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nr. 1/2 | 2016 Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Januar/Februar 2016 | 19. Jahrgang

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Qualit채tssicherung

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Lohnendes Engagement


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 1/2 | 2016

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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30 Jahre Kommissionsarbeit: Dr. Ernst Dünnweber, Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie

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Seit einem Jahr Mitglied in zwei Kommissionen: Interview mit Dr. Tilman David-Walek, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie

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Qualitätsbericht 2014: Immer gut versorgt in Schleswig-Holstein

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Zahlen und Fakten: Qualitätssicherungskommissionen und Arbeitsgruppen

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Nachrichten Kompakt

Für eine funktionierende Qualitätssicherung sind die Fachkompetenz und das Engagement ehrenamtlich tätiger Ärzte und Psychotherapeuten unverzichtbar. Durch ihre Arbeit in den Qualitätssicherungskommissionen tragen sie entscheidend zum hohen Standard ambulanter medizinischer Leistungen in Schleswig-Holstein bei. Was macht den Reiz der Kommissionsarbeit aus? Warum lohnt sich das Engagement? Zwei Ärzte berichten.

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Rollende Arztpraxis hilft bei Flüchtlingsversorgung

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Elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge: Aktuelle Informationen zur Abrechnung

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e-Health-Gesetz: Video-Sprechstunde soll EBM-Leistung werden

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Kommentar: Stille Revolution

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© Chagin

Gesundheitspolitik

Praxis & KV 17

KVSH-Erweiterungsbau kommt voran

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KVSH informierte über die Einführung der Terminservicestelle

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Terminservicestelle: Das müssen Praxen wissen

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Neues aus KBV und KVen

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GKV-Versorgungsstärkungsgesetz: Viele Regelungen im Bereich Psychotherapie werden erst nach und nach wirksam

Die Menschen im Land 27

Hilfseinsatz im nordirakischen Flüchtlingslager

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Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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© Deutsche Bahn AG

Im Kreis Herzogtum Lauenburg startet ein Projekt zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen. Ein mit Ärzten besetzter Kleinbus wird in den nächsten Monaten als rollende Arztpraxis in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Kreises eingesetzt.

Service 30

Sicher durch den Verordnungsdschungel: aut-idem oder das Kreuz mit dem Kreuz

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine

Dr. Martin Klopf und Ioana Klopf halfen bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen im nordirakischen Dohuk. Sie berichten aus einer Region im Ausnahmezustand. Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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aktuell

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Nordlicht nr. 1/2 | 2016 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, ambulante Versorgung – wohin? Nimmt man die von der Bundesregierung vorgelegten Gesetze als Maßstab für die Anerkennung geleisteter Arbeit, fällt diese wohl mau aus. Anders sind die Interventionen in Sachen Korruption, „E-Health“ und dem Übergang von ambulant zu stationär kaum zu interpretieren. Nimmt man dann noch hinzu, dass der ärztliche Nachwuchs nur noch zu einem Viertel eine Niederlassung in eigener Regie anstrebt, dann steht das bisherige System der ambulanten Versorgung offenbar gehörig unter Druck. Demgegenüber wird eine immer höhere Leistungsfähigkeit gefordert. Der Wunsch des Patienten nach einem Termin wird mittels der Terminservicestelle (TSS) im Zweifel höher angesiedelt, als die Expertise der zeitlichen Notwendigkeit durch den aufzusuchenden Facharzt. Aus individuellen Einzelfällen heraus – in denen durchaus auch manches fachärztliche Praxisgebahren kritisch betrachtet werden muss – wird eine Politik abgeleitet, die auf eine individuelle Anspruchsbefriedigung der Versicherten hinausläuft. Eine Überforderung des Systems ist dann nur eine Frage der Zeit. Nun haben wir in dem Moment, in dem dieser Text entsteht, den Blick auf drei Tage TSS. Und es handelt sich um rund 20 Patienten am Tag, welche eine Vermittlung konkret wünschen, während etwa die gleiche Zahl die angebotene Praxis mit der Begründung „zu weit weg“ ablehnt. Wenn sich dies in den kommenden Tagen und Wochen weiter bestätigt, haben die Versicherten offenbar dringendere Probleme als die bisherige Suche nach fachärztlicher Behandlung. Das liefe dann auf die Frage hinaus, ob das Raumschiff „Gesundheitspolitik Berlin“ überhaupt im Orbit dieses Planeten kreist. Warten wir es ab. Aber so sehr die TSS einer Fehlanalyse folgte, so sehr muss man auch festhalten, dass die Ärzteschaft gut beraten ist, von sich aus einen Vorschlag zum Umgang mit der überbordenden Leistungsabforderung zu machen. Wenn es einen Zeitpunkt gibt, an dem Gedanken zur Leistungssteuerung durch Ärzte für Versicherte präsentiert werden müssen, dann jetzt, bevor das „Raumschiff“ wieder einmal von sich aus mit eigenen Ideen tätig wird. Die Konsequenz aus der TSS-Misere könnte dann sein, dass es zu einer Verschärfung der Vorgaben kommt und das Gesetz nicht mehr den Arzt in zumutbarer Entfernung, sondern den nächstgelegenen für eine Terminvermittlung vorschreibt. Die Planwirtschaftler werden nie auf den Gedanken kommen, dass ihr eigenes Tun der Grund für die Misere ist. Sie entwerfen nur wieder einen neuen Plan. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat sich daher Gedanken zur Neuaufstellung für die Zukunft verordnet und wird diese in einer Strategieklausur noch im Februar entwickeln. Ich weiß, was Sie jetzt in weiten Teilen denken werden. Aber die Alternative zum Optimismus hieße hier wohl Fatalismus, und der macht auch nicht wirklich Freude. Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis zur Struktur des Nordlichts: Mit dieser Ausgabe führen wir die neue Rubrik „Bekanntmachungen und Meldungen“ ein. Diese bündelt das, was vorher im Magazin verstreut war: Beschlüsse der Abgeordnetenversammlung, Satzungsänderungen, neue Vertragsabschlüsse mit den Krankenkassen, Mitteilungen aus der Rechtsabteilung und vieles mehr. Kurzum: Informationen kompakt und übersichtlich, die sich auf Ihre Tätigkeit als niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten auswirken. Nicht nur wegen der neuen Rubrik wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen dieses Nordlichts. Herzlichst Ihr

Dr. Ralph Ennenbach 1/2 | 2016

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Titelthema q ualitätssicherung

Lohnendes Engagement Ehrenamtlich tätige Ärzte und Psychotherapeuten sind das Rückgrat der ärztlichen Selbstverwaltung. Auch für eine funktionierende Qualitätssicherung sind sie unverzichtbar, denn mit ihrer Fachkompetenz tragen sie in den verschiedenen Qualitätssicherungskommissionen der KVSH entscheidend zum hohen Standard ambulanter ärztlicher Leistungen in Schleswig-Holstein bei. geht, neue Richtlinien für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu entwickeln. Außerdem beraten die Kommissionsärzte ihre niedergelassenen Kollegen, erarbeiten gemeinsam mit ihnen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und bieten z. B. fachspezifische Kolloquien und Fortbildungen zum Qualifikationsnachweis oder für Wiederholungsprüfungen an. Eine Arbeit, die sich nicht nur fachlich lohnt, sondern auch noch jede Menge Spaß macht.

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Ehrenamtlich tätige Kommissionsärzte engagieren sich in 21 Qualitätssicherungskommissionen, vier Arbeitsgruppen und sechs überregionalen Kompetenz-Zentren und bringen dort ihre Erfahrungen aus dem Praxisalltag und jede Menge medizinisches Fachwissen ein. Sie beurteilen Stichprobenprüfungen, sichten UntersuchungsDokumentationen, prüfen Indikationen, bewerten Ultraschallbilder und beraten die Verwaltungsexperten der KVSH im Antrags- und Genehmigungsverfahren. Auch bei Kommissionstreffen auf Länder- und Bundesebene ist ihre Kompetenz gefragt, wenn es darum

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Titelthema

An den Stellschrauben

Dr. Ernst Dünnweber ist ein Urgestein in Sachen Kommissionsarbeit im Bereich Qualitätssicherung: Seit 30 Jahren ist der Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie Mitglied der Sonografiekommission der KVSH. Seit zehn Jahren leitet er als Vorsitzender die Arbeitsgruppe Säuglingshüfte. Ans Aufhören denkt der Flensburger noch lange nicht. Aus der ehrenamtlichen Qualitätssicherungsarbeit, die in der ärztlichen Selbstverwaltung geleistet wird, sind fachlich erfahrene und engagierte Ärzte wie Dr. Ernst Dünnweber nicht wegzudenken. 1977 ließ sich der gebürtige Schleswig-Holsteiner nach dem Medizinstudium in Kiel, Innsbruck und Heidelberg in Flensburg nieder und arbeitete dort in einer orthopädischen Berufsausübungsgemeinschaft. Vor fünf Jahren gab er seinen Arztsitz ab und arbeitet seitdem im Angestelltenverhältnis (Teilzeit) in seiner alten Praxis weiter. Dünnweber ist seit vielen Jahren in der KVSH aktiv. 1980 wurde er zum stellvertretenden Abgeordneten der Stadt Flensburg gewählt. Dieses Amt behielt er bis 1996. Zu seinem Hauptarbeitsgebiet entwickelte sich der Bereich Sonografie. 1986 wurde er gefragt, ob er Mitglied der Sonografiekommission werden wolle. Dünnweber sagte sofort zu. Drei Gründe sprachen aus seiner Sicht dafür: Interesse am fachlichen Weiterkommen, Arbeit in einer interdisziplinären Gruppe und die Aussicht, die qualitativen Grundlagen seines Faches mitzugestalten. Diese Entscheidung hat er seitdem nie bereut. „Als Kommissionsarzt kann ich aktiv dazu beitragen, einen guten Qualitätsstandard in meinem Fachgebiet zu erreichen und zu erhalten“, erklärt Dünnweber. Praxisnahe Fortbildung Seinen Gestaltungsspielraum hat er genutzt. Der Orthopäde und Rheumatologe hat mittlerweile an weit über 300 Kommissionssitzungen in Bad Segeberg und Berlin teilgenommen und dabei unzählige Ultraschallbilder geprüft, an Richtlinien mitgearbeitet und Kollegen beraten. Zu seiner großen Leidenschaft hat sich die Sonografie der Säuglingshüfte entwickelt. Diese Untersuchung ermöglicht es, Hüftfehlstellungen oder Hüftreifungsstörungen zu erkennen und daraus resultierende schwere Erkrankungen frühzeitig zu vermeiden. Dünnweber war einer der ersten Ärzte in Schleswig-Holstein, der diese Untersuchungsmethode in der eigenen Praxis anwendete. Daher lag es nahe, dass er als erfahrener Praktiker die Leitung der 2006 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Säuglingshüfte übernahm. Deren

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Arbeitsweise beschränkte sich in den folgenden Jahren nicht nur auf das reine Prüfgeschäft. „Wir wollen den Ärzten immer auch Hilfe zur Selbsthilfe bieten und so die Behandlungsqualität für die jungen Patienten verbessern“, so Dünnweber. Die AG erarbeitete daher praxisnahe „Refresherkurse“ zur Sonografie der Säuglingshüfte. Ärzte können sich fortbilden und gegebenenfalls durch eine erfolgreiche Teilnahme die für die Abrechnungsgenehmigung nötigen Qualitätsverbesserungen nachweisen. Das Konzept kommt gut an. Bisher nahmen von den rund 200 in diesem Bereich sonografierenden Ärzten bereits über 70 an einem Kurs teil. Projekt auf Bundesebene und Zukunftspläne Auch auf Bundesebene wurde die AG aktiv. Sie beteiligte sich an der Erarbeitung der von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herausgegebenen Service-Broschüre „Sonografie der Säuglingshüfte – aber richtig“. „Wir geben den Kollegen damit eine leicht verständliche Anleitung an die Hand, die dabei hilft, Untersuchungsfehler zu vermeiden“, erläutert Dünnweber. Der Gremienarbeit will der 70-Jährige auch in Zukunft treu bleiben: „Wenn die KVSH und meine Kommissionskollegen mich behalten möchten, bleibe ich.“ Um die Zukunft der ärztlichen Kommissionsarbeit sorgt sich der erklärte Teamplayer und begeisterte Handballfan – Dünnweber ist Mitglied im „Medical Team“ der SG Flensburg-Handewitt – nicht. Die Politik schlage zwar immer wieder gern auf die KVen ein, gebe ihnen gleichzeitig aber ständig neue Aufgaben, auch im Bereich der Qualitätssicherung. „Als ich anfing, hatten wir acht Kommissionen, heute sind es 21. Dazu kommen diverse Arbeitsgruppen und Kompetenz-Zentren. Die innerärztliche Selbstkontrolle wird erhalten bleiben, denn Qualitätssicherung auf Top-Niveau kann keine Verwaltung allein leisten“, ist sich Dünnweber sicher. Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema q ualitätssicherung

„Mitmachen und mitgestalten“ Die ärztliche Selbstverwaltung ist auf Ärzte angewiesen, die bereit sind, sich in den verschiedenen Qualitätssicherungskommissionen der KVSH zu engagieren. Dr. Tilman David-Walek ist neu dabei und seit einem Jahr Mitglied in den Qualitätssicherungskommissionen für Dialyse und Apherese. Der 51-jährige Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie zieht im Nordlicht-Interview eine erste Bilanz. Nordlicht: Sie sind seit 2001 in Kiel niedergelassen und arbeiten gemeinsam mit fünf Kollegen im Nieren- und Gefäßzentrum. Wie kam es dazu, dass Sie zum zweifachen Kommissionsmitglied wurden? David-Walek: Ich stand schon längere Zeit mit der KVSH in Kontakt und hatte signalisiert, dass mich die Aufgabe interessieren würde. Dann kam der Anruf aus Bad Segeberg, ob ich nicht als Kommissionsmitglied in den Bereichen Dialyse und Apherese mitarbeiten möchte. Das sind zwei wesentliche Bestandteile meines Fachgebiets. Ich konnte mir daher gut vorstellen, meine Erfahrungen aus der täglichen Arbeit einzubringen. Es hat mich außerdem sehr gereizt, praktikable Qualitätsziele zu erarbeiten und mich dabei intensiv mit anderen Fachkollegen auszutauschen. Nordlicht: Also war das Interesse für die medizinischen Aspekte der Qualitätssicherung ausschlaggebend für Ihr Engagement?

Nordlicht: Wenn Sie sich an die erste Zeit in der Gremienarbeit erinnern. Wie lief das ab?

David-Walek: Ja, aber da spielte noch ein weiterer Punkt eine Rolle. Ärztliche Arbeit ist für mich nicht nur die Zeit, die ich in der Sprechstunde verbringe. Sie geht weit darüber hinaus und betrifft eben auch Dinge, die unser berufliches Umfeld bestimmen, wie z. B. Qualitätsrichtlinien und Prüfkriterien. Diese werden in den Gremien und Kommissionen der ärztlichen Selbstverwaltung mitentwickelt und in praktikable Formen gegossen. Mich hat die Kommissionsarbeit auch aus diesem Grund sehr interessiert. Ich möchte Einfluss nehmen, mitgestalten und auch fachlich über den regionalen Tellerrand SchleswigHolsteins hinausschauen. Nordlicht: Das müssen Sie erklären. Gilt nicht in der Kommissionsarbeit das Länderprinzip?

