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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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März 2018 | 21. Jahrgang

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Deeskalations-Tipps se r ab vi se ces it ei e te 34 n

Der richtige Umgang mit aggressiven Patienten


Inhalt seite

rubrik/Thema

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Aus dem Inhalt

TITELTHEMA 4 Vom Helfer zum Opfer: Gewalt in Praxen nimmt zu 5 „Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl“:

Interview mit Kay Katzenmeier, stellvertretender Leiter der Zentralstelle für polizeiliche Prävention bei der Landespolizei Schleswig-Holstein

7 Security-Check: Wie Ärzte und ihre Mitarbeiter sich vor Gewalt schützen können

Steinburger Ärzteverein organisierte Fortbildung zum Thema „Gewaltprävention in der Arztpraxis“

Beschimpft, bedroht oder sogar tätlich angegriffen – Ärzte und Medizinische Fachangestellte werden bei ihrer Arbeit immer öfter mit verbaler oder körperlicher Gewalt durch Patienten konfrontiert. Um zu verhindern, dass Helfer zu Opfern werden, stellen wir im Titelthema Präventionsstrategien vor, die für mehr Sicherheit im Praxisbetrieb oder beim Hausbesuch sorgen.

9 Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik 11 Aktuelles Urteil zu Arztbewertungsportalen:

Drei Fragen an Rechtsanwalt Dr. Thomas Jochheim

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12 Vorstandswahl 14 Bericht über die Abgeordnetenversammlung 16 Legende von den „Budgetferien“ widerlegt:

Interview mit Dr. Dominik Graf von Stillfried, Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland

Dr. Monika Schliffke und Dr. Ralph Ennenbach werden auch in Zukunft den hauptamtlichen Vorstand der KVSH bilden. Die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung wählten die Allgemeinmedizinerin und den Physiker für weitere sechs Jahre.

Praxis & KV 17 Telematikinfrastruktur:

So funktioniert die Auszahlung der Pauschalen

18 Laborreform kommt zum 1. April 2018 22 Neues Beratungsangebot zur Antibiotika-Verordnung 23 Serie: Die Kreisstelle Ostholstein stellt sich vor 24 Leserbrief

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25 Bekanntmachungen und Meldungen 26 HVM-Änderungen mit Wirkung zum 1. April 2018 28 Psychotherapie: Definition Depression 30 Neues aus KVen und KBV Die Menschen im Land 31 Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

Dr. Eberhard Prokop war für „ Ärzte ohne Grenzen“ im Einsatz. Der Chirurg aus der Praxisklinik Kronshagen berichtet von seinen Erfahrungen im westafrikanischen Krisenstaat Tschad.

32 Mit „Ärzte ohne Grenzen“ im Tschad: Helfer in einem vergessenen Land

Service 34 Sicher durch den Verordnungsdschungel: Richtige Kodierung spart Geld und Ärger

35 Sie fragen – wir antworten 36 Serie: Kooperieren, aber richtig 37 Seminare 39 Termine

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Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 3 | 2018 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit, bringt der designierte Bundesgesundheitsminister offenbar mit. Dazu gehört dann auch die Aufgabe, empfundene Mängel in der Terminvergabe für Patienten mit der Realität in Einklang zu bringen. Und in der spricht erst einmal vieles für die Ärzte. Man kann fast alles an Ausnahmen und unschönen Einzelbeispielen festmachen, einen Menschen mit Weitsicht zeichnet der Blick auf das Ganze aus. Diesen wünschen wir dem neuen Amtsträger jedenfalls von ganzem Herzen. Folgende Analogie drängt sich mir bei dem Thema Terminvergabe und Wartezeiten auf: Wenn in einem Land zu wenige Eier in die Läden gelangen würden, dann gäbe es verschiedene rationale Handlungsoptionen, das Problem zu lösen. Egal, ob ein Mehr an Hühnern oder Import oder auch Maßnahmen zur Reduktion des Verzehrs – es wären jeweils rationale Problemlösungsstrategien. Auf die Idee, das Hühnerfutter rationiert zu lassen und von den Hühnern per Verpflichtung, im Freien sichtbar zu sein und eine höhere Lege-Rate abzuverlangen, würde wohl niemand kommen. Der Versuch einer Anhebung der Sprechstundenzeit ist indes eine bittere Analogie, was in einer Zeit der Oberflächlichkeit politisch sogar verfangen kann. Jedenfalls wirbt die SPD in ihrem Begleitschreiben zur Zustimmung des GroKo-Vertrages genau damit. Unser System ist offenbar zu komplex, um diese Idiotie allgemein verständlich zu machen. Im aktuellen GroKo-Papier spielt die Selbstverwaltung nur eine Randrolle, die freiberufliche Ärzteschaft ist nur ein Player neben vielen. Man hat den Eindruck, die Substitution ist im Wording schon vorweggenommen. Es ist unsere Aufgabe, dem immer wieder die wahre Leistungsfähigkeit unseres Systems entgegenzuhalten, auch wenn man sich dabei an Sisyphus erinnert fühlen mag. Sisyphus konnte den Felsen bekanntermaßen nur unter allergrößten Anstrengungen den Berg hinauf bewegen. Doch jedes Mal, wenn er fast den Gipfel erreicht hatte, entglitt ihm der Stein und rollte wieder ins Tal hinab. Sisyphus musste von vorne beginnen. Meine Vorstandskollegin, Dr. Monika Schliffke, und ich sind vor kurzem von der Abgeordnetenversammlung der KVSH wiedergewählt worden. Für das damit verbundene Vertrauen bedanken wir uns auch an dieser Stelle ausdrücklich. Die Aufgabenbeschreibung eines KV-Vorstands ist vielfältig – die sprichwörtliche Sisyphusarbeit gehört sicherlich dazu, damit auch die Politik den Wert und die Leistungsfähigkeit der ärztlichen und psychotherapeutischen Selbstverwaltung wieder anerkennt. Lassen Sie sich den Spaß an der Arbeit gleichwohl nicht verdrießen. Die Freude am Beruf ist etwas, was einem niemand nehmen können darf – erst recht keine Akteure mit Gesundheitsplänen, die kaum einen sinnvollen Lösungsansatz in sich tragen, sondern ein hohes Maß an Populismus.

Dr. Ralph Ennenbach

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Titelthema G ewalt gege n Ä rzte

Wenn Helfer zu Opfern werden

© istock.com/Ranta Images

Pöbelnde Patienten, aggressiv auftretende Angehörige: Immer mehr Ärzte und ihr Personal sehen sich Aggressionen und Gewalt ausgesetzt. Gründe dafür liegen Experten zufolge in einer gestiegenen Anspruchshaltung der Patienten und sinkendem Respekt vor den Medizinern.

„Hiebe in der Kinderarztpraxis“ – so lautete die Überschrift eines Zeitungsartikels, erschienen Ende Dezember vergangenen Jahres im Holsteiner Courier. Was war geschehen? Ein Kinderarzt aus Neumünster war kurz vor Heiligabend in seiner Praxis tätlich angegriffen worden, weil Angehörigen die Behandlung eines kleinen Patienten offenbar nicht schnell genug ging. Zwei Männer, der Vater des Jungen und ein Begleiter, seien gleich fordernd aggressiv in der Praxis aufgetreten und obwohl ihnen signalisiert wurde, dass sie als nächstes dran seien, pöbelten sie herum. Als das Praxisteam die Polizei alarmierte, verließen die Männer mit dem Kind die Praxis. Der Begleiter kehrte allerdings noch einmal zurück, schlug dem Arzt auf den Hinterkopf und zerriss sein Hemd. Nur durch das couragierte Eingreifen weiterer Väter konnte der Angreifer abgedrängt werden. „Man will helfen, kann helfen und dann kriegt man eine geknallt“, so das bittere Fazit des Mediziners gegenüber der Zeitung. Der Angriff auf den Arzt in Neumünster ist kein Einzelfall – im Gegenteil: Laut einer bundesweiten Studie der Technischen Universität München (www.aerzteblatt.de/pdf/112/10/m159.pdf) waren neun von zehn Hausärzten während der Arbeit schon einmal Opfer von aggressivem Verhalten ihrer Patienten. Am häufigsten kommt es demnach zu Beschimpfungen oder Beleidigungen (73 Prozent), gefolgt von Sachbeschädigungen und Diebstahl (54 Prozent). Jeder fünfte Mediziner erlebte schwerwiegende Aggression und Gewalt. In ihrer Praxis und bei Heimbesuchen fühlen sich zwar die meisten Ärzte noch sicher. Anders sieht es dagegen während der Bereitschaftsdienste und bei Hausbesuchen aus. Zwei Drittel der Ärztinnen und ein Drittel der Ärzte fühlen sich dann nicht sicher. 4

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Hemmschwelle gegenüber Ärzten sinkt Die Autoren der Studie veranschaulichen ihre Ergebnisse mit diversen Fallschilderungen. Diese reichen von verbalen Attacken bis hin zu extremer Gewalt. So berichtet ein Arzt: „Lautstarke Auseinandersetzung mit Androhung von körperlicher Gewalt bei einem zuhause randalierenden Patienten. Einweisung psychiatrisches Krankenhaus.“ Ein anderer wird mit den Worten zitiert: „Patient schlug mit Briefständer Loch in Theke und bedrohte mich.“ Besonders gefährlich sind offensichtlich Bereitschaftsdienste „Nächtlicher Bereitschaftsdienst, Hausbesuch bei beklagtem Oberbauchschmerz, C2-Kontinuitätsdelir, Angriff mit Stichwaffe, Flucht meinerseits durch Fenster“, notiert ein anderer Mediziner. Warum aber gehen Patienten auf diejenigen los, die ihnen helfen wollen? Sicherlich spielen Alkohol- und Drogenmissbrauch eine große Rolle. Oftmals sind es auch Menschen, deren aggressives Potenzial in ihren psychiatrischen Erkrankungen liegt. Die Erfahrungsberichte zeigen allerdings auch, dass es immer weniger Respekt vor Autoritäten gibt und die Hemmschwelle gegenüber Ärzten sinkt. Patienten oder Angehörige – wie das Beispiel aus Neumünster deutlich macht – kommen nicht mit vermeintlich längeren Wartezeiten zurecht, stellen die ärztliche Kompetenz infrage und werden handgreiflich, wenn sie nicht sofort behandelt werden. Vertreter der Ärzteschaft fordern längst härtere Strafen. So verlangte Professor Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, von Justizminister Heiko Maas, das Gesetz zum Schutz von Polizisten und Rettungssanitätern gegen Gewalt auf Ärzte auszudehnen. „Gewalt gegen Ärzte muss stärker bestraft werden als heute. Es ist das Mindeste, dass diejenigen, die sich tagtäglich für das Wohl ihrer Patienten einsetzen, nicht auch noch Aggressionen und Gewalt ausgesetzt sind“, so Montgomery in der BILD-Zeitung. Hoffnung, dass die Politik den besonderen strafrechtlichen Schutz beim Einsatz von Polizisten und Rettungskräften auf andere Berufsgruppen ausweitet, gibt es derzeit allerdings nicht. Schon im vergangenen Jahr waren in der Gesetzesvorlage des Bundesjustizministeriums, die vorsah, Übergriffe gegen Polizisten und Sanitäter stärker zu ahnden, ausgerechnet die Ärzte unberücksichtigt geblieben. Marco Dethlefsen, KVSH

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Titelthema I n terview

„Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl“ Kay Katzenmeier ist stellvertretender Leiter der Zentralstelle für polizeiliche Prävention bei der Landespolizei Schleswig-Holstein. Im Interview erläutert der Kriminalhauptkommissar, mit welchen Präventionsmaßnahmen sich Ärzte, Psychotherapeuten und ihr Praxispersonal gezielt auf den Umgang mit aggressiven Patienten vorbereiten können. Nordlicht: Gewalt gegen Polizisten, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute ist in den Medien schon länger ein Thema. Aber auch Ärzte und Medizinische Fachangestellte berichten immer häufiger, dass sie mit unterschiedlichen Formen von Gewalt konfrontiert werden. Ist die Arztpraxis zu einer gefährlichen Zone geworden? Kay Katzenmeier: Die Intensität und die Häufigkeit von Gewalt gegen Helfer haben in den letzten Jahren zugenommen. Das gilt auch für Ärzte und ihr Personal. In Praxen und Krankenhäusern kommen viele Menschen zusammen, die alle ein bestimmtes Anliegen haben. Dadurch entsteht Raum für Missverständnisse und ein latentes Aggressionspotenzial, das im Extremfall auch in offene Gewalt münden kann. Bei weit über 98 Prozent der Fälle haben wir es mit verschiedenen Formen von verbaler Gewalt zu tun, also Beleidigungen, Beschimpfungen und Pöbeleien. Ärzte und Medizinische Fachangestellte sollten das wissen und sich gut darauf vorbereiten. Das Thema „Gewalt“ muss dazu zunächst einmal aus der Tabu-Zone geholt werden. Es ist Chefsache und sollte regelmäßig innerhalb des Praxis-Teams besprochen werden. Gerade in der Arztpraxis sind feste Absprachen für den Fall der Fälle nötig. So entsteht für alle mehr Verhaltenssicherheit. Die Teams brauchen praktische Rezepte, wie sie konkret mit Gewalt umgehen sollten. Die Einstellung „uns passiert schon nichts, wir sind ja die Guten“ hilft nicht weiter.

„Gerade in der Arztpraxis sind feste Absprachen, wie sich das Team im Fall der Fälle verhalten sollte, nötig.“ Nordlicht: Was sollte auf dem „Rezept gegen Gewalt“ stehen? Katzenmeier: Eine gelassene Wachsamkeit und ein gesundes Bauchgefühl helfen, potenziell gefährliche Situationen rechtzeitig zu erkennen. Die Aggressivität kann dann in den aller-

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meisten Fällen verbal aufgefangen und vorab entschärft werden. Kommunikation ist also das A und O. Wenn sich eine Situation am Empfang oder in der Sprechstunde hochzuschaukeln beginnt, entscheiden oft vermeintliche Kleinigkeiten, ob sie am Ende eskaliert. Die richtige Ansprache eines aggressiven Menschen ist entscheidend. Vermeiden Sie z. B. Rechtfertigungsfragen, wie „Warum gucken Sie so?“ oder „Wieso pöbeln Sie hier herum?“ Fragen Sie lieber nach folgendem Muster: „Sie wirken angespannt. Was fehlt Ihnen?“ oder „Es gibt ein Problem. Wie kann ich Ihnen weiter helfen?“ Gewalttäter in der Arztpraxis handeln nämlich in der Regel nicht planvoll, sondern aus dem Affekt und stehen unter Adrenalin. Zunächst sollte man immer „sanfte" Methoden einsetzen, da „harte“ Methoden die Gefahr zu Widerstand erhöhen. Wichtig ist die Anwendung von gesprächsfördernden Aspekten, wie z. B. offene Körper- bzw. Sitzhaltung, Blickkontakt, Interesse zeigen und ein aktives Zuhören.

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Titelthema

Nordlicht: Ärzte und ihr Personal sind Gewalt in der Regel nicht gewohnt. Wie sollen sie sich verhalten, wenn sich eine Konfliktsituation aufbaut? Katzenmeier: Zunächst einmal sollte man versuchen, ruhig zu bleiben, d. h. Panik und Hektik vermeiden. Unvorhergesehene Situationen lösen bei Menschen Stress aus. Ihr Verhalten ist dann oftmals nicht angemessen. Das bewusste Anwenden gesprächsfördernder Aspekte trägt erheblich zu einem konstruktiven Gesprächsverlauf bei. Treten Sie dabei gegenüber aggressiven Menschen ruhig, sicher und selbstbewusst auf. Stellen Sie Blickkontakt her und reden Sie laut und deutlich. Das Ziel einer verbalen Deeskalation ist es, die Erregtheit, Verzweiflung, Angst oder Wut eines Patienten wahrzunehmen und diesen Emotionen verbal zu begegnen, um dadurch eine weitere Eskalation zu vermeiden.

