HDW-Werft, Open Air Samstag 20 Uhr K 138

Norddeutsche Affinerie Freitag 20 Uhr K 136

Dom Samstag 20 Uhr K 139

€ 39,- 28,-

Copacabana João Bosco Gitarre und Gesang Nils Landgren Posaune NDR Bigband Jörg Achim Keller Leitung

50 Jahre Bossa nova und 90 Jahre Leonard Bernstein

30.8.

€ 35,-

Missstände an. »Mit der NDR Bigband hatte ich auf der Brasilien-Tour magische Momente«, erinnert er sich. »Mit diesen Solisten kann man meine Musik jeden Abend buchstäblich neu erfinden! Das ist ein Wagnis, aber darum geht es doch in der Kunst und im Leben: jeden Tag Neues zu wagen.« K 134 Gefördert durch SAGA GWG, Globetrotter Ausrüstung und Hamburger Hochbahn AG

15. Mai 2007. Im Sala São Paulo singen 1400 Menschen die Ballade »O Bêbado e a Equilibrista«. Sie bejubeln die NDR Big-

K 138 Gefördert durch ThyssenKrupp

band und João Bosco, einen der Helden der Música Popular Brasileira. Mehr als 250 Songs hat Bosco komponiert, viele von ihnen haben ihren festen Platz in der brasilianischen Alltagskultur. Geboren wurde João Bosco de Freitas 1946 in Minas Gerais, im Herzen Brasiliens. Der Poet Vinícius de Moraes entdeckte sein Talent Ende der 1960er Jahre und lud ihn nach Rio de Janeiro ein. Dort übernahm Antônio Carlos Jobim, der Schöpfer des Bossa nova, die musikalische Patenschaft für Bosco. »Hier in Brasilien mussten die Kulturen lernen, sich zu arrangieren«, sagt Bosco. »Deshalb sind wir auch heute in der Lage, Ideen von außen aufzusaugen, ohne unsere eigene Identität aufzugeben: egal ob es sich um Rock, Jazz oder afrikanische Musik handelt.« Aus diesen Einflüssen hat João Bosco eine einzigartige Mixtur geschaffen, die über die Grenzen Brasiliens hinaus bekannt geworden ist. Er besingt die Liebe und den Karneval und prangert zugleich soziale

In Zusammenarbeit mit JazzBaltica

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Marine Systems AG/Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH

João Bosco

Nils Landgren

29.8.

€ 49,- 43,- 31,- 10,-

Streichermagie Schleswig-Holstein Festival Kammerorchester Kolja Blacher Violine und Leitung

Johann Sebastian Bach

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048 Dmitri Schostakowitsch Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 134 (Fassung für Violine und Streichorchester) Ludwig van Beethoven Sonate für Klavier und Violine A-Dur op. 47 »Kreutzer« (Fassung für Violine und Streichorchester)

Ein Teenager, der im Alter von 15 Jahren sein Berliner Zuhause verlässt, um bei der legendären Geigenlehrerin Dorothy DeLay an der New Yorker Juilliard School zu studieren, muss schon über ein ordentliches Maß an Durchsetzungskraft und vor allem über einen unerschütterlichen Glauben an das eigene Potential verfügen. Kolja Blacher, 1963 in Berlin als Sohn des bedeutenden Komponisten Boris Blacher geboren, hatte diesen unbedingten Willen und die Kraft, sich in der Eliteklasse neben Mitstudenten wie Nigel Kennedy, Midori oder Shlomo Mintz zu behaupten. 1984 wechselte er ans Salzburger Konservatorium zu Sándor Végh, der ihm wie kein Lehrer zuvor die Inhalte von Musik vermittelte. Im Anschluss an sein Studium gelang es Blacher schnell, solistisch Karriere zu

30.8.

€ 39,- 31,- 21,- 10,-

machen. 1993 wählten ihn die Berliner Philharmoniker zu ihrem 1. Konzertmeister, und Blacher wurde zu einem der engsten Vertrauten Claudio Abbados. Sechs Jahre blieb er bei den Berlinern, bis er 1999 auf eine Professur an die Hamburger Musikhochschule berufen wurde. Er kündigte seine Stelle in Berlin und ist seither wieder äußerst erfolgreich solistisch tätig. Als gleichermaßen versierter Konzertmeister wie begnadeter Solist scheint Blacher wie geschaffen für ein Repertoire, das zwar einen Solisten und ein Kammerorchester erfordert, aber keinen Dirigenten braucht. Als Solist und musikalischer Leiter in Personalunion arbeitete er in den vergangenen Jahren vor allem mit der Camerata Bern, dem Ensemble Oriol und dem Australian Chamber Orchestra zusammen. Und einmal im Jahr nimmt er gerne wieder die Position des Konzertmeisters ein: im von Claudio Abbado geführten und mit hochkarätigen Solisten besetzten Lucerne Festival Orchestra. K 136 Gefördert durch Norddeutsche Affinerie AG

Kolja Blacher

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31.8.

Hamburg

Lübeck

Lübeck

Laeiszhalle Sonntag 19 Uhr K 140

Musik- und Kongresshalle Samstag 20 Uhr K 130

Musik- und Kongresshalle Sonntag 20 Uhr K 141

N e w Yo r k s i n f o n i s c h New York Philharmonic Lorin Maazel Dirigent

Maurice Ravel

Ma mère l’oye Felix Mendelssohn Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 »Italienische« Peter I. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

Lorin Maazel

Am 5. August 1942 gab der damals zwölfjährige Lorin Maazel sein Debüt beim New York Philharmonic. Drei Jahre zuvor hatte er bereits Arturo Toscaninis NBC Symphony Orchestra dirigiert. Kaum ein Dirigent hat je so früh eine derart intensive Ausbildung in Orchesterleitung genossen wie das dirigierende Wunderkind Lorin Maazel. Sein Lehrer Wladimir Bakaleinikoff ließ den kaum zehn Jahre alten Schüler ganze Partituren auswendig lernen. »Mein Lehrer spielte am Klavier, und ich dirigierte. Wenn er dann bewusst eine fal-

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30.8.

€ 124,- 104,- 82,- 60,- 38,- 14,-

sche Note spielte, musste ich ihm das sagen: ›Nein, das ist ein g und kein ges usw.‹ Er sagte mir auch immer, wer nun gerade spielt – das zweite Fagott oder das zweite Horn meinetwegen – und welche Noten gespielt werden.« Kaum ein anderer Pultvirtuose verfügt heute über eine brillantere und eindeutigere Schlagtechnik als Lorin Maazel. Mit unglaublicher Akkuratesse vermag er den dankbaren Orchestermusikern noch die kleinsten Temponuancen mitzuteilen. Lorin Maazel war Künstlerischer Direktor der Deutschen Oper Berlin, Direktor und Chefdirigent der Wiener Staatsoper, Music Director des Pittsburgh Symphony und Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Seit 2002 leitet er als Chefdirigent das New York Philharmonic. Das älteste und traditionsreichste amerikanische Orchester wurde im selben Jahr gegründet wie die Wiener Philharmoniker: 1842. Als man 1891 mit der Carnegie Hall endlich ein eigenes Haus bezog, dirigierte kein Geringerer als Peter Tschaikowsky das Einweihungskonzert. Ihm folgten als dirigierende Komponisten u.a. Richard Strauss, Sergei Rachmaninoff und Igor Strawinsky. Chefdirigenten waren u.a. Gustav Mahler, Arturo Toscanini, Bruno Walter, Leonard Bernstein, Pierre Boulez, Zubin Mehta und Kurt Masur. Nach zwölfjähriger Abstinenz wird das amerikanische Eliteorchester 2008 erstmals wieder beim SHMF zu hören sein. Gefördert durch KPMG und Hamburger Sparkasse

€ 91,- 74,- 57,- 40,- 21,-

Dramatisch und erhaben Abschlusskonzert René Pape Bass NDR Sinfonieorchester Alan Gilbert Dirigent

31.8.

€ 91,- 74,- 57,- 40,- 21,-

ist seit über einem Jahrzehnt Stammgast des Hauses. Seit seinem umjubelten Debüt 1995 unter James Levine war Pape hier in mehr als 130 Vorstellungen zu sehen, seine Verpflichtungen reichen bis zum Jahr 2010. Im Sommer 2008 wird der gefeierte Bassist erstmals beim SHMF zu hören sein.