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David-Walek: Nicht unbedingt. In der Dialyse-Kommission arbeiten wir bundesländerübergreifend mit Kollegen aus Hamburg zusammen. Wir besprechen dort prüfrelevante Fälle aus beiden Bundesländern. Kommissionsarbeit findet außerdem nicht nur auf Länderebene statt, sondern auch in Berlin, wenn die regionalen Qualitätssicherungskommissionen bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung oder beim Gemeinsamen Bundesausschuss eingeladen sind. Vorher kannte ich diese Institutionen nur vom Hörensagen und konnte schwer beurteilen, wie ich deren Arbeit bewerten soll. Als Kommissionsmitglied für SchleswigHolstein konnte ich mir ein eigenes Bild machen und feststellen, dass dort – zumindest in den Sitzungen, die ich bisher mitgemacht habe – hochprofessionell gearbeitet wird. Man legte außerdem sehr viel Wert auf unsere medizinischen Sachargumente und hat diese später auch in die Verhandlungen mit den Krankenkassen einfließen lassen.

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David-Walek: Schleswig-Holstein ist ein kleines Bundesland und viele der Kommissionsmitglieder kannte ich bereits vorher. Ich war also nicht der große Unbekannte und bin daher schnell in die sehr gut funktionierende Gruppe aufgenommen worden. Nordlicht: Trotzdem mussten Sie sich ja in eine ziemlich neue Welt einarbeiten. Qualitätssicherung bedeutet ja auch Aktenstudium und Prüfgeschäft. Was müssen Sie an Arbeiten erledigen? David-Walek: Ich erarbeite vor jeder Kommissionssitzung eine Stellungnahme über die anstehenden Stichprobenprüfungen für die anderen Mitglieder. Meine Bewertungsgrundlage sind die Daten, die uns die Praxen liefern. Auf der Sitzung erörtern wir dann nach kurzem Vortrag gemeinsam jeden Fall und stimmen

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Titelthema

am Ende das Schreiben ab, das an die jeweilige Praxis versendet wird. Darin nennen wir noch einmal detailliert die Auffälligkeiten, geben Gelegenheit zur Gegendarstellung und schlagen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung vor. Nordlicht: Das hört sich nach viel Arbeit an. David-Walek: Stimmt, natürlich fällt Arbeit an, doch die macht Spaß, weil sie ja immer mein Fach- und Interessengebiet betrifft. Sie ist sehr gut neben dem eigentlichen Praxisbetrieb zu schaffen, denn jede der vier bis sechs Kommissionssitzungen im Jahr steht langfristig fest. Ich kann also gut planen. Außerdem halten uns die Mitarbeiter der KVSH sehr gut den Rücken frei. Sie bereiten formale Dinge, wie z. B. die Stichprobenprüfungen vor, sodass wir Ärzte sie vor den Sitzungen in Ruhe bearbeiten können. Nordlicht: Ärzte prüfen Ärzte. In dieser Rolle liegt durchaus Konfliktstoff. Wie gehen Sie damit um, auch unbequeme Beschlüsse umzusetzen? David-Walek: Es ist natürlich ein Spagat zwischen dem kollegial-freundschaftlichen Verhältnis, das man zu den Mitgliedern der zu prüfenden Gruppe hat und der zu leistenden Prüfarbeit. Da die Qualitätsregeln aber allen Ärzten bekannt und auch meine Aufgaben und Kompetenzen klar definiert sind, ist das unproblematisch. Alle Kommissionsmitglieder haben zudem eine ähnliche Auffassung von der Prüfarbeit, sodass alles sehr maßvoll abläuft. Es wird niemand zu unangemessenen Nacharbeiten aufgefordert oder gar persönlich angegriffen. Nordlicht: Sondern? David-Walek: Das Gegenteil ist der Fall. Für uns Kommissionsärzte gilt die Devise von Fairness im Umgang miteinander. Stichprobenprüfungen sind kein Gängelungswerkzeug, das sich böse Menschen in dunklen Hinterzimmern ausgedacht haben. Prüfauffälligkeiten können auch ein positiv zu interpretierender Anlass sein, die eigene Arbeits- und Ergebnisqualität zu hinterfragen und sich als Arzt fachlich weiterzuentwickeln. So ist medizinischer Fortschritt im Sinne einer guten Patientenversorgung möglich. Nordlicht: Wie unterstützt die Kommission Ärzte dabei, ihre Qualitätsziele einzuhalten? David-Walek: Wir beraten die Kollegen und geben ihnen in unseren Schreiben Hinweise, wie sie sich verbessern können. Außerdem kann man uns jederzeit anrufen, wenn Unklarheiten bestehen. Der Austausch funktioniert dabei in beide Richtungen. Wir erörtern mit dem geprüften Kollegen die Situation und erarbeiten dann auch gemeinsam Verbesserungsvorschläge. Nordlicht: Sie sind als Arzt auch mehrfach geprüft worden. Nun sitzen Sie auf der anderen Seite und prüfen selbst. Hat das Ihre Einstellung zum Thema Qualitätssicherung verändert?

David-Walek: Nein. Auch medizinische Qualität muss immer wieder hinterfragt werden dürfen und dazu braucht es feste Kriterien, die für alle gleich sind. Ich stelle diesen Grundsatz auch nie in Frage, wenn ich selbst geprüft werde und Daten an die KV liefern muss. Mir ist durch meine Tätigkeit in den Kommissionen aber noch bewusster geworden, dass es transparente und nachvollziehbare Qualitätskriterien sind. Sie werden nicht willkürlich am grünen Tisch, sondern von einem Kreis von Fachleuten in einem intensiven Diskussionsprozess entwickelt. Mir ist außerdem noch klarer geworden, dass die KV den Sachverstand von uns Ärzten braucht, und dass wir umgekehrt auch die KV brauchen, damit sie uns die bürokratischen Dinge, die in einer Selbstverwaltung anfallen, abnimmt. Nordlicht: Was antworten Sie Kollegen, die sagen, dass Gremienarbeit sinnlos sei, weil man ohnehin nichts bewirken könne? David-Walek: Mitmachen und mitgestalten. Wir sollten uns in den Kommissionen nicht nur im Sinne einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung engagieren, sondern auch aus politisch-strategischen Gründen. Die medizinischen Rahmenbedingungen ändern sich ständig. Wir niedergelassenen Ärzte sind daher aufgefordert, unser Know-how einzubringen, um jetzt und in Zukunft für ein stabiles und gut funktionierendes Gesundheitssystem zu sorgen. Wenn wir uns diesen Bereich durch eigene Passivität aus der Hand nehmen lassen, dürfen wir später auch nicht mit dem Finger auf andere zeigen, wenn sie künftig diese Arbeiten übernehmen und praxisferne und unrealistische Qualitätsziele festlegen. Die könnten uns dann weit mehr Schwierigkeiten bereiten. Wir Ärzte müssen außerdem die Sachargumente dafür liefern, dass wir für qualitativ hochwertige medizinische Arbeit auch die entsprechenden Mittel und Ressourcen brauchen. Sonst geraten wir berufspolitisch ins Hintertreffen. Nordlicht: Haben Sie ein Beispiel, wo ärztliche Qualitätssicherungsarbeit politisch tatsächlich etwas bewirkt hat? David-Walek: Ja, im Bereich der Dialysesachkosten wurde die Vergütung durch eine politische Entscheidung vor einiger Zeit massiv abgesenkt. Nur durch die guten und vor allem sachlich fundierten Argumente, die auch aus den Dialysekommissionen der KVen geliefert wurden, konnte an dieser Stelle gegengesteuert werden. Nordlicht: Was sollten Kollegen wissen, die sich ebenfalls in einer Kommission der KVSH engagieren wollen? David-Walek: Wer dort mitmacht, sollte das nicht aus formalen Gründen tun, nur damit genug Namen auf dem Zettel stehen. Wir brauchen Ärzte, die aus voller Überzeugung dabei sind und die in einer Arbeitsgruppe arbeiten können. Das können erfahrenere Kollegen sein, aber auch solche, die noch nicht so lange niedergelassen sind. Es bedeutet Mehrarbeit, doch sie ist sinnvoll und macht Spaß. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema Qualitätsbericht 2 0 1 4

Immer gut versorgt in Schleswig-Holstein Qualitätssicherung auf hohem Niveau: Die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein (KVSH) hat ihren neuen Qualitätsbericht vorgelegt.

Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in SchleswigHolstein versorgen ihre Patienten auf medizinisch sehr hohem Niveau. Dass dieses Ergebnis kein Zufall ist, zeigt der Qualitätsbericht der KVSH für das Berichtsjahr 2014. Mehr als 50 Behandlungs- und Untersuchungsverfahren in der ambulanten Versorgung durchlaufen mittlerweile die regelmäßigen Qualitätskontrollen der KVSH. Ärzte und Psychotherapeuten dürfen in diesen medizinischen Bereichen nur dann tätig werden, wenn sie die entsprechenden Fertigkeiten, operativen Ausstattungen und organisatorischen Voraussetzungen nachweisen. Ob der jeweils geforderte Qualitätsstandard erbracht und auch eingehalten wird, überprüft die KVSH. Nur wenn das der Fall ist, erhält der Arzt bzw. Psychotherapeut eine Abrechnungsgenehmigung. Neue genehmigungspflichtige Bereiche Zum großen Bereich der genehmigungspflichtigen Leistungen gehören z. B. das Hautkrebs-Screening, die Kernspintomografie und die Schmerztherapie. Als neue genehmigungspflichtige Leistung ist 2014 beispielsweise die Dünndarm-Kapselendoskopie hinzugekommen. Sie ist als ambulante Leistung nun fester Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. 13 Ärzte erhielten in diesem Bereich von der KVSH die Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung. Insgesamt wurden im Berichtsjahr rund 800 Genehmigungsanträge gestellt und von der Abteilung Qualitätssicherung bearbeitet. Bei 81 Prozent der Anträge wurden Genehmigungen erteilt.

Qualitätssicherung konkret Dem Bereich „Prävention“ wird in der Rubrik „Qualitätssicherung direkt“ ein eigenes Kapitel gewidmet, denn er spielt im Gesundheitswesen eine immer wichtigere Rolle: Gesundheit soll erhalten, Erkrankungen frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen vermieden werden. Viele Präventionsleistungen, die Ärzte durchführen und die von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, sind daher qualitätsgeprüft. Es gibt z. B. Hygieneprüfungen für Praxen, die endoskopische Untersuchungen durchführen. In Schleswig-Holstein wurden 2014 insgesamt 75 Praxen überprüft. Alle erhielten ein Hygienezertifikat. Dass sich Qualitätssicherung und -förderung nicht ausschließlich auf die Umsetzung von Vereinbarungen und Richtlinien stützt, spiegelt sich auch in den vielfältigen Beratungs- und Fortbildungsangeboten der KVSH wieder. Im Jahr 2014 nahmen insgesamt 509 Ärzte, Psychotherapeuten und Medizinische Fachangestellte an entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen der KVSH teil. Auch aus dem Bereich Qualitätsentwicklung gibt es Positives zu berichten. Im Jahr 2014 waren in Schleswig-Holstein 443 Qualitätszirkel aktiv. 18 kamen neu dazu. Sie hielten insgesamt 1.955 Zirkeltreffen ab. Der Qualitätsbericht 2014 steht im Internet unter www.kvsh.de im Bereich Presse/Sonderpublikationen zum Download bereit. Sie können ihn auch per E-Mail bestellen: presse@ kvsh.de. Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema Z ahlen und F akten

Qualitätssicherungskommissionen, Arbeitsgruppen und Tutoren Bereiche

Anzahl der ärztlichen Mitglieder

Ambulante Operationen

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Apherese

4

Arthroskopie

3

Diabetes

4

Dialyse

4

Drogensubstitution

6

Histopathologie (Hautkrebs-Screening)

4

Koloskopie

5

Laborleistungen nach Kapitel 32.3 EBM

6

Mammographie

5

Onkologie

12

Polysomnografie

5

Qualitätsmanagement

3

Radiologie

10

 AG Interventionelle Radiologie

3

 AG Koronarangiografie

3

 AG Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

2

Schmerztherapie

5

Sonografie (Ultraschalldiagnostik)

9

 AG Säuglingshüfte

7

Vakuumbiopsie

3

Zytologie

5

Ärztliche Stellen/Sachverständigengremien Ärztliche Stelle – Röntgendiagnostik

10

 AG Interventionelle Radiologie

3

 AG Koronarangiografie

3

Ärztliche Stelle – Mammographie

5

Ärztliche Stelle Nuklearmedizin

4 (+ 2 Medizinphysikexperten)

 AG PET-/SPECT-CT

2 (+ 1 Medizinphysikexperten)

Ärztliche Stelle Strahlentherapie

4 (+ 2 Medizinphysikexperten)

Kompetenz-Zentren überregional Akupunktur – KVSH und KV Hamburg

6

Dialyse – KVSH und KV Hamburg

6

IVM – KVSH und KV Hamburg

8

Magnetresonanztomografie (MRT) KVSH mit KV Mecklenburg-Vorpommern und KV Hamburg

6

Neuropsychologische Therapie – KVSH und KV Hamburg

6

Photodynamische Therapie (PDT)/Phototherapeutische Keratektomie (PTK) – KVSH und KV Hamburg

3

Schmerztherapie – KVSH und KV Hamburg

7

Sonstige Gremien Gemeinsame Einrichtung Brustkrebs + Innere Medizin

2 (Brustkrebs) + 1 (Innere Medizin)

QuaMaDi Lenkungsgruppe

5

AG Mammographie-Screening

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Tutoren 1/2 | 2016

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NACHRICHTEN  KOMPAKT B ewertungsausschuss

Patientenportal überarbeitet

Beschlüsse zur Hörgeräteversorgung verlängert

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I nternet

Berlin – Das Patientenportal von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung www.patienten-information.de ist neu gestaltet worden. Patienten und andere fachlich Interessierte finden nun schneller Informationen zu verschiedenen Krankheitsbildern und Gesundheitsthemen. Im Fokus der übersichtlicher und benutzerfreundlicher gestalteten OnlinePräsenz stehen dabei Informationsmaterialien, die am Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) erstellt wurden. Dazu gehören leicht verständliche Broschüren zu ärztlichen Leitlinien, sogenannte Patientenleitlinien und kompakte Kurzinformationen für Patienten sowie Checklisten zu allgemeinen Gesundheitsthemen. Alle Informationen wurden auf der Grundlage von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie den Erfahrungen Betroffener entwickelt.

