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nr. 12 | 2016

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Dezember 2016 | 19. Jahrgang

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Keine Scheu vor Niederlassung se r ab vi se ces it ei e te 45 n

Warum die eigene Praxis sich immer noch lohnt


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 12 | 2016

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Banken schätzen Ärzte als sichere Kreditkunden

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Zahlen und Fakten zum Thema Niederlassung

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Von der Klinik in die eigene Praxis: Dr. Christof Nickel ist überzeugter Existenzgründer

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Kommentar: Fehlsteuerung

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Nachrichten Kompakt

Selbstständigkeit vor dem Comeback? Interview mit Ulrich Sommer, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Kein Arzt muss sich aus Sorge vor den vermeintlichen Risiken gegen die Niederlassung entscheiden. Es lohnt sich, auf die eigene Praxis zu setzen und die vielen Vorteile der Selbstständigkeit zu nutzen. Warum das so ist, lesen Sie in unserem Titelthema.

Gesundheitspolitik 15

„Mehr.Arzt.Leben!“ – Aktionen an den Universitäten im Norden erfolgreich

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Parlamentarischer Abend der KVSH: Plädoyer für die Selbstständigkeit

18 20

Bericht von der Abgeordnetenversammlung

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KVSH fördert Deutschlandstipendiatin Die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung trafen sich im November zum letzten Mal in der aktuellen Wahlperiode. Auf der Tagesordnung standen aktuelle Themen und der Haushalt für das nächste Jahr.

Praxis & KV 22 24

Befragung: zufrieden, aber geschlaucht

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Aktualisierung des ICD-10-GM: Version 2017

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Neue Qualitätsmanagement-Richtlinie

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Veranstaltung des Lübecker Ärztenetzes

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Honorarbericht 2015: KVSH schafft Transparenz

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Bekanntmachungen und Meldungen

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HVM-Änderungen zum 1. Januar 2017

37

Neues aus KVen und KBV

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Die psychotherapeutische Sprechstunde kommt

Praxissoftware für die Heilmittelverordnung: Das ändert sich ab 1. Januar 2017

18 40

Die Menschen im Land 40

Fundort Landarztpraxis: Anekdoten und Raritäten

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

Service 45

Sicher durch den Versorgungsdschungel: Die Kosten im Blick

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Sie fragen – wir antworten

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Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

Beilage: Flyer „2. Versorgungsforschungstag Hamburg“ 2

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Dr. Claus Jaeckel besitzt eine beachtliche Sammlung historischer, medizinischer Instrumente. Der Landarzt aus Süderbrarup hat nun seinen gut gefüllten Museumsschrank geöffnet und einige Schätze aus längst vergangenen Zeiten hervorgeholt.

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Nordlicht nr. 12 | 2016 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, als niedergelassener Arzt zu arbeiten, ist eine sinnstiftende und erfüllende Aufgabe. Das war eine der in dieser Deutlichkeit womöglich unerwarteten Botschaften auf unserem Parlamentarischen Abend. Diese kamen vom diesjährigen Gastredner Ulrich Sommer, seines Zeichens designierter Chef der Apotheker- und Ärztebank, die ihren historischen Ursprung in einer Gründung als Selbsthilfevereinigung hat. Auch wenn es am Ende aus einer Bankenperspektive immer ums Geld gehen muss, so gehört der Blick auf die Einschätzungen und Erwartungen der handelnden Ärzte zum Handwerk und in diesem Fall wohl auch zum „genetischen Erbgut“. Gleich an mehreren Stellen stach heraus, dass der Weg einer Selbstständigkeit nach wie vor kein alter Hut ist, sondern sich durch hohe Zufriedenheit derer auszeichnet, die diesen Weg in den letzten Jahren gegangen sind. Über 90 Prozent halten den Schritt auch nach fünf Jahren für richtig und sogar 98 Prozent der Selbstständigen empfinden ihr Tun als Niedergelassene als sinnvoll. Welche Berufslaufbahn – oder besser – welche Form der Ausübung eines Berufs kommt auf derart gute Werte? Auch die Einschätzung zu einem gefälligen Arrangement von Freizeit und Beruf erreicht unter den frisch Niedergelassenen große Zustimmung. Nimmt man noch dazu, dass die Risiken einer finanziellen Insolvenz nahe Null liegen oder nahe Null sind, ist die Prämisse, die ambulante medizinische Versorgung auch weiterhin federführend auf freiberufliche Kräfte aufzubauen, intakt. Es ist also gerade nicht die Zeit, das hohe Lied der MVZ-Ketten oder der flächendeckenden kommunalen MVZ zu singen, so berechtigt diese geografisch-demografisch im Einzelfall auch sein mögen. Bei allen Problemen im Alltag, einer nie nachlassenden Versorgungsnachfrage und immer neuen Anforderungen an die Rolle des Arztes, ist es nicht die Hülle der Niederlassung, die beengend wirkt. Das darf man auch einmal laut sagen und schreiben, nicht nur, weil Weihnachten vor der Tür steht! Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ihr

Dr. Ralph Ennenbach

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Titelthema N iederlassung

© istock.com/mediaphotos

Ärzte sind für Banken noch immer gern gesehene Kreditkunden

Trotz anhaltender Rekord-Niedrigzinsen ist die Situation für Freiberufler und kleine Unternehmen bei der Finanzierung nicht immer rosig. So zeigt das KMU-Banken-Barometer des Bundesverbandes freier Berater: Je kleiner der Betrieb, umso größer sind trotz Niedrigzins die Probleme bei der Finanzierung. Ein Mal pro Jahr fasst das KMU-Banken-Barometer die Ergebnisse einer Umfrage zusammen, bei der die Teilnehmer angeben, inwieweit sie einzelnen Aussagen zustimmen. Bei der Aussage „Unser Kreditspielraum bei unserer Bank ist jederzeit ausreichend“ sank zwischen 2014 und 2016 die Zustimmungsrate von 3,1 auf nur noch 2,76 von vier maximal möglichen Indexpunkten. Damit schätzen im Schnitt die Befragten ihre Finanzierungssituation um rund elf Prozent schlechter ein als noch vor zwei Jahren.

Stichworte Basel II und Basel III – sorgen gerade im Kreditgeschäft mit Selbstständigen für zunehmenden Aufwand bei der Kreditprüfung. Dazu kommt, dass aufgrund der Niedrigzinsen viele Banken unter rückläufigen Erträgen leiden und versuchen, auf der Kreditseite ihre Risiken zu senken. Die Folge ist häufig ein restriktiveres Verhalten bei der Vergabe von Unternehmenskrediten, die oftmals mit höheren Ausfallrisiken als Verbraucherkredite verbunden sind.

Die Gründe für die Verschlechterung des Kreditzugangs liegen längst nicht immer in einer zu geringen Bonität des Kreditsuchenden. Die wachsenden Anforderungen bei der Bankenregulierung –

Angesichts immer wieder kursierender Berichte und Meldungen über die Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzierungen für Freiberufler und Kleinunternehmer sind auch manche Ärzte verunsi-

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Titelthema chert. Ob Finanzierung neuer Investitionen oder Existenzgründung und Praxisübernahme: Die Anlässe, bei denen niedergelassene Ärzte auf einen Kredit ihrer Hausbank angewiesen sind, können ganz unterschiedlicher Natur sein. Grund genug also, bei Banken ganz konkret nachzufragen, ob niedergelassene Ärzte als Finanzierungskunden noch willkommen sind. „Niedergelassene Ärzte sind für uns nach wie vor eine bedeutsame Zielgruppe im Finanzierungsgeschäft“, versichert Stephan Trennert, Abteilungsdirektor im Vertriebsmanagement Geschäftskunden der Commerzbank AG in Frankfurt am Main. Auch bei der Konkurrenz sieht man keinen Anlass, Ärzten die Kreditaufnahme zu erschweren. „Von einer Kreditklemme kann bei der Finanzierung von Arztpraxen nicht die Rede sein“, betont Sigrid Werner, stellvertretende Direktorin für die Region Hamburg und Schleswig-Holstein im Kompetenzcenter Heilberufe bei der Deutschen Bank. Gute Aussichten Dass niedergelassene Ärzte mit ihren Kreditwünschen oft bessere Erfolgschancen haben als kleine Unternehmen aus dem gewerblichen Bereich, hat unterschiedliche Gründe. So verzeichnen Arztpraxen vergleichsweise stetige Einnahmeflüsse, sodass Liquiditätsschwankungen in aller Regel weniger stark ausfallen als beispielsweise bei Technologieunternehmen, die in längeren zeitlichen Abständen große Einzelprojekte abrechnen. Ein weiterer Pluspunkt, den niedergelassene Ärzte beim Finanzierungsgespräch in die Waagschale werfen können, ist ihre persönliche finanzielle Haftung als Freiberufler. Denn: Für die Rückzahlung eines Darlehens steht der niedergelassene Arzt nicht nur mit den Vermögenswerten seiner Praxis gerade, sondern mit seinem gesamten persönlichen Vermögen. Bei einer GmbH kann die Bank hingegen nicht ohne Weiteres auf das Privatvermögen des Gesellschafters zugreifen, wenn das Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

„Bei niedergelassenen Ärzten ist das Ausfallrisiko deutlich geringer als in den meisten anderen Branchen.“ Stephan Trennert, Abteilungsdirektor im Vertriebsmanagement Geschäftskunden der Commerzbank AG

Die Kombination aus einer zumeist schon von vornherein soliden Bonität und der persönlichen Haftung macht niedergelassene Ärzte als Finanzierungskunden für Banken interessant, weil diese dann nur geringere Rückstellungen für notleidende Kredite zu bilden brauchen. „Bei niedergelassenen Ärzten ist das Ausfallrisiko deutlich geringer als in den meisten anderen Branchen“, bestätigt Trennert.

vorlegt. Geht es um die Praxisgründung oder -übernahme, muss der Mediziner mit einem schlüssigen Praxiskonzept und einer realistischen Finanzplanung die Bank von den Erfolgsaussichten seines Vorhabens überzeugen. Für die Bank haben diese Zahlenwerke häufig eine mindestens ebenso große Bedeutung wie die Stellung von Kreditsicherheiten bei größeren Finanzierungen. „Für uns ist es vor allen Dingen wichtig, dass das Investitionsvorhaben Sinn macht. In diesem Zusammenhang bewerten wir dann die Kreditsicherheiten“, schildert Trennert das Vorgehen. Unternehmerisches Denken gefragt Dass man als niedergelassener Arzt auch die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten sollte, hat sich nach Beobachtung der Bankberater in den vergangenen Jahren immer stärker in den Köpfen verankert. „Im Vergleich zu früheren Zeiten hat die Sensibilisierung der Ärzte für kaufmännische Belange ebenso wie das unternehmerische Denken zugenommen“, sagt Hans-Jörg Ingwersen, stellvertretender Direktor des Bereichs Freie Berufe bei der Förde Sparkasse in Kiel. Dass Geldinstitute dem Finanzierungsgeschäft mit Arztpraxen nicht abgeneigt sind, zeigen auch die Investitionen ins Beratungsgeschäft. So beschäftigt die Förde Sparkasse etliche Berater, die sich ausschließlich um die finanziellen Belange von Freiberuflern kümmern. Die Commerzbank hat vor zwei Jahren das Informationssystem „Medmaxx“ eingeführt, mit dessen Hilfe die Berater nicht nur Finanzierungskonzepte für Arztpraxen erstellen, sondern dem Arzt auch zusätzliche Leistungen, wie die Ermittlung der Praxis-Rentabilität oder den Vergleich von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen mit dem Durchschnitt der Berufsgruppe zur Verfügung stellen. Die Deutsche Bank bietet Ärzten seit Oktober 2016 über ihre Internetseite den Zugang zum bankeigenen Heilberufe-Portal mit Online-Rechnern zur betriebswirtschaftlichen Praxisanalyse, Amortisationsrechnern, einer Praxisbörse und Ratgeber-Videos für Ärzte, die eine Praxis gründen oder übernehmen wollen. In diesen Beratungs- und Vertriebsstrategien ist der Praxiskredit meist nur eines von vielen Finanzprodukten. Private Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Sachversicherungen für die Praxis, Wertpapiere und Fonds für den Vermögensaufbau – die Produktpalette, die Banken und ihre Vertriebspartner niedergelassenen Ärzten präsentieren können, ist bunt. Und vor allem ist sie gewinnträchtig, denn für Investment- und Versicherungsprodukte kann die Bank beim Abschluss hohe Vermittlungsprovisionen einstreichen. Das Kalkül vieler Banken geht folglich dahin, dass aus reinen Kreditnehmern im Laufe der Zeit Kunden werden, die auch andere Finanz- und Versicherungsprodukte abschließen. Die Finanzierungsanfrage kann dabei langfristig als Türöffner dienen, da sie eine der wenigen Situationen darstellt, in denen ein Arzt sich aus eigenem Antrieb mit der Bank in Verbindung setzt. „Das Kreditgeschäft ist der häufigste Anlass zur Kontaktaufnahme mit niedergelassenen Ärzten“, bestätigt Ingwersen. Thomas Hammer, Journalist

Ob die Finanzierung letztlich zustande kommt, hängt wie bei jeder Kreditbewilligung von einer erfolgreichen Bonitätsprüfung ab. Ist der Arzt aus Sicht der Bank in der Lage, seine Zins- und Tilgungsverpflichtungen dauerhaft zu erfüllen, gibt sie für den Darlehensantrag grünes Licht. Voraussetzung ist, dass der Arzt die Abschlüsse vergangener Jahre sowie aktuelle betriebswirtschaftliche Zahlen 12 | 2016

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Titelthema I nterview

Comeback der Selbstständigkeit?

© apoBank

Lohnt sich die eigene Praxis noch oder ist sie ein Auslaufmodell? Ulrich Sommer, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) kennt die Zahlen und räumt mit einigen Vorurteilen über die Niederlassung auf.

Nordlicht: Viele junge Ärzte entscheiden sich gegen eine eigene Praxis und ziehen ein Angestelltenverhältnis vor. Sie setzen dagegen auf ein „Comeback der Selbstständigkeit“. Warum gehen Sie von einer Trendwende aus? Ulrich Sommer: Die Formen der selbstständigen Berufsausübung für Mediziner werden immer facettenreicher und bieten Ärzten mit unterschiedlichen Lebensentwürfen attraktive Optionen. In eigener Praxis tätig zu sein, bedeutet in der Regel mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung, viel Gestaltungspotenzial im beruflichen Umfeld und viele Freiräume für die Selbstverwirklichung. Damit werden genau die Bedürfnisse bedient, die der jungen Heilberufsgeneration wichtig sind. Dass Selbstständigkeit eine gute Entscheidung ist, sagen schließlich auch die Heilberufler selbst: Laut unserer Umfrage „Chance Niederlassung“ würden 90 Prozent der Selbstständigen den Schritt in die Niederlassung noch einmal vornehmen, stünden sie erneut vor dieser Entscheidung.

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Nordlicht: Praxisinhaber verdienen in der Regel besser als angestellte Ärzte. Insolvente Praxen gibt es so gut wie keine. Trotzdem wird als Argument gegen eine Praxisübernahme oder eine Praxisgründung immer wieder das angeblich hohe finanzielle Risiko genannt. Was sagen Sie als Banker dazu? Sommer: Das ist ein Vorurteil, das in den Vordergrund rückt, weil eine Existenzgründung in der Regel einer Finanzierung bedarf. Doch mit einem guten Praxiskonzept birgt sie kaum Risiken. Unsere Zahlen liefern dafür schlagkräftige Argumente: Die Kreditausfälle unter den Existenzgründern sind mit 0,2 Prozent äußerst selten. Insgesamt ist die wirtschaftliche Situation der Niedergelassenen sehr solide und meist deutlich besser als die der angestellten Ärzte. Etwa 60 Prozent der Inhaber von Einzelpraxen erzielten 2014 einen Überschuss, der über dem durchschnittlichen Gehalt eines Oberarztes lag.

