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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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April 2016 | 19. Jahrgang

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Werbung für die Arztpraxis se r ab vi se ces it ei e te 34 n

Möglichkeiten und Grenzen


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 4 | 2016

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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So werben Ärzte rechtssicher

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Werbung beim Start in die Niederlassung: Interview mit PD Dr. Julia Holle und Prof. Frank Moosig, Rheumazentrum SchleswigHolstein Mitte in Neumünster

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Erfolgreich werben: Interview mit Dr. Frank Albrecht, Kommunikationsdesigner und Arzt

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Nachrichten Kompakt

Noch immer ist die Meinung weit verbreitet, dass Ärzte keine Werbung und andere Marketingmaßnahmen einsetzen dürfen. Das ist ein Irrglaube. Es ist zwar nicht alles erlaubt, aber es gibt mittlerweile viele erfolgversprechende Einsatzmöglichkeiten. Wo Grenzen und Chancen ärztlicher Werbung liegen, erfahren Sie in unserem Nordlicht-Titelthema.

Gesundheitspolitik KVSH-Nachwuchskampagne 2016: „Mehr.Arzt.Leben!“ mit neuen Aktionen

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Kommentar: Turbo-Flop

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Praxis & KV 14

AV-Wahl 2016: Was Wahlkandidaten wissen müssen

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Analyse der Versorgungslandschaft Schleswig-Holsteins: Morbidität der Patienten

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Neues Modell Hausarzt-MVZ

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Umfrage: Patienten bewerten Anlaufpraxen

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Neues aus KBV und KVen

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Erweiterter Bewertungsausschuss beschließt neue Vergütungssystematik für Psychotherapeuten

Die Menschen im Land 29

Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Dr. Klaus Birkner betreut Tanz-Herzsportgruppe

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

Service 34

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Neue Arzneimittel

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Sie fragen – wir antworten

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Krankentransporte und Krankenfahrten: Was Praxen bei der Verordnung beachten sollten

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Rationelle Labordiagnostik in der Praxis: Laboruntersuchungen und DMP

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Seminare

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Termine

© istock.com/Peter Booth

Seit 2007 gibt es im ärztlichen Bereitschaftsdienst in SchleswigHolstein feste Anlaufpraxen. Wie diese bei den Patienten ankommen, zeigt eine aktuelle Umfrage der KVSH.

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© istock.com/Olga_Danylenko

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Dr. Klaus Birkner engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich Herzsport. Der praktische Arzt aus Heikendorf betreut unter anderem die einzige Tanz-Herzsportgruppe in Schleswig-Holstein.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 4 | 2016 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Klappern gehört zum Handwerk Früher war es so: Wenn niedergelassene Ärzte für sich, ihre Leistungen und ihre Praxis Werbung machen wollten, waren ihnen per Gesetz meistens die Hände gebunden. Heute ist das anders. Die Verbote aus dem Heilmittelwerbegesetz sind in den vergangenen Jahren immer weiter liberalisiert worden. Das Rühren der Werbetrommel ist auch für Ärzte deutlich einfacher geworden – wenn sie es denn wollen. Trotzdem ist längst nicht alles erlaubt, was gefällt. In dieser Ausgabe des Nordlichts lassen wir deshalb Experten erklären, wo Möglichkeiten, aber auch Grenzen der ärztlichen Werbung liegen – von der Präsenz bei Facebook bis zum klassischen Werbeflyer. Gutes Marketing, um im Bild zu bleiben, könnte auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung gebrauchen, deren Image nach Untreue-Vorwürfen gegen ihren ehemaligen Vorstandschef und wegen umstrittener Immobiliengeschäfte ziemlich ramponiert ist. Jetzt heißt es, bei der Politik Vertrauen zurückzugewinnen und sich wieder als seriöser Gesprächspartner zu etablieren. Erste Schritte dorthin sind bereits gemacht: In den letzten Klausuren von KVen und KBV ist es gelungen, wieder so etwas wie eine Arbeitsatmosphäre entstehen zu lassen. Dabei soll es bitte bleiben. Wichtig ist, jetzt konkrete Antworten und Angebote auf drängende Fragen und Herausforderungen der künftigen Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Einen großen Raum nimmt dabei das Thema Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen und Patientensteuerung ein, verbunden mit der Frage, wer denn erste Anlaufstelle sein soll? Das könnte der Haus-, oder auch ein anderer Facharzt sein, den der Patient etwa wegen einer chronischen Krankheit regelmäßig besucht. Auch wenn Details noch nicht feststehen: Wir und viele andere Kassenärztliche Vereinigungen halten eine solche Stoßrichtung für grundsätzlich richtig. Mehr dazu dann in einer der nächsten Nordlicht-Ausgaben. Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühling und schöne (restliche)Ferientage.

Dr. Ralph Ennenbach

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Titelthema W erbu n g f ü r die A r z tpra x is

Was geht?! – Ärztliche Werbung heute Beginnend mit einer liberalen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Werberecht von Freiberuflern hat sich das ursprüngliche Werbeverbot für Ärzte mehr und mehr gelockert. Seit 2002 (105. Ärztetag in Rostock) ist die sachlich berufsbezogene Information nach Paragraf 27 Abs. 1 der Musterberufsordnung der Bundesärztekammer und den Berufsordnungen der Landesärztekammern erlaubt. Was also früher undenkbar war, ist heute selbstverständlich: (auch) Ärzte dürfen werben.

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© istock.com/Peter Booth

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Deutlich wurde, dass die im Artikel 12 des Grundgesetzes festgeschriebene „Berufsfreiheit“ als Folge eine entsprechende „werbliche“ Außendarstellung nach sich zieht. Ärzte stehen unter keinem gesonderten Schutz des Gesetzgebers und befinden sich demzufolge – genau wie viele andere Berufsgruppen auch – in Konkurrenz zueinander. Im permanent wachsenden Gesundheitsmarkt nehmen auch die Anforderungen an die Akteure zu. Technische Entwicklungen wie z. B. die voranschreitende Digitalisierung, die mittlerweile in beinahe allen Lebensbereichen spürbar sein dürfte, oder gesellschaftlicher Wandel, z. B. aufgrund von demografischen Veränderungen, befeuern den Prozess. Längst ist verstanden, dass eine Praxis nur dann in der Lage ist, die Versorgung von Patienten zu gewährleisten, wenn sie über eine ent-

sprechend solide finanzielle Basis verfügt. Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung von Strategie und Auftreten im Markt sind permanent gefordert. Wer den betriebswirtschaftlichen Anforderungen dennoch nicht Rechnung trägt, riskiert, sich offenen Auges in die steigende Zahl an Praxiskrisen einzureihen.

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Heute steht also Ärzten grundsätzlich die Möglichkeit der Werbung offen. Aber selbstverständlich ist längst nicht alles erlaubt, was vielleicht gefällt. Einschränkungen geben unter anderem, neben dem Heilmittelgewerbegesetz (HWG) und dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die Musterberufsordnung der Bundesärztekammer sowie denen der Landesärztekammern vor. Unter das Verbot fällt jede berufswidrige Werbung 4 | 2016


Titelthema und damit insbesondere anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Ärzte dürfen eine solche Werbung weder durch andere veranlassen noch dulden. Werbung, im Zuge derer ein Laienpublikum unsachlich beeinflusst werden und dadurch eine mittelbare Gesundheitsgefährdung bewirken kann, ist unzulässig. Was das im Einzelnen genau bedeutet, hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen tragen mit dazu bei, dass etwas, was vielleicht noch vor zehn Jahren undenkbar war, womöglich heute längst akzeptiert und in der Breite der Gesellschaft gelebt wird. So ist auch erklärbar, dass das Bundesverfassungsgericht bei Streitigkeiten in der jüngeren Vergangenheit in vielen Fällen liberal zugunsten der Werbefreiheit entschieden hat. Zuvor waren Abmahnungen und Bußgeldbescheide der Ärztekammer ergangen, gegen die sich die betroffenen Ärzte zur Wehr gesetzt hatten. Die Chancen scheinen gut zu stehen. Ob im Zuge einer gerichtlichen Durchsetzung der eigenen Ansprüche auch immer den Zielen der Praxis gedient sein mag, muss jeder Arzt im Einzelfall selbst abwägen und entscheiden. Fest steht, es ist vieles möglich, vieles erwünscht, vieles auch erstreitbar – aber welche Werbeaktivitäten brauchen Ärzte unabhängig von jeder Individualität heute? Was sind die sogenannten „Must-haves“ eines zeitgemäßen Praxisauftritts?

„Praxen, die über keine oder nicht hinreichende Präsenz im Internet verfügen, machen es den Patienten schwer, überhaupt den Weg in genau diese Praxis zu finden.“ Hierzu lohnt es sich, zunächst der Frage nachzugehen, wo und wie Patienten heute eigentlich nach einem geeigneten Arzt suchen. Denn Marketingaktivitäten und Werbung bedeuten am Ende Kommunikation mit den Patienten und sind nur dort zielführend, wo Patienten auch tatsächlich erreicht werden können. Wie aber suchen Patienten nach dem Arzt ihres Vertrauens? Studien (jameda-patientenstudie-2014) belegen, dass Patienten in erster Linie den Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld, d. h. Familie, Freunde etc. folgen. Auf Platz zwei befindet sich mittlerweile das Internet mit seinen vielfältigen Suchmaschinen und Bewertungsportalen, Tendenz steigend.

barrierefreies und gut strukturiertes Design. Von Animationen, die vielleicht schön sind, aber vom Nutzer den Einsatz zusätzlicher Programme erfordern, ist eher abzuraten. Wichtig ist, dass eine Webseite gemäß Telemediengesetz über ein eindeutiges, vollständiges Impressum, eine Datenschutzerklärung und einen sogenannten Disclaimer verfügt. Weitere Pflichtangaben beziehen sich unter anderem auf die Berufsbezeichnung, den Staat, in dem sie erworben wurde, die zuständige Aufsichtsbehörde. Alle Aussagen müssen sachlich sein und sich auf die Erbringung ärztlicher Leistungen beziehen. Darüber hinaus sind organisatorische Hinweise zur Praxis, wie z. B. Telefonnummer, E-MailAdresse, Faxnummer, Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten etc. durchaus erlaubt. Der Name der Domain sollte mit Bedacht gewählt werden. Einerseits sind die Auswirkungen auf das Suchmaschinen-Ranking und die damit verbundene Sichtbarkeit im Internet zu berücksichtigen. Andererseits darf kein irreführender, also falscher Eindruck erweckt werden. So ist es nicht zu empfehlen, eine Domain zu wählen, die den Anschein erweckt, es würde ein Fachgebiet allein (z. B. www.internist.de) oder dieses allein an einem Ort vertreten (z. B. www.internist-kiel.de). Eindeutiger werden Kombinationen mit dem eigenen Namen (z. B. www.internist-mustermann.de). Social-Media-Profile Über die Präsenz mittels einer eigenen Praxis-Webseite hinaus bietet das Internet noch eine ganze Reihe an Möglichkeiten: SocialMedia-Profile wie Facebook, Google+ oder Twitter, um nur einige zu nennen. Social-Media-Plattformen stellen Nutzern ihre Dienste in der Regel kostenfrei zur Verfügung. Im Gegenzug sammeln sie allerdings im großen Umfang Nutzerdaten und sind insbesondere aus datenschutzrechtlicher Perspektive umstritten. Möglich ist das, weil die Unternehmen z. B. in den USA zu Hause sind und dort andere Datenschutzregeln gelten, die nicht mit europäischen, bzw. deutschen Gesetzen konform gehen.

Für Praxen bedeutet das im Umkehrschluss, dass diejenigen, die über keine oder nicht hinreichende Präsenz im Internet verfügen, es den Patienten schwer machen, überhaupt den Weg in genau diese Praxis zu finden.

Da allein für Facebook die Nutzung in Deutschland von Experten auf rund 25 Millionen Personen beziffert wird, kann also die Nutzung von Social-Media-Kanälen durchaus zu einem verbesserten Kontakt zu den Patienten und einer erhöhten Sichtbarkeit führen. Es empfiehlt sich aber unbedingt, sich mit den damit verbundenen Risiken aktiv auseinanderzusetzen. Jedes Profil braucht, genau wie jede Webseite, ein vollständiges und schnell für den Nutzer zu erreichendes Impressum. Um als Kommunikationsmittel wirken zu können, reicht eine einmalige Einrichtung eines solchen Profils nicht aus. Social-Media-Kanäle wollen regelmäßig „bespielt“ werden, d. h., es muss immer wieder für passende Inhalte gesorgt werden. Jederzeit müssen selbstverständlich Bild- und Persönlichkeitsrechte sowie die Schweigepflicht eingehalten werden. Auf mögliche Kommentare von Nutzern empfiehlt es sich, zeitnah zu reagieren. Eine kompetente, dauerhafte Betreuung ist damit erforderlich.

Praxis-Webseite Das Internet und der Besuch auf der Praxis-Webseite bieten vielen Patienten eine gute Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert zu informieren. Eine Praxis-Webseite sollte übersichtlich und alle Informationen sollten leicht auffindbar sowie in gut verständlicher Darstellung sein. Als nutzerfreundlich gilt ein übersichtliches,

Bewertungsportale Inzwischen gibt es nicht nur für Hotels oder Restaurants Bewertungsportale, sondern auch für Ärzte. Den Praxen bieten diese Portale die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen vorzustellen. Wichtig ist es, alle Profile und Einträge regelmäßig auf Aktualität und Richtigkeit zu überprüfen. Nur wenn Informationen, wie

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Titelthema W erbu n g f ü r die A r z tpra x is Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten etc. stimmig sind, helfen sie den Patienten, sich schnell und unkompliziert zu informieren und gegebenenfalls mit der Praxis in Kontakt zu treten. Patienten nutzen diese Portale verstärkt, um sich schnell zu informieren. Dabei werden die Kommentare und Bewertungen anderer Patienten häufig wie Empfehlungen von Freunden oder Bekannten gelesen und tragen zur Meinungsbildung bei. Die Möglichkeit, Praxis, Leistungen, Freundlichkeit des Personals etc. öffentlich und anonym zu bewerten, kann auch dazu führen, dass ein Arzt mit einer gegebenenfalls so dokumentierten Unzufriedenheit eines Patientens nachhaltig umzugehen hat. Praxen, die über ein gutes Beschwerdemanagement verfügen und im guten Kontakt mit ihren Patienten stehen, sind in der Regel besser aufgestellt. Newsletter Immer beliebter wird der Einsatz von Newslettern, mit dem Patienten z. B. über Veränderungen in der Praxis, Vertretung oder über Zuwachs im Team auf dem Laufenden gehalten werden oder organisatorische Hinweise z. B. zu Praxisschließzeiten erhalten. Newsletter bieten die Möglichkeit, sich bei den Patienten auf positive Weise in Erinnerung zu rufen. Wichtig ist, dass die auf diese Weise angeschriebenen Patienten vorher explizit ihr Einverständnis erklärt haben. Jeder Newsletter benötigt ein vollständiges Impressum sowie eine einfache Möglichkeit, sich von diesem Service abzumelden. Bei Missachtung drohen neben Vertrauensverlust auch Abmahnungen. Fazit Neben den vielen neuen digitalen Marketing- und Werbemöglichkeiten besteht selbstverständlich weiterhin eine ganze Palette an klassischen Formen, zu denen unter anderem das Logo, Praxisschild, Visitenkarten, Flyer etc. gehören. Je verständlicher die Informationen dargestellt sind, desto besser erfüllen sie ihren Zweck. Hintergrund der Einschränkung ärztlicher Werbung erklärte das Bundesverfassungsgericht bereits 2001: „Das Werbeverbot für Ärzte soll dem Schutz der Bevölkerung dienen. Es soll das Vertrauen der Patienten darauf erhalten, dass der Arzt nicht aus Gewinnstreben bestimmte Untersuchungen vornimmt, Behandlungen vorsieht oder Medikamente verordnet. Die ärztliche Berufsausübung soll sich nicht an ökonomischen Erfolgskriterien, sondern an medizinischen Notwendigkeiten orientieren.“

Kontakt: Stephan F. Kock, Inhaber/Geschäftsführer Kock + Voeste Existenzsicherung für die Heilberufe GmbH, Berlin www.kockundvoeste.de Stephan F. Kock, 1961 in Flensburg geboren, studierte Theologie und Psychologie an der Kirchlichen Hochschule sowie der Freien Universität zu Berlin. Danach absolvierte er als Trainee bei der Deutschen Ärzteversicherung eine Ausbildung in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Betriebswirtschaft für Angehörige der akademischen Heilberufe. 1989 gründete er „Kock + Voeste Existenzsicherung für die Heilberufe GmbH“ und berät seitdem bundesweit akademische Heilberufler in allen Existenzfragen sowie deren Gläubiger.