KBV

Broschüre unterstützt beim Abbau von Barrieren Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Servicebroschüre „Barrieren abbauen“ neu aufgelegt. Ärzte und Psychotherapeuten finden darin eine Fülle von Vorschlägen, wie sie ihre Praxis stärker auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausrichten können. Das Serviceheft zeigt auf 24 Seiten, dass sich oft schon mit kleinen Veränderungen viel erreichen lässt und sich Barrierefreiheit nicht nur auf räumliche Gegebenheiten bezieht. Dazu gehören gut sichtbare Praxisschilder, variable Sitzmöglichkeiten, eine deutliche und verständliche Sprache oder das Bereitstellen von Informationen, die auch blinde und gehörlose Menschen nutzen können. Beispiele aus der Praxis, Checklisten sowie weiterführende Informationen und Links runden das Serviceangebot ab. Neu im Vergleich zur Erstausgabe von 2013 ist eine Seite zum Thema Demenz. Die Broschüre „Barrieren abbauen – Ideen und Vorschläge für Ihre Praxis“ ist in der KBV-Reihe PraxisWissen erschienen. Sie kann kostenfrei per E-Mail bei der KBV bestellt werden (versand@ kbv.de).

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Nordlicht

Berlin – Die im Jahr 2012 eingeführten Leistungen zur Hörgeräteversorgung können auch im Jahr 2016 unverändert abgerechnet werden. Der Bewertungsausschuss hat die Gültigkeit der entsprechenden Beschlüsse um weitere zwei Jahre verlängert. Darunter fallen auch einige Zusatzpauschalen, z. B. für die Behandlung von Patienten mit schwer stillbarem Nasenbluten. Der Bewertungsausschuss hatte zum 1. Januar 2012 mehrere neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in die Kapitel 9 (HNO) und 20 (Phoniatrie und Pädaudiologie) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufgenommen. Diese betreffen vor allem die Neuanpassung, Kontrolle und Nachsorge von Hörgeräten bei Kindern und Erwachsenen (GOP 09372 bis 09375, 20338 bis 20340, 20372 bis 20375, 20377 und 20378). Die Leistungen zur Hörgeräteversorgung dürfen ausschließlich Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen (Phoniater und Pädaudiologen) abrechnen, die eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung haben. Sie müssen dafür zusätzliche Qualitätsanforderungen erfüllen, zum Beispiel regelmäßig themenbezogene Fortbildungen absolvieren und den Umfang der Hörgeräteversorgung dokumentieren. Dies ist in den Qualitätssicherungsvereinbarungen zur Hörgeräteversorgung von Kindern und Erwachsenen geregelt.

M ultiple S klerose

Neuer Fragebogen Kiel – Das Landesamt für soziale Dienste, die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Schleswig-Holstein e. V. und die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein haben einen Fragebogen zur Erfassung der behinderungsrelevanten Symptome der Erkrankung Multiple Sklerose verfasst. Er soll die bisherigen Fragebögen ergänzen und ist vom behandelnden Arzt auszufüllen, soweit er im Rahmen der Diagnose oder Behandlung entsprechende Symptome festgestellt hat. Für alle Beteiligten stelle dieses Vorgehen eine Erleichterung dar – insbesondere sei aus Sicht der Behandelnden mit dem Ausfüllen des Vordrucks die Angelegenheit in der Regel abgeschlossen, so die Herausgeber. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT N eue S ervicebroschüre

Neuer Vorstandsvorsitzender

Behandlung von Demenzpatienten

© Lighthunter

AOK NORDWEST

© Kuschel/AOK/hfr.

Die beiden alternierenden AOK-Verwaltungsratsvorsitzenden Georg Keppeler (links) und Johannes Heß (rechts) präsentierten die neue AOK-Führungsspitze Dr. Martina Niemeyer und Tom Ackermann.

Kiel/Dortmund – Wechsel an der Führungsspitze der AOK NORDWEST: Tom Ackermann wurde vom AOK-Verwaltungsrat einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der 44-jährige Diplom-Kaufmann aus Münster war bisher Mitglied des Vorstands und trat am 1. Januar 2016 die Nachfolge von Martin Litsch an, der jetzt Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes in Berlin ist. Als stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK NORDWEST wurde Dr. Martina Niemeyer aus Königswinter ebenfalls einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Ackermann kündigte an, dass die AOK in ihrem Selbstverständnis als Gesundheitskasse auch künftig bei Service, Leistungen, Vorsorge und Prävention Maßstäbe setzen werde. „Wir wollen unsere Position als regionale Krankenkasse nutzen, um die gesundheitliche Versorgung der Menschen in Westfalen-Lippe und in Schleswig-Holstein zu sichern und durch wirtschaftliche Versorgungsverträge weiterhin zu verbessern“, so Ackermann.

A llgemeinmedizin

Nachwuchsförderung erfolgreich Berlin – Das Förderprogramm der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin greift. Das ist das Ergebnis des fünften Evaluationsberichts der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Demnach wurden im vergangenen Jahr etwa 50 Prozent mehr Ärzte im ambulanten Bereich gefördert als zum Start des Programms vor vier Jahren. Dem Bericht zufolge stieg die Zahl der geförderten Allgemeinmediziner in Weiterbildung von 3.258 in 2010 auf 4.902 im vergangenen Jahr. Davon waren in 2014 rund 31 Prozent in Teilzeit tätig. Im stationären Bereich waren im vergangenen Jahr insgesamt 2.408 Ärzte im Förderprogramm Allgemeinmedizin registriert. Das entspricht einem Zuwachs von 34 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. 1/2 | 2016

Nordlicht

Berlin – Die Behandlung von Demenzpatienten steht im Mittelpunkt einer neuen Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die Broschüre „Demenz“ bietet Ärzten auf 24 Seiten Informationen zu Diagnose, Therapie und Pflege und informiert über die Diagnosestellung sowie über Möglichkeiten und Grenzen der Therapie. Einen Schwerpunkt bildet die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen. Dazu gibt es unter anderem Tipps für die Gesprächsführung. Beispielhaft wird eine Praxis vorgestellt, die mit ihrem Team viele Patienten mit Demenz behandelt und wie sie sich darauf eingestellt hat. Auch die rechtliche Vorsorge und Pflege der Betroffenen werden thematisiert: Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung. In einem weiteren Kapitel geht es darum, wie pflegende Angehörige unterstützt und entlastet werden können. Die Broschüre „Demenz“ ist in der KBV-Reihe PraxisWissen erschienen. Sie kann kostenfrei bei der KBV bestellt werden (versand@kbv.de).

S elbstverwaltung

Einrichtung eines neuen Fachausschusses für angestellte Ärzte Bad Segeberg – Im Rahmen dieses neuen Ausschusses ergibt sich für angestellte Ärzte die Möglichkeit zur Mitarbeit. Interessierte Ärzte können sich bei der KVSH melden. Sie müssen dazu angestellt arbeiten und Mitglied der KVSH sein. Das bedeutet, dass sie mindestens halbtags bei einem Vertragsarzt, einem MVZ oder einer Eigeneinrichtung beschäftigt sein müssen (Paragraf 77 Abs. 3 Satz 2 SGB V). Die KVSH setzt damit einen entsprechenden Passus des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes um, der die Einrichtung dieses neuen Gremiums der Selbstverwaltung vorsieht. Der Ausschuss wird aus vier Mitgliedern sowie zwei Stellvertretern bestehen. Kontakt: Regine Roscher Assistentin der Selbstverwaltung 04551 883 218 regine.roscher@kvsh.de

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gesundheitspolitik H ilfe vor O rt

Rollende Arztpraxis hilft bei Flüchtlingsversorgung Das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg e. V., die Universität zu Lübeck, und die DB Regio Bus AG setzen ab Ende Februar zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge im Kreis Herzogtum Lauenburg auf eine mobile Arztpraxis. Facharztpraxen entlastet werden. Außerdem werden die Behandlungsrisiken, die durch fehlende Sprachkenntnisse entstehen, minimiert“, erläutert Markus Knöfler, Geschäftsführer des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg, die Zielsetzungen des Pilotprojekts.

© Deutsche Bahn AG

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland stellt sowohl den Bund als auch die Länder und Kreise vor große Herausforderungen. Das gilt auch für den Kreis Herzogtum Lauenburg. Durch den Einsatz einer rollenden Arztpraxis – ein zu einer Praxis für Allgemeinmedizin umgebauter Kleinbus, der zuvor in Niedersachsen eingesetzt wurde – soll nun die medizinische Versorgung von Flüchtlingen im Kreis verbessert werden. Nach aktuellem Stand sind im Kreis Herzogtum Lauenburg über 3.000 Flüchtlinge und Asylbewerber zentral und dezentral untergebracht. „Ihr Behandlungsbedarf könnte durch den Einsatz einer mobilen Versorgungseinheit frühzeitiger festgestellt werden als bisher. So könnten die Haus- und

Wissenschaftliche Evaluierung Knöfler hofft auf weitere Effekte, die auch über die Flüchtlingsversorgung hinaus zukunftsweisend sein könnten. „In einigen Teilen Deutschlands bestehen Versorgungslücken in der ambulanten Versorgung auf dem Land. Diese könnten durch den Einsatz mobiler Versorgungskonzepte in Verbindung mit telemedizinischen Anwendungen gefüllt werden“, so Knöfler. Die Universität zu Lübeck wird das Projekt evaluieren und wissenschaftlich begleiten. Zum einen wird die angestrebte Optimierung der einrichtungsübergreifenden medizinischen Versorgung von Flüchtlingen untersucht. Zum anderen wird die Entwicklung einer flächendeckend einsetzbaren, einheitlichen Form der medizinischen Dokumentation bei Flüchtlingen – vor allem in Bezug auf Anamnesebögen und notwendige Patienteninformationen – analysiert. Niedergelassene Ärzte dabei Ende Februar 2016 nimmt das Projekt dann richtig Fahrt auf. Ab dann wird der Bus die einzelnen Flüchtlingsunterkünfte im Kreis Herzogtum Lauenburg anfahren. Das Fahrzeug wird dann durch niedergelassene, angestellte und auch emeritierte Ärzte aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg besetzt, die die Patientenversorgung übernehmen. Die Ärzte werden bei der Kommunikation mit den Flüchtlingen durch Dolmetscher des Kreises unterstützt. Die Projektdauer der rollenden Arztpraxis ist zunächst auf fünfzehn Monate – inklusive drei Monate Vorbereitungszeit – ausgelegt. Die Finanzierung übernimmt die Damp-Stiftung. Bus und Fahrer werden von der Deutschen Bahn gestellt. Jakob Wilder, KVSH

© Deutsche Bahn AG

Mehr Informationen zum Projekt:

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Nordlicht

Praxisnetz Herzogtum Lauenburg e. V. Markus Knöfler/Christina Möllmann Tel. 04542 854 2887 E-Mail: info@praxisnetz-lauenburg.de

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gesundheitspolitik A brechnung

Erste Gesundheitskarten für Flüchtlinge

Schleswig-Holstein ist nach Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen das vierte Bundesland, das eine Gesundheitskarte (eGK) für Flüchtlinge eingeführt hat. Das Nordlicht hat alle relevanten Informationen für die Arztpraxen zusammengefasst. Länder und Kommunen können die gesetzlichen Krankenkassen Ersatzbescheinigung ab Jahresbeginn verpflichten, die elektronische Gesundheitskarte Flüchtlinge und Asylbewerber, deren eGK noch nicht produauch an Flüchtlinge und Asylbewerber auszugeben, die sich noch ziert wurde, benötigen eine Ersatzbescheinigung. Die Ersatzkeine 15 Monate in Deutschland aufhalten. Damit soll der Zugang bescheinigung wird vom zuständigen Kreissozialamt ausgegezur medizinischen Versorgung für die ben und berechtigt den behandelnden Betroffenen erleichtert werden. Bislang Arzt zum Anlegen eines Abrechnungsmüssen Flüchtlinge im Krankheitsfall erst falles. Alle Angaben zum Versicherten bei der örtlichen Behörde einen Behandsowie die Angabe für die „Besondere lungsschein beantragen, um medizinisch Personengruppe“ sind auf der ErsatzbeElektronische versorgt zu werden. Dies ist mit einem scheinigung vermerkt. Deshalb ist das Gesundheitskarte hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Muster 5 (Originalschein) nicht noch zusätzEinige Länder und Kommunen haben sich lich auszustellen und auch nicht vom Asyldeshalb bereits für die Ausgabe der eGK suchenden zu unterschreiben. Die Gültig© Valentyn Volkov entschieden. Das gilt seit Ende Januar auch keit entspricht je Abrechnungsquartal die für Schleswig-Holstein. einer eGK, sodass es keine eingeschränkten Gültigkeitszeiträume geben kann. Alle Ersatzbescheinigungen Kennzeichnung der eGK sind von der Praxis für vier Quartale zu archivieren. Wird im (länger als 15 Monate in Deutschland) Abrechnungsquartal sowohl eine Ersatzbescheinigung, als auch Die eGK für Asylbewerber, die sich länger als 15 Monate in ein Kostenbürgschaftsschein ausgestellt, stellen beide jeweils Deutschland aufhalten, ist bei „Besondere Personengruppe“ mit einen Abrechnungsfall dar (zwei unterschiedliche Kostenträger). der Ziffer „4“ gekennzeichnet. Dabei bleibt es auch. Allerdings kann nur einmal eine Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale abgerechnet werden. Kennzeichnung der eGK (weniger als 15 Monate in Deutschland) Kostenbürgschaftsscheine Neu ist die Kennzeichnung für die Chipkarten, die ab 1. Januar Bisher ausgegebene Kostenbürgschaftsscheine der Kreissozial2016 an Flüchtlinge und Asylbewerber, die weniger als 15 Monate ämter dürfen für Asylbewerber grundsätzlich nicht mehr ausgein Deutschland leben, ausgegeben werden: Auf diesen Karten ist stellt werden. Im Startquartal 1/2016 kann es dennoch vereinzelt bei „Besondere Personengruppe“ die Ziffer „9“ gespeichert. Daran zur Ausstellung solcher Scheine kommen. Diese werden – wie biserkennen die Praxen nach dem Einlesen der eGK, dass bei dem her – zulasten des angegebenen Kreissozialamtes abgerechnet. Patienten ein eingeschränkter Leistungsanspruch zu beachten ist. Ein optisches Zeichen auf der Karte selbst gibt es nicht. Die Kran- Karte nicht einlesbar: Ersatzverfahren kenkassen sind aber verpflichtet, die Europäische Krankenver- Kann die eGK des Asylbewerbers nicht eingelesen werden, wensicherungskarte bei dieser Personengruppe auf der Rückseite der den Ärzte auch bei diesen Patienten das Ersatzverfahren an. Im eGK als ungültig zu kennzeichnen. Ersatzverfahren – also bei der manuellen Eingabe der Daten in das Praxisverwaltungssystem – sind folgende Angaben zu erfassen: Eingeschränkter Leistungsanspruch zuständige Krankenkasse, Name, Vorname, Geburtsdatum, VerDie Kennzeichnung der besonderen Personengruppe mit „9“ sichertenart, Postleitzahl des Wohnorts, möglichst die Krankenist erforderlich, da Flüchtlinge und Asylbewerber in den ersten versichertennummer, Besondere Personengruppe „9“. Ist beim 15 Monaten ihres Aufenthaltes in Deutschland nur einen einge- Ersatzverfahren nicht erkennbar, dass es sich um einen Flüchtling schränkten Anspruch auf medizinische Versorgung haben. Über- handelt und erfolgt eine Untersuchung oder Behandlung, auf die nommen werden laut Asylbewerberleistungsgesetz die Kosten der Patient keinen Anspruch hätte, so wird dem Arzt die Leistung bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen. Zudem besteht trotzdem vergütet. Anspruch auf Schutzimpfungen und medizinisch gebotene Früherkennungsuntersuchungen sowie Mutterschaftsleistungen. In der Bedruckung von Rezepten und Formularen Regel wird Art und Umfang der notwendigen Leistungen jedoch Bei Rezepten und anderen Formularen, die ein Personalienfeld vom behandelnden Vertragsarzt nach medizinischem Erfordernis enthalten, wird im Statusfeld die Ziffer „9“ für „Besondere Persozu bestimmen sein. nengruppe“ gedruckt. Abrechnungsabteilung 1/2 | 2016

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gesundheitspolitik e - H ealth - G esetz

Video-Sprechstunde soll EBM-Leistung werden E-Health-Gesetz mit Änderungen in Kraft getreten. Die elektronische Patientenakte soll, so die Gesetzesbegründung, „den Versicherten darin unterstützen, Leistungserbringern Informationen über Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte, durchgeführte Impfungen und weitere medizinische Daten verfügbar zu machen.“ Unverändert gilt, dass der Patient die Hoheit über seine Daten behält. Er muss seine Einwilligung erklärt haben, bevor ein Arzt oder Psychotherapeut auf die Informationen zugreifen darf.