„Das Thema ,Gewalt’ muss aus der Tabu-Zone geholt werden.“

Nordlicht: ... und wenn es trotzdem zum direkten Angriff kommt? Katzenmeier: Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten, auf körperliche Gewalt zu reagieren: Angriff, Flucht oder Erstarren. Die letzte Möglichkeit ist dabei immer die schlechteste. Die wichtigste Sicherheitsregel ist immer: „Weg vom Angreifer, weg aus der Situation“. Das Recht und die Pflicht, sich in Sicherheit zu bringen, geht über jegliche Verpflichtung anderer Art, z. B. Schutz der Akten oder des Mobiliars. Dabei ist es notwendig, diese Maßnahmen für den Ernstfall zu erproben bzw. zu durchdenken. Was müsste getan oder verändert werden, um einem Ernstfall erfolgreich begegnen zu können. Viele Verletzungen geschehen, weil die Opfer zu lange in einer eskalierenden Situation bleiben. Lassen Sie sich im Notfall niemals auf ein Gerangel oder auf einen Kampf ein. Vermeiden Sie grundsätzlich Körperkontakt. Wenn sie also körperlich bedroht werden: Distanz herstellen (doppelte Armlänge), Arme hoch (vor die Brust) und/oder Schutz hinter einem Hindernis (z. B. Tisch) suchen, sofern es möglich ist. Machen Sie sich körperlich groß und setzen Sie die eigene Stimme laut und fest ein. Holen Sie sich kollegiale Unterstützung. Personelle Überlegenheit führt häufig zur Beruhigung der Situation. Die Anwendung körperlicher Abwehrtechniken sollte das allerletzte Mittel der Gefahrenabwehr sein. Sie dürfen nur angewendet werden, wenn alle anderen Möglichkeiten der Deeskalation ausgeschöpft sind. Für das Personal müssen die Interventionstechniken leicht erlernbar und im Praxisbetrieb effektiv durchführbar sein. Nordlicht: Was halten Sie von Reizstoffsprühgeräten als Verteidigungsmittel? Katzenmeier: Falls Sie noch genügend Zeit haben, die Spraydose aus der Hosentasche oder der Schublade zu holen und gezielt gegen den Angreifer zu richten, kann das helfen. In einer

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Angst-Stress-Situation kommt es aber häufig vor, dass das Spray falsch gehandhabt wird. Im schlimmsten Fall sprühen Sie es sich selbst in die Augen. Der Schuss kann also auch nach hinten losgehen. In der Arztpraxis würde ich von diesem Mittel abraten, denn am Empfang oder im Wartezimmer gibt es in der Regel auch Unbeteiligte, die vom Reizgas getroffen werden könnten. Nordlicht: Was sollte im Empfangsbereich und im Behandlungszimmer beachtet werden? Katzenmeier: Räumen Sie spitze oder schwere Gegenstände weg. Stellen Sie, wenn möglich, Tische und Stühle so, dass Ihnen Fluchtmöglichkeiten bleiben. Auch ein Alarmknopf am PC oder am Empfangstresen ist ein gutes Mittel. Nordlicht: Hausbesuche bei unbekannten Patienten haben ein besonders hohes Gefahrenpotenzial. Wie können Ärzte für maximale Sicherheit sorgen? Katzenmeier: Achten Sie auf Eigensicherung und Ihr Bauchgefühl. Seien Sie wachsam und rechnen Sie mit allem. Halten Sie z. B. immer eine gewisse Distanz, wenn Sie an der Tür klingeln. Prüfen Sie die räumliche Situation, in die Sie sich hineinbegeben. Wenn Sie in der Wohnung ein komisches Gefühl bekommen und die Situation Ihnen merkwürdig vorkommt, ziehen Sie sich sofort unter einem Vorwand zurück. Überlegen Sie sich schon vorher gute Ausreden, die Sie auch unter Stress überzeugend und sicher anwenden können. Rufen Sie dann die Polizei. Es nützt niemandem, wenn Sie am Ende eins auf die Nase bekommen, obwohl Sie ja eigentlich nur helfen wollten. Nordlicht: Haben Sie noch einen Tipp für Psychotherapeuten, die in der Regel mit ihren Patienten allein in der Praxis sind? Katzenmeier: Treffen Sie feste Absprachen mit Freunden oder Nachbarn, die Ihnen notfalls sofort helfen können. Ein versteckter Alarmknopf oder ein Codewort, das Sie unter einem Vorwand am Telefon benutzen, sind probate Mittel. Ansonsten gilt wie immer bei Eins-gegen-Eins-Situationen: Wenn Argumente und gute Worte nichts mehr nützen, sofort aus der Situation rausgehen und Hilfe holen. Nordlicht: Was halten Sie von Schulungskonzepten für einen deeskalierendem Umgang mit Patienten? Katzenmeier: Schulungen in deeskalierendem Umgang mit Kunden und Vermeidung von tätlichen Übergriffen ermöglichen zum einen eine erheblich größere Sicherheit der Mitarbeiter. Zum anderen erhöhen sie auch wesentlich die Qualität der Dienstleistung an dem Patienten und damit auch die Patientenzufriedenheit und das Ansehen der Praxis und der Mitarbeiter. Die Qualifizierung ist dann sinnvoll und nachhaltig, wenn sie die alltägliche Situation der Mitarbeiter am Arbeitsplatz widerspiegelt. Dabei muss die Schulung überwiegend auf primärpräventive und verbale Deeskalationstechniken ausgerichtet sein. Supervisionsangebote sowohl für die Beschäftigten als auch gemeinsam mit den Ärzten, tragen ebenfalls zur Reflexion von außergewöhnlichen Belastungssituationen bei. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema C heckliste n

Arztpraxis ƒƒ Halten Sie sich an das „Zwei-Personen-Prinzip“, d. h. bleiben Sie mit schwierigen Patienten nie allein im Sprechzimmer. ƒƒ Planen Sie Fluchtwege für das Personal und unbeteiligte Patienten ein, z. B. durch einen möglichst kurzen und freien Weg zur nächsten Tür. ƒƒ Schaffen Sie eine Zutrittskontrolle für bestimmte Bereiche der Praxis, z. B. durch Spezialschlösser oder automatische Türschließer. ƒƒ Bauen Sie ein Alarmsystem in die Telefonanlage oder in den Praxiscomputer ein. ƒƒ Bereiten Sie sich auf mögliche Gefahrensituationen vor. Spielen Sie diese Situationen allein und mit Ihrem Praxisteam durch. ƒƒ Achten Sie auf ausreichende Distanz zu Patienten und Besuchern, z. B. durch einen soliden Empfangstresen, der auch als Barriere fungieren kann. ƒƒ Bewahren Sie keine Gegenstände auf dem Empfangstresen oder im Behandlungszimmer auf, die als Waffen oder Wurfgeschosse eingesetzt werden können (Scheren, Brieföffner, Locher, Hefter). ƒƒ Vernetzen Sie alle Einzelarbeitsplätze, sodass jeder im Notfall schnell Hilfe bei Kollegen holen kann. ƒƒ Üben Sie den Umgang mit aggressivem Verhalten im Team ein. Legen Sie Regeln fest, z. B. für das Erteilen eines Hausverbots und zur Alarmierung der Polizei. ƒƒ Richten Sie ein internes Meldewesen für aggressive Vorfälle ein (Erfassungsbogen + Nachbesprechung im Team). ƒƒ Sorgen Sie für eine professionelle Nachbetreuung für betroffenes Personal. ƒƒ Fördern Sie in Ihrem Team die Fähigkeiten zur Vermeidung und Deeskalation von kritischen Situationen, z. B. durch betriebliche Fortbildungen.

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Hausbesuch ƒƒ Fragen Sie vor dem Hausbesuch am Telefon eine „Checkliste“ mit Sicherheitsfragen beim Patienten ab: Sind Sie allein? Welche Familienangehörigen sind anwesend? Gibt es vor Ort einen Hund? Sind Alkohol oder Drogen im Spiel? Vor Ort müssen Sie diese Dinge auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. ƒƒ Treten Sie nach dem Klingeln an der Haustür des Patienten einen Schritt zurück und achten Sie auf einen sicheren Stand. ƒƒ Planen Sie immer vorab mögliche Rückzugswege ein. ƒƒ Legen Sie sich Ausreden zurecht, damit Sie sich gegebenenfalls schnell aus einer brenzligen Situation zurückziehen können. ƒƒ Halten Sie Ihr Handy griff- und einsatzbereit.

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Mehr Sicherheit für Ärzte und Medizinische Fachangestellte

Psychotherapeuten ƒƒ Schaffen Sie sich nach Möglichkeit räumliche Rückzugsmöglichkeiten. ƒƒ Empfangen Sie potenziell aggressive Patienten lieber erst einmal im Flur, damit Sie im Ernstfall in den Behandlungsraum fliehen können. ƒƒ Vereinbaren Sie mit Kollegen oder Freunden besondere Absprachen (Codewörter) am Telefon, um für den Fall der Fälle unter einem Vorwand schnell Hilfe rufen zu können. ƒƒ Führen Sie Termine mit schwierigen Patienten nach Möglichkeit nicht allein durch. Zusammengestellt von Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema K reis S tei n burg

Kein Platz für Gewalt

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Der Verein niedergelassene Ärzteschaft Kreis Steinburg e. V. (VNÄ-KS) bot Ärzten und Medizinischen Fachangestellten eine Fortbildung zum Thema „ Gewaltprävention in der Arztpraxis“ an, um die Praxis-Teams besser auf den Umgang mit aggressiven Patienten vorzubereiten. Anlass für die Veranstaltung waren zwei Vorfälle, die sich im Herbst letzten Jahres in der Anlaufpraxis am Krankenhaus Itzehoe ereignet hatten.

Der Begleiter einer Patientin hatte dort eine Medizinische Fachangestellte (MFA) schwer beleidigt und sich auch nach mehrmaliger Aufforderung geweigert, mit den Pöbeleien aufzuhören. Wenige Tage später wurde an selber Stelle ein Patient gewalttätig, weil der Bereitschaftsdienstarzt ihm kein Antibiotikum verschreiben wollte. Am Ende einer massiven verbalen Auseinandersetzung schlug der aufgebrachte Mann, der offensichtlich unter Drogeneinfluss stand, ein Fenster der Anlaufpraxis ein, nicht ohne vorher Arzt und MFA auf übelste Art und Weise beschimpft zu haben. Für den VNÄ-KS waren die beiden Vorfälle Grund genug, kurzfristig eine Fortbildung rund um das Thema „Gewaltprävention“ zu organisieren. Ziel war es, Ärzte und Mitarbeiter im Umgang mit eskalierenden Situationen souveräner und selbstsicherer zu machen. Sie sollten außerdem lernen, durch Signale der Entschlossenheit und klarer Grenzsetzung schon im Vorfeld bedrohliche Auseinandersetzungen abzuwenden. Fortbildung mit guter Mischung aus Theorie und Praxis Eine Initiative, die sehr gut angenommen wurde. Rund 25 Ärzte und MFA besuchten die ausgebuchte Fortbildungsveranstaltung und lobten hinterher deren inhaltlichen Zuschnitt. Ein Rechtsan8

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walt hatte zunächst in einem Vortrag und einer anschließenden Diskussionsrunde die wichtigsten rechtlichen Hintergründe zu den Themen „Notwehr“, „Nothilfe“ und „Nötigung“ erläutert und Fragen beantwortet. Danach bot ein Lehrer für japanische Kampfkunst, der gleichzeitig als Justizangestellter arbeitet, den Teilnehmern in einem Workshop die Gelegenheit, sich auf potenziell brenzlige Situationen einzustellen. Außerdem gab es praktische Übungen zur Körpersprache und zur Bedeutung von Distanz und Timing. Auch einfache Techniken der Selbstverteidigung standen auf dem Programm. Jakob Wilder, KVSH

Mehr Information zur Fortbildungsveranstaltung Verein niedergelassene Ärzteschaft Kreis Steinburg e. V. Geschäftsstelle Dammannkoppel 8, 25524 Itzehoe Tel. 04821 888 189, www.vnae-ks.de

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NACHRICHTEN  KOMPAKT I mpfe n

P ublikatio n e n

Praxis-Poster gratis

Überblick in Sachen Hygiene

Kiel – Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren hat im Rahmen der Impfkampagne SchleswigHolstein neue Poster für Arztpraxen erstellt. Diese können unter www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Impfen/Service/Broschueren/Poster_zum_Download_Bestellung.html kostenlos bestellt werden.

© istock.com/RapidEye

Ärzte und Praxispersonal erhalten im Internet außerdem wissenschaftliche Informationen rund um das Thema „Impfkritik“ als Argumentationshilfe, um Chancen, Nutzen sowie Risiken von Impfungen richtig einzuschätzen: www.schleswig-holstein. de/DE/Schwerpunkte/Impfen/ImpfenAZ/_documents/Impfschutz_Impfkritik.html

D igitale K ra n kschreibu n g

10.000 Atteste bei der TK eingegangen Kiel – Immer mehr Krankschreibungen erreichen die Techniker Krankenkasse (TK) auf elektronischem Weg. Im Januar wurde im Rahmen des Pilotprojekts in Schleswig-Holstein die Marke von 10.000 erreicht. Seit Oktober können Ärzte im nördlichsten Bundesland auf Wunsch der TK-Versicherten den „gelben Schein“ direkt in der Praxis per Mausklick an die Krankenkasse schicken. „Die TK bekommt die Krankmeldung so in Sekundenschnelle. Der Patient spart sich das Briefporto oder das Hochladen der Krankschreibung im Internet. Die Arztpraxis muss keinen sogenannten „gelben Schein“ mehr ausdrucken“, erklärte Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. Bisher muss ein Arzt die Krankschreibung drei Mal ausdrucken. Ein Exemplar leitet der Patient an die Krankenkasse weiter, ein Ausdruck ist für den Arbeitgeber, ein Papier für die eigenen Unterlagen. Bei 75 Millionen Krankschreibungen im vergangenen Jahr könnten durch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) zukünftig insgesamt 225 Millionen bedruckte Blätter in Deutschlands Arztpraxen eingespart werden. Das Pilotprojekt zur eAU startete zunächst in Schleswig-Holstein und wird dort mittlerweile von rund 360 Ärzten genutzt. In Kürze wird die eAU nach Angaben der TK auch in Hamburg an den Start gehen. 3 | 2018

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Reutlingen – Um Praxen einen besseren Überblick über den Umsetzungsstand von Hygienemaßnahmen zu bieten, hat das Kompetenzzentrum Hygiene und Medizinprodukte seinen Erhebungsbogen „Hygiene und Medizinprodukte – Feststellung des Status quo in der Arztpraxis“ aktualisiert. Der Erhebungsbogen ist in vier Themenbereiche strukturiert und beinhaltet Aussagen zu verschiedenen hygienerelevanten Aspekten. Durch Bewertung der Aussagen mit ja, nein oder teilweise kann der Ist-Zustand der Praxis in der Etablierung von Hygienestandards selbst beurteilt werden. Der Erhebungsbogen ermöglicht außerdem eine Einschätzung, inwieweit die rechtlichen Anforderungen erfüllt sind und wo möglicherweise noch Verbesserungspotenzial besteht. Dazu besteht die Möglichkeit, Bemerkungen hinter jeder Aussage entsprechend einzutragen. Die Aussagen sind mit Erläuterungen hinterlegt, welche Erklärungen, Hinweise, Umsetzungsvorschläge (z. B. Hinweise auf die „Mustervorlage Hygieneplan für die Arztpraxis“), aber auch die konkreten Rechtsgrundlagen, aus denen die einzelnen Anforderungen hervorgehen, beinhalten.

Download unter: www.hygiene-medizinprodukte.de/download

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NACHRICHTEN  KOMPAKT B roschüre

U n fallversicheru n g

Patienten kultursensibel behandeln

Neue bundesweite Clearingstelle für Streitfragen Berlin – Bei Problemen mit Unfallversicherungsträgern können sich Ärzte und Psychotherapeuten ab sofort an eine bundesweite Clearingstelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wenden. Diese unterstützt bei Streitigkeiten zu Abrechnungsfragen oder bei der Auslegung des Vertrages Ärzte/Unfallversicherungsträger. Neu ist, dass Ärzte und Psychotherapeuten ihren Antrag direkt an die Clearingstelle richten können. Bisher sah der Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger ein Verfahren über Schlichtungsstellen auf Landesebene, mit Anträgen über die Kassenärztlichen Vereinigungen, vor.

Berlin – Die Arzt-Patienten-Kommunikation wird vor besondere Herausforderungen gestellt, wenn sprachliche oder kulturelle Barrieren hinzukommen. Denn so unterschiedlich die Herkunftsländer und Kulturen der Patienten sind, so verschieden können ihre Erwartungen und Bedürfnisse beim Arztbesuch sein. Auf diese Vielfalt in der Praxis macht die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der gleichnamigen Broschüre aufmerksam. Das Heft bietet Informationen und Tipps zum kultursensiblen Umgang, unter anderem von einem niedergelassenen Kardiologen mit syrischem Migrationshintergrund. Auch eine Kinder- und Jugendärztin sowie ein Psychiater schildern ihre Erfahrungen. Darüber hinaus bietet die Broschüre Serviceinformationen für den Praxisalltag, wie Hinweise auf die Patienteninformationen in Fremdsprachen. Die Broschüre „Vielfalt in der Praxis“ kann kostenfrei per E-Mail unter versand@kbv.de oder formular@kvsh.de bestellt werden und steht online unter www.kbv.de/html/publikationen.php als barrierefreie Webversion bereit.

