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nr. 3 | 2016

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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M채rz 2016 | 19. Jahrgang


Inhalt rubrik/Thema

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TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Startschuss für die Kampagne zur AV-Wahl 2016

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„Ohne die AV geht gar nichts“: Interview mit Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung der KVSH

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Kommentar: Ehren-Amt

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Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

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Bericht von der Abgeordnetenversammlung

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Änderung des Bedarfsplans soll Schmerztherapie sichern

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„Für die Schmerzpatienten war es fünf vor zwölf“: Interview mit Dr. Jochen Leifeld, Berufsverbandssprecher der Neurochirurgen und Schmerzmediziner in Schleswig-Holstein

Praxis & KV 16

Vier Wochen Terminservicestelle: Alexander Paquet, Leiter der Notdienstabteilung der KVSH, schildert im Interview erste Erfahrungen

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TSS in Zahlen – so liefen die ersten vier Wochen

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Analyse der Versorgungslandschaft SchleswigHolsteins: Entwicklung der Praxisformen

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Bekanntmachungen und Meldungen

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HVM-Änderungen zum 1. April 2016

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Neues aus KBV und KVen

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Istanbul meets Eckernförde: Trauma-Training für EMDR-Psychotherapeuten

Die Menschen im Land 29

Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Die Macht der Musik: Hausärztin Dr. Christiane Godt ist begeisterte Organistin

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

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Nachruf für Dr. Ágoston Palátsik

Die KVSH hat eine Kampagne gestartet, um die im Herbst anstehende Wahl zur Abgeordnetenversammlung zu bewerben. Das Motto „ Mitschwimmen oder Mitstimmen“ ist Programm. Möglichst viele KVSH-Mitglieder sollen kandidieren und ihre Stimmen abgeben. Herzstück der Kampagne ist die Website www.av-wahl.de. Sie enthält die wichtigsten Informationen rund um die Themen AV-Wahl, Kandidatur und Selbstverwaltung.

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Seit mehr als einen Monat gibt es die Terminservicestelle (TSS) zur Vermittlung von Facharztterminen. Im Nordlicht veröffentlichen wir erste Zahlen und Fakten zur Nutzung der TSS.

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Service

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Sicher durch den Verordnungsdschungel: Schutzimpfungen zulasten der Krankenkassen

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Moderne Wundbehandlung

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine

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Dr. Christiane Godt ist eine versierte Organistin. Bereits seit ihrer Jugend gibt die Kieler Allgemeinmedizinerin Konzerte. Sie begleitete außerdem über fünfzehn Jahre lang Gottesdienste und andere Veranstaltungen der Evangelischen Universitätskirche der ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 3 | 2016 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Marken können bekanntlich Milliarden wert sein. Am weitesten hat es wohl ein Unternehmen gebracht, wenn nicht einmal mehr der Name oder ein Begriff nötig ist, damit der Konsument an seine Produkte oder Dienstleistungen denkt. Den angebissenen Apfel und die schrägen vier Fensterchen kennen alle. Im Drogeriemarkt suchen unsere Augen nach Blau, wenn wir Handcreme brauchen, Gelb ist wie selbstverständlich die Post und vielleicht noch der ADAC, Rot sind die Sparkassen. Aber – was ist mit Magenta los? Da gibt es die mit dem großen T und den kleinen Quadraten und die mit dem großen Quadrat, das 3D-artig vor einem Grau zu schweben scheint. Beide sind momentan nicht besonders gut drauf. Nach einem kleinen Hoch im letzten Sommer ist der Kurs weiter im ständigen Sinkflug und es sieht auch nicht so aus, als wäre bis zum Jahresende Potential für einen Wiederaufschwung da. Die kleinen Quadrate kündigen bei dem großen ihre Safenet-Zusammenarbeit und lassen damit viele Praxen im Regen stehen. Für das große endet eine ziemlich desolate Vorstands- und Vertreterversammlungslegislatur. Na endlich, mag mancher denken, nur was kommt dann? Das kommt jetzt auf Sie an! Eine Grand-Slam-Siegerin und drei THW-ler im Handball-Europameisterschaftsteam kann unser Land in 2016 schon bieten. Wir können noch mehr. Sie haben es in diesem Jahr in der Hand, mit Ihrer Beteiligung an der KV-Wahl und womöglich mit einer Kandidatur oder Gremienbeteiligung ein Bekenntnis zur Selbstverwaltung abzugeben und damit die ärztlichen Organisationen neu auf ihre Aufgaben zu erden. Statt mitschwimmen mitSTIMMEn ist das Motto, dass die Februar-Abgeordnetenversammlung als Signal herausgegeben hat. Es ist wichtig wie nie zuvor, dass Sie sich einmischen, dass Sie diskutieren, dass Sie mitentscheiden, wie die Entwicklung unseres Gesundheitssystems weitergehen soll. Denn ohne Sie funktioniert es nicht. Der Gesetzgeber hat seit 2004 die hauptamtlichen Vorstände in die KBV-Vertreterversammlung geschickt und die tätigen Ärzte darin auf ein Drittel dezimiert. Immer mehr fragen sich, ob das nicht ein Fehler war. Es hat der Selbstverwaltung die Bodenhaftung genommen, hat das operative Geschäft der Vorstände der politischen Willensbildung und Vertretung vorangestellt. Im Moment ist es Gesetz, aber sollten wir das nicht wieder umzukehren versuchen? Ihre

Dr. Monika Schliffke

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„Mitschwimmen oder Mitstimmen“ 2016 ist Wahljahr. Im September sind die Mitglieder der KVSH aufgerufen, eine neue Abgeordnetenversammlung (AV) zu wählen. Die KVSH startet deshalb unter dem Motto „ Mitschwimmen oder Mitstimmen“ eine eigene Kampagne. Sie soll Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein auf die Bedeutung der AV-Wahl hinweisen und sie motivieren, zu kandidieren und zu wählen. auch eine berufspolitische Botschaft und informiert in einem eigenen Menüpunkt darüber, wie wichtig die AV als politisches Gremium für die Selbstverwaltung ist.

Herzstück der Kampagne der KVSH ist eine Informationsplattform im Internet. Damit Sie nichts verpassen und immer auf dem neuesten Stand sind, finden Sie unter www.av-wahl.de alle wichtigen Termine, Nachrichten und Bekanntmachungen des Landeswahlleiters zur AV-Wahl. Die Website ist für alle Endgeräte vom PC bis zum Smartphone optimiert. Zum Start der Kampagne liegt der inhaltliche Schwerpunkt zunächst darauf, den Ablauf der AVWahl und die Vorteile darzustellen, die eine Kandidatur für das Abgeordnetenamt mit sich bringen. Es lohnt sich, Abgeordneter zu werden und sich zu engagieren. Als Abgeordneter gestalten Sie die Politik der KVSH sechs Jahre lang mit. Sie bestimmen die Spitze der Selbstverwaltung und wählen den Vorsitzenden der AV, den Vorstand der KVSH und die ärztlichen Delegierten bei der KBV-Vertreterversammlung. Außerdem wählen Sie wichtige Gremien der Selbstverwaltung, wie etwa die Fachausschüsse für die hausärztliche Versorgung, für die fachärztliche Versorgung, für die Psychotherapie, angestellte Ärzte und den Finanzausschuss. Sie beschließen den Honorarverteilungsmaßstab, den KVSH-Verwaltungshaushalt und wichtige Rechtsgrundlagen, wie die Notdienstsatzung und das Sicherstellungsstatut. Die Website vermittelt also

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Fragen und Antworten Sie wollen wissen, wie Sie kandidieren können, wie gewählt wird, wie die AV arbeitet und worüber sie entscheidet? Auf www.av-wahl.de erklären wir es Ihnen. Unter den drei Hauptmenüpunkten „Ihre Wahl“, „Ihre Kandidatur“ und „Ihre AV“ werden die wichtigsten Fragen zu diesen Themen beantwortet. Alle Inhalte sind ganz auf das Informationsbedürfnis der jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten. Natürlich sind auf www.av-wahl.de auch wichtige rechtliche Grundlagen wie die „Wahlordnung der KVSH“ und die „Satzung der KVSH“ als PDF-Download zu finden. Auch das Ergebnis der letzten Wahl aus dem Jahr 2010 können Sie dort einsehen. Gleiches gilt für Veranstaltungen, die in den Kreisstellen zu den Themen "AV-Wahl" und "Kandidatur" stattfinden. Kandidaten im Profil Sie wollen sich vor Ihrer Wahlentscheidung ein genaues Bild von den Kandidaten in Ihrem Wahlkreis machen? Auch dazu bieten wir auf www.av-wahl.de einen umfassenden Überblick und stellen Ihnen dort ab Mitte Juni alle Wahlkandidaten vor. Die Kandidaten präsentieren sich in einem Online-Steckbrief und nennen ihre berufspolitischen Ziele. Die KVSH wird auch auf anderen Ebenen Werbung für die AV-Wahl machen, z. B. mit einer InfoKarte. Natürlich wird auch im Nordlicht in den nächsten Ausgaben regelmäßig über die AV-Wahl berichtet, bis dann am 23. September 2016 das Wahlergebnis feststeht und klar ist, wer Sie künftig als Abgeordneter in Bad Segeberg vertritt. Jakob Wilder, KVSH

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Interview

„Ohne die AV geht gar nichts “

Interview mit Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung der KVSH. Der Kieler Chirurg spricht über die AV-Wahl und ihre Bedeutung für die Selbstverwaltung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in SchleswigHolstein. Arztgruppen sicherstellen muss, führt zwangsläufig zu Frustration und Ärger der Betroffenen. Umso wichtiger ist es, die Möglichkeiten ehrenamtlicher Beteiligung und Einflussnahme, die es noch gibt, auch zu nutzen. Nordlicht: Es reicht also nicht, sich über die KVSH zu ärgern. Wer in der Selbstverwaltung etwas ändern will, muss sich auch engagieren. Doch welche Einflussmöglichkeiten haben Mitglieder der Abgeordnetenversammlung überhaupt? Sellschopp: Die täglichen Geschäfte der KV führt der Vorstand mit den Mitarbeitern der Verwaltung. Trotzdem ist es nicht übertrieben zu sagen, ohne die Abgeordnetenversammlung geht gar nichts. Denn sie wählt den Vorstand und sie überwacht ihn. Sie hat das Recht, sämtliche Geschäfts- und Verwaltungsunterlagen einzusehen und zu prüfen. Und sie trifft alle Entscheidungen, die für die Körperschaft von grundsätzlicher Bedeutung sind. Nordlicht: Immer weniger Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das bekommt auch die Standespolitik zu spüren. Warum ist das so? Nordlicht: Die Kampagne ruft alle Mitglieder der KVSH dazu auf, sich an der Wahl zur Abgeordnetenversammlung zu beteiligen – sei es durch Kandidatur oder durch Stimmenabgabe. Warum sollten die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten diesem Aufruf folgen? Dr. Christian Sellschopp: Die zehn guten Gründe, die man genannt kriegt, wenn man bei Google „warum wählen“ eingibt, gelten natürlich alle. Mir ist aber ein Aspekt besonders wichtig: Die Abgeordnetenversammlungen der Kassenärztlichen Vereinigungen sind die letzten Bastionen ehrenamtlicher ärztlicher Einflussnahme auf die ökonomischen Bedingungen, unter denen die ambulante Versorgung unserer Patienten stattfindet. Im Spannungsfeld zwischen individuellem Patienteninteresse und gesamtgesellschaftlichen Möglichkeiten sind es doch wir, die täglich unmittelbar selbst in Diagnostik und Behandlung tätigen Ärzte und Psychotherapeuten, die im Interesse unserer Patienten kompetent dafür streiten können und auch müssen, dass genügend Mittel zu deren Versorgung zur Verfügung stehen. Die Regelungsdichte des SGB V, die zu exekutieren die KVen als Körperschaften öffentlichen Rechts gezwungen sind, ist traurig genug. Das Paragrafengestrüpp des gesetzlichen Versorgungsauftrages, in dem die KV die ambulante medizinische Versorgung im Ausgleich der Interessen unterschiedlichster

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Sellschopp: Ist das wirklich so? Unbestreitbar werden die Spielräume ehrenamtlicher Einflussnahme immer enger. Trotzdem kenne ich eine ganze Menge Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, auch über ihre tägliche Arbeit hinaus noch Herzblut einzusetzen. Und ich bin eigentlich guter Hoffnung, dass das so bleibt. Nordlicht: Selbstverwaltung ist ein rares Gut. Nur wenige Berufe dürfen ihre Belange noch selbst verwalten, die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten gehören dazu. Gleichzeitig greift der Gesetzgeber aber immer stärker regulierend in das KV-System ein. Wie bewerten Sie das? Sellschopp: Auch in der Gesundheitspolitik manifestiert sich natürlich der politische Widerstreit zwischen denen, die glauben, man könne und müsse alles von oben regeln, und denen, die mehr auf dezentrale Expertise setzen. Tatsächlich ist es ja außerordentlich schwierig, die Balance zu halten zwischen dem, was man der Gesellschaft zumuten kann, und dem, was der Einzelne an Solidarität erwarten darf. Ich selbst bin überzeugt davon, dass das Optimum nur im geregelten Antagonismus von Kostenträgern als Vertretern der Gesellschaft auf der einen Seite und auf der anderen Seite Ärztinnen und Ärzten, Psycho-

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therapeutinnen und Psychotherapeuten als Vertreter individueller Patienteninteressen zu erreichen ist. Einen vernünftigen Rahmen für diesen Antagonismus zu finden, das ist für die Politik natürlich schwierig und eher unbequem. Ich hoffe aber doch sehr, dass sich auch Politiker nicht an der Erkenntnis vorbei zu drücken versuchen, dass jeder Patient darauf vertrauen können muss, dass sich sein Arzt ohne Ansehen der Person nach Kräften für ihn als Individuum einsetzt und nicht von vornherein die Schere vermeintlicher oder auch tatsächlicher gesellschaftlicher Notwendigkeiten im Kopfe hat. Nordlicht: Sie selbst engagieren sich seit Jahren in der Selbstverwaltung – nicht nur als Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung der KVSH, sondern auch im Vorstand der Ärztekammer. Wie lassen sich vor allem junge Ärztinnen und Ärzte für ein Engagement in der Selbstverwaltung begeistern? Sellschopp: Ich weiß nicht, ob das Wort „begeistern“ richtig ist. Im Gegenteil machen mir begeisterte Verwalter – ob selbst oder fremd – eher ein bisschen Angst. Ein bisschen Angst habe ich auch vor Leuten, die ohne jede Berufserfahrung ihr Heil in politischer Betätigung suchen. Ich finde es im Gegenteil ganz normal und verständlich, wenn man sich erst ein wenig im „richtigen Leben“’ umsehen möchte, bevor man sich berufspolitisch tummelt. Dann aber sollte es ebenso normal sein, sich auch über den Horizont des eigenen Umfeldes hinaus zu engagieren. Denn natürlich brauchen wir auch jüngere Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, sich frühzeitig in die komplexe Materie einzuarbeiten.

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„Die AV trifft Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung.“

Nordlicht: Gibt es für Sie ein Erlebnis oder eine politische Entscheidung, die ihnen als Bestätigung dient nach dem Motto: „Hier hat sich mein Engagement in der Selbstverwaltung gelohnt“? Sellschopp: Spektakuläre Highlights sind eher selten, vielmehr geht es um das geduldige Bohren dicker Bretter. Aber schon der Einblick in die Mechanismen und Notwendigkeiten der gemeinsamen Selbstverwaltung lohnt das Engagement. Besonders erfreulich ist es, dass die auf Bundesebene zu beobachtende Lagerbildung in Schleswig-Holstein kaum ein Rolle spielt, und ich bin wirklich froh, dass wir in unserer Abgeordnetenversammlung eine Diskussionskultur des kollegialen Miteinanders unabhängig von der Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen haben bewahren können. Ich wünsche mir sehr und bin zugleich auch sehr zuversichtlich, dass auch die Abgeordnetenversammlung der kommenden Periode vor allen anderen gruppenspezifischen Interessen den Erhalt der Möglichkeit der freiberuflich selbstständigen Ausübung unseres schönen Berufes – in welcher Disziplin auch immer – im Auge behalten wird. Das Interview führte Marco Dethlefsen, KVSH

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Kommentar

Ehren-Amt Deutschland ist das Land des Ehrenamtes. Jeder dritte Bürger unseres Landes engagiert sich freiwillig für einen Dienst zum Nutzen der Allgemeinheit – Männer genauso wie Frauen, junge Menschen nicht anders als die ältere Generation. Ob in der freiwilligen Feuerwehr oder im Sportverein, in den Kammern und Verbänden von Handel, Handwerk und Industrie und immer häufiger im Umweltschutz und in sozialen Projekten – ohne Ehrenamtler geht es nicht. Und seit dem Ansturm von Flüchtlingen hat diese Tatsache nochmals ihre besondere Bedeutung bekommen. Denn ohne freiwillige Helfer aus allen Berufen und Bereichen unserer Gesellschaft wäre die Zusicherung der Bundeskanzlerin „Wir schaffen das“ schon nach wenigen Wochen in sich zusammengebrochen. Fragt man nach, warum Menschen bereit sind, sich „pro bono“ zu engagieren, erhält man überwiegend zwei Antworten: Einerseits aus Freude über die Dankbarkeit derjenigen, für die man sich einsetzt und andererseits die Zufriedenheit darüber, im Kreis von Gleichgesinnten etwas gestalten zu können. Das sagt mehr als so manche kritische Studie, denn es heißt im Klartext: Das Ehrenamt ist so vital wie unsere Gesellschaft und über die Generationen hinweg gibt es beeindruckend viele Menschen, für die der eigene Vorteil nicht die wichtigste Messlatte in ihrem Leben ist. Damit das so bleibt, sollten sich Politik und Staatsverwaltung soweit zurückhalten wie es eben geht. Selbstverständlich braucht auch das Ehrenamt einen Rechtsrahmen. Aber eben nur einen Rahmen, damit die Möglichkeiten der freien Gestaltung und der freiwilligen Betätigung nicht unter dem leiden, was Bürgerinnen und Bürger in vielen anderen Bereichen nervt und demotiviert: Vorschriften bis in die letzte Verästelung des beruflichen und des privaten Lebens in unserem Land. Gerade in der ärztlichen und psychotherapeutischen Selbstverwaltung ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Regelungsdichte des SGB V, die den Kassenärztlichen Vereinigungen übertragen ist, die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement abwürgt. So und nicht anders ist die Warnung des Vorsitzenden der Abgeordnetenversammlung, Dr. Christian Sellschopp, zu verstehen, der im Nordlicht-Interview vom „Paragrafengestrüpp des gesetzlichen Versorgungsauftrages“ spricht, dessen Umsetzung mit Frust und Ärger der Betroffenen einhergehe. Sein „Aber“ gilt für die KV genauso wie für jede andere Selbstverwaltung: Gerade wegen des Übermaßes an Vorschriften ist es umso wichtiger, die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Beteiligung und Einflussnahme intensiv zu nutzen.

