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nr. 12 | 2017

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Dezember 2017 | 20. Jahrgang

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Reform der Notfallversorgung se r ab vi se ces it ei e te 35 n

Auf der Suche nach der richtigen Formel


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 12 | 2017

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Reformkonzepte für die Notfallversorgung

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„Wir brauchen eine bessere Patientensteuerung“: Interview mit Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

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„PiNo-Nord“-Studie: Warum suchen Patienten die Notfallaufnahmen von Krankenhäusern auf?

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Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

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10. Parlamentarischer Abend der KVSH

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Bericht von der Abgeordnetenversammlung

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Kommentar: Paukenschlag

Praxis & KV 17

Qualitätsbericht 2016: Qualität ist kein Zufall

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Honorarbericht 2016: FKZ im Fokus

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Diabetes-Präventionsprojekt Dimini: eLearning und Zertifizierung online

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Serie: Die Kreisstelle Neumünster stellt sich vor

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Anbindung an die Telematikinfrastruktur

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Neue Info-Broschüre: „Vielfalt in der Praxis“

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab

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Neues aus KVen und KBV

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Psychotherapie per Internet?

04 Die Abgeordnetenversammlung der KVSH kam zu ihrer letzten Sitzung des Jahres zusammen. Neben der Verabschiedung des Verwaltungshaushalts standen unter anderem die umstrittene Psychotherapie-Entscheidung des Bundesschiedsamtes, die Laborreform und ein Projekt des Innovationsfonds‘ zur Notfallversorgung auf der Tagesordnung.

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Die Menschen im Land 32

Jubiläum: 15 Jahre Bergedorfer Musiktage

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

Steigende Patientenzahlen, demografische Veränderungen und veränderte Versorgungsbedarfe bringen die Notfallversorgung an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Pläne für einen Umbau des bisherigen Systems liegen vor. Sie zielen auf eine engere Verzahnung von ambulanter und stationärer Notfallversorgung und eine bessere Steuerung der Patienten ab. In unserem Titelthema erklären wir, wie das in der Praxis funktionieren soll.

Service 35

Sicher durch den Verordnungsdschungel: So vermeiden Sie die Wirtschaftlichkeitsprüfung

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Sie fragen – wir antworten

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Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin: Hyperkalzämie

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Neue Serie: Kooperieren, aber richtig

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Seminare

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Termine

Die Bergedorfer Musiktage lockten bereits zum 15. Mal Liebhaber klassischer Musik ins Hamburger Umland. Initiator Dr. Farhang Logmani konnte auch in diesem Jahr wieder ein hochkarätig besetztes, abwechslungsreiches Programm aus Konzerten, Oper und Ballett auf die Beine stellen.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht

aktuell

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Nordlicht nr. 12 | 2017 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, (Gesundheits-)Politik im Wartestand, aber die Welt dreht sich dennoch weiter. Und so beschäftigt sich dieses Heft mit der Frage grundsätzlicher Reaktionen auf aktuelle Probleme der Versorgung. Patientensteuerung und eine einheitliche Notfalltriage sind hier Stichworte. Die Übergangszeit, bis in Berlin auf dem Parteien-Parkett etwas Verbindliches eingetreten ist, wird noch andauern. So wenig die Gesundheitspolitik den Alltag von Regierungen wirklich dominiert (die Komplexität an Fakten und Interessen lässt vor Strukturreformen zurückschrecken, sodass am ehesten die Kostendämpfung für Eingreifen sorgt), so sehr eignet sie sich für ein Lamento in der Zwischenphase. Gesundheit gehört einfach zu den typischen Themen, die immer gehen. Politiker aus der zweiten Reihe (dazu gehört auch der Mann mit der Fliege) nutzen die Phase, um ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit in die Notizblöcke der Journalisten zu bringen. Und so wird der Ladenhüter „Bürgerversicherung“ bemüht, um entgegen vieler Argumente der Vernunft einen weiteren Beitrag zur absoluten Gleichheit aller zu fordern. Obwohl das GKV-System zugleich für die höchste Arzt-Nähe und den größten Leistungskatalog weltweit steht, wird eine punktuelle Ungleichheit zum Grund eines Systemwandels herbeizitiert. Dabei könnte man doch ein paar Gedanken darauf verschwenden, ob nicht die Existenz des Einen (der PKV) gerade diese Eigenart des Anderen (GKV) bedingen könnte. Die GKV bekommt immer den Spiegel der PKV zu sehen, das tut ihr gut. Absolute Gleichheit steht auch für Stillstand und entspricht dem Wärmetod als möglichem Endzustand des Universums: Nichts Dynamisches geht mehr. Sind diese Überlegungen am Ende zu intellektuell für die politische Elite der Volksparteien? Ich glaube nicht. Und weil man es sich, frei nach dem Film „Das Leben des Brian“, nicht zu offensichtlich mit den Idealisten der „Gesundheitseinheitsfront“ oder der „Einheitsfront für Gesundheit“ verderben will, wird das Thema am Ende still ins Regal zurückgeschoben. Wiederholung? Garantiert, Sie müssen nur vier Jahre warten.

Es grüßt Sie herzlich

Dr. Ralph Ennenbach

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Titelthema N otfallversorgung

Reformkonzepte für bessere Patientensteuerung Die Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen über eine Jamaika-Koalition auf Bundesebene sind bekanntlich gescheitert. Auch wenn die Unterschiede in der Migrations-, Klima- und Finanzpolitik letztendlich offensichtlich zu groß waren, bei einem gesundheitspolitischen Thema waren sich die vier Parteien zuvor offenbar einig: der Neuordnung der Notfallversorgung. Noch vor der Bundestagswahl hatten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Marburger Bund (MB) ein Reformkonzept für die Notfallversorgung vorgelegt. Es setzt auf eine zentrale Anlaufstelle für Patienten, vernetzte Rufnummern von Bereitschafts- und Rettungsdienst und standardisierte Ersteinschätzungen.

Erkältung, Magenverstimmung oder andere leichtere Erkrankungen: Immer wieder füllen Menschen die Notaufnahmen der Krankenhäuser, obwohl sie bei einem Haus- oder Facharzt besser aufgehoben wären. Mehr als 50 Prozent der Patienten, die eine Krankenhausnotaufnahme aufsuchen, würden sich auch selbst nicht als dringlichen Notfall einstufen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Instituts für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen Schleswig-Holstein und Hamburg und dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in Auftrag gegeben wurde (siehe Artikel zur sogenannten PiNo-Studie auf Seite 7). Die Fehlnutzung von Notaufnahmen hat unterschiedliche Gründe. Diese reichen von einer gewissen Bequemlichkeit der Patienten, über den Wunsch nach schneller ärztlicher Hilfe bis hin zu einer Unkenntnis des ambulanten Versorgungsangebots. Viele Menschen wissen einfach nicht, mit welchen Beschwerden sie wann wohin gehen sollten. Auch dies ist eine Erkenntnis der PiNo-Studie: Kaum die Hälfte der Befragten kennt die Versorgungsangebote des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Etwa jeder vierte Patient gab an, dass er die Notaufnahme aufsucht, weil keine Hausarztpraxis geöffnet habe. Behandeln am richtigen Ort Eine Reform der Notfallversorgung ist derzeit das Topthema in der Gesundheitspolitik. Nach dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen haben sich auch KBV und MB in die Diskussion eingeschaltet und ein gemeinsames 4

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Konzept vorgestellt. Beide Ansätze verfolgen das Ziel, dass Patienten dort behandelt werden, wo es nach Schwere und Dringlichkeit der Erkrankung angemessen ist. „Wir wollen das Thema ärztlich entscheiden“, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Schließlich kümmerten sich die Niedergelassenen gemeinsam mit ihren Kollegen in den Krankenhäusern um die Patienten. Dem Konzept zufolge soll es für Notfallpatienten künftig nur noch eine zentrale Anlaufstelle an den Krankenhäusern geben, die gemeinsam von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und Kliniken betrieben wird. Dort nimmt medizinisches Personal eine Ersteinschätzung der Patienten vor, die nach einem EDV-gestützten Schema ablaufen soll. Danach werden die Patienten je nach Behandlungsbedarf an die Krankenhausambulanz, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder in die reguläre Sprechstunde bei einem niedergelassenen Arzt verwiesen. Geplant ist außerdem, telefonische Serviceangebote weiter auszubauen. Nach den Vorstellungen von KBV und MB bedeutet das auch, dass die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 rund um die Uhr erreichbar sein soll und die bisherigen Notrufnummern des Rettungsdienstes sowie des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KVen stärker vernetzt werden. Patienten sollen die Möglichkeit erhalten, sich bereits am Telefon ärztlich beraten zu lassen. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen empfiehlt eine Reform der Notfallversorgung. Dieser fordert ebenfalls eine einheitliche Notrufnummer und die Einrichtung integrierter Notfallzentren (INZ), in denen Krankenhausärzte und niedergelassene Ärzte gemeinsam die Notfallversorgung im Sinne einer „Ein-Tresen-Lösung“ übernehmen. Über allem steht auch hier der Gedanke, künftig nach Bedarf darüber zu entscheiden, wo der Patient behandelt wird: in der Arztpraxis, im Krankenhaus, vom Bereitschafts- oder vom Rettungsdienst. Marco Dethlefsen, KVSH

Mehr Informationen unter www.kbv.de/html/1150_31139. php und www.svr-gesundheit.de/index.php?id=2

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Titelthema I nterview

„Kernkompetenz der Niedergelassenen“ Interview mit Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, über Reformpläne zur Notfallversorgung Nordlicht: Die KVSH hat zusammen mit der KV Hamburg die „PiNo-Nord“-Studie unterstützt, in der ein Team um Prof. Dr. Martin Scherer vom UKE in Hamburg Patienten an fünf norddeutschen Kliniken befragt hat, weshalb sie eine Notfallambulanz aufsuchen. Wie bewerten Sie die Ergebnisse der Studie? Dr. Monika Schliffke: Die Studie belegt eindrücklich, dass wir in den Notaufnahmen zu viele Patienten haben, die dort nicht hingehören. Bemerkenswert ist etwa der hohe Anteil von 45 Prozent der Befragten, die sich selbst eine „niedrige Behandlungsdringlichkeit“ attestierten. Mehr als ein Drittel der befragten Patienten gaben an, dass sie ihre Beschwerden bereits seit drei Tagen oder länger hatten. Auffällig auch, dass es eher jüngere Menschen sind, die selbst bei einer als niedrig eingeschätzten Behandlungsdringlichkeit offenbar lieber die Notaufnahme aufsuchen, als zu einem niedergelassenen Arzt zu gehen. Die Erkenntnisse bestätigen, dass wir eine bessere Steuerung der Patienten in der Notfallversorgung brauchen. Denn offenbar findet, das zeigt die „PiNo-Nord“-Studie erneut, die Basisversorgung zunehmend am teuersten Punkt der Notfallversorgung statt. Das aber wird, wenn wir nicht beginnen gegenzusteuern, das System sprengen. Nordlicht: Der „Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“ hat Empfehlungen für eine Neuordnung der Notfallversorgung vorgelegt und sich für eine Stärkung der Rolle der Niedergelassenen ausgesprochen. Sie haben diese Vorschläge begrüßt, auch die Empfehlung, an Krankenhäusern sogenannte „integrierte Notfallzentren“ als gemeinsame erste Anlaufstelle für ambulante Notfallpatienten zu gründen, betrieben ausschließlich von der KV. Wäre die KVSH bereit, diese Verantwortung zu übernehmen? Schliffke: Der Sachverständigenrat hat sehr differenzierte und fachlich fundierte Empfehlungen vorgelegt, in denen sich vieles wiederfindet, was wir als KVSH sowie das KV-System insgesamt in der Vergangenheit in die Debatte eingebracht haben. Wir

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wären ausdrücklich bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und etwa für „integrierte Notfallzentren“ den Betrieb zu organisieren und sicherzustellen. Wir sehen uns für eine solche Rolle gut gerüstet, denn schon heute rücken KVSH-Anlaufpraxen und Notfallambulanzen der Kliniken immer enger zusammen. Wir haben zehn Jahre Erfahrung mit einer sektorenübergreifenden Notfallversorgung. Schon 2007 haben wir eine umfassende Reform umgesetzt, in deren Mittelpunkt die Schaffung von Anlaufpraxen an Krankenhäusern stand. Seither wurden die Strukturen stetig weiterentwickelt. Ein Beispiel ist unsere Leitstelle in der heutigen Aufstellung, auch mit einem ärztlichen Hintergrunddienst, ein weiteres die Umsetzung einer „Ein-Tresen-Lösung“ für KV-Bereitschaftsdienst und KrankenhausNotfallambulanz an vielen Standorten. Hinzu kommt unsere Befassung mit sogenannten Portalpraxen als zukunftsweisendes Steuerungsinstrument in der Notfallversorgung auch außerhalb der Bereitschaftsdienstzeiten. Grundsätzlich glaube ich, dass wir als Kassenärztliche Vereinigung die ambulante Notfallversorgung von morgen selbstbewusst mitgestalten sollten, denn sie ist eine Kernkompetenz der Niedergelassenen. Das sollten wir nicht anderen überlassen. Nordlicht: Auf Bundesebene gibt es bisweilen kontroverse Diskussionen zwischen Krankenhaus- und KV-Vertretern über die Zukunft der Notfallversorgung, bei uns im Norden ist die Gesprächsatmosphäre entspannter. Die Krankenhausgesellschaft, die KVSH und das Landesgesundheitsministerium haben sogar gemeinsam ein Rechtsgutachten erstellen lassen, um die Möglichkeiten zur Schaffung sektorenübergreifender Portalpraxen auszuloten. Könnte Schleswig-Holstein eine Modellregion werden? Schliffke: Wir sind in Schleswig-Holstein in der Tat weiter als andere Bundesländer sowohl in der konkreten Versorgung als auch mit Blick auf das Gesprächsklima und den Willen zur Kooperation zwischen KVSH und Krankenhäusern.

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Titelthema N otfallversorgung

Hinzu kommt, dass wir im Land eine parteiübergreifende Unterstützung für unseren Weg haben. Das galt für die vorherige Regierung, die gemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft und uns ein Rechtsgutachten zur Frage einer SGB V-Änderung im Bereich der Notfallversorgung finanzierte, und das gilt für die neue Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen, die Mitte November mit einem Landtagsantrag Gesundheitsminister Dr. Garg den Rücken stärkten, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass KVen auch tagsüber Portalpraxen öffnen dürften.

„Das Thema Notfallversorgung steht mittlerweile ganz oben auf der gesundheitspolitischen Tagesordnung.“

Wenn es auf Bundesebene eine Anpassung des SGB V gibt, muss berücksichtigt werden, dass der Stand der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit in der Notfallversorgung in den Ländern unterschiedlich ist. Nötig ist deshalb eine Regelung, die es uns ermöglicht, zügig die nächsten Schritte zu gehen, ohne darauf warten zu müssen, bis in anderen Bundesländern ähnliche Entwicklungen in Gang kommen. Nordlicht: Trotz der Zustimmung vieler Fachleute zum Konzept der Sachverständigen: Bis aus guten Ideen geltendes Recht wird, kann es im Gesundheitswesen erfahrungsgemäß lange dauern. Gibt es Maßnahmen, die die KVSH schon jetzt umsetzen kann, um den vor zehn Jahren mit der Reform des Bereitschaftsdienstes begonnenen Weg weiter zu beschreiten? Schliffke: Wir fahren weiter zweigleisig. Politisch setzen wird uns dafür ein, die Möglichkeit zu erhalten, auch zu Praxisöffnungszeiten neue Angebote der Steuerung in der Notfallversorgung zu schaffen. Gleichzeitig schauen wir, was im bestehenden Rechtsrahmen möglich ist. Für Letzteres ist ein Beispiel, dass wir an immer mehr Standorten die Zusammenarbeit mit den Kliniken dahingehend optimieren, sogenannte „Portalpraxen light“ zu schaffen. Das bedeutet, dass es zu den Bereitschaftsdienstzeiten einen gemeinsamen Tresen und abgestimmte Abläufe gibt, um eine Zuordnung der Patienten zur jeweils sinnvollen medizinischen Versorgungsebene zu erreichen. Nordlicht: So wichtig moderne Strukturen sind: Es gibt keine Notfallversorgung ohne Ärzte. In letzter Zeit war zu hören, dass das System der freiwilligen Teilnahme der Ärzte am Bereitschaftsdienst in einigen Landesteilen an seine Grenzen stößt. Wie begegnet die KVSH diesem Problem? Schliffke: Ziel ist es, das Prinzip der Freiwilligkeit zu erhalten. Wir sehen aber, dass gerade Ärzte, die sich nach der Reform des Bereitschaftsdienstes niedergelassen haben, vielfach keinen Bezug mehr zum Bereitschaftsdienst haben. Deshalb haben wir, nachdem es regional Engpässe bei der Besetzung von Diensten gab, eine Informationsoffensive gestartet, um weitere Ärzte für den Bereitschaftsdienst zu gewinnen. Unter anderem haben wir alle Ärzte in den betroffenen Regionen angeschrieben, hinzu kommen weitere Werbemaßnahmen. Erste Reaktionen zeigen durchaus eine positive Resonanz.