S ervice

MVZ-Leitfaden neu aufgelegt Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat ihre Publikation „Medizinische Versorgungszentren – Ein Leitfaden für Gründer“ aktualisiert. Ärzte und Psychotherapeuten, die sich für die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) interessieren, erhalten damit ein umfangreiches Arbeitsbuch zu zahlreichen Themen. Das Spektrum reicht von der Unternehmensbeschreibung und Vertragsgestaltung über Investitions- und Finanzplanung bis hin zum Qualitätsmanagement. Checklisten unterstützen die Entscheidungsfindung und die konkrete Planung bei der Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums. Kooperative Versorgungsformen haben sich innerhalb der vertragsärztlichen Versorgung etabliert. Der nunmehr aktualisierte Leitfaden bereitet eine mögliche MVZ-Gründung aus rechtlicher, ökonomischer sowie organisatorischer Sicht systematisch auf. Er beschreibt die Planung der notwendigen Schritte von der Idee bis zur Umsetzung und er beantwortet Fragen, die für die Gründung relevant sind. Ärzte und Psychotherapeuten erhalten das MVZHandbuch kostenlos bei der KVSH (E-Mail an formular@kvsh.de).

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Mit der Clearingstelle werde nun sichergestellt, dass bundesweit jeder Arzt und Psychotherapeut in Streitfragen einen Ansprechpartner hat und die Entscheidungen bundeseinheitlich getroffen werden, so die KBV. Ärzte und Psychotherapeuten können ihre Anträge ab sofort mit einer ausführlichen Darstellung des Problems und unter Beifügung der anonymisierten entscheidungserheblichen Unterlagen (z. B. Berichte, Rechnungen, bisheriger Schriftwechsel) an clearingstelle-unfallversicherung@kbv.de senden.

K B V - A n al y se

Screenings für Schwangere werden stark genutzt Berlin – Die in den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehenen Screenings der Schwangeren werden umfassend umgesetzt. Konkrete Zahlen dazu hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung jetzt erstmals auf www.kbv.de veröffentlicht. Die MutterschaftsRichtlinien sehen Tests auf Hepatitis B, Chlamydien, Syphilis, HIV und, seit 2013, auf Schwangerschaftsdiabetes vor. Die Analysen ergaben, dass im Jahr 2015 je nach Test zwischen 84 und 94 Prozent der schwangeren Frauen das Angebot zur Früherkennung der Erkrankungen nutzten. Für die Analysen hat die KBV die Screening-Daten aller gesetzlich versicherten Schwangeren im Zeitraum von 2010 bis 2015 ausgewertet. Durch die rechtzeitige Diagnose und Behandlung der Erkrankungen können negative Folgen für Mütter und Kinder verhindert werden. Insgesamt ist die Anzahl der neu entdeckten Infektionen relativ gering. So wurde im Erhebungszeitraum bei neun von 10.000 Schwangeren eine Hepatitis-B-Infektion festgestellt, die bis dahin nicht diagnostiziert war. Der Anteil der infizierten Frauen war über die Jahre gleichbleibend niedrig. Hohe Raten zeigen sich dagegen beim Schwangerschaftsdiabetes. Diese Diagnose wurde im Jahr 2015 bei etwa 1.420 von 10.000 Schwangeren gestellt. Dagegen sank der Anteil der Schwangeren mit einer ChlamydienInfektion zwischen 2010 und 2015 kontinuierlich ab und lag zuletzt bei rund 220 von 10.000 Schwangeren. 2010 waren es 270 von 10.000. Sehr selten wird während der Schwangerschaft eine Syphilis-Infektion festgestellt – 2015 trat die Erkrankung bei etwa vier von 10.000 Schwangeren auf.

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gesundheitspolitik U rteil

„Kommerzialisierung hat Grenzen“ Das Ärztebewertungsportal jameda muss das Profil einer Kölner Hautärztin vollständig löschen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH). Rechtsanwalt Dr. Thomas Jochheim beschäftigt sich mit Marken- und Wettbewerbsrecht sowie Medien- und Urheberrecht. Wir haben ihm drei Fragen zur Tragweite des Grundsatzurteils aus Karlsruhe gestellt. Nordlicht: Welche Bedeutung hat das Grundsatzurteil des BGH für die Ärzteschaft?

Nordlicht: jameda zeigt sich also bisher noch von seiner unkooperativen Seite. Womit sollte ein Arzt rechnen, wenn er jetzt sein Profil löschen lassen will? Jochheim: Aus meiner eigenen Berufspraxis weiß ich, dass jameda den Streit nicht scheut. Häufig lässt sich ein Anspruch auf Löschung von rechtsverletzenden Bewertungen nur gerichtlich durchsetzen. Im Falle der Löschung von vollständigen Profilen steht für jameda nun das ganze Geschäftsmodell auf dem Spiel.Ein Arzt, der sein Profil löschen lassen will, wird sich daher auf ein gerichtliches Verfahren einstellen müssen. Alternativ bzw. parallel dazu lohnt sich womöglich auch eine Beschwerde bei der Datenschutzaufsichtsbehörde. Das fürjjameda zuständige Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) ermöglicht eine solche Beschwerde ganz einfach über ein Online-Formular.

© Dr. Thomas Jochheim

Thomas Jochheim: Das Urteil hat zunächst Bedeutung für alle Branchen, deren Leistungen auf Bewertungsplattformen im Internet beurteilt werden. Der BGH macht deutlich, dass die Kommerzialisierung dieser Bewertungsplattformen seine Grenzen hat. Überschreitet man diese, wie jameda es durch die Einblendung von Profilbildern unmittelbarer Konkurrenten auf den Profilseiten von nichtzahlenden Ärzten getan hat, dann muss man als Betreiber auch akzeptieren, dass sein Grundrecht auf Meinungs- und Medienfreiheit weniger schwer wiegt als das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Bewerteten. Welche Bedeutung das Urteil konkret für die Ärzteschaft hat, bleibt abzuwarten. jameda hat umgehend nach dem Urteilsspruch die beanstandete Werbung angepasst und darauf hingewiesen, Ärzte hätten weiterhin keinen Anspruch auf Löschung ihres Profils. Die uns bislang bekannte Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs scheint jameda hier recht zu geben. Ganz genau werden wir es aber erst wissen, wenn die Urteilsgründe des Bundesgerichtshofs in einigen Monaten veröffentlicht werden.“

Nordlicht: In den Vorinstanzen war die klagende Hautärztin noch unterlegen. Was könnte den BGH zu einer Neubewertung veranlasst haben? Jochheim: Aus den Urteilsgründen der Vorinstanzen des Landgerichts und Oberlandesgerichts Köln geht hervor, dass die Werbeeinblendungen dort in einem anderen Kontext diskutiert wurden, nämlich, ob damit wirtschaftlicher Druck auf die Klägerin ausgeübt wurde, einen kostenpflichtigen Vertrag mit jameda zu schließen, um Wettbewerbsnachteile zu verhindern. Dies haben die Vorinstanzen verneint. Die Frage, inwieweit ein Betreiber seine Neutralität als bloßer Informationsvermittler durch bestimmte Werbeangebote auf seiner Plattform einbüßen kann, wurde offenbar nicht thematisiert. Eine wirklich belastbare Aussage zu den Beweggründen des Bundesgerichtshofs lässt sich aber erst treffen, wenn wir die ausführlichen Urteilsgründe kennen. Die Fragen stellte Jakob Wilder, KVSH

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gesundheitspolitik K V S H - V orsta n dswahl

„So deutlich hat noch kein Koalitionsvertrag ins Mark der Freiberuflichkeit getroffen“

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Gesundheitspolitik der geplanten Großen Koalition sorgt für heftige Kritik.

Drei Themen standen im Mittelpunkt der Februar-Abgeordnetenversammlung: Der Koalitionsvertrag der Großen Koalition, das Ergebnis der regionalen Honorarverhandlungen für das Jahr 2018 und die vorgesehene Neujustierung der Richtlinie zur Praxisnetzförderung. Die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, ging in ihrem Bericht zur Lage mit dem Koalitionsvertrag, den CDU/CSU und SPD als Grundlage ihres gemeinsamen Regierens vorgelegt haben, hart ins Gericht. Schon die grundsätzliche Haltung zur Freiberuflichkeit kritisierte Schliffke. So sei vor vier Jahren im damaligen CDU/CSU-SPD-Koalitionsvertrag die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten noch „als unverzichtbares Element“ und „Garant für Diagnose- und Therapiefreiheit und für die freie Arztwahl“ genannt worden. In der neuen Vereinbarung finde sich hingegen nur ein allgemeiner Hinweis, dass „die Freiberuflichkeit der Heilberufe, die freie Arzt- und Krankenhauswahl, die Therapiefreiheit und gut qualifizierte Gesundheitsberufe“ zu den „Stärken“ unseres Gesundheitswesens gehörten. Für Schliffke ein deutliches Signal: „Hier verschieben sich Werteperspektiven. Für die kommende Koalition ist der freiberuflich tätige Arzt in der ambulanten Versorgung nicht mehr etwas Betonenswertes, nicht mehr die tragende Säule der Gesundheitsversorgung. Er ist einer unter mehreren.“ 12

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„Unprofessionell und realitätsfern“ Eine Absage erteilte sie Überlegungen, die Aufgaben der Terminservicestellen (TSS) auszuweiten – diese sollen künftig von 8 bis 18 Uhr erreichbar sein und auch Hausarztund Kinderarzttermine vermitteln – und die Mindestsprechstundenzeiten für GKVPatienten von 20 auf 25 Wochenstunden anzuheben. „Unprofessionell und realitätsfern“ seien die vorgesehenen TSS-Regelungen, „dilettantisch“ die neue 25-Stunden-Vorgabe. „Nichts wird sich dadurch verändern. Diese Dinge sind ausschließlich ein Misstrauensvotum gegen die gesamte niedergelassene Ärzte- und Psychotherapeutenschaft“, so das deutliche Urteil der Vorstandsvorsitzenden.

Skeptisch bewertete sie auch die Pläne der Parteien in der Notfallversorgung. Gehe es nach dem Willen der künftigen Regierungspartner, soll es einen gemeinsamen und damit geteilten Sicherstellungsauftrag sowie eine gemeinsame Finanzierungsverantwortung für die Notfallversorgung von Landeskrankenhausgesellschaft und jeweiliger KV geben. Sie wies auch das Vorhaben der Politik zurück, immer stärker in Aufgabenbereiche hineinzuregieren, die bisher der Selbstverwaltung vorbehalten waren. Exemplarisch nannte sie die geplante Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Regierungsfraktionen im Bundestag zur sektorenübergreifenden Versorgung. Sie soll, so die Festlegung der Koalitionäre, Vorschläge zu Bedarfsplanung, Zulassung, Honorar, Kodierung, Dokumentation, Kooperation der Gesundheitsberufe und Qualitätssicherung machen. „Alle diese Punkte waren“, bemängelte die Vorstandsvorsitzende, „bislang in der Hand der Selbstverwaltung. Nun will und wird der Staat kräftig mitmischen.“ Keine Aussagen zu den großen Herausforderungen Schliffke machte auf die Schlagseite des Koalitionsvertrags aufmerksam: Während immer stärker regulierend in bisherige Selbstverwaltungs-Kompetenzen eingegriffen werde, fehlten Aussagen zu den großen Herausforderungen: „Kein Wort, wie man den zunehmenden Behandlungsbedarf durch die Demographie angehen will. Kein Wort, wie man das Thema Steuerung in den richtigen Versorgungssektor behandeln will. Kein Wort zur Finanzierung zwischen dem ganzen Füllhorn angestrebter Wohltaten, weder in Bezug auf Budgets, noch zu Bedarfsplanungsänaktuell

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gesundheitspolitik derungen, noch, wie bei den Kliniken, zu Investitionsstau. Kein Wort zu einer nachhaltigen Perspektive für junge Ärzte und auch nichts zum Thema Patientenmitverantwortung.“ Das Gesamturteil fiel unmissverständlich aus: „So deutlich hat noch kein Koalitionsvertrag ins Mark der Freiberuflichkeit getroffen, in den Kern des beruflichen Selbstverständnisses und in den Wert von Selbstverwaltung“, so die Vorstandsvorsitzende. Die Koalition verkaufe Tafelsilber zugunsten eines Populismus, hinter dem keine tatsächlich versorgungsrelevante Realität stecke. „Anerkennung, Wertschätzung, eine gradlinige, einem freien Beruf entsprechende Finanzierungsbasis und jegliche Zukunftsperspektiven fehlen, Gestaltungshoheit bröckelt ab. Die Folgen werden nachhaltig sein, in England kann man sich das gerade anschauen“, warnte sie. Schliffke machte deutlich, dass die KVSH selbstbewusst auf die Gesundheitspolitik der neuen Bundesregierung reagieren werde: „Wir haben keinen Grund, uns zu verstecken“, betonte sie und ergänzte: „Je schwieriger es wird, desto mehr kommt es auf regional pragmatische und inhaltlich abgestimmte Lösungen an. Wenn wir Selbstverwaltung systemisch für wichtig erachten, wenn wir wissen, dass wir es besser können als jedes staatliche System, dann müssen und werden wir Antworten finden, strategische Entwürfe liefern und die daraus folgenden Forderungen erheben, die zur Umsetzung nötig sind.“ Die Abgeordneten bekräftigen die Kritik an den Berliner Vorhaben mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution, in der sie die Weichenstellungen der Regierungsparteien hin zu mehr Regulierung und Staatseinfluss in der ambulanten Versorgung ablehnen und fordern, der Selbstverwaltung wieder mehr Handlungsfreiheit einzuräumen. Der Wortlaut der Resolution ist unter www.kvsh.de abrufbar. Praxisnetzförderung hat Meilensteine gesetzt Nachdem der Vorstand bereits im vergangenen Herbst eine Diskussion über die Anpassung der Richtlinie zur Förderung anerkannter Praxisnetze angestoßen hatte, stellte die Vorstandsvorsitzende nun konkrete Änderungen vor. Der Zeitplan sieht vor, die Neuerungen in den nächsten Wochen auszuformulieren und den Abgeordneten im Juni zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Vorstandsvorsitzende zog zunächst ein positives Resümee der bisherigen Förderung: „Momentan können wir auch mal innehalten und uns vergegenwärtigen, dass wir Meilensteine gesetzt haben, dass in fünf Jahren Wesentliches erreicht worden ist“, so ihr Fazit. Deshalb lohne es sich, „dies zu erhalten, auszubauen und in jede Richtung weiter zu pflegen.“ Um diese Ziele zu erreichen, ist nun eine Novellierung der Richtlinie vorgesehen. Schliffke erläuterte, dass es genauere Formulierungen zur Unterscheidung der Stufen geben werde, die SafeNet-Quotenvorgabe* entfalle künftig, „denn alle Praxen werden in absehbarer Zeit an der TI angeschlossen sein und damit auch im SafeNet.“

