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nr. 5 | 2012

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Mai 2012 | 15. Jahrgang

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Praxisabgabe se r ab vi se ces it ei e te 36 n

Markt der MĂśglichkeiten


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 5 | 2012

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

04 Praxisabgabe und Praxisübernahme 06 Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber 07 Interview mit Marion Grosse, BWL-Beraterin

über Tipps für eine erfolgreiche Praxisabgabe

08 Viel Service: KVSH-Praxisbörse im Internet 12

NACHRICHTEN Kompakt Gesundheitspolitik

In Schleswig-Holstein haben 2011 100 Ärzte eine bestehende Praxis übernommen. Arztpraxen sind also keine Ladenhüter, wie das Beispiel der Praxis von Dr. Thomas Staak aus Reinbek zeigt. Im Titelthema gehen wir der Frage nach, wie die Rahmenbedingungen am Markt aussehen und was Praxisabgeber unternehmen müssen, damit eine Übergabe problemlos funktioniert.

14 Reizthema Approbationsordnung:

Gesundheitsminister Bahr an der Uni Lübeck

16 Delegation ärztlicher Leistungen:

Bundesärztekammer und Deutscher Pflegerat beziehen Position

18 Sektorenübergreifende Versorgung:

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Was bringt das neue „Landesgremium“?

19 Gastbeitrag: Anita Klahn, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP im Landtag

20 Gesundheitspolitische Diskussion in der Kreisstelle Schleswig-Flensburg

Praxis & KV 21 Eine für alle:

Rufnummer 116 117 eingeführt

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Tag der Niedergelassenen 2012: Schwerpunkt Niederlassungsberatung

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Forum

Die neue Bereitschaftsdienstnummer 116 117 startete Mitte April ohne größere Probleme. Was das für den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Schleswig-Holstein bedeutet, erfahren Sie auf Seite 20.

24 ICD-10-Kodierung:

Unterstützungsangebote für die Praxis

25 „Klug kodieren leicht gemacht“: Der Schlüssel zum Erfolg.

26 Neue QS-Vereinbarung „Säuglingshüfte“ 28 Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen 30 Lübecker Ärztenetz schreibt Forschungspreis aus

32 Vertragspsychotherapie von A bis Z (1. Teil)

Die Menschen im Land 34 Ärztliche Kunst in der KVSH

SERVICE 36 Sicher durch den Verordnungs-Dschungel: Wissen Sie es noch?

21 34 Generationen im künstlerischen Vergleich: Der Lübecker Herzchirurg Prof. Dr. Norbert W. Guldner stellt zusammen mit seinem Sohn Erik, PolizeiKommissar aus Kiel, seine Werke in Bad Segeberg aus.

37 Sie fragen – wir antworten Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

Beilage Flyer: Neue Rufnummer 116 117 2

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Nordlicht nr. 5 | 2012 EDITORIAL von Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Vorfahrt für die Selbstverwaltung! Dies wäre – ganz unabhängig von dem Ergebnis der Anfang Mai stattfindenden Landtagswahl – der einzige Wunsch, den ich in Richtung Politik äußern würde. Warum? Diese Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Wenn ich eines in sechs Jahren Vorstandstätigkeit gelernt habe, dann ist es die Erkenntnis, dass Gesundheitspolitik zum einen – unabhängig davon, welche Partei man betrachtet – stets nur eine untergeordnete Rolle spielt und zum anderen, dass Politik – bei allem durchaus erkennbaren Willen – ausschließlich in der Lage ist, die gesetzgeberischen Leitplanken zu setzen. Für wirklich durchgreifende Veränderungen fehlt ihr schlicht und ergreifend die Kraft. Das kann man nun lauthals beklagen oder aber sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und den Gestaltungsrahmen nutzen, der gerade auch durch die jüngste Gesetzgebung im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes geschaffen wurde. Und da befinden wir uns nun in einer Startposition, die es zu nutzen gilt: Viele positive Rahmenbedingungen warten nur darauf, von uns – den Vertretern der Selbstverwaltung – und damit meine ich ausdrücklich nicht nur die ärztliche, sondern explizit auch die Vertreter der Kassenseite – sinnvoll, konstruktiv und sicher auch das eine oder andere mal konfliktiv mit Leben gefüllt zu werden. Sei es nun bei der Ausgestaltung der künftigen Bedarfsplanung, der Umsetzung des neuen Paragrafen 116b oder auch der Konkretisierung des neu formulierten Paragrafen 115a: Hier sind wir gefordert, neue und vor allem rechtssichere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Sektoren zu gestalten. Aber auch bei der Bekämpfung des drohenden Ärztemangels müssen wir die Möglichkeiten nutzen und dazu gehört unter anderem auch die ungeschönte Darstellung unseres Praxisalltags, das klare Benennen von Chancen und Risiken bei der Praxisabgabe und Übernahme sowie die intensive Ansprache unseres medizinischen Nachwuchses. Und bei alldem gilt. Liebe Politik, lasst die Selbstverwaltung machen, dann klappt es auch in Zukunft mit der Versorgung. Eine unterhaltsame Lektüre wünscht Ihnen

Ihre

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Titelthema P ra x isabgabe

Hoher Umsatz allein garantiert noch keinen Praxisnachfolger

Fotos: Dirk Schnack

Manche Praxisabgeber erleben kurz vor dem Ruhestand eine Überraschung: Der Wert ihrer Praxis lässt sich am Markt nicht erzielen. Kassenärztliche Vereinigungen und Bankenexperten raten, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Manchmal hilft auch einfach Mund-Propaganda.

Dr. Thomas Staak, Hausarzt, Reinbek

Morgens gegen 7.45 Uhr beginnt für Dr. Thomas Staak der Arbeitstag. In seiner Reinbeker Hausarztpraxis findet Staak um diese Uhrzeit die ersten Patienten vor und der Andrang reißt bis zur Mittagszeit nicht ab. In aller Regel muss Staak sechs Stunden lang stramm durcharbeiten, es bleibt kaum Zeit für einen Kaffee. Nach der Mittagspause geht es kurz vor 16.00 Uhr zu den ersten Hausbesuchen, dann wieder Sprechstunde, meist bis ungefähr 20.00 Uhr am Abend. Es ist ein langer Arbeitstag, den Staak absolviert. Gestresst fühlt sich der 64-Jährige deshalb nicht. Denn seine Patienten, sagt Staak, achten auf ihre Gesundheit und arbeiten aktiv an deren Erhaltung mit. Und seine vier Beschäftigten in der Praxis tragen Verantwortung, er verlässt sich auf sie. Patientenstamm und Personal sind zwei Stärken seines Praxisstandortes, ein guter Verdienst und die Lage im Hamburger Randgebiet sind weitere Pluspunkte. Damit führt Staak eine Praxis, um die sich früher wohl eine Menge Kollegen beworben hätten. Staak hat tatsächlich keine großen Probleme gehabt, einen Nachfolger zu finden. 4

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Aber es war auch kein Selbstgänger. Bis Redaktionsschluss (die offizielle Bewerbungsfrist endete erst wenige Tage später am 30. April) hatte es zwei ernsthafte Interessenten gegeben, mit einem von ihnen wurde sich Staak einig. Arztpraxen sind keine Ladenhüter Das Beispiel aus Reinbek ist vielleicht nicht repräsentativ, aber es unterstreicht die Beobachtung von Experten wie Marion Grosse (siehe Interview auf Seite 7): Arztpraxen in Schleswig-Holstein sind alles andere als Ladenhüter, es empfiehlt sich aber selbst für etablierte Praxen mit soliden Überschüssen eine rechtzeitige Vorbereitung der Übergabe. Denn ein vernünftiges Arzteinkommen allein, diese Erfahrung hat nicht nur Staak gemacht, garantiert noch lange nicht, dass sich auch Nachfolger für die Praxen finden. Das Einkommen ist wichtig, viele interessierte Kollegen wollen dies aber nicht auf Kosten eines zu langen Arbeitstages erzielen. Und Staaks Scheinzahl von 1.600 pro Quartal garantiert zwar ein solides Einkommen, aber eben auch eine Menge Arbeit.

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Titelthema Staak hat, wie viele Ärzte seines Alters, seinen Praxiswert durch die betriebswirtschaftliche Beraterin der KV, Marion Grosse, ermitteln lassen. Ein Interessent bot weniger als 50 Prozent dieses Wertes, stockte noch auf 65 Prozent auf. Einig wurde sich Staak aber mit Dr. Christian Remmele, der rund 73 Prozent des ermittelten Wertes zahlt. Zur Einigung zählt auch, dass Staak nach der Übernahme noch eine Zeit lang im Job-Sharing mitarbeitet. Das garantiert einen sanften Übergang: Remmele muss nicht sofort den vollen Andrang allein bewältigen.

Was können abgebende Ärzte tun, um ihre Praxis für Nachfolger attraktiv zu machen? Boockhoff rät dazu, die Praxis rechtzeitig vor dem geplanten Verkauf für die potenziellen Käufer interessant zu machen. Dazu zählt für ihn die Präsenz im Internet. „Junge Ärzte informieren sich auch im Internet. Eine attraktive Website und gute Bewertungen in Arztportalen sind für potenzielle Käufer Pluspunkte“, gibt Boockhoff zu bedenken. Seine Bank führt deshalb Seminare zur Praxisübergabe und zum Thema Web 2.0 durch. „Aus unserer Sicht sind solche Übernahmen bei den jungen Kollegen besonders beliebt, wo der Abgeber fortlaufend in Ausstattung, Geräte, Ambiente der Praxis und in die Fortbildung der Mitarbeiter investiert hat“, sagt Sigrid Bissel. Die Leiterin der Heilberufeberatung der Deutschen Bank für die Region Schleswig-Holstein und Hamburg sind damit die Weichen gestellt, um „eine in Prozessen, Patientenstruktur, Ausstattung und letztlich wirtschaftlichen Erfolg optimal aufgestellte moderne Praxis zu erwerben. Bei solchen Praxen findet sich meist schnell ein potenzieller Übernehmer und auch ein attraktiver Kaufpreis für den Abgeber“, so Sigrid Bissel.

„Ich bin zufrieden mit dem Verkaufserlös. Allerdings habe ich die Praxis nie als Altersvorsorge eingeplant. In erster Linie bin ich froh, dass ich die Verantwortung abgeben kann, meine Mitarbeiter in der Praxis bleiben können und meine Patienten weiter versorgt werden“, sagt Staak im Gespräch mit dem Nordlicht. Erste Gedanken an eine Praxisabgabe kamen bei ihm auf, als er sich dem 60. Geburtstag näherte. Konkret beschäftigt hat sich der heute 64-Jährige seit Herbst 2010 mit dem Thema. Es folgten Gespräche mit Marion Grosse, er fertigte eine Praxisbeschreibung an, wartete aber noch mit der Veröffentlichung in der Praxisbörse auf der KV-Homepage. Dass dies gar nicht erforderlich wurde, verdankt Staak seinen guten Kontakten in das örtliche Krankenhaus. Dort hatte er einige Kollegen über seine Pläne informiert, sein Nachfolger arbeitete im Krankenhaus, hörte davon und nahm den Kontakt auf. Die Rolle der Banken Dass die Praxisübergabe längst nicht immer so reibungslos wie in Reinbek verläuft, beobachten auch die Banken. Dabei verweist Dirk Boockhoff, Leiter des Teams Heilberufe und Gesundheitswirtschaft aus Kiel der HypoVereinsbank/Unicredit Bank, auf starke regionale Unterschiede. „An der Westküste ist es tendenziell schwerer, einen Nachfolger zu finden. Das heißt aber nicht, dass die Praxen dort unattraktiv sind. Viele haben einen großen Patientenstamm, der ein gutes Einkommen sichert“, sagt Boockhoff. Wer sich heute niederlassen will, wählt nach seinen Erfahrungen meist die Übernahme, Neugründungen finden besonders im hausärztlichen Bereich nur noch selten statt. Dass die Interessenten selbst bei Praxen, die ein gutes Einkommen versprechen, nicht Schlange stehen, erklärt Boockhoff mit der gewandelten Einstellung der jungen Arztgeneration. Die wägt nach seinen Erfahrungen genau ab, ob Verwaltungsaufwand und Arbeitsbelastung für sie tragbar sind. Grund für eine betriebswirtschaftliche Scheu muss es nach seiner Meinung bei Praxen mit einem soliden Patientenstamm nicht geben.

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Eine hohe Hürde ist für junge Ärzte nach wie vor das Investitionsrisiko. „Unsere Erfahrung zeigt aber, dass gut geplante Existenzgründungen eine hohe Erfolgsquote haben“, teilte die im Segment führende Apotheker- und Ärztebank mit. Sie verweist auf Investitions- und Kostenberatungsanalysen, die eine Vorstellung vom Mindestumsatz geben, die eine Praxis erwirtschaften muss. Als weitere Herausforderung für die jungen Praxisinhaber nennt die Bank Patientenorientierung und unternehmerisches Handeln – mit anderen Worten: Ärzte müssen bei jedem Patienten abwägen, wie viel Zeit sie ihm widmen können. Von den durchschnittlich 167.000 Euro, die Käufer in den alten Bundesländern für die Übernahme einer allgemeinärztlichen Praxis zahlen, sind die Erwartungen der abgebenden Ärzte häufig offenbar gar nicht so weit entfernt. Die apoBank verweist in diesem Zusammenhang auf eine Umfrage aus dem Jahr 2011, wonach nur acht Prozent der teilnehmenden Ärzte mit einem Verkaufserlös von über 200.000 Euro rechneten (siehe Kasten Seite 6) Immer mehr Ärzte suchen offenbar vor der Übernahme Unter stützung bei KV und Banken. Dies bestätigt neben der Apotheker- und Ärztebank, der Unicredit Group und der Deutschen Bank auch die Förde Sparkasse in Kiel. Serviceleistungen wie Seminare für Abgeber und Existenzgründer werden nach Erfahrungen der Deutschen Bank gut angenommen. Dabei stellt sich nach Auskunft von Sigrid Bissel heraus, dass viele Ärzte durchaus den Wunsch haben, unternehmerisch tätig zu sein. Was kann ein abgebender Arzt tun, um zu einer realistischen Kaufpreisentscheidung zu kommen? Die Bankexperten nennen hierzu mehrere Faktoren. Wichtig ist zunächst der Standort – Ballungszentrum, ländliche Region, Versorgungsdichte in der Region. Dann die Vorbereitung der Praxis für künftige Herausforderungen: „Diese Frage gilt in optischer Sicht, geräte- und leistungstechnisch ebenso wie hinsichtlich der Qualifikation der Mitarbeiter und mit Blick auf Kooperationen“, sagt Bissel. Genau in diesem Punkt sieht Staak einen Nachteil für Einzelpraxen wie seine: „Die starren Richtlinien bieten kaum Chancen, hier eine Doppelpraxis zu etablieren. Damit kann man schwer auf Nachfragespitzen reagieren, es entstehen Wartezeiten und damit Frust bei allen Beteiligten“, beschreibt Staak ein Problem, das viele große Versorgerpraxen mit ihm teilen. aktuell

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Titelthema P ra x isabgabe Für ihn persönlich ist dieses Problem bald nicht mehr akut. In seiner neuen Rolle ohne Verantwortung als Praxisinhaber will Staak zunächst seine Hobbys Segeln, Musik und Theater in den Vordergrund stellen. Nach einem zeitlichen Abstand kann er sich aber vorstellen, doch wieder als Mediziner tätig zu werden. Ohne eigene Praxis, und nicht in privilegierten Standorten wie Reinbek: „Vielleicht helfe ich in Sozialprojekten und engagiere mich für Obdachlose in sozial schwachen Stadtteilen.“ Dirk Schnack, Journalist

Daten zur Existenzgründung und Praxisabgabe • Praxisgründer sind zwischen 33 und 45 Jahre alt, nur 20 Prozent sind älter und zwei Prozent jünger. • 58 Prozent der Gründer in den alten Bundesländern sind Männer, in den neuen Bundesländern ist das Verhältnis umgekehrt. • Nur 17 Prozent der Praxen in den alten Bundesländern befinden sich in einer Kleinstadt (unter 20.000 Einwohner) oder auf dem Land. • Durchschnittlich werden 117.000 Euro für hausärztliche Neugründungen und 167.000 für Übernahmen hausärztlicher Praxen gezahlt. • Die Einzelpraxis als Niederlassungsform dominiert noch, ihre Bedeutung ist aber rückläufig. Bei den Kooperationsformen wird am häufigsten die Berufsausübungsgemeinschaft gewählt. (Quelle: Existenzgründungsanalyse der apoBank und des ZI, Die Angaben beziehen sich auf die alten Bundesländer für 2009/2010)

Auch Berufsverbände sehen sich verstärkt mit dem Thema Praxisübergabe konfrontiert. Manche von ihnen versuchen, beide Seiten mit Service zu unterstützen. Ein Beispiel ist der Berufsverband der niedergelassenen Nephrologen (DNN), der gemeinsam mit seinem Wirtschaftsunternehmen Deutsche NephroNet AG Lösungen für Nachfolgeregelungen und Übergabeprozesse anbietet. Hintergrund ist das Bemühen von Industrieunternehmen und nichtärztlichen Organisationen am Markt Fuß zu fassen. Praxisabgeber erhalten über das Verbandsangebot unter anderem Konzepte für einen flexiblen Übergang aus der Praxis; Praxisgründer können zwischen verschiedenen Modulen beim Praxiserwerb wählen. Info: www.dialaid.de

I nfotag für E x istenzgründer und P ra x isabgeber

Erstmals mit Kinderbetreuung

Die einen wollen sich niederlassen, die anderen ihre Praxis abgeben. Beide Seiten bringen Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Ärztekammer Schleswig-Holstein und Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein zusammen. Die Organisationen veranstalten bereits zum vierten Mal einen Informationstag für Existenzgründer und Praxisabgeber. Dieser findet am 9. Juni von 9.00 bis 17.00 Uhr im Vitalia Seehotel in Bad Segeberg statt. Alle drei oben genannten Organisationen wollen den Arztberuf in der Freiberuflichkeit erhalten. Dieses Ziel wird erfreulicherweise durch das GKV-VStG gefördert. Aber nicht nur hierüber soll informiert werden: Vorträge sowohl ausschließlich für Praxisabgeber bzw. für Existenzgründer als auch für beide Gruppen gemeinsam sollen alle wichtigen Informationen vermitteln. Hierfür sind ein Rechtsanwalt sowie ein Steuerberater und Vertreter der Veranstalter als Referenten vorgesehen. Zudem wird ein ehemaliger Existenzgründer über seine Erfahrungen berichten, um Mut zur Niederlassung zu machen und Tipps für die Vermeidung von

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Fehlern zu geben. Mitarbeiter der Veranstalter stehen den Teilnehmern den ganzen Tag für Rückfragen zur Verfügung. Wertvolle Tipps werden auch insbesondere Wiedereinsteiger bekommen, d. h. Ärzte, die noch nichts von den neuen durch das GKV-VStG geschaffenen Möglichkeiten gehört haben. Um Müttern und Vätern die Teilnahme zu erleichtern, wird erstmalig eine qualifizierte Kinderbetreuung angeboten, die in der Teilnehmergebühr bereits enthalten ist. Die Teilnehmergebühr beträgt 35 Euro und umfasst die Seminarunterlagen, die Tagungsgetränke und das Mittagessen sowie gegebenenfalls Kinderbetreuung. Ein Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage der KVSH unter dem entsprechenden Eintrag im Terminkalender.