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Gerade in der Interessenvertretung kommt es darauf an, Politik und Verwaltung durch sachkundige Beratung und Folgenabschätzung vor Überregulierung zu bewahren. Und selbst wenn Politiker nicht zu bremsen sind und Flops, wie die Kassengebühr und die Termingarantie beim Facharzt, produzieren, hilft es nicht, die Faust in der Tasche zu ballen. Wer etwas ändern will, muss sich auch engagieren. Ein Effekt ist dabei in jedem Fall sicher: Man steht mit seinem Ärger nicht allein da, wenn man sich trotz allen Engagements am Ende nicht durchsetzen kann.

„Gerade wegen des Übermaßes an Vorschriften ist es umso wichtiger, die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Beteiligung und Einflussnahme intensiv zu nutzen.“ Im Übrigen gehen die Gestaltungsmöglichkeiten der ärztlichen Selbstverwaltung weit über die Aufgabe der Politikberatung hinaus. Und das macht ihren eigentlichen Stellenwert aus: Verantwortungsvoll und sachkundig für die ärztlichen und psychotherapeutischen Kollegen zu wirken und aus der Praxiserfahrung vor Ort die vielfältigen Fachthemen umsetzbar zu machen. Dass die Spielräume ehrenamtlicher Betätigung zumindest gefühlt enger werden, gilt nicht nur für die Selbstverwaltung. Auch Sportvereine und Feuerwehren, Tafeln und Hospizverbände beklagen eine schleichende Zunahme staatlicher Einflussnahme. Sich deshalb nicht mehr für ein Ehrenamt zur Verfügung zu stellen, wäre ein schwerer Fehler. Denn es wäre Wasser auf die Mühlen derjenigen, die das staatliche Gängelband immer enger ziehen wollen, weil sie in jeder selbstständigen, freiberuflichen und freiwilligen Tätigkeit nur Risiken sehen. Dem nachzugeben wäre deshalb ein Stück Selbstaufgabe. Denn auch das ist der Demokratie in die Wiege gelegt: Mut zum Widerspruch und Mut vor Königsthronen. Und das ist heute wunderbarerweise nicht mehr strafbar. Peter Weiher, Journalist

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NACHRICHTEN  KOMPAKT ÄZQ

A sylbewerber

Patienteninformation zu Gebärmutterhalskrebs

BMG veröffentlicht Gesundheitsbroschüre

Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat eine neue Patienteninformation zum Gebärmutterhalskrebs veröffentlicht. Auf zwei Seiten erfahren Patientinnen in verständlicher Form etwas zur Diagnostik und Therapie dieser Krankheit. Das Infoblatt gibt einen Überblick über mögliche Anzeichen für diese Krebsform und über Untersuchungsmethoden bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten beleuchtet. Die Patientinnen erhalten auch Ratschläge zum Umgang mit der Krankheit. Die Grundlage für die Patienteninformation bilden Leitlinien oder systematische Literaturrecherchen. Insgesamt hat das ÄZQ bereits über 50 Kurzinformationen verfasst – darunter auch zahlreiche zu seltenen Erkrankungen wie Mukoviszidose. Einige Infoblätter gibt es in mehreren Sprachen. Ärzte können die Publikation unter www.kbv.de/html/ 1150_20551.php herunterladen und zur unterstützenden Information ihrer Patientinnen im Wartezimmer auslegen.

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Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit hat einen „Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende in Deutschland“ herausgegeben. Die Broschüre wurde in Zusammenarbeit mit dem EthnoMedizinischen Zentrum e. V. und den zuständigen Behörden aus Bund und Bundesländern erstellt. Der Ratgeber informiert Asyl-suchende über wichtige Grundzüge der Gesundheitsversorgung in Deutschland und das Verhalten im Falle einer Erkrankung. Er gibt Hinweise zum Schutz der eigenen Gesundheit sowie zur notwendigen und verpflichtenden Erstuntersuchung nach der Ankunft in Deutschland. Gleichzeitig dient er Behörden und medizinischem Personal vor Ort als Hilfestellung und enthält einen mehrsprachigen, herausnehmbaren Impfausweis. Der Gesundheitsratgeber erscheint in Deutsch, Englisch, Arabisch Kurdisch (Kurmanci) und Pashto. Der Ratgeber wird unter anderem an Ministerien in den Ländern, Migrantenorganisationen und Wohlfahrtsverbände versandt. Das Heft kann im Internet unter www.Ratgeber-Gesundheit-für-Asylsuchende.de bestellt werden.

I nternisten

Leitlinien-App mit erweiterter Funktion Wiesbaden – Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat ihre Leitlinien-App für Smartphone und Tablet erweitert. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) stellt die Fachgesellschaft Leitlinien zu den Themen Ernährungsmedizin und Gastroenterologie für die mobile Nutzung zur Verfügung. Den Start macht die aktuelle Leitlinie zur Refluxkrankheit. Auch Nichtmitglieder können die App kostenfrei nutzen. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT A rzneimittel

Neue Broschüre „Praxisnetze“

Preisstopp bleibt bestehen © istock.com/ richcano

S ervice

Berlin – Intensiver fachlicher Austausch mit Kollegen und gleichzeitig die eigene Selbstständigkeit wahren: Das ist für die Niedergelassenen in Praxisnetzen möglich. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterstützt diese bewährte Kooperationsform und zeigt in einem kostenlosen Serviceheft, wodurch sich eine erfolgreiche Vernetzung auszeichnet. Beispiele aus der Praxis veranschaulichen, wie die mittlerweile mehreren hundert Netze in Deutschland arbeiten. Zentrales Thema der Broschüre sind die Anforderungen zur Anerkennung und Förderung von Praxisnetzen sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Zudem werden die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Gründung eines Netzes aufgezeigt, die Aufgaben eines Netzmanagers vorgestellt und die unterstützende Wirkung von Qualitätsmanagement in der Netzarbeit erläutert. Die Broschüre „Praxisnetze“ ist als Download unter www.kbv.de/ praxisnetze oder als gedrucktes Exemplar kostenfrei verfügbar (Bestellung an versand@kbv.de).

S tatistik

S tatistik

429 Schleswig-Holsteiner warten auf ein Spenderorgan Kiel – In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Organtransplantationen im Jahr 2015 um 14 Prozent zurückgegangen. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) unter Berufung auf die aktuelle Statistik der Stiftung Eurotransplant mit. Während im vergangenen Jahr in Schleswig-Holsteins Kliniken 120 Organe transplantiert wurden, waren es 2014 noch 139. Auch bundesweit sinkt die Zahl der Transplantationen. 2014 wurden insgesamt 4169 Organe verpflanzt, im vergangenen Jahr waren es nur 4060. Zum jetzigen Zeitpunkt warten in Deutschland 10.240 Menschen auf mindestens ein Spenderorgan. In Schleswig-Holstein sind es 429. Die meisten von ihnen brauchen eine neue Niere (304 Personen). 10

Berlin – Die Pharmaindustrie darf ihre Preise für Medikamente in Deutschland weiterhin nicht anheben. Das hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) nach seiner jährlichen Überprüfung entschieden und dies mit gestiegenen Arzneimittelausgaben begründet. Nach der Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums bleiben die Preise für Medikamente auf dem Stand vom 1. August 2009 eingefroren. Diese Regelung gilt vorerst bis Ende 2017. Unverändert hoch sind in diesem Jahr auch die Rabatte, die die pharmazeutischen Unternehmen den Krankenkassen für jede verordnete und abgegebene Arzneimittelpackung gewähren müssen. Das BMG begründet seine Entscheidung damit, dass ein frühzeitiges Aufheben des Preismoratoriums und Absenken des Herstellerrabatts „deutliche Mehrausgaben und eine weitere Erhöhung des Zusatzbeitrages“ zur Folge hätten. Dass Hersteller nicht überproportional belastet werden, gehe aus der geringen Zahl an Ausnahmeanträgen hervor, die jährlich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle genehmigt würden. Pharmaverbände hatten indes gefordert, das Preismoratorium vorzeitig zu beenden. Das Preismoratorium, also das Verbot für Pharmaunternehmen, ihre Preise zu erhöhen, gilt seit dem 1. August 2010 und war zunächst bis Ende 2013 befristet. Seitdem wurde es zweimal verlängert und gilt nach aktueller Gesetzeslage bis Ende 2017. Das BMG ist gesetzlich verpflichtet, das Preismoratorium und die Höhe der gesetzlichen Herstellerabschläge für Arzneimittel jährlich zu überprüfen.

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Mehr Beschäftigte im Gesundheitswesen Wiesbaden – Das Gesundheitswesen wird als Arbeitgeber immer wichtiger. Ende 2014 waren deutschlandweit rund 5,2 Millionen Beschäftigte in der Branche tätig und damit rund 102.000 oder zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zahlen hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt. Damit setzt sich der Anstieg der vergangenen Jahre fort: Zwischen 2009 und 2014 wuchs die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um insgesamt 476.000 Personen oder zehn Prozent. Zusätzliche Arbeitsplätze gab es 2014 mit einem Plus von 58.000 besonders in medizinischen Gesundheitsberufen, zum Beispiel in der Gesundheits- und Krankenpflege, dem Rettungsdienst und der Geburtshilfe mit zusammen plus 21.000 Beschäftigten. Die Zahl der Beschäftigten in der Altenpflege stieg um 21.000. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT KVSH

Verein für Umweltmedizin aufgelöst sende Wirkungen haben, konnten diesen Service in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt in Anspruch nehmen. Auch die Vereinsmitglieder waren viele Jahre lang sehr aktiv und haben gemeinsam mit dem Umweltausschuss der KVSH neben diversen Artikeln verschiedene praxisbezogene Fachbücher herausgegeben, so die „Umweltfibel“ (25.000 Exemplare) und die Broschüre „Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ (20.000 Exemplare).

Prof. Jens-Martin Träder (li.) und Dr. Andreas Bobrowski (re.) übergeben einen Scheck in Höhe von 12.000 Euro an Dr. Claus-Hermann Bückendorf, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Umweltmediziner.

Dr. Anke Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachkliniken Nordfriesland gGmbH, erhält von Dr. Andreas Bobrowski, Kassenwart des Vereins für Umweltmedizin, einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro.

Dr. Josefine Barthel erhält von Prof. Jens-Martin Träder, Vorsitzender des Vereins für Umweltmedizin, einen Scheck in Höhe von 3.000 Euro.

Bad Segeberg – Der Verein zur Förderung der Umweltmedizin der Kassenärzte Schleswig-Holsteins ist Geschichte. Der geschäftsführende Vorstand löste den seit 1991 bestehenden Verein bei einem abschließenden Treffen in der KVSH auf. Die Rücklagen in Höhe von rund 20.000 Euro wurden an den Bundesverband deutscher Umweltmediziner und zwei Medizinerinnen vergeben. Mit der Vereinsauflösung wird ein wichtiges Kapitel umweltmedizinischen Engagements der niedergelassenen Ärzte in Schleswig-Holstein geschlossen, das zwischen 1991 und 2001 seinen Höhepunkt erlebte. In dieser Zeit gab es ein Modellprojekt mit der AOK und das sogenannte „Umweltmobil“ war im nördlichsten Bundesland im Einsatz. Ein Umweltingenieur führte im Auftrag von Ärzten rund 6.000 Wohnungsbegehungen mit umweltmedizinischen Messungen und Analysen durch. Patienten, bei denen der Verdacht bestand, dass Umwelteinflüsse krankheitsauslö3 | 2016

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Umweltmedizin im Abseits Seitdem ist es im Bereich Umweltmedizin in SchleswigHolstein ruhiger geworden. „Weder die Krankenkassen, noch die Politik, die früher die Umweltmedizin wohlwollend begleitet hat, waren mit uns willens, in dieser Richtung weiter zusammenzuarbeiten“, erklärte Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Umweltmedizin und stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses der KVSH. Daher sei die Vereinsauflösung der einzig logische Schritt gewesen. „In einer Zeit, in der wir regional keine Möglichkeiten zur Umsetzung umweltmedizinischer Ziele mehr haben, ist es sinnvoll, die Ressourcen lieber bundesweit zu bündeln“, erklärte Träder.

Vereinsvermögen gespendet Beim letzten Vereinstreffen wurden daher die Restmittel aus dem Vereinsvermögen von Kassenwart Dr. Andreas Bobrowski aufgelöst und gespendet. Rund 12.000 Euro gingen an den Bundesverband deutscher Umweltmediziner e. V. (DBU). Der DBU-Vorsitzende Dr. Claus-Hermann Bückendorf nahm den Scheck entgegen. 5.000 Euro erhielt Dr. Anke Bauer. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachkliniken Nordfriesland gGmbH war maßgeblich an der Erstellung einer umweltmedizinischen Leitlinie des DBU beteiligt. Die Mittel sollen von ihr dazu verwendet werden, diese Leitlinie landes- und bundesweit noch bekannter zu machen. Dr. Josefine Barthel erhielt 3.000 Euro für die Publikation ihrer Dissertation, in der sie die Ergebnisse von Wohnungsbegehungen der Umweltambulanz Lübeck wissenschaftlich aufarbeitet. Jakob Wilder, KVSH aktuell

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gesundheitspolitik A V - B ericht

Aufruf zur Geschlossenheit

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Erste Bilanz nach Start der Terminservicestelle, Flüchtlingsversorgung und Zukunft der Selbstverwaltung - das waren die wichtigsten Themen der Februar-Sitzung der Abgeordnetenversammlung.

„Viel Lärm und wenig dahinter.“ Mit diesem Satz fasste die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, den Start der Terminservicestelle (TSS) in Schleswig-Holstein zusammen. In ihrem Bericht zur Lage präsentierte sie Zahlen aus den ersten drei Wochen: Pro Tag habe die TSS circa 45 bis 50 Anrufe erhalten, „von denen die Hälfte erst mal schauen wollte, ob und wie die Terminservicestelle funktioniert“, so Schliffke. Viele Anrufer hätten nach der ersten Ansage, man möge seine Überweisung bereithalten, wieder aufgelegt. Insgesamt habe es in dem Zeitraum rund 100 Terminvereinbarungen zwischen Patienten und Facharztpraxen gegeben (eine ausführlichere TSS-Analyse auf Seite 16). Am gefragtesten seien Neurologen, Kardiologen und Rheumatologen. Hier zeigten sich schon jetzt die Knackpunkte in der Versorgung. „Wir haben zu wenig Ärzte dieser Fachrichtungen“, beklagte Schliffke. Vielleicht sei der einzige Vorteil der TSS, „dass wir dies der Politik und den Kassen dann mit Zahlen belegen können und sich deren ständige Argumentation, es seien genug Ärzte da, man müsse sie nur anders verteilen, definitiv widerlegen lässt“. Für die Vorstandsvorsitzende steht jedenfalls schon jetzt fest: Die Terminservicestelle habe bestätigt, dass die klassischen Überweisungswege die richtigen seien. Die Patienten behalten die freie Arztwahl und nehmen Empfehlungen ihrer Ärzte an. Diese wiederum seien froh über eine regional funktionierende Zusammenarbeit. „Es ist eben nicht im Sinne des Patienten, in einem Lose-EndenSystem Befunde mal von hier und mal von dort einzusammeln, nur weil es vielleicht etwas schneller geht.“ Allerdings sei sie skeptisch, ob die Politik dies auch eines Tages begreifen werde. „Eher ist wohl damit zu rechnen, dass sie sich die TSS als Wohltat ihrer Politik im nächsten Wahlkampf auf die eigenen Fahnen schreiben wird“, so Schliffke.