In den Förderungsbedingungen soll stärker zur Geltung kommen, dass der KVSH die Interdisziplinarität der Netze wichtig ist. Schliffke: „Wenn nicht mindestens das 1/3 zu 2/3-Verhältnis erreicht wird, kann es nur eine Basisförderung geben.“ Zudem wird die Möglichkeit einer Projektförderung eingeführt. Schliffke wies darauf hin, dass Krankenkassen anerkannte Netze sehr wohl registrierten und diese inzwischen auch als mögliche Kooperationsträger bevorzugten. Jährliche Folgeanträge sollen entfallen. Erfüllt ein Netz die Vorgaben der Richtlinie, soll die Anerkennung für fünf Jahre ausgesprochen werden. Die Förderung werde dann jährlich ohne erneute Beantragung überwiesen, wie Schliffke erläuterte. Neue Anträge seien dann nur erforderlich, wenn beispielsweise eine höhere Stufe erreicht werden solle. Stimmt die Abgeordnetenversammlung der Neufassung bei der nächsten Sitzung zu, ist das Inkrafttreten der überarbeiteten Richtlinie am 1. Juli vorgesehen. Regionale Honorarverhandlungen abgeschlossen Einen Erfolg konnte Dr. Ralph Ennennbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH, vermelden. Nachdem die Bundesvorgaben für die Honorare im Jahr 2018 bereits im vergangenen Jahr vorlagen, konnten nun die regionalen Verhandlungen mit den Krankenkassen abgeschlossen werden. Insgesamt bezifferte Ennenbach die Steigerung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) in Schleswig-Holstein durch Bundesvorgaben und regionales Verhandlungsergebnis auf zwei Prozent. Zu den Forderungen, mit denen die KVSH in die Gespräche in Schleswig-Holstein gegangen war, gehörten die Ausgliederung der hausärztlichen Leistungen in einen Strukturvertrag Rheuma, Honorarzuschläge für Hygieneanforderungen (Einmalmaterial) sowie eine Beteiligung der Krankenkassen an Strukturkosten in der Methadonversorgung und bei der Finanzierung von besonderen Versorgungsangeboten anerkannter Praxisnetze. Ennenbach zeigte sich zufrieden, dass in wesentlichen Punkten eine Einigung erzielt werden konnte. So stellten die Krankenkassen eine Million Euro extrabudgetär für das hausärztliche Screening von rheumatologischen Patienten bereit. Auch konnte erreicht werden, dass eine halbe Million Euro für die Förderung von Versorgungsprojekten von Praxisnetzen zur Verfügung stünden. Ebenfalls als Erfolg wertete der KVSH-Vize, dass eine Million Euro für einen Einstieg in die volle Vergütung fachärztlicher Grundpauschalen verhandelt werden konnte. Auch der Strukturfonds ländlicher Raum sei verlängert worden. Nicht erreicht worden seien, so schilderte Ennenbach, eine Beteiligung der Krankenkassen an den Kosten für die Sicherstellung der Methadonversorgung sowie Honorarzuschläge für Hygienematerialien. Positiv sei aber, dass die Gespräche gezeigt hätten, dass für Forderungen im Bereich des Sprechstundenbedarfs bei den Krankenkassen „ein neues Verständnis“ bestünde. Ennenbach äußerte die Hoffnung, dass es deshalb in den nächsten Monaten gelingen könnte, in ausgewählten Bereichen zu Verbesserungen der Finanzierung zu kommen. Delf Kröger, KVSH

Neu gestaltet und übersichtlicher werden, soll das Antragsverfahren. Künftig werde es ein einheitliches Formular mit fester Struktur geben, kündigte Schliffke an. So werde die Transparenz erhöht und der Umfang der Anträge auf eine bestimmte Seitenzahl begrenzt. 3 | 2018

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*Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht. aktuell

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gesundheitspolitik A bgeord n ete n versammlu n g

Vorstand im Amt bestätigt Abgeordnetenversammlung wählt Dr. Monika Schliffke und Dr. Ralph Ennenbach erneut an die Spitze der KVSH.

Mit deutlicher Mehrheit haben sich die gewählten Vertreter der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein für Kontinuität entschieden. Sie wählten Dr. Monika Schliffke erneut zur Vorstandsvorsitzenden der KVSH und bestätigten den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, Dr. Ralph Ennenbach, in seinem Amt. Nachdem der Großhansdorfer Allgemeinmediziner und Internist Marcus Jünemann seine Kandidatur vor dem Tag der Wahl zurückgezogen hatte, waren Schliffke und Ennenbach die einzigen Kandidaten für den Vorstand. Beide wurden mit eindrucksvollen Mehrheiten erneut in die Führung der KVSH gewählt. Schliffke erhielt 36 von 38 abgegebenen Stimmen, Ennenbach 38 Stimmen. Bei der anschließenden Wahl zum Vorstandsvorsitz kandidierte nur die bisherige Amtsinhaberin. Sie wurde mit 38 und damit allen abgegebenen Stimmen wieder in dieses Amt gewählt. Die Amtszeit des wiedergewählten Vorstands beginnt offiziell am 1. Juli und beträgt sechs Jahre. Erhalt des Arztberufes als freier Beruf Zuvor hatte Schliffke, die seit 2012 an der Spitze der KVSH steht, den Einsatz für den Arztberuf als freien Beruf als eine wesentliche 14

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Motivation genannt, weshalb sie sich erneut für den Vorstand der KVSH bewerbe. Sie erinnerte daran, dass sie vor ihrer ersten Wahl als ein Ziel genannt hatte, dass am Ende der Amtszeit noch mindestens 90 Prozent der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten freiberuflichselbstständig oder als Angestellte in deren Praxen tätig sein sollten. Ende 2017 habe diese Zahl, wie Schliffke berichtete, in Schleswig-Holstein bei 96 Prozent gelegen. Dies sei keine Selbstverständlichkeit und viele Abteilungen der KVSH hätten daran mitgewirkt, dieses Ergebnis zu erreichen. Weiterhin auf der Tagesordnung werde in der neuen Amtszeit auch die Fortentwicklung der Notfallversorgung stehen, wie Schliffke ankündigte. Sie erinnerte daran, dass die KVSH seit 2013 auf Landesregierung und Krankenhausgesellschaft zugegangen sei, um für Portalpraxen als Steuerungsmodell zu werben. Schleswig-Holstein sei bei diesem Thema mittlerweile Vorreiter, betonte Schliffke und versprach: „So soll es auch bleiben.“ Als weitere Themen der nächsten Jahre nannte Schliffke die Qualitätssicherung, die, so ihre Kritik, in Berlin immer öfter nicht als ärztliche Aufgabe, sondern als Mengensteuerungsinstrument gesehen werde, und den Einsatz für gute Honorare.

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gesundheitspolitik Weichenstellungen über die nächste Amtszeit hinaus Ennenbach, der seit Schaffung der Hauptamtlichkeit im Jahr 2006 dem Vorstand angehört und zuvor bereits Hauptgeschäftsführer der KVSH war, betonte, auch nach rund eineinhalb Jahrzehnten in Diensten der KVSH noch über hinreichend Energie zu verfügen, sich den komplexen Fragen der Honorierung zu widmen. Er schätze, wie er hervorhob, die Diskursfähigkeit und das Gemeinschaftsdenken innerhalb der schleswig-holsteinischen Ärzteschaft in diesen Fragen. Zusätzliche Motivation sei auch die aktuelle Gesundheitspolitik. Er habe zwar kein Patentrezept gegen die Irrungen der aktuellen Politik, aber unverändert Lust, im Sinne der Ärzte und Psychotherapeuten „inhaltlich kraftvoll dagegenzuhalten“. Beide Vorstandsmitglieder betonten zudem, die Weichen bei der KVSH so stellen zu wollen, dass diese über die nächste Amtszeit hinaus für die Zukunft gut aufgestellt sei. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik I n terview

Von „Budgetferien“ keine Spur Eine Analyse von Arzneimittelverordnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) räumt mit der Legende auf, wonach Ärzte zum Quartalsende häufig ihre Praxen schließen. Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik Graf von Stillfried erläutert im Nordlicht-Interview die Hintergründe.

Dr. Dominik Graf von Stillfried: Wir haben die Arzneiverordnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen ausgewertet, weil darin ein taggenaues Versorgungsdatum enthalten ist. Aus den rund 677 Millionen Verordnungen können wir schließen, an welchen Tagen die Praxen für die Versorgung ihrer Patienten zur Verfügung standen. Käme es, wie oft unterstellt, zu einer nennenswerten Zahl von Praxisschließungen zum Quartalsende, würden wir eine geringere Zahl von Verordnungen am Quartalsende und eine Verschiebung der Inanspruchnahme ins Folgequartal erwarten. Tatsächlich zeigen die Daten ein anderes Bild. Die Patientenzahlen mit mindestens einer Verordnung und die Zahl der Verordnungen insgesamt sind am Quartalsanfang und -ende auf vergleichbarem Niveau. Sie gehen eher in der Quartalsmitte und am Jahresende etwas zurück. Eine taggenaue Analyse zeigt, dass diese Niveauveränderungen vor allem auf Feiertage und Urlaubszeiten zurückzuführen sind, zu denen auch die Inanspruchnahme der Patienten rückläufig ist. Nordlicht: Das Hamburg Center for Health Economics ist dagegen zu völlig anderen Ergebnissen gekommen: Ärzte erbrächten zum Quartalsende seltener Leistungen und nähmen auch weniger gesetzlich versicherte Patienten für einen Routinetermin an. Wie beurteilen Sie das? von Stillfried: Aus unserer Sicht bestehen erhebliche Zweifel, ob die Datengrundlage der genannten Studie ausreichend ist, um die genannten Schlussfolgerungen zu ziehen. Zum einen standen nur Daten der Techniker Krankenkasse zur Verfü-

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gung, zum anderen wurden nur wenige Gebührenordnungspositionen ausgewählt. Der Grund ist, dass wegen des hohen Pauschalierungsgrades für die meisten Gebührenordnungspositionen in den Abrechnungsdaten nicht erkennbar ist, an welchen Tagen genau Patientenkontakte stattgefunden haben. Für einzelne Arztgruppen kamen aus Sicht der Hamburger somit nur zwei bis drei Gebührenordnungspositionen in Frage. Berücksichtigt man, dass in einer Praxis auch nur ein kleiner Anteil der Patienten bei der TK versichert ist, sollten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. Die Frage zu beantworten, ob – und wenn ja, warum – die Versorgung in den Praxen in den letzten zwei Wochen gegen Quartalsende generell eine andere ist als in den Anfangswochen eines Quartals, erfordert einen breiteren Forschungsansatz. Nordlicht: Die „Budgetferien“ sind Ihrer Auswertung zufolge also eher ein Mythos als Realität. Welche Schlussfolgerungen sollte die Politik daraus ziehen? von Stillfried: Die Politik sollte sich bewusst sein, dass in vielen Praxen ein erheblicher Anteil der Leistungen durch die aus der Vergangenheit fortgeführte und sachfremde Budgetierung nicht oder nicht angemessen vergütet wird. Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass die meisten Praxen sich entsprechend ihres Versorgungsauftrags trotzdem verantwortungsbewusst verhalten. Das ist jedoch kein Freibrief für die Fortführung der Budgetierung. Der medizinische Fortschritt führt zu einem steigenden ambulanten Versorgungsbedarf und ermöglicht eine Konzentration der stationären Versorgung. Dem kann man aber nur gerecht werden, wenn die Politik bereit ist, in die vertragsärztliche Versorgung zu investieren. Dazu müssen die Leistungen vollständig vergütet, vielfach auch die Preise verbessert werden. Zusätzliche vertragsärztliche Leistungen müssen gefördert und Benachteiligungen gegenüber einer Tätigkeit im Krankenhaus beseitigt werden. © Zi

Nordlicht: Den niedergelassenen Ärzten wird immer wieder vorgeworfen, sich am Quartalsende in den „Budgeturlaub“ zu verabschieden. Das Zi hat die Arzneimittelverordnungen des Jahres 2015 analysiert. Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Auswertung?

Die Fragen stellte Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  & KV T elematiki n frastruktur

Wichtiger Hinweis für die Auszahlung der Pauschalen

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Im Dezember 2017 haben die ersten Hersteller von Praxisverwaltungssystemen (PVS) mit der Installation und Inbetriebnahme der Telematikinfrastruktur (TI) begonnen. Momentan versenden weitere PVS-Hersteller Angebote zur TI an ihre Kunden. Aus diesem Anlass möchten wir Sie noch einmal über die Pauschalenerstattung für die jeweiligen Komponenten informieren.

Wie können Sie ermitteln, welche Pauschalen Ihnen zustehen? Unter dem Punkt „TI-Erstattung“ können Sie in unserem Onlineportal www.ekvsh.de oder www.ekvsh.kv-safenet.de über unseren Pauschalenrechner die Höhe der Pauschalen für Ihre Betriebsstätte einsehen. Wie erfolgt die Auszahlung der Pauschalen? Als Praxis haben Sie Anspruch auf die Pauschalen für die Erstausstattung und die Pauschalen für die laufenden Betriebskosten. Die Pauschalen für die Erstausstattung werden einmalig gezahlt. Die Pauschalen für die laufenden Betriebskosten erhalten Sie automatisch in jedem Quartal mit der Honorarabrechnung. Die Auszahlung der Pauschalen für die Erstausstattung erfolgt unbürokratisch per Klick in unserem Onlineportal www.ekvsh.de oder www.ekvsh. kv-safenet.de. Bitte tragen Sie dort das Datum ein, an dem Sie zum ersten Mal das Versichertenstammdatenmanagement durchgeführt haben. Nach dem Einstecken der elektronischen Gesundheitskarte werden die Versichertendaten überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Dies erfolgt automatisch beim Einlesen. Die KVSH zahlt dann schnellstmöglich die ermittelten Pauschalen an Ihre Praxis aus.

Abweichung zur bisherigen Auszahlungsregelung für den bestellten Praxisausweis Stellt Ihnen der Hersteller des Praxisausweises einen Gesamtbetrag für eine Vertragslaufzeit von fünf Jahren in Rechnung, so bieten wir die Möglichkeit, Ihnen die Pauschalen für den Praxisausweis als Gesamtbetrag auszuzahlen. Wenn Sie diese Option nicht wünschen, wird Ihnen diese Pauschale ganz normal als Quartalspauschale mit den laufenden Betriebskosten ausgezahlt. Auch diese Option beantragen Sie bitte über die Eingabemaske im Onlineportal unter www.ekvsh.de oder www.ekvsh.kv-safenet.de. Sprechen Sie, bevor Sie bestellen, bitte unbedingt mit Ihrem Softwareanbieter. Noch Fragen? Timo Rickers (EDV-Berater der KVSH), Tel. 04551 883 286 Timo Rickers, KVSH

Wichtig: Es reicht nicht aus, nur die Komponenten zu bestellen oder zu installieren. Praxen müssen die Gesundheitskarten aktiv online mit den Krankenkassen abgeglichen haben, um die Pauschale zu beziehen. 3 | 2018

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Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht. aktuell

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PRAXIS  &  KV L aborreform

89 – die Zahl der Laborreform Um die hausärztliche und fachärztliche Trennung im Laborbereich neu zu markieren, hatte die KBV-Vertreterversammlung 2016 eine Reform der Vergütungssystematik beschlossen. Nach langem Anlauf tritt sie nun zum 1. April 2018 in Kraft. Wir stellen Ihnen die Umsetzung in Schleswig-Holstein vor. Dabei ist die Zahl 89 von Bedeutung.

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89 Warum eine Reform? Die Laborvergütung ist der verbliebene strittige Bereich vor der haus- und fachärztlichen Trennung. Während im SGB V die Notfallvergütung vor Trennung definiert ist, bleibt das Labor weiterhin Streitmasse. Strittig ist insbesondere die Aufteilung von Unterschüssen im Labortopf. Derzeit gilt im Bundesdurchschnitt ein Verhältnis von etwa 50:50 für Haus- und Fachärzte. Das will der Großteil der Hausärzte nicht mehr mittragen.

Einfache Lösungen? Die einfachste Lösung wäre: Alle Leistungen im Topf werden floatend vergütet. Das hätte in vielen KVen Quoten um die 80 Prozent mit sinkender Tendenz bedeutet. Kleine und mittlere Labore würde das sicherlich in eine kritische Situation bringen. Zudem hätte eine floatende Quote auch den Wirtschaftlichkeitsbonus und das Eigenlabor infiziert. Das war wiederum nicht im hausärztlichen Interesse.

Warum Unterschüsse? Die Höhe des Labortopfes ist von der KBV vorgegeben. Er bestimmt sich nach dem Leistungsbedarf im Jahr 2008 (!), weiterentwickelt mit den jährlichen Veränderungsraten und den Steigerungen des Orientierungswertes. Weil die Höhe der Leistungsvergütungen ebenfalls von der KBV festgeschrieben ist, führt die Mengendynamik bei den meisten KVen zu einer Unterdeckung.

Auf den ersten Blick logisch erscheint, das Labor komplett in die Versorgungsbereiche zurückzuführen. Doch das ist auch nicht rund. Etwa 40 Prozent der Speziallaboraufträge werden von Hausärzten veranlasst. Die Mengenentwicklung im Labor ist demnach nicht allein den Fachärzten anzulasten.

