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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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März 2015 | 18. Jahrgang

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Ärzte als Bauherren

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„Schaffe, schaffe, Praxis baue“


Inhalt seite

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rubrik/Thema

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TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

Praxisneubau in der Mitte der Karriere: Dr. Carmen-Regina und Dr. Bernhard Bambas erfüllten sich ihren Praxistraum

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Keine Angst vor Praxissitzverlegung und Umbau: Dr. Sven Warrelmann und sein persönliches „Vier-Monats-Projekt“

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Bau- und Planungsexperten im Interview: K-Line Praxislösungen aus Kiel-Wellsee

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Auf dem Weg zur barrierefreien Arztpraxis: Dr. Carsten Petersen hat investiert

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Fördermöglichkeiten für ärztliche Bauherren

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Tipps und Hinweise zur richtigen Bauplanung

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Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

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Kommentar: Keim-Krise

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Abgeordnetenversammlung

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Bekanntmachung der KVSH: HVM-Änderungen zum 1. April 2015

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Bedarfsplanung: Zukunft der hausärztlichen Versorgung in Schleswig-Holstein

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Mammographie-Screening: Positiver Trend der Vorjahre setzt sich fort

Ob Neubau oder Umzug in andere Räumlichkeiten, ob fremd geplant oder in Eigenregie gestemmt: Das deutsche Baurecht legt ärztlichen Bauherren so manchen Stein in den Weg. Im Titelthema berichten wir über Bauprojekte niedergelassener Ärzte, die trotzdem zum Erfolg wurden. Spezialisten eines Kieler Planungsbüros geben im Interview Auskunft, worauf es ankommt. Im Serviceteil finden Sie Hinweise zu staatlichen Fördermaßnahmen und zur reibungslosen Umsetzung Ihres Bauvorhabens.

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Praxis & KV 26

Referentenentwurf: Harte Sanktionen bei Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen

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Mehr Transparenz: Pharmaindustrie will ab 2016 ihre Zuwendungen an Ärzte offenlegen

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Problemfall Raucherentwöhnung: Interview mit Lungenfacharzt Dr. Knut Löck

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KVSH-Traineeveranstaltung für Jungmediziner: Werbung für die Niederlassung

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„KV-Sprech“ von A bis Z

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Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

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Neues aus KBV und KVen

Die zweite Veranstaltung im Rahmen des Traineeprogramms der KVSH für Ärzte in Weiterbildung bot Nachwuchsmedizinern wieder wertvolle Tipps und Hinweise für ihren Weg in die Niederlassung. Die Referenten informierten die rund 30 Jungärzte aller Fachrichtungen schwerpunktmäßig über die zulassungsrechtlichen und finanziellen Aspekte, die beim Einstieg in die Niederlassung beachtet werden sollten. Eine angestellte Ärztin schilderte den Besuchern die vielen Vorteile, die sie in der Niederlassung genießt.

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Musiker leiden häufig an Erkrankungen, die durch starke physische und psychische Überlastung oder Fehlhaltungen entstehen. Dr. Barbara Schroer bietet eine speziell auf die Krankheitsbilder dieser Patientengruppe ausgelegte Sprechstunde an. Die Handchirurgin aus Kronshagen weiß, wovon sie spricht, denn sie ist selbst Musikerin in einer Rock-Band.

Psychotherapie: Weitergabe halber Versorgungsaufträge verändert die Versorgungslandschaft

Die Menschen im Land 36

Musiker als Patienten: Handchirurgin und BandMitglied Dr. Barbara Schroer bietet Sprechstunde

Service 38

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Hilfsmittelverordnung

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Sie fragen – wir antworten

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

Beilage: Mammo Report 2

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Nordlicht nr. 3 | 2015 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, das Jahr 2015 ist noch jung. Aber die Politik überschlägt sich in der Abarbeitung ihrer Koalitionsversprechen, als hätten wir schon in diesem Jahr neue Wahlen. Und wie das so ist bei zu großer Eile, vieles scheint nicht zu Ende gedacht zu sein. Die Haare in der Suppe „Versorgungsstärkungsgesetz“ sind gerade erst allen aufgefallen, da kommen ein Präventionsgesetz und ein E-Health-Gesetz hinterher. Sie kennen den alten Architektenspruch? Das erste Haus baue für deinen Feind, das zweite für deinen Freund und das dritte dann für dich. Getreu diesem Motto widmet sich dieses Heft dem Leitthema Praxisneubau, -umbau oder -renovierung. Für unsere Beispielpraxen – und wahrscheinlich für Sie alle – ist Bauen ein Thema, mit dem Sie Ihre Erfahrungen haben und zu dem Sie Storys beitragen könnten. Denn es soll ja schon vorgekommen sein, dass nicht alles so planmäßig lief wie gedacht. Und hier schließt sich auch schon der Kreis zur Politik. Das Versorgungsstärkungsgesetz befasst sich nicht mit Ausstattung, es macht auch keine sinnvollen Reparaturarbeiten. Es greift in die Statik des Gebäudes Gesundheitswesen ein. Facharztpraxen als tragende Säulen sollen in sogenannten überversorgten Bereichen vom Markt. Der Streit um Prozente des Versorgungsgrades, der künftig zur Zwangsstilllegung führt, ist zwischen den Parteien entbrannt und mancher kommt daher und bietet 200 Prozent, wenn gleichzeitig die Kassen im Zulassungsausschuss das letzte Wort sprechen könnten. Das klingt nach Schachern, nicht nach Planung und schon gar nicht nach Sicherheit für Ärzte und Patienten. Gleichzeitig entbrennt die ideologische Diskussion um den Terminservice. Wenn man schon keine Bürgerversicherung haben kann, so will man wenigsten die gefühlte Ungleichbehandlung von GKVund PKV-Versicherten abbauen, um für den nächsten Wahlkampf gerüstet zu sein. Für diese Diskussion steht der Name Lauterbach. Er bietet ambulante Klinikversorgung an, ohne zu sagen, dass es bei diesen – um im Bild zu bleiben – durch das Dach regnet. Man müsste ja ansonsten der Bevölkerung über die finanziellen Grenzen des Gesundheitswesens reinen Wein einschenken. Sagen nicht dieselben Leute, gute Qualität lebe vom Wettbewerb?

Mit herzlichen Grüßen Ihre

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema Ä rzte als B auherren

Erfüllung einer Vision Niedergelassene Ärzte stehen oft vor einem Problem: Die eigene Praxis kommt in die Jahre und ist den veränderten Ansprüchen von Praxisinhabern, Praxisteam und Patienten nicht mehr voll gewachsen. Ist sie gemietet, sind Umbaumaßnahmen oft nur eingeschränkt möglich. Das galt auch für die beiden Augenärzte Dr. Carmen-Regina und Dr. Bernhard Bambas aus Bad Segeberg, die aus diesen Gründen neu gebaut haben.

Das Arztehepaar gab 2012 ihren seit 1993 etablierten Praxisstandort in der Segeberger Innenstadt auf und baute stattdessen ein neues Praxisgebäude mit drei Etagen in der eher ruhigen Bismarckallee. Im ersten Stock befindet sich seitdem die 220 Quadratmeter große Augenarztpraxis, das Unter- und Obergeschoss sind vermietet. Für das Ehepaar Bambas war der Neubau an einem neuen Standort eine folgerichtige Entscheidung. Die schlechte Parkplatzsituation, ein hoher Lärmpegel und schlechte Lüftungsmöglichkeiten in den Praxisräumen sprachen für einen Wechsel. Ein Neubau passte zudem sehr gut in die Lebensplanung der beiden Ärzte. „In der Mitte unseres beruflichen Lebensweges wollten wir noch einmal etwas Neues wagen und auch unsere Erfahrungen aus jeweils knapp zwanzig Berufsjahren in die Gestaltung der neuen Praxis mit einbringen. Wir konnten auch mehr Geld in die Hand nehmen, als bei unserem Start in die Niederlassung“, erklären die beiden.

dabei besonders Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Praxis auf der Wunschliste. Eine Innenstadtlage wurde nicht ausdrücklich gewünscht. „Diese Erkenntnis hat uns weitergebracht, denn wir suchten nun nicht mehr nur nach einem neuen Standort direkt in der Fußgängerzone und im Stadtzentrum“, erzählt Dr. CarmenRegina Bambas (55). Eine Befragung der Mitarbeiterinnen gab ihnen weitere wichtige Erkenntnisse, wie die Praxis aussehen sollte. „Wir haben bei der Innengestaltung und beim Raumkonzept vieles im Team entschieden. Schließlich wissen unsere Helferinnen am besten, wie z. B. die Laufwege in der Praxis sind und wie ihre Arbeitsplätze aussehen müssen, damit sie optimal genutzt werden können“, erläutert Dr. Bernhard Bambas (51). Ein Baugrundstück in der Bismarckallee in der Nähe von Ärztekammer und KVSH erfüllte am Ende alle Kriterien und die eigentliche Bauplanung konnte beginnen.

Die Suche nach dem richtigen Weg Bei der weiteren Planung setzten die Augenärzte auf eine genaue Standortanalyse. Eine Umfrage unter ihren Patienten ergab z. B., dass diese vor allem auf eine gute Verkehrsanbindung der Praxis Wert legten. Neben öffentlichen Verkehrsmitteln standen

Hilfe vom Fachmann Als Bauherren konnte das Ehepaar dabei zwischen zwei Strategien wählen. Sie hätten den Bau in Eigenregie organisieren und sich auf eigene Faust Handwerker, Inneneinrichter und andere Dienstleister suchen können. Doch die baulichen Vorschriften für Praxisneubauten sind umfangreich, kompliziert und weichen

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je nach Bundesland und Gemeinde sogar erheblich voneinander ab. Bei einem Neubau gelten in jedem Fall immer auch die neuesten Bauvorschriften. Diese sind in der Regel sehr viel restriktiver als in früheren Jahren. „Das allein zu stemmen, würde ich niemandem empfehlen. Es sei denn, er möchte ein berufliches Sabbatjahr einlegen“, erklärt Dr. Bernhard Bambas. „Ein Bauvorhaben in dieser Größenordnung kostet nämlich schon in der Vorplanung sehr viel Zeit. 12 bis 18 Monate gehen vor dem ersten Spatenstich locker ins Land. Das ist neben dem Praxisbetrieb nicht zu schaffen.“ Das Arztehepaar beauftragte daher einen Kieler Architekten mit der gesamten Bauplanung. Die damit verbundenen höheren Kosten nahmen sie bewusst in Kauf. Der Architekt übernahm die Vorabklärung der baurechtlichen Vorschriften des 1,5 Euro teuren Millionen-Objektes und klärte für den neuen Praxisstandort unter anderem alle Fragen zum Bebauungsplan, zur Barrierefreiheit und zum Brandschutz. Bei der Firmenauswahl für die einzelnen Gewerke setzten die Ärzte bewusst auf Firmen aus der Region. „Es gab im laufenden Betrieb doch einige Dinge, die nachjustiert werden mussten. Da war es am Ende sehr gut, dass die Fachfirmen in der Nähe sind“, resümiert der Augenarzt. Hohe Hürde Brandschutz Im Verlauf des voranschreitenden Bauprozesses kam das Arztehepaar immer wieder zu erstaunlichen Erkenntnissen. „Natürlich wusste ich, dass das deutsche Baurecht kompliziert ist und viele Fallstricke bereithält. Viele Details haben mich dann aber doch verblüfft. Ich hätte z. B. nie gedacht, dass uns das Thema Brandschutz so intensiv beschäftigen würde“, berichtet Dr. Bernhard Bambas. In diesem Bereich gab es zu seiner Überraschung die höchsten Hürden. Die Gesamthöhe des Ärztehauses musste z. B. im Vergleich zur ursprünglichen Planung sogar um 15 Zentimeter abgesenkt werden, weil die „Anleiterbarkeit“ der Feuerwehrleiter ansonsten nicht gewährleistet gewesen wäre. Außerdem mussten die Parkplätze entgegen der ursprünglichen Planung am Ende hinter das Praxishaus verlegt werden, da der Mindestabstand des Gebäudes zum benachbarten Wald mindestens 30 Meter betragen muss. Trotz einiger schlafloser Nächte ziehen die beiden Ärzte ein durchweg positives Fazit ihres Bauabenteuers. „Der Aufwand hat sich gelohnt und wir würden es immer wieder so machen. Wir haben nun ein modernes Praxisgebäude, in dem unser Team und wir die nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahre sehr gut arbeiten können. Alles ist so, wie wir es haben wollten und den Patienten fehlt es auch an nichts. Es ist jeden Tag ein tolles Gefühl, hierher zur Arbeit zu kommen“, schwärmt das Arztehepaar. Jakob Wilder, KVSH 3 | 2015

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Schaffen wir das? Wir schaffen das!

Dr. Sven Warrelmann musste seinen alten Praxissitz in Norderstedt verlegen und schulterte danach den Umbau und die Entkernung des neuen Praxisgebäudes komplett in Eigenregie. Nach nur vier Monaten Planungs- und Bauphase konnte er Anfang 2012 mit seinem Praxispartner Dr. Thomas Flamm in die neue Praxis einziehen.

„Ich muss zugeben, dass wir zu unserem Glück gezwungen wurden“, erzählt Dr. Sven Warrelmann beim Rundgang durch die hellen, im maritimen Stil gestalteten Praxisräume. „Hätte die Erbengemeinschaft nicht beschlossen, unser altes Praxisgebäude nach dem plötzlichen Tod unseres Seniorpartners zu verkaufen und unseren Mietvertrag zu kündigen, wären wir heute nicht hier. So haben wir trotz der Kündigung das große Los gezogen“, ist sich der 52-jährige Allgemeinmediziner sicher. Nach intensiver Suche nach einem neuen Standort fiel die Wahl auf eine 168 Quadratmeter große ebenerdige Gewerbefläche, in der vorher unter anderem eine Sparkasse ansässig war. Die beiden Allgemeinmediziner setzten sich mit ihren Mitarbeiterinnen zusammen und entwickelten einen ersten Plan. Wichtig waren ihnen dabei neben einer optisch ansprechenden aber funktionalen Innengestaltung vor allem ein schlanker Empfangsbereich in unmittelbarer Nähe zum Wartezimmer, eine gute technische Infrastruktur und eine direkte Durchreiche vom Empfang zum Labor mit einem Kippfenster.

Lohn der Mühen Beim Vermieter konnten die beiden Ärzte einen kräftigen Zuschuss für den kompletten Umbau aushandeln. Sie zahlen nun weniger Miete pro Quadratmeter als in der alten Praxis und haben deutlich mehr Platz und Komfort. Auf eine komplette Fremdplanung des 170.000 Euro teuren Bauvorhabens verzichteten sie ganz bewusst. Sie informierten sich auf Messen und im Internet, fanden einen ansprechenden und für eine Praxis optimalen Fußbodenbelag und ließen sich vom Beleuchtungsprofi ein Lichtkonzept entwickeln. „Wir wussten, was wir wollten und haben das schrittweise umgesetzt“, erklärt Warrelmann, der bereits über einige Vorerfahrung bei Bauprojekten verfügt. Vor zehn Jahren plante er die Kernsanierung seines eigenes Hauses (Baujahr 1936) sowie die Umsetzung in Eigenregie. Das neue Bauprojekt bereitete ihm zwar keine schlaflosen Nächte, kostete aber Energie. Warrelmann war jeden Mittag und Abend auf der Baustelle, um zu sehen, ob alles läuft. „Da die Bauphase zeitlich absehbar war, konnte ich das gut neben meiner Arbeit in der alten Praxis schaffen“, bilan-

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ziert er. „Der Aufwand hat sich in jedem Fall gelohnt. Wir haben jetzt eine ganz nach unseren Vorstellungen optimal gestaltete Praxis. Das bringt jede Menge neue Arbeitsmotivation mit sich. Wir haben sogar neue Patienten hinzugewonnen, weil viele uns jetzt besser erreichen können“, erklärt Warrelmann. Individuelle Lösungen Einen Architekten benötigten die ärztlichen Bauherren letztlich nur zur Überplanung der bereits vorher selbst erstellten Vorgaben. „Er musste nur ein paar Kleinigkeiten ändern und für uns den Antrag auf Nutzungsänderung für das Bauamt ausarbeiten. Ein Arbeitsaufwand von lediglich neun Stunden“, stellt Warrelmann zufrieden fest. Ein Bauleiter des beauftragten Generalunterneh3 | 2015

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mens organisierte in Absprache mit den Ärzten die verschiedenen Gewerke auf der Baustelle. Schwierigste Hürde war das barrierefreie WC. Die Allgemeinmediziner entschieden sich am Ende gegen den Einbau einer 40.000 Euro teuren, seitlich verschiebbaren und höhenverstellbaren Toilette und fanden eine ebenfalls behindertengerechte Lösung für 12.000 Euro. Über diesen Kostenpunkt schüttelt Warrelmann trotzdem heute noch den Kopf. Das gilt auch für den Hinterausgang (Fluchtweg), der mit einer größeren und feuerfesten Tür mit einem „Panikschloss“ ausgestattet werden musste. Das Schloss muss abschließbar sein und sich trotzdem im Notfall automatisch öffnen lassen – Preis mit Einbau und Maurerarbeiten: stolze 1600 Euro. JaKOB WIlDer, KVsh aktuell

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„Gut geplant ist halb gebaut“ Es gibt viele Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, Ärzte bei Planung und Einrichtung ihrer Praxen zu unterstützen. Eine davon ist K-Line Praxislösungen aus KielWellsee. Im Interview erläutern Innenarchitektin Ulrike Reichel und Geschäftsführer Wolfgang Kuhnigk, worauf es dabei ankommt.