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Mein grundsätzlicher Appell: Machen Sie mit, sprechen Sie Ihren Notdienstbeauftragten an. Wir haben als Ärzteschaft an dieser Stelle eine gemeinsame Verantwortung. Jeder Dienst zählt. Nordlicht: Wir erleben eine intensive Debatte über die Zukunft der Notfallversorgung. Es gehört aber zu den Eigenheiten des Gesundheitssystems, dass die Umsetzung neuer Versorgungsstrukturen vielfach lange dauert. Die Digitalisierung ist ein Beispiel für dieses Schneckentempo. Haben Sie die Hoffnung, dass es in der Notfallversorgung nicht zwei Jahrzehnte dauern wird, bis wir neue und zukunftsfeste Strukturen haben? Schliffke: Das Thema Notfallversorgung steht mittlerweile ganz oben auf der gesundheitspolitischen Tagesordnung. Parteiübergreifend ist in der Politik klar, dass wir handeln müssen, um die Versorgung erhalten zu können. Auch habe ich den Eindruck, dass die Diskussion in den vergangenen zwei Jahren sehr viel lösungsorientierter geworden ist. Standen am Anfang Klagen der Krankenhäuser über eine mangelnde Vergütung, geht es mittlerweile mehr um konkrete Lösungen. Ein Beispiel hierfür ist, dass sich die KBV und der Marburger Bund an einen Tisch gesetzt haben, um gemeinsame Wege auszuloten. Ein Meilenstein in der Debatte waren die im September vorgelegten Empfehlungen des Sachverständigenrates. Mein Eindruck ist, dass über die wesentliche Ausrichtung einer neuen Notfallversorgung – sektorenübergreifende Zusammenarbeit, Triagierung der Patienten, zusätzliche Angebote wie telefonische Beratung für Notfallpatienten und Apps – mittlerweile ein weitreichender Konsens zwischen fast allen relevanten Akteuren sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Politik besteht. Durch die aktuelle politische Entwicklung in Berlin wird eine Umsetzung nun wohl ein wenig länger auf sich warten lassen. Ich bin mir aber sicher, dass jede künftige Regierung, unabhängig davon, wer sie bildet, an diesem Thema nicht vorbeikommt. Wir werden die Politik hier auch nicht aus ihrer Pflicht entlassen und die Entwicklung weiter konstruktiv begleiten. Die Fragen stellte Delf Kröger, KVSH

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Titelthema P i N o - N ord

Warum suchen Patienten die Notaufnahmen von Krankenhäusern auf?

© istock.com/RichLegg

Die Anzahl von Patienten, die in den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser medizinische Hilfe suchen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Verschiedene Studien schätzen um etwa 4 bis 9 Prozent pro Jahr.

Für Hamburg lässt sich dieses Phänomen anhand der Daten aus der zentralen Notaufnahme des UKE belegen: Im Jahr 2013 wurden hier 70.000 Patienten behandelt, was gegenüber dem Jahr 2009 eine Steigerung von 40 Prozent bedeutet. Der Anstieg der Patientenzahlen in den Notaufnahmen lässt sich nicht allein durch den demografischen Wandel und eine erhöhte Morbidität erklären. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Notaufnahmen zunehmend von Patienten aufgesucht werden, deren Beschwerden eigentlich im niedergelassenen Bereich hätten versorgt werden können. Diese Entwicklung kann eine Vielzahl von Gründen haben, die einerseits auf einen Wandel in den Behandlungsbedürfnissen der Patienten zurückgehen könnten oder andererseits durch wahrgenommene Probleme der Versorgungsstruktur oder 12 | 2017

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der Arbeitsteilung zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor und die entsprechenden Behandlungspfade befördert sein könnten. Studien, die diese Annahmen umfassend mit Zahlen belegen gibt es für den bundesdeutschen Kontext bisher nicht. Vor diesem Hintergrund wurde die Studie PiNo-Nord („Patienten in der Notaufnahme von norddeutschen Kliniken“) initiiert. In der querschnittlichen Beobachtungsstudie wird die Patientenklientel mit niedriger Behandlungsdringlichkeit in deutschen Notaufnahmen hinsichtlich der Soziodemografie, des Gesundheitszustandes und der Gründe für die Inanspruchnahme einer Notaufnahme beschrieben. Eine Auswertung und wissenschaftliche Diskussion aktuell

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Titelthema P i N o - N ord der zentralen Fragestellungen der PiNo Nord-Studie wird im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Gefördert wurde die Studie von den Kassenärztlichen Vereinigungen Hamburg und SchleswigHolstein und dem Zentralinstitut (Zi) für die kassenärztliche Versorgung. In fünf norddeutschen Klinika* wurden über einen Zeitraum von zwei Wochen alle volljährigen Patienten und Minderjährige in Begleitung von Erziehungsberechtigten befragt, die sich in der Notaufnahme registriert und einer Studienteilnahme zugestimmt hatten. Ausgenommen von der Befragung wurden Patienten, bei denen eine hohe Behandlungsdringlichkeit vorlag, die nicht einwilligungsfähig waren, mit denen keine Verständigung in englischer oder deutscher Sprache möglich war oder mit denen aufgrund von funktionalen Einschränkungen oder hoher Beschwerdelast keine Gesprächssituation herstellbar war (z. B. Blindheit, Taubheit, starke Schmerzen). Patienten, die unmittelbar nach Aufsuchen der Notaufnahme behandelt oder weiterverlegt wurden, konnten ebenfalls nicht befragt werden. Methodik der Studie Die Befragung bestand zunächst aus einem persönlichen Interview durch eine Studienassistentin. Im Anschluss wurden die Patienten gebeten, einen schriftlichen Fragebogen auszufüllen. Im Interview wurden die Patienten nach ihren demografischen Angaben, nach Art und Schwere ihrer Beschwerden und ihrem Umgang damit, ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, nach Gründen und Umständen des Aufsuchens der Notaufnahme und nach der Bekanntheit der ambulanten Notfallversorgung befragt. Der Selbstausfüllfragebogen enthielt weitere Fragen zur Befindlichkeit, Lebensqualität, Gesundheitskompetenz und Hausarztbindung der Patienten. Zusätzlich wurde die in der Klinik gestellte Diagnose erfasst. Von etwa 6.500 Patienten, die sich im Befragungszeitraum in den Notaufnahmen registrierten, stand etwa die Hälfte aufgrund von hoher Behandlungsdringlichkeit, fehlender Einwilligungsfähigkeit, funktionaler Einschränkungen oder sofortiger Behandlung/Verlegung nicht für die Studie zur Verfügung. Von den verbleibenden rund 3.100 Patienten wurden weitere 700 behandelt, bevor Einwilligung und Interview erfolgen konnten und 1.050 lehnten eine Studienteilnahme ab. Schließlich konnten 1.299 Interviews realisiert werden. Von etwa der Hälfte der befragten Patienten lagen auch vollständig ausgefüllte Selbstausfüllfragebögen vor. Der größte Teil der Befragungen wurde zwischen 6 und 22 Uhr durchgeführt, nur 13 Prozent fanden in der Nachtschicht statt. Am häufigsten wurden die Notaufnahmen an Samstagen in Anspruch genommen, gefolgt von Mittwoch. Im Mittel waren die befragten Patienten 42 Jahre alt, in der Stichprobe waren etwas mehr Männer und etwas mehr allein lebende Personen enthalten als in der Normalbevölkerung. Etwa 15 Prozent der Befragten hatten einen Migrationshintergrund (Patient selbst oder beide Elternteile wurden im Ausland geboren). Im Vergleich zur Normalbevölkerung waren in der Stichprobe mehr Personen mit höheren Bildungsabschlüssen enthalten. Die Patienten bewerteten ihren eigenen Gesundheitszustand auf einer Skala von 0 bis 100 im Durchschnitt mit 60. Knapp 18 Prozent der Befragten gaben schwere Schmerzen oder Beschwerden an. Am häufigsten wurden Probleme am Bewegungsapparat als Behandlungsanlass angegeben, gefolgt von allgemeinen und unspezifischen 8

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Beschwerden, Hautproblemen, Beschwerden seitens des Verdauungstraktes und des Herz-Kreislaufsystems. Neurologische Probleme, Atemwegserkrankungen, urologische und gynäkologische Beschwerden, Symptome an den Sinnesorganen und psychische Symptome wurden deutlich seltener berichtet. Die ärztlichen Diagnosen bestätigten diese Häufigkeitsreihung, mit Ausnahme der unspezifischen Beschwerden, die aus ärztlicher Sicht erwartungsgemäß deutlich seltener angegeben wurden. Etwa 60 Prozent der Patienten gaben an, außer an dem aktuellen Behandlungsanlass an weiteren Erkrankungen zu leiden. Patienten schätzen sich selbst als Notfall ein Fast drei Viertel der Befragten berichteten, dass Eigeninitiative bzw. Ratschläge von Verwandten oder Bekannten eine Rolle bei der Entscheidung für das Aufsuchen der Notaufnahme gespielt haben. Knapp 25 Prozent gaben dagegen an, aufgrund einer Empfehlung oder Einweisung eines Hausarztes oder Fachspezialisten zu kommen – wobei nicht überprüfbar war, ob es sich um eine formale Einweisung, ein Anraten oder eine Schutzbehauptung handelte. Die Frage, warum die Notaufnahme aufgesucht wurde anstatt das Problem ambulant versorgen zu lassen, wurde offen gestellt. Die Patienten hatten auch die Möglichkeit, mehrere Gründe zu benennen. Bei der Hälfte der Befragten spielte die wahrgenommene Dringlichkeit der Behandlung eine Rolle, die am häufigsten aus der Stärke der Beschwerden, aber auch aus Besorgnis wegen des Beschwerdeverlaufs resultierte. Bei etwa 30 Prozent der Patienten bestand die Beschwerdesymptomatik bereits seit drei Tagen oder länger. Die Wahrnehmung, dass keine ambulante hausärztliche bzw. fachspezialistische Versorgung verfügbar sei, wurde von einem Viertel bzw. Fünftel der Befragten angeführt, dies allerdings vor allem außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten. Während der Rettungsdienst (Tel. 112) fast allen Befragten bekannt war, kannte kaum die Hälfte der Probanden das System der KV-Notfallpraxen. Der fahrende ärztliche Notfalldienst der KV war nur etwa einem Drittel der Befragten bekannt. Ebenfalls je etwa ein Fünftel der Befragten gaben subjektive Präferenzen für die Krankenhausversorgung an: entweder gab es positive Vorerfahrungen mit dem Klinikum oder es wurde eine bessere Versorgung in der Klinik im Vergleich zum ambulanten Sektor erwartet. Fazit: Mit der Studie PiNo-Nord liegt nun die bundesweit größte Erhebung zu Gründen für die Inanspruchnahme von Krankenhausnotaufnahmen durch Patienten mit weniger dringlichem Behandlungsbedarf vor. Sie zeigt, dass sowohl individuelle Präferenzen als auch wahrgenommene strukturelle Probleme und Informationsdefizite den Patienten Anlass geben, die Notaufnahmen von Krankenhäusern auch mit nicht-dringlichen Gesundheitsproblemen aufzusuchen. Ihre Ergebnisse geben klare Hinweise, wo Optimierungspotenzial für die Versorgung zu verorten ist. Ob die in norddeutschen Häusern erhobenen Daten als repräsentativ für Deutschland gelten können, müsste allerdings noch in einer auf das Bundesgebiet ausgeweiteten Befragung bestätigt werden. Dagmar Lühmann, Ingmar Schäfer, Martin Scherer Quelle: Hamburger Ärzteblatt *U  niversitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Marienkrankenhaus Hamburg, Bethesda Krankenhaus Hamburg-Bergedorf, Sana Kliniken Lübeck, Diakonissenkrankenhaus Flensburg

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NACHRICHTEN  KOMPAKT W ahl

Berufsperspektive Niederlassung

Medizinisches Qualitätsnetz Westküste mit neuem Vorstand

© Kienitz/MQW

P J - infotage

(v. li.): Hayo Garrelts, Burkhard Sawade, und Dirk Hoeft

Bad Segeberg – Die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein (KVSH) hat auf den Informationstagen für das Praktische Jahr an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und an der Universität zu Lübeck für eine Niederlassung im haus- und fachärztlichen Bereich geworben. Im Mittelpunkt der Beratung standen die verschiedenen Fördermaßnahmen der KVSH für Jungmediziner und die attraktiven Berufsperspektiven im ambulanten Bereich. Viele Medizinstudenten nutzten die Gelegenheit, sich am Stand der KVSH mit Informationen zu versorgen. Die Themen „Kilometergeld“ für die Fahrt zur Lehrpraxis für Allgemeinmedizin und das „Taschengeld“ für das Praktische Jahr und die Famulatur waren besonders gefragt. Informationsbedarf gab es außerdem im Bereich der verschiedenen Niederlassungsformen, die die ambulante Versorgung Nachwuchsmedizinern bietet.

Meldorf – Die Mitglieder des Medizinischen Qualitätsnetzes Westküste (MQW) haben einen neuen Vorstand gewählt. Neben dem hausärztlichen Vorsitzenden Burkhard Sawade (Praktischer Arzt und Chirurg in Meldorf) besteht die neue Führungsspitze des Ärztenetzes aus dem fachärztlichen Vorsitzenden Dirk Hoeft (Radiologe in Heide) und Schatzmeister Hayo Garrelts (Chirurg in Marne). Sawade bewertete die Versorgungssituation in Dithmarschen positiv. „Nicht zuletzt durch die Vernetzung ist es uns gelungen, immer wieder junge Kollegen zu motivieren, sich in Dithmarschen niederzulassen. Damit haben wir deutlich weniger Nachwuchsprobleme als vergleichbare andere ländliche Kreise“, erklärte er. Der Meldorfer Hausarzt Frank Reisenbüchler schied aus dem Vorstand aus und wechselte in den MQWLeitungsbeirat.

G elbes H eft

I nternet

G-BA stellt englische Übersetzung bereit

App für ICD-10-Kodierung

Berlin – Das Kinderuntersuchungsheft gibt es ab sofort auch auf Englisch. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der die Übersetzung veranlasst hat, hat die englische Version als kostenloses Serviceangebot zum Herunterladen im Internet zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, dass fremdsprachige Eltern oder andere Personen so besser nachvollziehen können, welche Untersuchungen gegebenenfalls für sie vorgesehen sind. Offizielles Dokument bleibt aber das deutsche „Gelbe Heft“. Ärzte müssen die Früherkennungsuntersuchungen weiterhin nur dort und damit auch nur einmal dokumentieren. Das deutsche „Gelbe Heft“ können Ärzte aus Schleswig-Holstein über die Formularausgabe der KVSH beziehen (formular@kvsh.de). Im vergangenen Jahr hatte der G-BA bereits den Mutterpass ins Englische übersetzen lassen.

Webbasierte ICD-10-GM-Suche im Internet unter www.kodierhilfe.de

Mehr Informationen unter www.g-ba.de/downloads

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Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hat die neue App „Zi-Kodierhilfe“ veröffentlicht. Mit der Kodierhilfe können Ärzte und Psychotherapeuten online den ICD-10-GM durchsuchen. Suchergebnisse lassen sich vergleichen, herunterladen und speichern. Die App greift dazu auf die Zi-Webseite www.kodierhilfe.de zu. Dort finden sich fachliche Erläuterungen und Hinweise zu fast allen Diagnosekodes. Angaben zum Patienten können ebenfalls eingetragen werden. Die Hinweise wurden unter Beteiligung von Ärzten der verschiedenen Fachgebiete erarbeitet und auch die Zi-Thesauren für Haus- und Fachärzte sind eingebunden. Damit ist es nach Zi-Angaben möglich, die Kodes in einem Diagnosespektrum zu suchen, das auf den jeweiligen Behandlungsschwerpunkt zugeschnitten ist. Die App kann im Google Play Store (Android) und im Apple App Store (iOS) heruntergeladen werden.

Nordlicht

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NACHRICHTEN  KOMPAKT M issbrau c h

R otavirus - I nfektionen 2 0 1 7

Kinderschutzhotline eingerichtet

Bereits über 1.000 Erkrankungen in Schleswig-Holstein

Berlin – Bei Verdacht auf Kindesmissbrauch können sich Ärzte, Therapeuten, Pflegende und Angehörige anderer Heilberufe unter der Telefonnummmer 0800 19 210 00 an eine neue medizinische Kinderschutzhotline wenden. Das Angebot steht bundesweit rund um die Uhr kostenfrei zur Verfügung. Bei Verdacht auf Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch von Kindern beraten dort Ärzte sowie eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit speziellem Hintergrundwissen unter anderem zu Fragen der sicheren Diagnostik, zu gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf die Schweigepflicht und ärztlichem Handeln. Außerdem bieten sie Hilfestellung bei der Abschätzung der Gefährdung des Kindes und bei der Vorbereitung von Gesprächen an. Sie informieren zudem darüber, welche Schritte in einem Kinderschutzfall eingeleitet werden könnten oder müssten, erläuterte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Andreas Witt, der für die Qualitätssicherung zuständige Koordinator. Das zunächst dreijährige Projekt soll die bestehenden Hilfen ergänzen, nicht ersetzen, erklärte Witt. Die Kinderschutzhotline wird vom Bundesfamilienministerium gefördert und vom Universitätsklinikum Ulm zusammen mit den Berliner DRK-Kliniken Westend betrieben. Mehr Informationen unter www.kinderschutzhotline.de

M ein P ra x isChe c k

Prävention postoperativer Wundinfektionen

Rotaviren sind hochansteckend und extrem widerstandsfähig. Außerhalb des Körpers können die Krankheitserreger mehrere Tage überleben. Schon wenige Viruspartikel genügen, um eine Infektion auszulösen. Infizierte scheiden die Krankheitserreger etwa eine Woche lang aus. Bei größeren Kindern und Erwachsenen nimmt die Erkrankung in der Regel keinen so schweren Verlauf, weil das Immunsystem schon mehrfach mit den Erregern konfrontiert wurde und dementsprechend trainiert ist. Anders bei Säuglingen und Kleinkindern: Gut die Hälfte der an Rotaviren Erkrankten muss im Krankenhaus behandelt werden. Die Krankenkasse rät daher schon bei Säuglingen zur Schluckimpfung gegen das Rotavirus.