Richard Wagner

Das Konzert am Sonntag wird live vom NDR auf

Szenen aus »Die Meistersinger von Nürnberg« und »Die Walküre« Gustav Mahler Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

3sat und von NDR Kultur übertragen

Mit seiner fulminanten Interpretation von Strawinskys »Sacre du Printemps« versetzte Alan Gilbert das Publikum des letztjährigen SHMF-Abschlusskonzertes in einen wahren Taumel der Begeisterung. Gilbert, der seit 2004 Erster Gastdirigent des NDR Sinfonieorchesters ist, genießt unter Fachleuten seit langem einen exzellenten Ruf. Als ehemaliger Bratscher des Philadelphia Orchestra versteht er es, seine Orchestermusiker höchst differenziert aufeinander hören und wie Kammermusiker agieren zu lassen. Im Alter von gerade einmal 40 Jahren nähert sich der 1967 in New York geborene Gilbert nun bereits dem Höhepunkt seiner Karriere: Mit Beginn der Saison 2009/10 wird er als Nachfolger von Lorin Maazel Chefdirigent des New York Philharmonic. An der legendären New Yorker Met dauerhaft zu reüssieren, war bisher nur wenigen deutschen Sängern vergönnt. René Pape, 1964 in Dresden geboren,

René Pape

Alan Gilbert

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Kinder- und Jugendprojekte

Workshop der Kulturen

Street Samba mit dem Schlagzeuger Martin Grubinger Sergei Prokofieff: Peter und der Wolf Frank Meikofski Sprecher Ensemble der Orchesterakademie Peter von Wienhardt Einstudierung

Peter wohnt mit seinem Großvater in einem Haus am Waldrand. Eines Tages schnappt sich der freche Wolf eine Ente – doch Peter hat das gesehen und will den Wolf fangen. Wie er das anstellt, wird nicht nur vom Sprecher erzählt, sondern auch in der Musik verdeutlicht. In dem beliebten musikalischen Märchen des russischen Komponisten Sergei Prokofieff ist jeder Figur ein Instrument und ein musikalisches Motiv zugeordnet: Die Flöte zwitschert wie ein Vogel, und die Oboe quakt wie eine Ente – und welches Instrument verkörpert wohl den Wolf? Spielerisch führt das Werk in die Welt der sinfonischen Musik ein und bietet Kindern wie Erwachsenen ein höchst vergnügliches Erlebnis. FK 1 Gefördert durch SAP Deutschland AG & Co. KG und Dataport

9.8. Hamburg

SAP Geschäftsstelle Hamburg Samstag 16 Uhr FK1 € 10,- / erm. € 5,10.8. Timmendorfer Strand

Maritim Seehotel Sonntag 16 Uhr FK 2 € 10,- / erm. € 5,-

17. – 18.7. Lübeck

Musikhochschule Workshop der Kulturen 20.7. Lübeck

Huckepack-Wiek Sonntag 19 Uhr K 26 s. S. 43

Kindermusikfest

Samba ist Rhythmus und Lebensfreude pur, laut, kraftvoll und mitreißend. Wer schon immer ein Trommelfeuer entfachen und lateinamerikanische Grooves hautnah kennenlernen wollte, kann in diesem Workshop in die Welt der brasilianischen Percussioninstrumente und afroamerikanischen Musik eintauchen. Unter Anleitung des jungen Schlagzeugers Martin Grubinger und weiteren Schlagzeug-Profis können interessierte Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren, die keinerlei Vorkenntnisse benötigen, zunächst in Kleingruppen die Grundlagen der verschiedenen Schlagtechniken erlernen. Anschließend wird der österreichische Multipercussionist mit den Workshopteilnehmern eine Street Samba erarbeiten, wie sie beim Karneval in Rio zu erleben ist. Neben praktischen Übungen zu den unterschiedlichen Rhythmen werden in dem zweitägigen Workshop auch Hintergründe zur Samba vermittelt. Am 20. Juli werden Martin Grubinger und sechs weitere Percussionisten zusammen mit den Workshopteilnehmern im Rahmen eines Konzerts mit der einstudierten Samba Batucada ein wahres Samba-Feuerwerk entfachen. Weitere Infos unter Tel. 0451- 389 570 und unter meisterkurse@shmf.de

Auch in diesem Jahr werden wieder die jüngsten Festivalbesucher mit ihren Familien auf das Salzauer Gelände gelockt, um auf abwechslungsreiche Weise der spannenden Welt der Musik zu begegnen. Ob bei den Konzerten oder den zahlreichen Aktionen des Rahmenprogramms: Hier müssen die Kinder nicht die ganze Zeit stillsitzen, sondern werden zum aktiven Mitmachen aufgefordert. Zusätzlich zu den Terminen auf Salzau wird dieses Jahr zum ersten Mal ein Kindermusikfest im Theater in der Stadthalle in Neumünster mit unterschiedlichsten Konzerten und Mitmachaktionen für Kinder angeboten. 19.7. Neumünster

Theater in der Stadthalle Samstag 11 Uhr KMF 1 € 14,- / erm. € 7,23.8. Salzau

Konzertscheune Samstag 11 Uhr KMF 2 € 14,- / erm. € 7,24.8. Salzau

Konzertscheune Sonntag 11 Uhr KMF 3 € 14,- / erm. € 7,-

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Orchesterakademie

Chorakademie 18.7. Plön

Die von Leonard Bernstein gegründete internationale Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals hat sich weltweit als eine herausragende pädagogische Institution etabliert. Seit 1987 werden auf Schloss Salzau junge und besonders begabte Instrumentalisten auf die hohen Anforderungen internationaler Spitzenorchester vorbereitet. Jungen Musikern aus aller Welt wird die Möglichkeit geboten, mit berühmten Dirigenten große Orchesterliteratur zu erarbeiten und aufzuführen. Die Werke werden in Registerproben unter Leitung erfahrener Dozenten vorstudiert und dann in täglich zwei bis drei Tuttiproben mit dem jeweiligen Dirigenten intensiv ausgearbeitet. Als pädagogisches Herzstück des Schleswig-Holstein Musik Festivals begeistert die Akademie mit den Konzerten ihres Festivalorchesters nicht nur das Publikum in Schleswig-Holstein, sondern auch bei Konzertreisen in die führenden Musikzentren im In- und Ausland. Christoph Eschenbach (Principal Conductor), Heinrich Schiff, Mikhail Pletnev und Herbert Blomstedt sind die Dirigenten der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2008. Vom 12. Juli bis 30. August werden fünf Orchesterphasen, verschiedene Kammermusikprojekte und ein Kammerorchesterprojekt stattfinden. Im Hauptprogramm ist das Festivalorchester in den Konzerten K 34, K 37 und K 41 (Christoph Eschenbach), K 62 (Heinrich Schiff), K 90 und K 92 (Mikhail Pletnev), K 120 und K 126 (Herbert Blomstedt) sowie in den Kammerorchesterkonzerten K 136 und K 139 (Kolja Blacher) zu erleben. Wie in jedem Jahr bildet auch 2008 die Kammermusik einen wichtigen Schwerpunkt innerhalb der Orchesterakademie: Die Teilnehmer erarbeiten mit erfahrenen Dozenten Kammermusikwerke, die im Rahmen der Salzauer Kammerkonzerte und im Hauptprogramm des Festivals aufgeführt werden (OA 1 bis OA 6). Erstmals wird das Schleswig-Holstein Festival Orchester unter Leitung seines Principal Conductor Christoph Eschenbach zu einer zweiten Arbeitsphase vom 9. bis 20. Juni nach Salzau kommen und mehrere Programme einstudieren, die in Schleswig-Holstein (SK 1) und auf einer ausgedehnten Tournee mit Konzerten in Neubrandenburg, Dresden, Eriwan, Vilnius und Sankt Petersburg zur Aufführung gebracht werden. Das Schleswig-Holstein Musik Festival dankt der Familie Klaus Murmann für die großzügige finanzielle Unterstützung der Orchesterakademie.

