Page 1

nr. 1/2 | 2015 Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Nordlicht K

T

U

E

L

L

se r ab vi se ces it ei e te 38 n

A

Januar/Februar 2015 | 18. Jahrgang


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 1/2 | 2015

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

4

„Die Zukunft der Internetmedizin hat begonnen“: Leitartikel von Dr. Markus Müschenich

6

Neuer Online-Service: Lübeker Start-upUnternehmen bietet Sprechstunde im Internet an

7

Aufklärung per Video: Cyberdoktor Dr. Johannes

8

Schluss mit dem Medizinerlatein: Online-Portal „Was hab‘ ich?“ übersetzt Befunde

9

Keine Angst vor Dr. Google: Interview mit Dr. Thyra Bandholz, Berufsverbandsvorsitzende der Dermatologen in Schleswig-Holstein

10

Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

15

Kommentar: Auf ein Neues

16

Parlamentarischer Abend: Prof. Ferdinand Gerlach verteidigt Gutachten des Sachverständigenrates

18

Klinisches Krebsregister: Pläne der Landesregierung stoßen auf Widerstand

20

Präventionsgesetz ante portas

Internetmedizin wird immer populärer. Patienten rüsten sich vor dem Arztbesuch mit Informationen bei Dr. Google aus und organisieren ihre Gesundheit mit Smartphone und Tablet. Im Titelthema analysiert der Gesundheitsexperte Dr. Markus Müschenich, was dieser Trend für die niedergelassenen Ärzte bedeutet. Wir haben außerdem mit Video-Arzt Dr. Johannes und Hautärztin Dr. Thyra Bandholz gesprochen und stellen mit einer Internetsprechstunde und einem Dienst zur Befundübersetzung zwei innovative medizinische Online-Angebote vor.

04

Praxis & KV 22

Neues Design, gewohnt übersichtlich: KVSH veröffentlicht Qualitätsbericht 2013

23

Vertrag „Diabetisches Fußsyndrom“

24

Nicht-ärztliche Praxisassistenten: Weiterbildung der Ärztekammer und Vergütungsregelung der KVSH

26 28

Was tun, wenn die Nachbarpraxis schließt?

30 33 34 35

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

Der Einsatz von besonders qualifizierten Medizinischen Fachangestellten in Hausarztpraxen wird seit Januar 2015 bundesweit gefördert. Wir geben einen Überblick über die Weiterbildung für Nicht-ärztliche Praxisassistenten bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein und zeigen, wie die Vergütung geregelt ist.

Erfolgsrezepte für gute DMP-Schulungen: Interview mit Lungenfacharzt Dr. Berthold von Breska „KV-Sprech“ von A bis Z Neues aus KBV und KVen Psychotherapeutische Behandlung: Wenn die Krankenkasse Auskünfte verlangt

24 36 Dr. Detlev Niebuhr arbeitet seit sechs Jahren ehrenamtlich in der Sprechstunde der Malteser Migranten Medizin im Hamburger Marienkrankenhaus. Der Internist behandelt dort Menschen , die illegal in Deutschland leben. Leser verschiedener norddeutscher Zeitungsverlage und Hörer des NDR wählten ihn für sein Engagement zum „ Helden des Nordens 2014“.

Die Menschen im Land 36

Mediziner hilft Patienten ohne Papiere

Service

2

38

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Nützliche Hinweise für den Praxisalltag

39

Sie fragen – wir antworten

40

Seminare

41

Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


Nordlicht nr. 1/2 | 2015 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, man könnte meinen, man braucht Ärzte und Psychotherapeuten bald nicht mehr. So groß wie der subjektive Bedarf, so vielfältig ist das Angebot an medizinischen Begleit- und Ersatzangeboten. Ob in der neuen Ausgabe der Apotheken Umschau, in TV-Zeitschriften, im Internet oder Fernsehspots: Der Wunsch nach Gesundheit oder das, was man davon hält, zieht immer und macht diese Informationen begehrt. Der Patient von heute googelt erst einmal seine Symptome, bevor er zum Arzt geht. Ich bin nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Ohne Zweifel ist ein Mehr an Information ein Gewinn für alle, die diese Informationen auch bewerten können. Und da kommt auch schon der Haken. Ich selbst habe an Tausenden Stunden Diskussion zu medizinischen Fragen und des „gesunden Lebens“ teilgenommen und weiß daher um die Komplexität des Ganzen und dass Wahrheiten nur relativ sind. Ein typisches Dilemma, für das Freiberufler erfunden werden müssten, wenn es diese mit Ärzten und Psychotherapeuten nicht schon gäbe. Hier steckt – jedenfalls im Ideal zu 100 Prozent – die in Jahrzehnten herausgebildete Erfahrung, um bewerten, raten und helfen zu können. Und so läuft am Ende doch wieder alles auf die Ärzte und Psychotherapeuten zu und es bleibt abzuwarten, ob dies deren Aufgabe erleichtert oder erschwert. Da – in Abwandlung von Konfuzius – Menschen weise sind, die wissen, dass Sie wenig wissen, wird es darum gehen, der neuen Generation Demut im Umgang mit Informationen zu vermitteln. Sonst fehlt es hinterher womöglich daran, Vertrauen aufzubauen. Wir können den Vormarsch der Gesundheits-Apps ohnehin nicht stoppen, aber wir alle müssen Techniken entwickeln, damit umzugehen. Ersetzen kann „Dr. Web“ Ärzte und Psychotherapeuten allerdings nicht, denn diese schaffen tagtäglich etwas, das Internet und technische Hilfsmittel nicht erfüllen können: Dem Patienten im persönlichen Gespräch Orientierung und Vertrauen zu geben und am Ende dabei helfen – denn darauf kommt es an – möglichst wieder gesund zu werden. Ihr

Dr. Ralph Ennenbach

1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

3


Titelthema L eitartikel

Ambulant, stationär oder via Internet – heißt der neue Kollege Dr. www? von Dr. med. Markus Müschenich Der Autor ist Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin sowie Gesundheitswissenschaftler/Master of Public Health (MPH) und gilt als Spezialist für die Medizin der Zukunft. 2012 gründete Müschenich im Hause der Ärztegenossenschaft Nord in Bad Segeberg den Bundesverband Internetmedizin und ist dort Vorstandsmitglied. Bekannt wurde Müschenich außerdem durch sein Buch „ 55 Gründe, Arzt zu werden“. Ein neuer Terminus technicus hat unser Gesundheitswesen erreicht und signalisiert einen Paradigmenwechsel in der Versorgung unserer Patienten, von dem manche behaupten, nun sei Schumpeters Vorstellung von der kreativen Zerstörung des Bestehenden endlich auch im Gesundheitsmarkt angekommen. Gemeint ist die Internetmedizin. Neue Services, die es den Patienten ermöglichen, ihre medizinische Versorgung via Internet nach Hause zu holen oder unterwegs via Smartphone und Tablet die eigene Gesundheit zu organisieren, erobern den Alltag.

Versorgungskonzepte oder Programme für Gesundheitserziehung und Patientencoaching. Ziel war es, die Kosten, z. B. durch die Reduktion der Krankenhauseinweisungen, zu senken. Trotzdem wird dies rückblickend alles einmal so wirken, wie die Zeit, als man Medikamente noch in der Apotheke als Pulver und Tinkturen herstellte und die individualisierte Medizin des 21. Jahrhunderts, die heute maßgeschneiderte Therapien auf der Basis des entschlüsselten Genoms liefert, weit jenseits des Vorstellbaren lag. Und so ist heute die Internetmedizin in aller Munde, die Telemedizin und E-Health als Klammer umfasst und noch viel mehr Raum für die Visionen einer besseren Zukunft der Gesundheitsversorgung zulässt. Es deutet sich an, dass in wenigen Jahren die Kombination aus Internet und guter Medizin einen völlig neuen Markt, mit alternativen Vertriebswegen und neuen Regeln schaffen wird. Viele Health-Start-ups haben sich auf den Weg gemacht und bieten ihre Leistungen über das Internet an. Von Informationsportalen, die bei der Suche nach dem richtigen Arzt und Krankenhaus helfen, bis zu Angeboten, die Patienten unterstützen, die richtige Diagnose schnell zu finden, wenn der Facharzt den nächsten Termin erst Wochen später anbietet. Eine amerikanische Studie zeigt bereits, dass fast 30 Prozent der Patienten, die Diagnosewerkzeuge via Internet nutzen, auf den Besuch beim Arzt verzichten.

Umso interessanter ist es, zunächst einen Blick auf die Evolution dieser neuen Art der Medizin zu werfen. Am Anfang stand die Telemedizin. Hier wurde weitgehend die analoge Welt 1:1 digital abgebildet. Der Radiologe befundete nunmehr nicht nur die Röntgenbilder aus der eigenen Praxis, sondern auch solche, die via Datenleitung aus Krankenhäusern, die keinen eigenen Röntgenarzt mehr hatten, übermittelt wurden. Arztbriefe wurden nicht mehr via frankiertem Briefumschlag versandt, sondern per E-Mail auf den Weg gebracht. Die Produktidee war quasi analog und wurde digital aufbereitet. In der nächsten Evolutionsstufe kam der Begriff E-Health dazu. Hier ging es schon um das Monitoring von Vitaldaten. Patienten mit Herzinsuffizienz übertrugen Puls, Blutdruck und Gewicht an eine zentrale Leitstelle, die dann den Patienten beriet und mehr oder weniger in Echtzeit auf pathologische Werte reagieren konnte. Die Krankenkassen machten daraus Modellvorhaben, integrierte

Online-Therapieempfehlungen sind sicherlich nicht unproblematisch, doch spätestens, wenn die Entwicklung der medizinischen Expertensysteme weiter fortschreitet, wird auch hier ein relevanter und qualitätsgesicherter Markt entstehen können. Bereits heute bietet der IBM-Supercomputer Watson den Ärzten im Sinai

4

aktuell

Nordlicht

1/2 | 2015


Titelthema einzigen Insulin-Pen, der in der Lage ist, die injizierte Insulindosis automatisch auf eine Internetplattform zu übertragen. Von dort wird über ein Expertensystem die übermittelte Insulinmenge mit dem kurz zuvor gemessenen Blutzuckerwert und den verköstigten Kohlenhydraten so aufbereitet, dass der Patient in Echtzeit informiert wird, ob seine individuelle Insulintherapie leitliniengerecht durchgeführt wurde und ob kurz- oder langfristige Probleme drohen. Der betreuende Diabetologe, der ebenfalls Zugriff auf das System hat, kann seinen fachärztlichen Rat genau zu dem Zeitpunkt geben, an dem Probleme auftreten, und nicht erst dann Hinweise zur Therapieoptimierung geben, wenn sich der Patient quartalsweise auf den Weg in die Arztpraxis gemacht hat.

Cancer Institute in Los Angeles seine Hilfe in Diagnostik und Therapie an. Watson erreicht dabei eine Rechenkapazität, die 200 Millionen Seiten Fachliteratur in drei Sekunden auf relevante medizinische Informationen durchsuchen lassen kann – selbstverständlich abgestimmt auf die individuelle Krankengeschichte eines einzelnen Patienten. Hier kann auch der erfahrenste Mediziner nicht in den Wettkampf um medizinisches Wissen einsteigen. Dies alles bedeutet eine große Chance für alle Patienten. Es geht um Qualität und um den Zugang zu guter Medizin, auch in den Gebieten, in denen der nächste Facharzt 50 Kilometer entfernt praktiziert. Es bedeutet aber auch ein Umdenken für uns Ärzte. Müssen wir die primäre ärztliche Kompetenz, die viele Kollegen mit dem exklusiven und umfänglichen Wissen um Gesundheit und Krankheit verbinden, neu definieren? Mit der TAN-Nummer zum Termin Ob wir es wollen oder nicht, die Zukunft der Internetmedizin hat begonnen. Und wer wissen will, was die Internetmedizin bereits heute leisten kann, muss seinen Blick nicht ins Silicon Valley richten. Immer mehr Start-up-Unternehmen im deutschsprachigen Raum entwickeln internetbasierte Problemlösungen für den Gesundheitsmarkt. Ganz im internationalen Trend bewegt sich dabei die Lübecker Firma „Patientus“ (www.patientus.de, siehe auch Seite 6), die seit September 2014 Patient und Arzt via Online-Sprechstunde zusammenbringt. Die Amerikaner nennen es „Doctor on Demand“ und prognostizieren für 2018, dass 22 Millionen Haushalte ihren Arztbesuch via Video-Sprechstunde erledigen und so einen – wohl weitgehend ärztlichen – Umsatz von 13 Millarden Dollar generieren. Und es funktioniert so einfach, dass man sich fragt, warum es im Land der Dichter, Denker und Medizintechniker so lange gedauert hat, bis sich Arzt und Patient im Internet verabreden können: Der Patient erhält für seine Wiedervorstellung von seinem Arzt zusätzlich mit der Information zum nächsten Termin eine TAN-Nummer. Am Tag des Arztbesuchs bekommt der Patient eine E-Mail, klickt auf den angegebenen Link und gibt dann die TANNummer ein. Daraufhin landet er erst im virtuellen Wartezimmer, dann im virtuellen Sprechzimmer seines Arztes. Die Sprechstunde läuft so über Kamera, Bildschirm und Mikrofon. Röntgenbilder, Laborbefunde usw. können eingeblendet und direkt besprochen werden. Insbesondere die Behandlung chronisch erkrankter Patienten wird von der digitalen Medizin profitieren. So bietet die Potsdamer Firma „Emperra“ (www.emperra.de) den weltweit 1/2 | 2015

Nordlicht

Bereits in der Schwangerschaft wird die Firma „OneLife“ (www.onelife.me) aktiv. Mit einer sogenannten Health-Companian-Application werden ab 2015 Frauen die Möglichkeit haben, während ihrer gesamten Schwangerschaft 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche über ein Tagebuch medizinisch begleitet zu werden. Informationen zum Befinden der Schwangeren werden in Echtzeit dokumentiert und über spezielle Algorithmen können Risiken, wie z. B. eine drohende Frühgeburt rechtzeitig erkannt werden. Im Nebenschluss können Ultraschallfotos mit Freunden geteilt und selbst die rauchenden Ehegatten mit Entwöhnungskursen versorgt werden. Ist das Kind geboren, geht es weiter mit Stillratgeber, Impf-Informationen und umfangreichen Informationen in Sachen Prävention. Ein Advisory-Board aus Gynäkologen und Kinderärzten soll für die Qualitätssicherung sorgen. App auf Rezept Wohin die Zukunft der Internetmedizin gehen kann, zeigt die Firma „Caterna Vision“ (www.caterna.de), die als Ausgründung der Technischen Universität Dresden startete und eine Therapie für Kinder mit Sehstörungen (Amblyopie) anbietet, deren Ursache in der Verarbeitung der Signale des Sehnervs im Gehirn liegt. Bislang werden diese Kinder ausschließlich mit einem Augenpflaster behandelt. Und die Therapie funktioniert so: Die Kinder sitzen zuhause vor einem Computerbildschirm und spielen einfache Computerspiele. Während sie dies tun, laufen im Hintergrund des Bildschirms wellenförmige sogenannte Sinusoidal-Muster ab, die über viele Jahre an der Universität Dresden erforscht und entwickelt wurden. Diese Muster wirken direkt im Gehirn der Kinder und sollen dazu führen, dass die Kinder ihr Sehvermögen schneller wiedererlangen als mit der Standardtherapie über das Augenpflaster. Man spricht von Software „as a drug“. Nicht mehr Moleküle wirken im Gehirn, sondern Bits und Bytes. Was nach Science-Fiction klingt ist ein zertifiziertes Medizinprodukt. Und nachdem diese rein digitale Therapie ausschließlich von Augenärzten verordnet wird, und unter anderem die Barmer GEK die Kosten für diese Therapie übernimmt, kann sich Deutschland rühmen, die weltweit erste App-auf-Rezept für eine digitale Therapie im Angebot zu haben. Es gibt keinen Zweifel, dass sich gute Medizin in der Zukunft auch im Internet abspielen wird. Nicht nur als Problemlösung für unterversorgte Gebiete. Und nicht nur, weil die Gesundheitsversorgung dadurch preiswerter werden könnte. Allein deshalb, weil es die nächste technische Evolutionsstufe guter Medizin ist. Und die Evolution kann zum Glück keiner aufhalten.

aktuell

5


Titelthema I nternet - M edizin

Online-Sprechstunde soll Arztbesuch ergänzen Als Antwort auf die veränderten Kommunikationsbedürfnisse der Patienten gegenüber Ärzten bringt das Lübecker Start-up-Unternehmen „ Patientus“ beide Seiten auf einer Online-Plattform zusammen. die bereits fest bei einem Mediziner in Behandlung sind. Für die routinemäßige Besprechung von Blut- oder Urinwerten oder auch beim Wundmanagement könne sich der Patient den persönlichen Besuch in der Praxis in einigen Fällen sparen. Gleiches gelte für das Einholen von Zweitmeinungen.

Kernstück des Geschäftsmodells von „Patientus“ ist eine OnlineSprechstunde, bei der Arzt und Patient via Web-Browser und WebCam miteinander kommunizieren. Der Patient muss sich dazu auf www.patientus.de registrieren, sich dort einen Arzt anhand von Symptomen, Fachrichtung oder Postleitzahl aussuchen und einen Termin zur Online-Sprechstunde vereinbaren. Die Videokonferenz erfolgt dann über eine sichere Peer-to-Peer-Verbindung – es gibt keine zwischengeschalteten Server. „Für den Patienten hat unser System den Vorteil, dass er für einen Arztbesuch nicht unbedingt gleich die Arztpraxis aufsuchen muss“, erklärt Patientus-Gründer Nicolas Schulwitz. „Lange Anfahrtswege können in vielen Fällen vermieden werden. Das ist besonders für Patienten, die auf dem Land leben, ein Vorteil. Oft lässt sich bei einem kurzen Gespräch via Internet klären, ob z. B. ein weit entfernt ansässiger Spezialist tatsächlich besser weiterhelfen kann als der Arzt vor Ort“, so Schulwitz. Auch schambesetzte Beschwerden könnten Patienten zuerst von zu Hause aus gegenüber ihrem Arzt ansprechen – ohne den von vielen als unangenehm empfundenen Gang ins Wartezimmer. „Patientus“ richte sich aber auch an Patienten,

6

Nordlicht

Vorteile für den Arzt Der behandelnde Arzt profitiere ebenfalls. Er bekomme mit der Online-Sprechstunde einen zusätzlichen Zugang zu seinen Patienten. „Wir bringen die ärztliche Praxis mit ihrer ganzen Kompetenz ins Internet und holen den Patienten damit genau an der Stelle ab, an der er sich ohnehin über medizinische Themen informiert“, erläutert Schulwitz. Der Jungunternehmer betont, dass „Patientus“ keineswegs den Praxisbesuch ersetzen soll. „Das Wartezimmer wird sicherlich nicht leerer. Wir wollen vielmehr erreichen, dass neben den Bestandspatienten auch neue Patienten über den Erstkontakt auf der Online-Plattform den Weg in die Arztpraxis finden.“ Schulwitz setzt dabei auf ärztliche Kompetenz und Präsenz. Jeder angeschlossene Arzt muss eine entsprechende Facharztausbildung vorweisen und neben der Internet-Sprechstunde auch eine ganz normale Sprechstunde anbieten, zu der der OnlinePatient kommen kann, wenn er einen Praxisbesuch braucht. „Die Ärzte arbeiten bei uns nicht nur virtuell“, erklärt Schulwitz. Circa 100 Ärzte haben sich bisher bei „Patientus“ registriert. Die Kosten für den einzelnen Arzt liegen dabei innerhalb einer Preisspanne von 49 bis zu 149 Euro im Monat. Neben dem Ärztenetz EutinMalente nutzen bereits zwei weitere Praxisverbünde das Angebot. Für die Patienten ist das Angebot kostenlos. Abrechnungssystematik Die Online-Sprechstunde ist allerdings bisher noch nicht im Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) abgebildet. Der Arzt kann daher bei GKV-Versicherten nur eine telefonische Beratung bei Kontaktaufnahme durch den Patienten nach EBMZiffer 01435 abrechnen. Diese gilt einmal im Behandlungsfall (bei Kindern zweimal) und wird mit 8,80 Euro vergütet. Allerdings ist nach den Angaben von Schulwitz eine Abrechnung per GOÃ-Ziffer mit individuell vom Arzt gewähltem Steigerungssatz für Selbstzahler- und Privatpatienten möglich. Dies ist besonders bei Kennenlerngesprächen und Zweitmeinungen relevant, die der Arzt zusätzlich zum regulären Praxisbesuch durchführen könne. „Diese Kosten tragen die Patienten gern selbst, da ihnen Arbeitsausfall, Anreise und Zeitverlust erspart bleibt", erklärt Schulwitz. Jakob Wilder, KVSH

aktuell

1/2 | 2015


Titelthema

Der Cyberdoktor

Interview

Im Netz ist er längst ein Star. „ Dr. Johannes“ alias Dr. Johannes Wimmer hat einen Videoblog aufgebaut, in dem er Krankheiten und Behandlungsmethoden mit einfachen Worten und sehr humorvoll erklärt. Im Nordlicht-Interview macht er klar, wie die Arbeit des Arztes durch das Internet ergänzt und aufgewertet werden kann.