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Titelthema I nterview

„Es ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich.“

der Nähe des Wohnortes keine Beschäftigung findet, dessen Kinder weite Wege in die Schule und zum Sportverein zurücklegen müssen und der für einen Theaterbesuch eine Stunde Autofahrt in Kauf nehmen muss, verliert eine Niederlassung in diesem Ort entscheidend an Attraktivität. Dies ist kein speziell ärztliches Problem. Nordlicht: Also sind die Kommunen gefordert? Grosse: Ja, und viele Kommunen in Schleswig-Holstein haben das verstanden und unterstützen interessierte Ärzte in vielen Punkten, wie Jobsuche für den Partner, oder arbeiten an ihrer eigenen Infrastruktur. Die Modelle, wie Ärzten etwa bei der Praxisimmobilie geholfen werden kann, sind ja bekannt.

Marion Grosse, Betriebswirtschaftliche Beraterin der KVSH

Nordlicht: Frau Grosse, wie schwer ist es heute für Praxisinhaber in Schleswig-Holstein, ihre Praxis an einen Nachfolger zu übergeben? Grosse: Das ist sicherlich nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. In den Medien werden ja in aller Regel nur die Fälle geschildert, in denen dies nicht gelingt. Tatsächlich haben aber im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein 100 Ärzte eine bestehende Praxis übernommen. Nordlicht: Viele davon befinden sich in den Städten. Auf dem Land sieht die Situation anders aus. Grosse: Das trifft auch nicht auf alle Regionen zu. Richtig ist, dass sich die Situation für Praxisinhaber an der Westküste und nördlich des Kanals in den vergangenen Jahren nicht gerade gebessert hat. Aber von den 100 Übergaben haben 70 in kleinen Städten oder im ländlichen Gebiet stattgefunden. Nordlicht: Wo liegen die Probleme in manchen Regionen? Ist die wirtschaftliche Situation dieser Praxen so schlecht, dass sich eine Niederlassung nicht mehr rechnet? Grosse: Nein, diese pauschale Aussage ist falsch. Der ärztliche Beruf ist nach wie vor nicht nur schön, sondern auch lukrativ Das gilt natürlich auch für die Praxistätigkeit in den genannten Regionen. Ich halte es für einen Fehler, immer wieder die vermeintlich schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Vordergrund zu stellen. Das hat sicherlich dazu beigetragen, dass es heute etwas schwieriger ist, einen Nachfolger für die Arztpraxis zu finden. Nordlicht: Was sind dann die Gründe für die Zurückhaltung des Nachwuchses? Grosse: Wir erleben ja nicht nur unter Ärzten, sondern unter vielen jungen Menschen, dass sie sich nur dort niederlassen, wo die Infrastruktur stimmt. Für einen Arzt, dessen Partner in

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Nordlicht: Was können Sie Ärzten raten, damit sie ihre Praxis an einen Nachfolger übergeben können? Grosse: Sie sollten vor allem rechtzeitig mit der Planung beginnen, gerne schon zwei bis drei Jahre im Voraus – wobei sie auch beim Übergabetermin flexibel sein müssen. Optimal ist es, wenn ein Praxisinhaber kurzfristig auf den Wunsch eines potenziellen Nachfolgers eingehen kann und eventuell ein halbes Jahr vorher abgibt. Das setzt aber voraus, dass er seine finanziellen Verhältnisse geordnet hat. Nordlicht: Welche weiteren Schritte sind nach Ihren Erfahrungen wichtig? Grosse: Hilfreich ist auf jeden Fall ein Praxisexposé, in dem die Praxis möglichen Interessenten vorgestellt wird. Darin sollte auch die Infrastruktur des Praxisortes geschildert werden. Wichtig ist ein Eintrag der Praxis in unserer KV-Praxisbörse. Ich empfehle auch Kommunikation mit Kollegen, den Besuch von Informationstagen und Kongressen, damit sich die Verkaufsabsicht herumspricht. Ein weiteres Instrument sind Anzeigen in den einschlägigen Medien. Nordlicht: Können Sie eine Tendenz nennen bei der Preisentwicklung für Arztpraxen? Grosse: Nein, dazu sind verlässliche Aussagen nicht möglich. Meine Erfahrung ist aber, dass in vielen ländlichen Regionen die Verkehrswerte bei einer Praxisübergabe nicht mehr erreicht werden. Wir haben in der KV aber keinen repräsentativen Überblick, weil uns die Verkaufserlöse nicht gemeldet werden müssen. Der Preis ist und bleibt Verhandlungssache zwischen Käufer und Verkäufer, wir mischen uns da nicht ein. Fest steht, dass es große Schwankungen gibt. Ich habe erlebt, dass der Verkaufspreis einer Praxis das Doppelte des Schätzwertes betrug, aber auch, dass der Verkaufspreis unter die Hälfte gesunken ist. Bei vielen Beratern wird noch mit der Faustregel gearbeitet, dass der Verkaufspreis einer Praxis etwa einen Jahresgewinn betragen sollte. Nach meinen Erfahrungen einigen sich viele ungefähr in dieser Höhe. Das Interview führte Dirk Schnack

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Titelthema P ra x isb ö rse

Eine für alles Die KVSH-Praxisbörse im Internet präsentiert sich mit neuen Funktionen. Ein Klick auf www.kvsh.de/praxisboerse lohnt sich. Neben einer übersichtlichen Navigation unterteilt nach Regionen und Fachgruppen kann der Besucher eine Reihe attraktiver ServiceAngebote nutzen. Abo-Funktion Nutzer der Praxisbörse können die gewünschten Informationen und individuellen Gesuche schnell und diskret finden. Sie haben sogar die Möglichkeit, eine nach den eigenen Wünschen definierte Suche freizuschalten und die eingehenden Treffer per E-Mail zu abonnieren. So verpassen Sie kein Angebot. Foto-Service für Ihre Praxis Sie können jetzt auch Fotos von Ihren Praxisräumen von uns in die Praxisbörse einstellen lassen. So können Sie Ihre Praxis ins richtige Licht setzen, damit sich übernahmeinteressierte Ärzte schon im Vorfeld ein besseres Bild machen können. Wir vereinbaren auf Wunsch sogar einen kostenlosen Fototermin bei Ihnen in der Praxis. Rufen Sie mich dazu einfach an. Ich komme zu Ihnen und mache die entsprechenden Fotos. Die KVSH-Praxisbörse bietet neben den klassischen Möglichkeiten der Praxisabgabe und Kooperationssuche über das Internet noch weitere interessante Sparten an: Kommunale Angebote Sie interessieren sich für eine Niederlassung in einem bestimmten Ort und möchten sich vorab über die Standortfaktoren informieren? Im Bereich  „Kommunen“ präsentieren sich Gemeinden aus Schleswig-Holstein mit übersichtlichen und prägnanten Steckbriefen. Sie wollen eine Praxis abgeben oder sind selbst auf der Suche nach einer neuen Praxis? Sie möchten Angebote und Gesuche zu Kooperationspartnern, Praxisnachfolgern oder Ärzten in Weiterbildung einsehen, selbst einstellen oder direkt Kontakt zu einem Inserenten aufnehmen? Sie wollen sich über Ausschreibungen, freie Arztsitze oder Zweigpraxen in Ihrer Region informieren? In der KVSH-Praxisbörse finden Sie alles, was Sie brauchen.

Lehrpraxen für Allgemeinmedizin Auch für den medizinischen Nachwuchs ist in der neuen Praxisbörse gesorgt. Sie studieren Medizin in Kiel oder Lübeck und möchten wissen, in welchen Praxen Sie Ihr Blockpraktikum oder Praktisches Jahr im Fach Allgemeinmedizin ableisten können? Im Bereich „Lehrpraxen“ finden Sie eine Übersicht der ausbildenden Praxen in Schleswig-Holstein mit entsprechenden Praxis-Steckbriefen.

Anzeigenschaltung leicht gemacht Sie können hier Ihre Anzeigen bequem und einfach einstellen, die Praxis-Datenbank nach geeigneten Angeboten in der gewünschten Region oder Fachrichtung durchsuchen oder in direkten Kontakt zu Ihren Kollegen treten. Ihr Eintrag wird nach interner Überprüfung freigeschaltet. Auf Wunsch natürlich auch per Chiffre. Um die ständige Aktualität der Praxisbörse sicherzustellen, werden alle Inserate am Ende des auf die Veröffentlichung folgenden Quartals gelöscht. Möchten Sie Ihre abgelaufene Anzeige erneuern, senden Sie einfach Ihre alte Chiffre-Nummer oder den alten Anzeigentext per E-Mail an praxisboerse@kvsh.de oder Fax an 04551 883 7303.

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Kontakt: Jakob Wilder Abteilung Gesundheitspolitik und Kommunikation Tel. 04551 883 475 jakob.wilder@kvsh.de

Jakob Wilder, KVSH

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NACHRICHTEN  KOMPAKT B roschüre

A mbulante O perationen

Dokumentationsprüfung nach der Ultraschallvereinbarung

Aufbereitung von Medizinprodukten Kiel – Im Juni bietet die Abteilung Gesundheitsschutz des Landesamtes für soziale Dienste (LAsD) einen weiteren kostenfreien Fachnachmittag für ambulant operierende Praxen an.

Die Dokumentationsprüfung nach der neuen

Ultraschallvereinbarung Tipps zur Verbesserung der technischen Bildqualität

Themen dieses Mal: Die neue Landesverordnung Infektionsprävention und die daraus resultierenden Hygieneanforderungen, die an ambulant operierende Praxen gestellt werden. Daneben werden organisatorische und bauliche Anforderungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten beleuchtet und rechtliche Fragen des Hygienemanagements in Praxen geklärt. Nutzen Sie die Möglichkeit zur Diskussion mit den Experten vor Ort! Termin: 20. Juni 2012, 14.00 bis 18.30 Uhr

Bad Segeberg – Die Kassenärztliche Vereinigung BadenWürttemberg hat in Zusammenarbeit mit Prof. Peter Haber (Universität Tübingen) eine sehr gute Broschüre zur Dokumentationsprüfung nach der neuen Ultraschallvereinbarung entworfen. Wir stellen allen sonographierenden Ärzten diese Broschüre mit Einverständnis der Kassenärztlichen Vereinigung BadenWürttemberg auf www.kvsh.de im Downloadcenter unter Genehmigungspflichtige Leistungen/Sonographie zur Verfügung. Bei Fragen steht Ihnen das Sonographie-Team unter Tel.: 04551 883 315 und 04551 883 228 gerne zur Verfügung.

W ettbewerb

Anmeldung: Die Teilnehmerzahl pro Praxis ist begrenzt (max. zwei Personen). Bitte melden Sie sich bis zum 11. Juni unter Angabe Ihrer Kontaktdaten (Name, Institution, Postadresse, Telefonnummer, E-Mailadresse) unter folgender Fax-Nummer an: 0431 988 5416, Frau Reese Nähere Informationen (Flyer zur Veranstaltung, Anmeldeformular) erhalten Sie im Internet unter: www.schleswig-holstein.de/LASD/DE (Medizinprodukteüberwachung  Ringveranstaltungen) Die Veranstaltungen sind von der Ärztekammer SchleswigHolstein als ärztliche Fortbildungen anerkannt. Für Ihre Teilnahme erhalten Sie 5 Fortbildungspunkte.

Deutscher Präventionspreis 2012 ausgelobt Berlin – „Wasser, Seife, Handtuch her, Händewaschen ist nicht schwer“ – so lautet das Motto des diesjährigen Deutschen Präventionspreises, den das Bundesgesundheitsministerium und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gemeinsam mit dem Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn ausloben. Daran teilnehmen können Betreuungseinrichtungen mit Kindern unter sechs Jahren, die vorbildliche Projekte für eine kindgerechte und nachhaltige Vermittlung von Hygiene-Wissen und -Verhalten durchführen. Die Wettbewerbsbeiträge zum Deutschen Präventionspreis können zwischen dem 2. April und dem 15. Juni online eingereicht werden. Am 6. Dezember werden die besten Beiträge in Berlin ausgezeichnet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Preisgeld beträgt 30.000 Euro, einzelne Projekte werden mit bis zu 5.000 Euro prämiert. Alle Informationen zum Deutschen Präventionspreis und zur Bewerbung sind zu finden unter www.deutscher-praeventionspreis.de. 5 | 2012

Veranstaltungssort: Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Raum 468, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel

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U rteil

Internet-Bewertung muss hingenommen werden Frankfurt a. M. – Ärzte müssen eine Bewertung im Internet hinnehmen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt entschieden. Nach Auffassung des Gerichts sind die Bewertungen vom Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt. Daher müsse sich auch ein Mediziner, der wegen der freien Arztwahl ebenso wie andere freie Berufe im Wettbewerb steht, diesen Beurteilungen stellen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache ließ das Gericht aber die Revision zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu. OLG Frankfurt; Az.: 16 U 125/11 aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT V eranstaltung

M edizinstudenten und Ä rzte

Werbung für den Landarztberuf

Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf schwierig

Kiel – Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) war auf dem Aktionstag „Hausarztkampagne SH – Markt der Möglichkeiten“ an der CAU Kiel mit einem eigenen Info-Stand vertreten.

Berlin – Medizinstudierende und junge Ärzte halten die Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf eher für problematisch. Das eine Umfrage der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) ergeben. So finden zum Beispiel mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) der Studenten und sogar 82,4 Prozent der Ärzte, dass Kinder ein Karrierehemmnis sind. Befragt wurden 2.038 junge Ärzte und Studierende an 35 medizinischen Fakultäten im gesamten Bundesgebiet.

Besonders interessierten sich die Studierenden für die verschiedenen finanziellen Unterstützungsmaßnahmen, die die KVSH zur Förderung des medizinischen Nachwuchses anbietet. Medizinstudenten, die ihr Praktisches Jahr im Wahlfach Allgemeinmedizin absolvieren, erhalten einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro pro Woche. Die KVSH fördert außerdem gemeinsam mit den Krankenkassen junge Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin machen.  Monatlich gibt es für die angehenden Hausärzte einen Zuschuss in Höhe von 3.500 Euro. Hinzu kommt ein ausschließlich von der KVSH finanziertes Förderprogramm zur strukturierten Weiterbildung (haus- und fachärztlich). Pro Arzt in Weiterbildung werden für den fachärztlichen Bereich bis zu 3.500 Euro gewährt. Im hausärztlichen Bereich beträgt der zusätzliche Zuschuss zu den oben erwähnten 3.500 Euro weitere 700 Euro monatlich. Auch Informationen zum Fahrtkostenzuschuss, den die KVSH Medizinstudenten gewährt, waren am Info-Stand sehr gefragt. Blockpraktikanten im Fach Allgemeinmedizin erhalten für Hinund Rückfahrt zur Lehrpraxis einen Zuschuss von 20 Cent pro Kilometer, wenn die Lehrpraxis außerhalb der Universitätsstandorte Kiel und Lübeck. Die  KVSH gewährt Vertragsärzten für die Beschäftigung von Famulanten in ihren Praxen außerdem einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 200 Euro. 10

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Laut der Untersuchung empfinden bereits berufstätige Mediziner die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch schwieriger als Medizinstudierende. So bezeichneten 73,7 Prozent der Ärzte, aber nur knapp 60 Prozent der Studenten, den Konflikt zwischen beruflicher Tätigkeit und Familienleben oder Freizeitgestaltung als „stark“ oder „sehr stark“. Auch für die Universitäten gab es insgesamt keine gute Bewertung in Sachen Familienfreundlichkeit, zeigen die Ergebnisse der Befragung: Nur 18,4 Prozent halten ihre Universität für „stark“ oder „sehr stark“ familienfreundlich. Selbst die Universitäten Ulm und Jena, die von den Befragten am familienfreundlichsten bewertet wurden, bekamen nur eine mittelmäßige Bewertung von knapp über 3 auf einer Skala von 0 (gar keine Familienfreundlichkeit) bis 5 (sehr starke Familienfreundlichkeit). Eine detaillierte Übersicht der Ergebnisse finden Sie im Internet unter www.bvmd.de. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT V erbände

S chmallenberg - V irus

Deutsche Diabetes Gesellschaft mit neuer Internetseite

RKI gibt Entwarnung

Berlin – Ab sofort steht die Plattform www.deutsche-diabetesgesellschaft.de in neuem Design und mit vielen zusätzlichen Inhalten im Internet. Das Angebot der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bietet Termine, Leitlinien, Förderprogramme, Preisausschreibungen, Stipendien und Stellungnahmen der DDG. Neu dazu kommt eine tägliche Presseschau rund um das Thema Diabetes. Zudem besteht neben der Jobbörse jetzt auch die Möglichkeit, Praxisräume und Nachfolger zu suchen. Für Patienten und Angehörige bietet die DDG-Homepage eine bundesweite Suche zu zertifizierten Praxen, Kliniken, Psychologen und Fußbehandlungszentren. Mit der neuen Internetseite erweitert die DDG ihr Leistungsangebot für Mediziner, Studenten und Patienten.