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Forderung der Krankenkassen als inakzeptabel zurückgewiesen Im weiteren Verlauf ihres Berichtes ging die Vorstandsvorsitzende auf die medizinische Versorgung von Flüchtlingen ein. Im Ländervergleich stehe Schleswig-Holstein inzwischen gut da, was Organisation und Verfahren angehe. Es gebe offensichtlich deutlich mehr Struktur als in anderen Ländern. „Das ist anerkennenswert und auch viele Ärzte im Land tragen nicht unwesentlich dazu bei.“ Die Praxen in Schleswig-Holstein hätten im vierten Quartal 2015 mehr als 25.000 Scheine abgerechnet. Das heißt, circa jeder zweite Asylsuchende habe Gesundheitsversorgung benötigt. Schliffke gab den Abgeordneten auch einen Einblick in die zurückliegenden Gespräche mit den Krankenkassen zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Die Kassen übernehmen seit Januar 2016 die verwaltungstechnische Abwicklung zwischen KVSH und Kommunen. Deren anfängliche Absicht, eine Kopfpauschale analog der Versichertenabrechnung durchzusetzen und diese mit befreiender Wirkung in der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung zu versenken, habe der Vorstand allerdings als inakzeptabel abgelehnt. Schliffke betonte, dass es für Asylsuchende keinen Leistungsumfang nach Einheitlichem Bewertungsmaßstab (EBM) gebe, zu dem man Mengenausweitungen befürchten müsste. Im Gegenteil: Der Leistungsumfang bei der Behandlung von Flüchtlingen ist in den ersten 15 Monaten durch das Asylbewerberleistungsgesetz eingeschränkt. Zudem habe jede EBM-Bewertung einer Leistung einen Zeitfaktor in sich, der für eine Kommunikation in Deutsch und nicht in fremden Sprachen gelte. „Wir sehen eine Abrechnung nach EBM und Orientierungspunktwert angesichts des Aufwandes und der Einschränkungen als einen der Beiträge, die die Ärzteschaft zur Bewältigung dieses Problems der Gesellschaft leistet, unterstrich die Vorstandsvorsitzende. Inzwischen hat das Kieler Gesundheitsministerium die Abwicklung des Verfahrens im Sinne der KVSH abschließend definiert. KBV-Affäre beschäftigt auch die AV Zum Schluss ihrer Rede widmete sich Schliffke den Vorgängen rund um die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Diese muss sich derzeit mit einem Verfahren gegen Ex-Vorstandschef Dr. Andreas Köhler, einem umstrittenen Immobilien-Geschäft und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen mehrere Mitarbeiter wegen des Verdachts der Untreue auseinandersetzen. Das Thema KBV sei ein „unverändert unerfreuliches“, so die Vorstandsvorsitzende. „Wenn wir dort einen Tag in Arbeitsatmosphäre hatten, war es ein guter Tag“. Diese Tage mehrten sich aber schon. So unrühmlich alles sei und so wichtig es sei, dass Licht und Transparenz hineinkomme, das dürfe nicht alles sein. „Die KBV hat handfeste Aufgaben, die für uns alle unverzichtbar sind“, betonte aktuell

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gesundheitspolitik Schliffke. Die Vertreterversammlung der KBV müsse sich auf der bevorstehenden Strategieklausur mit der Zukunft und Gestaltung der ambulanten Versorgung beschäftigen. So sollten die Delegierten unter anderem über das Thema Patientensteuerung diskutieren, sich vorurteilsfrei Gedanken machen über ein Primärarztsystem und sich gegen weitere Verstaatlichungstendenzen positionieren. Weiteres Thema sollte das sektorenübergreifende Arbeiten sein. Die Frage, so Schliffke, werde sein: „Wollen wir einen Abbau dieser Grenzen mit allen künftigen Konsequenzen oder schotten wir uns lieber ab?“ Über die Integration der angestellten Ärzte ins KV-System müsse genauso gesprochen werden wie über die Frage, wie in einem künftigen Ärzteparlament die Rollenverteilung zwischen hauptamtlichen KV-Vorständen und ehrenamtlichen Vorsitzenden der Vertreterversammlungen aussehen könnte.

„Die KBV hat handfeste Aufgaben, die für uns alle unverzichtbar sind.“ Dr. Monika Schliffke

Auf all diese Systemfragen gelte es Antworten zu finden, forderte die Vorstandsvorsitzende. „Die Probleme und Querelen in der KBV dürfen uns nicht davon abhalten.“ Schliffke rief an dieser Stelle zur Geschlossenheit auf: „Nur, wenn wir Antworten finden, gewinnen wir die Position der Stärke zurück, die wir für die Zukunft brauchen – nicht nur für die Honorarverhandlungen.“ Es gehe auch um den freien Beruf, dem immer mehr Einschränkungen auferlegt würden, sowie um den Erhalt ärztlicher Prämisse bei Themen wie Qualitätssicherung, Delegation und Substitution. „Dinge, von denen wir einfach überrollt werden und es nicht mal merken“, warnte Schliffke. Eine Antwort darauf wäre ein Neuanfang in der KBV: „Ich kann nur hoffen, die Diskussionen kommen breit in Gang und werden nicht überlagert durch zu viel Wahlkampfaktionen aus den KVen heraus.“ An den Bericht zur Lage schloss sich das Thema Honorarangelegenheiten an. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Ralph Ennenbach, fasste noch einmal das Honorarergebnis für das Jahr 2015 zusammen. Aus einer Kombination aus Verhandlungserfolgen auf Bundesebene und der vertragsbedingten Steigerung der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) auf regionaler Ebene ergebe sich ein Plus von rund 35 Millionen Euro. Gerade der auf drei Jahre abgeschlossene Vertrag mit den Krankenkassen sei die Basis dafür, dass auch in 2016 mit einem Honoraranstieg zu rechnen sei. Außerdem, betonte Dr. Ennenbach, gelinge es immer besser, die Lücke zwischen den Zahlen auf Bundes- und Landesebene zu schließen: Die MGV je Versicherten im Bund betrug im Jahr 2014 rund 344 Euro, in Schleswig-Holstein waren es 337 Euro. Das Delta betrage damit nur noch 1,8 Prozent. Ziel sei es, den Abstand weiter zu verringern.

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Nordlicht

Neuregelung der Notdienstfinanzierung erst einmal vom Tisch Ennenbach brachte die Abgeordneten zudem auf den aktuellen Stand der Gespräche mit der Ärztekammer über die künftige Finanzierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in SchleswigHolstein. Dieser wird derzeit allein von den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten finanziert. Geplant ist, auch die Privatärzte an den Kosten des Notdienstes zu beteiligen. Im Gespräch war eine Umlage, die von der Ärztekammer für den Notdienst eingezogen werden müsste. Allerdings hätte sich in den vielen Diskussionsrunden gezeigt, dass „das Gerechtigkeitsproblem“ bei der Frage nach der Höhe der Umlage nicht zu lösen sei, erklärte Ennenbach. Er empfahl daher, das Thema bis zu einer fundamentalen Reform des Notdienstes ruhen zu lassen. Die Abgeordneten schlossen sich diesem Vorschlag an. Einen weiteren Anlauf muss auch die Wahl eines beratenden Fachausschusses für angestellte Ärzte nehmen. Dieses Gremium ist neu, seine Einrichtung wird durch das Versorgungsstärkungsgesetz vorgegeben. Zwar hatten zumindest drei Ärztinnen und Ärzte im Vorfeld erklärt, sich zur Wahl zu stellen, allerdings war keiner der Kandidaten zur AV erschienen. Daraufhin entschieden die Abgeordneten, die Wahl nicht durchzuführen und machten deutlich, dass eine persönliche Vorstellung der Kandidaten Voraussetzung für die Wahl eines neuen Gremiums sei. Auf der nächsten Abgeordnetenversammlung soll ein weiterer Versuch unternommen werden. Den vollständigen Bericht zur Lage finden Sie im Internet unter www.kvsh.de. Marco Dethlefsen, KVSH

Angestellte Ärzte für Ausschussarbeit gesucht Die KVSH sucht Mitglieder für die Mitarbeit im neu einzurichtenden beratenden Fachausschuss für angestellte Ärzte. Die KVSH setzt damit einen entsprechenden Passus des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes um, der die Einrichtung dieses neuen Gremiums der Selbstverwaltung vorsieht. Der Ausschuss wird aus vier Mitgliedern sowie zwei Stellvertretern bestehen. Interessierte Ärzte können sich bei der KVSH melden. Sie müssen dazu angestellt arbeiten und Mitglied der KVSH sein. Das bedeutet, dass sie mindestens halbtags bei einem Vertragsarzt, einem MVZ oder einer Eigeneinrichtung beschäftigt sein müssen (Paragraf 77 Abs. 3 Satz 2 SGB V). Die Wahl des Fachausschusses findet in der nächsten Abgeordnetenversammlung am 15. Juni statt. Um sich einen Eindruck von den Kandidaten machen zu können, bitten die Abgeordneten alle Interessenten persönlich zur Abgeordnetenversammlung zu erscheinen. Eine mündlich oder schriftlich erklärte Bereitschaft zur Kandidatur reicht nicht aus. Interessenten melden sich bitte bei: Regine Roscher Assistentin der Selbstverwaltung Tel. 04551 883 218 regine.roscher@kvsh.de

aktuell

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gesundheitspolitik B edarfsplan

Sicherung der Schmerztherapie KVSH und Krankenkassen wollen die Zukunft der speziellen schmerztherapeutischen Versorgung in Schleswig-Holstein sichern. Der Bedarfsplan wurde entsprechend einvernehmlich geändert. Durch eine neue Nachfolgeregelung und eine jährliche Überprüfung des schmerztherapeutischen Leistungsangebots soll so ein weiteres Ausdünnen der Versorgungslandschaft in diesem Bereich verhindert werden. Ärzte, die an der Schmerztherapievereinbarung teilnehmen Sylt Flensburg Süden

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14

Nordlicht

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Die Aufmerksamkeit gilt dabei den 37 Ärzten, die in SchleswigHolstein an der sogenannten Schmerztherapie-Qualitätssicherungsvereinbarung teilnehmen und darauf spezialisiert sind, Patienten mit chronischen Schmerzen zu behandeln. Sie gehören unterschiedlichen bedarfsplanerischen Arztgruppen an und sind auf allen Versorgungsebenen vertreten. Darunter sind elf niedergelassene Anästhesisten. Der Rest verteilt sich auf 15 ermächtigte Krankenhausärzte, fünf Nervenärzte, vier Hausärzte und zwei Neurochirurgen. Ziel des neuen Konzeptes von KVSH und Krankenkassen ist es, die für die spezielle Schmerztherapie vorhandenen Arztsitze dauerhaft zu erhalten. Der Bedarfsplan wurde daher so geändert, dass ein frei werdender Sitz eines Schmerztherapeuten gezielt wieder mit einem Arzt besetzt werden soll, der an der Schmerztherapie-Vereinbarung teilnimmt. Ein schmerztherapeutisch tätiger Hausarzt könnte etwa den Sitz eines schmerztherapeutisch tätigen Anästhesisten übernehmen – oder umgekehrt. Dadurch soll künftig verhindert werden, dass ein frei werdender Anästhesie-Sitz eines Schmerztherapeuten z. B. von einem Anästhesisten übernommen wird, der diese Versorgung gar nicht anbietet. Das Konzept soll mehr Planungssicherheit schaffen und

Großhansdorf Reinbek

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Rellingen

Mölln

dafür sorgen, dass künftig mehr Ärzte eine Weiterbildung in spezieller Schmerztherapie absolvieren, um an der SchmerztherapieVereinbarung teilnehmen zu können. Ärzte, die an dieser Vereinbarung teilnehmen, erfüllen einen vollen Versorgungsauftrag, wenn sie maximal 300 Behandlungsfälle im Quartal haben. Überprüfung des Leistungsangebots KVSH und Krankenkassen haben Regelungen vereinbart, die das schmerztherapeutische Leistungsangebot in Schleswig-Holstein jährlich überprüfen. Als Referenzwert dient dabei die Anzahl der im Jahr 2014 ausgefüllten Versorgungsaufträge. In diesem Jahr waren es durchschnittlich 30 Versorgungsaufträge pro Quartal. Sollte sich bei der Überprüfung künftig herausstellen, dass weniger Versorgungsaufträge erfüllt bzw. nur aufgrund von Überschreitungen der Höchstfallzahl erreicht werden, soll der Landesausschuss die fehlenden Versorgungsaufträge arztgruppenübergreifend für eine bestimmte Region ausschreiben. Jakob Wilder, KVSH

aktuell

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gesundheitspolitik I nterview

„Es war fünf vor zwölf“ Dr. Jochen Leifeld ist seit 19 Jahren Berufsverbandssprecher der Neurochirurgen und Schmerzmediziner in Schleswig-Holstein. Im Nordlicht-Interview erläutert er die Möglichkeiten und Grenzen der neuen Regelung zur Schmerztherapie. Nordlicht: Wie beurteilen Sie die Regelungen, die der neue Bedarfsplan vorsieht? Dr. Jochen Leifeld: Es war fünf vor zwölf, was die Versorgung von Schmerzpatienten angeht. 37 Ärzte nehmen an der Qualitätssicherungsvereinbarungen-Schmerztherapie (QsV) in Schleswig-Holstein teil, sektorenübergreifend Fach- und Hausärzte, darunter 55 Prozent Anästhesisten. Schmerztherapie war bis jetzt nicht bedarfsbeplant, weil sie offiziell kein Fachgebiet ist. Konsequenz: Kapazitäten brechen weg! Im Nachbesetzungsverfahren ging eine optionale QsV-Teilnahme oftmals verloren. Typisches Beispiel dafür und zugleich einer der Schrittmacher der Novellierung war die Weitergabe einer der größten Schmerzpraxen in SchleswigHolstein im vorigen Jahr: Durch Verzicht zugunsten einer Anstellung mit dem Ergebnis, dass dadurch die einzige Schmerzpraxis an der gesamten Westküste wegfiel und bis heute bitterlich fehlt. Die überlasteten Nachbarn sind meist weit entfernt und gemäß QsV ist deren Fallzahl – im Regelfall 300 im Quartal – kontingentiert. Endlose Wartelisten sind sprichwörtlich. Und die Alterspyramide der Schmerzmediziner macht alles noch schlimmer und ist sogar um zwei Jahre ungünstiger als die aller Niedergelassenen: In den nächsten 12 Jahren verschwindet die Hälfte! Zulassungs- und Landesausschuss haben sich ideenreich an die Quadratur des Kreises gemacht. Erste Lösungsvarianten mussten verworfen werden, weil sie den Praxiswerterhalt zu sehr gefährdeten. Der Verkehrswert bei verpflichtendem Schmerztherapie-Vorbehalt im Übernahmefall wäre wohl ziemlich nach unten gegangen bis zur Unveräußerbarkeit. Bundesweite Honorarauswertungen der KBV vom 3. Quartal 2013 zeigen für QsV-Teilnehmer Honorarnachteile von 55 Prozent gegenüber solchen ohne Schmerztherapie-Schwerpunkt! Ein wahrlich schwierig zu vereinbarendes Pflichtenheft. Das Ergebnis ist die bundesweit erste überzeugende Würdigung und Beplanung der QsV Schmerz. Nordlicht: Was ist das Besondere am Konzept? Leifeld: Besonderheiten gibt es gleich mehrere, etwa die Ausschreibung von Versorgungsaufträgen in der Schmerztherapie. Als nicht zu unterschreitende Basis für den Bedarfsplan wurde der 1. Juli 2014: mit 30 Versorgungsaufträgen ausgewählt.

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Nordlicht

Ein gut gewählter Referenzwert, umfasst er doch vier große, schon nicht mehr tätige Schmerzpraxen. Weitere erfreuliche Besonderheit: QsV-Teilnahme gilt als genereller Ausnahmetatbestand bezüglich Ausschreibungsverzicht wegen Überversorgung. Ausdrücklich mit der schönen Begründung: „Da jeder an der QsV Teilnehmende gebraucht wird!“ Weitere Besonderheit der letztgültigen Version: Die Ausschreibung soll arztgruppenübergreifend erfolgen! Sollte sich trotz dieser Aufbohrung kein Nachfolger finden, folgt die finanzielle Entschädigung durch regelhaften KV-seitigen Aufkauf. Nicht um stillzulegen, sondern um innerhalb der QsV nachzubesetzen! Sie ist auch verpflichtende Bedingung für Zweigpraxisgenehmigungen. Damit der gängige Umgehungstatbestand eines Zulassungsverzichts zugunsten einer Anstellung nicht dem Versorgungsbedürfnis zuwiderläuft. Nordlicht: Machen die neuen Regelungen die Schmerztherapie in SchleswigHolstein zukunftssicher? Leifeld: Zur Zukunftssicherung von QsV Schmerz gehören unbedingt und baldmöglichst neben diesem pragmatischen und differenzierten Bedarfsplan mit gesicherter Mindestanzahl von Versorgungsaufträgen und nicht diskriminierender Nachfolgeregelung: 1. Endlich die laut GKV-Versorgungsstärkungsgesetz gebotene (finanzielle) Weiterbildungsförderung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung bei Niedergelassenen durch überfällige Verständigung von KV und GKV. 2. Weiteres Nachsteuern entgegen der strukturellen honorartechnischen Benachteiligung der mengenbegrenzten QsV in EBM und HVM etwa durch Anerkennung des Grundversorgerstatus. Weil im Gros der QsV-Behandlungsfälle nichts als die Grundpauschale (psychosomatisch sprechender) Schmerztherapie erbracht wird und trotzdem der Grundversorgerstatus pauschal versagt bleibt. 3. Etablierung und Honorierung effektiver neuer Formate, wie Gruppenedukation, kollegialer Telefonkonsile und interdisziplinärer Fallkonferenzen, an denen Berufsverband und Arztnetze seit langem erfolgreich feilen. Meidet uns der Nachwuchs, macht selbst der beste Bedarfsplan Versorgung nicht zukunftssicher. Die Fragen stellte Jakob Wilder, KVSH

aktuell

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PRAXIS  &  KV T erminservicestelle