© Andrey Popov

„Kein Gesetz kommt aus dem Parlament so heraus, wie es eingebracht worden ist.“ Diese Grundregel, in Parlamentskreisen als „erstes Strucksches Gesetz“ bekannt und benannt nach dem Urheber des Zitats, dem einstigen Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bundestag Dr. Peter Struck, hat sich beim E-Health-Gesetz einmal mehr bewahrheitet. Bevor das Gesetz pünktlich zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist, hat der Gesundheitsausschuss des Bundestages kräftig am Regierungsentwurf (siehe Nordlicht 4/2015) gefeilt. An der grundsätzlichen Richtung wurde festgehalten: Arztpraxen und Krankenhäuser sollen in den kommenden Jahren flächendeckend an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen werden und mehr als bisher elektronisch miteinander kommunizieren. Die Koalitionsabgeordneten haben die parlamentarischen Beratungen aber genutzt, das Tempo der Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter zu erhöhen. Koalition forciert elektronische Patientenakte Neu aufgenommen in das Gesetz wurde im Zuge der Ausschussberatungen, dass die „Gesellschaft für Telematik“ (gematik) bis Ende 2018 Voraussetzungen für eine elektronische Patientenakte schaffen muss, die eine „fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation“ mittels der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ermöglichen soll. Daten der Patienten aus bereits vorhandenen Anwendungen und Dokumentationen, z. B. dem Medikationsplan, elektronischen Arztbriefen oder den Notfalldaten, sollen in einer elektronischen Patientenakte zusammengeführt werden können, ergänzt um weitere medizinische Daten des Versicherten. 14

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Patientenfach auf eGK kommt 2019 Ebenfalls auf den letzten Metern der parlamentarischen Befassung wurde das Gesetz um eine Regelung zur Schaffung eines „Patientenfaches“ auf der elektronischen Gesundheitskarte erweitert. Auf dieses Patientenfach soll der Versicherte auch allein, d. h. unabhängig vom Arzt und außerhalb der Praxis zugreifen können. Er soll, so sieht es das Gesetz vor, das Recht erhalten, dass ihm vom Behandler medizinische Daten in seinem Patientenfach zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich ist vorgesehen, dass auch vom Patienten selbst erhobene Daten, z. B. aus Patiententagebüchern oder Gesundheits-Apps, hier gespeichert werden können. Die Ärzte werden durch das E-Health-Gesetz verpflichtet, ihre Patienten über die Möglichkeit des Patientenfachs „unaufgefordert“ zu informieren. Nutzbar soll diese Funktion der eGK ab 2019 sein. Die gematik hat dies bis Ende 2018 technisch zu ermöglichen. Video-Sprechstunde soll EBM-Leistung werden Bereits der Regierungsentwurf des „Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, so der offizielle Titel des Paragrafenwerks, enthielt die Vorgabe, dass die telekonsiliarische Befundaufnahme von Röntgenaufnahmen ab April 2017 in den Katalog vertragsärztlicher Leistungen aufgenommen werden soll. Im Zuge der Ausschussberatungen wurde eine zweite konkrete telemedizinische Leistung auf den Weg gebracht: Sogenannte „Online-Videosprechstunden“ sollen künftig im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) verankert werden. Bis Ende März 2017 hat der Bewertungsausschuss eine Regelung im EBM zu beschließen; ab 1. Juli desselben Jahres soll diese wirksam werden. Mit der Videosprechstunde, so die Begründung, soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass „Bestandspatienten“ z. B. bei Verlaufskontrollen nicht die Arztpraxis aufsuchen müssen. Die Klärung der weiteren Ausgestaltung hat der Gesetzgeber an den Bewertungssauschuss delegiert. Dieser soll „geeignete, zweckmäßige Krankheitsbilder und Fachgruppen“ festlegen. Betont wird an gleicher Stelle ausdrücklich, dass Untersuchungen, die die direkte Anwesenheit des Patienten erfordern, wie z. B. körperliche Untersuchungen, nach wie vor in der Arztpraxis stattzufinden haben.

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gesundheitspolitik Mit auf den Weg gibt der Gesetzgeber dem Bewertungsausschuss die Vorgabe, dass die Entscheidung, die Möglichkeit eines „VideoArztbesuches“ zu nutzen, allein beim Patienten zu liegen hat. Er habe die „uneingeschränkte Wahlmöglichkeit“, auch weiterhin die Praxis aufzusuchen und einen Termin beim Arzt vor Ort wahrzunehmen. Ebenfalls wird in der Gesetzesbegründung klargestellt, dass vor dem Hintergrund der berufsrechtlichen Regelungen die Online-Konsultationen auf Patienten zu beschränken sind, „die dem behandelnden Arzt bekannt sind.“ Auch im Fall der Aufnahme der Video-Sprechstunden in den EBM bleibt es bei der von Gesundheitsminister Hermann Gröhe im Sommer ausgegebenen Grundphilosophie des E-Health-Gesetzes: „Wer blockiert, der zahlt.“ Werden die Fristen nicht eingehalten, drohen KBV und GKV-Spitzenverband Haushaltskürzungen. Medikationsplan künftig auch auf der elektronischen Gesundheitskarte Ab Oktober 2016 haben Versicherte, die regelmäßig drei oder mehr Arzneimittel anwenden, Anspruch auf einen Medikationsplan in Papierform. Die Erstellung des Medikationsplans ist eine ärztliche Aufgabe. So sah es schon der Regierungsentwurf vor. In den Beratungen des Gesundheitsausschusses wurde nun auch die Mitwirkung der Apotheker formal im Gesetz verankert. Wünscht es der Versicherte, so muss der Apotheker bei Abgabe eines Arzneimittels eine Aktualisierung des Medikationsplans vornehmen. Präzisiert wurde zugleich, dass bis zum 1. Januar 2018 die Voraussetzungen für einen elektronischen Medikationsplan geschaffen werden sollen. Insbesondere sollen die Daten des Medikationsplans in den verschiedenen Praxisverwaltungssystemen einheitlich dargestellt werden und zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit verwendet werden können. Ab 2019 haben die Versicherten einen Anspruch darauf, dass der Medikationsplan auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert wird. Ab diesem Zeitpunkt soll es Ärzten und Apothekern möglich sein, Aktualisierungen des Medikationsplans elektronisch vorzunehmen. Förderung für Entlassbriefe gestrichen Um der Nutzung der elektronischen Kommunikation Schwung zu verleihen, waren im Gesetzentwurf zunächst befristete Förderungen sowohl für elektronische Entlassbriefe als auch für elektronische Arztbriefe vorgesehen. Diese Unterstützungen sind im Zuge der Ausschussberatungen deutlich reduziert worden. Die ursprünglich geplante Anschubfinanzierung für Entlassbriefe – ein Euro pro Brief für das Krankenhaus für das Versenden und 50 Cent pro Brief für den Vertragsarzt für die Entgegennahme des elektronischen Entlassbriefes – wurde gänzlich aus dem Gesetzentwurf gestrichen. Auch die zunächst vorgesehene Förderung des Austauschs elektronischer Arztbriefe in der vertragsärztlichen Versorgung haben sich die Abgeordneten des Gesundheitsausschusses noch einmal vorgenommen und die Bedingungen geändert. Die Unterstützung – 55 Cent pro Übermittlung eines elektronischen Briefes – wird es nur noch im Jahr 2017 statt wie geplant zusätzlich auch im Vorjahr geben.

elektronischen Gesundheitskarte wie die Aktualisierung von Notfalldatensätzen oder Medikationsplänen eine elektronische Signatur erfordern. Ärgernis Stammdatenabgleich bleibt Eines der größten Ärgernisse aus ärztlicher Sicht hat den Ausschuss hingegen unverändert passiert und ist seit Jahresbeginn geltendes Recht. Die Prüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten soll als erste Online-Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte in den Arztpraxen erfolgen. Ab 1. Juli 2016 soll die Online-Prüfung eingeführt werden und innerhalb von zwei Jahren flächendeckend zur Verfügung stehen. Wirksam geworden ist mit dem Inkrafttreten des Gesetzes auch die umstrittene Regelung, dass es für Ärzte, die sich nach dem 1. Juli 2018 noch der Online-Prüfung der Versichertenstammdaten verweigern, eine pauschale Honorarkürzung um ein Prozent geben soll. Umsetzung mit Fragezeichen Auch der KBV und dem GKV-Spitzenverband drohen unverändert Kürzungen, wenn die Prüfung der Versichertenstammdaten nicht fristgerecht online möglich ist. Das Gesetz verpflichtet die gematik, bis zum 30. Juni 2016 die technischen Voraussetzungen hierfür zu schaffen. Gelingt dies nicht, bekommen es die KBV und der GKV-Spitzenverband in ihren Haushalten für das Jahr 2017 zu spüren. Das Haushaltsvolumen darf dann, so die gesetzliche Bestimmung, die Ausgaben des Jahres 2014 abzüglich ein Prozent so lange nicht überschreiten, bis die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Eine Regelung, die kurz vor der Verabschiedung des Gesetzes viel Kritik sowohl von der KBV als auch von der Kassenseite auf sich zog. Denn für viele Beobachter bestehen erhebliche Zweifel, ob es möglich sein wird, die Vorgabe zu erfüllen. Engpass seien, so ist Presseberichten zu entnehmen, die sogenannten Konnektoren. Sie ermöglichen die notwendige Online-Anbindung der Lesegeräte in den Praxen, ohne die der Stammdatenabgleich nicht möglich ist. Diese Konnektoren können von der Industrie derzeit jedoch nicht geliefert werden. Die Frankfurter Rundschau berichtete am Tage der Verabschiedung des Gesetzes, dass frühestens im März 2017 damit zu rechnen sei, dass die notwendige Online-Anbindung flächendeckend starten könne, und ergänzte einschränkend, dass auch dieser Termin unsicher sei. Das Resümee der Zeitung: „Der Bundestag beschließt also ein Gesetz, dass voraussichtlich gar nicht einzuhalten ist.“ Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe jedoch zeigte sich optimistisch und erklärte: „Nach den aktuellen Zeitplänen der gematik kann der Roll-out weiterhin im Jahr 2016 beginnen, sodass die gesetzlich vorgesehenen Sanktionen nicht greifen müssen. Wir erwarten von allen Beteiligten – der Industrie, genauso wie den Ärzten und Kassen, dass sie mit Hochdruck daran arbeiten, Arztpraxen und Krankenhäuser an das neue Netz anzuschließen, damit die Telematik-Infrastruktur endlich den Patienten zugutekommt.“ Delf Kröger, KVSH

Um die Ausgabe des elektronischen Heilberufsausweises zu fördern, wird diese Förderung nun an den Einsatz des elektronischen Heilberufsausweises mit qualifizierter elektronischer Signatur gekoppelt. Dies auch, weil verschiedene Anwendungen auf der 1/2 | 2016

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gesundheitspolitik kOMMENTAR

Stille Revolution Pünktlich zum Jahresanfang ist das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, kurz E-Health-Gesetz, in Kraft getreten. Es regelt von der Gesundheitskarte bis zur Einführung der Patientenakte vorläufig alles, was sich zwischen Arzt, Patient und Krankenversicherung digital abwickeln lässt. Der Gesetzgeber und die beteiligten Interessengruppen stellen sich damit der Erkenntnis, dass alles, was man digitalisieren kann, auch digitalisiert wird. Und unabhängig davon, wie viel Begeisterung diese Entwicklung auslöst, bleibt festzuhalten, dass sie unabwendbar kommt. Eine stille Revolution, wie sie sich in allen Bereichen unseres Lebens längst vollzieht. Befürworter und Skeptiker werden ihre Position finden. Die einen werden glücklich sein, dass die Video-Sprechstunde, die sie vielleicht schon angeboten haben, endlich auch EBMLeistung wird. Warum soll das, was in den entlegensten Regionen der Welt, wie in Kanada oder Australien funktioniert, nicht auch in Schleswig-Holstein seine Vorteile haben – und zwar nicht nur zwischen den Nordfriesischen Inseln, sondern auch in Stadt und Land. Auf der anderen Seite werden die Skeptiker einwenden, dass der persönliche Kontakt zum Patienten durch nichts zu ersetzen ist. Doch darum geht es gar nicht, denn die Videovisite bleibt erstmal auf „Bestandspatienten“ beschränkt. Soweit – so gut. Natürlich lobt die Politik auch das E-Health-Gesetz mit der sattsam bekannten Rhetorik als modern, vorausschauend und fürsorglich. Dass Dr. Google und das WWW zum Treiber der sich überschlagenden Entwicklung der digitalen Möglichkeiten geworden sind, macht die Notwendigkeit des Gesetzes nur umso deutlicher. Andere haben die Zeichen der Zeit früher erkannt. Die Wirtschaft arbeitet an der sogenannten Industrie 4.0 und meint damit den Stand von Fertigungstechnik und Wettbewerbsfähigkeit im Jahr 2020. Immerhin hat die Politik die Zeichen der Zeit erkannt. Ob sie auch den Umfang der Veränderungen richtig einschätzt, wird sich noch zeigen. Denn wenn das E-Health-Gesetz mit der Realität Schritt halten soll, müsste es laufend angepasst werden. So gesehen wirkt der Streit um die digitalen Möglichkeiten zum Stammdatenabgleich wie aus einer anderen Zeit. Denn wenn es nicht gelingen sollte, innerhalb der vorgesehenen Frist von zwei Jahren die notwendige Vernetzung durch Ausbau der Infrastruktur sicherzustellen und die erforderliche Zahl von Konnektoren zur Anbindung der Lesegeräte in den Praxen zu produzieren, dann laboriert man unversehens daran, einen Rückstand aufzuholen, während die Entwicklung schon zwei Schritte weiter ist. Dabei wäre es dringend notwendig, einen Schritt vor die Entwicklung zu kommen. Das gilt sowohl für den Netzausbau