P atienteninformation

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den neuen Online-Test „Mein PraxisCheck Prävention Wundinfektionen“ veröffentlicht. Er richtet sich insbesondere an ambulant operierende Ärzte. Sie können dort das Hygiene- und Infektionsmanagement in wesentlichen Bereichen ihrer Praxis online überprüfen. Die Themen reichen von Antibiotikaprophylaxe und -initialtherapie über Wundversorgung und Verbandswechsel sowie Medizinprodukteaufbereitung bis hin zum Fehlermanagement. Teilnehmer des Tests können insgesamt 16 Fragen beantworten und bekommen dazu jeweils ein Feedback. Nach dem Check erhalten sie einen ausführlichen Ergebnisbericht. Darin sind auch Internetadressen und praktische Tipps aufgeführt, wie Fehler vermieden und Abläufe im Praxisalltag noch reibungsloser gestaltet werden können. Jede teilnehmende Praxis bleibe anonym, so die KBV. Es würden keine persönlichen Daten wie Name oder IP-Adresse gespeichert. Erfasst würden lediglich einige freiwillige Angaben, zum Beispiel zur Berufsgruppe. Die Teilnahme an „Mein PraxisCheck“ ist kostenfrei.

Thema „Methadon in der Krebsbehandlung“ Berlin – Eine neue Patienteninformation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beschäftigt sich mit dem in Fachkreisen umstrittenen Einsatz von Methadon in der Krebstherapie. In der Broschüre wird erläutert, warum Experten derzeit davon abraten, das Mittel in der Tumortherapie einzusetzen. Die zweiseitige Publikation gibt dazu einen Überblick, was bislang über die Wirkung von Methadon und mögliche Risiken bekannt ist. Danach gebe es derzeit keine ausreichenden Belege für einen Nutzen in der Krebsbehandlung. Gesichert sei dagegen, dass Methadon Schäden verursachen könne. Dazu gehörten gefährliche Herz-Rhythmus-Störungen und Wassereinlagerungen. Zudem könne der Atemantrieb gedämpft werden, so die KBV-Patienteninformation. Download unter www.kbv.de/media/sp/Patienteninformation_Methadon.pdf

Zum Praxis-Check: www.kbv.de/html/30364.php

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Kiel – Die Zahl der Rotavirus-Infektionen in Schleswig-Holstein steigt an. Das Robert Koch-Institut registrierte bis Mitte Oktober bereits 1.019 Fälle, teilte die BARMER mit. Im gesamten Jahr 2016 wurden nur 717 Fälle bekannt. Regional gibt es dabei große Unterschiede. Die mit Abstand meisten Erkrankungsfälle wurden aus Nordfriesland gemeldet. Während dort bisher 109 Fälle auf 100.000 Einwohner kamen, waren es im Kreis Rendsburg-Eckernförde lediglich sechs. Für Hamburg wurden bisher 1.270 Fälle gemeldet. 2016 waren es noch 843.

Nordlicht

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NACHRICHTEN  KOMPAKT TSS

Terminvermittlung künftig auch für RichtlinienPsychotherapie

10-jähriges Jubiläum

Info-Tag

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Berlin – Die Terminservicestellen (TSS) müssen in Zukunft auch Termine für probatorische Sitzungen bei Psychotherapeuten vermitteln, wenn eine zeitnahe Behandlung erforderlich ist. Das hat das Bundesschiedsamt gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entschieden. Nach dem Beschluss des Bundesschiedsamtes können sich Patienten künftig auch dann an die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen wenden, wenn sie dringend eine Richtlinien-Psychotherapie benötigen. Voraussetzung ist, dass ein Therapeut auf der individuellen Patienteninformation (PTV 11) eine zeitnahe Behandlung empfohlen hat. Bevor die Änderung in Kraft treten kann, muss noch die PsychotherapieVereinbarung angepasst werden. Unter anderem wird das Formular PTV 11 überarbeitet. Auf die Erweiterung der Terminvermittlung hatte der GKVSpitzenverband gedrängt. Er wollte ursprünglich erreichen, dass die Servicestellen ohne bestimmte Voraussetzungen sämtliche Termine für probatorische Sitzungen und damit für die Richtlinien-Psychotherapie vermitteln müssen. Die KBV lehnte dies mit Hinweis auf die gesetzlichen Regelungen ab, weshalb schließlich das Bundesschiedsamt eingeschaltet werden musste. Die KVSH wird alle Psychotherapeuten mit genaueren Informationen versorgen, sobald die endgültigen Regelungen im nächsten Jahr feststehen.

I mpfs c hutz für Ä rzte

Ministerium klärt mit Flyer auf Kiel – Das Gesundheitsministerium des Landes Schleswig-Holstein hat Weitere Informationen im Rahmen seiner Impfkampagne „Pro Impfen“ einen neuen Info-Flyer veröffentlicht. Er richtet sich gezielt an Ärzte, Pflegekräfte und andere im Gesundheitsbereich Beschäftigte und informiert unter anderem über die Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission für diesen Personenkreis empfohlen werden.

In der Neufassung der schleswig-holsteinischen Landesverordnung über die Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen (MedIpVO 3/2017) ist ein Impfangebot für medizinisches Personal aus Gründen des Patientenschutzes geregelt. Demnach gehört es nach § 3 Absatz 1 Nr. 4 zu den Aufgaben der Hygienekommission … „geeignete Maßnahmen zur Verhütung von Krankenhausinfektionen einschließlich eines Impfangebotes für das Personal zum Drittschutz vorzuschlagen“. Durch Impfung des medizinischen Personals können nosokomiale Infektionen und impfpräventable Ausbruchsgeschehen verhindert werden. Im Fokus sollen insbesondere Impfungen gegen Masern, Influenza und Varizellen stehen.

Die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei beruflich indizierten Impfungen ist der Arbeitgeber der Kostenträger. Die Sicherstellung von Impfungen als Bestandteil des Hygienemanagements liegt in der Verantwortung der jeweiligen medizinischen Einrichtung. Informieren Sie sich: Unter www.schleswig-holstein. de/impfen finden Sie vielfältige sachliche Informationen u.a. für die Fachöffentlichkeit, z.B. „Impfempfehlungen für medizinisches Personal“, „Impfkritik – was ist dran“, oder das Informationsblatt „Die Wahrheit zur MMR-Impfung“ (Download-Center). Impressum Herausgeber: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein, Adolf-Westphal-Str. 4, 24143 Kiel

Stand: November 2017 Dieses Faltblatt wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der schleswig-holsteinischen Landesregierung veröffentlicht. Es darf weder von Parteien noch von Personen, die Wahlwerbung oder Wahlhilfe betreiben, im Wahlkampf zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf es nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner Gruppen verstanden werden könnte. Den Parteien ist es gestattet, das Faltblatt zur Unterrichtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden.

Der Flyer und andere Materialien zum Thema „Impfen“ stehen unter www.impfen.schleswig-holstein.de zum Download zur Verfügung.

Für medizinisches Personal & Gesundheitsdienst

SCHUTZ FÜR SIE UND IHRE PATIENTEN!

Jahre

Praxisabgeber & Existenzgründer

Bad Segeberg – Jubiläum des Infotages für Existenzgründer und Praxisabgeber: Die erfolgreiche Veranstaltung von Deutscher Apotheker- und Ärztebank, Ärztekammer Schleswig-Holstein und KVSH findet im nächsten Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Auf dem Programm stehen Vorträge sowohl für Praxisabgeber als auch für Existenzgründer. Referieren werden ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater und Vertreter der Veranstalter, die zudem für Rückfragen zur Verfügung stehen. Termin des Infotages Sonnabend, 17. März 2018 von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr in Bad Segeberg in der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4. Anmelden können sich Interessenten bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, Fax 0451 40852 60 oder per E-Mail filiale.luebeck@apobank.de. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird die rechtzeitige Anmeldung empfohlen. Ein Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de Die Teilnehmergebühr beträgt 40 Euro (Seminarunterlagen, Tagungsgetränke und Mittagessen).

Ein guter Impfschutz ist für Sie selbst wichtig, wenn Sie im medizinischen Bereich tätig sind. Vor Ansteckungsgefahren werden dadurch aber auch die Menschen geschützt, die Sie versorgen! Menschen, die im Gesundheitswesen - z.B. in Arztpraxen, Krankenhäusern oder im Rettungsdienst - tätig sind, benötigen einen umfangreichen Impfschutz. Das gilt auch für Auszubildende, Praktikanten und Studierende sowie für den Reinigungsdienst, Labor- und Küchenpersonal. Mitarbeiter mit Patientenkontakt haben dabei nicht nur selbst ein erhöhtes Infektionsrisiko, sie sind in ihrem Beruf auch potenzielle Überträger. Ein Impfschutz verhindert die Übertragung impfpräventabler Infektionen im Zusammenhang mit der medizinischen Behandlung und dient so auch der Prävention von Ausbruchsgeschehen.

Die Landesregierung zum Thema Impfen im Internet: www.schleswig-holstein.de/impfen

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10 I nfotag

Nordlicht

Erfolgsgeschichten gesucht Die Veranstalter suchen Praxisnachfolger oder -vorgänger, die sich bei einem der letzten Infotage kennengelernt haben und bereit sind, darüber zu berichten. Melden Sie sich dazu bitte bei der Abteilung Zulassung der KVSH (zulassung@kvsh.de).

aktuell

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gesundheitspolitik P arlamentaris c her A bend

Vorbild Schleswig-Holstein Reform der Notfallversorgung, Ausstieg aus der Budgetierung, Stärkung der Freiberuflichkeit, Digitalisierung: Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), positionierte sich in seinem Gastvortrag auf dem Parlamentarischen Abend der KVSH zu den Themen, die die gesundheitspolitischen Diskussionen in Berlin und Kiel bestimmen.

Diskussion im Alten Hauptgüterbahnhof: v. li.: Moderator Andreas Otto, Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg, KVSH-Vorsitzende Dr. Monika Schliffke und der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Gassen

Zu den rund 160 Gästen des zehnten Parlamentarischen Abends der KVSH, der zum ersten Mal im Alten Hauptgüterbahnhof in Kiel stattfand, zählte auch Dr. Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes SchleswigHolstein. In seinem Grußwort lobte er das pragmatische und ergebnisorientierte Miteinander in Schleswig-Holsteins Gesundheitswesen. Dieser schleswig-holsteinische Geist sei ein Vorbild für Berlin und habe es möglich gemacht, dass das nördlichste Bundesland z. B. bei der Organisation der Notfallversorgung bundesweit Vorbild sei. Der Minister, der gleichzeitig FDP-Verhandlungsführer bei den Jamaika-Sondierungen zur Gesundheitspolitik war, kritisierte das Selbstverwaltungsstärkungsgesetz der Großen Koalition als „Selbstverwaltungsschwächungsgesetz“ und kündigte für den Fall einer Regierungsbeteiligung seiner Partei an, das Gesetz „aufmachen und punktuell ändern“ zu wollen und den Einstieg in die Entbudgetierung ärztlicher Leistungen durchzusetzen. Positive Effekte durch Ambulantisierung Damit lag Garg ganz auf der Linie von Gastredner Dr. Andreas Gassen. Der KBV-Vorsitzende nutzte die Steilvorlage des Ministers und verwies auf die „engagierte und kreative Rolle“, die die KVSH in den vergangenen Jahren „mit viel norddeutscher Gelassenheit“ 12

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gespielt habe. Danach stellte Gassen die Themen vor, die für das KV-System und ihn ganz oben auf der gesundheitspolitischen Agenda stehen. „Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, doch es ist kein Selbstläufer. Wir haben es heute mit anderen Patientenbedürfnissen zu tun“, erklärte Gassen. Das sei Fluch und Segen zugleich, wie ein Blick auf die vollen Klinikambulanzen zeige. Als Gegenmittel wolle er deshalb die Ambulantisierung der medizinischen Versorgung vorantreiben und überholte Strukturen anpassen. Dadurch ließen sich personelle und materielle Ressourcen einsparen, was auch der Sachverständigenrat Gesundheit bereits 2012 in seinem Gutachten festgestellt habe. Der Plan könne aber nur aufgehen, wenn es keine Denkverbote gebe und ambulante medizinische Leistungen künftig entbudgetiert vergütet werden. Die Politik brauche davor keine Angst zu haben, so Gassen. „Die Kosten werden moderat ansteigen, aber das ist beherrschbar“. Einsparpotenziale sieht der KBV-Chef vor allem in der stationären Versorgung. Die Krankenhäuser müssten sich künftig noch mehr für teilstationäre und ambulante Angebote öffnen. Nicht jedes Krankenhausbett sei sakrosankt. Der medizinisch-technische Fortschritt schaffe schon jetzt in Bereichen, wie dem ambulanten Operieren mehr Raum für ambulante Versorgung. aktuell

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gesundheitspolitik

Freiberufliche Lösungen Gassen sprach sich für eine Stärkung des Belegarztwesens und die planvolle Einrichtung von Portalpraxen an ausgewählten Kliniken aus. Diese sollten von den Kassenärztlichen Vereinigungen betrieben werden und Patienten in die passende ambulante oder stationäre Versorgungsebene weiterleiten. Parallel dazu solle es eine bundesweit einheitliche telefonische Triage geben, bei der sowohl Anrufer der Notrufnummer 112, als auch der dann rund um die Uhr erreichbaren Bereitschaftsdienstnummer 116117 erfasst und beraten werden. Gassen erwartet, dass bei rund 30 Prozent der Anrufer das Problem schon am Telefon gelöst werden könne. Die restlichen 70 Prozent würden in eine Arztpraxis, ins Krankenhaus oder eine Portalpraxis geschickt. Als weiteres gesundheitspolitisches Brennpunktthema identifizierte der KBVVorsitzende die Digitalisierung. Er warnte aber vor „leuchtenden Politikeraugen“ und falschen Erwartungen. „Digitale Lösungen sind ein gutes Hilfsmittel, aber am Ende nicht in der Lage, alle Probleme im Gesundheitswesen zu lösen“, so Gassen. Echte Lösungskompetenz sieht der KBV-Chef dagegen im Bereich der Freiberuflichkeit. Von dort kämen tragfähige regionale Lösungen mit Augenmaß. Deshalb solle der Gesetzgeber in der nächsten 12 | 2017

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Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung der KVSH, im Gepräch mit Lore Beske und Prof. Fritz Beske

Legislaturperiode keine weiteren Attacken gegen die Selbstverwaltung fahren, forderte Gassen unter dem Beifall der Gäste. Beim abschließenden Imbiss gab es für alle Gelegenheit, um in angenehmer Atmosphäre und bei entspannter Musik miteinander zu diskutieren. Jakob Wilder, KVSH aktuell

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gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

Gesundheitspolitisch ist alles wieder offen

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Abgeordnetenversammlung kam zur letzten Sitzung des Jahres zusammen.