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Titelthema

Nordlicht: Die finanziellen Rahmenbedingungen scheinen also zu stimmen. Trotzdem sehen viele Nachwuchsmediziner die Selbstständigkeit als Auslaufmodell. Hat sie ein Imageproblem? Sommer: Da kommen wohl mehrere Faktoren zusammen. Offenbar hat tatsächlich das Image der eigenen Praxis etwas gelitten, da die Berufsverbände im Rahmen der berechtigten Forderungen nach einer angemesseneren Vergütung vor negativen Entwicklungen lautstark gewarnt haben. Dabei blieben die positiven Aspekte häufig außer Acht. Auf der anderen Seite hat sicherlich auch die massive Regulierung vonseiten der Gesetzgeber in den letzten Jahren für Unmut und Unsicherheit im heilberuflichen Umfeld gesorgt. Diese Entwicklungen rufen viel Skepsis bei der nachkommenden Ärztegeneration hervor, wenn es darum geht, sich für die Selbstständigkeit zu entscheiden. Nordlicht: Was würden Sie einem Existenzgründer sagen, der Sie mit seinen Vorbehalten und Sorgen konfrontiert? Sommer: Ich würde ihm Mut machen, denn Selbstständigkeit ist eine sehr spannende Option, den Arztberuf auszuüben. Sie bedeutet nämlich: Ich kann meine Praxis so führen, wie ich das möchte. Ich kann so arbeiten, wie ich es für richtig halte. Ich entscheide, welche Materialien oder Geräte ich einsetze. Und aus Erfahrung wissen wir, dass Beruf und Familie sich gerade in der Niederlassung miteinander vereinbaren lassen. Denn im Rahmen von Kooperationen, Teilzulassung oder Jobsharing kann das sogar einfacher gelingen als in einer Anstellung. Was die unternehmerische Verantwortung betrifft, sehen wir uns als Bank der Heilberufler in der Pflicht und bieten gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern eine umfangreiche Unterstützung, wenn es um finanzielle und betriebswirtschaftliche Fragen geht. Nordlicht: Findet denn jeder Mediziner nur in der eigenen Praxis sein Glück? Sommer: Das kann nur jeder individuell für sich beantworten. Es ist sicherlich auch eine Frage der Persönlichkeit und der Bereitschaft, auch unternehmerisch tätig zu sein. Es geht nicht darum, jeden Arzt für die Niederlassung zu gewinnen, und für viele ist die Anstellung die passendere Form der Berufsausübung. Doch für die Sicherung einer umfassenden Gesundheitsversorgung ist es wichtig, diejenigen zu unterstützen, die der Selbstständigkeit offen gegenüberstehen, den Weg in die Niederlassung aber aufgrund der bereits genannten Vorbehalte scheuen. Zwar stehen heute den Medizinern vielfältige Möglichkeiten einer Niederlassung offen, allerdings wissen wir, dass jeder vierte Heilberufler darüber nicht entsprechend aufgeklärt ist und sie auch nicht bei seiner Entscheidung berücksichtigt. Hier können wir einen Beitrag für einen adäquaten Wissenstransfer leisten. Denn eine Zweier- oder Dreier-Berufsausübungsgemeinschaft kann beispielsweise eine attraktive Option sein, sowohl für die, die als Selbstständige arbeiten wollen, als auch für die, die das Angestelltenverhältnis bevorzugen. In solchen Gemeinschaften sind Teilzeitmodelle möglich, die Ärzte können sich gegenseitig vertreten und benötigte Freiräume schaffen.

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Nordlicht: Viele Existenzgründer sind betriebswirtschaftliche Laien und wünschen sich nicht nur vor, sondern auch nach der Niederlassung in diesem Bereich Unterstützung. Wie geht die apoBank auf das Bedürfnis nach unternehmerischem Knowhow ein? Sommer: Die Betreuung der niedergelassenen Heilberufler gehört zu unserem Kerngeschäft. So haben wir im Laufe der Jahre ein Know-how im Gesundheitswesen aufgebaut, das uns erlaubt, für jeden einzelnen unserer Kunden größtmögliche Unterstützung zu organisieren. Unsere spezialisierten Berater, unser Seminarangebot und unsere Netzwerkpartner begleiten die Ärzte entlang ihrer beruflichen Karriere, und zwar nicht erst bei der Existenzgründung, sondern auch als Entscheidungshilfe davor und ebenso danach, bis zur Praxisabgabe.

„Die niedergelassenen Ärzte sind für eine gut funktionierende, flächendeckende ambulante Gesundheitsversorgung unentbehrlich.“ Nordlicht: Wie kann es gelingen, in Zukunft wieder mehr Ärzte für eine selbstständige Tätigkeit in eigener Praxis zu begeistern? Sommer: Es ist das eine, die Vorteile der Niederlassung in der öffentlichen Diskussion wieder mehr in den Vordergrund zu rücken. Es ist schließlich aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Mediziner nicht aufhören, eigene Praxen zu gründen. Denn die niedergelassenen Ärzte sind für eine gut funktionierende, flächendeckende ambulante Gesundheitsversorgung unentbehrlich. Und diese steht aktuell durch gesellschaftliche und technologische Entwicklungen vor großen Herausforderungen: Der demografische Wandel sorgt für höhere Morbidität und eine zunehmende Anzahl an Behandlungsfällen, der medizinische Fortschritt für immer bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Wenn wir also künftig von Selbstständigkeit sprechen, dann sollte es in erster Linie um die Chancen auf Entfaltung, Selbstverwirklichung und Gestaltungsfreiheit gehen. Diese Attribute sollten wieder in den Fokus unserer Diskussionen rücken. Ich hoffe, dass es uns gelingt, die jungen Ärzte für die Selbstständigkeit zu begeistern, und dass wir es schaffen, sie schon möglichst früh in ihrem Entscheidungsprozess zu begleiten. Das kann uns nur zusammen mit den Standesorganisationen gelingen. Die ersten Initiativen laufen bereits an, und ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam viel bewegen können. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema Z ahlen und F akten

Wieso? Weshalb? Warum? – Eine Bestandsaufnahme

Wieso sinkt die Zahl der Niedergelassenen? Warum gehen viele Ärzte in die Anstellung? Und was spricht trotz allem für die Selbstständigkeit? Wer könnte diese Fragen besser beantworten als die Ärzte selbst.

Würden Sie sich auch heute wieder für eine Angestelltentätigkeit/ Selbstständigkeit entscheiden?

Welchen Einfluss hatten die folgenden Kriterien auf Ihre Entscheidung für die Selbstständigkeit? Arbeitszeitgestaltung

13 %

Gestaltungsmöglichkeiten

10 %

Vereinbarkeit von Beruf und Familie Aufgabenspektrum Selbstverwirklichung Einkommenssituation Enges Arzt-Patienten-Verhältnis

Angestellte Ja

Kollegialer Austausch/ Arbeit im Team

Selbstständige

Nein

Quelle: apoBank

Nutzung moderner Medizintechnik 1

3

2

1 – Sehr starker Einfluss

5

4

5 – Gar kein Einfluss Quelle: apoBank

Welche Randbedingungen müssten sich ändern, damit Sie sich für eine Selbstständigkeit entscheiden würden? 71

Geringes finanzielles Risiko

76

Abbau von Bürokratie und Regulierungen Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

63

Bessere Vorbereitung auf die unternehmerischen Aspekte der Selbstständigkeit (z. B. an der Uni oder in Seminaren)

45

Finanzielle Anreize

45

25

Förderprogramme

36

Bessere Kenntnis der flexiblen Berufsausübungsmöglichkeiten/ Kooperationen 29

Bessere Beratung/mehr Unterstützung von Dritten

Angestellte Humanmediziner, in %

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Quelle: apoBank

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Titelthema

Als wie hinderlich haben Sie im Vorfeld die folgenden Themen gesehen/haben sich die einzelnen Themen im Nachhinein herausgestellt? Nach der Entscheidung

Vor der Entscheidung Auffinden der passenden Kooperationspartner Erstellung des Praxiskonzepts

Auffinden der passenden Praxis

Praxisfinanzierung

Mitarbeiterverantwortung

Abrechnung 1

2

1 – Sehr große Hürde

3

4

5

1

5 – Überhaupt keine Hürde

2

3

1 – Sehr große Hürde

Humanmediziner

4

5

5 – Überhaupt keine Hürde Quelle: apoBank

In welchen Bereichen hätten Sie sich ein Jahr, nachdem Sie sich selbstständig gemacht haben, mehr Unterstützung gewünscht? 52

Schaffung von Transparenz über die wirtschaftliche Situation 38

Mitarbeiterführung

61

Abrechnung

38

Zeitmanagement

11

Patientengewinnung

36

Praxisführung 14

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Zu diesem Zeitpunkt habe ich keine Unterstützung benötigt.

9

Selbstständige Humanmediziner, in %

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Quelle: apoBank

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Titelthema P ra x isneugründung

„Genau mein Ding“ Dr. Christof Nickel hat das getan, was immer weniger Ärzte tun: Der 47-Jährige machte sich selbstständig und gründete vor anderthalb Jahren seine eigene Praxis. Für den Gefäßchirurgen aus Elmshorn die beste Entscheidung seines Lebens.

Dr. Christof Nickel mit den Mitarbeiterinnen Kaja Behncke (Medizinische Fachangestellte) und Britta Steenfatt (Kranken- und Wundschwester)

Schon beim ersten Blick in die modern und zeitlos eingerichteten Praxisräume im Hermann-Ehlers-Weg in Elmshorn wird klar, dass Dr. Christof Nickel auch optisch am liebsten nichts dem Zufall überlässt. Eine klare Struktur und ein professionelles Erscheinungsbild sind ihm wichtig. „Ich hätte auch Architekt werden können. Den Studienplatz hatte ich schon, aber Medizin war besser“, berichtet der Gefäßchirurg, der Anfang April 2015 seine neue Praxis mit den medizinischen Schwerpunkten Katheterinterventionen, Varizenbehandlungen und Operation von Bauchaortenaneurysmen eröffnete. Der gebürtige Stuttgarter hatte vorher 17 Jahre lang am Elmshorner Krankenhaus gearbeitet, zuletzt schwerpunktmässig im Katheterlabor. Schon als junger Arzt hatte Nickel das Ziel, irgendwann eine eigene Praxis zu führen. „Ich wollte in kein gemachtes Nest und mich irgendwo dranhängen, sondern selbst gestalten. Deshalb war die Neugründung als Einzelpraxis für mich eine stimmige Sache“, so Nickel. Von der ersten Idee bis zur Niederlassung dauerte es aber doch etwas länger. Erst als er nach mehreren

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erfolglosen Versuchen endlich einen chirurgischen Praxissitz im Kreis Pinneberg übernehmen und diesen gleich darauf an einen günstigeren Standort mit geeigneten Räumlichkeiten verlegen konnte, stimmten die Rahmenbedingungen für den Schritt in die Selbstständigkeit. Planung mit Profis Vorher musste der Praxisgründer allerdings noch den FinanzCheck bei seinem Steuerberater überstehen. Dieser prüfte den Traum von der Niederlassung auf Herz und Nieren und stellte gleich einige unangenehme Fragen: „Wie wollen Sie die jährlichen Kosten für Miete, Personal und Inventar erwirtschaften?“, „Haben Sie schriftliche Kooperationsverträge mit Krankenhäusern?“, „Wie wollen Sie an Patienten kommen?“. Nickel hatte daraufhin einige schlaflose Nächte. Er ließ sich aber nicht beirren und stellte einen Investitionsplan auf. Auch die Bewerbung seiner zukünftigen Praxis stand auf dem Programm. Der Gefäßchirurg hatte zwar viele Patienten aus seiner Klinikzeit und war

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Titelthema

sich sicher, dass sie ihm in die neue Praxis folgen würden, bei den Haus- und Fachärzten sah er aber noch Informationsbedarf. „Ich bin dann durch die Lande gezogen, habe 65 Praxen mit insgesamt 85 Ärzten besucht, mich vorgestellt und meine Praxisflyer und Visitenkarten verteilt“. Nickel stellte außerdem einen Entwicklungsplan auf, der festlegt, wo seine Praxis hinsichtlich Patientenzahlen, Umsatz- und Personalentwicklung in einem, in drei und in fünf Jahren stehen soll. Dazu holte er sich professionelle Unterstützung bei einem Finanzberater, der unter anderem die Kreditverhandlungen mit den Banken übernahm. Von dort kam sofort grünes Licht für das Projekt. „Ich bekam als niederlassungsbereiter Arzt super Konditionen eingeräumt: Kategorie A mit Niedrigzins“, berichtet Nickel. Vorteile durch die Selbstständigkeit Anderthalb Jahre nach der Eröffnung steht Nickels Praxis bereits an einem Punkt, wo sie eigentlich erst in drei Jahren stehen sollte. „Es geht alles sehr viel schneller voran als gedacht. Der Bedarf an gefäßchirurgischen Leistungen ist riesig und und es besteht Bedarf für einen zweiten Gefäßchirurgen in meiner Praxis“, erklärt Nickel. Ohne seine beiden Mitarbeiterinnen Kaja Behncke und Britta Steenfatt wäre das anspruchsvolle medizinische und organisatorische Tagespensum nicht zu schaffen. Mit der Personalverantwortung hat Nickel kein Problem. „Ich bin Chef und habe in der Praxis die Richtlinienkompetenz. Mein Personal soll sich wohlfühlen, denn mir ist ein gutes Betriebsklima sehr wichtig. Meine Helferinnen ziehen voll mit und haben bisher noch nicht einen einzigen Fehltag“. Die Startphase sei natürlich für alle sehr anstrengend gewesen und das hohe Arbeitspensum habe sich seitdem nicht wesentlich geändert.

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Momentan arbeitet der Praxisgründer immer noch rund 75 Stunden die Woche – inklusive Wochenende. Für Familie und Hobbys bleibe da wenig Zeit. Nickel, der alle Arten von Wassersport, wie Kitesurfen oder Wellenreiten liebt, ist mit einer Radiologin verheiratet. Beide haben einen siebenjährigen Sohn. Positive Gesamtbilanz Für den Gefäßchirurgen, der nach Möglichkeit jeden Tag mit dem Fahrrad zur Praxis kommt, war der Schritt in die Selbstständigkeit trotz hoher Arbeitsbelastung und einigen bürokratischen Hindernissen die beste Entscheidung seines Lebens. „Ich kann jetzt mein Ding machen“, erklärt er. Wenn man als Praxisgründer etwas erreichen wolle, müsse man sich kümmern, beharrlich bleiben, langfristig denken, nach Kooperationen suchen und sich auch berufspolitisch engagieren. Dazu ist Nickel bereit. Gerade wurde er als stellvertretendes Mitglied für den Kreis Pinneberg in die Abgeordnetenversammlung der KVSH gewählt. In Zukunft würde er sich einen erfahrenen ärztlichen Mentor als Begleitung für den weiteren Niederlassungsprozess wünschen. „Ich bräuchte manchmal jemanden, den ich einfach mal so anrufen kann. Ich habe bereits vor der Praxisgründung bei zwei niedergelassenen Kollegen hospitiert und mir angesehen, wie die das so machen“, erläutert Nickel. Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema K ommentar

Fehlsteuerung Existenzgründungen sind Frischzellenkuren für die Wirtschaft. Ohne neue Ideen und den Mut sie umzusetzen, verliert eine Volkswirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit. Im digitalen Zeitalter kommen zwei Faktoren hinzu: Zum einen ist der Wettbewerb global, das heißt, der Konkurrent sitzt nicht mehr nebenan und produziert zu gleichen Standortfaktoren. Und zum zweiten zählt nicht Größe, sondern Schnelligkeit. Nicht die großen Firmen fressen die kleinen, sondern die schnellen die langsamen.

„Am Geld scheitert jedenfalls so gut wie keine Existenzgründung mehr.“

Grob gesagt gelten diese Rahmenbedingungen für die innovativen, schnell wachsenden Start-Ups in der Industrie ähnlich wie für Existenzgründer in den freien Heilberufen, selbst wenn ihre Mitbewerber überwiegend vor Ort praktizieren – noch jedenfalls. Alle brauchen Ideen, Mut und Schnelligkeit sowie nicht zuletzt Kapital, wenn sie sich auf eigene Beine stellen wollen. Über viele Jahrzehnte waren Existenzgründer ein Aushängeschild guter Wirtschaftspolitik und dank entsprechender staatlicher Förderung ein sicherer Posten im Neugeschäft jedes Kreditinstituts.

Spaßverderber ist einmal mehr der Staat. Denn anders als in Sonntags- und Parteitagsreden zu hören, bremst das Übermaß staatlicher Regulierung die Lust an der Selbstständigkeit aus. Wer diese Feststellung für Lobbyisten-Gemäkel hält, dem sei das Herbstgutachten des Sachverständigenrates der Bundesregierung zur Lektüre empfohlen. Die sogenannten Wirtschaftsweisen kritisieren den erlahmten Reformwillen und nennen als nationale Handlungsfelder beispielhaft die Bereiche Steuern, Renten, Arbeit und Bildung.

Aktuelle Daten zu Existenzgründungen lassen sich, wie das Wetter in Norddeutschland, mit der Formulierung „heiter bis wolkig“ zusammenfassen: Dunkle Wolken signalisieren die Zahlen des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung, das für 2015 insgesamt rund 388.000 Existenzgründungen zählte, 12.000 weniger als vor einem Jahr und 40.000 weniger als vor drei Jahren – ein Trend, der sich in diesem Jahr fortsetzte. „Heiter“ stimmt allenfalls die Zunahme von Gründungen in den Freien Berufen, deren Zahl im vierten Jahr hintereinander leicht angestiegen ist – vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Berlin und Baden-Württemberg.

In Berliner Regierungskreisen sieht man das verständlicherweise anders. Leistungen, wie die Mütterrente und die Frühverrentung, das Betreuungsgeld und der Mindestlohn, gelten als Ausweis durchdachter und deshalb nachhaltiger Sozialpolitik. Sprudelnde Steuereinnahmen, die man zur Finanzierung nutzt, sind weder Anlass für überfällige Steuerreformen noch für Strukturreformen, die das Land schneller fit machen für den Übergang von der Industrie in die Wissensgesellschaft. Ein Beispiel, wie Steuergelder für mehr Wettbewerbsfähigkeit sorgen könnten, wäre der beschleunigte Ausbau des schnellen Internets. Hier rangiert die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt auf Platz 24 und leistet sich, wie auch in anderen Bereichen einer wettbewerbsfähigen Infrastruktur, Fehlsteuerungen wie sie im Buche stehen.