R otavirus - I mpfung

Vereinbarung mit der IKK Nord Bad Segeberg – Zum 1. April hat die KVSH mit der IKK Nord eine Vereinbarung über die Rotavirus-Impfung abgeschlossen. Um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten, können ab sofort alle Vertragsärzte unter der Abrechnungsnummer 99063L einen Betrag in Höhe von sieben Euro für jeweils eine Impfleistung abrechnen. Die Impfung erfolgt für Säuglinge/Kleinkinder bis zur 26. Lebenswoche – in Abhängigkeit von der Zulassung des Impfstoffs. Der jeweilige Impfstoff ist mit Muster 16 auf den Namen des Patienten zulasten der IKK Nord zu beziehen. Das Markierungsfeld 8 (Impfstoffe) des Musters 16 ist anzukreuzen. Ein Bezug zulasten des Sprechstundenbedarfs (SSB) bzw. Impfstoffrezepts (Muster 16a) ist ausgeschlossen. Die Originalvereinbarung finden Sie auf unserer Internetseite www.kvsh.de oder senden wir Ihnen gerne zu. 5 | 2012

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Berlin – Eine Studie und Genanalysen haben keinerlei Hinweise auf eine Infektionsgefahr von Menschen durch SchmallenbergViren erbracht. Damit gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) nicht nur für die Beschäftigten der mehr als 1.000 Tierbetriebe Entwarnung, die allein in Deutschland von dem Virus betroffen sind. Rund 60 Schäfer und ein Rinderhalter seien untersucht sowie Virengene analysiert worden, teilte das RKI mit. „Die Ergebnisse der RKI-Studie zeigen, dass das neue Virus bei Menschen mit viel Erregerkontakt nicht zu einer Infektion geführt hat“, sagte Institutspräsident Reinhard Burger. Die Viren können bei Schafen und anderen Tieren Fehlgeburten auslösen. Obwohl eine vergleichsweise hohe Zahl von Menschen mit intensivem Kontakt zu dem Erreger untersucht worden sei, relativierte das RKI, könnten sehr seltene Infektionsereignisse mit einer solchen Studie nicht erfasst werden. Zugleich gebe es aber aktuell auch keinen anderen Anhaltspunkt, dass Schmallenberg-Viren Menschen infizieren könnten, heißt es. So könnten auch die drei nächsten Verwandten aus der derselben Virengruppe Menschen nichts anhaben. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte das Virus erstmals im November 2011 nachgewiesen und nach dem Herkunftsort der ersten Proben benannt. Das Virus wird durch bestimmte Mücken auf Rinder, Schafe und Ziegen übertragen. Allein in Deutschland sind mehr als 1.100 Betriebe betroffen, darunter mehr als 830 Schafhaltungen. Die Infektion der Tiere in einem bestimmten Stadium der Trächtigkeit kann zu schweren Missbildungen bei Föten und zu Todgeburten führen.

M usik im W artezimmer

Keine GEMA-Gebühr fällig Berlin – Radiomusik in einer Arztpraxis ist keine „öffentliche Wiedergabe“ und begründet damit keinen Anspruch auf die Zah­ lung der GEMA-Gebühr. Dies hat der Europäische Gerichtshof nach einer italienischen Vorlage des Turiner Beru­fungsgerichts im Hinblick auf eine Zahnarztpraxis entschieden. Zum einen sei der Kreis der gleichzeitig in der Praxis anwesenden Personen im Allgemeinen sehr begrenzt. Zum anderen werde der Tonträger in Anwesenheit der Patien­ten als Hintergrundmusik wiedergegeben und diene weder der Erweiterung des Patientenbestands noch der Erhö­hung der Preise der Behandlung. Daher sei eine Wiedergabe für sich genommen nicht geeignet, sich auf die Ein­ künfte des Arztes auszuwirken. Ferner begeben sich Patienten zu dem einzigen Zweck in eine Arztpraxis, behandelt zu werden. Eine Wiedergabe von Tonträgern gehöre dagegen nicht zur Behandlung. Fazit: Die GEMA dürfte damit in Deutschland zukünftig keine Gebühren mehr für das Abspielen von Musik in einer Arztpraxis verlangen können. Die bisherige deutsche Rechtsprechung hatte die öffentliche Wiedergabe von Musik in Wartezimmern unter bestimmten Voraussetzungen als GEMA-pflichtigen Tatbestand beurteilt. EuGH-Urteil vom 15. März 2012, C-135/10; Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT M olekulargenetische U ntersuchungen

H ö rgeräteversorgung

Neue Qualitätssicherungsvereinbarung

Neue Maßnahmen zur Qualitätssicherung Bad Segeberg – Für molekulargenetische Untersuchungen bei schweren Erbkrankheiten gilt seit dem 1. April eine neue Qualitätssicherungsvereinbarung. Ärzte, die Leistungen des Unterabschnitts 11.4.2 EBM erbringen und abrechnen, benötigen dafür eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Eine Genehmigung kann erteilt werden, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt werden. Diese betreffen die fachliche Befähigung, die Indikationsstellung sowie die Durchführung, Organisation und Dokumentation der Untersuchungen. Dazu gehört auch die Erstellung einer betriebsstättenbezogenen Jahresstatistik, in der die molekulargenetischen Untersuchungen dokumentiert werden. Neben der Einhaltung aller zuvor genannten Voraussetzungen sind die Ärzte entsprechend den Vorgaben der Richtlinie der Bundesärztekammer (RILIBÄK) verpflichtet, ein System der internen Qualitätssicherung nachzuweisen sowie regelmäßig an geeigneten Ringversuchen teilzunehmen.

Bad Segeberg – Zum 1. April 2012 ist die neue bundesweite Qualitätssicherungsvereinbarung Hörgeräteversorgung in Kraft getreten. Die Vereinbarung ist eine Maßnahme zur Qualitätssicherung, mit welcher die Qualität der Versorgung schwerhöriger Patienten (Jugendliche und Erwachsene) mit Hörgeräten in der vertragsärztliche Versorgung gemäß den Vorgaben der Hilfsmittel-Richtlinie des G-BA sicherstellen. Ziel der Vereinbarung ist unter anderem die Förderung der kooparitiven Zusammenarbeit zwischen dem verordnenden Arzt und dem Hörgeräteakustiker. Die Vereinbarung regelt dazu die fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen, den Umfang der Versorgung und die Anforderungen an die Praxisausstattung für die Ausführung und Abrechnung von entsprechenden Leistungen. Eine Genehmigung zum Erbringen der Leistungen kann nur erteilt werden, wenn alle erforderlichen Voraussetzungen gegenüber der KVSH nachgewiesen wurden. Zur Aufrechterhaltung der Genehmigung sind die Ärzte verpflichtet eine mindestens einmal jährlich durchgeführte messtechnische Kontrolle der Untersuchungsgeräte und Instrumentarien nachzuweisen. Weiterhin müssen sie themenspezifisch sieben Fortbildungspunkte regelmäßig innerhalb von zwei Jahren vorlegen. Ab dem 1. Januar 2013 ist außerdem die elektronische Dokumentation Pflicht. Wir werden Ihnen dazu rechtzeitig die entsprechenden Informationen zukommen lassen. Die neue Qualitätssicherungsvereinbarung wurde im Deutschen Ärzteblatt (Heft 13) am 30. März 2012 veröffentlicht. Wir haben die Vereinbarung mit dem entsprechenden Antrag auch im Internet unter www.kvsh.de (Praxis, Qualität und Fortbildung, Genehmigungen) bereitgestellt. Die QS-Vereinbarung zur Hörgeräteversorgung von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern wird derzeit noch zwischen den Partnern der Bundesmantelverträge verhandelt. Die Vereinbarung soll zum 1. Juli 2012 in Kraft treten. Bis dahin sind die GOP 20338, 20339, 20340, 20377 und 20378 EBM ohne Einhaltung spezifischer Vorgaben zur Qualitätssicherung und ohne Erteilung einer Genehmigung durch die KVSH berechnungsfähig. 12

Nordlicht

Die Qualitätssicherungsvereinbarung, ein Antrag zur Erbringung von molekulargenetischen Untersuchungen bei monogenen Erkrankungen sowie eine Information für die Praxis – hier insbesondere Ausfüllhinweise zur betriebsstättenbezogenen Jahresstatistik – können im Internet unter www.kvsh.de im Downloadcenter für genehmigungspflichtige Leistungen eingesehen und heruntergeladen werden.

V erträge

Honorarvereinbarung 2012 Bad Segeberg – Die Honorarvereinbarung für die Quartale II/2012 bis IV/2012 finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de im Downloadbereich Verträge. Bei Bedarf senden wir Ihnen die Honorarvereinbarung in Papierform zu.

I nselkrankenhaus F ehmarn

KVSH-Anlaufpraxis zieht ein Burg a. F. – Nach vier Jahren hat Fehmarn wieder ein eigenes Krankenhaus. Am 16. April nahm die neue Sana Inselklinik Fehmarn ihren Betrieb auf. Der Neubau hat 30 stationäre Betten. Außerdem ist hier neben einer chirurgischen Facharztpraxis nun auch die Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein untergebracht. Das alte Inselkrankenhaus musste im Frühjahr 2008 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Patienten von Fehmarn wichen auf die Kliniken in Oldenburg und Eutin aus. An den Kosten des Neubaus von rund zehn Millionen Euro hat sich das Land Schleswig-Holstein zu zwei Dritteln beteiligt, ein Drittel hat Sana übernommen. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT J unge A llgemein­mediziner

„ M ensch M ikrobe “

Bundes­einheitliche Weiter­ bildungs­inhalte gefordert

Interaktive Wanderausstellung zur Infektionsforschung

Frankfurt a. M. – Die Junge Allgemeinmedizin Deutschland (Jade) sieht dringenden Hand­lungs­bedarf, um den benötigten allgemeinärztlichen Nachwuchs sicherzustellen, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Die Arbeitsgemeinschaft fordert in einem Positionspapier, die ärztliche Weiterbildung zu reformieren. „Oberstes Ziel sollte eine bundesweite Vereinheitlichung der Weiterbildungsinhalte sein“, heißt es dort. In einem neu einzuführenden, realitätsnahen, kompetenz­ basierten Curriculum sollten die Richtzahlen entfallen und stattdessen durch die entsprechenden, von den Ärzten in Weiterbildung zu erwerbenden Kompetenzen ersetzt werden. Außerdem fordern die jungen Allgemeinmediziner eine inhaltliche Verbesserung der Weiterbildung Allgemeinmedizin. Dazu sollen ein Lernzielkatalog und mindestens drei Fortbildungstage während der Arbeitszeit für Weiterbildungen pro Quartal beitragen. Wichtig sei außerdem, dass die Assistenzärzte Pflichtkurse wie die psychosomatische Grundversorgung inklusive der zu absolvierenden Balintstunden nicht aus eigener Tasche bezahlen müssten. Sie sollten als Arbeitszeit anerkannt werden und als Blockveranstaltungen am Wochenende zu absolvieren sein. Jade fordert außerdem Mentorenprogramme, Supervisionen und regelmäßige, an den Bedürfnissen der Ärzte in der Weiterbildung orientierte Weiterbildungsveranstaltungen. Hintergrund: In Deutschland gibt es laut Jade 17 unterschiedliche Weiterbildungsordnungen für angehende Allgemeinmediziner mit sich teils deutlich unterscheidenden inhaltlichen und strukturellen Anforderungen. Dies schränke die Mobilität und Flexibilität junger Ärzte ein. „Insbesondere aber schreckt der Richtliniendschungel angehende Ärzte ab, sich in der Allgemeinmedizin weiterzubilden“, so Jade.

B etriebsausgaben

Alle Informationen und Terminhinweise, frei druckbares Bildmaterial sowie den Ausstellungskatalog zum Download finden Sie auf der Ausstellungs-Website unter: www.menschmikrobe.de

und 2008 nahezu konstant blieben, verzeichneten die Berufsausübungsgemeinschaften mit 7,6 Prozent einen deutlichen und im Vergleich zur allgemeinen Teuerungsrate überproportionalen Anstieg.“ In Einzelpraxen stieg der Wert stattdessen um 3,1 Prozent. Daraus zu schließen, Berufsausübungsgemeinschaften hätten grundsätzlich höhere Kosten, sei aber falsch, sagte der Geschäftsführer des ZI, Dr. Dominik von Stillfried der „Ärzte Zeitung“. So hätten fachärztliche und fachgruppenübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften naturgemäß einen höheren Investitionsbedarf. Ein Vergleich rein allgemeinärztlicher Berufsausübungsgemeinschaften mit Einzelpraxen habe ergeben, dass die Gemeinschaftspraxis in dieser Fachgruppe Kostenvorteile haben kann.

Ärzte arbeiten in Kooperationen effizienter

Berlin – Hausärztliche Berufsausübungsgemeinschaften wirtschaften möglicherweise effizienter als Einzelkämpfer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Kassenärztlichen Vereinigungen. Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) hat die Einnahme-Überschussrechnungen von mehr als 4.000 Einzel- und Berufsausübungsgemeinschaften im ZI Praxispanel (ZIPP) ausgewertet. „Der Trend zur Gemeinschaftspraxis treibt das Kostenniveau“, heißt es im ZIPP. „Während die Betriebsausgaben in Einzelpraxen zwischen den Jahren 2006 5 | 2012

Lübeck – Vom 29. März bis 6. Juni präsentieren die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeinsam mit der Universität zu Lübeck die Wanderausstellung „MenschMikrobe – Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung“ erstmals in SchleswigHolstein. Die interaktive Schau wird im Foyer des Multifunctionscenters I auf dem Lübecker Uni-Campus gezeigt. „MenschMikrobe“ bietet mit multimedialen Exponaten, Audio-Features und anschaulichen Texten einen umfassenden Einblick in das heutige Wissen über Bakterien, Viren und Parasiten – und verdeutlicht zugleich die historische und soziale Dimension der Epidemien.

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Dem ZIPP ist zu entnehmen, dass die GKV-Einnahmen der Berufsausübungsgemeinschaften pro Praxisinhaber höher sind als die der Inhaber von Einzelpraxen. Sie betrugen 2008 in der Gemeinschaftspraxis rund 224.800 Euro und in der Einzelpraxis im Schnitt 179.200 Euro. Deutlich fällt auch der Vergleich der Jahresüberschüsse aus. Er lag laut ZIPP für Praxisinhaber in Berufsausübungsgemeinschaften bei 138.399 Euro gegenüber 113.458 Euro in den Einzelpraxen. aktuell

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gesundheitspolitik M edizinerausbildung

Keine Zwangsbeglückung Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr diskutierte in Lübeck über die Reform der Approbationsordnung.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr warb in Lübeck für die Tätigkeit als Landarzt.

Dass es ihm bei Diskussionen mit Studierenden nicht nur darum geht, für die eigene Überzeugung zu wer­ben, sondern auch zuzuhören, verdeutlichte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr gleich zu Beginn einer Veran­staltung zur Zukunft des Medizinstudiums, zu der die Jungen Liberalen ins Audimax der Lübecker Universität eingeladen hatten. Denn Auslöser für die derzeit kontrovers diskutierte Reform der Approbationsord­nung, die auch in Lübeck für viel Gesprächsstoff sorgte, war ein Gedankenaustausch des FDP-Politikers mit Medizin­studenten in seiner Heimatstadt Münster. Dort hätten die angehenden Ärzte vor allem über das so genannte Hammerexamen geklagt, berichtete der liberale Minister. Bahr ließ sich vom Änderungsbedarf überzeugen, nahm die Botschaft des medizinischen Nachwuchses mit nach Berlin und machte sich an die Arbeit, eine Reform der Approbationsordnung auf den Weg zu bringen. Der Entwurf, vom Bundeskabinett verabschiedet und im Bundestag nicht zustimmungspflichtig, liegt mittler­weile dem Bundesrat zur Entscheidung vor. Einen Schwerpunkt der öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen bildete die Frage, ob die Allgemeinmedizin neues Pflichtfach im Praktischen Jahr (PJ) werden soll. Im Entwurf der neuen Approbationsordnung ist dies nicht vorgesehen, zahlreiche Bundesländer aber erheben diese Forderung. Auch in Lübeck, wo rund 120 Gäste, mehrheitlich Medizin14

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studenten, der Einladung des FDP-Nachwuchses gefolgt waren, stand die bessere Verankerung der Allgemeinmedizin im Studium im Mit­telpunkt der Debatte. Gesundheitspolitisches Fachgespräch ohne Wahlkampfrhetorik Es entwickelte sich ein engagiertes Fachgespräch zwischen Gesundheitsminister, Studenten und Lehren­den, in dem markige Worte, die vielfach politische Veranstaltungen in Wahlkampfzeiten prägen, keinen Platz hatten. Dazu trug die Besetzung des Podiums bei. Neben dem Minister diskutierten mit Christoph Zabel von der Fachschaft Medizin der Universität zu Lübeck, Lehrkoordinator PD Dr. Gunther Weitz und UKSH-Assistenzarzt Alexander Ivan Praktiker der medizinischen Ausbildung. Mit Blick auf den sich abzeichnenden Ärztemangel in ländlichen Regionen warb Bahr dafür, die Tä­tigkeit auf dem Lande durch Anreize interessanter für den Nachwuchs zu machen. Er kritisierte, dass die Strukturen im Gesundheitswesen vielfach noch auf einem Familienbild der Vergangenheit aufbauten, in dem der Mann arbeite und die Frau sich um Haushalt und Kinder kümmere. Ein Bild, das nach der Überzeugung des 35-jährigen Ministers längst nichts mehr mit der Lebenswirklichkeit junger Ärzte zu tun habe. Bahr erin­nerte daran, dass 70 Prozent der Studierenden des aktuell

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gesundheitspolitik Weg nicht zu erreichen, zeigte Bahr sich überzeugt und ergänzte unter Verweis auf seine politische Heimat in einer liberalen Partei: „Menschen dürfen nicht zum Glück gezwungen werden. Was man aus Zwang macht, macht man nicht gern.“ Unterstützung bekam er von Medizinstudent Zabel, der die Bedeutung des Wahltertials für die eigene Schwerpunktbildung hervorhob. Ähnlich argumentierte Lehrkoordinator Weitz, der auf die Überschneidun­gen der Pflichtfächer mit der Allgemeinmedizin hinwies und zu Bedenken gab, dass auch andere Fächer von Nachwuchssorgen geplagt seien.