Foto: Credentials, Olaf Balluns für TV 14

gehen auch viele Patienten nach dem Arztbesuch ins Netz, da sie außer dem Namen der Diagnose nicht viel an die Hand bekommen haben. Dabei ist es eigentlich einfach, mit gutem Basiswissen Patienten online zu bedienen.

Nordlicht: Einer Ihrer Leitsätze ist „Medizin ist Kommunikation!“ Wie sieht es in Deutschlands Arztpraxen mit der Umsetzung aus? Dr. Johannes Wimmer: Deutsche Ärzte können sehr gut kommunizieren, wenn sie die Zeit dazu haben. Jeder der ärztlichen Kollegen kennt das Problem, dass im Alltag meist keine Zeit für hochwertige Kommunikation bleibt. Die Kollegen suchen zunehmend nach Lösungen, da sich die durch Zeitdruck eingeschränkte Möglichkeit der Patientenkommunikation unter anderem auch in Unzufriedenheit der eigenen Patienten niederschlägt. Nordlicht: Die steigende Nachfrage nach Beratungsalternativen im Internet ist also eine Reaktion der Patienten auf die oft als nicht ausreichend empfundene Beratungsleistung der Ärzte? Wimmer: Zunächst hat das Internet den Vorteil, dass es immer und sofort zu gesundheitlichen Beschwerden befragt werden kann, egal ob am Sonntag oder nachts um drei Uhr. Das eigentliche Problem ist, dass wir Ärzte die Patienten im Internet nicht mit hochwertigen Inhalten abholen und bedienen und diese somit regelmäßig irreführende Informationen erhalten. Wenn sie dann mit diesen Fehlinformationen zum Arztbesuch erscheinen, ist erst recht umfassende Kommunikation nötig. Aber es

1/2 | 2015

Nordlicht

Nordlicht: Die Deutschen sind Weltmeister bei der Zahl der Arztbesuche. Sie selbst setzen auf Videos zur Aufklärung über medizinische Fragen. Inwiefern hat das einen Effekt?

Wimmer: Ich möchte den Patienten vor aber auch nach dem Arztbesuch helfen zu verstehen, was ihr Problem ist. Sie können sich mit meinen Videos auf den Arztbesuch vorbereiten und ihr Problem besser beschreiben. Zudem erkläre ich auch einzelne Begriffe im Video-Lexikon oder veranschauliche medizinische Themen auf eine unterhaltsame Weise. Viele User kehren regelmäßig auf meine Seite zurück und bedanken sich. Aber auch immer mehr Kollegen nutzen unsere Videos, um ihre Patienten auf den Arztbesuch vorzubereiten oder um Diagnosen und Begriffe noch einmal in Ruhe zu erklären. Ich höre immer öfter, dass die Videos so die Abläufe in den Praxen erleichtern. Nordlicht: Immer mehr Gesunde und Kranke nutzen Google und andere Quellen, um sich im Internet über Krankheiten zu informieren. Sind wir ein Volk von „Cyberchondern“? Wimmer: Wenn wir Ärzte die Patienten weiterhin auf dubiosen Selbsthilfeseiten oder in irgendwelchen E-Shops falschen Informationen aussetzen, dann werden wir auch immer mehr Patienten mit unpassenden, im Internet gestellten Selbstdiagnosen in den Praxen und Krankenhäusern sehen. Die Menschen, die einen Hang zum Hypochonder haben, nutzen heute das Internet anstatt den Pschyrembel, da sehe ich erst einmal keine Zuwächse. Nordlicht: Wer ist am Ende der bessere Arzt: Dr. med. oder Dr. Web? Wimmer: Der beste Arzt wird ein Dr. med. mit kommunikativem Geschick sein, der Dr. Web geschickt für sich nutzt. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Der Videoblog ist unter www.doktor-johannes.de zu sehen.

aktuell

7


Titelthema I nternet - M edizin

Kein Buch mit sieben Siegeln Egal ob Arztbrief, Laborergebnis, zahnmedizinischer Befund oder das Ergebnis einer Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchung: Im mehrfach ausgezeichneten Online-Portal „ Was hab‘ ich?“ können sich Patienten medizinische Befunde in verständliche Worte übersetzen lassen.

Foto: Amac Garbe/ein-satz-zentrale.de

bei der Aneignung von neuem medizinischem Fachwissen. Gleichzeitig lernen sie, komplexe Medizin patientengerecht zu erklären. Als Arbeitsumgebung dient den Medizinstudenten und Ärzten dabei eine selbst entwickelte, von außen nicht zugängliche virtuelle Plattform. Dieses interne Medizinernetzwerk stellt die Steuerzentrale von „Was hab‘ ich?“ dar und bietet neben den Übersetzungswerkzeugen Möglichkeiten zur Diskussion sowie zum fachlichen Austausch.

Möglichkeiten und Grenzen Wichtig zu wissen: Die Betreiber bewerten weder die Inhalte des Arztbriefes noch geben sie eine Therapieempfehlung. Die Patienten sollen durch die Übersetzung den ärztlichen Befund und die sich daraus ergebenden möglichen Folgen besser einschätzen. Die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten Das „Was hab‘ ich?“– Gründertrio aus Dresden (von links nach rechts): Anja Bittner, soll so vereinfacht werden, damit sie sich bei der Johannes Bittner und Ansgar Jonietz nächsten Sprechstunde auf Augenhöhe begegnen Oft sind Arztbrief, Befunde oder Laborwerte die einzigen schrift- und gemeinsam die beste Entscheidung für eine Behandlung lichen Informationen, die Patienten nach dem Arztbesuch zur treffen können. Das Gespräch mit dem behandelnden Arzt soll Verfügung stehen. Da diese Dokumente in der Regel aber in also in keinem Fall ersetzt werden. Vielmehr ist es so, dass sich ärztlicher Fachsprache verfasst sind, verstehen viele Patienten ein Großteil der Patienten nicht alles merkt, was während des die dort gemachten Angaben nicht oder falsch. An dieser Schnitt- Arztbesuches gesagt wurde. Studien haben ergeben, dass bis zu stelle setzen die Betreiber der Internetseite „Was hab‘ ich?“an. 80 Prozent der mündlichen Informationen verloren gehen. Das Anja Bittner (Ärztin), Johannes Bittner (Medizinstudent) und liegt auch daran, dass Patienten im Arztgespräch häufig ziemlich Ansgar Jonietz (Diplom-Informatiker) aus Dresden bieten eine aufgeregt sind. Andere wiederum trauen sich einfach nicht nachkostenlose Dienstleistung für Patienten: Persönliche medizi- zufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Hinzu kommt, nische Dokumente werden in eine für Laien leicht verständ- dass die Zeit der Ärzte pro Patient knapp bemessen ist und nicht liche Sprache übersetzt. Der Nutzer muss dazu lediglich unter immer ausreicht, um alles detailliert zu erläutern. Daher gehen washabich.de seinen medizinischen Befund anonym hochla- viele nach der Sprechstunde ins Internet, um mehr über die Diaden oder ihn per Fax einsenden. Die Übersetzung wird danach gnose und Therapie zu erfahren. innerhalb weniger Tage von einem Team aus Human- und Zahnmedizinstudenten erstellt. Voraussetzung für deren Teilnahme Das Team von „Was hab‘ ich?“ besteht aus 1.175 Medizinern aus ist, dass sie sich mindestens im achten Fachsemester befin- 41 Fakultäten. Es konnte seit seiner Gründung im Januar 2011 den. Bei komplexen Befunden stehen den Studenten ein Ärzte- schon 21.200 Patienten helfen. Pro Woche laufen durchschnittteam sowie zwei Psychologen beratend zur Seite. Der Patient lich 150 neue Befunde und Entlassungsbriefe ein, die dann zur kann die Übersetzung anschließend passwortgeschützt online Bearbeitung weiterverteilt werden, auch an Medizinstudenten abrufen. So kann er den ärztlichen Befund und die sich daraus aus Kiel und Lübeck. Die Initiatoren des Beratungsprojekts wurergebenden möglichen Folgen besser einschätzen. den unter anderem mit dem Initiativpreis Deutsche Sprache 2012 und dem Publikumspreis des Medizin-Management-Preises 2013 Rüstzeug für das Medizinstudium ausgezeichnet. Jakob Wilder, KVSH Alle angehenden Mediziner arbeiten ehrenamtlich und bereiten sich durch ihre „Übersetzungsarbeit“ praxisnah auf ihr Berufsleben vor. Die Bearbeitung realer Patientenfälle unterstützt sie 8

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


Titelthema Interview

Keine Angst vor Dr. Google und Co.

Immer mehr Patienten machen sich im Internet über Symptome, Krankheiten und Therapiemöglichkeiten schlau. Die Berufsverbandsvorsitzende der Dermatologen in Schleswig-Holstein, Dr. Thyra Caroline Bandholz, erläutert, wie sie in ihrer Praxis damit umgeht. „Ein Ersatz für das Arzt-PatientenGespräch sind diese Vorabinformationen nicht.“

dung zeigen. Das sind für mich die Kernelemente der ärztlichen Tätigkeit. Unsere Aufgabe als Ärzte ist es nun auch, die Informationen, die der Patient mitbringt, in den richtigen Zusammenhang zu bringen und eine individuelle Therapieentscheidung zu fällen. Nordlicht: Es gibt Smartphone-Apps, die einen Expertenrat, z. B. per Handyfoto, bieten. Was halten Sie davon? Nordlicht: Nerven Sie Patienten, die mit mehr oder weniger fundierten Informationen von Dr. Google und Co. in Ihre Praxis kommen? Dr. Thyra Caroline Bandholz: Nein, es ist absolut verständlich, dass heutzutage gerade jüngere Patienten die Informationsmöglichkeiten des Internets auch im Hinblick auf Gesundheitsfragen nutzen. Ich gehe mit ihnen um, wie mit jedem anderen Patien-ten auch und überlege nach Anamnese und Untersuchung, welche individuelle Beratung und Behandlung für den jeweils unterschiedlich vorinformierten Patienten die richtige ist. Meist ist es für eine erfolgreiche Therapie nicht hinderlich, sondern von Nutzen, wenn der Patient gut über seine Erkrankung informiert ist. Nordlicht: Ist das Arzt-Patienten-Gespräch nicht überflüssig, wenn Patienten sich schon vorher gut über ihre Krankheit informiert haben?

Bandholz: Das ist gerade für ein visuelles Fach wie die Dermatologie ein durchaus interessanter Ansatz für die Zukunft. Es muss aber gesichert sein, dass es sich tatsächlich auch um einen Expertenrat handelt und dass die Datenübertragung auf sicherem Wege erfolgt. Ich denke nicht, dass diese Tools momentan schon einen Ersatz für eine persönliche Vorstellung beim Dermatologen mit körperlicher Untersuchung und Befragung des Patienten darstellen. Sie könnten künftig aber sinnvoll eingesetzt werden, z. B. bei der Verlaufskontrolle einer Wunde eines immobilen Patienten oder in der medizinischen Versorgung ländlicher Gebiete bei sinkenden Arztzahlen. Aktuell bewegen sich solche Apps aber noch im juristischen Graubereich, unter anderem wegen des geltenden Fernbehandlungsverbots. Diese Unklarheiten müssen eindeutig beseitigt werden. Aber trotz der momentan noch sehr kritischen Beurteilung dieser Apps ist es für uns Ärzte interessant, diese Entwicklung weiter zu beobachten. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Bandholz: Ein Ersatz für das Arzt-Patienten-Gespräch sind diese Vorabinformationen nicht. Erst im Dialog mit dem Patienten kann ich als Arzt Vertrauen aufbauen und persönliche Zuwen-

1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

9


NACHRICHTEN  KOMPAKT A brechnung

L eitstelle

Neue kurärztliche Vordrucke

SPD-Parlamentarier informierten sich

Bad Segeberg – Zum 1. Januar 2015 wurden das Personalienfeld beim Kurarztschein, beim Kurarztbericht und bei den Verordnungen des Kurarztes geändert. Das Personalienfeld entspricht nun den Anforderungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Alte Vordrucke können jedoch aufgebraucht werden. Der dazugehörige Kurarztvertrag kann auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter www.kbv.de/html/ bundesmantelvertrag.php (Anlage 25 – BundesmantelvertragÄrzte) eingesehen werden.

N achwuchskampagne

Bundesweite Famulaturbörse Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Vereinigungen haben eine neue Online-Famulaturbörse im Internet frei geschaltet. Medizinstudenten können auf der Webseite www.lass-dich-nieder.de nach geeigneten Praxen suchen, die nach den Kategorien Postleitzahl/Region und Fachrichtung unterteilt sind. Niedergelassene Haus- und Fachärzte, die eine Famulatur in ihrer Praxis anbieten wollen, können sich dort registrieren lassen.

H onorar

Änderungsvereinbarungen online Bad Segeberg – Die beiden Änderungsvereinbarungen zur Honorarvereinbarung für die Jahre 2014 bis 2016 können unter www.kvsh.de im Downloadcenter  Verträge eingesehen und heruntergeladen werden. Die Vereinbarungen gelten seit dem 1. Juli 2014 bzw. seit dem 1. Januar 2015 und werden den Praxen bei Bedarf auch in Papierform zur Verfügung gestellt. Bestellungen bitte unter der Tel. 04551 883 331.

V erordnungsverträge

Neue Vereinbarungen abgeschlossen Bad Segeberg – Die KVSH und die Krankenkassen haben die Verordnungsverträge für das Jahr 2015 unterzeichnet. Die Arzneimittel-/Heilmittelvereinbarung, die Zielvereinbarung Arzneimittel/ Heilmittel und die Richtgrößenvereinbarungen Arznei- und Heilmittel traten zum 1. Januar 2015 in Kraft. Die einzelnen Vereinbarungen sind unter www.kvsh.de  Praxis  Verträge zu finden. Gedruckte Exemplare können telefonisch bestellt werden, Tel. 04551 883 362 oder 04551 883 931.

10

Nordlicht

Bad Segeberg – Hoher Besuch in der Leitstelle des KVSH-Bereitschaftsdienstes. Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion machten sich ein eigenes Bild von den Aufgaben der Einrichtung und den Abläufen im Bereitschaftsdienst. Bernd Heinemann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Baasch, sozialpolitischer Sprecher, Peter Eichstädt, Vorsitzender des Sozialausschusses des Landesparlaments, und der Stormarner Abgeordnete Tobias von Pein erfuhren von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, dem Notdienstbeauftragen des Vorstandes Thomas Miklik, Notdienst-Abteilungsleiter Alexander Paquet und Leitstellen-Mitarbeiter Ronny Plep aus erster Hand, wie die tägliche Arbeit in der Leitstelle aussieht, welche Beschwerden die Patienten haben, und wie die Koordination des fahrenden ärztlichen Dienstes funktioniert.

D A K - G esundheit

Arzneimittelcheck verlängert Bad Segeberg – DAK-Gesundheit und KVSH haben den Vertrag über die Durchführung eines Arzneimittelchecks bis zum 31. März 2015 verlängert. Teilnehmen können Versicherte, die das 50. Lebensjahr vollendet haben. Diese erhalten bei der DAK-Gesundheit eine individuelle Medikamentenliste, die sie zusammen mit der Teilnahmebestätigung an den behandelnden Hausarzt weitergeben müssen. Auf dieser Grundlage bewertet dieser alle haus- und fachärztlich verordneten Arzneimittel und berät den Patienten im Hinblick auf eine abgestimmte Arzneimitteltherapie. Wenn nötig, erfolgt eine Abstimmung mit anderen Fachärzten. Ziel ist die Vermeidung von Doppelverschreibungen sowie unerwünschter Neben- und Wechselwirkungen. Die Teilnahmebestätigung muss der Arzt an die DAK-Gesundheit zurück senden. Der Arzneimittelcheck wird über die Abrechnungsziffer 99045A abgerechnet und extrabudgetär mit 30 Euro vergütet. Die entsprechenden Vertragsunterlagen sind im Downloadcenter auf www.kvsh.de unter Verträge  Polypharmazie zu finden. aktuell

1/2 | 2015


NACHRICHTEN  KOMPAKT S chlaf - und B eruhigungsmittel

V eranstaltungen

Kampagne warnt vor Abhängigkeitsrisiko

Einladung zum SÄTAZ-Ball

Berlin – Barmer GEK, die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) und die Bundesärztekammer (BÄK) haben eine gemeinsame Aufklärungskampagne gestartet, um Patienten und Ärzte besser über die Risiken von Schlaf- und Beruhigungsmitteln zu informieren. Laut DHS gewöhnen sich Patienten sehr schnell an die entsprechenden Medikamente und es entsteht schnell das Gefühl, dass die Dosis nicht mehr ausreicht. Als Folge werde sie dann immer weiter erhöht. Um dies künftig zu verhindern, forderte Dr. Christoph von Ascheraden, Vorstandsmitglied der BÄK, die Einnahme solcher Medikamente generell unter ärztliche Kontrolle zu stellen. Die Einnahme solle lediglich zur Überbrückung einer Krisensituation dienen. Die so genannte „4-K-Regel“ stelle dabei eine Orientierungshilfe für eine richtige Verschreibung und Anwendung der Medikamente mit Suchtpotenzial zur Verfügung, so Ascheraden. Die Regel bestehe aus den folgenden vier Komponenten: klare Indikationsstellung, kleinste notwendige Dosis, kurze Anwendungsdauer und kein schlagartiges Absetzen der Medikamente.