Das große Thema, das die Abgeordnetenversammlung hätte dominieren können, fiel aus: Kurz bevor die Abgeordneten zu ihrer November-Tagung zusammenkamen, waren in Berlin die Sondierungsgespräche für eine „Jamaika-Koalition“ geplatzt. Und damit ist wieder offen, wie es gesundheitspolitisch in den nächsten vier Jahren weitergehen wird. Alle „bundesgesundheitspolitischen Zwischenäußerungen, die einzelne schon einmal gewagt hatten“, so die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, könnten damit unkommentiert bleiben, sei doch ungewiss, „wann wir eine neue Regierung haben und wie diese sich dann positioniert.“ Aber, so fügte sie mit Blick auf die Gesundheitsversorgung hinzu, erweise sich in dieser Phase, dass „das Selbstverwaltungssystem nun erst recht ein Stabilisierungsfaktor“ sei. Psychotherapie-Entscheidung des Bundesschiedsamtes sorgt für Ärger Und so ist es die Spätwirkung eines Gesetzes aus der vergangenen Wahlperiode, die aktuell für Ärger sorgt, wie die Vorstandsvorsitzende berichtete. Die Vermittlung von Terminen für psychotherapeutische Sprechstunden und Akutbehandlungen, die die Terminservicestellen seit April vornehmen, war den Krankenkassen nicht genug. Sie forderten, dass auch Termine für probatorische Sitzungen vermittelt werden müssten, zudem wollten sie

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eine Verkürzung der Wartezeit der Patienten auf den vermittelten Termin von vier auf zwei Wochen erreichen. Anfang November lagen die Forderungen der Kassenseite dem Bundesschiedsamt zur Entscheidung vor. Die Forderung nach Fristverkürzung habe das Bundesschiedsamt abgelehnt, berichtete Schliffke, der Vermittlung von Terminen auch für probatorische Sitzungen jedoch zugestimmt, lediglich mit der Einschränkung, dass ein Psychotherapeut die Notwendigkeit mittels eines neuen Formulars als zeitnah zu bestätigen habe. Ein Beschluss, der zahlreiche Fragen offen lasse, wie Schliffke betonte. Die KBV sei der Auffassung, dass die Entscheidung nicht gesetzeskonform sei und „wir können da nur zustimmen“, schloss sie sich dieser Bewertung an. Die Vorstandsvorsitzende verwies darauf, dass die KVen durch das Gesetz zwar verpflichtet seien, „Termine für ein Erstgespräch sowie die sich aus der Abklärung ergebenden zeitnah erforderlichen Behandlungstermine“ zu vermitteln. „Zeitnah“ könnten aber eigentlich nur Sprechstunde und Akutbehandlung sein, so Schliffe, und das sei bereits geregelt. Unklar bleibe die Umsetzung der jüngsten Entscheidung des Bundesschiedsamtes. Solle die Terminservicestelle sich mit unterschiedlichen Methodiken der Psychotherapie befassen, um den Patienten in die richtige Probatorik zu leiten, fragte Schliffke. Die

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gesundheitspolitik KBV überlege, den Beschluss mit einer Klage anzufechten, sobald dieser schriftlich vorliege, auch um eine sofortige Umsetzung zu verhindern. Die Vorstandsvorsitzende forderte eine Diskussion mit dem GKV-Spitzenverband darüber, ob „akut, zeitnah, dringlich“ nicht alles Begriffe seien, die eigentlich zum stationären Behandlungsbedarf gehörten. „Im ambulanten Bereich sind jedenfalls die Kapazitäten nicht da, um dieses Wünsch-Dir-Was der Kassen zu befriedigen“, kritisierte sie. Innovationsfonds fördert Projekt zur Notfallversorgung Es gab auch gute Nachrichten im Bericht der Vorstandsvorsitzenden. Der Innovationsausschuss habe entschieden, das Projekt „Demand“, das sich mit der Frage des Patientenmanagements in der Notfallversorgung befasst, aus dem Innovationsfonds zu fördern. Federführend, so berichtete Schliffke, sei das aQua Institut in Göttingen, beteiligt seien mehrere KVen, darunter die KVSH, einige Kliniken und AOKen sowie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Projektziel sei die effiziente Nutzung der von den KVen und Kliniken bereitgestellten Ressourcen der Notfallversorgung. Unter anderem sollen unterschiedliche Steuerungsaspekte beleuchtet werden, zudem gehe es um die richtigen Instrumente zur Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs. „Wer im Notdienst tätig ist“, kündigte Schliffke an, „wird von Patientenund auch Mitarbeiterbefragungen möglicherweise tangiert sein.“ Dies werde aber noch eine Weile dauern, da Projekte dieser Größe eine Vorbereitungsphase von sechs bis neun Monaten hätten. Neue DMP starten 2018 Schliffke gab einen Ausblick darauf, dass es im nächsten Jahr erstmals seit 2005 neue strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke, sogenannte „Disease-Management-Programme“ (DMP), geben wird. Zunächst werde ein DMP Herzinsuffizienz starten, dieses sei beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bereits in der Beschlussentwurfsphase. Das zuvor an das DMP KHK angegliederte Modul Herzinsuffizienz werde herausgelöst und ein selbstständiges DMP werden, erklärte die Vorstandsvorsitzende. Wahrscheinlich sei zudem, dass auch das DMP Rückenschmerz noch im Jahr 2018 umgesetzt werden könne. Erst im Vorverfahren seien hingegen die DMP Osteoporose, Rheumatoide Arthritis und Depression. „Insgesamt tut sich also eine Menge, grundsätzlich ist dies eine weitere Verstärkung hin zu einer strukturierten Diagnostik und Therapie“, bewertete Schliffke die Entwicklung und fügte hinzu: „Das mag man gut oder nicht gut finden, die ärztliche Freiheit einschränkend oder nicht einschränkend finden, aber die bisherigen etablierten DMP haben unzweifelhaft Nutzen gezeigt.“ Laborreform kommt Schwerpunkt des Berichts des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der KVSH, Dr. Ralph Ennenbach, war die Laborreform. Nachdem ihr Start in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden war, werde sie nun zu „90 Prozent“ am 1. April 2018 in Kraft treten, so seine Prognose. Den Neujustierungen im Bereich der Laborausgaben sei eine lange und schwierige Diskussion auf Bundebene vorausgegangen, in der verschiedene Aspekte eine Rolle gespielt hätten, so die Frage der Zuordnung der Kosten entlang der Hausarzt-FacharztLinie, aber auch die immerwährende Dynamik bei den Kosten für Laborleistungen. Grundsätzlich sehe die Reform nach jetzigem Stand vor, dass ein größerer Teil der Laborleistungen nicht mehr

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aus dem Vorwegabzug finanziert werden soll, sondern aus den Töpfen der Versorgungsbereiche. Für diesen Teil der Reform gelte, dass er „annähernd umverteilungsneutral per HVM“ umsetzbar sei. Spürbar hingegen seien die Auswirkungen der Neuordnung der Ausnahmekennziffern sowie neuer Regeln zum Wirtschaftlichkeitsbonus. Dessen Höhe sei künftig in Abhängigkeit der von der Fachgruppe abgeforderten Leistungen gestaffelt. Ennenbach legte Modellrechnungen der KVSH zu den Auswirkungen auf verschiedene Fachgruppen vor und wies darauf hin, dass die KVSH die erste KV mit „regionalen Ergebnissen“ sei. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende kritisierte, dass die Reform die „Bewertung konkreter regionaler Ergebnisse quasi übersprungen“ habe und es keine inhaltliche Diskussion über den medizinischen Sinn der Auswirkungen gegeben habe. Die anschließende Diskussion zeigte, dass die Reform auch bei den Abgeordneten umstritten ist. Nach Ennenbachs Einschätzung wird die Reform nicht mehr zu stoppen sein: „Der Zug ist aus dem Bahnhof.“ Er zeigte sich überzeugt, dass „weitere Anpassungen der Reform einschließlich der neuen Regelungen zum Wirtschaftlichkeitsbonus in der Beobachtungsphase wahrscheinlich seien. Die Einzelheiten der Reform werden, wenn in Berlin abschließende Entscheidungen gefallen sind, auch im Nordlicht dargestellt werden. Verwaltungshaushalt beschlossen Wie stets in der November-Sitzung hatten die Vertreter der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten über den Verwaltungshaushalt der KVSH für das Folgejahr zu entscheiden. Der Entwurf des Verwaltungshaushaltes sähe im nächsten Jahr Ausgaben von knapp 45 Millionen Euro vor, erläuterte der Vorsitzende des Finanzausschusses der Abgeordnetenversammlung, der Abgeordnete Dr. Hans Irmer. Die Planung sehe Einnahmen in Höhe von rund 45,3 Millionen Euro vor, sodass erneut von einem kleinen Überschuss ausgegangen werden könne. Irmer stellte auch die abschließend vorliegenden und vom Revisionsverband geprüften Zahlen des Haushaltsjahres 2016 vor. Die Abgeordneten entlasteten den Vorstand für das Jahr 2016 und stimmten dem Haushaltsentwurf für das nächste Jahr zu. KVSH spürt die Auswirkungen der europäischen Geldpolitik Im Rahmen der Haushaltsberatungen wies Ennenbach auf eine Folge der europäischen Geldpolitik auf die KVSH hin. Da die Krankenkassen regelmäßig hohe Summen an die KVSH für die monatlichen Abschlagszahlungen an die Ärzte überwiesen, sei die KVSH davon betroffen, dass die meisten Banken für hohe Einlagen mittlerweile Negativzinsen erheben. Da sich durch Veränderungen in der Bankenlandschaft die Möglichkeiten, diese Gelder ohne eine Belastung durch einen Negativzins kurzfristig zwischenparken zu können, absehbar weiter reduzieren würden, kündigte Ennenbach an, dass die KVSH die Auszahlung der Abschlagszahlungen im nächsten Jahr um sechs bis acht Tage vorziehen werde. Ausgenommen hiervon sei lediglich der Januar, da eine frühere Überweisung in diesem Monat zu steuerlichen Nachteilen für die Praxen führen könnte. Mit dieser Maßnahme solle vermieden werden, dass Gelder, die für die ärztliche Versorgung bestimmt sind, bei den Banken statt in den Praxen ankommen. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik K ommentar

Paukenschlag Dieses Jahr geht mit einem Paukenschlag zu Ende. Ähnlich wie Joseph Haydn in seiner gleichnamigen Sinfonie das Publikum aus dem Harmoniegedusel reißt, hat FDP-Chef Christian Lindner mit dem abrupten Ausstieg aus den Sondierungsgesprächen zur Bildung eines Regierungsbündnisses die Teilnehmer vor Ort und die Anteilnehmer vor den Fernsehern kalt erwischt. 50 Verhandlungstage und -nächte hinter sich und 237 strittige Passagen in den Positionspapieren vor sich, hatte der Abgang zur Geisterstunde etwas von faustischer Inszenierung. In der Tat – der Theaterdonner hallt nach, aber plötzlich sind alle hellwach. Vorbei das steifbeinige Gestolper der Prozessionen, das gestelzte Selbstvertrauen, das hilflose Winken vom Balkon – die Reise nach Jamaika war zu Ende, bevor man die hohe See erreicht hatte.

„Der Theaterdonner hallt nach, aber plötzlich sind alle hellwach.“ Zum Glück. Denn alle nachträglichen Liebesschwüre der Verlassenen sind nichts als Heuchelei. Misstrauen und Uneinigkeit der gegensätzlichen Regierungspartner wären an der Tagesordnung gewesen. Auf Jamaika hätte der Fluch der Karibik gelegen und am Ende wären die Wähler schlimmer als jetzt enttäuscht worden. Nun sind wir wieder am Wahlabend angekommen und die Uhren stehen auf Null. Nach dem Fehlstart folgt jetzt der Neustart – vorerst ohne neues Spitzenpersonal. Käme es zu Neuwahlen, könnten nur neue Gesichter beim Wähler für neue Entscheidungen sorgen. Ein Grund mehr dafür, dass die „AltVorderen“ in den Parteien Neuwahlen fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Gerontologisch betrachtet ist das Scheitern von Jamaika darum auch das Ergebnis verpasster Generationenwechsel. Am Ende ist der Jüngste aus der Runde getürmt, wohl auch weil ihm klar wurde, dass die ältere Generation die Aussicht auf Veränderung und Verdrängung ebenso ängstigt wie einigt. Die neue Nähe zwischen CDU und Grünen basiert auch auf der gemeinsamen Erfahrung des gerade Erlittenen: Ein Jungspund hat sie alle vorgeführt. Das Beispiel Schleswig-Holstein macht es offensichtlich: Die hiesigen Steuerleute Daniel Günther, Heiner Garg und Robert Habeck gehören zu einer Generation. Sie ähneln sich, ungeachtet unterschiedlicher Grundüberzeugungen, in den Handlungsmustern ihrer Generation: Schnelligkeit, Zielorientierung, Pragmatismus und Kompromissbereitschaft; Rituelles und Symbolisches, wie es in Berlin bis zur Schmerzgrenze zelebriert wurde, sind ihnen ein Gräuel und Stillstand das, was es ist: vergeudete Zeit.

hier, wo man den Menschen Bodenständigkeit wie tiefwurzelnden Bäumen nachsagt? Vielleicht, weil hier das personelle Angebot passt, die Politik pragmatisch ist und man Ärger nicht aufbauscht, sondern sachlich abarbeitet?! Wie ging es denn den drei Jamaikanern aus dem Norden in Berlin, wohin man sie als Ratgeber geholt hatte? Kopfschütteln bei allen dreien als sie sahen, dass 50-köpfige Arbeitsgruppen unter Leitung der Bundesvorsitzenden ihrer Parteien Tag und Nacht seitenlange Spiegelstrich-Texte wälzten, nebenbei aber schon die Ministerien aufteilten und per Twitter ihre Klientel bei Laune hielten. Das alles hatte es in Kiel nicht gegeben. Dabei hatten sie gedacht, Berlin ist die weite Welt und am Verhandlungstisch sitzen nur die ganz großen Strategen, die Macht und Einfluss souverän handhaben und die beim Kleingedruckten Gänsehaut bekommen. Weit gefehlt, hörte man, als die Kieler nach dem Berliner Debakel vor die Presse traten und ihr Bündnis bekräftigten. „So hätten wir nie verhandelt, dabei konnte nichts rauskommen“, war am Rande der Pressekonferenz zu hören. Und so urteilten hierzulande auch die Medien als sie schrieben: Hier sind die Profis und nicht in Berlin. In dieses Bild passt eine Entscheidung der Bundesregierung von letzter Woche. Wer, wie geschehen, den Beitrag zur Rentenversicherung um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent senkt und von Entlastung spricht, spielt mit seiner Glaubwürdigkeit. Angesichts von liquiden Mitteln in Höhe von rund 30 Milliarden Euro und einer Rücklage in ähnlicher Größenordnung, fühlt sich der Bürger bei einer „Entlastung“ in Höhe von 1,50 Euro, die er ab 1. Januar 2018 monatlich weniger zahlen muss, auf den Arm genommen. Wer Entlastung verspricht, sollte für sie sorgen, oder sich diese Art von Symbolpolitik verkneifen. Denn wer die Bürger nicht ernst nimmt, kann umgekehrt nicht erwarten, seinerseits ernst genommen zu werden. Was sagt ein solcher Kabinettsbeschluss denn anderes, als dass man nicht anders entscheiden konnte oder wollte, aber dennoch glaubt, der Bürger versteht das schon und findet es gut? Welch ein Irrtum! Vielleicht hilft das von der Bundeskanzlerin geforderte „tiefe Nachdenken“. Dabei sollte man von einem ausgehen: Wer den ersten Wählerauftrag nicht ausführen konnte, wird keinen zweiten bekommen, dann kommen andere Anbieter zum Zuge. Und: Wer neue Mehrheiten sucht, muss neue Inhalte, Ziele und Visionen anbieten. Wer also Digitalisierung, E-Mobilität und selbstfahrende Autos für die Themen der Zukunft hält, der muss sie oben auf die Agenda setzen. Wer im Klimawandel, der Energieversorgung und der Alterung der Gesellschaft Herausforderungen sieht, sollte mit deren Potenzialen werben, statt Risikoszenarien zu beschwören. Und wer nachdenkt, sollte die Gunst des Neuen, Unerwarteten erkennen, die uns das Ende des Berliner Jamaika-Ausflugs beschert hat und den Mut haben, neu zu denken. Wach genug sind wir dafür ja nun.

Nun muss der Einwand kommen, dass die Deutschen alles Disruptive in der Politik verabscheuen, also bloß nichts Neues! Und woher kommt dann Jamaika im hohen Norden? Ausgerechnet

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Peter Weiher, Journalist

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PRAXIS  & KV Q ualitätsberi c ht 2 0 1 6

Qualität ist kein Zufall Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein versorgen ihre Patienten auf einem medizinisch hohen Niveau. Das zeigt der aktuelle Qualitätsbericht, den die Kassenärztliche Vereinigung vorgelegt hat.