Unabhängig von der Wahl der jeweiligen Maßnahmen und der Prüfung von rechtlichen Begebenheiten, müssen alle Kommunikationsmittel auf die jeweilige Praxis individuell zugeschnitten und ineinander verzahnt sein, sollen sie ihre Wirkung nicht verfehlen. Basis ist eine klare Positionierung und ein Konzept, das die Stärken und Schwächen der jeweiligen Praxis passgenau berücksichtigt. Gelingt die Verbindung mit einer geeigneten Kommunikation, werden Patienten in ihrer Entscheidungsfindung bestens unterstützt. Denn nicht vergessen: Patienten haben das Recht auf Information. Sie haben die Wahl und entscheiden, wann sie welchen Arzt aufsuchen und welche Leistungen sie in Anspruch nehmen. Und das ist auch gut so, denn sie müssen am Ende auch mit den Konsequenzen leben. Stephan F. Kock, Inhaber/Geschäftsführer, Kock + Voeste Existenzsicherung für die Heilberufe GmbH, Berlin

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Titelthema I n terview

„Man braucht Profis“ PD Dr. Julia Holle und Prof. Frank Moosig und eröffneten Anfang Februar das „ Rheumazentrum Schleswig-Holstein Mitte“ in Neumünster. Beim Start ins Abenteuer Niederlassung beschäftigten sich die beiden Rheumatologen auch intensiv mit dem Thema Praxiswerbung. Nordlicht: Auf welche werblichen Schwerpunkte setzen Sie und wie haben sich die einzelnen Maßnahmen bisher bewährt? Holle: Die Homepage und das Corporate Design, also hauptsächlich das Logo, waren uns das Wichtigste. Das hat sich auch so bewährt. Besonders über die Homepage und die E-Mailadresse haben wir schon viele Anmeldungen und Vormerkungen erhalten, als wir noch gar nicht telefonisch erreichbar waren. Viele sagen uns auch einfach, dass ihnen die Homepage und das Logo gefallen. Moosig: Wir haben auch über eine klassische Anzeige, z. B. in den „Kieler Nachrichten“ nachgedacht. Aber wenn man das schön machen will, also nicht zu klein und in Farbe, wird es ganz schnell sehr teuer. Das haben wir bisher nicht gemacht. Nordlicht: Welche Rolle spielten Werbung und Praxismarketing bei Ihrem Start in die Selbstständigkeit? Prof. Frank Moosig: Das spielte schon eine große Rolle. Wir haben ja keine alteingesessene Praxis übernommen und wussten daher überhaupt nicht, ob es Nachfrage geben würde. Natürlich sind wir davon ausgegangen, aber wir wussten es eben nicht. PD Julia Holle: Uns war vor allem wichtig, dass man uns finden kann. Wir hatten ja über die Kliniktätigkeit schon einen gewissen Bekanntheitsgrad und uns war es wichtig, dass Patienten, die sich weiter bei uns behandeln lassen wollten, uns auch finden konnten. Dass die Klinik, also unser alter Arbeitgeber, diese Information verbreiten würde, war ja nicht anzunehmen. Für die Patienten waren wir da einfach „unbekannt verzogen“. Wir konnten uns umgekehrt natürlich auch nicht einfach direkt an die Patienten wenden. Über die Homepage sind wir besser auffindbar.

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Nordlicht: Zielgruppe von Praxiswerbung sind die Patienten. Gibt es Rückmeldungen, z. B. auf ihre Praxis-Homepage oder Anzeigen? Moosig: Ich würde gar nicht sagen, dass nur die Patienten das Ziel sind. Für uns sind auch die Hausärzte und andere Zuweiser sehr wichtig. Schließlich steuern sehr stark die Hausärzte, zu welchem Facharzt ein Patient geht. Wir wollen besonders für die Hausärzte gut erreichbar sein und ihnen wo immer möglich die Arbeit erleichtern. Nordlicht: Einige Mediziner sagen, dass Werbung für die eigene Arztpraxis unnötig sei, weil die Wartezimmer ohnehin überfüllt sind und die Patienten auch von allein kommen. Was antworten Sie? Holle: Rein wirtschaftlich kann das auf den ersten Blick schon stimmen. Aber Werbung im positiven Sinne hat ja eine Informationsfunktion für Patienten und Zuweiser. Wenn z. B. das Spektrum, das wir anbieten, bekannt ist, werden vielleicht weniger Patienten überwiesen, bei denen sich dann schnell herausstellt, dass sie eigentlich beim falschen Facharzt gelandet sind.

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Titelthema W erbu n g f ü r die A r z tpra x is

Moosig: Ja, und Vorabinformationen können auch die Abläufe in der Praxis verbessern. Wenn die Patienten schon einiges gelesen haben, z. B. dass sie ihre Vorbefunde oder Röntgenbilder besorgen sollen. Das klingt selbstverständlich, oft ist das aber nicht der Fall. Nordlicht: Eine Praxis kann sich durch Werbung auch gegenüber anderen Praxen, die ein ähnliches Patientenklientel versorgen, abheben. Inwiefern sehen Sie dort Konfliktpotenzial? Holle: Gar nicht. Wir betreiben ja keine vergleichende Werbung. Langfristig ist hoffentlich sowieso die Qualität unserer Arbeit die beste Werbung. Und dagegen kann ja niemand etwas haben.

„Langfristig ist hoffentlich die Qualität unserer Arbeit die beste Werbung.“

Nordlicht: Einige Ärzte werben auch in den sozialen Netzwerken, z. B. bei Facebook und auf Arztbewertungsportalen. Ist das aus Ihrer Sicht ein sinnvoller Weg? Moosig: Facebook schon. Eine Seite ist ja zunächst mal kostenlos und die kriegt man auch ohne Profis hin. Durch die Teilen-Funktion hat man so eine Art Schneeballeffekt und man bekommt Rückmeldungen, die bei einer Homepage so nicht üblich sind. Holle: Die Bewertungsportale sehe ich eher kritisch. Bei den sehr positiven Kritiken fragt man sich manchmal, wer die eigentlich geschrieben hat. Insgesamt sind ja oft auch Unzufriedene eher geneigt, sich anonym negativ zu äußern, wogegen man sich dann kaum wehren kann. Obwohl da ja gerade die Rechtsprechung etwas arztfreundlicher geworden ist. Also da sind wir bisher nicht aktiv, das ignorieren wir eigentlich. Nordlicht: Sie wechselten beide aus leitenden Positionen an der Klinik in die Niederlassung und können nun vergleichen. Wo haben Sie mehr Einfluss auf Werbung und Marketing?

PD Dr. Julia Holle

Nordlicht: Werbemaßnahmen, z. B. ein guter Internetauftritt oder Anzeigen, kosten Geld. Welchen Betrag mussten Sie für diesen Posten einplanen? Moosig: Wir haben alles in allem vielleicht 10.000 Euro ausgegeben. Hauptposten war dabei die Homepage. Holle: Das klingt jetzt erst mal viel, ist aber gemessen an den Gesamtinvestitionen nur ein kleiner Anteil. Nordlicht: Haben Sie sich bei ihren Werbemaßnahmen von Profis beraten lassen oder konnten Sie das alleine stemmen? Holle: Nein, da braucht man schon Profis. Ein professionelles Logo oder eine gute Homepage kann man heute nicht mehr selbst stricken, wenn man nicht gerade ein besonderes Faible dafür hat. Außerdem: Wer hat schon die Zeit dafür, neben allem anderen, was erledigt werden muss? Es gibt ja auch einige rechtliche Dinge, die z. B. bei einer Homepage berücksichtigt werden müssen. Da sollte man sich schon auskennen. Moosig: Es war auch interessant zu sehen, wie Profis so etwas machen. Welche Gedanken sich z. B. eine Designerin über das Logo macht und wie sich das in der Interaktion entwickelt.

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Holle (lacht): Ganz klar, in der eigenen Praxis. In der Klinik hat man da praktisch gar keinen Einfluss. Jedenfalls in nicht unserer. Da kann man nicht mal Marketing verhindern, wenn man es für katastrophal hält. Moosig: Mein Eindruck ist auch, dass da natürlich als Erstes gespart wird. Oft sind das keine Profis in den Kliniken. Das Marketing wird dann irgendwo angeflanscht, beim Qualitätsmanagement oder so, und ist nur Anhängsel. Das merkt man dann natürlich auch. Und keine Werbung ist wahrscheinlich immer noch besser als eine schlechte. Wenn man zum Beispiel mit den Gimmicks immer fünf Jahre hinterherhängt, macht das dann eben auch keinen modernen Eindruck. Nordlicht: Neben vielen Freiheiten gibt es im Bereich „Werbung in der Arztpraxis“ auch viele Dinge zu bedenken. Was sollten neu niedergelassene Ärzte unbedingt beachten? Holle: Da können wir eigentlich keine Tipps geben. Wir sind ja keine Werbeprofis. Moosig: Vielleicht, sich eben doch professionell beraten zu lassen. Andererseits sollte man eine klare Vorstellung über das Budget haben, das man dafür bereitstellen will. Das Angebot ist natürlich riesig und es wird gern alles Mögliche verkauft. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema I n terview

„Der erste visuelle Eindruck zählt“ Kommunikationsdesigner und Arzt Dr. Frank Albrecht erklärt, weshalb Corporate Design und Internetpräsenz von Arztpraxen etwas für Profis sind und nicht für den „ Neffen vom Bekannten.“ Nordlicht: Die Wartezimmer der Praxen sind voll. Warum ist eine moderne Außendarstellung für niedergelassene Ärzte trotzdem wichtig? Dr. Frank Albrecht: Der erste visuelle Eindruck zählt und der kann über die Außendarstellung zum Beispiel vorab über die Webseite entscheidend geprägt werden. Es sollen natürlich positive Assoziationen über Logo, Farben, Struktur und Ansprache erzeugt werden: Ist die Praxis hell und freundlich im Erscheinungsbild? Kann ich mich über das Team in Wort und Bild informieren? Finde ich schnell die gesuchten Informationen (Telefonnummer, Sprechzeiten). Zusätzlich und dann auch als Alleinstellungsmerkmal(e) lassen sich über eine Webseite z. B. zusätzliche Servicedienstleistungen anbieten: Online-Terminvergabe, Download von Anamnesebögen, Informationsmaterial etc. Nordlicht: Wenn ich mir als niedergelassener Arzt Gedanken darüber mache, meine Praxis besser nach außen darzustellen: Ist es dann mit einer Homepage getan oder gehört mehr dazu?

Albrecht: Das ist individuell verschieden und vor allem abhängig von dem Engagement der Entscheider. Es müssen Texte erstellt und redigiert, Fotos müssen gemacht und viele Arbeitsschritte abgestimmt werden. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand. So kann man durchaus vorübergehend mit genannten Basisinformationen starten und das Ganze dann bei verfügbaren Kapazitäten ausbauen. Unabdingbar ist ein Bereich „Über uns“ – generell findet es jede Zielgruppe schon immer toll, sich über ihr Gegenüber, in diesem Fall ihren Arzt, zu informieren, das zeigen Zugriffsstatistiken. Nordlicht: Homepage ist nicht gleich Homepage. Was sind die größten Fehler, die es zu vermeiden gilt?

Dr. Frank Albrecht ist approbierter und promovierter

Albrecht: Grundsätzlich kann mal wohl sagen: Genau wie der Anspruch an professionelle ärztliche Arbeit besteht, sollten an Abläufe, Teamführung und Außendarstellung die gleichen Maßstäbe angelegt werden. In Bezug auf die Webseite bzw. Außendarstellung heißt das, die Konzeption und Umsetzung in professionelle Hände zu geben und so ein Projekt nicht mit Webbaukästen oder Gelegenheitsdienstleistern („der Neffe vom Bekannten“) umzusetzen.

Mediziner. Seit 2002 ist er im Bereich der Neuen Albrecht: Nein, unserer Meinung Medien aktiv, seit 2006 freiberuflich selbstständig. nach nicht. Eine Webseite ist ein Vor acht Jahren gründete er gemeinsam mit seiner Teil des Corporate Designs: Das Frau, einer studierten Kommunikationsdesignerin, in beginnt mit einem professionellen Als zweiten wichtigen Punkt sehe Lübeck die Agentur „ideen-hafen“: www.ideenhafen.de Logo und unter der Normlichtlampe ich die Texte: Hier darf man sich ausgesuchten Farben, setzt sich in nicht betriebsblind fachlich ausbreiTerminblöcken, Briefpapier, Visitenkarten fort und spiegelt sich ten, sondern muss explizit für Laien schreiben – kenne Deine auch in der Inneneinrichtung wider (Türbeschriftungen durch Zielgruppe und schreibe verständlich ohne die typisch mediSchilder und Aufkleber, Innenfarben der Wände). Die Webseite zinischen Schubladen und Fachtermini. Ein Beispiel: Teilweise ist ein wichtiger Teil, aber ohne Logo und Corporate Design nur ist Laien der Unterschied zwischen „ambulant“ und „stationär“ ein Aspekt ohne Gesamtkontext. nicht bekannt. Gute Texte sind die größte Herausforderung. Das Gleiche gilt für die Fotos: Wenn man nicht selbst ambitionierter Nordlicht: Was sollte auf einer guten Webseite stehen. Nur Hobby-Fotograf ist und weiß, was man tut, sind Schnappschüsse Name, Telefonnummer und Sprechzeiten – oder mehr? mit der Digicam für die Außendarstellung tabu.

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Titelthema W erbu n g f ü r die A r z tpra x is

„Genau wie der Anspruch an pro fessionelle ärztliche Arbeit besteht, sollten an Abläufe, Teamführung und Außendarstellung die gleichen Maßstäbe angelegt werden.“ Nordlicht: Ist ein moderner Webauftritt nur eine elektronische „Visitenkarte“ oder ergibt sich ein weiterer Mehrwert? Albrecht: Der Mehrwert ergibt sich aus möglichen zusätzlichen Dienstleistungen wie oben angedeutet: Online-Terminvergabe, Erinnerungsservice per E-Mail, Bereich „Aktuelles“ mit Impfempfehlungen. Dieser Mehrwert muss natürlich administrativ und logistisch geleistet werden können. So hat es keinen Sinn, eine Terminvergabe anzubieten, wenn keine Arbeitsprozesse definiert sind (z. B. aus Ressourcenmangel), die die eingehenden Anfragen in adäquater Zeit auffangen und fortführen.

Albrecht: Nach vielen Projekten im Bereich Medizin können wir sagen, dass die sozialen Medien im Bereich der Niederlassungen auch 2016 so gut wie keine Rolle spielen, gedruckte Produkte aber schon. Das ist auf jeden Fall branchen- und auch wieder ressourcenabhängig. So eine Facebookseite will ja ebenfalls gepflegt werden. Nordlicht: Ihre Kunden sind Ärzte und Krankenhäuser, aber auch Firmen und Dienstleister aus anderen Branchen. Wo liegen jenseits des rechtlichen Rahmens die Unterschiede, wenn es um Markenbildung und Außendarstellung geht? Albrecht: Grundsätzlich trifft das Gesagte zum Corporate Design als sinnvolles Gesamtkonzept auf jegliche Außendarstellung im professionellen Rahmen zu – branchenunabhängig. Nordlicht: Sie sind approbierter Arzt, haben den weißen Kittel aber schon vor langer Zeit an den Nagel gehängt. 2008 haben Sie gemeinsam mit Ihrer Frau eine eigene Marketing-/Webdesign-Agentur gegründet. Vermissen Sie manchmal Stethoskop und Patientengespräch? Albrecht: Ja, auf jeden Fall. Meine Arbeit in der Kinderchirurgie am UKSH Lübeck (2002 –2006) war zwar sehr arbeitsintensiv, aber auch sehr interessant und erfüllend.

Nordlicht: Alle reden von Smartphone und sozialen Medien. Hat Gedrucktes – Flyer, Visitenkarte – gänzlich ausgedient?

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Das Interview führte Delf Kröger, KVSH

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NACHRICHTEN  KOMPAKT A U - B eschei n igu n g

Formen von Essstörungen

Ärzte dürfen bis zu drei Tage rückdatieren

Berlin – Um die verschiedenen Formen und Therapien von Essstörungen geht es in einer neuen Patienteninformation des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Die zweiseitige Publikation soll Betroffenen und deren Angehörigen helfen, eine mögliche Erkrankung zu erkennen und zu verstehen. In Deutschland haben etwa 14 von 1.000 Frauen und fünf von 1.000 Männern eine Essstörung. Ärzte können die Publikation kostenlos im Internet unter www.kbv.de herunterladen und zur Information ihrer Patienten im Wartezimmer auslegen. Insgesamt hat das ÄZQ bereits über 50 Kurzinformationen verfasst – darunter auch zahlreiche zu seltenen Erkrankungen wie Mukoviszidose. Einige Infoblätter gibt es in mehreren Sprachen.

T hesaure n

Service-Angebot zum Kodieren Berlin – Die Hausarzt- und Facharzt-Thesauren des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) wurden an die Version 2016 der ICD-10-GM angepasst. Interessierte Ärzte und Psychotherapeuten können sich die passenden Versionen für ihre Fachgruppe als PDF-Dokument auf der Startseite von www.kvsh.de herunterladen – für die Kitteltasche oder als Schreibtischauflage. Die fachspezifisch zusammengestellten Diagnoselisten sollen die Suche nach den jeweils relevanten Kodes in der Praxis vereinfachen. Das Zi bietet neben dem Hausarzt-Thesaurus Versionen für die folgenden Fachgruppen an: Chirurgie, Dermatologie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Neurologie, Ophthalmologie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Pädiatrie, Psychiatrie, Psychologische Psychotherapie, Psychosomatik/ärztliche Psychotherapie sowie Urologie. Eine Diagnoseübersicht umfasst zwischen 133 und 730 unterschiedliche Kodes der ICD-10-GM, denen jeweils verständliche Krankheitsbezeichnungen zugeordnet sind.

K oro n are H er z kra n kheit

Überarbeitete Leitlinie im Internet Berlin – Die vierte Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie „Chronische Koronare Herzkrankheit“ und weitere Informationen zu diesem Thema stehen ab sofort unter www.kbv.de/ html/1150_21197.php zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die Koronare Herzkrankheit (KHK) gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten. Die Nationale Versorgungsleitlinie beschreibt, wie eine bestmögliche, sektorenübergreifende Versorgung von betroffenen Patienten erfolgen sollte. Für die vierte Auflage dieser Leitlinie wurden unter anderem die Kapitel Definition und Therapieziele, Epidemiologie, Schweregrade und Klassifizierungen sowie Diagnostik bei (Verdacht auf) KHK komplett überarbeitet.