Nordlicht: Ihr mittelständisches Unternehmen wächst seit Jahren kontinuierlich. Sie beschäftigen mehr als 60 Mitarbeiter –Tendenz steigend. Gibt es einen Modernisierungsschub in den Arztpraxen? Wolfgang Kuhnigk: Es sieht so aus. Unsere Auftragslage ist sehr gut und wir können uns vor Arbeit momentan kaum retten. Insbesondere größere Ärztehäuser investieren in bessere Ausstattung. Wir haben aber auch viele ärztliche Kunden, die bereits seit vielen Jahren eine Praxis führen und diese jetzt abbezahlt haben. Diese Ärzte wollen es für den Rest ihrer beruflichen Laufbahn noch einmal richtig schön in ihrer Praxis haben und modernisieren entsprechend.

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Nordlicht. Was sollten Ärzte als erstes machen, wenn sie eine Praxis übernehmen? Kuhnigk: So merkwürdig es klingt, empfehlen wir oft erst einmal nichts in den alten Räumen zu ändern und sich lieber in Ruhe nach einem ganz neuen Gebäude umzuschauen. Ein Umzug ist nämlich meist günstiger als ein teurer Umbau innerhalb des alten Praxisgebäudes, in dem elementare Dinge, wie z. B. Schallschutz, Lichtverhältnisse oder Belüftung nicht optimal sind.

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Nordlicht: Welche Fehler sollten Ärzte bei der Planung ihrer Praxis unbedingt vermeiden?

Nordlicht: Welche Rolle spielen die Praxisteams bei Ihren Planungen?

Kuhnigk: Sie sollten erst dann den Mietvertrag unterschreiben, wenn wir uns als Planer das Objekt angesehen haben. Wir können sonst nicht gemeinsam herausarbeiten, wie zumindest ein Teil der zu erwartenden Baukosten auf den Vermieter umgelegt werden kann. Da ist immer etwas Spielraum vorhanden. Stehen mehrere Objekte zur Auswahl, helfen wir gern früh bei der Entscheidung und achten z. B. auf entscheidende Dinge, wie Fensterachsen, Belüftung, Deckenhöhe und Raumtiefe. Außerdem ist ein gewisser zeitlicher Vorlauf immer günstiger, als wenn alles auf einmal plötzlich ganz schnell gehen muss. Änderungen erst während der Bauphase vorzunehmen, ist immer schlecht, weil teuer.

Reichel: Eine sehr wichtige. Wir empfehlen den Ärzten, unbedingt ihr Personal zu den Planungsgesprächen mitzubringen. So können wir eine optimale Planung der Raumstrukturen umsetzen. Wir besprechen dann mit dem gesamten Team alle Arbeits- und Funktionsabläufe in der Praxis, wie z. B. die Form der Formularfächer, die Lage der Steckdosen, die Installation der EDV und schlagen auch Veränderungen in den Praxisabläufen vor.

Nordlicht: Gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern, wenn sie eine Praxis planen? Kuhnigk: Ärztinnen haben oft genauere Vorstellungen, wie die Bereiche Farbgestaltung und Design der Praxis aussehen sollen. Einige Ärzte lassen dagegen sogar lieber ihre Frau über optische Einrichtungsdetails entscheiden, weil sie sich selbst in diesen Punkten unsicher sind. Nordlicht: Die Wünsche von Bauherren stoßen manchmal an Grenzen finanzieller oder baurechtlicher Art. Wie vermitteln Sie Kunden, dass nicht alles geht? Ulrike Reichel: Wir machen von Anfang an kein Geheimnis um die zu erwartenden Kosten, die in der Regel deutlich höher ausfallen als in der Vorstellung der Kunden und ihrer Bankberater. Für Arztpraxen gelten einfach andere Spielregeln als für Normalbauten, wie z. B. Büroräume – auch wenn der ärztliche Bauherr das vielleicht nicht immer gern hören will. Nordlicht: In welchem planerischen Segment gelten die extremsten Spielregeln? Kuhnigk: Ganz klar im Bereich der Barrierefreiheit. Da gibt es Bauämter, die verlangen, dass in einer neuen Praxis überall breitere Türen für Rollstuhlfahrer sein müssen. Wenn ich aber drei funktionsgleiche Untersuchungsräume habe, würde es eigentlich reichen, einen davon barrierefrei zu gestalten. Doch auch in anderen Bereichen gibt es verrückte Sachen. Neuerdings bekommen wir sogar vorgeschrieben, dass in einem Personalraum keine Umkleide mehr sein darf. Dafür muss künftig ein Extraraum eingerichtet werden. Nordlicht: Bewirkt die Fülle von Bauvorschriften nicht, dass es am Ende nur noch genormte Einheitspraxen gibt, die sich kaum voneinander unterschieden?

Nordlicht: Mit welcher planerischen Veränderung haben Arzthelferinnen denn die meisten Probleme? Reichel: Wir stellen die Anmeldung in Ihrer ursprünglichen Form und Funktion in Frage. Hochsensible medizinische Bereiche brauchen mehr Diskretion. Ein klassischer Anmeldetresen ist unserer Ansicht nicht mehr zeitgemäß. Seine Funktion sollte sich nur auf das „Willkommenheißen“ konzentrieren. Entsprechend empfehlen und entwerfen wir. Nordlicht: Sie planen auch Praxen speziell für ländliche Gebiete. Sie sind z. B. mit der Planung der Gemeindepraxis in Büsum beauftragt worden. Was ist da zu erwarten? Reichel: Das genaue Raumkonzept für das 500 Quadratmeter große Praxisgebäude in Büsum steht bereits fest. Anfang März 2016 soll die offizielle Inbetriebnahme der dann neuen Praxisräume stattfinden. Das Interesse ist sehr groß und wir haben mehrere Anfragen von anderen Kommunen, die sich für unser Plannung interessieren. Nordlicht: Können Ärzte eigentlich auf dem Land einfacher und günstiger bauen? Kuhnigk: Grund und Boden sind in ländlichen Regionen in der Tat deutlich günstiger zu bekommen. Kleinere Gemeinden haben außerdem ein sehr großes Interesse daran, Ärzte zu gewinnen und unterstützen Bauherren daher oft sehr intensiv. Baurechtlich gelten aber natürlich die gleichen hohen Standards wie für Stadtpraxen. Nordlicht: Wagen Sie eine Prognose: Wie sieht sie aus, die Arztpraxis 2025? Kuhnigk: Der Trend zu immer größeren Einheiten wird weiter zunehmen. Ambulanzen und niedergelassene Arztpraxen werden funktional und baulich dabei immer mehr miteinander verschmelzen. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Reichel: Nein, denn jede Praxis ist am Ende individuell, weil die Gegebenheiten und Anforderungen vor Ort nie die gleichen sind. Bei der Planung steht immer die Funktion im Vordergrund. Der Arzt sagt uns, wie er arbeiten will, und wir entwickeln das entsprechende Raumkonzept, damit er sich am Ende wiederfindet. Lösungen aus dem Katalog gibt es bei uns nicht.

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Die barrierearme Arztpraxis Arztpraxen müssen ihre Praxis nicht nur personell, sondern auch baulich auf Menschen mit Behinderungen ausrichten. Dabei können schnell sehr hohe Kosten entstehen. Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin, hat seine diabetologische Schwerpunktpraxis in Schleswig mit relativ einfachen Mitteln barrierearm eingerichtet.

In der Bundesrepublik leben etwa 9,6 Millionen Bundesbürger mit Behinderung. Davon sind rund 7,3 Millionen als schwerbehindert eingestuft. Besonders Arztpraxen müssen sich auf die Bedürfnisse dieser wachsenden Patientengruppe einstellen und ihre Praxen möglichst entsprechend ausstatten. Auch Dr. Carsten Petersen – seit 16 Jahren Mitglied in einer internistischen Gemeinschaftspraxis mit dem Schwerpunkt Diabetologie in Schleswig – stellte sich diesem Problem. Viele seiner Patienten sind Menschen mit Handicap. Seine alte Praxis, die in einer eher verschachtelt gebauten Villa lag, war durch das veränderte Patientenklientel als Standort eher ungeeignet. Als Alternative bot sich ein Umzug in das Medicenter Schleswig an. Petersen und seine Kollegen zogen 2009 in die erste Etage des modernen Gebäudes ein.

Umbau als Chance Für die Ärzte eine gute Chance, den Praxisalltag für Ärzte, Mitarbeiter und Patienten durch einen gezielten Umbau komfortabel zu organisieren und möglichst barrierearm zu gestalten. Die drei Praxisinhaber stimmten sich deshalb mit der Wohnungsbaugenossenschaft als Vermieter, einer Architektin und verschiedenen Handwerkern ab und investierten rund 120.000 Euro in die Renovierung. Die Praxis ist seitdem gut auf Menschen mit Behinderung eingestellt, z. B. auf Patienten, die am Diabetischen Fußsyndrom leiden, schlecht oder gar nicht laufen können oder eine Sehschwäche haben. „Komplett barrierefrei sind wir nicht, aber immerhin barrierearm“, erklärt Petersen.“ Dazu zählt der Internist auch die gute verkehrstechnische Anbindung der Praxis. „Wir haben genügend kostenlose Parkplätze am Haus und eine Busstation in der Nähe. Dazu kommt eine Rampe, elektrische Türöffner auf Hüfthöhe und ein Fahrstuhl mit Blindenschrift.“

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Maßnahmen zur Barrierefreiheit in der Praxis von Dr. Carsten Petersen ƒƒ Sehr große, weiße Aufkleber auf den Türen weisen darauf hin, was sich dahinter befindet (z. B. Behandlungszimmer 2, das Labor, Arztzimmer, EKG-Raum, Seminarraum oder Toilette). ƒƒ Die medizinischen Fachangestellten wissen, was zu tun ist, wenn blinde Patienten mit ihrem Blindenführhund in die Praxis kommen. ƒƒ Dr. Petersen beherrscht einfache Grundzüge der Gebärdensprache. ƒƒ Die Praxis bietet Sitzmöglichkeiten je nach Bedarf. Wenn mehrere Patienten einige Zeit vor dem Schulungsraum auf die Diabetes-Ernährungsberatung warten müssen, steht ihnen eine komplette Stuhlreihe an der Wand zur Ver fügung, die sich wie im Kinosaal hoch- oder herunterklappen lässt. ƒƒ Die Behandlungsliege der Praxis ist höhenverstellbar und funktioniert per Hebel. ƒƒ Die Praxis kann auf einen faltbaren Rollstuhl zurückgreifen. ƒƒ Die Türen zur Toilette sind breit genug für Rollstuhlfahrer. Waschbecken und Papiertuchspender sind vom Rollstuhl aus erreichbar.

Servicebroschüre der KBV Das Heft „Barrieren abbauen“ bietet niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten auf 24 Seiten in kompakter Form viele nützliche Tipps und konkrete Vorschläge, wie sie die Praxis sowohl räumlich als auch bei der Kommunikation besser auf behinderte Menschen einstellen können. Ergänzt wird das Serviceangebot durch Praxis-Porträts, Interviews, Checklisten, Links und Kontaktadressen. Die Broschüre kann kostenfrei per E-Mail bestellt werden (versand@kbv.de). Zudem steht sie als PDF und als barrierefreie Textversion im Internet unter www.kbv.de/barrierenabbauen.html bereit.

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So werden Sie gefördert Hinter den meisten Baumaßnahmen steht ein Finanzierungsplan mit entsprechenden Krediten. Banken sind dabei nicht die einzige Quelle, aus der Bauherren das benötigte Kapital beziehen können. Der Staat bietet eine Reihe von Fördertöpfen, die gerade für junge Existenzgründer interessant sein können.

Um öffentliche Förderprogramme in Anspruch nehmen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Ein Zuschuss oder ein Darlehen werden in der Regel nur dann gewährt, wenn vor der Investition, z. B. in eine Praxisimmobilie oder in eine Umbaumaßnahme, ein entsprechender Antrag bei der Förderstelle gestellt wurde. Der Antrag muss einen mit der Hausbank ausgearbeiteten Businessplan enthalten, der das Investitionsprojekt und die veranschlagten Kosten genau beschreibt. Kaufverträge sollten Investoren erst unterschrieben, wenn die Förderstelle tatsächlich eine Finanzierungszusage gegeben hat. Der wichtigste Anbieter von staatlichen Förderprogrammen ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie bietet eine Reihe von Programmen an, die sich speziell an Existenzgründer richten, z. B. den „KfW-Gründerkredit“. Mit ihm kann auch der Erwerb einer Immobilie finanziert werden. Die Darlehenszeit beträgt in der Regel zehn Jahre. Ein weiteres Programm ist der „KfW-Gründerkredit – StartGeld“. Er ist auf Ärzte ausgerichtet, deren Finanzierungsbedarf für Investitionen und Betriebsmittel 100.000 Euro nicht übersteigt und deren Praxen nicht länger als drei Jahre am Markt sind.

Betriebs- und Geschäftsausstattung finanziert werden. Die Förderung erfolgt in Form eines zinsverbilligten Darlehens. DieHöhe pro Antragsteller liegt bei höchstens 500.000 Euro. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre. In den ersten sieben tilgungsfreien Jahren müssen nur die Zinszahlungen geleistet werden. Ärzte, die bereits länger als drei Jahre niedergelassen sind und daher nicht mehr als Existenzgründer gelten, können für Neuund Ersatzinvestitionen den „KfW-Unternehmerkredit“ nutzen. Ärzte, die das Förderprogramm „ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm B“ für kleine und mittlere Unternehmen in Anspruch nehmen möchten, müssen dazu verschiedene Umweltschutzmaßnahmen durchführen und z. B. in Gebäudehülle, Informations- und Kommunikationstechnik oder die Sanierung eines Gebäudes investieren. Investoren sollten sich bei ihrer Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut bzw. direkt bei der KfW über die verschiedenen Angebote informieren. Antragstellung und Abwicklung laufen ausschließlich über Geschäftsbanken, Spar- und Darlehenskassen. Jakob Wilder, KVSH

Auch das „KfW-Programm ERP-Kapital für Gründung“ bietet Unterstützung. Über das Programm können z. B. der Kauf von Grundstücken, Gebäuden, Sachanlagevermögen, Lagern sowie

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So bauen Sie richtig Der Neubau einer Praxis oder der Umzug in neue Praxisräume sollte gut überlegt sein, denn beide Projekte sind in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Wir haben Ihnen einige wichtige Hinweise zusammengestellt, die Sie beachten sollten. 1. Setzen Sie sich unbedingt rechtzeitig mit dem zuständigen Bauamt in Verbindung, wenn Sie genehmigungspflichtige Änderungen der baulichen Gegebenheiten planen. 2. Wenn die Praxisimmobilie nicht Ihnen gehört, sollten Sie sie vor Unterzeichnung eines Mietvertrages begutachten lassen. Lassen Sie außerdem von Fachleuten prüfen, ob Ihr Praxiskonzept mit den vorhandenen Räumlichkeiten zu verwirklichen ist und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Diese Kosten können Sie sich gegebenenfalls zum Teil auf die Miete anrechnen lassen. 3. Wollen Sie Wohnraum in Praxisräume umwandeln, ist dies eine Nutzungsänderung, die vorher vom Bauamt genehmigt werden muss. Das gilt auch, wenn Sie keine baulichen Änderungen vornehmen. 4. Eine Arztpraxis wird als Gewerbe eingestuft. Bei einem Neubau oder Umzug in neue Räumlichkeiten müssen daher z. B. folgende Kernelemente des Baurechts eingehalten werden: ƒƒ Barrierefreiheit (z. B. müssen Eingangstüren und mindestens ein Behandlungszimmer rollstuhlgerecht sein. Rollstuhlfahrer müssen im eventuell vorhandenen Fahrstuhl wenden können). ƒƒ sanitäre Einrichtungen: ein behindertengerechtes WC, mindestens zwei WC mit separatem Vorraum (Patienten- und Personal-WC); die inneren WC-Türen müssen sich nach außen öffnen lassen ƒƒ Mindestraumhöhe: 2,50 Meter ƒƒ Sozial- bzw. Personalraum mit Tageslicht ƒƒ Anmeldebereich mit Tageslicht Lassen sich diese Vorgaben nicht vollständig realisieren, sprechen Sie die örtlich zuständigen Bauämter sowie die staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord an, um zu einer sachgerechten Lösung zu kommen: Standort Lübeck (Tel. 0451 317501 0), Standort Kiel (Tel. 0431 6407 0) und Standort Itzehoe (Tel. 04821 660). 5. Klären Sie die bestehenden Vorgaben für Ambulante Operationen, Vorschriften der Berufsgenossenschaft und Hygienestandards beim örtlichen Bauamt, der Berufsgenossenschaft und dem Gesundheitsamt. 6. Klären Sie rechtzeitig alle Fragen zum Brandschutz. In der Regel werden zwei getrennte Rettungswege gefordert. Außerdem können gegebenenfalls Rauchmelder, netzunabhängig leuchtende Fluchtwegschilder und Standorte für Feuerlöscher verlangt werden.