Der Bericht für das Jahr 2016 gibt einen Überblick über die Qualität ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen und sorgt für Transparenz in der ambulanten Versorgung. „Qualität ist eben kein Zufall, sie ist immer das Ergebnis angestrengten Denkens, wie schon der britische Schriftsteller John Ruskin sehr treffend sagte. Und sie ist zweifelsfrei die Absicht jedes Arztes und Psychotherapeuten“, sagte Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Die Patienten können sich darauf verlassen, dass die medizinischen Geräte den erforderlichen Qualitätsstandards entsprechen, die Hygienebedingungen in den Arztpraxen einwandfrei sind und Ärzte aktuelle Entwicklungen in der Medizin kennen. Belegte Qualität Mehr als 50 Behandlungs- und Untersuchungsverfahren in der ambulanten Versorgung durchlaufen mittlerweile die regelmäßigen Qualitätskontrollen der KVSH. Ärzte und Psychotherapeuten dürfen in diesen medizinischen Bereichen nur dann tätig werden, wenn sie die entsprechenden Fertigkeiten, operativen Ausstattungen und organisatorischen Voraussetzungen nachweisen. Ob der jeweils geforderte Qualitätsstandard erbracht und auch eingehalten wird, überprüft die KVSH. Nur wenn das der Fall ist, erhält der Arzt bzw. Psychotherapeut eine Behandlungsgenehmigung. 11 | 2017

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Qualität im Vergleich Qualität wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen und den Wettbewerb im Gesundheitswesen immer stärker bestimmen: Stichwort „Sektorenübergreifende Qualitätssicherung“, wo erste Vergleiche zwischen der ambulanten Versorgungsqualität und der im Krankenhaus angestrebt werden. Beispielsweise werden Herzkatheteruntersuchungen in Praxen und Kliniken auf den Prüfstand gestellt. Im vorliegenden Bericht wird außerdem der Alltag von Praxen beleuchtet, die sich unter ganz unterschiedlichen Bedingungen – z. B. in der Stadt und auf dem Land – um die Versorgung Opiatabhängiger kümmern. Eine schwierige Aufgabe, die auch in den kommenden Jahren engagierte Ärzte und kreative Lösungsansätze braucht, denn immer weniger Ärzte sehen sich in diesem Bereich einer ständig wachsenden Zahl von Patienten gegenüber. Der Qualitätsbericht 2016 und ein umfangreicher Datenteil stehen im Internet unter www.kvsh.de PresseSonderpublikationen als PDF-Datei zum Download bereit. Der Qualitätsbericht kann auch per E-Mail bestellt werden: presse@kvsh.de Jakob Wilder, KVSH aktuell

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PRAXIS  &  KV H onorarberi c ht 2 0 1 6

FKZ im Fokus Mit dem Honorarbericht 2016 veröffentlicht die KVSH Zahlen für das sechste Berichtsjahr. EBM aufgenommenen Leistungen des Kapitels 37 machen ein Volumen von rund 630.000 Euro aus. Mit ca. 545.000 Euro sind dabei die Hausärzte am stärksten beteiligt. An der positiven Entwicklung können nahezu alle Arztgruppen partizipieren. Sofern Umsatzrückgänge bei einzelnen Gruppen zu verzeichnen sind, ist dies durch strukturelle Änderungen in der

Die Gesamtvergütung ist mit rund 1,227 Milliarden Euro um 5 Prozent gegenüber 2015 gestiegen. Während der Bereich der Sonderverträge mit -2,1 Prozent etwas rückläufig ist, sind die Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) und die extrabudgetäre Vergütung (aMGV) um 4,7 sowie um 7,6 Prozent gestiegen. Die Steigerung der MGV beruht auf der Erhöhung des Orientierungswertes, der vom Bewertungsausschuss vorgegebenen Veränderungsrate (Morbi-Rate) sowie der positiven Entwicklung der Versichertenzahlen der Krankenkassen.

jeweiligen Gruppe begründet. Der Honorarbericht 2016 gibt wie gewohnt die Ergebnisse der einzelnen Arztgruppen in tabellarischer und grafischer Form detailliert wieder. Das Sonderkapitel befasst sich diesmal mit einer genaueren Betrachtung des Fremdkassenzahlungsausgleichs (FKZ). Dieser Zahlungsausgleich sorgt für die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen, die schleswig-holsteinische Versicherte in anderen Bundesländern in Anspruch nehmen. Genauso erhält die KVSH Zahlungen der anderen Kassenärztlichen Vereinigungen für Versicherte, die in anderen Bundesländern wohnen und in SchleswigHolstein behandelt werden.

Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) haben Auswirkungen auf die Umsätze, insbesondere der psychotherapeutischen Gruppen sowie der Humangenetiker. Die in Paragraf 119b SGB V ermöglichten Kooperationsverträge zwischen Vertragsärzten und Pflegeheimen und die zum 1. Juli 2016 in den 18

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Obgleich Schleswig-Holstein ein Urlaubsland ist, zahlt die KVSH mehr für die Behandlung „eigener“ Versicherter in anderen Bundesländern als sie für „fremde“ Versicherte erhält. Das liegt an der Metropolfunktion Hamburgs. Viele Schleswig-Holsteiner arbeiten in Hamburg und suchen dort Ärzte auf. Das gilt für die fachärztliche (ohne Laborleistungen) als auch für die hausärztliche Versorgung. aktuell

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PRAXIS  & KV

Deshalb stehen auch Hamburger Hausärzte mit über 864.000 Behandlungsfällen schleswigholsteinischer Versicherter an erster Stelle. Mit ca. 161.000 und 103.000 Fällen folgen Gynäkologen und Hautärzten. Auch in der anderen Richtung stehen diese drei Arztgruppen oben in der Tabelle. Schleswig-holsteinische Hausärzte haben rund 112.000 Behandlungsfälle aus Hamburg, gefolgt von Gynäkologen mit etwa 98.000 und Hautärzte mit 20.000 Behandlungsfällen. Ekkehard Becker, kvsh

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Der Honorarbericht 2016 sowie seine Vorgänger sind als PDF abrufbar auf www.kvsh.de  Presse  Sonderpublikationen  Honorarberichte

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PRAXIS  &  KV D iabetes - P rävention / D imini

eLearning und Zertifizierung

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Ab Januar 2018 können Ärzte Patienten online in das Dimini-Projekt (Diabetes mellitus? – Ich nicht!) zur Diabetes-Prävention einschreiben. Dazu brauchen teilnehmende Praxen lediglich einen KV-SafeNet-Anschluss*. Teilnehmende Ärzte müssen außerdem vorab ein zertifiziertes eLearning-Programm absolvieren. Wir beschreiben, wie das funktioniert.

Teilnahmeberechtigt sind alle zugelassenen, ermächtigten und angestellten Ärzte, die als Facharzt für Allgemeinmedizin, innere Medizin (hausärztlich) oder innere Medizin mit Schwerpunkt Diabetologie oder Nephrologie tätig sind. Die teilnehmenden Praxen brauchen einen Zugang zum sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen. In Schleswig-Holstein ist das KV-SafeNet. Ist dieser vorhanden, müssen sie noch zwei digitale Hürden überwinden, um am Projekt Dimini teilnehmen zu dürfen: 1. Zuerst absolvieren die Ärzte ein onlinegeführtes eLearning, welches unter https://elearning.dimini.kvsh.de/ erreichbar ist. Nach einer kurzen Registrierung führt einen das eLearning durch die Lernmodule. Für den erfolgreichen Abschluss des eLearnings, das rund 20-45 Minuten dauert, erhält der Arzt das Dimini-Zer20

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tifikat, welches zur Durchführung am Projekt Dimini berechtigt. Gleichzeitig werden bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein zwei Fortbildungspunkte gutgeschrieben. 2. Als zweiter Schritt ist eine Registrierung in der Dimini-WebAnwendung nötig, welche unter https://dimini.ekvsh.kvsafenet.de/registrieren.xhtml zu finden. Hat der Arzt die Registrierung abgeschlossen, überprüft die KVSH, ob alle Voraussetzungen für die Teilnahme am Projekt Dimini erfüllt sind. Ist dies der Fall, schaltet die KVSH seinen Zugang zur Dimini-WebAnwendung frei. Der Arzt wird darüber per E-Mail informiert. Danach kann es losgehen. Mit einem aktuellen Browser gelangt er auf die Web-Anwendung und kann sofort damit beginnen, Patienten einzuschreiben. aktuell

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PRAXIS  & KV Patienten und Datenschutz Die teilnehmenden Ärzte und medizinischen Fachangestellten entwickeln einen Blick für potenzielle Diabetes-Risikopatienten. Sofern Patienten Interesse an dem Projekt aussprechen, werden in der Dimini-Web-Anwendung die Ein- und Ausschlusskriterien abgefragt, bevor die Dokumentation beginnt. Nach dem Erfassen der Patienten-Stammdaten werden dem Teilnehmer eine Teilnahmeerklärung sowie Datenschutzmerkblätter ausgehändigt, die über die Studie, den Programmverlauf, die Datenschutzbestimmungen und ihre Rechte informieren. Unterschreibt der Patient die Teilnahmeerklärung, beginnt die Dokumentation in der Dimini-Web-Anwendung. Die Web-Anwendung führt die Nutzer automatisch durch alle relevanten Schritte. Auch die Durchführung des Diabetes-Risikotests sowie das Ausfüllen eines soziodemografischen Fragebogens erfolgen online. Alle Patientendaten werden in der Dimini-Web-Anwendung erfasst. Diese wird ausschließlich im KV-SafeNet betrieben. Die Web-Anwendung ist nur über das „https“-Protokoll erreichbar. Somit sind alle übermittelten Daten verschlüsselt und sicher. Die Weitergabe der Daten an das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav), das für die wissenschaftliche Analyse der Dimini-Daten zuständig ist, erfolgt pseudonymisiert ohne persönliche Patientenangaben.

die Gesundheitskompetenz der teilnehmenden Versicherten durch eine optimierte Ansprache und Kommunikation zu stärken und die Risikopatienten für mögliche individuelle gesundheitliche Risiken zu sensibilisieren. Mittels standardisiertem Fragebogen wird das Risiko, in den nächsten zehn Jahren an einem Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, ermittelt. Bei Vorliegen eines relevanten Diabetesrisikos sollen geeignete Maßnahmen zur Lebensstilveränderung eingeleitet werden, um die Gesundheitskompetenz der Versicherten zu fördern und die Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 2 und dessen Folgeerkrankungen, wie Erblindung, Nierenversagen (bis hin zur Dialyse oder Nierentransplantation), diabetisches Fußsyndrom, Amputation, Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Depression, zu verhindern oder das Risiko der Erkrankung zu vermindern. Mit Hilfe der Versorgungsstruktur und einer standardisierten Ansprache sollen Patienten mit hohem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Prädiabetes oder einen bisher noch nicht diagnostizierten Diabetes mellitus Typ 2 frühzeitig identifiziert und unter ärztlicher Begleitung zur eigenverantwortlichen und aktiven Änderung ihres Lebensstils motiviert werden. Sven Seiller, Jakob Wilder, KVSH

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Dimini – unsere Praxis ist dabei! Kennen Sie Ihr persönliches Diabetes-Risiko? Kommt Diabetes in Ihrer Familie vor? Bewegen Sie sich im Alltag eher wenig? Haben Sie Probleme mit Ihrem Körpergewicht? Partner in Schleswig-Holstein

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Mehr Informationen unter www.kvsh.de Das Dimini-Projekt Inhaltliche Beratung zu Dimini Dimini-Büro Stadtweg 49, 24837 Schleswig  Tel. 04621 855 425, Fax 04621 855 426  E-Mail: info@dimini.net

Ziele des Dimini-Projektes sind: ƒƒ Screening von Versicherten mit Risikofaktoren für Diabetes mellitus Typ 2 ƒƒ Nachweis der Tauglichkeit des FINDRISK-Tests** für die Übernahme in die Regelversorgung Diabetes mellitus Typ 2 gehört zu einer der häufigsten Erkrankungen. In Deutschland sind etwa acht Millionen Menschen betroffen. Der Typ-2-Diabetes bleibt nach internationalen Untersuchungen in bis zu 50 Prozent der Fälle über lange Jahre unentdeckt und wird oft erst im Rahmen einer Routine-Laboruntersuchung auffällig. Die Ziele des Dimini-Projektes bestehen darin, 11 | 2017

Nordlicht

Technische Beratung, z. B. zu KV-SafeNet Telematik-Team der KVSH Tel. 04551 883 888 E-Mail: telematik@kvsh.de *B itte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht. **F INDRISK-Evaluation 2007: Prof. Dr. Peter E. H. Schwarz, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden aktuell

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PRAXIS  &  KV S erie

Kreisstelle Neumünster

Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen.

Motto Gemeinsam sind wir stark

Termine Beiratssitzungen: Vierteljährlich im „Restaurant am Kantplatz“ in Neumünster

Vorsitzender Jörg Schulz-Ehlbeck, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin Tel. 04321 47744 Fax 04321 41601 kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreisstelle

Neumünster Stellvertreter Dr. Cay Nebendahl, Facharzt für Innere Medizin (hausärztlich) Tel. 04321 29577

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ƒƒ V  erbesserung der Notdienststruktur, insbesondere Vergrößerung des Kreises der Teilnehmer ƒƒ Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus in der Notfallambulanz

Selbstverständnis der Kreisstelle Gute und nützliche Arbeit

Drei gute Gründe, sich in der Kreisstelle Neumünster zu engagieren

Sekretariat Heike Heers, Großflecken 26, 24534 Neumünster, Tel. 04321 47744, Fax 04321 41601 kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Weitere Beiratsmitglieder Jürgen Elis, Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Dr. Götz Gunnar Gerhardt, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. Elisabeth Kraft, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Ulrike Staffeld, Fachärztin für Innere Medizin(hausärztlich) Dr. Svenja Thiele, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. Jens Wachholtz, Facharzt für Allgemeinmedizin

Aktuelle Projekte in Neumünster

Die Kreisstelle Neumünster kümmert sich auch um den ärztlichen Nachwuchs und unternimmt dazu Folgendes

ƒƒ W  er nicht mitmacht, mit dem wird gemacht. ƒƒ Ideale Möglichkeit, Kollegen kennenzulernen, sich auszutauschen und zu vernetzen zur Verbesserung der Patientenversorgung ƒƒ Hausarzt-Facharzt-Zusammenarbeit vor Ort mitgestalten

ƒƒ M  itarbeit mehrerer Praxen bei den CAU-Studenten-Blockkursen in der Allgemeinmedizin ƒƒ Enge Kontakte mit den leitenden und nachgeordneten Krankenhausärzten zur gezielten Ansprache potenziell niederlassungswilliger Kollegen.

Nordlicht

aktuell

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PRAXIS  & KV

Anbindung an die TI

E - H ealth

Die Telematikinfrastruktur (TI) soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen miteinander vernetzen. Für die Anbindung der Praxen sind die ersten Komponenten zugelassen worden.

© istock.com/olm26250

Anschluss an die TI bis Ende 2018 Die Frist für das erste Versichertenstammdatenmanagement wurde vom Gesetzgeber auf den 1. Januar 2019 verschoben. Das heißt: Praxen müssen bis Ende 2018 an die TI angeschlossen sein, um spätestens ab 1. Januar 2019 die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte online prüfen und aktualisieren zu können. Für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur benötigen Praxen einen Konnektor, ein E-Health-Kartenterminal, einen VPN-Zugangsdienst und einen Praxisausweis. Außerdem muss das Praxisverwaltungssystem angepasst werden. Erster Konnektor auf dem Markt Bei den von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) zugelassenen Komponenten handelt es sich bisher um einen Konnektor („KoCoBox MED+“ des Unternehmens KoCo Connector), ein E-Health-Kartenterminal („ORGA 6141 online“ des Unternehmens Ingenico Healthcare) und einen VPN-Zugangsdienst (CompuGroup Medical Deutschland). Eine aktuelle Übersicht finden Sie unter: www.kbv.de/media/ sp/Zulassungsliste_TI_Komponenten.pdf Praxisausweis kurz vor der Zulassung Auch für den Praxisausweis, die sogenannte SMC-B, gibt es einen ersten von der gematik zugelassenen Anbieter – die Bundesdruckerei (Stand: Ende November 2017). Den Ausweis benötigen Praxen zur Registrierung als medizinische Einrichtung, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann. Bei dieser Komponente ist neben der gematik-Zulassung zusätzlich eine 11 | 2017

Nordlicht

Zulassung für die einzelnen Sektoren notwendig. Die Bundesdruckerei hat eine solche für den zahnärztlichen Bereich erhalten; für den vertragsärztlichen Bereich wird dies in Kürze erwartet. Sobald die Zulassung vorliegt, können Arzt- und Psychotherapeutenpraxen einen Praxisausweis beantragen. Die KVSH wird die Praxen über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten. Weitere Anbieter Anfang 2018 erwartet Die aktuell erteilten Zulassungen der Komponenten stellen erst den Anfang dar. In der ersten Jahreshälfte 2018 werden weitere Zulassungen für Komponenten-Anbieter sowie für dne Praxisausweis erwartet. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt Informationen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten zur Ti auf einer eigenen Themenseite im Internet zur Verfügung (Ausstattung der Praxen, Finanzierung, Pauschalen) www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php Die KVSH wird die Praxen in Schleswig-Holstein außerdem rechtzeitig über die aktuellen Entwicklungen in Sachen TI informieren. Beachten Sie dazu bitte unsere Telematik-Newsletter und die Informationen auf www.kvsh.de. KBV/Redaktion

aktuell

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PRAXIS  &  KV N eue B ros c hüre

„Vielfalt in der Praxis“ Die Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund steht im Mittelpunkt einer neuen Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Das Serviceheft „Vielfalt in der Praxis“ richtet sich an niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, um diese bei der Behandlung zu unterstützen.

Die Broschüre enthält auf 20 Seiten Tipps zum kultursensiblen Umgang, die unter anderem ein niedergelassener Kardiologe mit syrischem Migrationshintergrund gegeben hat. Eine Kinder- und Jugendärztin sowie ein Psychiater schildern ebenfalls ihre Erfahrungen. Anregungen kommen darüber hinaus von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoğuz, und von der Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld. Der Serviceteil bietet weiterführende Informationen, die im Praxisalltag hilfreich sein können, unter anderem über Patienteninformationen in Fremdsprachen.