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P atie n te n i n formatio n

Berlin – Vertragsärzte dürfen den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit in Ausnahmefällen bis zu drei Tage rückdatieren. Die neue Regelung gilt seit dem 4. März 2016. Die ArbeitsunfähigkeitsRichtlinie (AU-Richtlinie) des Gemeinsamen Bundesausschusses sah bis dahin vor, dass Vertragsärzte den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit zwei Tage rückdatieren dürfen. Um zu gewährleisten, dass eine Arbeitsunfähigkeit auch für den Zeitraum einer Notfallversorgung rückwirkend bescheinigt werden kann – zum Beispiel für das Wochenende – war eine Anpassung der Richtlinie erforderlich.

F l ü chtli n gsversorgu n g

Kostenfreies DolmetscherAngebot für Praxen Bad Segeberg – Die ife Gesundheits-AG/Telearzt-Zentrum in Nehmten hat zwei Sprachmittler eingestellt. Sie stehen für telefonische Übersetzungen bei Arztbesuchen von Flüchtlingen zur Verfügung. Schleswig-Holsteins Arztpraxen können das Angebot, das die Sprachen Arabisch, Kurdisch, Türkisch und Russisch abdeckt, kostenfrei über die Tel. 04526 381 370 nutzen. Die beiden Sprachmittler sind Ärzte aus dem Irak und Syrien, die in Deutschland Asyl beantragt haben. Sie sprechen Englisch und werden bei ihrer Arbeit von deutschsprachigen Beratungsärzten der ife Gesundheits-AG unterstützt. „Wir hoffen, damit die Arztpraxen in Schleswig-Holstein bei der Behandlung von Flüchtlingen zu unterstützen und auch einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen zu leisten“, erklärte der medizinische Leiter des Telearzt-Zentrums Dr. Thomas Schang. Der telefonische Übersetzerdienst steht zu folgenden Zeiten zur Verfügung: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 17.30 Uhr und mittwochs von 9 bis 13 Uhr.

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gesundheitspolitik M ehr . A r z t . L ebe n !

Nachwuchskampagne: Neue Aktionen in 2016 Mit frischen Ideen und neuen Aktionen geht die Nachwuchskampagne der KVSH „ Mehr.Arzt.Leben!“ in diesem Jahr wieder gezielt auf Medizinstudierende zu. Diese sollen über die zahlreichen Optionen für die Niederlassung als Arzt oder Psychotherapeut sowie über verschiedene Fördermöglichkeiten während des Studiums informiert werden.

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Praxisgemeinschaft, Berufsausübungsgemeinschaft und Medizinisches Versorgungszentrum sowie die Möglichkeit, neben der Selbstständigkeit auch als angestellter Arzt in einer Praxis in den Beruf zu starten. Erfolgreiche „Praxistour“ wird fortgesetzt Mit diesem niederschwelligen Informationsangebot holt die KVSH den medizinischen Nachwuchs direkt im Uni-Alltag ab. Zusätzlich erhalten die Studierenden einen Überblick über das Förderprogramm, das die KVSH speziell für Medizinstudierende aufgelegt hat. Aktuell wird z. B. das Praktische Jahr im Bereich Allgemeinmedizin für Studierende in Kiel und Lübeck mit maximal 1.600 Euro gefördert. Eine finanzielle Unterstützung gibt es zudem im Blockpraktikum und während der Famulatur.

Für viele angehende Ärzte ist die Niederlassung keine Option. Nicht, weil der Gedanke an eine eigene Praxis abschreckend ist, sondern weil sie in der universitären Ausbildung eine untergeordnete Rolle spielt. Diese Lücke versucht die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein seit mittlerweile fünf Jahren mit ihrer Nachwuchskampagne zu schließen. Mit einem breiten Informationsangebot will die KVSH schon bei Medizinstudierenden das Interesse an einer Niederlassung wecken und ihnen eine berufliche und wirtschaftliche Perspektive aufzeigen.

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Kiel

Während in den vergangenen Jahren vor allem Informationsveranstaltungen, wie die „Uni-Sprechstunde“ in den Abendstunden durchgeführt wurden, geht die KVSH in 2016 neue Wege. Mit den Projekten „Summer-Camp“ und „Winter-Café“ tritt sie bereits tagsüber an den Universitäten in Kiel, Lübeck und Hamburg an die Medizinstudierenden heran: mit einem jungen Design, gemütlichen Sitzecken vor den Hörsälen und KVSH-Beratern, die alle Fragen rund um die Niederlassung beantworten werden. Aufgezeigt werden die vielfältigen Niederlassungsarten, wie Einzelpraxis, 12

Nordlicht

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Über die verschiedenen Niederlassungsmöglichkeiten zu informieren ist das eine. Das andere sind im wahrsten Sinne des Wortes praxisnahe Einblicke, die den medizinischen Nachwuchs für die Niederlassung begeistern sollen. Darum lädt die KVSH auch in diesem Jahr zu der sogenannten Praxistour ein – diesmal Kieler Medizinstudierende. Per Bus werden an einem Tag im Sommer mehrere Praxisstandorte angefahren, die interessante und innovative Praxiskonzepte aus dem allgemeinmedizinischen und fachärztlichen Bereich repräsentieren. Anhand konkreter Beispiele wird gezeigt, wie vielfältig und attraktiv der Beruf des niedergelassenen Arztes ist. Die Studierenden lernen den Praxisbetrieb kennen und können den Ärzten über die Schultern schauen. Diese wiederum beantworten Fragen zum medizinischen Spektrum in der ambulanten Versorgung und geben Tipps für einen erfolgreichen Start in die Niederlassung. Marco Dethlefsen, KVSH ak t u e l l

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gesundheitspolitik K omme n tar

Turbo-Flop Ein bekanntes Sprichwort sagt: Politiker lösen Probleme, die wir ohne sie nicht hätten. Das klingt etwas zynisch, aber der Volksmund ist mit seinen Sprüchen selten vornehm. Die Wahlen vom 13. März sprechen für dieses Bonmot, ebenso der Umgang mit dem Ergebnis durch die etablierten Parteien. Ihnen wurde ein Spiegel vorgehalten, aber sie finden sich trotzdem schön. Und einmal mehr weiß man nun, warum Veränderungen häufig Jahrzehnte dauern – in unserer Politik und in unserem Land. Auch die Ärzteschaft weiß davon ein Lied zu singen. Nach dem jahrelangen Trauerspiel um die Kassengebühr hätte man denken können, dass mit solchen Placebo-Maßnahmen der Politik Schluss wäre. Leider nein, weiß man seit Einführung der Termingarantie für den Facharztbesuch. Seit Januar läuft die Terminabsprache bei Bedarf über die KVen – sie läuft, aber nur knapp oberhalb des Leerlaufs. Dachte man anfangs noch, der Terminturbo für den Facharztbesuch leide unter dem bekannten Turboloch, das Autofahrer hassen, weil sich beim Kavalierstart erstmal nichts tut, damit es dann umso schneller vorwärtsgeht, so stellt sich inzwischen heraus, dass auch 100 Tage nach dem Start der Schwung ausbleibt. Statt Kavalierstart ein Fehlstart, noch kein „Liegenbleiber“, aber ein Gefährt im Schneckentempo. Anders lassen sich die Zahlen nicht interpretieren: So wurden in den ersten sechs Wochen bei der KVSH insgesamt 1.379 Anrufe registriert, von denen 324 noch während der Bandansage wieder auflegten – wahrscheinlich handelte es sich um Klingelstreiche. Oder es war nicht alles griffbereit: Die Versichertenkarte und die Überweisung zum Facharzt. 1.055 Anrufe wurden persönlich entgegengenommen, in 467 Fällen wurde ein Facharzttermin angeboten. 588 Mal ging es um Verfahrensfragen oder die Überweisung fehlte. Und in 73 Fällen passten der Termin oder die vorgeschlagene Praxis nicht. Setzt man diese Zahlen in Vergleich zu den rund neun Millionen Arzt-Patienten-Kontakten pro Quartal, dann müsste man schon mit viel Ignoranz ausgestattet sein, um von einem angemessenen Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis zu sprechen. Dass es so kommen würde, war nicht nur die Sorge von Experten. Denn einerseits gab es allenfalls in ländlichen Regionen oder bei speziellen Krankheitsbildern vereinzelte Terminprobleme. Und andererseits bieten einige Krankenkassen seit Jahren einen Terminservice an. Wozu also noch mehr Servicestellen mit entsprechenden Millioneninvestitionen für den Aufbau der elektronischen Infrastruktur und Betrieb durch entsprechend geschultes Personal?

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Tatsächlich stellt sich jetzt heraus, dass die Politik einmal mehr einem Scheinproblem aufgesessen ist: Das Schlagwort von der Zwei-Klassen-Medizin suggerierte Handlungsbedarf. Angeblich würden nur Privatpatienten schnell und gut versorgt, Kassenpatienten dagegen langsamer und schlechter. Beweise? Wie so oft zeigte sich auch hier, dass eine forsche Behauptung immer besser ist, als ein schwacher Beweis – also unterblieb die Beweisführung, und die politische Entscheidung zur Einrichtung der Terminservicestellen war getroffen.

„Statt Kavalierstart ein Fehlstart“

Und dabei wird es vorerst bleiben. Denn so gern die Kassenärztlichen Vereinigungen das Projekt wieder einkassieren würden, so nachdrücklich wird die Politik darauf drängen, weitere Erfahrungen zu sammeln – koste es, was es wolle. So errechnet die KV Hessen die reinen Vermittlungskosten pro Termin auf 107 Euro – ein Wert, der selbst als Durchschnitt signalisiert, dass hier Kosten entstehen, die man nicht einfach durch Einsparungen kompensieren kann. Für viele Produkte und Verfahren in der Industrie gehört eine Risikofolgenabschätzung vor ihrer Zulassung zu den Standardauflagen in staatlichen Genehmigungsverfahren. Seit Jahren fordern Rechnungshöfe und Steuerzahlerverbände ähnliches für Gesetzgebungsverfahren deutscher Parlamente. Angesichts der Fülle von Paradebeispielen für die Notwendigkeit dieser Art von vorgelagerter Kontrolle sollte die Politik ein eigenes Interesse daran haben, in diesem Sinne tätig zu werden. Es wäre zu unser aller Nutzen und im Sinne der Sache erst recht. Und es würde das ramponierte Vertrauen in die Umsicht des politischen Personals etwas aufpolieren. Peter Weiher, Journalist

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PRAXIS  &  KV A V - W ahl 2 0 1 6

Sie wollen kandidieren? Das müssen Sie wissen! Vom 5. bis zum 21. September 2016 wird eine neue Abgeordnetenversammlung gewählt. Es lohnt sich, zu kandidieren und Abgeordneter zu werden. Sie gestalten die Politik der KVSH sechs Jahre lang mit und wählen unter anderem den Vorsitzenden der Abgeordnetenversammlung, den Vorstand der KVSH und wichtige Gremien der Selbstverwaltung. für Ihren Wahlvorschlag zu sammeln. Sprechen Sie dazu Ihren Kreisstellenvorsitzenden an. Bitte beachten Sie: Wenn Sie mit anderen Ärzten auf einem gemeinsamen Wahlvorschlag kandidieren (Listenwahlvorschlag), reicht es, wenn dieser von mindestens sieben wahlberechtigten Kollegen unterschrieben wurde. Die Unterstützerstimmen gelten dann für alle auf dem Wahlvorschlag genannten Kandidaten. Listenwahlvorschläge müssen mindestens so viele Bewerber mit jeweils einem Stellvertreter enthalten, wie in den einzelnen Wahlkreisen zu wählen sind.

Wer darf kandidieren? Um kandidieren zu dürfen, müssen Sie Mitglied der KVSH sein. Das sind alle in Schleswig-Holstein zugelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Außerdem alle bei Ärzten bzw. Psychotherapeuten oder in einem Medizinischen Versorgungszentrum angestellten Ärzte und Psychotherapeuten (mindestens halbtags mit mehr als zehn Wochenstunden tätig) und alle ermächtigten Krankenhausärzte bzw. Krankenhauspsychotherapeuten. Wie kann ich kandidieren? Sie können bis spätestens zum 3. Juni 2016, 18 Uhr Ihre Kandidatur anmelden. Dazu müssen Sie bei der Geschäftsstelle des Wahlleiters in der KVSH, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg einen schriftlichen Wahlvorschlag einreichen. Sie finden dazu auf www.av-wahl.de einen „Muster-Wahlvorschlag“, den Sie zur Anmeldung Ihrer Kandidatur nutzen können. Auf Ihrem Wahlvorschlag müssen Sie einen Stellvertreter benennen. Dieser muss ebenfalls Mitglied der KVSH sein. Außerdem brauchen Sie Unterstützerstimmen. Ihr Wahlvorschlag muss von mindestens sieben anderen wahlberechtigten Mitgliedern Ihres Wahlkreises unterschrieben sein.

Wo kann ich mich und meine berufspolitischen Ziele vorstellen? Alle Wahlkandidaten können sich ab Mitte Juni auf www.av-wahl.de persönlich vorstellen und über ihre berufspolitischen Ziele informieren. Jakob Wilder, KVSH

Wen kann ich ansprechen, wenn ich weitere Fragen zur Kandidatur und zur Wahl habe? Geschäftsstelle des Wahlleiters in der KVSH Evelyn Kreker Tel. 04551 883 346 E-Mail: evelyn.kreker@kvsh.de Nicole Geue Tel. 04551 883 303 E-Mail: nicole.geue@kvsh.de Alle Informationen zum Thema Kandidatur finden Sie auch unter www.av-wahl.de

In vielen Kreisstellen der KVSH finden im Frühjahr Informationsveranstaltungen statt. Eine gute Gelegenheit, um Ihre Kandidatur bekannt zu geben und gleich die nötigen Unterstützerstimmen 14

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PRAXIS  & KV

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PRAXIS  &  KV A mbula n te V ersorgu n g i n S chleswig - H olstei n

Eine Wanderung durch die Versorgungslandschaft Unterschiedliche Praxisformen und ihr Auftritt in der ambulanten Versorgung Schleswig-Holsteins Wie sieht die ambulante medizinische Versorgung in Schleswig-Holstein aus? Welche Praxisformen gibt es, welche Ärzte arbeiten dort, wie kooperieren die Praxen miteinander und sind in der Versorgung der Patienten Unterschiede zwischen den Praxisformen erkennbar? Um eine Antwort auf die Fragen zu finden, hat KVSH-Experte Manfred Jaspers die Versorgungslandschaft in unserem Bundesland analysiert. Nachdem wir im ersten Teil der Wanderung unser Augenmerk auf die zeitliche Entwicklung verschiedener Merkmale der unterschiedlichen Praxisformen gerichtet hatten, werfen wir jetzt einen Blick auf die Morbidität der Patienten. Grundlage für die Analyse sind die ICD-10-GM Kodierungen in den behandelnden Praxen. Ist die Verteilung der Morbidität der Patienten in den drei Praxisformen gleich oder sind Schwerpunkte erkennbar?

Morbidität in Schleswig-Holstein 2014 Morbiditätder der Patienten Patienten Quartal 4–2014

Abb. 1

Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes Krankheiten des Kreislaufsystems Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten Psychische und Verhaltensstörungen Krankheiten des Atmungssystems Krankheiten des Urogenitalsystems Krankheiten des Verdauungssystems

WHO-Kapitel

Teil 2

Krankheiten des Auges und der Augenanhangsgebilde Krankheiten des Nervensystems Krankheiten der Haut und der Unterhaut

Anteil an allen Patienten

Anteil an allen Patienten der MVZ

Neubildungen Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen … Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes

Anteil an allen Patienten der BAG

Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und … Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe sowie …

Anteil an allen Patienten der Einzelpraxen

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett 0%

Im Wesentlichen erscheint die Morbidität gleichverteilt (Abb. 1). Insbesondere weichen in Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften die Häufigkeiten kaum voneinander ab.

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Nordlicht

2%

4%

6%

8%

10 %

Anteil der Patienten je Praxisform

12 %

14 %

Nur bei den Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gibt es deutliche „Ausreißer“: Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, des Nervensystems und Verletzungen sind überrepräsentiert, während Krankheiten des Atmungssystems und Hautkrankheiten nach unten abweichen. Der Hauptgrund liegt in der Verteilung der Fachgruppen auf die Praxisformen (Abb. 2). ak t u e l l

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PRAXIS  & KV Verteilung der Fachgruppen auf die Praxisformen im 4. Quartal 2014

Abb. 2

Verteilung der Fachgruppen auf die Praxisformen Quartal 4–2014 Fachärzte (Ausschnitt)

Gynäkologen Orthopäden

Augenärzte mit GOP 06225 Chirurgen HNO-Ärzte

alle Ärzte der Fachgruppe an der gesamten Ärzteschaft

Hautärzte Anästhesisten

an allen Ärzten in MVZ

Nervenärzte Urologen

an allen Ärzten in BAG

Kardiologen und Angiologen an allen Ärzten in Einzelpraxen

Fachinternisten ohne Schwerpunkt Psychiater Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgen 0%

2%

4%

6%

8%

10 %

12 %

Anteil der Ärzte

Chirurgen, Orthopäden, Psychiater und Nervenärzte sind im Vergleich mit der gesamten Ärzteschaft wesentlich häufiger in MVZ vertreten: HNO-Ärzte, Hautärzte und auch Urologen praktizieren in dieser Praxisform eher seltener.

Nebenbei ein Blick auf die eher technisch orientierten Fachgruppen (Abb. 3).

Verteilung der technisch orientierten Fachgruppen auf die Praxisformen im 4. Quartal 2014

Abb. 3

Verteilungder Fachgruppenauf die Praxisformen Quartal 4–2014 Radiologen Nephrologen Labormediziner Pathologen

alle Ärzte der Fachgruppe an der gesamten Ärzteschaft

Strahlentherapeuten

an allen Ärzten in MVZ Nuklearmediziner

an allen Ärzten in BAG

Humangenetiker

an allen Ärzten in Einzelpraxen

Transfusionsmediziner 0%

2%

4%

Anteil der Ärzte

Hier differieren die Verteilungen der Fachgruppen auf die Praxisformen doch sehr stark. Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den MVZ, nur die Nephrologen verweigern sich dem Trend – rein statistisch betrachtet.