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7. Klären Sie die Parkplatzsituation der Praxis. Die baurechtliche Forderung nach Besucherparkplätzen wird von Ort zu Ort sehr unterschiedlich gehandhabt. Eventuell spielt auch das örtliche Nachbarschaftsrecht eine Rolle. 8. Bei Umbauten in denkmalgeschützten Gebäuden muss die Denkmalschutzbehörde eingeschaltet werden. Sie muss jede Baumaßnahme vorab genehmigen. 9. Weitere Tipps finden Sie in der Buchreihe „Beratungsservice für Ärzte“, Band 7: Organisation und Management einer Praxis und in der KVSH-Broschüre „Hinweise zur baurechtlichen Planung einer Arztpraxis“. Sie können beides kostenlos bei der Abteilung Zulassung/Praxisberatung der KVSH anfordern: Tel. 04551 883 255 oder E-Mail: zulassung@kvsh.de. Jakob Wilder, KVSH

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NACHRICHTEN  KOMPAKT D armkrebs

Z entralinstitut

Wartezimmerplakat

Vertragsärzte versorgen Mehrheit der Notfallpatienten

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stellt zum Darmkrebsmonat März ein Plakat für das Wartezimmer zur Verfügung. Unter dem Titel: „Große Probleme fangen oft winzig an“ soll es Patienten auf die Möglichkeiten der Früherkennung von Darmkrebs aufmerksam machen und sie auffordern, sich zu informieren. Das Plakat kann kostenfrei per E-Mail bestellt werden: versand@kbv.de. Die KBV bietet auf www.kbv.de außerdem weitere Informationen für interessierte Bürger an. Für Ärzte gibt es eine Praxisinformation mit Tipps und Hinweisen zur Ansprache ihrer Patienten.

V ersorgungsstärkungs gesetz

KBV startet Anzeigenkampagne Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat mit einer politischen Anzeigenkampagne auf das beginnende Gesetzgebungsverfahren zum Versorgungsstärkungsgesetz reagiert. „Wir wollen mit diesen Maßnahmen einmal mehr öffentlichkeitswirksam darauf hinweisen, dass das geplante Versorgungsstärkungsgesetz durch den Raubbau an den ambulanten Strukturen die Gesundheitsversorgung nicht stärken, sondern verschlechtern wird“, betonte der KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Andreas Gassen. Mit Slogans wie „Wenn Nähe zum Fremdwort wird …“ oder „Niederlassungsverhinderungsgesetz verhindern!“ erscheinen die Anzeigen vorwiegend im März und April 2015 bundesweit parallel zu den Lesungen in Bundestag und Bundesrat. 14

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Berlin – Die meisten Notfallpatienten werden durch Vertragsärzte behandelt. Das betont das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in Bezug auf Modellrechnungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Das Institut bemängelt, dass die Leistungen der Vertragsärzte in der nicht repräsentativen Studie der Krankenhäuser völlig ausgeblendet werden. Rund 70 Prozent der ambulanten Notfallpatienten werden nach einer Analyse des Zi in Deutschland durch Vertragsärzte behandelt. Die Wissenschaftler beziehen sich dabei auf die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten, in denen auch die ambulante Versorgung in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser enthalten ist. „Der weit überwiegende Teil der Versorgung erfolgt durch niedergelassene Ärzte“, betonte Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. Richtig sei, dass Krankenhausambulanzen insbesondere Verletzungen und Unfälle behandeln. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte Mitte Februar ein Gutachten vorgestellt, wonach in den Rettungsstellen immer mehr Patienten versorgt würden, die von einem Vertragsarzt behandelt werden könnten. Zugleich wurde die unzureichende Vergütung beklagt.

B eh ö rden

Landesamt mit neuen Öffnungszeiten Neumünster – Das Landesamt für soziale Dienste SchleswigHolstein hat neue Öffnungszeiten eingeführt. Die Zentrale in Neumünster sowie die Außenstellen in Heide, Kiel, Lübeck und Schleswig haben seit 1. März 2015 montags, dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr für Besucher ohne Voranmeldung geöffnet. Individuelle Gesprächstermine können auch außerhalb dieser Zeiten vereinbart werden. Die Kontaktdaten der einzelnen Standorte sind unter www.lasd.schleswigholstein.de zu finden. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT O nline - A rztsuche

N iederlassung

Rückgabe der Erhebungsbögen

Infotag gibt Orientierung

Bad Segeberg – Alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bekamen im Januar Post von der KVSH und wurden darin gebeten, ihre Stammdaten zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen, damit sie in die geplante Online-Arztsuche auf www.kvsh.de integriert werden können. Die Abteilung Zulassung/Praxisberatung bittet alle Praxen, die ihre Daten noch nicht auf den entsprechenden Erfassungsbögen an die KVSH zurückgeschickt haben, dies nachzuholen (Fax 04551 883 276). Für Rückfragen stehen die Mitarbeiterinnen des Arztregisters unter 04551 883 254 zur Verfügung.

R aucherentw ö hnung

Ärzte für Forschungsprojekt gesucht

Bad Segeberg – Die einen wollen sich niederlassen, die anderen ihre Praxis abgeben. Beide Seiten bringen die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Ärztekammer Schleswig-Holstein und Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein auf dem siebten Informationstag für Existenzgründer und Praxisabgeber zusammen. Der Informationstag findet am Sonnabend, dem 23. Mai 2015 von 9 bis ca. 17 Uhr in der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer SchleswigHolstein, Esmarchstraße 4 in Bad Segeberg statt. Ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater und Mitarbeiter aus den Fachabteilungen von KVSH und Ärztekammer referieren über die verschiedenen Aspekte, die mit einer Praxisabgabe bzw. Praxisübernahme verbunden sind. Die Besucher können außerdem in lockerer Atmosphäre miteinander in Gespräch kommen.

Kiel – Die AOK NordWest sucht gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) nach Ärzten, die sich am Forschungsprojekt „ENTER: Evaluation einer Intervention zur kooperativen Raucherentwöhnung“ beteiligen. Ziel ist es, die Auswirkungen einer ärztlichen Empfehlung zur Teilnahme an speziellen Raucherentwöhnungskursen der AOK in Bezug auf das Rauchverhalten und die Gesundheit der betroffenen Patienten sowie auf Gesundheitskosten zu prüfen. 40 niedergelassene Ärzte aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein können an der Studie teilnehmen. Sie werden einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zugewiesen. Jeder Arzt soll dabei circa 20 Patienten für die Teilnahme gewinnen. Pro Patient gibt es eine Aufwandsvergütung in Höhe von 20 Euro. Die Studie wird am Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie des UKE durchgeführt.

B I G prevent

Vertrag beendet Bad Segeberg – Der Vertrag zur präventionsorientierten Versorgung nach Paragraf 73b SGB V (BIGprevent) mit der BIG-direkt gesund Krankenkasse wurde zum 31. März 2015 gekündigt. Eine Abrechnung von Leistungen im Rahmen des Vertrages ist damit letztmalig im 1. Quartal 2015 möglich. Die teilnehmenden Versicherten wurden von ihrer Krankenkasse bereits über die Beendigung des Vertrages informiert.

Ansprechpartnerinnen beim UKE Dr. Anna Levke Brütt (Tel. 040 741 057 313) Dr. Angela Buchholz (Tel. 040 741 057 705) Anna-Lena Bartsch (Tel. 040 741 057 134)

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Anmelden können sich Interessenten unter Angabe der Seminarnummer 0523-20 bei der Deutschen Apothekerund Ärztebank (Fax: 0180 3000 746 3104 oder per E-Mail: seminare@apobank.de). Das Anmeldeformular steht unter www.kvsh.de/Praxis/Zulassung zur Verfügung. Die Teilnehmergebühr beträgt 35 Euro (für Seminarunterlagen, Tagungsgetränke und Mittagessen).

Nordlicht

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT D epression

P ra x isnetze

Frauen in Schleswig-Holstein häufiger betroffen als Männer

Förderungsleitfaden veröffentlicht

Kiel – Erwerbstätige Frauen in Schleswig-Holstein leiden fast doppelt so häufig an einer Depression wie Männer. Während jeder Mann im Jahr 2013 durchschnittlich 0,9 Tage aufgrund dieser Diagnose krankgeschrieben war, waren es bei den Frauen im Schnitt je 1,7 Tage. Das geht aus dem aktuellen Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

HEFT IX

FÖRDERUNG NACH § 87 NEUE MÖGLICHKEITEN FÜ B SGB V – R NETZE PraxisWissen Schriften reihe zur Theorie und

Nur in Hamburg fehlten erwerbstätige Frauen mit zwei Tagen häufiger als in Schleswig-Holstein. Die wenigsten Fehltage aufgrund von Depressionen gab es bei den Baden-Württembergerinnen (ein Tag). Auch bei den Verordnungen von Antidepressiva liegen Frauen hierzulande weit vor den Männern. So erhielten sie mit 15,7 Tagesdosen deutlich mehr Antidepressiva als Männer, die Medikamente für 9,1 Tage verschrieben bekamen. „Eine mögliche Erklärung für den geschlechtsspezifischen Unterschied ist, dass Frauen sich eher trauen, mit ihren psychischen Beschwerden einen Arzt aufzusuchen“, sagte Margarita Frank, Sprecherin der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein.

Praxis in neuen Versorgungsfor

men

A rzneimittel

Ärzte sollen Medikationsfehler melden

Berlin – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat ein Projekt gestartet, um die Arzneimitteltherapie noch sicherer zu machen, und fordert Ärzte zur Teilnahme auf. Die Mediziner werden dazu aufgerufen, Medikationsfehler und daraus resultierende unerwünschte Wirkungen zusätzlich innerhalb des bereits existierenden Spontanmeldesystems anzuzeigen. Aus der Analyse dieser Meldungen will die AkdÄ Ansätze zur Vermeidung von Medikationsfehlern entwickeln. Parallel zu diesem Projekt hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Forschungsprojekt gestartet, in dem prospektiv in drei deutschen Krankenhausnotaufnahmen Medikationsfehler erfasst und unter anderem Erkenntnisse zur Häufigkeit von Medikationsfehlern gewonnen werden sollen. Beide Projekte sind Bestandteil des „Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland“. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind etwa zehn Prozent der Krankenhausaufnahmen auf Nebenwirkungen zurückzuführen. In Deutschland beruhen nach Daten aus dem Netzwerk der regionalen Pharmakovigilanzzentren über drei Prozent der stationären Aufnahmen in internistische Abteilungen auf unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Insgesamt 0,6 Prozent der Aufnahmen sind dabei auf vermeidbare Ereignisse zurückzuführen. Mehr Informationen zu den beiden Projekten unter www.akdae.de und www.bfarm.de. 16

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SUSANNE EBLE, M.A., BERLIN-CHE MIE AG KLAUS GREPP MEIR , NAV VIRCHOWBUND DR. VEIT WAMB ACH , QUE NÜRNBERG DR. JÜRGE N FLOHR /SEBA STIAN KLEIN, LEIPZIGER GESUNDHEIT SNETZ LGN DR. CARST EN JÄGER , AGEN TUR DER NETZE MARK US KNÖFL ER/CH RISTIN A MÖLLM ANN , CONC LUSYS

Berlin – Die Agentur deutscher Arztnetze hat einen Leitfaden zur Förderung von Praxisnetzen herausgegeben. Grundlage ist die im Sommer 2013 in Kraft getretene Rahmenvorgabe der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Mit der Broschüre „Förderung nach Paragraf 87b SGB V – Neue Möglichkeiten für Netze“ erhalten Netzverantwortliche praktische Informationen und Erfahrungsberichte zur Anerkennungspraxis der Kassenärztlichen Vereinigungen. Im Leitfaden wird beschrieben, welche Schritte auf dem Weg zur Zertifizierung notwendig sind. Dr. Veit Wambach, Vorstandsvorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze, unterstreicht den praktischen Nutzen des neuen Leitfadens: „Viele Praxisnetze warten auf konkrete Hilfestellungen, was sie bei ihrer KV einreichen müssen und wie die Vorgaben erreicht werden können. Die neue Broschüre bietet Ihnen genau das.“ Der 80-seitige Leitfaden ist in der Reihe „PraxisWissen – Schriftenreihe zur Theorie und Praxis in neuen Versorgungsformen“ erschienen und kann kostenlos als gebundenes Heft bestellt werden: www.berlin-chemie.de/Unternehmen/Gesundheitsmanagement/Broschueren.

aktuell

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gesundheitspolitik K ommentar

Keim-Krise Die Erkrankung von Patienten, die sich mit dem MRGN-Keim im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel (UKSH) angesteckt haben oder schon vorher erkrankt waren, hat als sogenannte „Keim-Krise“ die Schlagzeilen der Medien verlassen. Ihre Aufarbeitung hat aber weiterhin das Zeug dazu, Schlagzeilen zu liefern. Denn der Keim der Krise ist noch längst nicht überwunden, selbst wenn die „Sofortmaßnahmen“ von UKSH und Landesregierung den Willen zum Handeln demonstrieren und der Landtag die Vorkommnisse und das Krisen-Handling debattiert hat, warten viele Fragen auf Antworten. Denn warum aus der Behandlung von MRGN-Patienten im UKSH eine Keim-Krise entstehen konnte, ist bislang nur unzureichend erklärt. Und in diesem wohl einmaligen Fall darf man zu Recht die Formulierung strapazieren, dass die Hinterbliebenen der Verstorbenen und die Öffentlichkeit ein Recht darauf haben, Antworten zu bekommen, bis jede Frage geklärt ist.

entschuldigen versucht, dass ihre Behörde zwar Fachaufsicht, aber nicht Teil einer Meldekette sei, dann ist man nur noch sprachlos. Gerade wenn dem so ist, dann muss doch im gleichen Atemzug die Forderung nach unverzüglicher Änderung dieses hanebüchenen Zustandes folgen.

„Das ist – einmal mehr in unserem Land – das berühmte Sparen am falschen Ende.“

Unverständlich bleibt weiterhin, dass mangelhafte hygienische Verhältnisse die Ausbreitung des Keims verursacht, mindestens aber begünstigt haben – und das in einer universitären Forschungseinrichtung, die noch mit gänzlich anderen Erregern umgehen können muss. Und umso fragwürdiger mutet es gerade deshalb an, aus Sparsamkeitsgründen einer fachkundigen Schwesternschaft die Kündigung zu schicken. Kann es sein, darf es sein, dass der Geist eines Jahrzehnts, in dem Geiz geil ist, auch zur akzeptierten Haushaltsmaxime bei der Versorgung und Behandlung Schwerstkranker wird? Ist das – und auch dieser Begriff ist an dieser Stelle richtig verwendet – ethisch zu verantworten? Und welchen Teil dieser Verantwortung muss sich die Politik, welchen die Klinikleitung zurechnen lassen?

Last not least: Der vorgesehene Betrieb von medizinischen Spezial-Containern als Ersatz für Behandlungsräume in festen Gebäuden erweckt mindestens bei Laien den Eindruck von kriegsähnlichen Verhältnissen. So gut Container sein mögen – dieser Zustand ist beschämend. Und er verursacht Anschaffungs- und Betriebskosten, die den Geiz-Aposteln den Atem stocken lässt. So wird Geld verpulvert, aber nicht durch rechtzeitigen Ersatz von maroden Gebäuden, umfassende Hygiene und motiviertes Personal. Das ist – einmal mehr in unserem Land – das berühmte Sparen am falschen Ende. Und das ist, wie auch in anderen Bereichen so auch für das UKSH, ein Desaster für das Ansehen dieser Klinik und für die Reputation SchleswigHolsteins als vielgerühmter Gesundheitsstandort.

Ein zweiter Punkt: Wenn ein Ministerium die Aufgabe der Fachaufsicht auszuüben hat, dann muss es wissen, was in dem von ihm zu beaufsichtigenden Bereich passiert. Das ist bei der Atomaufsicht so, bei der weit, weit unterhalb eines nicht mehr beherrschbaren Ereignisses wie dem sogenannten GAU alles und jedes zu melden ist – zum Glück, und zum Glück funktioniert es dort auch! Wenn sich, wie im aktuellen Fall, eine Ministerin für die verspätete Information der Öffentlichkeit damit zu

Man kann nur hoffen, dass eine politische und sachliche Aufarbeitung gelingt, die frei von Einzelinteressen und Egoismen ist und die den Weg frei macht für Investitionen einerseits und einen Klinikbetrieb andererseits, der das Vertrauen der Menschen verdient. Denn sie legen als Patienten oft genug mehr als ihr sprichwörtliches Herz in die Hände dieser Klinik und der dort tätigen Menschen. Das ist aller Anstrengungen wert.