Bad Segeberg – Der 14. SÄTAZ-Ball für Ärzte, Tierärzte, Apotheker, Zahnärzte und ihre Freunde und Angehörigen findet am 21. Februar 2015 ab 19.30 Uhr im Festsaal des Vitalia Seehotels in Bad Segeberg statt. Interessierte können sich per Fax 04551 96 36 15 oder per E-Mail: dr.henning.achilles@alice-dsl.net für den Ball anmelden. Die Veranstalter bitten darum, dass auf der Kartenbestellung per Fax die Namen der angemeldeten Personen in Druckschrift angegeben sind. Außerdem sollte dort vermerkt sein, dass der fällige Gesamtbetrag für die Eintrittskarten auf das Konto „Ärzteball“ Kto. Nr. 0402436825; BLZ 230 926 20; IBAN DE 2930 0606 0104 0243 6825; BIC DAAEDEDDXXX bei der apoBank Lübeck überwiesen wurde. Erwachsene zahlen für eine Eintrittskarte 30 Euro, Jugendliche 15 Euro. Die Reservierung der Plätze erfolgt in der Reihenfolge des Zahlungseinganges. Ein Kartenversand erfolgt nicht.

P ra x isnetz K iel

Neuer Vorstand gewählt

Das Festkomitee kündigt Tanzvergnügen und gute Unterhaltung mit verschiedenen Showeinlagen an. Für die Musik sorgt wie in den vergangenen Jahren die Partyband „Creme Fresh“ . Um festliche Abendgarderobe wird gebeten.

Kiel – Auf der Mitgliederversammlung des Praxisnetzes Kiel sind die Gynäkologin Doris Scharrel als fachärztliche Vorstandsvorsitzende und der Allgemeinmediziner Matthias Seusing als hausärztlicher Vorstandsvorsitzender wiedergewählt worden. Gynäkologin Dr. Christiane Schwerk wurde als Kassenwartin in ihrem Amt bestätigt. Zu Vorstandsbeisitzern wählten die Delegierten den Allgemeinmediziner Dr. Peter Sühring, den Labormediziner Dr. Harald Erichsen sowie den Urologen Jens Orthmann. Die Mitgliederversammlung legte außerdem fest, dass es künftig drei verschiedene Formen der Netzmitgliedschaft geben soll. Diese richtet sich unter anderem danach, ob die jeweilige Praxis bereit ist, das Datenaustauschsystem KV-SafeNet zu nutzen. Doris Scharrel machte deutlich, dass sich möglichst viele Mitglieder dem System anschließen müssten, damit das Praxisnetz von der KVSH gefördert werden könne. Nur so könne die Existenz des Ärztenetzes langfristig gesichert werden. Im Praxisnetz Kiel sind rund 300 Ärzte in circa 200 Praxen zusammengeschlossen. 1/2 | 2015

Nordlicht

S chleswig - H olstein

Weniger meldepflichtige Infektionskrankheiten Kiel – Die Zahl der meldepflichtigen Infektionskrankheiten in Schleswig-Holstein ist in der Saison 2013/2014 auf 7.770 Fälle gesunken. In der Vorsaison waren es rund 10.000 Fälle und damit knapp 20 Prozent mehr. Darauf verweist die Techniker Krankenkasse und beruft sich dabei auf Zahlen des Robert Koch-Instituts. Zu den häufigsten Infektionskrankheiten in Schleswig-Holstein zählten 2013/2014 durch Campylobacter-Bakterien verursachte Krankheiten (2.523 Fälle), Norovirus-Infektionen (2.264 Fälle) und Rotavirus-Erkrankungen (833 Fälle). Mehr Informationen zu diesem Thema unter: www.tk.de/tk/pressemitteilungen aktuell

11


NACHRICHTEN  KOMPAKT A ktion

V ertragsunterzeichnung

Belegschaft der KVSH spendete für „Die Muschel“

Kommunales Hausarztzentrum besiegelt Büsum – Das bundesweit erste kommunale Hausarztzentrum in Büsum kann kommen. Der Bürgermeister des Nordseeheilbades Hans-Jürgen Lütje sowie Vorstandsmitglied Dr. Svante Gehring und Geschäftsführer Thomas Rampoldt von der Ärztegenossenschaft Nord unterzeichneten Mitte Januar einen entsprechenden Gründungsvertrag. In Büsum werden künftig vier von fünf Allgemeinmedizinern nicht mehr selbstständig, sondern als Angestellte einer Tochtergesellschaft der Gemeinde arbeiten. Harald Stender, Koordinator ambulante Versorgung des Kreises Dithmarschen, erklärte, dass die entsprechenden Räumlichkeiten Ende 2015 fertiggestellt sein werden. Die Gemeindepraxis soll am 1. April 2016 planmäßig ihren Betrieb aufnehmen, kündigte Stender an.

D rogenberatung Bad Segeberg – Eine Blutspendeaktion der Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) in Zusammenarbeit mit der Asklepios-Klinik Hamburg hat dem ambulanten Kinderhospizverein aus Bad Segeberg „Die Muschel e. V.“ eine ansehnliche Spendensumme beschert. 49 „KVler“ gaben ihr „Bestes“ für einen guten Zweck. Der „kleine Piekser“ lohnte sich in doppelter Hinsicht, denn für jede hochwillkommene Blutspende bekam die KVSH zehn Euro für „Die Muschel“. Das bedeutete am Ende den stolzen Spendenbetrag von 490 Euro. Die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, überreichte einen symbolischen Scheck an Uwe Ahrendt, den Geschäftsführer der „Muschel“. „Ich freue mich, dass wir damit, wie in den vergangenen Jahren, einen Beitrag leisten, die ehrenamtliche Arbeit der Muschel zu unterstützen“, erklärte die Vorstandsvorsitzende. Die Unterstützung geht weiter, denn am 24. September 2015 findet die nächste Blutspendeaktion in der KVSH zugunsten von „Die Muschel“ statt.

S chwangerschaftsabbr ü che

Vergütung erhöht Bad Segeberg – Die Vereinbarung zwischen dem Landessozialministerium, den Krankenkassen und der KVSH sieht vor, dass das Land Schleswig-Holstein die Höhe der pauschalierten Vergütungsbeträge im Bereich Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen einmal im Jahr überprüft. Durch die Erhöhung des Orientierungswertes zum 1. Januar 2015 steigt auch die Vergütung von 10,13 Cent auf 10,2718 Cent. Die neuen Pauschalen sind in der aktualisierten Anlage 1 zur Vereinbarung auf www.kvsh.de in der Rubrik  Downloadcenter  Verträge  Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen zu finden. Leistungen für Patientinnen, die nicht in Schleswig-Holstein wohnen, können mit einem Berechtigungsschein ohne ID-Nummer über die KVSH abgerechnet werden. 12

Nordlicht

Erste Hilfe für Crystal-Konsumenten Köln – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) startet ein spezielles Online-Beratungsangebot für Konsumenten von kristallinem Methamphetamin („Crystal“). Im Rahmen einer bundesweiten Chat-Sprechstunde finden Crystal-Konsumierende und ihre Angehörigen auf dem BZgA-Portal www.drugcom.de unkompliziert und anonym Hilfe.

B armer G E K

Höhere Vergütung für Kinderfrüherkennungsuntersuchungen Bad Segeberg – Der Vertrag zur hausarztzentrierten pädiatrischen Versorgung wurde zum 1. Januar 2015 angepasst. Barmer GEK, Bvkj.Service GmbH und die KVSH einigten sich darin auf höhere Vergütungen für die Untersuchungen U10, U11 und J2, die von jeweils 50 Euro auf 53 Euro steigen. Der Vertrag wurde außerdem um die Leistung eines Amblyopie-Screenings erweitert. Die teilnehmenden Kinder- und Jugendärzte können bei Kindern im Alter zwischen dem 5. und dem 27. Lebensmonat eine Amblyopie-Untersuchung mittels Vision-Screener einmalig durchführen und abrechnen (GOP 99064D). Liegt beim Patienten ein Verdacht auf eine Augenerkrankung vor, sind weitere gezielte diagnostische Maßnahmen und Therapien einzuleiten. Ärzte aus Schleswig-Holstein, die am Vertrag teilnehmen, müssen ihre Leistungen über die KVSH abrechnen. Die Vertragsunterlagen und die angepassten Anlagen sind im Downloadcenter auf www.kvsh.de unter dem Punkt „Verträge“ zu finden. Die Unterlagen werden auch per Post zugestellt. Bestellungen bitte unter der Tel. 04551 883 331. aktuell

1/2 | 2015


NACHRICHTEN  KOMPAKT S tudie der apo B ank

V er ö ffentlichung

Selbstständigkeit bleibt attraktiv

Verwendung Haushaltsmittel 2013

Berlin – 90 Prozent der Selbstständigen stehen hinter ihrer Entscheidung für die Niederlassung und würden diese noch einmal so treffen. Das belegt die Studie „Chance Niederlassung” der apoBank unter angestellten und selbstständigen Apothekern, Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten. Niedergelassene Studienteilnehmer nannten unter anderem als Gründe für ihre Entscheidung zur Selbstständigkeit die Gestaltungsmöglichkeiten (90 Prozent), gefolgt von Selbstverwirklichung (83 Prozent), Arbeitszeitgestaltung (72 Prozent) und der Einkommenssituation (66 Prozent). Angestellte Heilberufler sehen ebenfalls Vorteile in der Selbstständigkeit. Sie schreiben ihr mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheitsgrade (79 Prozent) zu. Auch die Einkommenssituation (66 Prozent) sowie die Arbeitszeitgestaltung (45 Prozent) sprechen in ihren Augen für die Selbstständigkeit. Weitere Informationen zu diesem Thema sind unter www.apobank.de/niederlassung zu finden.

Bad Segeberg – Die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein hat gemäß Paragraf 78 Abs. 3 in Verbindung mit Paragraf 305b SGB V die Verwendung der Haushaltsmittel zu veröffentlichen.

Angaben in Prozent (2) ...

(3) ...

Gestaltungsmöglichkeiten

(4) ...

(5) gar kein Einfluss

60

Selbstverwirklichung

30

49

8 2

34

39

Arbeitszeitgestaltung Einkommenssituation

2 23

33

33

33

14.307,0

3. Haushaltsdaten* Aufwand gesamt

26.573,9 16.920,4 5.868,4

25

7 4

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

26

25

12 17

11 20

17

14

Quelle: apoBank, Studie „Chance Niederlassung“

A mbulantes O perieren

Kennzeichnung und Vergütung von Nebenleistungen Bad Segeberg – Die Krankenkassen und die KVSH haben zum 1. Januar 2015 eine vereinfachte Kennzeichnung der AOP-Nebenleistungen (Anlage 2 zur Honorarvereinbarung 2014 bis 2016) vereinbart. Außerdem wurden die extrabudgetäre Vergütung der Nebenleistungen sowie die entsprechende Bereinigung um zwei Quartale verschoben. In den Quartalen 3/2014 und 4/2014 werden gekennzeichnete Nebenleistungen daher nicht extrabudgetär, sondern mit einer Punktwertstützung bis maximal zum Orientierungswert innerhalb des Punktzahlvolumens vergütet. Die Vergütungshöhe entspricht damit der einer extrabudgetären Vergütung. Details zur Kennzeichnung sowie zur extrabudgetären Vergütung und Bereinigung sind im KVSH-Newsletter vom 11. Dezember 2014 bzw. der 1. Änderungsvereinbarung zur Honorarvereinbarung 2014 bis 2016 zu finden. Beide Veröffentlichungen sind im Downloadcenter auf www.kvsh.de hinterlegt. 1/2 | 2015

Betriebsmittelrücklage

3.785,1

37

34

7.413,7

davon Sonstiger Aufwand

27

26

Verwaltungsvermögen

davon Sachaufwand

enges Arzt-Patienten-Verhältnis

kollegialer Austausch/Arbeit im Team 9

3.576 18.674.799

davon Personalaufwand

62

34

Behandlungsfälle der Ärzte und Psychotherapeuten

6 5

27

16

Anzahl der abrechnenden Praxen

10 3

38

13

1.052 Mio. Euro

7

27

Nutzung moderner Medizintechnik

Honorarvolumen der Ärzte und Psychotherapeuten

21

Aufgabenspektrum

26

1. Abrechnungsdaten

2. Vermögen*

Welchen Einfluss hatten folgende Kriterien auf Ihre Entscheidung für die Selbstständigkeit? (1) sehr starker Einfluss

Das geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Wirtschaftsjahr 2013 wurde mit folgenden Ergebnissen abgeschlossen:

Nordlicht

Ertrag gesamt

29.860,5

davon Verwaltungskostenumlage

26.210,3

davon Sonstige Erträge +Jahresüberschuss/-Jahresfehlbetrag

3.650,2 +3.286,6

Aufwand für Sicherstellungsmaßnahmen

8.275,6

Investitionen

1.566,7

Bilanzsumme

367.320,5

* in TEUR 4. Sonstige Daten Stellenplan (ohne ärztlichen Bereitschaftsdienst)

255

B urnout

Ein Drittel weniger Fehltage Berlin – Die Zahl der Krankschreibungen wegen Burnout geht zurück. Das geht aus aktuellen Daten der DAK-Gesundheit hervor. 2013 gab es ein Drittel weniger Arbeitsausfälle aufgrund dieser Diagnose. Während 2012 auf 1.000 DAK-Gesundheitsversicherte noch 100 Fehltage wegen Burnout kamen, waren es 2013 nur noch 67 Tage. Der steile Anstieg in den letzten Jahren wurde damit erstmals gestoppt. aktuell

13


NACHRICHTEN  KOMPAKT M ammographie - screening

O steodensitometrie

Neue Programmverantwortliche Ärzte in Flensburg

Änderungen in der Vereinbarung

Foto: Diako

Die beiden neuen Programmverantwortlichen Ärzte in Flensburg: Claus Warnecke und Irene von der Ahe

Flensburg – Die personelle Fortsetzung des MammographieScreening-Programms im Nördlichen Schleswig-Holstein steht fest. „Wir haben den Versorgungsauftrag zur Durchführung des Programms bekommen, für Kontinuität beim Screening ist also gesorgt“, erklärte Oberärztin Irene von der Ahe vom Diakonissenkrankenhaus Flensburg, die neben ihrem Kollegen, Oberarzt Claus Warnecke, bereits seit einigen Monaten kommissarisch für das Mammographie-Screening-Programm im Nördlichen Schleswig-Holstein zuständig war. Nachdem die langjährige Programmverantwortliche Ärztin Dr. Karin Weidner tödlich verunglückt war, hatte zunächst Claus Warnecke kommissarisch die Aufgaben übernommen, seit einiger Zeit unterstützt von Irene von der Ahe. „Wir können nun alle mit unserer Arbeit fortfahren, ohne dass eine Lücke für die Frauen entsteht“, freute sich Warnecke. Er nannte Zahlen für die „Screening-Einheit Nördliches Schleswig-Holstein“, die neben der Stadt Flensburg auch für die Kreise Nordfriesland und SchleswigFlensburg zuständig ist: „Von den 14.101 untersuchten Frauen im Jahr 2013 mussten 788 zur Abklärung kommen, dabei wurde bei 79 Frauen ein Karzinom festgestellt“, so Warnecke.

K V S H - S ervice

AbrechnungsCheck Bad Segeberg – Ab dem 20. März 2015 können Ärzte und Psychotherapeuten im Online-Portal unter www.ekvsh.de ihre Abrechnungsdaten wieder vorab durch die Regelwerke der KVSH prüfen lassen. So werden honorarrelevante Fehler schon vor Abgabe der Abrechnungsunterlagen vermieden. Im Portal sind Kurzfilme und bebilderte Funktionsabläufe zur Bedienung und Erklärung hinterlegt. Anders als geplant, bietet die KVSH keine „light“-Version des AbrechnungsChecks an. Vorteil: Auch Praxen, die KV-SafeNet noch nicht nutzen, können den gesamten Umfang des AbrechnungsChecks zur Überprüfung ihrer Abrechnungsdaten nutzen. 14

Nordlicht

Bad Segeberg – Die Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie wurde zum 1. Januar 2015 geändert. Das haben die Partner des Bundesmantelvertrages beschlossen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat mit der Änderung der Richtlinie „Methoden vertragsärztlicher Versorgung“ zum 10. Mai 2013 die DXA (Dual-Energy X-ray Absorptiometrie) als einzige Methode zur Knochendichtemessung zugelassen. Zum 1. Januar 2014 wurde die Änderung zunächst im Einheitlichen Bewertungsmaßstab umgesetzt. Nun wird diese Anpassung auch in die Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie aufgenommen. Neben redaktionellen Änderungen in Paragraf 8 der Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie sind die wichtigsten Änderungen folgende: ƒƒ Die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nach der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ ist nachzuweisen. ƒƒ Der Nachweis der Aneignung der theoretischen Grundlagen, Technik und Indikationsstellung (Abs. (3) c)) entfällt. Ärzte, die bis zum 1. Januar 2015 über eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von Leistungen der Knochendichtemessung mittels einer zentralen DXA verfügten, behalten diese. Die aktuelle Fassung der Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie ist auf www.kvsh.de  Downloadcenter  Genehmigungspflichtige Leistungen zu finden. Ansprechpartnerin für Fragen ist Christina Bernhardt, Abteilung Qualitätssicherung, Tel. 04551 883 533.

A ngestellte Ä rzte

Wichtige Regelung für überörtliche BAG Bad Segeberg – Die Zulassungsabteilung der KVSH weist auf folgenden Sachverhalt hin: Hat eine überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft (ÜBAG) einen Praxisstandort, für den nur ein Arzt zugelassen ist, und wird dieser Arzt von der ÜBAG angestellt, so wird aus dem bisherigen Vertragsarztsitz eine Zweigpraxis. Die Genehmigung der Zweigpraxis muss beim Vorstand der KVSH beantragt werden und zwar für alle Ärzte, die zukünftig Leistungen an dem Standort der Zweigpraxis erbringen sollen. Haben also bisher Partner oder weitere Angestellte der ÜBAG Leistungen an dem Standort – genehmigungsfrei – erbracht, so dürfen sie dies vom Zeitpunkt der Anstellung an grundsätzlich nicht mehr. Ausnahme: Es wurde der ÜBAG vorher ausdrücklich genehmigt. Handelt es sich dabei um genehmigungspflichtige Leistungen, so muss bei der Abteilung Qualitätssicherung zudem ein entsprechender Antrag auf Durchführung dieser Leistungen am Standort der Zweigpraxis gestellt werden. aktuell

1/2 | 2015


gesundheitspolitik K ommentar

Auf ein Neues Mit Macht hat das neue Jahr begonnen. Als hätte niemand die guten Wünsche aus der Silvesternacht gehört, haben uns alte und neue Probleme eingeholt: in der großen Politik die Herausforderungen durch einen radikalen Islam ebenso wie der kaum noch vermeidbare Abschied der Griechen vom Euro; in der Wirtschaft die deutlich zu Tage tretenden Lasten durch Mindestlohn und Frühverrentung und – last but not least – im Gesundheitssektor die Termingarantie für den Arztbesuch und, um nur ein Beispiel aus der langen Liste hausgemachter Probleme zu nennen, die Kündigung der DRK-Pflegekräfte am Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Billiger soll es werden, besser kann es kaum werden. Auch dies ist nur ein Herumdoktern am „Symptom“ der Rentabilität, bei der Gesundheit und Genesung Mittel zum Zweck des Defizitausgleichs sind. Ein Blick in den Etat des UKSH zeigt, dass die Entscheidung fiskalisch ohne Alternative ist. Denn der ohnehin schon vorhandene Zwang zur Sparsamkeit wird künftig noch verstärkt durch Vorgaben zum Mindestlohn, die bei den pro Stunde zu zahlenden 8,50 Euro beginnen und beim Dokumentationsaufwand für die Umsetzung noch nicht aufhören. Abseits aller Erwägungen, welchen Sinn ein Mindestlohn hat, der auch für ungelernte Hilfskräfte wie Praktikanten und Minijobber in allen Branchen und auch im Urlaub gezahlt werden muss, stehen einem angesichts der Kosten für den staatlichen Kontrollaufwand die Haare zu Berge. 1.600 Mitarbeiter wird der Zoll als zuständige Behörde zusätzlich einstellen, damit auch niemand versehentlich oder gewollt zum Sozialbetrüger wird. Wenn Sie also gelegentlich von grünen Männchen in Ihrer Praxis Besuch bekommen – wundern Sie sich nicht. Es sind nicht Außerirdische, es ist der Deutsche Zoll – und seine Beamten kommen bestimmt nicht zum Rezept abholen. Wie viel Geld für die Durchsetzung eines derart umstrittenen Gesetzes verpulvert wird, zeigen die Schätzungen der Arbeitskosten für die 1.600 neuen Staatsdiener, die auf rund 100 Millionen Euro beziffert werden – das schon vorhandene Personal nicht eingerechnet. Genauso wenig im Übrigen wie der Anstieg der Lohnkosten, der sich auf 10 bis 12 Milliarden Euro belaufen dürfte. So deutlich erkennbar die neuen Lasten schon jetzt sind, so wenig kümmern die nachdrücklichen Warnungen namhafter Kritiker aus Wirtschaft, Kammern und Verbänden die Politik. Dass dabei erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte die im Grundgesetz verankerte Tarifautonomie von Unternehmen und Gewerkschaften kurzerhand außer Kraft gesetzt und die Entlohnung von Arbeitnehmern der Wirtschaft von den Fraktionen des Bundestages beschlossen wurde, zeigt einmal mehr überdeutlich, wie gering die Hemmungen in Großen Koalitionen sind, Klientelpolitik für jedermann zu machen und wie wichtig eine funktionierende Opposition ist.