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PRAXIS  & KV Es gibt noch ein zweites Gelenk zwischen Haus- und Laborärzten:. Der Wirtschaftlichkeitsbonus. Ist es richtig, diesen Vergütungsanteil haus- und fachärztlich (73:27 in Schleswig-Holstein, 4. Quartal 2016) zu verteilen, das Mengenrisiko Labor aber dem Facharztbereich zu überlassen? Oder müsste man nicht den Wirtschaftlichkeitsbonus ganz streichen und seine Vergütungsmasse dem fachärztlichen Bereich zuschlagen? Die Reform In Berlin wurde um die Antworten zu diesen Fragen lange gerungen. Das Ergebnis ist – wie in jeder politischen Wirklichkeit – ein Kompromiss. Hier die Grundzüge der Reform im Überblick. ƒƒ H  ausärztliches und fachärztliches Eigenlabor, über Laborgemeinschaften bezogenes Labor und die laborärztlichen Grund- und Konsiliarpauschalen GOP 12210 und GOP 12220 EBM sind aus dem jeweiligen Versorgungsbereich zu vergüten. ƒƒ Der Wirtschaftlichkeitsbonus ist neu justiert. ƒƒ Die Kassenärztlichen Vereinigungen bestimmen in ihren HVM die Vergütung der Laborleistungen. Dabei sind Rahmenvorgaben der KBV zu beachten. ƒƒ Im Labortopf werden die Laborleistungen auf Muster 10 und der Wirtschaftlichkeitsbonus GOP 32001 EBM vergütet. Reicht das Volumen für die Vergütung nicht aus, müssen aus dem hausärztlichen und dem fachärztlichen Volumen Mittel nachgeführt werden. Im „Schadensfall“ gilt für den Ausgleich das Verhältnis, welches sich aus den hausärztlichen und den fachärztlichen Vergütungsanteilen im Labortopf ergibt. Wieso 89? Die Rahmenvorgaben der KBV zur Vergütung der Leistungen im Labortopf (Teil A, Ziffer 8) sehen zwei Optionen vor: 1. Die Leistungen sind mit einer Mindestquote von 89 Prozent zu vergüten. 2. Alternativ können Kassenärztliche Vereinigungen für die Laborleistungen im Labortopf individuelle Budgets bilden, wobei ein solches Budget mindestens 89 Prozent eines historischen Leistungsbedarfs zu umfassen hat. Innerhalb des Budgets sind die Leistungen zu 100 Prozent, darüber hinaus mit mindestens 35 Prozent zu vergüten. Zudem gibt die KBV für diese Leistungen im Fremdkassenzahlungsausgleich einen festen Preis vor. Der beträgt 89 Prozent des EBM-Wertes. Betrifft Laborärzte Die KV Schleswig-Holstein macht von der zweiten Möglichkeit individueller Budgets Gebrauch. Laborärzte erhalten ein Budget, wir nennen es Labor-AuftragsLaborarzt Volumen (LAV). Es wird einmalig gebildet mit 89 Prozent des Leistungsbedarfs in den Quartalen 2/2017 bis 1/2018. Leistungen über das LAV hinaus werden mit 35 Prozent vergütet. Das LAV ist praxis-, nicht arztbezogen. Die Grund- und Konsiliarpauschalen der Laborärzte GOP 12210 und 12220 EBM sind ab 2/2018 aus dem fachärztlichen Volumen zu vergüten. Weil die Pauschalen bereits einer Mengensteuerung im EBM unterliegen, werden sie zukünftig zu 100 Prozent vergütet.

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Das LAV und die Mehrleistungsvergütung ergeben eine Mischquote von rund 92,9 Prozent. Bei rückläufigem Leistungsbedarf steigt die Vergütung je Leistung, denn im LAV wird zu 100 Prozent vergütet. Derzeit gilt bundeseinheitlich eine Quote von rund 91,6 Prozent. Bei gleichbleibender Forderung bringen die Regelungen eine leicht rote Null. Der Vergütungsverlust bei den Grund- und Konsiliarpauschalen beträgt kollektiv rund 850.000 Euro pro Jahr. Dagegen muss der kollektive Gewinn der LAV in Höhe von 700.000 Euro gerechnet werden. Bei einem derzeitigen Vergütungsvolumen von etwa 56,8 Millionen Euro pro Jahr macht das ein Minus von 0,26 Prozent.

Betrifft übrige Fachärzte Die Laborleistungen, die ein Facharzt für seine Patienten selbst erbringt, sind aus dem fachärztlichen Volumen zu vergüLaborarzt ten. Das gilt auch für Laborleistungen, die über Laborgemeinschaften bezogen werden. Ab 2/2018 werden diese Leistungen zu 89 Prozent vergütet.

Facharzt

Hausarzt

Die Labor-Fallwertbudgets von Dermatologen, Gynäkologen, Pneumologen, Urologen, Rheumatologen, Endokrinologen, Nuklearmediziner und Hämatologen gelten auch weiterhin. Die Leistungen im Budget werden ebenfalls zu 89 Prozent vergütet. Leistungen auf Muster 10 werden ebenfalls auf 89 Prozent quotiert. Das mag auf den ersten Blick ungerecht wirken, hat jedoch gute Gründe. Zum einen wird jede Leistung vergütet, zum anderen gehen diese Leistungen nicht mehr in die Labor-Fallwertbudgets (siehe oben) ein.

Betrifft Hausärzte Die Laborleistungen, die ein Hausarzt für seine Patienten selbst erbringt, sind aus dem hausärztlichen Volumen zu vergüten.Laborarzt Das gilt auch für Laborleistungen, Facharzt die über Laborgemeinschaften bezogen werden. Ab 2/2018 werden diese Leistungen zu 89 Prozent vergütet.

Hausarzt

Wirtschaftlichkeitsbonus Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird für Hausärzte und berechtigte Fachärzte weiterhin aus dem Labortopf zum Orientierungswert, also zu 100 Prozent, vergütet, weil die oberen und unteren GrenzwerteFacharzt (s. Seite 21) bereits auf 89 Prozent quotiert sind. Die NeuHausarzt justierung im EBM führt je Arztgruppe zu höheren oder geringeren Vergütungsanteilen. Warum gibt es nicht mehr die bisherigen Vergütungen? Bislang hat die KBV mit ihren Vorgaben die Vergütung der Laborleistungen festgeschrieben. Weil nun Leistungen aus dem Labortopf in den Haus- und in den Facharztbereich überführt werden, haben die Kassenärztlichen Vereinigungen Regelungen in ihren Honorarverteilungen zu treffen. Im Hintergrund gibt es jedoch noch eine Vorgabe der KBV, wie das Geld für die Überführung bestimmt wird.

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PRAXIS  &  KV L aborreform Die schreibt vor, dass nicht die Höhe der alten Vergütungen überführt wird. Vielmehr ist eine Mischquote über alle bislang im Labortopf befindlichen Leistungen zu bilden. Der jeweilige Leistungsbedarf wird dann mit dieser Mischquote überführt. In Schleswig-Holstein beträgt diese Überführungsquote geschätzt 94,5 Prozent. Um das hausärztliche Eigenlabor weiterhin mit rund 100 Prozent zu vergüten, müsste aus dem Hausarzttopf die Differenz aufgebracht werden. Das würde den Restpunktwert belasten. Das Gleiche gilt für den fachärztlichen Bereich. Eine Vergütung der laborärztlichen Grund- und Konsiliarpauschalen zu 144,5 Prozent wäre ebenfalls aus dem fachärztlichen Restpunktwert zu subventionieren. Hinzu kommt, dass Schleswig-Holstein Laborleistungen „exportiert“. D. h. viele Laboruntersuchungen werden für Patienten aus anderen KV-Bereichen durchgeführt. Im Fremdkassenzahlungsausgleich erhalten wir für die „exportierten“ Grund- und Konsiliarpauschalen zukünftig nicht mehr 144,5 sondern ca. 90 Prozent. Gibt es Gewinner und Verlierer der Reform? Hier müssen wir verschiedene Ebenen betrachten. Auf der Bundesebene vermelden Fachärzte, Verlierer der Reform zu sein. Die Laborärzte stimmen mit ein. Für Schleswig-Holstein gilt das nicht. Im Gegensatz zu anderen KVen haben wir (noch) eine entspannte Situation in der Laborvergütung. Das zeigt unsere Überführungsquote von 94,5 Prozent. Aus anderen KVen werden Werte bis unter 70 Prozent gemeldet. Diese KVen werden sicherlich das Auftragslabor auf 89 Prozent quotieren. Das sind etwa 2,6 Prozentpunkte weniger als die momentane Vergütung. Bundesweit machen Fachärzte ihren Verlust an der neuen „Schadensregelung“ fest, sollte in den Labortopf „nachgeschossen“ werden. Galt bislang der alte Trennungsfaktor als Anteil zur Nach-

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schusspflicht, zählt nun das haus- und fachärztliche Verhältnis der Vergütungen im Labortopf. In Schleswig-Holstein bedeutete das bislang 53 Prozent Haftung für Fachärzte, neu geschätzt 85 Prozent. Allerdings ist der Schadensfall in Schleswig-Holstein bislang nicht eingetreten. Sollte es keine Laborexplosion geben, bleiben wir weiterhin schadensfrei. Im Wirtschaftlichkeitsbonus kommt es zu einer Umverteilung. Einige Facharztgruppen werden in der Bewertung der GOP 32001 EBM angehoben, einige abgesenkt. Das ist ein gewollter Effekt, der im HVM nicht kompensiert wird. Wir können jedoch die Wirkung der neuen Befreiungsregeln nicht vorhersehen. Ob sich Gewinn und Verlust im Wirtschaftlichkeitsbonus wieder einpendeln, wird das zukünftige Auftragsverhalten von Haus- und Fachärzten zeigen. War es das? Der HVM-Ausschuss wird die neuen Regelungen im Labortopf beobachten und gegebenenfalls Vorschläge zur Anpassung entwickeln. Alle KVen haben einzugreifen, sollte es zu Leistungsverschiebungen vom haus- und fachärztlichen Labor in den Labortopf kommen. Auf der Bundesebene monitoren KBV und Krankenkassen, ob und wie individuelle Leistungssteuerungen im Labortopf wirken. Einige Laborkostenpauschalen stehen auf dem EBMBewertungsprüfstand. Und der Wirtschaftlichkeitsbonus muss sicherlich schnell kalibriert werden. „Wo ständig reformiert wird, drängt sich der Verdacht auf, dass dort nie etwas Bleibendes geschaffen wurde“, sagt Ernst Probst, deutscher Wissenschaftler. An der haus- und fachärztlichen Demarkationslinie werden seit Jahren Grenzsteine versetzt. Das wird auch weiterhin auf die Honorarverteilung vor Ort einwirken. Ekkehard Becker, KVSH

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PRAXIS  & KV

Wirtschaftlichkeitsbonus ab dem 2. Quartal 2018 Mit der Laborreform hat der Bewertungsausschuss die Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus GOP 32001 EBM umgestellt und diesen neu bewertet. Die bisherige Unterscheidung zwischen den Abschnitten 32.2 und 32.3 EBM sowie nach Allgemeinversicherten und Rentnern, im Rahmen der bisherigen Ermittlung des Wirtschaftlichkeitsbonus entfällt.

Darüber hinaus hat der Bewertungsausschuss eine Änderung der laborkostenbefreienden und indikationsbezogenen Kennnummern beschlossen. Vor dem Inkrafttreten der Weiterentwicklung galt der gesamte Leistungsbedarf laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen eines Patienten mit Kennnummer als befreit. Dafür gab es jedoch keinen Wirtschaftlichkeitsbonus.

Ab dem 1. April 2018 werden die durchschnittlichen Laborkosten der eigenerbrachten, bezogenen und beauftragten Laborleistungen einer Praxis je Behandlungsfall ermittelt und mit einem oberen und unteren Fallwert ihrer Arztgruppe verglichen. Ist der individuelle Fallwert der Praxis kleiner als der untere Arztgruppenfallwert, wird der Wirtschaftlichkeitsbonus in voller Höhe ausbezahlt. Liegt der arztindividuelle Fallwert zwischen der oberen und unteren Fallwertgrenze erfolgt die Vergütung des Wirtschaftlichkeitsbonus anteilig, bei Überschreitung der oberen Fallwertgrenze verfällt der Vergütungsanspruch in Gänze (siehe Abbildung).

Ab dem 1. April 2018 werden nun nicht mehr alle Leistungen von der Ermittlung der Laborkosten befreit, sondern nur die im EBM gelisteten Gebührenordnungspositionen. Bei Komorbiditäten ist die Angabe mehrerer Kennnummern zulässig. Dafür gibt es den Wirtschaftlichkeitsbonus auch in Fällen mit Befreiungsziffer. Thomas Stefaniw, KVSH

Wirkung der Abstaffelung des Wirtschaftlichkeitsbonus Beispiel Hausarzt

untere Fallwertgrenze 100

3,80 €

Beispiel 1 Arzt-Praxis mit 1,50 € Fallwert erhält Quote von 100 %

90 80

Quote in Prozent

obere Fallwertgrenze

1,60 €

70 60 50 40

Hier gibt es 100 Prozent.

Hier wird abgestaffelt.

30

Hier gibt es 0 Prozent.

Beispiel 2 Arzt-Praxis mit 2,70 € Fallwert erhält Quote von 50 %

20

Beispiel 3 Arzt-Praxis mit 4,00 € Fallwert erhält Quote von 0 %

10 0 0,00

0,50 €

1,00

1,50

2,00

2,50

3,00

3,50

4,00

5,00

4,50

© istock.com/rrocio

Fallwert in Euro

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PRAXIS  &  KV V erord n u n g

Beratungsangebot zu Antibiotika-Verordnung

© istock.com/South_agency

Das Team Beratung der KVSH hat in Abstimmung mit dem „ Runden Tisch AntibiotikaResistenzentwicklung“ ein neues Informationsangebot zur Verordnung von Antibiotika für Hausärzte, hausärztliche Internisten, Kinderärzte, HNO-Ärzte und Urologen entwickelt. Andere Fachrichtungen können es auch in Anspruch nehmen, sofern sie nennenswerte Antibiotika-Verordnungen tätigen.

Die Praxen können dazu bei der KVSH eine Übersicht über die Verordnung von Antibiotika der letzten vier Quartale anfordern. So können sie ihre aktuellen Verordnungsdaten (zurzeit 3/2016 bis 2/2017) einsehen und sich mit dem Verordnungsverhalten ihrer Fachgruppe vergleichen. Es werden außerdem die jeweiligen Wirkstoffe in der Häufigkeit der Verordnung dargestellt und passend dazu die tagesgleichen Diagnosen. Die Praxen können außerdem überprüfen, ob ihre Verordnungen den Empfehlungen von Leitlinien und Fachgesellschaften entsprechen. Der hohe Verbrauch von Antibiotika und die immer raschere Entwicklung von Resistenzen bei bakteriellen Krankheitserregern gibt Anlass zur Sorge. So beträgt der Verbrauch von Antibiotika in Deutschland pro Jahr allein im Bereich Humanmedizin 700 Tonnen. Davon entfallen 85 Prozent auf den ambulanten Bereich. Für 22

Nordlicht

Schleswig-Holstein gilt zwar, dass die Verordnung von Antibiotika gemessen in DDD (Daily Defined Dose) im unteren Drittel des Bundesdurchschnitts liegt. Doch auch bei uns ist die Verordnung von Reserveantibiotika hoch. Cefuroxim ist z. B. trotz erheblicher Mängel in der oralen Bioverfügbarkeit der meistverordnete Wirkstoff dieser Klasse und liegt von den Kosten her betrachtet an der Spitze aller Antibiotika. Stephan ReuSS, KVSH

Bei Interesse an dem Informationsangebot und weiteren Fragen zu den Unterlagen wenden Sie sich bitte an: Stephan Reuß, Beratungsarzt Tel. 04551 883 351, Fax 04551 883 7351 E-Mail stephan.reuss@kvsh.de

aktuell

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PRAXIS  & KV S erie

Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen. Termine

Motto Versorgen im Norden

Selbstverständnis der Kreisstelle Ziel ist eine gute Vernetzung der Kollegen, um eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung in Ostholstein zu gewährleisten und einen regen Austausch in der Kollegenschaft zu fördern. „Man kennt sich und redet (gerne) miteinander.“

Vorsitzende Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Eutin Hospitalstraße 3, 23701 Eutin Tel. 04521 2950, Fax 04521 3989 kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Stellvertreter Dr. Andreas Brüning, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Bad Malente Tel. 04523 5905

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ƒƒ D  er Beirat wird sich am 15. Mai und am 28. August in Vorbereitung auf die Sitzung der Kreisstellenvorsitzenden treffen. ƒƒ Im Juni planen wir ein Sommerfest (6. oder 20. Juni sind im Gespräch).