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Nordlicht

„Noch für Jahrzehnte werden viele Regionen in Schleswig-Holstein mit einem ‚Slow-Motion-Internet‘ leben müssen, während andernorts der Fortschritt enteilt.“ und die Beschleunigung der Übertragungsgeschwindigkeiten als auch für technische Innovationen und digitale Applikationen. Schon jetzt erweist sich der Netzausbau als ein Hemmnis innovativer Entwicklungen. Ob in der Energieerzeugung, deren Leistungen in immensen Mengen verloren gehen, weil sie nicht abtransportiert werden können oder in der Kommunikation. Noch für Jahrzehnte werden viele Regionen in SchleswigHolstein mit einem „Slow-Motion-Internet“ leben müssen, während andernorts der Fortschritt enteilt. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass eine der Voraussetzungen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie 4.0 eine Übertragungsgeschwindigkeit im Netz von 200 Mbit pro Sekunde ist. Die Netzbetreiber schert es wenig, dass der schlechte Netzausbau zur Verdrängung führt. Wer es schneller will, muss eben mehr zahlen. Das geht, sofern das Kabel überhaupt schon da ist. Und damit schließt sich der Kreis. Denn die Infrastruktur, ohne die nichts geht, ist nicht à jour. Sie ist es nicht in den Netzen, sie ist es nicht auf den Straßen – weder zu Lande noch zu Wasser – und sie ist es ebenso wenig in Planung, Dienstleistung und Verwaltung unserer staatlichen Institutionen. Insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten haben wir allenthalben von der Substanz gelebt. Die ist nun rott, veraltet oder nicht vorhanden. Alles das sind die Entwicklungs- und Wettbewerbshindernisse, die wir im gleichen Atemzug beiseite räumen, wie wir bei der digitalen Entwicklung Schritt halten müssen – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt! Peter Weiher, Journalist

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PRAXIS  & KV

Erweiterungsbau kommt wichtigen Schritt voran

KVSH

In ihrer November-Sitzung gab die Abgeordnetenversammlung grünes Licht für den geplanten Erweiterungsbau der KVSH am angestammten Standort in Bad Segeberg. Bis mit dem Bau begonnen werden kann, dauert es aber voraussichtlich noch fast ein Jahr. Die Investitionssumme für den gesamten Umbau liegt bei rund zehn Millionen Euro. Diese können aus Rücklagen bzw. dem Bestand finanziert werden, eine Erhöhung der Verwaltungskostenumlage wird nicht notwendig sein. Die Stadt Segeberg hat dem Erweiterungsbau bereits zugestimmt. Baubeginn wird voraussichtlich Frühjahr 2017 sein. Bis dahin müssen unter anderem die verschiedenen Gewerke ausgeschrieben und der umfangreiche Bauantrag formuliert und eingereicht werden. Läuft alles nach Plan, ist der Umbau frühestens im Herbst 2018 fertiggestellt. Während der Bauphase werden die Sitzungen der Abgeordnetenversammlung im nahe gelegenen Vitalia Seehotel stattfinden.

© Riemann Gesellschaft von Architekten

Noch ist es nur eine Zeichnung: Der Erweiterungsbau mit neuem Sitzungssaal und Büros (re.) direkt an dem bestehenden Gebäude (li.). Dort soll der alte Abgeordnetensaal im Obergeschoss in weitere Büroräume umfunktioniert werden.

Seit längerer Zeit wird das Vorhaben eines Erweiterungsbaus der KVSH in der Bismarckallee diskutiert. Nach der Grundsatzentscheidung, die die Abgeordneten mit großer Mehrheit getroffen haben, kann nun die konkrete Planung beginnen. In dem Gebäude sollen ein neuer, flexibel zu nutzender Sitzungssaal, mehrere Besprechungsräume und zusätzliche Büros untergebracht werden. Der in die Jahre gekommene Abgeordnetensaal soll im Zuge der Baumaßnahmen ebenfalls in Büroräume umgewandelt werden. Die neu geschaffenen Büroflächen geben der Verwaltung die Möglichkeit, auf in Bad Segeberg angemietete Büros perspektivisch zu verzichten. Dort sind derzeit zum © Riemann Gesellschaft von Architekten Beispiel das Serviceteam und die Zentrale Stelle Mammographie-Screening untergebracht. Die Mitarbeiter dieser Abteilungen können künftig am zentralen Standort in der Bismarckallee arbeiten, die Kündigung der Mietverträge führt zu Kosteneinsparungen.

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Nordlicht

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Marco Dethlefsen, KVSH

Blick in den geplanten, neuen Sitzungssaal

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PRAXIS  &  KV T erminservicestelle

TSS in der Theorie Die KVSH informierte im Dezember auf vier Großveranstaltungen in Kiel, Schleswig, Elmshorn und Lübeck über die Umsetzung der Terminservicestelle (TSS) in SchleswigHolstein. Rund 1.300 Ärzte und Medizinische Fachangestellte nutzten die Gelegenheit, um sich vor dem Start der TSS mit ihrer Funktionsweise vertraut zu machen.

Lübeck

„Wir setzen die gesetzlichen Regelungen um, glauben aber, dass die TSS keine Probleme lösen wird“: Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH.

„Wir haben das sehr komplexe Projekt im Dialog mit den Berufsverbänden möglichst praxisnah umgesetzt“: Alexander Paquet, Abteilungsleiter Notdienst der KVSH, erläuterte in seinem Vortrag die genaue Funktionsweise der TSS.

Schleswig

Elmshorn

Sieht für SchleswigHolstein wenigstens noch eine einigermaßen verträgliche Lösung umgesetzt: Eckhardt Kibbel, Hausarzt und KVSHAbgeordneter aus Hassendorf.

Unnötige Bürokratie aus Berlin: Dr. Götz Gunnar Gerhardt, Hautarzt und KVSHAbgeordneter aus Neumünster, konnte der TSS wenig Positives abgewinnen und machte seinem Ärger Luft. Kiel

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Kiel

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PRAXIS  & KV

TSS in der Praxis Die Terminservicestelle (TSS) der KVSH hat am 23. Januar 2016 planmäßig ihre Arbeit aufgenommen und vermittelt seitdem die ersten Termine. Wir haben die wichtigsten Regelungen für die Praxen zusammengestellt. Was müssen überweisende Ärzte wissen? ƒƒ Will ein Patient die TSS nutzen, braucht er eine Überweisung. Diese muss mit einem Vermittlungscode, den die Praxis von der KVSH erhalten hat, versehen sein. Diesen Code muss der Patient angeben, wenn er sich bei der Terminservicestelle meldet. ƒƒ Es gibt rote und blaue Codes. Der rote Code ist für den Regelfall vorgesehen (Terminanspruch des Patienten innerhalb eines Vier-Wochen-Zeitraums). Der blaue Code soll verwendet werden, wenn es sich beim gewünschten Facharzttermin um eine verschiebbare Routineuntersuchung (z. B. Früherkennungsuntersuchung oder Verlaufskontrolle bei medizinisch nicht akuten Fällen) handelt. Für diese Fälle gilt die gesetzliche Vier-Wochen-Frist nicht. ƒƒ Einen Vermittlungscode für Überweisungen zu Gynäkologen und Augenärzten gibt es nicht, da sich der Patient in diesen Fällen ohne Überweisung an die TSS wenden kann.

Was müssen Fachärzte wissen? ƒƒ Die Terminvermittlung läuft zentral über das eKVSH-Portal unter www.ekvsh.de bzw. www.ekvsh.kvsafenet.de: Menüpunkt „Terminservicestelle“. ƒƒ Dort erfolgt die Dokumentation der Terminanfragen, die der Praxis über die TSS zugewiesen werden. Im Portal ist sichtbar, ob es sich um einen Termin handelt, der innerhalb von vier Wochen liegen muss, oder um einen Vorsorge- oder Kontrolltermin. ƒƒ Die Praxis wird per E-Mail über neue vergebene Terminanfragen informiert. Hinweis: Medizinische Fachangestellte können einen eigenen Zugang zum eKVSH-Portal erhalten, der ihnen die Bearbeitung der TSS-Terminanfragen erlaubt. ƒƒ Die Praxis gibt der TSS eine Rückmeldung, wenn der Patient sich gemeldet und einen Termin vereinbart hat. Es wird auch dokumentiert, wenn ein Patient zum vereinbarten Termin nicht erscheint oder die von der Praxis angebotenen Termine ablehnt. ƒƒ Die Praxis erhält für die Dokumentation pro Vermittlungscode eine Organisationspauschale in Höhe von 2,50 Euro. Weitere Informationen Alle Informationen zur TSS (Praxisinformation, Ablaufschema, Benutzerhandbuch, Patienteninformation, Erklärvideo) finden Sie im eKVSH-Portal. Unsere Bitte: Behalten Sie Ihr bewährtes Überweisungsverfahren bei. Gesetzlich Krankenversicherte haben zwar einen Anspruch auf die Vermittlung eines Facharzttermins durch die TSS, sie müssen diese aber nicht nutzen. Die KVSH ist überzeugt, dass eingespielte Verfahren zwischen den Praxen einer staatlich verordneten Terminvermittlung vorzuziehen sind.

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung _______________________________________ 20 Abrechnung von Röntgenuntersuchungen_____________________________ 24 KV SafeNet-Förderung läuft aus_____________________________________ 24 Verordnungsverträge für das Jahr 2016 sind unterzeichnet_______________ 24 Neue Formulare für Arbeitsunfähigkeit und Krankengeld________________ 24

Aus der Zulassungsabteilung Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dr. med. Gabriele Krüger

Anästhesiologie mit der Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie

24837 Schleswig, Königstraße 7

01.04.2016

Dr. med. Nour el Houda Kietzmann – halbe Zulassung –

Chirurgie

24837 Schleswig, Rathausmarkt 18

01.01.2016

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de.): Name

Fachgruppe

Ort

Annette Luise Schmitz

Anästhesiologie

Neustadt

Dr. med. Tatjana Lindig

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Elmshorn

Dr. med. Reinhard Jensen

Kinder- und Jugendmedizin

Heide

Dr. med. Rainer Günther

Innere Medizin/Gastroenterologie

Kiel

Dr. med. Cornelia Spevak

Pathologie

Flensburg

Dr. med. Lutz Scheele

Chirurgie

Flensburg

Prof. Dr. med. Uta Jappe

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Borstel

Dr. med. Wolfgang Ries

Innere Medizin

Flensburg

Dr. med. Michael Glaubitz

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Husum

Dr. med. Sarah von Spiczak Brzezinski

Kinder- und Jugendmedizin

Schwentinental

Dr. med. Andreas Schmid

Chirurgie

Ratzeburg

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Jan Weichert

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Lübeck

Dr. med. Roland Preuss

Innere Medizin/Gastroenterologie

Ratzeburg

Sven Korte

Innere Medizin/Gastroenterologie

Heide

Stephanie Dick

Chirurgie

Geesthacht

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten:

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Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Tim Berke – halbe Zulassung –

24534 Neumünster, Haart 87–89

Urologie

05.01.2016

Dr. med. Axel Schroeder – halbe Zulassung –

Jörg Taubert

23701 Eutin, Peterstraße 19a

Hals-NasenOhrenheilkunde

01.01.2016

Klaus Taubert

Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Sven-Olaf Süfke

23562 Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Haus 22b

Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie

02.01.2016

Dr. med. Rolf Winterhoff

Jan-Hendrik Scharpenberg – halbe Zulassung –

24232 Schönkirchen, Kätnersredder 85

Allgemeinmedizin

05.01.2016

Elke Schwärmer-Petersdorf – halbe Zulassung –

Jan-Hendrik Scharpenberg – halbe Zulassung –

24232 Schönkirchen, Kätnersredder 85

Allgemeinmedizin

05.01.2016

Dr. med. Wolfgang Grewe – halbe Zulassung –

Miriam Radzko

22113 Oststeinbek, Möllner Landstraße 55

Allgemeinmedizin

04.01.2016

Dr. med. Heidi Lührs-Höper

Dr. med. Lena-Friederike Kauschen

23714 Bad Malente, Bahnhofstraße 37–39

Allgemeinmedizin

02.01.2016

Joachim Schulz

Curtius Klinik MVZ GmbH

23714 Bad Malente, Neue Kampstraße 2

02.01.2016

Kerstin Strang

23552 Lübeck, Königstraße 17

Allgemeinmedizin

02.01.2016

Niels Langemak

Dr. med. Patrick Hörtling

24534 Neumünster, Parkstraße 26

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2016

Hans-Heinrich Schröder

Christian Roßmann

24943 Flensburg, Mürwiker Straße 91

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

01.01.2016

Dr. med. Britta Hebenbrock

21509 Glinde, Markt 16

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.01.2016

Dr. med. Carsten Goll

24376 Kappeln, Poststraße 18

Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie

02.01.2016

Dr. med. Claus Lübbert

Dr. med. Jeannette Porath-Gast

22926 Ahrensburg, Lohe 4

Allgemeinmedizin

02.01.2016

Carl-Christian Richers

Claudia Schröder

23560 Lübeck, Kronsforder Allee 52

Allgemeinmedizin

04.01.2016

Dr. med. Friedhelm Lübber

Jan Bücher

25779 Hennstedt, Norderstraße 37

Allgemeinmedizin

01.01.2016

Dr. med. Barbara Nicolaus

Daniel Hauth

24791 Alt Duvenstedt, Am Markt 1

Allgemeinmedizin

01.01.2016

Dipl.-Päd. Katrin Eichen – halbe Zulassung –

23858 Reinfeld, Paul-von-SchoenaichStraße 23

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

04.01.2016

Dipl.-Psych. Uta TeschkeBartsch – halbe Zulassung –

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 28

Psychologische Psychotherapie

01.01.2016

Dr. Michael Zorawski – halbe Zulassung –

22844 Norderstedt, Ulzburger Straße 563

Psychologische Psychotherapie

01.03.2016

Dipl.-Psych. Jörg Siebenmark – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Jenny Pitthan