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Nordlicht

6%

8%

10 %

Zum Abschluss dieses Teils der Wanderung durch die Versorgungslandschaft ist ein Blick auf die Kooperation zwischen den Praxisformen aufschlussreich. Als Einstieg bietet sich die Ebene der Überweisungen zur Mit- und Weiterbehandlung an.

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PRAXIS  &  KV A mbula n te V ersorgu n g i n S chleswig - H olstei n Verteilung der Überweisungsscheine: Mit- und Weiterbehandlung

Verteilung der Überweisungsscheine in 2014

6,0 %

Orthopäden Radiologen Kardiologen und Angiologen

5,6 %

Chirurgen

2,8 %

Urologen

3,2 % 3,0 %

Augenärzte ohne GOP 06225 HNO-Ärzte

3,1 %

Gynäkologen Anästhesisten

5,5 %

Hautärzte Gastroenterologen

3,3 % 3,4 % 3,1 % 4,0 % 3,0 %

Pneumologen Fachinternisten ohne Schwerpunkt 0%

2%

4%

Umsatzanteil Anteile der Scheine

5,1 % 4,7 %

4,0 % 3,7 %

2,3 %

Deutlich findet sich hier eine Kongruenz mit der Morbiditätsverteilung der Patienten (Abb. 1) wieder, zumindest in der Anzahl der Überweisungsscheine, nicht jedoch in der Umsatzverteilung.

5,6 %

3,9 % 4,7 %

Nervenärzte

11,4 % 11,1 %

8,2 % 6,9 % 8,4 % 6,8 %

6,2 %

3,5 %

Hausärzte

Zunächst einmal ist in der Abb. 4 die Verteilung der Überweisungsscheine dieser Kategorie auf die entgegennehmenden Fachgruppen dargestellt, ebenso auch die Verteilung des dort generierten Umsatzes.

Abb. 4

6,2 %

Betrachten wir jetzt die Überweisungsscheine zur Mit- und/oder Weiterbehandlung vor dem Hintergrund der Praxisformen, sehen wir die „Landschaft“ der Abb. 5.

5,3 %

6%

8%

10 %

12 %

Anteil an allen Scheinen dieser Kategorie in 2014

Mit- und Weiterbehandlung aus (1) Mit- und Weiterbehandlung aus Auftraggebersicht Auftraggebersicht (Anteile der Scheine)

Abb. 5

Mit- und Weiterbehandlung aus Auftraggebersicht (Umsatz je Schein)

40 %

41,0 %

42,3 % 44,5 %

30 %

45,2 %

Abrechnungen in 2014 140 €

Umsatz je Schein

Anteil der Scheine

Abrechnungen in 2014

50 % 45,4 % 34,0 %

Abb. 6

120 €

135 €

100 €

126 €

80 € 60 €

20 %

72 €

95 €

121 €

116 € 73 €

95 €

77 €

40 € 20 €

10 %

0€

20,5 %

MVZ-Nehmer

13,3 %

BAG-Nehmer

13,8 %

MVZ-Nehmer

EP-Geber

BAG-Geber

MVZ-Geber

„Auftraggeber“ ist hier im Sinne von „Veranlasser“ oder „Initiator“ zu verstehen und der Auftragnehmer ist der Empfänger der Aufforderung zur Kooperation. Auffällig: Die Verteilung auf die Praxisformen der „Nehmer“ ist bei den Einzelpraxen (EP) und Gemeinschaftspraxen (BAG) fast identisch. Die MVZ als „Geber“ weichen von dieser Verteilung ab, aber auch nur für die Einzelpraxen und MVZ als Auftragnehmer. Wie sieht es mit dem veranlassten Umsatz je Schein aus (Abb. 6)? Die Umsätze je Überweisungsschein sind in den MVZ als Erbringer der Leistungen in allen „Geber-Kategorien“ die höchsten. Ursächlich hierfür sind in erster Linie die Radiologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner, da sie als Fachgruppen in den MVZ stark vertreten sind (siehe Abb. 3). Die MVZ generieren aber nicht den größten Anteil am insgesamt veranlassten Umsatz der Überweisungsscheine zur Mit-/Weiterbehandlung (Abb. 7 ). Sie stellen auch nur etwa zehn Prozent der Ärzteschaft (siehe Abb. 2 des März-Beitrags). Die Gemeinschaftspraxen haben in diesem Kontext die „Nase vorn“ – statistisch gesehen.

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Nordlicht

MVZ-Geber

BAG-Geber

EP-Geber

Mit- und Weiterbehandlung aus Auftraggebersicht (Umsatzanteile)

Abb. 7

Abrechnungen in 2014

Umsatzanteile

0% EP-Nehmer BAG-Nehmer

EP-Nehmer

60 % 50 % 50,8 %

40 % 46,9 %

47,3 %

30 %

34,0 %

32,7 %

20 %

25,2 %

10 %

24,0 %

0%

18,7 %

EP-Nehmer

20,4 %

BAG-Nehmer MVZ-Nehmer

EP-Geber

BAG-Geber

MVZ-Geber

Manfred Jaspers, KVSH

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PRAXIS  & KV Zulassu n g

Neues Modell Hausarzt-MVZ

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Durch die Regelungen des Versorgungsstärkungsgesetzes haben sich die Voraussetzungen für die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) geändert. Nun können auch fachgleiche MVZ gegründet werden, die z. B. rein hausärztlich ausgerichtet sind. Eine Variante, die helfen könnte, Landarztpraxen zu erhalten und die Patientenversorgung in strukturschwachen Regionen zu sichern. Möglich wurde die Gründung von Hausarzt-MVZ oder auch rein psychotherapeutisch geführten MVZ durch die Streichung des Wortes „fachübergreifend“ im Versorgungsstärkungsgesetz. Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten dürfen daher nun auch fachgleiche MVZ gründen. Wer über eine entsprechende Arzt- bzw. Psychotherapeutenstelle verfügt, kann ein MVZ in der Rechtsform der GmbH gründen. Der Gesetzgeber will mit dieser Änderung der Gesetzeslage unter anderem die medizinische Versorgung in strukturschwachen, ländlichen Gebieten verbessern. In diese Richtung zielt auch die Regelung, dass seit dem 1. Januar 2016 Kommunen MVZ gründen dürfen. Neue Möglichkeiten Der Ansatz „MVZ in ärztlicher Hand“ ist jedoch der vielversprechendere. Er macht zum Beispiel für niedergelassene Hausärzte den Weg frei, die unabhängig von ihrer eigenen Praxis MVZ auf dem Land gründen und dort andere Hausärzte anstellen möchten. Das ist insbesondere für unternehmerisch tätige Ärzte eine interessante Alternative. Sie müssen dazu nicht selbst im neuen Hausarzt-MVZ vertragsärztlich tätig sein und können an ihrem angestammten Praxissitz bleiben. Auch im Hinblick auf die Nachbesetzung vakanter Landarztsitze bietet die Regelung neue Mög4 | 2016

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lichkeiten. Die mittel- oder langfristig abgabebereiten hausärztlich tätigen Praxissitzinhaber könnten zum Beispiel auf ihre Zulassung zugunsten einer Anstellung im Hausarzt-MVZ verzichten und zu Gesellschaftern der MVZ-Trägergesellschaft werden. Für die dann angestellt arbeitenden Ärzte sind Nachfolger erfahrungsgemäß leichter zu finden als für Praxisinhaber. Vorteil: Die Arztsitze bleiben perspektivisch in ärztlicher Hand. Erstes Hausarzt-MVZ Das Modell Hausarzt-MVZ ist zukunftsfähig und eine attraktive Variante. In Schleswig-Holstein hat der Zulassungsausschuss bereits das erste rein hausärztlich geführte MVZ genehmigt. Es hat am 1. Januar 2016 auf der Insel Sylt seinen Betrieb aufgenommen. Für Fragen zu diesem Thema steht Ihnen die Abteilung Zulassung/Praxisberatung zur Verfügung: Tel. 04551 883 255 zulassung@kvsh.de Jakob Wilder, KVSH ak t u e l l

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PRAXIS  &  KV U mfrage

Gute Noten für die Anlaufpraxen

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Eine Patientenumfrage der KVSH brachte durchweg positive Ergebnisse.

Im Jahr 2007 wurde in Schleswig-Holstein eine neue Struktur des vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes mit derzeit 31 allgemeinärztlichen und zwölf kinderärztlichen Anlaufpraxen etabliert. Das Ziel, die Patientenversorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten einheitlicher und besser zu gestalten sowie gerade Ärzte in ländlichen Regionen, in denen es zuvor oft sehr kleine Notdienstringe mit einer hohen Dienstbelastung gab, zu entlasten, konnte erreicht werden. In den vergangenen Jahren haben viele andere Kassenärztliche Vereinigungen ihren Bereitschaftsdienst reformiert und dabei zahlreiche Elemente unserer Struktur übernommen, sodass die Ärzteschaft in Schleswig-Holstein als Gestalter eines neuen Systems einen großen Beitrag geleistet hat. Aktuell stellen sich neue Herausforderungen, wie die steigenden ambulanten Fallzahlen in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser oder die sich in den zurückliegenden Monaten verstärkende Tendenz, dass die bisherige „Freiwilligkeit“ bei der Dienstübernahme im allgemeinärztlichen Dienst immer schwieriger wird. Ein guter Zeitpunkt, um nach einer ersten Patientenumfrage kurz nach Einführung der neuen Struktur (2008) erneut die Patienten in den Anlaufpraxen zu befragen. Deshalb hat die KVSH im November 2015 annähernd 6.000 Fragebögen an Patienten in 20

Nordlicht

den Anlaufpraxen verteilt, um zu erfahren, wie sie die Situation und Leistungen vor Ort beurteilen, und um ihnen die Möglichkeit zu geben, Verbesserungsvorschläge zu äußern. Die Rückläuferquote lag bei knapp 60 Prozent, ein für derartige Befragungen guter Wert. Über 3.500 Fragebögen wurden ausgewertet und brachten viele Erkenntnisse sowohl über das organisatorische Umfeld und die Versorgungsqualität der Anlaufpraxen, als auch über Einschätzungen der Patienten zum Beispiel zur Erreichbarkeit der Praxen. Bekanntheitsgrad der Anlaufpraxis Fast zwei Drittel der Patienten gaben an, die Anlaufpraxis bereits zu kennen. Für Patienten, die den Standort der Anlaufpraxis nicht kannten, war das Internet (7,7 Prozent) die wichtigste Informationsquelle. Printmedien spielten eine geringere Rolle, insbesondere bei der jüngeren Generation (Zeitung 3,3 Prozent, Notdienstflyer ein Prozent der Nennungen). Insgesamt ist festzustellen, dass die Bekanntheit der Anlaufpraxen in der Bevölkerung noch erhöht werden muss, da beispielsweise mehr als 20 Prozent der befragten Versicherten vor dem Besuch der Anlaufpraxis die Notfallaufnahme des Krankenhauses aufgesucht hatten. Eine räumak t u e l l

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PRAXIS  & KV liche Nähe zu den Notfallambulanzen bleibt deshalb unser Ziel, damit den Patienten bewusster wird, dass es neben der Ambulanz die Anlaufpraxen gibt. Bekanntheitsgrad der Anlaufpraxis

Parkplatzsituation Rund 60 Prozent der Patienten sind mit der Parkplatzsituation zufrieden. Kritikpunkte waren vorrangig gebührenpflichtige Parkplätze oder längere Wege vom Parkplatz zur Anlaufpraxis. Parkplatzsituation

Anzahl 2.332

AP war bekannt

117

Zeitung

118

Anrufbeantworter Hausarzt

156 7 276 37

Anzahl positiv

Tel. 116 117

1.329

etwas positiv

Notruf

793

etwas negativ

Internet Notdienstflyer

595 552

negativ

Erreichbarkeit der Anlaufpraxis Ein durchaus positives Bild hat die Umfrage bei der Erreichbarkeit der Anlaufpraxis ergeben. Über 77 Prozent der Patienten hatten einen Anfahrtsweg zur Anlaufpraxis von weniger als 15 Kilometern, was eine Bestätigung ist, dass die Standorte der Anlaufpraxen im Land richtig gewählt sind. Die Patienten erscheinen fast ausschließlich selbstständig in den Anlaufpraxen oder werden von Familienangehörigen oder Bekannten gebracht (zusammen annähernd 95 Prozent). Lediglich 4,6 Prozent der Patienten nutzten

387 501

Ausschilderung im Krankenhaus Auch die Ausschilderung der Anlaufpraxis im Krankenhaus bewerteten die Befragten größtenteils positiv. Deutlich wurde aber auch, dass es hier noch Optimierungsbedarf gibt. Ausschilderung

Anzahl

Erreichbarkeit der Anlaufpraxis

positiv

Anzahl 1.331 < 5,0 km 905 < 10,0 km 552

1.899

etwas positiv

933

etwas negativ

< 15,0 km

negativ

387 < 20,0 km

320 92

337 > 20,0 km 106 Hamburger 79 Patienten AP Norderstedt 4 Patienten AP Neustadt 7 Patienten AP Pinneberg öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi. Wichtig ist in diesem restliche Besuche verteilen sichdass mit 1 oder Zusammenhang der Hinweis, Versicherte, die aus gesund2 Besuchen auf die übrigen Anlaufpraxen.

heitlichen Gründen die Anlaufpraxis nicht aufsuchen können, vom fahrenden Dienst versorgt werden.

Zufriedenheit/Aufnahme

Versorgungsqualität und Umfeld der Anlaufpraxis

Anzahl

Bei diesem Thema wurden sieben Bereiche abgefragt: ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ

3.099

positiv

Parkplatzsituation Ausschilderung im Krankenhaus Freundliche und wertschätzende Aufnahme Untersuchung und Behandlung Informationen zur Erkrankung Informationen zu Medikamenten Wartezeit

etwas positiv 202

Am Ende des Fragebogens wurde den Patienten weiterhin die Möglichkeit gegeben, frei formulierte Anregungen mitzuteilen.

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Freundliche und wertschätzende Aufnahme Den Mitarbeiterinnen in den Anlaufpraxen wurde ein deutliches Lob von den Versicherten ausgesprochen. Über 3.300 Patienten und damit etwa 93 Prozent beurteilten die Aufnahme in der Anlaufpraxis positiv.

Nordlicht

etwas negativ

6

negativ

2

In den nachfolgenden vier Bereichen konnten Antworten nur von Patienten gegeben werden, die nach der Behandlung bereit waren, weitere Fragen zu beantworten oder bereits vor dem aktuellen Besuch die Anlaufpraxis aufgesucht hatten. ak t u e l l

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PRAXIS  &  KV Untersuchung des Arztes Über 95 Prozent der befragten Patienten beurteilten die Behandlung durch den diensthabende Arzt als positiv. Untersuchungen

Wartezeit In der ersten Patientenumfrage von 2008 hatten 75 Prozent der Patienten angegeben, dass die Wartezeit weniger als 30 Minuten betrug. Die aktuelle Umfrage bestätigt die damaligen Ergebnisse. Mehr als 80 Prozent der befragten Versicherten bewerteten die Wartezeit als „positiv“ bzw. „etwas positiv“.

Anzahl positiv

2.016

etwas positiv etwas negativ negativ

344

Anzahl positiv

56

Informationen/Erkrankungen Anzahl positiv

1.811

etwas positiv

negativ

1.326

etwas positiv

39

Informationen zur Erkrankung/zu Medikamenten Beide Themen zeigten ein ähnliches Bild wie die Untersuchung durch den Arzt. Von durchschnittlich 90 Prozent aller Patienten wurde die Informationen zur Erkrankung bzw. zu Medikamenten positiv beurteilt.

etwas negativ

Wartezeit

490

739

etwas negativ

274

negativ

100

Schlussfolgerungen Die Befragung der über 3.500 Patienten hat – was uns sehr freut – durchgängig positive Ergebnisse ergeben. Mit positiven Beurteilungen, die bei vielen Fragen zwischen 70 und 80 Prozent liegen, können wir insgesamt zufrieden sein. Das positive Bild darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass neue Herausforderungen vor uns liegen und das „lernende System“ der Notdienststruktur weiterentwickelt bzw. weiter gestaltet werden muss. Steigende Notfallzahlen in den Krankenhäusern, die einhergehen mit einer sich verändernden Anspruchshaltung der Bevölkerung, aber auch das Ergebnis, dass über 20 Prozent der Befragungsteilnehmer im Krankenhaus zuerst die Notfallaufnahme aufsuchen und die abnehmende Zahl von Ärzten, die am Bereitschaftsdienst „freiwillig“ teilnehmen sind Entwicklungen, die uns sicher in den nächsten Monaten beschäftigen werden.

76 25

Katje Frommann und Alexander Paquet, KVSH

Informationen/Medikamente Anzahl positiv

1.538

etwas positiv

534

etwas negativ negativ

22

121 47

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung_______________________________________ 23 Herzschrittmacher-Kontrolle________________________________________ 26

Aus der Zulassungsabteilung Öffentliche Ausschreibung von Vertragsarztsitzen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Im Nordlicht erfolgen Ausschreibungen von Praxen, die psychotherapeutisch tätig sind. Ausschreibungen von Ärzten befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt. Nordlicht 3 | 2016 Korrektur In der März-Ausgabe wurde die Ausschreibungsnummer 786/2016, Kiel, bei der Fachgruppe der Psychotherapeuten versehentlich mit einer halben Zulassung angegeben. Es handelt sich jedoch um eine volle Zulassung. Die Bewerbungsfrist bis zum 30. April 2016 bleibt unverändert.

