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DEMOKRATISCHE KOMPETENZEN MODUL ORDNUNG


EINLEITUNG BAUSTEIN KOMPAKT

Dieser Baustein hat eine diagnostische Funktion. Im Mittelpunkt steht die Visualisierung individueller Demokratievorstellungen. Konkrete Grundlage können auch die Ideen der Teilnehmenden zur Gestaltung der Inselordnung sein. Wie sieht das persönliche Konzept von politischer Ordnung aus? Um einen möglichst offenen und niedrigschwelligen Zugang zu gewährleisten, stellen die Teilnehmenden zunächst nonverbal ihre Vorstellungen zur Demokratie dar. Hier hilft eine vereinfachende Analogie zwischen unserer Gesellschaftsordnung und einer Maschine. In dem daran anschließenden Interview können Sinnbildungen und Vorstellungen genauer erfragt werden.

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ZIELBESCHREIBUNG

Die Teilnehmenden werden durch einen sprachentlastenden Zugang motiviert, ihre Denkkonzepte zum Ist-Zustand der demokratischen Ordnung nonverbal darzustellen. Ein anschließendes Interview hilft, die subjektiven Vorstellungen anhand der Darstellung zu artikulieren und zu strukturieren.

INHALTLICHE EINFÜHRUNG

Für jede Art von Demokratievermittlung ist es sinnvoll, an die Vorstellungen und Erfahrungen der Lernenden anzuknüpfen, um sie als Ausgangspunkt für Lernprozesse zu nutzen. Die Teilnehmenden können durch den Arbeitsauftrag: „Stell dir vor, die Demokratie wäre eine Maschine. Bitte stell diese Maschine dar!‘‘ ihre eigenen Vorstellungen gestalterisch ausdrücken. Alternativ kann auch die Idealvorstellung von Demokratie abgefragt werden. Die Analogie zu einer Maschine setzt bewusst strukturelle Schwerpunkte, beispielsweise:  Antrieb = Input  Produkt = Output  Bauteile = Institutionen/Organe  Prozess = Wirkungsprinzipien  Störungen = Probleme Diese nonverbalen Informationen können später in einer Präsentation durch strukturierte Fragen explizit verdeutlicht werden.

ANSCHLUSSMÖGLICHKEITEN IM MODUL

in Vorbereitung des Modul-Bausteins Inselspiel  in Vorbereitung des Modul-Bausteins Reparaturkit Demokratie 

THEMATISCH

Grundsätze des politischen Systems Deutschlands  politische Organe  Regierungssystem  Parteiensystem  Partizipation  Legitimation  Systemkritik 


EN G UN G N I D BE Gruppenstärke 6 bis max. 30 Teilnehmende Raumanforderungen Seminarraum mit Basteltischen und Präsentationsmöglichkeit Zeit mind. 1 Stunde

EN I L IA R E T MA

Notwendige Materialien Papier A3 eventuell Bastelmaterialien wie Filzstifte, Buntpapier, Modelliermasse, Karton, Draht, Bausteine o. ä. 

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SPIELVERLAUF

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ÜBERSICHT DES SPIELVERLAUFS DEMOKRATIEMASCHINE

EINFÜHRUNGSPHASE 1. ERTEILEN DES ARBEITSAUFTRAGES

Tafel oder Flipchart

ca. 5 min ERARBEITUNGSPHASE

2. ERARBEITUNG DES ARBEITSAUFTRAGES

Papier A3 eventuell Bastelmaterialien wie Filzstifte, Buntpapier, Modelliermasse, Karton, Draht, Bausteine o. ä.

ca. 20 min

PRÄSENTATIONSPHASE 3. PRÄSENTATION DER ARBEITSERGEBNISSE

Tafel, Flipchart oder Ausstellungstische

ab 30 min

4. STRUKTURIERTES INTERVIEW

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EINFÜHRUNGSPHASE Die Teilnehmenden verstehen den Inhalt des Arbeitsauftrages.

1. ERTEILEN DES ARBEITSAUFTRAGES Der/Die Seminarleitende stellt den Arbeitsauftrag: „Stell dir vor, die Demokratie wäre eine Maschine. Bitte stell diese Maschine dar!‘‘ Der Auftrag wird an einer Tafel oder auf einem Flipchart festgehalten, sodass die Teilnehmenden ihn immer sehen können. Gegebenenfalls erläutert der Seminarleitende den Auftrag kurz. ACHTUNG STOLPERSTEIN! Da die Teilnehmenden ihre individuellen Vorstellungen zur demokratischen Ordnung visualisieren sollen, ist auf eine Schwerpunktsetzung bei der Ausgestaltung des Arbeitsauftrages durch die Seminarleitung möglichst zu verzichten.

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ALTERNATIVE METHODE Für unerfahrenere Gruppen kann die Maschinenmetapher noch einmal erklärt werden, beispielsweise  Was ist eine Maschine?  Wozu dient eine Maschine?  Welche Bestandteile hat eine Maschine?


ERARBEITUNGSPHASE Die Teilnehmenden erarbeiten eine Maschine, die ihre Vorstellungen zur demokratischen Ordnung abbildet.