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Fielmann Akademie Schloss Plön Freitag 20 Uhr OA 1 € 28,- 22,- 16,Kammerkonzert mit Ensembles der Orchesterakademie

20.7. Neumünster

Gerisch-Park Sonntag 11 Uhr OA 2 € 18,- (keine Sitzplätze) Bläsersolisten des Schleswig-Holstein Festival Orchesters »Matinee im Park«

20.7. Salzau

Konzertscheune Sonntag 19 Uhr OA 3 € 23,- 19,- 15,- 10,Kammerkonzert mit Ensembles der Orchesterakademie

9.8. Salzau

9.8. Rendsburg

Konzertscheune Samstag 17 Uhr OA 4

Christkirche Samstag 20 Uhr K 82 und

€ 35,- 27,- 19,- 10,Ensembles der Orchesterakademie »Tea-Time-Konzert«

10.8. Lüneburg

St. Michaelis-Kirche Sonntag 19 Uhr K 88 s. S. 85

10.8. Schleswig

Schloss Gottorf Barockgarten Sonntag 11 Uhr OA 5 € 18,- (keine Sitzplätze) Bläsersolisten des Schleswig-Holstein Festival Orchesters »Matinee im Park«

10.8. Hasselburg

Herrenhaus Sonntag 19 Uhr OA 6 € 28,- 23,Kammerkonzert mit Ensembles der Orchesterakademie

Gefördert durch Firmengruppe Frank

16.8. Kiel

Schloss Samstag 20 Uhr K 90 und 17.8. Hamburg

Laeiszhalle Sonntag 19 Uhr K 92 s. S. 97

23.8. Bad Segeberg

St. Marienkirche Samstag 20 Uhr K 121 und 24.8. Plön

Nikolaikirche Sonntag 19 Uhr K 127 s. S. 108

Die Chorakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals ist seit 2002 Bestandteil der pädagogischen Einrichtungen des Festivals. Neben der von Leonard Bernstein gegründeten Orchesterakademie auf Schloss Salzau und den Meisterkursen in der Musikhochschule Lübeck konnte sich die Chorakademie in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Bildungseinrichtung für junge Sängerinnen und Sänger aus dem europäischen Kulturkreis etablieren. Indem den Gesangsstudenten Einblicke in die Kunst der Ensemblemusik auf höchstem Niveau gewährt werden und ihnen zusätzlich die Möglichkeit geboten wird, sich solistisch in den jeweiligen Programmen zu profilieren, versteht sich die Chorakademie als Ergänzung zur musikalischen Ausbildung an den Hochschulen Europas. Die insgesamt drei Arbeitsphasen der Chorakademie werden von Rolf Beck, dem künstlerischen Leiter der Chorakademie, mit den Proben zu Händels »Alexander’s Feast« eröffnet. Zum ersten Mal in der Geschichte der Chorakademie werden ausgewählte Teilnehmer des Chores parallel dazu in einem Meisterkurs die Solo-Partien des Werkes erarbeiten. Unter Anleitung des renommierten Tenors Christoph Prégardien werden die jungen Sängerinnen und Sänger auf ihre Auftritte in Rendsburg und Lüneburg (K 82 und K 88) sowie im Rahmen eines Gastspiels beim Usedomer Musikfestival vorbereitet. Cornelius Trantow studiert mit den Teilnehmern der Chorakademie Rachmaninoffs »Die Glocken« op. 35 ein, bevor das nur selten zu hörende Werk in zwei Konzerten in Kiel (K 90) und Hamburg (K 92) zusammen mit dem Chamber Choir of the Moscow Conservatory und dem Festivalorchester unter der Leitung von Mikhail Pletnev zur Aufführung gebracht wird. Den Abschluss bildet das traditionelle A-cappellaProjekt: Der britische Dirigent Robin Gritton, der den Festivalchor bereits 2003 zu einem homogenen Klangkörper formte, präsentiert mit den Sängern und Sängerinnen Rachmaninoffs klangprächtige Vesper op. 37 (K 121 und K 127). Dank der großzügigen Unterstützung der Lübecker PossehlStiftung und der Familie Klaus Murmann können die Anstrengungen der Chorakademie auch in diesem Jahr über den Festivalsommer hinaus fortgeführt werden. Gemeinsam mit seinem künstlerischen Leiter Rolf Beck werden ehemalige Akademieteilnehmer in der Spielzeit 2008/09 unter anderem in Ungarn, Tschechien und Luxemburg auftreten sowie zu Gast bei den Händel-Festspielen in Halle sein.

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Meisterkurse

Vom 13. Juli bis 24. August finden die Meisterkurse in der Musikhochschule Lübeck statt. Hochkarätige Künstler und Pädagogen widmen sich dem musikalischen Nachwuchs in intensiven Einzelstunden, in denen an Technik und Phrasierung gefeilt wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus allen Teilen der Welt in die Hansestadt und finden im wunderschönen Ambiente der Musikhochschule geradezu ideale Übebedingungen vor. Der diesjährige Länderschwerpunkt Russland spiegelt sich auch im Programm der Meisterkurse wider. Den Auftakt macht die russische Grande Dame des Violoncellos, Natalia Gutman (22.-26.7.). Zudem wird der ukrainische Starpianist Oleg Maisenberg erstmals in die Hansestadt kommen (15.-19.8.), und die georgische Pianistin Elisabeth Leonskaja erwartet erneut eine Fangemeinde in der Musikhochschule Lübeck (1.- 6.8.). Ambitionierte junge Geiger erhalten die Gelegenheit, mit dem herausragenden Pädagogen Saschko Gawriloff zu arbeiten (2.- 9.8.), und die niederländische Geigerin und Bratscherin Isabelle van Keulen wird ihren erfolgreichen Kurs von 2006 wiederholen (24.- 29.7.). Komplettiert werden die Streicherklassen durch den großartigen norwegischen Bratscher Lars Anders Tomter (4.- 9.8.) und Ralph Kirshbaum, einem der derzeit begehrtesten Cellolehrer weltweit (13.- 20.8.). Mit dem Bassisten Kurt Moll kommt einer der bedeutendsten Sänger unserer Tage erstmals nach Lübeck, um sich dem Sängernachwuchs zu widmen (13.- 20.7.). Der international gefeierte Liedbegleiter Wolfram Rieger arbeitet mit jungen Duos an der Interpretation von Liedern der Romantik (11.- 16.8.), und die legendäre Sopranistin Anna Tomowa-Sintow wird jungen Opernsängern ihre langjährigen Erfahrungen weitergeben (18.- 24.8.). Einen Einblick in die tägliche musikalische Arbeit können auch interessierte Gasthörer gewinnen, denn die Meisterkurse sind öffentlich und bieten die Möglichkeit, die stete Entwicklung der jungen Musikerinnen und Musiker im Verlauf der Kurstage bis hin zum Abschlusskonzert mitzuerleben. Seit Jahren gibt es die Unterstützung durch Patenschaften, die – meist durch private Spenden – jungen Talenten die Teilnahme finanzieren und so mancher Karriere zum Start verholfen haben. Die Meisterkurse werden gefördert durch die Possehl-Stiftung, Lübeck, und die ZEIT -Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg.

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Konzerte der Teilnehmer der Meisterkurse in der Musikhochschule Lübeck: Sonntag, 20.7. 20 Uhr

MK Kurt Moll Dienstag, 29.7. 20 Uhr

MK Isabelle van Keulen Mittwoch, 6.8. 20 Uhr

MK Elisabeth Leonskaja Samstag, 9.8. 17 Uhr

Festkonzert MK Saschko Gawriloff MK Lars Anders Tomter Samstag, 16.8. 20 Uhr

MK Wolfram Rieger

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Dienstag, 19.8. 20 Uhr

MK Oleg Maisenberg Mittwoch, 20.8. 20 Uhr

MK Ralph Kirshbaum Sonntag, 24.8. 20 Uhr

MK Anna TomowaSintow

im Hauptprogramm: 26.7. Hasselburg

Herrenhaus Samstag 20 Uhr MK 1 € 28,- 23,-

MK Natalia Gutman 23.8. Lüneburg

Kulturforum Gut Wienebüttel Samstag 20 Uhr MK 2 Bustransfer vom Rathaus Ochsenmarkt € 18,-

MK Anna TomowaSintow

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danke

Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik

Mit ihren Beiträgen engagierte Unternehmen Mit ihren Beiträgen fördernfördern engagierte Unternehmen das Festival in seiner ganzen Vielfalt das Festival in seiner ganzen Vielfalt.