1/2 | 2015

Nordlicht

Immerhin machen auch dieses Gesetz und das Verfahren zu seiner Durchsetzung die Löchrigkeit von Argumenten deutlich, wonach man mit Sparmaßnahmen Rentabilität notfalls auch herbeizwingen kann. Wie möchte eine Politik verstanden werden, die einerseits in Milliardenhöhe Geld umverteilt – Frühverrentung, Mütterrente, Mindestlohn – auf der anderen Seite aber bei der staatlichen Grundvorsorge – Polizei, Infrastruktur, Gesundheitswesen – die Aufwendungen weiter reduziert und kein intelligentes Finanzierungsmodell zulässt, das etwa im Wege von Public-Private-Partnership ganz neue Möglichkeiten eröffnen könnte – noch dazu in Zeiten einer katastrophalen Kapitalverzinsung?

„Wie weit darf eine Politik des Rotstiftes gehen?“

Das UKSH ist nicht nur der größte Arbeits-, Ausbildungs-, Forschungs-, Lehr- und Medizinbetrieb des Landes. Es ist auch einer der raren Exzellenzbetriebe in diesem Bundesland. Trotzdem, oder gerade deshalb? – ist es von staatlichen Zuschüssen in hohem Maße abhängig. Umso mehr muss man fragen, wie weit eine Politik des Rotstiftes gehen darf, ohne die Qualität der medizinischen Leistung und Pflege sowie der Exzellenz von Forschung und Lehre zu gefährden. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, Aufgaben der staatlichen Grundvorsorge ließen sich in ein Rentabilitätskorsett zwängen. Und es ist obendrein fahrlässig, wenn es sich dabei, wie im Falle des UKSH und anderer Spitzenbetriebe der Gesundheitswirtschaft, um eine Wachstumsbranche mit den höchsten Zuwachsraten handelt, die heute überhaupt erzielbar sind. Anders als in vielen anderen Branchen sind im vergangenen Jahr, allein in Schleswig-Holstein, in der Gesundheitswirtschaft zusätzlich mehrere Tausend neue Mitarbeiter eingestellt worden. Und der Bedarf steigt weiter an, um immerhin 14.000 bis 2030 wie die Landesregierung beim Forum „Vernetzte Gesundheit“ mitteilte. Dieses Potenzial für Arbeit und Wachstum gilt es nachhaltig zu fördern – auch durch die Politik. Denn was dort erwirtschaftet und dann versteuert wird, ist real erarbeitet worden. Und das hat mehr Wert und Nachhaltigkeit als die anhaltende staatliche Umverteilung, wie beim Mindestlohn, für die noch dazu eine millionenteure Kontroll- und Aufsichtsmaschinerie finanziert werden muss, die nichts aber auch gar nichts zur Wirtschaftsleistung beisteuert. Peter Weiher, Journalist

aktuell

15


gesundheitspolitik P arlamentarischer A bend

In der Höhle des Löwen

Wie kann eine haus- und fachärztliche Versorgung auch auf dem Land erhalten bleiben? Dieser Frage ging Professor Ferdinand Gerlach in seinem Gastvortrag nach. Einige Empfehlungen des Vorsitzenden des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hatten es in sich. Besonders sein Vorschlag, künftig einen Erschwerniszuschlag an Landärzte zu zahlen, stieß auf Widerspruch.

Gut gelaunt: Landessozialministerin Kristin Alheit (SPD), KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke und Gastredner Prof. Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrates

Zu den circa 120 Gästen des siebten Parlamentarischen Abends der KVSH, der im Kieler Wissenschaftszentrum stattfand, zählte auch die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung, Kristin Alheit (SPD). In ihrem Grußwort lobte sie die KVSH als „wichtigen Impulsgeber im Land“. Dr. Monika Schliffke machte in ihrer Begrüßungsrede deutlich, dass Gastredner Prof. Ferdinand Gerlach sich mit seinen Vorschlägen zum Abbau von Versorgungsdefiziten und Überversorgung sicherlich nicht nur Freunde machen werde. „Unter dieser Aufgabenstellung eine KV-Einladung anzunehmen, heißt sich in die Höhle des Löwen zu begeben“, erklärte die Vorstandvorsitzende der KVSH. Trend zur ärztlichen Spezialisierung Tatsächlich will Gerlach – bis 2004 Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel – auch unbequeme Ideen umsetzen. Abzuwarten sei für ihn angesichts 16

Nordlicht

der anstehenden Probleme keine Option. Die „Megatrends in der Gesundheitsversorgung“ Morbiditätszunahme und Multimorbidität einer alternden Gesellschaft einerseits, neue Berufsauffassungen und Lebensentwürfe bei den Nachwuchsärzten andererseits erforderten vielmehr schnelles Handeln. Immer mehr Ärzte würden sich zulasten der Allgemeinmedizin für Spezialfächer entscheiden, stellte Gerlach beim Blick auf die Facharztanerkennungen in Deutschland fest. Nur zwei von 82 Bereichen seien noch Generalisten vorbehalten. Das habe Folgen für die Versorgungslandschaft. Künftig würden jährlich rund 2.200 Hausärzte ausscheiden. Dieser Mehrbedarf an Hausärzten könne nur gedeckt werden, wenn doppelt so viele Hausärzte ausgebildet würden. „1993 sind noch 60 Prozent der Ärzte in Deutschland allgemeinmedizinisch tätig gewesen, 2012 nur noch 46 Prozent“, so Gerlach.

aktuell

1/2 | 2015


gesundheitspolitik

Wie kann gegengesteuert werden? Der Vorsitzende des Sachverständigenrats forderte als Gegenmittel stärkere Anreize für die ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum bei gleichzeitigem Abbau der Überversorgung in den Metropolen. Gerlach plädierte für den verpflichtenden Aufkauf frei werdender Arztsitze in Planungsbereichen mit einem Versorgungsgrad von mehr als 200 Prozent. Außerdem müsse die Attraktivität und Qualität der hausärztlichen Versorgung über regionale Weiterbildungsverbünde und Kompetenzzentren für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin gesteigert werden. Den Sorgen junger Ärzte vor arztfremden Anforderungen wie Personalführung, Abrechnung und Betriebswirtschaft müsse in den Zentren durch Maßnahmen zur „Entängstigung“ entgegengewirkt werden. Erforderlich sei auch eine teilweise Restrukturierung der Primärversorgung in ländlichen Regionen. Im Kern müssten lokale Gesundheitszentren als Teampraxen entstehen, die Ärzte, Pflegekräfte, Versorgungsassistentinnen und medizinische Fachangestellte für die Primär- und Langzeitversorgung koordinieren. 1/2 | 2015

Nordlicht

Streitpunkt Erschwerniszuschlag In sein Maßnahmenbündel will Gerlach auch einen bis zu 50-prozentigen Honorarzuschlag für Hausärzte in Regionen mit weniger als 90 Prozent Versorgungsgrad und für Fachärzte in Regionen mit weniger als 75 Prozent Versorgungsgrad aufnehmen. Diesen Erschwerniszuschlag, den es z. B. in Österreich gebe, müsste die Ärzteschaft dann aus der Gesamtvergütung erhalten. Diese Forderung stieß nicht bei allen anwesenden Ärzten auf Gegenliebe. Gerlach versuchte die Skepsis durch Zahlen aufzulösen: „Bundesweit kämen nur circa vier Prozent der Ärzte in den Genuss dieses Zuschlags. Die finanzielle Umverteilungswirkung ist für die Ärzteschaft durchaus verkraftbar.“ Nach einer intensiven Diskussion gab es beim abschließenden Imbiss für die Gäste eine gute Gelegenheit, um in angenehmer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen. Jakob Wilder, KVSH

aktuell

17


gesundheitspolitik V orbehalte aus der Ä rzteschaft

Landesregierung bringt klinisches Krebsregister auf den Weg KVSH, Krankenhausgesellschaft und Berufsverbände üben deutliche Kritik am Gesetzentwurf.

Schleswig-Holstein soll ein klinisches Krebsregister bekommen. Damit folgt die Landesregierung einer Vorgabe des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG), mit dem 2013 eine Bestimmung ins Sozialgesetzbuch V (SGB V) aufgenommen wurde, die die Länder verpflichtet, klinische Krebsregister auf einer einheitlichen Grundlage einzurichten. Mit dieser Ergänzung im SGB V reagierte die Bundespolitik darauf, dass in den zurückliegenden Jahren in den Ländern zwar rund 50 klinische Krebsregister entstanden sind, diese aber mangels einer bundesgesetzlichen Vorgabe bisher sehr unterschiedlich strukturiert und organisiert sind. Zudem gibt es immer noch weiße Flecken auf der Landkarte der klinischen Krebsregistrierung. Um sowohl die flächendeckende Einrichtung von klinischen Krebsregistern zu erreichen als auch zu berücksichtigen, dass es bereits bestehende und erfolgreich arbeitende Einrichtungen gibt, hat sich der Bundesgesetzgeber dafür entschieden, Aufgaben und Standards der klinischen Krebsregister vorzugeben, nicht aber die Organisationsform. Diese hat der Gesetzgeber bewusst nicht festgelegt, damit regional gewachsene Strukturen eingebunden werden können. 18

Nordlicht

Landesregierung plant klinisches und epidemiologisches Krebsregister unter einem Dach Mit der Vorlage des Entwurfs eines „Gesetzes über das Krebsregister des Landes Schleswig-Holstein“ hat die Landesregierung im Oktober präsentiert, wie sie die Bundesvorgabe umsetzen will, und deutlichen Widerspruch aus der Ärzteschaft und von den Kliniken geerntet. Kern des Gesetzentwurfs ist das Vorhaben der Landesregierung, das vorhandene epidemiologische Krebsregister in Lübeck um die Aufgabe der klinischen Krebsregistrierung zu erweitern. Ein Weg, der breite Kritik nach sich zog. In einer gemeinsamen Stellungnahme äußerten die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein (KVSH), die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) und 27 ärztliche Berufsverbände – und damit all jene, die täglich die onkologische Versorgung in Schleswig-Holstein sicherstellen – ihre deutlichen Bedenken gegen das geplante Gesetz. Die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, hatte bereits in der Abgeordnetenversammlung der Körperschaft Mitte November bemängelt, dass der Gesetzentwurf den Eindruck hinterlasse, „dass die Landesregierung den inhaltlichen Umfang aktuell

1/2 | 2015


gesundheitspolitik eines klinischen Registers, die geforderte Unabhängigkeit und den Nutzen für die Patientenversorgung nicht realisiert hat. Die Konstruktion dieses Entwurfs wird am Ende ihren Zweck nicht erfüllen können und Chancen sind vertan.“ Qualität der onkologischen Versorgung kommt nur am Rande vor In ihrer gemeinsamen Stellungnahme kritisieren KGSH, KVSH und Berufsverbände, dass die Landesregierung trotz der spezifischen und eigenständigen Aufgaben eines klinischen Krebsregisters das bestehende Landeskrebsregistergesetz, das die Grundlage für das epidemiologische Krebsregister bildet, lediglich punktuell ergänzen möchte, um den im SGB V formulierten Anforderungen zu entsprechen. Dies werde schon in der Aufzählung der Ziele des Gesetzes deutlich und sage etwas darüber aus, welcher Stellenwert der klinischen Krebsregistrierung zugestanden werde: „Die Nennung der Qualität der onkologischen Versorgung als erst viertem Ziel des Gesetzes resultiert aus der Tatsache, dass das Ministerium den Text des Krebsregistergesetzes von 2006 lediglich um das Ziel des Bundesgesetzes zum klinischen Krebsregister erweitert hat. Die ärztlichen Organisationen sehen die Rangfolge als Wertung des Landes“, so die Verbände in ihrer Stellungsnahme. Nachbesserung des Gesetzentwurfs nötig Besonders monieren die Berufsverbände, die KGSH und die KVSH, dass die Regelungen zum Zugang der behandelnden Ärzte zu den Daten weit hinter dem zurückbleiben, was notwendig wäre, um eine Verbesserung der Behandlungsqualität auch in der laufenden Therapie zu erreichen. Im SGB V wird die „Förderung der interdisziplinären, direkt patien-tenbezogenen Zusammenarbeit bei der Krebsbehandlung“ als eine der wesentlichen Aufgaben der klinischen Krebsregister genannt. Im Entwurf des Landesgesetzes aber, so die Organisationen in ihrer Einschätzung, fehlten die Voraussetzungen, um dieses Ziel mit Leben zu erfüllen. Hier sei eine Nachbesserung dringend nötig: „Die Stellungnehmer erwarten für onkologisch tätige Ärzte eine Regelung zur Bereitstellung einer elektronischen Tumorfallakte mit gesichertem Zugang für die Behandler sowie die gesetzliche Zusicherung, dass jeder Datenlieferant aus seinen eigenen Daten alle Auswertungen bekommt, die er (...) braucht. Nur mit einer Tumorfallakte sind Daten des klinischen Krebsregisters für die jeweilige Qualitätssicherung in der laufenden Tumortherapie verfügbar zu machen.“ Die Organisationen verweisen auf das im vergangenen Jahr in Hamburg beschlossene Krebsregistergesetz, das dies vorsehe. Dass die wesentliche Aufgabe des klinischen Krebsregisters, die Verbesserung der Behandlungsqualität durch einen engen fachlichen Austausch der behandelnden Ärzte, im Gesetzgebungsvorhaben des Landes zu kurz kommt, zeigt sich aus Sicht der stellungnehmenden Verbände an weiteren Bestimmungen. So werde an keiner Stelle des Gesetzentwurfs geregelt, „ob, und wenn ja wie, onkologische Fachkommissionen in die Arbeit des klinischen Krebsregisters zu integrieren sind.“

mahnen KVSH, KGSH und Berufsverbände. Sie äußern sich auch ablehnend zum Vorhaben der Landesregierung, regionale Qualitätskonferenzen nicht durch das klinische Krebsregister, sondern durch das Ministerium organisieren zu lassen. Dies bedeute, dass dieses zur Vorbereitung die Namen der auf den Qualitätstreffen zu besprechenden Patienten kennen muss: „In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Fachaufsicht so weit gefasst ist, dass von Seiten des Ministeriums jederzeit Zugriff auf die klinischen Daten besteht und dass selbst die ärztliche Schweigepflicht hiervon tangiert ist.“ Kritisch beurteilt wird in der Stellungnahme die Ansiedlung des klinischen Krebsregisters beim epidemiologischen Krebsregister. Da dieses in Form eines eingetragenen Vereins organisiert sei, blieben viele Fragen offen, wie die im Bundesgesetz geforderte Unabhängigkeit des klinischen Krebsregisters gewährleistet werden soll. Auch könne ein klinisch-epidemiologisches Krebsregister nicht allen Vorgaben nachkommen, da es nur über pseudonymisierte Daten verfüge. Die Organisationen schlagen deshalb vor, die bestehende und bei der Ärztekammer angesiedelte Vertrauensstelle des Krebsregisters Schleswig-Holstein mit dem klinischen Krebsregister zu vereinen, statt die neue Aufgabe beim epidemiologischen Register anzusiedeln. Nur auf diese Weise sei eine direkte, patientenbezogene und therapiebegleitende Qualitätssicherung möglich. Anregungen aus der Ärzteschaft bleiben unberücksichtigt In ihrer Stellungnahme erinnern die Organisationen an das fortbestehende Angebot von KVSH, KGSH und Ärztekammer an die Politik, das klinische Krebsregister als eigenständige Einheit in ein neu zu gründendes unabhängiges Qualitätsinstitut der schleswigholsteinischen Ärzteschaft einzubetten und so eine Organisationsform zu schaffen, die die spezifischen Vorgaben des Bundesgesetzgebers für klinische Krebsregister erfüllt, und zugleich einen institutionellen Rahmen bietet, das bestehende und noch als Verein organisierte klinische Register einzubinden. Andere Bundesländer setzen auf das Know-how der Ärzteschaft Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass es auch anders geht als in Schleswig-Holstein. So setzen Berlin und Brandenburg, die ein gemeinsames klinisches Krebsregister aufbauen wollen, ebenso wie Niedersachsen auf das Know-how der Ärzteschaft. In diesen Ländern halten sich die Landesregierungen aus den fachlichen Fragen heraus und haben beschlossen, die klinischen Krebsregister Tochtergesellschaften der Landesärztekammern zu unterstellen. Mit der Vorlage des Gesetzentwurfs durch die Landesregierung ist die Debatte in Schleswig-Holstein noch nicht beendet. Das Vorhaben wird im ersten Halbjahr den Landtag beschäftigen, der dem Gesetzentwurf zustimmen muss. Die Beratungen im Parlament und seinen Fachausschüssen bieten die Gelegenheit, erneut auf die Defizite des Gesetzentwurfs hinzuweisen und auf Änderungen zu drängen. Delf Kröger, KVSH

Ministerium reklamiert Fachaufsicht für sich Bedenken haben die Verbände dagegen, dass das Sozialministerium eine weitreichende Fachaufsicht über das Krebsregister ausüben soll. Eine Fachaufsicht könne jedoch nur von „fachkompetenten Personen und ihren Gremien“ gewährleistet werden, 1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

19


gesundheitspolitik P räventionsgesetz

Alter Wein in neuen Schläuchen

§ §

Nachdem der Entwurf eines Präventionsgesetzes zuletzt zweimal gescheitert ist (unter Rot-Grün 2005, Schwarz-Gelb 2013), unternimmt die nunmehr schwarz-rote Bundesregierung einen erneuten Anlauf. Dieses Mal scheinen die Chancen gut zu stehen, dass das Gesetz zum 1. Januar 2016 auch wirklich in Kraft tritt. In vielen Punkten handelt es sich allerdings um die wortgleiche Fortschreibung der schwarz-gelben Gesetzesinitiative.

