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nr. 3 | 2011

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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M채rz 2011 | 14. Jahrgang

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Reformvorschl채ge der Union

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Erfolgsmodell oder Mogelpackung?


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 3 | 2011

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

04 Zündstoff aus Berlin -

Union legt Konzeptpapier vor

TITELTHEMA

05 Licht und Schatten -

Das Konzeptpapier der Union unter der Lupe

08 Umfrage: Ärzte beurteilen das Konzeptpapier 11 Kommentar: Ausbesserungsarbeiten 12

NACHRICHTEN Kompakt Gesundheitspolitik

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Der Patient als Verlierer - Konsequenzen der Pauschalierung ärztlicher Leistungen

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Geriatrische Patienten profitieren - Projekt zur ambulanten Rehabilitation erfolgreich

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Lehrstück: Gesundheitsreform auf britisch

Praxis & KV

Die Union hat bei der Ausgestaltung des für 2011 geplanten GKV-Versorgungsgesetzes als erste Fraktion den Hut in den Ring geworfen. In einem Positionspapier hat die Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSUFraktion um ihren gesundheitspolitischen Sprecher Jens Spahn 14 Vorschläge erarbeitet, wie die medizinische Versorgung in Zukunft geregelt werden soll. Im Titelthema erfahren Sie, wie die Vorschläge einzuordnen sind.

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21 Beratung vor Regress -

Arznei-Ausgabenvolumen 2011

AMBULANTE KODIERRICHTLINIEN

PRO O

22 Streitobjekt Ambulantes Kodieren -

KV-Abgeordnete diskutierten kontrovers

24 „Mehr Transparenz“ oder „ungedeckter Scheck“ - Pro und Contra AKR

26 Achtung: Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung geändert

28 Sektorenübergreifendes Clearingverfahren 30

Weg aus der Abhängigkeit Drogensubstitution in der Hausarztpraxis

32 Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen 33 34 35 36

Kolumne Dr. Bernd Hontschik: Freiheit Psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz Neues aus KVen und KBV Sie fragen - wir antworten

38

Die Menschen im Land 37 Kolumne: Die Aesculap-Natter stirbt aus – und wir Vertragsärzte folgen?

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Vor Ort: Schleipiraten auf Kurs - Preis für Kinder-Diabetes-Projekt aus Schleswig

SERVICE 40 Sicher durch den Verordnungs-Dschungel:

Schutzimpfungen – Worauf Sie achten sollten

42 Seminare 44 Veranstaltungen 45 Ansprechpartner 2

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Bringen Sie mehr Honorar oder lediglich neue Bürokratie? Kaum ein Thema polarisiert zur Zeit so sehr wie die Einführung der Ambulanten Kodierrichtlinien. Wir haben Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen und Dr. Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein nach ihrer Einschätzung gefragt.

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Dr. Carsten Petersen, Internist und Diabetologe aus Schleswig, organisiert mit seinem Praxisteam und dem Holmer Segelverein seit acht Jahren Abenteuertage speziell für Kinder mit Diabetes. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden die „Schlei-Piraten“ deshalb mit dem 3. Platz des FINE STAR 2010 und einem Preisgeld von 2.500 Euro ausgezeichnet.

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Nordlicht nr. 3 | 2011 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Passt die Verpackung nicht zum Inhalt ... spricht man von einer Mogelpackung. Sollte die Verpackung gar vor dem Produkt konzipiert worden sein, so steigt die Wahrscheinlichkeit ersteres vor sich zu sehen dramatisch an. Und schon sind wir beim GKV-Versorgungsgesetz: Der Name steht, allein der Inhalt ist unklar. Es fehlt schlicht eine Vorlage des Gesundheitsministeriums, während die parteipolitischen Protagonisten ihre Sicht der Dinge umso großzügiger plakatieren. Von den Thesen einer Oppositionspartei zur Notwendigkeit der Schaffung einer Facharzttermin-Kontrollbehörde mal ganz abgesehen (unsere Presseerklärung – nachlesbar auf der KVSH-Homepage – sagt alles, was dazu zu sagen ist), steht im Moment die CDU-/CSU-Fraktion mit ihren programmatischen Vorschlägen im Vordergrund. Man muss einräumen, dass sich dieses Papier sehr wohl mit prägnanten Problemstellungen wie etwa der Wettbewerbsgerechtigkeit an der Sektorengrenze und der Problematik ärztlichen Nachwuchses auseinandersetzt. Auch die Mär von den großen finanziellen Reserven, die man nur heben müsse, wird im Moment nicht angestimmt. Das sind Fortschritte. Aber mir bleibt der Eindruck, als ob der Entwurf auf eine Stärkung der Planungselemente und weniger auf freie Mechanismen setzt. Ausführungen zu den Problemen des Alltags, die gerade der Freiberufler als belastend empfindet, fehlen weitgehend. Wo sind Antworten auf Bürokratie, Gängelung, Regressbedrohungen und auch die Inanspruchnahmementalität vieler Versicherter? Dass im Unions-Papier die Auffassung vertreten wird, die Niedergelassenen müssten die bessere Versorgung aus eigener Tasche zahlen, ist ein Schlag gegen und nicht für die Versorgung. Bis zum Abschluss des neuen Gesetzes bleiben mehrere Monate. Setzen sich die UnionsVorstellungen durch, sollte man jedenfalls einen anderen Titel für das Gesetz wählen. Das wäre ehrlicher.

Ihr Ralph Ennenbach

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Titelthema G K V - V ersorgungsgeset z

Union drückt aufs Tempo Im vergangenen Herbst hatte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler angekündigt, dass er 2011 ein Versorgungsgesetz auf den Weg bringen wolle. Dies – so der FDPPolitiker – solle unter anderem helfen, den drohenden Ärztemangel in den Griff zu kriegen. Doch während das Bundesgesundheitsministerium offensichtlich noch an der Ausarbeitung des geplanten Gesetzes feilt, ist die Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Fraktion vorgeprescht und hat ein Konzeptpapier zur Reform der medizinischen Versorgung vorgelegt. ärztekammern, Landeskrankenhausgesellschaften und gesetzlichen Krankenkassen sowie das für die gesundheitliche Versorgung zuständige Landesministerium angehören. Viele Fragen sind hier allerdings noch offen, z. B diese: Wer entscheidet am Ende? Zwar begrüßt die KVSH grundsätzlich eine sektorübergreifende Planung, sieht aber auch einen erhöhten Klärungsbedarf darin, wie die Entscheidungen im neuen Ausschuss fallen sollen (siehe Seite 5).

Seine Reformvorschläge sorgen für Gesprächsstoff: Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion. Foto: facebook

Das Konzeptpapier der Unions-Fraktion trägt den etwas sperrigen Titel „Das Angebot vom Bedarf des Patienten her gestalten – 14 Vorschläge für eine Reform der medizinischen Versorgung in Deutschland“ – doch dahinter verbirgt sich reichlich Zündstoff. Noch vor Ostern sollen aus dem Papier Eckpunkte für die nächste Gesundheitsreform der schwarz-gelben Koalition abgeleitet werden. Ein wichtiger Aspekt ist die künftige Bedarfsplanung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung schätzt, dass bis zum Jahr 2020 bundesweit etwa 24.000 Hausärzte und 28.000 Fachärzte in den Ruhestand gehen werden. Auch für Schleswig-Holstein sind die Prognosen alles andere als gut: In den nächsten fünf Jahren werden bis zu 900 Hausärzte ihre Arbeit in der Praxis aufgeben, Nachwuchs in derselben Größenordnung ist nicht in Sicht. Schon jetzt ist jeder fünfte Hausarzt im nördlichsten Bundesland 60 Jahre oder älter. Ähnlich sieht es bei den Fachärzten aus. Dass es künftig Versorgungsengpässe speziell auf dem Land geben wird, ist unstrittig. Regionale Versorgungsausschüsse sollen die Bedarfsplanung organisieren CDU und CSU wollen darum im jeweiligen KV-Bezirk einen regionalen sektorübergreifenden Versorgungsausschuss zur Bedarfsplanung einrichten. Ziel ist es, die Bedarfsplanung kleinräumiger und flexibler gestalten zu können. Dem Versorgungsausschuss sollen jeweils Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigungen, Landes4

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Ebenfalls umstritten ist der Plan der Union, ein Prozent der Gesamtvergütung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung in einen Strukturfonds fließen zu lassen. Damit sollen finanzielle Anreize für eine Niederlassung in unterversorgten Gebieten geschaffen werden. Nach Ansicht der KVSH ist dies inakzeptabel, schließlich ist die medizinische Versorgung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die KVSH sieht mindestens auch die Krankenkassen in der Pflicht und plädiert für eine paritätische Finanzierung des geplanten Strukturfonds.

Die Opposition lehnt das Konzeptpapier von CDU und CSU ab. Medienberichten zufolge warf SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann den Unions-Experten vor, ihre Pläne nicht zu Ende gedacht zu haben. Dem Bund fehle bei fast allen 14 Vorschlägen die Gesetzgebungskompetenz. Darum werde das Papier auch ohne Konsequenzen bleiben. Kritik kommt auch von FDP-Politiker Daniel Bahr. Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium bemängelt vor allem zu viel Bürokratie bei dem Versuch, mehr Ärzte für eine Niederlassung auf dem Land zu gewinnen. „Wenn wir jetzt irgendwo ein Problem haben, dann gibt es schon bisher viel Planwirtschaft und Regulierung. Man versucht de facto, Ärzte aufs Land zu zwingen. Wenn man das jetzt noch kleinteiliger und bürokratischer macht, dann wird das Ergebnis nicht besser“, sagte Bahr in einem Fernsehinterview. Das Problem sei zwar richtig analysiert worden, aber über die Maßnahmen müsse noch diskutiert werden. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat sich offiziell noch nicht zu den Vorschlägen geäußert. Er arbeitet weiter an seinem Versorgungsgesetz. Marco Dethlefsen, KVSH aktuell

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Titelthema

Nach der Reform ist vor der Reform

Vorschläge der CDU/CSU-Fraktion für ein Versorgungsgesetz enthalten Licht und Schatten

Finanzierst Du noch oder versorgst Du schon? So könnte man mit IKEA nach dem Stand der gesundheitspolitischen Aktivitäten der Bundesregierung fragen. Die Antwort würde wohl lauten: Wir sind auf dem Weg. Denn nachdem die Regierungskoalition den Kraftakt der Stabilisierung der GKV-Finanzen abgeschlossen hat, rückt nun das geplante GKV-Versorgungsgesetz in den Fokus. Es wird die gesundheitspolitische Großbaustelle des Jahres 2011. Die Gesundheitsexperten von CDU und CSU nutzten die nachweihnachtliche Stille des Januars für einen ersten Aufschlag und legten in einem 14-Punkte-Papier ihre christdemokratische to-do-Liste vor. Welche der Vorschläge sich im Gesetz wiederfinden werden, muss die Diskussion innerhalb der Koalition zeigen. Die FDP hat bereits in einigen Punkten Zustimmung und in anderen Gesprächsbedarf signalisiert. Union fordert einheitliche Standards an der Sektorengrenze Aus Sicht der niedergelassenen Ärzte enthält das Papier der CDU/CSU-Fraktion ein Reihe von positiven Ansätzen. Dies gilt etwa für die Forderung nach einem einheitlichen Rechtsrahmen an der Sektorengrenze. Damit greift die Union eine langjährige Forderung auch der KVSH auf. Künftig, so der Vorschlag, sollen die Qualitätskriterien für ambulante Behandlungen im Krankenhaus und für niedergelassene Fachärzte vereinheitlicht werden. Zulassungsentscheidungen nach Paragraf 116b SGB V sollen nicht mehr in der Krankenhausplanungsrunde, sondern in einem neuen sektorübergreifenden Versorgungsausschuss fallen. Damit würden endlich gleiche Bedingungen für beide Seiten gelten. Auch der Vorschlag, eine einheitliche Vergütung für Leistungen, die sowohl ambulant als auch stationär erbracht werden, zu schaffen, ist aus 3 | 2011

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KVSH-Sicht zu begrüßen, wenngleich die KVSH für eine Einzelleistungsvergütung statt der angedachten pauschalierten Honorierung plädiert. Sehr richtig stellt die Union in ihrem Papier fest, dass das Stichwort „Regress“ mitverantwortlich dafür ist, dass der Arztberuf an Attraktivität eingebüßt hat – und verspricht Abhilfe. So sollen die Richtgrößenprüfungen für Heil- und Arzneimittel in ihrer heutigen Form bald der Vergangenheit angehören, an ihre Stelle sollen „geeignetere Instrumente“ treten. Ausdrücklich sprechen sich die Gesundheitspolitiker der Union dafür aus, dass für jede neue Regelung zur Wirtschaftlichkeitsprüfung der Grundsatz Beratung vor Sanktion gelten muss. Abzuwarten bleibt, wie eine konkrete Regelung im Gesetz aussehen wird.

Umfassende Reform der Bedarfsplanung in Sicht Im Mittelpunkt des geplanten Gesetzes wird eine Neuregelung der Bedarfsplanung stehen. Auch hierzu formuliert der größere Koalitionspartner seine Vorstellungen. Einem völlig neuen aktuell

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Titelthema G K V - V ersorgungsgeset z Gremium soll künftig eine Schlüsselstellung zukommen: dem sektorübergreifenden Versorgungsausschuss. Seine Mitglieder: neben der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen auch die Ärztekammer, die Landeskrankenhausgesellschaft, das Landesgesundheitsministerium sowie in beratender Funktion Patientenverbände und Kommunen. Die Planungsgrundlagen will die Union einer Generalrevision unterziehen. Die antiquierten Arzt-Einwohner-Zahlen sollen durch eine am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientierte Betrachtung abgelöst werden. Planungsbereiche sollen künftig bei Bedarf auch kleinräumiger und flexibler festgelegt werden können. Besonderheiten z. B. ländlicher Gebiete sollen künftig stärker Berücksichtigung finden. Unterschieden werden soll zwischen primärärztlicher Versorgung (Haus-, Kinder-, Frauenärzte), allgemeiner fachärztlicher Versorgung sowie spezialisierter fachärztlicher Versorgung. Für jede Ebene, so der CDU/CSU-Vorschlag, soll ein unterschiedliches Maß an Flächendeckung gelten. Schließlich regen CDU und CSU an, bei der Versorgungsplanung verstärkt nicht die Zahl der Ärzte zugrunde zu legen, sondern die „tatsächlichen ärztlichen Zeitkapazitäten“. Die KVSH unterstützt das Vorhaben einer am Behandlungsbedarf orientierten sektorübergreifenden Ver­sorgungsplanung. Allerdings lassen die Vorschläge der Unionsexperten eine Reihe von Fragen offen. So bleibt unklar, ob der neue Ausschuss die bisherigen Gremien der ambulanten und stationären Versorgungsplanung ersetzen oder nur ergänzen soll. Auch kann nach Auffassung der KVSH eine sektorübergreifende Planung nur Erfolg haben, wenn alle Beteiligten auf Augenhöhe han­deln. Berücksichtigt werden muss aber auch, dass es einen Unterschied gibt zwischen jenen, die finanzielle Verantwortung für die Versorgung tragen – Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen – und jenen, die zwar ein Interesse an einer flächendeckenden Versorgung haben, aber hierfür keine eigenen Mittel in die Hand nehmen. Zentral ist, den Akteuren vor Ort mehr Freiheiten einzuräumen und die bundesgesetzlichen Vorgaben zu verringern. Die Chance einer Flexibilisierung liegt darin, den Handelnden in der Selbstverwaltung mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen. Eine Neufassung der Bedarfsplanung, die nur bisherige Rechtsvorschriften durch im ungünstigsten Fall detailliertere Bundesvorgaben ersetzen würde, hätte ihr Ziel verfehlt. Kritisch zu bewerten ist aus Sicht der Ärzteschaft der Vorschlag, einen „Strukturfonds“ einzurichten, in den ein Prozent der Gesamtvergütung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung – und damit des für die Honorierung der erbrachten ärztlichen Leistungen zur Verfügung stehenden Budgets – einfließen soll. Aus den Mitteln des Fonds sollen u. a. Medizinstudierende und die Niederlassung als Landarzt gezielt gefördert werden. Dies aber sind Aufgaben, die nicht einseitig der ärztlichen Seite aufgebürdet werden dürfen. Denn jede neue Aufgabe, die aus der Gesamtvergütung finanziert werden soll, geht zulasten der Regelversorgung der Patienten. Die KVSH plädiert deshalb für eine zumindest paritätische Finanzierung, da auch die Krankenkassen eine Verantwortung tragen. Vor dem Hintergrund des Ansinnens der Länder, künftig eine größere Rolle bei der Versorgungsplanung spielen zu wollen, wäre auch danach zu fragen, welchen finanziellen Beitrag sie leisten können.

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KVSH sieht Vorschläge zum Abbau von Überversorgung kritisch Bedenken hat die KVSH gegen einige im Positionspapier genannte Vorschläge zum Abbau von Überversorgung. Kritisch ist anzumerken, dass alle gegenwärtigen Aussagen zur Überversorgung in den Städten auf der wackeligen Grundlage einer Bedarfsplanung getroffen werden, die wegen ihrer mangelnden Aussagefähigkeit gerade einer Generalüberholung unterzogen werden soll. Überlegungen, wie eine vermutete Überversorgung abgebaut werden kann, sollte deshalb eine Analyse der aktuellen Situation auf Basis einer neuen, morbiditätsorientierten Bedarfsplanung vorausgehen. Auch darf mit Blick auf eine vermeintlich hohe Facharztdichte in den Städten nicht übersehen werden, dass diese Praxen vielfach einen sehr weiten Ein­zugs­bereich haben und das Umland mitversorgen.

Den Vorschlag, den Aufkauf von Arztpraxen durch die Kassenärztliche Vereinigung zu erleichtern, lehnt die KVSH nicht grundsätzlich ab. Flexible Instrumente in den Händen der Selbstverwaltung erleichtern es, auf besondere Situationen reagieren zu können. Der Teufel steckt aber wie so oft im Detail. So dürfen neue Regelungen zu keinem wirtschaftlichen Nachteil für Praxisinhaber führen, die ihren Arztsitz statt an einen Nachfolger an eine KV verkaufen. Eine Wettbewerbsverzerrung muss ausgeschlossen sein. Es gilt, die legitimen In­teressen des Freibe­ruflers „Arzt“, der schon heute einer erheblich stärke­ren Regle­mentierung als andere Freibe­rufler unter­liegt, zu schützen. Auch gegen befristete Zulassungen hat die KVSH Bedenken. Sie würden die Niederlassung, die mit hohen Investitionskosten verbunden ist, noch unattraktiver machen. Ein Arzt, der das Ri­siko einer Praxisgründung eingeht, braucht langfristige Pla­ nungssicher­heit für sich und seine Praxis. Die Auswirkungen einer solchen Regelung auf die Kreditvergabepraxis der Banken müssen be­dacht werden. Ein bessere Alternative sind Anreize wie der ebenfalls von den Abgeordneten angeregte generelle Wegfall der Mengensteuerung für Ärzte in unterversorgten Gebieten mit dem Ziel, dass in diesen Fällen „erbrachte Leistungen immer zum vollen Preis erstattet werden“. Die KVSH fordert, dass für die Aufhebung der Mengensteuerung nicht entscheidend sein darf, ob die Praxis in einem unterversorgten Planungsbereich liegt. Vielmehr müssen Krite­rien definiert wer­den, um genau jene Praxen zu entlasten, die in ländlichen Gemeinden die Hauptlast der Versorgung tragen, unabhängig von der Versorgungssituation im Gesamtplanungsbereich. Dies wäre ein konkreter Anreiz für die Über­nahme von Arztsitzen auf dem Lande.

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Titelthema Trend zur Pauschalierung in der Vergütung soll durchbrochen werden Die Wunschliste der Unionsabgeordneten für das neue Gesetz enthält auch Vorschläge zu Reformen des Honorarsystems. So wird gefordert, die Regelleistungsvolumina (RLV) so auszugestalten, dass die medizinische Grundversorgung der Patienten ausreichend finanziert ist und die RLV nicht durch extrabudgetäre Leistungen gemindert werden. Auch soll der Trend zur Pauschalierung in der Vergütung gebrochen und der Spielraum für die Selbstverwaltung ausgeweitet werden. Schließlich soll sichergestellt werden, dass typische Leistungen der primärärztlichen Versorgung (z. B. Hausbesuche) angemessen vergütet werden. Es entspricht langjährigen Forderungen der KVSH, wieder mehr Verantwortung in die Hände der regionalen Selbstverwaltung zu legen und in der Honorierung den Weg fort von Pauschalen und hin zur Vergütung der einzelnen Leistung zu gehen. Allerdings werden die geforderten Korrekturen nur funktionieren, wenn zugleich die strikte Budgetierung und die ge­gen­wärtige Ausset­zung der Koppelung des Zuwachses der Gesamtvergü­tung an die Morbiditäts­ entwicklung auf­gehoben werden. Denn ausreichend finanzierte RLV, eine angemessene Vergütung von typischen Leistungen der hausärztlichen Versorgung und eine Stärkung der Einzelleistungsvergütung werden sich in einem budgetierten System nur realisieren lassen, wenn zugleich an anderer Stelle neue und striktere Mengenbegrenzungen eingeführt werden, um diese Mehrausgaben zu kompensieren. Das wäre aber ein Nullsummenspiel. Es bliebe beim unauflösbaren Konflikt, dass die budgetierten Mittel nicht ausreichen, die Leistung der Ärzte und Psychotherapeuten vollständig zu festen Preisen zu vergüten. Mit diesen Korrekturen bleiben CDU und CSU hinter dem zurück, was sie sich zusammen mit der FDP in ihrer Koalitionsvereinbarung vorgenommen haben. Dort heißt es: „Die Ärztinnen und Ärzte brauchen einen gesicherten Rahmen für ihre Arbeit. Eine Grundvoraussetzung ist ein einfaches, verständliches Vergütungssystem, das die Leistungen adäquat abbildet. (...) Nach kritischer Überprüfung wird die Honorarreform zusammen mit den Beteiligten den erforderlichen Kurskorrekturen unterzogen.“ Offen bleibt die Frage, ob die gemachten Vorschläge schon die versprochenen „Kurskorrekturen“ darstellen oder ob sich die Koalition in einem gesonderten Vorhaben des überfälligen Kraftakts der Neuordnung der Honorarsystematik annehmen wird. Spätestens dann gehören weitere Grundsatzfragen auf die Tagesordnung, die weder im GKV-Finanzierungsgesetz noch im Versorgungsgesetz eine Rolle spielen, etwa die Frage der Kostenerstattung über die bisherigen engen und mit der Gesundheitsreform des vergangenen Jahres nur marginal erweiterten Möglichkeiten im SGB V hinaus oder die Frage einer sozial gestaffelten Eigenbeteiligung. Das Papier enthält über die genannten Punkte hinaus weitere Vorschläge: • Die KVSH wertet positiv, dass die „Rückumwand­lung“ eines mit ei­nem angestellten Arzt besetzten Arztsitzes in eine eigenständige Zulassung ermöglicht werden soll. Bisher war die Umwandlung eines Arztsitzes in ein Angestelltenverhältnis eine Einbahnstraße. Mit einer Neuregelung könnte ein Arzt zu­nächst z. B. in einer Berufsausübungsgemeinschaft angestellt werden und später zum Teilhaber aufsteigen. Ein Vor­ gehen, das in anderen freien Berufen bewährte Praxis ist.