Und „heiter“ geht es weiter, denn auch die Zahl der „Niedergelassenen“ stieg um 6.000 auf knapp über 150.000 im letzten Jahr an. Überhaupt entfällt der größte Anteil der 1.265.000 Selbstständigen mit 30,7 Prozent auf die Heilberufe, darunter knapp 372.000 Ärzte, davon aber weniger als die Hälfte in eigener Praxis. Da gleichzeitig die Zahl der Behandlungsfälle stetig steigt, kann man Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery nur zustimmen, wenn er konstatiert, dass „die Zahl der Ärzte steigt, aber der Bedarf steigt schneller“ und eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze um mindestens zehn Prozent fordert.

Was das konkret heißt, kann man in Wissenschaft, Wirtschaft und Medizin erfragen, und erfährt dabei auch, wie man sich hilft, um die stetig wachsenden Datenmengen zu händeln. Und wehe dem, der auf dem platten Land sitzt, der ist dann wirklich abgeschnitten. Eine wirksame Förderung neuer, innovativer Unternehmen und Existenzgründer sieht anders aus. Und so wundert es auch nicht, dass unter den deutschen Start-UpUnternehmen, die 2015 das meiste Risikokapital eingesammelt haben, ein Lieferdienst für Pizza mit 586 Millionen Euro an der Spitze steht. „Delivery Hero“ heißen die Helden der Innovation und nun weiß man auch, worauf es wirklich ankommt. Peter Weiher, Journalist

Das allein dürfte das Blatt so wenig wenden, wie die Wiederentdeckung von Praxisgründern durch Banken und Sparkassen. Vornehmlich die Geschäftsbanken konzentrieren sich nach ihren Ausflügen in die Welt des Großkapitals wieder stärker auf risikoärmere Geschäfte mit der Kundschaft vor Ort; aber auch Volksbanken und Sparkassen entdecken die Gründerszene neu und bieten neben Geld und Zinsen eine individuelle Beratung an, die risikobewusst und bedarfsgerecht ist. Am Geld scheitert jedenfalls so gut wie keine Existenzgründung mehr.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT P atientenombudsmann / - frau

I nformationsangebote

Land wird neues Mitglied

Rehabilitation in der Rentenversicherung

© aeksh

Peter Harry Carstensen, Vorsitzender Patientenombudsmann/-frau e. V., freute sich über den Beitritt des Landes

Bad Segeberg – Der Patientenombudsmann/-frau SchleswigHolstein e. V. hat zum 20-jährigen Vereinsjubiläum das Land Schleswig-Holstein als neues Mitglied gewonnen. Den Beitritt des Landes verkündete Sozialministerin Kristin Alheit bei der Jubiläumsfeier. Alheit bescheinigte dem Verein zum Jubiläum eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Rund 20.000 Personen und Einrichtungen haben die Ombudsleute des Vereins in den vergangenen zehn Jahren ehrenamtlich geholfen. Sie vermitteln bei Konflikten im Gesundheitswesen und wirken auf eine Streitschlichtung hin. Derzeit arbeiten fünf Ombudsleute, überwiegend Seelsorger, ehrenamtlich für den Verein.

B erufsverband

Die DRV Nord hat außerdem ein neues Beratungsangebot speziell zum Thema Kinder- und Jugendlichenrehabilitation eingerichtet. Zielgruppen sind unter anderem Familien und Kinder- und Jugendärzte. Ab dem 1. Januar 2017 stehen dazu unter der Telefonnummer 0451 485 259 99 von montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr Berater für Anfragen zur Verfügung. Wird eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, ruft der Berater spätestens am nächsten Arbeitstag zurück.

N A V - V irchow - B und

Kontinuität bei den Orthopäden Neumünster – An der Spitze des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie/Landesverband Schleswig-Holstein bleibt personell alles beim Alten. Auf der Jahreshauptversammlung wurde der bisherige Vorstand für die nächsten vier Jahre im Amt bestätigt. ƒƒ 1. Vorsitzender: Dr. Christian Hauschild, Lübeck ƒƒ Stellvertretender Vorsitzender: Dr. Joachim Splieth, Kellinghusen Bezirksvorsitzende: ƒƒ Schleswig-Holstein Nord: Dr. Tim Zidorn, Flensburg ƒƒ Kiel und Schleswig-Holstein Mitte: Dr. Christoph Sawade, Flintbek ƒƒ Südwestliches Schleswig-Holstein: Dr. Joachim Splieth, Kellinghusen ƒƒ Lübeck und Schleswig-Holstein Süd: Dr. Christian Hauschild, Lübeck

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Lübeck – Die Deutsche Rentenversicherung (DRV Nord) hat ein neues Online-Angebot für niedergelassene Ärzte zum Thema „Rehabilitation in der Rentenversicherung“ veröffentlicht. „Niedergelassene Ärzte nehmen bei diesem Thema eine zentrale Rolle als Lotsen im System ein. Sie sollen Rehabilitationsbedarf erkennen, Patienten fundiert über Inhalte, Ziele und Nutzen von Rehabilitation und Reha-Nachsorge informieren sowie die Betroffenen kompetent bei der Antragstellung unterstützen“, erklärte Dr. Nathalie Glaser-Möller, Leiterin der Stabsstelle Reha – Strategie und Steuerung der DRV Nord. Auf www.rehainfoaerzte.de können Ärzte nun schnell erfassen, wie sie RehaBedarf einschätzen können und worin ihre genauen Aufgaben im jeweiligen Verfahren bestehen. Darüber hinaus bietet der Online-Auftritt einen Überblick über Verfahrensabläufe in der Rentenversicherung sowie Hinweise, die Ärzte ihren Patienten mit auf den Weg geben können. Auch das Thema „Rente wegen Erwerbsminderung“ wird in einem eigenen Kapitel dargestellt.

Nordlicht

Auszeichnung für Dr. Jochen-Michael Schäfer Berlin – Der NAV-Virchow-Bund hat die Kaspar-Roos-Medaille in diesem Jahr an Dr. Jochen-Michael Schäfer (73) verliehen. Schäfer ist seit 16 Jahren 1. Vorsitzender des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) auf Bundesebene sowie der PVS Schleswig-Holstein • Hamburg. Darüber hinaus hat sich Schäfer viele Jahre in der KVSH für die Belange der © Georg Lopata niedergelassenen Vertragsärzte engagiert. Als Vorsitzender der Vertreterversammlung (1997 bis 2011) hat er gegen den Widerstand der damaligen Landesregierung eine neue Satzung und Wahlordnung durchgesetzt. „Das in Schleswig-Holstein geltende Verhältniswahlrecht auf Kreisebene gilt heute bundesweit als Vorbild für eine akzeptierte repräsentative Form der ärztlichen Selbstverwaltung“, hieß es in der Laudatio. Parallel zu seinem berufspolitischen Engagement hat Schäfer 40 Jahre lang eine Hausarztpraxis in Kiel geführt. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT R ichtig kooperieren

P atienteninformation

Broschüre mit den wichtigsten Rechtsvorschriften für Ärzte

Flyer zum Medikationsplan

Berlin – Mit dem Anti-Korruptionsgesetz wurden Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen im Juni dieses Jahres als Straftatbestände im Strafgesetzbuch verankert. Damit sich Ärzte kompakt und praxisnah über das neue Strafrecht informieren können, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ihre Broschüre „Richtig kooperieren“ neu aufgelegt. Das Heft informiert auch über das Berufs- und Sozialrecht für Ärzte. Auf 24 Seiten wird anhand zahlreicher Beispiele veranschaulicht, was Ärzte bei der Kooperation mit Kollegen, Pharmafirmen oder Kliniken zu beachten haben. Dabei geht es um Themen wie Anwendungsbeobachtungen, Belegarztwesen, Teilnahme an wissenschaftlichen Fortbildungen oder Zusammenarbeit in Teilberufsausübungsgemeinschaften. Ärzte können die Broschüre aus der Reihe „PraxisWissen“ per E-Mail bei der KBV bestellen: versand@kbv.de Außerdem steht das Heft im PDF-Format online in der KBVMediathek bereit: www.kbv.de/832587

V eranstaltung

Einladung zum SÄTAZ-Ball Bad Segeberg – Der 16. SÄTAZ-Ball für Ärzte, Tierärzte, Apotheker, Zahnärzte und ihre Freunde und Angehörige findet am 18. Februar 2017 ab 19.30 Uhr im Festsaal des Vitalia-Seehotels in Bad Segeberg statt. Interessierte können sich bis zum 4. Februar 2017 per Fax an 04551 96 36 15 oder per E-Mail an dr.henning.achilles@alice-dsl.net für den Ball anmelden. Die Veranstalter bitten darum, dass auf der Kartenbestellung per Fax die Namen der angemeldeten Personen in Druckschrift angegeben sind. Außerdem sollte dort vermerkt sein, dass der fällige Gesamtbetrag für die Eintrittskarten auf das Konto „Ärzteball“ Kto. Nr. 0402436825; BLZ 230 926 20; IBAN DE 2930 0606 0104 0243 6825; BIC DAAEDEDDXXX bei der apoBank Lübeck überwiesen wurde. Erwachsene zahlen für eine Eintrittskarte 40 Euro, Jugendliche 20 Euro. Die Reservierung der Plätze erfolgt in der Reihenfolge des Zahlungseinganges. Ein Kartenversand erfolgt nicht. Das Festkomitee kündigt Tanzvergnügen und gute Unterhaltung mit verschiedenen Showeinlagen an. Die Partyband „Creme Fresh“ sorgt wie in den vergangenen Jahren für die Musik. Um festliche Abendgarderobe wird gebeten. 14

Nordlicht

Berlin – Um Ärzte bei der Information ihrer Patienten zu unterstützen, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einen Patientenflyer veröffentlicht, der über die Vorteile und den Umgang mit dem Medikationsplan informiert. Ärzte können den Flyer per E-Mail bei der KBV (versand@kbv.de) oder über die Formularausgabe der KVSH (formular@ kvsh.de) bestellen. Patienten, die gleichzeitig mindestens drei auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente anwenden, haben seit dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan. Die Anwendung der Medikamente muss dabei über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen vorgesehen sein.

D ithmarschen

Spatenstich für Integriertes Versorgungszentrum Heide – Die Westküstenkliniken haben an ihrem Standort im Brunsbüttel ein Modellprojekt gestartet, das als Vorbild für die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen Deutschlands dienen soll. Das Brunsbütteler Klinikum wird dazu bis 2018 zu einem Integrierten Versorgungszentrum (IVZ) umgebaut, in dem die ambulante und die stationäre Versorgung sowohl räumlich als auch organisatorisch eng miteinander verzahnt sind. Mitte November erfolgte der Spatenstich für den damit verbundenen Umbau und Teilneubau des Klinikgebäudes, das im Zuge der Umstrukturierung einen vierstöckigen Erweiterungsbau erhält. Das gemeinsame Projekt von Westküstenkliniken, Krankenkassen, KVSH und Gesundheitsministerium des Landes SchleswigHolstein ist in dieser Form bisher einzigartig in Deutschland. Die Vertragspartner investierten bisher rund 14,1 Millionen Euro.

G enetische L aboruntersuchungen

KBV veröffentlicht neue Praxisinformationen Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat zwei neue Praxisinformationen zu genetischen Laboruntersuchungen veröffentlicht. Sie richten sich sowohl an beauftragende Ärzte als auch an durchführende Fachgruppen, wie Humangenetiker, Labormediziner und Pathologen. Im EBM wurde der Bereich Humangenetik zum 1. Juli 2016 – mit Ausnahme der humangenetischen Beurteilungen und der genetischen In-vitro-Diagnostik – komplett überarbeitet. Die Leistungen sind jetzt in konstitutionelle genetische, tumorgenetische und immungenetische Leistungen unterteilt. aktuell

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gesundheitspolitik N achwuchs K ampagne

„Mehr.Arzt.Leben!“ goes Uni Die KVSH setzte bei der Neuauflage der Aktion „ Campus.Info.Snack“ an den Universitäten in Kiel, Lübeck und Hamburg wieder auf die bewährte Mischung aus Informationen rund um das Thema Niederlassung und lockerer Atmosphäre. Bei den Medizinstudierenden kam das sehr gut an.

Lübeck

Hamburg

Kiel

Die Weichen für die Entscheidung, sich später einmal niederzulassen, werden nicht selten während des Medizinstudiums gestellt. Die KVSH war deshalb mit ihrer Nachwuchskampagne „Mehr. Arzt.Leben!“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, an der Universität zu Lübeck und am Universitätsklinikum HamburgEppendorf präsent. Im Mittelpunkt der Neuauflage der bereits im Sommer sehr erfolgreichen Aktion „Campus.Info.Snack“ stand wieder die Information der Medizinstudierenden über die verschiedenen Niederlassungsmöglichkeiten, die attraktiven Berufsperspektiven im ambulanten Bereich und die Fördermaßnahmen der KVSH während Famulatur, Blockpraktikum und Praktischem Jahr. Die Studierenden nahmen die Einladung des „Mehr.Arzt. Leben!“-Teams, bei einer Tasse Kaffee und einem Stück leckeren 12 | 2016

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Kuchen dem feuchten Herbstwetter zu entkommen und sich dabei wichtige Informationen abzuholen, sehr gern an. Bequeme Liegestühle und Sitzsäcke luden zum längeren Verweilen, Entspannen und Diskutieren ein. Das Kampagnenkonzept, die Studierenden in ihrem Uni- oder Klinikalltag anzusprechen und dort mit relevanten Informationen zu versorgen, ging voll auf, denn der Info-Stand war während der fünftägigen Aktionszeit an allen drei Standorten sehr gut besucht. Mehr Informationen zur Nachwuchskampagne „Mehr.Arzt.Leben!“ unter www.mehrarztleben.de oder auf www.facebook.com/ mehrarztleben. Jakob Wilder, KVSH aktuell

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gesundheitspolitik N achwuchsf ö rderung

Stipendiaten trafen Stifter

© Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Die KVSH unterstützt gezielt den medizinischen Nachwuchs und fördert auch in diesem Jahr wieder eine Medizinstudentin mit einem Deutschlandstipendium. Die Kielerin Josephine Beeker nahm ihre Stipendienurkunde im Rahmen einer Feierstunde im Ratssaal der Landeshauptstadt entgegen.

Über 160 Studierende, Angehörige, Freunde und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verbänden waren ins Kieler Rathaus gekommen, um bei der feierlichen Übergabe der Stipendienurkunden dabei zu sein. „Exzellenz und Engagement schließen sich nicht aus, das zeigen Sie sehr eindrucksvoll“, lobte Ilka Parchmann, Vizepräsidentin der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel. In diesem Jahr stifteten 43 Geber insgesamt 91 Stipendien. Josephine Beeker ist die neue Stipendiatin der KVSH. Die 21-jährige Kielerin wuchs in Bordesholm auf, ging in Neumünster aufs Gymnasium und studiert im 3. Semester Medizin an der CAU Kiel. Sie hatte sich über die Internetseite des Bundesbildungsministeriums beworben und überzeugte nicht nur mit einer Abi-Note von 1,0, sondern auch mit ihrem ehrenamtlichen Engagement. 16

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Sie arbeitet als Betreuerin bei „Freizeit ohne Barrieren e. V.“, einem Reiseveranstalter, der sich auf Angebote für Menschen mit Behinderungen spezialisiert hat. Außerdem war sie Volunteer in Vietnam und dort als Englischlehrerin tätig. Förderung und Zukunftsperspektiven Beeker erhält nun ein Jahr lang jeden Monat 300 Euro Fördergeld. Die eine Hälfte des Förderbetrags übernimmt die KVSH, die andere trägt der Bund. Im kommenden Jahr kann sie sich – sehr gute Studienleistungen und entsprechendes soziales Engagement vorausgesetzt – erneut für ein Deutschlandstipendium bewerben. Dr. Monika Schliffke freute sich bei der Vergabefeier, dass die KVSH eine engagierte künftige Ärztin aus Schleswig-Holstein finanziell aktuell

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© Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

gesundheitspolitik unterstützt. „Umso schöner wäre es natürlich, wenn sie später der ambulanten medizinischen Versorgung erhalten bleibt und sich in Schleswig-Holstein niederlässt“, so Schliffke. Bei Josephine Beeker stehen die Chancen dafür nicht schlecht. „Im Moment schaue ich mich noch um, was mir fachlich am meisten gefallen könnte. Aber die Niederlassung ist auf jeden Fall eine attraktive Option“, erklärte sie nach der Vergabefeier. Auch die Ärztekammer Schleswig-Holstein fördert eine Medizinstudentin über ein Deutschlandstipendium. Margaret Kumanova (24) studiert im 10. Semester an der CAU zu Kiel. Jakob Wilder, KVSH

© Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Josephine Beeker, Dr. Monika Schliffke und Margaret Kumanova

Informationen zum Deutschlandstipendium Die Höhe des Deutschlandstipendiums beträgt 300 Euro pro Monat. 150 Euro davon übernehmen Förderer, wie Unternehmen, Stiftungen, Verbände und Privatpersonen. Die anderen 150 Euro übernimmt der Bund. Das Deutschlandstipendium wird von den Hochschulen direkt an die Stipendiaten ausgezahlt. Die Förderung wird einkommensunabhängig vergeben und kann zusätzlich zum BAföG bezogen werden. Bundesweit konnten die

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Hochschulen von 2011 bis 2015 knapp 87 Millionen Euro private Mittel mobilisieren. Für Studierende der CAU zu Kiel wurden seit Beginn des Programms insgesamt 571 Deutschlandstipendien gestiftet. Berücksichtigt werden bei der Vergabe nicht nur sehr gute Noten, sondern auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen. Mehr Informationen unter www.deutschlandstipendium.de

aktuell

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gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit Abgeordnete kamen zur letzten Sitzung der Wahlperiode zusammen. Und diese enthalten für die Wahl der KBV-Spitze nicht nur die schon bekannte Festlegung, dass der Vorstandsvorsitzende künftig mit einer Zweidrittelmehrheit zu wählen ist – im dritten Wahlgang reicht dann die einfache Mehrheit –, sondern auch die Vorgabe, dass der Vorstand der KBV künftig stets aus drei Personen zu bestehen hat. Bislang war im Gesetz lediglich von „bis zu“ drei Vorstandsmitgliedern die Rede. Dieses dritte Vorstandsmitglied soll, so sieht es der Gesetzentwurf vor, „versorgungsbereichsunabhängig“ sein.