§

Präventionsgesetz

Ziel des vorliegenden Kabinettsentwurfes der Bundesregierung ist es, „die Gesundheitsförderung und Prävention insbesondere in den Lebenswelten der Bürgerinnen und Bürger zu stärken, die Wirksamkeit und Qualität von Präventionsmaßnahmen sicherzustellen, die Leistungen der Krankenkassen zur Früherkennung von Krankheiten weiterzuentwickeln und das Zusammenwirken von betrieblicher Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz zu verbessern“. Konkret sollen die Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet werden (bisher „Soll“-Regelung), in ihrer Satzung Leistungen zur primären Prävention vorzusehen, welche bestimmten Qualitätskriterien zu entsprechen haben. Dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen kommt dabei die Aufgabe zu, einheitliche Handlungsfelder und Kriterien für die Leistungsangebote (z. B. Zielgruppen, Inhalte, Qualität etc.) zu entwickeln. Auch soll der Spitzenverband ein einheitliches Zertifizierungsverfahren bestimmen und eine Übersicht der entsprechend zertifizierten Kassenangebote auf seiner Internetseite veröffentlichen. Nach dem Willen der Bundesregierung können die Präventionsangebote der Krankenkassen grundsätzlich erbracht werden durch ƒƒ Leistungen der individuellen Verhaltensprävention, ƒƒ Leistungen zur Prävention in sogenannte „Lebenswelten“ und ƒƒ Leistungen zur Gesundheitsförderung in Betrieben. 20

Nordlicht

Wie viel Finanzmittel die Krankenkassen insgesamt mindestens für den Bereich der Primärprävention aufzubringen haben, wird mit sieben Euro pro Versicherten und Jahr im Gesetzesentwurf verbindlich vorgegeben; für bestimmte Teilbereiche sieht der Gesetzesentwurf sogar gesetzliche Mindestbeträge vor.

Beauftragung einer Bundeszentrale Mit Leistungen der Gesundheitsförderung und Prävention in sogenannte „Lebenswelten“ soll insbesondere der „Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen“ unterstützt werden. Den Begriff „Lebenswelten“ definiert die Bundesregierung dabei als „für die Gesundheit bedeutsame, abgrenzbare soziale Systeme insbesondere des Wohnens, des Lernens, des Studierens, der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der Freizeitgestaltung einschließlich des Sports“. Mit der Entwicklung und Implementierung krankenkassenübergreifender Leistungen in bestimmten „Lebenswelten“ hat der Spitzenverband Bund der Krankenkassen verbindlich die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)“ zu beauftragen. Konkret benannt werden im Gesetzesentwurf hierbei Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen sowie die „Lebenswelten älterer Menschen“. Die durch die Krankenkassen hierfür aufzubringenden Finanzmittel werden von der Bundesregierung auf etwa 35 Millionen Euro geschätzt.

aktuell

1/2 | 2015


gesundheitspolitik „Alters- und zielgruppengerechte“ Differenzierung bei Gesundheitsuntersuchungen (bisher „Check-up 35“) Nach dem Kabinettsentwurf der Bundesregierung soll die gesetzliche Regelung nach Paragraf 25 SGB V, wonach Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung haben, gestrichen werden. Vielmehr sollen die Gesundheitsuntersuchungen („Check-up 35“) zukünftig „alters- und zielgruppengerecht“ erfolgen, d. h. der Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) wird beauftragt, in der Ausgestaltung der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien deutlich stärker als bisher zu differenzieren. Welche finanziellen Auswirkungen hiermit verbunden sind, hängt insofern gänzlich von der inhaltlichen Ausgestaltung durch den G-BA ab. Wie allerdings aus der Gesetzesbegründung ersichtlich ist, geht die Bundesregierung hierbei nicht unbedingt von einem Ausgabenanstieg dieser Leistungen aus. Ganz im Gegenteil könnten sich durchaus beträchtliche Einsparungen ergeben „etwa durch eine medizinisch vertretbare und nach Alters- und Zielgruppen differenziert gehandhabte Erweiterung der derzeit zweijährigen Untersuchungsintervalle“. Weiteres Einsparpotenzial sieht die Bundesregierung auch in der „kritischen Überprüfung der enthaltenen Früherkennungsmethoden im Hinblick auf ihren evidenzbasierten Nutzen“. Nach Auffassung der Bundesregierung könnten die hierdurch erzielten Einsparungen „der stärkeren Gewichtung der Erfassung und Bewertung von Risikofaktoren und der präventionsorientierten Beratung im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung zugutekommen“. Gesundheitsuntersuchungen im Kinderaltes- und Jugendalter Die Altersgrenze für die Gesundheitsuntersuchungen im Kindesund Jugendalter gemäß Paragraf 26 SGB V wird im Gesetzentwurf auf die Vollendung des 18. Lebensjahres angehoben. Das Nähere zu Art und Umfang der Untersuchung bestimmt der G-BA in Richtlinien. Im Falle lediglich einer zusätzlichen U- oder J-Untersuchung geht die Bundesregierung allerdings nur von Mehraufwendungen im einstelligen Millionenbereich aus, da bereits heute schon drei Viertel der Krankenkassen freiwillig eine derartige Untersuchung anbieten würden. Primärpräventive Beratungsund Steuerungsfunktion des Arztes Da gesundheitliche Risiken und Belastungen bereits lange vor dem Auftreten einer Erkrankung vorliegen können, sollen die bislang vorrangig krankheitsorientierten Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern und Erwachsenen zu einer primärpräventionsorientierten Gesundheitsuntersuchung weiterentwickelt werden.

Gelangt der Arzt am Ende der Untersuchungen zu der Auffassung, dass Gesundheitsrisiken und -belastungen seines Patienten durch konkrete Präventionsangebote der Krankenkassen „vermieden, beseitigt oder vermindert“ werden können, so hat er eine sogenannte„Präventionsempfehlung“ in Form einer ärztlichen Bescheinigung auszustellen. Diese Präventionsempfehlung ist von der jeweiligen Krankenkasse bei der Entscheidung, ob sie die Teilnahme an einem Präventionskurs finanziell unterstützt, zu berücksichtigen und schränkt insofern deren Ermessenspielraum entsprechend ein. Welchen konkreten Inhalt die Präventionsempfehlung haben wird und wie viel bürokratischer Aufwand auf den Vertragsarzt zukommt, lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, da das Nähere durch den G-BA noch zu regeln ist. Da die Präventionsempfehlung – sofern medizinisch indiziertintegraler Bestandteil der Leistungsabrechnung sein dürfte, stellt sich allerdings schon jetzt die Frage, ob und wie sich der Arzt im Einzelfall über entsprechende kassenindividuelle Angebote informieren kann. Nach dem Gesetzesentwurf soll der Spitzenverband Bund eine Übersicht der Satzungsleistungen der Krankenkassen im Internet veröffentlichen. Selbst wenn dieser Datenbestand tagesaktuell abrufbar wäre, würde eine entsprechende Internetrecherche einen beträchtlichen Aufwand für die Praxis bedeuten. Dennoch geht der Gesetzgeber von keinem zusätzlichen Erfüllungsaufwand beim Ausstellen der Präventionsempfehlung aus, da diese nicht über den Inhalt eines Beratungsgespräches im Sinne der bereits geltenden Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien hinausgehen würde. Martin Maisch, KVSH

Zeitplan Präventionsgesetz 26.12.2014 Zuleitung der Gesetzentwurfs an den Bundesrat 06.02.2015 Bundesrat (erster Durchgang) 19./20.03.2015 Bundestag (1. Lesung) 18./19.06.2015 Bundestag (2/3. Lesung) 10.07.2015 Bundesrat (zweiter Durchgang) 01.01.2016 Inkrafttreten des Gesetzes

Insbesondere durch die sogenannte „Präventionsempfehlung“ soll dem Arzt in diesem Bereich eine besondere Rolle zukommen, wie unter anderem aus folgender Gesetzesbegründung hervorgeht: „Ärztinnen und Ärzte sind sowohl aufgrund ihrer Qualifikation als auch auf Grund des besonderen Arzt-Patient-Verhältnisses seit jeher besonders geeignet, neben der Früherkennung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten auch eine primärpräventiv orientierte Beratung und Begleitung ihrer Patientinnen und Patienten zu leisten und diese zu einem Abbau gesundheitsschädigender Verhaltensweisen und zur Inanspruchnahme von primärpräventiven Angeboten zu motivieren.“ 1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

21


PRAXIS  &  KV Q ualitätsbericht 2 0 1 3

Jederzeit gut versorgt in Schleswig-Holstein Neues Design, gewohnt übersichtliche Darstellungen: Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat ihren Qualitätsbericht zur ambulanten medizinischen Patientenversorgung vorgelegt.

„Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Arzt?“ Mehr als 90 Prozent der Versicherten in Deutschland, die in diesem Jahr von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung befragt wurden, haben diese Frage mit „sehr zufrieden bis gut“ beantwortet. Dieses Spitzenergebnis ist kein Zufallsprodukt, sondern untrennbar mit der Qualität der ambulanten Behandlung verbunden. Dass die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein ihre Patienten auf einem medizinisch hohen Niveau versorgen, zeigt der jüngste Qualitätsbericht der KVSH. In Schleswig-Holstein durchlaufen inzwischen mehr als 40 Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der ambulanten Versorgung regelmäßige Qualitätskontrollen durch die Kassenärztliche Vereinigung. Ärzte und Psychotherapeuten dürfen in diesen Bereichen nur dann tätig werden, wenn sie ihre Fertigkeiten, operativen Ausstattungen und organisatorischen Voraussetzungen nachweisen. Die KVSH überprüft, ob der jeweils geforderte Qualitätsstandard erbracht und auch eingehalten wird. Nur dann erhält der Arzt eine Genehmigung für die Behandlung. Zu den genehmigungspflichtigen Leistungen gehören zum Beispiel ambulante Operationen, das Mammographie-Screening und die Schmerztherapie. Neu hinzugekommen ist die neuropsychologische Therapie, die seit 2013 einschließlich Indikation und Diagnostik auch als ambulante Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung beansprucht werden kann. Im Berichtsjahr wurden rund 700 Genehmigungsanträge gestellt und von der Abteilung Qualitätssicherung bearbeitet. Bei 85 Prozent der Anträge wurden Genehmigungen erteilt.

Qualitätssicherung direkt Zwei konkrete Instrumente der Qualitätssicherung werden in der Rubrik „Qualitätssicherung direkt“ beschrieben. Am Beispiel der Ultraschall-Untersuchung der Säuglingshüfte wird deutlich, dass es im ambulanten Versorgungsbereich nicht nur darum geht, die Qualität zu halten, sondern diese zu verbessern. Seit 1996 ist die Sonografie der Säuglingshüfte fester Bestandteil der Kindervorsorgeuntersuchung U3. Die Untersuchung erfordert von den Ärzten hohe technische Präzision, kleinste Fehler können die Ergebnisse verfälschen. Spezielle Fortbildungskurse der KVSH bringen die teilnehmenden Ärzte auf den aktuellen Stand und geben vor allem neu niedergelassenen Ärzten mehr Sicherheit bei der Durchführung der Untersuchung. Dass zur Qualitätssicherung auch Stichproben gehören, schildert der Bericht anhand der Polysomnografie. Hier hat die KVSH 2013 ein neues Konzept zur Durchführung der Stichproben entwickelt. Innerhalb von zwei Jahren werden alle Ärzte, die eine Genehmigung zur Durchführung der Polysomnografie haben, überprüft. Jeder Arzt muss Patientenunterlagen einreichen, die dann von einer Qualitätssicherungskommission bewertet werden. Sollte die Behandlungsqualität nicht stimmen, erhält der Arzt konkrete Empfehlungen, wie er die Mängel beseitigen kann. Ziel ist es auch hier, die Qualität der ärztlichen Leistung zu verbessern. Der Qualitätsbericht 2013 steht im Internet unter www.kvsh.de im Bereich Presse  Sonderpublikationen zum Download bereit. Er kann auch per E-Mail bestellt werden: presse@kvsh.de Marco Dethlefsen, KVSH

22

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


PRAXIS  & KV V erträge

Der IV-Vertrag „Diabetisches Fußsyndrom“ Diagnostik und Therapie des Diabetischen Fußsyndroms sind eine große Herausforderung an eine interdisziplinäre und sektorenübergreifende Behandlung. Nach wie vor ist die Rate schwerer Läsionen und Amputationen in Deutschland hoch und die Behandlung verschleißt ein Drittel aller für Diabetiker zur Verfügung stehenden Ressourcen. 2006 bildete das Praxisnetz Lauenburg das erste Fußnetz und startete einen IV-Vertrag mit der AOK NordWest mit dem Ziel deutlicher Verkürzung von Behandlungsdauer auf Basis kalkulierbarer Kosten, einer Verringerung der Inzidenz durch Prävention und Reduktion von Majoramputationen. Die Evaluationen 2009 und 2011 zeigten, wie wichtig und wie richtig der eingeschlagene Vertragsweg war. Für die AOK NordWest waren die Ergebnisse Anlass, den Vertrag in ganz Schleswig-Holstein auszurollen. Sie schloss einen neuen Vertrag mit der AG Schwerpunktpraxen Diabetes, es bildeten sich Fußnetze in Kiel, Neumünster und Schleswig-Flensburg; Ostholstein-Lübeck und SüdWest folgten. In diesen fünf Zentren sind heute 110 Ärzte, davon 21 Diabetologen, aktiv. Was will man erreichen? ƒƒ Die deutliche Verringerung von Schweregraden und Behandlungsdauer ƒƒ Die aktive Einbeziehung des Patienten in das Wundmanagement ƒƒ Die Vermeidung lang andauernder stationärer Behandlungen durch zielgerichtete Diagnostik, stadiengerechte Wund-behandlung, adäquate orthopädietechnische Versorgung (mit Kontrolle) und Einbeziehung von Pflegediensten ƒƒ Rezidivvermeidung durch regelmäßige Kontrollen ƒƒ Kontinuierliche Überwachung der Stoffwechseleinstellung, Früherkennung von Komplikationen Wie läuft das Vertragsmanagement? Zu einem regionalen Fußnetz gehören eine oder mehrere Fußambulanzen Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetologische Schwerpunktpraxen, kooperierende Hausärzte und Fachärzte, wie Angiologen, Gefäßchirurgen, Neurologen, interventionelle Radiologen und Fußchirurgen. Hinzu kommen Pflegedienste, Podologen, Orthopädietechniker und eine Kooperationsapotheke. Wie in allen IV-Verträgen üblich, müssen Patienten schriftlich ihre Vertragsteilnahme bestätigen. Alle sind eingeschrieben im Disease-Management-Programm (DMP). Für sie entfällt die Zuzahlung zu allen Verbandmitteln, die häufigen Kontrollen vermitteln Sicherheit im Behandlungsablauf und die orthopädietechnische Versorgung geht durch verkürzte Antragszeiten deutlich schneller. 1/2 | 2015

Nordlicht

Die KVSH ist in den Vertrag eingebunden und verwaltet die Dokumentationen der Ärzte auf einem Server. Jeder Behandler hat einen sicheren Zugang, über den er die Daten zu seinem Patienten erfasst. Diese Serverdaten sind Basis für Evaluationen, gleichzeitig führt eine jeweils abgeschlossene Dokumentation zur direkten Abrechnung. Wie wird gezahlt? Neue Leistungen sind definiert, die im EBM gar nicht abgebildet sind, wie z. B. das Konsil mit einem Orthopädietechniker oder die Koordination mit einem Pflegedienst. Aber auch der große Aufwand der Wundversorgung wird über den EBM hinaus deutlich besser honoriert. Dass sich das refinanziert, zeigt die Evaluation. Wundbehandlungen sind kürzer, Schweregrade geringer, stationäre Aufenthalte werden vermieden. Kosten durch Verhinderung von Pflegebedürftigkeit, lang anhaltender Rehabilitation nach Amputationen etc. können jedoch frühestens nach zehn Jahren Vertragslaufzeit erfasst werden. Ergebnisse der 3-Jahres-Evaluation Die Schweregrade der behandelten Fußpatienten nach der Wagner-Armstrong-Klassifikation nehmen deutlich ab. Mit der Länge der Dauer des Vertrages kommen Patienten deutlich frühzeitiger in die Behandlung. Die Intensität der Therapie bedingt zudem eine Verkürzung der Behandlungsdauer bis zur Abheilung, die jetzt eingefahrenen Diagnose- und Behandlungsgleise führen zur Vermeidung jedweder Wartezeiten. Entwicklung der Gesamtkosten Im ersten Zwischenbericht der AOK NordWest zur Inanspruchnahme von Leistungen zeigt sich eine deutlich höhere Inanspruchnahme von Leistungen wie Podologie, orthopädieschuhtechnischer Versorgung und Wundverbandsmaterial in den ersten beiden Vertragsjahren – ein erwünschter, qualitätssichernder Aspekt. Trotzdem sind die Gesamtkosten – im Wesentlichen durch Reduktion der stationären Aufenthalte – deutlich geringer als in der Vergleichsgruppe. Das Zwischenfazit Vom Vertrag profitieren Patienten, Ärzte, medizinische Fachberufe und die AOK NordWest. Eine Win-win-Situation für alle. Die Zusammenarbeit der Behandler hat sich deutlich verbessert. Der Alltagsumgang mit den Vertragsvorgaben kann noch deutlich vereinfacht werden, ein Team arbeitet daran. Dennoch – es wird Zeit, dass andere Kassen auf den Zug aufspringen. Dr. Robert Winkler, Facharzt für Innere Medizin, Flensburg aktuell

23


PRAXIS  &  KV N icht - Ä rztliche P ra x isassistenten

Weiterbildung der Ärztekammer

Die Nicht-ärztlichen Praxisassistenten (NäPA) erwerben Kompetenzen, um delegationsfähige Leistungen in der ambulanten Praxis zu übernehmen. Sie entlasten dadurch den Arzt und helfen die qualitativ hochwertige ambulante Versorgung im Zeichen des demografischen Wandels zu sichern. 20 Stunden Notfallmanagement und 30 Stunden Hausbesuche. Bei mehr als zehn Jahren Berufserfahrung reduziert sich die erforderliche Stundenzahl an theoretischer Fortbildung auf 150 und die Stundenzahl für Hausbesuche auf 20 Stunden. Bei Nachweis über einen qualifizierten Abschluss nach dem Krankenpflegegesetz und mindestens vier Jahren Tätigkeit in diesem Beruf innerhalb der letzten zehn Jahre reduziert sich die theoretische Fortbildung auf 80 Stunden. Teilnahmevoraussetzungen Erforderlich sind ein Berufsabschluss als Medizinische Fachangestellte/Arzthelferin oder nach dem Krankenpflegegesetz und eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis. Die Seminargebühr beträgt bei weniger als fünf Jahren Berufserfahrung (zusammen 220 Unterrichtsstunden) 1.760 Euro, bei einer Berufserfahrung zwischen fünf und zehn Jahren (insgesamt 190 Unterrichtsstunden) 1.520 Euro und bei mehr als zehn Jahren Berufserfahrung (170 Unterrichtsstunden) 1.360 Euro. Die Gebühren gelten für die Buchung des kompletten Seminars. Die Gebühren der Einzelseminare sind in der Seminarbeschreibung www.aeksh.de augelistet. Seit Januar 2015 wird der Einsatz von Nicht-ärztlichen Praxisassistenten in Hausarztpraxen bundesweit gefördert. Da in vielen Hausarztpraxen Mitarbeiter für diese Aufgaben erst noch ausgebildet werden müssen, haben Kassenärztliche Bundesvereinigung und Krankenkassen eine Übergangsregelung vereinbart. Danach können Ärzte die neuen Leistungen bereits ab Beginn der Ausbildung des Mitarbeiters zum Nicht-ärztlichen Praxisassistenten abrechnen. Das Edmund-Christiani-Seminar bietet als Berufsbildungsstätte der Ärztekammer Schleswig-Holstein diese Weiterbildung an. Sie muss bis zum 30. Juni 2016 abgeschlossen sein. Inhalte und Stundenverteilung Die theoretische Fortbildung (200 Unterrichtsstunden) vermittelt Grundlagen und Rahmenbedingungen beruflichen Handelns/ Berufsbild, medizinische Kompetenz, Kommunikation und Dokumentation. Das Notfallmanagement (Fachzertifikat Notfallmanagement/Teil 1) umfasst 20 Unterrichtsstunden, die praktische Fortbildung (Hausbesuche) 50 Unterrichtsstunden. Jeder Hausbesuch ist zu dokumentieren und wird mit 30 Minuten angerechnet, davon vier mit jeweils einer ausführlichen Falldokumentation und Kurzbeschreibung. Diese werden mit sechs Stunden auf die praktische Fortbildung angerechnet. Der Stundenumfang richtet sich nach der Dauer der bisherigen Berufstätigkeit. Wer unter fünf Jahren Berufserfahrung aufweist, muss die oben genannte Stundenzahl absolvieren. Wer zwischen fünf und zehn Jahren Berufserfahrung aufweist, absolviert 170 Stunden theoretische Fortbildung, 24