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Nordlicht

Peter Weiher, Journalist

aktuell

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gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

Schliffke fordert Änderungen am Versorgungsstärkungsgesetz Bundesgesetze und Praxisnetzförderung im Mittelpunkt der Beratungen

Versorgungsstärkungsgesetz Vier gesundheitspolitische Gesetze, die derzeit in Berlin vorbereitet werden, standen im Mittelpunkt des Berichts der KVSHVorstandsvorsitzenden Dr. Monika Schliffke in der Februar-Sitzung der Abgeordnetenversammlung: das Versorgungsstärkungsgesetz, das Präventionsgesetz, das E-Health-Gesetz und ein AntiKorruptionsgesetz. Für eine engagierte Diskussion sorgte zudem die Frage, wie viel professionelle Führung Ärztenetze vorweisen sollen, wenn sie eine KVSH-Förderung beantragen. Schliffke warnt vor „Niederlassungsverhinderungsgesetz“ Einer kritischen Bewertung unterzog die Vorstandsvorsitzende das Versorgungsstärkungsgesetz. Sie sprach sich dafür aus, „weiterhin Druck auf die Politik“ zu machen, denn das Gesetz sei ein „Niederlassungsverhinderungsgesetz“. Positiv wertete sie die Stellungnahme des Bundesrates von Anfang Februar. Die Länderkammer habe in wichtigen Punkten Änderungen angemahnt, mit denen, so Schliffke, „negative Auswirkungen auf die Versorgung abgemildert werden könnten.“ So empfehle der Bundesrat, Terminservicestellen nur einzurichten, wenn auf regionaler Ebene zwischen Kassen und KVen nicht zuvor alternative Wege, wie etwa dringliche Überweisungen, vereinbart wurden. Schliffke unterstrich die Bereitschaft der KVSH zu 18

Nordlicht

solchen Lösungen und erneuerte ihre grundsätzliche Ablehnung der Terminservicestellen, die das „bürokratischste und teuerste Mittel“ wären. Die Vorstandsvorsitzende begrüßte den Vorschlag der Länderkammer, die Reglung zur Trennung der KV-Vertreterversammlungen in haus- und fachärztliche Mitglieder nur für die Bundesebene ins Gesetz zu schreiben: „Das klingt nach einem vernünftigen, pragmatischen Kompromiss.“ Kritik am Präventionsgesetz Wenig zufrieden zeigte sich die Vorstandsvorsitzende mit dem geplanten Präventionsgesetz. Vorgesehen sei eine Neuausrichtung der Vorsorgeuntersuchungen, eine Vergütungsanpassung für die Ärzte solle es aber nicht geben. „Man drückt den Vertragsärzten ohne Bezahlung umfangreichere Aufgaben auf und hat die Chance verpasst, den Versicherten bei der Prävention in die Mitverantwortung zu nehmen“, kritisierte sie. Mit einem neuen Antikorruptionsparagrafen im Strafgesetzbuch will die Bundesregierung eine vermeintliche Lücke in der Korruptionsbekämpfung im Gesundheitswesen schließen, da bisherige Regelungen nicht auf niedergelassene Ärzte anwendbar waren. Schliffke berichtete, dass die berufliche Zusammenarbeit von Ärzten nur dann den Straftatbestand der Korruption erfüllen aktuell

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gesundheitspolitik solle, wenn, so die Formulierung in der Gesetzesbegründung, „dabei Vorteile für eine unlautere Bevorzugung bei der Zuweisung gewährt“ würden. Nachweisbar müsse „eine intendierte unlautere Bevorzugung im Wettbewerb oder eine Verletzung von Berufsausübungspflichten“ vorliegen. Ihre Kritik: Was „lautere oder unlautere Kooperationen“ im Detail seien, bleibe „nebulös“.

Vorstand und Abgeordnete stimmten am Ende der Aussprache überein, dass die Debatte geholfen habe, die Intention der Regelung zur Geschäftsführung besser verständlich zu machen. Der Vorstand kündigte an, deshalb auf die Festschreibung einer pauschalen Stundenzahl in der Richtlinie verzichten zu wollen. Entscheidend sei immer der Einzelfall.

Lob und Kritik gab es für das E-Health-Gesetz. Schliffke begrüßte die Anschubfinanzierung für elektronische Arztbriefe. Dies seien die „Nettigkeiten“ des Gesetzes. Dass die Aufgabe des Stammdatenabgleichs der Versichertendaten aber ab 2018 Aufgabe der Ärzte werden soll, fand nicht ihre Zustimmung. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das Online-Stammdatenmanagement Sache der Kassen ist“, betonte Schliffke und forderte: „Die Kosten dürfen nicht auf die Praxen abgewälzt werden.“

Gesellschaftliche Ursachen für mehr Arztbesuche berücksichtigen In seinem Bericht ging Ennenbach darauf ein, dass eine EBMReform „am Horizont“ erkennbar werde. Mit ihrer Realisierung rechne er nicht vor 2017. Die grundsätzliche Haltung der KVSH sei, dass der EBM detaillierter werden müsse. Die derzeitige Pauschalierung kappe die Wirkung des Morbiditätszuwachses. Zudem halte er eine Reform der Labor-Veranlassung für erforderlich. Hierzu werde die KVSH eigene Vorstellungen einbringen.

Diskussion über Professionalisierung von Praxisnetzen Für Diskussionen sorgte die Frage, wie professionell die Geschäftsführung eines Praxisnetzes sein muss, wenn es von der KVSH gefördert werden will. Aktuelle Förderanträge hätten gezeigt, so die Vorstandsvorsitzende, dass es offenbar Unklarheiten in der Auslegung der Richtlinie gebe. Diese sehe den „Nachweis von Managementstrukturen durch eine als eigene Organisationseinheit ausgewiesene Geschäftsstelle des Netzes“ sowie „einen Geschäftsführer“ vor. In der Debatte ging es auch um die Fragen, ob dieser Anforderung durch die Delegation des Managements an einen externen Dienstleister Genüge getan werden kann und welche zeitliche Dimension für diese Geschäftsführung veranschlagt werden müsse. Schliffke betonte, dass die Förderrichtlinie ein „Quantensprung in der Netzentwicklung“ sei. Sie sei „die Stange, mit der man über die Latte ins Profilager springt.“ Es ginge darum, Netze in ihren Regionen zu gleichwertigen, starken Partnern gegenüber Krankenkassen, Kliniken, MVZ, Kommunen, Kreisen und anderen Gesundheitsberufen zu machen. Weil dieses anspruchsvolle Ziel schwierige Führungsaufgaben mit sich bringe, sei eine professionelle Geschäftsführung nötig. Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, betonte, dass es nicht um Entlastung des Netzvorstandes von Sekretariatsarbeiten ginge, sondern um eine Geschäftsführung, die mitgestalte und -steuere und somit Managementaufgaben übernehme. Der Vorstand präsentierte die Überlegung, in der Richtlinie eine Geschäftsführung im Umfang von 20 Wochenstunden vorzugeben. Kritik äußerte der Abgeordnete Dr. Dennis Wolter. Ihn störe, dass vorgeschrieben werden solle, wie die Geschäftsführung zu organisieren sei, statt die Netze an ihren Ergebnissen zu messen. Deshalb wende er sich gegen eine Stundenzahlvorgabe. Der Erfolg der Netzarbeit könne nicht an Stunden festgemacht werden. Dr. Thomas Maurer, Abgeordneter aus Leck, erinnerte daran, dass die Finanzierung der Netze von allen Ärzten getragen werde, auch von jenen, die nicht selbst davon profitierten. Deshalb sei es angemessen, hohe Standards zu verlangen, zu denen auch eine kompetente Geschäftsführung gehöre. Der Vorsitzende des Ärztenetzes Eutin-Malente, Dr. Thomas Schang, berichtete aus der Erfahrung seines Netzes, dass die Geschäftsführungstätigkeit nicht nebenher erledigt werden könne. Ein Praxisnetz zu managen bedeute einen hohen Aufwand und koste viel Zeit.

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Nordlicht

Ennenbach argumentierte, dass „bei aller Notwendigkeit einer regelmäßigen EBM-Reparatur“ grundsätzliche Entwicklungen berücksichtigt werden müssten. Die Morbiditätsentwicklung erkläre nicht ausreichend den steigenden Behandlungsbedarf. Die Zunahme der Inanspruchnahme, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, habe vielfach andere Gründe als nur die Morbidität. Es sei zunehmend eine „Unlust, warten zu wollen“ zu beobachten, die auch eine Erklärung für die Zunahme der Zahl der Patienten in den Notaufnahmen der Kliniken darstelle. Ein positives Zwischenfazit konnte Ennenbach zur Wirkung der Effizienzvereinbarung mit den Krankenkassen für die Bereiche Arznei- und Heilmittel ziehen. Die Steigerungsrate bei der Verordnung von Heilmitteln habe im Jahr 2014 in Schleswig-Holstein nur zwei Prozent betragen, während sie bundesweit bei acht Prozent lag. Dies bedeute einen Effizienzgewinn von 4,8 Millionen Euro. Unklarer sei das Bild bei den Arzneimitteln. Auch hier liege die Steigerungsrate in Schleswig-Holstein ein Prozentpunkt unter dem Bundesschnitt. Da aber noch Sondereffekte zu berechnen seien, könne erst Ende 2015 eine verlässliche Aussage getroffen werden. Neue Gesichter in den Ausschüssen Drei Wahlen standen auf der Tagesordnung. Dr. Dennis Wolter, Orthopädie aus Ahrensburg, wurde in den Finanzausschuss gewählt. Neu im beratenden Fachausschuss der Fachärzte ist der Plöner Urologe Dr. Thomas Quack. Auch im Fachausschuss der Psychotherapeuten gibt es ein neues Gesicht: Stephan Stolz, Psychologischer Psychotherapeut und Neuropsychologe aus Hattstedt, gehört dem Gremium künftig als stellvertretendes Mitglied an. Delf Kröger, KVSH

HVM-Änderungen zum 1. April 2015 Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 18. Februar 2015 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. April 2015 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 486.

aktuell

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gesundheitspolitik B edarfsplanung

Die Zukunft der hausärztlichen Versorgung in Schleswig-Holstein Eine KVSH-Analyse zeigt die Entwicklung in den kommenden Jahren. Die hausärztliche Versorgung ist derzeit nicht akut gefährdet. Dies ist eine Kernaussage der Fortschreibung des Bedarfsplans aus dem Jahr 2013, die die KVSH Ende vergangenen Jahres im Einvernehmen mit den Krankenkassen vorgenommen hat. Auf Grundlage des fortgeschriebenen Bedarfsplanes wird der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Schleswig-Holstein in Kürze einen neuen Beschluss zur Feststellung der Versorgungsgrade fassen. Für die überwiegende Zahl der hausärztlichen Planungsbereiche (Mittelbereiche) wird der Ausschuss erneut eine rechnerische Überversorgung feststellen.

Da bereits heute mehr als ein Drittel der aktiven Hausärzte 60 Jahre oder älter ist, ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren eine erhebliche Zahl dieser Ärzte in den Ruhestand gehen wird. Die Karten 2 und 3 prognostizieren, wie sich diese Entwicklung in den Jahren 2017 und 2020 in den Versorgungsgraden der einzelnen Planungsbereiche in Schleswig-Holstein niederschlagen wird. Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass Hausärzte durchschnittlich mit 65 Jahren ihre Tätigkeit aufgeben und nur 50 Prozent der freiwerdenden Arztsitze nachbesetzt werden können. Das Eintrittsalter in den Ruhestand von 65 Jahren wurde als Rechengrundlage gewählt, da zu diesem Zeitpunkt im Regelfall die Zahlung des Ruhegeldes durch die Versorgungseinrichtung der Ärztekammer beginnt. Eine Nachbesetzungsquote von 50 Prozent wurde zugrunde gelegt, weil es zwar durchaus an einer Niederlassung interessierte Fachärzte für Allgemeinmedizin gibt, aber eine Gegenüberstellung der Zahl der in den Ruhestand tretenden Hausärzte und der Zahl der pro Jahr erworbenen Facharztanerkennungen aufzeigt, dass eine Nachbesetzung aller freiwerdenden Arztsitze nicht wahrscheinlich ist.

Dieses Bild der hausärztlichen Versorgung ist aber nur eine Momentaufnahme. Bereits bis Ende dieses Jahrzehnts drohen Versorgungslücken, wie aktuelle Prognosen der KVSH zeigen, die in diesem Beitrag anhand von Karten dargestellt werden. Grün dargestellt sind jeweils die Planungsbereiche, die nach aktuellen Berechnungen einen Versorgungsgrad von mindestens 110 Prozent aufweisen. Ab dieser Zahl ist, so sieht es die Bedarfsplanungs-Richtlinie vor, von einer Überversorgung auszugehen. Gelb dargestellt sind alle Bereiche mit einem Versorgungsgrad zwischen 100 und 110 Prozent, orange bedeutet 75 bis unter 100 Prozent. Rot sind jene Planungsbereiche dargestellt, in denen der Versorgungsgrad unter 75 Prozent liegt. Die Karten 1 bis 3 zeigen die Entwicklung bezogen auf die für die Bedarfsplanung maßgeblichen Mittelbereiche. Karte 1 stellt die aktuelle Versorgungslage dar.

Karte 3 bildet die Prognose der hausärztlichen Versorgung im Jahr 2020 ab. Im Mittelbereich Husum würde, dieselben Annahmen wie in der Hochrechnung für 2017 zugrundegelegt, eine Unterversorgung festgestellt werden. Dies wäre das erste Mal, dass in einem Planungsbereich in Schleswig-Holstein der Versorgungsgrad der hausärztlichen Versorgung unter die Marke von 75 Prozent sinkt. Eine rechnerische Überversorgung (Versorgungsgrad von mehr als 110 Prozent, auf der Karte grün dargestellt) wäre

Mittelbereiche im Jahr 2015

Karte 1

Westerland (alle Inseln) Niebüll Kappeln

Flensburg

Husum

Schleswig

Eckernförde

Mittelbereich

Tönning Heide

Versorgungsgrad aktuell (%) unter 75 75 bis unter 100 100 bis unter 110 110 und mehr

Oldenburg (Holstein)

Plön

Kiel

Rendsburg

Eutin

Brunsbüttel

Neustadt (Holstein)

Neumünster

Meldorf

Itzehoe

Bad Segeberg/ Wahlstedt

Lübeck

Bad Oldesloe Metropolregion Südwest

Ratzeburg Mölln Metropolregion Südost

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Nordlicht

aktuell

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gesundheitspolitik Mittelbereiche im Jahr 2017

Karte 2

Westerland (alle Inseln) Niebüll Kappeln

Flensburg

Husum

Schleswig

Eckernförde

Mittelbereich

Tönning

Versorgungsgrad fiktiv (Ärzte bis 65) +2 Jahre (2017) bei 50% Nachbesetzung unter 75 75 bis unter 100 100 bis unter 110 110 und mehr

Oldenburg (Holstein)

Plön

Kiel

Rendsburg

Heide

Eutin

Neustadt (Holstein)

Neumünster

Meldorf

Itzehoe

Brunsbüttel

Lübeck

Bad Segeberg/ Wahlstedt Bad Oldesloe Metropolregion Südwest

Ratzeburg Mölln Metropolregion Südost

Mittelbereiche im Jahr 2020

Karte 3

Westerland (alle Inseln) Niebüll Kappeln

Flensburg

Husum

Schleswig

Eckernförde

Mittelbereich

Tönning Heide

Versorgungsgrad fiktiv (Ärzte bis 65) +5 Jahre (2020) bei 50% Nachbesetzung unter 75 75 bis unter 100 100 bis unter 110 110 und mehr

Oldenburg (Holstein)

Plön

Kiel

Rendsburg

Eutin

Brunsbüttel

Neustadt (Holstein)

Neumünster

Meldorf

Itzehoe

Bad Segeberg/ Wahlstedt

Lübeck

Bad Oldesloe Metropolregion Südwest

Ratzeburg Mölln Metropolregion Südost

hingegen nur noch in den Mittelbereichen Westerland, d. h. für die nordfriesischen Inseln, Tönning und Plön gegeben. Immerhin sechs Mittelbereiche wären im Jahr 2020 „gelb“, d. h. zu mindestens 100 Prozent versorgt. Die überwiegende Zahl der Planungsbereiche wäre aber nicht mehr zu 100 Prozent versorgt, wie an der Vielzahl der orange gekennzeichneten Planungsbereiche auf der Karte abzulesen ist.

der Planungsbereiche nicht gleichmäßig vollziehen. So dürfte eine Stadt wie Eckernförde mit ihrer Lage an der Ostsee ein attraktiver Standort bleiben. Eine hohe Zahl erfolgreicher Nachfolgeregelungen dort würde allerdings zu einer Nachbesetzungsquote über den angenommenen 50 Prozent im gesamten Mittelbereich Eckernförde führen. Hier wird sich künftig also stärker die Frage der Verteilung und der Erreichbarkeit der Praxen im Mittelbereich stellen.

Unter 85 Prozent läge der Versorgungsgrad im Mittelbereich Meldorf und unter 90 Prozent in den Mittelbereichen Eckernförde, Mölln und Neumünster. Die Entwicklung wird sich aber innerhalb 3 | 2015

Nordlicht

aktuell

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gesundheitspolitik thema Nahbereiche im Jahr 2015

Karte 4 Sylt Neukirchen Süderlügum Leck

Niebüll

Flensburg

Steinbergkirche Sörup Gelting

Schafflund

Wyk auf Föhr/Nebel

Satrup Tarp

Bredstedt

Kappeln Böklund Süderbrarup

Viöl

Schleswig

Kropp

Friedrichstadt Garding

Nahbereich

Lunden

Schönberg

Felde

Heiligenhafen

Hohn

Schwentinental Selent

Kiel

Tellingstedt Heide

Büsum Meldorf

Marne

Gettorf

Rendsburg

Hennstedt

Wesselburen

Versorgungsgrad fiktiv (%)

Owschlag

Fehmarn

Erfde

Tönning

Sankt Peter-Ording

Eckernförde

Silberstedt

Husum

Nortorf Albersdorf Hanerau- Hohenwestedt Hademarschen

Burg Wacken Sankt Michaelisdonn

Neumünster

Hohenlockstedt

Bad Bramstedt

Eutin

Neustadt i. H.

Timmendorfer Strand Ahrensbök/Scharbeutz

Bornhöved/ Trappenkamp

Leezen Reinfeld

Kaltenkirchen

Krempe

unter 75 75 bis unter 100 100 bis unter 110 110 und mehr

Plön

Bad Segeberg/ Wahlstedt

Kellinghusen Itzehoe

Lensahn Grube Schönwalde am Bungsberg Grömitz

Wankendorf

Schenefeld

Brunsbüttel Wilster

Lütjenburg

Preetz Bordesholm

Oldenburg i. H.