2. ERARBEITUNG DES ARBEITSAUFTRAGES Den Teilnehmenden werden verschiedene Bastelmaterialien zur Verfügung gestellt, damit sie ihre individuelle Demokratiemaschine darstellen können. ACHTUNG STOLPERSTEIN! Die Darstellungen müssen bei der anschließenden Präsentation deutlich erkennbar sein. Deshalb eignen sich keine Buntstifte, Kugelschreiber etc. ALTERNATIVE METHODE Ideal für das Seminar: Jeder Teilnehmende kann seine eigene Demokratiemaschine gestalten. Bei sehr großen Gruppen empfiehlt sich dennoch eine Partner- oder Gruppenarbeit.

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PRÄSENTATIONSPHASE Die Denkkonzepte der Teilnehmenden über die demokratische Ordnung werden deutlich.

3. PRÄSENTATION DER ARBEITSERGEBNISSE UNTERZIEL Die Teilnehmenden stellen ihre Arbeitsergebnisse vor. Sind alle Demokratiemaschinen fertig dargestellt, werden sie präsentiert. LEITFRAGE  Wie funktioniert Deine/Eure Demokratiemaschine? ALTERNATIVE METHODE Bei sehr vielen Exponaten kann zunächst eine Besichtigung der Arbeitsergebnisse stattfinden. Dazu empfiehlt sich die Methode Ausstellung. Wie in einer Galerieausstellung werden die Exponate auf Tischen und an Wänden präsentiert und die Teilnehmenden besuchen die Ausstellung. Im Anschluss können sie darüber abstimmen, welche Exponate sie verbal vorgestellt bekommen wollen.

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4. STRUKTURIERTES INTERVIEW UNTERZIEL Die Teilnehmenden erklären ihre Vorstellung zum Ist-Zustand der demokratischen Ordnung. Unmittelbar im Anschluss an die jeweilige Präsentation führt die Seminarleitung ein strukturiertes Interview mit den Schöpfern der Demokratiemaschinen durch. LEITFRAGEN  Was treibt die Demokratie an?  Was ist das Produkt der Demokratie?  Was sind für dich wichtige Bestandteile von Demokratie?  Wie funktioniert für dich Demokratie?  Was sind Anforderungen an die Menschen?  Was sind Störungen in der Demokratie? ACHTUNG STOLPERSTEIN! Die Auswertung stellt besondere Anforderungen an die kommunikative Kompetenz des Fragenden, da er sowohl strukturell und inhaltlich fragen als auch individuell auf die Teilnehmenden eingehen muss.


BEISPIELE DEMOKRATIEMASCHINE

Unterschiedliche Darstellungsmedien beleben grundsätzlich die anschließenden Präsentationen und motivieren die einzelnen Teilnehmenden, ihre Aussagen mit den gewählten Materialien anschaulich herauszuarbeiten.

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R U T RA E T LI Zum Einsatz der Demokratiemaschine und den anschließenden Interviews für eine didaktische Rekonstruktion von Politikbewusstsein: HAARMANN, MORITZ-PETER; LANGE, DIRK: Die Demokratiemaschine. Ein Weg zur Erhebung von Schülervorstellungen. In: Report der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung 3/2009, Braunschweig 2008, S. 21. HEIDEMEYER, SVEN; LANGE, DIRK: Wie sich Schülerinnen und Schüler Demokratie vorstellen. Zur didaktischen Rekonstruktion von Politikbewusstsein. In: Himmelmann, Gerhard; Lange, Dirk (Hrsg.): Demokratiedidaktik. Impulse für die Politische Bildung, Wiesbaden 2010, S. 221–240.

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ERWARTUNGS HORIZONT

Die Demokratiemaschinen werden je nach Erfahrungsstand der Teilnehmenden unterschiedlich ausfallen. Der gestalterische Ansatz motiviert auch unerfahrene Teilnehmer_innengruppen zur Umsetzung. Je weniger erfahren die Teilnehmenden sind, desto undifferenzierter wird ihre Darstellung sein und desto wichtiger ist das anschließende Interview für eine Verdeutlichung der Inhalte und deren Strukturierung. Unterschiedliche Darstellungsmedien beleben grundsätzlich die anschließenden Präsentationen und motivieren die einzelnen Teilnehmer_innen, ihre Aussagen mit den gewählten Materialien anschaulich herauszuarbeiten.


M U S S E R IMP

Produkt: Material- und Methodenkoffer zum Thema Ordnung Copyright: 2012 Stiftung Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar / Projekt Demokratische Kompetenzen im Diskurs entwickeln

Die Verwertung der Texte, Grafiken und Objekte ist ohne Zustimmung der Urheber rechtswidrig und strafbar. Das gilt auch für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Verarbeitung mit elektronischen Systemen. Entwicklung und Umsetzung: Miriam Beier Karin Schreibeis | Christian-Friedrich Lohe | Frank Hofmann Gestaltung: neongrau. | www.neongrau.eu Konzeption: Ingo Seifert Druck + Produktion: pigmentpol, Dresden Besuchen Sie uns im Internet: www.demokratie-scouts.de www.ejbweimar.de

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EJBW Stiftung Europ채ische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsst채tte Weimar Jenaer Str. 2/4 D-99425 Weimar +49 (0) 3643 827-0 kontakt@ejbweimar.de www.ejbweimar.de


Modul Ordnung 4