• D er Vorschlag ist zu begrüßen, dass Krankenhäuser künftig verbindlicher ihre Verantwor­tung für die Nachbehandlung wahrnehmen sollen. Bei verordneten Leistungen muss daraus nach Auffassung der KVSH auch die Verantwortung der Klinik für die Folge­kosten, ins­besondere mit Blick auf Arzneimittel sowie Heil- und Hilfsmittel, resultieren. • D ie Festschreibung maximaler Wartezeiten beim Facharzt lehnt die KVSH ab. Dies wäre ein Signal des Misstrauens an die Ärzte. Zur Freiberuflichkeit gehört das eigenver­antwort­ liche Führen der Praxis, wozu auch das Terminmanagement gehört. Eine ge­setzliche Wartezeitenregelung widerspricht nicht nur dem Gedanken der Freiberuflichkeit und der Subsidiarität, sondern ist der wenig erfolgverspre­chende Versuch des Kurierens an Symptomen. • E ine Landarztquote für Studierende ist aus KVSH-Sicht kein geeignetes Instrument zur Gewinnung von Nachwuchs. Vertreter der Medizinstudenten aus Kiel und Lübeck haben darauf hingewiesen, dass sie sich – gerade vor dem Hinter­ grund einer sehr günstigen Arbeitsmarktsituation für Ärzte – nicht schon zu Beginn des Studiums verbindlich für die Tätigkeit als Landarzt verpflichten würden. Alternativ sollte über die Schaffung einer „Landeskinderquote“ bei der Vergabe von Me­dizinstudienplätzen nachgedacht werden, um schleswig-holsteinische Abitu­rienten mit Interesse am Medizinstudium im Land zu halten. Darüber hinaus regt die KVSH an, zielge­richtet Stu­dierende zu fördern, die ihre Famulatur oder das Praktische Jahr in einer ländli­chen Region absolvieren. KVSH plädiert für Klärung des Verhältnisses von Kollektivund Selektivvertrag Eine der wesentlichen Fragen benennt das Papier der Abgeordneten nur, ohne eine Lösung anzubieten: das schwierige Verhältnis von Kollektiv- und Selektivvertrag. Die KVSH teilt die Analyse, dass es derzeit eine Vielzahl von wider­sprüchli­chen Regelungen gibt und es einer grundsätzlichen Klärung bedarf. Nach Überzeugung der KVSH ist ein intakter Kollektivvertrag Voraussetzung für eine verlässliche flächendeckende Versorgung „aus einer Hand“. Deshalb ist eine rechtliche Klarstellung notwendig, die den Kollektivvertrag stärkt und festlegt, unter welchen Bedingungen Selektiverträge diesen sinnvoll er­gänzen können. Das geplante Versorgungsgesetz böte ein gute Gelegenheit, endlich einen verlässlichen rechtlichen Rahmen zu schaffen. Die Regierungspartner sollten diese Chance, für klare Verhältnisse zu sorgen, nicht verpassen. Vor allem aber sollte die Koalition nach Auffassung der KVSH den Fehler vergangener Reformen nicht wiederholen, die Regulierungsdichte in der ambulanten Versorgung weiter zu erhöhen. Der Trend zu immer detailreicheren gesetzlichen Vorschriften, verbunden mit einer Tendenz zur Zentralisierung, sollte zugunsten einer Gesetzgebung, die sich auf einen Rahmen beschränkt und den Partner der Selbstverwaltung mehr Freiheiten und Eigenverantwortung einräumt, durchbrochen werden. Welchen Weg die Regierungspartner gehen wollen, wird der Gesetzentwurf zeigen, in dem konkret werden muss, was im Vorschlag der Unionsfraktion in vielen Einzelpunkten noch sehr allgemein formuliert ist.

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Delf Kröger, KVsh

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Titelthema U mfrage Die Inhalte des Konzeptpapiers der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion werden von den niedergelassenen Ärzten Schleswig-Holsteins überwiegend skeptisch beurteilt.

„Staatlicher Einfluss soll gestärkt werden.“ Die 14 Vorschläge der CDU/CSU für eine Reform der medizinischen Versorgung in Deutschland zeigen, dass es die Politik nach jahrelanger Untätigkeit endlich verstanden hat, dass die wohnortnahe, ambulante ärztliche Versorgung vor allen Dingen in den ländlichen Bezirken in großer Gefahr ist. Ob das regionale Instrument eines sektionsübergreifenden Versorgungsausschusses insbesondere in der Frage eines Ausgleiches zwischen ambulantem und stationärem Bereich dafür ausreichend ist, bleibt abzuwarten. Die Erfahrungen mit dem Paragraf 116b lassen dazu berechtigte Zweifel aufkommen. Begrüßenswert ist sicher, dass sich in dem vorliegenden Papier die Vorschläge aus dem KV-System zur kleinräumigen Bedarfsplanung und dem Versorgungsebenen-Modell der KBV wieder-

finden. Dasselbe gilt auch für die Vorschläge zur Stärkung des Belegarztwesens, die allerdings durch die aktuellen Budgetierungsbeschlüsse konterkariert werden. Sehr schwammig sind auch die Bemerkungen zur Weiterentwicklung der MVZ-Strukturen. Kapitalbeteiligungen und Renditestreben werden zwar abgelehnt, auf die konkreten Probleme mit Krankenhausketten und Laborkonzernen auf diesem Gebiet wird aber nicht eingegangen. Die Aussagen zur Nachwuchsförderung und Weiterbildung bleiben genauso wie die Vorschläge zur Honorarentwicklung ohne die ausdrückliche Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln bloße Makulatur. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Honorarbeschlüsse zur Begrenzung der extrabudgetären Leistungen und der Haus- und Heimbesuche. Die abschließenden Ausführungen zur Stärkung der Hausärzte in den KVen, der Patientenversorgung und dem Verhältnis von Kollektiv- und Selektivverträgen zeigen dann doch deutlich, dass die Politik nur vordergründig für Regionalisierung und Selbstverwaltung eintritt, in Wirklichkeit aber letztendlich vor allen Dingen den staatlichen Einfluss auch in der ambulanten Versorgung verstärken will. Dr. Andreas Bobrowski, 1. Vorsitzender des Berufsverandes Deutscher Laborärzte, Lübeck

„Eher plakativ als strukturverbessernd“ Ein klares Statement der CDU für die Stärkung eines effizienten und leistungsorientierten Systems mit freiberuflich tätigen Ärzten fehlt. Auf der Vorstandssitzung des Berufsverbandes Orthopädie und Unfallschirurgie (BVOU) im Januar 2011 bezog der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Jens Spahn, eindeutig Stellung: Mit der CDU wird es keine Einzelleistungsvergütung geben, vom Sachleistungsprinzip werde nicht abgewichen.

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Auch sonst sind die Vorschläge unter dem Gesichtspunkt „Effizienz für den Patienten“ wenig zielführend: dreiköpfige Vorstände der KV, Stärkung der Hausärzte (divide et impera), Trennung der Budgets existieren bereits, pauschalierte Vergütungen und weiterer Abzug von Geldern in diffuse Strukturfonds (ein Prozent der KV-Honorare). Die Ausweitung administrativer Einrichtungen, schwammige Formulierungen über Über-/Unterversorgung mit geplanten Institutsermächtigungen und die Forderung einer „angemessenen Vergütung … der primärärztlichen Versorgung“ unter Ausklammerung der fachärztlichen Versorgungsschiene sind ebenfalls eher plakativ als strukturverbessernd. Dr. Christian Hauschild, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, Landesverband Schleswig-Holstein, Lübeck

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Titelthema

„Mehr Gefahren als Chancen“ Das Positionspapier der CDU-Fraktion zur Reform der medizinischen Versorgung in Deutschland birgt aus meiner Sicht mehr Gefahren als Chancen für uns Vertragsärzte. Problematisch ist die Gründung eines Versorgungsausschusses, in dem die Ärzteschaft in der Durchsetzung ihrer Rechtspositionen weiter geschwächt zu werden scheint und von Kassen, Kommunen und Ministerien überstimmt werden kann.

Kritisch sehe ich die Aufweichung der Trennung von ambulant und stationär, die dazu führen kann, dass die ambulante Facharztschiene geschwächt bzw. aufgelöst werden kann. Die angekündigte Honorarerhöhung ist – was ihre Finanzierung angeht – unklar und eine „Mogelpackung“. Wie jüngst bei der Aufwertung der Hausbesuche wird es dazu führen, dass die Ärzteschaft diese Aufwertung bei gedeckeltem Honorar aus der eigenen Gesamthonorarmenge zahlen muss – System „linke Tasche/rechte Tasche“. Wie immer bei diesen „Umbrüchen“ (siehe EBM 2000++) werden einige „Windhunde“ ihre Praxisstruktur so ändern, dass sie profitieren, andere werden verlieren. Mit einer Verbesserung der medizinischen Versorgung hat das allerdings nichts zu tun. prof. Dr. Jens-Martin Träder, Facharzt für Allgemeinmedizin, Lübeck

„Banalitäten, Unverbindlichkeiten und Wunschdenken“ Der vorherrschende Eindruck beim Lesen des Positionspapiers der CDU/CSUFraktion ist: Irgendwie scheint vieles im Argen zu liegen – muss alles besser werden, und – es darf nichts kosten. Aneinanderreihung von Banalitäten, Unverbindlichkeiten und Wunschdenken. Nichts wirklich Zielführendes.

Ich sammele die Worthülsen mal auf: • Neu • Stärkung • Einheitlich • Abbau von • Honorar so auszugestalten, dass • Sicherstellung. Und wie? "... Versorgungsausschuss erhält Möglichkeit, einen „Strukturfonds” einzurichten (ein Prozent der Gesamtvergütung der KV). Mittelverwendung: gezielte Förderung ..." Mit anderen Worten: Bezahlen sollen es die Ärzte. Mit unseren Worten: Das Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion ist noch nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde. – Setzen, sechs. Christian Kraus, Facharzt für Allgemeinmedizin, Trappenkamp

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Titelthema U mfrage

„Alles wird besser, schöner und gerechter ...“ Ich habe mittlerweile in über drei Jahrzehnten als niedergelassener Hausarzt schon so viele „Positionspapiere zur Verbesserung des ambulanten Systems“ der unterschiedlichsten Parteien erlebt (besser: erlitten, erduldet …), die alle gemeinsam und parteienübergreifend eines gemeinsam hatten: Es sind stets wohlformulierte, populistische und unverbindliche Absichtserklärungen, dass in unmittelbarer oder ferner Zukunft endlich alles „besser, schöner, gerechter und zufriedenstellender für alle Parteien“ werden möge. Nur – die Umsetzung wohlformulierter Worthülsen und Absichtserklärungen in den schnöden Medizinalltag scheitert im Alltag meist am Koalitionskompromissgeklüngel der unterschiedlichsten Weltanschauungen der Parteien – und letztlich eigentlich immer an der ökonomischen Realität des Alltags. Die Vorschläge der CDU/CSU-Fraktion für das GKVVersorgungsgesetz dürften hier keine Ausnahme machen. „Sektorenübergreifender Versorgungsausschuss zur Versorgungsplanung; Stärkung der Hausärzte in den KVen; Planungsbezirke sollen kleinräumiger und flexibler definiert werden; besondere Bedingungen ländlicher und städtischer Gebiete seien zu berücksichtigen; Orientierung der Planung an Erreichbarkeit- und Entfernungskriterien aus Sicht des Patienten“ – nur, was dies wirklich handfest für die Praxis bedeuten und wie dies realisiert werden soll, wird in diesem Papier schamhaft verschwiegen. „Regelleistungsvolumina sind so auszugestalten, dass die medizinische Grundversorgung der Patienten ausreichend finanziert ist und Regelleistungsvolumina nicht durch extrabudgetäre Leistungen gemindert werden“. „Angemessene Vergütung typischer Leistungen (z. B. Hausbesuche in der primärärztlichen

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Versorgung“ – alles schon einmal dagewesen und in der Medizinrealität wie eine Seifenblase an ökonomischen Zwängen oder parteipolitisch unterschiedlichen Weltanschauungen zerplatzt. Ich kann Prof. Träder nur zustimmen, möchte jedoch weitere, mehr allgemeine Aspekte hinzufügen. • Ein zukunftsgerichtetes Positionspapier, das jeglichen Appell an Eigenverantwortung, Selbstdisziplin und Selbstbeschränkung der unmittelbar betroffenen Patienten mit Blick auf potenzielle Wählerstimmen tunlichst meidet, den Versicherten immer noch eine unbeschränkte Optimalmedizin vorgaukelt und mit keinem Wort auf das in der Zukunft immer deutlichere Auseinanderdriften zwischen medizinisch Möglichem und ökonomisch Finanzierbarem eingeht, wird schnell von der Realität eingeholt werden und kann nicht funktionieren. • Die Forderung nach mehr Spielraum für die Selbstverwaltung einerseits und die politische und gesetzgeberische Forderung nach mehr Einfluss auf den „Abbau von Überversorgung, Aufkauf von Praxen oder den erzwungenen Verzicht auf Nachbesetzung“ sind Gegensätze, die letztlich doch wieder mehr Bürokratie, mehr Staat und „Reglementierung von oben“ bedeuten. • Ein Positionspapier, das mit keinem Wort auf die Option eines Kostenerstattungsprinzips eingeht und lieber unverbindlich von der „Aufhebung des Zwangs zur Pauschalierung“ spricht, wird in diesem Honorarsystem keinen Frieden und keine Perspektiven für niederlassungswillige (und dringend benötigte!) Nachwuchsmediziner schaffen. Fazit: Die Vorschläge der CDU/CSU-Fraktion für ein zukunftsgerichtetes GKV-Versorgungsgesetz klingen in Teilen vielleicht gut und sollen alle Parteien im Gesundheitssystem zufriedenstellen – sie lösen jedoch in ihrer Unverbindlichkeit ohne Hinweis auf konkrete (und für alle Beteiligten schmerzhafte) Maßnahmen nicht die drängenden Probleme des ambulanten Systems in der Zukunft! Dr. Michael Drews, Facharzt für Allgemeinmedizin, Mölln

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Titelthema K ommentar

Ausbesserungsarbeiten „Freiheit ist keine Gesetzeslücke.“ Dieses Bonmot von Lothar Späth, geprägt in seiner Zeit als junger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, wird gern zitiert, um deutlich zu machen, dass die Regelungswut von Politik und Behörden weite Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in unserem Land bis zur Unbeweglichkeit eingeengt haben: Lähmung und Verkrustung sind die Auswirkungen auf die Strukturen, Demotivation und Abkehr die Reaktionen der Menschen. So langfristig die Prozesse ablaufen bis der beschriebene Zustand erreicht ist – eines Tages ist er Realität und steht da wie eine Wand. Zur Realität gehört auch, dass diese Wand nicht einfach abgerissen werden kann, selbst wenn sich alle, die spüren, wie kalt es in ihrem Schatten wird, darüber einig wären. Schließlich blüht auf der Sonnenseite etwas, einiges rankt sich an der Wand empor, auf der Krone nisten Vögel und selbsternannte Künstler haben ihre Graffitis hinterlassen. Klar, dass zu

„Seit Jahrzehnten wird hierzulande gemauert.“ den Ausbesserungsarbeiten an dem Mauerwerk regelmäßig die unterschiedlichen Fachrichtungen des deutschen Handwerks anrücken – schließlich baut man in unserem Land für länger und für fachgerechte Putzarbeiten, frischen Anstrich und eine der aktuellen Rechtslage entsprechende Beschilderung gibt es Zuschüsse. Sollen die denn verfallen? Seit Jahrzehnten wird hierzulande gemauert. Was anfangs dem Aufbau diente, dann der Erhaltung, hat heute vielfach nur noch den Zweck etwas zu verhindern. Unser Land ist vollgestellt mit solchen Mauern und unsere Köpfe leider auch: Das Bildungssystem, das junge Menschen in ihren Berufen wettbewerbsfähig macht, krankt daran, ebenso wie das Gesundheitssystem, um nur zwei Beispiele mit Breitenwirkung zu nennen. Junge Uni-Absolventen verzweifeln an der Erkenntnis, dass sie vor der Berufsausübung erstmal bei den Unternehmen in die Lehre gehen müssen, von denen sie sich mit Prädikatsexamen und Promotion einen Start im mittleren Management versprochen haben. Und junge Ärzte suchen vergeblich nach Perspektiven für eine heute nur noch auf dem Papier stehende freiberufliche Ausübung ihres Berufs.

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Nordlicht

Niemand darf es im Angesicht dieser Zustandsbeschreibung verwundern, wenn etliche von den 14 Punkten aus dem gleichnamigen Positionspapier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Reform der medizinischen Versorgung in Deutschland beim Leser den Eindruck hinterlassen, es geht vornehmlich um Ausbesserungsarbeiten, nicht aber um eine Grundsanierung an dem beschriebenen Mauerwerk, treffender fortan als Gesundheitssystem bezeichnet. Da ist keine Rede von freiem Wettbewerb, sondern von allen nur denkbaren Reglementierungen und Vorbehalten bis hin zu Quoten für die Zulassung von Landärzten und den inzwischen hinlänglich bekannten Regressandrohungen gegen Mediziner. Lässt man das auf sich wirken, bleibt nur der Befund, dass viele Politiker ein Berufsbild von deutschen Ärzten haben müssen, das sich mehr aus der Lektüre eines in Hamburg erscheinenden Nachrichtenmagazins speist, als aus der Wahrnehmung der Realität. „Wenn Ärzte irren“, lautete kürzlich eine in diesen Kontext passende Titelgeschichte des Magazins. Da drängt es sich fast auf, auch mal eine Titelstory mit dem Thema „Wenn Irre arzten“ anzuregen. Mit Blick auf die deutsche Gesundheitspolitik wäre das gewiss ein Beitrag mit zahlreichen Fortsetzungsfolgen. Wer sich die Erhaltung des deutschen Gesundheitssystems mit seinen weltweit unerreichten Qualitätsstandards auf die politischen Fahnen geschrieben hat, der sollte sich daran erinnern, worauf der Erfolg des Systems beruht. Das ist – und wird von niemandem bestritten – die freiberufliche Berufsausübung. Ihre Stärkung ist der wichtigste Beitrag, um die flächendeckende ambulante Versorgung zu erhalten. Aus diesem Grund erfüllt eine neue Bedarfsplanung ihren Zweck nur dann, wenn sie den Akteuren vor Ort mehr Freiheiten einräumt, statt sie neuerlich einzuschränken. Freiheit ist eine Gesetzeslücke – so und nicht anders kommt das Eckpunktepapier in der vorgelegten Fassung bei den betroffenen Ärzten an. Die Liberalen fühlen sich offenbar nicht betroffen. Auf ihre Stellungnahme oder Positionsbestimmung warten die ärztlichen Freiberufler einmal mehr vergebens. Oder rätselt man dort noch über das Wasserzeichen, das man erkennt, wenn man das Positionspapier gegen das Licht hält? Richtig: Das sieht ganz so aus, wie das Konterfei von Herrn Lauterbach Irrtum ausgeschlossen. Peter Weiher, Journalist

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT G esundheitsmobil

S tadtteilprojekt

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Offene kinder- und jugendpsychiatrische Sprechstunde

Lübeck – Das Gesundheitsmobil der Hansestadt sucht Unterstützung: Anfang 2011 verließen zwei ehrenamtlich tätige Ärzte das Projekt, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen. Daher ist das Team des Gesundheitsmobils Lübeck auf der Suche nach neuen Medizinern, die das Projekt mit Engagement und Zeit ehrenamtlich unterstützen möchten. Außerdem werden Menschen gesucht, die das Projekt dauerhaft mit einer Geld- oder Sachspende unterstützen. Daher wird nun ein eigener „Freundeskreis“ zur Förderung des Gesundheitsmobils gegründet, um eine weitere finanzielle Basis zu schaffen – denn das Projekt finanziert sich ausschließlich aus Stiftungs- und Spendengeldern. Das Projekt Gesundheitsmobil, dem bislang einzigen in Schleswig-Holstein, initiiert von der Lübecker Gemeindediakonie und der Johanniter-Unfall-Hilfe, gibt es seit dem Jahr 2006. Ein rollender Behandlungsraum, eingebaut in einen Mercedes Sprinter, ist seitdem an fünf Tagen in der Woche im Lübecker Stadtgebiet unterwegs, um sozial benachteiligten Menschen mit medizinischer Erstversorgung, zahnmedizinischer Beratung und psychosozialer Unterstützung zu helfen - kostenlos, vertraulich und menschlich. Jährlich suchen rund 750 Menschen das Gesundheitsmobil auf. Neben zwei hauptamtlichen Mitarbeitern tragen insgesamt elf ehrenamtliche Mitarbeiter – fünf Ärztinnen und Ärzte, eine Zahnärztin und ein Zahnarzt, eine Krankenschwester, ein Pfleger sowie zwei Fahrer - die Arbeit des Projektes mit großartigem Einsatz. Der Freundeskreis wird mit einer Veranstaltung am 31. März um 19 Uhr im Großen Saal der Kirchenkanzlei Lübeck, Bäckerstr. 3-5, ins Leben gerufen. Kontakt Sabine Gritzka, Projektleiterin Gesundheitsmobil Tel. 0451 5801023; gritzka@gemeindediakonie-luebeck.de Internet: www.gesundheitsmobil.org

H eilmittelverordnung

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie im Internet unter: www.treffpunkte-mastbrook.de

R eha - S port

Neue Rahmenempfehlung Bad Segeberg – Vom Rehabilitationssport und Funktionstraining ausgeschlossen sind Maßnahmen, • die vorrangig oder ausschließlich auf Beratung und Einübung von Hilfsmitteln abzielen (z. B. Rollstuhlkurse), • die vorrangig oder ausschließlich Selbstverteidigungsübungen und Übungen aus dem Kampfsportbereich umfassen, • die Übungen an technischen Geräten, die zum Muskelaufbau oder zur Ausdauersteigerung dienen (z. B. Sequenztrainingsgeräte, Geräte mit Seilzugtechnik, Hantelbank, Arm-/ Beinpresse, Laufband, Rudergerät, Crosstrainer), beinhalten. Eine Ausnahme stellt insoweit das Training auf Fahrradergometern und in Herzgruppen dar.