Acer Computer GmbH Ahrensburg ADDIX Internet Services GmbH Kiel AK-Touristik GmbH Kiel ALDRA – Fenster und Türen GmbH Meldorf Allmess GmbH Oldenburg i.H. AVIS Krohn GmbH Lübeck brand eins Wirtschaftsmagazin Hamburg Bruhn Spedition GmbH Lübeck Buchholz Hydraulik GmbH Kiel Camfil Luftfilter Reinfeld Capgemini Systems GmbH Lübeck CITTI Handelsgesellschaft mbH & Co. Kiel City Coffee GmbH – Kaffee- Büro-Service Kiel coop Schleswig-Holstein e.G. Kiel Creditreform Schleswig-Holstein Lübeck, Flensburg, Kiel, Neumünster, Pinneberg Dataport Altenholz DeTeImmobilien, Niederlassung Region Nord Hamburg Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG Lübeck Drägerwerk AG Lübeck EDUR-Pumpenfabrik Eduard Redlien GmbH & Co. KG Kiel Egon Zehnder International GmbH Hamburg Eisen Jäger Kiel GmbH Kiel ESKA Implants GmbH & Co. Lübeck ESN EnergieSystemeNord GmbH Kiel G. C. Hahn & Co. Stabilisierungstechnik GmbH Lübeck Getriebebau NORD GmbH & Co. KG Bargteheide GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG Bad Oldesloe GSK Glas+Spiegel-Schulz • Kiel Kiel H. & J. Brüggen KG Lübeck Hamburger Feuerkasse Versicherungs- AG Hamburg Hanseatisches Wein- und Sekt-Kontor – HAWESKO GmbH & Co. KG Tornesch

Hauschildt & Blunck Wach- und Objektschutz GmbH & Co. KG Personaldienstleistungen Klausdorf Heinrich Knievel – Textilgroßhandel Kiel Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH & Co. KG Ahrensburg HSH Facility Management Hamburg Hugo Hamann GmbH & Co. KG Kiel IHK Schleswig-Holstein Kiel Imtech Deutschland GmbH & Co. KG Hamburg Industri Kapital (Deutschland) GmbH Hamburg Joh. Wilh. von Eicken GmbH Lübeck Kaufmannschaft zu Lübeck Lübeck Kloppenburg GmbH & Co. Melsdorf Landau Media Monitoring AG & Co. KG Berlin MARE Wellness & Sport Schönkirchen MARLOG Marine Logistik GmbH & Co. KG Kiel Max Jenne Arzneimittel Grosshandlung KG Kiel MS Management Systems GmbH Neumünster Netcon Interactive GmbH IT // Media Lübeck Neumann & Müller GmbH Hamburg Nordmark Arzneimittel GmbH & Co. KG Uetersen PensionCapital GmbH Hamburg Peter Deilmann Reederei GmbH & Co. KG Neustadt in Holstein Peter Wolters AG Rendsburg Procon Multimedia AG Hamburg Schröder Bauzentrum GmbH, Heide & Co. KG Heide Schülke & Mayr GmbH Norderstedt Spudy & Co. Family Office GmbH Hamburg Stadtbäckerei Junge Lübeck Stenzel’s Werbe Büro e.K. Duvensee Timm Heinrich Sievers Stadtverkehr GmbH Rendsburg Vopak Terminal Hamburg GmbH & Co. Hamburg Weiland Buchhandlung Lübeck, Kiel wir drei werbung gmbh Kiel

Großzügige Spenden an die Stiftung ALDRA – Fenster und Türen GmbH Meldorf BDO Deutsche Warentreuhand AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Hamburg Druckzentrum Harry Jung GmbH & Co. KG

Flensburg

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Fielmann AG Hamburg Hamburgische Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur, Helmut und Hannelore Greve Hamburg Norddruck Neumann GmbH & Co. KG Kiel

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Der Verein Schleswig-Holstein Musik Festival e.V. Aktiv mitarbeiten oder durch einen Förderbeitrag helfen und immer auf dem neuesten Stand der Dinge sein – wer Mitglied im Verein Schleswig-Holstein Musik Festival wird, hat viele Möglichkeiten, sich zum Wohle der Musik zu engagieren. Die rund 3000 Mitglieder bilden keinen elitären Klub, sondern einen Zusammenschluss begeisterter Musik- und SchleswigHolstein-Fans, der sich neben seinem ausgeprägten Kulturinteresse durch seine Reiselust auszeichnet. Der Verein bietet seinen Mitgliedern unter anderem Reisen ins Land des jeweiligen Länderschwerpunkts und, während der Festivalzeit, auf bestimmte Festivalkonzerte bezogene Tages-Kulturtrips an. Aktivposten, nicht nur des Vereins, sondern des gesamten Festivals, sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Als Beiräte kümmern sie sich vor Ort um das leibliche Wohl der Künstler aus aller Welt und deren besondere Wünsche und stehen so stellvertretend für die Gastlichkeit Schleswig-Holsteins. Eine Aufgabe, die auch den einen oder anderen interessanten Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Außerdem betreuen die Beiräte den Schaufensterwettbewerb, der alljährlich das aktuelle Motto des Schleswig-Holstein Musik Festivals im Lande präsent macht. Anders sieht die Aufgabe des Kuratoriums aus. Seine 108 Mitglieder werden vom Ministerpräsidenten des Landes berufen und stellen neben finanziellen Mitteln oder Sachleistungen dem Festival vor allem ihr Wissen aus den Bereichen Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik beratend zur Verfügung. Dreh- und Angelpunkt aller Aktivitäten ist das Vereinsbüro in Lübeck, dessen Mitarbeiterinnen den Vereinsmitgliedern das ganze Jahr für Fragen und Wünsche zur Verfügung stehen.

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Folgende Firmen unterstützen den Verein in seiner Arbeit:

Schleswig-Holstein Musik Festival e.V.

Palais Rantzau, Parade 1 23552 Lübeck Tel: 0451- 389 57 48 / 49 Fax: 0451- 389 57 57 neubacher@shmf.de eryilmaz@shmf.de

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Aldra Fenster und Türen GmbH, Meldorf, Bankhaus Wölbern & Co. (AG & Co. KG), Bordesholmer Sparkasse AG, Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG, Cornelius + Krage Rechtsanwälte + Notar, Deutsche Bank AG, Evers-Druck GmbH, Fielmann AG, Förde Sparkasse, Frau Heidi Bresse, Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, Gustav Weiland Nachf. GmbH, Kieler Rückversicherungsverein a. G., LBS Immobilien GmbH, MTK Development GmbH, Norddruck Neumann GmbH & Co. KG, Olympic Auto GmbH, Otto (GmbH & Co KG), Peter Glindemann Kieswerke-Erdbau-Abbruchtechnik GmbH & Co KG, Possehl-Stiftung, Reisebüro Fahrenkrog, Sartori & Berger GmbH & Co., Schleswig-Holstein Konzert Organisationsgesellschaft mbH, sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG, Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein, TELAFLEX GmbH – Personaldienstleistungen, VR Bank Flensburg-Schleswig

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Russischer Sommer

Informationen zum Russischen Sommer

Der »Russische Sommer« präsentiert begleitend zum musikalischen Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Bereichen Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Design sowie zahlreiche weitere Events. Die Veranstaltungen werden von kulturellen Einrichtungen und Akteuren organisiert und finden in ganz Schleswig-Holstein statt.

ab Frühjahr unter www.landeskulturverband.de und www.schleswig-holstein.de/kultur Schirmherrschaft: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen Koordination: Landeskulturverband Schleswig-Holstein e.V.

Der Werkhof Und Moskau ist so weit Landschaften – Liebesbriefe – Träume

Stadtgalerie Kiel Borderlives – Zeitgenössische Kunst aus Helsinki, Sankt Petersburg und Tallinn

Das Projekt »Borderlives – Zeitgenössische Kunst aus Helsinki, Sankt Petersburg und Tallinn« versteht sich als aktuelle Recherche zur künstlerischen, sozialen und mentalen Situation der nordöstlichsten Kunstregion Europas und konzentriert sich auf Künstlerinnen und Künstler, die eigenständig und präzise die epochalen Umbrüche der letzten Jahre widerspiegeln. Besonderes Gewicht wird dabei auf eine im umfassenden Sinne verstandene Grenzerfahrung gelegt. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich dem Umstand, dass viele Künstlerinnen und Künstler dieser Regionen dem eigenen Körper als dem ureigensten und am besten verfügbaren Material vertrauen und von daher physische und psychische Grenzerfahrungen im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung stehen werden.

4.6. – 8.8.