Ratekau Lübeck

Nahe/Itzstedt Horst Barmstedt Bad Oldesloe HenstedtGlücksstadt Ulzburg Berkenthin Bargteheide Quickborn Elmshorn Norderstedt Sandesneben Ahrensburg Uetersen Pinneberg Trittau

Wedel

Ratzeburg

Mölln

Barsbüttel

Schwarzenbek Reinbek/Glinde Büchen Wentorf Geesthacht Lauenburg/Elbe

Kleinteiligere Betrachtungsweise Aufschlussreicher für die konkrete Versorgung vor Ort ist eine kleinteiligere Prognose der hausärztlichen Versorgung auf der Ebene der sogenannten Nahbereiche. Alle Gemeinden SchleswigHolsteins gehören zu einem Nahbereich, der einem Mittelbereich zugeordnet ist. Die jeweilige Zuordnung ergibt sich aus der „Verordnung zum zentralörtlichen System“ des Landes SchleswigHolstein. Die fiktive Entwicklung auf Nahbereichsebene wird auf den Karten 4 bis 6 dargestellt. Auch für diese kleinteiligere Betrachtung wurden die Prognosejahre 2017 und 2020 gewählt und wie bei der Hochrechnung auf Ebene der Mittelbereiche von einem durchschnittlichen Eintritt der Hausärzte in den Ruhestand mit 65 Jahren und einer Nachbesetzungsquote von 50 Prozent ausgegangen. Die Farben haben die gleiche Bedeutung wie in den Karten 1 bis 3. Die Hochrechnung der Versorgungsgrade auf der Ebene der Nahbereiche lässt differenzierter als auf der Mittelbereichsebene erkennen, wie sich die hausärztliche Versorgung in den einzelnen Regionen Schleswig-Holsteins entwickeln könnte. Die Karten können eine Orientierung geben, in welchen Nahbereichen der Zukunftssicherung der allgemeinmedizinischen Versorgung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Aus den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre und mit Blick auf die konstant niedrige Zahl von Allgemeinmedizinern, die ihre Facharztprüfung ablegen, ist nicht zu erwarten, dass alle in den nächsten Jahren ausscheidenden Hausärzte einen Nachfolger finden werden.

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Nordlicht

Dies bedeutet, dass die hausärztliche Versorgung neu strukturiert und organisiert werden muss. Um mit weniger Hausärzten als heute eine verlässliche Versorgung in den ländlichen Regionen erhalten zu können, bedarf es neuer Strukturen. So könnten „Hausarztzentren“ künftig großflächig die Versorgung sicherstellen. Zwar wird es auch weiterhin Hausärzte geben, die gern allein oder zu zweit in einer Praxis ihre Patienten versorgen; für die Mehrzahl der jüngeren Ärzte ist die klassische Landarztpraxis aber nicht das Modell der Zukunft. Die meisten der – wenigen – jüngeren Hausärzte wollen nicht das wirtschaftliche Risiko einer Praxisgründung übernehmen, möchten in vielen Fällen nicht in Vollzeit tätig sein und scheuen es, allein für die hausärztliche Versorgung einer immer älter werdenden Bevölkerung eines ganzen Landstrichs zuständig zu sein, einschließlich der dazugehörigen Haus- und Heimbesuche. Auf den Karten wird deutlich, dass der Handlungsdruck an der Westküste am größten ist. Hier sinkt der fiktive Versorgungsgrad, wenn sich nicht mehr Hausarztsitze nachbesetzen lassen als die angenommenen 50 Prozent, in vielen Nahbereichen auf unter 75 Prozent. Aber auch im Nordosten des Landes entsteht zwischen den Mittelbereichen Flensburg, Schleswig und Kappeln ein Gebiet, das eine abnehmende Hausarztdichte aufweisen wird. Eine ähnliche Entwicklung ist in der Region um Bad Bramstedt zu beobachten. Auch die im Süden des Landes an Hamburg angrenzenden Bereiche könnten sich bei einer angenommenen Wiederbesetzungsquote von 50 Prozent negativ entwickeln, jedoch besteht hier aufgrund der Attraktivität des Hamburger Randgebietes die Hoffnung, dass die Nachbesetzungsquote weit höher liegen wird. Gleiches gilt für das Gebiet um Bad Bramstedt, da auch dies noch als „Hamburg nah“ einzustufen ist. aktuell

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gesundheitspolitik Nahbereiche im Jahr 2017

Karte 5

Sylt Neukirchen Süderlügum Leck

Niebüll

Flensburg

Steinbergkirche Sörup Gelting

Schafflund

Wyk auf Föhr/Nebel

Satrup Tarp

Bredstedt

Kappeln Böklund Süderbrarup

Viöl

Schleswig

Fehmarn

Gettorf

Schönberg

Heiligenhafen

Erfde

Tönning

Sankt Peter-Ording

Nahbereich

Owschlag

Kropp

Friedrichstadt Garding

Eckernförde

Silberstedt

Husum

Lunden

Felde

Rendsburg

Hennstedt

Hohn

Schwentinental Selent

Kiel

Tellingstedt

Wesselburen

Meldorf

Burg Wacken Sankt Michaelisdonn

Versorgungsgrad fiktiv (Ärzte bis 65) Marne +2 Jahre (2017) bei 50% Nachbesetzung

Bordesholm

Albersdorf Hanerau- Hohenwestedt Hademarschen

Büsum

Neumünster

Eutin

Bad Bramstedt

Neustadt i. H.

Timmendorfer Strand Ahrensbök/Scharbeutz Ratekau

Bad Segeberg/ Wahlstedt

Kellinghusen

Leezen Reinfeld

Kaltenkirchen

Krempe

unter 75 75 bis unter 100 100 bis unter 110 110 und mehr

Plön

Bornhöved/ Trappenkamp

Hohenlockstedt Itzehoe

Lensahn Grube Schönwalde am Bungsberg Grömitz

Wankendorf

Schenefeld

Brunsbüttel Wilster

Lütjenburg

Preetz

Nortorf

Heide

Oldenburg i. H.

Lübeck

Nahe/Itzstedt Horst Barmstedt Bad Oldesloe HenstedtGlücksstadt Ulzburg Berkenthin Bargteheide Quickborn Elmshorn Norderstedt Sandesneben Ahrensburg Uetersen Pinneberg Mölln

Trittau

Wedel

Ratzeburg

Barsbüttel Schwarzenbek Reinbek/Glinde Büchen Wentorf Geesthacht Lauenburg/Elbe

Nahbereiche im Jahr 2020

Karte 6

Sylt Neukirchen Süderlügum Leck

Niebüll

Flensburg

Steinbergkirche Sörup Gelting

Schafflund

Wyk auf Föhr/Nebel

Satrup Tarp

Bredstedt

Kappeln Böklund Süderbrarup

Viöl

Schleswig

Kropp

Friedrichstadt Garding

Nahbereich

Owschlag

Fehmarn

Gettorf

Schönberg

Heiligenhafen

Erfde

Tönning

Sankt Peter-Ording

Eckernförde

Silberstedt

Husum

Lunden

Rendsburg

Hennstedt

Hohn

Schwentinental Selent

Kiel

Tellingstedt

Wesselburen Heide Büsum Meldorf

Versorgungsgrad fiktiv (Ärzte bis 65) Marne +5 Jahre (2020) bei 50% Nachbesetzung

Felde

Nortorf Albersdorf Hanerau- Hohenwestedt Hademarschen

Burg Wacken Sankt Michaelisdonn Brunsbüttel Wilster

Neumünster

Hohenlockstedt

Plön

Eutin

Bad Bramstedt

Leezen Reinfeld

Kaltenkirchen

Neustadt i. H.

Timmendorfer Strand Ahrensbök/Scharbeutz

Bornhöved/ Trappenkamp Bad Segeberg/ Wahlstedt

Kellinghusen

Krempe

Lensahn Grube Schönwalde am Bungsberg Grömitz

Wankendorf

Schenefeld

Itzehoe

Lütjenburg

Preetz Bordesholm

Oldenburg i. H.

Ratekau Lübeck

Nahe/Itzstedt Horst Barmstedt Bad Oldesloe HenstedtGlücksstadt Ulzburg Berkenthin Bargteheide Quickborn Elmshorn Norderstedt Sandesneben Ahrensburg Uetersen Pinneberg

unter 75 75 bis unter 100 100 bis unter 110 110 und mehr

Wedel

Trittau

Ratzeburg

Mölln

Barsbüttel Schwarzenbek Reinbek/Glinde Büchen Wentorf Geesthacht Lauenburg/Elbe

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gesundheitspolitik B edarfsplanung Kommunale Eigeneinrichtungen In Büsum soll eine kommunale Eigeneinrichtung eröffnet werden. Daher stellt sich die Frage, welchen anderen Gemeinden im Land die Zustimmung zur Gründung einer kommunalen Eigeneinrichtung erteilt werden könnte. Nach Paragraf 105 Absatz 5 SGB V können Kommunen eigene „Einrichtungen zur unmittelbaren medizinischen Versorgung der Versicherten“ nur mit Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung und in begründeten Ausnahmefällen gründen. Ein begründeter Ausnahmefall ist insbesondere dann anzunehmen, wenn eine Versorgung auf andere Weise nicht sichergestellt werden kann. Die Zustimmung der KVSH ist immer eine Einzelfallentscheidung. Den Karten 4 bis 6 ist zu entnehmen, welche Gebiete der besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Dies sind vor allem die Nahbereiche Husum und Bredstedt. In beiden Nahbereichen könnte im Jahr 2020 – wie im Mittelbereich Husum insgesamt – eine hausärztliche Unterversorgung zu verzeichnen sein. Mit Blick auf die Praxisstandorte in den einzelnen Gemeinden in diesen Nahbereichen wird es wesentlich darauf ankommen, ob ein geplanter Standort eine zentrale Versorgungsfunktion übernehmen kann oder nicht. Eine Möglichkeit, dies zu klären, ist eine Orientierung am zentralörtlichen System. In den dort festgelegten Unterzentren und den ländlichen Zentralorten sollte die hausärztliche Versorgung in Zukunft sichergestellt werden, denn dies sind die Orte, in denen allgemein die Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt werden soll. Bei der Schaffung neuer zentraler

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Strukturen in der hausärztlichen Versorgung sollte das zentralörtliche System berücksichtigt werden, um die möglichen Standorte in Einklang mit den Planungen des Landes zur Versorgungsinfrastruktur zu bringen. Ein Blick auf die Karten 4 bis 6 zeigt ferner, dass 2020 benachbarte Nahbereiche „rot“ werden. Wenn drei benachbarte Nahbereiche betroffen sind, könnten vorbeugende Projekte unterstützt werden, wobei die Konkretisierung stets von der tatsächlichen örtlichen Situation abhängt. Beispielsweise erscheinen wegen ihrer Nähe zu Hamburg und zu auch zukünftig voraussichtlich noch gut versorgten Gebieten die Nahbereiche Bad Bramstedt, Barmstedt und Horst (Holstein) als nicht besonders „gefährdet“. Es bleibt der Westen Schleswig-Holsteins, dem die Bemühungen in naher Zukunft gelten sollten. Ausblick Abzuwarten wird sein, ob der Gesetzgeber – wie zurzeit mit dem Versorgungsstärkungsgesetz geplant – die fachübergreifende Kompetenz als Voraussetzung für Medizinische Versorgungszentren abschaffen wird. Eine solche Neuregelung würde ermöglichen, im ländlichen Raum mit Unterstützung der KVSH „Hausarztzentren“ als ärztlich getragene Medizinische Versorgungszentren zu etablieren. Bianca Hartz, Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik M ammographie - S creening

Positiver Trend der Vorjahre bestätigt

Jährlich werden alle Untersuchungen im deutschen Mammographie-Screening standardisiert durch die Kooperationsgemeinschaft Mammographie erfasst und ausgewertet. Der aktuelle Bericht liegt nun vor. Brustkrebsentdeckungsrate, Stadienverteilung, Einladungsrate und Wiedereinbestellungsrate sind wichtige Frühindikatoren, die anzeigen, ob das Mammographie-Screening-Programm auf dem richtigen Weg ist. Prozessparameter aus der Qualitätssicherung, wie die Bildwiederholungsrate oder der Anteil unnötiger Biopsien, geben Aufschluss über Belastungen durch weitere Untersuchungen. Frühindikatoren und Prozessparameter sind ebenso durch die EU-Leitlinien definiert, wie deren Auswertung.

Aktuell viel diskutiert wird über „Überdiagnosen“ beziehungsweise „Übertherapien“. Für das deutsche Programm lassen die derzeit verfügbaren Daten der epidemiologischen Krebsregister erwarten, dass der Anteil der Überdiagnosen nicht im Bereich von 50 Prozent liegt, sondern deutlich niedriger ist. In den alten Bundesländern wurde 2005 mit der Einführung des Mammographie-Screening-Programms begonnen, was zu einem deutlichen Anstieg der Brustkrebsneuentdeckungsrate (invasive und in-situ) bis 2008 führte. Bereits 2009 ging die Neuentdeckungsrate wieder zurück und liegt 2011 nur noch 15 Prozent über der Rate von 2004. Für eine genauere Abschätzung der Rate an Überdiagnosen muss allerdings die längerfristige Entwicklung der Neuentdeckungsrate abgewartet werden.

In 2011 wurde bundesweit bei rund 17.000 Frauen Brustkrebs entdeckt. Rund 12.000 der aufgespürten Karzinome sind kleiner als zwei Zentimeter und haben die Lymphknoten noch nicht befallen. Brustkrebs wird durchschnittlich bei sechs von 1.000 untersuchten Frauen entdeckt.

Mammo Report als Beilage Einen Überblick zu den aktuellen Daten aus der Evaluation und Qualitätssicherung stellt die Kooperationsgemeinschaft Mammographie im „Mammo Report“ zusammen, der diesem Nordlicht beiliegt. Der achtseitige Report beleuchtet darüber hinaus die aktuelle wissenschaftliche Diskussion zur Nutzen-Schaden-Bilanz und fasst die relevantesten Aussagen von neueren Studien zum Mammographie-Screening zusammen. Bundesweite Teilnehmerrate Auch über derzeit verfügbare Kenntnisse zu der Häufigkeit von Intervallkarzinomen im deutschen Screening wird berichtet.

Von den 130.000 zur Abklärung einer Auffälligkeit einbestellten Frauen im Jahr 2011 wird bei nur 34.000 Frauen eine Gewebeentnahme erforderlich. Die Hälfte dieser Frauen erhält die Diagnose Brustkrebs, das sind 13 Prozent aller Frauen, die zur Abklärung eingeladen wurden. Die Teilnahmerate in 2011 betrug 56 Prozent, das entspricht rund 2,7 Millionen untersuchten Frauen.

100 90

n 2010

n 2011

80

Mammo Report 58,0 60,8

62,2 66,8

64,3 69,1

46,1 49,5

51,2 47,4

54,8 57,4

53,5 56,2

59,7 62,4

66,4 64,3 58,1 52,6

50,3 52,4

57,4 59,0 44,3 46,1

40

49,6 50,6

50

60,6 61,2

60 53,0 51,9

Teilnahmerate [%]

70

30 20 10

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Quelle: Kooperationsgemeinschaft Mammographie, Evaluationsdaten 2011

In 2011 waren 36 Prozent der invasiven Karzinome kleiner als ein Zentimeter, vor Einführung des Mammographie-Screenings waren es nur 14 Prozent. Zeitgleich ist der Anteil der Karzinome in prognostisch ungünstigen Stadien im Screening deutlich niedriger. 2011 sind nur noch 23 Prozent der im Screening entdeckten Karzinome größer als zwei Zentimeter oder mit Lymphknotenbefall. Vor Screening waren es noch rund 55 Prozent. 3 | 2015

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Tipp Unter http://fachservice.mammo-programm.de sind die Evaluations- und Qualitätsberichte der Kooperationsgemeinschaft veröffentlicht. Frauen finden Informationen zum MammographieScreening-Programm unter www.mammo-programm.de. Corinna Heinrich, Leiterin Stabstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kooperationsgemeinschaft Mammographie aktuell

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PRAXIS  &  KV R eferentenentwurf

Bei Korruption im Gesundheitswesen droht Gefängnis Korruption im Gesundheitswesen soll künftig bestraft werden. Dies sieht ein Referentenentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor. Die neuen Paragrafen sollen nicht nur Ärzte betreffen. ruption drohen damit künftig sogar bis zu fünf Jahre Gefängnis. Damit sind Verstöße gemeint, die sich „auf einen Vorteil großen Ausmaßes“ beziehen oder auf Täter, die „gewerbsmäßig handeln oder als Mitglied einer Bande“.