22926 Ahrensburg, Hamburger Straße 7

Psychologische Psychotherapie

01.01.2016

Rolf Haugg

Jens-Walter Möllenberg

21502 Geesthacht, Bergedorfer Straße 58 –62

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

04.01.2016

Dr. med. Torsten Kallweit – halbe Zulassung –

24939 Flensburg, Marienhölzungsweg 47

Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie

01.01.2016

Dr. med. Martin Hinrichsen – halbe Zulassung –

Alla Aust

25524 Itzehoe, Lübscher Kamp 18

Allgemeinmedizin

01.01.2016

Dr. med. Engelbert Mecke

Nordlicht

aktuell

21


Bekanntmachungen und Meldungen Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Astrid Hirthe

24118 Kiel, Hansastraße 64

Psychologische Psychotherapie

01.01.2016

Dr. med. Justus Hilpert

24109 Kiel, Kurt-Schumacher-Platz 10

Allgemeinmedizin

04.01.2016

Dipl.-Psych. Natalie Schütt – halbe Zulassung –

25524 Itzehoe, Feldschmiedekamp 4

Psychologische Psychotherapie

11.01.2016

Dipl.-Psych. Monika Alda

Dr. med. Jochen Schmelzer

24805 Hamdorf, Hauptstraße 23

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2016

Dr. med. Ulrich Hänsel

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Dr. med. Kristina Minelli – Sonderbedarf –

22880 Wedel, Rosengarten 5-9

Neurologie

01.01.2016

Dr. med. Angela Hensel – halbtags –

Dr. med. Gerd-Eric Uhlmann

21465 Reinbek, Hamburger Straße 55

Neurologie und Psychiatrie

10.12.2015

Dr. med. Jost Brandt – halbtags –

Dr. med. Bernd Schmidt, Dr. med. Bernd Richter

24539 Neumünster, Segeberger Straße 56 a

Allgemeinmedizin 15.12.2015

Dr. med. Stefanie Perner – ganztags –

Dr. med. Bernd Schmidt, Dr. med. Bernd Richter

24539 Neumünster, Segeberger Straße 56 a

Allgemeinmedizin 01.01.2016

Dr. med. Maren Schmidt – ganztags –

MVZ der ZIP gGmbH

24105 Kiel, Niemannsweg 147

Psychiatrie und Psychotherapie

01.01.2016

Thomas Michel – dreivierteltags –

Dr. med. Cordula Burghoff, Dr. med. Katrin Lammerskitten, Dorothea von Carnap-Bornheim

24939 Flensburg, Waldstraße 13–15

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2016

Dr. med. Anja Erben – halbtags –

Dr. med. Achim Leybold, Dr. med. Gitta Lüdemann

24103 Kiel, Alter Markt 11

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2016

Dr. med. Stefan Allerding – ganztags –

Curtius Klinik MVZ GmbH

24714 Bad Malente, Neue Kampstraße 2

Psychiatrie

02.01.2016

Ruth Haubeck-Ahrens – ganztags –

Curtius Klinik MVZ GmbH

23714 Bad Malente, Neue Kampstraße 2

Psychiatrie

02.01.2016

Dr. med. Silke Kleinschmidt – halbtags –

Augenklinik Rendsburg MVZ GbR

24589 Nortorf, Große Mühlenstraße 3

Augenheilkunde

10.12.2015

Julia Speck - dreivierteltags -

MVZ Radiologie Prüner Gang

24937 Flensburg, Holm 13

Radiologische Diagnostik

01.01.2016

Margarita Steinert – ganztags –

Dr. med. Petra Jessen, Inga Grimm

24105 Kiel, Feldstraße 123

Allgemeinmedizin 01.01.2016

Dr. med. Lydia Piepenbrink – halbtags –

Dr. med. Petra Jessen, Inga Grimm

24105 Kiel, Feldstraße 123

Allgemeinmedizin 01.01.2016

Dr. med. Nicole Breckheimer – halbtags –

Dr. med. Farzaneh Wienegge

21509 Glinde, Markt 1

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2016

Dr. med. Sarah Schemmel – halbtags –

Dres. Brandenburg und Partner

23562 Lübeck, Paul-Ehrlich-Straße 1–3

Strahlentherapie

04.01.2016

Dr. med. Ivonne Prüter – halbtags –

Dres. Brandenburg und Partner

23562 Lübeck, Paul-Ehrlich-Straße 1–3

Diagnostische Radiologie

04.01.2016

Dr. med. Thekla Meyners – dreivierteltags –

Dr. med. Tom Brüske

22926 Ahrensburg, Hamburger Straße 23

Urologie

01.01.2016

Dr. med. Kirsten Rethwisch – halbtags –

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Nordlicht

aktuell

1/2 | 2016


Bekanntmachungen und Meldungen Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

MVZ Lubinus GmbH

24106 Kiel, Steenbeker Weg 25 –33

Orthopädie

05.01.2016

Jonas Guthmann – vierteltags –

mk medical care GmbH

23564 Lübeck, Falkenstraße 17–25

Augenheilkunde

01.01.2016

Dr. med. Thomas Sauer – ganztags –

Dr. med. Silke Krause

24106 Kiel, Steenbeker Weg 25 –33

Haut- und Geschlechtskrankheiten

01.01.2016

Dr. med. Silja Domm – vierteltags –

Forschungszentrum Borstel

23845 Borstel, Parkallee 1–40, 23538 Lübeck, Ratzeburger Allee 160

Pathologie

01.01.2016

Prof. Dr. med. habil. Christoph Thorns – vierteltags –

Forschungszentrum Borstel

23845 Borstel, Parkallee 1–40, 23538 Lübeck, Ratzeburger Allee 160

Pathologie

01.01.2016

Dr. med. Florian Stellmacher – halbtags –

Forschungszentrum Borstel

23845 Borstel, Parkallee 1–40, 23538 Lübeck, Ratzeburger Allee 160

Pathologie

01.01.2016

Prof. Dr. med. Sven Perner – vierteltags –

Dr. med. Institut Petersburg Ella Lioznova

25488 Holm, Twiete 5

Allgemeinmedizin 01.01.2016

Dr. med. Christina Quellmann – ganztags –

BAG Bosse und Kollegen

24214 Gettorf, Eichstraße 3–5

Hals-NasenOhrenheilkunde

04.01.2016

Katrin Bös – halbtags –

Dr. med. Gerlinde Liebich

22927 Großhansdorf, Innere Medizin/ Hoisdorfer Landstraße 61 hausärztlich

01.01.2016

Dr. med. Kirsten Urbach – halbtags –

Alla Aust

25524 Itzehoe, Lübscher Kamp 18

prakt. Ärztin

01.01.2016

Barbara Mecke – halbtags –

Alla Aust

25524 Itzehoe, Lübscher Kamp 18

prakt. Arzt

01.01.2016

Dr. med. Engelbert Mecke – halbtags –

Brigitte Maas

23701 Eutin, Peterstraße 19 A

Innere Medizin

07.01.2016

Birke Mühlhausen – halbtags –

Dr. med. Mark Lyons, Dr. med. Melanie Lyons

22846 Norderstedt, Rathausallee 35 –39

Kinder- und Jugendmedizin

10.01.2016

Dr. med. Christian Breuer – ganztags –

Torsten Morschheuser

24106 Kiel, Steenbeker Weg 33

Innere Medizin/ hausärztlich

11.01.2016

Dr. med. Gerd Loose – halbtags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

1/2 | 2016

Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Katja Sellhoff

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

24103 Kiel, Dreiecksplatz 2

24113 Kiel, Theodor-Heuss-Ring 56

01.12.2015

Dr. med. Sabine Altmann-Kraft

Allgemeinmedizin

21493 Schwarzenbek, Hamburger Straße 33

21493 Schwarzenbek, Ritter-Wulf-Platz 3

01.01.2016

Christoph Tsirigiotis

Psychiatrie und Psychotherapie

24105 Kiel, Blücherstraße 14

24103 Kiel, Sophienblatt 19

01.01.2016

Dr. med. Bettina Altmann

Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Neuropädiatrie

24937 Flensburg, Süderhofenden 12

24937 Flensburg, Rathausstraße 1–3

01.10.2015

Olga Utecht

Kinder- und Jugendmedizin

24937 Flensburg, Süderhofenden 12

24937 Flensburg, Rathausstraße 1–3

01.10.2015

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Abrechnung von Röntgenuntersuchungen Abrechnungsgrundsätze bei Veranlassung von Röntgenuntersuchungen bei Akutverletzungen durch eine Krankenhausambulanz in den Räumen und durch Personal einer kooperierenden radiologischen Praxis Eine Röntgenuntersuchung, die von dem diensthabenden, nach der Röntgenverordnung berechtigten Arzt einer Notfallambulanz eines Krankenhauses bei Akutverletzungen angeordnet und von gemäß der Röntgenverordnung zur technischen Durchführung berechtigten Mitarbeitern einer kooperierenden radiologischen Vertragsarztpraxis z. B. in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen – ein Arzt der radiologischen Praxis ist nicht anwesend – in den Räumen dieser Praxis durchgeführt wird, ist dem Radiologen nicht als persönliche Leistung zuzurechnen und somit für ihn nicht abrechnungsfähig. Eine sogenannte Nachbzw. Endbefundung – zusätzlich zur Befundung durch den Arzt der Notfallambulanz – durch den Radiologen ändert daran nichts. Persönliche Leistungen sind, sofern der nichtärztliche Mitarbeiter zur Erbringung der jeweiligen Hilfeleistung qualifiziert ist, zwar auch Hilfeleistungen nichtärztlicher Mitarbeiter, diese müssen aber von dem an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arzt selbst, einem genehmigten Assistenten oder einem angestellten Arzt dieses Vertragsarztes angeordnet und fachlich überwacht sein (Paragraf 15 Abs. 1 S. 5 BMV-Ä) und nicht von dem Arzt der Notfallambulanz. Untrennbarer Bestandteil der Röntgenuntersuchung ist die Beurteilung der Röntgenbilder, in diesem Fall während der Behandlung des Patienten in der Notfallambulanz. Findet diese nicht statt, fehlt es an der Abrechenbarkeit. Für die Versorgung im Notfall sind nämlich nur solche Gebührenordnungspositionen berechnungsfähig, die in unmittelbarem diagnostischen oder therapeutischen Zusammenhang mit der Notfallversorgung stehen (EBM, II „Arztgruppenübergreifende allgemeine Gebührenordnungspositionen“, 1.2 „Gebührenordnungspositionen für die Versorgung im Notfall und im organisierten ärztlichen Not(-fall)dienst“ Nr. 1).

KV SafeNet-Förderung läuft aus Die Förderung von KV SafeNet läuft aus und wird nicht verlängert. Über den Kommunikationsdienst wird ein geschützter, vom Internet getrennter „Tunnel“ aufgebaut, der eine datenschutzgerechte Anbindung aller Rechner der Praxis ermöglicht. Die wichtigste Anwendung ist dabei der SafeMail-Dienst. 2015 wurden so rund 100.000 Arzt- und Entlassbriefe ausgetauscht. Die KVSH hat KV SafeNet seit 2009 mit insgesamt 400.000 Euro gefördert.

Verordnungsverträge für das Jahr 2016 sind unterzeichnet Die Arzneimittel-/Heilmittelvereinbarung, die Zielvereinbarung Arzneimittel/Heilmittel und die Richtgrößenvereinbarungen Arznei- und Heilmittel traten zum 1. Januar 2016 in Kraft. Die einzelnen Vereinbarungen sind unter www.kvsh.de  Praxis  Verträge zu finden. Gedruckte Exemplare können telefonisch bestellt werden, Tel. 04551 883 362 oder Tel. 04551 883 931.

Neue Formulare für Arbeitsunfähigkeit und Krankengeld Seit dem 1. Januar 2016 gibt es ein neues Formular für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Muster 1). In die AU-Bescheinigung ist jetzt der sogenannte Auszahlschein für Krankengeld integriert. Ebenfalls zum 1. Januar wurde die Anfrage zum Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit angepasst (Muster 52). Dabei handelt es sich überwiegend um sprachliche Anpassungen. Praxen können die neuen Formulare entweder schriftlich oder per Fax unter 04154 799 173 beim Paul Albrechts Verlag bestellen. Dazu muss der bekannte Bestellschein genutzt werden. Dieser ist unter anderem auf der Startseite von www.kvsh.de hinterlegt. Eine telefonische Bestellung ist nicht möglich. Der in der Nordlicht-Ausgabe 12 | 2015 beschriebene Bestellweg ist leider nicht korrekt.

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Nordlicht

aktuell

1/2 | 2016


PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Soziotherapie: KBV fordert extrabudgetäre Vergütung

Sorgenfreier verordnen

Berlin – Die Verordnung von Soziotherapie für schwer psychisch kranke Menschen sorgt für Streit zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen. Die KBV fordert, dass die Behandlung aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung herausgenommen und extrabudgetär vergütet wird. So solle verhindert werden, dass eine Leistungsausweitung zulasten der Ärzteschaft gehe. Anlass für die Forderung ist die im vergangenen Jahr geänderte Richtlinie zur Durchführung von Soziotherapie. Danach kann jetzt Soziotherapie bei einem breiteren Spektrum an Indikationen durchgeführt werden als früher. Neben dem Kreis der Patienten wurde auch der Kreis der Fachärzte erweitert, die diese Leistung verordnen dürfen. Zusätzlich wurde die Möglichkeit einer erneuten Verordnung nach Ablauf von drei Jahren implementiert. Die KBV schlägt deshalb vor, die Leistungen der Soziotherapie (GOP 30800, 30810 und 30811 EBM) aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung herauszunehmen und extrabudgetär zu festen Preisen zu vergüten. Damit wäre die Finanzierung durch die Krankenkassen auch bei einer Mengenausweitung gesichert.