Nordlicht

Für Teilnehmer des Modellprojektes HELVER sind folgende Seminare anrechenbar: Modernes Wundmanagement (10 Stunden), Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen (24 Stunden), Professionell kommunizieren (16 Stunden). Auf die Seminargebühr werden 400 Euro Ermäßigung angerechnet. Die Fortbildung ist in einem Zeitraum von fünf Jahren zu absolvieren und ist an eine schriftliche Prüfung gekoppelt. Die praktische Prüfung umfasst vier Falldokumentationen und Kurzbeschreibungen der Hausbesuche. Die Prüfungsgebühren betragen 150 Euro. Das Fortbildungsangebot ist als Modulkonzept flexibel aufgebaut, ein Einstieg jederzeit und mit frei wählbaren Seminaren möglich. Anrechenbare Seminare sind mit der Abkürzung NäPA gekennzeichnet. Aktuelle Termine für die entsprechenden Seminare finden Sie auf der Homepage der Ärztekammer unter www.aeksh.de/MFA/ OTA/Weiterbildung Ansprechpartnerin Gabriele Steens, ÄKSH Tel. 04551 8813 292 E-Mail: gabriele.steens@aeksh.de Gabriele Steens, ÄKSH

aktuell

1/2 | 2015


PRAXIS  & KV

EBM-Leistungen ab 2015 Nicht-ärztliche Praxisassistenten sollen vor allem in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen, die viele Patienten betreuen. Welche Abrechnungskriterien die Ärzte erfüllen müssen und wie die Vergütung geregelt ist, stellen wir Ihnen vor. Hausärzte erhalten eine Abrechnungsgenehmigung, wenn sie: ƒƒ g  egenüber der KV erklären, dass sie einen Nicht-ärztlichen Praxisassistenten mit der geforderten Qualifikation (gemäß Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte/„Delegations-Vereinbarung“) für mindestens 20 Wochenstunden in der Praxis beschäftigen und ƒƒ eine der folgenden Bedingungen erfüllen:  in den letzten vier Quartalen durchschnittlich mindestens 860 Fälle je Hausarzt (mit voller Zulassung) und Quartal (bei mehreren Hausärzten in der Praxis erhöht sich die Fallzahl um 640 Fälle je weiterem Hausarzt mit vollem Tätigkeitsumfang: d. h. bei einem Arztsitz 860, bei zwei Sitzen 1.500, bei 2,5 Sitzen 1.820 Fälle, bei drei Sitzen 2.140 usw.) oder   in den letzten vier Quartalen im Schnitt mindestens 160 Fälle je Hausarzt bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind (bei mehreren Hausärzten in der Praxis erhöht sich die Fallzahl um 120 Fälle je weiterem Hausarzt (mit vollem Tätigkeitsumfang): d. h. bei einem Sitz 160, bei zwei Sitzen 280, bei 2,5 Sitzen 340 Fälle, bei drei Sitzen 400 Fälle usw). Die Genehmigung gilt zunächst für zwei Jahre, danach wird jährlich überprüft, ob die Kriterien weiterhin erfüllt sind. Vergütung der neuen EBM-Leistungen Leistung

GOP

Vergütung

Zuschlag zur GOP 03040 03060 22 Punkte (hausärztliche Strukturpauschale) (ca. 2,25 Euro) Hausbesuch des Assistenten einschließlich Wegekosten

03062 166 Punkte (ca. 17,05 Euro)

Mitbesuch des Assistenten einschließlich Wegekosten

03063 122 Punkte (ca. 12,50 Euro)

Erläuterungen zu den neuen Leistungen ƒƒ Jeder Haus- und Mitbesuch wird zu einem festen Preis extrabudgetär vergütet. Es gibt keine Mengenbegrenzung. ƒƒ Mit dem Zuschlag (GOP 03060 EBM) sollen vor allem Ausgaben für Weiterbildung, höhere Personalkosten und zusätzliche Praxisausstattung, wie Mobiltelefon für Hausbesuche finanziert werden.

1/2 | 2015

Nordlicht

ƒƒ D  er Zuschlag (GOP 03060 EBM) wird je Behandlungsfall gezahlt, maximal für 600 Fälle (bis zu einem Höchstwert von 12.851 Punkten) im Quartal und von der KVSH in Abhängigkeit von der GOP 03040 hinzugesetzt, aber:  Fälle im organisierten Bereitschaftsdienst, Überweisungsfälle ohne Patientenkontakt und stationäre (belegärztliche) Fälle erhalten keinen Zuschlag.  Die Anzahl der Zuschläge verringert sich um die Zahl der Behandlungsfälle aus Selektivverträgen ohne Beteiligung der KV (HzV-Verträge nach Paragraf 73b SGB V) und/oder aus Verträgen zur knappschaftsärztlichen Versorgung. Solche Fälle sind der KV gegenüber im Behandlungsfall mit der Kennziffer GOP 88194 anzuzeigen bzw. abzurechnen. Je angezeigten Fall reduziert sich der Höchstwert von 12.851 Punkten um 22 Punkte. ƒƒ Neben den GOPen 03062 und 03063 können auch Leistungen des Abschnitts 32.2 sowie die GOP 31600 abgerechnet werden. Übergangsregelung: Vergütung ab Beginn der Ausbildung Die neuen GOPen sind bereits ab Beginn der Ausbildung des Mitarbeiters zum Nicht-ärztlichen Praxisassistenten berechnungsfähig, sofern zu erwarten ist, dass die Ausbildung bis zum 30. Juni 2016 abgeschlossen ist beziehungsweise bis dahin eventuell noch fehlende Module absolviert sein werden. In diesem Fall ist die Genehmigung bis zum voraussichtlichen Abschluss der Fortbildung, maximal jedoch auf ein Jahr, zu befristen. Alle weiteren Voraussetzungen, im Besonderen die Voraussetzungen zu den Fallzahlen müssen bei Antragsstellung erfüllt sein, auch im Rahmen der Übergangsregelung. Mehr Informationen 1. Wissenswertes zum Thema „Nicht-ärztliche Praxisassistenten“, den EBM-Beschluss und die Delegations-Vereinbarung finden Sie im Internet unter www.kbv.de/ html/12491.php. Antragsunterlagen stehen unter www. kvsh.de im Bereich Praxis  Downloadcenter  Delegations-Vereinbarung bereit. Ansprechpartner zum Genehmigungsverfahren Abteilung Qualitätssicherung der KVSH Christopher Lewering Tel. 04551 883 366, Fax 04551 883 7366 E-Mail: christopher.lewering@kvsh.de KBV/Redaktion

aktuell

25


PRAXIS  &  KV T ransferpatienten

Was tun, wenn die Nachbarpraxis schließt? Möglichkeiten der KVSH, Patientenwanderungen im PZV zu berücksichtigen

Insbesondere in ländlichen Regionen kommt es immer wieder vor: Die Nachbarpraxis schließt und die Patienten brauchen einen neuen Arzt. Die Folge: Das eigene Wartezimmer wird immer voller, die Zahl der versorgten Patienten wächst, obwohl das Punktzahlvolumen (PZV) schon ohne die neu übernommenen Patienten ausgeschöpft oder überschritten wurde. Im budgetierten Honorarsystem stellt sich in dieser Situation die Frage: Was bedeutet die dauerhafte Steigerung der Zahl der Patienten in solchen Fällen für das Honorar des Arztes? Gibt es trotz der grundsätzlichen Budgetierung Möglichkeiten, dass die zusätzlich versorgten Patienten im „Budget“, dem Punktzahlvolumen, berücksichtigt werden? Handlungsmöglichkeiten der KVSH in besonderen Situationen Anders als noch zu Zeiten der Regelleistungsvolumina (RLV) spiegelt sich ein Zuwachs der Zahl der behandelten Patienten nicht, 26

Nordlicht

auch nicht mit zeitlichem Verzug, im Punktzahlvolumen wider. Aus Sicherstellungsgründen kann der KV-Vorstand allerdings das Punktzahlvolumen neu festlegen. Voraussetzungen für eine Neufestlegung des PZV ƒƒ Es handelt sich nicht nur um einen „gefühlten“, sondern um einen tatsächlichen Zuwachs der Zahl der Patienten und zwar sowohl gegenüber dem Vorjahres als auch dem sogenannten Basisquartal für die PZV-Berechnung. ƒƒ Der „neue“ (d. h. diese Patienten aufnehmende) Arzt hat einen Antrag bei der KV gestellt. ƒƒ Der Zuwachs der Fallzahl- und Leistungsmenge beträgt mindestens fünf Prozent. Zuwächse von bis zu fünf Prozent liegen im Rahmen des Üblichen und sind damit Teil des allgemeinen wirtschaftlichen Risikos. ƒƒ Hieraus muss eine Überschreitung des zur Verfügung stehenden PZV resultieren.

aktuell

1/2 | 2015


PRAXIS  & KV Was genau wird verglichen? ƒƒ Verglichen wird die PZV-relevante Fallzahl- und Punktzahlveränderung gegenüber dem Vorjahresquartal und dem Basisquartal (mit wenigen Ausnahmen 4/13 – 3/14), sowohl absolut als auch prozentual. ƒƒ Betrachtet wird die Fallzahl- und Punktzahlveränderung der gesamten Praxis als auch gesondert die Entwicklung im Bereich der übernommenen Patienten. Wie wird was berechnet? ƒƒ Hausärzte: Die an den zusätzlich übernommenen Patienten erbrachten PZV-relevanten Leistungen werden zu den Leistungen des Vorjahresquartals in Bezug gesetzt. Dabei wird nur die Differenz zwischen Orientierungswert und bereits vorab bezahltem Restpunktwert nachberechnet. Etwaige Rückgänge der eigenen Patientenzahlen sind zu berücksichtigen. ƒƒ Fachärzte: Es wird die festgestellte PZV-relevante Punktzahlsteigerung der Ärzte der gleichen Fachgruppe berücksichtigt, wiederum multipliziert mit dem Orientierungswert und abzüglich des bereits gezahlten Restpunktwertes. Die Fallzahl- und Punktzahlsteigerung muss allerdings in einem nachvollziehbaren Zusammenhang mit der benannten Praxisschließung stehen.

Wie prüft die KVSH? Die Prüfung, in welchem Umfang es tatsächlich einen Zuwachs gegeben hat, kann naturgemäß nur rückwirkend stattfinden. Die KVSH ermittelt aus den Abrechnungsdaten die tatsächlichen Patientenströme. Als Transferpatienten, die für die Neufestlegung des PZV anerkannt werden können, gelten Patienten, die ƒƒ in den letzten vier Quartalen vor Schließung der Praxis in dieser behandelt wurden und ƒƒ in den vier Quartalen nach Schließung im jeweils aktuellen Quartal in der Praxis des Antragstellers behandelt wurden. Nur dauerhaft bleibende Patienten gelten als Transferpatienten, d. h. nicht diejenigen, die sich zwei Quartale einen neuen Arzt anschauen und dann doch in eine andere Praxis wechseln. Deshalb wird nach Ablauf von vier Quartalen nach einer Praxisschließung geprüft, in welchem Umfang die Patientenwanderung dauerhaft ist und ob gegebenenfalls gewährte Aufschläge auf das PZV als „sockelwirksam“ anerkannt werden können, d. h. Wirkung für die Folgequartale haben können.

Was gibt es für sonstige Sonderfälle? Zu den denkbaren Veränderungen im Umfeld einer Praxis, die eine Anpassung des PZV rechtfertigen könnten, gehören neben der dauerhaften Schließung einer benachbarten Praxis, z. B. ƒƒ das Ruhen der Zulassung eines benachbarten Arztes, ƒƒ Bei Hausärzten die Verlegung einer Praxis aus der Umgebung nach außerhalb des Nahbereiches, ƒƒ eine dauerhafte Steigerung der Bevölkerungs- und damit der Patientenzahl durch ein Neubaugebiet, die Neueröffnung eines Pflegeheims in der Nähe mit entsprechender Patientenzahl, ƒƒ Krankheits- oder Urlaubsbedingte Vertretung eines Arztes im Umfeld. Wann muss ich einen Antrag stellen? ƒƒ Grundsätzlich gilt. Es gibt keine festgelegte Frist. Es ist aber ratsam, den Antrag sofort nach Bekanntwerden der neuen Situation zu stellen. ƒƒ Da die Neuberechnung der Honorarabrechnung erst mit Verzögerung erfolgt, gibt es die Möglichkeit, eine Abschlagszahlung abzurufen. Bei Fragen wenden Sie sich gern an das HVM-Team der KVSH unter der Tel. 04551 883 588. Stephan Rühle, KVSH

Diese Regelungen sind nur relevant, wenn eine Praxis Leistungen über das PZV hinaus erbracht hat. Liegt die Praxis darunter, werden alle Leistungen bereits zum Orientierungswert vergütet und der Zuwachs an Patienten hat keine negative Wirkung, der aus Sicherstellungsgründen zu begegnen wäre.

1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

27


PRAXIS  &  KV D M P - S chulungen

Gemeinsam zum Erfolg In schleswig-holsteinischen Praxen werden trotz großer Anstrengungen noch zu wenig Patienten in den Disease-Management-Programmen (DMP) Asthma bronchiale und Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD, chronic obstructive pulmonary disease) geschult. Dr. Berthold von Breska ist Facharzt für Lungenund Bronchialheilkunde in einer Gemeischaftspraxis in Kiel. Im Interview erläutert er, wo die Probleme liegen und wie die Schulungsmotivation erhöht werden kann. Nordlicht: Warum werden so wenig Patienten in den DMP Asthma bronchiale und COPD geschult? Die Schulungsquote ist doch ein wichtiges Qualitätsziel. Dr. Berthold von Breska: Wir führen seit 2007 Schulungen in der Praxis durch. Es gibt doch erhebliche Unterschiede in der Akzeptanz von Patienten mit Asthma bronchiale und mit COPD. Bei Patienten mit Asthma ist die Schulungsbereitschaft hoch und wir erreichen Quoten von 85 Prozent. Die Akzeptanz für Schulungen ist bei Patienten mit COPD geringer. Wir haben hier auch erst langfristige Erfahrungen machen müssen. Für diese Patientengruppe ist eine andere Ansprache erforderlich. Die Patienten sind ja in ihrer Belastbarkeit häufig wesentlich eingeschränkt und haben sich an einen inaktiveren Lebensstil gewöhnt; auch die Motivierbarkeit zu Veränderungen ist schwieriger. Zusätzliche Termine bedeuten zusätzliche Belastungen.

von Breska: Nach unserer Erfahrung ist die Abbruchquote nicht hoch. Das hat auch damit zu tun, dass unsere Mitarbeiterinnen, die die entsprechenden Teile der Schulungen durchführen, sich zwischenzeitlich didaktisch sehr gut entwickelt haben. Dadurch profitieren die allermeisten Patienten von der Schulung sehr gut. Ein Kriterium für den Abbruch ist sicherlich das Thema Tabakrauchen. Raucher nutzen verschiedene Strategien zur Bewältigung der kognitiven Dissonanz bezüglich des Rauchens, dazu gehört auch Verdrängung und Negierung. Ein wichtiges Kriterium ist auch, dass wir wöchentlich Schulungen anbieten, sodass Patienten bei Verhinderung oder Krankheit den fehlenden Teil noch später absolvieren können.

Nordlicht: Wie haben Sie in Ihrer Praxis auf die geringere Schulungsbereitschaft der COPD-Patienten reagiert? von Breska: Bei uns hat sich die Akzeptanz dadurch erhöht, dass die Schulung bei COPD-Patienten am späteren Vormittag stattfindet – ein Faktor, der ja erst in den normalen Praxisablauf integriert werden muss. Bei uns motivieren das gesamte Praxisteam insbesondere alle Mitarbeiterinnen die Patienten. Ganz viele Informationen und Motivation zur Schulung erfolgen über die Mitarbeiterinnen bei der Lungenfunktionsmessung und der Device-Schulung. Das ist viel effektiver, als wenn wir Ärzte das in der Sprechstunde versuchen zu schaffen. Um auch die Mitarbeiterinnen in den Hausarztpraxen zu motivieren, haben wir bereits Schulungen zur hausärztlichen pneumologischen Praxisassistentin (HPPA) durchgeführt. Als zusätzlichen Vorteil haben wir in der Praxis einen Schulungsraum, sodass die Schulungen während der normalen Praxissprechzeiten angeboten werden können.

28

Nordlicht: Mit NASA bzw. COBRA stehen qualitativ hochwertige Schulungsprogramme für Asthma- und COPD-Patienten bereit. Nach Auswertung der KVSH werden viele Schulungen vorzeitig abgebrochen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Nordlicht

Nordlicht: Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass viele Ärzte, die eigentlich die entsprechende Schulungsqualifikation besitzen, später keine Schulungen anbieten. Warum ist das so? von Breska: Eine Ursache sind sicherlich die Patientenzahlen in einer hausärztlichen Praxis. Die motivierbaren Patienten sind relativ schnell geschult. Danach wird dann länger nicht geschult. Dadurch sinkt die Motivation bei den schulenden Ärzten und Mitarbeiterinnen und auch bei den Patienten. Häufig ist auch keine Mitarbeiterin ausgebildet. Gut wäre es, sich mit verschie-

„Wir bieten in unserer Praxis regelmäßig Schulungen an.“

aktuell

1/2 | 2015


PRAXIS  & KV

denen Praxen abzusprechen und gemeinsame Schulungen durchzuführen. Wir bieten in unserer Praxis regelmäßig Schulungen an, Patienten können ausschließlich für die Schulungen bei uns angemeldet werden. Nordlicht: Durch welche Maßnahmen könnte die Schulungsakzeptanz erhöht werden? von Breska: Die Schulungen sollten die Patienten möglichst umfangreich einbeziehen und nicht als Vortrag gehalten werden. Ein eigener Schulungsraum ist von großem Vorteil. Eine Mitarbeiterin sollte die entsprechenden Teile der Schulungen durchführen. Für Berufstätige wäre es günstig, auch eine Abendschulung anzubieten.   Nordlicht: Anscheinend ignorieren viele Patienten ihre Erkrankung. Wie kann der Arzt seine Asthma- und COPDPatienten dabei unterstützen, ihr Krankheitsbild ernst zu nehmen? von Breska: Wie schon gesagt, sehe ich hier große Unterschiede zwischen Asthma- und COPD-Patienten. Asthmapatienten haben eine hohe Motivation, ihr Krankheitsbild zu kennen und in der Diagnostik (Peakflow-Messungen) und Therapie (Selbstmanagementplan) selbst Verantwortung zu übernehmen. Bei COPD-Patienten ist der Krankheitsverlauf – insbesondere im früheren Stadien – sehr schleichend. Tabakabstinenz ist gerade in frühen Stadien die allerwichtigste Therapiemaßnahme, um ein langsames Fortschreiten zu verhindern. Dieses ist auch in der Schulung ein wichtiges Thema, was aber teilweise auf Abwehr stößt. Zum Erreichen einer Tabakabstinenz sind neben der Schulung immer wieder motivierende Gespräche notwendig.