Für nähere Informationen stehen Ihnen unter der Telefonnummer 04551 883 und den angegebenen Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung. 378

Psychotherapeuten: alle Kreise

259

Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde Kreis Herzogtum Lauenburg

258

Stadt Lübeck Kreis Ostholstein Kreis Plön

634

Stadt Kiel Kreis Pinneberg Kreis Stormarn

427

Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg Kreis Dithmarschen Kreis Nordfriesland Kreis Steinburg

561

Kreis Segeberg

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dipl.-Psych. Niels Münz – halbe Zulassung –

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

24534 Neumünster, Haartallee 2

01.07.2016

Kirsten Elis

Psychiatrie und Psychotherapie

24534 Neumünster, Am Teich 9

01.08.2016

Priv.-Doz. Dr. med. Kristine Breuer

Haut- und Geschlechtskrankheiten

21465 Reinbek, Bahnhofstraße 9

01.10.2016

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de).

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Name

Fachgruppe

Ort

Dipl.-Psych. Karl-Heinz Krüdenscheidt

Psychologische Psychotherapie

Kiel

Monika Leser

Ärztin ohne Gebietsbezeichnung mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie

Wedel

Dr. med. Bettina Heidtmann

Kinder- und Jugendmedizin

Itzehoe

Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Cornelia Spevak

Diagnostische Radiologie

Flensburg

Prof. Dr. med. Henry Halm

Orthopädie

Neustadt

Prof. Dr. med. Markus Quante

Orthopädie und Unfallchirurgie

Neustadt

Dr. med. Michael Slevogt

Diagnostische Radiologie

Husum

Priv.-Doz. Dr. med. Christian Schäfer

Orthopädie und Unfallchirurgie

Bad Bramstedt

Dr. med. Niko Lorenzen

Kinder- und Jugendmedizin

Kiel

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Claaß

Kinder- und Jugendmedizin

Kiel

Dr. med. Dirk Johnsen

Kinder- und Jugendmedizin

Rendsburg

Thomas Brinkmeier

Kinder- und Jugendmedizin

Neumünster

Claudia Schröder

Urologie

Flensburg

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten.

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Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Andrea Schießl

21509 Glinde, Möllner Landstraße 78

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2016

Dr. med. Hermann Müller-Dornieden

Dr. med. Hamid Nawai

24850 Schuby, Bahnhofstraße 7a

Allgemeinmedizin

01.04.2016

Elke Dyck von Fehrn

Sara Eckelt – halbe Zulassung –

23730 Neustadt, Rosenstraße 6

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.04.2016

Dr. med. Götz Kallien

23669 Timmendorfer Strand, Strandallee 94a

Allgemeinmedizin

01.04.2016

Ulrich Müller-Dittrich

Dr. med. Sönke Tedsen – weitere halbe Zulassung –

23701 Eutin, Berliner Platz 12

Urologie

25.02.2016

Dr. med. Melanie Peter

Dipl.-Soz. Päd. Sarah Diem – halbe Zulassung –

25767 Albersdorf, Bahnhofstraße 30

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.03.2016

Dr. phil. Dipl.-Psych. Björn Riegel – halbe Zulassung –

24594 Hohenwestedt, Böternhöfen 37

Psychologische Psychotherapie

11.02.2016

Dipl.-Psych. Ralf Steenblock

Dr. med. Beatrice Brockmann

24105 Kiel, Dreiecksplatz 5

Allgemeinmedizin

01.01.2016

Jan-Carsten Vogeler

Dipl.-Psych. Stefanie Garscha – halbe Zulassung –

22941 Bargteheide, Wurth 3a

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

21.03.2016

Maysaa Sami Issa

24534 Neumünster, Christianstraße 20

Allgemeinmedizin

01.04.2016

Dr. med. Hans Jewan

Dipl.-Psych. Bettina Reitinger – halbe Zulassung –

24105 Kiel, Schauenburgerstraße 36

Psychologische Psychotherapie

01.04.2016

Dipl.-Psych. Volker Harbeck – halbe Zulassung –

Sigrid Lang – halbe Zulassung –

22941 Bargteheide, Wurth 3a

Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeutin

01.03.2016

Anka Behrens – halbe Zulassung –

24116 Kiel, Goethestraße 8

Frauenheilkunde und Geburtshilfe/ ausschließlich psychotherapeutisch tätig

01.03.2016

Dipl.-Psych. Volker Trempler – halbe Zulassung –

Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Jenny Pitthan

22926 Ahrensburg, Große Straße 11

Psychologische Psychotherapie

01.01.2016

Rolf Haugg

Dr. med. Carola Lönnecke

25813 Husum, Brinckmannstraße 16

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.03.2016

Dr. med. Helmut Grusdas

Dr. med. Martin von Ekesparre

25421 Pinneberg, Bismarckstraße 6

Neurologie

01.04.2016

Dr. med. Andrea Oelze

Dr. med. Christian Leineweber

24558 Henstedt-Ulzburg, Hamburger Straße 6

Orthopädie und Unfallchirurgie

01.04.2016

Dr. med. Bernd Jurkschat

Dipl.-Psych. Björn König

25746 Heide, Friedrichstraße 5

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.04.2016

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten. Name des anstellenden Arztes/ Ort MVZ

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

MVZ Paracelsus GbR

23560 Lübeck, Oberbüssauer Weg 6

Psychiatrie und Psychotherapie

01.03.2016

Dr. med. Ute Jahn – halbtags –

Eichmeier-Harksen/Hansen

24943 Flensburg, Engelsbyer Straße 53–57

Allgemeinmedizin

25.02.2016

Dr. med. Maren Kirchdörfer – ganztags –

Augenklinik Rendsburg MVZ

24768 Rendsburg, Provianthausstraße 9

Augenheilkunde

01.04.2016

Kai Büscher – vierteltags –

Ambulantes Versorgungszentrum Segeberger Kliniken GmbH

24568 Kaltenkirchen, Brauerstraße 1– 3

Urologie

25.02.2016

Christian Knopp – dreivierteltags –

WestDoc MVZ Brunsbüttel GmbH

25541 Brunsbüttel, Delbrückstraße 2

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.02.2016

Dr. med. Kerstin Simon – halbtags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten.

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Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dres. Schiele und Lubjuhn

Innere Medizin/hausärztlich

25813 Husum, Woldsenstraße 3

25813 Husum, Industriestraße 20

18.04.2016

Dr. med. Gholamreza Rahimi Nahouji

Chirurgie, 24568 Kaltenkirchen, Schwerpunkt Unfallchirurgie Neuer Weg 1a und Visceralchirurgie

24568 Kaltenkirchen, Werner-von-SiemensStraße 22

01.04.2016

Dipl.-Psych. Hajo Engbers

Psychologische Psychotherapie

24794 Borgstedt, Dieksredder 6

24768 Rendsburg, Lornsenstraße 18

01.03.2016

Dr. phil. Dipl.-Psych. Matthias von Rad

Psychologische Psychotherapie

22926 Ahrensburg, Gänseberg 12

22926 Ahrensburg, Manhagener Allee 30

01.03.2016

Sara Eckelt

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

23730 Neustadt, Kremper Straße 22

23730 Neustadt, Rosenstraße 6

01.04.2016

Dr. med./Univ. Bordeaux II Angela Valentin

Psychiatrie und Psychotherapie/ausschließlich psychotherapeutisch tätig

24837 Schleswig, Stadtweg 78

24837 Schleswig, Bahnhofstraße 12

04.04.2016

Dipl.-Psych. Antje Jürgens

Psychologische Psychotherapie

24103 Kiel, Kehdenstraße 2–10

24103 Kiel, Ringstraße 13

03.03.2016

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Bekanntmachungen und Meldungen

Name

Fachgruppe

von

Dr. med. Matthias Hentschel

Physikalische und Rehabilitative Medizin

24106 Kiel, 24119 Kronshagen, Holtenauer Straße 270 Eckernförder Straße 219

01.04.2016

Iris Schäfer

Kinder- und Jugendmedizin

23552 Lübeck, Klingenberg 7–9

23558 Lübeck, Karavellenstraße 1

14.01.2016

Dr. med. Ulrich Fritz

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

21465 Reinbek, Sophienstraße 7

21465 Reinbek, 01.04.2016 Schönningstedter Straße 49

23538 Lübeck, Meesenring 4

23538 Lübeck, Ratzeburger Allee 160

21.01.2016

25813 Husum, Woldsenstraße 3

25813 Husum, Industriestraße 20

18.04.2016

MVZ Meesenring Ambulanzzentrum des UKSH gGmbH Thomas Koch

Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie

nach

Datum

Herzschrittmacher-Kontrolle Dem Erweiterten Bewertungsausschuss ist es gelungen, die erste telemedizinische Leistung in den EBM aufzunehmen. Die Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) kann ab dem 1. April 2016 auch telemedizinisch durchgeführt und nach dem EBM abgerechnet werden. Neue GOP im Überblick: GOP 13554: Telemedizinische Funktionsanalyse GOP 04417: Telemedizinische Funktionsanalyse – Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kardiologie GOP 01438: Telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der GOP 13554/04417. Die jetzige und weiter bestehende GOP 13552/04418 für die Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers und/oder eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators wurde in diesem Zusammenhang um die Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherpaie (CRT-P, CRT-D) erweitert. Zur Klarstellung, dass die Kontrollen nach der GOP 13552 nicht telemedizinisch durchführbar sind, wurde ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt als obligater Leistungsinhalt ergänzt. Außerdem wurde der bisherige Zusatz „auch mittels telemetrischer Abfrage“ gestrichen. Übergangsregelung Bis spätestens 31. Oktober 2016 soll die bestehende Qualitätssicherungsvereinbarung zur Herzschrittmacher-Kontrolle aktualisiert und eine weitere Qualitätssicherungsvereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-Systeme) sowie eine Vereinbarung zu technischen und organisatorischen Voraussetzungen für die telemedizinische Funktionsanalyse eingeführt werden. Als Übergangsregelung ist die GOP 04417/13554 auch ohne die Inkraftsetzung der beiden neuen Vereinbarungen berechnungsfähig – längstens bis zum 31. Dezember 2016.

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Nordlicht

aktuell

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PRAXIS  &  KV Neues aus K ve n u n d K B V

Fördermaßnahmen zum Erhalt der ambulanten ärztlichen Versorgung

BundesArztsuche-App 3.0 bietet neue Funktionen

Weimar – Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenversicherungen in Thüringen stellt 2016 Fördermittel für die Gründung oder Übernahme von mindestens 13 Arztpraxen zur Verfügung. So soll einer drohenden Unterversorgung vorgebeugt und mehr Anreize für die Ansiedlung niedergelassener Ärzte in bestimmten Orten geschaffen werden. Der Landesausschuss stellt für jede geförderte Praxisgründung oder -übernahme einen Investitionskostenzuschuss von bis zu 60.000 Euro bereit, der jeweils über fünf Jahre mit 3.000 Euro pro Quartal ausgezahlt wird. Darüber hinaus wird die Gründung einer Zweigpraxis mit einem Investitionskostenzuschuss von 15.000 Euro über zehn Quartale gefördert. Über die Förderbeschlüsse des Landesausschusses hinaus stellt die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen ein umfassendes Nachwuchs-Förderpaket bereit. Es umfasst unter anderem Stipendienprogramme sowie die finanzielle Unterstützung von Praxen, die Ärzte in Weiterbildung beschäftigen. Insgesamt stellt die KV Thüringen dafür in diesem Jahr mehr als 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Förderung Wahltertial Allgemeinmedizin Dresden – Die KV Sachsen fördert gemeinsam mit den Landesverbänden der sächsischen Krankenkassen Studenten im Wahltertial Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr. Die Förderung erfolgt auf Antrag durch Zahlung eines Zuschusses an die akkreditierten akademischen Lehrpraxen der TU Dresden und der Universität Leipzig, die Studierende im Wahltertial Allgemeinmedizin ausbilden sowie an die Studierenden, die dieses Wahltertial absolvieren. Für die Förderung stehen rückwirkend zum 1. Januar 2016 maximal 90.000 Euro im Kalenderjahr zur Verfügung, wobei die Fördermittel gleichmäßig zwischen der TU Dresden und der Universität Leipzig aufgeteilt werden sollen. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Lage der Lehrpraxis: ƒƒ Ableistung des Wahltertials Allgemeinmedizin in einer akademischen Lehrpraxis im Großstadtbereich (Chemnitz, Leipzig, Dresden einschließlich Radebeul): monatlich 200 Euro. ƒƒ Ableistung des Wahltertials Allgemeinmedizin in einer akademischen Lehrpraxis außerhalb des Großstadtbereiches: monatlich 500 Euro

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Nordlicht

Berlin – Die BundesArztsuche-App der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) präsentiert sich in neuem Design und mit erweiterten Funktionen. Als neuen Service bietet die App Informationen zu den Themen Impfen und Früherkennung. Ergänzt wird das Angebot durch Nachrichten, die für Patienten kurz und verständlich aufbereitet sind. Mit verschiedenen Suchkriterien wie Standort, Arztgruppe, Zusatzbezeichnungen oder Fremdsprachenkenntnisse lassen sich passgenaue Ergebnisse finden. Sie werden übersichtlich als Liste oder in Kartenform angezeigt. Die App bietet außerdem die Möglichkeit, ausgewählte Praxen als Favoriten zu speichern und sich Terminerinnerungen einzurichten.

Bilanz der Terminservicestelle in Hessen Wiesbaden – Nach Inbetriebnahme der Terminservicestelle am 23. Januar 2016 zieht die KV Hessen eine erste Bilanz. Bis zum 9. März 2016 wurden 1.297 Termine erfolgreich vermittelt. Die Nachfrage nach den Terminen ist damit deutlich geringer als erwartet. Täglich wenden sich im Schnitt rund 126 Patienten an die Terminservicestelle. Insgesamt gab es bis zum 9. März 2016 4.227 Anrufer. Viele rufen allerdings ohne Überweisung an oder haben Überweisungen ohne Code. Sie erfüllen damit nicht die Bedingungen für eine Terminvermittlung. Diese Patienten informiert die Terminservicestelle zum allgemeinen Procedere und den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Aufgrund der schwachen Nachfrage sieht sich die KV Hessen in ihrer Kritik an der Einführung der Terminservicestelle bestätigt. „Es war eine rein politisch motivierte Entscheidung, die Terminservicestellen einzuführen“, sagt Frank Dastych, der Vorstandsvorsitzende der KV Hessen. „Wir haben alles für einen erfolgreichen Start getan. Unsere Warnung, dass die Stelle nur Geld verschlingt, weil die Politik ihre Einführung ohne Auswertung belastbarer Zahlen und Fakten vorangetrieben hat, sind von den politischen Entscheidungsträgern ignoriert worden und das rächt sich jetzt.“ Ausgaben von rund einer Million Euro hat die KV Hessen für 2016 für die Einrichtung und den Unterhalt der Terminservicestelle kalkuliert. Da nur eine geringe Nachfrage besteht, belaufen sich die reinen Vermittlungskosten pro Termin auf circa 107 Euro. „Das ist natürlich völlig unökonomisch. Das Geld fehlt uns in der Versorgung von Patienten. Wenn uns nicht die Hände durch den Gesetzgeber gebunden wären, würden wir diesen Unsinn sofort stoppen“, empört sich Dastych.  

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PRAXIS  &  KV P sychotherapie

Vielseitig aufgestellte Praxen werden bestraft Im Herbst hat der Erweiterte Bewertungsausschuss eine neue Vergütungsystematik für Psychotherapeuten beschlossen. Es werden Zuschläge ausgezahlt allerdings nur für die antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen. In ihrem Angebot vielseitig aufgestellte Praxen werden dadurch bestraft. Dies wird die Versorgung verändern. Strukturzuschlag Für die antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen wird ab einer bestimmten Menge quotiert ein Zuschlag bezahlt. Die Quote richtet sich nach der in jedem Quartal geleisteten Menge an antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen. In voller Höhe wird der Zuschlag nur ausbezahlt, wenn man die sogenannte Vollauslastung mit diesen Leistungen erreicht. Damit richtete der Erweiterte Bewertungsausschuss den Focus allein auf einen begrenzten Bereich des Gesamtspektrums an psychotherapeutischen Leistungen. Und das kurz nach Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes, in dem ausdrücklich eine deutliche Erweiterung, Förderung und Vielseitigkeit der psychotheraputischen Versorgung eingefordert wird. Im Gesetz heißt es, es sind Regelungen zur Flexibilisierung des Therapieangebotes, insbesondere zur Einrichtung von psychotherapeutischen Sprechstunden, zur Förderung der frühzeitigen diagnostischen Abklärung und der Akutversorgung, zur Förderung von Gruppentherapien und der Rezidivprophylaxe zu treffen.

Versorgung wird sich verändern Psychotherapeuten sind durchweg empört über diesen Beschluss. Nach Bekunden des Erweiterten Bewertungsausschusses soll der nur für die EBM-Ziffern 35200 bis 35225 in Frage kommende Zuschlag Aufwendungen bei der Praxisorganisation, z. B. durch die Beschäftigung von Personal, abdecken. Damit unterstellt der Ausschuss, dass all die anderen Leistungen keine Praxisorganisation und kein Personal erforderlich machen. Es dürfte nicht verwundern, wenn vielseitig aufgestellte Praxen jetzt ihre Angebotsstruktur verändern. Bieten Praxen Krisenintervention, kurzfristige Notfallbehandlung, Weiterbetreuung von Patienten nach Abschluss ihrer antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapie oder das Psychotherapeutische Gespräch als Überbrückung an, erfahren sie hierfür eine Bestrafung – der Zuschlag wird ihnen dafür versagt. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen müssen die Praxen sich hier verändern – sicherlich nicht zum Vorteil für die Versorgung.