Diskutierten über die Zukunft des Medizinstudiums: Alexander Ivan, PD Dr. Gunther Weitz, Minister Daniel Bahr und Christoph Zabel

Faches Medizin weiblich seien und verwies auf Maßnahmen des Versorgungsstrukturgesetzes, die der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienten. Insbesondere die Aufhebung der Residenzpflicht hob der liberale Minister hervor. Bahr legte dar, dass auch die Neufassung der Approbationsordnung dem Ziel der Anpas­sung der universitären ärztlichen Ausbildung an eine sich ändernde Wirklichkeit diene. So sei vorge­sehen, dass das Praktische Jahr künftig in Teilzeit absolviert werden könne. „Das muss möglich sein“, be­tonte der Minister. Außerdem sollen kleinere Krankenhäuser auf dem Lande stärker einbezogen werden, damit Studierende im Rahmen des PJ den Krankenhausalltag jenseits der großen Universitäts­ kliniken besser kennenlernen können. Mit der neuen Approbationsordnung will der Minister zudem das von vielen Stu­denten kritisierte Hammerexamen wieder abschaffen. Während bislang sowohl der schriftliche als auch der mündliche Teil der Prüfung nach dem Praktischen Jahr abzulegen ist, steht mit der neuen Appro­ bationsordnung der schriftliche Teil der Prüfungen vor dem Praktischen Jahr an, der mündliche Teil wie bisher danach.

„Das Praktische Jahr muss auch in Teilzeit möglich sein.“ Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

Kontroverse Diskussion über die Rolle der Allgemeinmedizin im PJ Während diese Neuerungen auch in Lübeck kaum Anlass zu Diskussionen boten, wurde die mögliche Neu­gestaltung des Praktischen Jahres kontrovers diskutiert. Bahr verteidigte, dass er in seinem Entwurf einer reformierten Ap­probationsordnung an drei Tertialen festhalte, einschließlich der bisherigen Aufgliederung in zwei Pflichttertiale und ein Wahltertial. Der Forderung, ein Pflichttertial Allgemeinmedizin einzuführen, erteilte Bahr eine deutliche Absage. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates hatte sich im Februar der For­derung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen angeschlossen, das bisherige PJ-Wahltertial durch ein allgemeinmedizinisches Pflichttertial zu ersetzen. Das Ziel der Stärkung der Allgemeinmedizin sei auf diesem 5 | 2012

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Aus dem Publikum gab es Fürsprache für eine stärkere Verankerung der Allgemeinmedizin in der Ausbil­dung des ärztlichen Nachwuchses. Dr. Frank Niebuhr, niedergelassener Hausarzt und Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin in Lübeck, stellte klar, dass die Forderung nach Abschaffung des Wahltertials und damit der Möglichkeit einer eigenen Schwerpunktsetzung im PJ nicht aus der Allgemeinmedizin erhoben worden sei. Er warb dafür, das PJ statt wie bisher in Tertiale künftig in Quartale zu gliedern. Dieser Schritt würde die Voraussetzung dafür schaffen, der Allgemeinmedizin mehr Raum im PJ zu geben und zugleich einen Wahlabschnitt beizubehalten. Professor Dr. Jens-Martin Träder, Inhaber einer hausärztlichen Praxis und seit diesem Frühjahr Professor für die Lehre in der Allgemeinmedizin an der Lübecker Universität, sprach sich ebenfalls für eine bessere Berücksichtigung seines Faches im Lehrplan der angehenden Ärzte aus und unterstützte die Forderung nach einem allgemeinmedizinischen Quartal im PJ. Die Allgemeinmedizin sei durchaus attraktiv, hob Träder hervor. Es sei aber kaum möglich, dies den Studenten nahe zu bringen, wenn die Allgemein­ medizin in sechs Jahren Studium kaum vorkomme, beschrieb der Arzt und Hochschullehrer das Dilemma. Bahr hofft auf schnelle Verabschiedung der neuen Approbationsordnung Bahr zeigte sich gegenüber der Quartalslösung skeptisch. Neben grundsätzlichen Erwägungen argumen­ tierte er realpolitisch: Er wolle, dass die Reform der Approbationsordnung möglichst schnell beschlos­ sen werde, erklärte der FDP-Minister. Eine erneute Diskussion über das PJ würde jedoch die Umsetzung der anderen wichtigen Reformen, etwa die Abschaffung des Hammerexamens, erneut verzö­gern. Bahr zeigte sich optimistisch, dass die Approbationsordnung trotz des Gegenwinds aus dem Bundesrat so verabschiedet werden könne, wie er sie vorgelegt habe. Er vertraue auf seine guten Argumente, so der Mi­nister, und rief die Diskussion um die ambulante spezialfachärztliche Versorgung im vergangenen Jahr in Erinnerung. Mit einem einstimmigen Beschluss hatten die Gesundheitsminister der Länder damals gefordert, diesen Bereich aus dem Versorgungsstrukturgesetz herauszunehmen. Bahr konnte sich durchsetzen, mit leichten Modifikationen fanden sich die Regelungen schließlich doch im Versorgungsstrukturgesetz. Ob seine Argumente auch in diesem Fall die Länder überzeugen können, wird Bahr am 11. Mai wissen. Dann stimmt der Bundesrat über die reformierte Approbationsordnung ab. Delf Kröger, KVSH

aktuell

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gesundheitspolitik D elegation ärztlicher L eistungen

Klare Regelung bei der Delegation

PRO CO

Nicht nur ökonomischer Druck, sondern auch erweiterte Versorgungsmöglichkeiten, die Professionalisierung der Gesundheitsversorgung und die deutlich intensivere Weiterentwicklung der Pflegeberufe z. B. in Kanada, Großbritannien, Niederlande haben die Frage nach der Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen auch in Deutschland immer mehr ins Zentrum der Entscheider gebracht.

Im Bereich der Häuslichen Krankenpflege ist dies eindeutig eine vertragliche Regelung zwischen Krankenkassen und Leistungserbringer und an die Verordnungsrichtlinie nach Paragraf 92 Abs. 7 SGB V gebunden. Delegation von ärztlichen Leistungen an Gesundheitsfachberufe geschieht heute immer noch in vielen Bereichen, gerade in Kliniken, stationären aber auch zum Teil im ambulanten Bereich in bestimmten Grauzonen. Kliniken haben hier vereinzelt interne Regelungen für die Durchführung, Abläufe und Haftung geschlossen und haben diese auch mit entsprechenden Versicherungen unterlegt. Delegation bindet die Durchführung von Leistungen an bestimmte nationale bzw. internationale Standards und sichert so eine qualitativ hochwertige und patientenorientierte Versorgung.

Dabei ist die Delegation weniger umstritten als die Substitution und die gerade auf den Weg gebrachte Richtlinie zum Modellversuch nach Paragraf 63c SGB V. Was in der Praxis schon seit Jahrzehnten in Kliniken, stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen funktioniert, wurde Mitte der 80er-Jahre im Rahmen der Häuslichen Krankenpflege und im Jahre 2000 mit der Verordnungsrichtlinie Häusliche Krankenpflege erstmalig mit klar geregelten Tätigkeiten im Rahmen der Delegation durch den G-BA verankert. Spätestens mit dem Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2007 stand fest, dass die Arztzentriertheit der Krankenversorgung nicht mehr als effizient bezeichnet werden kann. So wurde durch die Einführung des Paragraf 63 Abs. 3b und c SGB V die Möglichkeit geschaffen, Modellversuche zur Verordnung von Pflegehilfsmitteln und Dauer und Ausgestaltung von Häuslicher Krankenpflege (Paragraf 63 Abs. 3b) und zur selbstständigen Ausübung von Heilkunde (Paragraf 63 Abs. 3c) ermöglicht. Im Gegensatz zur Substitution ist bei der Delegation die Ausübung der Heilkunde dem Arzt vorbehalten. Dabei ist die Delegationsentscheidung des Arztes von der Qualifikation des Ausführenden abhängig.

Der Deutsche Pflegerat spricht sich mit Nachdruck für eine rasche und schnelle Umsetzung von Modellprojekten auch zur Substitution, also zur Übertragung heilkundlicher Tätigkeit auf entsprechend ausgebildete Pflegefachkräfte neben der Möglichkeit der Delegation ärztlicher Leistungen aus. Nicht nur die Delegation auch die Substitution schafft die Möglichkeit, die neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in der Gesundheitsversorgung neu zu bewerten, Erkenntnisse daraus zu ziehen und entsprechend an der Patientenversorgung die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten auszurichten. Es geht dabei nicht gegeneinander, sondern eher um das Miteinander. Es geht um eine moderne, zentrierte und qualitätsorientierte Patientenversorgung, um sowohl im stationären als auch im ambulanten und teilstationären Bereich, Versorgungsengpässe zu verhindern. Auch das neue Versorgungsstrukturgesetz schafft für die Delegation einen guten Rahmen. So sind die KBV und die Krankenkassen aufgefordert, eine Liste von Leistungen zu erstellen, die auf medizinische Fachkräfte übertragen werden können. Die Einbeziehung des Pflegerates in solche wichtigen Entscheidungen muss in der Zukunft gewährleistet sein, eine ständige Vertretung im G-BA ist daher kurzfristig zu realisieren. Der Deutsche Pflegerat fordert auch bei Delegation klare und einheitliche Regelungen zur Qualifikation, Kompetenz und Haftung. Was in den bereits eingangs erwähnten Ländern bereits seit vielen Jahren und Jahrzehnten funktioniert, kann und muss auch in Deutschland Einzug in die tägliche Patientenversorgung finden. Thomas MeiSSner, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, Mitglied im Deutschen Pflegerat

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aktuell

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gesundheitspolitik

O ONTRA

Facharztstandard muss Patientenrecht bleiben

Deutschland besitzt im Vergleich zu anderen Ländern ein herausragendes Gesundheitswesen, dessen gute Qualität und Patientensicherheit insbesondere mit der ärztlichen Gesamtverantwortung für Diagnostik und Therapie in Klinik und Praxis zu begründen ist.

Unter Voraussetzung der entsprechenden Qualifikation ist es sinnvoll, arztentlastende und unterstützende Delegationsmöglichkeiten zu schaffen und die interprofessionelle Kooperation auf Basis vorhandener Kompetenzen zu fördern. Im ambulanten Bereich wurden die Delegationsmöglichkeiten mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz bereits ausgebaut. In vielen Regionen haben sich mittlerweile arztentlastende Projekte, wie AGnES, VERAH oder EVA etabliert. Die Medizinischen Fachangestellten und Pflegekräfte agieren dabei nicht eigenständig, sondern sie sind in ärztlichen Praxen oder Gesundheitseinrichtungen angesiedelt und erbringen ärztlich angeordnete Hilfsleistungen. Die Verantwortung und letztlich auch die haftungsrechtlichen Risiken hierfür trägt der Arzt.

In Zeiten des Ärztemangels und des steigenden Versorgungsbedarfs der Bevölkerung ist die Kooperation von Ärzten mit nichtärztlichen Gesundheitsberufen zwar wichtiger denn je. Und die Delegation bestimmter Leistungen von Ärzten an medizinische Assistenzberufe kann angesichts begrenzter Ressourcen helfen, eine gute wohnortnahe medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten. Das Patientenrecht auf eine Behandlung nach Facharztstandard muss aber bei allen Konzepten gewährleistet bleiben. Die Substitution ärztlicher Tätigkeit und die Lockerung des Arztvorbehaltes für Diagnostik und Therapie lehnen wir im Interesse von Patientensicherheit, Versorgungsqualität und Rechtssicherheit strikt ab. Eine Übertragung ärztlicher Leistungen und Verantwortlichkeiten auf nichtärztliche Gesundheitsberufe im Sinne einer Substitution würde das Recht des Patienten auf eine Behandlung nach fachärztlichem Standard unterlaufen und zu einem Qualitätsabfall und einer Unwirtschaftlichkeit in der Versorgung führen. Der Anstieg von chronischen Erkrankungen und Mehrfacherkrankungen führt zu einem steigenden Koordinierungs- und Kooperationsbedarf bei der Patientenbetreuung. Dabei darf die ärztliche ganzheitliche Sicht auf die zu behandelnden Menschen keinesfalls verloren gehen.

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Die stärkere Einbeziehung gut qualifizierter und erfahrener nichtärztlicher Mitarbeiter durch die Delegation ärztlich verantworteter Leistungen kann gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des steigenden Behandlungsbedarfs und des derzeitigen Nachwuchsmangels im Arztberuf eine sinnvolle Maßnahme zur Aufrechterhaltung einer guten ärztlichen Versorgung in Praxen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sein. Zugleich kann sich der Arzt durch Delegation von Verwaltung und Bürokratie entlasten und sich so stärker seinen Patienten widmen; auch das erhöht die dringend notwendige Attraktivität des Arztberufes. Eine Leistungsdelegation an nichtärztliche Mitarbeiter aber kann und darf nicht pauschal oder allein leistungsbezogen erfolgen. Sie muss vielmehr in jedem Einzelfall weitere Kriterien wie Indikationsstellung, Qualifikation der nichtärztlichen Mitarbeiter und das Versorgungsumfeld verantwortungsvoll berücksichtigen. Aus diesem Grund muss die Leistungsdelegation an nichtärztliche Mitarbeiter, deren Auswahl, Anleitung, Koordination und Kommunikation, Durchführungs- und Erfolgskontrolle sowie deren Dokumentation vollständig in der Verantwortung des Arztes bleiben. Der Gesetzgeber und die beteiligten Institutionen der Selbstverwaltung werden daher aufgefordert, die Vorgaben für das Zusammenwirken von Ärzten und nichtärztlichen Gesundheitsberufen im Sinne des Facharztstandards zu gestalten und eine ärztliche Kompetenz ausschließende Medizinsubstitution nicht zuzulassen. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer

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gesundheitspolitik sektorenübergreifende V ersorgung

Neues Landesgremium Schleswig-Holstein nutzt als erstes Bundesland Möglichkeit des Versorgungsstrukturgesetzes In Schleswig-Holstein wird es künftig ein Gremium geben, das sich sektorenübergreifend mit der medizinischen Versorgung befasst. Damit nutzt Schleswig-Holstein als erstes Bundesland eine neue Möglichkeit des zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Versorgungsstrukturgesetzes. Um Länderforderungen nach mehr Einfluss in der Gesundheitspolitik entgegenzukommen, hatte das Bundesgesundheitsministerium eine Regelung in das Versorgungsstrukturgesetz aufgenommen, die es den Bundesländern erlaubt, ein Gemeinsames Landesgremium zu Fragen der sektorenübergreifenden Versorgung einzurichten. Im neuen Paragrafen 90a des Sozialgesetzbuches V (SGB V) ist vorgegeben, dass mindestens das Land, die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenkassen und die Landeskrankenhausgesellschaft der neuen Planungsrunde angehören müssen. Über die Einbeziehung weiterer Organisationen können die Bundesländer eigenständig entscheiden. In Schleswig-Holstein sollen nach dem Willen der Kieler Koalitionsfraktionen von CDU und FDP, die das Gesetz zur Einrichtung eines „Gemeinsamen Landesgremiums“ im Februar in den Landtag eingebracht haben, weitere Beteiligte eingebunden werden. Neben dem Sozialministerium, der KVSH, den Krankenkassen und der Krankenhausgesellschaft mit je drei Vertretern, werden auch die Ärztekammer, die Psychotherapeutenkammer und die kommunalen Landesverbände mit je zwei Teilnehmern mit am Tisch sitzen. Im SGB V ist darüber hinaus festgelegt, dass das neue Gremium lediglich Empfehlungen abgeben darf. Verbindliche Entscheidungen bleiben den bewährten Entscheidungsinstanzen der Selbstverwaltung wie den Landes- und Zulassungsausschüssen vorbehalten. Ein Punkt, den die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, Anita Klahn, im Landtag hervorhob: „Einen Eingriff in den Kernbereich der Selbstverwaltung durch Dritte lehnen wir ab“, so die Abgeordnete. Aufgabenkatalog in der Diskussion Als strittig erwies sich in der landespolitischen Diskussion der von der Koalition vorgesehene Aufgabenkatalog des neuen Gremiums. Während im SGB V die Abgabe von Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen genannt wird, sieht der Gesetzentwurf von Christdemokraten und Liberalen vor, dass auch grundsätzliche Fragen der Bedarfsplanung sowie die Entwicklung von regionalen Versorgungsstrukturen Gegenstand der Beratungen sein können. Vertreter der Opposition kritisierten diese Regelungen. Im Sozialausschuss des Landtages verwiesen SPD und Grüne Mitte März auf eine gemeinsame Stellungnahme der Krankenkassen zum Gesetzgebungsvorhaben, in der diese verfassungsrechtliche Bedenken gegen den vorgesehenen Aufgabenkatalog des Gemeinsamen Landesgremiums angemeldet hatten. Einen Antrag von SPD und Grünen, den Gesetzentwurf vor der weiteren Beratung juristisch prüfen zu lassen, lehnte die Koalitionsmehrheit ab. Weitere Kritikpunkte der Opposition: Die Nichtbeteiligung von Patienten- und Pflegevertretern.