Zu einer besonderen Sitzung kamen die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung im November zusammen. Es war die letzte Zusammenkunft des Gremiums in der aktuellen Wahlperiode. Der Vorsitzende der Abgeordnetenversammlung, Dr. Christan Sellschopp, dankte den Mitgliedern des KVSH-Parlaments für ihr Engagement in den zurückliegenden sechs Jahren. Ein besonderer Dank galt dabei jenen, die mit Ende der Legislaturperiode ausscheiden und der neuen Abgeordnetenversammlung, die sich im Januar konstituieren wird, nicht mehr angehören werden: Dr. Torsten Bartels, Holger Bernsdorff, Dr. Ralf Cüppers, Hieronim Glowacki, Dr. Carsten Heinemeier, Eckhardt Kibbel, Christian Kraus, Gloria-Linda Lawrenz, Dr. Oswald Rogner, Dr. Robert Schulz, Wolfgang Sigel, Michael Sturm und Prof. Dr. JensMartin Träder. Der Vorstand der KVSH schloss sich dem Dank ausdrücklich an und hob die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Hauptund Ehrenamt hervor. Vor der Würdigung der geleisteten Arbeit standen aktuelle Themen und – wie stets in der November-Sitzung – der Haushalt für das nächste Jahr auf der Tagesordnung. Selbstverwaltungsstärkungsgesetz auf dem Weg In ihrem Bericht zur Lage berichtete die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, dass das seit Monaten kritisch diskutierte GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz, das der Aufsicht mehr Rechte gegenüber der KBV und anderen öffentlich-rechtliche Spitzenorganisationen im Gesundheitswesen geben soll, nun definitiv kommen wird. Mittlerweile sei der Gesetzentwurf im Bundeskabinett beschlossen und dem Bundestag zur Beratung zugeleitet worden. Der Gesetzgeber sei entschlossen, immer „kleinteiliger in die Selbstverwaltung einzugreifen und ihr damit ein weiteres Stück Luft abzudrehen“, kritisierte sie. Der Zeitplan der Bundesregierung, so Schliffke weiter, sehe ein Inkrafttreten am 1. März 2017 vor. Kein zufälliges Datum, wie die Vorstandsvorsitzende verdeutlichte: Am 4. März soll ein neuer KBV-Vorstand gewählt werden – dann schon nach neuen Regeln.

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Ziel dieser Bestimmung ist es, so die Vorstandvorsitzende, Mehrheitsentscheidungen für Vorstandsbeschlüsse herbeizuführen, nachdem die bisherige Regelung, wonach in streitigen Fällen der Vorstandsvorsitzende eine zweite, ausschlaggebende Stimme hatte, immer wieder zu Kritik von KBV-Vorstandsmitglied Dr. Regina Feldmann geführt hatte. Ministerium rudert zurück Trotz dieser erst auf den letzten Metern in den Gesetzentwurf aufgenommenen Regelung, die noch viele Fragen offenlässt, blieb die generelle Kritik aus den Reihen der Selbstverwaltung offenbar nicht ohne Wirkung. Denn in einem entscheidenden Punkt, darauf wies die Vorstandsvorsitzende hin, ist das BMG zurückgerudert. Der umstrittene Passus, wonach das Ministerium bei unbestimmten Rechtsbegriffen künftig verbindlich und ohne Klagemöglichkeit der KBV die Rechtsauslegung vorgeben könnte, findet sich in der ins parlamentarische Verfahren eingebrachten Fassung nicht mehr. Schliffke begrüßte, dass diese umstrittene Regelung im Kabinettsentwurf ersatzlos gestrichen wurde. Sie hätte „statt Rechtsaufsicht unmittelbare Fachaufsicht bedeutet, ein beständiges Eingreifen des BMG in die Alltagsarbeit der Körperschaft.“ Grundsätzlich blieb die Vorstandsvorsitzende bei ihrer Kritik. Das geplante Gesetz bedeute „unbestritten eine weitere, jetzt sogar kleinteiligere Beschneidung der Selbstverwaltung“, so Schliffke, die sich aber zuversichtlich zeigte, dass sich „bei personeller Neubesetzung der KBV im Jahr 2017 auch wieder neue Spiel- und Freiräume entwickeln könnten.“ Die Politik, so ihr Eindruck, warte darauf, dass sich „die KBV reorganisiert und wieder zu dem Player wird, den man auch braucht für die Gesundheitsversorgung.“ Klinisches Krebsregister bleibt hinter Erwartungen zurück Die Vorstandsvorsitzende ging auf die Umsetzung des klinischen Krebsregisters in Schleswig-Holstein ein, nachdem der Landtag im vergangenen Jahr beschlossen hatte, dieses an das bestehende epidemiologische Krebsregister anzudocken. Die Ärzteschaft hatte favorisiert, das klinische Krebsregister unter dem Dach eines neuen ärztlichen Qualitätsinstituts anzusiedeln.

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gesundheitspolitik Mittlerweile, so berichtete Schliffke, sei unter anderem eine mit einem Arzt besetzte Koordinierungsstelle im Ministerium geschaffen worden, auch ein Beirat habe sich konstituiert. Kritisch wertete sie, dass jeder Arzt nur die Daten seines eigenen Behandlungsabschnitts ins Register eintragen dürfe, jedoch keinen Überblick erhalte, was andere Ärzte zuvor zu einem Patienten dokumentiert hätten. Nach den schleswig-holsteinischen Datenschutzvorgaben dürfe nur die Vertrauensstelle diese Daten zusammenführen. Damit, so Schliffke, bleibe das klinische Krebsregister „eine reine Datensammelstelle, die immer nur retrospektiv nach zwei bis drei Jahren Aussagen, zum Beispiel zu den Ergebnissen unterschiedlicher Therapieformen, machen könne.“ Die in der onkologischen Versorgung tätigen Ärzte hätten sich hingegen gewünscht, erinnerte sie an die Diskussion im vergangenen Jahr, dass das Register auch für die aktuelle Behandlung der Patienten zur Verfügung stünde, etwa indem Daten zeitgleich auch für Fallkonferenzen und Turmorboards genutzt werden könnten. „Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt“, stellte die Vorstandsvorsitzende fest. Kein Geld aus dem Innovationsfonds für QuaMaDi Enttäuscht zeigte sich Schliffke von der Ablehnung des Antrags der KVSH auf Gelder aus dem Innovationsfonds zur Förderung der Digitalisierung des QuaMaDi-Programms. Das beim G-BA angesiedelte Entscheidungsgremium hatte Ende Oktober über die Vergabe der im Rahmen einer ersten Förderwelle zur Verfügung stehenden Mittel entscheiden. „Wir geben aber nicht auf“, versprach Schliffe und kündigte an, den Krankenkassen ein neues Angebot zu unterbreiten, um den Fortbestand des QuaMaDi-Programms, das von den Kassen in Frage gestellt worden war, zu sichern. Eine mit den Berufsverbänden abgestimmte Honorarabsenkung auf EBM-Niveau bei weiterhin extrabudgetärer Vergütung sowie eine Reduzierung der Kosten durch die Digitalisierung der Kommunikation der Programmbeteiligten untereinander könnten zu jährlichen Einsparungen von rund 1,5 Millionen Euro führen, rechnete die Vorstandsvorsitzende vor. „Eigentlich ist das ein Angebot, das man kaum ablehnen kann.“ Noch stehe aber eine Antwort der Kostenträger aus.

technische Umsetzung, die hinter dem heute Möglichen, wie softwaregestützten Interaktionsprüfungen, zurückbleibe. Gefordert wird deshalb ein Neustart. In einer zweiten Resolution brachten die Abgeordneten ihren Unmut über Rückforderungen von Chronikerzuschlägen aus weit zurückliegenden Quartalen durch die DAK und die Barmer zum Ausdruck. Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH, deutete an, dass es kassenseitig Bewegung in dieser Frage gebe und betonte, dass der Vorstand alles tue, um Abhilfe zu schaffen. Wirtschaftlichkeitsprüfungen auf neuer Grundlage Da das Thema Regresse auf der Liste der Niederlassungshemmnisse regelmäßig ganz oben auftaucht, hat der Gesetzgeber mit dem Versorgungsstärkungsgesetz den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen vorgegeben, die Wirtschaftlichkeitsprüfungen ab 2017 auf eine neue Grundlage zu stellen. Insbesondere wurden den regionalen Verhandlungspartnern mehr Gestaltungsspielräume eröffnet, die von der KVSH und den Krankenkassen in Schleswig-Holstein auch genutzt wurden. Timo Emcke aus der Abteilung Struktur und Verträge gab einen Überblick über die wesentlichen Eckpunkte der Neuausrichtung, auf die sich Krankenkassen und KVSH verständigt haben. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen werde die neue Vereinbarung zu weniger Auffälligkeitsprüfungen führen, so Emcke. Er verwies unter anderem auf die Regelung, wonach nicht mehr als fünf Prozent der Ärzte einer Fachgruppe geprüft werden dürfen, und auf neue Bestimmungen im Bereich des Sprechstundenbedarfs, die zu einer Halbierung der entsprechenden Prüfungen führen werden. Zudem steige die Geringfügigkeitsgrenze auf 60 statt bisher 50 Euro, der Grundsatz „Beratung vor Regress“ erstrecke sich künftig auf alle Prüfbereiche. Neu ist, dass statt der bisherigen Richtgrößen, die ein durchschnittliches Ausgabevolumen für Arznei- und Heilmittelverordnungen pro Patient und Quartal definierten, nun wirkstoffbezogene Patientenpauschalen („Morbidity Related Group“) Grundlage des Prüfgeschehens werden sollen. Diese Pauschalen berücksichtigen die tatsächlichen Verordnungen der Praxis und damit auch Besonderheiten im Verordnungsverhalten, die sich etwa aus einem überdurchschnittlichen Anteil von Patienten ergeben können, die auf besonders kostenintensive Wirkstoffgruppen angewiesen sind. Das neue Regelwerk werde deshalb ein „zielgerichteteres und konstruktiveres Vorgehen“ in der Wirtschaftlichkeitsprüfung ermöglichen und dazu führen, so die Prognose Emckes, dass sehr viel weniger Ärzte in die Prüfungen einbezogen werden.

Abgeordnete sprechen sich für Neustart des Medikationsplans aus Dass die neuen Regeln für die Medikationspläne, die Anfang Oktober in Kraft getreten sind, aus Sicht der Ärzteschaft den Praxistest nicht bestanden haben, verdeutlichte die Annahme einer Resolution, die Dr. Axel Kloetzing eingebracht hatte. In der Resolution wird sowohl die unzureichende Vergütung kritisiert als auch die 12 | 2016

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Verwaltungshaushalt 2017 verabschiedet Auf der Tagesordnung standen auch die Haushaltspläne der KVSH für das Jahr 2017. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Dr. Hans Irmer, stelle das Zahlenwerk vor. Die KVSH, so die Kernaussage, stehe unverändert auf einem soliden finanziellen Fundament. Den Abgeordneten wurden auch die abschließend vorliegenden Zahlen des Haushalts 2015 dargelegt. Sie stimmten dem Haushalt 2017 zu und fassten die erforderlichen Beschlüsse, um den Haushalt 2015 zum Abschluss zu bringen. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik P arlamentarischer A bend

Daumen hoch für die Selbstständigkeit Hohes finanzielles Risiko und schlechte Honoraraussichten – stehen diese Punkte tatsächlich auf dem Beipackzettel der Niederlassung? Ulrich Sommer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Apotheker- und Ärztebank, erläuterte in seinem Gastvortrag auf dem Parlamentarischen Abend der KVSH, warum die Selbstständigkeit eine attraktive berufliche Option bleibt.

KVSH-Vorstand mit dem Gastredner des Parlamentarischen Abends: Dr. Monika Schliffke, Dr. Ralph Ennenbach und Ulrich Sommer

Zu den rund 110 Gästen des neunten Parlamentarischen Abends der KVSH, der wie im Vorjahr im Kieler Wissenschaftszentrum stattfand, zählte auch Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein. In ihrem Grußwort betonte sie, dass es nur durch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen gelingen könne, Nachwuchsmediziner für die Niederlassung zu gewinnen. Die Ministerin lobte den Pragmatismus und das Engagement der KVSH, z. B. bei der Gründung des MVZ Pellworm und der Förderung des Ärztezentrums Büsum.

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Nordlicht

Selbstständigkeit in der Defensive Gastredner Ulrich Sommer analysierte in seinem Vortrag zum Thema „Junge Ärzte – lohnt sich die eigene Praxis heute noch?“ das Existenzgründungsverhalten junger Ärzte. „Noch dominiert die eigene Praxis die ambulante Versorgung, doch das Bild ändert sich. Die Zahl der angestellt tätigen Ärzte wächst und im Verlauf der Weiterbildung verlieren wir momentan den weiblichen Nachwuchs für das Thema Niederlassung“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Apotheker- und Ärztebank. Sommer ist trotzdem fest davon überzeugt, dass die eigene Praxis weiterhin eine Zukunft hat. „Die Selbstständigkeit ist besser aktuell

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gesundheitspolitik

Selbstständigkeit bleibt attraktiv: Ulrich Sommer

Plädoyer für die Niederlassung: Dr. Monika Schliffke

Im Dialog: Sozialministerin Kristin Alheit, Dr. Ralph Ennenbach und Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung

Meinungsaustausch: Gelegenheit für Gespräche bot sich im Foyer des Kieler Wissenschaftszentrums

als ihr Ruf. Ärzte, die den Schritt in die Selbstständigkeit gehen, erkennen und schätzen die unternehmerischen Freiheiten“, so Sommer. Durch die geringe Anzahl der Zahlungsausfälle und die positiven Honoraraussichten könne das Gegenargument „finanzielles Risiko“ getrost als entkräftet betrachtet werden, erklärte er.

Dabei seien die Anforderungen der jungen Generation hinsichtlich Work-Life-Balance, Gestaltungsfreiheit und Selbstverwirklichung durch die Selbstständigkeit sehr gut abbildbar. Ziel müsse es jetzt sein, den jungen Ärzten die Angst vor der Selbständigkeit zu nehmen und das Informationsdefizit gemeinsam mit Wissen aufzufüllen. „Unsere Ausgangssituation ist vielversprechend“, erklärte Sommer mit Blick auf vier Zahlen: 90 Prozent der niedergelassenen Ärzte würden wieder in die Niederlassung gehen, mehr als 90 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden, 96 Prozent macht die Arbeit Spaß und 98 Prozent finden sie nützlich und sinnvoll. Beim abschließenden Imbiss gab es für die Gäste Gelegenheit, um in angenehmer Atmosphäre über das Thema miteinander ins Gespräch zu kommen.

Positive Botschaften Am Ende seines Vortrags brachte Sommer die Dinge noch einmal auf den Punkt: Auf Seiten des Ärztenachwuchses gebe es Verunsicherung und Informationsdefizite. Im schlimmsten Fall gingen junge Ärzte davon aus, dass die eigene Praxis einen Berg voll Schulden, eine 60-Stunden-Woche, unnötigen Papierkram und zu viel Verantwortung mit sich bringt. „Vielleicht haben die Verbände die Rahmenbedingungen in der Praxis manchmal übertrieben negativ dargestellt. Die positiven Aspekte gerieten in der öffentlichen Wahrnehmung außer Acht“, kritisierte Sommer. 12 | 2016

Nordlicht

Jakob Wilder, KVSH

aktuell

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PRAXIS  &  KV B efragung

Zufrieden, aber geschlaucht Trotz hoher Belastung arbeiten niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten gern in ihrem Beruf. Mehr als 90 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Doch es gibt auch Schattenseiten: Fast jeder Dritte fühlt sich ausgebrannt.