Aktuelle Projekte ƒƒ Erstellung einer Homepage ƒƒ Nachbesetzung von Hausarztsitzen ƒƒ Anwesenheitsabfrage an Brückentagen

Kreisstelle

Ostholstein

Drei gute Gründe, sich in der Kreisstelle Ostholstein zu engagieren ƒƒ B  este Information über Veränderung in der Region ƒƒ Informationen aus erster Hand ƒƒ Regelmäßige Fortbildung zum Thema kassenärztlicher Belange (Telematikinfrastruktur, MRG) neben fachlichen Themen (z. B. Psychiatrischer Notfall)

Weitere Beiratsmitglieder Gunhild Gille, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Heiligenhafen; Dr. Gunar Hallebach, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie in Bad Malente; Dr. Stefan Hargus, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neustadt; Dr. Stefan Hönemann, Facharzt für Allgemeinmedizin in Burg/Fehmarn; Dr. Jürgen J. Johansson, Facharzt für Allgemeinmedizin in Heiligenhafen; Raphael Schreiber, Facharzt für Allgemeinmedizin in Bad Schwartau; Dr. Hans-Dieter Trepkau, Facharzt für Allgemeinmedizin in Ahrensbök

Nordlicht

aktuell

Die Kreisstelle kümmert sich auch um den ärztlichen Nachwuchs und unternimmt Folgendes: ƒƒ O  rganisation von Stammtischen, um einen lockeren Austausch zu ermöglichen. ƒƒ Förderung akademischer Lehrpraxen, um den Einstieg in die Niederlassung schmackhaft zu machen. ƒƒ Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin und der Ärztekammer.

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Kreisstelle Ostholstein

Das sind die Kreisstellen


Leserbriefe PRAXIS  &  KV Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

Nordlicht 1 / 2 | 2 0 1 8 O n li n e - P ra n ger oder n ützliche H ilfsmittel , S eite 4

Arztbewertungsportale boykottieren Leider hat das „Nordlicht“ die wesentlichste Problematik der sogenannten Arztbewertungsportale nicht erkannt. Es geht hier nämlich nicht um das Persönlichkeitsrecht der Ärzte, sondern um das unserer Patienten, deren personenbezogene und schweigepflichtsrelevante Daten rausgesaugt werden, ohne dass sie dabei die Tragweite erkennen können. Wenn wir von unzufriedenen Patienten a K t u e l l beschimpft oder beleidigt werden, dann müssten wir mit professioneller Distanz drüber stehen. Da meine Patientenzahl pro Quartal manchmal die Dunbar-Zahl erreicht, die ich nicht ohne Qualitätsverlust überschreiten kann, und ich nach ZIPP-Statistik zu den arztbewertungsportale umsatzstärksten meiner FachOnline-Pranger oder gruppe gehöre, könnte ich mich nützliche Hilfsmittel? nr. 1/2 | 2018 Offizielles mitteilungsblatt der kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-holstein

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Dr. Ralf Cüppers, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Flensburg

se r ab vi se ces it ei e te 41 n

Januar/Februar 2018 | 21. Jahrgang

über Schmähkritik sogar freuen, dann wäre ich weniger überlaufen. Schlimm ist jedoch, dass die Betreiber dieser Seiten die Naivität der Patienten ausnutzen und mit dem vermeintlich kostenlosen Service-Daten saugen, die besser nicht an die Öffentlichkeit gehören. Da mag sich einer mit „Micky Maus“ auf einer Seite eintragen und sich beschweren, dass ein bestimmter HNO-Arzt seine abstehenden Ohren schlecht operiert hat. Für den gemeinen Internetleser ist er nur als „Micky Maus“ erkennbar, aber dem Seitenbetreiber wird der Name bekannt, mit dem er im Melderegister steht. Und mit personenbezogenen Daten wird gehandelt, insbesondere für personalisierte Werbung, hier z. B. für Ohrenwärmer in XXL-Größe.

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31.01.2018 07:57:13

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________25 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM)__________________________26 Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen____________________________26 Bahn-BKK: Vertrag nach Paragraf 73c SGB V zur Tonsillotomie_________________27 DMP Diabetes Typ 1 und 2______________________________________________27 Ambulantes Operieren – OPS 2018________________________________________27

Aus der Zulassungsabteilung Seit 1. Januar 2018 Ausschreibungen von Vertragsarztsitzen durch die KVSH Seit dem 1. Januar 2018 schreibt die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Vertragsarztsitze zur Nachbesetzung ausschließlich auf ihrer Homepage unter www.kvsh.de aus. Die Veröffentlichung der Ausschreibungen erfolgt zum Monatsbeginn mit einer Bewerbungsfrist bis zum Monatsende. Ärzte/Psychotherapeuten, die in einer Warteliste stehen, werden nach wie vor per E-Mail über eine Ausschreibung informiert, sofern der Praxisabgeber dies wünscht. Formlose Bewerbung Zur Einhaltung der Bewerbungsfrist reicht eine formlose Bewerbung aus. Gerne auch per E-Mail an: zulassung-bewerbung@kvsh.de. Dies gilt ausschließlich für Nachbesetzungsverfahren und nicht für Stellen, die aufgrund der Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen durch den Landesausschuss ausgeschrieben werden. Veröffentlichungen aus der Zulassungsabteilung Nach wie vor wird an dieser Stelle über Sonderbedarfsfeststellungen und Ermächtigungen informiert werden unter Hinweis auf die Möglichkeit zur Einlegung von Widersprüchen. Veröffentlichungen auf www.kvsh.de Bitte beachten Sie, dass ab sofort die Übersichten über erfolgte Zulassungen, Anstellungen und Verlegungen, sofern die Veröffentlichung gewünscht ist, künftig nicht mehr im Nordlicht, sondern auf der Startseite von www.kvsh.de im rechten unteren Bereich unter dem Punkt „Quicklinks“ veröffentlicht werden.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes angestellt. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name des anstellenden Arztes/MVZ

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Fachgruppe/Schwerpunkt

Anstellungsort

Anstellungsdatum

Name des Angestellten

Dres. med. Mark und Melanie Kinder- und JugendLyons/Christian Breuer medizin – Sonderbedarf –

22846 Norderstedt, Rathausallee 35 – 39

08.02.2018

Dr. med. Wanja Wilck – halbtags –

„MVZ Gesundheitszentrum Quickborn GbR“ – Sonderbedarf –

Psychiatrie und Psychotherapie

25451 Quickborn, Ziegenweg 4

09.03.2018

Dr. med. Hilka Rehling – halbtags –

Dr. med. Gotje Birker – Sonderbedarf –

Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie

25746 Heide, Esmarchstraße 53

01.04.2018

Susanne Kuipers – halbtags –

Eva-Maria Ebner – Sonderbedarf –

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

23758 Oldenburg, Mühlenkamp 5

01.04.2018

Dr. med. Clemens Fedder – halbtags –

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de): Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Thorsten Lange

Orthopädie und Unfallchirurgie

Flensburg

Dr. med. Peter Hell

Orthopädie

Flensburg

Dr. med. Martin Hornberger

Chirurgie

Flensburg

Dr. med. Urte Büßen

Kinder- und Jugendmedizin

Schleswig

Dr. med. Martin Nitschke

Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie

Lübeck

Dr. med. Inge Derad

Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie

Lübeck

Dr. med. Jovana Arand

Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie

Lübeck

Dr. med. Achim Nolte

Neurologie

Geesthacht

Prof. Dr. med. Detlef Zillikens

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Lübeck

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Enno Schmidt

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Lübeck

Stefan Rieckhof

Anästhesiologie

Lübeck

Dr. med. Sandra Köhncke

Orthopädie und Unfallchirurgie

Kiel

Prof. Dr. med. Christof Hopf

Orthopädie

Kiel

Dr. med. Lars Hans Gobisch

Orthopädie und Unfallchirurgie

Kiel

Dr. med. Egbert Kloppmann

Diagnostische Radiologie

Rendsburg

Dr. med. Helmut Rother

Orthopädie

Damp

Dr. med. Michael Slevogt

Diagnostische Radiologie

Husum

Dr. med. Karl Christian Westphal

Orthopädie

Neustadt

Dr. med. Ulrich Ostendorf

Orthopädie

Neustadt

Dr. med. Oliver Hader

Innere Medizin, Schwerpunkt Angiologie

Elmshorn

Prof. Dr. med. Klaus Rabe

Innere Medizin, Schwerpunkt Lungen- und Bronchialheilkunde

Großhansdorf

Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 23. Februar 2018 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. April 2018 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 486.

Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen Die Vereinbarung mit dem Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein und den Krankenkassen zu Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen wurde zum 1. Januar 2018 an den aktuellen Orientierungswert von 10,6543 Cent angepasst. Sie finden die aktualisierte Anlage 1 auf unserer Homepage unter www.kvsh.de Bitte beachten Sie, dass Sie die Leistungen immer mit einem Berechtigungsschein einer Krankenkasse für Ihre Patientinnen abrechnen. Egal, ob die Patientin in Schleswig-Holstein wohnt oder nicht.

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aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Bahn-BKK: Vertrag nach Paragraf 73c SGB V zur Tonsillotomie Zum 1. Januar 2018 wurde mit der 3. Änderungsvereinbarung die Teilnahme- und Einwilligungserklärung (Anlage 4.1) zum Tonsillotomievertrag geändert. Es wurden eine neue Fax-Nummer 069 77078 85 318 und eine zusätzliche neue E-Mail Adresse Besondere-Versorgung@bahn-bkk.de aufgenommen. Die neue Teilnahme- und Einwilligungserklärung steht im Downloadcenter auf www.kvsh.de zur sofortigen Verwendung zur Verfügung. Bei Bedarf kann die Anlage auch per Post angefordert werden.

DMP Diabetes Typ 1 und 2 Seit dem 22. Januar 2018 ist der Paragraf 3a „Zusätzliche Regelungen für Diabetische Schwerpunktpraxen“ im DMP Diabetes Typ 1 und der gleichlautende Paragraf 5 im DMP Diabetes Typ 2 zur begrenzten Genehmigung der Diabetologen in Schleswig-Holstein gestrichen worden. Aufgrund des drohenden Ärztemangels und der steigenden Anzahl an betroffenen Patienten mit Diabetes sollen keine zusätzlichen Hürden für die Niederlassung von Hausärzten im Bereich der KVSH existieren.

Ambulantes Operieren – OPS 2018 Der Katalog zum AOP-Vertrag nach Paragraf 115b SGB V wurde mit Wirkung zum 14. Februar 2018 angepasst. In Abschnitt 1 des Katalogs ergab sich aufgrund der Überleitung der OPS-Version 2017 in die OPS-Version 2018 Anpassungsbedarf: Neue OPS-Kodes wurden ergänzt, einige OPS-Kodes wurden gestrichen. Außerdem wurden Änderungen in OPSTexten vorgenommen. Neue bzw. abgeleitete OPS-Kodes gibt es in den Bereichen ƒƒ5-039 Andere Operationen an Rückenmark und Rückenmarkstrukturen, ƒƒ5-788 Operationen an Metatarsale und Phalangen des Fußes, ƒƒ5-808 Offen chirurgische Arthrodese. Gestrichen wurden im Bereich „Arthroskopische Operation am Gelenkknorpel und an den Menisken“ die OPS-Kodes ƒƒ5-812.47 Subchondrale Spongiosaplastik: Handgelenk n.n.bez., ƒƒ5-812.4h Subchondrale Spongiosaplastik: Kniegelenk, ƒƒ5-812.4k Subchondrale Spongiosaplastik: Oberes Sprunggelenk, ƒƒ5-812.4m Subchondrale Spongiosaplastik: Unteres Sprunggelenk. In Abschnitt 2 des Katalogs wurden bei den Gebührenordnungspositionen 26310 und 26311 lediglich die Leistungstexte geändert; die OPS-Kodes blieben unverändert. Im Abschnitt 3 gab es keine Änderungen. Den Vertrag zum Ambulanten Operieren nach Paragraf 115b SGB V, den neuen Katalog 2018 und einen Link zu detaillierten Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter: www.kvsh.de  Downloadcenter  Ambulante Operationen Zum 1. April 2018 wird der Anhang 2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) in der Version 2018 angepasst. Neben redaktionellen Änderungen erfolgten Streichungen sowie die Aufnahme neuer Kodes. Änderungen ergaben sich insbesondere in den Bereichen ƒƒ5-020 bis 5-059 Nervensystem, ƒƒ5-262 bis 5-269 Mundhöhle und Gesicht, ƒƒ5-431 bis 5-549 Verdauungstrakt, ƒƒ5-555 bis 5-601 Harnorgane und männliche Geschlechtsorgane, ƒƒ5-784 bis 5-829 Bewegungsorgane. Bis zum 31. März 2018 verschlüsseln Ärzte ihre Operationen und Prozeduren aus dem EBM Anhang 2 weiterhin mit der Version 2017. Detaillierte Erläuterungen, eine Übersicht über die neuen bzw. gestrichenen OPS-Kodes sowie einen Link zum EBM Anhang 2 finden Sie auf unserer Homepage unter www.kvsh.de  Downloadcenter  Ambulante Operationen 3 | 2018

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

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Definition Depression

Berichte über depressive Erkrankungen und ihrer Zunahme reißen nicht ab. Eine anhaltende Beschäftigung mit dieser Erkrankung scheint unabdingbar. Hierbei ist es jedoch notwendig, stets mehrere Blickrichtungen einzunehmen. Die Begriffe „ depressiv“ oder „ Depression“ werden im Alltag häufig gebraucht und schnell herangezogen. Ärzten und Psychotherapeuten begegnet eine Depression in der Regel mit Krankheitswert und einem Behandlungsauftrag. Anhand von Erhebungen kann seit längerer Zeit beobachtet werden, dass immer mehr Menschen an einer Depression erkranken. Wissenschaftler decken Zusammenhänge zwischen Erkrankungsrisiko und gesellschaftlichen Zuständen auf. Der Staat fordert eine gemeinschaftliche Anstrengung. Im jüngsten Koalitionsvertrag wird ein Disease-Management-Programm Depression gefordert, um Schäden für die Volkswirtschaft zu mindern. Stimmungstief oder Depression „Ich bin depressiv“ wird im Alltag häufig gebraucht und schnell herangezogen, wenn jemand schlechter Stimmung ist, sich nicht gut fühlt, traurig ist und keinen Antrieb hat. Hiervon zu unterscheiden ist eine behandlungsbedürftige depressive Erkrankung. Ein Problem dabei ist, dass Betroffene oft erst sehr spät selbst bemerken, dass sie an einer Depression erkrankt sind. Lange Zeit schätzen sie ihren Zustand als ein vorübergehendes normales Stimmungstief mit Traurigkeit und Lustlosigkeit ein, so wie es zum Leben dazugehört. Zudem haben sich Betroffene oft an ihre, die Depression begleitenden, körperlichen Symptome gewöhnt und 28

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sich mit ihnen abgefunden. Dabei wäre es gut, wenn eine depressive Erkrankung frühzeitig erkannt würde, denn dann ist sie in den meisten Fällen gut behandelbar. Beim Wissen über Depression gibt es nun aber in der Bevölkerung vielerlei Probleme, so eine repräsentative Befragung von Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung. So glaubte beispielsweise rund jeder fünfte Befragte, dass „Schokolade essen“ (18 Prozent) oder „Sich zusammenreißen“ (19 Prozent) geeignete Mittel gegen die schwere Erkrankung seien (Deutschland-Barometer Depression 11/2017).