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Den Vorwurf der Verfassungswidrigkeit bezeichneten die gesundheitspolitischen Sprecherinnen der CDU, Ursula Sassen, und der FDP, Klahn, als „absurd“. Sozialminister Dr. Heiner Garg betonte ebenfalls, die Rechtsauffassung der Krankenkassen „ausdrücklich“ nicht zu teilen. Auf die Kritik, Pflegeverbände seien im neuen Gremium nicht repräsentiert, entgegneten Klahn und Sassen, dass die engen Grenzen des bundesgesetzlichen Rahmens eine Einbeziehung nicht zugelassen hätten. Sie verwiesen auf die in ihrem Gesetzentwurf vorgesehene Regelung, wonach Sachverständige zu den Beratungen des Gemeinsamen Landesgremiums hinzugezogen werden können. Auf diesem Weg könnten auch Patientenorganisationen und Pflegeverbände beteiligt werden. Zusammenarbeit ambulant und stationär darf keine Einbahnstraße sein Die KVSH hatte in einer Stellungnahme an den Sozialausschuss die Einrichtung eines sektorenübergreifenden Gremiums grundsätzlich begrüßt. Eine enge Zusammenarbeit der Versorgungsbereiche zur künftigen Sicherung der medizinischen Versorgung sei gerade in den ländlichen Regionen unverzichtbar, so die KVSH. Als positiv werte die Körperschaft, dass der Bundesgesetzgeber von einem Eingriff in die etablierten Selbstverwaltungsstrukturen abgesehen und stattdessen ein Gremium ermöglicht habe, das mit seinem beratenden Auftrag und der Einbeziehung eines erweiterten Kreises von Organisationen den Freiraum habe, wichtige Impulse für eine Weiterentwicklung der Versorgung zu setzen. Ausdrücklich jedoch mahnte die KVSH, dass die Zusammenarbeit zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor keine Einbahnstraße sein dürfe. Sowohl der mögliche Beitrag von Kliniken zur ambulanten Versorgung als auch der Beitrag niedergelassener Ärzte zur Sicherung oder als Ersatz stationärer Angebote in ländlichen Gebieten gehörten auf die Tagesordnung des neuen Gremiums, so die Forderung der KVSH. Rolle der KVSH in sektorenübergreifenden Fragen gestärkt Die Förderung eines gleichberechtigten Miteinanders von Niedergelassenen und Kliniken ist Ziel einer weiteren Gesetzesänderung, die CDU und FDP mit ihrer aktuellen Initiative angestoßen haben. Geplant ist, dass die KVSH künftig immer dann als unmittelbar Beteiligte in der Krankenhausplanungsrunde mit am Tisch sitzt, wenn Fragen der intersektoralen Zusammenarbeit beraten werden. Mit dieser Stärkung der Rolle der Körperschaft wollen die Initiatoren der Gesetzesinitiative eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung auf gleicher Augenhöhe erreichen. Dies sei, so betonte die CDU-Gesundheitsexpertin Sassen in der Ausschussberatung, ein „bewusstes Signal“. Nachdem der Sozialausschuss Mitte März dem Gesetz mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition zugestimmt hat, wird der Landtag aller Voraussicht nach in seiner letzten Sitzung vor der Landtagswahl Ende April den Weg für das „Gesetz zur Entwicklung der medizinischen Versorgungsstrukturen im Land“, so der offizielle Titel, frei machen. Delf Kröger, KVSH

aktuell

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gesundheitspolitik Gastbeitrag

Mehr Miteinander – weniger Gegeneinander Die Sicherstellung einer flächendeckenden ambulanten und stationären medizinischen und auch der pflegerischen Versorgung ist die zentrale gesundheitliche Herausforderung in der Zukunft.

neuen Freiräume. Das Gesetz hat zwei Ansatzpunkte: Einerseits wird ein neues gemeinsames Landesgremium entsprechend Paragraf 90a SGB V geschaffen, andererseits werden die niedergelassenen Ärzte durch die Kassenärztliche Vereinigung unmittelbar Beteiligte bei sektorenübergreifenden Fragestellungen in der Krankenhausbeteiligungsrunde.

Aus Sicht der bürgerlichen Regierungskoalition sind die bestehenden mittelständischen Strukturen des Gesundheitswesens in Schleswig-Holstein für eine regional verankerte und individuelle Versorgung der Patientinnen und Patienten unerlässlich. Wir setzen uns für eine dezentral und regional ausgerichtete Gesundheitsversorgung ein. Eine leistungsfähige und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsleistungen kann nicht durch ein zentralistisch organisiertes und staatlich gelenktes Gesundheitssystem erreicht werden. Dafür brauchen wir mehr ein Miteinander und weniger ein Gegeneinander aller gesundheitspolitischen Akteure. Alle Akteure müssen mit Respekt füreinander und auf Augenhöhe kooperieren können. Es muss darum gehen, gemeinsam die immer noch bestehenden Sektorengrenzen zu überwinden. Bei begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen ist eine Zusammenarbeit – die die Stärken der einzelnen Leistungserbringer zum Tragen bringt – für alle ein Gewinn.

Das neue Gremium soll eine Klammerwirkung bei der intersektoralen Zusammenarbeit entfalten. Unser Gesetzentwurf sucht dabei die Balance, um einerseits die Fortentwicklung der Strukturen zu ermöglichen und andererseits der Selbstverwaltung größere Handlungsspielräume zu geben. Als grundsätzliche Zielsetzung gilt, dass das Gremium neben der Behandlung schnittstellenspezifischer Fragestellungen auch grundsätzliche Fragen der Bedarfsplanung und flächendeckenden Versorgung behandeln und Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen geben soll. Wichtig war uns, ein arbeitsfähiges Gremium zu finden; ein zu aufgeblähtes Gremium wäre nicht zielführend gewesen. Mitglieder sind das Land, die KVSH, die Krankenkassen, die Krankenhausgesellschaft sowie als weitere wichtige Akteure die Ärzte- und Psychotherapeutenkammern sowie die Kommunalen Landesverbände. Wichtiges Element ist auch die Möglichkeit der Einbindung von regional oder lokalbezogenen Sachverständigen. So können bei Versorgungsfragen, die eine bestimmte Region betreffen, vor Ort agierende Ärzte hinzugezogen werden, um mit diesen gemeinsam eine Lösung zu finden. Auch ist denkbar, Fachleute aus dem Pflegebereich für entsprechende Fragestellungen einzubinden. Im gesamten Prozess soll das Land eine moderierende Rolle einnehmen. Die eigentlichen Umsetzungsentscheidungen verbleiben bei der Selbstverwaltung, da ein Eingriff in den Kernbereich der Selbstverwaltung durch Dritte von uns abgelehnt wird. Insgesamt ist das Gesetz ein Baustein, um für eine bessere Verzahnung der Sektoren und eine stärkere Einbindung der niedergelassenen Ärzte bei intersektoralen Versorgungsfragen zu sorgen und die Versorgungssituation zu verbessern. Anita Klahn, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP im Landtag

Das neue GKV-Versorgungsstrukturgesetz gibt den Ländern wieder mehr Gestaltungsspielräume, was die Gesundheitsversorgung der Menschen anbelangt. Auf Landesebene nutzt die Koalition mit dem im April verabschiedeten „Gesetz zur Entwicklung medizinischer Versorgungsstrukturen im Land“ die

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gesundheitspolitik thema

K reistellenversammlung

Wer versorgt uns morgen? Der Wahlkampf in Schleswig-Holstein hat auch eine gesundheitspolitische Komponente. Die Zukunft der ärztlichen Versorgung auf dem Land bestimmte die Diskussion auf der Versammlung der KVSH-Kreisstelle Schleswig-Flensburg.

Der Landtagswahlkampf war eine gute Gelegenheit für den Kreisstellenvorsitzenden Dr. Carsten Petersen, die jährliche Kreisstellenzusammenkunft im Hotel Waldschlösschen in diesem Jahr um eine gesundheitspolitische Diskussionsrunde zu erweitern. „Die Kollegen wollen schließlich wissen, wie es in Zukunft weitergehen soll und wie die Weichen im Land gestellt werden“, so der Facharzt für Innere Medizin aus Schleswig. Antworten erhoffte er sich von den gesundheitspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen und der Vorsitzenden der KVSH, Dr. Ingeborg Kreuz. Gekommen waren alle. Nur die CDU schickte wegen des gleichzeitig stattfindenden Auftritts von Kanzlerin Angela Merkel keinen Vertreter. Programmatik statt Vision Die Landespolitiker nutzten die Gelegenheit, um noch einmal ihre gesundheitspolitischen Zukunftsvorstellungen vorzustellen. Überraschendes oder gar Visionäres war nicht dabei. Man setzt vielmehr fast quer durch die Parteien auf die bekannten Allheilmittel „Bürgerversicherung“, „Abschaffung der Praxisgebühr“, „Etablierung einer Pflegekammer“ und die „Reform der Bedarfsplanung“. Bernd Heinemann (SPD) will den Kommunen in Zukunft mehr Möglichkeiten eröffnen, auf lokaler Ebene eigene Gesundheitszentren einzurichten. Hier könnten dann „Ärztinnen in Teilzeit“ arbeiten. Flemming Meyer (SSW) will größere kommunale Einheiten etablieren, die dann auch attraktiver für Ärzte sind. Dr. Marret Bohn (Bündnis 90/Die Grünen) setzt auf regionale Gesundheitskonferenzen unter Beteiligung von Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, Vertretern aller Gesundheitsberufe, der Bürger sowie der Kommunen. Anita Klahn von der FDP will „weg vom Blick auf die Stoppuhr“, damit sich Ärzte wieder mehr ihren Patienten widmen können und außerdem

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einen „sanften Einstieg“ in den Arztberuf, z. B. über ein Angestelltenverhältnis. Wer Überraschendes erwartet hatte, wurde also enttäuscht. Es wurde vielmehr schnell klar, warum mit Gesundheitspolitik nur sehr schwer Wahlkampf zu machen ist. Die Position der KVSH Die Vorstandsvorsitzende, Dr. Ingeborg Kreuz, kritisierte dann auch, dass das Thema Gesundheitspolitik im Land ungeliebt sei und nicht den Stellenwert habe, das ihm eigentlich zukommen müsste. Es sei zwar gut, dass das Thema Ärztemangel mittlerweile in der Politik angekommen sei, doch darauf mit Zentralisierung und der Etablierung von MVZ-Strukturen zu reagieren, sei der falsche Weg. Kreuz bat die Politiker stattdessen darum, „bitte auch mal nichts zu tun und auf die gewachsenen Strukturen und die Gestaltungskraft der Selbstverwaltung zu setzen“. Die habe bereits viele Schritte unternommen. Sie verwies auf die Maßnahmen der KVSH, dem Landarztmangel zu begegnen und nannte die Etablierung des Strukturfonds zur Unterstützung von Landärzten mit hohen Patientenzahlen, die Verbundweiterbildung im Bereich Allgemeinmedizin, die Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, die finanzielle Unterstützung von Medizinstudenten, die sich für eine Famulatur, ein Blockpraktikum oder einen PJ-Wahlabschnitt in einer Hausarztpraxis entscheiden. „Wir werben mit unserer Landarztkampagne an Universitäten und vor Kliniken und bringen Landärzte und Studenten miteinander ins Gespräch“, erklärte die KVSH-Vorsitzende. Natürlich setze man auch auf die Kommunen, denn man sitze schließlich in einem Boot.“ Für Kreuz ist klar: „Ohne Ärzte gibt es keine attraktiven Gemeinden und ohne attraktive Gemeinden keine neuen Ärzte.“ Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  & KV R ufnummer 1 1 6 1 1 7

Startschuss mit leichten Verzögerungen Von Rügen bis zu den Alpen: Am 16. April wurde die bundesweite Nummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen eingeführt. Nicht alle Bundesländer machen von Beginn an mit.

Starke Bauchschmerzen in der Nacht, hohes Fieber am Sonntag – wer außerhalb der Praxisöffnungszeiten dringend medizinische Hilfe braucht, kann sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen wenden. Dieser ist seit Mitte April unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116 117 zu erreichen. Die neue Nummer ist kostenlos, egal ob sie aus dem Festnetz, per Handy oder über das Internet (Voice over IP) angerufen wird. Über die 116 117 wird der Anrufer automatisch an den jeweils zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung weitergeleitet. Ist eine automatische Weiterleitung nicht möglich, übernimmt ein Service-Center die Vermittlung. Alle verwendeten Informationen von Anrufern werden unter strenger Einhaltung des Datenschutzes vertraulich behandelt. Bereitschaftsdienststruktur in Schleswig-Holstein bleibt unverändert Für Schleswig-Holstein ergeben sich mit der Einführung der 116 117 keine merklichen Veränderungen. Hier gibt es schon seit 2007 eine gut funktionierende Bereitschaftsdienststruktur mit der landesweit einheitlichen Rufnummer 01805 -11 92 92 (Festnetzpreis 0,14 €/Minute; Mobilfunkpreise max. 0,42 €/Minute). Diese Nummer bleibt als zusätzlicher Service so lange erhalten, bis sich die deutschlandweite Rufnummer eingebürgert hat. Das bedeutet: Für Schleswig-Holstein existieren übergangsweise zwei Nummern für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Und egal, von wo aus im Land die Nummern gewählt werden, die Anrufer werden immer an die Leitstelle des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KVSH in Bad Segeberg vermittelt. 5 | 2012

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Eigentlich hatte die 116 117 schon zum 1. März 2012 starten sollen. Technische Probleme hatten die Freischaltung allerdings verzögert. Aber auch jetzt wird der ärztliche Bereitschaftsdienst in den ersten Wochen noch nicht überall in Deutschland über die 116 117 zu erreichen sein. Baden-Württemberg und das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen folgen später. Die Patienten aus diesen Bundesländern müssen den ärztlichen Bereitschaftsdienst zunächst weiter wie bisher kontaktieren. Langfristig soll die 116 117 sogar europaweit gelten. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung haben viele Länder bereits Interesse gezeigt. Mit der neuen Nummer soll auch der Notruf 112 entlastet werden. Er erhoffe sich von dem neuen Service einen Rückgang der unnötigen Anrufe bei der 112, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. Die Notdienstzentralen seien teils stark überlaufen. Sie seien aber nur für lebensbedrohliche Notfälle zuständig. Die Kosten für den Service liegen nach Angaben der KBV zwischen drei und fünf Millionen Euro jährlich. Sie werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen getragen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst behandelt deutschlandweit rund 3,9 Millionen Patienten im Jahr.

Mehr Informationen unter www.116117info.de.

Marco Dethlefsen, KVSH aktuell

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PRAXIS  &  KV T ag der N iedergelassenen 2 0 1 2

Forum findet erstmalig mittwochs statt

Foto: axentis/Lopata

Am 13. Juni findet der Tag der Niedergelassenen in Berlin statt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) veranstalten ihn am ersten Tag des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit im ICC Berlin.

Während der gesamten drei Veranstaltungstage (13. bis 15. Juni) werden sie gemeinsam mit der Ärzte- und Apothekerbank einen großen Informationsstand im Hauptfoyer betreuen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Niederlassungsberatung. Am Stand stehen für alle Mediziner, die im ambulanten Bereich arbeiten wollen, Experten zum Fachgespräch bereit. In den täglichen Mittagspausen um 13.00 Uhr öffnet im Forumsbereich des Messestandes der „Speakers‘ Corner“ und die Besucher können sich auf einen moderierten, rhetorischen Schlagabtausch zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen freuen. Am Tag der Niedergelassenen findet neben diversen Vorträgen auch eine politische Diskussion mit Akteuren aus dem Gesundheitswesen statt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Versorgung sichern für die Zukunft“ beginnt um 14.00 Uhr und dreht sich um die neue Bedarfsplanung und alternative Versorgungsmodelle. Neben dem KBV-Vorstandsvorsitzenden, Dr. Andreas Köhler, und Vertretern aus Politik, Krankenkassen und Landkreisen wird auch die ärztliche Basis auf der Diskussionsbühne vertreten sein: Stefan Zutz aus Neubukow wird aus der Sicht eines mecklenburgischen Landarztes mitdebattieren. Die Moderation übernimmt Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der Ärzte Zeitung.

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Neu in diesem Jahr: Der Tag der Niedergelassenen findet am Mittwoch statt, wenn viele Praxen geschlossen bleiben. So haben mehr Praxismitarbeiter die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Die Info-Veranstaltungen „Eine Welt: Praxis und Familie vereinbaren“ und „Delegation statt Substitution: Zusammenarbeit im Team“ sind nur zwei von sechs, die auf dem Programm stehen. Praxisnahe Informationen gibt es auch zu den Themen Hygiene, Versorgung von Heimpatienten, IT und Investitionen. Die Teilnahme ist für alle niedergelassenen Vertragsärzte, psychotherapeuten und deren Praxisteams kostenlos. Auch Medizinstudenten, PJler und Ärzte in Weiterbildung sind herzlich willkommen. Sie können sich unter www.tag-der-niedergelassenen.de anmelden. Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

 Datum: 13. Juni ab 12.00 Uhr  Ort: ICC Berlin, Messedamm 22, 14055 Berlin  Anmeldungen sind noch bis zum 6. Juni möglich  Mehr im Internet unter www.tag-der-niedergelassenen.de

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PRAXIS  & KV

Programm, Tag der Niedergelassenen, 13. Juni 2012

12.00 – 13.30 Uhr

Info-Veranstaltungen: Eine Welt: Praxis und Familie vereinbaren Richtig investieren in die eigene Praxis Delegation statt Substitution: Zusammenarbeit im Team

13.00 – 13.30 Uhr

Speakers’ Corner

14.00 – 15.00 Uhr

Politische Diskussion Versorgung sichern für die Zukunft – die neue Bedarfsplanung

16.00 – 17.30 Uhr

Info-Veranstaltungen: Rundum sicher: Hygiene in Arztpraxen Herausforderung Pflege: Ärztliche Versorgung von Heimpatienten IT in der Arztpraxis: Möglichkeiten und Grenzen der neuen Technik

Forum Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, per Fax 04551 883 396

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Komplex, komplexer, Honorarverteilung Vielen Dank für den Einblick in diese wundersame Formel der Honorarberechnung! Das nenne ich endlich mal Transparenz – auch unser potenzieller Nachwuchs wird sich angesichts dieser überzeugenden Formel schneller für eine selbständige ärztliche Tätigkeit entscheiden und alles Gerede um „Überbürokratisierung im KV-Bereich“ als Lügen verstehen. Auf der anderen Seite ist mir jetzt auch klar, dass die KV trotz Lichtgeschwindigkeit ihrer Computerelektronen länger als drei Monate braucht bis zur nächsten Quartalsabrechnung! Ober muss ich das alles nur als Quark verstehen? Vielen Dank für diese wunderbare Satire – die Beste, die ich je im Nordlicht gelesen habe! Dr. Norbert Siebrasse, Nephrologe, Neumünster