Di – Fr 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung Der Werkhof

14.6. – 10.8.

Feldstraße 100 24105 Kiel Tel: 0431- 386 88 18 www.derwerkhof.de

Di, Mi, Fr 10 bis 17 Uhr Do 10 bis 19 Uhr Sa und So 11 bis 17 Uhr

Nordkolleg Rendsburg

Stadtgalerie Kiel

»Mit dem Verstand ist Russland nicht zu begreifen ...?«

Andreas-Gayk-Str. 31 24103 Kiel Tel: 0431- 901 34 00 www.kiel.de/kultur 5. – 7.9.

Heimatmuseum Marner Skatclub

Nordkolleg Rendsburg

Am Gerhardshain 44 24768 Rendsburg Tel: 04331- 14 38 11 www.nordkolleg.de

Grenzenlos

Der Förderverein »KIK« Kultur in Dithmarschen e.V. zeigt im Heimatmuseum Marner Skatclub 50 Werke der Sankt Petersburger Künstler Tatiana Alkhovski, Alexander Alkhovski und Alexander Chepelev. Die großflächige Malerei von Tatiana Alkhovski erinnert mit ihren kräftigen Farben und der eher gegenständlichen Motivik ein wenig an Jack Vettriano. Dem Werk von Alexander Alkhovski ist deutlich sein Vorbild Picasso anzusehen. Doch andererseits lässt seine heftige und kräftige Farbgebung ebenso einen Vergleich mit Emil Nolde zu. Der dritte im Bunde, Alexander Chepelev, verfolgt die Perfektionierung des klassischen Stils der alten russischen Schule. Als Grundlage seiner Ausbildung dienten ihm Goethes Farbenlehre und dessen Harmoniegesetze. Seine gegenständliche Kunst zeigt die großen Landschaften Russlands.

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Der Werkhof in Kiel zeigt Arbeiten der in Hamburg lebenden russischen Malerin Sonia Jakuschewa. Gleichzeitig werden einige Holzplastiken und »Ikonen« – Papiercollagen ihres Ehemannes, des Bildhauers Jan Koblasa, die nach einer Moskauer Reise 1996 entstanden, ausgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Textbilder von Sonia Jakuschewa: Die Werkgruppe bezieht sich thematisch auf den Briefwechsel zwischen Rainer Maria Rilke und der russischen Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé. Die Ausstellung wird durch Gemälde aus ihrer Moskauer Schaffensphase ergänzt. In ihrer gegenstandslosen Malerei erweist sich Sonia Jakuschewa als die traditionsbewusste und konsequente »Moskauer Malerin einer strengen Abstraktion«, so Jürgen Weichardt. In der neueren Bilderfolge »Träume« arbeitet sie mit dem Wechselspiel von Text und Bild: Der eigene russische Hintergrund wird hier aufs Neue formuliert.

Tagung zum Kultursommer Schleswig-Holstein 2008 Russland ist in Bewegung. Viel weiß man über dessen Vergangenheit, wenig über dessen Gegenwart, und ungewiss ist die Zukunft. Das Nordkolleg Rendsburg lädt zu einer Tagung, auf der Phänomene der russischen Gegenwartskultur vor allem im Hinblick auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen beleuchtet und diskutiert werden sollen. Eingeladen wurden renommierte Russlandkennerinnen und -kenner.

Stiftung Landdrostei Märchenwelten 25.7. – 14.9.

Di – Fr 15 bis 17 Uhr So 10 bis 12 Uhr

20.7. 17 Uhr Stiftung Landdrostei

Heimatmuseum Marner Skatclub

Museumstr. 2 25709 Marne Tel: 04851- 35 18 www.kik-kultur.de

Die Drostei – Haus des Barock und der Moderne Dingstätte 23 25421 Pinneberg Tel: 04101 - 210 30 www.landdrostei.de

In der Reihe »Märchenwelten« in der barocken Landdrostei in Pinneberg erzählt der Hamburger Märchenerzähler JörnUwe Wulf Märchen aus Russland. Wie viele Märchen anderer Länder auch, unterteilen sich die russischen Märchen in vier Hauptarten: Zaubermärchen, Tiermärchen, Abenteuermärchen und Alltagsmärchen, die von Figuren wie der Hexe Baba Jaga, Väterchen Frost, der schönen Wassilissa oder dem unsterblichen Kaschtschei erzählen.

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Gremien und Mitarbeiter Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival Ehrenbotschafter des Schleswig-Holstein Musik Festivals

Presse

Bettina Brinker (Leiterin) Maren Rose

Prof. Dr. Hermann Rauhe

Marketing

Stiftungsrat

Daniel Weth (Leiter) Stephanie Tonn

Dr. Sven Murmann (Vorsitzender) Ute Erdsiek-Rave (Stellvertreterin) Lutz Marmor (Stellvertreter) Hans Berger, Birgit Comberg, Jörg-Dietrich Kamischke, Heinz Maurus, Prof. Aribert Reimann, Dr. Dietrich Rümker, Dr. Carl Hermann Schleifer

Controlling

Burkhard Scheuer (Leiter) Monika Nix, Finanzbuchhaltung Konzertorganisation

Markus Steeger Vorstand

Rolf Beck (Vorsitzender), Eva Albers, Prof. Inge-Susann Römhild

Tel.-Zentrale, Empfang

Christa Clausen

Intendant

Rolf Beck Verwaltungsdirektor / Stellv. Intendant

Sponsorengesellschaft Schleswig-Holstein Musik Festival mbH

Burkhard Stein Geschäftsführung Persönlicher Referent des Intendanten

Andreas Eckel

Benedikt Müller Referentin Sponsoring Sekretariat

Svenja Boer

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Susanne Kettner, Irene Ueberwolf Vertragsreferentin Künstlerisches Betriebsbüro

Tomke Sausel

Imke Hinz (Leiterin), Frank Siebert, Hanne Abendroth, Constanze Vetter

Sekretariat

Susanne Reinberg Dramaturgie

Dr. Judit Alsmeier, Frank Siebert, Rebekka Linke Akademien / Meisterkurse

Schleswig-Holstein Musik Festival e.V.

Stefan Englert (Leiter) Stefan Drewenskus

Kuratorium

Orchesterakademie

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (Vorsitzender)

Barbara Steinheuer Vertretungsvorstand

Christoph Böhmke

Eva Albers, Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Dr. Carl Hermann Schleifer

Meisterkurse

Gesamtvorstand

Wiebke Schwarz

Benedikt Müller

Eva Albers, Rolf Beck, Birgit Comberg, Peter Hanemann, Heinz Maurus, Dr. Sven Murmann, Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Dr. Carl Hermann Schleifer, Ulrich Wachholtz

JazzBaltica

Geschäftsführung

Rainer Haarmann (Künstlerischer Leiter) Stefan Drewenskus

Susanne Neubacher Marion Eryilmaz, Mitarbeiterin

Chorakademie

Musikfeste auf dem Lande

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Informationen und Kartenbestellung Schleswig-Holstein Musik Festival

Palais Rantzau, Parade 1, 23552 Lübeck Tel.: 0451- 389 57- 0 www.shmf.de Karten

Kartenzentrale Schleswig-Holstein Musik Festival Postfach 3840 24037 Kiel Fax: 0431- 570 47 47 bestellung@shmf.de Kartentelefon 0431-570 470

ab Montag, 7. April 2008 Schriftliche Kartenbestellungen

Ihre Bestellungen per E-Mail, Fax, Brief oder im Internet unter www.shmf.de sind ab sofort möglich. Ihre Bestellungen werden in der Reihenfolge des Posteingangs sortiert. Die Platzreservierungen werden ab Ende März 2008 vorgenommen, nachdem die Bestellfrist für die Mitglieder des Fördervereins abgelaufen ist. Für den Fall, dass der gewünschte Kartenpreis nicht mehr verfügbar sein sollte, geben Sie bitte möglichst mehrere alternative Kartenpreise an. Zahlungshinweis

Bei Vorliegen einer Lastschrift-Genehmigung werden die Karten direkt zugesandt. Ansonsten erhalten Sie nach Bearbeitung Ihrer Bestellung eine Reservierungsbestätigung (Rechnung) mit Zahlungsinformationen und Angaben über die für Sie reservierten Karten. Abendkasse

Restkarten (soweit vorhanden) erhalten Sie jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn an der Veranstaltungsstätte. Preise

In den angegebenen Preisen sind die Verkaufsgebühr (in Höhe von 10% des Kartenpreises) und der Musikschultaler in Höhe von 1,- € enthalten. Der Musikschultaler wird zugunsten der musikalischen Nachwuchsförderung an den Landesverband der Musikschulen in SchleswigHolstein e.V. abgeführt. Daraus werden auch gemeinsam von dem Landesverband der Musikschulen und der Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival durchgeführte musikpädagogische Maßnahmen finanziert. Es wird lediglich eine Versandkostenpauschale in Höhe von 3,50 € erhoben. Schüler, Studenten, Auszubildende (bis 30 Jahre), Wehr- und Zivildienstleistende erhalten eine Preisermäßigung von 50%.