„Die Nachfrage ist bisher gering“ Seit Ende Januar gibt es die Terminservicestelle (TSS) zur Vermittlung von Facharztterminen. Alexander Paquet war maßgeblich an der Umsetzung des Projekts beteiligt. Der Leiter der Notdienstabteilung der KVSH berichtet im Nordlicht-Interview, wie der Start in Schleswig-Holstein verlief. Nordlicht: Mit der Terminservicestelle wurde organisatorisch Neuland betreten. Wie sieht die Nachfrage aus und welche Bilanz ziehen Sie nach den ersten Wochen? Alexander Paquet: In den ersten vier Wochen hat die Terminservicestelle der KVSH allen gesetzlich Versicherten, die eine Überweisung mit einem Vermittlungscode hatten, einen Termin in einer Facharztpraxis vermitteln können. Insgesamt haben sich seit dem 25. Januar 923 Patienten an die Servicestelle gewandt. Von ihnen haben wiederum etwa 334 ein berechtigtes Terminanliegen vorgetragen und wurden dann an einen Facharzt vermittelt. Am häufigsten vermittelten wir bisher Termine an Neurologen, Kardiologen sowie Psychiater und Rheumatologen. Statt von einer Bilanz würde ich mit Blick auf die wenigen Wochen eher von einer Tendenz sprechen wollen. Wir erkennen, dass die Terminservicestelle nicht die bewährten Systeme der Terminvereinbarung ablöst, sondern ein zusätzlicher Weg ist. Die Nachfrage ist bisher gering und geht anscheinend an den Bedürfnissen vieler Menschen vorbei, da beispielsweise kein Anspruch auf einen Wunscharzt sowie Wunschtermin besteht. Ein weiterer Grund: In medizinisch dringenden Fällen werden Patienten in Schleswig-Holstein in der Regel umgehend zwischen dem Haus- und Facharzt vermittelt. An dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich allen Haus- und Fachärzten in SchleswigHolstein danken, die mit norddeutschem Pragmatismus, Rat und Tat sowie Geduld das Vorhaben begleitet haben, obwohl sich die Begeisterung über die Terminservicestelle in Grenzen hält und zusätzliche Bürokratie, trotz des im Vergleich zu anderen KVen geringeren Eingriffs in die jeweilige Praxisorganisation, entstanden ist. Nordlicht: Überweisende Ärzte – Versicherte, die bei der TSS anrufen – Ärzte, die Termine vereinbaren: In welchem Bereich hatte die Terminservicestelle den größten Aufklärungsbedarf zu bewältigen? Paquet: Der größte Aufklärungsbedarf bei den anrufenden gesetzlich Versicherten besteht bei der Erklärung der gesetzlichen Vorgaben. Die Terminservicestelle ist eben ein zusätzlicher Weg zur Vereinbarung eines Facharzttermins, bei dem kein Anspruch auf einen Termin bei einem bestimmten – vom Versicherten gewünschten – Facharzt, zu einer bevorzugten

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Nordlicht

Zeit an einem bevorzugten Ort besteht. Des Weiteren gab es noch Nachfragen zum allgemeinen Ablauf. Für die Vermittlung ist es mit der Ausnahme für Termine bei Gynäkologen sowie Augenärzten ja erforderlich, eine Überweisung mit einem Vermittlungscode von der überweisenden Arztpraxis vorzulegen. Neben diesem Bedarf gab es am Anfang den einen oder anderen Anrufer, der sich ohne konkretes Anliegen einfach nur informieren wollte. Von Seiten der Ärzte haben uns insbesondere Nachfragen zum Info-Paket erreicht, das wir vor dem Start verschickt hatten. Wie richte ich einen eKVSHZugang für meine Arzthelferinnen ein? Welche Daten muss die Praxis bei vermittelten Patienten im eKVSH-Portal eintragen? Wie wird die Praxis über einen vermittelten Patienten informiert? Wie ändere ich die Stammdaten meiner Praxis? Wie gebe ich mögliche Urlaubsabwesenheiten ein? Nordlicht: Die Terminservicestelle der KVSH wurde bewusst als lernendes System angelegt. An welchen Stellschrauben muss nachjustiert werden? Paquet: Der Aufbau der Terminservicestelle war und ist mit der Entwicklung und dem Betrieb einer komplexen Software verbunden, die die Kolleginnen in der Servicestelle bei der Vermittlung technisch unterstützt und damit dafür Sorge trägt, dass alle relevanten Informationen standardisiert aufgenommen und verarbeitet werden können. Daneben mussten wir im eKVSHPortal den neuen Menüpunkt „Terminservicestelle“ einführen, der für die Praxen das zentrale Portal für die Terminvermittlung ist. Beide Bereiche laufen für ein Projekt dieser Größenordnung aktuell sehr stabil, aber das Zusammenspiel ist natürlich noch nicht an allen Stellen richtig eingespielt bzw. kann weiter optimiert werden. Im Bereich des Back Office – also bei der Bearbeitung von speziellen Arztanfragen – sowie dem Controlling gibt es ebenfalls noch Prozesse, die ausgebaut werden müssen. Dazu hat uns auf den vier gut besuchten Infoveranstaltungen sowie in den letzten vier Wochen die eine oder andere Idee zur Optimierung des eKVSH-Portals, z. B. zum Thema Benutzerverwaltung, erreicht, die zum Start aufgrund der knappen Zeit nicht umsetzbar war und wir nun sukzessive prüfen werden. Falls eine Arztpraxis hier eine Idee zur Nachjustierung hat, kann sie sich gern an die Kolleginnen in der Terminservicestelle wenden. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

aktuell

3 | 2016


PRAXIS  & KV

TSS in Zahlen – so liefen die ersten vier Wochen Wie wurde die Terminservicestelle (TSS) genutzt? Anruferstruktur davon Tag Montag

Anrufe 281

Termin

Aufleger angenommen 86

195

angeboten

gebucht

abgelehnt

80

53

10

Dienstag

217

38

179

92

38

8

Mittwoch

102

23

89

40

20

5

Donnerstag

219

43

176

75

39

12

Freitag

104

20

84

47

16

4

Gesamt

923

210

723

334

166

39

Anrufe:

Gesamtanzahl aller Anrufe unter 04551 3040 4931

Aufleger:

Anrufer, die noch während der Ansagen aufgelegt haben

angenommen:

tatsächlich geführte Gespräche mit Patienten

Termin angeboten:

Patienten, die die Vorgaben erfüllten und einen Facharzt angeboten bekamen

Termin gebucht:

Termin wurde abgesprochen und die Praxis hat diesen bereits unter eKVSH eingetragen

Termin abgelehnt:

Terminangebot wurde vom Patienten abgelehnt (Grund war meistens die Entfernung)

Welche Fachrichtungen wurden gesucht? Top 10 der Vermittlungsanfragen Suchbegriff

Anfragen

Nervenheilkunde/Neurologen

93

Kardiologen

44

Psychiater

33

Rheumatologen

32

Pneumologen

31

Radiologen mit MRT

23

Hautärzte

17

Augenärzte

16

Gastroenterologen

10

Orthopäden

8

Datengrundlage: Zeitraum vom 25. Januar 2016 bis 19. Februar 2016

3 | 2016

Nordlicht

aktuell

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PRAXIS  &  KV A mbulante V ersorgung in S chleswig - H olstein

Eine Wanderung durch die Versorgungslandschaft Unterschiedliche Praxisformen und ihr Auftritt in der ambulanten Versorgung Schleswig-Holsteins. Zeitliche Entwicklung der Praxisformen

Das GKV-Modernisierungsgesetz hatte in 2004 den Ärzten und Psychotherapeuten eine neue Praxisform in Gestalt der Medizinischen Versorgungszentren in die Landschaft der vertragsärztlichen Versorgung gepflanzt. Schauen wir uns an, wie sich diese neue Form neben den etablierten Formen der Einzelpraxen und der Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) in der Versorgungslandschaft aufgestellt hat. Eine ursprünglich weitergehende Fragestellung, ob ein Jahrzehnt später durch diese neue Praxisform eine verbesserte Versorgung der Patienten festgestellt werden kann, wurde von uns zurückgestellt. Noch fehlt uns – bundesweit leider – ein allgemein anerkannter Kriterienkatalog für eine solche Bewertung der Patientenversorgung. Außerdem sind unsere Abrechnungsdaten, auf die wir uns für eine quantitative Analyse stützen müssen, nur eine kleine Teilmenge aus den „Big Data“ der Versorgungslandschaft.

Abb. 1 157 %

160 % Einzelpraxen (2.483 Praxen in 1-2009) 150 %

BAG (820 Praxen in 1-2009) MVZ (46 Praxen in 1-2009)

140 % Anzahl der Praxen (Index: 1-2009 = 100 %)

130 % 120 % 110 % 100 %

98 %

90 %

96 %

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1-2011

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3-2010

2-2010

1-2010

4-2009

3-2009

2-2009

80 % 1-2009

Wie sieht die ambulante medizinische Versorgung in Schleswig-Holstein aus? Welche Praxisformen gibt es, welche Ärzte arbeiten dort, wie kooperieren die Praxen miteinander und sind in der Versorgung der Patienten Unterschiede zwischen den Praxisformen erkennbar? Um eine Antwort auf die Fragen zu finden, hat KVSH-Experte Manfred Jaspers die Versorgungslandschaft in unserem Bundesland analysiert. In dieser Ausgabe des Nordlichts stellt er als Einstieg in das Thema die Entwicklung der unterschiedlichen Praxisformen in den vergangenen Jahren vor. In den folgenden Heften wird es dann um die Themen Leistungsstrukturen und Kooperation sowie Kennzahlen über die Arbeit an den Patienten in diesen Praxisformen gehen.

Quartal

Ob die Tendenz der Zunahme der MVZ bei gleichzeitigem Rückgang der BAG gebrochen ist, lässt sich abschließend noch nicht feststellen. Praxisformen – Verteilung auf die Ärzte 60 %

Abb. 2

54,2 %

49,4 %

50 % 40 % Anteil der Ärzte

40,9 %

40,9 % Einzelpraxen

30 %

BAG 20 %

MVZ 9,7 %

10 %

4,9 %

Die Landschaft ist in Bewegung! Die Abb. 1 zeigt die Veränderung der Anzahl der Praxen in den drei Formen über einen Zeitraum von sechs Jahren.

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Nordlicht

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2-2013

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3-2012

2-2012

1-2012

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3-2011

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1-2011

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2-2010

1-2010

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3-2009

2-2009

0%

In diesem ersten Beitrag werden ein paar exemplarische Schlaglichter auf die Strukturen dieser Landschaft vorgestellt. Eine Bemerkung vorweg: In den Diagrammen sind mit dem Begriff „Ärzte“ alle für die vertragsärztliche Versorgung zugelassenen Personen umfasst, also auch die Psychotherapeuten und die angestellten Ärzte, nicht aber die teilermächtigten Krankenhausärzte und selbstverständlich schließt dieser Begriff auch die Ärztinnen und Psychotherapeutinnen mit ein.

1-2009

Teil 1

Quartal

Der Rückgang der Einzelpraxen wird in erster Linie durch die Zunahme der psychotherapeutisch tätigen Ärzte beendet – vielleicht auch nur vorläufig. Allerdings stellt man bei der Betrachtung der Wanderungsbilanzen der Ärzte (Abb. 3) fest, dass die Versorgungslandschaft unterhalb der Oberfläche der Abb. 2 auch hier wieder recht dynamisch ist.

aktuell

3 | 2016


PRAXIS  & KV Wanderungsbilanz 1/2009 und 4/2014

Abb. 3

Auch das Alter der Ärzte kann eine Strukturfrage sein, wie die Abb. 6 zeigt.

1.828

Einzelpraxis 13

126

499

487

58

48

133

131

Durchschnittsalter

65

557

BAG

246

MVZ

54 52 50

Abb. 6

56,6

Einzelpraxen BAG MVZ

56

außerhalb der KV

343

1.355

Durchschnittsalter aller Ärzte in den Praxisformen

53,7

53,0

51,1 51,1 50,1

4-2014

3-2014

2-2014

1-2014

4-2013

3-2013

2-2013

1-2013

4-2012

3-2012

2-2012

1-2012

Quartal

Eine weitere Struktureigenschaft ist der Anteil der angestellten Ärzte (Abb. 4). Hier scheint zumindest bei den Einzelpraxen eine Sättigung erreicht. Anteil angestellter Ärzte in verschiedenen Praxisformen

4-2011

3-2011

2-2011

1-2011

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3-2010

2-2010

1-2010

4-2009

3-2009

2-2009

46

43

1-2009

48

19

Ganz offensichtlich sind BAG und insbesondere die MVZ für den Nachwuchs attraktiver. Die Einzelpraxis hat hier als „Kooperationsform“ – wie der Begriff der Praxisform auch häufig umgedeutet wird – ein Problem.

Abb. 4

Anteil in der jeweiligen Praxisform

100 % 86,5 %

90 % 80 % 70 %

66,7 %

60 %

Einzelpraxen

50 %

BAG

40 %

MVZ

30 % 20 %

14,1 %

10 % 3,9 % 4,8 % 4-2014

3-2014

2-2014

1-2014

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3-2013

2-2013

1-2013

4-2012

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1-2012

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1-2011

4-2010

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2-2010

1-2010

4-2009

3-2009

2-2009

1,4 % 1-2009

0%

Bei den qualitativen Analysen der Vorlieben der jungen Ärzte zeigte sich auch eine mögliche Teilzeittätigkeit als Entscheidungskriterium bei der Wahl der Praxis. Dazu hier als letzte Betrachtung der Struktur der Praxisformen die Entwicklung der Teilzeittätigkeit (Abb.7). Die Einzelpraxen sind hier nicht mitgeführt, da in diesen die Teilzeittätigkeit kaum eine Rolle spielt.

Quartal

Auch das ist eine Aussage über die Struktur: Der Anteil der Frauen in den Praxen steigt (Abb. 5), aber durchaus unterschiedlich in den Praxisformen.

Zur Darstellung ist ein Parameter „Teilzeit-Index“ definiert. Dieser Teilzeit-Index ist das Verhältnis von Anzahl der Ärzte zu VollzeitÄquivalenten. Ein Index von 1,4 bedeutet also, dass die Arbeit eines Vollzeit-Arztes von 1,4 Ärzten erbracht wird – natürlich nur statistisch. Entwicklung der Teilzeittätigkeit angestellter Ärzte

Abb. 7

1,5

Anteil der Ärztinnen in verschiedenen Praxisformen

Abb. 5

Einzelpraxen BAG MVZ

40 %

1,3 1,2

41,4 %

1,1

4-2014

3-2014

2-2014

1-2014

4-2013

3-2013

2-2013

1-2013

4-2012

3-2012

2-2012

1-2012

4-2011

3-2011

2-2011

1-2011

4-2010

3-2010

2-2010

1-2010

4-2009

Quartal 4-2014

3-2014

2-2014

1-2014

4-2013

3-2013

2-2013

1-2013

4-2012

3-2012

2-2012

1-2012

4-2011

3-2011

2-2011

1-2011

4-2010

3-2010

2-2010

1-2010

4-2009

3-2009

32,1 % 2-2009

3-2009

1,0 1-2009

36,9 %

34 % 32,5 %

30 %

BAG MVZ

1,17

36,9 %

36 %

32 %

1,28

1,29

2-2009

38 %

Teilzeit-Index

42,1 %

42 %

1-2009

Anteil in der jeweiligen Praxisform

44 %

1,47

1,4

Quartal

Die starken Schwankungen in der Kurve der MVZ sind wohl dem Gesetz der kleinen Zahl geschuldet: Kleine Grundmenge, große relative Veränderungen bei Schwankungen – zu Beginn des Betrachtungszeitraums waren nur 74 Ärztinnen in den MVZ tätig.

In den MVZ wird also mittlerweile die Arbeit von zwei angestellten Vollzeitärzten durch drei Teilzeitärzte erbracht. In den BAG wird es etwas komplizierter: Dort machen fünf Teilzeitärzte die Arbeit von vier Vollzeitlern. Es sieht allerdings so aus, als ob der anfängliche Trend zur Ausweitung der Teilzeittätigkeit gebrochen ist, vor allem in den BAG. Manfred Jaspers, KVSH

3 | 2016

Nordlicht

aktuell

19


Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung_______________________________________ 20 Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Brückentag 2016________________________ 25 HVM-Änderungen zum 1. April 2016_________________________________ 25 Betreuungsvertrag DAK-Gesundheit: Änderung der Diagnoseliste_________ 25 Früherkennungsuntersuchungen U10/U11 und J2 bei der TK______________ 26 KVSH fördert Praxisnetz Plön_______________________________________ 26 Formular 60 entfällt – neues Formular 61_____________________________ 26 Ambulantes Operieren – OPS 2016___________________________________ 26

Aus der Zulassungsabteilung Hinweise: ƒƒBewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg. ƒƒDer Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Zulassung zur vertragsärztlichen Tätigkeit). ƒƒDie Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt! ƒƒUm Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Genehmigung zur Beschäftigung eines angestellten Arztes). ƒƒEs besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken. ƒƒUm die Übernahme von ausgeschriebenen Vertragspsychotherapeutenpraxen können sich Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten, Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Ärzte, die beabsichtigen, ausschließlich psychotherapeutisch tätig zu werden, bewerben.

Öffentliche Ausschreibung von Vertragsarztsitzen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Im Nordlicht erfolgen Ausschreibungen von Praxen, die psychotherapeutisch tätig sind. Ausschreibungen von Ärzten befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt.

20

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform

Bewerbungsfrist*

Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Plön

EP

30.04.2016

12732/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Pinneberg

EP

30.04.2016

13089/2015

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform

Bewerbungsfrist*

Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten Therapieform: Analytische Psychotherapie**

Stadt Kiel

EP

30.04.2016

12264/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

30.04.2016

430/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

30.04.2016

115/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

30.04.2016

663/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

30.04.2016

679/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

30.04.2016

786/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Dithmarschen

EP

30.04.2016

798/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Herzogtum Lauenburg

EP

30.04.2016

1188/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Pinneberg

EP

30.04.2016

1716/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Neumünster/ EP Kreis Rendsburg- Eckernförde

30.04.2016

1717/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Herzogtum Lauenburg

31.03.2016

1972/2016

BAG

* Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird, das beantragte Fachgebiet eindeutig angegeben ist, ein Arztregisterauszug beigefügt wurde und der Antrag unterschrieben ist. ** Die Ausschreibung erfolgt unter der Auflage, dass der Nachfolger/die Nachfolgerin analytische Psychotherapie anbietet.

Für nähere Informationen stehen Ihnen unter den Telefonnummern 04551 883 und den angegebenen Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung: 378

Kreis Pinneberg

634

596

Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Segeberg

Stadt Kiel Kreis Plön

427

Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg Kreis Dithmarschen Kreis Steinburg

258

Stadt Lübeck

462

Kreis Nordfriesland Kreis Stormarn Kreis Ostholstein

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann.