Ärzte

Bewertung der wirtschaftlichen Situation der Praxis: zwei Drittel sind zufrieden, Hausärzte zufriedener als Fachärzte

Hausärzte alle befragten Ärzte 16

13

Fachärzte 12

57

52

49

sehr zufrieden

eher zufrieden

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24

4

6

27

eher unzufrieden

8

sehr unzufrieden

in Prozent

Ärztemonitor 2016

© istock.com/NiroDesign

Zwei von drei Ärzten sind zufrieden mit ihrem monatlichen Einkommen und schätzen die wirtschaftliche Situation ihrer Praxis positiv ein. Die Psychotherapeuten sind dagegen deutlich unzufriedener: Fanden 2012 noch 61 Prozent ihr Einkommen angemessen, waren es 2014 nur noch 43 Prozent und in diesem Jahr sind es rund 45 Prozent. Ähnliches gilt für die Bewertung der wirtschaftlichen Situation der Praxis. Psychotherapeuten Bewertung der wirtschaftlichen Situation der Praxis: Psychotherapeuten deutlich unzufriedener 2012 11

2016 7

sehr zufrieden

40

43

eher zufrieden

40

37

eher unzufrieden

12

sehr unzufrieden

2014 6 56

Das ist das Ergebnis des sogenannten Ärztemonitors 2016, einer bundesweiten Befragung von mehr als 10.000 niedergelassenen und angestellten ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten. Durchgeführt wurde sie durch das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des NAV-Virchow-Bundes. Nach 2012 und 2014 war dies die dritte Befragung dieser Art. Die Ergebnisse der Umfrage für Schleswig-Holstein decken sich in fast allen Bereichen mit den bundesweiten Ergebnissen. Rund 96 Prozent der Haus- und Fachärzte und 99 Prozent der Psychotherapeuten in Deutschland gaben an, Spaß an ihrem Beruf zu haben. Ungefähr genauso viele finden ihre Tätigkeit nützlich und sinnvoll. 86 Prozent der Befragten würden den Beruf heute wieder ergreifen. 22

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27 5

14

in Prozent

Ärztemonitor 2016

Schwierige Suche nach einem Praxisnachfolger Eine Herausforderung sehen viele Niedergelassene in der Nachbesetzung ihrer Praxen: Rund ein Viertel der Befragten möchte aus Altersgründen in den kommenden fünf Jahren in den Ruheaktuell

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PRAXIS  & KV Ärzte Einschätzung zur beruflichen Tätigkeit: hohe Zufriedenheitswerte, aber zu wenig Zeit für Patienten stimme ganz und gar nicht zu

stimme voll

und ganz zu 20

Meine Arbeit macht mir Spaß. 1 4

78

37

Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden. 1 8 Würde den Beruf wieder ergreifen. 5 Anerkennung im Beruf ist angemessen.

7

Stimmt mit Wünschen/Erwartungen zum Studienbeginn überein. Für die Behandlung meiner Patienten steht ausreichend Zeit zur Verfügung.

in Prozent

48 66

24

9

43

9 19 20

Ich kann immer selbst entscheiden, wie ich meine Arbeit erledige. 5

59

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17

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stimme voll und ganz zu

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stimme eher zu stimme eher nicht zu

Ich fühle mich durch meine Arbeit ausgebrannt.

29

41

21

8

stimme ganz und gar nicht zu

Ärztemonitor 2016

Meine Arbeit ist nützlich und sinnvoll. 1

Psychotherapeuten Einschätzung zur beruflichen Tätigkeit: Zufriedenheitswerte noch höher als bei Ärzten stimme ganz und gar nicht zu

stimme voll

und ganz zu

Meine Arbeit ist nützlich und sinnvoll. 10

30

Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden. 2

43

Würde den Beruf wieder ergreifen. 2 7 20 Anerkennung im Beruf ist angemessen. 1 11 Ich kann immer selbst entscheiden, 3 wie ich meine Arbeit erledige. Stimmt mit Wünschen/Erwartungen zum Studienbeginn überein. 5

20

in Prozent

55 71

51

37

50 47

29 26 stimme voll und ganz zu

Für die Behandlung meiner Patienten steht ausreichend Zeit zur Verfügung. 4 Ich fühle mich durch meine Arbeit ausgebrannt.

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stimme eher zu stimme eher nicht zu

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stand gehen. Mit der aktiven Suche nach einem Nachfolger haben 56 Prozent von ihnen bereits begonnen – davon wiederum waren 43 Prozent erfolgreich, 54 Prozent suchen jedoch noch. Mehr als die Hälfte der Befragten beklagt, für die Behandlung von Patienten zu wenig Zeit zu haben. Hinzu kommt die Belastung durch Bürokratie, die in vielen Praxen einen ganzen Arbeitstag an Zeit kostet. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 52,5 Stunden und 44,6 Patienten am Tag fühlen sich zudem rund 30 Prozent der Mediziner durch ihre Arbeit „ausgebrannt“.

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stimme ganz und gar nicht zu

Ärztemonitor 2016

Meine Arbeit macht mir Spaß. 1

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Telemedizin gewinnt an Bedeutung Der Ärztemonitor geht auch auf weitere Trends im Gesundheitswesen ein: So werden sich telemedizinische Anwendungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren stark verbreiten. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Telemedizin in den nächsten fünf Jahren zum Praxisalltag gehören wird. Aktuell nutzen zwölf Prozent telemedizinische Anwendungen. Die ausführlichen Ergebnisse gibt es im Internet: www.kbv.de/html/aerztemonitor.php Marco Dethlefsen, KVSH

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PRAXIS  &  KV P ra x issoftware für die H eilmittelverordnung

Das ändert sich ab 1. Januar 2017

Ob Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie: Wer zur Verordnung von Heilmitteln sein Praxisverwaltungssystem (PVS) nutzt, darf ab Januar nur noch zertifizierte Software verwenden.

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Die neue Software soll Ärzte bei der korrekten Verordnung von Heilmitteln unterstützen. Denn die vielen und teils komplexen Regelungen sind schwer überschaubar. Ungenauigkeiten oder Fehler beim Ausstellen der Verordnung können die Folge sein. Und so kommt es immer wieder zu Rückfragen von Therapeuten in der Praxis. Denn diese müssen die Heilmittelverordnung auf Richtigkeit prüfen, da anderenfalls die Krankenkassen ihre Leistung nicht vergüten („Retaxierung“). Verordnungen nur mit zertifizierter Software Der Gesetzgeber hat deshalb festgelegt, dass Ärzte ab 2017 eine zertifizierte Verordnungssoftware nutzen müssen (Paragraf 73 Abs. 8 SGB V). Damit soll sichergestellt werden, dass alle verwendeten Softwareprodukte die Informationen enthalten, die Ärzte für eine korrekte Verordnung benötigen. Die KBV wurde mit der Zertifizierung beauftragt. Hinweis: Die Neuregelung gilt bundesweit für alle Ärzte, die Heilmittel mittels Praxissoftware verordnen. Wer Vordrucke per Hand ausfüllt, weil er nur sehr wenige Heilmittelverordnungen ausstellt, kann dies auch weiterhin tun. Das bietet die zertifizierte Software Die zertifizierte Software soll das Ausstellen einer Heilmittelverordnung erleichtern und den Verordnungsprozess insgesamt sicherer machen. KBV und GKV-Spitzenverband haben dazu Anforderungen definiert und festgelegt, welche Informationen und Funktionen die Software bieten muss: ƒƒ Die Verordnungssoftware enthält alle Informationen der Heilmittel-Richtlinie inklusive des Heilmittelkatalogs – und zwar immer auf dem aktuellen Stand. ƒƒ Die Software prüft die Plausibilität der eingegebenen Verordnungsdaten und gibt dem verordnenden Arzt einen Hinweis, wenn das Formular unvollständig ist. Zudem erhält der Arzt Hinweise, wenn beispielsweise die eingegebene Verordnungsmenge zu hoch ist oder bei einer Verordnung außerhalb des Regelfalls die medizinische Begründung fehlt. Dem Arzt wird verbindlich angezeigt, wenn die Verordnung einen besonderen Verordnungsbedarf (Praxisbesonderheiten) oder langfristigen Heilmittelbedarf begründet.

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So gleicht die Software den oder die eingegebenen ICD-10-Kode/s mit dem eingegebenen Indikationsschlüssel und gegebenenfalls noch mit dem Alter des Patienten oder dem Verordnungszeitraum ab und zeigt an, wenn diese Daten einen besonderen Verordnungsbedarf begründen. Ein besonderer Verordnungsbedarf und ein langfristiger Heilmittelbedarf schützen den Arzt, weil solche Verordnungen im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung aus seinem Verordnungsvolumen herausgerechnet beziehungsweise gar nicht erst berücksichtigt werden. Hinweise zur Zertifizierung Mit der Zertifizierung hat der Gesetzgeber die KBV beauftragt. Damit soll sichergestellt werden, dass die über 100 Softwareanbieter gleichermaßen die Anforderungen an die Verordnung von Heilmitteln in ihren Produkten umsetzen. Bislang fehlten einheitliche Standards, die die Umsetzung der komplexen Vorgaben der Heilmittel-Richtlinie in der Software sicherstellen. Im Zertifizierungsverfahren prüft die KBV, ob die Verordnungssoftware die Anforderungen erfüllt und entsprechend funktioniert. Aspekte wie die grafische Umsetzung werden dabei nicht berücksichtigt. Hier erfahren Sie, ob Ihre Software zertifiziert ist Ob ein Softwareprodukt für die Heilmittelverordnung zertifiziert ist, können Ärzte über die „Zulassungslisten für Praxisverwaltungssysteme“ (PVS) erfahren, die die KBV führt. Sie sind online abrufbar unter www.kbv.de/377108 Da die PVS-Anbieter erst begonnen haben, ihre Systeme zur Zertifizierung anzumelden, ist davon auszugehen, dass viele erst zum Jahresende eine Zulassung erhalten. Bei Fragen zum Stand der Zertifizierung eines Softwareprodukts sollten sich Ärzte daher direkt an ihren PVS-Anbieter wenden. Mehr Informationen ƒƒKBV-Themenseite Verordnungen: www.kbv.de/962253 ƒƒKBV-Themenseite Heilmittel: www.kbv.de/514019 ƒƒFragen und Antworten zur PVS-Zertifizierung: www.kbv.de/744105 ƒƒZulassungslisten für Praxissoftware: www.kbv.de/377108 ƒƒHeilmittelverordnung mit zertifizierter Software: www.kbv.de/936881 Kassenärztliche Bundesvereinigung

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PRAXIS  & KV D iagnoseverschlüsselung

ICD-10-GM: Version 2017 ist da Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die endgültige Fassung der ICD-10-GM Version 2017 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification) veröffentlicht.

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Mit der Neufassung des ICD-10 GM Version 2017 sind diese Änderungen ab 1. Januar 2017 amtlich gültig. Berücksichtigt sind 384 Vorschläge von Fachgesellschaften und Fachleuten aus Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken sowie Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.  Die wesentlichen Änderungen in einzelnen Kapiteln werden ohne Anspruch auf Vollständigkeit dargestellt. Dazu kann auch neben dem gesamten ICD die Änderungs- und Differenzenliste auf www.dimdi.de  downloadcenter  icd-10-gm  version2017 des DIMDI online eingesehen und kostenlos heruntergeladen werden. Welche wichtigen inhaltlichen Änderungen in der Version 2017 gibt es? ƒƒAdipositas: Hier wurden unter E66.- zusätzliche Schlüsselnummern zur Kodierung von Adipositas und extremer Adipositas eingeführt. Bei Erwachsenen wurde der WHO Grad I bis III neu zum BMI eingefügt. (E66.0 – E66.2). Bei Kindern und Jugendlichen sind zur besseren epidemiologischen und vergütungstechnischen Abbildbarkeit der Adipositas der BMI mit Bezug zu Percentilen-Kurven nach Alter und Geschlecht (im Anhang des ICD-10-GM 2017) drei neue Schlüsselnummern eingefügt worden (E66.4, E66.5, E66.9). ƒƒErworbenes Lymphödem: Aufnahme neuer 5-stelliger Schlüsselnummern unter I89.0 für eine lokalisationsbezogene, stadiengerechte Kodierung des Lymphödems mit Bezug zur Heilmittel-Richtlinie (I89.00 bis I89.05 und I89.08, I89.09).

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ƒƒHerzinsuffzienz I50.- Rechtsherzinsuffizienz: Auch hier sind Zusatzkodes eingeführt worden, um das Stadium der Rechtsherzinsuffizienz analog zur Linksherzinsuffizienz anhand der NYHA-Stadien I bis IV verschlüsseln zu können (I50.02! bis I50.05!). ƒƒNichttraumatische spinale Blutungen: Bei G95.1 Vaskuläre Myelopathien wurden zwei neue 5-stellige Schlüssel eingefügt: G95.10 nichtraumatisch spinale Blutung/ Hämatomyelie und G95.18 sonstige vaskuläre Myelopathien, um nichttraumatische spinale Blutungen spezifisch kodieren zu können. ƒƒMultiresistente Erreger: Hier wurde eine Umstrukturierung von Kodebereichen zur Anpassung an die Nomenklatur der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) Empfehlungen umgesetzt. Die neu eingeführten gut 40 Kodierschlüssel umfassen mehrere multiresistente grampositive und gramnegative Bakterien und reichen von U80.0-! und U80.8! und von U81.0-! bis U81.8!. ƒƒZika-Viruskrankheit: Seit 21. Dezember 2015 ist durch Belegung sogenannter nicht belegter Schlüsselnummern U06 und U06.9 die Kodierung der Zika-Viruskrankheit durch die ICD-10 WHO als auch ICD-10 GM bereits möglich gewesen. Mit den Quartalsupdates zu Beginn des Jahres 2017 wird der ICD-10-GM in Ihr Praxisverwaltungssystem integriert sein und steht dann zur Dokumentation Ihrer Diagnosen bereit. Außerdem erhalten Sie den ICD-10 in Buchform (siehe Kasten). Auf der Homepage der KVSH werden die Änderungen zum ICD-10 gleichfalls online gestellt (www.kvsh.de  Diagnosekodierung). ICD-10-GM 2017 Systematisches Verzeichnis ISBN 3-7691-3584-8 Einzelpreis:

24,99 Euro inkl. MwSt.

ICD-10-GM 2017  Alphabetisches Verzeichnis ISBN 3-7691-3585-5 Einzelpreis:

24,99 Euro inkl. MwSt.

Stephan ReuSS, kvsh

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PRAXIS  &  KV Q ualitätssicherung

Eine für alle

Neue Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL) ist am 16. November 2016 in Kraft getreten. OP-Checklisten explizit erwähnt Neu ist auch, dass bei operativen Eingriffen unter Beteiligung von zwei oder mehr Ärzten oder bei Eingriffen, die unter Sedierung erfolgen, OP-Checklisten eingesetzt werden müssen. Damit sollen Patienten-, Eingriffs- und Seitenverwechslungen sowie schwerwiegende Komplikationen vermieden werden.

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Mitarbeiterperspektive systematisch einbinden Neben regelmäßigen Patientenbefragungen sollen zukünftig auch Mitarbeiter – möglichst anonym – befragt werden. Die Praxisleitung erhält so Anregungen für Veränderungen und Verbesserungspotenziale.

Mit der Veröffentlichung der neuen QM-Richtlinie im Bundesanzeiger gilt ab sofort eine gemeinsame QM-Richtlinie für alle Versorgungssektoren – die grundsätzlichen Anforderungen an das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement wurden für alle Sektoren vereinheitlicht. Die Regelungen gelten für Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeuten, Medizinische Versorgungszentren sowie für Vertragszahnärzte und zugelassene Krankenhäuser.

Kooperationsformen: QM-Anforderungen beziehen sich auf Einrichtung In der neuen Richtlinie wird klargestellt, dass sich bei Kooperationsformen wie Berufsausübungsgemeinschaften oder medizinischen Versorgungszentren die QM-Anforderungen nicht auf den einzelnen Arzt oder Psychotherapeuten, sondern auf die Einrichtung als solche beziehen.

 ie neue Qualitätsmanagement-Richtlinie ist in zwei Teile D gegliedert ƒƒTeil A enthält die Rahmenbestimmungen, die gemeinsam für alle Sektoren gelten. ƒƒTeil B konkretisiert die Rahmenbestimmungen für den jeweiligen Sektor.

Drei Jahre Zeit für die Einführung und Umsetzung Neu zugelassene beziehungsweise neu ermächtigte Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten haben drei Jahre Zeit, alle Instrumente und Methoden des Qualitätsmanagements erstmals anzuwenden und im Anschluss kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Kern der neuen Richtlinie sind die in Teil A aufgeführten Methoden und Instrumente als Bestandteile des Qualitätsmanagements, wie beispielsweise der Einsatz von Checklisten und Ablaufplänen oder die Regelung von Verantwortlichkeiten. Diese waren größtenteils bereits in der bisher geltenden Richtlinie für die vertragsärztliche Versorgung (ÄQM-RL) enthalten. Deutlicher als in der ÄQM-RL wird Qualitätsmanagement in der neuen Richtlinie als bedeutender Ansatz zur Förderung von Patientensicherheit dargestellt. Verschiedene Instrumente und Methoden fokussieren deshalb besonders auf sicherheitsrelevante Prozesse. Das ist neu: Neue Anwendungsbereiche In der Richtlinie werden verschiedene Anwendungsbereiche wie Notfallmanagement und Hygienemanagement aufgeführt. Neu hinzugekommen sind: ƒƒArzneimitteltherapiesicherheit, ƒƒSchmerzmanagement und ƒƒMaßnahmen zur Vermeidung von Stürzen

Aufwand in angemessenem Verhältnis gestalten Auf die Anwendung einer Methode/eines Instruments kann verzichtet werden, wenn dies aufgrund besonderer einrichtungsbezogener Rahmenbedingungen nicht möglich ist. Explizit davon ausgenommen sind aber das Risiko- und Fehlermanagement, Fehlermeldesysteme und OP-Checklisten. Stichprobenprüfungen ab 2017 nur noch alle zwei Jahre Da die Ergebnisse der bisherigen Erhebungen zum Stand der Umsetzung und der Weiterentwicklung des QM stabil sind, finden die Stichprobenprüfungen gemäß einer Übergangsregelung nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre statt – die nächste 2017. Entsprechen die Ergebnisse nicht den Anforderungen der QM-Richtlinie, werden die Praxen/MVZ von den QM-Kommissionen der KVen beraten. Sanktionen gibt es weiterhin nicht. Neue Methodik zur Evaluation Um QM zukünftig in Praxen und Krankenhäusern systematisch zu evaluieren und zu veröffentlichen, wird das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (www. IQTIG.de) Empfehlungen zu einer neuen Methodik erarbeiten, über die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu einem späteren Zeitpunkt beraten wird. Für Vertragsärzte und -psychotherapeuten erfolgt die Erhebung auch weiterhin durch die KVen.