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PRAXIS  &  KV ICD-10-GM

Der Schlüssel zum Erfolg

Auch nach Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes sind die Entwicklung des ärztlichen/psychotherapeutischen Honorars und die Einnahmen der Krankenkassen nach wie vor morbiditätsorientiert. Neu ist jedoch die Regionalisierung, die die Verantwortung für die Entwicklung der Gesamtvergütung wieder zurück in die einzelnen KV-Bereiche verlagert. So heißt es heute im SGB V einerseits: Krankenkassen erhalten Zuweisungen aus den Gesundheitsfonds zur Deckung ihrer Ausgaben entsprechend der Zahl und der Morbiditätsstruktur ihrer Versicherten. Und andererseits: Die Veränderung der Morbiditätsstruktur in einem KV-Bezirk ist auf Grundlage der vertragsärztlichen Behandlungsdiagnosen sowie demografischer Kriterien zu vereinbaren. Aber was ist unter Morbidität in diesem Zusammenhang zu verstehen? Es ist nicht die Bestimmung epidemilogischer Befunde im Sinn wissenschaftlich validierter Prävalenz bzw. Inzidenzmessung, sondern die Bestimmung der mit der Krankheitslast verbundenen versichertenbezogenen Leistungsausgaben (Behandlungsaufwand). D. h., das mit den Erkrankungen verbundene „Kostenrisiko“ auf Grundlage von Routinedaten der Abrechnung, also Ihren verschlüsselten ICD-10-Kodes. Die Diagnosekodierung nach ICD-10-GM ist bereits seit zehn Jahren Pflicht im vertragsärztlichen Bereich, wobei sie jedoch erst 2009 in den Fokus gerückt ist. Seit der Diskussion um die Ambulanten Kodierrichtlinien, ihre Einführung und ihr Nicht-Inkrafttreten sollte jedem die Bedeutung von Diagnoseschlüsseln und ihr Einfluss auf Morbi-RSA-Grouper und die jährliche Veränderungsrate der MGV (Ambulanter Grouper) bewusst sein. 4.000 Codes für 80 Krankheiten In den Morbi-RSA-Grouper gehen ausgewählte ambulante und stationäre Diagnosen ein. Diese ca. 4.000 Kodes für 80 verschiedene Krankheiten werden jedes Jahr vom Bundesversicherungsamt zusammengestellt und veröffentlicht. Der Ambulante Grouper, der das Klassifikationssystem im ambulanten Bereich zur Messung des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs umsetzt, wurde durch den Bewertungsausschuss bzw. den Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen. Im Gegensatz zum Morbi-RSA-Grouper gehen in das Modell „H15EBA“ derzeit alle gesicherten Diagnosen mit dem Zusatzkennzeichen „G“ sowie ausgewählte Diagnosen mit dem Zusatzkennzeichen „Z“ (z. B. Zustand nach Malignomen) ein. Erstmalig kam 24

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dieses Verfahren für die Steigerungsrate der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung 2010 zum Einsatz und wurde 2011 und 2012 wieder ausgesetzt. 2013 wird diese Rate aber wieder auf Basis des Modells berechnet und als Empfehlung mitgeteilt. Regional in jeder KV muss dann diese Empfehlung mit den Krankenkassen verhandelt werden. Diagnoseverschlüsselung steuert Geldfluss Da es sich um ein prospektives Modell handelt, sind zurzeit Ihre dokumentierten Diagnosen aus dem Jahr 2010 für die Veränderungsrate der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung für das Jahr 2013 maßgeblich. Daher ist und bleibt es nicht nur im Interesse der Krankenkassen, sondern auch im Interesse der Ärzteschaft „undercoding“, also die unvollständige Dokumentation von Morbidität zu vermeiden. Denn: Über Diagnoseverschlüsselungen werden Geldflüsse im Gesundheitswesen gesteuert. Und: Unsere Verhandlungsposition gegenüber den Krankenkassen können Sie durch eine hohe Kodierqualität stärken. Dies sollte genug Ansporn für Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein sein, der Diagnoseverschlüsselung aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Anja Oelkers, KVSH

Ausführliche Informationen finden Sie auch im Internet unter www.kvsh.de. Haben Sie Fragen und Anregungen? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung: Anja Oelkers, Abteilung Struktur und Verträge Anja.Oelkers@kvsh.de, 04551 883 524 Thomas Stefaniw, Abteilung Abrechnung Thomas.Stefaniw@kvsh.de, 04551 883 535 Christiane Reuter, Abteilung Abrechnung Christiane.Reuter@kvsh.de, 04551 883 544 Ernst Sievers, Abteilung Abrechnung Ernst.Sievers@kvsh.de, 04551 883 245

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PRAXIS  & KV I T in der A rztpra x is

Unterstützungsangebote zur ICD-10-Anwendung

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Praxisverwaltungssoftware: Neuerungen im zweiten Quartal 2012 Mit dieser Praxisinformation möchten wir Sie auf Neuerungen in Ihrer Praxisverwaltungssoftware zum zweiten Quartal 2012 aufmerksam machen. Außerdem geben wir Ihnen Hinweise, wie Ihre Software Sie bei der Kodierung nach ICD-10-GM unterstützen kann. Neue Sicherheitsschlüssel gewährleisten Datenschutz Zum Schutz sensibler Patientendaten werden sowohl Abrechnungsdaten als auch medizinische Dokumentationsdaten für die elektronische Übermittlung verschlüsselt. Damit die neuesten technischen Sicherheitsbedingungen eingehalten werden können, müssen laut gesetzlicher Vorschrift die hierfür notwendigen Sicherheitsschlüssel alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Innerhalb der Praxisverwaltungssoftware geschieht dies in der Regel vollautomatisch durch den Softwarehersteller. Weisen allerdings Fehlermeldungen auf Probleme beim Entschlüsseln hin, kann es sein, dass der Sicherheitsschlüssel nicht ausgewechselt wurde. Betroffene sollten sich in diesem Fall umgehend an ihren Softwarehersteller wenden. Unterstützungsangebote zum Kodieren Nach wie vor spielt die korrekte Kodierung der Behandlungsdiagnosen nach ICD-10-GM eine große Rolle. Nur wenn die Ärzte und Psychotherapeuten ihre Diagnosen korrekt verschlüsseln, lassen sich Veränderungen in der Morbidität gegenüber den Kassen nachweisen, um die notwendigen finanziellen Mittel für die Versorgung der Versicherten zu erhalten. Diese sogenannten morbiditätsorientierten Veränderungsraten sind nun regional von den jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen zu verhandeln. Wir zeigen Ihnen nachfolgend, welche Unterstützungsfunktionen Ihre Praxissoftware bietet. Schalter aktiviert KBV-Hinweise zur ICD-10-Anwendung Sie haben die Möglichkeit, sich Hinweise zur Anwendung der ICD-10-GM anzeigen zu lassen. Die Nutzung dieses Services ist freiwillig. Die Regeln, basieren auf den Hinweisen und Querverweisen der ICD-10-GM (z.B. †/*, Exkl.) oder den Vorgaben durch den EBM. Es handelt sich um etwa 350 Regeln. Sie konzentrieren sich auf häufige chronische Erkrankungen. Beispiel: Hinweis aus der Anleitung zur Verschlüsselung beziehungsweise den Querverweisen der ICD-10-GM (z.B. †/*, Exkl.)  Eingabe der Diagnose "Akuter Herzinfarkt", ICD-10 Kode "I21.1 und Zusatzkennzeichen Z" löst den Hinweis aus: "Dieser Kode beschreibt den zurückliegenden Zustand einer Erkrankung. Zur Beschreibung der aktuellen Krankheitssituation wählen Sie bitte einen Kode für Rest- und Folgezustände. Vorschlagsliste: I25.2- Alter Myokardinfarkt."

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Klug kodieren

leicht gemacht ICD-10-Plausibilitätsprüfungen helfen beim Kodieren Bei der Eingabe von ICD-10-Kodes weist die Praxisverwaltungssoftware auf nicht plausible Kodierungen, unübliche Diagnosen und meldepflichtige Infektionskrankheiten nach Vorgabe der ICD-10-GM hin. In diesem Zusammenhang prüft die Software, ob zum jeweiligen Diagnoseschlüssel ein Geschlechtsbezug oder ein Altersbezug hinterlegt ist. Wenn das erfasste Geschlecht beziehungsweise Alter des Patienten nicht dem Diagnosekode entspricht, wird ein entsprechender Hinweis angezeigt. Soll der Kode dennoch verwendet werden, ist eine Begründung anzugeben. Außerdem weist das Programm auf Diagnosen hin, die in Mitteleuropa unüblich sind. Bei einem ICD-10-Kode, der laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig ist, weist die Software auf die Meldepflicht hin. Beispiele:  Eingabe der Diagnose "Agenesie und Aplasie des Uterus", Diagnose-Kode "Q51.0" bei einem Mann mit Geburtsjahr 1940 beziehungsweise Alter von 72 Jahren löst zwei Hinweistexte aus: "Bitte Kodierung überprüfen: Kode gilt überwiegend nur für weibliche Patienten" sowie "Bitte Kodierung überprüfen: Kode gilt überwiegend nur für Patienten im Alter von 12 bis 55 Jahren.“  Eingabe der Diagnose "Diphtherie", ICD-10-Kode "A36.0" löst den Hinweis aus: "Bitte Kodierung über prüfen: Diagnosen dieses Kodes sind in Mitteleuropa sehr selten."  Eingabe der Diagnose "Milzbrand", ICD-10-Kode "A22.9" als gesicherte oder Verdachtsdiagnose löst den Hinweis aus: "Diagnosen dieses Kodes sind gemäß Infektionsschutzgesetz in der Regel meldepflichtig." Hinweis: Wenn Sie die genannten Kodes in Ihrer Praxisverwaltungssoftware testen möchten, achten Sie bitte darauf, dass diese Testfälle nicht abgerechnet werden. Mehr Informationen IT in der Arztpraxis finden Sie auf der Internetseite der KBV unter: www.kbv.de/ita/index.html. Bei Fragen zur Handhabung in Ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) wenden Sie sich gerne an Ihre KVSH, Timo Rickers, Tel.: 04551 883 286.

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PRAXIS  &  KV S äuglingshüfte

Neue Regeln Zum 1. April 2012 ist die aktualisierte Fassung der Qualitätssicherungsvereinbarung Säuglingshüfte (QS-Vereinbarung) nach Paragraf 135 Abs. 2 SGB V in Kraft getreten. Wir haben für Sie die wichtigsten Änderungen zu Überprüfung der ärztlichen Dokumentation zusammengestellt.

Für Ärzte, die eine Genehmigung nach dem 1. April 2012 erhalten, wird eine Initialprüfung eingeführt. Dies bedeutet, dass bei allen Neuantragstellern künftig die ersten 12 Hüftsonographien, die nach der Genehmigungserteilung durchgeführt und abgerechnet worden sind, geprüft werden (vgl. Paragraf 2, Paragraf 11 Abs. 1). Dies soll sicherstellen, dass mögliche Mängel der fachlichen Qualifikation frühzeitig erkannt und durch die Einleitung von Qualitätssicherungs- und -förderungsmaßnahmen behoben werden können. Bei erfolgreicher Teilnahme an der Initialprüfung wird nach einem Zeitraum von zwei Jahren erneut geprüft. Sind die Dokumentationen dann ohne Beanstandung wird erst nach fünf Jahren erneut geprüft. Allgemeine Anpassungen Die Anforderungen an die Bild- und Schriftdokumentation wurden spezifiziert (vgl. Paragraf 5 und Paragraf 6 der Vereinbarung). Weiterhin wurden Änderungen bei der Zuordnung zu den Beurteilungsstufen gemäß Paragraf 8 vorgenommen.

Die Beurteilung der bildlichen und schriftlichen Dokumentation erfolgt je Patient nach folgenden Stufen: Stufe I: regelrecht (keine oder geringfügige Mängel) Stufe II: eingeschränkt (geringe Mängel) Stufe III: unzureichend (schwerwiegende Mängel) Die Beurteilungskriterien sind in Paragraf 8 der Vereinbarung geregelt. Wichtige Änderungen der Anforderungskriterien (Paragraf 9) und Prüfungsintervalle/Folgen bei durchgeführter Dokumentation (Paragraf 11): Initialprüfung (ersten zwölf Leistungen nach Genehmigungserhalt) Die Anforderungen an eine sachgerechte Dokumentation werden erfüllt, wenn höchstens zwei Patientendokumentationen der Stufe II und keine der Stufe III zugeordnet wurde. Konsequenz:  nächste Prüfung in zwei Jahren Wurde die Prüfung nach zwei Jahren erneut bestanden  Nächste Prüfung in fünf Jahren

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Bei Ärzten, die bereits im Besitz einer entsprechenden Genehmigung sind und die Prüfung bestanden haben: Konsequenz:  nächste Prüfung in fünf Jahren Die Anforderungen an eine sachgerechte Dokumentation werden nicht erfüllt, wenn

orientieren sich eng an den – zum Beispiel von einigen Kassenärztlichen Vereinigungen – bereits angebotenen und durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen („Refresher-Kurse“). Bis zu einer flächendeckenden Etablierung dieser Kurse ist alternativ auch die Teilnahme an einem Abschlusskurs nach den Vorgaben der Ultraschallvereinbarung möglich.

a) mehr als zwei und höchstens fünf Patientendokumenta tionen der Stufe II oder eine Patientendokumentation der Stufe III zugeordnet werden mussten Konsequenz  Wiedervorlage nach zwölf Monaten  Wird die Wiederholungsprüfung gem. Paragraf 9 Abs. 1 bestanden  erfolgt die nächste Prüfung innerhalb von fünf Jahren.  Wird die Wiederholungsprüfung gem. Paragraf 9 Abs. 2 Buchstabe a) erneut nicht bestanden kann neben der obligatorischen Wiederholungsprüfung (innerhalb von zwölf Monaten) die Einleitung weiterer qualitätssichernder Maßnahmen (z. B. Hospitation, Kolloquium, Fortbildungskurs, ...) erfolgen.

b) mehr als eine Patientendokumentation der Stufe III oder mehr als fünf Patientendokumentationen der Stufe II zuge ordnet werden mussten. Konsequenz  Genehmigung muss ausgesetzt werden • Die Genehmigung wird wiedererteilt, wenn der KVSH innerhalb eines Jahres nach Mitteilung über die festgestellten Mängel die erfolgreiche Teilnahme an einem Fortbildungskurs zur Sonographie der Säuglingshüfte gemäß Anhang 1 der QS-Vereinbarung nachgewiesen wird. Nach neu erteilter Genehmigung erfolgt dann die Initialprüfung. • Die Genehmigung ist zu widerrufen, wenn der Arzt den nach Abs. 3 erforderlichen Fortbildungskurs nicht innerhalb eines Jahres nachgewiesen hat. Ein erneuter Antrag auf eine Genehmigung kann dann frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Mitteilung über den Widerruf der Genehmigung gestellt werden. Der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem Kolloquium ist obligat.

Übergangsregelung zur Dokumentationsprüfung • Ärzte, die bereits nach der bis zum 31. März 2012 geltenden QS-Vereinbarung die Überprüfung erfolgreich bestanden haben, werden nun innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der überarbeiteten QS-Vereinbarung erneut geprüft. • Ärzte, die nach der alten Fassung für eine Wiederholungsprüfung vorgesehen sind, werden nun innerhalb eines Jahres nach der letzten Stichprobenprüfung nach den Kriterien der neuen QS-Vereinbarung geprüft. Die entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung Säuglingshüfte finden Sie auf unserer Internet-Seite www.kvsh.de im Downloadcenter unter Genehmigungspflichtige Leistungen/Sonographie. Susanne Paap, KVSH

Regelungen zu Fortbildungskursen Im Anhang 1 der QS-Vereinbarung sind Anforderungen an die Inhalte eines Fortbildungskurses aufgeführt, an dem der Arzt erfolgreich teilnehmen muss, wenn in seiner Dokumentation insgesamt schwere Mängel festgestellt worden sind. Die Kursinhalte

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Für Rückfragen stehen Susanne Paap Tel.: 04551 883 228, Ute Tasche unter der Tel.: 04551 883 485 zur Verfügung.

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PRAXIS  &  KV B ekanntmachungen

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Praxen zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Fachgebiet

Planungs­bereich*

Praxisform

Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­nummer

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Lübeck

EP

30.06.2012

3862/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Stormarn

EP

30.06.2012

17466/2011

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maxi mal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Aus schreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern:

Flensburg

04551 883 378 04551 883 291

Schleswig-Flensburg Nordfriesland

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden­ führungszeugnis) zu beantragen.

RendsburgEckernförde

Kiel Plön Ostholstein

Dithmarschen Neumünster

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

Lübeck

Bewerbungen richten Sie bitte an: KVSH, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

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Steinburg

Pinneberg

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Stormarn

Herzogtum Lauenburg

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PRAXIS  & KV

Folgender Psychotherapeut wurde rechtskräftig zur Vertragspraxis zugelassen: Kreis Segeberg Herr Dipl.-Psych. Frank-Markus Borke ab 1. April 2012 als Psychologischer Psychotherapeut für einen halben Versorgungsauftrag für 23795 Bad Segeberg, Oldesloer Straße 9, als Nachfolger von Frau Dipl.-Psych. Erica Diedenhofen.

Kreis Segeberg Herr Dipl.-Psych. Albrecht Müller ist zur Durchführung von tiefenpsychologisch fundierten Gruppenpsychotherapien in 23795 Bad Segeberg, Hamburger Straße 29, auf Überweisung durch zugelassene Ärzte folgender Fachrichtungen ermächtigt: Hausärzte, Psychotherapeutische Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Im Rahmen der Ermächtigung sind folgende Nummern des EBM abrechnungsfähig: 01321, 01435, 23220, 35150, 35130, 35131, 35140, 35141, 35202, 35203. Entsprechend der Psychotherapievereinbarung, Teil C (8), schließt dies mögliche Einzelbehandlungen im Verhältnis 1:10 mit ein. Die Gruppensitzungen werden ausgelagert an den Standort: 23795 Bad Segeberg, Markt 4.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten bzw. Krankenhäuser wurden zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Überweisungspraxis ermächtigt. Diese Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch ein- Folgender Psychotherapeut wurde zur Vertragspraxis zugelassen. Dieser Beschluss ist noch gelegt bzw. Klage erhoben werden kann: nicht rechtskräftig, sodass hiergegen noch Stadt Kiel Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben Herr Dr. phil. Dipl.-Psych. Jorge Ponseti, wissenschaftlicher werden kann. Angestellter der Sektion für Sexualmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, mit Wirkung ab 23. März 2012, befristet bis zum 30. September 2013, längstens jedoch bis zum Ende seiner psychotherapeutischen Tätigkeit an vorgenannter Klinik, ermächtigt zur Durchführung von Verhaltenstherapien auf dem Gebiet der Sexualmedizin auf Überweisung durch zugelassene Vertragsärzte. In zu begründenden Einzelfällen ist Herr Dr. Ponseti berechtigt, Leistungen im Rahmen der Ermächtigung auf direktem Zugang zu erbringen. Im Rahmen dieser Ermächtigung sind die Nummern 01321, 01602, 35130, 35131, 35140, 35141, 35150, 35220, 35221 und 35300 bis 35302 EBM abrechenbar. Die Ermächtigung beinhaltet nicht solche Leistungen, die das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein nach Paragraf 116b SGB V abrechnen kann. Herr Prof. Dr. med. Hartmut A. G. Bosinski, Leiter der Sektion für Sexualmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, mit Wirkung ab 23. März 2012, befristet bis zum 30. September 2013, längstens jedoch bis zum Ende seiner ärztlichen Tätigkeit an vorgenannter Klinik, ermächtigt zur Durchführung von Leistungen auf dem Gebiet der Sexualmedizin einschließlich gegebenenfalls erforderlich werdender Psychotherapieleistungen auf Überweisung durch zugelassene Vertragsärzte. In zu begründenden Einzelfällen ist Herr Prof. Bosinski berechtigt, Leistungen im Rahmen der Ermächtigung auf direktem Zugang zu erbringen. Die Ermächtigung umfasst auch Leistungen nach den EBMNummern 04350 und 04352. Die Ermächtigung beinhaltet nicht solche Leistungen, die das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein nach Paragraf 116b SGB V abrechnen kann.