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Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Frauke Hillmer-Rudloff

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin

24576 Bad Bramstedt, Maienbeek 1

01.07.2016

Nordlicht

aktuell

21


Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de): Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Achim Nolte

Neurologie

Geesthacht

Dr. med. André Hohn

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Kiel

Prof. Dr. med. Christof Hopf

Orthopädie

Kiel

Dr. med. Lars Hans Gobisch

Orthopädie und Unfallchirurgie

Kiel

Prof. Dr. med. Detlef Zillikens

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Lübeck

Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus

Psychiatrie Psychotherapie

Barfeld-Stegen

Stefan Rieckhof

Anästhesiologie

Lübeck

Dr. med. Thorsten Oesterle

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Husum

Dr. med. Karl Christian Westphal

Orthopädie

Neustadt

Dr. med. Ulrich Ostendorf

Orthopädie

Neustadt

Dr. med. Holger Branke

Chirurgie

Oldenburg

Dr. med. Stefan Nissen

Kinder- und Jugendmedizin

Eutin

Dr. med. Hans-Werner Seide

Rheumatologie

Damp

Dr. med. Helmut Rother

Orthopädie

Damp

Prof. Dr. med. Klaus Rabe

Innere Medizin Schwerpunkt Lungenund Bronchialheilkunde

Großhansdorf

Dr. med. Katja Wessig

Kinder- und Jugendmedizin

Kiel

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten:

22

Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Markus Kleinpoppen

22880 Wedel, Bahnhofstraße 36a

Orthopädie und Unfallchirurgie

02.01.2016

Dr. med. Joachim Decker

Dr. med. Joachim Göbel

23562 Lübeck, Paul-Ehrlich-Straße 1-3

Strahlentherapie

04.01.2016

Dr. med. Bernd Brandenburg

Dipl.-Päd. Annika Spalding – halbe Zulassung –

25469 Halstenbek, Poststraße 3

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

01.03.2016

Dipl.-Psych. Katharina Regenhardt – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Elke Nordmann – halbe Zulassung –

22926 Ahrensburg, An der Reitbahn 1

Psychologische Psychotherapeutin

01.01.2016

Dipl.-Psych. Elisabeth Köberl – halbe Zulassung –

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Patrick Warnke

24937 Flensburg, Ballastkai 5

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

01.01.2016

Dr. med. Kirsten Schütze

24937 Flensburg, Westerallee 8

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

15.01.2016

Dr. med. Kerstin Marquardt

23558 Lübeck, Stettiner Straße 25

Allgemeinmedizin

07.01.2016

Nordlicht

aktuell

3 | 2016


Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

DIAKO MVZ GmbH

24939 Flensburg, Knuthstraße 1

Neurochirurgie

10.12.2015

Dr. med. Paul Riis – vierteltags –

Dr. med. Martin Weigel

25335 Elmshorn, Schulstraße 50

Innere- und Allge- 01.01.2016 meinmedizin

Dr. med. Ulrike Glaubitz – halbtags –

Dr. med. Stefan Jost

24983 Handewitt, Wiesharder Markt 13a

Allgemeinmedizin

01.01.2016

Dr. med. Reimer Schmidt – ganztags –

Dres. Brockmann und Kollegen

24837 Schleswig, Rathausmarkt 18

Anästhesiologie

01.03.2016

Dr. med. Thomas Bremmenkamp – vierteltags –

Dres. Wacker, Felgner, Franz

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 43

Pathologie

15.01.2016

Dr. med. Romy Brambring – halbtags –

Jürgen Meinke

24226 Heikendorf, Teichtor 21

Allgemeinmedizin

15.01.2016

Fred Heydrich – ganztags –

Dres. Gerber und Möhle

23769 Fehmarn OT Burg, Bahnhofstraße 43

Allgemeinmedizin

01.02.2016

Stefanie Liffler – ganztags –

Dr. med. Bernd Ludwig

25524 Itzehoe, Frauenheilkunde Albert-Schweitzer-Ring 26g und Geburtshilfe

22.01.2016

Dr. med. Jessica Steigert – ganztags –

Dres. Hartmann und Schaudig

24226 Heikendorf, Laboer Weg 20a

Allgemeinmedizin

14.01.2016

Dr. med. Anja Lindenberg – halbtags –

Dr. med. Ulrike Jork

23863 Kayhude, Schulstraße 10

Allgemeinmedizin

14.01.2016

Dr. med. Miriam Führ – ganztags –

DIAKO MVZ GmbH – Standort Niebüll

25899 Niebüll, Bahnhofstraße 24

Kinder- und Jugendmedizin

10.12.2015

Dr. med. Ewald Bopp – vierteltags –

DIAKO MVZ GmbH – Standort Niebüll

25899 Niebüll, Bahnhofstraße 24

Kinder- und Jugendmedizin

10.12.2015

Jan Schreiber – vierteltags –

MVZ Kappeln GmbH

24986 Satrup, Glücksburger Straße 1a

Orthopädie und Unfallchirurgie

01.03.2016

Dr. med. Dietrich Renz – halbtags –

MVZ Kappeln GmbH

24768 Rendsburg, Kaiserstraße 24

Orthopädie

01.03.2016

Jörg Gießel – ganztags –

Dres. Waller und Klein

23564 Lübeck, Wakenitzstraße 61

Innere Medizin, Schwerpunkt Endokrinologie

01.02.2016

Dr. med. Volker Ott – ganztags –

Dres. Trettel und Grieffenhagen

24119 Kronshagen, Eckernförder Straße 219

Haut- und Geschlechtskrankheiten

14.01.2016

Dr. med. Nicole Helmbold – vierteltags –

Strahlentherapeutisch-radiologische Partnerschaft Curavid

23562 Lübeck, Paul-Ehrlich-Straße 1 –3

Strahlentherapie

04.01.2016

Dr. med. Thekla Meyners – dreivierteltags –

Strahlentherapeutisch-radiologische Partnerschaft Curavid

23562 Lübeck, Paul-Ehrlich-Straße 1 –3

Strahlentherapie

04.01.2016

Dr. med. Ivonne Prüter – halbtags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dipl.-Psych. Jana Stipp

Psychologische Psychotherapeutin

24321 Lütjenburg, Posthofstraße 2a

24321 Lütjenburg, Teichtorstraße 4

25.01.2016

Albert Riffert

Allgemeinmedizin

23558 Lübeck, Hansering 22

23558 Lübeck, Stettiner Straße 25

11.01.2016

Nordlicht

aktuell

23


Bekanntmachungen und Meldungen Veröffentlichung gemäß Paragraf 16b Abs. 4 Ärzte-ZV der Feststellungen des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Schleswig-Holstein Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat am 26. Januar 2016 entsprechend Paragraf 103 Abs. 1 bis 3 SGB V in Verbindung mit der Bedarfsplanungs-Richtlinie (Bpl-Rl) die Versorgungsgrade in den einzelnen Planungsbereichen überprüft und in nachfolgenden Planungsbereichen für die angegebenen Fachgruppen die Zulassungssperren aufgehoben, wobei der Beschluss mit den Auflagen versehen ist, dass 1. Zulassungen oder Anstellungen nur im aufgeführten Umfang erfolgen dürfen, 2. die rechtsverbindlichen Zulassungs- bzw. Anstellungsanträge bis zum 2. Mai 2016 beim Zulassungsausschuss für Ärzte in Schleswig-Holstein, Bismarckallee 1 –3, 23795 Bad Segeberg, einzureichen sind. Fachgruppe

Planungsbereich

Anzahl

Hausärzte

Mittelbereich Eckernförde

Hausärzte

Mittelbereich Husum

11,0 a)

Hausärzte

Mittelbereich Heide

1,5 a)

1,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Meldorf

3,0 a)

Hausärzte

Mittelbereich Metropolregion Südwest

5,0 a)

Hausärzte

Mittelbereich Metropolregion Südost

0,5 a)

Augenärzte

Stormarn

0,5 a)

Frauenärzte

Dithmarschen

0,5

Hautärzte

Nordfriesland

1,0 a)

Nervenärzte

Nordfriesland

0,5

Psychotherapeuten

Ostholstein

1,0

Urologen

Stormarn

Nuklearmediziner

Schleswig-Holstein

0,5 a) 1,0

a) In diesen Planungsbereichen erfolgten teilweise Öffnungen wegen der Anwendung des in Paragrafen 9 BPl-Rl erläuterten Demografiefaktors. Nach Absatz 8 dieser Vorschrift soll der Zulassungsausschuss in geeigneten Fällen darauf hinwirken, dass möglichst solche Bewerber Berücksichtigung finden, die zusätzlich zu ihrem Fachgebiet über eine gerontologisch/geriatrische Qualifikation verfügen. Stellt der Landesausschuss Überversorgung in der Gruppe der Psychotherapeuten fest, hat er zugleich zu ermitteln, in welchem Umfang gemäß Paragraf 101 Abs. 4 SGB V – ausgedrückt in der Anzahl von Psychotherapeuten – in jedem Versorgungsanteil Ärzte oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zugelassen werden können, sofern diese Versorgungsanteile nicht ausgeschöpft sind. Paragraf 25 Abs. 1 Bpl-Rl regelt, dass in gesperrten Planungsbereichen ein 25-prozentiger Anteil von psychotherapeutisch tätigen Ärzten und ein 20-prozentiger Anteil für die Leistungserbringer, die gemäß Paragraf 18 Abs. 2 ausschließlich Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch behandeln, festzustellen ist (Mindestanteile). Der Landesausschuss hat festgestellt, dass die Mindestanteile in folgenden Planungsbereichen nicht erfüllt sind, sodass die aufgeführte Anzahl von Zulassungen bzw. Anstellungen möglich ist:

Fachgruppe

Planungsbereich

Anzahl

ärztliche Psychotherapeuten

Dithmarschen

2,5

ärztliche Psychotherapeuten

Nordfriesland

2,0

Es wird darauf hingewiesen, dass der Zulassungsausschuss nur die fristgerecht und vollständig abgegebenen Zulassungs- bzw. Anstellungsanträge bei den Auswahlverfahren berücksichtigen wird. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, für welchen Niederlassungsort (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort) die Zulassung bzw. die Anstellung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde. Darüber hinaus ist ein unterschriebener Lebenslauf einzureichen.

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Kriterien sind laut Paragraf 26 Abs. 4 Bpl-Rl für die Auswahl durch den Zulassungsausschuss maßgeblich, wobei die Gewichtung der einzelnen Kriterien dem Zulassungsausschuss obliegt: ƒƒberufliche Eignung, ƒƒDauer der bisherigen ärztlichen Tätigkeit, ƒƒApprobationsalter, ƒƒDauer der Eintragung in die Warteliste gemäß Paragraf 103 Abs. 5 Satz 1 SGB V,

ƒƒbestmögliche Versorgung der Versicherten im Hinblick auf die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes, ƒƒEntscheidung nach Versorgungsgesichtspunkten (z. B. Barrierefreiheit).

Hinweis: Für den Planungsbereich Schleswig-Holstein Süd-West hatte der Landesausschuss in der Vergangenheit die Zulassungssperre für das Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiater aufgehoben. Der Planungsbereich bleibt weiterhin für die Zulassung bzw. Anstellung in einer Anzahl von 0,5 geöffnet.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Brückentag 2016 Die Gremien von Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung Schleswig-Holstein haben gemäß gemeinsamer Notdienstsatzung (Abschnitt VI, Abs. 2d) die Möglichkeit von sogenannten „Brückentagen“ eingeräumt. An diesen Tagen findet der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Schleswig-Holstein (Rufnummer 116 117) von 8 bis 8 Uhr am Folgetag statt. Für das Jahr 2016 haben beide Gremien übereinstimmend folgenden Tag als „Brückentag“ festgelegt: Freitag, 6. Mai 2016 (Tag nach Christi Himmelfahrt) An diesem Tag ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst und damit alle Allgemein- und Kinderärztlichen Anlaufpraxen, der Fahrdienst sowie der HNO- und Augenärztliche Bereitschaftsdienst wie an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag geöffnet. Ärzte sind, sofern sie die ärztliche Versorgung nicht selbst sicherstellen und ihre Praxis schließen, verpflichtet, die Ansage des Anrufbeantworters mit einem Verweis auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 zu versehen. Beispiel: „Sie sind mit der Praxis xxx verbunden. Unsere Praxis ist vom ... bis ... geschlossen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist von Mittwoch, 4. Mai 2016, 13.00 Uhr, bis Montag, 9. Mai 2016, 8.00 Uhr, unter der Telefonnummer 116 117 durchgängig erreichbar. In dringenden Notfällen wählen Sie bitte die Nummer des Rettungsdienstes 112.“

HVM-Änderungen zum 1. April 2016 Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 17. Februar 2016 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. April 2016 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 486.

Betreuungsvertrag DAK-Gesundheit: Änderung der Diagnoseliste Seit 1. Januar 2016 hat sich der ICD-10-GM geändert, sodass die Diagnoseliste (Anhang 1) des Betreuungsvertrages mit der DAK-Gesundheit angepasst werden musste. Die Änderungen betreffen das Locked-in-Syndrom, für diese Erkrankung wurde seit diesem Jahr ein eigener vierstelliger Code (G83.5) eingeführt. Im Gegenzug wurden die ICD-Codes G83.8 und G83.88 gestrichen.

Die aktualisierte Liste ist auf www.kvsh.de im Downloadcenter  Verträge  Betreuungsvertrag DAK zu finden. 3 | 2016

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Früherkennungsuntersuchungen U10/U11 und J2 bei der TK Seit 1. Januar 2016 wurden die Verträge mit der Techniker Krankenkasse (TK) über die zusätzlichen Untersuchungen U10, U11 und J2 angepasst. Aufgrund einer Beanstandung durch das Bundesversicherungsamt müssen Kinderärzte und Versicherte jetzt eine Teilnahmeerklärung bzw. -genehmigung beantragen. Die entsprechenden Formulare stehen im Downloadcenter der KVSH auf www.kvsh.de zur Verfügung oder können telefonisch unter 04551 883 331 angefordert werden.

KVSH fördert Praxisnetz Plön Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat das Praxisnetz Plön e. V. seit 1. Januar 2016 als förderungswürdiges Praxisnetz nach Paragraf 87b SGB V anerkannt. Der Ärzteverbund wird nun für zunächst ein Jahr mit 100.000 Euro gefördert. Die KVSH hat neben dem Plöner Netz bereits sieben weitere Praxisnetze anerkannt: Das Ärztenetz Eutin-Malente (ÄNEM), das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg (PNHL), das Pinneberger Arztnetz (PAN), das Gesundheitsnetz Region Wedel (GRW), das Medizinische Praxisnetz Neumünster e. V. (MPN), die Medizinische Qualitätsgemeinschaft Rendsburg eG (MQR) und das Medizinische Qualitätsnetz Westküste (MQW). Mehr Informationen zur Netzförderung unter www.kvsh.de  Praxis  Verträge  Praxisnetze.

Formular 60 entfällt – neues Formular 61 Die Verordnung medizinischer Rehabilitation wird ab April deutlich einfacher. Das Formular 60 gehört dann endgültig der Vergangenheit an und entfällt. Bisher nutzen es Ärzte, um vor der Verordnung zunächst prüfen zu lassen, ob die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zuständig ist oder ein anderer Kostenträger, etwa die Unfall- oder Rentenversicherung. Diese Prüfung ist künftig nicht mehr vorgeschrieben. Sollten sich Ärzte dennoch bei einem Patienten nicht sicher sein, ob die GKV zuständig ist, können sie dies weiterhin vorab von der Krankenkasse klären lassen. Dazu nutzen Ärzte den neuen Teil A von Formular 61. Hierüber können sie auch eine Beratung des Patienten durch die Krankenkassen veranlassen. Formular 61 überarbeitet Die Reha-Verordnung selbst erfolgt künftig direkt und ohne Umweg auf Formular 61. Es wurde überarbeitet und gestrafft. Ärzte müssen nur noch drei statt vier Seiten ausfüllen. Dabei wurden unter anderem die erforderlichen Angaben zu den bisherigen Maßnahmen der Krankenbehandlung und den Kontextfaktoren reduziert und die Möglichkeiten der Angaben zur Beeinträchtigung der Aktivitäten beziehungsweise Teilhabe differenziert. Alles in allem sollte das Ausfüllen von Muster 61 damit zukünftig schneller gehen. Altes Formular 61 nicht mehr gültig – neue bestellen Das alte Formular 61 darf ab April 2016 nicht mehr verwendet werden. Die neuen Papiervordrucke können Praxen ab März bestellen. Entweder beim Paul Albrechts Verlag (per Fax unter 04154 799 173) oder bei der Formularausgabe der KVSH (per Fax unter 04551 883 209). Nutzen Sie dazu bitte den bekannten Bestellschein.

Ambulantes Operieren – OPS 2016 Der Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wird zum 1. April 2016 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) in der Version 2016 angepasst. Bis dahin verschlüsseln Ärzte ihre Operationen und Prozeduren weiterhin mit der Version 2015. Auch der Katalog zum AOP-Vertrag nach § 115b SGB V wurde an den OPS 2016 angepasst und ist bereits zum 25. Januar 2016 in Kraft getreten. Bei der Abrechnung der im Katalog farblich hervorgehobenen Leistungen beachten Sie bitte die entsprechenden Fußnoten. Eine Übersicht über die neu in den Anhang 2 zum EBM aufgenommenen sowie die aus dem Anhang 2 gestrichenen OPS-Codes finden Sie ebenso wie den neuen Katalog zum AOP-Vertrag auf unserer Homepage unter www.kvsh.de  Downloadcenter  Ambulante Operationen. 26

Nordlicht

aktuell

3 | 2016


PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Erstes Praxisnetz in Niedersachsen anerkannt Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat das Praxisnetz „genial – Gesundheitsnetz im Altkreis Lingen“ als erstes besonders förderungswürdiges Netz nach Paragraf 87b des Fünften Sozialgesetzbuches anerkannt. Neben einer Förderung der KV erhält das Praxisnetz Unterstützung für zwei Leuchtturmprojekte. „Das Netz erfüllt die Basisvoraussetzungen der Anerkennungsrichtlinie. Die Besonderheit ist die intensive Zusammenarbeit über die Sektorengrenzen hinweg. Das kommt unmittelbar den Patienten der Region zugute“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch. Die anerkannten Praxisnetze werden in Niedersachsen wie standortübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften behandelt und erhalten Zuschläge auf das Regelleistungsvolumen, so die KV Niedersachsen. Die Höhe der Zuschläge richte sich dabei nach dem „Kooperationsgrad innerhalb des Netzes“. Der Anpassungsfaktor der RLV-Zuschläge liegt nach KV-Angaben zwischen 1 und 1,75. Der Förderzeitraum ist zunächst auf fünf Jahre begrenzt. Danach prüft die KV erneut, ob das Netz die Voraussetzungen erfüllt und weiter gefördert werden kann. Neben der Förderung durch die KV als anerkanntes Praxisnetz erhält „genial – Gesundheitsnetz im Altkreis Lingen“ weitere Mittel aus einem gemeinsamen Fonds des Landes Niedersachsen, den gesetzlichen Krankenkassen und der KVN. Genial hatte sich mit den Projekten „Genial Lotse“ und „Regionales Wundmanagement“ an der Ausschreibung beteiligt. Beide Projekte werden mit jeweils 100.000 Euro gefördert.

Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Schwerin – Die Kassenärztliche Vereinigung MecklenburgVorpommern (KVMV) und die AOK Nordost wollen die ambulante medizinische Versorgung der Kinder und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern sichern. Dazu wurde eine Vereinbarung zur Förderung der ambulanten Weiterbildung für dieses Fachgebiet abgeschlossen. Sie sieht vor, dass niedergelassene Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, die einen Kollegen zu Ausbildungszwecken anstellen, einen Zuschuss zu den Gehaltskosten in Höhe von monatlich 3.500 Euro für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten erhalten können. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zurzeit 123 niedergelassene und angestellte ambulant tätige Kinderärzte. Etwa ein Viertel dieser Ärzte ist 60 Jahre oder älter. Gut die Hälfte der Kinderärzte ist 55 Jahre oder älter.

Neue Förderprogramme für Ärzte ausgeschrieben München – In Bayern wurden neue planungsbereichsbezogene Förderprogramme für verschiedene Arztgruppen ausgeschrieben. Dies teilte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) mit. Neu aufgelegt wurden Förderprogramme für Haus-ärzte in den Planungsbereichen Lohr am Main und Eggenfelden Nord, für Hautärzte im Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim, für HNO-Ärzte im Landkreis Lichtenfels und für Kinder- und Jugendpsychiater im Planungsbereich Oberfranken-Ost. Ärzte der entsprechenden Fachgruppe, die in den betroffenen Regionen eine Praxis eröffnen oder übernehmen, können dafür eine finanzielle Förderung erhalten. Darüber hinaus ist eine Förderung für die Errichtung einer Filiale und die Anstellung eines Arztes der entsprechenden Fachgruppe möglich. Zusätzlich unterstützt die KVB Praxisfortführungen von Ärzten, die das 63. Lebensjahr bereits überschritten haben und geplant hatten, ihre Praxis abzugeben, sowie die Wei-

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terbildung von Ärzten der entsprechenden Fachgruppe. Eine Praxisaufbauförderung für unterversorgte Planungsbereiche wurde neu in den Maßnahmenkatalog aufgenommen. Diese besteht aus einem finanziellen Zuschuss, der quartalsweise in Abhängigkeit vom erwirtschafteten Honorar gewährt wird. Die Förderung soll dazu beitragen, das Kostenrisiko des Arztes in der Aufbauphase seiner Praxis zu senken. Bisher hat die KVB im Rahmen der Förderprogramme rund 2,6 Millionen Euro an die Ärzte in den drohend unterversorgten und den unterversorgten Regionen ausgezahlt. Die Finanzierung erfolgt dabei aus einem Strukturfonds, für den die KVB und die Krankenkassen zu gleichen Teilen Finanzmittel zur Verfügung stellen.

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PRAXIS  &  KV P sychotherapie

Istanbul meets Eckernförde Traumatraining für EMDR-Psychotherapeuten

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Angeregt durch den Vortrag der Arbeitsgruppe Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) aus Istanbul während des europäischen EMDR-Kongresses 2014 in Edinburgh organisierten die Psychotherapeuten Dr. Maria Lehnung aus Eckernförde und Stephan Stolz aus Hattstedt im Januar dieses Jahres einen Workshop mit den beiden Referentinnen und EMDR-Kolleginnen, Asena Yurtsever und Tuba Akyuz. Die beiden Istanbuler Kolleginnen hatten mit ihrer Arbeitsgruppe in Edinburgh den EMDRHAP-Award (HAP: Humanitarian Assistance Programs) erhalten, da sie diesen Ansatz in syrischen Flüchtlingscamps in der Türkei nahe an der Grenze zu Syrien durchgeführt und wissenschaftlich evaluiert hatten. Es handelte sich also um zwei hochkarätige Kolleginnen. Angemeldet hatten sich 56 EMDR-Psychotherapeuten größtenteils aus Schleswig-Holstein. Die Veranstalter waren von der hohen Nachfrage überwältigt. Was ist R-TEP und G-TEP? Bei R-TEP (Recent Traumatic Episode Protocol) handelt es sich um einen EMDR-Akut-Trauma-Ansatz. Die Gruppenversion heißt G-TEP (Group Traumatic Episode Protocol). R-TEP fokussiert auf Sicherheit und Trauma-Prävention und umfasst die acht Phasen des EMDR Protokolls – konzipiert für frühe Intervention bei kürzlich zurückliegenden Traumen. G-TEP ist eine vereinfachte Anpassung von R-TEP und wird für die Arbeit mit Gruppen von Erwachsenen, Heranwachsenden und älteren Kindern genutzt. Somit können Menschen, die vor kurzem traumatische Erfahrungen oder lebensverändernde Ereignisse erlebt haben oder mit anhaltenden Konsequenzen entsprechender kritischer Lebensereignisse, die nicht notwendigerweise kurz zurückliegen, behandelt werden. Aktueller Anlass für diesen Workshop Aufgrund der Entwicklung in Krisengebieten wie vor allem in Syrien, kamen im Jahr 2015 mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland. Früher oder später besteht der Bedarf an Traumabehandlung oder Traumaprävention für einen Teil dieser Menschen. Schätzungen belaufen sich auf einen Anteil von ca. 40 Prozent Traumatisierten unter den Flüchtlingen. Der Ansatz stellt ein wichtiges Werkzeug zur Behandlung von Einzelpersonen oder Gruppen auch bei anderen menschgemachten oder natürlichen Katastrophen-Szenarien dar. Die Terror-Entwicklung in Europa unterstreicht die Notwendigkeit in Bezug auf die Verfügbarkeit solcher Behandlungsmöglichkeiten. Entwickelt wurden

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diese Protokolle von Elan Shapiro, einem Israeli. Es ist wohl kein Zufall, dass Elan Shapio diesen Ansatz in seiner Heimat entwickelt hat, die in einer Region liegt, die seit Jahrzehnten von Krieg und Terror beherrscht wird. EMDR in Deutschland Die EMDR-Methode gilt als eine bestens untersuchte Therapie zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Für Deutschland ist die Anerkennung durch den wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie im Jahre 2006 als evidenzbasierte Behandlungsmethode für die PTBS bei Erwachsenen von Bedeutung. Die Anerkennung für die Behandlung der PTBS bei Kindern und Jugendlichen wird demnächst beantragt werden. Mit dem G-BABeschluss vom 16. Oktober 2014 kann EMDR bei Erwachsenen mit PTBS im Rahmen der Anwendung innerhalb eines RichtlinienPsychotherapieverfahrens als Methode in Einzeltherapie Anwendung finden. EMDR findet bei chronischer und komplexer PTBS, wie auch akuter Traumatisierung Anwendung. EMDR wurde bereits 1989 von Francine Shapiro in den USA entwickelt. Herausforderung für die praktische Umsetzung EMDR-Psychotherapeuten, die diesen Ansatz nun für relevante Gruppen im Flüchtlings- oder anderen Kontexten anwenden wollen, stehen vor nicht unwesentlichen Hürden und Stolpersteinen. Pionierarbeit ist gefragt. Sozialrechtlich ist EMDR nur für Erwachsene anerkannt. Flüchtlinge haben seit Januar 2016 zwar eine GKV-Versichertenkarte. Ausgeschlossen sind jedoch zahnärztliche und auch psychotherapeutische Leistungen. Somit müssen derartige Leistungen über andere Finanzierungswege ermöglicht werden, wie z. B. über die Wohlfahrtsverbände (nur über Kommunen) oder andere Kostenträger, wie Aktion Mensch, Deutsche Fernsehlotterie oder das Innenministerium. Stephan Stolz, Psychologischer Psychotherapeut, Verhaltenstherapeut, EMDR-Therapeut (EMDRIA), Neuropsychologe, Hattstedt Dr. Maria Lehnung, Psychologische Psychotherapeutin, Verhaltenstherapeutin, EMDR EuropeTrainerin, Eckernförde

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Andrea Knippert Fachrichtung: Innere Medizin (Hausärztliche Versorgung), Endokrinologie, Ernährungsmedizin, Diabetologie DDG Sitz der Praxis: Kappeln Niederlassungsform: Praxisgemeinschaft

Neu niedergelassen seit dem 2. Oktober 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Es war mein Wunsch, nach neun Jahren sehr fachspezifischer Medizin die Patienten wieder heimatortnah und breiter gefächert betreuen und begleiten zu können. Bei der Praxis in Kappeln stimmte spontan das „Bauchgefühl“ mit einem tollen Team und klasse Kollegen. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Die Arbeit mit Menschen in ihrer ganzen Vielfalt. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Den Schritt wagen! 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Der Alltag bringt so viele nette und interessante Kontakte mit sich, dass eine Begegnung mit einem besonders berühmten Menschen für mich nicht relevant ist. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Natur, Sport und meine Hunde. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? „Middlesex“ von Jeffrey Eugenides und Krimis 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Das Land zwischen den Horizonten – leben und arbeiten dort, wo andere Urlaub machen! 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Tierärztin

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Aus Liebe zur Musik

Foto: Svenja Luchterhand

Dr. Christiane Godt ist passionierte Orgelmusikerin. Seit ihrer Jugend gibt die überzeugte Allgemeinmedizinerin Konzerte. Sie begleitete außerdem als Organistin über fünfzehn Jahre lang Gottesdienste und andere Veranstaltungen der Evangelischen Universitätskirche der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Foto: Svenja Luchterhand

Musik nahm im Leben von Dr. Christiane Godt schon immer einen wichtigen Platz ein. Als fünftes und jüngstes Kind einer Pastorenfamilie hatte sie schon früh die Gelegenheit, das anspruchsvolle Instrument Orgel zu erlernen. „Bei uns zu Hause haben alle Familienmitglieder Musik gemacht. Wir wohnten in Rendsburg im Diakonischen Werk im Martinshaus. Dort gibt es eine Kapelle, in der ich Tag und Nacht Orgelstücke ausprobieren konnte. Später habe ich dann beim Kindergottesdienst und beim Hauptgottesdienst vor der ganzen Gemeinde gespielt“, berichtet die 65-Jährige von ihren musikalischen Anfängen. Ihre Leidenschaft verließ sie auch in den folgenden Jahren nicht. Schon mit 13 Jahren legte sie in Schleswig ihre erste Organistenprüfung ab. Preise bei „Jugend musiziert“, der „Possehl-Preis“ am Klavier, Meisterkurse an Orgel und Cembalo und Studien an den Musikhochschulen in Berlin, Hannover und Lübeck folgten. „Mich hat von allen Instrumenten die Orgel am meisten fasziniert, weil sie so groß ist und so vielfältige Klangfarben bietet“, berichtet die Allgemeinmedizinerin. Besonders schätzt sie Orgelmusik von Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude.

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Rückkehr in den Norden Auch während ihrer Studienzeit Anfang der siebziger Jahre in Kiel blieb Christiane Godt der Orgel treu. Die junge Medizinstudentin hatte damals das Glück, eine feste Stelle als Organistin in Kiel-Mettenhof zu bekommen. „Das war ein netter Studentenjob. Ich habe jeden Sonntag beim Gottesdienst die Orgel gespielt und zusätzlich den Chor geleitet“, berichtet sie. Dann führte ihre berufliche Karriere sie erst einmal weg aus dem Norden nach Berlin und Hannover, wo die frisch gebackene Ärztin nach ihrem Examen in mehreren Kliniken und Arztpraxen arbeitete. Doch die Liebe zu Schleswig-Holstein blieb und so entschloss sie sich, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Neurologen Dr. Peter Godt, nach Kiel zu ziehen. 1992 ließ sie sich in einer hausärztlichen Praxis nieder. Zu ihren medizinischen Schwerpunkten entwickelten sich die Bereiche Hypertonie und Diabetes. Später kam ihr Mann als Praxispartner dazu. Die seltene fächerübergreifende PraxisKombination Hausärztin-Neurologe kam bei den Patienten sehr gut an. Zu einem weiteren Arbeitsschwerpunkt entwickelte sich die Ausbildung des hausärztlichen Nachwuchses. Godt wurde 2004 Lehrbeauftragte am Institut für Allgemeinmedizin an der

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Foto: Joachim Bloem

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Beliebte Lehrärzte: Neurologe Dr. Peter Godt, Ute Leue (Medizinstudentin aus Kiel) und Hausärztin Dr. Christiane Godt

Christian-Albrechts-Universität und bis zur Praxisabgabe des Arztehepaares vor drei Jahren haben über 150 Medizinstudierende ihr Blockpraktikum oder ihre Famulatur in der Lehrpraxis Godt gemacht. „Ich habe schon immer sehr gern mit jungen Leuten zusammengearbeitet. Außerdem bin ich aus Überzeugung Allgemeinmedizinerin und will meine Begeisterung für dieses

Praxisbetrieb und Orgelmusik Auch in anderer Hinsicht zog es die Hausärztin immer wieder an die Universität, denn die Evangelische Universitätskirche entwickelte sich zu ihrem musikalischen Zuhause. Godt war dort über fünfzehn Jahre lang Organistin und organisierte außerdem weit über 60 Konzerte. Die schönsten Erinnerungen verbindet sie dabei mit den Bach-Werken „Kunst der Fuge“, „Musikalisches Opfer“ und der „Kaffeekantate“, die gemeinsam mit Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Kiel aufgeführt wurden. Alle Konzerte sind auch das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit ihrem Mann. Er hat alle Programme entworfen und die Begleittexte geschrieben. Außerdem wirkte er als Flötist bei vielen Konzerten persönlich mit. „Musik war immer eine Bereicherung und ein Ausgleich für mich“, berichtet Godt. Trotzdem ist sie ab April dieses Jahres nur noch als Vertreterin an der Universitätskirche tätig. Sie möchte etwas kürzer treten und sich mehr um ihre vier Enkelkinder kümmern. „Die Familie hat Vorrang. Dazu brauche ich mehr freie Sonntage“, erklärt sie. Die Godts haben drei erwachsene Söhne. „Einer ist Radiologe in Oslo, einer Allgemeinmediziner in Bremen und der dritte ist Zahnarzt in Kopenhagen. Sie wohnen zwar alle nicht gerade um die Ecke, aber wir freuen uns sehr, dass sie alle Ärzte geworden sind. So ein schlechtes Vorbild können mein Mann und ich also nicht gewesen sein“, schmunzelt Christiane Godt.

Foto: Jürgen Haacks, Universität Kiel 3 | 2016

Fach und meine Erfahrungen gern an die nachfolgende Ärztegeneration weitergeben“, erklärt sie ihre Motivation. Ihre Themen im Studentenunterricht sind unter anderem Kopfschmerz und Schwindel. Christiane und Peter Godt sind seit mehreren Auflagen die Autoren des Kapitels über Schwindel im „Standardlehrbuch der Allgemeinmedizin“ (Hrsg. M. M. Kochen).

Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde leidenschaftlicher t is t og V ar m ei R r. D Zum Autor: ten arschen. Seine Patien hm it D in en hl Pa s au Landarzt n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab lten. Im Nordlicht ha zu st fe t el hw ac N e praxis für di was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Scotty „beam“ mich hoch! Wenn das Schicksal es schlecht mit einem meint Kennen Sie James Montgomery Doohan? Nein? Doch, sie kennen ihn bestimmt, nur firmiert er in ihrem Gedächtnis sicherlich unter seinem schauspielerischen Künstlernamen: Montgomery Scott. Nein, es klingelt immer noch nicht? Na, dann wollen wir mal das Licht erstrahlen lassen: Scotty, wie er von der Mannschaft der U.S.S. Enterprise genannt wurde, war der kongeniale Chefingenieur dieses TV- und Kino-Raumkreuzers, rettete dutzendfach Schiff und Besatzung vor fiesen Klingonen und anderem Weltraum-Ungemach und „beamte“ mit seinem Transportstrahl die Darsteller quer durch das Universum. Unvergessen aus meiner Kindheit ist ein Satz von Captain James T. Kirk, gesprochen nach der Inaugenscheinnahme eines fremden Planeten: „Beam mich hoch, Scotty, hier gibt es kein intelligentes Leben!“ An diesen Satz fühle ich mich manches Mal erinnert, wenn es – so wie heute – das Schicksal besonders gemein mit mir meint. Was ist passiert? Sie kennen das: Winterzeit ist Erkältungszeit, die Sprechstunde ist über-proppen-voll, jeder ist sich selbst der Nächste bzw. der am allerschlimmsten Erkrankte, nimmt die unvermeidliche Wartezeit persönlich und ist mies gelaunt. Die Patienten mit Terminen sind ebenfalls von übler Gesinnung, hat man ihnen doch aus reiner Boshaftigkeit und/oder mangelnder Einsatzfreudigkeit einen langwierigen Aufenthalt im total verrotzten Wartezimmer zugemutet und ihre Gesundheit damit fahrlässig aufs Spiel gesetzt. Wenn sich zu diesen lazarettartigen Arbeitsbedingungen dann auch noch ganz viele Situa-

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tionen, wie die drei nachfolgenden Beispiele, ereignen, weiß man es genau: O-ha! Das Schicksal will meine koronare Belastbarkeitsgrenze ausloten … Wohlan: Eilenden Schrittes gelange ich in ein Sprechzimmer, aus dessen Bestuhlung mich ein missmutiger Patient finster anblickt. Er komme direkt von Zahnarzt und habe nunmehr EINE STUNDE auf mich gewartet. Geschenkt … was ich für ihn tun könne, ist mein Begehr. Er habe eine dicke Backe, ob ich das nicht sehen könne. Doch, durchaus … und wie kann ich ihm nun helfen? Und so erfahre ich nunmehr, dass der entistische Berufskollege wegen eines Kieferabszesses für die kommende Woche einen chirurgischen Eingriff geplant habe, aber zuallererst empfohlen habe, sich vom Hausarzt ein Antibiotikum aufschreiben zu lassen. Waaas? Ich erkläre also meinem verärgerten Patienten, dass auch ein Zahnarzt ein Arzt sei und über einen Rezeptblock verfüge; die Verordnung eines Antibiotikums sei seine Aufgabe und in Ermangelung einer Befugnis zur Ausübung der zahnärztlichen Heilkunde wäre es mir auch untersagt, Kieferabszesse mit Antibiotika zu therapieren. Mein Versuch, den Kollegen von der zahnärztlichen Fakultät telefonisch zu erreichen, schlägt fehl, denn „am heutigen Freitag endet unsere Sprechstunde wegen einer Fortbildung bereits um 10 Uhr!“ Ich gebe daher dem Patienten den Rat, sich unverzüglich an einen anderen Zahnarzt, den Kieferchirurgen in der benachbarten Kreisstadt oder aber den zahnärztlichen Notdienst zu wenden … doch da ist er schon wütend aufgesprungen und hat die Räumlichkeiten verlassen. Kopfschüttelnd wie ein Headbanger verlasse ich ebenfalls das Sprechzimmer, um auf eine Notiz meiner fleißigen Mitarbeiterinnen zu stoßen, ich möge doch den Sohn des Patienten XY dringend anrufen. Hm … Herr XY ist ein schwerkranker Mann, das erledige ich besser gleich. Tuuut … und prompt meldet sich ein gut gelaunter, stimmlich junger Mann, sein Vater

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die menschen im land

Doch die Krönung des Tages steht mir noch bevor: Im nächsten Sprechzimmer sitzt ein Mensch, den ich vor drei Tagen wegen einer Lumbalgie behandelte. Bei fehlender Druckschmerzhaftigkeit an den Valleix-Punkten und ohne Hustenschmerz, negativen Lasegue-Zeichen und ungestörter sensomotorischer Innervation riet ich ihm, mit Wärme und einem Schmerzmittel dem muskulären Hartspann zu Leibe zu rücken. Ich erinnere mich noch, dass er explizit nachfragte, ob er das Schmerzmittel auch in Form von Zäpfchen erhalten könne. Klar … könne er, aber die seien doch nicht gerade hygienisch in der Anwendung. Schmunzelnd fällt mir ein, dass er diesem Einwand mit einem „Wieso?“ begegnete … Ich frage, ob es denn schon besser gehe? Nein, leider hätten die Zäpfchen so gar nicht geholfen. Stattdessen habe er aber jetzt zusätzlich „Darmbluten“. O weia! Ich bitte den Patienten, die „Bundeswehr-Musterungsstellung“ einzunehmen und glaube kaum, was mein Finger im Rektum ertastet. Flugs den zweiten Zeigefinger zur Hilfe nehmend, befördere ich vier in fester Aluminium-Blisterfolie verpackte Zäpfchen ans Tageslicht. Während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie ich vor empathischem Schmerz die Pobacken zusammenkneife: Muss diese Defäkation wehgetan haben! Aber wieso hat mein Patient die Zäpfchen nicht ausgepackt, bevor er sie in den Allerwertesten eingeführt hat … zumal ich aufgrund seines konkreten Begehrens nach dieser Applikationsform doch davon ausging, dass er um jene vorbereitende Maßnahme wisse? Etwas verschmitzt antwortet mein Patient, sein Nach-

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bar habe ihm zu Suppositorien geraten. In der Werbung sehe man doch immer solche Schaubilder, in denen ein Medikament auf die Haut aufgetragen werde und dessen Moleküle dann quer durch alle Gewebsschichten zum schmerzenden Skelett-Teil diffundierten. Naja … und der Weg vom Anus zur Lendenwirbelsäule sei schließlich viel kürzer als vom Mund eben dorthin. Nachdem ich auch diesen Patienten abschließend beraten habe, stehe ich weniger verschmitzt als verschwitzt auf dem Flur. Dort erwartet mich meine Erste Kraft mit schiefem Blick: „Komm‘ mal mit in den Verbandsraum. Das hast Du vermutlich noch nicht oft gesehen! Dafür müsste es im EBM eine Ziffer für Schmerzensgeld geben!“. Ich antworte, dass das, was ich in der letzten halben Stunde erlebt hätte, mich vermutlich bis zum Totenbett begleiten würde. Ich zögere. Nein, bitte nicht noch mehr Katastrophen … und greife zu meinem Handy im Gürtelfutteral. Jeder Leser, der ein modernes Smartphone besitzt, kennt sicherlich die Sprachsteuerungsfunktion seines Telefons: Man sabbelt freimütig zum Beispiel einen Befehl oder eine Frage in sein Handy und ein guter Computergeist reagiert sogleich. Ich kann nicht anders … aktiviere die Sprachsteuerung und spreche in mein Smartphone hinein: „Scotty, beam‘ mich hoch, hier gibt es kein intelligentes Leben!“. Anschließend liegen meine Helferin und ich uns vor enthusiastischem Lachen in den Armen, denn das Handy antwortet: „Ich sammele meine Energie …“ (siehe Foto).

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würde ja so viel von mir halten und-so-weiter-und-so-fort … äähhh, geht es ihrem Vater gut? Aber ja doch, nein, ER habe ein ernsthaftes medizinisches Problem in Form eines Tinnitus. Ich weise den jungen Mann darauf hin, dass ich nicht gewillt sei, bei einem von mir nicht hausärztlich betreuten Patienten die Sprechstunde wegen eines Telefonates zu unterbrechen, um einen Tinnitus fernmündlich zu behandeln. Nicht doch, sein Anliegen sei schnell erklärt; er wolle sich auch gar nicht von mir behandeln lassen, sein HNO-Arzt habe ihn bereits umfassend diagnostiziert und bestens beraten … unter anderem mit der Empfehlung, ein aus der Fernsehwerbung bekanntes Präparat von Gingko biloba einzunehmen. Aus dem gleichen Wissensquell habe er auch erfahren, dass Hausärzte üblicherweise ganz viele Pharma-Muster dieses „Medikamentes“ bunkern würden … ob er sich gleich mal eins abholen könne? Nein. Nein. Und nochmals: Nein, ich kann ihm in dieser Angelegenheit nicht helfen. Gute Besserung! Aufgelegt.

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Nachruf für Dr. med. Ágoston Palátsik Am 17. Dezember 2015 starb Dr. med. Ágoston Palátsik. Aus einem erlebnisreichen und erfüllten Leben ging er in Anwesenheit seiner Familie mit einem Lächeln im Gesicht. Bei der Vorbereitung zu einer Herzoperation kam es zu diesem plötzlichen Ereignis. Bis zum allerletzen Tag war ihm die Versorgung seiner Praxis und seiner ihm vertrauenden Patienten von höchster Wichtigkeit. Eine Leidenschaft des Arztens trieb ihn um. Dazu gehörte für ihn eine substantielle Ausbildung, verbunden mit ständiger Fortbildung, aber auch berufspolitisches Engagement, das er zur Wahrung der gerechten Interessen von Ärzten und Patienten nutzte. In einer breit gefächerten Ausbildung in mehreren Krankenhäusern bereitete er sich gezielt auf den Beruf des Allgemeinmediziners mit seinen ganzheitlichen Aspekten des leidenden Menschen vor. Am 1. Januar 1972 ließ er sich als Allgemeinarzt in Lägerdorf nieder und betrieb diese Praxis bis zu seinem Tode. Berufspolitisch als niedergelassener Arzt war er in der KV als Abgeordneter, später als Kreisstellenvorstand tätig. Im Hartmannbund, in dessen Vorstand er seit 2005 war, konnte er sich als gewiefter Praktiker für die Freizügigkeit des Arztes mit Vehemenz und Nachdruck einbringen. Die gesamtheitliche Konstruktion des Menschen, aber auch seine eigene Person bestand immer in der Freiheit, das zu tun, was den Menschen bildet, und ihn befähigt, wählen zu dürfen. Freiheit also nicht als nur geschenkter oder gegebener Wert, sondern als täglich immer wieder neu zu erkennende und zu erwerbende Herausforderung. Die Persönlichkeitsbildung war ihm Stufe zu einem freiheitlichen Leben. Ágoston Palátsik war neugierig auf Leben und neugierig in seinem Leben. Hierzu gehörten seine vielen Reisen, aber auch die gezielte Naturbeobachtung, die ihm immer die biologischen Bezugsgrenzen des Menschen, des Arztes verdeutlichte. Seine überaus liebenswerte Menschenaffinität übertrug sich auch bei vielen Feiern, etwa bei den Exkursen auf den Routen der Wikinger durch das schleswig-holsteinische Land. Diese Flusswanderungen endeten jeweils historisch korrekt mit ausgiebigem Mahl und Musik vom Feinsten. Ein facettenreiches Leben, das in seinen Verzweigungen überaus reich war und bewunderndes Erstaunen auslöst. Der Banalität des Mainstreams war Ágoston Palátsik nicht verhaftet. Anpassung konnte für ihn nur bis zu einer wohlgehüteten Grenze vollzogen werden, die die Integrität der Gesamtpersönlichkeit nicht berühren durfte. Den Kausalitäten und Konditionen der Bürokratie ergab er sich nicht, sondern stellte deren Existenz infrage, indem er charmant lächelnd mit Ausnahmen die Regelhaftigkeit begründete. Mit Ágoston Palátsik haben wir einen kreativen Freund und engagierten Hausarzt verloren. Prof. Dr. Felix-Rüdiger G. Giebler, Chirurg und praktischer Arzt, Friedrichstadt

Dr. med. Ágoston Palátsik 21. Dezember 1936 geboren in Kalocsa/Ungarn 17. Dezember 2015 gestorben in Lägerdorf (Kreis Steinburg)  verheiratet, zwei Kinder  seit 1972 niedergelassen als Facharzt für Allgemeinmedizin Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein: 2001 bis 2004: stellvertretender Abgeordneter sowie Kreisstellenvorsitzender der KVSH des Kreises Steinburg Fortbildungsbeauftragter des Kreises Steinburg Vorsitzender des Vereins der niedergelassenen Ärzteschaft im Kreis Steinburg Hartmannbund:  ab 1981 Kreisstellenvorsitzender  2005 Vorstandsmitglied des Landesverbandes  2008 Finanzbeauftragter

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Service T eam B eratung

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Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Schutzimpfungen zulasten der Krankenkassen Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 6. Februar 2016 die Schutzimpfungsrichtlinie angepasst und die STIKO-Empfehlungen vom August 2015 übernommen. Im Wesentlichen handelt es sich um Anpassungen bei den Indikationsimpfungen. So wurde zum Beispiel bei der Impfung gegen Meningokokken die Indikation Eculizumab-Therapie aufgenommen und eine Empfehlung zur Impfung mit Meningokokken-Impfstoff Serogruppe B ausgesprochen. Die Einzelheiten zu den Empfehlungen entnehmen Sie bitte dem Epi-Bull Nr. 34/2015. Bei den Impfziffern haben sich zu Dokumentationszwecken Änderungen dergestalt ergeben, dass die 89302,89303 und 89400 jetzt eine A- (erste Dosis eines Impfzyklus, bzw. unvollständige Impf-serie) bzw. B- (letzte Dosis eines Impfzyklus nach Fachinformation oder abgeschlossene Impfung) Kennzeichnung erhalten haben. Die Impfvereinbarung wird derzeit an die neuen Gegebenheiten angepasst und wird nach Beendigung des Unterschriftenverfahrens auf www.kvsh.de veröffentlicht. Die neuen Empfehlungen können jedoch schon jetzt umgesetzt werden.

Darüber hinaus möchten wir nochmals daran erinnern, die erbrachten Impfleistungen auch entsprechend zu dokumentieren und abzurechnen. Bei fehlender Abrechnung werden die scheinbar überzähligen Impfstoffe in Rechnung gestellt. Achten Sie bitte auch auf die korrekte Impfziffer. Thomas Frohberg, KVSH

Glinide ab 1. Juli 2016 nicht mehr zulasten der Krankenkassen Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hierzu stammt bereits aus dem Jahr 2010. Da das Bundesministerium für Gesundheit diesen beanstandet hatte, musste der G-BA seine Argumente zum Verordnungsausschluss überarbeiten. Dies ist nunmehr geschehen und der Beschluss kann veröffentlicht werden. Das bedeutet, dass nur noch in medizinisch begründeten Einzelfällen Glinide ab dem 1. Juli 2016 zulasten der Krankenkassen verordnet werden dürfen.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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SERVICE

Moderne Wundbehandlung

Medizinische und wirtschaftliche Aspekte

Medizinische Aspekte Die Probleme bei der Behandlung chronischer Wunden durch den niedergelassenen Arzt sind untenstehend kurz angedeutet:

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ƒƒ P  atienten haben nach Paragraf 31 SGB V einen Anspruch auf Verbandmittel zulasten der GKV ƒƒ Verbandstoffe fallen in die Richtgröße ƒƒ Preise der Verbandstoffe sind in der Regel unbekannt und variieren deutlich ohne erkennbare bzw. nachvollziehbare Qualitätsunterschiede ƒƒ Wundbehandlung ist zeitaufwendig und wird nicht gesondert honoriert ƒƒ Angehörige, Pflegepersonal und sich über den Produktverkauf finanzierende sogenannte „Wundmanager“ stellen Forderungen

Wundbehandlung, insbesondere der chronischen Wunden ist eine medizinische Herausforderung, die mit Konzepten moderner Wundversorgung auch wirtschaftlich zu meistern ist. Dieser Artikel soll dazu einen Beitrag leisten und praktische Hilfestellung geben. Die Befürchtung, bei Hinwendung zu diesem urärztlichen Thema in die Gefahr einer wirtschaftlichen Überprüfung zu geraten, hält viele Vertragsärzte davon ab, die „teuren Patienten“ zu übernehmen und adäquat zu versorgen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Befürchtung bei rationaler und wissenschaftlich fundierter Wundversorgung und sachgerechter Dokumentation unbegründet ist. Die Versorgung chronischer Wunden mit multiplen Ursachen ist kein Betätigungsfeld für Einzelkämpfer, da nur die fachlich übergreifende Betreuung und Kooperation zum Ziel führen kann. Venöse Insuffizienz, Diabetische Angio- und Neuropathie, arterielle Verschlusskrankheit, Druckulzera unter anderem Ursachen verlangen nach interdisziplinären Ansätzen. Damit sind Ärzte aller Fachrichtungen angesprochen, wie Chirurgen, Diabetologen, Dermatologen, Phlebologen und vor allem Hausärzte. Aber auch die nichtärztlichen Fachleute, wie Podologen, ambulante Pflegedienste, Wundexperten (industrieunabhängig!) und Angehörige, müssen bei der Versorgung chronischer Wunden eingebunden werden. Im EBM erscheint „Wundbehandlung“ außer im chirurgischen Abschnitt nicht (was ist mit dem Diabetischen Fuß bei Diabetologen?), sodass der im hausärztlichen Bereich entstehende Aufwand nicht angemessen abgebildet ist. Daher sind als Wundexpertinnen ausgebildete MFA (z. B. NÄPAs und ähnlich spezialisierte Assistenzen), welche die häusliche Überwachung und Versorgung der chronischen Wunden übernehmen können, ein wichtiges Standbein der Versorgung.

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Die medizinisch wirksame Behandlung chronischer Wunden gehört in Deutschland immer noch wegen der oben genannten Unsicherheiten zu den unbeliebtesten Tätigkeiten für Ärzte und Pflegekräfte. Demgegenüber steht das Leiden von ca. vier Millionen Menschen (und Versicherten!) in Deutschland, deren Leben aufgrund der chronischen Wunden durch Schmerzen sowie Ausgrenzung gekennzeichnet ist und die kein normales Leben mehr führen können. Ursachen Die Ursachen der chronischen Wunde sind vielfältig: von venös-, arteriellen Gefäßerkrankungen, Druckschädigung durch Liegen, Diabetes mellitus bis hin zu Tumoren (10,4 Prozent aller nicht heilenden chronischen Wunden sind gemäß einer französischen Studie* tumorverursacht) und vieles andere mehr. Diese Ursachen gilt es abzuklären und wenn möglich kausal zu behandeln! Eine ansonsten korrekte Wundbehandlung führt ohne diese Voraussetzung nicht zum gewünschten Ziel, dem Wundverschluss. Artikel der Ärztezeitung: „Offene Beine sind ein Hautkrebsrisiko“: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/ krebs/hautkrebs/article/807289/offene-beine-hautkrebsrisiko.html

Bedenken sollte man, dass die überwiegende Ursache für Ulcus cruris venöse Insuffizienz ist, die mit Kompression behandelt werden muss. Damit schließen sich die hierdurch verursachten Wunden oft von alleine. Die Bedeutung der Wundauflage liegt mehr in der gewonnenen Lebensqualität und Mobilität sowie geringeren Schmerzen und Exsudatverlust.