Die Bundesregierung arbeitet weiter ihren Koalitionsvertrag ab. Nun hat das Bundesjustizministerium einen Referentenentwurf zum sogenannten Anti-Korruptions-Gesetz vorgelegt. Es ist vorgesehen, einen neuen Paragrafen 299a im Strafgesetzbuch einzufügen. Danach werden Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen in Zukunft mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Das neue Gesetz soll nicht nur für Ärzte, sondern auch für Apotheker, Physiotherapeuten und Pflegekräfte gelten. Strafbar macht sich, wer z. B. bei der Verordnung bzw. Abgabe von Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln oder Medizinprodukten oder bei der Zuführung von Patienten- oder Untersuchungsmaterial Gegenleistungen fordert oder annimmt. Umgekehrt verstößt auch derjenige gegen das Gesetz, der eine Gegenleistung anbietet oder gewährt. „Korruption im Gesundheitswesen beeinträchtigt den Wettbewerb, verteuert medizinische Leistungen und untergräbt das Vertrauen von Patienten in die Integrität heilberuflicher Entscheidungen“, heißt es zur Begründung der Gesetzesvorlage. „Wegen der erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung des Gesundheitswesens ist korruptiven Praktiken in diesem Bereich auch mit den Mitteln des Strafrechts entgegenzutreten. Dies ist nach gegenwärtiger Rechtslage nur unzureichend möglich.“ Darüber hinaus sieht der Entwurf vor, den Paragrafen 300 im Strafgesetzbuch, der den Straftatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr betrifft, auf das Gesundheitswesen auszuweiten. Für besonders schwere Fälle von Kor26

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Gröhe will Gesetz verschärfen Laut Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat sich inzwischen auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eingeschaltet. Der CDU-Politiker wolle das geplante Anti-Korruptions-Gesetz verschärfen und sich bei der Ressortabstimmung für eine entscheidende Änderung einsetzen: So soll das Gesetz ausdrücklich festschreiben, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen im Verdachtsfall einen Strafantrag stellen dürfen. Dieses Recht gesteht der entsprechende Paragraf im Referentenentwurf des Justizministeriums neben dem Geschädigten explizit bislang nur Wettbewerbern, Kammern oder Berufsverbänden zu. Allerdings können Staatsanwaltschaften und Polizei auch ohne Antrag tätig werden, wenn aus ihrer Sicht ein besonderes öffentliches Interesse besteht. Die Informationen hierzu kann aber jedermann an die Staatsanwaltschaft herantragen, nicht nur die ausdrücklich Antragsberechtigten. Mit dem Gesetzentwurf reagiert das Bundesjustizministerium auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) vor etwa zwei Jahren. Damals urteilten die Richter, dass niedergelassene Ärzte nicht wegen Korruption oder Bestechlichkeit strafrechtlich belangt werden können. Zur Begründung verwies der BGH auf die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte, die weder Angestellte noch Funktionsträger der Krankenkassen seien. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert, dass in dem Gesetzentwurf keine präzise Abgrenzung zwischen Korruption und Kooperation zu erkennen ist. Damit bestehe die Gefahr, dass jede Form der Zusammenarbeit von Ärzten oder mit Angehörigen anderer Heilberufe zunächst unter dem „Generalverdacht“ der Korruption steht. Dies würde eine Weiterentwicklung von Kooperationsformen wie in Praxisnetzen, der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung oder bei integrierten Versorgungsformen konterkarieren. Das Kabinett soll den Gesetzentwurf Ende Mai beschließen. Marco Dethlefsen, KVSH

aktuell

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PRAXIS  & KV kode x

Pharmaindustrie will mehr Transparenz schaffen

Die Pharmaindustrie will ihre Zuwendungen an Ärzte und Angehörige medizinischer Fachkreise ab dem Jahr 2016 im Internet veröffentlichen. Ärzte müssen einer Veröffentlichung allerdings vorher ausdrücklich zustimmen.

Bereits ab diesem Jahr sollen dazu alle Zuwendungen erfasst werden, die Pharmafirmen unter anderem Ärzten zukommen lassen. Dazu zählen Dienstleistungs- und Beratungshonorare, Spenden, ein Obolus im Zusammenhang mit Fortbildungsveranstaltungen und im Bereich Forschung und Entwicklung. Das sieht der Transparenzkodex des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e. V. (FSA) vor. Derzeit arbeiten die Pharmaunternehmen daran, die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung ihrer Transparenzregeln zu schaffen. Ärzte können Veröffentlichung untersagen Ab 2016 sollen die Daten im Internet öffentlich einsehbar sein. Veröffentlicht werden neben der Höhe der Zuwendung auch der Name und die Adresse des Zuwendungsempfängers. Die Veröffentlichung setzt jedoch die Einwilligung des Betroffenen voraus. Stimmt ein Arzt nicht zu, werden die Zahlungen in zusammengefasster, anonymisierter Form bekannt gegeben. Eine entsprechende Publikation ist auch für Zuwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung vorgesehen. Das heißt, der einzelne Arzt wird nicht genannt, dafür aber die Summe aller Zuwendungen in diesem Bereich, damit Wettbewerber keine Rückschlüsse auf Forschungsprojekte ziehen können. Dies bedeutet beispielsweise, dass Honorare, die Ärzte für die Mitwirkung an einer klinischen Studie erhalten, in zusammengefasster Form transparent gemacht werden. Halten sich Pharmaunternehmen nicht an die Regeln, kann die Schiedsstelle des FSA Geldstrafen von bis zu 400.000 Euro verhängen. 3 | 2015

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Kodex soll Spekulationen vorbeugen Den Sinn des Transparenzkodexes erklärt die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen, Birgit Fischer, in der „Ärzte Zeitung“ wie folgt: „Das Ziel ist, dass die notwendige Kooperation zwischen Ärzten und Arzneimittelherstellern nicht zum Gegenstand negativer Spekulationen gemacht werden kann. Dem wollen wir den Boden entziehen – durch klare Spielregeln, durch Verträge, in denen wir das angemessene Verhältnis von Leistung und Gegenleistung der Öffentlichkeit gegenüber dokumentieren. So können sich auch Patienten ein Bild von der Zusammenarbeit machen.“ Vorbild USA Die Einführung des deutschen Transparenzkodexes geht auf den europäischen Transparenzkodex zurück, den der Dachverband der pharmazeutischen Industrie 2013 beschlossen hat und der europaweit Mindeststandards vorgibt. Im Mai 2014 hatte das Bundeskartellamt den Transparenzkodex des FSA genehmigt. Er gilt nur für die Mitgliedsunternehmen des FSA. In den USA ist die Meldepflicht finanzieller Beziehungen zwischen Ärzten und Herstellern von Arzneimitteln und Medizinprodukten seit 2012 gesetzlich geregelt. Den genauen Wortlaut des Transparenzkodex und eine Mustervorlage für die Datenerfassung finden Sie auf www.pharmatransparenz.de. KBV/Redaktion aktuell

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PRAXIS  &  KV R aucherentw ö hnung

Mit Strategie weg von der Zigarette Das Rauchen aufzugeben ist für viele Menschen eine große Herausforderung und oft ein unüberwindbares Hindernis. Dabei sind mit professioneller ärztlicher Hilfe und entsprechenden Therapien und Schulungen gute Erfolgsraten möglich. Dr. Knut Löck ist Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Schlafmedizin in einer Gemeinschaftspraxis in Kiel. Im Interview erläutert er, warum es bei dem Thema Raucherentwöhnung derzeit nicht rund läuft. Nordlicht: Welchen Stellenwert hat das Thema Raucherentwöhnung momentan in den Arztpraxen? Dr. Knut Löck: Nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Maßnahme, die die Gesundheit mehr fördert, als das Rauchen einzustellen. Mindestens jeder vierte Erwachsene in Deutschland raucht. Die Notwendigkeit zur Tabakabstinenz ist auch fast allen Kollegen sehr bewusst. Trotzdem gibt es nur wenige Angebote zur Tabakentwöhnung. Nordlicht: Warum ist das so, wenn es doch eine sinnvolle Maßnahme ist? Löck: Aus meiner Sicht hat dies zwei Gründe. Zum einen macht Nikotin sehr intensiv abhängig und die Erfolgsraten von Entwöhnungsbemühungen sind relativ niedrig. Der therapeutische Erfolg ist also begrenzt. Zum anderen ist es so, dass die Tabakentwöhnung in Deutschland nicht bezahlt wird. Tabakabhängigkeit wird weiterhin „als Frage des Lebensstils“ gesehen, obwohl sie in Deutschland zu etwa 140.000 Toten jährlich führt. Erst in dieser Legislaturperiode hat die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage das Zigarettenrauchen als Lebenseinstellung eingestuft und die Behandlung Tabakabhängigkeit zulasten der GKV abgelehnt. Die Krankenkassen dürfen deshalb entsprechende Therapien gar nicht bezahlen. Nur im Rahmen gesundheitsfördernder Maßnahmen ist eine Unterstützung zur Raucherentwöhnung über die Versicherungsträger möglich. Nordlicht: Patienten brechen Schulungen oft vorzeitig ab oder treten sie erst gar nicht an. Was sind die Gründe? Löck: Die meisten Abstinenzversuche in Deutschland werden tatsächlich ohne jede Unterstützung unternommen. Der Erfolg liegt dann nur bei etwa drei bis fünf Prozent. Das Angebot für

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Raucher ist in anderen europäischen Ländern deutlich besser. Der Zugang zu Raucherentwöhnungskursen ist bei uns häufig schwierig. Es gibt relativ wenig Angebote und diese sind praktisch ausschließlich auf verhaltenstherapeutische Maßnahmen begrenzt. Eine Änderung des Verhaltens ist fraglos ein wesentlicher Schlüssel zum dauerhaften Erfolg. Allein Verhaltenstherapie hat aber nach Studien nur eine Erfolgsquote von etwa 20 Prozent. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der Kosten von den Versicherten übernommen werden muss. Aus meiner Sicht wäre es wichtig, in entsprechenden Kursen die Kombination von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen mit anderen Möglichkeiten zur Tabakabstinenz anzubieten wie z. B. aerztliche Anbindung, Medikamente und Entspannung. Es gibt neuere Zahlen, die zeigen, dass eine solche Kombination von Therapien die Erfolgsquote deutlich erhöhen kann. Nordlicht: Was könnte helfen, die Akzeptanz und die Erfolgsquote von Schulungen zu erhöhen? Löck: Wichtig ist, dass bei jedem Arztbesuch erfragt wird, ob ein Raucherstatus besteht. Das gesundheitliche Problem des Tabakrauchens sollte immer wieder thematisiert werden und es sollte erfragt werden ob eine Bereitschaft zum Rauchstopp vorhanden ist. Alleine durch die regelmäßige Problematisierung, ist eine Abstinenzquote von etwa drei Prozent bei den Patienten zu erreichen. Die vorhandenen Angebote sind den Kollegen häufig nicht bekannt und es kann so keine direkte Vermittlung erfolgen. Tabakrauchen kommt besonders in den unteren sozialen Schichten noch häufig vor. Die Kosten für eine Entwöhnungsbehandlung werden deshalb oft nicht akzeptiert. Wenn wir die Möglichkeit einer qualifizierten Raucherentwöhnung, zum Beispiel im Rahmen der DMP-Programme hätten, mit geschätzten Kosten

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PRAXIS  & KV

für eine erfolgreiche Entwöhnung von durchschnittlich etwa 600 bis 800 Euro, wäre es wahrscheinlich möglich rasch qualifizierte und umfassende Entwöhnungsangebote aufzubauen. Die Erfolgsquote solcher kombinierter professioneller Angebote zur Raucherentwöhnung liegt in Studien nach 12 Monaten bei 30 bis 60 Prozent. (Pneumologie 2011; 65(11): 692-696) Nordlicht: Warum ist das Thema Tabakentwöhnung gerade für COPD-Patienten so wichtig? Löck: In ca. 90 Prozent der Fälle gehen die COPD-Erkrankung auf das inhalative Zigarettenrauchen zurück. Der Rauchverzicht ist deshalb bei dieser Erkrankung mit Abstand die wichtigste Maßnahme. Sie ist auch – neben der Sauerstofftherapie bei schweren Fällen – die einzige Maßnahme, die bei der COPD zu einer Lebensverlängerung führt. Wir geben sehr viel Geld für COPDMedikamente aus. Wenn wir nur einen Teil dieses Geldes für die Raucherentwöhnung ausgäben, wäre viel gewonnen. Nordlicht: Fällt es COPD-Patienten schwerer, mit dem Rauchen aufzuhören? Löck: Ob es tatsächlich COPD-Patienten schwerer fällt als anderen, mit dem Rauchen aufzuhören, ist mir nicht bekannt. Tabakrauchen macht stark abhängig. Das ist der Grund, warum die Patienten trotz besseren Wissens weiter rauchen. Abhängigkeitserkrankungen haben unter anderem, wie die COPD, auch einen genetischen Hintergrund. Wie oben dargestellt, muss man bei einer COPD mit aller Macht versuchen, dem Patienten rechtzeitig zur Tabakabstinenz zu verhelfen und damit ein schweres Krankheitsbild zu verhindern. Nordlicht: Welche Maßnahmen helfen dabei, dass eine Tabakentwöhnung erfolgreich verläuft? Löck: Natürlich muss der Patient aus eigenem Antrieb zur Abstinenz bereit sein. Akute Erkrankungen, wie ein Infarkt oder eine COPD-Exacerbation, sind hier oft Wendepunkte im Denken. Die Zuversicht in die gewählte Methode ist eine wichtige Voraussetzung. Die geplanten Maßnahmen sollten deshalb vorher intensiv besprochen werden. Eine enge Anbindung an den Arzt oder Therapeuten und die Unterstützung durch das soziale Umfeld sind wichtig. Wenn z. B. der Ehepartner weiter raucht, wird es schwieriger. Der Kontakt zum Therapeuten oder Arzt sollte möglichst auch nach erreichter Abstinenz bis zu einem Jahr fortgeführt werden, um Rückfälle zu vermeiden oder schnell zu behandeln. Schwierig sind Abstinenzversuche in belastenden Lebenslagen, vor allen Dingen im Zusammenhang mit aktuellen depressiven Verstimmungen.

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Nordlicht: Inwiefern lohnt sich die Teilnahme an einer entsprechenden fachlichen Schulung für den Praxisinhaber und sein Team? Löck: Die Tabakabhängigkeit ist eine der häufigsten Erkrankungen mit einer ausgeprägten Morbidität und einem unzureichenden therapeutischen Angebot. Vor diesem Hintergrund sollte sich jeder aufgerufen fühlen, sich zu diesem Thema fachlich weiterzubilden. Wegen der häufigen Rückfälle und der Schwierigkeit der Abstinenzerreichung ist aber eine umfangreiche Kompetenz erforderlich. Das Curriculum der Bundesärztekammer halte ich vor diesem Hintergrund für angemessen. Finanziell lohnt sich die Tabakentwöhnung für die Praxis zurzeit kaum.

„Wir geben sehr viel Geld für COPD-Medikamente aus. Wenn wir nur einen Teil dieses Geldes für die Raucherentwöhnung ausgäben, wäre viel gewonnen.“ Nordlicht: Viele Ärzte bieten keine Schulungen an, weil ihre Praxishelferinnen diese mit den Patienten selbst umsetzen müssten und damit überfordert sind. Wie könnten die Helferinnen unterstützt werden? Löck: Die medizinischen Fachangestellten haben oft einen sehr viel direkteren Kontakt zu den Patienten und können durch direkte Ansprache des Tabakproblems gut zum Abstinenzversuch motivieren wenn sie auf erfolgreiche Angebote verweisen können. Dies ist aus meiner Erfahrung oft erfolgreicher als durch den Arzt selbst. Bei den Kursen selber können sie unterstützend zur Seite stehen und evtl. auch einzelne Bereiche übernehmen. Ansonsten sind solche Kurse aber an Ärzte oder Therapeuten gebunden. Nordlicht: Haben Sie selbst schon einmal geraucht? Löck: Ja, über etwa zehn Jahre und es ist mir schwer gefallen aufzuhören. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  &  KV T raineeprogramm

Niederlassung bietet alle Möglichkeiten Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr waren zur Fortsetzung der Veranstaltungsreihe der KVSH wieder rund 30 Nachwuchsmediziner aller Fachrichtungen nach Bad Segeberg gekommen, um sich für die Niederlassung fit zu machen. Das Motto der Veranstaltungsreihe „ Miteinander ins Gespräch kommen und voneinander profitieren“ war auch dieses Mal Programm.

Junge Ärzte haben momentan viele Möglichkeiten, nach ihrer Weiterbildungszeit beruflich tätig zu werden. Krankenhäuser und andere Arbeitgeber konkurrieren in diesem Segment mit dem ambulanten Sektor. Das Traineeprogramm der KVSH, speziell für die Bedürfnisse von Ärzten in Weiterbildung, knüpft genau dort an und macht insbesondere die verschiedenen Wege in die Niederlassung transparent. Fachreferenten und Praktiker schließen bei ihren Vorträgen und in der Diskussion Wissenslücken bei der Vorbereitung und Aufnahme einer Tätigkeit im niedergelassenen Bereich und geben wichtige Hinweise zur Praxisübernahme und Praxisführung. Im Mittelpunkt der Traineeveranstaltung der KVSH in der Akademie der Ärztekammer Anfang Februar standen zwei Themen, die die Besucher der Auftaktveranstaltung als besonders wichtig identifiziert hatten: die Zulassung als Arzt und das ärztliche Einkommen. Einstieg in der Niederlassung Bianca Hartz, Leiterin der Abteilung Zulassung/Praxisberatung der KVSH, erklärte in ihrem Vortrag, wie vielfältig die Möglichkeiten des Einstiegs in die vertragsärztliche Versorgung sind. Der Weg in die Niederlassung führe dabei nicht mehr wie in früheren Jahren direkt von der Klinik in die Einzelpraxis. „Die jungen Ärzte lassen sich oft zunächst in voll- oder Teilzeit anstellen. Erst danach übernehmen sie einen vollen oder halben Arztsitz. Der Trend geht insgesamt ganz klar zur ärztlichen Kooperation.“ Hartz machte noch einmal deutlich, dass die KVSH bei allen Fragen rund um das Thema Niederlassung der wichtigste Ansprechpartner sei. „Bei der Niederlassung ist alles möglich. Wir besprechen mit Ihnen, welche Praxisübergabemöglichkeiten für Sie in Frage kommen und welche Fristen Sie dabei einhalten müssen,“ erklärte sie. 30

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Angestellt zum Ziel Kerrin Ingwersen, HNO-Ärztin an zwei Praxisstandorten einer überörtlichen Gemeinschaftspraxis in Nortorf und Rendsburg, schilderte danach ihren Weg als angestellte Ärztin in die ambulante Versorgung. Sie findet, dass es am Anfang nicht immer gleich die eigene Praxis sein müsse. Vor allem das wirtschaftliche Risiko und unternehmerischen Pflichten sprechen aus ihrer Sicht bisher für das Angestelltenverhältnis. Die Vorteile im Vergleich zu ihrer vorherigen Arbeit an der Klinik und an einem Krankenhaus-MVZ liegen für Ingwersen auf der Hand: „Mir war der verwaltungstechnische Überbau zu groß und starr. Auch der direkte Draht zu den Vorgesetzten war nicht gegeben. Ich kann in der Niederlassung außerdem mehr und bessere Fort- und Weiterbildungen machen und habe ein interessanteres medizinisches Spektrum.“ Niederlassung lohnt sich Welche Einnahmemöglichkeiten hat ein niedergelassener Arzt? Bernd Goldbach, stellvertretender Leiter der Filiale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank Lübeck gab in seinem Vortrag einen Überblick, aus welchen Einnahmequellen sich eine Praxis finanziert. Er nahm den angehenden Ärzten durch seine Ausführungen die Sorge vor zu großen finanziellen Lasten. „Die Arbeit als selbstständigtätiger, niedergelassener Arzt lohnt sich auch finanziell. Die Gefahr einer Insolvenz liegt zudem bei lediglich 0,03 Prozent“, führte Goldbach aus. Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  & KV

„KV-Sprech“ von A bis Z

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PZV, MGV, Fremdkassenzahlungsausgleich und freie Leistungen: Für Ärzte, Psychotherapeuten und Praxispersonal ist es nicht immer leicht, sich in der Sprachwelt der Kassenärztlichen Vereinigungen zurechtzufinden. Denn diese ist geprägt von Abkürzungen, Fachbegriffen und komplexen Inhalten. In unserer Serie „ KV-Sprech“ von A bis Z erklären wir wichtige Begriffe in einfachen Worten.