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PRAXIS  &  KV Symptome und Behandlung einer schweren Krankheit Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Der Arzt oder Psychotherapeut kann in der Regel eine Depression zuverlässig von normalen Stimmungsschwankungen abgrenzen. Als behandlungsbedürftig gilt sie, wenn charakteristische körperliche, psychische und verhaltensbezogene Beschwerden auftreten, die die Betroffenen stark und langfristig verändern. Betroffene leiden sehr unter einer tiefen Niedergeschlagenheit. Die depressive Stimmung ist fast ununterbrochen vorhanden, stark ausgeprägt und hält mindestens zwei Wochen an. Charakteristisches Anzeichen einer Depression ist auch, dass der Betroffene weder Freude noch andere Gefühle empfindet. Innerlich fühlt er sich leer und gefühlstot. Auch können Ängste auftreten. Das Interesse an sozialen Kontakten, an Arbeit und Freizeitaktivitäten erlischt. Alltägliche Aufgaben zu bewältigen, fällt depressiven Menschen schwer oder wird sogar unmöglich. Sie fühlen sich ständig geistig und körperlich erschöpft. Selbst das morgendliche Aufstehen wird zum Kraftakt, sodass manche das Bett gar nicht mehr verlassen. Alles erscheint ihnen hoffnungslos, sodass einige den Willen zum Leben verlieren. Häufig wird eine Depression von diffusen körperlichen Beschwerden, starken Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Schlafstörungen und dem Verlust des sexuellen Interesses begleitet. Eine Depression im Kindesalter stellt sich in vielen Punkten anders dar. Zur Therapie der depressiven Störungen gibt es psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungsformen sowie andere unterstützende Maßnahmen. Für die Behandlung stehen Ärzte und Psychotherapeuten in Niederlassung wie auch in Kliniken bereit. Sicherlich nicht in ausreichendem und dem Maß, wie ihnen psychisch Kranke gegenüberstehen. Es fehlt in Deutschland an einer bedarfsgerechten Planung von Arzt- und Psychotherapeutensitzen genauso wie an einer morbiditätsorientierten Vergütung ärztlicher- und psychotherapeutischer Leistungen. Die Heilungsmethoden hingegen haben sich in den letzten Jahren vervielfältigt und verbessert. Häufig oder schon Volkskrankheit? Das Bundesministerium für Gesundheit spricht von Volkskrankheit und weist auf die individuellen und gesellschaftlichen Folgen von depressiven Erkrankungen hin. Depressionen sind der zweithäufigste Grund für Ausfälle im Job. Seit dem Jahr 2000 sind die Fehltage wegen Depressionen um fast 70 Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kam 2015 der „Depressionsatlas“ der Techniker Krankenkasse. Aber auch Frühberentung und Suizidgefahr spielen eine große Rolle. Etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Patienten mit einer Depression sterben durch Suizid. Ausgehend von den Daten

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des Bundes-Gesundheitssurvey zeigt sich, dass ein relativ großer Teil der Bevölkerung, insbesondere Frauen, von depressiven Erkrankungen betroffen ist (Depressive Erkrankungen – Heft 51 „Gesundheitsberichterstattung des Bundes“). Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe eines Lebens unter einer Depression zu leiden, liegt bei Männern zwischen 11 und 13 Prozent, bei Frauen zwischen 21 und 23 Prozent – das heißt, fast jede vierte Frau ist betroffen. Aus dem „Depressionsatlas“ lässt sich ablesen, dass Mitarbeiter von Callcentern, in der Altenpflege oder Erzieher besonders häufig betroffen sind. Demnach hängt das Risiko, eine Depression zu entwickeln, auch mit dem Beruf zusammen. Grundsätzlich wird für die Entstehung einer krankheitswertigen Depression ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren angenommen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft zeigte jetzt auf, dass eine Rolle dabei auch das Einkommen spielt. Beispielsweise erkranken die Frauen deutlich häufiger, die ihre Einkommen über einen längeren Zeitraum hinweg als ungerecht empfinden. Aufgrund enormer geschlechtsspezifischer Lohn- und Gehaltsunterschiede in Deutschland kommt Derartiges gar nicht so selten vor. Handlungsbedarf und Möglichkeiten Alle Beteiligten – ob gefragt oder nicht – sind sich sicherlich darüber einig, dass Handlungsbedarf besteht. Welcher Mensch ist schon gern depressiv erkrankt. Welche Volkswirtschaft trägt schon gern die hohen Kosten, die mit einer depressiven Erkrankung verbunden sind. Die Frage ist nicht das „Ob“, sondern das „Wie“. Erkrankte Personen wie deren Angehörige wünschen sich eine schnelle Aufnahme der Behandlung. Die Sozialversicherungssysteme denken an die Kosten bei Arbeitsunfähigkeit, Behandlung und Frühverrentung. Auch sie wünschen eine schnelle Behandlungsaufnahme, Gesundung sowie Wiedererlangung von Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Der Arzt und Psychotherapeut begrüßt eine möglichst frühzeitige Erkennung einer depressiven Erkrankung. Aber auch eine angemessene Bedarfsplanung und nicht-budgetierte sowie morbiditätsorientierte Vergütung seiner Leistungen spielen eine Rolle. Daneben reagiert der Staat mit Appellen und der Forderung nach einem Disease-ManagementProgramm Depression. Sozialmediziner weisen auf gesellschaftliche Strukturen und deren Einfluss für die Entstehung einer Depression hin. Der Staat wiederum könnte hierauf Einfluss nehmen. Vielerlei Anregungen und Ideen stehen, teilweise isoliert voneinander, im Raum. Tatsächlich bewegen tut sich zu wenig. Von einem gemeinschaftlichen Handeln zum Wohle der vielen – zu vielen – jetzt und zukünftig depressiv erkrankten Menschen ist Deutschland noch weit entfernt. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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PRAXIS  &  KV Neues aus K ve n u n d K B V

KVN startet Praxisbörse Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat eine neue Online-Praxisbörse freigeschalten. Niedersächsische Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können unter praxisboerse.kvn.de Praxisangebote, Kooperationsvorhaben und Weiterbildungsstellen einstellen. Niederlassungsinteressierte können dann danach suchen. Auch das Inserieren von Anzeigen zur Suche von Praxen, Kooperationen oder Weiterbildungsstellen ist möglich. Der Zugang zur KVN Praxisbörse erfolgt über die bekannte Kennung für das interne Mitgliederportal der KVN. Nichtmitglieder, die die Praxisbörse nutzen wollen, müssen ein Benutzerkonto anlegen. Die Nutzer haben dann die Möglichkeit, per Eingabemaske gezielt Praxisangebote zu suchen, die ganz bestimmten Vorstellungen entsprechen, oder können eigene Inserate einstellen. Ein Inserat bleibt zunächst acht Monate im Netz. Das Veröffentlichen von Inseraten ist kostenfrei. Die KVN Praxisbörse richtet sich aber auch an diejenigen, die Partner für verschiedene Formen der Zusammenarbeit suchen. Anfragen können entweder direkt an den Inserenten oder als Chiffre-Antwort per E-Mail in den arztbezogenen Posteingang des Systems erfolgen. Den Weg der Kontaktaufnahme bestimmt der Inserent bei der Anzeigenschaltung.

Kompetenz und Qualität der vertragsärztlichen Versorgung Berlin – Was die niedergelassenen Ärzte und KVen im Jahr 2016 in Sachen Qualität bieten, zeigt der neu erschienene Qualitätsbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. „Patienten können sich darauf verlassen, dass ihre Ärzte, Psychotherapeuten und deren Praxen strengen Qualitätskontrollen unterliegen und sich regelmäßig fortbilden. Ohne nachgewiesene Kompetenz und Qualität darf ein niedergelassener Arzt keine gesetzlich krankenversicherten Patienten behandeln. Im Berichtsjahr 2016 haben die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Behandlungsqualität bei über 12.000 Ärzten stichprobenartig überprüft. Dazu wurden rund 125.000 Patientendokumentationen zufällig ausgewählt. Bundesweit fanden 18.000 Geräteprüfungen und 4.000 Hygieneprüfungen in den Praxen statt. Zum Ende des Jahres lag die Gesamtzahl an Genehmigungen für niedergelassene Ärzte bei 278.000 für verschiedene Leistungsbereiche. In 470 Fällen wurde eine Genehmigung widerrufen, etwa weil Fortbildungsnachweise fehlten, Mindestfrequenzen oder gerätebezogene Anforderungen nicht erfüllt wurden. Der aktuelle Qualitätsbericht der KBV zum Berichtsjahr 2016 steht in der KBV-Mediathek zum Download bereit: www.kbv.de/html/publikationen.php

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Pilotprojekt in OstwestfalenLippe kann starten Dortmund – Ab April 2018 werden in Ostwestfalen-Lippe integrierte Leitstellen getestet. Dort sollen speziell geschulte Disponenten nicht nur auf Rettungsdienst und Notarzt Zugriff haben, sondern auch den Fahrdienst der niedergelassenen Ärzte anfordern oder die Patienten an die nächstgelegene Notfalldienstpraxis verweisen können. Das Pilotprojekt ist auf drei Jahre angelegt und wird wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse werden evaluiert. „Gemeinsam mit den Rettungsleitstellen in Paderborn, Höxter und Lippe wollen wir Erfahrungen sammeln, ob die klassische Notrufnummer 112 sowie unsere Bereitschaftsdienstnummer 116117 von einer einheitlichen, regionalen Leitstelle gesteuert werden können“, erläuterte Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Es gehe darum, die Patienten in die richtige Versorgungsstruktur zu leiten, so Nordmann. „Wir wollen die Fehlinanspruchnahmen von Klinikambulanzen und Rettungsdiensten reduzieren.“ Die Idee zum Pilotprojekt in Ostwestfalen-Lippe ist in einer Arbeitsgruppe der NRW-Landesregierung zur Fortentwicklung der Notfallversorgung entstanden. In dem Gremium arbeiten die Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe und Nordrhein, die Ärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, die Krankenkassen, Patientenvertreter und das Landesgesundheitsministerium gemeinsam an Verbesserungen der Notfallstrukturen. Jedoch drohte das ostwestfälische Projekt zuletzt an der Finanzierung zu scheitern. „Die KVWL gibt eine Finanzierungszusage für die laufenden Kosten in Höhe von 900.000 Euro, um das Pilotprojekt wie geplant im April starten zu können. Die weitere Optimierung der Notfallstrukturen in Westfalen-Lippe duldet keinen Aufschub“, betont Nordmann. Die KVWL habe im Rahmen der ihr vom Gesetzgeber übertragenen Aufgaben die Pflicht, für eine ausreichende Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger außerhalb der Praxisöffnungszeiten zu sorgen: „Diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst, deswegen übernehmen wir die laufenden Kosten dieses wegweisenden Pilotprojekts.“ Die begleitenden Evaluierungskosten würden vom Land NRW getragen, erklärte Nordmann.

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Ümit Köpke Geburtsdatum: 23.06.1975 Geburtsort: Brake (Unterweser) Familie: verheiratet, drei Kinder Fachrichtung: Pädiatrie Sitz der Praxis: Lübeck Niederlassungsform: Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit dem 1. April 2017

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Gute Vereinbarkeit von Praxisarbeit und Familie. Wunsch nach Selbstständigkeit. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Das langjährige Begleiten der Kinder und ihrer Familien. Die Betreuung von Patienten beginnend am Anfang des Lebens bis zum Adoleszentenalter. Die Freude über das meist rasche Genesen der manchmal sehr krank kommenden Kinder. Die Kombination aus Heilen, Beraten und präventiver Arbeit. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Zunächst hospitieren/reinschnuppern, evtl. erst im Angestelltenverhältnis arbeiten. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Da fällt mir tatsächlich nichts Gutes ein. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Lesen, schöne Musik hören, Natur erleben. Schöne Momente mit meinen Kindern/meiner Familie erleben. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ich habe so viele…. „Löwen wecken“, „Vom Ende der Einsamkeit“, „Wann wird es endlich wieder wie es nie war“, „Leon und Louise“, „Das größere Wunder“ und „Während die Welt schlief“, … 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Die Nähe zum Meer … 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Eigentlich gab es zu keinem Zeitpunkt eine echte Alternative zu meinem Berufswunsch, Kinderärztin zu werden.

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die menschen im land V or O rt

Als Helfer in einem vergessenen Land Dr. Eberhard Prokop ist zurück von einem Hilfseinsatz in Afrika. Der Chirurg aus der Praxisklinik Kronshagen arbeitete für die Organisation „ Ärzte ohne Grenzen“ in einem der ärmsten Länder der Welt. Lesen Sie seinen Bericht aus der Region um Abéché/Tschad. Wie viele Menschen, mit denen ich über meinen Einsatz sprach, musste ich zunächst auf dem Globus nachsehen, wo der Tschad in Afrika genau zu finden ist, die exakte Lage hatte ich vergessen. Und tatsächlich hatte ich auch vor Ort das Gefühl, dass dieses große Land vom Rest der Welt vergessen wurde. Im Moment

ist es dort relativ ruhig. Relativ bedeutet, dass kein offener Krieg mit Nachbarstaaten geführt wird. Aber der Alltag wird von einer großen Zahl von Scharmützeln zwischen den vielen ethnischen Gruppen beherrscht. Und es besteht permanent eine latente Gefährdung der Einwohner durch Attentate von „Boko Haram“, einer Terrororganisation, vor allem im Westen des Landes. Das Land Beim Eintreffen im Tschad könnte der „Kulturschock“ nicht größer sein. Ich komme aus einem der reichsten Länder der Erde. Dort treffe ich auf eines der ärmsten. Bei uns besteht eine im Christentum verwurzelte Gesellschaft. Dort, besonders im Norden, eine vornehmlich islamische. Die Amtssprache im Tschad ist neben dem Arabischen Französisch, das aber nur von einer Minderheit und in gebildeteren Kreisen gesprochen wird. Die arabische Sprache wird allein in der Region um Abéché in ca. 120 Dialekten gesprochen, die teilweise untereinander aber nicht verstanden werden. Und auch der klimatische Unterschied zu Deutschland ist gewaltig. Selbst in der deutlich kühleren Regenperiode kratzen die Temperaturen an der 40-Grad-Marke. Projektbeschreibung Das Projekt der „Ärzte ohne Grenzen“ im Tschad ist eher untypisch für die Organisation. Es handelte sich nicht um einen akuten Einsatz in einem Kriegsgebiet, sondern der Einsatz sollte eigentlich den Aufbau eines Trainingszentrums für Chirurgen in möglichen Krisengebieten ermöglichen. Die Patienten und ihre Verletzungen waren mit den Opfern der Kriegs- und Katastrophenmedizin vergleichbar. Unsere Abteilung war dem örtlichen Krankenhaus angegliedert, was die Arbeit eher erschwerte, da Korruption und extreme Mangelwirtschaft unsere Arbeit beeinflussten.

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die menschen im land für unseren Kulturkreis sehr befremdliche Fallstricke, Fettnäpfchen oder Umstände nennen, die man erkennen und akzeptieren musste, um das Vertrauen der Menschen nicht zu verletzen und die Patienten angemessen behandeln zu können. Kulturelle Besonderheiten Eine Einverständniserklärung zu operativen Eingriffen gibt nicht wie bei uns der Patient selbst ab, sondern der Familienrat, der Clan-Chef oder mitunter auch ein Unfallverursacher, sofern er einer höheren Kaste als der betroffene Patient angehört. Für weibliche Patienten gibt für gewöhnlich der Ehemann das Einverständnis zum Eingriff. Die Geburtsdaten eines Patienten sind meistens nicht bekannt, die Angabe des Alters genügt. Väter in polygamen Gemeinschaften wissen meist nicht, von welcher ihrer Frauen welches Kind stammt. Offene Frakturen werden oft von traditionellen Heilern behandelt. Das muss so akzeptiert werden, auch in Kenntnis, dass diese Art der „Therapie“ einen katastrophalen Verlauf nehmen kann. Die Trauer um den Tod eines alten Menschen, d. h. im Tschad ein Alter jenseits der 50 (!), wird in der Gesellschaft sehr viel intensiver und wesentlich drastischer zelebriert als die Trauer um Kinder. Gewalt gegen Frauen ist im Tschad an der Tagesordnung und es werden zum Teil absurdeste Szenarien von Angehörigen oder Patientinnen erfunden, um diese Taten zu vertuschen und zu leugnen, entweder um einer Strafverfolgung zu entgehen oder einen Verstoß der Frau aus der Familiengemeinschaft zu vermeiden.

Neben den ärztlichen Kollegen bestand das Team aus Logistikern, Sicherheitsleuten, Fahrern und vielen anderen Mitarbeitern, die aus aller Welt stammten (unter anderem Kongo, Elfenbeinküste, Niederlande, Österreich, USA). Aufgaben vor Ort Eine Anästhesistin und ich waren die Vertreter von „Ärzte ohne Grenzen“ vor Ort. Unsere Aufgabe war die Ausführung und Leitung der Unfallchirurgie. Wir besaßen ein 16-Betten-Kontingent, das für ein Einzugsgebiet von ein bis zwei Millionen Menschen reichen musste. Die genauen Zahlen sind nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass in der Regenzeit praktisch alle Straßen unpassierbar sind und nur rund die Hälfte der Patienten den Weg in das Krankenhaus überhaupt schafft. Auch in der Trockenperiode ist der Weg sehr beschwerlich. Anreisen von 500 Kilometern über bucklige Sandpisten sind nicht ungewöhnlich. Besonderheiten der Patienten Die Arbeit mit den Patienten wiederum war auf angenehme Weise vertraut. Ungeachtet aller kulturellen Unterschiede ließ sich ein zum Teil sehr tiefes Vertrauensverhältnis während der Behandlung zu überwiegend sehr kranken Menschen herstellen. Dabei galt es jedoch, respektvoll mit den landesüblichen bzw. religiösen Besonderheiten umzugehen. Ich möchte nur einige,

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Bilanz Bei „Ärzte ohne Grenzen“ ist bekannt, dass bei einigen Kollegen nach der Rückkehr in die Heimat ein psychischer „Schock“ auftrat, weil belastende Vorfälle während des Einsatzes verdrängt wurden und nun erst ins Bewusstsein gelangen. Ich stelle fest, dass dieser „Schock“ bei mir nicht eingetreten ist und ich bedrückende Erlebnisse besser als gedacht verarbeitet habe. Und: Ich erfahre, dass sich die Erlebnisse in Afrika mit meiner Tätigkeit im Gelenkzentrum Schleswig-Holstein in unserer „Luxus“-Gesellschaft und „Luxus“-Medizin vereinbaren lassen. Ich bin sehr froh, die bewegenden Erfahrungen im Tschad gewonnen zu haben.