K iel – O stholstein – S tormarn – F lensburg

Rezepte korrekt ausfüllen Bad Segeberg – Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Verträge mit den Heilmittelerbringern (Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Masseuren, medizinischen Bademeistern, Logopäden und Ergotherapeuten) verschärft. Wenn die Heilmittelrezepte nicht vollständig und korrekt ausgefüllt wurden, werden diese von den Krankenkassen nicht vergütet. Aus diesem Grund kann es dazu kommen, dass die Heilmittelerbringer die Verordnungen an die Praxen zurückgeben, weil z. B. die Leitsymptomatik nicht angegeben wurde oder das Kreuz bei der Folgeverordnung nicht gesetzt wurde. 12

Rendsburg – Der Problemstadtteil Mastbrook bekommt ein neues Angebot, das sozial benachteiligten Familien den Zugang zu medizinischen Angeboten erleichtern soll. Die Brücke Rendsburg-Eckernförde hat eine kinder- und jugendpsychiatrische Sprechstunde „von Geburt bis 20 Jahren“ in den Räumen des Stadtteilhauses Mastbrook eingerichtet. Dr. Kathrin van Heek, die seit Jahren als Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Villa Schwensen Gesundheits-Zentrum in Rendsburg arbeitet, bietet nun jeden ersten Freitag im Monat von 9 bis 12 Uhr diese Sprechstunde an. Das bewusst niedrigschwellig gehaltene Hilfsangebot findet immer während des offenen Frühstücks statt. Es richtet sich insbesondere an Alleinerziehende, die oft Probleme mit ihren Kindern haben, sich aus Scham oder fehlender Mobilität aber nicht zum entsprechenden Facharzt trauen.

Nordlicht

Kreisstellenvorsitzende gewählt Bad Segeberg – In Kiel wurde Wolfgang Schulte am Hülse (Allgemeinarzt) als Nachfolger des ausscheidenden Dr. Heiko Giesel (Gynäkologe) zum neuen Kreisstellenvorsitzenden gewählt. In Ostholstein löst Dr. Thomas Schang (Chirurg in Eutin) Bernd Thomas (Augenarzt in Heiligenhafen) ab. In Stormarn wurde Dr. Hans Irmer (Arzt aus Ahrensburg) als Kreisstellenvorsitzender wiedergewählt. In Flensburg bleibt Dr. Wolfgang Barchasch (Gynäkologe) Kreisstellenvorsitzender. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT H ilfe für S chwerbehinderte

M edi z inische F achangestellte

Langfristige Heilmittel-Verordnungen

Tarifvertrag: Berufsanfänger profitieren besonders

Berlin – Menschen mit dauerhaft schweren Behinderungen können künftig ohne erneute Überprüfung des Behandlungsbedarfs eine langfristige Genehmigung von Heilmittelbehandlungen ihrer Kasse bekommen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mehrheitlich beschlossen. Außerdem ist für Kinder und Jugendliche mit einer besonders schweren und langfristig funktionellen und strukturellen Schädigung und Beeinträchtigung der Aktivitäten künftig auch ohne Verordnung eines Hausbesuchs eine Heilmittelbehandlung in bestimmten Einrichtungen außerhalb der Praxis möglich, schreibt die „Ärzte Zeitung“.

Berlin – Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. und die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen von Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferinnen (AAA) haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt. Rückwirkend zum 1. Januar 2011 steigen die Tarifgehälter für Medizinische Fachangestellte in den ersten drei Berufsjahren um rund fünf Prozent und im vierten bis sechsten um rund 2,6 Prozent. In den anderen Gehaltsgruppen gibt es ein Plus von 1,25 Prozent. Auszubildende erhalten pro Monat 30 Euro mehr. Bei der betrieblichen Altersversorgung erhöht sich der Arbeitgeberbeitrag ab 1. Juli 2011 um 10 Euro. Er beträgt somit für Auszubildende nach der Probezeit und Beschäftigte mit mindestens 18 Wochenstunden 30 Euro und für Beschäftigte mit weniger als 18 Wochenstunden 20 Euro. Die neuen Tarifverträge sind auf www.vmfonline.de und www.bundesaerztekammer.de veröffentlicht. Der Gehaltstarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2011. Bundesweit arbeiteten im Gesundheitswesen im Jahr 2009 rund 390.000 Medizinische Fachangestellte, mehr als 90 Prozent von ihnen in den Praxen niedergelassener Ärzte.

Die Entscheidung des G-BA bedarf allerdings noch der Genehmigung des Bundesgesundheitsministeriums. Bisher mussten von den Patienten auch bei wiederholten langfristig notwendigen Verordnungen besondere ärztliche Begründungen mit einer Prognose des Gesundheitszustandes eingeholt werden. Die langfristige Genehmigung soll nun für mindestens ein Jahr gelten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat im G-BA gegen diese Änderung in der Heilmittelrichtlinie gestimmt. Sie trage zwar inhaltlich den Beschluss mit, da es unter anderem um die Versorgung von Menschen mit dauerhaft schweren Behinderungen gehe. Man habe aber dagegen gestimmt, weil die Wirtschaftlichkeitsprüfung für die Ärzte bei Langzeitverordnungen bestehen bleibe. Das führe zu einer widersinnigen Situation: Die Krankenkasse genehmige die Verordnung, doch das wirtschaftliche Risiko bleibe beim Arzt.

A r z t im A usland

Weniger Führungszeugnisse beantragt

HIV

Richtlinien für künstliche Befruchtung geändert Bad Segeberg – Der Leistungsanspruch gemäß Paragraf 27a des SGB V bei HIV-betroffenen Paaren wurde erweitert. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in seiner Sitzung am 16. September 2010 beschlossen, die Richtlinien über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung (Richtlinien über künstliche Befruchtung) in der Fassung vom 14. August 1990, zuletzt geändert am 16. Juli 2009, wie folgt zu ändern: In dem Abschnitt „Leistungsvoraussetzungen“ wird die Nummer 6 wie folgt gefasst: „Voraussetzung für die Durchführung von Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung ist, dass bei beiden Ehegatten der HIV-Status bekannt ist und dass bei der Frau ein ausreichender Schutz gegen eine Rötelinfektion besteht. Für infektiöse Proben sind die in der TPG-Gewebeverordnung (TPG-GewV) genannten Bedingungen zu beachten, die nur in dafür entsprechend ausgerüsteten Einrichtungen vorgehalten werden“ Die Änderung ist am 2. Dezember 2010 in Kraft getreten. 3 | 2011

Nordlicht

Bad Segeberg – Seit einigen Jahren berichten wir Anfang eines Jahres darüber, wie viele Ärzte einen „Letter of good standing“ bzw. ein Führungszeugnis für das Ausland beim Landesamt für Soziale Dienste in Schleswig-Holstein beantragt haben. Im Jahr 2010 waren es 64 Ärzte. Damit ist die Tendenz rückläufig, denn 2009 waren es noch 75, 2008 sogar 86 Ärzte. Dies mag allerdings auch daran liegen, dass alle an einer ärztlichen Tätigkeit im Ausland interessierten Ärzte eine solche Tätigkeit mittlerweile aufgenommen haben und kein entsprechendes Führungszeugnis mehr benötigen. Die Zahl der Beantragungen zeigt jedenfalls, dass nach wie vor ein solches Interesse bei Ärzten aus SchleswigHolstein besteht und eine nicht ganz unerhebliche Zahl im Ausland tätig ist. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT D ithmarschen

C heckliste

Arztpraxen im Fokus

Hilfe bei der Auswahl eines Pflegeheims

Heide – Die medizinische Versorgung der Bevölkerung an der Westküste wird zunehmend schwieriger: Unbesetzte Kassenarztsitze, Praxisinhaber, die keinen Nachfolger finden, und viele Dithmarscher Hausärzte, die in den nächsten zehn Jahren ins Rentenalter kommen. Niedergelassene Ärzte und Westküstenklinikum (WKK) luden daher Praxisinhaber aus Dithmarschen und angehende Fachärzte für Allgemeinmedizin aus dem WKK ein, um eine ganz konkrete Zusammenarbeit anzubahnen. Neben dem Klinikum hatte das Medizinische Qualitätsnetz Westküste (MQW) und der Ärzteverein Dithmarschen zu dem Treffen eingeladen. 15 anwesende Assistenzärzte stellten sich ihren etwa 35 niedergelassenen Kollegen einzeln vor. Besonderen Applaus bekamen die angehenden Allgemeinmediziner mit der Bemerkung, sie wollten sich durchaus gern auch in Dithmarschen niederlassen. Bianca Hartz, Leiterin der Abteilung Zulassung/Praxisberatung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, zeigte sich beeindruckt von der Veranstaltung. Sie betonte, dass die Aufnahme eines Arztes in Weiterbildung in eine Praxis stets die Chance beinhalte, dass dieser Arzt in der Region bleiben und später einmal die Praxis übernehmen möchte. Daher sei es schwer nachvollziehbar, dass trotz der jetzigen Fördersumme von 3.500 Euro monatlich nur sehr wenige ältere weiterbildungsbefugte Hausärzte auch tatsächlich weiterbilden.

KVSH

Ausstellung „Farbrhythmen“ Bad Segeberg – Prof. Manfred Oehmichen aus Lübeck stellt im Rahmen der Ausstellungsreihe „Ärztliche Kunst in der KVSH“ noch bis zum 18. März seine Werke in der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein aus. Unter dem Thema „Farbrhythmen“ werden Monotypien gezeigt, d. h. Original-Bilder. Sie entstehen dadurch, dass auf einem Bildgrund aufgetragene Öl-Farben sich infolge eines extremen Druckes, teils willkürlich, teils unwillkürlich ausbreiten. Da es sich ausschließlich um ungemischte Farben handelt, sind die ungegenständlichen Bilder von leuchtender Farbigkeit. Oehmichen war vor seinem Ruhestand bis 2005 Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Die Ausstellung kann zu den normalen Öffnungszeiten der KVSH besucht werden.

Berlin – Wer auf der Suche nach einem geeigneten Pflegeheim ist, kann dazu die Checkliste des Internetportals „Weisse Liste“ unter www.weisse-liste.de/pflegeheim nutzen. Die Checkliste enthält Hinweise, worauf beim Besuch eines Pflegeheims besonders zu achten ist und welche Fragen vor Ort gestellt werden sollten. Über eine interaktive Anwendung können sich Nutzer eine Fragenliste zusammenstellen, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die „Weisse Liste“ ist ein gemeinnütziges Projekt der Bertelsmann-Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen. Unterstützt wurde die Entwicklung der neuen Entscheidungshilfe durch die Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege”.

I nnungskrankenkassen

Neues aus der Vertragslandschaft Bad Segeberg – Die KBV hat mit der IKK classic einen Vertrag zur Versorgung mit klassischer Homöopathie abgeschlossen. Seit dem 1. Januar 2011 können Ärzte mit Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ oder Diplom des DZVhÄ freiwillig an diesem Vertag teilnehmen. Die Honorierung ist an den Vertrag der BKK Securvita angelehnt. Die Vertragsunterlagen sowie den Antrag auf Genehmigung finden Sie auf www.kvsh.de. Der seit 2008 bestehende Vertrag nach Paragraf 73c SGB V mit der BIG Gesundheit zur Durchführung einer zusätzlichen Früherkennungsuntersuchung (U10) im Rahmen der Kinder- und Jugendmedizin wurde zum 31. März 2011 gekündigt. Der Vertrag nach Paragraf 73b SGB V „BIGprevent“ bleibt davon unberührt.

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Nordlicht

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT A ufbereitung von M edi z inprodukten

A r z tbewertungsportale

Neue Kriterien festgelegt

Kostenfreie Fortbildung für ambulant operierende Praxen Kiel – Bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sind Praxisinhaber, medizinische Fachangestellte und Hygienefachkräfte in besonderer Weise gefordert. Infektionsprävention und Qualitätssicherung verlangen eine hohe Fach-, Beurteilungs- und Entscheidungskompetenz. Für Praxisteams ambulant operierender Praxen, die im Umgang mit den hohen gesetzlichen Anforderungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sicherer werden möchten, bietet die Abteilung Gesundheitsschutz des Landesamtes für soziale Dienste (LAsD) in diesem Jahr erstmals eine kostenfreie Ringveranstaltung an. An praxisnahen und anwenderorientierten Fachnachmittagen werden ausgewählte Themen des Aufbereitungszyklus behandelt. Die Ringveranstaltung startet mit dem thematischen Schwerpunkt „Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten“. Informationen aus erster Hand Die Mitarbeiter des Dezernates "Medizinprodukteüberwachung" im Landesamt für soziale Dienste tragen durch Marktüberwachung dafür Sorge, dass nur sichere und geeignete Medizinprodukte in den Verkehr gebracht, betrieben und angewendet werden. Sie kennen die „Problemzonen“ der Praxen und sind gerne bereit, Sie bei allen Fragen zur praktischen Umsetzung zu beraten. Termine 1. Fachnachmittag – Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten, Mittwoch, 16. März 2011, 13.00-17.30 Uhr 2. Fachnachmittag – Sterilisation und Routinekontrollen, Mittwoch, 29. Juni 2011, 13.00-17.30 Uhr 3. Fachnachmittag – Aufbereitung von Endoskopen und endoskopischen Zusatzinstrumenten, Mittwoch, 14. September 2011, 13.00-17.30 Uhr 4. Fachnachmittag – Thema noch offen, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 13.00-17.30 Uhr Veranstaltungssort Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Raum 468, Adolf-WestphalStraße 4, 24143 Kiel Kontakt+ Anmeldung Angelika Reese, E-Mail: angelika.reese@ sozmi.landsh.de, Tel. 0431 988 5559, Fax 0431 988 618 5559. Bitte melden Sie sich für den 1. Fachnachmittag bis zum 11. März 2011 unter Angabe Ihres Namens sowie Ihrer Kontaktdaten (Institution, Postadresse, Telefonnummer, E-Mailadresse) an. Die Veranstaltungen sind von der Ärztekammer SchleswigHolstein als ärztliche Fortbildungen anerkannt. Für Ihre Teilnahme erhalten Sie jeweils 4 Fortbildungspunkte. Nähere Informationen erhalten Sie auch im Internet unter: http://www.schleswig-holstein.de/LASD/DE/LASD_node.html 3 | 2011

Nordlicht

Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat im Auftrag von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung Qualitätskriterien für Arztbewertungsportale erarbeitet. Zehn Gesundheits- und Arztportale mit deutschlandweiter Arztsuche- und Bewertungsfunktion wurden dazu unabhängig voneinander überprüft. Die Checkliste umfasste dabei 40 Kriterien, die sich auf inhaltliche, technische und juristische Aspekte (wie den Datenschutz) beziehen. Ergebnis: Vor allem beim Umgang mit den Ärzten besteht Nachholbedarf. Kein Portal informierte die Mediziner über die eingegangenen Bewertungen vor deren Veröffentlichung. Lediglich zwei Portale räumten Ärzten die Möglichkeit zu einer Gegendarstellung ein. Auch Angaben zur Aktualität der vorhandenen Arzteinträge fehlte häufig. Auf keinem Portal war eine Mindestanzahl an Bewertungen erforderlich, bevor der Eintrag publiziert wurde. Bei Ärzteschaft, Patientenvertretern und Portalbetreibern stießen die neuen einheitlichen Standards auf breite Zustimmung. Die Anbieter sagten zu, eine Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Aufnahme in das Verzeichnis oder zur Gegendarstellung zeitnah umzusetzen. Alle Gutachten sind mittlerweile im Internet unter www.arztbewertungsportale.de einzusehen.

K orrektur

Änderung der Honorarabrechnungsordnung Bad Segeberg – In die Nachricht „Online-Abrechnung – Änderungen der Honorarabrechnungsordnung (HAO)“ im Nordlicht 1/2 2011 auf Seite 16 hat sich ein Fehler eingeschlichen. Richtig muss es heißen: Der letzte Satz „Eine entsprechende Bestätigung (in der rosafarbenen Erklärung nach 7.2) ist der Quartalsabrechnung jeweils beizufügen.“ wird ersatzlos gestrichen. aktuell

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gesundheitspolitik O rthopädie

Verlierer sind die Patienten

Die Folgen der Pauschalierung ärztlicher Leistungen durch die Honorarreform Seit mehr als zwölf Jahren werden Leistungen für Patienten zunehmend verknappt. Eine Jahrhunderthonorarreform der KBV sollte Planungssicherheit und Kalkulierbarkeit für unsere Praxen schaffen – durch betriebswirtschaftliche Kalkulation von Arztlohn, Mitarbeiterlöhnen, Raumkosten, Investitionskosten, Behandlungszeiten im Minutentakt usw. Eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die KBV-Administration. Was ist dabei herausgekommen? Eine Reform, die „ordnungspolitisch als neues Honorarsystem (neben Gesundheitsfonds, bundesweit einheitlichem Beitragssatz und Morbi-RSA) unter der Kategorie ,,Staatsversagen“ einzugruppieren ist“ (Zitat: Th. Drabinski, IfMDA. Bd. 14, September 2009), Abrechnungen, die willkürlich Honorar „verteilen“, absolute Planungsunsicherheit durch kaum erklärliche Ver­luste von über 30 Prozent und als Folge Rationalisierung medizinischer Leistungen. Ein Beispiel aus der Praxis für gesundheitsbewusste Skiläufer Ein 50-jähriger Skiläufer (Kassenpatient) aus Schleswig-Holstein verdreht sich in Österreich das Kniegelenk. Da im Skiort nur Privatliquidation akzeptiert wird, entschließt er sich mit geschwollenem Knie zur Rückreise nach Hause. Die Erstuntersuchung (1. Tag) erfolgt mit Röntgen, Ultraschall, eingehender Beratung vor Punktion. Therapie: Punktion und Stabilisierung des Gelenks durch Tape-Verband. Es erfolgen noch zwei weitere Kontrollen mit individueller Therapie. Was passiert honorarmäßig? Die ehemals von der KBV nach betriebswirtschaftlichen Kriterien errechnete Vergütung von 106 Euro für zwei Konsultationen schmilzt durch die Absenkung des Punktwertes auf 72 Euro. Die 3. Konsultation kürzt den Betrag um weitere elf Euro. Die Systematik des RLV 2009 belässt lediglich 35,12 Euro für die gesamte Betreuung – und „bestraft“ Patientenfürsorge. Es mutet fast schon skurril an, dass dabei bereits ein obligatorischer Arztbrief inkludiert ist (laut Kosten­analyse 7,35 Euro). Also hochwertige Rundumversorgung für 27,77 Euro. Die aktuelle Systematik der RLV und QZV reguliert jetzt - nach einem eigentlich perfiden System - wieder Vergütungen für Sonographie und Röntgen, bleibt aber wie früher unkalkulierbar. Für die Gesamtbeurteilung bedeutend sind dabei noch die Leistungen, die durch die Pauschalierung nicht vergütet, überhaupt nicht abgebildet und damit in der Folge wahrscheinlich unseren Patienten entzogen werden (siehe Grafik orthopädische Sonderziffern).