Zum Hintergrund Seit vielen Jahrzehnten kommen Menschen nach Deutschland, beispielsweise um hier zu arbeiten oder Schutz zu suchen. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Vertragsärzte und -psychotherapeuten behandeln täglich Patienten aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen. So unterschiedlich die Herkunftsländer und Kulturen sind, so verschieden können die Erwartungen und Bedürfnisse sein, die Patienten haben, wenn sie in der Praxis versorgt werden. KBV/Redaktion

Bestellhinweis Das Serviceheft „Vielfalt in der Praxis“ kann kostenfrei per E-Mail bei der KBV bestellt werden (versand@kbv.de). Es steht außerdem auch online in der KBV-Mediathek als barrierefreie Webversion bereit: www.kbv.de/838223 24

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________25 Patienten auf die Telefonnummer der Terminservicestelle hinweisen___________29 Kündigung – Ambulante Krebsnachsorge und Nachsorgepass__________________29 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM)__________________________29 Hilfsmittelabgabe in der Praxis__________________________________________29

Aus der Zulassungsabteilung Ab 1. Januar 2018 Ausschreibungen von Vertragsarztsitzen durch die KVSH Seit dem 1. Januar 2018 schreibt die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Vertragsarztsitze zur Nachbesetzung ausschließlich auf ihrer Homepage unter www.kvsh.de aus. Die Veröffentlichung der Ausschreibungen erfolgt zum Monatsbeginn mit einer Bewerbungsfrist bis zum Monatsende. Ärzte/Psychotherapeuten, die in einer Warteliste stehen, werden nach wie vor per E-Mail über eine Ausschreibung informiert, sofern der Praxisabgeber dies wünscht. Formlose Bewerbung Zur Einhaltung der Bewerbungsfrist reicht zukünftig eine formlose Bewerbung aus. Gerne auch per Mail an: zulassung-bewerbung@kvsh.de. Dies gilt ausschließlich für Nachbesetzungsverfahren und nicht für Stellen, die aufgrund der Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen durch den Landesausschuss ausgeschrieben werden. Veröffentlichungen aus der Zulassungsabteilung Nach wie vor wird an dieser Stelle über Sonderbedarfsfeststellungen und Ermächtigungen informiert werden unter Hinweis auf die Möglichkeit zur Einlegung von Widersprüchen.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de):

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Name

Fachgruppe

Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus

Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologische Diagnostik bzw. Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionstherapie

Bargfeld-Stegen, Ahrensburg

Dr. med. Klaus Graeber

Radiologische Diagnostik

Rendsburg

Prof. Dr. med. Joachim Brossmann

Radiologische Diagnostik

Rendsburg

Dr. med. Ingrid Harich

Radiologische Diagnostik

Neumünster

Tip Dr. (TR) Ismail Yildiz

Kinder- und Jugendmedizin

Neumünster

Dr. med. Thomas Kunz

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Heide

Dr. med. Klaus-Dieter Luitjens

Chirurgie

Heide

Dr. med. Michael Glaubitz

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Heide

Nordlicht

Ort

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Thomas Klaus Schmitt

Anästhesiologie

Sylt OT Westerland

Alexander Steinmetz

Radiologie

Sylt OT Westerland

Annette Luise Schmitz

Anästhesiologie

Neustadt

Dr. med. Bernd Kisse

Plastische Chirurgie

Neustadt

Dr. med. Timm Bobka

Orthopädie

Oldenburg

Dr. med. Mariam Kaspari

Pneumologie/Pulmologie

Flensburg

Dr. med. Claudia Wardius

Radiologie

Schleswig

Dr. med. Sarah von Spiczak Brzezinski

Kinder- und Jugendmedizin

Schwentinental OT Raisdorf

Dagmar Schreyer

Neurologie, Psychiatrie

Elmshorn

Dr. med. Jochen Brack

Psychiatrie und Psychotherapie

Geesthacht

Herbert Görne

Allgemeinmedizin

Geesthacht

Dr. med. Renata Kreibich

Psychiatrie und Psychotherapie

Geesthacht

Dr. med. Hans-Dietrich Ehrenthal

Psychiatrie und Psychotherapie

Neustadt

Holger Elbing

Innere Medizin

Rendsburg

Birgit Gütte

Arzt

Lübeck

Dr. med. Markus Weber

Psychiatrie und Psychotherapie

Lübeck

Dr. med. Kai Wendt

Psychiatrie und Psychotherapie

Lübeck

Dr. med. Frank Oliver Hauf

Psychiatrie und Psychotherapie

Breklum

Dr. med. Christoph Mai

Psychiatrie und Psychotherapie

Breklum

Dr. med. Peter Hans Hauptmann

Psychiatrie und Psychotherapie

Bargfeld-Stegen

Dr. med. Edda Oppermann

Psychiatrie und Psychotherapie

Rickling

Renate Paulssen-Wolf

Psychiatrie

Rickling

Silvia Pelka

Allgemeinmedizin

Rickling

Dr. med. Wolfram Schreiber

Psychiatrie und Psychotherapie

Rickling

Andreas Steimann

Psychiatrie und Psychotherapie

Rickling

Hilde Wolski

Innere Medizin/Nephrologie

Bokholt-Hanredder

Dr. med. Holger Zeidler

Innere Medizin

Kiel

Dr. med. Jens Stevens

Innere Medizin/Kardiologie

Kiel

Dr. med. Clemens von Reusner

Innere Medizin/Kardiologie

Wyk auf Föhr

Dr. med. Dirk-Peter Drescher

Innere Medizin/Kardiologie

Flensburg

Dr. med. Ulrich Rauschenbach

Innere Medizin/Kardiologie

Flensburg

Dr. med. Fjoralba Duka

Innere Medizin/Kardiologie

Pinneberg

Dr. med. Agnes Wolny

Innere Medizin/Kardiologie

Bad Oldesloe

Dr. med. Udo Desch

Innere Medizin/Kardiologie

Lübeck

PD Dr. med. Ali Aydin

Innere Medizin/Kardiologie

Reinbek

Dr. med. Frank Himmel

Innere Medizin/Kardiologie

Eutin

Dr. med. Per Martius

Innere Medizin/Kardiologie

Geesthacht

Dr. med. Stefan Kuster

Innere Medizin

Ratzeburg

Dr. med. Hans-Carsten Joachim

Innere Medizin/Kardiologie

Eckernförde

Dr. med. Volker Jentzen

Innere Mediziin

Neumünster

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Thomas Brücker

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

23774 Heiligenhafen, Allgemeinmedizin Fischerstraße 5

01.01.2018

Dr. med. Thomas Haller

Dr. med. Sara Fuckert – halbe Zulassung –

23552 Lübeck, Klingenberg 6 – 9

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.01.2018

Universitäres MVZ Lübeck der Ambulanzzentrum des UKSH gGmbH zur Umwandlung in eine Zulassung ausgeschriebene halbe Angestelltenstelle

Dipl.-Soz.-Päd. Nadja Ritterson – halbe Zulassung –

Hansenstraße 3, 25813 Husum

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.11.2017

Dipl.-Psych. Bettina Köster

Dipl.-Psych. Fabian-Tristan Ritterson – halbe Zulassung –

25938 Oevenum, Buurnstrat 71

Psychologische Psychotherapie

01.11.2017

Dr. med. Karin Carstesen-Ziegler

Dipl.-Psych. Imke Hoyer

23843 Bad Oldesloe, Grabauer Straße 17

Psychologische Psychotherapie

01.09.2017

Dipl.-Psych. Roger Reinhold

Dr. med. Stefanie Russlies – halbe Zulassung –

23568 Lübeck, Zwinglistraße 4

Allgemeinmedizin, ausschließlich psychotherapeutisch

01.11.2017

Dipl.-Psych. Sabine Mothes

Dipl.-Psych. Marianne Gerber-Moritz – halbe Zulassung –

23909 Ratzeburg, Seestraße 23

Psychologische Psychotherapie

01.11.2017

Dipl.-Psych. Lutz Jeute – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Sandra Aures – halbe Zulassung –

22926 Ahrensburg, Rathausplatz 31

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.01.2018

Martha Stracke – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Géza Apel – halbe Zulassung –

24211 Schellhorn, Wehrbergallee 3

Psychologische Psychotherapie

02.01.2018

Dipl.-Psych. Antje Doll – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Karsten Wittke – halbe Zulassung –

24109 Kiel, Klingkoppel 1

Psychologische Psychotherapie

01.11.2017

Prof. Dr. rer. soc. habil. Wolf-Dieter Gerber

Dr. med. Stephan Valina – weitere halbe Zulassung –

23552 Lübeck, Mengstraße 66 –70

Plastische und Ästhetische Chirurgie

02.01.2018

Dr. med. Karl-Gustav Bräutigam

Dr. med. Marcel Seller

25524 Itzehoe, Lindenstraße 49

Orthopädie und Unfallchirurgie

01.01.2018

Dr. med. Michael Rüping

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

12 | 2017

Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Eva-Maria Ebner

23758 Oldenburg, Mühlenkamp 5

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

01.04.2018

Dr. med. Bahram Rozeh – halbtags – – Sonderbedarf –

MVZ Radiologie Prüner Gang

24103 Kiel, Prüner Gang 16 –20

Radiologische Diagnostik

01.10.2017

Johannes Jürgens – ganztags –

Dr. med. Robert Kruse

24969 Großenwiehe, Dorfstraße 5 b

Innere Medizn/ hausärztlich

04.10.2017

Emine Han – ganztags –

Dr. med. Sabine von Heyer, Dr. med. Christian von Heyer und Dr. med. Henning Rasche

24937 Flensburg, Rathausstraße 1–3

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

13.10.2017

Dr. med. Friederike Wohlschläger – halbtags –

MVZ Strahlenzentrum Hamburg

25337 Elmshorn, Agnes-Karll-Allee 21 a

Strahlentherapie

12.10.2017

Dr. med. Stefan Huttenlocher – ganztags –

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

MVZ Dr. Staber & Kollegen 24149 Kiel, Kiel Schönkirchener Straße 78

Laboratoriumsmedizin

16.10.2017

Evadne Parulan-Holzhüter – vierteltags –

MVZ Lubinus GmbH

24106 Kiel, Steenbeker Weg 25

Orthopädie und Unfallchirurgie

13.10.2017

Dr. med. Thomas Jurda – vierteltags –

Augenklinik Rendsburg MVZ

24116 Kiel, Arndtplatz 4

Augenheilkunde

15.10.2017

Anja Wruck – halbtags –

MVZ Manhagen

22927 Großhansdorf, Sieker Landstraße 19

Orthopädie und Unfallchirurgie

12.10.2017

Dr. med. Andreas Knopp – halbtags –

Dr. med. Matthias Eppel

24811 Owshlag, Bahnhofstraße 17

Allgemeinmedizin

01.11.2017

Wiebke Schuldt – ganztags –

Carolin Zeugke

24119 Kronshagen, Eichkoppelweg 74

Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

01.11.2017

Dr. med. Kerstin Neveling – ganztags –

Jürgen Heesch

23554 Lübeck, Triftstraße 145

Allgemeinmedizin

01.11.2017

Anne-Marie Krapat – ganztags –

Dres. med. G. Schenk u. C. Haas

23738 Lensahn, Eutiner Straße 10

Allgemeinmedizin

01.11.2017

Dr. med. Claudia Freitag-Bake – halbtags –

MVZ am Prinzesshofpark gGmbH

25524 Itzehoe, Viktoriastraße 8

Urologie

01.11.2017

Dörthe Elisabeth Liemann – ganztags –

Karen Hartwig

22946 Trittau, Bahnhofstraße 37

Allgemeinmedizin

16.10.2017

Svitlana Kuhnt – dreivierteltags –

Cora Kube/Dr. med. Wolfgang Bauer

23879 Mölln, Hauptstraße 49

Allgemeinmedizin

01.12.2017

Verena Geithe-Vogel – halbtags –

Dr. med. Catherine Walliser

24340 Eckernförde, Carlshöhe 42

Allgemeinmedizin

27.10.2017

Dr. med. Bettina Vautrin – halbtags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Pascal Gasirabo

Allgemeinmedizin

24576 Bad Bramstedt, Ochsenweg 26

24576 Bad Bramstedt, Landweg 33

01.01.2018

Doctora medicine Univers./ Prishtina Driton Gerdovci

Allgemeinmedizin

24601 Wankendorf, Dorfstraße 17

24601 Wankendorf, Röterberg 2

01.12.2017

Dr. med. Britta Jungbluth

Allgemeinmedizin

22145 Stapelfeld, Am Ecksoll 19

22145 Stapelfeld, Hinter der Schule 1 b

01.11.2017

Dipl.-Psych. Cecile Wille

Psychologische Psychotherapie

25469 Halstenbek, Seestraße 252

25474 Bönningstedt, Am Markt 10

01.01.2018

Dr. med. Susanne May

Psychiatrie und Psychotherapie, ausschließlich psychotherapeutisch

24220 Flintbek, Müllershörn 2 c

24631 Langwedel, Uhlenbarg 2

02.01.2018

Dipl.-Soz. Päd. Claudia von Iljin

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

25335 Elmshorn, Kirchenstraße 11

25335 Elmshorn, Peterstraße 18

08.01.2018

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Patienten auf die Telefonnummer der Terminservicestelle hinweisen Die Terminservicestelle (TSS) der KVSH vermittelt unter der Telefonnummer 04551 30 40 49 31 Termine bei Fachärzten und Psychotherapeuten. Leider kommt es immer wieder vor, dass Patienten nicht diese Nummer erhalten, sondern stattdessen die Telefonnummer der KVSH. Wir möchten deshalb alle Ärzte und Psychotherapeuten bitten, ihren Patienten die korrekte Telefonnummer der TSS mitzuteilen. Diese ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr telefonisch zu erreichen.

Kündigung – Ambulante Krebsnachsorge und Nachsorgepass Zum 31. Dezember 2017 wurde die Vereinbarung über die Ambulante Krebsnachsorge vom Landesverband der IKK Nord gekündigt. Somit kann IKK-Versicherte die Pauschale für den onkologischen Nachsorgepass (99075) nicht mehr abgerechnet werden. Weiterhin ist jedoch eine Abrechnung gegenüber den Betriebskrankenkassen möglich.

Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 22. November 2017 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Januar 2018 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 486.

Hilfsmittelabgabe in der Praxis Die AOK Nord/West teilt mit, dass alle Verträge zur Abgabe von Hilfsmitteln in der Praxis (z. B. Blutzuckermessgeräte) gemäß Paragraf 128 SGB V aufgrund eines Sozialgerichtsurteils gekündigt werden müssen. Die betroffenen Praxen werden von der AOK noch direkt informiert. Eine „Vorratshaltung“ von Messgeräten ist nicht mehr zulässig, sodass bei der entsprechenden Indikation ein Hilfsmittelrezept zulasten der jeweiligen Krankenkasse auszustellen ist.

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aktuell

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

KV Thüringen weitet Niederlassungsförderung aus Weimar – Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen hat ihr Förderpaket für ärztliche Niederlassungen erweitert. Die Vertreterversammlung beschloss dazu eine Änderung des Sicherstellungsstatuts. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, ärztliche Niederlassungen künftig auch an sogenannten Sicherstellungsbrennpunkten zu fördern. Es geht um Orte bzw. Regionen, in denen ambulant tätige Ärzte fehlen oder in den Ruhestand gehen wollen, die der Gesetzgeber aber nicht als unterversorgt definiert. In solchen Regionen ist eine Niederlassungsförderung nach dem Gesetz bisher nicht vorgesehen. „Wir wollen, dass Arztpraxen dort erhalten werden bzw. neu entstehen, wo sie von den Patienten benötigt werden. Dem tragen die gesetzlichen Regelungen bisher nur in unzureichendem Maße Rechnung. Deshalb gehen wir mit unserer Förderung deutlich über das gesetzliche Maß hinaus,“ erklärte die erste Vorsitzende des Vorstandes der KV Thüringen, Dr. Annette Rommel.

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KV Baden-Württemberg veröffentlicht Versorgungsbericht 2017 Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat den Bericht „Die ambulante medizinische Versorgung 2017“ veröffentlicht. Die Körperschaft berichtet darin über Projekte, Förderprogramme und aktuelle Trends rund um die Tätigkeit der rund 21.900 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Ländle. Ab Frühjahr 2018 wird es in Baden-Württemberg unter anderem eine neue Form der Arztpraxis geben: DocDirekt ermöglicht Patienten bei akuten Erkrankungen eine telemedizinische Beratung. Zunächst nur im Landkreis Tuttlingen und der Stadt Stuttgart, aber nach einem erfolgreichen Testlauf auch im ganzen Bundesland. Der Bericht informiert außerdem über den Trend, in kooperativen Praxisstrukturen tätig zu sein. Waren es im Jahr 2012 in Baden-Württemberg noch 1.062 Praxen, die angestellte Ärzte beschäftigten, so sind es im Jahr 2017 bereits 1.782 Praxen.