„Unsere Mitarbeiterinnen sprechen nicht eingeschriebene und nicht geschulte Patienten gezielt bei der Lungenfunktionsmessung und bei der Device-Kontrolle an.“

dere auch bei COPD-Patienten. In unserer Praxis sind die Mitarbeiterinnen ein ganz wesentlicher motivierender Faktor. Diese sprechen nicht eingeschriebene und nicht geschulte Patienten gezielt bei der Lungenfunktionsmessung und bei der DeviceKontrolle an. Nordlicht: Auch die Praxisteams sind oft frustriert, wenn Patienten Schulungen vorzeitig abbrechen. Wie können die Arzthelferinnen dabei unterstützt werden, damit sie in den Schulungen gegenüber den Patienten mit der nötigen Überzeugungskraft auftreten? von Breska: Das gesamte Praxisteam, also Mitarbeiterinnen und Ärzte, muss davon überzeugt sein, dass Patientenschulungen wichtig sind und auch einen eindeutigen prognostischen Nutzen haben. Mitarbeiterinnen sollten auch nach Erhalt der Schulungsberechtigung noch an Train-the-Trainer-Seminaren teilnehmen oder in anderen Praxen bei Schulungen hospitieren können. Nordlicht: Was halten Sie davon, wenn auch die Krankenkassen auf ihre Versicherten zugehen und ihnen die Teilnahme an Schulungen nahe bringen würden? von Breska: Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und den Krankenkassen im Bereich der DMP-Programme ist prinzipiell zu begrüßen. Auch die Motivation durch die Krankenkassen zur Teilnahme zu Kontrolluntersuchungen und Schulungen sehe ich positiv. Allerdings gibt es durchaus auch Bestrebungen von Krankenkassen, Schulungen in eigener Regie durchzuführen und die Betreuung von COPD-Patienten über externe Versorger zu veranlassen. Hier besteht Klärungsbedarf und auch Konfliktpotenzial. Chronisch kranke Patienten sollten mit dem Hausarzt und dem Facharzt feste Ansprechpartner haben und auch in diesem Rahmen mit Schulungen versorgt werden. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Eine Übersicht aller schulungsberechtigter Ärzte finden Sie unter www.kvsh.de  Praxis  Downloadcenter  Genehmigungspflichtige Leistungen  DMP COPD und DMP Asthma Ansprechpartner der Schulungseinrichtungen, in denen NASA-/COBRA-Schulungen durchgeführt werden:

Nordlicht: Wodurch kann der Arzt bei der Motivation seiner Patienten unterstützt werden? von Breska: Vor allem durch den Erfolg der Schulungen: Von ärztlicher Seite ist die große Bedeutung der Schulung für Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen noch nicht so verinnerlicht, ganz anders als dies bereits bei Diabetes erreicht ist. Dabei gibt es hierfür eine hohe wissenschaftliche Evidenz. Wir sehen regelmäßig, wie positiv sich die Schulung auf die Motivation im Umgang mit dem Krankheitsbild auswirkt, insbeson-

1/2 | 2015

Nordlicht

ƒƒ S G Preetz/Plön und Umgebung: Dr. Kay Kellinghusen, Tel. 04384 603 ƒƒ SG Ostholstein: Dr. Wilfried Bönke, Tel. 04361 7291 ƒƒ SG Südholstein: Dr. Volker Groth, Tel. 04101 22709

aktuell

29


PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Hinweise: ƒƒ Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg.  ƒƒ Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen.  ƒƒ Die Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt!

ƒƒ Um Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. ƒƒ E s besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken.

Für nähere Informationen hierzu stehen Ihnen unter der Tel. 04551 883 und den angegebenen Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung: Durchwahl

Kreise

-378

ƒƒ Kreis Pinneberg

-596

ƒƒ Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg ƒƒ Kreis Herzogtum Lauenburg ƒƒ Kreis Stormarn

Flensburg Nordfriesland SchleswigFlensburg Kiel

-258

RendsburgEckernförde

ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ

Stadt Lübeck Kreis Ostholstein Kreis Nordfriesland Kreis Steinburg

ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ

Stadt Kiel Kreis Dithmarschen Kreis Plön Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde

Dithmarschen

Plön

Neumünster Ostholstein

Steinburg

Segeberg Lübeck

-634

-462

30

Pinneberg

Stormarn Herzogtum Lauenburg

ƒƒ Kreis Segeberg

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


PRAXIS  & KV

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungs­bereich*

Praxisform Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­ nummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Plön

EP

28.02.2015

14202/2014

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Flensburg/SchleswigFlensburg

EP

31.01.2015

11055/2014

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, d. h. es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Dipl.-Psych. Heike Schellin – weitere halbe Zulassung –

Psychologische Psychotherapeutin ausschließlich für die neuropsychologische Behandlung

24105 Kiel, Holtenauer Straße 93

Niederlassungsdatum 01.12.2014

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de.): Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Andreas Dabelstein

Allgemeinmedizin mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie

Kiel

Dr. med. Stephanie Schön-Oschinsky

Ärztin ohne Gebietsbezeichnung mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie

Schleswig

1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

31


PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Angela Harksen – halbe Zulassung –

24119 Kronshagen, Kieler Straße 107

ausschließlich psychotherapeutisch tätige Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

01.01.2015

Dipl.-Psych. Mechthild Kollhoff – halbe Zulassung –

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nadia Khan

25541 Brunsbüttel, Koogstraße 41a

Psychologische Psychotherapeutin

15.01.2015

Dipl.-Psych. Dennis Christiansen, – halbe Zulassung –

24879 Neuberend, Neuer Weg 2

Psychologischer Psychotherapeut

01.02.2014

Dipl.-Psych. Cornelia Ihle – halbe Zulassung –

24837 Schleswig, Thiessensweg 1

Psychologische Psychotherapeutin

01.01.2015

Dipl.-Psych. Ricarda-Brigitte Gross

Dipl.-Psych. Sandra Garbelotto

23552 Lübeck, Breite Strasse 11

ausschließlich neuropsychologisch tätige Psychologische Psychotherapeutin

15.01.2015

Dipl.-Psych. Aleksandra Dittmer – halbe Zulassung –

24105 Kiel, Düppelstraße 20

Psychologische Psychotherapeutin

01.01.2015

Elisabeth Pongratz – halbe Zulassung –

Dr. rer. nat. Ralf Schweer

24558 Henstedt-Ulzburg, Maurepasstrasse 61

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

01.01.2015

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Dipl.-Päd. Anica Hennig

24148 Kiel, Timkestraße 41

Psychologische Psychotherapeutin

15.01.2015

Dipl.-Psych. Janna Zedlitz – halbtags –

Dipl.-Psych. Frank-Markus Borke

23795 Bad Segeberg, Oldesloer Straße 9

Psychologische Psychotherapeutin

01.01.2015

Dipl.-Psych. Sonja Törber – ganztags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

32

Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dr. phil. Dipl.-Psych. Michael Redegeld

Psychologischer Psychotherapeut

23552 Lübeck, Wahmstraße 43 – 45

23552 Lübeck, Aegidienstraße 77

01.01.2015

Dipl.-Psych. Susanne Winkler

Psychologische Psychotherapeutin

24105 Kiel, Feldstraße 79

24105 Kiel, Beseler Allee 30

05.01.2015

Dipl.-Psych. Bettina Altner

Psychologische Psychotherapeutin

24105 Kiel, Feldstraße 79

24105 Kiel, Beseler Allee 30

05.01.2015

Dipl.-Psych. Edgar Harnack

Psychologischer Psychotherapeut

25917 Leck, Wikinger Straße 42

25917 Leck, Bahnhofstraße 8

15.11.2014

Dipl.-Psych. Michaela Webert

Psychologische Psychotherapeutin

24119 Kronshagen, Eckernförder Straße 315

24119 Kronshagen, Kieler Straße 91

05.01.2015

Dipl.-Psych. Susanne Drews

Psychologische Psychotherapeutin

24105 Kiel, Feldstraße 79

24105 Kiel, Beseler Allee 30

01.01.2015

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


PRAXIS  & KV

„KV-Sprech“ von A bis Z

S erie

PZV, MGV, Fremdkassenzahlungsausgleich und freie Leistungen: Für Ärzte, Psychotherapeuten und Praxispersonal ist es nicht immer leicht, sich in der Sprachwelt der Kassenärztlichen Vereinigungen zurechtzufinden. Denn diese ist geprägt von Abkürzungen, Fachbegriffen und komplexen Inhalten. In unserer Serie „ KV-Sprech“ von A bis Z erklären wir wichtige Begriffe in einfachen Worten.

R

Regionale Euro-Gebührenordnung

Die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen hat seit 2009 gemäß Paragraf 87a Abs. 2 SGB V nach der regionalen EuroGebührenordnung zu erfolgen. Auf Basis der Punktrelationen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) und des Orientierungswertes bestimmen die Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam mit den Krankenkassen jährlich die regionalen Punktwerte und ermitteln daraus eine regionale Gebührenordnung mit Euro-Preisen, mit denen die Leistungen innerhalb der PZV (Punktzahlvolumina), die freien Leistungen sowie die meisten extrabudgetären Leistungen vergütet werden. In Schleswig-Holstein entspricht der regionale Punktwert dem jeweils gültigen Orientierungswert.

Richtgrößenprüfung Die Richtgrößenprüfung zählt zu den bedeutsamsten Instrumenten der Wirtschaftlichkeitsprüfung. Grundlage dieses Verfahrens sind abstrakte, fallbezogene Verordnungsbeträge für Arznei-, Verband- und Heilmittel. Sie werden von der KV mit den Krankenkassen arztgruppenspezifisch für Mitglieder oder Familienangehörige einerseits und Rentner andererseits vereinbart. Die Richtgrößen sind jedoch keine Höchstgrenzen für die individuelle Verordnung, sondern nur ein Mosaikstein zur Berechnung des Jahres-Richtgrößenvolumens, das als Aufgreifkriterium und als Maß der Unwirtschaftlichkeit in der Richtgrößenprüfung dienen soll. Definierte Überschreitungen der Richtgrößenvolumina führen nicht automatisch in einen Regress. Soweit es medizinisch notwendig, ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist, akzeptiert der Gesetzgeber die Überschreitung der Richtgrößenvolumina. Allerdings müssen die Prüfgremien diesbezüglich überzeugt werden. Dies wird im Gesetzestext dadurch wiedergegeben, dass die Überschreitung durch „Praxisbesonderheiten“ begründet sein muss. Erst wenn der Nachweis der Praxisbesonderheiten nicht gelingt, droht ein Regress.

1/2 | 2015

Nordlicht

S

Sachleistungsprinzip

Gesetzlich Krankenversicherte haben mit der Bezahlung von Arzt- oder Krankenhausrechnungen direkt nichts zu tun. Diese Regelung verdanken sie dem sogenannten Sachleistungsprinzip, das in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gilt. Wenn man krank ist, geht man zu einem Vertragsarzt und hat Anspruch auf eine kostenfreie Behandlung – also auf eine Naturalleistung (Sach- oder Dienstleistung). Die Vergütung des Arztes regeln die Krankenkassen im Rahmen von Verträgen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen. Nach dem gleichen Prinzip werden auch die anderen an der gesundheitlichen Versorgung beteiligten Leistungserbringer bezahlt (Krankenhäuser, Apotheken usw.). Das Sachleistungsprinzip ist im Zusammenhang mit dem Solidarprinzip zu sehen, das für die GKV ebenfalls einen hohen Stellenwert besitzt: Versicherte erhalten unabhängig von ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit die erforderliche medizinische Versorgung, ohne dass sie in Verhandlungen mit dem Leistungserbringer und in finanzielle Vorleistung treten müssen.

aktuell

33

i R S


PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Psychotherapeutische Beratung für Kinder kranker Eltern Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung BadenWürttemberg bietet in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) eine psychotherapeutische Beratung für Familien zum Schutz für Kinder chronisch kranker Eltern an. Durch diese Maßnahme soll verhindert werden, dass die betroffenen Kinder unter dem Druck der familiären Belastung selbst psychisch erkranken. Durch eine qualifizierte Betreuung durch erfahrene Psychotherapeuten wird den Eltern zunächst in zwei Einzelsitzungen vermittelt, wie sie ihre Kinder auf die neue Situation vorbereiten können. Die Kinder lernen, das Verhalten der Eltern nachzuvollziehen, ohne irrationale Schuldgefühle zu entwickeln. Bei Bedarf können bis zu sechs weitere Termine vereinbart werden. Die Kosten für dieses Beratungsangebot werden ohne Zuzahlung übernommen. Nach Auswertungen der Techniker-Krankenkasse Baden-Württemberg können rund 50.000 TK-versicherte Eltern und ihre Familien das Angebot nutzen. Als Voraussetzung gilt, dass ein Elternteil an einer Erkrankung, wie z. B. Krebs, AIDS oder Epilepsie leidet.

34

Neue Ärzte für Niedersachsen Hannover – Der Niedersachsenfonds, mit dem die Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten in strukturschwachen Regionen des Bundeslandes gefördert werden soll, kann erste Erfolge verbuchen. In den vergangenen sechs Monaten hätten sich aufgrund der Förderung sieben Hausärzte und ein Kinder- und Jugendpsychiater niedergelassen, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen mit. Neben der KV beteiligen sich das niedersächsische Sozialministerium und die gesetzlichen Krankenkassen am Fonds. Bis zu 50.000 Euro können je Zulassung oder Anstellung als Investitionskostenzuschuss ausgeschüttet werden. Die Förderung gilt für Niederlassungen in Regionen, in denen aufgrund der Altersstruktur der Praxisinhaber mittelfristig eine Unterversorgung zu befürchten ist. „Mit dem Niedersachsenfonds haben wir ein weiteres Signal gesetzt, dass eine Niederlassung in ländlichen Regionen Niedersachsens attraktiv ist und Zukunft hat. Wir hoffen, dass die Investitionskostenzuschüsse weitere junge Ärzte motivieren, sich dort niederzulassen, wo sie dringend gebraucht werden“, erklärte Niedersachsens Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt (SPD). Die Förderung wird 2015 fortgesetzt.

KV und Kassen fördern Niederlassung

Neu strukturierter Notfalldienst kommt an

Potsdam – Die Ansiedlung von niedergelassenen Ärzten in unterversorgten Regionen Brandenburgs wird auch 2015 weiterhin bis zu einer Höhe von 50.000 Euro finanziell gefördert. Darauf haben sich die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und die Krankenkassenverbände im gemeinsamen Landesausschuss verständigt. Die finanziellen Zuschüsse für Ärzte, die frei werdende Praxen übernehmen bzw. in unterversorgten Regionen neu gründen, betragen bei Übernahme 25.000 Euro, bei einer Neugründung 20.000 Euro sowie bei der Praxisübernahme in Form einer Zweigpraxis 7.500 Euro. Zusammen mit den Fördermitteln aus dem Strukturfonds der KVBB kann damit ein Zuschuss in Höhe von bis zu 50.000 Euro erteilt werden. Die Zuschüsse werden je zur Hälfte von der KVBB und den Krankenkassenverbänden finanziert.

Stuttgart – Nach einem Jahr haben die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und die Krankenkassen eine positive Bilanz des neu strukturierten Notfalldienstes gezogen. „Mit der Reform haben die Patienten heute am Wochenende und an den Feiertagen in allen Stadt- und Landkreisen bis auf Tübingen 114 zentrale Notfallpraxen als Anlaufstellen. Sie sind meist an Krankenhäusern angesiedelt. Diese Struktur hat sich bewährt und wird von den Patienten gut angenommen“, erklärte KVBW-Vize Dr. Johannes Fechner. Vor allem habe sich gezeigt, dass die neue Struktur für alle Beteiligten Vorteile mit sich bringe. „Durch die festen Anlaufstellen müssen die Patienten nicht mehr recherchieren, welcher Arzt Bereitschaftsdienst hat, sie können ohne Voranmeldung in eine der Notfallpraxen kommen und werden dort versorgt. Auch die längeren Anfahrtswege haben sich nicht negativ ausgewirkt.“ Nicht nur für die Patienten, auch für die Ärzte und die Krankenhäuser habe die Reform große Vorteile mit sich gebracht.