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Schiedsamt

Der Gang zum Schiedsamt ist oft der schnellste Weg, um einen zivilrechtlichen Streit unbürokratisch, kostensparend und bürgernah zu schlichten. Schiedsämter bieten bei kleineren Rechtsstreitigkeiten oder sogenannten Bagatellfällen meist Alternativen zu aufwendigen und teuren Gerichtsverfahren. Im Gesundheitswesen werden bisweilen Verhandlungsstreitigkeiten zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bzw. den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen auf diese Weise geschlichtet. Typische Beispiele, bei denen ein Schiedsamt angerufen wurde, sind die Honorarverhandlungen auf Landesebene. Erst wenn die Schlichtungsversuche erfolglos geblieben sind, kann die entsprechende Partei eine Klage vor dem zuständigen Gericht erheben. Im Gesundheitswesen ist das ein Sozialgericht. In Schiedsämtern sind ehrenamtliche, auf Zeit gewählte Schiedsmänner und Schiedsfrauen tätig.

Sozialgesetzbuch (SGB V) Das Sozialgesetzbuch V – vollständig „Sozialgesetzbuch Fünftes Buch – Gesetzliche Krankenversicherung“ – umfasst alle rechtlichen Bestimmungen zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Das SGB V trat am 1. Januar 1989 in Kraft und ist in dreizehn Kapitel mit über 300 Paragrafen unterteilt.

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Telematik

Telematik bezeichnet das Zusammenwirken von Telekommunikationstechnik und Informatik. Durch die Nutzung von computergestützten Datenverarbeitungsprozessen in der Telekommunikation wird dabei der Austausch von entsprechenden Daten ermöglicht. Im Gesundheitswesen spielt die Telematik eine wichtige Rolle, z. B. wenn es um die Übermittlung von Befunddaten geht. Sie ermöglicht nicht nur die elektronische Speicherung, sondern auch die Übermittlung medizinischer Daten. Ziel ist es dabei zum einen, medizinische Daten von Patienten für den behandelnden Arzt im Sinne einer elektronischen Patientenakte verfügbar zu machen, um so die sektorübergreifende Zusammenarbeit weiter zu verbessern. Zum anderen können so auf elektronischem Weg Befunde oder Zweitmeinungen von weiter entfernt tätigen ärztlichen Spezialisten eingeholt werden.

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Zulassungsausschuss

Die Zulassung von Vertragsärzten und Psychotherapeuten obliegt den regional zuständigen Zulassungsausschüssen, die sich aus Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenkassen zusammensetzen. Der Zulassungsausschuss entscheidet außer über die Zulassung von Ärzten, Psychotherapeuten und Medizinischen Versorgungszentren auch über die Ermächtigung von (Krankenhaus-)Ärzten bzw. Institutionen, über Anträge auf Kooperation oder über die Entziehung einer Zulassung. Die Zulassungsausschüsse sind bei ihren Entscheidungen an die Vorgaben des Sozialgesetzbuches sowie der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte gebunden und frei von Weisungen der KV oder der Krankenkassen. Sie beschließen mit einfacher Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt (außer bei Ausschreibungen). Den Vorsitz führt abwechselnd ein Vertreter der Ärzte und der Krankenkassen.

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PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Hinweise: ƒƒ Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg.  ƒƒ Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen.  ƒƒ Die Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt!

ƒƒ Um Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. ƒƒ E s besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken.

Für nähere Informationen hierzu stehen Ihnen unter der Tel. 04551 883 und den angegebenen Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung: Durchwahl

Kreise

-378

ƒƒ Kreis Pinneberg

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ƒƒ Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg ƒƒ Kreis Herzogtum Lauenburg ƒƒ Kreis Stormarn

Flensburg Nordfriesland SchleswigFlensburg Kiel

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RendsburgEckernförde

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Stadt Lübeck Kreis Ostholstein Kreis Nordfriesland Kreis Steinburg

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Stadt Kiel Kreis Dithmarschen Kreis Plön Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde

Dithmarschen

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Pinneberg

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PRAXIS  & KV

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungs­bereich*

Praxisform Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­ nummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Herzogtum Lauenburg

EP

30.04.2015

1495/2015

Psychotherapeuten

Nordfriesland

EP

30.04.2015

547/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg

EP

30.04.2015

11055/2014

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg

EP

30.04.2015

12637/2014

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde

EP

30.04.2015

743/2015

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten – halbe Zulassung – – Sonderbedarf –

Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde

EP

30.04.2015

154/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Steinburg

EP

30.04.2015

676/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stormarn

EP

30.04.2015

763/2015

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, d. h. es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Sylvia Hora – halbe Zulassung –

25917 Leck, Hauptstraße 53

Psychologische Psychotherapeutin

01.04.2015

Dr. phil. Dipl.-Psych. Björn Riegel – halbe Zulassung –

24594 Hohenwestedt, Böternhöfen 37

Psychologischer Psychotherapeut

01.04.2015

Dipl.-Psych. Doris von Ahlen

Dipl.-Psych. Sigrid Meske – halbe Zulassung –

24837 Schleswig, Klosterhofstraße 61a

Psychologische Psychotherapeutin

01.04.2015

Dr. med. Thomas Meyer-Diewock

Dipl.-Psych. Gernot Woydt – halbe Zulassung –

23701 Eutin, Industriestraße 11

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

09.10.2014

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dipl.-Psych. Britta Beers

Psychologische Psychotherapeutin

22880 Wedel, Am Marktplatz 2a

22880 Wedel, Bahnhofstraße 41

01.04.2015

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aktuell

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

KVB erhöht Fördersummen

Erste Eigeneinrichtung der KVN

München – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat ihr Programm zur Sicherstellung der flächendeckenden ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung angepasst und die bestehenden Fördersummen deutlich erhöht. Künftig erhalten Vertragsärzte, die sich in unterversorgten Gebieten niederlassen, eine Förderung von bis zu 90.000 Euro. Für Vertragspsychotherapeuten liegt die Fördersumme bei bis zu 30.000 Euro. Auch die Zuschüsse zur Errichtung von Filialen wurden erhöht. Gefördert werden Ärzte, wenn sie in einem unterversorgten oder drohend unterversorgten Gebiet eine neue Praxis eröffnen und diese für mindestens fünf Jahre betreiben. Auch die Gründung einer Zweigpraxis, die Anstellung eines Arztes in der eigenen Praxis oder die Fortführung der Praxis über das 63. Lebensjahr hinaus werden finanziell unterstützt. Gefördert wird außerdem die Beschäftigung eines Arztes in Weiterbildung sowie in unterversorgten Gebieten die Beschäftigung einer hausärztlichen Versorgungsassistentin. Die Finanzierung erfolgt dabei aus einem Strukturfonds, für den die KVB und die Krankenkassen zu gleichen Teilen Finanzmittel zur Verfügung stellen. Darüber hinaus kann eine gemeinsame Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege und der KVB in Anspruch genommen werden: Bei der Niederlassung eines Vertragsarztes in einem unterversorgten Planungsbereich in einer Gemeinde mit weniger als 20.000 Einwohnern kann eine Fördersumme von insgesamt bis zu 110.000 Euro gewährt werden.

Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) betreibt eine eigene Praxis für Allgemeinmedizin – eine „Eigeneinrichtung“. Anfang Dezember 2014 wurde in Sögel im Emsland das neue Wohn- und Geschäftshaus „Am Amtsbrunnen“ offiziell eingeweiht – ein Novum in Niedersachsen – Der Allgemeinmediziner Niels-Christian Höllger praktiziert in dem neuen Haus nicht als selbstständiger, sondern als bei der KVN angestellter Arzt. Betreiber der Praxis ist die KVN. Sie organisiert die Praxis in betrieblicher Hinsicht allerdings nicht selbst, sondern greift auf einen Kooperationspartner, die Patiodoc AG, zurück. Als Dauerlösung will die KVN die Sicherstellungspraxis nicht verstanden wissen. Ihr Gedanke sei vielmehr, dass junge Mediziner, die sich nicht für eine eigene Praxis verschulden möchten, hier Gelegenheit finden, in der ambulanten Versorgung Erfahrungen zu sammeln. Das könnte nach einiger Zeit das Sprungbrett in die Selbstständigkeit sein. Zum Prinzip der Niederlassung in eigener Praxis sieht die KVN keine Alternative.

Wartezeiten verkürzt

Bis zu 60.000 Euro Niederlassungszuschuss

Saarbrücken – Patienten mit Verdacht auf Krebs- oder Herzerkrankungen haben mit einer „Dringlichen Überweisung“ eine verkürzte Wartezeit von sechs Tagen auf einen Facharzttermin. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Kassenärztliche Vereinigung Saarland in Auftrag gegeben hat. Ohne diese Überweisung mussten Patienten zuvor durchschnittlich etwa 26 Tage auf einen Folgetermin warten. Das Modellprojekt im Saarland startete am 1. April 2014 und lief sechs Monate lang. Dabei wurden 15 bis 20 Prozent aller saarländischen Praxen untersucht.

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Dresden – Auf die besonderen Möglichkeiten der Niederlassungsförderung in Sachsen haben die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen und die Krankenkassen hingewiesen. Ärzte können bei Praxisneugründung oder -übernahme bis zu 60.000 Euro als einmaligen Zuschuss erhalten. Für die Neugründung einer Zweigpraxis stehen bis zu 6.000 Euro bereit. Eine weitere Fördermaßnahme ist der Mindestumsatz: Ärzte erreichen damit einen Umsatz in Höhe des Durchschnitts der Vergleichsgruppe in Sachsen, wenn sie eine Mindestfallzahl nachweisen. Die Fördermaßnahmen gelten in Gebieten, für die der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen Sachsen eine Unterversorgung beziehungsweise drohende Unterversorgung oder einen zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf festgestellt hat.

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PRAXIS  &  KV V ersorgung im W andel

Licht und Schatten

Anfang 2009 trat das Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft. Damit einher ging unter anderem, dass nun unproblematisch auch halbe Versorgungsaufträge aufgrund von Verzicht zur Ausschreibung und damit zur Weitergabe gelangten. Dieser Umstand hat die psychotherapeutische Versorgung in Schleswig-Holstein in der Tat verändert. Nach nun sechs Jahren lohnt sich ein Blick auf die Veränderungen. Dabei wird auch deutlich: was des einen Vorteil, ist des anderen Nachteil. Der folgenden Auswertung der KVSH liegen Kennzahlen der Psychologischen Psychotherapeuten, der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, der Fachärzte für psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie der überwiegend oder ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Ärzte zugrunde – sie zusammen werden im Weiteren als Psychotherapeuten bezeichnet. ƒƒ Zahl hälftiger Versorgungsaufträge stark gestiegen Lag die Zahl der Praxisinhaber mit einem halben Versorgungsauftrag Anfang 2009 bei gerademal sechs, stieg diese Zahl bis Ende 2014 auf 115 Psychotherapeuten. Und tatsächlich haben die Menschen mit psychischen Erkrankungen von diesem Wandel profitiert. Mit der Zunahme halber Versorgungsaufträge steigerte sich auch die Anzahl der behandelten Patienten. Im Jahre 2009 behandelten die Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein zusammen 27.156 Patienten pro Quartal – demgegenüber steht im Jahre 2014 eine Zahl von 35.402. Im selben Zeitraum hat die Zahl der Psychotherapeuten jedoch nur von 566 auf 612 zugenommen. Die durchschnittlichen Fallzahlen lagen im Jahre 2009 bei 48 Fällen (in der Regel = Patienten) pro Quartal. Im Jahre 2014 lag die Zahl bei 58. ƒƒ Halbe arbeiten mehr Das Arbeitsverhalten zwischen den Psychotherapeuten mit halbem und vollem Versorgungsauftrag ist unterschiedlich. Lag die durchschnittliche Fallzahl der Psychotherapeuten mit vollem Versorgungsauftrag 2009 bei 48 Patienten, stieg diese bis 2014 auf 56 Patienten. Wobei dem eine sinkende Zahl von Psychotherapeuten mit vollem Versorgungsauftrag gegenübersteht (2009 bei 559, 2014 bei 497). Die durchschnittliche Patientenzahl der Psychotherapeuten mit einem halben Versorgungsauftrag lag 2009 bereits bei 61 – sie stieg im Laufe der Zeit weiter bis auf 64 Patienten an. Die Daten erlauben anzuführen, dass Psychotherapeuten mit halber Zulassung konstant über den durchschnittlichen Fallzahlen der Praxen mit vollem Versorgungsauftrag liegen. Die Versorgung in Schleswig-Holstein hat sich verbessert. Psychotherapeuten mit halben Versorgungsaufträgen haben daran einen größeren Anteil. ƒƒ Psychotherapeuten erfüllen ihren Versorgungsauftrag Dem Vorwurf, Psychotherapeuten arbeiten zu wenig, ging die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schon häufiger nach. Bislang gab es dafür keinerlei handfeste oder besorgniserregende Hinweise. Der zugelassene Psychotherapeut ist im Umfang seines Versorgungsauftrages zur Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten verpflichtet. Bei einem vollen 3 | 2015

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Versorgungsauftrag werden mindestens 20 Sprechstunden pro Woche verlangt – bei einer halben Zulassung 10 Stunden die Woche. Im Jahre 2012 gab es von fast 600 Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein lediglich gut 20, die Auffälligkeiten bei ihren Wochenarbeitszeiten zeigten. Diese hat der damalige Vorstand der KVSH zu persönlichen Gesprächen eingeladen und die Situation erörtert. Im Nachgang entschlossen sich viele, ihren Versorgungsauftrag ihrem Leistungsumfang anzupassen, d. h. sich von einem Teil ihrer Zulassung zu trennen. Im Jahre 2014 lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei Psychotherapeuten mit vollem Versorgungsauftrag bei 24 Stunden. Die bei Psychotherapeuten mit einem halben Versorgungsauftrag bei 14,5 Stunden. ƒƒ Die Schattenseite halber Zulassungen Die psychotherapeutische Versorgung hat sich verbessert, psychisch Kranke finden heute leichter und schneller einen Platz bei einem Psychotherapeuten als vor sechs Jahren. Die Schattenseite zeigt sich bei den Praxisinhabern. Ein Blick auf die Honorarverteilung zeigt, dass Psychotherapeuten mit einem halben Versorgungsauftrag im Durchschnitt regelmäßig über ihrem zugestandenen Volumen (Punktzahlvolumen) liegen – d. h. ein Teil ihrer psychotherapeutischen Leistungen (nichtantrags- und genehmigungspflichtige Leistungen ohne Probatorik) wird ihnen nicht in voller Höhe vergütet. Am stärksten davon betroffen sind Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (Auslastung Punktzahlvolumen 3/2014 = 118 Prozent). Bei den Praxen mit vollem Versorgungsauftrag liegt die durchschnittliche Auslastung regelmäßig unter 100 Prozent – d. h. im Durchschnitt bekommen diese Praxisinhaber auch die nichtgenehmigungspflichtigen Leistungen in voller Höhe vergütet. Bezüglich der Vergütung scheint sich aus einem halben Versorgungsauftrag eher ein Nachteil zu ergeben. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel aktuell

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die menschen im land V or O rt

„Krankheit ist unter Musikern ein Tabuthema“

Viele Musiker leiden an Erkrankungen, die durch starke physische und psychische Überlastung oder Fehlhaltungen entstehen. Dr. Barbara Schroer ist selbst Musikerin in einer Band und kennt die Probleme. Sie und ihr Praxisteam bieten eine Sprechstunde an, die speziell auf die Bedürfnisse der besonders sensiblen Patientengruppe zugeschnitten ist. Dr. Barbara Schroer ist Fachärztin für Chirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie und seit 2011 in der Praxisklinik Kronshagen bei Kiel niedergelassen. Vorher arbeitete sie am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg und kümmerte sich schon dort gezielt um die gesundheitlichen Probleme von Orchestermusikern. „Mein Beruf und mein Hobby ergänzen sich da sehr gut. Da ich selbst Sängerin und Gitarristin in einer Band bin und auch privat viel mit Musikern zu tun habe, lag es nah, auch in der Niederlassung eine Sprechstunde für diese Gruppe anzubieten“, erzählt sie. In ihrer Praxis hat sich Dr. Schroer schnell einen festen Patientenstamm aufgebaut. Darunter sind Berufsmusiker, die im Orchester oder bei Rock- und Pop-Bands spielen, aber auch viele Hobbymusiker. 36

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Krankheitsbilder Die Beschwerden, deretwegen die Geiger, Gitarristen, Bassisten und Cellisten zu ihr kommen, sind vielschichtig. Die meisten klagen über überlastete Sehnen oder eine schmerzende Muskulatur im Rücken- und Nackenbereich. Andere leiden unter chronischen Schmerzen im Arm, an Überbeinen, Sehnenscheidenentzündungen, Druckstellen wie den „Geigerflecken“ am Hals oder Fingern, die sich nicht mehr wie gewohnt beugen lassen. Hauptursache sind meistens einseitige Belastung oder eine falsche Körperhaltung. Dazu kommen altersbedingte Erkrankungen der Wirbelsäule.