KV Rheinland-Pfalz will mehr Praxiskliniken

Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin gestartet

Mainz – Niedergelassene Ärzte sollten künftig vermehrt stationäre Aufgaben übernehmen, um Kliniken zu entlasten, unnötige Aufenthalte zu vermeiden und die medizinische Versorgung effizienter zu gestalten, fordert die KV RheinlandPfalz (KV RLP). Bislang habe der Gesetzgeber überwiegend Regelungen getroffen, die Krankenhäuser zur ambulanten Versorgung berechtigen, kritisierte der Vorsitzender des Vorstandes, Dr. Peter Heinz. Ein Ansatz wäre beispielsweise, eine vertragsärztliche, ambulante Versorgung zusammenhängend über mehrere Tage zu ermöglichen und zu etablieren, forderte Heinz. Um die Sektorengrenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu überwinden, stellten Praxiskliniken eine Lösung dar, die bereits seit 1989 im Sozialgesetzbuch Erwähnung finden. In einer Praxisklinik würden Versicherte durch die Zusammenarbeit mehrerer Vertragsärzte ambulant und stationär versorgt, erklärte die KV RLP. Der Gesetzgeber sei gefordert, damit sich Praxiskliniken in der Versorgung etablieren könnten. Notwendig seien bessere finanzielle und gesetzgeberische Rahmenbedingungen. Dazu gehöre zum Beispiel auch die Schaffung eines eigenen Vergütungssystems analog dem DRG-System und die Etablierung eines eigenen Leistungserbringerstatus. Außerdem seien gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Krankenhäusern und Praxiskliniken – etwa durch öffentliche Investitionszuschüsse – zu schaffen.

Düsseldorf – Um dem Hausarztmangel in Nordrhein entgegenzutreten, haben Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, die Krankenhausgesellschaft NordrheinWestfalen und die fünf Universitäten des Rheinlands in Essen das „Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Nordrhein“ gegründet. Ärzte, die den Facharzt für Allgemeinmedizin anstreben, werden zukünftig über spezielle Weiterbildungsangebote auf einem einheitlichen Niveau berufsbegleitend gefördert. Im sogenannten SkillsLab der Uniklinik Essen (UDE) sind zudem Simulations-Patienten-Programme fester Bestandteil der Schulungen. Die angehenden Hausärzte werden durch hausärztliche Mentoren und Niederlassungsberater unterstützt, um die Schwelle zur ambulanten Tätigkeit als Hausarzt und zur Niederlassung in einer Praxis zu senken. Das Angebot soll die Jungmediziner vom Beginn der Weiterbildung bis zur Facharztqualifikation begleiten. Das Zentrum versteht sich als „ein modernes Personalentwicklungsprogramm, das Mut zur Hausarztmedizin durch praxisrelevante Trainings, Kontakt mit den Rollenvorbildern und durch die persönliche Entwicklung“ machen soll.

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aktuell

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PRAXIS  &  KV P sy c hotherapie

Psychotherapie per Internet? Schon seit geraumer Zeit werden Programme im Internet zur psychischen Unterstützung von Patienten angeboten. Viele sehen hierin bereits die Internet-Psychotherapie begründet. Andere betrachten diese online-basierten Programme lediglich als ergänzende Hilfsmittel. Der Psychotherapeut selbst steht dieser Entwicklung teilweise noch ziemlich unbedarft gegenüber. Es gibt kaum eine rechtliche wie berufsrechtliche Basis, keine Grundlage für eine Vergütung, wenig niedergelegte Qualitätsstandards und der Datenschutz für diesen hochsensiblen Bereich scheint auch schwierig. Doch trotz allem schreitet die Entwicklung voran. Aus diesem Grunde hat sich die Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein entschlossen, diesem Thema einen Fortbildungstag zu widmen. Internet und Computer in der Psychotherapie Die einen – vornehmlich Krankenkassen – sehen in online-basierten Coaching-Programmen bereits die kostengünstige InternetPsychotherapie. Andere schränken deren Einsatz als Ergänzung zur herkömmlichen Psychotherapie ein. In der Wissenschaft wird immer häufiger unverhohlen von Internettherapie gesprochen und angeführt, dass es bezüglich der Wirksamkeit keine signifikanten Unterschiede zu herkömmlichen Psychotherapieverfahren gebe. Für die Internettherapie spreche, dass Hemmschwellen bei der Inanspruchnahme niedrig sind, man sei zeitlich flexibel und das Aufrufen des Programms sei leicht in den Alltag der Patienten einzubinden. Auch wird angeführt, dass sich Betroffene schneller öffnen würden. Gegen Internet und Computer in der Psychotherapie wird die fehlende direkte und persönliche therapeutische Beziehung von Mensch zu Mensch angeführt. Viele wichtige Wirkfaktoren einer klassischen psychotherapeutischen Behandlung kommen nicht zum Zuge. Auch sind die diagnostischen Möglichkeiten sowie die Anwendungsbereiche stark eingeschränkt. Beispielsweise sei akute Krisenintervention online nicht möglich. Und für alle Störungen, die durch neue Medien und deren Umgang damit sowie durch ungesunde hektische Lebensweise begründet sind, sei der Computer in der Psychotherapie eher schädlich als hilfreich. Internet in der Psychotherapie ist so, als wenn man bei den Treffen der Anonymen Alkoholiker Alkohol darreichen würde, formulieren Psychotherapeuten, die dieses Medium in der Behandlung gänzlich und strikt ablehnen.

eingeplant. Die Veranstaltung findet am Sonnabend, 17. Februar 2018 von 9.00 bis 16.00 Uhr im Wissenschaftszentrum Kiel statt. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben – jedoch ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich (info@pksh.de); Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2018. Veranstaltungs-Programm In einem ersten Teil werden die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Anwendung mediengestützter Interventionen dargelegt. Ein Jurist beleuchtet die derzeitigen Möglichkeiten von internetbasierter Behandlung sowie die zukünftig zu findenden rechtlichen Regelungen für diesen Bereich. Diesem Vortrag folgt eine Vorstellung der Anwendungsbereiche und der Funktion sowie der Qualitätskriterien internetbasierter Interventionen zur Behandlung psychischer Störungen. Die Wirksamkeit wird ebenso hinterfragt wie die Sinnhaftigkeit sie in die bestehende Versorgung zu integrieren. Zuletzt werden den Teilnehmern in einem praktisch orientierten Workshop bereits evaluierte internetbasierte Programme für die Bereiche Depression, Angst- und Panikstörung vorgestellt. Die Inhalte und Funktionsweisen dieser Programme werden erläutert und können ausprobiert und gemeinsam besprochen werden. Der Veranstalter erwartet einen regen Austausch sowie eine lebendige Diskussion über die Einsatzmöglichkeiten sowie Grenzen derartiger internetbasierter Angebote. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

Internetbasierte Angebote in der Behandlung psychischer Störungen Die Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein (PKSH) möchte mit einem ersten Fortbildungstag über die derzeitige Lage informieren sowie verschiedene Aspekte dieses hochsensiblen und kontrovers diskutierten Bereiches beleuchten. Im Programmablauf sind ausdrücklich Zeiträume für Fragen der Teilnehmer

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die menschen im land V or O rt

Klassik mit Klasse feiert Jubiläum

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Die Bergedorfer Musiktage sind mittlerweile eine feste kulturelle Institution und aus dem Veranstaltungskalender vieler musikbegeisterter Hamburger und SchleswigHolsteiner nicht mehr wegzudenken. Seit 15 Jahren stellen Dr. Farhang Logmani aus Wentorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) und sein Team ein Klassikprogramm zusammen, das sich auch hinter großen Festivals nicht verstecken muss.

Dr. Farhang Logmani, hauptberuflich Allgemeinmediziner und Facharzt für Gynäkologie, ist leidenschaftlicher Klavierspieler. Er hat außerdem ein Händchen für außergewöhnliche Aufführungen und stimmungsvolle Veranstaltungsorte und holt seit Jahren international bekannte Musiker nach Bergedorf und Umgebung. Wenn dort wieder ein klassisches Konzert auf dem Programm steht, ist Logmani meistens mit von der Partie. Und das seit 15 Jahren, auf höchstem musikalischem Niveau und gern auch mit internationalem Flair, denn wenn wieder zu den Bergedorfer Musiktagen geladen wird, bleiben kaum Wünsche offen. Was er und sein Team jedes Jahr auf die Beine stellen, schaffen selbst große Konzertveranstalter nur mit großer Mühe. Mit 25 Konzerten von Bach über Chopin bis Schumann und fast 5.000 Besuchern haben sich die ehrenamtlich tätigen Organisatoren in diesem Jahr wieder selbst übertroffen. „Es ist gar nicht so leicht, immer neue Highlights zu kreieren, aber zum Glück konnten wir auch 2017 wieder 32

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wunderbare Musiker und Sänger aus aller Welt für unsere Musiktage begeistern“, sagt Logmani nicht ohne Stolz. Klassische Musik auf höchstem Niveau Ein besonderes Highlight war im Sommer 2017 die Oper „La Traviata“ von Guiseppe Verdi, die Doris Vetter, Leiterin des Chorverbandes Hamburg e. V., mit internationalen Opernstars, wie Liudmila Lokaichuk, Patrick Vogel und Viktor Rud auf der Bühne des Hauses im Park in Bergedorf inszeniert hat. Zwei ausverkaufte Vorstellungen lautete die Bilanz des traumhaften Opernabends. Doch die Musiktage im Osten Hamburgs bieten schon lange mehr als nur ein reines Bühnenprogramm. Mit der Bergedorfer Schifffahrtslinie ging es in diesem Jahr zum ersten Mal per Barkasse Richtung Hafencity und Elbphilharmonie. Unter dem Motto „La Gondola-Opernarien und Lieder auf der Elbe“ erlebten die Besucher so eine ganz besondere Schifffahrt. Der prächtigen Hafencity aktuell

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die menschen im land

widmeten die Musik-Macher sogar noch eine weitere Veranstaltung. Im Restaurant „Wandrahm“ durften Besucher nicht nur ein besonderes Dinner, sondern auch klangvolle Arien und Duette mit Miriam Sharoni und Stephan Zelck genießen. Sogar das Bundesjugendballett unter der Intendanz von John Neumaier gab sich die Ehre und begeisterte die Gäste. „Genuss gibt es eben auf vielen Ebenen. So lag es für uns nahe, Dinner mit Klassik zu kombinieren und auch das klassische Ballett gehört zur Genuss-Kultur dazu“, findet Logmani.

auch in den Gesprächen mit den Musikern und Sängern“, berichtet Logmani, der die Bergedorfer Musiktage auf einem sehr guten Weg sieht. Vieles funktioniere einfacher als in den Anfangsjahren. Mittlerweile ist die Veranstaltung nämlich so fest etabliert und in der Region akzeptiert, dass Restaurantbetreiber und andere Gewerbetreibende auf ihn zukommen und von sich aus darum bitten, auch einmal einen Konzertabend ausrichten zu dürfen. „Der Erfolg gibt der Idee der Klassik mit Klasse also Recht. Die Besucher dürfen sich auch im kommenden Jahr wieder auf eine tolle Saison freuen. Wir haben wieder ganz besondere Highlights im Programm. Mehr wird allerdings noch nicht verraten“, erklärt Logmani.

Was passiert 2018? Nach der Saison ist wie immer vor der Saison und die Planungen für die Musiktage 2018 laufen bereits auf Hochtouren. Es gibt viel zu tun. Schon jetzt beginnen das Orga-Team und der aus dem Iran stammende Logmani mit den Vorbereitungen. Neben den Veranstaltungsorten müssen die Musiker gebucht, Reisen und Unterkünfte organisiert werden. „Wir überlegen tatsächlich schon während der laufenden Konzertreihe, was wir im kommenden Jahr ins Programm nehmen wollen. Die Ideen dazu entstehen oft 12 | 2017

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Das Programm der nächsten Bergedorfer Musiktage erscheint im Januar 2018 . Mehr Infos unter www.bergedorfer-musiktage.jimdo.com Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Nadja Papadopoulos Geburtsdatum: 6. März 1974 Geburtsort: Recklinghausen Familie: verheiratet, eine Tochter Fachrichtung: Innere Medizin, Allgemeinmedizin Sitz der Praxis: Kiel Niederlassungsform: Berufsausübungsgemeinschaft Neu niedergelassen seit dem 1. Juli 2017

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? SELBSTSTÄNDIG, das heißt SELBST und STÄNDIG, aber eben auch SELBSTbestimmt und STÄNDIG herausgefordert. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Die unterschiedlichsten Menschen mit dem Wunsch die unterschiedlichsten Probleme zu lösen und daran teilzuhaben. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Sich vorher in einer Praxis anstellen zu lassen, um genau zu prüfen, ob die Niederlassung hundertprozentig etwas für einen ist. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Den „kleinen Prinzen“. Dann würde ich ihn fragen: „Warum erinnern sich die wenigsten großen Leute daran, dass sie alle einmal Kinder gewesen sind?” 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Meine Familie und meine Freunde 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ von Eric-Emmanuel Schmitt – ein religionsübergreifendes Buch über Toleranz, Weisheit, Herzensgüte und eine ungewöhnliche Freundschaft 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Land der Horizonte, zwischen den Meeren und voller liebenswerter Menschen 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … „Tatort“-Kommissarin

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T eam B eratung

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

So vermeiden Sie die Wirtschaftlichkeitsprüfung Wichtige Tipps für die Praxis Wir hören aus der Ärzteschaft immer wieder: „Ich möchte gar nicht erst in die Situation der Wirtschaftlichkeitsprüfung kommen.“ Es hält sich leider immer noch hartnäckig das Gerücht, dass man im Falle einer Prüfung mehrere Tage für eine Begründung der Verordnung benötigt. Das stimmt nur, wenn man unwirtschaftlich verordnet. Wer eine Besonderheit in der Praxis nachweisen kann, hat mit der Prüfung an sich keine Probleme. Hierzu einige Tipps:

ƒƒ B  eachten Sie auch, dass die Gesetzliche Krankenversicherung bei Auslandsaufenthalt gemäß Paragraf 16 SGB V ruht. Größere Mengen an Medikamenten dürfen also nicht für längere Aufenthalte im Ausland verordnet werden. Thomas Frohberg, kvsh

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ƒƒ A  chten Sie bei der Verordnung bitte auf die Tageshöchstdosen. Zurzeit sind einige Prüfverfahren anhängig, weil die Menge der verordneten Medikamente nicht mit den Tageshöchstdosen in Einklang zu bringen ist, beispielsweise bei dem Wirkstoff Pregabalin. ƒƒ Denken Sie an den endstelligen ICD-10-Code. Anderenfalls kann es Ihnen wie einigen Ärzten gehen, die bei der Verordnung von Alzheimermedikamenten nur die Diagnose „Demenz nicht näher bezeichnet“ verschlüsselt haben. Diese Ärzte müssen sich jetzt vor der Prüfungsstelle rechtfertigen.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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04551 883 362

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anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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SERVICE

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Darf eine hausärztliche Praxis zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, wie die U10, U11 und J2 bei Kindern und Jugendlichen durchführen und abrechnen?

Muss neben der präoperativen Diagnostik (GOP 31010 – 31013 EBM) die Laborbefreiungskennziffer 32016 eingetragen werden?

Bei diesen Untersuchungen handelt es sich um Leistungen, die im Rahmen von Sonderverträgen mit verschiedenen Krankenkassen (TK, Knappschaft und AOK NordWest) vereinbart wurden. Für diese Leistungen ist eine gesonderte Genehmigung erforderlich. Die Teilnahme an diesen Sonderverträgen ist auch nicht kinderärztlich tätigen Hausärzten möglich, sofern die fachlichen Voraussetzungen des jeweiligen Vertrages erfüllt sind und die Genehmigung durch die KVSH erteilt wurde.

Nein, die Laboruntersuchungen (GOP 32101, 32125 und/ oder 32110 bis 32116 EBM) sind Bestandteile der präoperativen Komplexleistungen. Das Laborbudget wird durch das Ansetzen dieser präoperativen Leistungen nicht belastet.

Welche Voraussetzungen im Einzelnen erfüllt werden müssen, kann auf der Homepage unter www.kvsh.de  Praxis  Verträge  Früherkennungsuntersuchungen Kinder für die jeweilige Krankenkasse nachgelesen werden.

Wie kann die Beratung über die Ultraschalluntersuchung mit Biometrie und systematischer Untersuchung der fetalen Morphologie im 2. Trimenon bei der Schwangerschaftsvorsorge abgerechnet werden?