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


PRAXIS  &  KV

Unzulässige Umgehungsversuche

D atenschutz

Auch im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung gilt zunächst der Grundsatz, dass persönliche Daten und Sachverhalte geschützt sind. In einer Psychotherapie ist es besonders wichtig, sich auf diesen Grundsatz verlassen zu können – oft stellt es für den Patienten die Basis seiner Behandlung überhaupt dar. Ohne ein sicheres Vertrauensverhältnis zwischen ihm und seinem Psychotherapeuten ist eine erfolgversprechende Behandlung kaum denkbar. Trotz dieser eigentlich einleuchtenden Gründe kommt es immer wieder vor, dass Krankenkassen direkt vom Psychotherapeuten Auskünfte und Stellungnahmen zu Patienten verlangen. Dies könnte – würde der Psychotherapeut diesem Ansinnen folgen – dann den Effekt einer massiven Störung der Behandlungsbasis und des Behandlungserfolges haben. Daneben stellt sich die Frage nach der rechtlichen Bewertung derartiger Verlangen. Weitergabe von Daten nicht ohne gesetzliche Regelung Es ist das Recht des Patienten, über Weitergabe und Verwendung seiner persönlichen Daten selbst bestimmen zu dürfen. Dieses Recht auf informationelle Selbstbestimmung gilt nicht uneingeschränkt. Es gibt, wie bei anderen grundlegenden Rechten auch, höherwertige Umstände, die dieses persönliche Recht einschränken. So eine Gegebenheit ist beispielsweise das Gemeinwohlinteresse an einer funktionsfähigen Krankenversicherung und deren Erhalt. Eingriffe in grundlegende Rechte bedürfen einer gesetzlichen Regelung. So findet sich im Paragraf 295 SGB V die gesetzliche Ermächtigung und Verpflichtung dazu, dass der Psychotherapeut regelmäßig mit seiner Quartalsabrechnung patientenbezogene Daten (erbrachte Leistungen einschließlich des Tages der Behandlung mit Diagnose) an die Kassenärztliche Vereinigung zu übermitteln hat. Und so sind auch die gesetzlichen Krankenkassen in genau bestimmten Fällen zur Prüfung der Voraussetzungen für einen Leistungsanspruch ermächtigt und verpflichtet, zur Überprüfung von Abrechnungen oder Arbeitsunfähigkeit. In fast allen Fällen sind sie dabei gehalten, sich des Medizinischen Dienstes (MDK) zu bedienen. Anfragen vom MDK zu gesetzlich Krankenversicherten Nach Paragrafe 275 und 276 Abs. 2 SGB V sind auch Vertragspsychotherapeuten verpflichtet, auf Anforderung des MDK Sozialdaten über ihre Patienten zur Verfügung zu stellen. Der MDK ist nur im Rahmen seiner Aufgabenerfüllung auskunftsberechtigt. Dies setzt voraus, dass die zuständige Krankenkasse den MDK im konkreten Fall zuständigkeitshalber beauftragt hat. Der Umfang der zu übermittelnden Daten bemisst sich nach der zu prüfenden Fragestellung. Daten sind nur soweit zu übermitteln, wie dies für die gutachterliche Stellungnahme und Prüfung erforderlich ist. Hieraus folgt, dass der Psychotherapeut abwägen muss, was er übermittelt. Im Hinblick auf Prüfungen von Arbeitsunfähigkeit kann das eigentlich nur sehr wenig oder gar nichts sein, denn gemäß Paragraf 73 SGB V dürfen Psychologische Psychothera1/2 | 2015

Nordlicht

peuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten keine Feststellung und Bescheinigung zur Arbeitsunfähigkeit vornehmen. Zur Frage, ob eventuell weitere Maßnahmen, wie ein stationärer Aufenthalt, hilfreich für den Patienten sein könnte, kann der Psychotherapeut sich dagegen sehr wohl äußern. Unzulässiges Auskunftsverlangen Die zuweilen beobachteten Umgehungsversuche seitens der Krankenkassen, telefonisch oder schriftlich Auskünfte direkt vom Psychotherapeuten zum Verlauf der Behandlung, zur Einleitung von Rehabilitationsleistungen oder zur Arbeitsfähigkeit zu erhalten, sind in der Regel unzulässig. Für eine direkte Anforderung der genannten Unterlagen durch die Krankenkassen mangelt es an einer Rechtsgrundlage. Der Vertragspsychotherapeut muss folglich die Auskunft verweigern. Datenschützer haben in der Vergangenheit des öfteren dargestellt, dass sie hierin eine Umgehung der abschließenden Regelungen der Paragrafen 275 ff und Paragraf 301 SGB V sehen, wonach allein der MDK für die Prüfung medizinischer Sachverhalte zuständig ist. Auch aus diesem Grund auch hält der Bundesdatenschutzbeauftragte Forderungen der Krankenkassen an Ärzte und Psychotherapeuten, selbst bei Vorliegen einer Einwilligungserklärung des Versicherten, die Behandlungsunterlagen oder Auskünfte direkt an die Krankenkasse zu übermitteln, für rechtlich nicht gedeckt und damit für unzulässig. Auskunftspflicht zu den oben genannten Fragen besteht aufgrund seiner gesetzlichen Zuständigkeit nur gegenüber dem MDK. Grundsätzlich sollten Auskünfte an Dritte stets einvernehmlich und mit Einwilligung des Patienten erfolgen. Der Umfang der Informationen sollte sich streng daran orientieren, was zur Klärung der Fragestellung notwendig ist. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

aktuell

35


die menschen im land V or O rt

Hilfe für die „Papierlosen“ Dr. Detlev Niebuhr behandelt seit sechs Jahren in der Sprechstunde der Malteser Migranten Medizin im Hamburger Marienkrankenhaus Menschen, die illegal in Deutschland leben. Leser verschiedener norddeutscher Zeitungsverlage und Hörer des NDR wählten den 69-jährigen Internisten aus Klein Nordende bei Elmshorn für sein Engagement zum „ Helden des Nordens 2014“.

Vor vierzehn Jahren eröffneten die Malteser zunächst in Berlin ihre erste medizinische Hilfeanlaufstelle für illegale Migranten. Inzwischen gibt es dreizehn weitere deutsche Großstädte, in denen dieses Angebot existiert. Das Marienkrankenhaus in Hamburg ist seit November 2007 der nördlichste Standort, der auch von in Schleswig-Holstein lebenden Patienten besucht wird. Ehrenamtlich tätige Ärzte kümmern sich aber nicht nur um die Menschen, die keinen legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland haben. Auch Patienten, die aus anderen Gründen keinen Versicherungsschutz haben, werden behandelt. Dr. Detlev Niebuhr, der sich 2009/2010 aus seiner Dialysepraxis in Itzehoe in den beruflichen Ruhestand verabschiedete, kommt seitdem im Wechsel mit zwei anderen internistischen Kollegen aus Hamburg zweimal im Monat für vier Stunden zur Sprechstunde ins Marienkrankenhaus. Als Held sieht er sich allerdings überhaupt nicht. „Ich versorge Menschen, die in Not sind. Das ist doch keine Heldentat“, findet er. „Die Ehrung nehme ich aber stellvertretend für alle anderen Kollegen und Institutionen in Hamburg und Schleswig-Holstein entgegen, die sich in diesem Bereich engagieren.“ 36

Nordlicht

Arbeit in der Sprechstunde „Für mich ist das eine notwendige und sehr befriedigende Arbeit“, erklärt Niebuhr seine Motivation. „Der Aufwand hält sich in Grenzen. In die Sprechstunde, die jeden Donnerstagnachmittag stattfindet, kommen zwischen zwölf und zwanzig Patienten. Das ist gut zu schaffen.“ Das Marienkrankenhaus übernimmt die Kosten für viele Laboruntersuchungen und die anfallenden Telefonkosten. Niebuhr und seine Mitstreiter dürfen einen eigenen Raum und das wichtigste medizinische Equipment nutzen. Ihre Patienten kommen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern. Die eine Hälfte sind EU-Bürger, die vor allem aus Rumänien und Bulgarien stammen. Sie halten sich zwar legal in Deutschland auf, haben aber keine funktionierende Krankenversicherung, weil sie in ihren Heimatländern entweder nicht versichert sind oder weil ihre Versicherung dort ruht. Außerdem kommen immer mehr Deutsche in die Sprechstunde der Malteser. Seit 2004 gibt es zwar die allgemeine Versicherungspflicht, doch viele Menschen fallen durch das gesetzliche Raster, weil sie ihre Beiträge nicht mehr bezahlen können. Die andere Hälfte der Patienten ist die eigentaktuell

1/2 | 2015


die menschen im land liche Zielgruppe der Sprechstunde: Menschen, die illegal und ohne Papiere in Deutschland leben und aus Angst vor Abschiebung nicht zum Arzt gehen. Behandlungsschwerpunkte „Vom medizinischen Spektrum her behandeln wir in der Regel alle Krankheitsbilder, die es auch in einer ganz normalen Hausarztpraxis gibt. Die komplexen Fälle vermitteln wir an entsprechend qualifizierte Fachärzte weiter, die bereit sind, die Patienten kostenlos zu behandeln. Wir haben da eine Liste. Ganz selten haben wir es mit Fällen zu tun, bei denen die Patienten aus Angst zu spät zur Behandlung kommen. Unsere Engpässe sind in der Regel die Schwangerenbetreuung bzw. die Entbindung“, erklärt Niebuhr. Über die persönlichen Hintergründe seiner Patienten erfährt er oft nicht sehr viel, „weil ich dazu keine Fragen stelle“. Einige

Patienten sind nach Ende ihres Studiums einfach in Deutschland geblieben oder kommen mit einem Touristenvisum. Die meisten Illegalen stammen aus Afrika oder Mittelamerika. Das Angebot der Malteser hat sich herumgesprochen, sodass die meisten Patienten sofort Vertrauen haben. Andere bleiben misstrauisch. „Ich hatte einmal einen 16-jährigen Jungen aus Ghana, der allein zur Sprechstunde kam und offensichtlich in Hamburg gestrandet war. Der Junge brauchte Hilfe und vor allem eine Unterkunft. Also griff ich zum Telefonhörer, um einen Bekannten anzurufen, der sich um ihn kümmern sollte und erklärte dem Jungen das auch. Doch er verließ sofort fluchtartig die Sprechstunde, weil er glaubte, dass ich die Polizei gerufen habe. Glücklicherweise ist er in der nächsten Woche wieder zur Sprechstunde gekommen, wo ihm dann geholfen werden konnte“, berichtet Niebuhr. Jakob Wilder, KVSH

Menschen ohne Krankenversicherung: Diese Organisationen in Schleswig-Holstein helfen weiter Malteser Migranten Medizin In der Bundesrepublik Deutschland kümmern sich mehrere nichtstaatliche Netzwerke um die medizinische Versorgung von Menschen, die sich illegal und ohne Papiere hier aufhalten. Die Malteser Migranten Medizin (MMM) hat in vielen deutschen Großstädten Anlaufstellen eingerichtet. Die nördlichste und auch für Schleswig-Holstein zuständige MMM-Praxis liegt im Hamburger Marienkrankenhaus. Dort können sich auch interessierte Fachärzte melden, die bereit sind, auf Anfrage Fälle zu übernehmen. Mehr Informationen unter: www.malteser-migranten-medizin.de Medibüro Auch die Medibüros haben in vielen Städten Anlaufstellen. In Schleswig-Holstein gibt es sie in Kiel und Lübeck. Auch die meist als Vereine organisierten Medibüros arbeiten eng mit weiterbehandelnden Facharztpraxen zusammen. Mehr Informationen unter: www.medibuero-kiel.de www.medibuero-hl.de

Ehrenamtlicher Pionier: Dr. Uwe Denker aus Bad Segeberg

Praxis ohne Grenzen Unbürokratische medizinische Hilfe erhalten mittellose Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg auch in der „Praxis ohne Grenzen“. Der Idee des Bad Segeberger Allgemeinmediziners Dr. Uwe Denker, der vor fünf Jahren die erste „Praxis ohne Grenzen“ gründete, folgten andere Ärzte, sodass es mittlerweile sieben Standorte im Norden gibt: Bad Segeberg, Stockelsdorf, Husum, Rendsburg, Preetz, Flensburg und Hamburg-Horn. Mehr Informationen unter: www.praxisohnegrenzen.de

1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

37


SERVICE T eam B eratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Nützliche Hinweise für den Praxisalltag

Zum Start ins neue Jahr sollten Sie folgende Verordnungstipps beachten. Schutzimpfungen Der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) hat die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) bezüglich der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) übernommen. Das heißt, dass der Zeitraum für die Impfung gegen HPV von bisher 12 bis 17 Jahre auf 9 bis 14 Jahre geändert wird. Nach wie vor können fehlende Impfungen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Austauschverbot Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) zum Austauschverbot von z. B. Levothyroxin-Natrium ist rechtskräftig, sodass bei den in der Auflistung des G-BA genannten Wirkstoffen kein Kreuz mehr bei aut-idem gesetzt werden muss. Die vollständige Liste kann unter www.g-ba.de eingesehen werden.

Ellaone® (Pille danach) Die Europäische Arzneimittelkommission (EMA) hat beschlossen, dass die „Pille danach“ und zwar das Produkt Ellaone® als rezeptfreies Arzneimittel in den Apotheken erhältlich sein ist bzw. sein wird. Da weibliche Versicherte bis zum 20. Geburtstag Anspruch auf die Verhütung zulasten der Krankenkassen haben, gibt es hier zurzeit ein Problem mit der Verordnung. Solange die Ellaone® vom G-BA noch nicht auf die OTC-Liste aufgenommen wurde, muss im Einzelfall die Zustimmung der jeweiligen Krankenkasse zur Verordnung der Ellaone® auf Muster 16 eingeholt werden. Blutzuckerteststreifen In der Übersicht der Teststreifenverordnung im 4 | Nordlicht 2014 fehlt die Angabe zur intensivierten Insulintherapie. Bei der intensivierten Therapie können mehr als sechs Teststreifen am Tag nur in begründeten Fällen maximal vier bis sechs Wochen akzeptiert werden. Thomas Frohberg, KVSH

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie das Team Beratung der KVSH an: Ihre Ansprechpartnerinnen im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard, Tel. 04551 883 362 E-Mail: anna-sofie.reinhard@kvsh.de

Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Thomas Frohberg, Tel. 04551 883 304 E-Mail: thomas.frohberg@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein, Tel. 04551 883 353 E-Mail: heidi.dabelstein@kvsh.de

38

Nordlicht

Ellen Roy, Tel. 04551 883 931 E-Mail: ellen.roy@kvsh.de

aktuell

1/2 | 2015


Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

i

Antworten des Service-Teams Seit dem 1. Januar gilt in Arztpraxen nur noch die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Was passiert, wenn der gesetzlich krankenversicherte Patient mit der alten Krankenversichertenkarte (KVK) in die Praxis kommt? Die KVK wird durch die Praxissoftware abgewiesen, ein Einlesen ist nicht möglich: ƒƒ Der Patient hat bis zum Quartalsende Zeit, eine gültige Gesundheitskarte oder eine gültige Ersatzbescheinigung seiner Krankenkasse (einen sogenannten papiergebundenen Anspruchsnachweis) nachzureichen. ƒƒ Frühestens nach Ablauf von zehn Tagen kann der Arzt oder Psychotherapeut eine Privatvergütung verlangen. Die muss er jedoch zurückerstatten, wenn der Patient bis Quartalsende eine gültige eGK oder einen gültigen Anspruchsnachweis vorlegt. Hinweis: Um einer Rückerstattung vorzubeugen, bietet es sich an, die Privatrechnung erst nach Quartalsende zu stellen.

Was ist zu tun, wenn die neue elektronische Gesundheitskarte nicht eingelesen werden kann (z. B. Karte oder Lesegerät defekt, Hausbesuche ohne mobiles Kartenterminal)? Das Praxisteam nimmt den Patienten im Ersatzverfahren auf. Der Patient muss durch seine Unterschrift auf dem Abrechnungsschein bestätigen, dass er bei der Krankenkasse versichert ist.

Was ist zu tun, wenn der Patient eine Ersatzbescheinigung seiner Krankenkasse (einen sogenannten papiergebundenen Anspruchsnachweis) vorlegt? Das Praxisteam muss die Versichertendaten aus der Bescheinigung manuell in die Praxissoftware eingeben.

Wo gibt es weitere Informationen zur elektronischen Gesundheitskarte? Aktuelle Hinweise und Material zur Information der Patienten finden Sie auf der Startseite von www.kvsh.de.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

39


SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 18. Februar 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 18. März 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 50 Euro

Teilnahmegebühr: 50 Euro

Fortbildungspunkte:.5

Fortbildungspunkte:.5

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

40

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


Service

Für Ärzte

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Refresherkurs Säuglingshüfte

thema: Moderatorengrundausbildungen

für Qualitätszirkel datum: 28. März 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 24. April 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 25. April 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

Der Kurs entspricht den Vorgaben der derzeit geltenden Ultraschallvereinbarung gemäß Anlage V Paragraf 11 Abs. 3 Anhang 1

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umgehen.

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: Kostenlos für niedergelassene Ärzte aus SchleswigHolstein. Für Teilnehmer aus anderen Bundesländern 150 Euro, inkl. Verpflegung Fortbildungspunkte:.10 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder Email) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Anmeldung bis spätestens 16. März 2015

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben. Anmerkung: Es handelt sich bei den beiden Terminen um zwei Seminare. Die Ausbildung ist nach einem Wochenende abgeschlossen.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Susanne Paap Tel. 04551 883 228 Fax 04551 883 7228 E-Mail susanne.paap@kvsh.de

Paul Brandenburg Regina Steffen Tel. 04551 883 292 04551 883 292 Fax 04551 883 7292 04551 883 7292 E-Mail paul.brandenburg@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

1/2 | 2015

Nordlicht

aktuell

41


SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 6. Mai 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern? In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 42

Nordlicht

aktuell

1/2 | 2015


Service

Veranstaltungen KVSH

18. März 2015, 18.00 bis 20.00 Uhr

Onkologie – Haut im Fokus

4. März 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: Borgerforeningen Flensburg Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de www.aeksh.de/ecs

25. März 2015, 16.00 bis 20.00 Uhr

Geriatrie und Orthopädie – Herausforderung Alterstraumatologie Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de www.aeksh.de/ecs

11. März 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

Schleswig-Holstein

EDV-Messe: Elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen

21. Februar 2015, 19.30 Uhr

Ort: Stadthalle Neumünster, Kleinflecken 1, 24534 Neumünster Info: drei Fortbildungspunkte, eine Anmeldung ist nicht erforderlich E-Mail: timo.rickers@kvsh.de www.kvsh.de

SÄTAZ Bad Segeberg Ball 2015 Ort: Vitalia Seehotel, Eingang Festsaal am Kurpark, Bad Segeberg Info: Anmeldung: Fax 04551 963615, Kosten: 30 Euro (Jugendliche: 15 Euro) E-Mail: dr.henning.achilles@alice-dsl.net

KVSH-Kreisstellen

25. Februar 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

11. Februar 2015, 12.00 bis 18.00 Uhr

Wann ist es genug? – Therapiezieländerung unter medizinischen, juristischen und ethischen Aspekten im deutsch/dänischen Vergleich Ort: Fliednersaal 1-3, DIAKO Flensburg Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 816 2100, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de www.aeksh.de/ecs

18. Februar 2015, 18.00 bis 20.00 Uhr

Interdisziplinäre Therapie von kolorektalen und nicht-kolorektalen Lebermetastasen

Zukunft Gesundheit – Regionalgespräche neue Versorgung Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstr. 13, Kiel Info: Tel. 04551 9999 0 www.aegnord.de

26. Februar 2015, 20.00 Uhr

Tumormarker – Bedeutung im klinischen Alltag Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Dr. H. Schiller E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

21. März 2015, 9.00 bis 13.00 Uhr

Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de www.aeksh.de/ecs

Colorektale Karzinome – Fortbildung für MFA, MTRA, Pflegerinnen/Pfleger Ort: media docks, Willy-Brandt-Allee 31a, 23554 Lübeck Info: Tel. 0451 8891190 0, Fax 0451 8891190 56 E-Mail: info@curavid.de www.curavid.de

23. April 2015, 20.00 Uhr

11. März 2015, 18.00 bis 20.00 Uhr

Pneumologie – Flensburger Atemwegsforum Ort: Roberto Gavin Weinkontor Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter 04551 88130 oder www.aeksh.de/ecs E-Mail: kreisstelle.flensburg@kvsh.de 1/2 | 2015

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Nordlicht

Aktuelle Herausforderungen in der Transplantationsmedizin Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. T. Becker E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de aktuell

43


Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 44

Nordlicht

Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

1/2 | 2015


Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (kurativ/Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Tyneke Evert������������������������������������������������������������������������������������ 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode ����������������������������������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 1/2 | 2015

Nordlicht

Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 577 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 aktuell

45


Service kontakt

Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Impressum

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22

Nordlicht aktuell

Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25 Organisation Dorina Schadendorf ����������������������������������������������������������������� 9010 20

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

46

Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

1/2 | 2015


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 1/2 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

47


für Ärzte, Psychotherapeuten und Medizinische Fachangestellte

EDV Elektronische Kommunikation Messe im Gesundheitswesen 11. März 2015, Stadthalle Neumünster

 Programm

 14.00 Uhr Meet and Greet  15.00 bis 15.45 Uhr Vortrag 1: „Gefährdete Kommunikation heute: Telefon, Fax, Internet“

eKVSH-Portal

 16.00 bis 16.45 Uhr Vortrag 2: „SafeNet & SafeMail: Ein gutes Paar“  17.00 bis 17.45 Uhr Vortrag 3: „eKVSH-Portal: testen, abrechnen, erklären“  18.00 Uhr Abschluss Infostände mehrerer Anbieter von Praxisverwaltungssoftware Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. ri Fab

f le

le wa Sch

Stadthalle

in Kle n cke

Veranstaltungsort: Stadthalle Neumünster Kleinflecken 1 24534 Neumünster

7

K1

e raß fst ho hn Ba

Kontakt Timo Rickers, KVSH Tel. 04551 883 286 timo.rickers@kvsh.de

e raß kst

e

Tuc hm

ach

erb

ke

rüc

Kle i

nfl

tj Lü eck en

ke

n hle Mü

c brü

en

aß str

r de

e Hint r Br ücke

Nordlicht 1 2 2015 web  
Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you