Bundessozialgericht hebt Benachteiligung bei Samstagsziffer auf Im Februar traf das Bundessozialgericht (BSG) eine Entscheidung, die eine ungerechtfertigte Benachteiligung von Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beim Samstagszuschlag aufhebt. Der Bewertungsausschuss habe beim Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) gegen Artikel 3 Abs.1 des Grundgesetzes zulasten der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten verstoßen, urteilte das BSG. In dem Urteil (Az.: BSG B 6 KA 47/14 R) führte das Bundessozialgericht aus, die Streichung des Zuschlages (EBM-Ziffer 01102) bei Inanspruchnahme eines Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten verstößt gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. Im EBM ist eine Abrechnung dieses Zuschlages nur für ärztliche Psychotherapeuten und andere Vertragsarztgruppen vorgesehen. Die beklagte Kassenärztliche Vereinigung Hessen führte an, dass es Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten zwar frei stehe, Samstagssprechstunden anzubieten, der Zuschlag ihnen laut EBM jedoch nicht zustehe. Die Bundesvorsitzende der Deutschen Psycho-

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Nordlicht

therapeutenVereinigung, Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, deren Verband die Klage vorangetrieben hatte, fordert ein grundsätzliches Umdenken bei der Selbstverwaltung. „Es ist inakzeptabel, dass der Bewertungsausschuss fortgesetzt die Psychologischen Psychotherapeuten und die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten benachteiligt.“ Der Bewertungsausschuss ist nun vom BSG aufgefordert worden, diese diskriminierende Regelung aufzuheben. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie? Name: Frank Schoof Geburtsdatum: 14. August 1968 Geburtsort: Kiel Familie: verheiratet, eine Tochter Fachrichtung: Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut tiefenpsychologisch fundiert Sitz der Praxis: Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) Niederlassungsform: Praxisgemeinschaft Neu niedergelassen seit dem 15. September 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Weil ich als Therapeut in eigener Praxis selbstbestimmt arbeiten kann und mein eigener Chef bin. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Meine abwechslungsreiche Arbeit. Ich lerne neue und interessante Menschen kennen, denen ich helfen kann und möchte, und deren Schicksal mich oft tief berührt. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Ich würde immer dazu raten, sich rasch im Ärzteverbund zu vernetzen, also auf die Kollegen im näheren Umfeld zuzugehen und sich vorzustellen, sei es bei Kinderärzten, Fachärzten oder beim Jugendamt. Wie wichtig der kollegiale Austausch ist, habe ich während meiner Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gelernt. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Sehr gerne hätte ich Carl Gustav Jung getroffen, den ich aufgrund seiner Lebenshaltung und seiner ganzheitlichen Weltanschauung bewundere. Eine spezielle Frage fällt mir nicht ein, aber ich würde gerne mit ihm vor dem Kamin sitzen, ein Glas Wein trinken und über Ödipus reden. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Hundespaziergänge im Wald und am Ostseestrand sind sehr beruhigend. Meine Labrador-Husky-Hündin Katie fordert Bewegung. Wir joggen also gemeinsam oder gehen zu Fuß. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ganz eindeutig „Der Hobbit“ von J. R. R.Tolkien. Er fiel mir quasi in die Hände, als ich in den USA Psychologie und Religionswissenschaften studierte. Ich habe durch diesen Roman begriffen, dass man Fantasiegeschichten, Märchen und Träume symbolisch verstehen sollte. Sie beeinflussen unser Handeln, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, egal ob wir es wollen oder nicht. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Psychotherapeut niederzulassen? Es ist landschaftlich wunderschön. Da ich gerne hier lebe, arbeite ich auch gerne hier. 8. Wenn ich nicht Psychotherapeut geworden wäre, dann wäre ich … heute wahrscheinlich in den USA an einer privaten Highschool Lehrer für Religion, Sport und Deutsch.

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die menschen im land V or O rt

Let‘s dance Dr. Klaus Birkner (74) engagiert sich seit mehr als zehn Jahren als Arzt in mehreren Herzsportgruppen im Großraum Kiel. Der praktische Arzt aus Heikendorf betreut unter anderem die einzige Tanz-Herzsportgruppe in Schleswig-Holstein. bestimmt der behandelnde Hausarzt. Wenn mir aber an den gemessenen Blutdruckwerten etwas auffällt, gebe ich den Patien-ten natürlich Hinweise, z. B. zur Medikation“, erklärt Birkner. Bewegung ist das beste Rezept Die Kardiologie gehörte schon immer zu den medizinischen Interessensschwerpunkten des praktischen Arztes aus Heikendorf. In diesem Bereich schrieb er auch seine Doktorarbeit. Birkner beschreibt, dass sich in den letzten Jahren neue wissenschaftliche Erkenntnisse durchgesetzt haben. Früher galt Bewegungsmangel noch nicht als Risikofaktor. Das habe sich grundlegend geändert. „Viele Studien zeigen, dass Bewegungsmangel ein ganz wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung und das Fortschreiten einer koronaren Herzkrankheit ist. Körperliche Aktivität – z. B. in einer Herzsportgruppe – ist deshalb ein wichtiges Konzept zur Vorbeugung und Behandlung dieser Krankheit“, erklärt er. Besonders bei Gefäßverengungen oder Gefäßverschlüssen an den Beingefäßen führt gezieltes Training in der Regel zu einer Zunahme der Blutversorgung über Umgehungskreisläufe – den sogenannten Kollateralen. „Bei der Verbesserung der Herzdurchblutung kommt es dabei weniger auf die Intensität als auf die Regelmäßigkeit sportlicher Aktivitäten an“, so Birkner. Dr. Klaus Birkners ehrenamtliches Engagement im Herzsport begann 2005 mit der Abgabe seiner Hausarztpraxis in Klausdorf (Kreis Plön), in der er 30 Jahre lang niedergelassen war. „Die Arbeit in den Herzsportgruppen ist danach langsam aber sicher zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden. Ich mache viele Übungen mit. Das tut mir gut, da ich als Arzt natürlich jahrelang überwiegend am Schreibtisch gesessen habe. Außerdem spiele ich Akkordeon und singe gern, was gerade bei den Tänzern immer sehr gut ankommt“, berichtet er. Birkner ist auch im Ruhestand ein vielbeschäftigter und gefragter Mann. Ein Blick auf seinen Terminkalender zeigt, dass dieser fast so gut gefüllt ist wie der eines Managers in einem Dax-Unternehmen. Für 2016 hat Birkner bereits jetzt über 500 Termine in Herzsportgruppen eingeplant. Die Liste der von ihm betreuten Vereine ist lang. Sie reicht vom Kieler Männer Turnverein über die NDTSV Holsatia Kiel, den TSV Kronshagen, den Suchsdorfer SV, das Sportforum der Christian-Albrechts-Universität bis zum THW Kiel. Beim Kieler Turnverein von 1885 e. V. betreut er im Wechsel mit einem Kollegen die einzige Tanz-Herzsportgruppe in Schleswig-Holstein. „Als Herzgruppenarzt bin ich in erster Linie Berater. Die Therapie 30

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Tanzsport hält fit Auch Tanzen ist ein geeigneter Sport für Herzkranke. Untersuchungen in Tanz-Herzgruppen zeigen, dass die Teilnehmer problemlos fast das gesamte Tanzspektrum absolvieren können. In der 2011 gegründeten Tanz-Herzsportgruppe des Kieler Turnvereins von 1885 e. V. gehören vor allem Standard- und Lateintänze zum Repertoire. Für die Auswahl der Tänze und der Musik ist Tanzlehrerin Anette Schück-Hollmann verantwortlich. Die vier sehr aktiven Tanzpaare sind zwischen 55 und 79 Jahre alt. Manche kommen frisch von der Rehaklinik, andere haben seit vielen Jahren ihre koronare Erkrankung im Griff. Alle schätzen die gute, lockere Atmosphäre bei den Tanzabenden. Keiner muss dem anderen etwas beweisen, jeder hat Spaß an der Bewegung. Die Teilnehmer profitieren in vielfacher Hinsicht. Risikofaktoren wie Rauchen, zu hohe Blutfettwerte, Übergewicht und Bluthochdruck werden in der Herzsportgruppe besser und dauerhafter abgebaut. „Tanzen fördert nicht nur Ausdauer und Koordinationsfähigkeit, sondern schafft auch eine positive Form von Geselligkeit“, so Birkner. Manche Patienten kennt der praktische Arzt schon seit ak t u e l l

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die menschen im land

vielen Jahren. Fast alle haben durch die regelmäßige Bewegung eine stabile Gesundheit und das bestätigt ihn in seiner Arbeit. Der Defibrillator sowie der Notfallkoffer stehen immer in erreichbarer Nähe. Laut Birkner hat es seit Bestehen des Herzsportangebotes aber keinen ernsthaften Zwischenfall gegeben, bei dem er not-

Informationen für Ärzte, die Lust haben, eine Herzsportgruppe zu betreuen Grundsätzlich ist jeder approbierte Arzt berechtigt, eine Herzgruppe zu betreuen. Ausreichende Qualifikationen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die sichere Handhabung von Notfallmaßnahmen bei kardialen Zwischenfällen sowie Kenntnisse über Rehabilitationsmöglichkeiten sind natürlich wünschenswert. Die Aufgabenvielfalt des betreuenden Arztes besteht in erster Linie und entscheidend aus den gemeinsam mit dem Patienten abgestimmten Maßnahmen zur Lebensstiländerung. Er ist also nicht ausschließlich für eventuell erforderliche Notfallmaßnahmen zuständig. Wie sind die Rahmenbedingungen? Das Training in den Herzsportgruppen wird von einem speziell ausgebildeten Übungsleiter durchgeführt. Der Herzgruppenarzt hält Kontakt zu den Teilnehmern. Er kann gern am Sport teilnehmen. Die rechtlich vorgeschriebene Notfallausrüstung (Defibrillator und Notfallkoffer) wird vom Träger der Herzgruppe zur Verfügung gestellt. Der Herzgruppenarzt ist lediglich für die ordnungsgemäße Ausstattung und Wartung verantwortlich. Von den meisten Herzgruppenträgern werden Aufwandsentschädigungen gezahlt, die steuer- und sozialabgabenfrei sind (Paragraf 3 Nr. 26 EStG, aktuell max. 2.400 Euro p. a.).

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ärztlich eingreifen musste. Das Fazit zu seinem Engagement fällt sehr positiv aus: „Es macht viel Spaß und ich kann jedem Kollegen raten, selbst Herzgruppenarzt zu werden.“ Jakob Wilder, KVSH

Für die betreuenden Herzgruppenärzte ist die Haftpflicht nicht über die allgemeine Sportversicherung von Sportvereinen abgedeckt. Niedergelassene Ärzte haben eine Berufshaftpflichtversicherung. Die Herzgruppentätigkeit muss dort angegeben werden, ist aber in der Regel beitragsfrei. Krankenhausärzte oder angestellte Ärzte sind über den Arbeitgeber versichert. Sie müssen klären, ob andere Tätigkeiten mit abgedeckt sind und sollten sich die Risikoabsicherung schriftlich bestätigen lassen. Nicht oder nicht mehr tätige Ärzte müssen eine eigene Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Über die persönliche Mitgliedschaft des Arztes in der Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR), ist die Haftpflicht für die Herzgruppentätigkeit versichert! Jedoch ausschließlich nur die Herzgruppentätigkeit! Weitere Informationen gibt es im Herzgruppen-Handbuch der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. (LAG), Auguste-Viktoria-Straße 16, 24103 Kiel, Tel. 0431 530 31 36, E-Mail info@herzintakt. net oder im Internet unter www.herzintakt.net Die LAG betreut 185 Herzgruppen in Schleswig-Holstein. Ärztliche Betreuer werden immer und überall benötigt. In Hohenwestedt, Flensburg und Lübeck gibt es akuten Bedarf.

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die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde t leidenschaftlicher is t og V ar m ei R r. D : Zum Autor Seine Patienten n. he sc ar hm it D in Landarzt aus Pahlen n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab t halten. Im Nordlich zu st fe t el hw ac N e di praxis für was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Goethe war gut oder

Wieso man nach einer Pulle Korn mit Puten reden kann Einige der geneigten Leser, die mich persönlich kennen, fragen bei der Gelegenheit einer Zusammenkunft, ob die an dieser Stelle im Nordlicht veröffentlichten Geschichten tatsächlich passiert oder doch eher meiner blühenden Fantasie entsprungen sind. Ich kann versichern: Es ist alles so passiert wie beschrieben … allerdings gebietet es der Datenschutz und erlaubt es die künstlerische Freiheit, Ereignisse so zu verfremden, dass die oder der Betreffende sich garantiert nicht mehr wiedererkennt! Ich möchte zum Thema „Wahrheitsgehalt“ den Großmeister deutscher Dichterkunst bemühen, keinen geringeren als jenen Johann Wolfgang von Goethe, der in „FAUST, der Tragödie zweiter Teil“ spricht: „Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr?“ Ich habe ja keine Ahnung, wie der geneigte Leser seinen Feierabend verbringt, sich nach 10 bis 12 Stunden von der Arbeit erholt, wie er seinen persönlichen Stress, seine Erlebnisse und sein Maß an Arbeitsverdichtung kompensiert. Ich zum Beispiel habe festgestellt, dass ein Buch mit Versen der Lyrik gemeinsam mit einem gepflegten Glas Hopfenkaltschale ganz vorzüglich der Regeneration dienen kann. Beim „Zauberlehrling“, „Ring des Polykrates“ oder „John Maynard“ wird mir warm ums Herz und ich kann mich prima entspannen. Wenn meine Gedanken dann so durch das Marschenland schweifen,

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überlege ich mir, wie befruchtend es wohl gewesen wäre, einen Mann wie Goethe persönlich zu treffen und sich mit ihm auszutauschen. Bei dieser Imagination pruste ich plötzlich laut los: Was wohl der Meister dazu gesagt hätte, würde ich ihm von meinen Arbeitstagen aus der Gegenwart erzählen? Da ist nämlich heute Folgendes passiert: Als erster Kontakt in die allmorgendliche, auf 60 Minuten begrenzte NotfallSprechstunde kommt eine aufgeregte Mutter samt ihres pubertierenden Filius hereingeflattert. „Oh“, sie mache sich große Sorgen: „Herr Doktor, ich glaube, mein Sohn ist verrückt! Der spricht mit den Puten!“. Es fällt mir angesichts dieser Gesprächseröffnung etwas schwer, ernst zu bleiben, aber als Dithmarscher Landarzt hat man seine Physiognomie im Griff zu haben! Die Nachfragen von mir ergeben dann, dass der aktuell leicht debil grinsende Jugendliche in der vorangehenden Nacht im Stall angetroffen wurde, wo er im Heu sitzend sich durch lautes „Guggelegu“ und andere Kollergeräusche mit den Puten unterhalten hätte. Die Puten hätten ähnlich einem Rockstar auf der Bühne exakt die gleichen Laute zur Antwort erschallen lassen. Bei der Untersuchung kommt mir dann eine feucht-warme Atemwolke reinen Korngeruchs entgegengeweht, sodass ich des Rätsels Lösung zum Greifen nahe bin: „Wieviel hattest du denn intus?“. „Naja, alle Buddeln zusammengerechnet und durch die Anzahl der Köpfe seiner Freunde geteilt, sei das wohl schon eine Null-Komma-Sieben-Liter-Flasche norddeutschen Getreidebrandes gewesen“. Ich gebe also Mutter und Sohn den ärztlichen Rat, zunächst einmal den Rausch auszuschlafen („Nein, heute braucht er dann nicht in die Schule!“), anschließend sei die Befähigung zur Unterhaltung mit Puten auch wieder Vergangenheit. Diese Form von Verrücktsein nenne man Jugend und wir alle hätten vermutlich in jenem Lebensabschnitt die eine oder andere Blödheit gemacht. Die Nachfrage

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die menschen im land

der besorgten Mutter, ob es denn nicht viel sicherer sei, ihr Sprössling würde im Krankenhaus die hepatische Verstoffwechselung seines Promillegehaltes vornehmen, kann ich entkräften: „Das Schlimmste hat er hinter sich, alle Schutzreflexe sind vorhanden und zum Ausnüchtern sind Krankenhäuser nicht erfunden worden!“. Als ich noch jugendlich war … da hätte es vermutlich für eine nächtliche Diskussion mit Puten im Zustand der alkoholischen Gärung eine Ohrfeige gegeben und in die Schule hätte ich ebenfalls gemusst. Nun gut, die Zeiten ändern sich. Und was ist mit Goethe? Der schrieb einmal über den Alkohol: „Es liegen im Wein allerdings produktivmachende Kräfte sehr bedeutender Art“, wobei er jedoch einschränkte: „Aber es kommt dabei alles auf Zustände und Zeit und Stunde an, und was dem Einen nützt, schadet dem Anderen.“

Habe nun, ach! In meinem Medizinstudium Auch humanistische, psychologische Und leider auch juristische Aspekte! Durchaus studiert, mit heißem Bemühn! Da steh‘ ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor; Hab‘ ein Staatsexamen, heiße Doktor gar Und ziehe schon an die zwanzig Jahr‘

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Ich beschließe daher, den heutigen Tag zu beschließen. Den Gassenhauer „Goethe war gut, Mann, der konnte reimen!“ des holländischen Entertainers Rudi Carrell trällernd, wünsche ich allen Lesern einen fröhlichen und entspannenden Abend!