Gibt es für die Abrechnung der GOP 10343 und 10344 EBM ((Teil-)Exzision einer kleinen malignomverdächtigen oder malignen Hautveränderung) eine Anzahlbegrenzung am Tag? Die GOP 10343 und 10344 EBM sind gemäß der Anmerkung zum Abschnitt 10.3 EBM höchstens fünfmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Die Beratung für diese Untersuchung ist Inhalt der GOP 01770 EBM und kann somit nicht gesondert abgerechnet werden.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr

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Diagnostische Pfade

Hyperkalzämie

Störungen im Kalziumhaushalt werden mit Ausnahme der Tetanie (Hypokalzämie) anfänglich häufig fehlgedeutet. Die Diagnosestellung erfolgt deshalb meist zufällig im Zuge von routinemäßigen Kalzium- und Phosphatbestimmungen oder bei Vorliegen sekundärer Veränderungen der Niere oder des Skelettsystems. Der Kalziumhaushalt stellt mit seiner hormonellen Regulation unter Einbeziehung des Phosphatstoffwechsels ein höchst komplexes System dar, in das Dünndarm, Skelett, Niere, aber auch das endokrine System, insbesondere die Nebenschilddrüse, mit einbezogen sind. Durch vielfältige Wechselwirkungen wird die Kalzium- und Phosphatomöostase aufrechterhalten. 12 | 2017

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Bei zufälligem Nachweis einer Hyperkalzämie wird als erste Schritt die zusätzliche Bestimmung von Phosphat, Totalprotein bzw. Albumin durchgeführt, um den ionisierten Anteil des Kalziums zu berechnen, da das Gesamtkalzium insgesamt aus drei Fraktionen besteht: 1. Freies oder ionisiertes Kalzium: ca. 50 % 2. Protein (Albumin) gebundenes Kalzium: ca. 45 % 3. Anionisch (Phosphat, Citrat etc.) gebundenes Kalzium: ca. 5 % Soll das ionisierte Kalzium direkt gemessen werden, ist es zur Verhinderung präanalytischer Fehler (pH-Wert-Verschiebung) meist notwendig, dass der Patient direkt in das Labor überwiesen wird. aktuell

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Hyperkalzämie

Sammelexemplar 14

Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin


SERVICE Die Prävalenz einer Hyperkalzämie liegt bei Krankenhauspatienten bei ca. 1 Prozent, wobei leichte Hyperkalzämien bis 2,8 mmol/l meist asymptomatisch sind. Bei einer Kalziumerhöhung über 2,8 mmol/l kommt es mit steigenden Werten zur Beeinträchtigung zahlreicher Organsysteme. Das Hyperkalzämie-Syndrom mit Kalziumkonzentrationen >3,5 mmol/l stellt dagegen eine lebensbedrohliche Krise dar, die meist durch eine starke Dehydratation entsteht. Labordiagnostisch ist eine Hyperkalzämie im Normalfall leicht abklärbar, da entweder eine manifeste klinische Erkrankung vorliegt (90 Prozent) oder durch einen einfachen nur wenige Stufen enthaltenen Algorithmus die Ursache für die Kalziumerhöhung gefunden werden kann. Wann eine Untersuchung wiederholt werden sollte Tritt die Hyperkalzämie nur vorübergehend auf, sollte in jedem Fall eine Wiederholungsuntersuchung durchgeführt werden, bevorzugt dann mit Bestimmung des ionisierten Kalziums. Eine Pseudohyperkalzämie durch Hämokonzentration ist häufig durch lange venöse Stauung bei der Blutentnahme bedingt und sollte in jedem Fall ausgeschlossen werden. Der Effekt einer zu langen Stauzeit wird häufig noch durch das Öffnen und Schließen der Faust unterstützt. Die letzte Nahrungsaufnahme sollte mindestens vier Stunden zurückliegen. Weitere Einflüsse auf den Kalziumspiegel stellt der zirkadiane Rhythmus sowie, besonders beim ionisierten Kalzium, die Säure-Basen-Balance dar. Die medikamentenindizierte Hyperkalzämie, die durch die Einnahme von Thiaziden, Lithium aber auch zahlreichen anderen Medikamenten bedingt sein kann, sollte ebenfalls durch eine gründliche Anamnese ausgeschlossen werden. Hierzu zählen auch die in letzter Zeit immer häufiger auftretende Hyperkalzämie durch eine Vitamin D-Überdosierung sowie das Milch-AlkaliSyndrom.

Sollte das PTH dagegen normal oder supprimiert sein, muss die Suche nach einem Tumor im Vordergrund stehen. Ist ein Tumor z. B. über bildgebende Verfahren diagnostiziert, sollte zur Ursachenabklärung der Hyperkalzämie das Parathormon related peptide (PTHrP) gemessen werden. Da dieses Peptid von verschiedenen Tumoren der Lunge (Adenokarzinom) sowie Karzinomen im Kopfbereich, von Pankreas, Ovarien und im Urogenitaltrakt paraneoplastisch gebildet wird, gilt es als ein sicherer Parameter zum Nachweis einer tumorösen Ursache für eine Hyperkalzämie. Ist dagegen die Tumorsuche negativ und liegen gleichzeitig z. B. granulomatöse Erkrankungen, wie die Sarkoidose, Tuberkulose oder Lymphome vor, findet man regelmäßig eine Erhöhung des Calcitriols (1,25(OH)2D3). Ist dagegen sowohl das 1,25(OH)2D3 und das Parathormon related peptide (PTHrP) im Normbereich, muss man auch an weitere Ursachen für die Hyperkalzämie denken, wie Vitamin A-Überdosierungen, eine Hyperthyreose, den M. Paget bzw. eine Immobilisierungs-Hyperkalzämie. Liegt dagegen ein erhöhtes Calcitriol (1,25(OH)2D3) bei niedrigem PTH vor, muss auch an eine Vitamin D-induzierte Hyperkalzämie gedacht werden. Enge Kooperation Die Hyperkalzämie-Abklärung ist somit ein weiteres gutes Beispiel, wie es durch eine enge Zusammenarbeit und gute innerärztliche Kommunikation zwischen klinisch tätigen Hausund Fachärzten, den Fachärzten für Laboratoriumsmedizin, aber auch den Kolleginnen und Kollegen der bildgebenden Verfahren möglich ist, komplexe Krankheitsbilder, ausgehend von einer einfachen klinisch-chemischen Messung, durch die gezielte Anforderung weniger signifikanter Laborparameter schnell und für den Patienten sicher aufzuklären. Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt, Lübeck

Bei der Differentialdiagnostik einer unklaren Hyperkalzämie kommt dagegen der Bestimmung des Parathormons (PTH) eine zentrale Stellung zu. Die PTH-Konzentration erlaubt im Normalfall, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Differenzierung der beiden häufigsten Ursachen der Hyperkalzämie, dem primären Hyperparathyreoidismus und der Tumorhyperkalzämie. Bei leicht erhöhten oder hochnormalen PTH-Werten wird dann die weitere Differenzierung mit Hilfe der Bestimmung der Kalziumausscheidung im 24 h-Urin vorgenommen. Ist diese Ausscheidung erniedrigt, muss an eine familiäre hypokalziurische Hyperkalzämie (FHH), die durch eine Mutation des CaSR-Gens verursacht wird, gedacht werden. Ist die Ausscheidung erhöht, liegt im Normalfall ein primärer Hyperparathyreoidismus vor.

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Service

Hyperkalzämie Hyperkalzämie Eingangsdiagnostik Zufallsbefund

Erneute Calcium-Bestimmung und Korrektur auf Albumin sowie Bestimmung des ionisierten Kalziums Weiterer Basisparameter: BB, Kreatinin, Phosphat, AP

erhöht

Pseudo‐ Hyperkalzämie

nein

ja

Medikamenten‐Anamnese: Vitamin-D,Thiazide, Lithium, Tamoxifen u. a., Milch‐Alkali‐Syndrom

MedikamentenAnamnese

ja

Medikamentenindizierte Hyperkalzämie

nein Intaktes PTH

erhöht

Calcium im Urin Abklärung weitere Ursachen

Erhöht (>200 mg/24 h)

erniedrigt

Tumorsuche PTH‐related Peptide, BB, BSG, Knochen‐AP; PO4 Vitamin D und Metaboliten

Erniedrigt (>100 mg /24h) Ca/Krea < 0.01

nein

Diagnose

Weiteres Labor

Diagnose

Primärer Hyperparathyreoidismus

TUMOR

Familiäre Hypokalziurische Hyperkalzämie (FHH) CaSR‐Mutation

1,25(OH)2D3 erhöht

Lymphom, Sarkoidose, Tbc

ja

PTHrP erhöht Tumor assoziierte Hyperkalzämie

1,25(OH)2D3 normal PTHrP normal

1,25(OH)2D3 erhöht PTHrP niedrig

Andere Ursache: TSH, Vitamin A

Erhöhte Vitamin D‐Gaben Andere Nahrungsergänzungsmittel

Nach „Klinikhandbuch Labordiagnostische Pfade“, W. Hofmann, J. Aufenanger, G. Hoffmann (Hrsg.), De Gruyter Verlag, 2. Auflage, 2014

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SERVICE S erie

Kooperieren, aber richtig

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Für die Zusammenarbeit von Vertragsärzten miteinander sowie mit Krankenhäusern, Anbietern von Heil- und Hilfsmitteln oder der Pharmaindustrie gibt es klare Regeln: In unserer Serie machen wir deutlich, welche Art der Kooperation zulässig und welche unzulässig ist. Der folgende Artikel und die Fallbeispiele sind der Broschüre „ Richtig kooperieren“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entnommen.

Konsiliararzt Krankenhäuser dürfen zur Klärung medizinischer Fragestellungen Konsiliarärzte hinzuziehen. Die konsiliarärztliche – beratende – Tätigkeit niedergelassener Ärzte für Kliniken ist etabliert und zulässig. Sie betrifft in der Regel Fachgebiete, die am Krankenhaus nicht vertreten sind oder bei denen der Konsiliararzt in einem vom Krankenhaus vorgehaltenen Fachgebiet als Spezialist eingesetzt wird. Das Krankenhaus zahlt dem niedergelassenen Arzt für die Konsile eine Vergütung aufgrund eines bestehenden Konsiliararztvertrages. Es rechnet die Behandlungsleistungen gegenüber den Patienten oder den gesetzlichen Krankenkassen ab. Der Konsiliararzt erbringt Leistungen für das Krankenhaus und wird dafür vom Krankenhaus zulässigerweise vergütet. Entscheidend ist, dass die Höhe der Vergütung das Maß des Angemessenen nicht überschreitet. Den Ärzten wird empfohlen, die Kalkulation der entsprechenden Vergütungsvereinbarung zu dokumentieren.

Beispiel B: Der Konsiliararzt erhält eine Vergütung, die weder mit den Regelungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs noch der Gebührenordnung für Ärzte oder den Vergütungstabellen des gültigen Tarifvertrages für angestellte Ärzte an kommunalen Krankenhäusern oder Universitätskliniken in Übereinstimmung zu bringen ist und die darin festgelegte Honorierung ohne weitere Begründung überschreitet. In diesem Fall könnte dem Konsiliararzt unterstellt werden, die Höhe der Vergütung sei an die Zuweisung von Patienten geknüpft. Um solche Vorwürfe zu vermeiden, sollte der Vertrag nicht den Anschein erwecken, dass die Zuweisungsentscheidung des Arztes alleine durch seine Tätigkeit als Konsiliararzt motiviert ist. Zulässig Beispiel A: Das Krankenhaus holt sich zur Unterstützung bei der Behandlung eines Patienten einen Vertragsarzt zur Beratung. Der Arzt bekommt dafür vom Krankenhaus eine Vergütung. Das ist zulässig. Beratungsleistung und Vergütung müssen jedoch immer in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Beispiel B: Ein Vertragsarzt weist Patienten in ein Krankenhaus ein und führt dann auf Rechnung des Krankenhauses konsiliarische Tätigkeiten durch. Solange die Leistung und das Entgelt im äquivalenten Verhältnis stehen und der Vertragsarzt für die Zuweisung keine, über die Leistung hinausgehende Vergütung erhält, ist das Vorgehen zulässig. Es empfiehlt sich allerdings, den mit dem Krankenhaus abzuschließenden Vertrag genau zu prüfen, gegebenenfalls sollte ein entsprechend qualifizierter Rechtsberater hinzugezogen werden.

Unzulässig Beispiel A: Das Krankenhaus zahlt einem zuweisenden Vertragsarzt eine Vergütung als Konsiliararzt, auch wenn er keine entsprechende Leistung erbringt. Es handelt sich dabei um eine „Scheinanstellung“ eines zuweisenden Vertragsarztes im Krankenhaus als Konsiliararzt und daher um eine Umgehung des Verstoßes der Zuweisung gegen Entgelt.

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA-Richtlinie erfüllen

die G-BA-Richtlinie erfüllen

datum: 31. Januar 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 21. Februar 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 50 Euro

Teilnahmegebühr: 50 Euro

Fortbildungspunkte:.5

Fortbildungspunkte:.5

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

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SERVICE

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

fÜR Ärzte

thema: Moderatorengrundausbildung

thema: Fortbildungsangebot zum Qualitäts-

für Qualitätszirkel

gesicherten Hautkrebsscreening

datum: 23. März 2018, 15.00 bis 21.00 Uhr 24. März 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 4. Mai 2018, 14.00 bis 22.00 Uhr

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

Die Inhalte dieser Fortbildungsveranstaltung entspricht den Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Teilnahme gilt als Qualifikationsnachweis für die Teilnahme am Hautkrebsscreening-Programm, das am 1. August 2008 bundesweit eingeführt wurde.

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Die Themenschwerpunkte im Einzelnen: • Ätiologie des Hautkrebs, Krankheitsbilder, Häufigkeit, Risikofaktoren oder -gruppen, gezielte Anamnese • Visuelle, standardisierte Ganzkörperinspektion • Potenzieller Nutzen und Schaden von Früherkennungsmaßnahmen, Kriterien zur Beurteilung von Früherkennungsmaßnahmen • Maßnahmen zur Ansprache der Versicherten • Programm der Krebsfrüherkennungsuntersuchung, Gesundheitsuntersuchung und frühzeitige Sensibilisierung des Patienten (das gesetzliche Programm der KFU/GU) • Vorstellung und Diskussion von Fallbeispielen • Dokumentationsmaßnahmen und interdisziplinäre Zusammenarbeit Ort: Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 160 Euro (inkl. Schulungsmaterial und Verpflegung)

Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung

Fortbildungspunkte:.9 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben. Anmerkung: Die Ausbildung ist nach einem Wochenende abgeschlossen.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de

Tanja Glaw Tel. 04551 883 332 Fax 04551 883 7332 E-Mail tanja.glaw@kvsh.de

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Dagmar Martensen 04551 883 687 04551 883 374 dagmar.martensen@kvsh.de Nordlicht

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Service

Veranstaltungen KVSH

8. Februar 2018, 20.00 Uhr

Schlafstörungen, Diagnostik und Therapie

3. Januar 2018, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. Dr. R. Göder E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

20. Dezember 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Von Tyler Durden bis Batman: Filmcharaktere und psychische Störungen, Teil II Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referent: Dr. Kai Wendt, Oberarzt E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

15. Februar 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

Schulungstag des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Anmeldung bei Nina Brunken, Tel. 04551 803 760, Fax 04551 803 751, Fortbildungspunkte 10 E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de/akademie

KVSH-Kreisstellen 17. Januar 2018, 16.00 Uhr

Vollversammlung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Flensburg

7. März 2018, 13.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Delfter Stuben, Flensburg Info: Tel. 0461 42939, Fax 0461 46891 Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Workshop: Zukunft Gesundheit – Versorgung neu denken! Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstr. 13, 24118 Kiel Info: Auskunft und schriftliche Anmeldung, Tel. 04551 99990, Fax 04551 9999 19, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

Schleswig-Holstein 14. Dezember 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr

Schulungstag des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Anmeldung bei Nina Brunken, Tel. 04551 803 760, Fax 04551 803 751, Fortbildungspunkte 10 E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de/akademie

17. März 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

10-jähriges Jubiläum des Infotages für Existenzgründer und Praxisabgeber Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Anmeldungen: Fax: 0451 40852 60 oder per E-Mail. Die Teilnehmergebühr beträgt 40 Euro E-Mail: filiale.luebeck@apobank.de

30. januar 2018, 19.00 bis 20.30 Uhr

27. März 2018, 19.00 bis 20.30 Uhr

Fortbildungsserie: One Step Ahead – Endoskopie Ort: UKSH, Campus Kiel, Karl-Lennert-Krebscentrum, Feldstraße 21, Haus 50, Konferenzraum 3. Etage, 24105 Kiel Info: Rückfragen an Tel. 0431 500 22476, Fax 0431 500 22214, Referent: Arlt/Ellrichmann Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen sieben Tage vor der Veranstaltung erbeten. www.uksh.de

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Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Nordlicht

Fortbildungsserie: One Step Ahead – Altersmedizin Ort: UKSH, Campus Kiel, Karl-Lennert-Krebscentrum, Feldstraße 21, Haus 50, Konferenzraum 3. Etage, 24105 Kiel, Info: Rückfragen an Tel. 0431 500 22476, Fax 0431 500 22214, Referent: Arlt/Ellrichmann Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen sieben Tage vor der Veranstaltung erbeten. www.uksh.de

aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Justitiar

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 Alexandra Stebner (stellv. Justitiarin)��������������������������������������������� 230

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 361/534 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Maria Behrenbeck (stellv. Leiterin)������������������������������������������������� 251 Alexandra Stebner��������������������������������������������������������������������������� 230 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

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Nordlicht

Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Brensa���������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 aktuell

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Service kontakt Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Brensa���������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 12 | 2017

Nordlicht

PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsprüfung Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Sabrina Bardowicks�������������������������������������������������������������������������� 691 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Gabriela Haack�������������������������������������������������������������������������������� 442 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Daniela Leisner................................................................................. 578. Christine Sancion.............................................................................. 470 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Soziotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 aktuell

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Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� Tonsillotomie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

888 231 445 930 304 351 439 255 276 266

Impressum

Stelle nach Paragraph 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 E-Mail: infoParagraph81aSGBV@kvsh.de

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht aktuell

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout); Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 12 | 2017

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

aktuell

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3. Januar | 7. Februar | 7. März | 4. April | 2. Mai | 6. Juni 4. Juli | 1. August | 5. September | 7. November | 5. Dezember

2018

An jedem ersten Mittwoch im Monat 14.00 bis 17.00 Uhr 

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Nordlicht 12 2017 web  
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