In diesen Bereichen können QM-Maßnahmen die Patientensicherheit direkt verbessern. 26

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PRAXIS  & KV was , wann , wo ?

Seminare fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

Nutzen Sie auch das neue Service-Angebot „Mein PraxisCheck“ der KBV Ab sofort können Praxen mit dem Online-Test auf www.kbv.de /praxischeck mit wenigen Klicks herausfinden, wo sie in puncto Qualitätsmanagement stehen. Nach dem Check erhält jeder Teilnehmer einen ausführlichen Ergebnisbericht. Darin sind auch praktische Tipps und Empfehlungen aufgeführt, wie Fehler vermieden und Abläufe im Praxisalltag noch verbessert werden können. Die Teilnahme ist anonym und kostenlos. „Mein PraxisCheck“ gibt es bereits zu den Themen Hygiene, Informationssicherheit und Impfen. Qualitätsmanagement Qualitätsmanagement unterstützt die Praxisleitung und das Team dabei, Arbeitsabläufe zu strukturieren, Verantwortlichkeiten festzulegen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, alle Tätigkeiten konsequent an fachlichen, gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen auszurichten – und sich dabei möglichst nah an den Bedürfnissen von Patienten und Mitarbeitern zu orientieren. So kann für alle Beteiligten eine größtmögliche Sicherheit und Zufriedenheit erreicht werden. Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten sind seit 2004 gesetzlich verpflichtet, ein sogenanntes einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln (Paragraf 135a SGB V). In der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sind die Ziele, Grundsätze, Methoden und Instrumente festgelegt. Beim Aufbau eines internen QM-Systems helfen sogenannte Qualitätsmanagementverfahren wie beispielsweise QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) oder die DIN EN ISO 9001. Mehr zum Thema: ƒƒBeschluss zur neuen QM-Richtlinie: www.gba.de/informationen/beschluesse/2434/ ƒƒVollständige Praxisinformation der KBV zur neuen QMRichtlinie finden Sie unter: www.kbv.de/html/7155.php ƒƒKBV-Themenseite Qualitätsmanagement: www.kbv.de/html/qualitaetsmanagement.php Hier finden Sie z. B. die Broschüre PraxisWissen „Qualitätsmanagement in der Praxis“ ƒƒDie Beschlüsse und Begründungen zur neuen QM-Richtlinie finden Sie auf der Internetseite des G-BA unter: www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2434/ Redaktion

thema: QEP®-Einführungsseminar datum: 3. Februar 2017, 15.00 bis 21.00 Uhr 4. Februar 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge; erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

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PRAXIS  &  KV V eranstaltungen

Blicke über den Tellerrand Im September fand im Kongresszentrum die 2. Fortbildungsveranstaltung des Lübecker Ärztenetzes (LÄN)„ Ärzte für Ärzte – aus der Praxis für die Praxis“ statt. Um den Netzgedanken des Fortbildungstages deutlich sichtbar zu machen, fand parallel zu den Vorträgen für Ärzte eine Weiterbildung für Medizinische Fachangestellte (MFA) statt.

Dr. Ralf Staiger bei der Begrüßung der Teilnehmer der Veranstaltung Ärzte für Ärzte

Durch die Zusammenlegung beider Veranstaltungen konnte nicht nur die Teilnehmerzahl deutlich gesteigert werden. Es wurde auch ein starker Impuls dafür gesetzt, dass sich eine funktionierende Netzstruktur nur dann herausbilden kann, wenn Ärzte und MFA nicht nur innerhalb der Praxis, sondern auch zwischen den Netzpraxen miteinander im regen Austausch stehen. Die mit 75 Kollegen gut besuchte Veranstaltung stand in ihrem ersten Teil unter der Überschrift „Ausgetretene Pfade verlassen“. Drei Netzärzte und ein Kardiologe des UKSH trugen – motiviert durch die Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)-Initiative „Choosing wisely“ – ihre Vorstellung zum effektiven und zielführenden Umgang mit medizinischen, aber auch wirtschaftlichen Ressourcen bei Bildgebung, Kardiologie, Labor und in der Geriatrie vor. In den Diskussionsbeiträgen aus der Zuhörerschaft zu den verschiedenen Themen wurde deutlich, wie wichtig gerade bei der Inanspruchnahme von technischen Untersuchungen die interkollegiale Zusammenarbeit als eines der zentralen Themen des Lübecker Ärztenetzes ist. Dabei zeigte sich bei allen Themen, dass neben der Wahrnehmung einer Überversorgung mit apparativer Diagnostik und Therapie fast genauso häufig Fälle aufgezeigt wurden, bei denen ein zögerlicher Einsatz dieser Methoden zu einer deutlichen Verschleppung der Diagnosefindung und somit auch des Therapiebeginns geführt haben. Alle Redner waren sich darin einig, dass regelmäßige Fortbildung zu diesen Themen und die Erstellung versorgungsnaher Leitlinien zusammen mit der Festlegung von diagnostischen Pfaden zur Verbesserung der Indikationsqualität unbedingt notwendig sind und auch ihren Niederschlag in den vertragsärztlichen und privaten Gebührenverzeichnissen EBM und GOÄ finden müssen. 28

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Abgerundet wurde dieser Veranstaltungsteil durch einen Vortrag des Hamburger Nephrologen Dr. Matthias Janneck über „Ärztliches Denken – ärztliche Denkfehler“. An vielen Alltagsbeispielen zeigte der Referent, welche Fallstricke in der täglichen ärztlichen Arbeit trotz Leitlinien, QM-Systemen und Fehlermanagement auch weiterhin bestehen und in einem permanenten und selbstkritischen Prozess, zusammen mit dem Praxisteam, aufgearbeitet werden müssen.

Ausgetretene Pfade verlassen Der Nachmittag der Veranstaltung stand dann ganz im Zeichen von Fallpräsentationen, wobei sowohl die Referenten, als auch die Zuhörer aufgefordert waren, bei der Diagnosefindung ausgetretene Pfade zu verlassen und immer wieder auch den „Blick über den Tellerrand“ zu riskieren. Unter der Überschrift „Rotes Gelenk“ aktuell

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PRAXIS  & KV wurden von Kollegen der Fachrichtungen Chirurgie, Rheumatologie, Orthopädie und Pneumologie Krankheitsbilder dargestellt, die von der Gicht bis zur Sarkoidose reichten. Bei diesen interaktiven Präsentationen wurden auch die Zuhörer mit in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und immer wieder zum Mitdiskutieren zu den nächsten diagnostischen und therapeutischen Schritten aufgefordert. Bei den Fallpräsentationen zum „Akuten Bauchschmerz“ reichten die Diagnosen von der Divertikulitis bis zur Endometriose. Hier präsentierten Netzärzte aus den Fachrichtungen Gynäkologie, Urologie, Gastroenterologie und Chirurgie ihre Fälle und Beispiele aus der täglichen Arbeit. Auch dieser letzte Teil der Veranstaltung zeigte, wie durch eine praxisnahe Fortbildung aus der Mitte der Mitglieder des LÄN die interkollegiale Zusammenarbeit und der Netzgedanke gestärkt werden können. Am Ende der beiden parallelen Veranstaltungen für die Ärzte und MFA fand eine After-Work-Party in der Strandbar statt, die in unmittelbarer Nähe zu den media docks liegt und für einen gemeinsamen und gemütlichen Ausklang dieses Fortbildungssamstags sorgte. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es unbedingt eine Fortsetzung einer solchen Veranstaltung geben sollte. Arzthelferinnen für Arzthelferinnen MFA in den LÄN-Praxen sind routiniert, erfahren, gut aus- und fortgebildet und machen bereits einen sehr guten Job, nicht zuletzt auch durch die seit Gründung des LÄN regelmäßig durchgeführten Dialogpartnerinnen-Treffen und deren Multiplikationswirkung in die Praxen. Nun fand parallel zur Veranstaltung für die Ärzte eine in dieser Form erstmalig durch das Lübecker Ärztenetz organisierte Ganztags-Fortbildung für MFA aller Lübecker (und Umgebungs-) Praxen statt. Per Power-Point-Präsentation, freiem Vortrag oder praktischer Demonstration hörten 100 Teilnehmerinnen eine bunte Mischung aus zehn interessanten Kurzreferaten. Mit den Themen Hygiene, Datenschutz/EDV und Präanalytik in der Praxis, Tapes, der geriatrische Patient, Asthma/COPD im Alltag, Katheter, Gewaltprävention, der Schmerzpatient sowie Ernährung, verbunden mit praktischen Tipps und regem Erfahrungsaustausch konnte immer ein konkreter Praxisbezug hergestellt werden. Das breite Themenspektrum zog nicht nur junge Arzthelferinnen und Auszubildende an, sondern selbst „alte Hasen“ profitierten von den Kenntnissen und Fertigkeiten der Referenten. Besonders hervorzuheben ist, dass diese fast ausschließlich aus den eigenen Reihen kamen, selber also MFA sind, die sich bereitwillig und mutig erstmals vor ein solch großes Publikum wagten. Auch die Moderation und Organisation der Veranstaltung wurde keinem Profi überlassen.

Die Routine der MFA und deren ausgefüllte Arbeitszeiten in den Praxen lassen Neuerungen und anderen, ebenso bewährten Handlungsabläufen wenig Raum für Veränderungen. Daher waren die Teilnehmerinnen an diesem Tag nun besonders offen für Neues und Anderes, Ungeübtes oder Vergessenes, eine interessante Mischung, über die in den Pausen und bei der After-Work-Party zusammen mit den Ärzten eine rege Diskussion stattfand. Eine Bildungsreise und gelungene Veranstaltung, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Eine Fortsetzung wird unbedingt gewünscht, erste Themenvorschläge liegen sogar bereits vor. Christa Schuback (LÄN), Petra vom Ende (Laborärztliche Gemeinschaftspraxis Lübeck), Dr. Andreas Bobrowski (Laborärztliche Gemeinschaftspraxis Lübeck)

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PRAXIS  &  KV H onorarbericht 2 0 1 5

KVSH sorgt für Transparenz Der Honorarbericht bringt Licht ins Dunkel und erläutert, wie viel Geld für die ambulante vertragsärztliche Versorgung in Schleswig-Holstein zur Verfügung steht und wie es verteilt wird. Am 15. Juni 2016 hat die Abgeordnetenversammlung Grundsätze und Ziele der Honorarverteilung verabschiedet. Die Formulierung fokussiert auf die zentrale Bedeutung der Honorarverteilung, nämlich der Sicherstellung. Ihr folgen die Prinzipien ƒ Leistungsorientierung, ƒ ƒ Kalkulationssicherheit, ƒ ƒ Vergütungsstabilität, ƒ ƒ Verteilungsgerechtigkeit, ƒ ƒ ƒ Transparenz und ƒ Rechtssicherheit. ƒ Betont werden die Versorgungsziele ƒ  ƒ Sicherstellung der vertragsärztlichen Notfallversorgung, ƒ  ƒ Sicherstellung in ländlichen und strukturschwachen Regionen, ƒ Unterstützung ƒ von Praxisnetzen, ƒ  ƒ Sicherung der vertragsärztlichen Grundversorgung und ƒ  ƒ Förderung ausgewählter Leistungsbereiche sowie die ƒ Berücksichtigung ƒ der kooperativen Behandlung von Patienten. Der vorliegende Bericht 2015 informiert nunmehr im fünften Jahr über die Gesamtvergütung und die Honorarsituation der Arztgruppen in Schleswig-Holstein. Waren seine Vorgänger noch freiwillige Veröffentlichungen, besteht seit 2015 für alle Kassenärztlichen Vereinigungen eine gesetzliche Berichtspflicht. Mit dieser Pflicht verknüpft ist der Auftrag, Versorgungsziele und Grundsätze der Honorarverteilung darzulegen. Seit 2012 besitzen die KVen wieder mehr Spielraum in der Gestaltung ihrer Honorarverteilungen. Vordergründig fragt der Gesetzgeber nun ab, ob und wie dieser Spielraum ausgefüllt wird. Zudem will er sehen, dass die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) leistungs- und bedarfsgerecht verteilt wird und die „Leistungserbringer jederzeit“ (!) eine verläßliche und wirtschaftliche Planbarkeit besitzen. Letzteres darf hintergründig hinterfragt werden. Dient die Informations- und Berichtspflicht dazu, in einem System begrenzter Mittel potjomkinhaft unbegrenzte Möglichkeiten der Versorgung aufzuzeigen? Das kann durchaus so gedeutet werden, wenn der Gesetzgeber die stärkere Ausrichtung am Bedarf chronisch kranker, multimorbider Patienten und der alternden Bevölkerung als „denkbare Versorgungsziele“ bezeichnet.

Die Honorarsituation Im Jahr 2015 verzeichnen wir einen Zuwachs der MGV um rund 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Er stützt sich im Wesentlichen auf die Erhöhung des Orientierungswerts (ca. +1,4 Prozent) und der Veränderungsrate (etwa +0,8 Prozent). Letztere berücksichtigt die Altersstruktur und das Krankheitsspektrum der Versicherten in Schleswig-Holstein. Alle Arztgruppen partizipieren an diesem Zuwachs. Sind dennoch Rückgänge bei einigen durchschnittlichen Umsätzen zu verzeichnen, so kann das EBM-bedingt sein. Das gilt z. B. für die Gruppe der Humangenetiker. Auch verändern Zu- und Abgänge in einer Arztgruppe die Leistungsstruktur und damit auch deren Gruppendurchschnitt wie z. B. für die Gastroenterologen. Den Honorarbericht 2015 der KVSH finden Sie als PDF unter www.kvsh. de  Presse  Sonderpublikationen  Honorarberichte Ekkehard Becker, KVSH

Wir sehen besondere Versorgungsbedarfe und -ziele weiterhin verortet in den extrabudgetären Leistungen und den Sonderverträgen. Denn hier erfolgt auch eine bedarfsgerechte Finanzierung. So steht es als Wille des Gesetzgebers auch im SGB V. 30

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________31 Kündigung Hausarztzentrierte pädiatrische Versorgung Barmer GEK_____________34 Verträge der Deutschen BKK enden_______________________________________34 Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen____________________________34 Betreuungsverträge – Anpassung der Diagnosen____________________________34 Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung_______________________________35 „aha!-Programm“ endet am 31. Dezember 2016____________________________35 Prä- und postoperative Behandlung – Praxisklinik Kronshagen_________________35 Umsatzsteuer bei Sonderverträgen_______________________________________36 Disease Management Programme________________________________________36 HVM-Änderungen zum 1. Januar 2017_____________________________________36

Aus der Zulassungsabteilung Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de):

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Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Wolfram Schreiber