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Kreis Stormarn Frau Dipl.-Psych. Birgit Bader als Psychologische Psychotherapeutin für Baumschulenstraße 23, 22941 Bargteheide, im Rahmen einer Sonderbedarfsfeststellung gemäß Paragraf 24 a Bedarfsplanungs-Richtlinie.

Folgender Psychotherapeut hat die Genehmigung zur Führung einer Zweigpraxis erhalten: Kreis Dithmarschen Herr Dipl.-Psych. Rudi Gebhardt, Psychologischer Psychotherapeut, Am Hafen 40, 25348 Glückstadt, hat die jederzeit widerrufliche Genehmigung zum Führen einer Zweigpraxis in 25788 Wallen, Dorfstr. 7, für Leistungen der psychotherapeutischen Medizin ab dem 1. Juli 2012 erhalten.

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PRAXIS  &  KV L übecker Ä rztenetz

Forschen und gewinnen

Das Lübecker Ärztenetz wird im Spätherbst dieses Jahres erstmalig einen Forschungspreis in Höhe von 2.000 Euro verleihen. Damit sollen Arbeiten auf dem Gebiet der medizinischen Versorgungsforschung ausgezeichnet werden, die einen möglichst engen Bezug zu der lokalen Versorgungssituation in der Gesundheitsregion Lübeck haben. Seit seiner Gründung im Jahre 2009 haben sich die Mitglieder des Lübecker Ärztenetzes die Förderung der ambulanten Medizin im Bereich Lübeck auf ihre Fahne geschrieben. Als „Bündnis für ambulante Medizin“ steht dabei nicht nur die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Fach- und Hausärzten auf dem Programm des Netzes, sondern vor allen Dingen auch die Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in Lübeck und Umgebung. Um dieses Anliegen auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, veranstaltete das Lübecker Ärztenetz im September 2011 einen vielbeachteten Gesundheitstag in der Musik- und Kongresshalle der Hansestadt. In dieser von mehreren tausend Lübecker Bürgern besuchten Veranstaltung präsentierten die Mitglieder des Netzes in zahlreichen gut besuchten Vortragsveranstaltungen und an ihren Ausstellungsständen das vielfältige Gesundheitsangebot in ihren Praxen. Gerade im Zusammenspiel mit den Partnern aus anderen Gesundheitsberufen wurde hierbei deutlich, welches Potenzial durch eine Verbesserung der Behandlungsabläufe noch für die Patienten in unserer Region vorhanden ist. Dasselbe gilt auch für eine verstärkte und sektorenübergreifende Zusammenarbeit mit den Kliniken in Lübeck und Umgebung. Praktische Umsetzung ist wichtig Auf den Erfolgen des Gesundheitstages aufbauend, sieht das Lübecker Ärztenetz deshalb für die kommenden Jahre eine seiner Hauptaufgaben in der Förderung von Projekten zur sektoren- und branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten am Gesundheitsmarkt. Dreh- und Angelpunkt sollten hierbei die in freier Berufsausübung tätigen Ärztinnen und Ärzte des Netzes sein, die für ihre Patienten diagnostische und therapeutische Behandlungspfade in Zusammenarbeit mit ihren Partnern im Gesundheitssystem erstellen werden. Erste Schritte wurden hierzu schon mit dem Projekt „Akuter Rückenschmerz“ unternommen. Gerade bei diesen Abschlüssen mit den Kostenträgern wurde jedoch klar, dass für den Bereich Lübeck Arbeiten zur medizinischen Versorgungsforschung wenig bekannt sind.

dabei vor allen Dingen solche Arbeiten, die nicht nur theoretische Modelle beschreiben, sondern auch praktisch umsetzbare Erkenntnisse enthalten, die für die Ärzte und ihre Patienten von unmittelbarem Nutzen sind, also eine bessere Diagnostik, Therapie, Versorgung und Betreuung von Patienten nach sich ziehen. Eingereicht werden können sowohl schon veröffentlichte Arbeiten, die aber nicht älter als fünf Jahre sein dürfen sowie auch bisher unveröffentlichte Abhandlungen. Weitere Einzelheiten zur Ausschreibung können über das Büro des Lübecker Ärztenetzes unter der E-Mail-Adresse: netzbuero@ luebecker-aerztenetz.de erfragt werden. Das Preisrichtergremium setzt sich aus akademischen Vertretern des UKSH, Campus Lübeck sowie den Vorstandsmitgliedern des Lübecker Ärztenetzes zusammen. Die Arbeiten sollen bis spätestens 30. September 2012 dem Preisrichtergremium vorliegen. Die Verleihung des Forschungspreises ist dann für den 9. November 2012 geplant. Im Zuge des Festaktes wird von der oder dem Preisträger erwartet, einen 15-minütigen Vortrag zu den wesentlichen Ergebnissen der eingereichten Arbeit zu halten. Das Lübecker Ärztenetz möchte mit der erstmaligen Verleihung des Forschungspreises nicht nur bereits vorliegende Ergebnisse in der Versorgungsforschung würdigen, sondern mit der Stiftung des Preises eine Entwicklung in Gang setzen, die in einem festen zeitlichen Rhythmus zukünftig junge Wissenschaftler dazu ermutigen soll, sich direkt mit Forschungsvorhaben zu beschäftigen, bei denen die Versorgung unserer Lübecker Patienten über die Sektorengrenzen ambulant/stationär unter Einbeziehung aller Teilnehmer im Gesundheitssystem verbessert werden.

Die Jahreshauptversammlung des Lübecker Ärztenetzes hat deshalb beschlossen, für das Jahr 2012 einen mit 2.000 Euro dotierten Forschungspreis für wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet auszuschreiben. Im Blickpunkt des Interesses stehen

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Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Lübeck

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PRAXIS  & KV K ieler S pitzen

Piraten wie wir „Lass mich Dein Pirat sein“, lag uns Nena 1984 in den Ohren und hatte dabei natürlich nicht ahnen können, dass eine politische Gruppierung unter diesem Namen mehr als 25 Jahre später Furore machen würde. Nach den Kino-Kassenschlagern mit Piraten in der Hauptrolle wie „Der rote Korsar“ oder „Fluch der Karibik“ war die Zeit jetzt auch in der Politik reif für Piraten. Nicht dass wir nicht schon vorher manchmal das Gefühl von Piraterie in der Politik gehabt hätten – nun ist es aber amtlich: Die Piraten treten auch in Schleswig-Holstein an und die Wahlforscher sagen ihnen sogar den Sprung in den Landtag voraus – wohlmöglich mit mehr Stimmen als die Grünen. Das ist kein Wunder, denn Piraten kann man alles zutrauen. In gewisser Weise waren ja auch die Wikinger Piraten und die haben es ja weit gebracht über Nord und Ostsee. So gesehen sind wir hier eigentlich das Stammland der Piraten und nachdem sie früher in Haithabu hausten, wird jetzt wahrscheinlich der Landtag in Kiel ihr neues Zuhause. Das kann heiter werden, denn, obwohl Sitten und Gebräuche der heutigen Piraten durchaus gesitteter sind, als von ihren Namensvettern überliefert ist, dürften sie den Landtag kräftig durcheinanderwirbeln.

Hinter den Kulissen wird jedenfalls schon eifrig zwischen CDU und SPD nach Gemeinsamkeiten gefahndet, falls die herbeigesehnte Mehrheit von SPD, Grünen und SSW – die sogenannte Dänen-Ampel (Wahnsinn, wie dieses Bild spricht) – doch vom Black-out getroffen wird und alles andere auch nicht reicht – außer für eine Große Koalition. Da könnten die Piraten doch schon ihren ersten Angriff als Erfolg verbuchen.

„Was lernen wir daraus: Lasst uns alle Pirat sein und den Erfolg einfach kopieren. “

Was lernen wir daraus: Lasst uns alle Pirat sein und den Erfolg einfach kopieren. Damit haben die Jungs und Deerns doch am wenigsten Probleme. Denn auf einem Urheberrecht für ihr „Parteiprogramm“ können sie ja nicht bestehen, denkt sich Ihr Criticus

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Vertragspsychotherapie von A bis Z (1. Teil) Im Zusammenspiel mit dem Sozialgesetzbuch V (SGB V) und dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) stellen die Psychotherapie-Richtlinien (PTR) und die Psychotherapie Vereinbarungen (PTV) die entscheidenden Rahmenbedingungen für Psychotherapeuten, Krankenkassen und Versicherte im Bereich der vertragspsychotherapeutischen Versorgung dar. Weitere Regelungen ergeben sich aus dem Vertragsarztrecht und der Zulassungsverordnung, die beide gleichermaßen auch für die Psychotherapeuten gelten. An dieser Stelle soll auf einige Punkte hingewiesen werden. Antragsdatum ist der Tag an dem der Patient/Versicherte seine Unterschrift auf das Formular PTV1 gesetzt hat. Mit diesem Rechtsakt der Unterzeichnung erklärt sich der Patient unter anderem damit einverstanden, dass der Psychotherapeut einen Bericht erstellt und diesen zum Zwecke der Bearbeitung an die Krankenkasse übermittelt. Die Abrechnung Probatorischer Sitzungen ist nach diesem Tag nicht mehr möglich. Berichtspflicht über die antragspflichtigen Leistungen (EBM Abschnitt 35.2) besteht für den Psychotherapeuten gegenüber dem überweisenden Hausarzt nur dann, wenn der Patient dieser zugestimmt hat (vgl. Paragraf 73 Abs. 1b SGB V). Die Berichtspflicht ist erfüllt, wenn zu Beginn und nach Beendigung einer Psychotherapie, mindestens jedoch einmal im Krankheitsfall (vier Quartale) bei Therapien, die länger als ein Jahr dauern, ein Brief an den Hausarzt erfolgt. Chiffre im anonymisierten Gutachterverfahren ist die aus dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens und dem Geburtsdatum des Patienten gebildete Kennziffer. Sie ist auf Formularen und Bericht zu verwenden. Diagnosekodierungen im Zuge der Abrechnung vertragsärztlicher und –psychotherapeutischer Leistungen (vgl. Paragraf 295 SGB V) sind eine wichtige Grundlage sowohl für den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich zwischen den Krankenkassen als auch für die Bestimmung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung zwischen den Krankenkassen und der örtlichen KV. Ein steigender Behandlungsbedarf im Bereich einer KV kann hierüber nachgewiesen werden. Insofern liegt eine möglichst realistische Diagnosekodierung im Interesse aller Vertragsärzte und –psychotherapeuten. EBM: Der Einheitliche Bewertungsmaßstab bestimmt den Inhalt der berechnungsfähigen Leistungen und ihr wertmäßiges Verhältnis zueinander. Einige psychotherapeutische Gebührenordnungspositionen befinden sich in den Kapiteln 22 und 23. Die Leistungen gemäß den Richtlinien (PTR) sind ausschließlich im Kapitel 35 des EBM beschrieben.

Fortbildungspflicht im Sinne des Paragraf 95d SGB V verlangt vom Psychotherapeuten innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren gegenüber seiner für ihn zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen, dass er dieser Pflicht nachgekommen ist. Genehmigungspflicht: Für die Erbringung und Abrechnung bestimmter Leistungen (bspw. Übende Verfahren, Gruppenpsychotherapie) benötigt der Psychotherapeut eine besondere Genehmigung, die er bei Nachweis entsprechender Qualifikation von der KV erhält. Honoraranspruch: Der Vertragspsychotherapeut rechnet seine Behandlungsleistungen nicht direkt mit dem Patienten ab. Aber er muss auch nicht gegenüber allen 169 gesetzlichen Krankenkassen einzeln abrechnen. Sein Honoraranspruch besteht gegen die für seinen Niederlassungsort zuständige Kassenärztliche Vereinigung. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen eine Gesamtver-gütung an die jeweiligen KVen; die Psychotherapeuten haben wie Ärzte einen Anspruch auf gerechte Teilhabe an diesen Honorar-mitteln. Irrtum: Ein weit verbreiteter Irrtum ist es, zu meinen, die Entscheidung über die Genehmigung oder Ablehnung der Psychotherapie wird vom Gutachter des Gutachterverfahrens getroffen. Der Gutachter spricht gegenüber der Krankenkasse lediglich eine Empfehlung aus! Die letztendliche Entscheidung obliegt allein der Krankenkasse des Versicherten, sie hat dabei die Empfehlung des Gutachters mit zu berücksichtigen. Jugendlichenpsychotherapie ist möglich bis zum vollendeten 21. Lebensjahr – sogar darüber hinaus, wenn der Beginn der Psychotherapie davor lag. Wird diese von einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten durchgeführt, werden die Bezugspersonengespräche zusätzlich zu dem Kontingent des jungen Patienten gewährt. Auch ein 20-Jähriger gilt unter PTR und PTV als Jugendlicher und nicht als Erwachsener. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

Fortsetzung folgt 32

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PRAXIS  &  KV neues aus K V en und K B V

Arzneimittelcheck vereinbart Düsseldorf – Die AOK Rheinland/Hamburg und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein haben sich auf die Ausgestaltung eines Arzneimittelchecks geeinigt, der im Rahmen des aktualisierten Hausarztvertrags zwischen der KV Nordrhein und der AOK angeboten wird. Die Vertragspartner betreten mit diesem Projekt Neuland in Nordrhein: Erstmals bekommen hier koordinierende Ärzte die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Gesamtmedikation ihrer Patienten zu verschaffen. „Der Alltag zeigt, dass Ärzte nicht immer wissen, welche Medikamente ein Patient auf eigene Faust einnimmt oder von anderen Ärzten verschrieben bekommt“, sagt Dr.  Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Je mehr Ärzte an der Pharmakotherapie beteiligt sind, desto höher wird das Risiko, dass es zu unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen kommt. Der Arzneimittelcheck soll für mehr Transparenz sorgen und die Qualität bei der Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln verbessern. Der Arzneimittelcheck ist Teil der jüngsten Aktualisierung des Hausarztvertrags der AOK Rheinland/Hamburg mit der KV Nordrhein. Der weiterentwickelte Vertrag sieht zudem eine höhere Vergütung insbesondere für Besuchsleistungen der Ärzte vor. Die Vergütung für den Arzneimittelcheck beträgt 80 Euro. Muss der Arzt mehr als vier Stunden aufwenden und sich mit beteiligten fachärztlichen Kollegen abstimmen, werden 160 Euro vergütet. Die Vorauswahl der Patienten, für die ein Arzneimittelcheck in Frage kommt, erfolgt über die AOK Rheinland/Hamburg.

Finanzieller Ausgleich gefordert Potsdam – Der Vorsitzende der KV Brandenburg (KVBB), Dr. Hans-Joachim Helming kritisierte auf der März-Vertreterversammlung der KVBB die Anhäufung von rund 20 Milliarden Euro in Gesundheitsfonds und bei den Kassen. Das Sparpaket müsse „beendet und revidiert“ werden, forderte er. Einstimmig votierten die VV-Mitglieder für eine entsprechende Resolution. Zugleich forderte der KV-Chef eine finanzielle Entlastung bereits für 2012; ein „Ausgleich für jahrelange Nichtbezahlung ärztlicher Tätigkeit“ sei überfällig. Lediglich 760 Millionen Euro müssten aus den Milliarden-Überschüssen verwendet werden, um die sieben LAVA-KVen finanziell so auszustatten, dass sie auf den derzeitigen Bundesdurchschnitt von 348 Euro je Versichertem angehoben werden. Er blieb jedoch skeptisch, ob dies allein mit Appellen und politischen Willensbekundungen zu erreichen sei. Die Begehrlichkeiten anderer Akteure im Gesundheitsbereich seien groß und würden oft nachhaltiger „vorgetragen“. „Solange Ärzte friedlich Patienten behandeln und sich letztlich selbst ausbeuten, wird sich kein Politiker bewegen und etwas ändern“, stellte Dr. Helming fest, verwies auf die Anhörung der LAVA-KVen im Petitionsausschuss und kommentierte: „Das war’s dann, wahrscheinlich eine Beerdigung erster Klasse!“

Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte gleich behandeln Stuttgart – Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), Dr. Norbert Metke, fordert eine Gleichbehandlung von Krankenhäusern und ambulanten Sektor bei der Verteilung staatlicher Fördermaßnahmen. Metke sagte: „Die Politik im Land und im Bund muss wissen, dass wir sehr genau hinschauen, welche Förderungen den Krankenhäusern gewährt werden, den niedergelassenen Ärzten jedoch nicht. Wir weisen darauf hin, dass die Ärzte in Baden-Württemberg rund 60.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Der Investitionsstau, den die Krankenhäuser vorbringen, besteht in mindestens gleichem Maße auch im ambulanten Bereich. Erst vor wenigen Tagen hat das Zentralinstitut für die vertragsärztliche Versorgung (ZI) in einer Studie nachgewiesen, dass die Ärzte aufgrund der wirtschaft-

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lich unsicheren Situation in den vergangenen Jahren weniger Investitionen tätigen konnten und daher ein aktueller Bedarf in Höhe von rund zwei Milliarden Euro besteht.“ Vor diesem Hintergrund sieht es der KVBW-Chef nur als recht und billig an, auf eine Gleichbehandlung mit den Krankenhäusern zu bestehen. „Die niedergelassenen Ärzte haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass das Gesundheitssystem seine Qualität gesteigert hat und gleichzeitig die Kosten im Rahmen geblieben sind. Heute erbringen die niedergelassenen Ärzte eine Vielzahl von Leistungen, die früher nur stationär möglich gewesen sind. Das ist nicht nur für die Patienten wesentlich angenehmer, sondern spart auch Kosten in beträchtlicher Höhe – und ist dazu weltweit einmalig.“

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die menschen im land K unstausstellung

Explosive Malerei Prof. Dr. Norbert W. Guldner arbeitet seit vielen Jahren an der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie an der Universität zu Lübeck. Er stellt zusammen mit seinem Sohn Erik im Rahmen der Ausstellungsreihe „ Ärztliche Kunst in der KVSH“ seine Werke in Bad Segeberg aus.