Förderungen beschlossen Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) will mit einem mehrstufigen Förderprogramm dem Ärztemangel in Niedersachsen zu Leibe rücken. In Niedersachsen gibt es zurzeit 325 freie Hausarztsitze und 89 freie Facharztsitze. Ein Strukturfonds, in den KVN und Krankenkassen jeweils zur Hälfte einzahlen, soll die benötigten Mittel bereitstellen. Das Programm soll niederlassungsbereiten Medizinern nun einen Teil des wirtschaftlichen Risikos abnehmen. Ärzte und Psychotherapeuten, die sich in bestimmten Regionen Niedersachsens niederlassen, sollen bis zu 60.000 Euro Investitionskostenzuschüsse bei Neugründung oder Übernahme einer Praxis erhalten. In Landstrichen, wo ärztliche Unterversorgung droht oder bereits eingetreten ist, können bis zu 75.000 Investitionskostenzuschüsse fließen. Geld aus dem Strukturfonds für bestimmte Regionen gibt es künftig auch für die Gründung von Zweigpraxen, für Arztpraxen auf den niedersächsischen Nordseeinseln, für die Beschäftigung von Weiterbildungsassistenten und für Medizinstudenten, die einen Teil ihrer Famulatur in einer Kassenarztpraxis absolvieren. Neue Praxen, die in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Gebieten ihre Arbeit aufnehmen, erhalten in der Startphase zwei Jahre lang über den Strukturfonds eine Umsatzgarantie. 1/2 | 2016

Nordlicht

Dortmund – „Die Richtgrößenprüfung ist faktisch tot. Und das ist auch gut so“, kommentierte Dr. Wolfgang-Axel Dryden, 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die mit den Krankenkassen geschlossene Arzneimittelvereinbarung für das Jahr 2016. Mit der neuen Vereinbarung erhielten stattdessen sogenannte Leitsubstanzen Bedeutung als Instrument des Regressschutzes. Das sind jeweils die Substanzen, deren Wirksamkeit in einer Arzneimittelgruppe am besten dokumentiert ist. „Heute müssen Patienten teilweise ihre Medikation erkämpfen, weil der Arzt Sorge hat, seine Arzneimittelbudgets zu verfehlen und dafür in Haftung genommen zu werden“, erläuterte Dryden. Denn überschreitet ein Arzt im jetzigen System den Eurobetrag, der seiner Fachgruppe durchschnittlich pro Patient und Quartal für Arzneimittel zur Verfügung steht, um mehr als 15 Prozent, so wird sein Verordnungsverhalten geprüft. Bei Überschreitung bis 25 Prozent ist eine Beratung vorgeschrieben; darüber droht ihm sogar eine Rückzahlungsverpflichtung, sofern die Überschreitung nicht durch Praxisbesonderheiten gerechtfertigt ist. „Besonders Patienten mit einer teuren Medikation werden daher leider immer wieder zu anderen Ärzten überwiesen. Das ist nun vorbei“, betonte der KVWL-Vorsitzende. Mit der neuen Vereinbarung erhalte der Arzt ab 2016 Sicherheit bei der Verordnung, könne also sorgenfreier verordnen, so Dryden.

Niederlassungsförderung über Strukturfonds Mainz – Um die ärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz zukunftsfest zu machen, fördern die KV Rheinland-Pfalz (KV RLP) und die Krankenkassen seit dem 1. Januar 2016 die Niederlassung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Für den eigens dafür eingerichteten Strukturfonds stellt die KV RLP 0,1 Prozent der mit den Krankenkassen für 2016 vereinbarten morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) zur Verfügung. Den gleichen Betrag von 0,1 Prozent der mGV müssen als gesetzliche Vorgabe die Landesverbände der Kranken- und Ersatzkassen zum Strukturfonds zusteuern. Das Volumen für die Niederlassungsförderung im Jahr 2016 wird somit insgesamt 2,4 bis 2,5 Millionen Euro betragen. Aus dem Strukturfonds können Praxisneugründungen oder -übernahmen festgelegter Fachgruppen mit einmalig 60.000 Euro in ausgewiesenen Förderregionen unterstützt werden. Zuschussmöglichkeiten gibt es auch für Zweigpraxen mit einmalig 20.000 Euro sowie für die Anstellung eines Arztes mit 1.000 Euro pro Monat bei einem vollen Versorgungsauftrag für längstens 60 Monate. Damit können pro Jahr bis zu 41 Niederlassungen, 125 Nebenbetriebsstätten oder 208 Anstellungen gefördert werden. aktuell

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PRAXIS  &  KV P sychotherapie

Viele Regelungen werden erst nach und nach wirksam Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beinhaltet viele Regelungen, die für die psychotherapeutische Versorgung direkt relevant sind. Das Gesetz ist zwar schon im Sommer letzten Jahres beschlossen worden, doch entfalten einige seiner Regelungen erst nach und nach Wirksamkeit. In vielen Bereichen sind die Partner der gemeinsamen Selbstverwaltung – Krankenkassen, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Krankenhausgesellschaft – aufgefordert, sich über die konkrete Verankerung und Umsetzung im Gemeinsamen Bundesausschuss erst noch zu einigen. Dies betrifft die Überarbeitung der schon lange nicht mehr zeitgemäßen Psychotherapie-Richtlinien aber auch andere Bereiche, wie die Verordnung von Krankenhausbehandlung oder der Soziotherapie durch Psychotherapeuten. Honorierung und Fachausschuss für Angestellte Über die in 2016 veränderte Honorierung antrags- und genehmigungspflichtiger Leistungen wurde bereits an dieser Stelle und im letzten KVSH Newsletter des Jahres 2015 berichtet. Ebenso über den in 2016 neu zu installierenden Fachausschuss für angestellte Ärzte und Psychotherapeuten. Psychotherapie-Richtlinien Der Gesetzgeber hat dem Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) bis zum 30. Juni 2016 Zeit gegeben, die Psychotherapie-Richtlinien zu überarbeiten. Es sind Regelungen zur Flexibilisierung des Therapieangebotes, insbesondere zur Einrichtung von psychotherapeutischen Sprechstunden, zur Förderung der frühzeitigen diagnostischen Abklärung und der Akutversorgung, zur Förderung von Gruppentherapien und der Rezidivprophylaxe sowie zur Vereinfachung des Antrags- und Gutachterverfahrens zu treffen. Befugniseinschränkungen sind aufzuheben Im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) ist vorgesehen, einige Befugniseinschränkungen, denen Psychotherapeuten unterliegen, aufzuheben. Hierzu gehört die Verordnung von Krankenhausbehandlung, Krankentransport, psychotherapeutischer Rehabilitation und Soziotherapie. Hier müssen gleich vier voneinander unabhängige Richtlinien geändert werden. Es betrifft die Krankenhauseinweisungs-Richtlinie, die Krankentransport-Richtlinie, die Rehabilitations-Richtlinie und die Soziotherapie-Richtlinie. In allen Richtlinien müssen die Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nun Berücksichtigung finden. Außerdem müssen die entsprechenden Formulare angepasst werden. Es wird erwartet, dass die Regelungen circa ab Mitte des Jahres 2016 wirksam werden. Verbesserung für Job-Sharing und Angestelltenverhältnisse In den Paragrafen 101 Abs. 1 SGB V wurde neu eingefügt, dass Ausnahmeregelungen zur Leistungsbegrenzung für JobSharing-Berufsausübungsgemeinschaften und Anstellungsverhältnisse mit Leistungsmengenbegrenzung von Psychotherapeu26

Nordlicht

ten möglich sein sollen. Für psychotherapeutische Praxen mit unterdurchschnittlichem Praxisumfang soll eine Vergrößerung des Praxisumfangs nicht auf den Fachgruppendurchschnitt begrenzt werden. Hiervon verspricht sich der Gesetzgeber eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung, denn zukünftig könnten dann betroffene Praxen mehr Behandlung anbieten. Hierzu muss der G-BA die Bedarfsplanungsrichtlinie überarbeiten – eine entsprechende Änderung wird im ersten Halbjahr 2016 erwartet. Delegationsmöglichkeiten Nach Paragraf 28 Absatz 1 Satz 2 SGB V gehört zur ärztlichen Behandlung auch die Hilfeleistung anderer Personen, die von dem Arzt angeordnet und von ihm zu verantworten ist. In Absatz 3 Satz 2 SGB V wurde nunmehr klargestellt, dass die gleichen Grundsätze auch für die psychotherapeutische Behandlung gelten. Dabei können beispielsweise administrative Tätigkeiten, wie die Unterstützung des Psychotherapeuten bei der Erstellung eines Berichtes oder eines Gutachtens als auch vorbereitende oder behandlungsergänzende Maßnahmen an Dritte delegiert werden. Der Gesetzgeber fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Krankenkassen auf, die Vorgaben im Bundesmantelvertrag zu überprüfen und im Hinblick auf Delegationsmöglichkeiten im psychotherapeutischen Bereich anzupassen. Bislang fehlen hier konkrete Vorstellungen zur Ausgestaltung. Regelungen werden eher zum Ende des Jahres 2016 erwartet. Terminservicestelle Ende dieses Jahres werden auch Vorstellungen über die Terminvermittlung bei Psychotherapeuten diskutiert und entwickelt werden müssen. Es ist zu erwarten, dass ab Anfang 2017 die Terminvermittlung auch die psychotherapeutische Behandlung mit einschließt. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

aktuell

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Christian Thiel Geburtsdatum: 5. Mai 1969 Geburtsort: Bochum Familie: ledig, eine Tochter Fachrichtung: Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie Sitz der Praxis: Ahrensburg Niederlassungsform: Einzelpraxis Neu niedergelassen: 1. Oktober 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Nach 15 Jahren Tätigkeit als Oberarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf musste es etwas Neues sein. Ich wollte viel mehr selbstbestimmt arbeiten können. Die Niederlassung als Kinderarzt war von Anfang an mein berufliches Ziel, welches ich zum Glück nie aus den Augen verloren habe. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Ganz einfach: die tägliche Arbeit mit den Kindern und ihren Eltern! 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Immer auf das langfristige Ziel hinarbeiten, auch während der Kliniktätigkeit immer wieder über den Tellerrand blicken und sich mit Themen beschäftigen, die vielleicht nicht unmittelbar in der Klinik genutzt werden können. Der Organisationsaufwand rund um die Niederlassung herum darf nicht unterschätzt werden. Man darf sich aber trotz aller Einschläge nicht beirren lassen und muss es am Ende einfach machen! 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Helmut Schmidt hätte ich gerne getroffen. Trotz teilweise deutlich unterschiedlicher Auffassungen habe ich ihn für seine Diskussionsbereitschaft und klare Ausdrucksweise bewundert. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Zeit mit meiner Tochter oder am Meer verbringen – am besten beides zusammen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ich habe zwei: „Mond über Manhattan“ von Paul Auster und „Eiszeit“ von Don de Lillo. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Das Meer ist nie weit weg. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Segler!

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Nordlicht

aktuell

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die menschen im land V or O rt

Hilfe für den Nordirak Die Kinderärztin Ioana Klopf und HNO-Arzt Dr. Martin Klopf aus Rendsburg begleiteten einen Hilfstransport ins nordirakische Dohuk und halfen bei der medizinischen Versorgung der dort lebenden Flüchtlinge.

„Wir wussten, dass die Reise nicht ungefährlich ist, aber wir wollten ein Zeichen setzen und im Rahmen unserer Möglichkeiten als Ärzte helfen“, berichtet Dr. Martin Klopf. Der in Rendsburg niedergelassene HNO-Arzt und seine Frau Ioana, die als Kinderärztin an der Imland Klinik Rendsburg arbeitet, reisten deshalb als Teil eines siebenköpfigen Hilfsteams der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und des Menschenrechtszentrums Cottbus e. V. für eine Woche in den Nordirak. Die beiden Organisationen wollten praktische Hilfe vor Ort anbieten und auch medizinisches Hilfsmaterial ins Krisengebiet bringen. Apotheken, Schulen, Unternehmen und viele Privatpersonen beteiligten sich an der entsprechenden Sammelaktion und spendeten Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen, Medikamente, neuwertige Kleidung, Schulmaterialien, Nähmaschinen, medizinische Geräte und Pflegebzw. Untersuchungsbetten. Mit dabei waren außer den beiden Rendsburgern noch zwei Ärzte aus Brandenburg.

Leben im Zeltlager Die Fotos, die das Ehepaar Klopf bei ihrem einwöchigen Einsatz gemacht hat, zeigen eindrucksvoll die dramatischen Lebensumstände im Nordirak. In der abgelegenen und autonomen Region Kurdistan herrscht der Ausnahmezustand. Rund 650.000 Flüchtlinge haben dort Schutz vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gesucht. Die karge, fast baumlose Landschaft ist von großen Zeltlagern geprägt. In der vorher 500.000 Einwohner zählenden Stadt Dohuk leben heute mehr Flüchtlinge als Einheimische. Die meisten von ihnen sind in 20 großen Flüchtlingscamps untergebracht, in denen jeweils weit über 10.000 Menschen leben: Zelt an Zelt, bis zu sieben Personen auf sechzehn Quadratmetern. In 16 Camps leben die von dem IS besonders verfolgten Jesiden, in den restlichen Lagern sind Flüchtlinge aus Syrien untergebracht. Viele Menschen leben außerhalb der offiziellen Camps in provisorischen Rohbauten oder direkt an

den Straßen in eilig errichteten Notzelten. Ihre gesundheitliche Versorgung ist dementsprechend problematisch. Die Krankenstationen der offiziellen Camps sind zwar mit Ärzten besetzt, man ist dort aber nur auf die Behandlung von akuten Fällen eingestellt, berichtet Dr. Martin Klopf. Die Menschen sind außerdem oft zu arm, um sich einen Facharztbesuch in der Stadt leisten zu können. Dazu kommen die schlechten Verkehrsverbindungen. Zwischen den Camps und Dohuk liegen bis zu 50 Kilometer Wegstrecke. Basismedizinische Behandlung Nach der Anreise per Flugzeug über Erbil führte der erste Hilfseinsatz die beiden Ärzte daher direkt in die Flüchtlingslager Shekhan 28

Nordlicht

aktuell

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die menschen im land Herz-, Nieren- oder Gelenkkrankheiten. Auch in anderen Bereichen stießen die Ärzte an ihre Grenzen. „Ich fühlte mich oft ohnmächtig. Vor allem beim Anblick der behinderten Kinder, der Schwangeren und der Neugeborenen, die wir oft nur unzureichend medizinisch betreuen konnten“, berichtet Ioana Klopf. Sie und ihr Mann fanden es bemerkenswert, dass trotz der schwierigen Umstände kein Patient über sein Schicksal klagte: Nicht die Jugendliche, die ihrer Schwester eine Niere gespendet hatte, nicht der vierjährige Junge, der aufgrund einer schweren Kopfverletzung durch den IS an einer Epilepsie erkrankte und auch nicht die junge zweifache Mutter, deren 18 Verwandte auf der Flucht vor dem IS getötet wurden. Anfangs versuchten die Ärzte noch, halbwegs geordnete Verhältnisse zu schaffen und setzten die Wartenden auf eine Liste. „Doch als wir bei Nummer 250 ankamen, fragten wir uns, ob das überhaupt an einem Tag zu schaffen ist. Wir vergaßen zu essen und zu trinken und konzentrierten uns nur auf die Patienten“, schildert Ioana Klopf den Tagesablauf in den Camps. Von Zeit zu Zeit wurde den Ärzten eine Wasserflasche gereicht, die sie dankend annahmen. „Wir haben Prioritäten setzen müssen: Säuglinge, Kleinkinder und Mütter zuerst“, erzählt die Kinderärztin weiter. Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit beendeten sie ihre Arbeit.

und Esyan. Ein jesidischer Dolmetscher half vorher bei der Verständigung mit den lokalen Gesundheitsbehörden. Er war auch während der Sprechstunde dabei. Sie fand in einer mobilen Klinik direkt an der Lagerstraße statt. Es kamen jeden Tag hunderte von Menschen. „Alle brauchten unsere Hilfe. Wir hörten uns die Geschichten ihrer Flucht an und halfen bei der Behandlung akuter Beschwerden, die das örtliche Gesundheitssystem nicht bewältigen konnte“, erzählt HNO-Arzt Klopf. Schmerzen, Fieber und Husten waren relativ einfach zu behandeln. Das Hilfsteam hatte die nötigen Medikamente wie Schmerzmittel, Antibiotika und Magensäureblocker dabei. Klopf konnte außerdem sein Wissen als Hals-Nasen-Ohren-Arzt anwenden. Einem vierjährigen Jungen mit einer Fistel am Hals vermittelte er eine Operation in einem Regionalkrankenhaus. Problematisch blieb die Behandlung chronischer 1/2 | 2016