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Nordlicht

Eine gesonderte Untersuchung dieser Leistungen bei muskuloskelettalen Erkrankungen (z. B. intraartikuläre Injektionen) in Schleswig-Holstein ergab kostenrelevante „Umsonstleistungen“ in Höhe von ca. 1.000.000 Euro im 1. Quartal 2010. Diese historische Entwicklung der Honorarreform betrifft nahezu alle Haus- und Facharzt­gruppen, fördert rasche Abschiebung der Patienten aus der Praxis hin zu Krankenhäusern oder gegebenenfalls unnötiger Diagnostik (MRT im nächsten Quartal?). Volkswirtschaftlich relevant ist dabei die Zunahme der Arbeitsunfähigkeitszeiten und Krankengeldzahlungen für die Krankenkassen. Beurteilung Wenigstens zwei grundlegende Mängel sind erkennbar: 1. Die Leistungsvergütung ärztlicher Tätigkeit entspricht nicht der Realität. 2. Die Systematik insbesondere der orthopädischen Gebührenordnung gefährdet die Versorgungsqualität der Bevölkerung. Folgerungen Die völlig fehlgeschlagene EBM-Reform und die fragwürdigen Korrekturversuche benachteiligen in unverantwortlicher Weise Versorgerpraxen – zum Schaden der Patienten. Die Systematik des EBM ist nicht geeignet, 1. definierte ärztliche Leistungen bundesweit nach gleichen Kriterien zu vergüten, 2. kostenintensive Leistungen (Röntgen, Sonographie, Physikalische Therapie) betriebs­wirtschaftlich kalkulierbar für die Praxen abzubilden und 3. eine nachhaltige qualitätsorientierte Patientenversorgung zu gewährleisten. Die von der KBV entwickelte Honorarsystematik greift mit jeder Quartalsabrechnung auf multimodale Zahlen des Vorjahresquartals zurück, die völlig zufällig auch von nicht­medizinischen Unwägbarkeiten abhängen (vereiste Straßen). Der vorhandene Systemfehler über Pauschalierungen führt zwangsläufig jedes Quartal zu einer nicht leistungsbezogenen Veränderung der Vergütung. Das Ergebnis dieser Honorarreform ist entweder eklatante Unfähigkeit der KBV, die ich nicht unter­stellen möchte, oder Absicht, die Patientenversorgung durch freiberufliche, engagiert arbeitende Fach- und Hausärzte zu zerstören, was ich auch nicht unterstellen möchte. Dr. med. Christian Hauschild, Facharzt für Orthopädie, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

aktuell

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gesundheitspolitik 50-jähriger mit akuter Knieverletzung nach Gebührenordnung/RLV 2009 Punkte

3. Tag

2. Tag

1. Tag

Kalkuliert 5,11 Cent

Lt. EBM 2009 3,5 Cent

RLV 2009

Grundpauschale 18211

515

26,32 Euro

18,03 Euro

30,12 Euro

Untersuchung

0

0

Röntgen 34231

400

20,44 Euro

14,00 Euro

5,00 Euro

Ultraschall 33050

225

11,50 Euro

7,88 Euro

0

Beratung

0

0

Punktion* 02341

330

X 16,86 Euro

X 11,55 Euro

0

0

0

Tape-Verband*

300

X 15,33 Euro

X 10,50 Euro

0

Kontrolle

0

0

Tape-Verband*

300

X 15,33 Euro

X 10,50 Euro

0

Extremitätenkomplex 18311 Weitere Therapien für 3 Monate, beliebig oft, beliebiger Umfang

615

31,42 Euro 21,53 Euro (streicht Leistungen X) (streicht Leistungen X)

0

0

Defizit „gestrichene Leistungen“

Inhalt

Summe (Einzelleistungen 3 Tage)

89,68 Euro

X 61,44 Euro

35,12 Euro

X – 26,32 Euro

(Einzelleistungen 2 Tage)

105,78 Euro

72,46 Euro

(Vergütung)

– 37,34 Euro

Quelle: abgeleitet aus den jeweils gültigen Gebührenordnungen und der EBM-Systematik

Orthopädische Sonderziffern 1/2010

Erste Auswertung 30.751

Zahl der Leistungen 14.980

Umsonstleistungen 1. Quartal 2010 von 90 Orthopädischen Praxen

44.278

14.381

9.253 4.675

10.191 721

129

488 Paravertebral***

i.a*

Punktion

Orthesen

korr. Gips

Tape

Chiro Gelenk

Chiro WS**

Sono

Sono Säugling

91801

91802

91803

91804

91805

91806

91807

91808

91809

91810

*i.a. = Gelenkinjektion, **Chiro WS= Chirotherapie der Wirbelsäule, ***paravertebral= wirbelsäulennahe Injektionen

Aufgaben einer orthopädischen Versorgungspraxis (konservativ) Die Versorgerpraxis muss das gesamte Spektrum der Orthopädie von der Säuglingsbehandlung bis hin zur Osteoporosebehandlung der älteren Menschen abbilden. Voraussetzungen hierfür sind: • Röntgenuntersuchung (Gerät oder nachgewiesene Gerätegemeinschaft) • Sonographieuntersuchung (Gerät) • Unfallversorgung (Gips, Kunststoff-Cast, Verbände) • Voraussetzung zur Gelenkpunktion, zu intraartikulärer Injektion • Chirotherapie • orthopädietechnische Versorgung (gegebenenfalls verkürzter Versorgungsweg mit Sanitätshaus)

Versorgerpraxen sichern mit ihrer teilradiologischen Kompetenz die Grundversorgung in der Akutversorgung von Unfällen wohnortnah auch auf dem flachen Land ab.

Die umfangreichen Einzelleistungen sind im RLV nicht abgebildet. Sie beinhalten aber komplexe Leistungen wie die Versorgung von Frakturen, Gelenkluxationen einschließlich Repositionen, Immobilisation mittels moderner Kunststoffgipse, Punktion von akuten Gelenkerkrankungen an Schulter-, Hüft-, Knie-, Sprunggelenks-, Ellenbogen und Handgelenksentzündungen einschließlich schmerztherapeutischer Injektionen der Wirbelsäule, die in der Regel mindestens drei bis fünf Kontakte je Behandlungsfall erfordern. 3 | 2011

Ferner gehören dazu das Anlegen von funktionellen Verbänden (Tapeverbände, Zinkleimverbände und Gipsen bei Patienten jedes Lebensalters sowie redressierende Gipse bei angeborenen Fehlbildungen wie Klumpfüßen von Neugeborenen). Außerdem die umfassende Beratung und Indikationsstellung der gesamten operativen Orthopädie einschließlich Endoprothetik und Wirbelsäulenchirurgie.

Nordlicht

Typische Leistungserbringung Tape, elastische Verbände und Zinkleimverband, Hartverbände, Intraartikuläre Injektionen, periradikuläre Injektionen, Punktionen großer/kleiner Gelenke, Neuraltherapie, Elektrotherapie, Mikrowelle, Jontophorese, galvanische Ströme, Wärmetherapie, Ultraschallbehandlung, Extensionsbehandlung, osteopathische Beratung, sportmedizinische Beratung, Orthesenberatung und korrigierende Maßnahmen, intravenöse-Schmerztherapie, medikamentöse intravenöse-Behandlungen (z. B. Osteoporose), Osteoporosediagnostik, Labordiagnostik, OP Aufklärungen und OP Planung, Altenheim- und Hausbesuche

aktuell

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gesundheitspolitik i N N O V A T I V E G esundheitsleistung

Ambulante Rehabilitation – auch für geriatrische Patienten Die Ambulante Geriatrische Rehabilitative Versorgung (AGRV) erweitert gemeinsam mit der Mobilen Geriatrischen Rehabilitativen Versorgung (MGRV) seit dem 1. April 2010 als landesweite Regelleistung in Schleswig-Holstein das geriatrische Versorgungsangebot. Gut 2.000 Patienten profitierten bereits von der innovativen Gesundheitsleistung. Die Modellphase des Projektes begann am 1. Januar 2007 unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Gesundheit in Schleswig-Holstein gemeinsam mit allen gesetzlichen Krankenversicherungen unter dem Titel „Ambulante Geriatrische Versorgung“ (AGV) in Flensburg, Heide, Itzehoe und Lübeck. Unter anderem wurden im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung (Dr. Niemann, Kiel) Selbsthilfefähigkeit und Mobilität der Patienten vor Beginn, direkt im Anschluss sowie ein halbes Jahr nach Abschluss der Maßnahme untersucht. Schon im Zwischenbericht Ende 2008 zeigte sich der Erfolg des neuen Konzepts, das daraufhin auf weitere Standorte ausgedehnt wurde. Seit dem 1. April 2010 ist diese Versorgungsform – nun als AGRV bezeichnet – als Regelleistung aller gesetzlichen Krankenversicherungen verfügbar. Das Ziel, an sämtlichen geriatrischen Kliniken/ Abteilungen im nördlichsten Bundesland ambulante geriatrische Rehabilitation anzubieten, ist bereits jetzt weitgehend erreicht. Mit der Erweiterung des geriatrischen Angebots aus stationärer Versorgung und Tagesklinik um diesen Baustein soll durch den schwellenfreien Übergang der geriatrischen Patienten in die jeweils geeignete Versorgungsstufe die Behandlungskapazität erhöht und der weitere Anstieg des Bedarfs an Krankenhausbetten abgebremst werden. Hierbei nimmt der Belegungsdruck auf die geriatrischen Tageskliniken eher zu, da der Schritt, durch rechtzeitige Einweisung dorthin eine stationäre Krankenhausaufnahme abzuwenden, sich fest im Repertoire unserer niedergelassenen Kollegen etabliert hat. Während – in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt – in der Tagesklinik die dort tätigen Ärzte die medizinische Diagnostik und Therapie weitgehend übernehmen, verbleiben diese während der AGRV in hausärztlichen Händen. Daher sollte vor Beginn der Rehabilitation eine gegebenenfalls notwendige Diagnostik abgeschlossen sein. Lohnendes Engagement Die Auswahl der geeigneten Aspiranten für diesen neuen rehabilitativen Versorgungsbaustein erfordert sowohl seitens der Zuweiser und Klinikgeriater als auch der Sachbearbeiter der Krankenver-

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Vorhandene und geplante Standorte der Ambulanten Geriatrischen Rehabilitativen Versorgung in Schleswig-Holstein

sicherungen und des MDK einige Übung, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Eine Vielzahl höchst zufriedener Rehabilitanden zeigt jedoch, dass sich dieses Engagement lohnt. Zielgruppe der AGRV sind ältere Patienten, bei denen die selbstständige Ausübung der bisherigen Alltagsaktivitäten beeinträchtigt ist und die sich durch ambulante Heilmitteltherapie ohne interdisziplinären Ansatz nicht ausreichend behandeln lassen. Meist sind sie durch Schmerzsyndrome und Mobilitätsstörungen gekennzeichnet. Akuterkrankungen, welche weit überwiegend zur Aufnahme in die stationäre Geriatrie führen, spielen keine große Rolle. Inhaltlich steht die Therapie im Team aus Physiotherapie und Physikalischer Therapie, Ergotherapie, Logopädie und Schlucktherapie sowie Neuropsychologie unter geriatrischer Leitung ganz im Mittelpunkt. Die Behandlung erfolgt in Abstimmung

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Quelle: Lübecker Geriatrie

Quelle: Flensburger Geriatrie

gesundheitspolitik

Erste Schritte

Übungen im Freien

mit dem Hausarzt an drei bis fünf Tagen in der Woche für insgesamt 20 Therapietage. Die Abholung kann durch einen Transportdienst erfolgen – diese Leistung ist in der Zuzahlung in Höhe von zehn Euro enthalten, die pro Therapietag zu leisten ist.

dringend gebotener ambulanter Behandlungsbedürftigkeit bislang von der Versorgung weitgehend ausgeschlossen waren. Die komplexgeriatrische Behandlung mit allen aus der „klassischen AGRV“ bekannten Therapeutengruppen findet mit zwei 45-minütigen Therapieeinheiten am Tag in gewohnter Weise statt. Organisatorisch ist auch die MGRV jeweils klar einer der geriatrischen Kliniken in Schleswig-Holstein angegliedert.

Die AGRV kann sowohl von Klinik- als auch niedergelassenen Ärzten eingeleitet werden. Ergreift der Hausarzt die Initiative, so lässt er der geriatrischen Klinik ein entsprechend ausgefülltes Antragsformular zugehen und stellt seinen Patienten dort ambulant vor. Nach ärztlicher/therapeutischer Untersuchung wird das Formular – um spezifisch geriatrische Aspekte ergänzt – an die gesetzliche Krankenversicherung weitergeleitet. Dort prüft der Sachbearbeiter die Unterlagen in der Regel innerhalb von zwei Wochen, bei Anmeldung aus (teil-)stationärer Behandlung heraus innerhalb von drei Werktagen, sodass der direkte Übergang in die ambulante komplexgeriatrische Versorgung möglich wird. Hausärzte übernehmen wesentliche Rolle Hausärzte übernehmen als Lotsen in der neuen ambulanten Versorgungsform eine wesentliche Rolle. Sie wählen die Patienten aus, starten das Antragsverfahren, formulieren konkrete Therapieziele und haben während der Behandlungszeit in der AGRV die Möglichkeit, persönlich an den Teambesprechungen teilzunehmen. Auch die Beurteilung des Behandlungserfolgs im Rahmen einer Nachuntersuchung sechs Monate nach Durchlaufen des ambulanten Versorgungsbausteins ist in den Händen der beteiligten Hausärzte verblieben. Für diese aufwendige Begleitung der Patienten haben die Krankenkassen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt (bis zu 110 Euro pro Fall).

Geplant ist als nächster Schritt die weitere Vernetzung, um die flächendeckende geriatrische Versorgung in unserem Bundesland zu optimieren. Der Landesverband Geriatrie, in welchem alle geriatrischen Kliniken in Schleswig-Holstein als Arbeitsgemeinschaft organisiert sind, wird dafür ein gemeinsames sektorübergreifendes Behandlungs- und Qualitätskonzept erarbeiten. Beispielsweise werden Therapeuten unterschiedlicher Disziplinen die Möglichkeit erhalten, sowohl ambulant als auch stationär zu arbeiten, wodurch sich ihr Berufsbild bereichert. Die Kapazität des Behandlungsangebots der AGRV und MGRV kann sich bereits heute sehen lassen: Mit 2.000 bis 3.000 Fällen können in den ersten beiden Regelbetriebsjahren eine sichtbare Zahl an dafür geeigneten geriatrischen Patienten versorgt werden. Für weitere Informationen stehen Ihnen Ihre geriatrischen Klinikpartner vor Ort sowie der Landesverband Geriatrie jederzeit zur Verfügung! Dr. Sonja Krupp und Dr. Martin Willkomm, Krankenhaus Rotes Kreuz, Lübeck Geriatriezentrum, Dr. Otto Meyer zu Schwabedissen, Malteser Krankenhaus Flensburg,

Neu im Geriatrie-Konzept Schleswig-Holsteins ist auch die Mobile Geriatrische Rehabilitative Versorgung (MGRV). Die Betroffenen werden im eigenen häuslichen Umfeld aufgesucht und in dieser geschützten Umgebung therapiert. So werden heute auch Patienten erreicht, welche aus schwerwiegenden Gründen bei 3 | 2011

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Dr. Bernd Sgries, Klinikum Itzehoe, Dr. Dr. Ulrich Kuipers, Westküstenklinikum Heide

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Gesundheitspolitik K ommentar

Lehrstück Gesundheitsreform Wie in Deutschland wird auch in Großbritannien alle paar Jahre das Gesundheitswesen von Reformen überzogen. Aber niemand hat bisher eine so radikale Umwälzung des staatlichen „ National Health Service“ gewagt wie die neue Regierung.

Prof. Dr. Beske

Was jetzt im Nationalen Gesundheitsdienst geplant ist, unterscheidet sich jedoch grundlegend von früheren Reformen. Dies waren Reformen im System. Was die neue Koalition aus Konservativen und Liberalen nun plant, kann als revolutionär bezeichnet werden. Es wird an den Grundfesten des Nationalen Gesundheitsdienstes gerüttelt. Die Reformvorschläge sind als Gesetzvorlage dem britischen Parlament vorgelegt worden.

Für uns nicht neu ist zunächst die Zielvorgabe, eine lähmende Bürokratie zu begrenzen. Diese Töne klingen vertraut. Es folgen dann Vorschläge, die deutlich machen, über welche Vorzüge unser Gesundheitswesen gegenüber dem Nationalen Gesundheitsdienst in Großbritannien verfügt, und was bei uns unabhängig von der Notwendigkeit auch weitreichender Reformen verspielt werden könnte, wenn tragende Grundsätze unseres Gesundheitswesen zur Disposition gestellt werden sollten.

„Respekt dient dem Bestreben, der ausufernden Bürokratie Einhalt zu gebieten.“ Die Labourregierung hatte die Ausgaben des NHS innerhalb der letzten zehn Jahre verdreifacht, Tausende neuer Ärzte und Krankenpflegekräfte eingestellt und deren Bezahlung deutlich verbessert. Um die damit verbundene Kostensteigerung zu begrenzen, wurden die Regelungsmechanismen verschärft. Der bürokratische Aufwand nahm zu. Jetzt soll mehr Marktwirtschaft, mehr Flexibilität helfen, die Probleme zu lösen. Private Anbieter sollen mit dem NHS konkurrieren können. Patienten sollen sich künftig ohne räumliche Beschränkung ihren Hausarzt suchen dürfen; sie brauchen sich nicht mehr allein auf regional zuständige Arztpraxen zu beschränken. Dies bedeutet andererseits, dass Hausärzte nicht mehr auf

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Patienten aus ihrem Einzugsgebiet begrenzt sind. Hausärzte können sich jetzt zusammenschließen, um dann gemeinsam zu entscheiden, mit welchen Krankenhäusern sie kooperieren wollen. Die Notwendigkeit, dass Hausärzte für bestimmte Behandlungen bei staatlichen Kontrollstellen eine Genehmigung einholen müssen, entfällt. Staatliche Krankenhäuser können jetzt auch Privatpatienten aufnehmen. Patienten können gemeinsam mit ihrem Hausarzt denjenigen Facharzt auswählen, der hinzugezogen werden soll. Die Qualität hausärztlicher Leistungen soll finanziell belohnt werden. Staatliche Krankenhäuser müssen mit privaten Einrichtungen konkurrieren. In der Sicherstellung der Gesundheitsversorgung wird den Regionen mehr Verantwortung und mehr Einfluss übertragen. Die staatliche Kontrollbürokratie mit zehn Gesundheitsbehörden (Health Authorities) und 151 Primary Care Trusts werden aufgelöst. Damit würden 24.000 Arbeitsplätze in der Bürokratie gestrichen, was Einsparungen in Höhe von zehn Milliarden Pfund in zehn Jahren erbringen soll. Eine derart grundlegende Reform des Nationalen Gesundheitsdienstes trifft allerdings auch auf massive Kritik. Bleibt nur hinzuzufügen, dass der Nationale Gesundheitsdienst der größte Haushaltsposten im britischen Staatshaushalt ist, einem Haushalt der einem rigorosen Sparprogramm unterworfen wird. Für uns in Deutschland gilt zunächst die Erkenntnis, dass in einem staatlichen Gesundheitswesen Regelungen eingeführt werden sollen, die für uns eine Selbstverständlichkeit sind: Freie Wahl des Hausarztes, freie Wahl von Facharzt und Krankenhaus, mehr Freiheit für das Krankenhaus. Aber auch bei uns wird viel geschehen müssen, um die Vorteile, die unser System bietet, beibehalten zu können. Es dürfte noch ein weiter Weg sein zwischen einem Gesetzentwurf, einem verabschiedeten Gesetz und der Umsetzung dieses Gesetzes in all seinen Einzelheiten. Respekt dient dem Bestreben, der ausufernden Bürokratie Einhalt zu gebieten, und dies auch mit der Begründung, dass damit mehr Geld und mehr Zeit für die Patientenversorgung zur Verfügung steht. Über die zunehmende Komplexität und Kompliziertheit des deutschen Gesundheitswesens braucht kein Wort verloren zu werden. Es bleibt abzuwarten, wann denn wirklich einmal auch bei uns der Mut und die Kraft aufgebracht wird, um unser System zu entbürokratisieren mit dem gleichen Ziel: Mehr Geld und mehr Zeit für den Patienten. Prof. Dr. Fritz Beske, Institut für Gesundheits-Systemforschung, Kiel

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PRAXIS  & KV A r z nei - und H eilmittel - A usgabenvolumen 2 0 1 1

Beratung vor Regress

Am Anfang sah es gar nicht gut aus, denn die auf Bundesebene zwischen der KBV und dem GKV-Spitzenverband vereinbarten Rahmenvorgaben 2011 verhießen nicht Gutes.

Nach einer Neubewertung der Anpassung für das Jahr 2010 sollte das Arzneimittel-Ausgabenvolumen 2010 nachträglich um 2,3 Prozent reduziert werden mit der Vorgabe, diese Differenz bei der Festlegung der regionalen Ausgabenvolumina für das Jahr 2011 zu berücksichtigen. Und als ob dies nicht schon schlimm genug gewesen wäre: Für das Jahr 2011 wurde bundesweit nur eine Anpassung um plus 0,2 Prozent ausgehandelt. Der Hintergrund: Die Verhandlungen auf Bundesebene waren von den neuen gesetzlichen Vorgaben im GKV-Änderungsgesetz und Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) geprägt, die sich insbesondere bei der Preisentwicklung – sowohl retrospektiv 2010 als auch prospektiv 2011 – bemerkbar machten. Um so wichtiger und bedeutsamer das regionale Verhandlungsergebnis: Im Arzneibereich konnte die Deckungslücke zwischen Sollund Ist-Ausgaben nahezu geschlossen werden – im Wesentlichen durch eine (über die Bundesvorgaben hinausgehende) Erhöhung des Soll-Ausgabenvolumens. Das Soll-Ausgabenvolumen 2010 musste nach den Bundesvorgaben zwar rückwirkend von 853,6 Mio. Euro auf 839,6 Mio. Euro abgesenkt werden. Trotzdem ist es gelungen, die Bundesvorgaben in diesem Punkt deutlich abzuschwächen: Statt der Reduzierung um 2,3 Prozent wurde real nur eine Absenkung um 1,7 Prozent vorgenommen – und dies selbstverständlich ohne Rückwirkung auf die Arznei-Richtgrößen 2010. Ausgehend von diesen 839,6 Mio. Euro konnten wir für 2011 dann eine deutliche Erhöhung auf knapp 883 Mio. Euro durchsetzen. Dies entspricht real einer Erhöhung um 5,15 Prozent regional gegenüber den Bundesvorgaben in Höhe von 0,2 Prozent – also ein durchaus respektables Ergebnis, das sich im Bundesdurchschnitt wirklich sehen lassen kann. Denn die bislang vorliegenden Verhandlungsergebnisse in den anderen KV-Bereichen sind Aus3 | 2011

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druck der einschränkenden Bundesvorgaben: In sechs von acht Bundesländern wurde das Arzneimittel-Ausgabenvolumen von 2010 auf 2011 abgesenkt (gemäß KBV-Information am 31. Januar 2011). Im Gegenzug sind wir den Krankenkassen/-verbänden bei der Festlegung des Heilmittel-Ausgabenvolumens entgegengekommen, weil die Heilmittelkosten in Schleswig-Holstein deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen. Aus diesem Grund wird auch weiterhin die schrittweise Annäherung an das durchschnittliche Ausgaben-Niveau der westlichen Bundesländer angestrebt. Konkret bedeutet dies, dass das Heilmittel-Ausgabenvolumen von 152 Mio. Euro in 2010 auf 150 Mio. Euro in 2011 abgesenkt wurde. Bestandteil der Arznei- und Heilmittelvereinbarung 2011 ist außerdem ein umfangreiches Paket zur Durchführung von Pharmakotherapieberatungen in 2011, bestehend aus Einzelberatungen, Gruppenberatungen und Informationsmaßnahmen. Die Beratungen werden in Kooperation mit den Krankenkassen/ -verbänden durchgeführt. Eine solche Zusammenarbeit hat es in der Vergangenheit bereits mit der AOK auf der Grundlage von PharmPro®-Analysen gegeben. Nach einem ähnlichen Muster – wenn auch in etwas abgewandelter Form – wird es auch zukünftig ablaufen. Wie bereits zu PharmPro®-Zeiten sollen die Beratungsgespräche in der Regel gemeinsam von Apothekern der Krankenkassen und Ärzten aus der Vertragsärzteschaft durchgeführt werden. Das Ziel besteht darin, durch den Ausbau des Beratungswesens mehr Transparenz im Verordnungsbereich zu schaffen und Sie in ihren Bemühungen um eine qualitätsgesicherte und wirtschaftliche Arzneimitteltherapie zu unterstützen. Und in unseren Augen ist eine rationale Arzneitherapie der beste Schutz vor Regressen. Marion Packenius, KVSH

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PRAXIS  &  KV A bgeordnetenversammlung

Abgeordnete diskutierten Kodierrichtlinie

Schleswig-Holstein lehnt die AKR nicht grundsätzlich ab, drängt aber auf weitere Verbesserungen

Forderung der Abgeordneten: Die Kodierrichtline muss praxistauglich sein.