Nordlicht: Was bedeutet Ihnen die Malerei? Prof. Dr. Norbert Guldner: Eine weitere Facette des Lebens zu haben, in der ich mich ausdrücken und wohlfühlen kann. Noch wesentlicher ist jedoch, um es etwas flapsig zu sagen: mich selbst und die Welt in den Griff zu bekommen. Nordlicht: Worin besteht für Sie der Reiz zusammen mit Ihrem Sohn eine Ausstellung zu gestalten? Guldner: Gemeinsame Begabungen auszuleben und Spaß zu haben und Erik einen „Lebensraum“ zu erschließen, in dem er seine intuitive Kompetenz erweitern und auch der fordernden Alltagsroutine zeitweise entrinnen kann. Nordlicht: Haben Sie künstlerische Vorbilder? Guldner: Vorbilder zu haben, heißt nacheifern und nachzuahmen. Vielleicht kann man sagen, Maler zu haben, die ich sehr schätze, die mich anregen und die ich nie genug ansehen kann. Das sind: Mark Rothko, Caspar David Friedrich, Boticelli und Gerhard Richter.

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Nordlicht: Was möchten Sie beim Betrachter Ihrer Bilder erreichen? Guldner: Einen gewissen ästhetischen Genuss anzubieten und auch die „Birne aus der Fassung“ zu bringen. Nordlicht: Folgen Sie beim Malprozess einem bestimmten Plan oder lassen Sie sich treiben? Guldner: Die Bilder werden Monate oder sogar Jahre lang im Kopf gestaltet und weiterentwickelt bis sie reif sind. Der Malprozess selbst ist explosionsartig kurz und braucht oft geringe Korrekturen nach Tagen oder Wochen. Nordlicht: Welche Bedeutung hat die immer wiederkehrende Farbe Pink? Guldner: Die Farbe Pink oder der Pinkstrich ist ein Symbol für die Suche nach Lebensintensität. Nordlicht: Was ist bedeutet für Sie Glück? Guldner: Was Glück ist, wird erst in der Gegenüberstellung mit Zufriedenheit deutlich. Glücklich macht mich ein Lächeln, ein Gespräch mit Freunden, ein guter Wein und vieles mehr;

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die menschen im land

zufrieden: mich in der Natur aufzuhalten, intensives Nachdenken, in meiner Familie zu sein und unseren vier Kindern einen Hochschulabschluss ermöglicht zu haben. Nordlicht: Welche persönlichen Ziele haben Sie sich für die nächsten Jahre gesetzt? Guldner: Nächstes Jahr – nach meinem Fünfundsechszigsten – werde ich weiter auf dem Gebiet von Stammzellen und muskuläreren Herzunterstützungssystemen forschen, soweit es die Rahmenbedingungen erlauben, afrikanische Ärzte in der Tumaini Universität in Moshi (Tansania) ausbilden, ausgedehnte Safaris machen und natürlich malen.

Ärztliche Kunst in der KVSH Prof. Dr. Norbert W. Guldner, Herzchirurg aus Lübeck, stellt zusammen mit seinem Sohn Erik Guldner, Polizeikommissar aus Kiel, zurzeit seine Werke in der KVSH aus. Die Bilder können noch bis zum 1. Juli 2012 in der KVSH besichtigt und auch käuflich erworben werden.

Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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SERVICE V erordnungsmanagment Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungs-Dschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungs-Dschungel

Wissen Sie es noch?

Es hat seit längerer Zeit keine Änderungen in der Arzneimittelrichtlinie gegeben und dennoch oder gerade deshalb möchten wir Ihnen die Verordnungseinschränkungen und Ausschlüsse noch einmal in Erinnerung rufen. Nach dem SGB V haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf rezeptpflichtige Arzneimittel, Verbandstoffe und Teststreifen. Rezeptfreie Arzneimittel sind grundsätzlich von der Leistungspflicht ausgeschlossen. Ausgenommen hiervon sind Kinder bis zum 12. Geburtstag (mit Entwicklungsverzögerung bis zum 18. Geburtstag) und die Präparate der sogenannten OTC-Ausnahmeliste. Selbst die Verordnung von rezeptpflichtigen Medikamenten zu Kassenlasten ist per Gesetz deutlich eingeschränkt worden. Lipidsenker beispielsweise dürfen nur zu Kassenlasten verordnet werden bei bestehender vaskulärer Erkrankung (KHK, cerebrovaskuläre Manifestation, pAVK) oder hohem vaskulärem Risiko (über 20 Prozent Ereignisrate/10 Jahre auf der Basis der zur Verfügung stehenden Risikokalkulatoren z. B. Procam). Diese Einschränkungen sind in der Anlage III der Arzneimittelrichtlinie nachzulesen. Aufgrund der Vorgaben der KBV für die Praxissoftware müssten solche Sachverhalte neuerdings in den entsprechenden Datenbanken auftauchen. Eine Zusammenfassung ist auch als Schnellübersicht auf unserer Homepage unter Praxis-Verordnungen-Schnellübersicht zur Verordnungsfähigkeit abrufbar.

Darüber hinaus kann die Verordnung eines rezeptpflichtigen Arzneimittels unwirtschaftlich sein, wenn ein rezeptfreies ausreicht (Paragraf 12 Absatz 11 der Arzneimittelrichtlinie). Als Beispiel kann hier die Verordnung von Antihistaminika genannt werden. Die Verordnung von Xusal® ist unwirtschaftlich, wenn Cetirizin oder auch Loratadin ausreichen würde. Zeitgleich mit der Zulassung als Vertragsärztin/Vertragarzt sind Ihnen alle Einschränkungen und Ausnahmen bekannt, – soweit die Theorie. In der Praxis helfen wir vom Team Verordnungen bei Fragen rund um die Verordnung gerne weiter. Thomas Frohberg, KVSH

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie das Verordnungsmanagement der KVSH an: Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf

Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe

Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 heidi.dabelstein@kvsh.de

Thomas Frohberg Tel. 04551 883 304 thomas.frohberg@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Plath Tel. 04551 883 362 anna-sofie.plath@kvsh.de

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Service S erviceteam

Sie fragen - wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Wie lange sind Einweisungsscheine gültig? Für die Verordnung von Krankenhausbehandlung gibt es keine festgelegte Gültigkeitsdauer, das heißt es muss medizinisch vertretbar sein, wann die stationäre Aufnahme erfolgt. Allerdings ist eine Einweisung nicht länger gültig als die Versichertenkarte.

Wann dürfen Überweisungen innerhalb derselben Fachgruppe ausgestellt werden? Eine Überweisung innerhalb derselben Arztgruppe darf in folgenden Ausnahmefällen ausgestellt werden: • Inanspruchnahme besonderer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die vom behandelnden Vertragsarzt nicht erbracht werden • Übernahme der Behandlung durch einen anderen Vertragsarzt bei Wechsel des Aufenthaltsortes des Kranken • Fortsetzung einer abgebrochenen Behandlung (Bundesmantelvertrag – Ärzte Paragraf 24 Abs. 4)

Wie wird die Ziffer GOP 35110 korrekt abgerechnet? Die Verbale Intervention bei psychosomatischen Krankheitszuständen nach der GOP 35110 EBM ist nur 1x je Sitzung berechnungsfähig. Im EBM heißt es, „Dauer mindestens 15 Minuten“, was korrekt angewendet eine Mehrfachberechnung innerhalb einer Sitzung per se ausschließt. Auch wenn die Sitzung mehr als 15 Minuten, beispielsweise 30 Minuten dauert, so ist die GOP 35110 jedoch nur ein Mal berechnungsfähig. Insgesamt ist die GOP 35110 bis zu 3 x am Behandlungstag berechnungsfähig. Allerdings nur dann, wenn sich z. B. aus Gründen der Erkrankung eine Unterbrechung der Sitzung gebietet, eine erneute Sitzung aber noch am selben Tag erforderlich ist, kann diese Leistung ein weiteres Mal berechnet werden. Bitte beachten Sie die Tagtrennung und Uhrzeitangabe!

Wie lange müssen die Abrechnungsscheine in der Praxis aufbewahrt werden? Abrechnungs-, Überweisungs- und Notfall-/Vertretungsscheine haben eine Aufbewahrungsfrist von vier Quartalen und können dann vernichtet werden.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 5 | 2012

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

fÜR Medizinische Fachangestellte

für Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Die Arztabrechnung – Sie fragen,

thema: Moderatorengrundausbildung

wir antworten

datum: 24. August, 15.00 bis 21.00 UHR

datum: 30. Mai, 15.00 bis 18.00 Uhr

25. August, 9.00 bis 17.00 UHR

Im Rahmen dieses Seminars werden wir mit Ihren Mitarbeiterinnen insbesondere aktuelle Abrechnungsfragen zum EBM und zur GOÄ erörtern, sowie auf Fragen rund um die Verordnung eingehen. Referenten: Petra Lund, Abrechnungsleiterin Christiane Reuter, Referentin Abrechnungsabteilung Thomas Stefaniw, Referent Abrechnungsabteilung Thomas Frohberg, Abteilung Struktur und Verträge, Verordnungsmanagement Gastreferent: Jörg Ruge, Privatärztliche Verrechnungsstelle Ort:

für Qualitätszirkel

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Haus der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkeldramaturgien erwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen. Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • Dramaturgien • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei.

ORT: Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Hause der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte: 20

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 21. Mai 2012 an:

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Kruse Telefon 04551 883 332 Fax 04551 883 374 E-Mail nadine.kruse@kvsh.de

Detlef Greiner Tel. 04551 883 527 Fax 04551 883 7527 E-Mail: detlef.greiner@kvsh.de

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Regina Steffen 04551 883 292 04551 883 7292 regina.steffen@kvsh.de 5 | 2012


Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

30. Mai 17.00 bis 19.00 Uhr

Kindersportmedizin Ort: Zentralklinikum UKSH, Seminarraum der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Erdgeschoss Info: Tel. 0451 500 2580, -2581, Fax: 6206 E-Mail: info@kinderchirurgie.uni-luebeck.de www.kinderchirurgie.uni-luebeck.de

25. Juli, 15.00 bis 18.00 Uhr

Infomarkt der KVSH Ort: Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH Info: Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883 255, E-Mail: bianca.hartz@kvsh.de Marco Dethlefsen, Gesundheitspolitik und Kommunikation, Tel. 04551 883 381, E-Mail: marco.dethlefsen@kvsh.de www.kvsh.de

5. Juni, 18.00 bis 20.00 Uhr

Schmerz ohne Ende

Schleswig-Holstein

Ort: Kunsthalle Kiel, Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel Info: Veranstalter: Interdisziplinäres Schmerzzentrum UKSH, Campus Kiel, Die Veranstaltung richtet sich an Ärzte, Patienten und Interessierte E-Mail: anaesthesie@uksh.de www.uksh.de

9. Mai, 16.30 bis 18.30 Uhr

6. Juni, 13.30 bis 15.00 Uhr

Vom unklaren Pleuraerguss zum Lungenrundherd

Qualifizierte Entzugsbehandlung

Ort: UKSH, Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 18, 24105 Kiel Info: Sabine Schüder-Kruse Tel. 0431 597 4301, Fax 0431 597 1995 E-Mail: Sabine.Schueder-Kruse@uksh-kiel.de www.chirurgie-kiel.uk-sh.de

Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck Info: Referent: Dr. Kai Wendt www.ahg.de

13. Juni, 18.00 Uhr

Konfliktfeld ambulante, spezialfachärztliche Versorgung Ort: Hochschule Fresenius, Alte Rabenstraße 1, 20148 Hamburg Info: Referent: Roger Jaeckel, E-Mail: hartweg@hs-fresenius.de www.hs-fresenius.de

11. Mai, 11.30 bis 19.30 Uhr, 12. Mai 8.30 bis 13. Uhr

Dorsale und ventrale Operationstechniken Ort: Zentrum für Klinische Anatomie (ZKA), Anatomisches Institut, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), Otto-Hahn-Platz 8, 24118 Kiel Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 27. April erbeten, Fax 0211 52703 030 www.uksh.de

20. Juni, 13.30 bis 15.00 Uhr

Innere Erkrankungen bei Alkoholabhängigen Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck Info: Referent: Michael Holthaus www.ahg.de

12. Mai, 9.00 bis 13.00 Uhr

21. Juni, 20.00 Uhr

4. Endokrinologisches Frühjahrssymposium

Hepatitis – update

Ort: Arosa Hotel, Lübeck-Travemünde Info: Tel. 0451 500 2306, Fax 0451 500 3339 E-Mail: rudina.marx@uksh.de www.innere1.uni-luebeck.de

Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: PD Dr. Hinrichsen, Kiel Tel. 04331 663966, Fax 04331 663929 E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

24. Mai, 20.00 Uhr

Somatoforme und funktionelle Störungen Ort: Redderhuskrog, Holzbunge Info: Referent: Dr. G. Tuinmann, Hamburg, Tel. 04331 663966, Fax 04331 663929 E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

30. Mai 17.00 bis 19.00 Uhr

Kindersportmedizin Ort: Zentralklinikum UKSH, Seminarraum der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Erdgeschoss Info: Tel. 0451 500 2580, -2581, Fax 6206 E-Mail: info@kinderchirurgie.uni-luebeck.de www.kinderchirurgie.uni-luebeck.de

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz���������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Nina Söth����������������������������������������������������������������������������������������� 571 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Brigitte Gottwald����������������������������������������������������������������������������� 255 Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse���������������������������������������������������������������������������������� 343 Chirotherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dermatohistologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369

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DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Caroline Polonji ������������������������������������������������������������������������������ 280 Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Tobias Kantereit������������������������������������������������������������������������������� 320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������� 378 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Tyneke Grommes����������������������������������������������������������������������������� 462 ESWL Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Kruse����������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Esther Rüggen (Leiterin)����������������������������������������������������������������� 431 Hautkrebs-Screening Kevin Maschmann�������������������������������������������������������������������������� 326 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 326 HIV/AIDS Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Homöopathie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 326 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Invasive Kardiologie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Interventionelle Radiologie Grit Albrecht ����������������������������������������������������������������������������������� 533 aktuell

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Service kontakt

Kernspintomographie Grit Albrecht������������������������������������������������������������������������������������ 533 Koloskopie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Mammographie (kurativ/Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Niederlassung/Zulassung/Psychotherapeuten Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Niederlassung/Zulassung/Zweigpraxis/Ärzte Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Tyneke Grommes����������������������������������������������������������������������������� 462 Daniel Jacoby����������������������������������������������������������������������������������� 259 Nicole Geue������������������������������������������������������������������������������������� 303 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Karsten Wilkening��������������������������������������������������������������������������� 561 Niederlassungsberatung Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Bianca Hartz������������������������������������������������������������������������������������� 255 Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 André Zwaka������������������������������������������������������������������������������������ 327 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Grit Albrecht������������������������������������������������������������������������������������ 533 Onkologie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Personal Christine Storm��������������������������������������������������������������������������������� 260 Lars Schönemann������������������������������������������������������������������������������ 275 Anke Tonn����������������������������������������������������������������������������������������� 295 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

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Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygraphie/Polysomnographie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Carmen Dreyer�������������������������������������������������������������������������������� 360 Röntgen (Anträge) Grit Albrecht������������������������������������������������������������������������������������ 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Carmen Dreyer�������������������������������������������������������������������������������� 360 Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings��������������������������������������������������������������������������� 323 Schmerztherapie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonographie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Grit Albrecht������������������������������������������������������������������������������������ 533 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Team Verordnung Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Team Verordnung Hilfsmittel Anna-Sofie Plath������������������������������������������������������������������������������ 362 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231

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Service kontakt

Tonsillotomie, BKK VAG-Nord, BARMER GEK, Bahn-BKK Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Vakuumbiopsie Dagmar Martensen ������������������������������������������������������������������������� 687 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Zentrale Stelle Mammographie-Screening

Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

Impressum

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251 An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Prüfungsstelle Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Vorsitzender des Beschwerdeausschusses Dr. Johann David Wadephul�������������������������������������������������������� 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)������������������������������������������ 90100 Leiter der Dienststelle Markus Eßfeld���������������������������������������������������������������������������� 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Dorthe Flathus-Rolfs������������������������������������������������������������������ 901015 Astrid Stamer����������������������������������������������������������������������������� 901024 Arznei-/Pharmakotherapie-Beratung (prüfungsbezogen) Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Evelyn Sonnenrein��������������������������������������������������������������������� 901024 Honorarprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Zweitmeinungsverfahren Gastroenterologie Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Zweitmeinungsverfahren Rheuma Birgit Wiese��������������������������������������������������������������������������������� 901012

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Service Verordnungsprüfung Manuela Johnsen����������������������������������������������������������������������� 901020 Tanja Bauer............................................................................ ..... 901016 Susanne Schuldt.................................................................... ..... 901025 Service Honorarprüfung Sabine Kruse ����������������������������������������������������������������������������� 901016

Nordlicht

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Ingeborg Kreuz (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Ingeborg Kreuz; Esther Rüggen Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel.: 04551 883 356, Fax: 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Berglücke 5, 24943 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Dr. Monika Schliffke, Allgemeinärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04541 3585 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04541 84391 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 5 | 2012

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Thomas Schang, Chirurg Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 72606 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04521 409433 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

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Vorschau

4. Info-Tag für Existenzgründer und Praxisabgeber 9. Juni 2012 | Vitalia Seehotel | Bad Segeberg

Kassen Schles

KÖRPERS


Nordlicht_05_2012