Nordlicht

Dankbarkeit und Gastfreundschaft Trotz der begrenzten Möglichkeiten ziehen beide Ärzte ein positives Fazit. „Wir haben viel in das Krisengebiet mitgebracht und sind mit noch mehr nach Rendsburg zurückgekehrt“, so Dr. Martin Klopf. Seine Frau nennt ein Beispiel: „Als sich ein junger Mann von mir mit den Worten ‚You have done it good’ verabschiedete, vergaß ich sofort die Müdigkeit.“ Die Gastfreundschaft der Einheimischen sei schier überwältigend gewesen, berichten die beiden. Eine Flüchtlingsfrau, die selbst kaum etwas hatte, gab ihnen von ihrem Fladenbrot ab. Viele Einladungen mussten sie aus Zeitmangel ausschlagen. Oft blieb nur Zeit für eine Tasse Tee. Ihr Hilfseinsatz wird nicht der letzte gewesen sein. „Wir haben dort unglaubliches Leid gesehen, aber auch einen Hoffnungsschimmer. Wenn man den Menschen das Gefühl gibt, dass sie nicht vergessen sind, dann sind sie auch eher bereit, in ihrer Heimat zu bleiben“, berichtet das Arztehepaar. Jakob Wilder, KVSH

Sie möchten spenden? Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Spendenkonto: IBAN DE045502050000014036 01; BIC: BFSWDE33MNZ Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. Sparkasse Spree Neiße, IBAN DE 92180500003000041450; BIC: WELADED1CBN

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SERVICE T eam B eratung

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Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

„aut-idem“ oder das Kreuz mit dem Kreuz Rezept vermerkt ist, muss das Kreuz bei „aut-idem“ hinzugefügt werden. Dies soll aus Wirtschaftlichkeitsgründen nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen erfolgen. Der Arzt kennt es sicherlich aus der Praxis, dass die Patienten ein Kreuz auf dem Muster 16 wünschen. Hierfür gibt es diverse Gründe, in der Regel jedoch keine medizinischen. Für diese Fälle hat die gemeinsame Arbeitsgruppe der KVSH und der Krankenkassen eine Patienteninformation zu dem Thema: kein Kreuz bei „aut-idem“ erstellt. Die Information dient dazu, dem Patienten zu erklären, warum kein Kreuz bei „aut-idem“ gesetzt wurde. Darüber hinaus wird erläutert, wie man trotzdem sein Wunschmedikament erhalten kann. Diese Patienten-information kann unter www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen heruntergeladen werden. Im Rahmen diverser Gesetzesänderungen wurde auch die Bedeutung des „aut-idem-Feldes“ auf den Arzneimittelrezepten geändert. Eigentlich bedeutet „aut-idem“ ja „oder ein gleiches“. Aufgrund der Tatsache, dass das Kreuz hier viel zu selten gesetzt wurde, ist der Sinn des Feldes umgekehrt worden. Wenn also der Apotheker das Präparat herausgeben soll, welches auf dem

Thomas Frohberg, KVSH

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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04551 883 362

Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Wenn ich einen praxisfremden Vertreter während meines Urlaubs in meiner Praxis beschäftige, kann dieser dann genehmigungspflichtige Leistungen abrechnen? Ja. Voraussetzung ist, dass sich der zu vertretende Arzt von der Qualifikation seines Vertreters persönlich überzeugt hat.

Gibt es eine Abrechnungsmöglichkeit für den Fall, dass eine Praxismitarbeiterin (ohne Ausbildung zur nichtärztlichen Praxisassistentin) im Auftrag des Arztes einen Patienten aufsucht? Ja. Die GOP 40240 EBM (inkl. Wegekosten) kann abgerechnet werden. Sucht der Praxismitarbeiter in derselben sozialen Gemeinschaft einen weiteren Patienten im zeitlichen Zusammenhang auf, so kann die GOP 40260 EBM abgerechnet werden.

Wir sind eine hausärztliche Praxis. Setzt die Abrechnung des Belastungs-EKG (GOP 03321 EBM) eine gesonderte Genehmigung voraus? Nein, diese Ziffer kann in der hausärztlichen Versorgung ohne Genehmigung erbracht und abgerechnet werden.

Wie oft darf die Beratung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms (GOP 01740 EBM) abgerechnet werden?

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Gemäß Krebsfrüherkennungs-Richtlinie ist der Versicherte möglichst frühzeitig nach Vollendung des 50. Lebensjahres einmalig über das Gesamtprogramm zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms zu informieren. Für diese Beratung gibt es keine Abrechnungsposition. Möglichst bald nach Vollendung des 55. Lebensjahres sollen die Versicherten eine zweite Beratung erhalten. Die vorgeschriebenen Inhalte der Beratung können Sie dem Leistungsinhalt der GOP 01740 EBM entnehmen. Für die zweite Beratung kann einmal im Leben eines Patienten, einschließlich der Ausgabe des Merkblattes zur Darmkrebsfrüherkennung, die GOP 01740 EBM abgerechnet werden.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 1/2 | 2016

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte

thema: Qualitätsmanagement –

thema: R  efresherkurs Säuglingshüfte

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 17. Februar 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 27. Februar 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Der Kurs entspricht den Vorgaben der derzeit geltenden Ultraschallvereinbarung gemäß Anlage V Paragraf 11 Abs. 3 Anhang 1.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Kuba 1–2 der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: Für niedergelassene Ärzte aus Schleswig-Holstein kostenlos, 150 Euro inklusive Verpflegung für Teilnehmer aus anderen Bundesländern Fortbildungspunkte:.10 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder Email) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen (bei kostenpflichtiger Teilnahme) können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

Ute Tasche Tel. 04551 883 485 Fax 04551 883 7485 E-Mail ute.tasche@kvsh.de

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Service

fÜR Ärzte in Weiterbildung

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Traineeveranstaltung

thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 4. März 2016, 10 bis 16 Uhr

datum: 16. März 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

Der Vormittag steht ganz im Zeichen des Themas Verordnungen. Immer noch zählt die Furcht vor Regressen zu den großen Niederlassungshemmnissen. Thomas Frohberg, Teamleiter Beratung/Verordnungen der KVSH, und Stephan Reuß, Beratungsarzt der KVSH und zuvor langjährig als Kinderarzt in Bad Segeberg niedergelassen, geben einen Überblick über gegenwärtige und künftige rechtliche Grundlagen der Wirtschaftlichkeitsprüfung, vor allem aber praktische Tipps, wie sich Fehler, insbesondere beim Praxisstart – vermeiden lassen.

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Aus Sicht einer Ärztin, die den Praxisstart noch in frischer Erinnerung hat, wird Dr. Daniela Meyer, hausärztliche Internistin aus Satrup im Kreis Schleswig-Flensburg über ihre Erfahrungen als Neu-Niedergelassene berichten. Sie ist seit zwei Jahren in einer Berufsausübungsgemeinschaft mit ihrem Vater tätig. Keine Praxis kommt ohne ein gutes Team aus. Anka Behrens, angestellte Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Brunsbüttel und zusätzlich seit Jahren als Praxis-Coach aktiv, wird in ihrem Vortrag „erfolgreiche Kommunikation – keine Frage der Zeit“ darlegen, weshalb eine gute interne Kommunikation Voraussetzung für eine erfolgreiche Arztpraxis ist. ORT: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5

Teilnahmegebühr: kostenlos TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Fortbildungspunkte: 7 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Senden Sie bitte eine Anmeldung per Fax oder per E-Mail (akademie@aeksh.org) bis zum 26. Februar 2016. Die nächsten Termine der Trainee-Reihe am 8. Juli in der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung und am 7. Oktober in den Räumlichkeiten der KVSH können Sie heute schon vormerken. Einladungen zu den Terminen folgen rechtzeitig vor den Veranstaltungen.

kontakt + anmeldung Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung

Abt. Zulassung/Praxisberatung der KVSH

Alexander Waschkau Tel. 04551 8813 206 Fax 04551 8813 194 E-Mail akademie@aeksh.org

Tyneke Evert Tel. 04551 883 462 Fax 04551 883 7462 E-Mail tyneke.evert@kvsh.de

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kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

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SERVICE

fÜR Ärzte in Weiterbildung

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Fortbildungsveranstaltung zum

thema: Moderatorengrundausbildung

Facharzt für Allgemeinmedizin

für Qualitätszirkel

datum: 16. März 2016, 15 bis 18 Uhr

datum: 15. April 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 16. April 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Die ambulante Versorgung ist im Wandel. Mehr als 600 Hausärzte werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten und suchen Nachfolger. Durch diesen Generationswechsel ergeben sich für Fachärzte für Allgemeinmedizin viele Möglichkeiten, nach der Weiterbildung in SchleswigHolstein tätig zu werden.

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umgehen.

Gern wollen wir mit angehenden Fachärzten für Allgemeinmedizin über die beruflichen Chancen in der ambulanten Versorgung und die medizinischen Herausforderungen in der Hausarztpraxis ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung zielt nicht allein darauf ab, medizinische Themen zu vermitteln, sondern wird auch Themen rund um die Niederlassung beinhalten. Die Teilnehmer können sich untereinander austauschen und auch mit der KVSH in Kontakt kommen. So soll geklärt werden, welche Unterstützung junge Allgemeinmediziner benötigen, um sich niederzulassen. Die Veranstaltung wird von Prof. Dr. Jens-Martin Träder, dem Lehrprofessor für Allgemeinmedizin an der Universität zu Lübeck, geleitet, der zu dem medizinischen Thema: „Der schwierige Arzt/der schwierige Patient“ referieren wird. Thomas Frohberg, Teamleiter Beratung/Verordnung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, wird über das Thema „Heilmittel (Überschreitung)“ informieren. Prof. Dr. Träder referiert gemeinsam mit Herrn Frohberg zu dem Thema „Naturheilverfahren/Homöopathie – Verordnung – Rezepte, was übernimmt die Kasse, was nicht?“

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20

ORT:  KVSH, Bismarckallee 1  –   6, 23795 Bad Segeberg, (Fahrtkostenerstattung in Höhe von 20 Cent/km)

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Anmeldungen werden bis zum 9. März 2016 in schriftlicher Form (Brief/Fax oder E-Mail) angenommen.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung/Praxisberatung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Petra Fitzner Tel. 04551 883 384 Fax 04551 883 7384 E-Mail weiterbildung@kvsh.de 34

Paul Brandenburg Regina Steffen Tel. 04551 883 292 04551 883 292 Fax 04551 883 7292 04551 883 7292 E-Mail paul.brandenburg@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

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Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

24. bis 27. Februar 2016

32. Deutscher Krebskongress 2016

2. März 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Ort: Messe Berlin (Süd), CityCube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin, (Eingang: Jafféstraße) Info: Sekretariat: Janina Henne, Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Kuno-Fischer-Straße 8, 14057 Berlin, Tel. 030 3229329 21, Fax 030 3229329 22, Onlineanmeldung auf: www.dkk2016.de

26. Februar 2016, 14 bis 19.30 Uhr, 27. Februar 2016, 9 bis 14 Uhr

Schwangerschaft von A-Z

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Romantik Hotel Kieler Kaufmann, Niemannsweg 102, 24105 Kiel Info: Organisation/Sekretariat: Gabi Marget, Tel. 0431 597 2053, Fax 0431 597 21 23, um eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 20. Februar 2016 gebeten! E-Mail: gabi.marget@uksh.de www.uksh.de

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

27. Februar 2016, 9.30 bis 15.00 Uhr

Erstmalig im Jahr 2016: Regionale Grundschulung Arbeitssicherheit (Unternehmermodell) in Kooperation mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein

KVSH-Kreisstellen 24. Februar 2016, 16.00 Uhr

Schleswig-Holstein

Ort: Regionales Bürgerzentrum Büdelsdorf, Am Markt 2, 24782 Büdelsdorf Info: Der Arbeitsschutz dreht sich längst nicht mehr nur um die Beseitigung von Risiken für die Sicherheit der Beschäftigten. Neben dieser reinen Gefahrenabwehr geht es um die Gesundheit der Mitarbeitenden und humane Arbeitsbedingungen. Durch eine Teilnahme an der Grundschulung und Auffrischungsseminaren in einem Abstand von jeweils fünf Jahren erfüllen Sie die gesetzlichen Anforderungen als Praxisinhaber. Tel. 04551 9999 182, Fortbildungspunkte: 3 E-Mail: kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

17. Februar 2016, 13.30 bis 15.00 Uhr

3. März 2016, 20.00 Uhr

Das Gesundheitsmobil Lübeck stellt sich vor

Intensivmedizin – Möglichkeiten und Grenzen

Ort: AHG Klink Lübeck, Weidenweg 9-15, Vortragsraum Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Tel. 0451 58 94 0, Sabine Gritzka und Mitarbeiter, Gesundheitsmobil Lübeck E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. Haake. Fortbildungspunkte: 3 E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Das EKG heute: Die Bedeutung der Elektrokardiografie für den modernen Alltag Ort: Fliednersaal 1, Flensburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

9. März 2016, 18.00 bis 20.00 Uhr 19. Februar 2016, 15.00 bis 20.00 Uhr

Einführungsseminar für neu zugelassene Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Info: Einführung in das System der ambulanten vertragspsychotherapeutischen Versorgung. Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen notwendig (heiko.borchers@dptv.de), Kosten: 50 Euro, für Mitglieder der DPtV kostenfrei. E-Mail: heiko.borchers@dptv.de www.dptv-sh.de

Gastroösophageale Refluxerkrankung Ort: Strandhotel Glücksburg, Kirstenstraße 6, Glücksburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referent: PD Dr. A. Franke, Medizinische Klinik II (St. Franziskus-Hospital) www.malteser-franziskus.de

März 2016, Termin nach Absprache

Qualitätszirkel: Das Leiden der zweiten Generation – Traumafolgestörungen bei Kriegsenkeln, Kriegsurenkeln und Trösterkindern Ort: Westerdeichstrich/Büsum, Praxis Anna E. Dott, Psychologische Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Info: Anmeldung: Tel. 04834/9847101, gegebenenfalls auf Anrufbeantworter sprechen, Moderatorin: Anna E. Dott, Themen: Diagnosen Therapie, Umgang mit PT Gutachtern, Supervision, Fallarbeit, Literatur, Bedeutung eigener Betroffenheit

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 36

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Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Tyneke Evert������������������������������������������������������������������������������������ 462 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

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Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Tyneke Evert������������������������������������������������������������������������������������ 462 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459

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Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488

aktuell

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Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Impressum

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail���������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 1/2 | 2016

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Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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2. März | 6. April | 4. Mai | 1. Juni | 6. Juli | 3. August 7. September | 5. Oktober | 2. November | 7. Dezember

2016

An jedem ersten Mittwoch im Monat 

© YingYang

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

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