Einmal mehr sorgte die Kodierrichtlinie für Diskussionen. Nachdem die alte Abgeordnetenversammlung im November eine Resolution verabschiedet hatte, in der die Anpassung der Richtlinie an die Wirklichkeit in den Praxen gefordert wurde, stand das Thema im Februar auf Antrag des Abgeordneten Wolfgang Sigel, HNO-Arzt aus Wedel, erneut auf der Tagesordnung. Seine Kritik: Die Richtlinie bedeute neue Bürokratie ohne einen erkennbaren Nutzen. Dem widersprach Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Sie verwies auf die Fortschritte seit November. So habe die KBV kurz nach dem schleswig-holsteinischen Beschluss auf die bundesweit anschwellende Kritik reagiert und mit Zustimmung des GKV-Spitzenverbandes die verbindliche Einführung der Richtlinie auf Juli 2011 verschoben. Nicht zuletzt auf Druck aus Schleswig-Holstein konnte in der Folgezeit durchgesetzt werden, dass es den Ärzten in der Übergangsphase möglich ist, die Anwendung der Richtlinie in der Praxissoftware an- und abzuschalten, um sich ohne Druck mit den neuen Anforderungen vertraut machen zu können. Pünktlich zur Sitzung der Abgeordnetenversammlung wurde bekannt, dass der Bundesgesundheitsminister sich für eine Verschiebung des „Scharfschaltens“ der AKR um ein weiteres halbes Jahr ausgesprochen hat. Kreuz berichtete, dass die Überarbeitung der Kodierrichtlinie, vor allem mit Blick auf eine verbesserte Anwendbarkeit im hausärztlichen Bereich, weiter voranschreite. Die Entwicklung zeige, dass die von der Abgeordnetenversammlung geforderte Anpassung der Richtlinie auf einem guten Weg sei. 22

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Rückmeldungen der ärztlichen Basis sollen die AKR praktikabler machen In der Diskussion zeigte sich, dass die neugewählten Abgeordneten an der im November beschlossenen und vom Vorstand verfolgten Linie festhalten wollen, die AKR nicht grundsätzlich abzulehnen, aber weiter auf eine bessere Praktikabilität zu drängen. Ausdrücklich ermunterte Kreuz die Ärzte, konkrete Probleme oder Implausibilitäten, die ihnen im Umgang mit der AKR auffallen, der KVSH zu melden. „Wir unterstützen es als Vorstand ausdrücklich, dass diese Rückmeldungen die KBV und die Krankenkassen erreichen, damit die Anwendung der Richtlinien erleichtert wird“, so Kreuz. Sie sprach sich dafür aus, Testpraxen aus SchleswigHolstein zu benennen, die bei künftigen Anpassungen der AKR direkte Rückmeldungen aus der Praxis an die Verantwortlichen in Berlin geben. Die Vorstandsvorsitzende erinnerte daran, dass die unterschiedliche Handhabung der Kodierung in den Bundesländern bislang zu Unwuchten geführt habe, die sich auf die Geldflüsse auswirkten. „Wir kommen um die Frage nicht herum, wie wir Morbidität darstellen wollen“, so Kreuz und warnte vor den Nachteilen für Schleswig-Holstein, die eine Komplettverweigerung nach sich ziehen würde. Dr. Eckhard Weisner, Ehrenvorsitzender der KVSH, erinnerte in der Diskussion daran, dass es vor rund einem Jahrzehnt die Krankenkassen waren, die den Ärzten vorwarfen, nicht belegen zu können, dass ihr Leistungszuwachs in der Morbiditätsentwicklung begründet liege. Deshalb sei es damals ein Anliegen der aktuell

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PRAXIS  & KV ärztlichen Seite gewesen, dokumentieren zu können, dass es einen wachsenden Behandlungsbedarf tatsächlich gebe und deshalb die Zunahme erbrachter Leistungen angemessen zu vergüten sei.

den Krankenkassen erschwerten. Kreuz berichtete aber auch von einem Lichtblick: So sei es gelungen, gemeinsam mit den Krankenkassen einen „Strukturfonds Ländlicher Raum“ zur Unterstützung von Praxen auf dem Lande ins Leben zu rufen, der paritätisch finanziert werde. Ennenbach zog eine vorsichtig positive Bilanz der im dritten Quartal 2010 eingeführten qualitätsgebundenen Zusatzvolumina (QZV), die geschaffen wurden, um die RLV zu stabilisieren. Tendenziell hätten Gruppen, die zuvor wenig freie Leistungen erbrachten, profitiert. Zu beobachten seien aber bei einigen Arztgruppen schmerzliche, gleichwohl nicht existenzbedrohende Effekte. Ennenbach kündigte eine individuelle Härtefallregelung an, um mögliche Verwerfungen abzumildern.

Neuer Vorsitzender des hausärztlichen Fachausschusses: Dr. Axel Kloetzing

Baustellen der Bundespolitik Dass die AKR nicht die einzige aktuelle gesundheitspolitische Baustelle sind, legte Kreuz in ihrem Bericht zur Lage dar. Zufrieden zeigte sie sich, dass die Auswirkung des GKV-Finanzierungsgesetzes auf das Honorar 2011 im Norden positiv ist. Schleswig-Holstein gehöre mit einem Zuwachs von 4,734 Prozent zu den KVen mit der höchsten Steigerungsrate. „Es war ein hartes Stück Arbeit, die Benachteiligung Schleswig-Holsteins aus der vorangegangenen Honorarreform diesmal wettzumachen“, berichtete Kreuz. Trotz der erfreulichen Honorarentwicklung stellte die Vorstandsvorsitzende dem Gesetz insgesamt kein gutes Zeugnis aus. Sie kritisierte die Abkehr von der gerade erst eingeführten Koppelung der Honorare an die Morbiditätsentwicklung und die von der Politik verordnete Ausgabenbegrenzung für extrabudgetäre Leistungen. Enttäuscht zeigte sich Kreuz, dass derart enge gesetzliche Vorgaben zur Honorierung und vor allem die erstmalige Ausgabenbegrenzung für extrabudgetäre Leistungen ausgerechnet aus einem seit der Bundestagswahl FDP-geführten Gesundheitsministerium kämen. „Das haben wir im Herbst 2009 so nicht erwartet“, kritisierte Kreuz den Kurs des liberalen Ministers. Zurückhaltend auch ihr Urteil über die ersten Überlegungen von CDU/CSU zum Versorgungsgesetz, mit dem die Bedarfsplanung reformiert und die Attraktivität des Arztberufes gesteigert werden soll. Die Vorstellungen der Union enthielten positive Ansätze, so Kreuz, allerdings seien diese wenig konkret. Zudem fehlten Aussagen zur Einzelleistungsvergütung, zur Eigenbeteiligung und zur Kostenerstattung. Kreuz zeigte sich verwundert, dass ausgerechnet die Gesundheitspolitiker der Union diese Themen aussparten. Ihr Rat nach Berlin: Mit Blick auf den Gesetzentwurf müsse noch erheblich nachgesteuert werden. Gesetzliche Vorhaben erschweren Honorarverhandlungen Sowohl Kreuz als auch Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes, gingen in ihren Statements auf aktuelle Honorarfragen ein. Kreuz legte dar, wie die engmaschigen Vorgaben des GKV-Finanzierungsgesetz die Verhandlungen mit 3 | 2011

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Beteiligte sich an der Diskussion: Dr. Dennis Wolter aus Ahrensburg

Sowohl mit Blick auf die Honorarentwicklung als auch mit Blick auf die Diskussion zur Kodierrichtlinie betonte der Vorstand, dass es perspektivisch einer gänzlich neuen Honorarordnung bedürfe, um eine angemessene Vergütung zu ermöglichen. Ennenbach wies darauf hin, dass eine Einzelleistungsvergütung mit Eigenbeteiligung möglicherweise auch die Kodierrichtlinie überflüssig machen könnte, da sie nicht mehr erforderlich wäre, um die Mittelverteilung zu steuern. Kreuz versprach, dass sich der Vorstand weiter für das „Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift“ einsetzen werde, wenngleich die Gewinnung der Krankenkassen für dieses Modell das Bohren dicker Bretter bedeute. Ausschüsse haben ihre Arbeit aufgenommen Ein neues Gesicht gab es bei den Berichten aus den beratenden Fachausschüssen. Dr. Axel Kloetzing aus Steinburg hatte seine Premiere als Berichterstatter, nachdem ihn die Mitglieder des beratenden Fachausschusses der Hausärzte in ihrer konstituierenden Sitzung zum Vorsitzenden gewählt hatten. Vertraute Gesichter dagegen bei den Fachärzten und den Psychotherapeuten: Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt aus Lübeck, bleibt an der Spitze des fachärztlichen Fachausschusses, Heiko Borchers aus Kiel steht weiterhin dem psychotherapeutischen Fachausschuss vor. Delf Kröger, KVSH

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PRAXIS  &  KV A mbulante K odierrichtlinien

„Die Diagnose bringt das Geld“

PRO CO

Interview mit Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen und Facharzt für Urologie in Neumünster Nordlicht: Sorgen die AKR nur für unsinnige Bürokratie in den Praxen oder können Sie dem Regelwerk auch positive Aspekte abgewinnen? Dr. Axel Schroeder: Die Verwerfungen der letzten Neuordnung der Honorarverteilung sind noch nicht behoben, eine Honorarreform mit asymmetrischem Ausgleich führt noch zu keinem gerechten Honorar. So ist es keine vertrauensbildende Maßnahme der Gesundheitspolitik und der KBV zwecks Einsparungen in 2011/2012 die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung auszusetzen. Das Aufgreifkriterium morbiditätsorientierte Gesamtvergütung wird und muss kommen, wenn die Anpassung über den Grundlohnsummenzuwachs nicht mehr gelten soll. Diagnose und Demographie müssen künftig mehr berücksichtigt werden. Eine Konvergenzphase hilft uns in Schleswig-Holstein da nicht viel weiter. Damit bestraft sich die Ärzteschaft nur selber. Diese Konvergenz mildert zwar die Härten aus kollegialer Verantwortung, ist und bleibt aber letztendlich eine Verwaltung des Mangels. Nordlicht: Bieten die AKR der Ärzteschaft nicht die Grundlagen dafür Morbidität endlich exakt zu erfassen, damit dem ambulanten Sektor künftig auch die erforderlichen Vergütungsanteile zufließen? Schroeder: Die reale Morbidität im ambulanten Leistungsgeschehen abzubilden liegt in unserem vertragsärztlichen Interesse und ist eine Chance die Morbidität wieder dort zu lassen, wo sie hingehört, nämlich bei den Versicherten/Krankenkassen. Nicht nur qualifiziert und effizient zu versorgen, sondern auch detailliert zu dokumentieren führt zur Transparenz des Leistungsaufkommens. Nordlicht: Kritiker der AKR warnen davor, dass den niedergelassenen Ärzten durch bürokratische Zusatzbelastung Zeit für die Behandlung der Patienten verloren geht, wenn die AKR wie geplant zum 1. Juli scharf geschaltet werde. Ist das wirklich so? 24

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Schroeder: Ob wir durch das Kodieren mehr Geld erhalten, mag offen sein. Sicher ist, wer nicht kodiert, verliert. Der Protest gegen diese Richtlinien war und ist berechtigt. Führte er doch schon zu einem Abbau überbordeter Bürokratie und einer Aussetzung der Allgemeinen Kodierrichtlinien von sechs Monaten (was allerdings auch seinen Preis hat) mit dem Zweck die Umsetzung einfacher und effektiver zu machen. Aber am Grundprinzip einer Morbiditätserfassung sollten die Vertragsärzte nicht rütteln. Das müssen wir wissen, wenn man die AKR über eine Petition in den Bundestag zurückgibt. Nordlicht: Es verbleiben noch vier Monate Zeit bis zur Umsetzung der AKR. Sollten die jetzigen Vorgaben noch nachgebessert werden. Wenn ja, was? Schroeder: Die Systematik der AKR muss einfach sein, die Umsetzung muss mittels Software handhabbar sein. Die Vertragsärzteschaft braucht eine Übergangszeit zwecks Einführung, die dem Praxisalltag gerecht wird. Letztendlich weniger Bürokratie statt mehr. Eine morbiditätsorientierte Vergütung bildet nicht nur das Leistungsgeschehen ab, sondern ist ein Weg zu einem gerechten Honorar, ob im Kollektiv- und/oder im Selektivvertrag. Die bisherige Verteilungssystematik von Beitrag und Honorar wird einer künftigen Gesundheitsversorgung weniger gerecht und ist nicht im Interesse der Leistungserbringer. Sonst folgt das Geld nicht der Leistung, wie wir in Schleswig-Holstein in der Vergangenheit schmerzlich erfahren mussten. Die Diagnose bringt das Geld!

Rösler will Übergangsfrist verlängern Bundes­gesund­heits­minister Philipp Rösler (FDP) hat sich in die Diskussion um die Ambulanten Kodier­richtlinien (AKR) eingeschaltet und schlägt vor, die Ein­führung um ein weiteres halbes Jahr verschieben. Das gebe allen Beteiligten die Zeit, die Anwendung der AKR im Praxisalltag deutlich zu vereinfachen und fachlich anzupassen, begründete Rösler die Frist­verlängerung bis zum 31. Dezember 2011. In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV),

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PRAXIS  & KV

„Ungedeckte Schecks auf die Zukunft haben wir schon genug.“

O ONTRA

Interview mit Dr. Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein und Allgemeinmediziner in Leck Nordlicht: Sorgen die AKR nur für unsinnige Bürokratie in den Praxen oder können Sie dem Regelwerk auch positive Aspekte abgewinnen? Dr. Thomas Maurer: In der vorliegenden Form tue ich mich sehr schwer, irgendeinen positiven Aspekt für uns Hausärzte zu sehen. Bislang habe ich noch keinen gefunden.

Nordlicht: Bieten die AKR der Ärzteschaft nicht die Grundlagen dafür Morbidität endlich exakt zu erfassen, damit dem ambulanten Sektor künftig auch die erforderlichen Vergütungsanteile zufließen? Maurer: Grundsätzlich bildet eine Kodierung schon eine Grundlage zur Morbiditätserfassung. Aber ich muss an dieser Stelle etwas weiter ausholen. Grob eingeteilt gibt es drei Gruppen, die Interesse an der Kodierung haben. Einmal ist hier die Wissenschaft interessiert, insbesondere die Versorgungsforschung. Die hätte ohne eigenen Arbeits- und Kostenaufwand endlich belastbare Daten und könnte besser forschen. Klar, dass hier reine Zustimmung herrscht. Dann die Krankenkassen. Die bekommen Daten für den Finanzausgleich und das Anzapfen des Gesundheitsfonds, der, wie wir ja wissen, überraschend gut gefüllt ist. Der Aufwand

Andreas Köhler, und die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Krankenkassen, Doris Pfeiffer, fordert er die Bundesmantelvertragspartner auf, eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. Diese hatten sich Ende 2010 auf eine Übergangsfrist bis 30. Juni 2011 geeinigt. Erst danach sollten die niedergelassenen Ärzte die AKR verbindlich anwenden müssen. Köhler befürwortet die Verlängerung und hat dem Minister in einem Antwortbrief zugesagt, Verhandlungen mit den Krankenkassen aufzunehmen.

der Krankenkassen ist gleich null, aber die Kodierung zahlt sich unmittelbar in klingender Münze aus. Zuletzt kommen wir. Uns wird in Aussicht gestellt, dass wir unseren Anteil am gleichbleibenden Honorartopf vielleicht verbessern können, dann aber auf Kosten der Kollegen in anderen Bundesländern. Und vielleicht können wir noch hoffen, in ferner Zukunft sogar insgesamt mehr Honorar zu bekommen. Da höre ich aber jetzt schon die Krankenkassen in zwei Jahren sagen: “Die jetzt nachgewiesene höhere Morbidität ist rein durch bessere Erfassung bedingt, also kein Grund für mehr Geld. Wenn dann in weiteren zwei Jahren ein Anstieg festzustellen ist, werden wir gerne nochmal über eine Honoraranpassung nachdenken.“ Aber die gesamte Arbeit mit den AKR haben wir, jetzt und heute, und sind gleichzeitig die einzigen, die nicht gesichert davon profitieren. Also gilt für mich: Bessere Kodierung nur dann, wenn wir dafür auch jetzt schon besser bezahlt werden. Ungedeckte Schecks auf die Zukunft haben wir schon genug. Nordlicht: Kritiker der AKR warnen davor, dass den Niedergelassenen Ärzten durch bürokratische Zusatzbelastung Zeit für die Behandlung der Patienten verloren geht, wenn die AKR wie geplant zum 1. Juli scharf geschaltet werde. Ist das wirklich so? Maurer: Wer in seine EDV verliebt ist, der wird ausgefeilte Softwarehilfen schätzen und den Aufwand vielleicht gering halten können. Der ganz normale Arzt, der nur seine Arbeit machen will, wird massiv Zeit verlieren. Und das gerade für die Teile der Kodierung, die unsere Arbeit gar nicht abbilden. Für den Statistiker mag es ja interessant sein zu wissen, in welcher Schwangerschaftswoche sich eine Patientin befindet. Mit unserer konkreten Arbeitsbelastung für den Patienten hat das nicht das Geringste zu tun. Nordlicht: Es verbleiben noch vier Monate Zeit bis zur Umsetzung der AKR. Sollte die jetzigen Vorgaben noch etwas nachgebessert werden. Wenn ja, was? Maurer: Wir sollten alle Kraft daran setzen, die AKR in dieser Form zu verhindern und sie erst dann, sinnvoll modifiziert, in Kraft setzen, wenn gesichert ist, dass wir auch unmittelbar zeitnah davon profitieren und zwar außerhalb der gedeckelten Budgets. Ansonsten bleiben noch so gut gemeinte Verbesserungen in der Handhabbarkeit sinnlose Liebesmüh. Die Interviews führte Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  &  KV F ormulare

Achtung: geänderte Vereinbarung Die Vordrucke (Anlage 2 BMV-Ä und EKV) der vertragsärztlichen Versorgung werden geändert Bitte beachten Sie bei der Planung von Vordruckbestellungen:

Die KBV informierte über vereinbarte und geplante Änderungen der Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung zum 1. April 2011.

Muster 5/6: Alte Vordrucke können nicht aufgebraucht werden. Muster 63 und Muster 80: Die alten Vordrucke können aufgebraucht werden.

Muster 6 (alt)

Muster 6 (neu)

Es werden jedoch, nicht wie angekündigt, einige Modifikationen umgesetzt. Der nun endgültige Stand: • Muster 5 bleibt in der bisherigen Form bestehen • Zu Muster 10 haben wir sehr viele Änderungswünsche erhalten. Diese konnten in der Kürze der Zeit nicht mit den Krankenkassen abgestimmt werden. Daher wurde die Änderung verschoben und Muster 10 bleibt zunächst unverändert. • Bei Muster 56 konnte noch kein Konsens erzielt werden. Das Muster bleibt daher zunächst unverändert.

Muster 85

Muster 6 wurde nochmals leicht überarbeitet und erhält die oben dargestellte Form.

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Muster 6: Alte Vordrucke können nicht aufgebraucht werden.

Muster 85 wurde nochmals geändert und wird wie nebenstehend abgebildet eingeführt. Dieser Vordruck wird nur von den Krankenkassen ausgefüllt und dient der Information des Vertragsarztes über den Behandlungsanspruch gemäß Paragraf 16 Absatz 3a SGB V. Dieses Muster kann von den Krankenkassen in Briefe integriert werden, in denen sie Versicherte über ihren eingeschränkten Leistungsanspruch informieren.

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Muster 63 c (Rückseite)

Muster 5

Muster 63 b (Rückseite)

Muster 63 (Vorderseite) bleibt unverändert

PRAXIS  & KV

Muster 80

Muster 71 und 71A

Muster 63 wird geändert. Das heißt die Rückseiten der zweiten und dritten Seite (Muster 63b und 63c) entfallen.

Muster 71 und 71A entfallen.