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Ein Berechtigungsnachweis ist bei der Einlasskontrolle unaufgefordert vorzuzeigen. Allgemeine Bestimmungen

Kartenrückgabe und -tausch sind auch bei nur teilweise erfüllten Bestellungen nicht möglich. Änderungen von Programmen, Besetzungen und Terminen bleiben grundsätzlich vorbehalten. Besetzungs- und Programmänderungen berechtigen nicht zur Rückgabe der Karten. Lediglich bei genereller Absage einer Veranstaltung wird innerhalb einer Frist von zwei Monaten gegen Vorlage der Eintrittskarten der Kaufpreis erstattet. Bei Eintrittskarten der niedrigeren Preiskategorien kann es sich – insbesondere in den Kirchen – auch um Plätze mit Sichtbehinderungen handeln. Auch durch Kameras und technische Aufbauten können Sichtbehinderungen auftreten, die ebenfalls nicht zur Rückgabe der Karten bzw. zur Herabsetzung des Kaufpreises berechtigen. Bitte denken Sie bei widrigen Wetterbedingungen an adäquate Kleidung. Rollstuhlplätze

Informationen und Verkauf über die Kartenzentrale. Nicht für Rollstuhlfahrer geeignet sind folgende Veranstaltungsstätten: Altenhof (Kuhhaus), Cismar (Kloster Cismar), Flensburg (Marineschule Mürwik), Glücksburg (Schloss), Hamburg (Literaturhaus), Hasselburg (Herrenhaus), Lüneburg (Fürstensaal), Pronstorf (Kuhstall). Das SHMF im NDR Fernsehen und NDR Radio Das NDR Fernsehen präsentiert in der Sendung »Schleswig-Holstein 18:00 Uhr« Aktuelles rund um das SHMF von Montag bis Freitag immer um 18 Uhr, mit Reportagen, musikalischen High-

lights, Gesprächen, Kartenverlosungen und dem täglichen Festival-Tipp. Außerdem gibt es regelmäßige Berichterstattung zum SHMF in den Radioprogrammen NDR Kultur (hier auch LiveÜbertragungen und Aufzeichnungen von Konzerten) und NDR Info sowie auf der NDR 1 Welle Nord, hier auch Montag bis Freitag mit den Festival-Notizen zwischen 20 und 22 Uhr. Präludium Das SHMF bietet Ihnen auch in diesem Jahr

wieder unter dem Titel »Präludium« zahlreiche Einführungsveranstaltungen zu unseren Konzerten an. Hinweise auf die Veranstaltungen finden Sie als Eindruck auf den Eintrittskarten, im Internet und auf Anfrage. Die Präludien werden gefördert durch HSH Nordbank AG.

Adressen der Spielstätten Ahrensburg Marstall Lübecker Str. 8 Altenhof Kuhhaus Gut Altenhof, 24340 Altenhof Bad Oldesloe Peter-Paul-Kirche Kirchberg 4 Bad Segeberg St. Marienkirche Kirchplatz Bargteheide Kleines Theater Hamburger Str. 3 Bordesholm Klosterkirche Kirchhofsallee Brunsbüttel Elbeforum Von-Humboldt-Platz Cismar Kloster Cismar Bäderstr. 42 Elmshorn Reithalle Westerstr. 93 Emkendorf Scheune Gut Emkendorf, Gutshof, 24802 Emkendorf Eutin Theater am Schloss Schlossplatz 3 Flensburg Deutsches Haus Friedrich-Ebert-Str. 7 Marineschule Mürwik Kelmstr. 14 Föhr, Boldixum St. Nicolaikirche Kirchweg Föhr, Nieblum St. Johannis-Kirche

Wohlsweg / Kankstieg Föhr, Wyk W.D.R.-Fähre

Hafen/Am Fähranleger Friedrichstadt St. Christophorus-Kirche Am Mittelburgwall 44 Glücksburg Schloss Große Straße Glückstadt Stadtkirche Am Kirchplatz Großenaspe Hof Bissenbrook 24623 Großenaspe Hamburg HafenCity, Cruise Center

Großer Grasbrook/Am Dalmannkai Hamburger Kammerspiele Hartungstr. 9 -11 Kampnagel Jarrestr. 20 Laeiszhalle Johannes-Brahms-Platz Literaturhaus Schwanenwik 38 Lokschuppen der S-Bahn Sommerkamp 31 Museum der Arbeit Wiesendamm 3 NDR, Rolf-Liebermann-Studio Oberstr. 120 Norddeutsche Affinerie Hovestr. 50 SAP Geschäftsstelle Hamburg Großer Grasbrook 17 (ehem. Kibbelsteg) Schuppen 52 Australiastraße St. Johannis am Turmweg Heimhuder Straße St. Johannis, Kulturkirche Altona

Max-Brauer-Allee/Ecke Sternbrücke Hamburg-Blankenese Ev.-luth. Kirche am Markt Mühlenberger Weg 64 Haseldorf Rinderstall Gut Haseldorf Hauptstraße, 25489 Haseldorf Hasselburg Herrenhaus und Scheune Gut Hasselburg, Allee 8, 23730 Hasselburg Heide St. Jürgen Kirche am Markt Hohenwestedt Peter-Pauls-Kirche Lindenstraße Husum St. Marienkirche Am Markt Itzehoe St. Laurentii Kirchenstraße theater itzehoe Theodor-Heuss-Platz 1 Kiel Förde Sparkasse Lorentzendamm 28 - 30 halle400 An der halle400 HDW-Werft Werftstr. 112 - 114 Petruskirche Weimarer Straße 5

Schloss Eggerstedtstraße Kiel-Molfsee Winkelscheune im Freilichtmuseum Hamburger Landstr. 97 Lübeck Huckepack-Wiek Glashüttenweg 19 - 29 Lehmannkai 2 Seelandstraße 15, Herrenwyk Musik- und Kongresshalle Willy-Brandt-Allee 10 Musikhochschule Lübeck Große Petersgrube 17-29 Schuppen 6 Untertrave 47a St. Petri Am Petrikirchhof 1 Werkhof Kanalstr. 70 Lüneburg Fürstensaal Historisches Rathaus, Am Markt 1 Kulturforum Gut Wienebüttel St. Michaelis-Kirche Auf dem Michaeliskloster Meldorf Dom Klosterhof 19 Mölln Augustinum Sterleyer Str. 44 Neumünster Ev.-luth. Vicelinkirche Hinter der Kirche Gerisch-Park Hauptstr. 1 Holstenhalle Justus-von-Liebig-Straße 2- 4 Theater in der Stadthalle Kleinflecken 1 Niebüll Christuskirche Kirchenstraße 6 Norderstedt TriBühne Rathausallee Plön Fielmann Akademie Schloss Plön Schlossberg Nikolaikirche Markt Pronstorf Kuhstall Gut Pronstorf, Gutshof, 23820 Pronstorf Reinbek Schloss Schlossstraße 5 Rellingen Kirche Kirchenstraße Rendsburg Christkirche Prinzenstraße 13 Salzau Konzertscheune Kulturzentrum Salzau 24256 Fargau-Salzau Schleswig Dom Süderdomstraße Landesgartenschau, NOSPA Festpavillon

Königswiesen Schloss Gottorf, Barockgarten Stampfmühle Sonderburg Koncertsalen Alsion Alsion 2, DK 6400 Sonderburg Schloss / Slot Sønderbro 1, DK 6400 Sonderburg Stade Stadeum Schiffertorsstr. 6 Stocksee Gut Stockseehof 24326 Stocksee Sylt, Rantum Sylt-Quelle Hafenstraße 1 Timmendorfer Strand, Niendorf Evers-Werft An der Acht Maritim Seehotel Strandallee 73b Travemünde Columbia Hotel Casino Travemünde Kaiserallee 2 Wahlstedt Kleines Theater am Markt Waldstr. 16 Wotersen Reithalle Schloss Wotersen, 21514 Wotersen