Psychiatrie

Rickling

Alexander Selch

Gefäßchirurgie

Neumünster

Dr. med. Hans-Hermann Körner

Gefäßchirurgie

Sylt/OT Westerland

Prof. Dr. med. Tillmann Loch

Urologie

Flensburg

Claudia Schröder

Urologie

Flensburg

Dr. med. Thorsten Lange

Chirurgie

Flensburg

Dr. med. Cornelia Spevak

Diagnostische Radiologie

Flensburg

Irene von der Ahe

Radiologie

Flensburg

Synan Al-Hashimy

Psychotherapeutische Medizin

Ratzeburg

Dr. med. Julia Klüter

Radiologie

Lübeck

Dr. med. Frank Oliver Hauf

Psychiatrie und Psychosomatik

Breklum

Dr. med. Christoph Mai

Psychiatrie und Psychosomatik

Breklum

Dr. med. Iris Koper

Innere Medizin

Oldenburg

Dr. med. Jürgen Hartig

Innere Medizin

Wedel

Dr. med. Ulf Niemann

Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Elmshorn

Dr. med. Peter Paluchowski

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Pinneberg

Dr. med. Klaus-Peter Otto

Kinder- und Jugendmedizin

Itzehoe

Nadine Scheffler

Kinder- und Jugendmedizin

Itzehoe

Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Bettina Heidtmann

Kinder- und Jugendmedizin

Itzehoe

Dr. med. Agnes Wolny

Kardiologie

Bad Oldesloe

Dr. med. Georg Aschmotat

Chirurgie

Bad Oldesloe

Dr. med. Andreas Colberg

Innere Medizin/hausärztlich

Bad Segeberg

Qassem Mohammad

Allgemeinmedizin

Büchen

Christine Hilper

Psychiatrie und Psychotherapie

Geesthacht

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dorothee Baaß

23730 Neustadt, Waschgrabenstraße 8–10

Innere Medizin/hausärztlich

02.01.2017

Dr. med. Uwe Bartels

Doctor-medic Emilia Nanu

25421 Pinneberg, Bahnhofstraße 7

Allgemeinmedizin

01.01.2017

Halina Bota

Dipl.-Soz. päd. Eva Kilinski – halbe Zulassung –

24159 Kiel, Liliencronstraße 7

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.01.2017

Dr. med. Barbara Saul-Krause

Dr. med. Mathias Klein

22926 Ahrensburg, Hamburger Straße 23

Neurologie

09.01.2017

Dr. med. Sara von Woikowsky-Biedau – halbe Zulassung –

24989 Dollerup, Haffstraße 23

Allgemeinmedizin

01.10.2016

Dipl.-Psych. Katrin Schmidt – halbe Zulassung –

Dr. phil. Dipl.-Psych. Katinka Schweizer – halbe Zulassung –

25899 Dagebüll, Osterdeich 2

Psychologische Psychotherapie

01.01.2017

Michael Lumme

Ella Fuß

23795 Bad Segeberg, Am Landratspark 8

Radiologie

02.01.2017

Dr. med. Andreas Quirin

Shoaib Monaim

23909 Ratzeburg, Scheffelstraße 2a

Allgemeinmedizin

01.11.2016

Dr. med. Hans-Erich Schulze

Dr. med. Birgit Velke – halbe Zulassung –

21502 Geesthacht, Westerkamp 2

Psychiatrie und Psychotherapie/ausschließlich psychotherapeutisch

01.12.2016

Dr. med. Erdmute Klaus – halbe Zulassung –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Dr. med. Thomas Maurer

25927 Neukirchen, Osterdeich 11

Allgemeinmedizin

13.10.2016

Bernd Scharfe – ganztags – – Sonderbedarf –

Sylke Neumann, Dr. med. Alexander Weise

24568 Kaltenkirchen, Kisdorfer Weg 3a

Kinder- und Jugendmedizin

01.11.2016

Martina Bucher – ganztags – – Sonderbedarf –

WestDoc MVZ Heide GmbH

25746 Heide, Esmarchstraße 50

Innere Medizin/Kardiologie

15.10.2016

Dr. med. Florian Onken – vierteltags – – Sonderbedarf –

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aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

MVZ Stormarn GmbH

22844 Norderstedt, Langenharmer Weg 19

Innere Medizin/ Hämatologie

15.10.2016

Dr. med. Eckart Maaß – ganztags – – Sonderbedarf –

Dr. med. C. Linder-Röpcke und Kollegen

22927 Großhansdorf, Lurup 2

Anästhesiologie/Spezielle Schmerztherapie

13.10.2016

Dr. med. Nassrin Moussavi – halbtags – – Sonderbedarf –

Dr. med. Helmut Trapp

23738 Lensahn, Allgemeinmedizin Friedrich-August-Straße 1

01.11.2016

Dr. med. Jan Andresen – ganztags –

Miriam Radzko

22113 Oststeinbek, Möllner Landstraße 55

Innere Medizin/ hausärztlich

01.11.2016

Mascha Mareike Studt – ganztags –

Medizinische Versorgungszentren Klinikum Nordfriesland GmbH – MVZ Niebüll

25899 Niebüll, Gather Landstraße 75

Orthopädie

01.10.2016

Dr. med. Rainer Kirchner – vierteltags –

Dres. med. Bellersen, Hedke, Steinbach

24114 Kiel, Hopfenstraße 20–22

Innere Medizin/ Nephrologie

15.10.2016

Dr. med. Theodora Schammann – vierteltags –

MVZ Lubinus GmbH

24106 Kiel, Steenbeker Weg 25–33

Orthopädie

01.11.2016

Dr. med. Kerstin Baumgärtel – vierteltags –

MVZ Steinburg gGmbH

25524 Itzehoe, Robert-Koch-Straße 2

Chirurgie

01.11.2016

Dr. med. Barbara Klocke – vierteltags –

Dr. Bandick und Kollegen

22850 Norderstedt, Berliner Allee 40c

Radiologie

15.10.2016

Priv.-Doz. Dr. med. Nils Schreiter – ganztags –

nordBLICK MVZ GmbH

25436 Uetersen, Wassermühlenstraße 5

Augenheilkunde

13.10.2016

Doctor-Medic Costin-Ilie Mihaescu – ganztags –

Bernd Wanzenberg

21502 Geesthacht, Steinberg 31

Allgemeinmedizin

17.10.2016

Irina Agapov – halbtags –

Dr. med. Thomas Maurer

25917 Leck, Anackerstraße 2

Allgemeinmedizin

13.10.2016

Erika Obulo – ganztags –

Medizinische Versorgungszentren Klinikum Nordfriesland GmbH – MVZ Husum

25813 Husum, Erichsenweg 16

Radiologie

01.10.2016

Dr. med. Julian Dahms – halbtags –

Dr. med. Carola Migge, Rainer Stengel

21039 Börnsen, Zwischen den Kreiseln

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2017

Dr. med. Iris Lefers – ganztags –

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aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dr. med. Eberhard Schauwienold

Hals-NasenOhrenheilkunde

25746 Heide, Friedrichstraße 44

25746 Heide, Bahnhofstraße 2a

01.01.2017

Dr. med. Christoph Weiß-Becker

Kinder- und Jugendmedizin

25813 Husum, Norderstraße 50

25813 Husum, Erichsenweg 16

01.01.2017

Dr. med. Almut Becker

Kinder- und Jugendmedizin

25813 Husum, Norderstraße 50

25813 Husum, Erichsenweg 16

01.01.2017

Harald Jedicke

Innere Medizin

25826 St. Peter-Ording, Im Bad 18

25826 St. Peter-Ording, 08.12.2016 Maleens Knoll 2

Dr. rer. nat. Ursula Jedicke

Allgemeinmedizin

25826 St. Peter-Ording, Im Bad 18

25826 St. Peter-Ording, 08.12.2016 Maleens Knoll 2

Dipl.-Psych. Ute Glander

Psychologische Psychotherapie

24119 Kronshagen, Eckernförder Straße 271

24119 Kronshagen, Kieler Straße 91

01.01.2017

Kündigung Hausarztzentrierte pädiatrische Versorgung Barmer GEK Die bvkj.Service GmbH hat den Vertrag „Hausarztzentrierte pädiatrische Versorgung“ mit der Barmer GEK und der KVSH zum 31. Dezember 2016 gekündigt. Ein Anschlussvertrag allein mit der Barmer GEK konnte leider nicht vereinbart werden. Die Leistungen des Vertrages können ab dem 1. Januar 2017 nicht mehr erbracht und abgerechnet werden.

Verträge der Deutschen BKK enden Die Deutsche BKK hat zum 31. Dezember 2016 die Sonderverträge zur „Versorgung mit klassischer Homöopathie“ und „Reiseimpfungen als Satzungsleistungen“ gekündigt. Somit können die Leistungen dieser Verträge ab dem 1. Quartal 2017 nicht mehr erbracht und abgerechnet werden. Grund für die Kündigung ist die Fusion der Deutschen BKK mit der BARMER GEK. Die neue Krankenkasse, die zum 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufnimmt, wird den Namen BARMER tragen. Nach heutigem Stand bringt die Barmer GEK rund 8,5 Millionen Versicherte und die Deutsche BKK rund 1,1 Millionen Versicherte in die neue Kasse ein.

Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen Für das Jahr 2017 werden die Vergütungen der Anlage 1 dieser Vereinbarung erhöht. Hier erfolgt eine Anpassung an den Orientierungswert (OW) 2017. Sie finden die neue Anlage 1 zeitnah auf www.kvsh.de  Verträge  Downloadcenter der KVSH/Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen.

Betreuungsverträge – Anpassung der Diagnosen Zum 1. Januar 2017 wird der ICD-10-GM aktualisiert. Dementsprechend ändern sich die Diagnoselisten der Betreuungsverträge mit der DAK-Gesundheit, der Techniker Krankenkasse, der AOK NordWest und dem BKK Landesverband Nordwest. Die neuen Diagnoselisten stehen ab dem 1. Januar 2017 auf www.kvsh.de im Downloadcenter zur Verfügung.

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Bekanntmachungen und Meldungen

Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) Die Teilnahmeerklärungen zu den Verträgen der KVSH mit dem BKK Landesverband NORDWEST und der SVLFG mussten um den Passus des Widerrufes für die Patienten aktualisiert werden. Aus diesem Grund stehen Ihnen ab sofort die neuen Teilnahmeerklärungen beider Verträge auf www.kvsh.de unter Verträge  Downloadcenter  Hausarztzentrierte Versorgung zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass Sie die Teilnahmeerklärungen der Patienten zu den Verträgen der KVSH mit dem BKK Landesverband NORDWEST und der SVLFG an die KVSH zu Händen Sonja Koch senden. Zum Vertrag der SVLFG wurde auch Ihr Antrag auf Durchführung eines kleinen Patientenchecks vereinfacht und ist auf unserer Homepage abrufbar. Der HzV-Vertrag mit der IKK Hamburg, dessen Rechtsnachfolge die IKK classic angetreten hat, wurde zum 31. Dezember 2016 gekündigt. Somit bekommen Sie die Leistungen aus dem Vertrag ab dem 1. Januar 2017 nicht mehr vergütet.

„aha!-Programm“ endet am 31. Dezember 2016 Die Verträge zum „aha!-Programm – Betreuung von Menschen mit hohem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2“ mit der AOK NORDWEST, der BARMER GEK und der DAK-Gesundheit enden am 31. Dezember 2016. Versicherte dieser Krankenkassen können somit noch bis Ende dieses Jahres in das „aha!-Programm“ eingeschrieben werden. Die Leistungen aus den Verträgen können für Versicherte, die bis zum 31. Dezember 2016 in das Programm eingeschrieben werden, über das Vertragsende hinaus regulär zum Abschluss gebracht werden (bis längstens 15 Monate nach Ergreifung von Maßnahmen zur Lebensstilintervention). Bitte um Mitwirkung: Die Wirksamkeit des „aha!-Programms“ wird evaluiert. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, bitten wir Sie, die Dokumentationen zu vervollständigen und in dem der Dokumentationsmappe beiliegenden Umschlag an das evaluierende Institut (inav) zu senden. Versenden Sie die Dokumentationen bitte auch dann, wenn der/die Versicherte die Teilnahme am Programm abgebrochen haben sollte. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Prä- und postoperative Behandlung – Praxisklinik Kronshagen Am 1. Oktober 2016 trat die atlas BKK ahlmann dem zwischen der Praxisklinik Kronshagen und der Techniker Krankenkasse abgeschlossenen IV-Vertrag zu ambulanten und stationären Eingriffen in der Praxisklinik Kronshagen (siehe auch Nordlicht 9/2016 bzw. Newsletter vom 3. August 2016) bei. Jeder Vertragsarzt, der von der Praxisklinik Kronshagen mit der Durchführung einer prä- oder postoperativen Leistung (Pseudoziffern 91300A bis 91300E) beauftragt wird, kann diese somit seit dem 1. Oktober 2016 ohne gesondertes Genehmigungsverfahren auch für Versicherte der atlas BKK ahlmann über die KVSH abrechnen. Bitte beachten Sie: Neben den Pseudoziffern 91300A bis 91300E können die entsprechenden EBM-Ziffern (31010 bis 31013, 31610 sowie die Laborziffern 32125, 32112, 32113 und 32115) nicht abgerechnet werden. Fragen zu den Pseudoziffern richten Sie bitte an Carola Heske, Tel. 04551 883 443. Bei Fragen zu den Inhalten des IV-Vertrags zwischen der Praxisklinik Kronshagen und der Techniker Krankenkasse wenden Sie sich bitte direkt an die Praxisklinik Kronshagen, Frau Paulin, Tel. 0431 5456674 bzw. paulin@pkkh.de.

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Bekanntmachungen und Meldungen

Umsatzsteuer bei Sonderverträgen Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz haben Kassenärztliche Vereinigungen die Möglichkeit erhalten, Vertragspartner an Verträgen nach Paragraf 140a SGB V zu werden. Kassenärztliche Vereinigungen stehen damit im Wettbewerb mit privaten Wirtschaftsteilnehmern und sind in diesem Bereich nicht hoheitlich tätig. Daraus ergibt sich steuerrechtlich eine Neuerung: Die Dienstleistung der KVSH für ihre Mitglieder im Rahmen von Selektivverträgen (Verträge nach Paragraf 140a SGB V) kann der Umsatzsteuer unterliegen. Ist dies der Fall, ist die KVSH verpflichtet, die Umsatzsteuer (aktuell 19 Prozent) auf die Verwaltungskosten (aktuell 2,3 Prozent) sowie – sofern erhoben – die Sonderumlage für Selektivverträge (aktuell 1,6 Prozent) an das Finanzamt abzuführen. Was bedeutet das für Teilnehmer an Selektivverträgen? Die Umsatzsteuer wird von der KVSH bei den am Vertrag teilnehmenden und abrechnenden Ärzten und Psychotherapeuten im Zuge der Quartalsabrechnung berechnet, einbehalten und dann an das Finanzamt abgeführt. Der Ausweis erfolgt im Honorarkonto. Aktuell wurden vom Finanzamt zwei Verträge für umsatzsteuerpflichtig erklärt: ƒƒBeim „aha!-Vertrag – Betreuung von Menschen mit hohem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2“ mit der DAK-Gesundheit muss die KVSH ab dem 3. Quartal 2016 Umsatzsteuer auf die Verwaltungskostenumlage erheben. ƒƒDie Umsatzsteuerpflicht gilt ebenfalls für den Vertrag „Gesund schwanger“, der zum 1. April 2016 über die AG Vertragskoordinierung der KBV abgeschlossen wurde. Da eine Abrechnung der Vertragsleistungen erst ab dem 1. Juli 2016 möglich ist, wird die Umsatzsteuer auch hier ab dem 3. Quartal 2016 berechnet und abgeführt.

Disease Management Programme Zum 1. Januar 2017 fusionieren die BARMER GEK und die Deutsche BKK zur BARMER. Alle DMP-Teilnehmer bleiben durchgehend im Behandlungsprogramm eingeschrieben. Aufgrund der Fusion sind keine Neueinschreibungen der DMP-Teilnehmer erforderlich. Zu jedem DMP haben wir die ICD-begründenden Diagnosen aktualisiert, wobei es nur im DMP KHK zum ICD-10-GM Herzinsuffizienz I50 Neuerungen gibt. Wir haben diese rot gekennzeichnet. Eine Liste der ICD-begründenden Diagnosen finden Sie auf www.kvsh.de  Verträge  Downloadcenter  DMP gleich nach dem DMP-Vertrag zu jeder Diagnose. Für die Patienten der SVLFG gibt es keine Dokumentationsbögen im DMP. Sie können diese Patienten über den Chronikervertrag der SVLFG mit den gleichen Abrechnungsziffern und zu denselben Konditionen wie im DMP abrechnen. Voraussetzung ist auch hier, dass Sie eine Genehmigung zur Abrechnung dieser Ziffern erhalten haben. Die Abrechnungsziffern finden Sie auf www.kvsh.de  Verträge  Downloadcenter  Chronikerverträge.

HVM-Änderungen zum 1. Januar 2017 Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 23. November 2016 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Telefon: 04551 883 486.

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Modellprojekt „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“ Dresden – In Sachsen fehlen Hausärzte. Dies trifft besonders auf die ländlichen Regionen zu. Die KV Sachsen hat vor diesem Hintergrund das Modellprojekt „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“ entwickelt, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken. In vier Studienjahrgängen werden jeweils 20 Studenten gefördert, die das Medizinstudium im deutschsprachigen Studiengang Humanmedizin an der Universität Pécs in Ungarn aufnehmen. Ihnen werden die Studiengebühren für die Dauer der Regelstudienzeit finanziert. Im Gegenzug verpflichten sich die geförderten Studenten, im Anschluss an ihr Studium die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin zu absolvieren und für mindestens fünf Jahre als Hausarzt in Sachsen außerhalb der Städte Chemnitz, Leipzig und Dresden einschließlich Radebeul zu arbeiten. Die Teilnehmer am Modellprojekt werden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren durch die KV Sachsen und die Universität Pécs bestimmt. Finanziert wird das Modellprojekt aus dem Strukturfonds zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in Sachsen, der paritätisch von der KV Sachsen und den Krankenkassen getragen wird. Das Modellprojekt wird auch im Studienjahr 2017/18 fortgeführt. Es werden erneut 20 Studienplätze an der Universität Pécs zur Förderung ausgeschrieben.