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Muster 80 wird geändert und erhält die in der Anlage dargestellte Veränderung. Die alten Vordrucke können aufgebraucht werden.

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aktuell

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PRAXIS  &  KV K ooperation

Sektorübergreifendes Clearingverfahren Ärztekammer Schleswig-Holstein, Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein und Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein haben ein gemeinsames Prüfungs­ ver­fahren für Kooperationsverträge zwischen niedergelassenen Ärzten und Kranken­ häusern vereinbart. Sogenannte Clearingverfahren sollen Doppelvergütung verhindern.

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein KÖRPERSCHAFT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS

Zum 1. Februar 2011 ist die Vereinbarung über die Durchführung eines gemeinsamen sektorübergreifenden Clearingverfahrens Rechtskonformität in Kraft getreten. Hinter dem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich ein gemeinsames Verfahren von Krankenhausgesellschaft, Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung, mit dem Verträge zwischen Vertragsärzten und Krankenhäusern auf ihre Vereinbarkeit mit dem Krankenhaus­recht, dem Berufsrecht und dem Vertragsarztrecht geprüft werden. Durch die Prüfung soll insbesondere ausgeschlos­sen werden, dass Leistungen sowohl im Rahmen der KV-Gesamtvergütung als auch im Rahmen von Kooperati­onsvereinbarungen mit Krankenhäusern doppelt vergütet werden. Neben dem Berufsrecht, dem SGB V, den Bundesmantelverträgen und – hinsichtlich der Krankenhausgesellschaft – dem Wettbe­ werbsrecht sind auch ei­gene und etwaige Leitlinien bzw. Rahmenempfehlungen der Partner auf Bundes­ebene (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Deutsche Krankenhausgesellschaft) zu berücksichtigen. Soweit Ver­tragsärzte beabsichtigen, Kooperationsverträge mit Krankenhäusern abzu­schließen, sollten sie auch ihre pro­spektiven Vertragspartner zur Nutzung des Clearingverfahrens anregen. Der Prüfungsantrag kann an die Kran­kenhausgesellschaft, die Ärztekammer oder die Kassenärztliche Ver­einigung gerichtet werden, woraufhin die angerufene Stelle das gemeinsame Prüfverfahren einleitet, wel­ches letztlich mit einer gemeinsamen Beurteilung der drei Institutionen endet. Die Dokumentation und Archivie­rung sämtlicher Antragsvorgänge erfolgt bei der Ärz­tekammer.

Clearingverfahrens. Für die Kassen­ärztliche Vereinigung besteht darüber hinaus ein Zuständigkeitsausschluss, soweit im Rahmen von integrierten Versorgungsverträgen ihr Sicherstellungsauftrag eingeschränkt ist. Die vollständige Vereinbarung ist nachstehend auf der rechten Seite (29) abgedruckt. Die Kontaktanschriften für Clearinganträge sind: Ärztekammer Schleswig-Holstein Marion David, Rechtsabteilung, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 803 168, Fax 04551 803 188 E-Mail marion.david@aeksh.org Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e. V. Carmen Brinkmann, Feldstraße 75, 24105 Kiel Tel. 0431 88 105 0, Fax 0431 88 105 15, E-Mail mail@kgsh.de Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Esther Petersen, Abteilung Recht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 230, Fax: 04551 883 399, E-Mail esther.petersen@kvsh.de Klaus-Henning Sterzik, Justiziar der KVSH

Allerdings findet ein Clearingverfahren nur statt für vollständig eingereichte Kooperationsverträge. Isolierte Fra­gen oder Auskunftsbegehren unterfallen nicht dem Aufgabenbereich des 28

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aktuell

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PRAXIS  & KV

Vereinbarung

über die Durchführung eines gemeinsamen sektorübergreifenden Clearingverfahrens Rechtskonformität zwischen der Ärztekammer Schleswig-Holstein und der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein und der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein Präambel Zur Umsetzung der Gemeinsamen Empfehlungen der Bundesärztekammer

ÄKSH, KGSH und KVSH prüfen die Vollständigkeit und wirken ggf. unter ange-

(BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Deutschen

messener Fristsetzung auf eine Vervollständigung hin. Werden fehlende

Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Errichtung von „Clearingstellen“ auf

Unterlagen auch auf gesonderte Aufforderung nicht vorgelegt, findet kein

Landesebene zur rechtlichen Bewertung von Kooperationen bei der Pati-

Clearingverfahren statt.

entenversorgung zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern schließen die Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH), die Krankenhaus-

Nach der ordnungsgemäßen Antragstellung bei der ÄKSH, KGSH oder KVSH

gesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) und die Kassenärztliche Vereinigung

werden die Antragsunterlagen den jeweils anderen beiden Trägern des

Schleswig-Holstein (KVSH) die nachfolgende Vereinbarung. Dabei findet der

Clearingverfahrens zur Verfügung gestellt. ÄKSH, KGSH und KVSH geben

zwischen der DKG, KBV und BÄK bestehende Konsens Berücksichtigung, dass

grundsätzlich nach gemeinsamer mündlicher Erörterung – ggf. in Form einer

damit nicht grundsätzlich die Bildung organisatorisch selbstständiger Prüf-

Telefonkonferenz – eine Beurteilung zur Rechtskonformität der zu prüfenden

gremien auf Landesebene intendiert ist (vgl. Beschluss der BÄK und der KBV

Kooperation ab. Diese wird mit den wesentlichen Gründen, ggf. auch Beden-

vom 15.04.2010, Gemeinsames Arbeitspapier von BÄK, KBV und DKG vom

ken und Vorbehalten einzelner Vereinbarungspartner, durch die erstkontak-

28.05.2010).

tierte Organisation zusammenfassend formuliert.

Paragraf 1 ÄKSH, KGSH und KVSH treffen im Folgenden Regelungen zur

Kommen ÄKSH, KGSH und KVSH zu dem Ergebnis, dass die zu prüfende

Durchführung eines gemeinsamen sektorübergreifenden Clearingverfahrens

Kooperation nicht rechtskonform ist, können – sofern möglich – gegenüber

Rechtskonformität (im Folgenden „Clearingverfahren“ genannt).

den Kooperationspartnern entsprechende Änderungsempfehlungen ausgesprochen werden.

Paragraf 2 ÄKSH, KGSH und KVSH werben bei ihren Mitgliedern dafür, dass diese auch ihren (prospektiven) Vertragspartnern in der zu prüfenden Koo-

Die Ärztekammer dokumentiert und archiviert die Vorgänge.

peration die Nutzung des Clearingverfahrens empfehlen. Paragraf 5 Halten ÄKSH, KGSH und KVSH die Hinzuziehung von externen Paragraf 3 ÄKSH, KGSH und KVSH prüfen Verträge niedergelassener Ärzte

Sachverständigen für erforderlich, können sie dies einstimmig beschließen.

mit Krankenhäusern insbesondere auf ihre berufsrechtliche und vertragsarz-

Dadurch entstehende Kosten werden zu gleichen Teilen getragen. Anson-

trechtliche und – für die Seite der Krankenhäuser – krankenhausrechtliche

sten tragen ÄKSH, KGSH und KVSH ihre Kosten selbst.

sowie die damit einhergehende wettbewerbsrechtliche (UWG) Zulässigkeit. ÄKSH, KGSH und KVSH prüfen auch, ob Kooperationsverträge dazu führen

Paragraf 6 Zur Abstimmung des Verfahrens und gegebenenfalls Aktualisie-

können, dass gegen Vorschriften des SGB V und des Bundesmantelver-

rung dieser Verfahrensordnung sollen ÄKSH, KGSH und KVSH mindestens ein-

trages-Ärzte verstoßen wird. Insbesondere soll dabei ausgeschlossen sein,

mal im Jahr zu einem gemeinsamen Treffen zusammenkommen.

dass Leistungen sowohl im Rahmen der KV-Gesamtvergütung als auch im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen mit Krankenhäusern doppelt ver-

Paragraf 7 Diese Vereinbarung tritt zum 01.02.2011 in Kraft. Sie kann von

gütet werden. ÄKSH, KGSH und KVSH erstellen dazu gemeinsam eine ent-

der ÄKSH, KGSH oder KVSH binnen einer Frist von einem Monat zum Quartals-

sprechende Beurteilung. Eigene und etwaige Leitlinien bzw. Rahmenemp-

ende gekündigt werden.

fehlungen der Partner auf Bundesebene (BÄK, KBV und DKG) sind bei der Beurteilung der Kooperation ebenfalls zu berücksichtigen. Paragraf 4 Die Einleitung der Prüfung erfolgt auf Antrag eines (prospektiven) Kooperationspartners. Dieser Antrag ist schriftlich an die ÄKSH, KGSH oder KVSH zu richten und muss sämtliche Vereinbarungsinhalte und die dazugehörigen Unterlagen enthalten. Dem Antrag sind Erklärungen sämtlicher an der zu prüfenden Kooperation beteiligten Partner beizufügen, wonach sich diese mit der Durchführung des Clearingverfahrens durch die ÄKSH, KGSH und KVSH einverstanden erklären. Die Antragstellung ist für den Antragsteller nicht mit Kosten verbunden. Im Fall einer bundeslandübergreifenden Kooperation ist der Antrag an die für die Durchführung des Clearingverfahrens zuständige Ärztekammer, Krankenhausgesellschaft oder Kassenärztliche Vereinigung des Bundeslandes zu richten, in dem der Arzt niedergelassen ist.

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PRAXIS  &  KV S ubstitution

Weg aus der Abhängigkeit Opiatabhängige beim Ausstieg aus ihrer Sucht zu unterstützen, ist eine elementare Aufgabe der niedergelassenen Vertragsärzte. In Schleswig-Holstein nehmen sich derzeit 106 Ärzte im Rahmen des Substitutionsprogramms der über 3.100 Ausstiegswilligen an. Zu wenige, um eine flächendeckende Versorgung sicherstellen zu können. Dr. Harald Buermann, Lübecker Hausarzt mit 20 Substitutionspatienten, gab der Redaktion einen Einblick in seine Arbeit. richt der Bundesregierung aus dem Jahr 2009 wieder deutlich an. Durch den Konsum illegaler Drogen kamen 1.449 Menschen ums Leben – 3,9 Prozent mehr als 2007. Die höchste Zahl seit 2003. In Schleswig-Holstein waren es mit 48 Personen knapp 10 Prozent mehr gegenüber 2007. Hilfe aus Überzeugung Buermann hilft aus Überzeugung. Doch auch er musste anfangs dazu überredet werden. Heute wie damals: Substitution bringt auch Probleme mit sich. Deshalb möchten viele seiner Kollegen sie lieber den Drogenambulanzen überlassen. Für ihn aber gehört die Substitution zu einem umfassenden Angebot für seine Patienten und ist ein Teil seiner gesellschaftlichen Verantwortung. „Sucht“, so Buermann, „ist ein Problem, dass uns Hausärzten täglich begegnet.“

Buermann erhielt 1995 seine Genehmigung zur Substitutionsbehandlung von Opiatabhängigen. Dafür muss ein Arzt ein 50-stündiges Weiterbildungs-Curriculum zur Suchtmedizinischen Grundversorgung bei der Ärztekammer absolvieren. Durchaus sinnvoll, Dr. Buermann erhielt 1995 seine Genehmigung zur Substitutionsbehandfindet Buermann, denn: Wer Drogenabhängigen helfen will, sollte lung von Opiatabhängigen etwas von ihnen verstehen. Den typischen Drogenabhängigen Noch bevor die ersten Patienten eintreffen, eilt Thomas R. die gibt es nicht. Einige sind gut sozial integriert, wirken gepflegt, schmale Treppe zum Obergeschoss im Paracelsus-Gesundheits- haben Jobs. Andere leiden an psychischen Störungen wie Psyzentrum hinauf. Von der Empfangsmitarbeiterin wird Herr R. chosen oder einem Borderline-Syndrom, die neben der Sucht gleich zum Labor durchgewunken. Dort steht ein Becher mit bestehen können und die Prognose erheblich verschlechtern. Die 10 ml Methadon bereit. Ein kurzes „Moin“, ein schneller Schluck Sucht ist dann ein bedeutsamer Teil einer solchen Erkrankung: „Da und schon ist Thomas R. wieder unterwegs zu seiner Arbeitsstelle müssen wir dann auch mal sagen: Wir sind hier überfordert und in einem Baubüro. eine psychiatrische Mitbehandlung extrem wichtig. Dann sind die Fachambulanzen besonders gefragt.“ Thomas R. ist seit zweieinhalb Jahren Substitutionspatient in der hausärztlichen Praxis von Dr. Harald Buermann und seinen fünf Die Zahl der ausstiegswilligen Abhängigen steigt an. Waren laut Kollegen im Lübecker Stadtteil Moisling. Buermann hilft bereits Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 2002 bunseit 1995 Drogenabhängigen aus dem Teufelskreis der Sucht. desweit 46.000 Substitutionspatienten registriert, sind es 2008 „Opiatabhängig zu sein bedeutet,“ sagt Buermann, „dass sich bereits 72.200. Ein Trend, der sich auch in Buermanns Praxis die Welt vollkommen verändert. Das Schreckliche daran ist, dass bemerkbar macht. Alle 40 Substitutionsplätze der Berufsausdurch die Substitution das Gedächtnis nicht ausgeschaltet wird. übungsgemeinschaft sind belegt. Mehr sei nicht leistbar, weil Was Opiate verursacht haben, ist auf ewig eingebrannt, sowohl sonst die Qualität durch Überwachung und Kontrollen leide. Da psychisch als auch biochemisch. Dieses Gedächtnis schreit ab und es in Lübeck nur vier, deutlich zu wenig, substituierende Praxen zu: Jetzt hab ich Frust, jetzt brauche ich ein anderes Erleben. Doch gibt, wuchs das Einzugsgebiet der Praxis über die Stadtteilgrendiese Klippe gilt es, ohne Droge zu umschiffen. Wir alle wissen, zen hinaus. Ein großer Teil der Lübecker Drogenabhängigen wird wie wir uns durch Substanzen manipulieren. Wer aber zu Opiaten in der örtlichen Drogenambulanz substituiert. Dort kümmert man greift, ist besonders bitter dran.“ sich intensiv um problematische Patienten und Abhängige mit schweren psychischen Begleiterkrankungen. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 200.000 Menschen in Deutschland Opiate, Kokain und Amphetamine injizieren. Die Zahl der Drogentoten stieg insgesamt nach dem letzten Drogenbe30

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PRAXIS  & KV Behandlung wird akribisch vorbereitet Die Patienten kommen direkt zu Buermann ins Gesundheitszentrum oder werden von der Drogenberatung geschickt. Die einzige Voraussetzung, um ins Programm zu kommen, ist eine mehr als zweijährige Abhängigkeit von Opiaten. Für jeden Patienten wird bei Beginn der Behandlung eine Checkliste abgearbeitet. Erst wenn Voraussetzungen zur Behandlung geprüft wurden, Meldungen und Rückmeldungen an und von KV, Krankenkasse und Bundesopiumstelle erfolgten, Berichtsbögen, Anamnese und Untersuchungsdokumentationen vorliegen, beginnt die Behandlung. Mit den Patienten schließt Buermann immer einen Behandlungsvertrag ab. Damit erklärt sich der Patient immer bereit zur Überprüfung des Beikonsums zu sein und erklärt sich mit einer Schweigepflichtsentbindung gegenüber der Drogenberatungsstelle einverstanden. Neben der medizinischen und pharmakologischen Behandlung ist die psychosoziale Betreuung ein wichtiger Teil der Therapie. „Bei uns erhalten die Substituierten einzelne Termine, so gibt es keine Warteschlangen. Das ist auch wichtig, um die Kontakte mit anderen Abhängigen zu verringern und den wichtigen Abbruch der Kontakte zur „Szene“ zu erleichtern. Und auch die übrigen Patienten bekommen wenig davon mit,“ berichtet Buermann. Bei Nachfragen werden sie offen über unser Substitutionsprogramm informiert. Nicht schwer, denn Buermann ist überzeugt von seinem Einsatz: „Wir lösen gleichzeitig auch einen Teil vom gesellschaftlichen Problem, sprich Verringerung der Kriminalität. Das hilft auch unseren Patienten. Und das verstehen sie.“ Thomas R. kommt täglich in die Praxis um sein Methadon einzunehmen. Wie die meisten Berufstätigen schon morgens vor der Arbeit. Andere Patienten haben ihren Termin um die Mittagszeit, wenn das Labor wieder frei vom üblichen hausärztlichen Betrieb ist. Neben Methadon wird auch mit L-Polamidon substituiert. Es handelt sich um eher dämpfende Substitutionsmittel. Patienten, die weniger beeinträchtigt sein wollen, bekommen Subutex –immerhin fast 40 Prozent der Substituierten. Mindestens einmal im Monat führt Buermann ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und erstellt gemeinsam mit ihm den weiteren Behandlungsplan. Keine unrealistischen Erwartungen Den Beikonsum prüft eine Mitarbeiterin bei Thomas R. unangekündigt per Urintest mindestens einmal pro Monat – seit zweieinhalb Jahren ohne Befund. Bei anderen wird auch schon mal häufiger getestet. Dennoch: „Dass jemand im ersten halben Jahr konsumfrei ist, ist eher unrealistisch,“ sagt Buermann. „Es gilt erst einmal herauszufinden, wie viel Substanz jemand braucht, um keine Entzugserscheinungen zu haben. Es ist auch ein Entzug vom Kick des Nadeleinstichs. Das ist eine verdrehte Welt, die man wenigstens versuchen muss zu verstehen. Bei regelmäßigem Beikonsum drängen wir spätestens nach drei Monaten die Patienten zur Beikonsumentgiftung. Betrugsversuche werden abgemahnt und bei Wiederholung das Programm beendet.“ Es ist ein Erfolg der Substitution, dass mehr Drogenabhängige länger leben. Dadurch ergeben sich auch neue Probleme: Experten sind sich einig, dass über 40-jährige Drogenabhängige häufig vor vergleichbaren Gesundheitsproblemen stehen wie normalerweise 70-Jährige. Buermann hält nichts vom schnellen Ausstieg: „Wenn man die Dauer der Drogenkarrieren von 20 oder 30 Jahren betrachtet, ist ein Ausstieg innerhalb von ein bis zwei Jahren nicht 3 | 2011

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realistisch. Da muss ein deutlich längerer Zeitraum veranschlagt werden. Fast ihr ganzes Leben drehte sich alles nur um die Drogenbeschaffung. Manche brauchen drei, vier Anläufe bevor sie einen echten Ausstieg schaffen, andere mit schweren Begleiterkrankungen sogar eine lebenslange Begleitung. Man erlebt viele Überraschungen – positiv wie negativ,“ sagt Buermann, „wenn man beim Erstkontakt eine Prognose abgegeben hat.“ Buermann ist Mitglied der Qualitätssicherungskommission Drogensubstitution der KVSH. Mit dem Sachverstand ihrer ärztlichen Mitglieder prüft die KVSH durch Stichproben die Qualität der Substitutionsbehandlung in Schleswig-Holstein. Dazu muss jeder Arzt bis zu fünf Falldokumentationen nach vorgegebenem Standard vorlegen. Anhand dieser Dokumentationen wird die Indikation überprüft. Liegt ein Behandlungsplan vor? Wurde der Plan an die Umstände angepasst? Wurden Behandlungsziele bereits erreicht? Nach fünf Jahren durchgehender Substitutionsbehandlung gibt es immer eine Überprüfung durch die Kommission. „Das bedeutet nicht das Ende der Substitution. Denn mit plausibler Begründung wird auch eine Substitution darüber hinaus fortgeführt,“ sagt Buermann. Wie seine Kollegen in der Kommission wünscht sich auch Buermann, dass sich mehr Ärzte dem Thema Substitution stellen. Vor allem auf dem Land sind ganze Regionen in SchleswigHolstein nicht ausreichend versorgt. „Der steigenden Anzahl Ausstiegswilliger sollten die Ärzte im Land die nötige Hilfe zukommen lassen,“ ist Buermann überzeugt. „Sucht ist eine Krankheit. Und dafür sind wir da.“ Im Qualitätsbericht 2009 der KVSH finden Sie zusätzlich zu dieser Reportage ein Interview mit einem Substitutionspatienten von Dr. Buermann. (im Internet unter www.kvsh.de/db2b/upload/news/KVSH_ QB09_RZ_final_low.pdf ) Detlef Greiner, KVSH

Anzahl Substituierte (Stichtag 01.01.2011)

Kreis

Anzahl substituierender Ärzte (Stichtag 01.01.2011) 4

Dithmarschen

15

Flensburg

254

7

Herzogtum-Lauenburg

92

3

Kiel

1.252

10

Lübeck

333

12

Neumünster

92

6

Nordfriesland

181

11

Ostholstein

39

8

Pinneberg

91

8

Plön

62

1

Rendsburg-Eckernförde

243

8

Schleswig-Flensburg

141

5

Segeberg

184

9

Steinburg

49

8

Stormarn

96

6

Gesamt

3.124

106

aktuell

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PRAXIS  &  KV B ekanntmachungen

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Praxen zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Fachgebiet

Planungs­bereich*

Praxisform

Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­nummer

Psychotherapie

Ostholstein

EP

30.04.2011

489/2011

Psychotherapie

Dithmarschen

EP

30.04.2011

2663/2011

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). **

Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern:

Hinweis:

Bewerbungen richten Sie bitte an: KVSH, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

04551 883 378 04551 883 291

Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden­ führungszeugnis) zu beantragen.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden rechtskräftig zur Vertragspraxis zugelassen: Stadt Kiel Frau Katja Sellhoff als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin für 24145 Kiel, Zum Schlüsbeker Moor 52. Frau Dr. med. Maren Fritzke als ausschließlich psychotherapeutisch tätige Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie für die ausschließliche Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einem halben Versorgungsauftrag für 24103 Kiel, Am Exerzierplatz 19.