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So ist es wohl immer: Was dem einen nützt, schadet dem anderen! Am heutigen Abend habe ich übrigens das alte Reclam-Büchlein vom „FAUST, der Tragödie erster Teil“ hervorgezerrt, aufgeschlagen und darin geschmökert. Doch was ist das? Liegt es an der Müdigkeit, der dem Alter geschuldeten Sehkraftminderung oder ist das Bierchen nicht mehr gut? Ich lese plötzlich in der 1. Szene:

Als Landarzt hin und her und quer und krumm Meine Patienten an der Nase herum – Und sehe, dass wir sie nicht ändern können! Das will mir schier das Herz verbrennen. Zwar bin ich gescheiter als manche Laffen Die als „Gesundheitsexperten“ den Affen machen; Doch mein Beruf lässt in mir wachsen Skrupel und Zweifel, fürchte mich vor dem Regress wie dem Teufel – Auch ist mir manche Freud‘ entrissen, Wenn ich sammele Fortbildungspunkte statt Wissen! Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, um die Patienten zu bessern und zu bekehren. Auch hab‘ ich weder Gut noch Geld, Das verhindern EBM und Budgets in der Gesundheitswelt. Es möchte kein Hund so länger leben, Dass der Arzt mit all seinem Streben Fördert seiner Patienten Wohlergehen Und tritt sein eigenes mit der Füße Zehen!

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SERVICE T eam B eratu n g

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Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Neue Arzneimittel – wichtige Tipps Was Sie bei der Verordnung neuer Medikamente beachten sollten. Die medizinische Forschung macht weiterhin Fortschritte und beschert der Menschheit zum Teil neue und innovative Medikamente. Ob ein Medikament wirklich neu und innovativ ist, hat seit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu bewerten (frühe Nutzenbewertung). Der G-BA kann das seinerzeit gegründete Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung beauftragen. Nach der Bewertung durch das IQWiG trifft der G-BA innerhalb von drei Monaten einen Beschluss auf Basis der Nutzenbewertung und der eingegangenen Stellungnahmen, der vor allem Aussagen über das Ausmaß des Zusatznutzens, über die zur Behandlung in Frage kommenden Patientengruppen, über Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung und über die Therapiekosten des Arzneimittels enthält.

Das gleiche Schicksal erwartet auch den zweiten PCSK9 Inhibitor, da dieser auch nur eine zwölfwöchige Studie nachweisen kann. Der G-BA hat beschlossen den PCSK9 Inhibitor als nicht verordnungsfähig einzustufen, solange er mit Mehrkosten im Vergleich zu einer Therapie mit anderen Lipidsenkern verbunden ist. Darüber hinaus darf Evolucumab nur durch Kardiologen, Nephrologen, Diabetologen, Endokrinologen oder an Ambulanzen für Lipidstoffwechselstörungen tätige Fachärzte verordnet werden. Cave: Warten Sie bei neuen Arzneimitteln immer die frühe Nutzenbewertung durch den G-BA ab, bevor Sie zum Rezeptblock greifen. Thomas Frohberg, KVSH

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Aktuell sind zwei neue Medikamente in der Prüfung gewesen. Es handelt sich um die PCSK9 Inhibitoren. Für den Wirkstoff Evolucumab (Repatha®) wurde aufgrund der kurzen Studiendauer von nur zwölf Wochen kein Zusatznutzen anerkannt.

In dem Artikel „Moderne Wundbehandlung“ ist dem Verfasser ein Fehler in der Darstellung der hausärztlichen Abrechnungsmöglichkeiten für chronische Wunden unterlaufen.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

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ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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04551 883 362

Natürlich gibt es die GOP 02310 Behandlungskomplex einer/von sekundär heilenden Wunde(n); GOP 02311 Behandlung Diabetischer Fuß (antragsgebundene Leistung); GOP 02312 Behandlung eines oder mehrerer chronisch venöser Ulcera cruris. Sie können die Leistungsinhalte und -ausschlüsse sowie weitere in Frage kommende GOP nachlesen unter www.kbv.de/html/online-ebm.php Stephan ReuSS, Beratungsarzt, KVSH

anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Für welchen Zeitraum dürfen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nach den neuen Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien (AU-Richtlinien) ausgestellt werden? Nach den neuen AU-Richtlinien darf Arbeitsun-fähigkeitsbescheinigungen nur noch bis zu einem Zeitraum von zwei Wochen, in besonders begründeten Ausnahmefällen bis zu einem Monat ausgestellt werden.

Wann wird das Muster 52 (Bericht für die Krankenkasse bei Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit) ausgestellt? Nur nach Anforderung durch die Krankenkasse.

Benötigen wir ein neues Kartenlesegerät, wenn nun die Gesundheitskarten der zweiten Generation eingelesen werden müssen? Nein, ein Upgrade des alten Kartenlesegerätes reicht aus und sollte unbedingt erfolgen. Bitte wenden Sie sich hierfür an den Hersteller Ihres Kartenlesegerätes.

Nach der Schutzimpfungs-Richtlinie darf die HPV-Impfung bei Patientinnen von 9 bis 14 Jahren zulasten der Krankenkassen erbracht werden. Unvollständig oder ungeimpfte Patientinnen dürfen die Impfung bis zum 18. Geburtstag nachholen. Wenn eine Patientin mit 17 Jahren die erste Impfung bekommt, darf diese dann auch über den 18. Geburtstag hinaus vervollständigt werden? Ja, ein angefangener Impfzyklus darf bis zum 19. Geburtstag beendet werden.

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Im Rahmen eines Hausbesuches werden mehrere Patienten verschiedener Krankenkassen in derselben häuslichen Gemeinschaft aufgesucht. Darf dann der Hausbesuch nach GOP 01410 mehrfach abgerechnet werden? Nein, unabhängig von der Kassenzugehörigkeit darf bei einer Anfahrt in eine häusliche Gemeinschaft nur einmal der Hauptbesuch mit GOP 01410 abgerechnet werden. Weitere Patienten in derselben häuslichen Gemeinschaft können als Familienbesuch mit GOP 01413 abgerechnet werden. Gleiches gilt für beschützende Wohnheime bzw. Einrichtungen.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 4 | 2016

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SERVICE K ra n ke n tra n sporte u n d K ra n ke n fahrte n

Was Praxen bei der Verordnung beachten sollten

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Das Verordnen von Fahrten zur ärztlichen Behandlung wirft immer wieder Fragen auf, zum Beispiel in welchen Fällen eine Genehmigung der Krankenkasse benötigt wird. Was Ärzte wissen sollten und welche Besonderheiten es zu beachten gilt, haben wir für Sie zusammengestellt.

Allgemeines zur Verordnung von Fahrten Generell gilt: Vertragsärzte dürfen gesetzlich versicherten Patienten, die ambulant oder stationär behandelt werden, eine Krankenbeförderung verordnen, wenn die Fahrt medizinisch notwendig ist (Formular 4 „Verordnung einer Krankenbeförderung“). Aber: Die Kosten für Fahrten zu einer ambulanten Behandlung übernehmen die Krankenkassen grundsätzlich nur in bestimmten Ausnahmefällen. Dazu gehören stationsersetzende Operationen, vor- und nachstationäre Behandlungen im Krankenhaus, Dialysebehandlungen und bestimmte Therapien von Krebserkrankungen (nach Anlage 2 der Krankentransport-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses). Zudem müssen Fahrten zur ambulanten Behandlung – egal ob mit Taxi oder Krankentransportwagen – in der Regel vorab von der Krankenkasse genehmigt werden. Unterschiedliche Beförderungsmittel Welches Fahrzeug zum Einsatz kommt, hängt allein von der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall ab (unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes). In der vertragsärztlichen Versorgung sind das vor allem folgende Beförderungen: ƒƒ Krankenfahrten sind Fahrten, die beispielsweise mit einem Taxi stattfinden. Eine medizinisch-fachliche Betreuung des Versicherten findet während der Fahrt nicht statt. 36

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Die Krankenkassen können auf Antrag auch die Kosten für Krankenfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem eigenen Auto übernehmen; hierfür stellt der Arzt aber keine Verordnung aus. ƒƒ Krankentransporte sind Fahrten mit einem Krankentransportfahrzeug. Sie können erforderlich sein, wenn der Patient unterwegs eine medizinisch-fachliche Betreuung oder eine besondere Fahrzeugausstattung benötigt. Ein Grund kann auch sein, dass damit die Übertragung einer schweren, ansteckenden Krankheit des Patienten vermieden werden kann.  ertragsärzte dürfen in Notfällen auch Rettungsfahrten verordV nen. Die Fahrten mit Rettungswagen oder Notarztwagen sowie Flüge mit dem Rettungshubschrauber werden über die jeweiligen Rettungsstellen angefordert. Genehmigung von Fahrten Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen grundsätzlich Fahrten zur Behandlung, wenn sie medizinisch notwendig sind. Allerdings steht die Kostenübernahme in vielen Fällen unter einem Genehmigungsvorbehalt. Das heißt: Der Patient muss sich eine ärztlich verordnete Krankenfahrt oder den Krankentransport erst von seiak t u e l l

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Service ner Krankenkasse genehmigen lassen. Nur dann kann er sicher sein, dass die Kosten übernommen werden. Grundregel: Genehmigung ja oder nein? Für eine erste Einschätzung hilft diese Regel: ƒƒ Fahrten zu einer stationären Behandlung muss sich der Patient von seiner Krankenkasse nicht genehmigen lassen ƒƒ Fahrten zu einer ambulanten Behandlung muss sich der Patient in der Regel von seiner Krankenkasse genehmigen lassen Überblick: Verordnungen mit und ohne Genehmigung Krankentransporte und Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung werden nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse übernommen und bedürfen bis auf wenige Ausnahmen der vorherigen Genehmigung. Der folgende Überblick zeigt, was wann möglich ist. Fahrten zur ambulanten Behandlung ohne Genehmigung Für folgende Fahrten zur ambulanten Behandlung übernehmen die Krankenkassen die Fahrtkosten, ohne dass die Verordnung zur Genehmigung vorgelegt werden muss: ƒƒ F ahrten zu einer ambulanten Operation nach Paragraf 115b SGB V,wenn es sich um einen stationsersetzenden Eingriff handelt ƒƒ Fahrten zu einer vor- oder nachstationären Behandlung im Krankenhaus nach Paragraf 115a SGB V, z. B. vor oder nach einer Operation Fahrten zur ambulanten Behandlung mit Genehmigung Folgende Fahrten zur ambulanten Behandlung können Vertragsärzte verordnen, doch muss die Verordnung von der Krankenkasse genehmigt werden: ƒƒ F ahrten zu einer ambulanten Operation nach Paragraf 115b SGB V,wenn es sich um einen nicht stationsersetzenden Eingriff handelt ƒƒ Fahrten zu Dialysebehandlungen, onkologische Strahlentherapie und onkologische Chemotherapie Wichtige Information: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Krankentransport-Richtlinie angepasst und dabei den Ausnahmefall onkologische Chemotherapie konkretisiert. Die neue Formulierung lautet „parenterale antineoplastische Arzneimitteltherapie/parenterale onkologische Chemotherapie“. Hintergrund ist, dass der bisherige Begriff nicht das Behandlungsspektrum abdeckt, das heute viel breiter ist. Denn es werden zunehmend Arzneimitteltherapien eingesetzt, die keine klassische Chemotherapie sind, sondern andere Wirkprinzipien haben. Viele dieser neuen Therapien erfolgen aber ebenfalls in einer vergleichbar hohen Behandlungsfrequenz über einen längeren Behandlungszeitraum. Zugleich beeinträchtigt die Behandlung den Patienten ebenfalls in einer Weise, die eine Beförderung unerlässlich macht. Die aktuelle Änderung, die am 18. Februar 2016 beschlossen wurde, wird derzeit noch vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft. Wird der Beschluss nicht beanstandet, tritt die Änderung am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

ƒƒ F ahrten, die zwingend medizinisch notwendig sind, aber nicht die genannten Kriterien erfüllen. Krankenkassen können diese im Einzelfall genehmigen Stichwort: Stationsersetzender Eingriff Für Fahrten zu einer stationsersetzenden ambulanten Operation nach Paragraf 115b SGB V übernehmen die Krankenkassen die Kosten, ohne dass der Patient vorab eine Genehmigung einholen muss. Doch was heißt „stationsersetzend“? Unter stationsersetzend wird allgemein ein ambulanter Eingriff verstanden, durch den ein aus medizinischer Sicht gebotener stationärer Aufenthalt vermieden werden kann. Eine eindeutige Definition fehlt jedoch. Laut Bundessozialgericht fallen unter „stationsersetzend“ auch Fälle, bei denen sich Patienten selbst gegen eine Krankenhausbehandlung entscheiden und sich stattdessen ambulant behandeln lassen (Az: B 1 KR 8/13 R). Fazit: Über die Definition „stationsersetzende Operation“ muss im Einzelfall entschieden werden. Sollte unklar sein, ob es sich um einen stationsersetzenden Eingriff handelt, empfiehlt es sich, eine Genehmigung der Krankenkasse einzuholen. Eine eindeutige Abgrenzung, z. B. über den AOP-Katalog, ist nicht möglich. Regresse auch bei Krankentransporten möglich Mit dem im Juli 2015 verabschiedeten GKV-Versorgungsstärkungsgesetz wurde festgelegt, dass die Wirtschaftlichkeit der Versorgung mit ärztlich verordneten Leistungen ab 2017 anhand von Vereinbarungen zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen auf der Landesebene geprüft werden kann. Diese Prüfung kann auch Verordnungen für Krankentransporte umfassen und einen Regress nach sich ziehen. Deshalb sollten stets die Vorgaben der Krankentransport-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses berücksichtigt werden. Patient holt Genehmigung ein Der Patient muss sich um die Genehmigung kümmern, da es sich aus rechtlicher Sicht um einen Antrag des Patienten handelt. Nimmt er eine Fahrt in Anspruch bevor sie genehmigt wurde, kann er sich die Kosten gegebenenfalls von seiner Krankenkasse erstatten lassen. Lehnt die Krankenkasse den Antrag ab, werden ihm die Kosten nicht erstattet. Dem verordnenden Vertragsarzt entsteht in diesem Fall kein Schaden. Patienten über Zuzahlung informieren Patienten sollten über den Genehmigungsvorbehalt und über die Zuzahlungspflicht bei der Verordnung von Fahrten informiert werden. Die Zuzahlung beträgt – unabhängig von der Art des Fahrzeugs – zehn Prozent der Fahrtkosten, mindestens jedoch fünf Euro und höchstens zehn Euro. Wissenswertes zum Thema Krankentransport und die gesetzlichen Grundlagen: www.kbv.de/html/krankentransport.php Redaktion/KBV

ƒƒ F ahrten für Patienten, die einen Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen „aG“, „BI“ oder „H“ oder einen Einstufungsbescheid in die Pflegestufe 2 oder 3 vorlegen 4 | 2016

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SERVICE

Laboruntersuchungen und DMP

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Labordiagnostik in der Praxis | Teil 1

S erie

Bis circa 1980 wurden einfachere Laboruntersuchungen noch überwiegend in den Arztpraxen durchgeführt („Nass-Labor“). Danach gründeten sich viele Laborgemeinschaften, in denen der überwiegende Teil der Laboruntersuchungen zentralisiert („Zentrallabor“) vorgenommen werden konnten. Durch die Automatisierung der Untersuchungen nahmen die Kosten der einzelnen Analysen ab, der Gewinn aus diesen Laboruntersuchungen stieg an. Seit dem Jahr 2008 werden die von Ärzten angeforderten Laborleistungen direkt von den Laborgemeinschaften mit den Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet. Die Mitglieder einer Laborgemeinschaft haben daraus also im GKV-Bereich keinen finanziellen Vorteil mehr. Mit der Einführung der Direktabrechnung sollten die auf diesem Gebiet üblichen „Kick-back“Geschäfte beendet werden. Die für Anforderung, Blutabnahme, Befunddokumentation und Interpretation der Befunde eingeführte GOP 32000 (15 Pkt.) wurde zeitgleich in die Konsultations- bzw. Versichertenpauschale überführt. Gleichzeitig wurde auch der 1999 eingeführte Wirtschaftlichkeitsbonus erhöht, um den wirtschaftlich anfordernden Praxen ihren bisher ausgezahlten Honoraranteil für die Vermeidung von Laboruntersuchungen und deren Folgekosten zu erhalten. Diese Regelung wurde im Frühjahr 2013 nochmals geändert – nun gibt es den Wirtschaftlichkeitsbonus bei Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) nicht mehr pro „Arztkopf“ (LANR), sondern nur noch pro Patientenfall pro Praxis (BSNR). Der Wirtschaftlichkeitsbonus entfällt außerdem dann, wenn es sich um einen durch eine spezielle Kennziffer (GOP 32006-

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32023) budgetbefreiten Patienten handelt. Beide Änderungen haben bei den BAG eine Reduktion des Wirtschaftlichkeitsbonus um circa 40 Prozent bewirkt. Bei der Analyse, wie denn dieser Wirtschaftlichkeitsbonus in den einzelnen Praxen ausgenutzt und damit an die Praxen ausgezahlt wird, zeigte sich, dass die Quote langsam rückläufig ist. Anfänglich waren es circa 90 Prozent der Praxen, die den Bonus erhielten, nun bewegt sich diese Zahl auf einen Wert von 70 Prozent zu – Tendenz weiter fallend. Die älteren, länger niedergelassene Kollegen haben ein stabiles Laboranforderungsverhalten, das ihnen in den meisten Fällen ermöglicht, den Wirtschaftlichkeitsbonus gänzlich oder zumindest überwiegend ausbezahlt zu erhalten. Jüngere, neu niedergelassene Kollegen scheinen nach der Auswertung der Abrechnungsabteilung der KV Schleswig-Holstein größere Probleme damit zu haben, die gewünschte Wirtschaftlichkeit in der Anordnung von Laboruntersuchungen einzuhalten. Das führt zu finanziellen Einbußen, die das wirtschaftliche Gesamtergebnis der jeweiligen Praxis schmälern. Aus diesem Grunde hat sich die KV Schleswig-Holstein entschlossen, in einer Serie zur rationellen Labordiagnostik, die in unregelmäßigen Abständen im „Nordlicht“ erscheinen wird, die Hintergründe zu durchleuchten und Vorschläge zu machen, wie man in der Praxis eine wirtschaftliche, aber dennoch wissenschaftlich untermauerte Labordiagnostik machen kann, ohne den Wirtschaftlichkeitsbonus Labor zu schmälern.