Spendenkonto von Ärzte ohne Grenzen Wenn Sie uns eine Spende überweisen oder einen Dauerauftrag einrichten möchten, verwenden Sie bitte folgendes Spendenkonto: Empfänger: Ärzte ohne Grenzen IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00 BIC: BFSWDE33XXX Bank für Sozialwirtschaft Dr. Eberhard Prokop, Facharzt für Chirurgie, Kronshagen

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T eam B eratu n g

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Richtige Kodierung spart Geld und Ärger Wichtige Tipps für die Praxis Die endstellige Kodierung mit dem ICD-10-GM hat nicht nur für die Honorarabrechnung eine große Bedeutung, sondern ist auch für die Verordnung von Arznei- und Heilmitteln wichtig. Im letzten Jahr sind vermehrt Anträge auf Schadenersatz gestellt worden aufgrund von ICD-Kodierungen mit der Klarschriftbezeichnung: „… nicht näher bezeichnet“. Das hat dazu geführt, dass einzelne Krankenkassen die Verordnung von Memantin als off-label-use beanstandet haben, da das Präparat nur zur Behandlung der Alzheimer-Demenz zugelassen ist. In den betroffenen Fällen war jedoch nur die Diagnose F03 (nicht näher bezeichnete Demenz) angegeben worden. Die Verordnungen sind auch als Regress festgesetzt worden, wenn nicht zusätzlich zur endstelligen Kodierung (F00.0 bis F00.9) eine entsprechende Demenzdiagnostik nachgewiesen und als Verlaufskontrolle ein MMST (Mini-Mental-StatusTest) oder Dem-Tect-Test (Demenz-Detection) mit dem Patienten durchgeführt wurde. Die richtige, endstellige Kodierung sollte bei allen Verordnungen beachtet werden, um solche Prüfmaßnahmen und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

Antidota über den Sprechstundenbedarf Welche Antidota über den Sprechstundenbedarf verordnet werden dürfen, wirft in der Praxis immer wieder Fragen auf. Daher möchten wir Sie auf die Empfehlung vom Giftinformationszentrum (GIZ) Nord bzgl. der Notfallmedizin (Präklinik) hinweisen. Es handelt sich um eine aus derzeit fünf Antidota bestehende Minimalliste, die sogenannte „Bremer Liste“: Antidota im Rettungsdienst. ƒƒ Atropin (100 mg) ƒƒ Dimethylaminophenol (4-DMAP) ƒƒ Naloxon ƒƒ Toloniumchlorid (Toluidinblau) ƒƒ Aktivkohle Nähere Informationen unter: www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen  Sprechstundenbedarf: www.giz-nord.de/cms/index.php/fachinformationen.html Thomas Frohberg, KVSH

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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04551 883 362

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anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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Service

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Kann die GOP 01740 EBM (Beratung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms) auch ohne Ausgabe des Merkblattes zur Darmkrebsvorsorge abgerechnet werden? Ja, denn die Ausgabe des Merkblattes ist nicht mehr Bestandteil der Leistung.

Wie oft haben Patienten Anspruch auf das neue Ultraschallscreening auf Bauchaortenanorysmen? Männliche Patienten haben ab dem Alter von 65 Jahren einmalig den Anspruch auf eine Beratung über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenanorysmen nach der GOP 01747 EBM sowie auf das Ultraschallscreening auf Bauchaortenanorysmen nach der GOP 01748 EBM.

Welche Leistungen dürfen neben einer ambulanten Operation aus Kapitel 31 des EBM abgerechnet werden? In einem Zeitraum von drei Tagen, beginnend mit dem Operationstag, können vom Operateur neben der ambulanten Operation nur die Gebührenordnungspositionen, die in der Präambel 31.2.1 Absatz 8 des EBM aufgeführt sind, berechnet werden.

Ein Patient, der eine sehr teure Medikation bekommt, ist im Vertretungsfall bei uns in der Praxis und benötigt ein Rezept für diese teuren Medikamente. Dürfen wir diese Medikamente im Vertretungsfall auf Kassenrezept verordnen? Ja, wenn der ausstellende Arzt die medizinische Indikation für diese Medikamente sieht, kann er auch im Vertretungsfall „teure Medikamente“ verordnen.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr 3 | 2018

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SERVICE S erie

Kooperieren, aber richtig Für die Zusammenarbeit von Vertragsärzten miteinander sowie mit Krankenhäusern, Anbietern von Heil- und Hilfsmitteln oder der Pharmaindustrie gibt es klare Regeln: In unserer Serie machen wir deutlich, welche Art der Kooperation zulässig und welche unzulässig ist. Der folgende Artikel und die Fallbeispiele sind der Broschüre „ Richtig kooperieren“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entnommen. einen Kooperationsvertrag mit dem Krankenhaus abgeschlossen hat und für das Krankenhaus tätig ist. Ferner muss er dem Patienten die Möglichkeit geben, auch ein anderes Krankenhaus zu wählen. Prästationäre Leistungen erfolgen immer nach der Einweisung des Vertragsarztes.

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Unzulässig

Prä- und poststationäre Behandlung Das Krankenhaus kann die vor- oder nachstationäre Behandlung auch von niedergelassenen Vertragsärzten durchführen lassen, entweder in den Räumen der Klinik oder der Arztpraxis. Diese Leistungen sind nicht Gegenstand der vertragsärztlichen Versorgung, sondern müssen unmittelbar vom Krankenhaus vergütet werden. Bei diesen Kooperationen ist das Verbot der Zuweisung gegen Entgelt zu beachten. Das heißt, der Vertragsarzt hat allein aufgrund medizinischer Erwägungen im Interesse des Patienten zu entscheiden. Die Vergütung für die Leistungen muss angemessen sein und sollte diese Höhe nicht überschreiten. Indikatoren für eine angemessene Vergütung sind unter anderem die Gebührenordnungen (zum Beispiel Gebührenordnung für Ärzte, Einheitlicher Bewertungsmaßstab), gegebenenfalls aber auch die Entgelttabellen der Tarifverträge für angestellte Ärzte, zum Beispiel an kommunalen Krankenhäusern oder Universitätskliniken. Auch eine Vergütung nach Zeit beziehungsweise ein prozentualer Anteil nach Fallpauschale kann eine angemessene Vergütung abbilden. Es kann dabei hilfreich sein, im Hinblick auf die Vergütungsabrede Rücksprache mit der zuständigen Ärztekammer zu halten. Im Einzelfall empfiehlt sich die Prüfung durch einen qualifizierten Rechtsberater. Der Vertragsarzt muss sich im Übrigen bereit erklären, nicht nur die von ihm eingewiesenen Patienten vor- oder nachstationär zu behandeln. Er ist darüber hinaus verpflichtet, den Patienten darüber aufzuklären, dass er 36

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Beispiel A: Ein Krankenhaus gewährt niedergelassenen Ärzten eine Zuweiserpauschale in Höhe von 52 Euro. Dies ist unzulässig: Krankenhäuser dürfen den Vertragsärzten für die Einweisung von Patienten ohne angemessene Gegenleistung keine Vorteile gewähren. Ferner ist es nicht gestattet, dass Vertragsärzte als Gegenleistung für die Einweisung vom Krankenhaus verlangen, sie mit der vor- und nachstationären Behandlung zu beauftragen. Beispiel B: Das Krankenhaus lässt seine Patienten vor der vollstationären Aufnahme regelmäßig vom Vertragsarzt behandeln. Dies ist unzulässig, denn es zeigt, dass die besonderen Einrichtungen und Möglichkeiten des Krankenhauses für die Behandlung des Patienten nicht erforderlich sind und es sich um eine ambulante und nicht um eine vorstationäre Versorgung handelt. Beispiel C: Ein Vertragsarzt veranlasst regelmäßig, dass seine Patienten sich nach der vertragsärztlich durchgeführten Operation in einer Privatklinik mindestens eine Nacht behandeln lassen. Das ist unzulässig, denn damit handelt es sich um keine ambulante, sondern um eine stationäre Behandlung. Beispiel D: Dem Arzt wird für eine (angeblich) durchgeführte prä- und poststationäre Behandlung – gestaffelt nach Art der durchgeführten Operation – ein Pauschalentgelt angeboten.

Zulässig Beispiel A: Das Krankenhaus beauftragt einen niedergelassenen Vertragsarzt zur vor- und nachstationären Behandlung – in den Räumen des Krankenhauses oder in der Arztpraxis.

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Service was , wa n n , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Moderatorengrundausbildung

für Qualitätszirkel

die G-BA-Richtlinie erfüllen

datum: 21. März 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 23. März 2018, 15.00 bis 21.00 Uhr 24. März 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Teilnahmegebühr: 50 Euro Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben. Anmerkung: Die Ausbildung ist nach einem Wochenende abgeschlossen.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de 3 | 2018

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Dagmar Martensen 04551 883 687 04551 883 374 dagmar.martensen@kvsh.de 37


SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Fortbildungsangebot zum Qualitäts-

die G-BA-Richtlinie erfüllen

gesicherten Hautkrebsscreening

datum: 18. April 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 4. Mai 2018, 14.00 bis 22.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Die Inhalte dieser Fortbildungsveranstaltung entsprechen den Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Teilnahme gilt als Qualifikationsnachweis für die Teilnahme am Hautkrebsscreening-Programm, das am 1. August 2008 bundesweit eingeführt wurde.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

Die Themenschwerpunkte im Einzelnen: • Ätiologie des Hautkrebs, Krankheitsbilder, Häufigkeit, Risikofaktoren oder -gruppen, gezielte Anamnese • Visuelle, standardisierte Ganzkörperinspektion • Potenzieller Nutzen und Schaden von Früherkennungsmaßnahmen, Kriterien zur Beurteilung von Früherkennungsmaßnahmen • Maßnahmen zur Ansprache der Versicherten • Programm der Krebsfrüherkennungsuntersuchung, Gesundheitsuntersuchung und frühzeitige Sensibilisierung des Patienten (das gesetzliche Programm der KFU/GU) • Vorstellung und Diskussion von Fallbeispielen • Dokumentationsmaßnahmen und interdisziplinäre Zusammenarbeit

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 50 Euro Teilnahmegebühr: 160 Euro (inkl. Schulungsmaterial und Verpflegung) Fortbildungspunkte:.5 Fortbildungspunkte:.9 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

Tanja Glaw Tel. 04551 883 332 Fax 04551 883 7332 E-Mail tanja.glaw@kvsh.de

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Service

Veranstaltungen KVSH 4. April 2018, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Info:

Zulassung/Praxisberatung der KVSH An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Schleswig-Holstein 15. März 2018, 20.00 Uhr

Notfallsituationen im KV-Dienst, Preis: 130,00 Euro Kurs 5, Für Ärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 9.30 bis 18.15 Uhr Medizinrecht, Preis: 95,00 Euro 24. März 2018 Kurs 6, Für Ärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 9.30 bis 18.15 Uhr Medizinrecht, Preis: 95,00 Euro Kurs 7, Für Ärzte und med. Personal, 9.00 bis 15.00 Uhr Wundmanagement nach dem WUNDUHR-Prinzip, Preis: 120,00 Euro Kurs 8, Für med. assistenzPersonal, Ärzte, Zahnärzte 9.30 bis 15.00 Uhr 4moreMedicine, Preis: 95,00 Euro Kurs 9, Für Dermatologen und Hausärzte, 9.00 bis 17.00 Uhr Hautkrebs-Screening, Preis: 160,00 Euro E-Mail: info@meinhardt-congress.de www.meinhardt-congress.de 24. März 2018, 10.00 bis 16.00 Uhr

Geburtshilfe heute – zwischen Alleingeburt und Plan – Qualitätsindikation

Traineeprogramm für Ärzte in Weiterbildung

Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. Dr. O. Behrens E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de 17. März 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

10-jähriges Jubiläum des Infotages für Existenzgründer und Praxisabgeber Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Anmeldungen: Fax: 0451 40852 60 oder per E-Mail. Die Teilnehmergebühr beträgt 40 Euro E-Mail: filiale.luebeck@apobank.de

Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Rückfragen an Bettina Fanselow, Tel. 04551 883 255 oder Sylvia Kühne, Telefon 04551 803 763, Antwortfax: 04551 803 751, Anmeldung bis zum 17. März 2018 möglich, Fortbildungspunkte: 7 E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de oder sylvia.kuehne@aeksh.de akademie@aeksh.de 21. April 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

4. Tag der Allgemeinmedizin in Lübeck Ort: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck Info: Sekretariat: Tel. 0451 3101 8001, Fax 0451 3101 8004 E-Mail: allgemeinmedizin@uksh.de www.uksh.de

22. – 24. März 2018

14. Mitteldeutsche Fortbildungstage Ort: Leipziger KUBUS und Konferenz- und Bildungszentrum des UFZ, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig Info: Anmeldungen bis zum 15. März 2018 per Fax, Post oder E-Mail, Fax: 0341 4206562, Hinweis für Ärzte: Bitte bringen Sie Ihren Barcode-Aufkleber mit! 22. März 2018 Kurs 1, Für Ärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 14.00 bis 18.00 Uhr Medizinrecht, Preis: 55,00 Euro 23. März 2018 Kurs 2, 9.00 Uhr bis 16.10 Uhr Pharmakotherapie, Preis: 55,00 Euro Kurs 3, Für Ärzte, 14.30 bis 17.50 Uhr Schmerzmedizin, Preis: 120,00 Euro Kurs 4, Für Ärzte, 14.30 bis 18.45 Uhr 3 | 2018

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

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25. April 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

Fachtagung: PRO-Impfen verhindert Ausbruch! Ort: Wissenschaftszentrum, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Landesvereinigung für Gesundheitsförderung, Tel. 0431 94292, Fax 0431 94871. Anmelden bitte bis zum 6. April (mit Angabe der Tätigkeit, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse). 4 Fortbildungspunkte E-Mail: gesundheit@lvgfsh.de www.schleswig-holstein.de/impfen

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Service ko n takt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Justitiar

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 Alexandra Stebner (stellv. Justitiarin)��������������������������������������������� 230

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 361/534 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Maria Behrenbeck (stellv. Leiterin)������������������������������������������������� 251 Alexandra Stebner��������������������������������������������������������������������������� 230 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Dr. Hans-Joachim Commentz (BD-Beauftr. d. Vorstands)��������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

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Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Brensa���������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 aktuell

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Service ko n takt HIV/AIDS Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Brensa���������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal und Finanzen Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 3 | 2018

Nordlicht

Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsprüfung Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Sabrina Bardowicks�������������������������������������������������������������������������� 691 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Gabriela Haack�������������������������������������������������������������������������������� 442 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Daniela Leisner................................................................................. 578. Christine Sancion.............................................................................. 470 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Soziotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888

aktuell

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Service ko n takt

Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� Tonsillotomie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

231 445 930 304 351 439 255 276 266

Stelle nach Paragraph 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 E-Mail: infoParagraph81aSGBV@kvsh.de

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Dr. Hartmut Günther (Stellvertreter)������������������������������������������ 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout); Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K o n takt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 3 | 2018

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

aktuell

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4. April | 2. Mai | 6. Juni | 4. Juli | 1. August 5. September | 7. November | 5. Dezember

An jedem ersten Mittwoch im Monat 14.00 bis 17.00 Uhr, Abteilung Zulassung Praxisberatung  ohne  vorherige Anmeldung  bitte Wartezeit einkalkulieren  keine „Gruppenberatung“ (max. zwei Personen wie z. B. Praxisabgeber/-übernehmer)  Themen sind Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation

(MVZ-Gründung wird nicht thematisiert)

Ort Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de Nächster Infomarkt am: 25. April 2018, alle Abteilungen der KVSH Fragen zu:  Honorar

 Verträgen

 Abrechnung

 Verordnungen

 Qualitätssicherung

  Ärztlichen

 Zulassung  Online-Diensten

Bereitschaftsdienst

  ohne vorherige

Anmeldung

infomarkt Experten aus den Fachabteilungen der KVSH beraten Sie und geben Ihnen hilfreiche Tipps zur Bewältigung des Praxisalltags. www.kvsh.de

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