Weitere Infos: www.shmf.de/spielstaetten

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Hotels

Besondere Festivalangebote der Hotels finden Sie unter: www.kultur.sh-tourismus.de

radisson sas senator hotel Das Festivalhotel direkt neben der Musik- und Kongresshalle Willy-Brandt-Allee 6, 23554 Lübeck Tel: 0451-142-0, Fax: 0451-142 22 22 www.senatorhotel.de, book@radissonSAS.com

seehotel töpferhaus Eines der schönsten Landhotels in Deutschlands Norden liegt idyllisch am Südufer des malerischen Bistensees und begrüßt seine Gäste in einmaliger Lage im Einklang mit der Natur Am See, 24791 Alt Duvenstedt Tel: 04338- 99 71- 0, Fax: 04338-99 71 - 71 www.toepferhaus.com, info@toepferhaus.com

columbia hotel casino travemünde Elegantes Wohlfühlambiente in historischer Seebadarchitektur. Genießen Sie Wellness und feinste Kulinarik direkt am weißen Ostseestrand Kaiserallee 2, 23570 Travemünde Tel: 04502 - 308 - 0, Fax: 04502 - 308 - 333 www.columbia-hotels.de, travemuende@columbia-hotels.de

landhotel prahls gasthof Seit 1864 im Familienbesitz – die feine Küche am Sachsenwald. Kochkunst, Tischkultur und Gastfreundschaft auf dem Lande erleben Große Straße 24, 21465 Reinbek/Ohe, Tel: 04104 - 999 - 0 Fax: 04104 - 999 -191, www.prahls-gasthof-ohe.de prahls-gasthof-ohe@t-online.de

flair - landhotel strengliner mühle Idyllisches Landhotel – eine frühere Wind- und Wassermühle – in malerischer, ruhiger Lage. 2 Gästehäuser, Wellnessbereich mit Schwimmbad, Wintergarten-Restaurant Mühlenstraße 2, 23820 Pronstorf-Strenglin Tel: 04556 - 99 70 - 99, Fax: 04556 - 99 70 -16 www.strenglinermuehle.de, info@strenglinermuehle.de

waldhaus reinbek Genießen Sie persönliches Ambiente und exzellenten Service inmitten einer der schönsten Landschaften des Nordens, direkt vor den Toren der pulsierenden Weltstadt Hamburg Loddenallee, 21465 Reinbek, Tel: 040 - 727 520 Fax: 040 - 727 52 100, www.waldhaus.de, waldhaus@waldhaus.de

romantikhotel altes gymnasium Charme der alten Schule – Das ehemalige Gymnasium beherbergt heute ein 5-Sterne-Hotel der Extraklasse Süderstraße 2 -10, 25813 Husum Tel: 04841- 833 - 0, Fax: 04841- 833 -12 www.altes-gymnasium.de, info@altes-gymnasium.de

sachsenwald hotel reinbek Im Herzen des Bismarckschen Sachsenwaldes an Hamburgs schönster Seite – ca. 5 min vom Schloss Reinbek entfernt Hamburger Straße 4 - 8, 21465 Reinbek Tel: 040 - 727 61- 0, Fax: 040 - 727 61- 215 www.sachsenwaldhotel.de, sachsenwaldhotel@t-online.de

hotel landhaus haffkrug %%%% Sterne Wellness- und Beauty-Hotel Mediterraner Landhaus-Charme zum Wohlfühlen Karkstieg 26, 23683 Scharbeutz-Haffkrug Tel: 04563 - 51 22, Fax: 04563 - 47 39 50 www.landhaus-haffkrug.de, hotel@landhaus-haffkrug.de

Ihr touristischer Servicepartner www.sh-tourismus.de Hotline: 01805 - 60 06 04 (0,14 € Min.), täglich von 8 – 22 Uhr

romantikhotel historischer krug Ayurveda Wellnesscentrum und Hotelzimmer im Landhausstil. Restaurant »Krugwirtschaft« mit regionaler feiner Landküche, und das Gourmetrestaurant »Privileg« mit gehobener Küche Grazer Platz 1, 24988 Oeversee Tel: 04630 - 940 - 0, Fax: 04630 - 780 www.historischer-krug.de, info@historischer-krug.de

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maritim seehotel timmendorfer strand Großes Urlaubshotel direkt am Ostseestrand gelegen mit vielfältigen Möglichkeiten für Kultur-, Gourmet- und Wellnessfreunde Strandallee 73, 23669 Timmendorfer Strand, Tel: 04503 - 60 50, Fax: 04503 - 605 24 50, www.orangerie-timmendorfer-strand.de www.maritim.de, info.tim@maritim.de

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Register Künstler

Aichhorn, Silke 35 Alban Berg Quartett 20 Andrianov, Boris 29 Antonini, Giovanni 114 Arte Ensemble 98 Assaf, Seewi 42 Auer, Barbara 30 Auerbach, Lera 33 Axelrod, John 93 BallettKiel 57 Bamberger Symphoniker 53 Barrios, Ismael 42, 43 Barto, Tzimon 44 Beck, Rolf 85 Becker, Maria 73 Becker, Rolf 26 Bennent, David 113 Berwaerts, Jeroen 71 Bicket, Harry 112 Blacher, Kolja 117 Blomstedt, Herbert 107 Bodoky, Gergely 57 Bolschoi-Theater, Chor 38 Bolschoi-Theater, Orchester 38 Bosco, João 116 Botelho, Luciano 111 Brendel, Adrian 79, 80 Brendel, Alfred 79 Brueggergosman, Measha 111 Buhre, Brigitte 41 Buhre, Traugott 41 Cabell, Nicole 100 Carignani, Paolo 100 Chamber Choir of the Moscow Conservatory 97 Chance, Michael 105 Chanticleer 92 Dmitri Pokrovsky Ensemble 89 Dohnányi, Christoph von 23 Doubkova, Ekaterina 30 Dronov, Igor 58 Dvorsky, Miroslav 100 ensemble Intégrales 77 Ensemble Studio für Neue Musik Moskau 58 Eschenbach, Christoph 19, 44, 51 Estrin, Vladislav 65 Fine Arts Quartet 27 Furthner, Rainer 42, 43 Gabetta, Sol 39 Gaynullin, Aydar 115 Gees, Michael 88 Gergiev, Valery 84 Gilbert, Alan 119 Gluzman, Vadim 50 Gritton, Robin 108 Grivnov, Vsevolod 38, 97 Grubinger, Martin 42, 43, 93, 121 Grubinger sen., Martin 42, 43 Gubaidulina, Sofia 63 Gutman, Natalia 46, 110 Hampson, Thomas 72 Händler, Jack Martin 48

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Harada, Hideyo 104 Heidler, Rico 57 Hofstätter, Manuel 42, 43 Horton, Tim 80 Horwitz, Dominique 98 Huun-Huur-Tu 31 Hyperion Ensemble 73 Igudesman und Joo 101 Illarionov, Dimitri 29 Imani Winds 21 Imorde, Stephan 54 Inoue, Michiyoshi 71 Jerusalem Chamber Music Festival Ensemble 86 Jourist Quartett mit Aydar Gaynullin 115 Kammerorchester Basel 114 Kanta, Ludovit 71 Karamazov, Edin 76 Karg, Christiane 74 Kasarova, Vesselina 112 Kazakov, Mikhail 38 Kehring, Burkhard 74 Keller, Jörg Achim 116 Keulen, Isabelle van 47 Klingsbigl, Wolfgang 42 Klußmann, Sophie 57 Kotov, Andrey 52 Kremer, Gidon 101 Kremerata Baltica 101 Landgren, Nils 116 Lanser, Sebastian 42 Leiferkus, Sergei 97 Leonskaja, Elisabeth 20, 59 Levin, Rodion 65 Lewis, Paul 78 Lido, Andrej 65 Lovano, Joe 21 Loyko 61 Lubimov, Alexei 60 Maazel, Lorin 118 Maisenberg, Oleg 90 Maisky, Lily 94 Maisky, Mischa 94 Mäkimattila, Kristiina 57 Manistina, Elena 38 Mariinsky Theatre Symphony Orchestra 84 Matsuev, Denis 84 Meikofski, Frank 120 Mirimov, Alexander 65 Monighetti, Ivan 63 Moscow Art Trio 95 Müller-Schott, Daniel 19 Mullova, Viktoria 114 Musica Petropolitana 102, 105 Nakariakov, Sergei 48 NDR Bigband 116 NDR Brass 45 NDR Radiophilharmonie 93, 100, 111 NDR Sinfonieorchester 23, 109, 119 New York Philharmonic 118 Nikitin, Evgeny 51 Nott, Jonathan 53 Oberlinger, Dorothee 82