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Die Serie zur rationellen Labordiagnostik beginnt mit dem Thema „ Disease Management Programm“ (DMP), hier im Speziellen zu den beiden Unterkapiteln „ Diabetes mellitus“ und „ Koronare Herzkrankheit“ (KHK). Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Ende Januar in Berlin eine Änderung der DMP-Anforderungs-Richtlinie veröffentlicht, die noch vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt werden muss und mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger demnächst wirksam werden wird. Hier haben sich einige Änderungen ergeben, die wir zum Anlass nehmen wollen, die „ eingeschliffenen Labor-Routinen“ in den Praxen zu hinterfragen und Tipps zur Vereinfachung zu geben.

Diabetes mellitus Neu sind hier die altersangepassten „Zielkorridore“ für den HbA1c-Wert. Neu ist auch die Einbeziehung der Anzahl der Hypoglykämien in die Therapieplanung.

„Unter Berücksichtigung der individuellen Therapieziele ist in der Regel eine Einstellung der Blutglukose entsprechend einem HbA1c-Bereich von 6,5 Prozent bis 7,5 Prozent anzustreben. Worauf man in diesem Korridor abzielt, hängt unter anderem vom Alter und der Komorbidität der Patientin oder des Patienten ab. Eine Absenkung auf HbA1c-Werte unter 6,5 Prozent (47,5 mmol/mol) kann erfolgen, so lange die Therapie mit lebensstilmodifizierenden Maßnahmen oder/und Metformin durchgeführt wird, da bei der Behandlung mit Metformin ein Nutzen in Bezug auf patientenrelevante Endpunkte belegt ist und kein erhöhtes Risiko für bedeutende Nebenwirkungen (Hypoglykämien) besteht. Bei älteren multimorbiden Patientinnen und Patienten mit einer eher kürzeren Lebenserwartung kann ein HbA1c-Ziel über 8 Prozent (63,9 mmol/mol) bei gegebener Symptomfreiheit noch tolerabel sein. Die Symptomfreiheit, die in der Regel bei HbA1c-Werten bis 8,5 Prozent (69,40 mmol/mol) gewährleistet ist und die Vermeidung von akuten hyperglykämischen Entgleisungen und schweren Hypoglykämien bestimmen die Blutzuckerziele.“ G-BA, 26.01.2016

Interessant ist auch die Neuregelung der Häufigkeit der erforderlichen Laborkontrollen. Hier ergibt sich für die Praxen eine Chance, unnötige Untersuchungen zu vermeiden und sich dadurch den Laborbonus zu erhalten. Ebenfalls kann man bei komplikationsfreien Patienten körperliche Untersuchungen auf größere Intervalle strecken und damit Zeit einsparen, die man besser für Patienten einsetzen sollte, die Komplikationen haben und diese Zeit dringender brauchen. Bei komplikationslosem Verlauf und normalen Vorbefunden sollte man folgende Intervalle einhalten:

geschätzten (estimated) glomerulären Filtrationsrate (eGFR) durchzuführen. ƒƒ Die augenärztliche Untersuchung einschließlich Netzhautuntersuchung in Mydriasis zum Ausschluss einer Retinopathie muss nur jährlich bis zweijährlich erfolgen. ƒƒ Mindestens einmal jährlich sollte eine Inspektion der Füße, eine klinische Prüfung auf Neuropathie und die Prüfung des Pulsstatus erfolgen. ƒƒ Bei Diabetes-Patienten im DMP Diabetes muss vierteljährlich, mindestens jedoch halbjährlich eine Blutdruckmessung und die Bestimmung des HbA1c-Wertes erfolgen. Man bestimmt (obligat) also nur den Kreatinin- und den HbA1cWert viertel- bis halbjährlich. Nicht erforderlich ist der Glucosewert selbst, nicht erforderlich sind engmaschige Bestimmungen anderer Werte wie z. B. Fettstatus und Leberenzyme, wenn sie bei den letzten Laborkontrollen normal waren. Hier reicht der Test in dem üblichen Rhythmus aus, der durch die Gesundheitsuntersuchung („Check-up“) vorgegeben ist, also zweijährlich. Die Bestimmung des Cholesterinwertes bei Patienten, die pathologische Werte aufweisen und gegebenenfalls deshalb auch ein Medikament (Statin = CSE-Hemmer) einnehmen, ist nicht fortlaufend erforderlich („fire and forget“). Weitere wiederholte Laboranalysen wie CK-Bestimmung bei Statin-Einnahme sind nur dann erforderlich, wenn Symptome, wie Muskelschmerzen und diesbezügliche Beschwerden, vorliegen (Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin [DEGAM]; www.degam-leitlinien.de, Stand: 2013). Natürlich kann man bei Patienten, die z. B. am DMP Diabetes mellitus teilnehmen, die „Labor-Entlastungsziffer“ GOP 32022 ansetzen. Damit werden die Laboruntersuchungen dieses Patienten in dem jeweiligen Quartal nicht in das Laborbudget eingerechnet. Es geht der Praxis allerdings auch ein Bonus für diesen Patienten (circa 1,70 Euro) verloren. Laborärzte schätzen, dass in einer durchschnittlichen Hausarztpraxis circa 30 Prozent aller Patienten diese Labor-Entlastungsziffer angesetzt bekommen können. Dadurch verringert sich der Wirtschaftlichkeitsbonus bei einer durchschnittlichen Einzelpraxis (800 Fälle pro Quartal) demzufolge um circa 250 Fälle à 1,70 Euro, also um 425 Euro im Quartal. Dies gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Grenzen für das Laborbudget eingehalten werden.

ƒƒ M  an braucht bei komplikationslosem, stabilem Verlauf bei Diabetikern nur einmal jährlich die Berechnung der 4 | 2016

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SERVICE S erie Das Ansetzen dieser Leistungsziffern der Reihe GOP 32006 bis GOP 32023 ist eine Tätigkeit, die der wirtschaftlichen Einschätzung des Praxisinhabers überlassen ist. Wenn ein Patient z. B. nur einmal im Quartal zur INR-Kontrolle (Quick) kommt, ist es günstiger, die Entlastungsziffer GOP 32015 nicht anzusetzen. Nach Auffassung der KBV ist die Vergabe von Kennziffern keine Kann-, sondern eine Muss-Bestimmung. Über diese Frage werden wohl in Zukunft vermutlich noch Gerichte zu entscheiden haben.

einem Honorar, ist aber in allen Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) verankert und wird über kurz oder lang wohl auch im Honorarwerk der KBV landen.

Es wird empfohlen, sich in der Patientendokumentation einen Vermerk anzulegen, bei welchen Patienten diese Entlastungsziffern möglich sind oder üblicherweise angesetzt werden sollen (Rheuma-Patienten, Patienten mit Antikonvulsiva-Einnahme und andere mehr).

Der G-BA empfiehlt dazu:

Koronare Herzkrankheit (KHK) In gleicher Weise ist die reguläre Kontrolle bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zu gestalten. Auch hier entbehrt die zu häufige Bestimmung z. B. der Cholesterinwerte einer rationalen Grundlage. Die häufigere Kontrolle des Kreatininwertes und der Elektrolyte Natrium und Kalium hat nur dann eine Berechtigung, wenn z. B. Medikamente wie ACE-Hemmer, NOAK und/oder Diuretika eingesetzt werden oder wenn der Patient eine bekannte Einschränkung der Nierenfunktion hat. Auch hier ist eine zu engmaschige Kontrolle dieser Werte eher verwirrend und störend als nutzbringend. Natürlich sollen diese Untersuchungen dann durchgeführt werden, wenn der Patient klinische Symptome in dieser Hinsicht angibt oder a priori bei ihm ein erhöhtes Risiko besteht. Ein EKG braucht bei asymptomatischen Patienten nur jährlich zu erfolgen, es ist nur bei Beschwerden (Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, belastungsabhängiger Dyspnoe) wie auch sonst im Akutfall erforderlich. Außerdem birgt jedwedes DMP die Möglichkeit, Patienten, die stabil eingestellt sind, nur in halbjährlichem Abstand zur Kontrolluntersuchung einzubestellen. Hier sollte man differenzieren, um sich die Zeit für Kontrolluntersuchungen für diejenigen Patienten aufzuheben, die nicht so stabil eingestellt sind, oder die wegen ihrer Erkrankung (oder ihrer Lebensweise …) eher dazu neigen, stärkere Schwankungen bei ihrer Einstellung zu haben.

Auch der G-BA hat schon in seiner Veränderung der DMP-Anforderungen darauf Bezug genommen und empfiehlt eine jährliche Analyse der Medikation und gegebenenfalls deren Anpassung an die momentane Situation des Patienten.

„Im Rahmen dieser strukturierten Arzneimittelerfassung kann auch eine Prüfung der Indikation für die einzelnen Verordnungen in Rücksprache mit den weiteren an der ärztlichen Behandlung Beteiligten durch die koordinierende Ärztin oder den koordinierenden Arzt erforderlich werden. Gegebenenfalls sollte ein Verzicht auf eine Arzneimittelverordnung im Rahmen einer Priorisierung gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten unter Berücksichtigung der eigenen individuellen Therapieziele und der individuellen Situation erwogen werden. In der Patientenakte soll ein aktueller Medikationsplan vorhanden sein. Dieser soll der Patientin oder dem Patienten oder einer Betreuungsperson in einer für diese verständlichen Form zur Verfügung gestellt und erläutert werden. Sofern bei der jährlichen Berechnung der glomerulären Filtrationsrate auf der Basis des Serum-Kreatinins nach einer Schätzformel (eGFR) eine Einschränkung der Nierenfunktion festgestellt wird, sind renal eliminierte Arzneimittel in der Dosis anzupassen bzw. abzusetzen. Das Untersuchungsintervall ist gegebenenfalls entsprechend der Nierenfunktion anzupassen.“ G-BA, 26.01.2016

Mit der gemeinsamen Priorisierung zwischen Patient und Arzt hinsichtlich der Therapieziele und damit der Medikamenteneinnahme kann es zu einer Stärkung der Adhärenz (englisch: adherence, früher Compliance = „Einnahmetreue“) kommen. Durch die Bündelung der Medikamente auf wenige Einnahmezeitpunkte und die Reduzierung der Tablettenanzahl, z. B. durch den Einsatz von Kombinationspräparaten, kann man die Quote der Einnahmetreue deutlich verbessern. Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Facharzt für Allgemeinmedizin, Lübeck

Polypharmazie Bei den beiden genannten DMP sollte man zumindest einmal im Jahr die Medikation überprüfen und sich am besten dafür vom Patienten alle von ihm zurzeit eingenommenen Medikamente mitbringen lassen („brown bag“ = Papiertüte), also auch die Eigenmedikation (Internet, Apotheke und Drogeriemarkt). Die Dokumentation der Medikamente kann durchaus eine medizinische Fachangestellte (MFA) übernehmen. Mittels der Arzneimitteldatenbanken, die es in jedem Praxiscomputersystem gibt, kann man in kurzer Zeit mögliche Nebenwirkungen und Interaktionen herausfinden, um Therapieänderungen oder Dosisanpassungen frühzeitig vornehmen zu können. Diese Tätigkeit ist eine ärztliche Tätigkeit, die aber – wenn durch eine MFA gut vorbereitet – nicht mehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Zurzeit ist die Durchsicht der Medikation keine spezielle Leistung mit 40

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Service was , wa n n , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Moderatorengrundausbildung

thema: Qualitätsmanagement –

für Qualitätszirkel

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 15. April 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 16. April 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 27. April 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Fortbildungspunkte:.5 Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

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Paul Brandenburg 04551 883 637 04551 883 374 paul.brandenburg@kvsh.de Nordlicht

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SERVICE

fÜR Ärzte

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: 8. Infotag für Existenzgründer und

thema: Moderatorengrundausbildung

Praxisabgeber

für Qualitätszirkel

datum: 18. Juni 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 9. September 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 10. September 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Nach sieben erfolgreichen Veranstaltungen bieten die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, die Ärztekammer Schleswig-Holstein und die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein erneut gemeinsam den Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber an.

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

Auf dem Programm stehen Vorträge sowohl für die Praxisabgeber als auch für die Existenzgründer. Ein Mittagsimbiss wird gemeinsam eingenommen. Referieren werden ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater und Vertreter der Veranstalter, die zudem für Rückfragen zur Verfügung stehen. Ort: A kademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, Bad Segeberg Teilnahmegebühr:  35 Euro inklusive Seminarunterlagen, Tagungsgetränke und Mittagessen TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Anmelden können sich Interessenten unter Verwendung der Seminar-Nr.: 0523-20 bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird die rechtzeitige Anmeldung empfohlen.

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung, und vorrangig an Mitglieder der KVSH, vergeben.

kontakt + anmeldung Deutsche Apotheker- und Ärztebank

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Fax 0180 3000 746 3104 E-Mail seminare@apobank.de

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Ein Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de

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Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de

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Paul Brandenburg 04551 883 637 04551 883 374 paul.brandenburg@kvsh.de 4 | 2016


Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

20. April 2016, 16.00 bis 20.00 Uhr

Alterstraumatologisches Symposium Ort: Strandhotel Glücksburg, Kirstenstraße 6, 24960 Glücksburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referenten: Dr. K. Weil, Dr. T. Lange, Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation (St. Franziskus-Hospital), Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin (DIAKO) www.malteser-franziskus.de

27. April 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Infomarkt der KVSH Ort: Abgeordnetensaal der KVSH Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.kvsh.de

23. April 2016, 10.00 bis 18.00 Uhr

Gesundheitstag: „Gemeinsam gegen Krebs“

4. Mai 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Sophienhof Kiel, Sophienblatt 20, 24103 Kiel Info: UKSH Wissen schafft Gesundheit e. V., Tel. 0431 597 1004

E-Mail: gutestun@uksh.de www.uksh.de/gutestun 27. April 2016, 14.30 bis 18.00 Uhr

Fachtagung im Rahmen der Impfkampagne 2016 – Masern, Mumps, Röteln – Gefährdung und Verantwortung Ort: Wissenschaftszentrum, Fraunhofer Straße 13, 24118 Kiel Info: Anmeldung: Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e. V., Flämische Straße 6-10, 24103 Kiel, Tel. 0431 94294, Fax 0431 94871, Für die Veranstaltung gibt es 4 Fortbildungspunkte der Kategorie A. E-Mail: gesundheit@lvgfsh.de www.lvgfsh.de

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

30. April 2016, 9.00 bis 13.00 Uhr

Innovative Diagnostik und Therapie in der Hämatologie

Schleswig-Holstein 13. April 2016, 13.30 bis 15.00 Uhr

Von Frankenstein bis Hannibal Lecter: Filmcharaktere und ihre psychischen Störungen Ort: AHG Klink Lübeck, Vortragsraum, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Tel. 0451 58 94 0, Referent: Dr. Kai Wendt, Oberarzt, AHG Klinik Lübeck E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

13. April 2016, 18.00 bis 20.00 Uhr

Lungenkarzinom Ort: Alte Post, Rathausstraße 2, 24937 Flensburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referent: Prof. Dr. N. Basara, Medizinische Klinik I (St. Franziskus-Hospital) www.malteser-franziskus.de

11. Mai 2016, 14.30 bis 18.00 Uhr

Münchhausen by Proxy – eine seltene, aber sehr schädliche Störung der Mutter-Kind-Beziehung Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Veranstalter: Forum Psychotherapie Steinburg e. V., Akkreditierung mit 4 Punkten (PKSH), Referent: Prof. Dr. med Ulrich Sachsse, www.psychotherapie-steinburg.de

28. Mai 2016, 9.30 bis 16.15

2. Tag der Allgemeinmedizin Ort: Gemeinsames Hörsaalzentrum (Audimax) der Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck Info: Ansprechpartnerin: PD Dr. phil. Katja Götz, 0451 500 1396, Bitte melden Sie sich bis zum 6. Mai 2016 an. Für jeden Teilnehmer bitte ein eigenes Anmeldeformular ausfüllen. Anmeldeformular unter www.uksh.de/allgemeinmedizin-luebeck/ Tag+der+Allgemeinmedizin.html. Teilnahmegebühren: Ärzte (60 Euro), Ärzte in Weiterbildung (45 Euro), MFA (30 Euro), Studierende (kostenlos) 9 Fortbildungspunkte der Kategorie C, bitte bringen Sie Ihren Barcode mit. E-Mail: katja.goetz@uksh.de www.uksh.de

16. April 2016, 9.00 bis 13.00 Uhr

Therapie und Lebensqualität bei Bronchialkarzinom Ort: Media Docks Lübeck, Willy-Brandt-Allee 31, 23554 Lübeck Info: Organisation Dr. Ursula Steidle-Katic und Dr. Jan Marxsen, Fortbildung für Assistenzpersonal und Ärtze E-Mail: info@curavid.de

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Ort: Atlantic Hotel, Schmiedestraße 9-15, 23552 Lübeck Info: Fax: 0451 500 5082, Tel. 0451 500 3605. Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 28. April 2016 erbeten! E-Mail: Rudina.Marx@uksh.de www.uksh.de

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Service ko n takt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 44

Nordlicht

Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 ak t u e l l

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Service ko n takt

HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 4 | 2016

Nordlicht

Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 ak t u e l l

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Service ko n takt

Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Impressum Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht aktuell

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service K o n takt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 4 | 2016

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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