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Service Die Säulen der Wundversorgung Der Behandlung jeder chronischen Wunde (Nichtheilung innerhalb von acht Wochen) basiert auf einer Diagnostik der Ursachen und einer angemessenen Kausaltherapie. Es ist dabei an Gefäßleiden, Druckursachen, Wunden aus dem diabetischen Formenkreis aber auch Vaskulitiden, Pyodermien und Tumore zu denken. Das lokaltherapeutische Vorgehen in der Wundbehandlung ist grob in drei Säulen einzuteilen, die generell auch in dieser Reihenfolge abgearbeitet werden sollten: 1. Wundreinigung/Debridement  Biofilm beseitigen mechanische Reinigung/chirurgisches Vorgehen

2. Infektion  Keimreduktion/Infektbekämpfung durch zugelassene Desinfektionsmittel oder antiinfektive Wundauflagen 3. Exsudatmanagement  Exsudataufnahme und –bindung in Wundauflagen Der nachfolgenden stark vereinfachten Tabelle können Wundsituationen und der dabei sinnvolle Einsatz von Wundauflagen entnommen werden. Die dort aufgeführten Produktgruppen beinhalten Produkte diverser Firmen, deren individuelle Eignung und deren Preis stark unterschiedlich sein können. Die Tabelle wurde der KVSH im Rahmen zweier Schulungen durch den Referenten Werner Sellmer zur Nutzung überlassen.

Einfacher Überblick über den Einsatz von Wundauflagen Stand Januar 2016 Anmerkung zur Nutzung dieser Tabelle: Die Versorgung jeder Wunde verlangt neben der Diagnostik und Kausaltherapie eine individuelle Lokaltherapie. Die nachfolgende Tabelle stellt vereinfacht den Einsatz der Produktgruppen moderner Wundauflagen in bestimmten häufig vorkommenden Wundsituationen (sauber/unsauber, infiziert, exsudierend) vor und dient als Empfehlung zur Auswahl der Produkte. Innerhalb jeder Produktgruppe gibt es zum Teil große Unterschiede was Qualität und Preis angeht. Wirtschaftlichkeit beinhaltet die Berücksichtigung von Preis und Leistung, wonach speziell der Verweilzeit des Produktes auf der Wunde entscheidende Bedeutung zukommt. Tägliche Verbandwechsel (Ausnahme in der Infektphase) sind generell nicht wirtschaftlich. Wundzustand

Exsudatmenge

Sinnvolle Produktgruppen

Anmerkungen

Nichtsaubere/belegte Wunde/Biofilm

wenig (trocken) nein

Infekt?

Hydrogel (im Regelfall und PU-Folie)

Mehrere Tage belassen, an chirurgisches Debridement denken

Nichtsaubere/belegte Wunde/Biofilm

viel (feucht)

nein

Alginat/Hydrofaser (im Regelfall und Mehrere Tage belassen, an PU-Folie) chirurgisches Debridement denken

Nichtsaubere/belegte Wundhöhle

wenig bis viel

nein

Alginat-Kompresse/Tamponade, Hydrofaser-Kompresse/Tamponade

Mehrere Tage belassen, an chirurgisches Debridement denken

Saubere Wunde

sehr viel

nein

Superabsorber, NPWT

Produkte reinigen nicht!

Saubere Wunde

viel

nein

PU-Schäume

Produkte reinigen nicht!

Saubere Wunde

wenig

nein

Hydrokolloide, Hydrokolloidähnliche, dünne PU-Schäume

Produkte reinigen nicht!

Saubere Wunde

kein/kaum

nein

Folie (ggf. dünnes Hydrokolloid)

Produkte reinigen nicht!

Saubere Wundhöhle

wenig bis viel

nein

Cavity-Schaum

Produkte reinigen nicht! An zügigen Wundverschluss denken

Kritisch kolonisierte/ infizierte Wunde

mittel/viel

ja

Phasengerechte Produkte (s. o.) und Additiv Silber oder PHMB. Antiseptika wie Octenisept®/Polihexanid/ Cutimed® Sorbact®

Wundreinigung/Debridement und systemische Antibiose bedenken! Silber nur max. 2 Wochen einsetzen

„Riechende“ Wunde

wenig bis viel

Aktivkohle (ggf. in Kombination mit Exsudatmanagement)

Nur Symptomtherapie, keine Wundheilung!

© Werner Sellmer Fachapotheker für klinische Pharmazie Vorstandsmitglied Wundzentrum Hamburg e. V

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SERVICE Weitere Informationen und die gegebenenfalls aktuelle Version der Tabelle finden Sie unter www.werner-sellmer.de

Wirtschaftlicher Aspekt Mit den folgenden Ausführungen soll etwas Licht ins Dunkel der Verordnungskosten von Verbandstoffen gebracht werden.

Die Gefahr eines wirtschaftlichen Regresses ist bei rationaler und gut dokumentierter Wundbehandlung praktisch nicht gegeben. Bislang sind die bekannten Fälle von Wirtschaftlichkeitsprüfungen im Zusammenhang mit Wundbehandlung immer zugunsten des Arztes entschieden worden.

In der unten stehenden Liste sind die Wundauflagen, -therapeutika aufgeführt, die Kosten von ca. 100.000 Euro pro Quartal überschreiten. Das Gesamtvolumen aller Verordnungen im betreffenden 4. Quartal 2014 lag bei 2.809.128,08 Euro. Verordnungszahlen und Beträge beziehen sich auf AOK Patienten in Schleswig-Holstein für das 4. Quartal 2014.

Patz 1

© istock.com/ivstiv

Wundauflagen in Hauptgruppen nach Verordnungskosten S chaumstoffverbände/Hydropolymere etwa 1/3 aller Verordnungen (12.600 Verordnungen) Kosten 1.171.502,46 Euro Platz 2

silberhaltige Wundauflagen (5.000 Verordnungen) Kosten 583.675, 40 Euro

Platz 3

Hydrokolloide (knapp 5.000 Verordnungen) Kosten 318.496,22 Euro

Platz 4

moderne Wundauflagen (ca. 2.200 Verordnungen) Kosten 202.932,96 Euro

Platz 5

 ydrogele, auch in Kompressenform H (2.200 Verordnungen) Kosten 142.681,79 Euro

Platz 6

offenporige Schaumverbände (2.100 Verordnungen) Kosten 115.104,92 Euro

Platz 7

Proteasenhemmer (525 Verordnungen) Kosten 97.888.81 Euro

Zur Einschätzung der sinnhaften Verordnung und Anwendung im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit lässt sich folgendes feststellen: ƒƒ s ilberhaltige Wundauflagen werden häufig möglicherweise ohne Vorliegen einer infizierten Wunde verordnet. Gemäß aktueller Konsensusempfehlung gilt die Anwendung von Silberwundauflagen über 14 Tage hinaus als nicht sinnvoll! ƒƒ Hydrokolloide sind als „Dinosaurier der Wundauflagen“ nach 30 Jahren durch moderne Schaumverbände und Superabsorber ersetzbar und haben nur noch bei wenigen Wundtypen eine Berechtigung (meist akute Wunden; „Blasenpflaster“ in der Regel keine Kassenleistung), trotzdem verursachen sie hohe Kosten ƒƒ Proteasehemmer sind trotz geringer Verordnungszahlen teuer, der Nutzen ist bislang nicht gesichert

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Voraussetzungen ƒƒ rationaler Einsatz von modernen Wundauflagen nach Erfordernis der Wunde und ihrer Ursachen ƒƒ Dokumentation der Behandlungsergebnisse im Verlauf (Schrift und Bild) ƒƒ Beachtung wirtschaftlicher Aspekte der Behandlung (nicht alles was teuer ist, ist auch gut; nicht alles, was preiswert ist, muss schlecht sein) ƒƒ Verzicht auf „Wundburger“, unnötige und unsinnige Kombinationen von unterschiedlichen Materialien Die Adressen der Wundnetze und Wundstammtische in Schleswig-Holstein: ƒƒ Wundnetz Kiel Informationen unter: www.wundnetz-kiel.de ƒƒ Wundstammtisch Bad Segeberg, Informationen zum Stammtisch erfragen: Wundexperte-SE@web.de ƒƒ MQW, medizinisches Qualitätsnetz Westküste, hat eine eigene Arbeitsmappe zur Wundversorgung entwickelt und macht Fortbildungen zum Thema; ƒƒ Informationen unter: www.mqw.de Weitere Informationen und Standards zu allen Bereichen der Wundversorgung: Wundzentrum Hamburg e. V. www.wundzentrum-hamburg.de/standards/ Stephan Reuss, kvsh

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Kann ich die GOP 01435 EBM mehrfach im Quartal abrechnen? Nein, die GOP 01435 EBM ist nur einmal im Behandlungsfall (in der BAG je Arztfall) berechnungsfähig, wenn keine Grundoder Versichertenpauschale in demselben Arztfall zum Ansatz gebracht wurde. Abrechnungsvoraussetzung ist, dass eine telefonische Beratung oder ein anderer mittelbarer Arzt-PatientenKontakt durch den Patienten erfolgt.

Der Patient kommt vor der Gesundheitsuntersuchung nach GOP 01732 EBM zur Blutabnahme in die hausärztliche Praxis. Können wir schon bei der Blutentnahme die GOP 01732 EBM abrechnen? Nein, die GOP 01732 EBM kann erst abgerechnet werden, wenn der Leistungsinhalt komplett erfüllt wurde, einschließlich der körperlichen Untersuchung und der Besprechung der Laborparameter. Maßgeblich sind hier die Inhalte der Richtlinie.

Ein Patient wird mehrmals im Quartal ambulant operiert. Kann der präoperative Untersuchungskomplex nach GOP 31010 EBM ff. mehrfach im Quartal von der hausärztlichen Praxis abgerechnet werden? Nein, der EBM schließt die Mehrfachansetzung im Behandlungsfall aus. Sind für weitere Operationen neue Laborparameter notwendig, können diese als Einzelleistungen aus dem Kapitel 32.2 EBM abgerechnet werden.

Wie lange ist eine Krankenhauseinweisung gültig? Für die Verordnung einer Krankenhausbehandlung gibt es keine festgelegte Gültigkeitsdauer, das heißt es muss medizinisch vertretbar sein, wann die stationäre Aufnahme erfolgt. Allerdings ist eine Einweisung nicht länger gültig als die Versichertenkarte des Patienten.

Nach einer neuen Regelung des Gesetzgebers reicht es seit Juli 2015 aus, wenn sich der Patient bei Fortbestehen einer Arbeitsunfähigkeit spätestens an dem Werktag bei seinem Arzt vorstellt, der auf den letzten Tag der AU-Bescheinigung folgt. Endet eine AU-Bescheinigung zum Beispiel am Freitag, müsste der Patient für die Folgebescheinigung den Arzt erst am Montag wieder aufsuchen. Samstage werden nicht als Werktage gezählt.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 3 | 2016

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Wann muss eine Folge-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausgestellt werden, um eine lückenlose Krankschreibung zu erreichen?

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte in Weiterbildung

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Fortbildungsveranstaltung zum

thema: Moderatorengrundausbildung

Facharzt für Allgemeinmedizin

für Qualitätszirkel

datum: 16. März 2016, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 15. April 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 16. April 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Die ambulante Versorgung ist im Wandel. Mehr als 600 Hausärzte werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten und suchen Nachfolger. Durch diesen Generationswechsel ergeben sich für Fachärzte für Allgemeinmedizin viele Möglichkeiten, nach der Weiterbildung in SchleswigHolstein tätig zu werden.

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

Gern wollen wir mit angehenden Fachärzten für Allgemeinmedizin über die beruflichen Chancen in der ambulanten Versorgung und die medizinischen Herausforderungen in der Hausarztpraxis ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung zielt nicht allein darauf ab, medizinische Themen zu vermitteln, sondern wird auch Themen rund um die Niederlassung beinhalten. Die Teilnehmer können sich untereinander austauschen und auch mit der KVSH in Kontakt kommen. So soll geklärt werden, welche Unterstützung junge Allgemeinmediziner benötigen, um sich niederzulassen. Die Veranstaltung wird von Prof. Dr. Jens-Martin Träder, dem Lehrprofessor für Allgemeinmedizin an der Universität zu Lübeck, geleitet, der zu dem medizinischen Thema: „Der schwierige Arzt/der schwierige Patient“ referieren wird. Thomas Frohberg, Teamleiter Beratung/Verordnung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, wird über das Thema „Heilmittel (Überschreitung)“ informieren. Prof. Dr. Träder referiert gemeinsam mit Herrn Frohberg zu dem Thema „Naturheilverfahren/Homöopathie – Verordnung – Rezepte, was übernimmt die Kasse, was nicht?“

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20

ORT:  KVSH, Bismarckallee 1  –   6, 23795 Bad Segeberg, (Fahrtkostenerstattung in Höhe von 20 Cent/km)

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Anmeldungen werden bis zum 9. März 2016 in schriftlicher Form (Brief/Fax oder E-Mail) angenommen.

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung/Praxisberatung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Petra Fitzner Tel. 04551 883 384 Fax 04551 883 7384 E-Mail weiterbildung@kvsh.de 40

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

aktuell

Paul Brandenburg 04551 883 637 04551 883 374 paul.brandenburg@kvsh.de 3 | 2016


Service

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 27. April 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern? In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

© istock.com/Yuri

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 3 | 2016

Nordlicht

aktuell

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SERVICE

fÜR Ärzte

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: 8. Infotag für Existenzgründer und

thema: Moderatorengrundausbildung

Praxisabgeber

für Qualitätszirkel

datum: 18. Juni 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 9. September 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 10. September 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Nach sieben erfolgreichen Veranstaltungen bieten die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, die Ärztekammer Schleswig-Holstein und die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein erneut gemeinsam den Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber an.

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

Auf dem Programm stehen Vorträge sowohl für die Praxisabgeber als auch für die Existenzgründer. Ein Mittagsimbiss wird gemeinsam eingenommen. Referieren werden ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater und Vertreter der Veranstalter, die zudem für Rückfragen zur Verfügung stehen. Ort: A kademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4., Bad Segeberg Teilnahmegebühr:  35 Euro inklusiv Seminarunterlagen, die Tagungsgetränke und das Mittagessen TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Anmelden können sich Interessenten unter Verwendung der Seminar-Nr.: 0523-20 bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird die rechtzeitige Anmeldung empfohlen.

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Deutsche Apotheker- und Ärztebank

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Fax 0180 3000 746 3104 E-Mail seminare@apobank.de

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Ein Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de

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Nordlicht

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de

aktuell

Paul Brandenburg 04551 883 637 04551 883 374 paul.brandenburg@kvsh.de 3 | 2016


Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

9. März 2016, 18.00 bis 20.00 Uhr

Gastroösophageale Refluxerkrankung

6. April 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de

Ort: Strandhotel Glücksburg, Kirstenstraße 6, Glücksburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referent: PD Dr. A. Franke, Medizinische Klinik II (St. Franziskus-Hospital) www.malteser-franziskus.de

16. März 2016, 19.30 Uhr

Sozialrecht für Psychotherapeuten Ort: Brücke, Waitzstr. 1-3, 24937 Flensburg Info: Referent: Dr. med. Ralf Cüppers, Arzt für Psychotherapeutische Medizin. Eintritt 10 Euro für Nicht-Mitglieder des Arbeitskreises, Ermäßigung ist möglich, Fortbildungspunkte sind beantragt. www.psychotherapie-flensburg.de

16. März 2016, 19.30 Uhr

Balintgruppe in Eckernförde

www.kvsh.de

Ort: Langebrückstraße 20, 24340 Eckernförde Info: Kontaktaufnahme unter 04351 767738

27. April 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Infomarkt der KVSH

13. April 2016, 18.00 bis 20.00 Uhr

Lungenkarzinom

Ort: Abgeordnetensaal der KVSH Bismarkalle 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.kvsh.de

Ort: Alte Post, Rathausstraße 2, 24937 Flensburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referent: Prof. Dr. N. Basara, Medizinische Klinik I (St. Franziskus-Hospital www.malteser-franziskus.de

KVSH-Kreisstellen

16. April 2016, 9.00 bis 13.00 Uhr

Therapie und Lebensqualität bei Bronchialkarzinom

9. März 2016, 18.00 Uhr

Gastroösophageale Refluxerkrankung Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

Ort: Media Docks Lübeck, Willy-Brandt-Allee 31, 23554 Lübeck Info: Organisation Dr. Ursula Steidle-Katic und Dr. Jan Marxsen, Fortbildung für Ärtze und Assistenspersonal E-Mail: info@curavid.de

20. April 2016, 16.00 bis 20.00 Uhr

Alterstraumatologisches Symposium

16. März 2016, 18.00 Uhr

Flensburger Atemwegsforum Ort: Walzenmühle, Flensburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referenten: Dr. K. Weil, Dr. T. Lange, Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation (St. Franziskus-Hospital), Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin (DIAKO) www.malteser-franziskus.de

27. April 2016, 14.30 bis 18.00 Uhr

Fachtagung im Rahmen der Impfkampagne 2016 – Masern, Mumps, Röteln – Gefährdung und Verantwortung

Schleswig-Holstein März 2016, Termin nach Absprache

Qualitätszirkel: Das Leiden der zweiten Generation – Traumafolgestörungen bei Kriegsenkeln, Kriegsurenkeln und Trösterkindern Ort: Westerdeichstrich/Büsum, Praxis Anna E. Dott, Psychologische Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Info: Anmeldung: Tel. 04834/9847101, gegebenenfalls auf Anrufbeantworter sprechen, Moderatorin: Anna E. Dott, Themen: Diagnosen Therapie, Umgang mit PT Gutachtern, Supervision, Fallarbeit, Literatur, Bedeutung eigener Betroffenheit

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Ort: Wissenschaftszentrum, Fraunhofer Straße 13, 24118 Kiel Info: Anmeldung: Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e. V., Flämische Straße 6-10, 24103 Kiel, Tel. 0431 94294, Fax 0431 94871, Für die Veranstaltung gibt es 4 Fortbildungspunkte der Kategorie A. E-Mail: gesundheit@lvgfsh.de www.lvgfsh.de

aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 44

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Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Tyneke Evert������������������������������������������������������������������������������������ 462 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

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Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Tyneke Evert������������������������������������������������������������������������������������ 462 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459

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Nordlicht

Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488

aktuell

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Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Impressum

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail���������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 3 | 2016

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

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EINLADUNG

INFOMARKT DER KVSH 27. April 2016 von 14.00 bis 17.00 Uhr im Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

ldung ist Eine Anme erlich. nicht erford

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