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Herr Gerhard Leinz, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit halbem Versorgungsauftrag in 24114 Kiel, Harmsstraße 76, hat ab 01.01.2011 die Genehmigung zur Beschäftigung von Frau Dipl.-Psych. Jana Stipp als angestellte Psychologische Psychotherapeutin in einer Halbtagstätigkeit (20 Stunden) in seiner Vertragspraxis in Kiel erhalten. Frau Stipp hat die Angestelltenstelle von Frau Dr. Kittner übernommen. Stadt Neumünster Frau Dipl.-Psych. Claudia Tiefert gemäß Paragraf 101 Abs. 1 Nr. 4 sowie Abs. 3 Satz 1 SGB V (Job-Sharing) in Verbindung mit den Paragrafen 23 a bis h Bedarfsplanungs-Richtlinie als Psychologische Psychotherapeutin für 24534 Neumünster, Großflecken 39.

aktuell

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PRAXIS  & KV B ekanntmachungen Frau Dipl.-Psych. Claudia Tiefert und Frau Dipl.-Psych. Maren Hofmann, Psychologische Psychotherapeutinnen, haben die Genehmigung zur Führung einer Berufsausübungsgemeinschaft in Neumünster erhalten. Kreis Pinneberg Frau Dr. med. Martina Roscher ab 1. April 2011 als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie für 22869 Schenefeld, Hauptstraße 33 -37, für einen halben Versorgungsauftrag als Nachfolgerin von Herrn Dr. med. Hansheinrich Pappert.

Frau Dr. med./Univ. Bordeaux II Angela Valentin als ausschließlich psychotherapeutisch tätige Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit halbem Versorgungsauftrag für 24837 Schleswig, Stadtweg 78, als Nachfolgerin für Frau Dipl.-Psych. Heidemarie Erdmann. Frau Dr. med./Univ. Bordeaux II Angela Valentin als ausschließlich psychotherapeutisch tätige Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit halbem Versorgungsauftrag für 24837 Schleswig, Stadtweg 78, als Nachfolgerin für Frau Dipl.-Psych. Anke Karsten.

Kreis Schleswig-Flensburg Frau Dipl.-Psych. Renate Mohaupt ab 1. April 2011 als Psychologische Psychotherapeutin mit halbem Versorgungsauftrag für 24837 Schleswig, Lutherstraße 12, als Nachfolgerin für Herrn Dr. med. Thomas Meyer-Diewock.

K olumne

Freiheit Treffen sich drei Ärzte. Jetzt kommt ausnahmsweise mal kein Witz, sondern es wird sehr ernst. Der eine berichtet: „Ich habe eine ältere Patientin mit einer fortgeschrittenen Lungenerkrankung in Behandlung, die dringend eine stationäre Rehabilitation benötigt. Den Antrag dafür hat die Krankenkasse abgelehnt, weil die Patientin immer noch raucht. Wird inzwischen gesundheitsschädliches Verhalten zum Vorwurf, ja zur persönlichen Schuld gemacht, um Patienten medizinische Leistungen vorzuenthalten? Das wäre mir neu.“ Der zweite Arzt runzelt die Stirn und antwortet: „Die Krankenkasse hat doch völlig recht! Die Lungenkrankheit lässt sich nur bessern, wenn die Patientin sofort mit dem Rauchen aufhört. Warum soll die Allgemeinheit für Uneinsichtigkeit und zügelloses Verhalten bezahlen? Ich befürworte doch bei einem Alkoholiker auch keine Lebertransplantation!“ Der dritte Arzt sieht das anders: „Bin ich Arzt oder bin ich Gesundheitspolizist? Zu Ende gedacht dürfte ich die Patientin doch überhaupt nicht mehr behandeln, solange sie raucht. Wo soll das denn hinführen? Soll ich denn einem verletzten Fußballspieler das gerissene Kreuzband nicht nähen, weil er nach der Ausheilung sofort weiterspielt? Soll ich einen schwerverletzten Motorradfahrer nicht stundenlang operieren, wochenlang stationär behandeln, monatelang in Rehabilitation schicken, weil er danach wieder auf seine Maschine steigen wird? Und wer nimmt eigentlich uns Ärzte an die Zügel, wenn wir 80 oder 100 Stunden in der Woche arbeiten, um dann irgendwann mit einem Burnout psychosomatische Kliniken zu bevölkern?“

Die drei Ärzte werden noch lange diskutieren. Am Ende können sie sich vielleicht einigen, denn sie wissen, dass sie immer nur Helfer, Berater und Begleiter ihrer Patienten sein können. Und als Ärzte auch immer nur als Teil des herrschenden Zeitgeistes handeln. Die gängigen Vorstellungen über Nikotin und Alkohol ändern sich stetig. Wer sich einen Kinofilm aus den fünfziger Jahren anschaut, wird von rauchenden Ärzten im Sprechzimmer überrascht. Und noch vor etwa 25 Jahren konnte ein späterer Außenminister sagen: „Der Bundestag ist eine unglaubliche Alkoholikerversammlung, die teilweise ganz ordinär nach Schnaps stinkt.“ Zur Freiheit der Lebensführung gehört auch die Freiheit zu ungesundem Leben. Kann man sich denn vorstellen, einem übermäßig dicken Diabetiker das Insulin zu verweigern, solange er sein Gewicht nicht endlich reduziert? Gesundheit darf nicht zur Bürgerpflicht werden. Sie muss Teil unserer Freiheit bleiben. Dr. Bernd Hontschik, Facharzt für allgemeine Chirurgie, Frankfurt am Main

Quelle: Frankfurter Rundschau, 2010

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Immer mehr Arbeitnehmer psychisch krank Ein ungebrochener Trend Anteil der Krankheiten an den Arbeitsunfähigkeitstagen 2008 in Prozent Verletzungen

Muskel/ Skelett

12,6 12,5 24,2 %

Atemwege

8,3

Psyche

6,9 Sonstige

29,0

6,5

Herz/Kreislauf Verdauung

Entwicklungen* der psychischen Erkrankungen seit 1995 (=100%) 2001 127,4 1998 1995 1996 100 95,1 1997 96,3 91,0

2000 118,2

1999 102,6

2005 137,2

2003 127,6 2002 132,0

2004 139,8

*Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Erkrankungen

2006 137,6

2008 157,2 2007 150,1

Quelle: AOK

Bereits seit längerer Zeit wird in Europa festgestellt, dass die psychischen Belastungen in der Arbeitswelt deutlich zunehmen. Und auch deutsche Arbeitnehmer sind von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. Im europäischen Vergleich lässt sich feststellen, dass die psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz hierzulande sogar besonders stark zunehmen. Psychosoziale Belastungen sind neben den physischen Belastungen des Muskel-SkelettApparates eine häufige Ursache für arbeitsbedingte Beschwerden und Erkrankungen. Sie verursachen viel menschliches Leid, aber auch enormen betriebs- und volkswirtschaftlichen Schaden. Krankenkassen verzeichnen einen kontinuierlichen Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage bedingt durch psychische Erkrankungen. Was sind psychosoziale Belastungen? Um in der europäischen Arbeitswelt eine Verständigungsgrundlage zu haben, wurde vom Internationalen Normenausschuss Ergonomie bereits vor längerer Zeit eine einheitliche Begriffsklärung herbeigeführt. So versteht man unter psychosozialen Belastungen die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken und/oder belasten. Die Einflüsse können aus den Arbeitsmitteln und der Arbeitsumwelt, den Anforderungen der Arbeitstätigkeit, den Sozial- und Organisationsfaktoren sowie gesellschaftlichen Faktoren entstehen. Ursachen belastender Einflüsse können sein: Zunehmender Leistungs- und Konkurrenzdruck, konfliktbelastete Kommunikation unter Kollegen (Mobbing), Arbeitsverdichtung und knappe Personalbemessung, unangemessener Zeit- und Termindruck, Informationsmangel oder –überflutung, unklare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, Angst vor Arbeitslosigkeit oder fehlende Handlungsspielräume am Arbeitsplatz. Viele der beispielhaft aufgeführten Belastungen treten häufig in Kombination auf und nicht isoliert. Zudem verursachen diese Belastungen nicht nur psychische Erkrankungen, sondern verstärken auch andere Erkrankungen wie z. B. Herz-Kreislauferkrankungen und MuskelSkeletterkrankungen.

Betriebliche Gesundheitsförderung ist erweitert worden Wenn auch spät, aber es wurde auch in Deutschland gegengesteuert. So wurden die Arbeitsschutzgesetze geändert und die betriebliche Gesundheitsförderung vorangetrieben, alles um ein besseres betriebliches Gesundheitsmanagement zu etablieren, welches auch die psychosozialen Einflüsse berücksichtigt. Auch können Arbeitnehmer seit 2002 von ihrem Arbeitgeber Schmerzensgeld verlangen, wenn er nicht alles tut, um Gesundheitsverletzungen durch Mobbing oder Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung in seinem Unternehmen zu verhindern oder dagegen vorzugehen. Das Europäische Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung, welches auf nationaler Ebene von Bundesministerium für Gesundheit und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin angeführt wird, bietet einen Unternehmens-Check „Psychische Gesundheit“ an, um die Qualität der Maßnahmen und Angebote zur Förderung der seelischen Gesundheit im Unternehmen zu beurteilen. Bisherige Maßnahmen unzureichend Trotz allem registrieren Krankenkassen weiterhin einen Anstieg psychischer Erkrankungen von Arbeitnehmern. Kürzlich hat die Unternehmensberatung GS Consult in Hamburg eine Umfrage unter Arbeitnehmervertretern gestartet und dabei auch die Frage gestellt, ob die psychosozialen Belastungen für die Arbeitnehmer zugenommen hätten. Befragt wurden bundesweit 232 Unternehmen unterschiedlicher Branchen mit einer Mitarbeiterzahl von mindestens 100. Von dem sehr aussagekräftigen Ergebnis war, so der Geschäftsführer Giovanni Sciurba, die Beratungsfirma selbst überrascht. 89 Prozent der befragten Arbeitnehmervertreter gaben an, dass die psychosozialen Belastungen der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zugenommen hätten. Und von einem Teil aus der Gruppe der übrigen 11 Prozent der Befragten wurde berichtet, dass es zwar psychosoziale Belastungen gebe, deren Zunahme aber durch wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen gestoppt werden konnte. Dies ist nicht unbedingt ein befriedigendes Ergebnis und so konstatiert Sciurba: „Heute gibt es Betriebsvereinbarungen, die regeln, wie hoch ein Schreibtisch sein muss, wie die Lärmbelästigung sein darf, was bei Alkoholmissbrauch eines Mitarbeiters zu tun ist. Beim Thema psychosoziale Belastungen jedoch herrscht in Unternehmen große Unsicherheit.“ Sciurba zeigt in seiner Studie Bausteine einer Lösung auf, ein Patentrezept hat auch er nicht. Es scheint, dass bei dieser globalen Problematik Politik und Gesellschaft – Arbeitnehmer und Arbeitgeber nur gemeinsam eine Verbesserung herbeiführen werden können. Solange werden Ärzte und Psychotherapeuten wohl weiterhin eine Zunahme von Depressionen, Erschöpfungssyndromen und Angststörungen bei Berufstätigen verzeichnen müssen. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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PRAXIS  & KV neues aus K V en und K B V

Hausärztliche KV-Eigenpraxis eröffnet

Neue Notfallnummer in Westfalen-Lippe

Dresden – In Arzberg wurde die erste hausärztliche Praxis der KV Sachsen eröffnet. Nach Thüringen ist Sachsen damit das zweite Bundesland, das diese Form der ambulanten medizinischen Versorgung versucht. KV-Eigenpraxen sind die „Ultima Ratio“, wenn keine andere Möglichkeit mehr gegen den regionalen Ärztemangel hilft. Der Vorstandsvorsitzende der KVS, Dr. Klaus Heckemann, blickt auf einen zweijährigen Kampf voller Hoffnungen und Enttäuschungen durch Bewerber, die sich letztlich anders entschieden, zurück: „Geht man nach der Zahl derer, die jetzt sagen, sie hätten die Idee für diese Praxis gehabt, können wir heute einen großen Erfolg feiern, denn dieser hat bekanntlich viele Väter.“ Heckemann betont: „Ziel bleibt die eigene Niederlassung, deshalb erfolgt die Anstellung auf maximal zwei Jahre befristet.“

Dortmund – Seit dem 1. Februar 2011 hat der reformierte Notfalldienst im Landesteil Westfalen-Lippe seinen Betrieb aufgenommen. Damit gelten für die Patienten ab diesem Datum neue Versorgungsstrukturen, wenn sie außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten dringend einen Arzt benötigen. Neben der neuen, westfalenweit einheitlichen Notfallnummer 0180 50 44 100 (14 ct/Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 42 ct/Minute) stehen künftig 67 Notfallpraxen als Anlaufstelle für die ambulante Notfallversorgung zur Verfügung. „Die neuen Strukturen bringen für Ärzte und Bürger nicht nur Veränderungen, sondern auch zahlreiche Vorteile mit sich. Mit der Notfalldienstreform haben wir die ambulante Notfallversorgung der Bevölkerung wesentlich professionalisiert und auf Jahre hinaus erheblich stabilisiert“, sagte der 1. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung WestfalenLippe (KVWL), Dr. Wolfgang-Axel Dryden.

Chronikerprogramme helfen den Patienten

„Mogelpackung“ Honorarerhöhung für Hausbesuche

Düsseldorf – Mehr als 700.000 chronisch kranke Patienten in der Region Nordrhein nehmen an einem sogenannten Disease-Management-Programm (DMP) teil und die Qualität ihrer Versorgung wird immer besser. Das zeigt der aktuelle DMP-Qualitätssicherungsbericht, der auf rund 13 Millionen Behandlungsdaten aus den Jahren 2003 bis 2009 basiert. Bei chronisch Kranken, die in Nordrhein an einem DMP teilnehmen, treten deutlich weniger Komplikationen als erwartet auf, und schwere Krankheitsverläufe werden häufig vermieden. „Die Qualität der Versorgung steigt bei jeder der sechs chronischen Erkrankungen, für die es ein DMP gibt“, sagt Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. „Die Patienten profitieren nicht nur gesundheitlich von den DMP, sie sind auch zufriedener mit ihrer individuellen ärztlichen Betreuung“, betont Cornelia PrüferStorcks, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg. Den Patienten steht eine große Auswahl an Praxen zur Verfügung, die an den DMP teilnehmen. „Rund 80 Prozent aller Hausärztinnen und Hausärzte in Nordrhein sind mindestens an einem der DMP beteiligt“, sagt Dr. Lutz Altenhofen, der das DMP-Projektbüro des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Köln leitet.

Hamburg – Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) warnt davor, dass durch die geplante Erhöhung des Honorars für Haus- und Heimbesuche insgesamt weniger Geld für die Grundversorgung zur Verfügung stehen wird. Grund dafür ist die Herausrechnung der Besuche aus den Regelleistungsvolumen (RLV), um sie höher als bisher vergüten zu können.. „Das ist das System ,rechte Tasche – linke Tasche‘“, erklärte dazu der stellvertretende Vorsitzende der Vertreterversammlung der KVHH, Dr. Stephan Hofmeister. Er bezeichnet die Honoraraufstockung als „Mogelpackung“. Angesichts knapper Mittel könnten die Hamburger Ärzte die vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossene Honorarerhöhung gar nicht aus eigener Tasche finanzieren, betonte auch der Vorsitzende der KVHH, Dieter Bollmann. „Wir müssen die zusätzlichen Gelder bei den Krankenkassen einfordern“, forderte er. Doch das sei kaum zu erreichen, denn die KVHH kämpfe schon seit Jahren für ein höheres Honorar für Haus- und Heimbesuche, erklärt Bollmann. Doch nur die AOK Rheinland/Hamburg war bislang bereit, die Hausbesuchstätigkeit deutlich besser zu honorieren – im Rahmen des mit der KVHH vereinbarten Vertrages zahlt die AOK insgesamt 30 Euro.

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PRAXIS  &  KV S ervice

Sie fragen - wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Kann der Sehtest als Kassenleistung erbracht werden? Ja, der Sehtest ist eine Kassenleistung, wenn der behandelnde Arzt eine medizinische Notwendigkeit feststellt. Eine gesonderte Abrechnungsziffer gibt es nicht, der Sehtest ist mit der Grundpauschale abgegolten. Verlangt der Patient auf eigenen Wunsch nach einem Sehtest, so ist dieser dem Patienten privat in Rechnung zu stellen.

Was ist bei der Abrechnung von Sozialversicherungsabkommen (SVA) zwingend zu beachten? Um Regressen seitens der Krankenkassen vorzubeugen, müssen die Formulare Muster 80 und 81 vollständig ausgefüllt werden. Auch die Angabe der 12-stelligen Personenkennziffer ist anzugeben, da eine Zuordnung des Patienten dem Kostenträger ansonsten nicht möglich ist.

Ich habe gehört, dass die Ziffer 01435 EBM bei jedem weiteren Arzt-PatientenKontakt abgerechnet werden kann/soll. Ist das richtig? Nein, weiterhin gilt, dass die Ziffer 01435 nur abgerechnet werden kann, wenn keine Grund- oder Versichertenpauschale in demselben Arztfall in Ansatz gebracht wurde. Voraussetzung ist außerdem eine telefonische Beratung des Patienten oder anderer mittelbarer Arzt-Patienten-Kontakt und gilt somit nicht bei persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt. Für weitere Arzt-Patienten-Kontakte kann in Schleswig-Holstein zur Dokumentation die Pseudo-GOP 99090 in Ansatz gebracht werden. Diese Ziffer ist allerdings ohne Bewertung.

Kann die Pseudo-GOP 99075 – Brief im Rahmen der onkologischen Nachsorge – jetzt nicht mehr abgerechnet werden? Doch, die Ziffer kann abgerechnet werden, aber nur noch bei einigen Krankenkassen. Eine Abrechnung ist nur gegenüber den Betriebs- und Innungskrankenkassen möglich.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 36

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die menschen im land

Wie ich es sehe ...

K olumne

Die Aesculap-Natter stirbt aus – und wir Vertragsärzte folgen? Dr. Michael Drews

Es gibt Meldungen aus der Peripherie unseres Gesundheitswesens, die in der täglichen Informationsflut fast zu verschwinden drohen – und doch heute schon fast eine symbolhafte Bedeutung haben. „Die Aesculap-Natter – die größte in Deutschland lebende Schlangenart und Symbol der Ärzte und Apotheker – ist vom Aussterben bedroht. Nur in wenigen Teilen Deutschlands findet man sie überhaupt noch.“ – So stand es neulich in einer Medizinzeitschrift. Wenn man die zukünftige Entwicklung auf dem vertragsärztlichen (vor allem aber dem hausärztlichen) Sektor angesichts der heute herrschenden gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen betrachtet, die Altersstruktur der zurzeit noch praktizierenden Hausärzte etwa in Schleswig-Holstein (aber auch in anderen Bundesländern) und den zukünftigen Bedarf an Medizinern würdigt, dann scheint das Schicksal der Hausärzte (und mit Verzögerung dann wohl auch der Fachärzte?) ein bisschen dem Los der Aesculap-Natter zu gleichen: Hausärzte wie Aesculap-Nattern sind offenbar eine aussterbende und vom Untergang bedrohte Spezies. Doch während sich um das Schicksal der Nattern immerhin noch etliche engagierte Tierschützer kümmern, ist dies bei den gefährdeten Medizinerarten bislang außer entsprechenden verbalen Beteuerungen der Gesundheitspolitiker besonders vor Wahlen nicht so der Fall. So ist es mittlerweile immer schwieriger und fast schon ein Kunststück geworden, Hausarztpraxen abseits der Großstädte auf dem flachen Land und in der Provinz mit willigen Jungmedizinern zu besetzen. Die Situation ist geradezu paradox: Da bilden wir in diesem

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Staat für teures Geld Mediziner aus, die wir zukünftig auch bitter brauchen werden, die dann aber nach bestandenem Examen lieber ins Ausland flüchten und die dort bestehenden Arbeits- und Honorarbedingungen preisen – statt alternativ die Rahmenbedingungen gerade auf dem Land so lukrativ zu gestalten, dass sich Jungmediziner hier bei uns wohlfühlen und zufriedenstellende Berufsbedingungen antreffen. Dass sich erste Kommunen auf regionaler Ebene in Eigenregie zusammentun und durch günstige Startbedingungen Anreize für potenzielle Hausärzte schaffen, ist sicher ein erster Schritt, einem drohenden Ärztemangel abseits der Großstädte wirksam zu begegnen. Ähnliche Initiativen seitens der „großen“ Politik sind aber derzeit nicht auszumachen. Vielleicht müssen analog der Aesculap-Natter zunächst die Hausärzte und später dann die Fachärzte erst auf die rote Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Arten gesetzt werden, bevor die Politik endlich wach wird und wirksam reagiert. Deshalb sollten wir Mediziner das weitere Schicksal der Aesculap-Natter sehr genau und voller Sorge verfolgen – vielleicht spiegelt der Überlebenskampf dieser Schlangenart auch das Schicksal von niedergelassenen Haus- und Fachärzten wider ...

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die menschen im land V or O rt

Schlei-Piraten auf Kurs

Seit acht Jahren organisiert Dr. Carsten Petersen, Internist und Diabetologe aus Schleswig, zusammen mit seinem Praxisteam und dem Holmer Segel Verein Schleswig e.V. Abenteuertage für Kinder mit Diabetes. Ein ehrenamtliches Engagement, das jetzt gewürdigt wurde, denn der 3. Platz des FINE STAR 2010 und 2.500 Euro Preisgeld gingen an das Kinder-Diabetes-Projekt.