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die menschen im land

Knochenjob Musikbusiness „Berufsmusiker zu sein ist einer der körperlich und psychisch anspruchsvollsten Berufe. Ihr Körper wird beim Spiel ähnlich stark strapaziert wie der eines Profisportlers“, erklärt Dr. Schroer. Berufsmusiker spielen viele Stunden am Stück oft auf engstem Raum und unter höchster körperlicher und emotionaler Anspannung. Bis zu 40 Stunden wöchentlich sind sie bei Proben und Konzerten im Einsatz. Dazu kommt noch das tägliche Übungspensum und ein enormer Erfolgs- und Konkurrenzdruck. „Wenn am Sonntag um 11 Uhr ein wichtiger Auftritt ansteht, dann ist das einfach so. Krankheit ist unter Musikern häufig ein Tabuthema. Viele haben Angst wegen eines körperlichen Leidens im Kampf um Orchesterstellen und Auftritte nicht mehr mithalten zu können.“ Behandlungsmethoden Viele Berufsmusiker leben von den oft unsicheren Einnahmen aus ihren Auftritten. „Meine Patienten sind daher sehr an einem schnellen Behandlungserfolg interessiert und wollen oft nicht operiert werden, da sie Sorge haben, dann lange auszufallen und nichts zu verdienen. Ich versuche diesem Wunsch natürlich so weit wie möglich nachzukommen, gehe bei der Behandlung möglichst ganzheitlich vor und suche zuerst nach den Gründen für die Erkrankung“, erklärt die Handchirurgin. Sie hinterfragt zuerst die Bewegungsroutinen der Patienten und bietet dann alternative Haltungstechniken an. Manchmal reiche es schon aus, wenn der Musiker ein Instrument in einer anderen Größe wählt. „Es kann ab einem bestimmten Alter z. B. besser sein, eine kleinere Geige zu wählen, weil die Kraft zum Bespielen oft nicht mehr ausreicht.“ Auch ein gezieltes Muskelaufbauprogramm könne helfen, denn Musiker nehmen sich berufsbedingt häufig wenig Zeit für sportliche Aktivitäten und Ausgleich. Gut geplante Operationen Ist eine konservative Behandlung von typischen Krankheitsbildern, wie Überbeinen oder Sehnenscheidenverklebungen bzw. -einengungen, nicht möglich, stimmt Dr. Schroer den Operationstermin immer mit den Auftrittsplänen der Musiker ab. Rockmusiker haben im Winter in der Regel weniger Auftritte als klassische Musiker, deren Saison gerade zu Weihnachten und Neujahr ihren Höhepunkt erreicht. „Eine gute Planung nimmt viel Druck aus der Situation. Ich operiere außerdem immer unter schonendsten Bedingungen mit feinstem Nahtmaterial und möglichst im blut3 | 2015

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leeren Gewebe, sodass es keine Traumatisierungen und Narben gibt. Auch bei Musikern gilt eher „so viel wie nötig – so wenig wie möglich. Der Spruch „großer Schnitt – großer Chirurg“ passt nicht“, erklärt sie. Jakob Wilder, KVSH

Frank Rockrohr (Gitarre, Gesang) und Dr. Barbara Schroer (Gesang und Gitarre) sind das Duo „Bon Chance“. Ihr Repertoire besteht aus Pop, Jazz, Folk, Rock und Chanson. Das Duo hat sich inzwischen zum Quartett erweitert. Seit einiger Zeit wird es durch den Bassisten Johannes Gille und den Kachonspieler Harald Freyer verstärkt.

Nächster Auftritt: 21. März 2015, ab 19.00 Uhr im „Kottwitz“, Kottwitzstraße 16, 23566 Lübeck

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SERVICE T eam B eratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Hilfsmittelverordnung Tipps und Hinweise, die bei der Verordnung von Hilfsmittel beachtet werden sollten. ƒƒ F ür die Verordnung von Hilfsmitteln ist das Muster 16 vorgesehen. Dort muss die Ziffer 7 (Hilfsmittel) angekreuzt werden. ƒƒ B  ei entsprechender Indikation können alle Hilfsmittel zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. Sie müssen aber im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sein. Das Verzeichnis ist sehr umfangreich und für die einzelne Praxis leider nur selten zu gebrauchen. Die KVSH hat deshalb zur besseren Orientierung einen gebührenpflichtigen Online-Zugang gekauft. Bei Fragen dazu hilft Anna-Sofie Reinhard aus dem Team Verordnung weiter (Tel. 04551 883 362). ƒƒ D  ie Hilfsmittelverordnung muss eine Diagnose enthalten. Das erforderliche Hilfsmittel ist dabei so genau wie möglich zu beschreiben unter Angabe der Menge (z. B Formvorlagen, Saugstärke 2, Anzahl: 50 Stück, Diagnose: Harninkontinenz). ƒƒ M  ittlerweile haben die Krankenkassen auch im Bereich „Hilfsmittel“ Verträge mit Lieferanten oder Apotheken abgeschlossen. Patienten und Betreuer müssen deshalb zunächst beim Kostenträger nachfragen, wo sie die Verordnung einlösen dürfen. ƒƒ Zwei Dinge, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis enthalten sind, werden von den Patienten immer wieder nachgefragt. Zum einen die sogenannte Allergiebettwäsche und zum anderen die Nagelkorrekturspangen. Die Allergiebettwäsche ist kein Bestandteil des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Begründung: Mit Latexmatratzen und synthetischen Kopfkissen und Bettdecken (haushaltsübliche Gegenstände) soll das Problem auch in den Griff zu kriegen sein. Es gibt keine Ausnahmeregelung. Die Nagelkorrektur wird von einigen Krankenkassen (ebenso wie die Allergiebettwäsche) in Einzelfällen erstattet. Bei entsprechendem Bedarf kann eine formlose Empfehlung dem Patienten daher eventuell weiterhelfen. ƒƒ E ine Hilfsmittelverordnung mit dem Zusatz: „Nur nach Genehmigung durch die Krankenkasse“ ist nicht zulässig. Der Arzt muss prüfen, ob die Voraussetzungen für eine

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Verordnung vorliegen und die Verordnung nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot („notwendig, zweckmäßig und ausreichend“) erforderlich ist oder ob eine Änderung der Lebensführung ausreicht. ƒƒ W  as Ärzte zur Verordnung wissen sollten, fasst die neue Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) „Hilfsmittel – Hinweise zur Verordnung“ zusammen. Das Serviceheft aus der Reihe „PraxisWissen“ stellt wichtige Grundlagen vor. Dazu gehören die HilfsmittelRichtlinie und das Hilfsmittelverzeichnis, aber auch Regelungen zur Zuzahlung durch Patienten. Das Wirtschaftlichkeitsgebot und die Zusammenarbeit mit Hilfsmittelanbietern werden ebenfalls thematisiert. Die Besonderheiten bei Hör- und Sehhilfen stehen gesondert im Fokus. Es geht in diesem Bereich beispielsweise um die Festbeträge, die gesetzliche Krankenkassen zahlen, um Formulare und den verkürzten Versorgungsweg. Die Broschüre kann bei der Formularausgabe der KVSH kostenlos angefordert werden (Tel. 04551 883 250). Thomas Frohberg, KVSH

Team Beratung der KVSH Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Thomas Frohberg, Tel. 04551 883 304 E-Mail: thomas.frohberg@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein, Tel. 04551 883 353 E-Mail: heidi.dabelstein@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerinnen im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard, Tel. 04551 883 362 E-Mail: anna-sofie.reinhard@kvsh.de Ellen Roy, Tel. 04551 883 931 E-Mail: ellen.roy@kvsh.de aktuell

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit bei einem Patienten die Kleinchirurgischen Eingriffe (GOP 02300-02302 EBM) mehrfach an einem Tag bzw. nebeneinander am Tag abgerechnet werden dürfen? Die Mehrfachabrechnung bzw. Nebeneinanderabrechnung dieser Leistungen setzt die vom EBM vorgegeben Diagnosen Nävuszellnävussyndrom (ICD-10-GM: D22.-) und/oder mehrere offene Wunden (ICD-10-GM: T01.-) voraus. Bei Vorliegen dieser Indikationen können die Ziffern 02300-02302 mehrfach in einer Sitzung – auch nebeneinander – höchstens fünfmal am Behandlungstag abgerechnet werden.

Wir sind eine ambulant operierende Praxis. Wie groß muss die Zeitspanne zwischen den Eingriffen sein, wenn wir einen operativen Eingriff erbringen und später ein weiterer erforderlich ist? Gemäß Präambel des Kap. 31.2.1 Nr. 8 des EBM dürfen innerhalb von drei Tagen nur bestimmte Ziffern abgerechnet werden. Hierin sind keine Operationen aufgeführt. Das heißt, dass ab dem vierten Tag nach dem ersten Eingriff der zweite Eingriff erfolgen und abgerechnet werden kann. Abweichend von Nr. 8 der Präambel zum Abschnitt 31.2 sind in der Präambel des Anhang 2 Nr. 5 Revisionen und Zweiteingriffe wegen Wundinfektion und postoperativen Komplikationen unter Angabe des Erst-OP-Datums, der angegebenen Komplikation und der ICD-Kodierung (T79.3, T81.0 bis T81.7, T84.5 bis T84.7, T85.1 bis T85.8) berechnungsfähig. Ist bei malignen Erkrankungen eine Zweitoperation (Erweiterung des Eingriffs, Nachresektion) erforderlich, so ist diese mit dem ICD-Code Z48.8 gemeinsam mit dem ICD-Code des Malignoms zu kennzeichnen und kann ebenfalls abweichend zu den Präambeln 31.2.1 und 36.2.1 Nr. 4 berechnet werden. Die Regelung der Präambel 2.1 Nr. 10 zum Anhang 2 zum EBM bleibt davon unberührt.

Ist eine Überweisung notwendig, wenn ein Patient den Arzt wechselt und der neue Arzt die Befunde anfordert? Nein. In diesem Fall ist keine Überweisung erforderlich. Die Übermittlung von Befunden an einen anderen Arzt kann auch auf einem ambulanten Behandlungsfall abgerechnet werden. Abgerechnet werden können für die Erstellung von Kopien der Patientenakte die GOP 40144 und für die Portokosten die GOP 40120 ff.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 3 | 2015

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Moderatorengrundausbildung

die G-BA Richtlinie erfüllen

für Qualitätszirkel

datum: 18. März 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 24. April 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 25. April 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umgehen.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Teilnahmegebühr: 50 Euro Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Teilnahmegebühr: 200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

Paul Brandenburg Regina Steffen Tel. 04551 883 637 04551 883 292 Fax 04551 883 7637 04551 883 7292 E-Mail paul.brandenburg@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

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Service

fÜR Ärzte in Weiterbildung

Für Ärzte

thema: F  ortbildungsveranstaltung zum

thema: Refresherkurs Säuglingshüfte

Facharzt für Allgemeinmedizin datum: 25. März 2015, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 28. März 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

Die ambulante Versorgung ist im Wandel. Mehr als 600 Hausärzte werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten und suchen Nachfolger. Durch diesen Generationswechsel ergeben sich für Fachärzte für Allgemeinmedizin viele Möglichkeiten, nach der Weiterbildung in SchleswigHolstein tätig zu werden. Gern wollen wir mit angehenden Fachärzten für Allgemeinmedizin über die beruflichen Chancen in der ambulanten Versorgung und die medizinischen Herausforderungen in der Hausarztpraxis ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung zielt nicht allein darauf ab, medizinische Themen zu vermitteln, sondern wird auch Themen rund um die Niederlassung beinhalten. Die Teilnehmer können sich untereinander austauschen und auch mit der KVSH in Kontakt treten. So soll geklärt werden, welche Unterstützung junge Allgemeinmediziner benötigen, um sich niederzulassen.

Der Kurs entspricht den Vorgaben der derzeit geltenden Ultraschallvereinbarung gemäß Anlage V Paragraf 11 Abs. 3 Anhang 1

• Die Veranstaltung wird von Prof. Dr. Jens-Martin Träder, dem Lehrprofessor für Allgemeinmedizin an der Universität Lübeck, geleitet, der zu dem medizinischen Thema: „Niedrigprävalenz“ referieren wird.

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: Kostenlos für niedergelassene Ärzte aus SchleswigHolstein. Für Teilnehmer aus anderen Bundesländern 150 Euro, inkl. Verpflegung. Fortbildungspunkte:.10 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Anmeldung bis spätestens 16. März 2015

• Ulrike Reichel von der K-Line Praxislösungen GmbH informiert zur „Praxisplanung“ Innenarchitektur, Vorschriften, Verordnungen, Funktion und Design einer Praxis. • Ernst Sievers, stellvertretender Leiter der Abrechnungsabteilung der KVSH, referiert zum Thema „Honorarabrechnung“ Vergütung und Struktur des Honorarbescheides. Ort: K VSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, (Fahrtkostenerstattung in Höhe von 20 Cent/km) Teilnahmegebühr: Die Teilnahme ist kostenfrei Fortbildungspunkte:.4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Anmeldungen bitte bis zum 17. März 2015.

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung/Praxisberatung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Petra Fitzner Tel. 04551 883 384 Fax 04551 883 7384 E-Mail weiterbildung@kvsh.de 3 | 2015

Susanne Paap Tel. 04551 883 228 Fax 04551 883 7228 E-Mail susanne.paap@kvsh.de Nordlicht

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SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 24. Juni 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern? In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 42

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Service

Veranstaltungen KVSH

23. April 2015, 20.00 Uhr

Aktuelle Herausforderungen in der Transplantationsmedizin

11. März 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. T. Becker E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

EDV-Messe: Elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen Ort: Stadthalle Neumünster, Kleinflecken 1, 24534 Neumünster Info: drei Fortbildungspunkte, eine Anmeldung ist nicht erforderlich E-Mail: timo.rickers@kvsh.de www.kvsh.de

28. Mai 2015, 20.00 Uhr

Aktuelle Aspekte der Nephrologie

1. April 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: PD Dr. V. Lufft E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

24. Juni 2015, 20.00 Uhr

Morbus Parkinson und Alzheimer – die häufigsten degenerativen Hirnerkrankungen Ort: Globetrotter Lodge, Am Aschberg 3, 24358 Ascheffel Info: Referent: Prof. K. Witt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Schleswig-Holstein 21. März 2015, 9.00 bis 13.00 Uhr

KVSH-Kreisstellen

Colorektale Karzinome – Fortbildung für MFA, MTRA, Pflegerinnen/Pfleger

11. März 2015, 18.00 bis 20.00 Uhr

Pneumologie – Flensburger Atemwegsforum Ort: Roberto Gavin Weinkontor Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de

18. März 2015, 18.00 bis 20.00 Uhr

Onkologie – Haut im Fokus Ort: Borgerforeningen Flensburg Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de www.aeksh.de/ecs

25. März 2015, 16.00 bis 20.00 Uhr

Geriatrie und Orthopädie – Herausforderung Alterstraumatologie Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de www.aeksh.de/ecs

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Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Nordlicht

Ort: media docks, Willy-Brandt-Allee 31a, 23554 Lübeck Info: Tel. 0451 8891190 0, Fax 0451 8891190 56 E-Mail: info@curavid.de www.curavid.de

22. April 2015, 14.30 bis 18.00 Uhr

Fachtagung im Rahmen der Impfkampagne 2015 – Lauter Skeptiker, (zu) leise Überzeuger? Warum erreichen wir die Impfziele nicht? Ort: Altes Stahlwerk, Rendsburger Straße 81, 24537 Neumünster Info: Tel. 0431 94294, Fax 0431 94871, für die Veranstaltung gibt es 4 Fortbildungspunkte der Kategorie A. E-Mail: gesundheit@lvgfsh.de www.lvgfsh.de

23. April 2015, 20.00 Uhr

Aktuelle Herausforderungen in der Transplantationsmedizin Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. T. Becker E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 44

Nordlicht

Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

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Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 3 | 2015

Nordlicht

Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 577 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445

aktuell

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Service kontakt

Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Nordlicht aktuell Prüfungsstelle

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25 Organisation Dorina Schadendorf ����������������������������������������������������������������� 9010 20

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 3 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

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für Ärzte, Psychotherapeuten und Medizinische Fachangestellte

EDV Elektronische Kommunikation Messe im Gesundheitswesen 11. März 2015, Stadthalle Neumünster

 Programm

 14.00 Uhr Meet and Greet  15.00 bis 15.45 Uhr Vortrag 1: „Gefährdete Kommunikation heute: Telefon, Fax, Internet“

eKVSH-Portal

 16.00 bis 16.45 Uhr Vortrag 2: „SafeNet & SafeMail: Ein gutes Paar“  17.00 bis 17.45 Uhr Vortrag 3: „eKVSH-Portal: testen, abrechnen, erklären“  18.00 Uhr Abschluss Infostände mehrerer Anbieter von Praxisverwaltungssoftware Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. ri Fab

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Veranstaltungsort: Stadthalle Neumünster Kleinflecken 1 24534 Neumünster

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Kontakt Timo Rickers, KVSH Tel. 04551 883 286 timo.rickers@kvsh.de

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