Orchestra Ensemble Kanazawa 71, 85 Oue, Eiji 111 Pagin, Aimo 87 Pakava It’ 65 Pape, René 119 Parkman, Stefan 57 Paster, Maxim 38 Pavlovskaya, Tatiana 97 Payer, Ulrike 47 Pelagea 49 Petrenko, Kirill 109 Pletnev, Mikhail 39, 97 Poltéra, Christian 70 Posch, Alois 20 Prégardien, Christoph 85, 88 Ramin, Clemens von 30 Repin, Vadim 53 Reynolds, Julian 81 Rieger, Wolfram 72 Rundberg, Per 42 Rundfunkchor Berlin 57 Russian National Orchestra 39 Scheibner, Lars 57 Schiff, Heinrich 20, 70, 106 Schleswig-Holstein Festival Chor 85, 97, 108 Schleswig-Holstein Festival Orchester 19, 51, 70, 97, 107, 117 Schmalcz, Alexander 62 Schmidinger, Leonhard 42, 43 Schneider, Ulf 54 Schöneberger, Barbara 111 Schweins, Esther 104 Shagaev, Maxim 41 Sirin Ensemble 52 Sokolov, Grigory 28 Solistes Européens Luxembourg 48 Sonatori de la Gioiosa Marca 82 Soumm, Alexandra 87 St. Petersburg Philharmonic 110 St. Petersburg String Quartet 56 St. Petersburger Kammersolisten 32, 36 Steinbacher, Arabella 23 Stoupel, Vladimir 26 Szymanowski Quartett 90 Tadeu, Edison 43 Te Kanawa, Kiri 81 Temirkanov, Yuri 110 Terem Quartet 66 The English Concert 112 The Manhattan Transfer 37 Tokarew, Nikolai 99 Tomowa-Sintow, Anna 62 Trio Accanto 75 Vassiljeva, Tatjana 63 Vedernikov, Alexander 38 Vinnitskaya, Anna 109 Voßkühler, René 57 Wayne Shorter Quartet 21 Weilerstein, Alisa 33 Wiener Klaviertrio 113 Wienhardt, Peter von 120 Winkler, Angela 54

Wirssaladze, Elisso 46 Yoffe, Angela 50 Young, Abigail 71 Yumihari, Miki 34 Zacharias, Christian 106 Zehetmair Quartett 103 Zilberstein, Lilya 71 Zimmermann, Frank Peter 106 Zischler, Hanns 104 Zukerman ChamberPlayers 64 Spielorte

Ahrensburg 88 Altenhof 36, 66, 94, 113 Bad Oldesloe 92 Bad Segeberg 31, 56, 108 Bargteheide 73 Bordesholm 52, 82, 103 Brunsbüttel 48 Cismar 34 Elmshorn 51, 94, 106 Emkendorf 55, 96 Eutin 102 Flensburg 51, 79, 87 Föhr 35, 52, 103, 115 Friedrichstadt 41 Glücksburg 29 Glückstadt 29 Großenaspe 90, 115 Hamburg 25, 26, 32, 37, 42, 47, 49, 57, 58, 60, 63, 75, 81, 89, 97, 110, 116, 117, 118, 120 Haseldorf 36, 66, 99 Hasselburg 45, 61, 122, 124 Heide 52 Hohenwestedt 56 Husum 21, 27 Itzehoe 45, 71, 86 Kiel 20, 21, 28, 39, 41, 53, 58, 61, 65, 70, 72, 77, 84, 89, 97, 101, 109, 114, 116 Lübeck 19, 21, 23, 38, 43, 49, 51, 65, 66, 79, 84, 93, 100, 107, 119, 121 Lüneburg 50, 85, 124 Meldorf 64, 82, 92 Mölln 30 Neumünster 38, 76, 111, 113, 120, 122 Niebüll 76 Norderstedt 71 Plön 47, 64, 80, 108, 122 Pronstorf 48, 59, 69, 86, 98 Reinbek 33, 78, 91 Rellingen 46, 90, 105 Rendsburg 48, 85, 112 Salzau 21, 95, 120, 122 Schleswig 45, 49, 105, 117, 122 Sonderburg / DK 61, 107 Stade 101 Stocksee 40 Sylt 30 Timmendorfer Strand 101, 120 Travemünde 74 Wahlstedt 104 Wotersen 27, 44, 54, 62, 83, 94, 106, 114

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Textnachweise

Der Artikel von Antje Hinz ist ein Originalbeitrag für das SchleswigHolstein Musik Festival 2008.

Bildnachweise

Land Schleswig-Holstein, Thomas Mueller, Crescendo Artists Management, PR Pakava It’, Boris Andrianov, JARO 2007, Erato, Julia Wesely, Elena Martinuk, PR Pelagea, JARO, Bialski Konzertagentur Hannover, Kasskara/DG, Crescendo Artists Management, Christina Schneider, Chris Lee, Juri Tscharyiski, Rolf Kissling, Michael Leis, ImagekontorSpahrbier, Kallebu/Silberfuchs-Verlag, Michael Rosenthal, Fine Arts Quartet, Artists Management Company, Nadja Klier, Clemens von Ramin, Lucio Lecce, Friedrun Reinhold, Miki Yumihari, Kuse Aichhorn, Joan Allen, Igor Zakharkin, Priska Ketterer, Kathrin Bühring, Dirk Sattler, Gisbert Körner, Jessica Griffin, Eric Bri, NDR Brass, Benjamin Kaufmann, Rudi Wolf, Marco Borggreve, Thierry Cohen, John Kringas, Mark Berghash, IMG Artists, Michael Tammaro, Richard Haughton, Joachim Giesel, Thilo Nass, Dorfmüller+ Kröger, Christine Douvier Management, Matthias Heyde, Jean Mayerat, David Molnár, Archiv Sikorski, Tristan Cook, Basta, Lisa Kohler, Johannes Ifkovits, Maria Becker, Christian Schneider, Trio Accanto, Kurt Hörbst, Harmonia Mundi/Eric Manas, Ealovega/Philips, Katie Vandyck, Tim Horton, John Swannell, Johannes Ritter, Denis Matsuev, Laura Luostarinen, Monika Schürle, Elena Bashkirova, Inge Prader, Rosa Frank, Engelhardt Promotions GmbH, Vladimir Dubasa, Zwazl, F. Reinhold, Ben van Duin, Seiji Okumiya, Holger Jacoby, ah-artists, Tom Specht/DG, Dominique Horwitz, Manfred Esser, Devon Cass, IAAC Italartist Austroconcert Kulturmanagement GmbH, Sasha Gusov, Musica Petropolitana, Keith Pattison, Dirk Dunkelbach, Henrik Jordan, Gerald Place, Nicole Chuard/Idd, Frank Hamm, Martin U. K. Lengemann, Robin Gritton, Gela Megrelidze, Benjamin Kaufmann, Concerto Winderstein, Pool Position Management/Stephan Pick, Suzanne Schwiertz, Andrea Hampl, Sasha Gusov/ BBC Music Magazine, Uwe Arens, Uwe Patjens, Steven Haberlandt, Jeanne Suslugas, Mats Lundquist, Erna Voigt © 1979, 1997, 2003 by Annette Betz Verlag im Verlag Carl Ueberreuter, Wien-München, Axel Nickolaus

Stand: 1. Februar 2008 Ein Programmbuch des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2008

Intendant: Rolf Beck Redaktion und Texte: Dr. Judit Alsmeier, Rebekka Linke Texte K 51, K 52, K 59, K 75: Dr. Harald Hodeige Anzeigen: Sponsorengesellschaft SHMF mbH Gestaltung: büro für mitteilungen, Hamburg Herstellung: Druckzentrum Harry Jung GmbH & Co. KG, Flensburg

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SHMF Programmbuch  

Programmbuch 2008

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