Segeln auf alten Schleikähnen, Bogenschießen in Haithabu, Nachtwanderungen oder Klettern im Hochseilgarten: Die Schlei-Piraten, allesamt Kinder und Jugendliche mit Diabetes aus ganz Schleswig-Holstein und einigen anderen Bundesländern, sollen bei den Abenteuertagen vor allem Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit gewinnen. Schon seit 2003 veranstaltet die DiabetesSchwerpunktpraxis von Petersen gemeinsam mit dem Holmer

Segel Verein Schleswig e.V. die Aktionen speziell für Kinder und Jugendliche mit Diabetes. Das jahrelange ehrenamtliche Engagement überzeugte auch die Jury des Preises für kreative KinderDiabetes-Projekte. Sie zeichnete die Schlei-Piraten mit dem 3. Platz des FINE STAR 2010 und einem Preisgeld von 2.500 Euro aus. Nach 2008, als Dr. Simone von Sengbusch von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Lübeck mit dem Projekt einer mobilen Kinder-Diabetes-Schulung den 1. Preis gewann, ist nun schon zum zweiten Mal ein schleswig-holsteinisches Diabetes-Projekt ausgezeichnet worden. „Schlei-Piraten“ bestehen Abenteuer – trotz Diabetes Die Kinder und Jugendlichen erleben während der Abenteuertage viele Aktionen, die Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, eigenständig Lösungen für aufkommende Probleme zu finden, fördern. Sie lernen besonders beim Segeln viel für ihr Leben mit dem Diabetes und haben dabei sogar noch jede Menge Spaß. „Ihr könnt das gleiche wie gesunde Kinder schaffen“, macht Petersen seinen Schlei-Piraten klar, „denn das einzige, was euer Körper nicht kann, ist die Fähigkeit Insulin zu produzieren“. Das Projekt aus Schleswig hat sich mittlerweile herumgesprochen. Über 100 Kinder und Jugendliche mit Diabetes dürfen sich mittlerweile Schlei-Piraten nennen. Jeden Sommer segeln unter dem Kommando von Petersen und anderen erfahrenen Mitgliedern des Segelvereins aus Holm neue Gruppen. Am Anfang herrscht immer große Aufregung an Bord. Alle kleinen Matrosen versammeln sich vor dem Ablegen um die große Seekarte. Dann heißt es „Leinen los“ und über die Schlei mit ihren vielen versteckten Lagerplätzen und unbewohnten Inseln geht es auf große Fahrt Richtung Wikinger-Stadt Haithabu, wo weitere spannende Abenteuer warten. Doch vor dem Start müssen sich alle gut vorbereiten. Die Kinder müssen den Wetterbericht berücksichtigen, das Logbuch führen, einen sicheren Kurs abstecken, Untiefen markieren und die Ausrüstung prüfen. Eine gute Planung ist für die junge Crew mit Diabetes der beste Schutz, das gilt auf See und an Land. Durch die Segelerfahrung und den selbstbewussten Umgang mit den Widrigkeiten der Natur, so die Überzeugung Petersens, können die Kinder viel lernen. Zum Beispiel, dass das oberste Gebot eines „Schlei-Piraten“ immer heißt: Safety First.

Dr. Carsten Petersen in Aktion 38

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„Eine Hand fürs Schiff, eine Hand für dich“ Segeln und der Diabetes – für Petersen geht beides nur mit einer guten Navigation. „Was für den Skipper der Kompass oder der Sextant, ist eben für Menschen mit Diabetes die Stoffwechselkontrolle“, erklärt der begeisterte Hobby-Segler. Und weil die Aufregung und die ungewohnte körperliche Anstrengung an Bord den Blutzuckerspiegel schon mal ins Ungleichgewicht bringen kann, sind regelmäßige Messungen entscheidend, auch nachts. „Viele Kinder sind an körperliche Anstrengungen nicht gewöhnt, bei ihnen ist das Risiko nächtlicher Hypoglykämien besonders hoch, da nehmen wir die gestörte Nachtruhe in Kauf und messen den Blutzucker der ‚Piraten’ nachts um 3.00 Uhr“, meint Petersen. Doch Vorsicht muss sein und deshalb legen die Segler mit den Mannschaften von bis zu acht Matrosen erst dann ab, wenn Blutzucker und Wetterlage kontrolliert und alle Werte notiert worden sind. Die jüngsten Matrosen sind dabei gerade einmal sechs Jahre alt. Die persönlichen Erfolgserlebnisse, die die Kinder während der Abenteuertage sammeln, stärken sie im Umgang mit dem Diabetes 3 | 2011

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und machen sie selbstbewusster. Mannschaftsgeist und Teamgedanke werden bei den „Schlei-Piraten“ groß geschrieben. Denn nur, wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich die schweren Kähne steuern und Untiefen sicher umschiffen. Wind und Wetter fordern den vollen Einsatz der kleinen Seeleute – dabei muss an erster Stelle jeder auch für sich selbst und die eigene Sicherheit sorgen. „Eine Hand fürs Schiff und eine Hand für dich“, zitiert Petersen dann die oberste Seefahrerregel - und wieder lernen die „Schlei-Piraten“ eine wichtige Lektion fürs Leben. Jakob Wilder, KVSH

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie im Internet unter www.diabetes-kids.de.

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SERVICE V erordnungsmanagement Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich nicht nur neu niedergelassene Ärzte immer wieder, zu groß ist die Gefahr, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungs-Dschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungs-Dschungel

Schutzimpfungen Worauf Sie bei der Bestellung des Impfstoffes in der Praxis achten sollten.

Die zu Kassenlasten abrechenbaren Schutzimpfungen sind in der Schutzimpfungsrichtlinie geregelt. Grundlage für diese Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkomission (STIKO). Alle Impfstoffe sind über das Muster 16a – Impfstoffe – zulasten der AOK NordWest (ehemals AOK Schleswig-Holstein) zu verordnen. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um eine Impfdosis handelt (z. B. HIB-Impfstoff bei Asplenie) oder um 100 Dosen (z. B. Grippeimpfstoff). Für Schutzimpfungen nach der Schutzimpfungsrichtlinie darf der Impfstoff niemals auf den Namen des Patienten verordnet werden. Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie das Verordnungsmanagement der KVSH an: Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Thomas Frohberg Tel. 04551 883 304 thomas.frohberg@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 heidi.dabelstein@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Plath Tel. 04551 883 362 anna-sofie.plath@kvsh.de

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Der G-BA kann die jeweiligen neuen STIKO-Empfehlungen in die Schutzimpfungsrichtlinie entweder aufnehmen oder ablehnen. Die Ablehnung muss begründet werden. Der Beschluss über die Aufnahme in die Richtlinie hat innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe der Impfempfehlung durch die STIKO zu erfolgen. Diesen Beschluss kann das BMG in einer Frist von zwei Monaten beanstanden. Erfolgt keine Beanstandung oder Hemmung der Frist durch eventuelle Nachfragen seitens des BMG, wird der Beschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und erlangt damit Rechtskraft. Neu aufgenommen in die Schutzimpfungsrichtlinie wurde die Impfung von Nordlicht

Schwangeren ab dem 2. Trimenon gegen Influenza, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens schon ab dem 1. Trimenon. Der Beschluss des G-BA zur Masernimpfung für Erwachsene ist nicht beanstandet worden. Sie sollten darauf achten, dass nicht zu viele Impfstoffe in der Praxis gelagert werden, da diese gegebenenfalls verfallen. Die AOK NordWest als umlageführende Kasse stellt im Auftrag der Krankenkassen/-verbände Anträge auf Schadenersatz für zu viel bestellt, und nicht verimpfte Impfstoffe. Insbesondere gilt das Augenmerk den Grippeimpfstoffen, da hier pro Jahr ca. 100.000 Impfdosen allein in Schleswig-Holstein nicht verimpft werden. Da es seit einigen Jahren kein Problem ist, Grippeimpfstoffe nachzuordern, sollte von einer Vorratshaltung für eventuelle Notfälle Abstand genommen werden. Bei HPV-Impfung zu Kassenlasten (12 bis 17 Jahre) sollen alle drei innerhalb von sechs Monaten erfolgen. Sollte in Ausnahmefällen ein anderes Impfschema erforderlich sein, können die drei Impfungen auch innerhalb von 12 Monaten erfolgen. Thomas Frohberg, KVSH

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

Medizinische Fachangestellte

ÄRZTE/Psychotherapeuten

thema: Die Arztabrechnung – Sie fragen,

thema: Moderatorengrundausbildung für

wir antworten

Qualitätszirkel

datum: 16. März, 14.30 Bis 17.30 UHR

datum: 1. April, 15.00 Bis 21.00 UHR 2. April, 9.00 BIS 17.00 UHR

Im Rahmen dieses Seminars werden wir mit Ihren Mitarbeiterinnen insbesondere aktuelle Abrechnungsfragen zum EBM und zur GOÄ erörtern sowie auf Fragen rund um die Ambulanten Kodierrichtlinien eingehen.

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkeldramaturgien entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert,

Referenten:

Petra Lund, Abrechnungsleiterin Ernst Sievers, stellv. Abrechnungsleiter Dieter Struck, Referent, Abrechnungsabteilung Thomas Frohberg, Struktur und Verträge, Team Verordnungsmanagement Timo Rickers, IT-Beratung der KVSH

ORT:

Hotel Altes Gymnasium, Süderstr. 6-8, 25813 Husum

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das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, den Zirkel zu moderieren, verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umgehen.

Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Anmeldung: Bitte schriftlich bis zum 9. März 2011 (gern auch per Fax oder E-Mail)

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • Dramaturgien • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln ORT: Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Haus II der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte: 20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon: Fax: E-Mail:

Telefon: Fax: E-Mail:

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Nadine Kruse 04551 883 332 04551 883 374 nadine.kruse@kvsh.de Nordlicht

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Detlef Greiner 04551 883 527 04551 883 374 detlef.greiner@kvsh.de

Regina Steffen 04551 883 292 04551 8837292 regina.steffen@kvsh.de 41


SERVICE

ÄRZTE

Ärzte

thema: QEP®-Einführungsseminar

thema: Workshop Einsteiger

datum: 8. April, 15.00 bis 21.00 Uhr, 9. April, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 12. April, 15.00 bis 18.00 Uhr

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen:

Dieser Workshop richtet sich an Ärzte, die einen Einstieg in die ambulante Versorgung erwägen. Themen sind der klassische Weg einer Niederlassung durch Praxisabgabe/-übernahme, oder aber auch die neuen Möglichkeiten zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung im Rahmen der Anstellung inkl. Teilzeittätigkeit.

• konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Referenten: Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Bianca Hartz, Abteilung Teilnahmegebühr: Der Workshop ist kostenfrei.

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Kuba 1 und 2, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können.

Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung und Praxisberatung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon: Fax: E-Mail: 42

Angelika Ströbel 04551 883204 04551 8837204 angelika.stroebel@kvsh.de

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Regina Steffen 04551 883292 04551 8837292 regina.steffen@kvsh.de

Telefon Fax E-Mail Nordlicht

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04551 883 881 04551 883 276 zulassung@kvsh.de 3 | 2011


Service

ÄRZTE thema: Workshop Praxisabgabe

datum: 18. Mai, 15.00 bis 18.00 Uhr Dieser Workshop richtet sich insbesondere an Interessenten, die bereits niedergelassen sind, als Assistenten oder regelmäßig als Vertreter tätig sind oder am Einsteiger-Workshop der KVSH teilgenommen haben. Er wendet sich an Ärzte, die ihre Praxis abgeben wollen. Was gilt es bei der Praxisabgabe zu beachten? Wer bestimmt den Nachfolger und den Kaufpreis? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich der Workshop, der einen Überblick über die rechtlichen Vorgaben und alternativen Lösungsmöglichkeiten bei der Praxisabgabe bietet. Referenten: Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung André Zwaka, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Ort: KVSH, „Vorstandssaal II“ Teilnahmegebühr: Das Workshop ist kostenfrei. Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung und Praxisberatung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon Fax E-Mail 3 | 2011

04551 883 881 04551 883 276 Zulassung@KVSH.de Nordlicht

aktuell

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Service

Veranstaltungen KVSH

16. März, 13.00 bis 17.30 Uhr

Aufbereitung von Medizinprodukten, 1. Fachnachmittag, Reinigung und Desinfektion

6. April, 6. Juli, 5 Oktober, 15.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Raum 468, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel Info: Angelika Reese, Tel. 0431 988 5559, Fax 0431 988 618 5559 Bitte melden Sie sich bis zum 11. März 2011 unter Angabe Ihres Namens sowie Ihrer Kontaktdaten (Institution, Postadresse, Telefon- nummer, E-Mailadresse) an. Die Veranstaltung ist von der Ärztekammer Schleswig-Holstein als ärztliche Fortbildung anerkannt. Für Ihre Teilnahme erhalten Sie 4 Fortbildungspunkte. E-Mail: angelika.reese@sozmi.landsh.de

Infomarkt der KVSH Ort: Info:

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883255, E-Mail: bianca.hartz@kvsh.de Marco Dethlefsen, Gesundheitspolitik und Kommunikation, Tel. 04551 883381, E-Mail: marco.dethlefsen@kvsh.de

KVSH-Kreisstellen

24. März, 20.00 Uhr

10. März, 19.30 Uhr

Flensburger Ärzteverein e.V.: Jahreshauptversammlung

Palliativmedizin

Ort: Hotel Handwerkerhaus, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

Ort: ConventGarten, 24768 Rendsburg E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

16. März, 15.00 Uhr

31. März, 19.00 UHR

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: Das psychiatrische Versorgungssystem in Dänemark – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Arm und Gesund – Ein Widerspruch?

Ort: Fliednersaal I, Diako, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

Ort: Im Großen Saal des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, Bäckerstraße 3-5, Lübeck Info: Anmeldung bis zum 28. März, Tel. 0451 7902 161 E-Mail: kroeger@gemeindediakonie-luebeck.de

23. März, 16.00 Uhr

5. Mai, 20.00 Uhr

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie: Ultraschallkurs und Untersuchung des Schultergelenkes Ort: Fliednersaal I, Diako, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

30. März, 18.00 Uhr

Moderne Netzhaut- und Glaskörperchirurgie Ort: ConventGarten, 24768 Rendsburg E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Chirurgische Klinik SFH: Nicht kleinzelliges Bronchialcarcinom: State of the Art

Deutschland

Ort: Strandhotel, Glücksburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

24. März

ÄZQ-Symposium: 15 Jahre Leitlinien in Deutschland – Anspruch und Wirklichkeit

Schleswig-Holstein 11. März, 9.00 bis 19.30 Uhr 12. März, 8.30 bis 17.00 Uhr

Kieler Arthroskopiekurs 2011, Hüft- und Schultergelenk Ort: Anatomisches Institut, Christian-Albrechts-Universität, Olshausenstraße 40, Kiel Info: Anmeldung Frau Stölting, Tel. 0431 597 4351, Frau Spauka, Tel. 0431 6674111 Anmeldegebühr: Niedergelassener und Chefarzt: 550 Euro, Angestellter Arzt: 450 Euro E-Mail: peggy.stoelting@uksh-kiel.de pries@mare-klinikum.de

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Ort: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Gemeinsames Institut von BÄK und KBV, Tiergarten Tower, Straße des 17. Juni 106- 108, 10623 Berlin Info: Anmeldung Frau Sauder und Frau Westermann, Tel. 030 4005 2506, E-Mail: kontakt@ebm-netzwerk.de, E-Mail: Westermann@azq.de www.azq.de

25. März

Heidelberger Schulter Update – Probleme von A bis Z Ort: Universitätsklinikum Heidelberg, Department Orthopädie, Unfall- chirurgie und Paraplegiologie, Sektion Obere Extremität, Schlier- bacher Landstr. 200 a, 69118 Heidelberg Info: Intercongress GmbH, Meike Heidt, Tel. 0761 69699 24, Fax 0761 69699 11 E-Mail: office@herz-hh.de www.intercongress.de

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz������������������������������������������������������������������ 218/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach��������������������������������������������������������������� 218/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Abteilungen

Abrechnung Peter Tietgen/Petra Lund/Ernst Sievers (Leiter)������������ 267/306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck/Hauke Hinrichsen��������������������������������������� 251/265 Tom-Christian Brümmer/Esther Petersen������������������������������� 474/498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber/Uta Markl/Tanja Ohm-Glowik����������������� 529/393/386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber/Thomas Müller������������������������������������������������ 529/325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Brigitte Gottwald/Renate Tödt������������������������������������������������ 255/358 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse���������������������������������������������������������������������������������� 343 Chirotherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dermatohistologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg/Helga Hartz/Caroline Polonji ������������� 444/453/280 Heike Koschinat/Tanja Glaw��������������������������������������������������� 326/685 Drogensubstitution Astrid Patscha/Christine Sancion�������������������������������������������� 340/470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers/Thomas Stefaniw����������������������������������������������� 286/307 Janin Looft/Tobias Kantereit��������������������������������������������������� 324/320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel/André Zwaka.......................................... 378/327 Katja Fiehn/Tyneke Grommes������������������������������������������������� 291/462

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Nordlicht

ESWL Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Kruse����������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Gesundheitspolitik und Kommunikation Esther Rüggen (Leiterin)����������������������������������������������������������������� 431 Hautkrebs-Screening Ursula Gründer�������������������������������������������������������������������������������� 328 Hausarztzentrierte Versorgung Susanne Paap ��������������������������������������������������������������������������������� 228 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 HIV/AIDS Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Homöopathie Ursula Gründer��������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder/Borka Totzauer�������������������������������������������������� 475/356 Invasive Kardiologie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Kernspintomographie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Koloskopie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Koordinierungsstelle Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Mammographie (kurativ/QuaMaDi/Screening) Kathrin Zander/Sabrina Wienke���������������������������������������������� 382/302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Niederlassung/Zulassung/Psychotherapeuten Susanne Bach-Nagel/Katja Fiehn�������������������������������������������� 378/291 Niederlassung/Zulassung/Ärzte Evelyn Kreker/Tyneke Grommes�������������������������������������������� 346/462 Nicole Geue/Petra Fitzner������������������������������������������������������� 303/384 Niederlassungsberatung Bianca Hartz/Evelyn Kreker���������������������������������������������������� 255/346 Susanne Bach-Nagel/André Zwaka����������������������������������������� 378/327 Nordlicht aktuell Borka Totzauer/Jakob Wilder�������������������������������������������������� 356/475 Nuklearmedizin Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Onkologie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445

aktuell

45


Service kontakt Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Personal Christine Storm/Lars Schönemann������������������������������������������� 260/275 Anke Tonn/Anke Siemers/Dirk Ludwig��������������������������� 295/333/425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektonie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen/Susanne Hammerich.................................... 265/686 Ulrike Moszeik/Rita Maass������������������������������������������������������ 336/467 Polygraphie/Polysomnographie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Positronen-Emissions-Tomographie Ines Wildgruber������������������������������������������������������������������������������� 533 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel/Detlef Greiner/Regina Steffen������������ 204/527/292 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Röntgen (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Röntgen (Qualitätssicherung) Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings��������������������������������������������������������������������������� 323 Schmerztherapie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonographie (Anträge) Ines Wildgruber ������������������������������������������������������������������������������ 533 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap, Christina Bernhardt����������������������������������������� 228/315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Team Verordnung Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Team Verordnung Hilfsmittel Anna-Sofie Plath������������������������������������������������������������������������������ 362 46

Nordlicht

Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zweigpraxis Karsten Wilkening��������������������������������������������������������������������������� 561 Zytologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

Prüfungsstelle Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Vorsitzender des Beschwerdeausschusses Dr. Johann David Wadephul�������������������������������������������������������� 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)������������������������������������������ 90100 Leiter der Dienststelle N. N.������������������������������������������������������������������������������������������ 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Dorthe Flathus-Rolfs������������������������������������������������������������������ 901015 Astrid Stamer����������������������������������������������������������������������������� 901024 Arznei-/Pharmakotherapie-Beratung (prüfungsbezogen) Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Evelyn Sonnenrein��������������������������������������������������������������������� 901024 Honorarprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Manfred Vogt����������������������������������������������������������������������������� 901013 Zweitmeinungsverfahren Gastroenterologie Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Zweitmeinungsverfahren Rheuma Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Service Verordnungsprüfung Melanie Buchbach, Manuela Johnsen������������������������� 901019/901020 Tanja Bauer, Susanne Schuldt................................. ..... 901016/901025 Service Honorarprüfung Sabine Kruse ����������������������������������������������������������������������������� 901016

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Zentrale Stelle Mammographie-Screening

Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel ................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010 aktuell

3 | 2011


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Berglücke 5, 24943 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Dr. Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04353 998901 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Hans-Joachim Commentz, prakt. Arzt Tel �������������������������������������������������������������������������������������������� 04621 52544 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 51500 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 3697 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 3517 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Impressum

Kreis Herzogtum Lauenburg

Nordlicht aktuell

Dr. Monika Schliffke, Allgemeinärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04541 3585 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04541 84391 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04662 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de

Kreis Ostholstein

Dr. Thomas Schang, Chirurg Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 72606 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04521 409433 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de 3 | 2011

Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Ingeborg Kreuz (v.i.S.d.P.) Redaktion: Marco Dethlefsen (Leiter); Dr. Michael Drews (stellv. Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer; Jakob Wilder Redaktionsbeirat: Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Ingeborg Kreuz; Esther Rüggen Anschrift der Redaktion: Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Tel.: 04551 883 356, Fax: 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Druck: Grafik + Druck, Kiel Fotos: iStockphoto Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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EINLADUNG

INFOMARKT DER KVSH 6. April 2011 von 15.00 bis 18.00 Uhr im Abgeordnetensaal der KVSH, Haus 2, 3. Stock, Bismarckallee 1- 6, 23795 Bad Segeberg

BITTE N VORMERKE

: rmine 2011 Weiterere Te ktober 6. Juli, 5.biOs 18.00 Uhr von 15.00

cht dung ist ni Eine Anmel h. lic er rd erfo

Die Stände: - Zulassungsmöglichkeiten - Betriebswirtschaftliche Beratung - Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln - Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement - IT in der Praxis - Online-Dienste für KVSH-Mitglieder - Honorar und Abrechnung - Versorgungsverträge in Schleswig-Holstein

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Bianca Hartz Tel.: 04551 883 255 E-Mail: bianca.hartz@kvsh.de Marco Dethlefsen Tel: 04551 883 381 E-Mail: marco.dethlefsen@kvsh.de


Nordlicht Märzausgabe