Mustervertrag für eine bessere Arztversorgung im Pflegeheim Mainz – Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz und die Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz haben sich auf einen Mustervertrag zur Versorgung von Pflegeheimbewohnern durch Haus- und Fachärzte geeinigt. Dieser dient als Grundlage zum Abschluss von Kooperationsvereinbarungen zwischen Pflegeheimen und zugelassenen Ärzten gemäß Paragraf 119b Absatz 1 SGB V. Damit sollen die Arztbesuche bedarfsgerechter organisiert werden. Im Mustervertrag wird der grundsätzliche Rahmen einer Kooperation zwischen Pflegeeinrichtungen und Ärzten oder Ärztenetzen festgelegt. Ziel ist es, solche Kooperationen landesweit einheitlich und flächendeckend zu vereinbaren, um eine an den Bedarfen der Bewohnern orientierte ärztliche Versorgung in den Heimen zu installieren. Regelmäßige Besuchszeiten sollen zudem mehr Sicherheit geben. Während des Behandlungsprozesses ist der Arzt für die diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen zuständig. Die Pflegeeinrichtungen unterstützen ihn dabei bedarfsorientiert durch feste Ansprechpartner, die auch an individuellen Fallbesprechungen teilnehmen.

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Wahl in Bremen Bremen – Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Bremen haben gewählt: Der Vertreterversammlung als höchstes Organ der KV Bremen gehören künftig zehn Fachärzte, acht Hausärzte und zwei Psychotherapeuten an. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,2 Prozent. Wahlsieger ist die „Neue Hausarztliste NHL“, die mit vier Sitzen als stärkste Fraktion in das 20-köpfige Ärzteparlament einzieht. Zwei große Facharztgruppen „Akzente setzen! Facharztliste“ sowie die „NFL - Neue Facharztliste“ kommen auf jeweils drei Sitze. Die „Liste Sprechende Medizin“ erreichte einen Sitz in der Vertreterversammlung, während der Neuling „Angestellte Ärzte Bremen“ leer ausgeht.

Förderprogramm für Bremerhaven zeigt Wirkung Bremen – Drei Hausärztinnen haben das Start-up-Programm, das die KV Bremen zur Niederlassungsförderung im strukturschwachen Bremerhaven anbietet, genutzt und lassen sich dort nieder. Der Versorgungsgrad steigt erstmals seit vielen Jahren über die Grenze von 100 Prozent. Damit hat das im Juni verabschiedete Förderpaket bereits nach wenigen Monaten Wirkung gezeigt. „Das ist eine Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in Bremerhaven, die spürbar und nachhaltig ist und vor allem auch schneller vonstatten geht, als erhofft“, lautet das Fazit der KV-Vorstände Dr. Jörg Hermann und Günter Scherer. Die Vertreterversammlung hatte ein Förderpaket aufgelegt, das insbesondere die hausärztliche Versorgung in Bremerhaven im Blick hatte. Das Start-up-Programm der KV Bremen sieht einen Investitionskostenzuschuss von bis zu 60.000 Euro vor. Der Betrag ist an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Die Bewerber müssen unter anderem ein tragfähiges Finanzierungskonzept vorlegen und sich verpflichten, wenigstens fünf Jahre in Bremerhaven zu praktizieren. Der Investitionszuschuss wird aus dem sogenannten Strukturfonds bezahlt, der jeweils hälftig von der KV Bremen und den regionalen Krankenkassen gespeist wird. Daneben setzt die KV Bremen weitere Anreize durch eine Umsatzgarantie bzw. einen Bonus auf das Arzteinkommen für höchstens 24 Monate.

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PRAXIS  &  KV P sychotherapie

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Die psychotherapeutische Sprechstunde kommt

Zum April 2017 wird es im Rahmen der Psychotherapie-Richtlinie eine neue Leistung geben – die psychotherapeutische Sprechstunde. Der Psychotherapeut wird verpflichtet sein, diese zeitgebundene Leistung anzubieten. Desweiteren ist diese psychotherapeutische Sprechstunde auch durch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen zu berücksichtigen. Viele Psychotherapeuten sind über diese unausweichlich auf sie zukommenden Anforderungen entrüstet. Sie fühlen sich gegängelt und sehen das Kommende als einen tiefen Eingriff in ihre Praxisstruktur an. Wie konnte es dazu kommen? Und gab es Alternativen? Und was werden Kassenärztliche Vereinigung und Psychotherapeuten nun gemeinsam umsetzen müssen? Verhandlungspartner Die psychotherapeutische Sprechstunde ist das Ergebnis der Verhandlungen über die Strukturreform der PsychotherapieRichtlinie. In diesen Verhandlungen standen sich hauptsächlich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKVSpitzenverband gegenüber. Zwischen ihnen offenbarten sich viele unterschiedliche Ideen und Ansichten über die Verbesserung der 38

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psychotherapeutischen Versorgung. Aber auch die den Verhandlungen beiwohnenden Patientenvertreter hatten durchaus eigene Vorstellungen über eine neue Psychotherapie-Richtlinie. Ihr Hauptinteresse galt der Gewährleistung eines schnellen Zugangs zur Psychotherapie für alle Versicherten. Und auch die telefonische Erreichbarkeit der Psychotherapeuten stand bei ihnen im Fokus.

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PRAXIS  &  KV Intelligente Koordinierungstellen – psychotherapeutische Sprechstunde Die Krankenkassen bemängelten seit langem nicht nur die langen Wartezeiten bis zu einem Erstkontakt bei einem Psychotherapeuten, sondern waren der Ansicht, dass es auch einer Koordinierung der Patienten bedarf. Aus letzterem Gedanken hatten sie die Einrichtung von „Intelligenten Koordinierungsstellen“ gefordert. Sie hatten die Vorstellung, diese Ansprechstellen im eigenen Haus anzusiedeln und rat- und therapiesuchende Versicherte entsprechend ihrem Störungsbild dann gezielt weiterzuvermitteln. Entweder an eine Selbsthilfegruppe, an den Haus- oder Facharzt, an den Psychotherapeuten oder sogar in eine Psychiatrische Institutsambulanz, Hochschulambulanz oder Klinik. Eine etwaige Weiterverweisung an den Psychotherapeuten sollte zudem unbedingt indikationsbezogen zu einem der drei Psychotherapieverfahren erfolgen. Kern dieses Vorschlages war die Ansiedelung dieser „Koordinierungsstellen“ bei den Krankenkassen selbst. Sie maßten sich an, darüber, welches Therapieverfahren für einen Patienten am besten geeignet sei, selbst am besten entscheiden zu können. Dieser Vorschlag stieß bei den Psychotherapeuten auf heftige Gegenwehr und Ablehnung. Nicht nur die fachliche Qualifikation, darüber zu entscheiden, welches für den Patienten der beste Weg sei, wurde den Krankenkassen abgesprochen. Auch wollte man die Entscheidungshoheit darüber unbedingt in eigenen Händen behalten. Aus Letzterem ist dann die Idee zur Einführung einer psychotherapeutischen Sprechstunde in die Psychotherapie-Richtlinie entstanden. Sie soll eine frühzeitige und fachlich fundierte Abklärung herbeiführen. Psychotherapeutische Sprechstunde kam in das SGB V In der Folge wurde die Idee einer psychotherapeutischen Sprechstunde vom Gesetzgeber aufgegriffen und im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) verankert. Damit stand die „Intelligente Koordinierungsstelle“ angesiedelt bei den Krankenkassen nicht mehr zur Diskussion. Diese Kröte war damit vom Tisch. Klar aber wurde, dass den niedergelassenen Psychotherapeuten etwas Neues ins Haus stehen würde. Inzwischen hatte der Gesetzgeber die Einrichtung von Terminservicestellen zur Vermittlung von Terminen beim Facharzt ins Sozialgesetzbuch geschrieben. Und klargestellt, dass selbstverständlich damit auch Termine zur psychotherapeutischen Behandlung gemeint seien, denn gerade

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hier gäbe es ja besonders lange Wartezeiten für die Versicherten, so hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Etwas Aufschub gab es durch die Regelung, dass es vornehmlich um die Vermittlung von Terminen zur psychotherapeutischen Sprechstunde gehen solle. Und diese Vermittlung könne ja nun erst dann aufgenommen werden, wenn diese Leistung auch tatsächlich eingeführt worden sei. Damit allerdings war dann die direkte Verbindung zwischen psychotherapeutischer Sprechstunde und Terminservicestelle hergestellt worden. Deutlich wurde aber auch, dass unabhängig von der Schaffung der psychotherapeutischen Sprechstunde die Psychotherapeuten immer unter die Regie der Terminservicestellen gefallen wären. Gerade der Zugang zur psychotherapeutischen Behandlung sollte deutlich vereinfacht und verkürzt werden. Terminservicestelle – psychotherapeutische Sprechstunde Bekanntermaßen ist die Strukturreform der Psychotherapie-Richtlinie inzwischen abgeschlossen und die neue Leistung psychotherapeutische Sprechstunde geschaffen worden. Damit tritt die gesetzliche Regelung in Kraft, die verlangt, dass die Psychotherapeuten in die Aufgaben der Terminservicestellen mit einzubeziehen sind. Die Kassenärztlichen Vereinigungen und ihre Psychotherapeuten haben nun demnächst die Aufgabe, die Sicherstellung der frühzeitigen Abklärung im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechstunde zu gewährleisten. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) plant das bewährte Modell der Terminvermittlung, welches seit Januar 2016 für Termine bei Fachärzten gilt, auch für die Psychotherapeuten zu übernehmen. Die Zusammenarbeit zwischen KVSH (Terminservicestelle) und psychotherapeutischer Praxis erfolgt dabei weitgehend über das Internet. Die Terminservicestelle benötigt Wissen über die telefonische Erreichbarkeit sowie über Urlaubs- und Schließungszeiten einer Praxis. Die Hoheit über die Terminvergabe verbleibt bis auf Weiteres beim Psychotherapeuten. Der über die Terminservicestelle vermittelte Versicherte muss über einen Telefonanruf an die Praxis herantreten. Über die Struktur der Terminservicestelle sowie über die den Psychotherapeuten zufallenden Aufgaben wird die KVSH im ersten Quartal 2017 in Form von Veranstaltungen informieren. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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die menschen im land vor O rt

Anekdoten und Raritäten Dr. Claus Jaeckel besitzt nach über 30 Jahren Tätigkeit in seiner Hausarztpraxis in Süderbrarup eine stattliche Sammlung alter medizinischer Instrumente und Gerätschaften. Er kennt außerdem viele Geschichten über ihre ärztlichen Vorbesitzer, die gleichzeitig seine Praxisvorgänger waren.

Gesammelte Schätze aus 120 Jahren Praxisgeschichte: Dr. Claus Jaeckel vor seinem „Museumsschrank“

Seit über 120 Jahren steht sie mitten in Süderbrarup, wuchtig wie eine Trutzburg und ganz aus rotem Backstein: Die traditionsreiche Hausarztpraxis von Dr. Claus Jaeckel. Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte, die eng mit den Persönlichkeiten der dort tätigen Ärzte verbunden ist. 1895 gründete Dr. Alois Pöpperling – dem Namen nach wohl eher kein Norddeutscher – die Arztpraxis an der Schleswiger Straße. „Er war auch der Besitzer des ersten Autos im Ort, einem dreirädrigen Modell. Nachdem er es wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve auf die Seite gelegt hatte, soll er dann aber doch lieber wieder mit Pferd und Wagen gefahren sein“, berichtet Jaeckel. Nach dem ersten Weltkrieg übernahm Dr. Landtau das Haus. Er muss wohl ein überzeugter Landarzt gewesen sein, denn er gründete lieber eine neue Praxis in Taarstedt, weil ihm sogar das beschaulich-ländliche Süderbrarup der 1920er Jahren zu groß und lebendig erschien. Landärzte alter Schule Dritter Besitzer war Dr. Arien Peters, der aus Tetenbüll/Eiderstedt in den 4.000-Einwohner-Ort im Kreis Schleswig-Flensburg kam. An ihn kann sich Jaeckel, der 1954 in Süderbrarup geboren wurde, noch sehr gut erinnern. Peters hatte als Landarzt in den dreißiger und vierziger Jahren sogar einen eigenen Chauffeur. Wurde er zu einem Hausbesuch gerufen, drückte er auf einen Knopf und beim Fahrer klingelte es – auch bei Nacht. Dies war das Signal, das 40

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Automobil vorzufahren und Peters zum Patienten zu chauffieren. 1945/46 musste er wegen Benzinmangels doch wieder Pferd und Wagen bzw. im Winter den Schlitten benutzen. Über Peters hätten die Patienten noch lange nach dessen Tod viele Anekdoten erzählt, so Jaeckel. Einmal sei er zu einem kranken Jungen gerufen worden. Die Mutter sagte: „Herr Doktor, ich glaub’, er hat die Masern.“ Daraufhin erwiderte Peters: „Wenn Sie das schon so genau wissen, kann ich ja wieder gehen.“ Sprach´s, machte auf dem Absatz kehrt und ging davon. „Was für Zeiten. Heute hätte er sofort eine Klage am Hals, doch damals war er als Landarzt eine fast unantastbare Autorität“, so Jaeckel. Ärztetradition wird fortgesetzt Anfang Mai 1945 taucht zum ersten Mal der Familienname Jaeckel im Zusammenhang mit der Praxishistorie auf. Dr. Friedrich Jaeckel, der Vater des jetzigen Praxisinhabers, kam kurz vor Kriegsende aus Brandenburg in den Norden Schleswig-Holsteins, wo es wegen der vielen Flüchtlinge  jede Menge Arbeit gab. Er stieg in die Praxis ein und führte sie ab 1958 allein. Seit 1985 gibt nun Dr. Claus Jaeckel in der Praxis den Ton an, mit einer Unterbrechung von 1998 bis 2014, als er eine Berufsausübungsgemeinschaft mit einer Kollegin einging. Eigentlich hatte er gehofft, mit ihr auch seine Praxisnachfolgerin gefunden zu haben, doch sie sprang ab und so dauerte es am Ende so etwas länger, bis sich aktuell

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die menschen im land

Geburtshilfebesteck (1. Hälfte 20. Jahrhundert)

Herzschrittmacher (70er/frühe 80er Jahre des letzten Jahrhunderts)

Brillenverordnungskasten nach Ernst Suadicani (spätes 19. Jahrhundert)

Chirurgisches Besteck (viktorianisches England)

Gerät zur Bluttransfusion (frühes 20. Jahrhundert, möglicherweise noch vor der Entdeckung der Blutgruppen durch Landsteiner – erste erfolgreiche Bluttransfusion 1907 in New York)

Hämometer zur optischen Bestimmung des Hämoglobingehaltes (1. Hälfte 20. Jahrhundert)

Mikroskop (Paris um 1850) und Lanzette, Pipette und Objektträger mit Zählkammer zur Anfertigung von Blutbildern

Oszillograph zur doppelseitigen Pulsmessung nach Prof. Gesenius und Keller (2. Hälfte 20. Jahrhundert)

eine Übergabelösung fand. Kinderärztin Nicole Gellert will über den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin wechseln und macht dazu einen Teil ihrer Ausbildung in Jaeckels Praxis. 2019 wird sie als sechste Praxisinhaberin das Traditionsunternehmen „Arztpraxis Süderbrarup“ fortführen. Vielleicht übernimmt sie dann auch das ein oder andere Teil aus Jaeckels umfangreicher Sammlung historischer medizinischer Gerätschaften, die er zum größten 12 | 2016

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Teil aus den Hinterlassenschaften seiner Praxisvorgänger übernommen hat. „Heute wirken viele der Instrumente kurios, aber in früheren Zeiten halfen sie den Landärzten dabei, Krankheiten zu heilen und Menschenleben zu retten“, erklärt Jaeckel beim Blick auf seinen gut gefüllten „Museumsschrank“. Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde t leidenschaftlicher is t og V ar m ei R r. D : Zum Autor Seine Patienten n. he sc ar hm it D in Landarzt aus Pahlen n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab t halten. Im Nordlich zu st fe t el hw ac N e di praxis für was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Immer Ärger mit den Begehrlichkeiten oder

Warum der Kinobesuch nicht kostenlos ist

Früher … in der perzeptiv „guten alten Zeit“ … gab es im KinoVorprogramm Werbung mit dem HB-Männchen, einem kleinkarierten Spießertypen, der sich von Alltagssituationen dermaßen erregen ließ, dass er „in die Luft“ ging und erst durch das tiefe Inhalieren karzinogener Tabakprodukte seine Emotionen in den Griff bekam. Knapp 60 Jahre nach dem ersten Auftritt des HB-Männchens ist alles anders. Alles? Naja, fast alles! Zumindest ist das zahlende Publikum heutzutage über die schädlichen Auswirkungen von Rauchen umfassend informiert und Zigarettenwerbung im Kino verboten. Der moderne Mensch der postfaktischen Gesellschaft hat einen so hohen Aufklärungsgrad erreicht, dass das Herz in Stresssituationen auch nicht mehr bis in den Drehzahlbegrenzer schlägt. Oder doch? … denn Gründe zum Explodieren oder „in die Luft gehen“ liefert der Alltag doch zur Genüge! Zwischen Rücksichts- und Respektlosigkeit, kollektivem Egoismus und Anspruchsdenken, zunehmend „juristizierter“ EBMund Leitlinien-Medizin und hunderttausend teils albernen berufsrechtlichen Vorschriften sowie Verpflichtungen wird der eigene Anspruch an den Arztberuf zerrieben wie Sand zwischen den Fingern. Einfach nur Arzt zu sein … scheint schwieriger als jemals zuvor! In einer wild gewordenen Welt mit vollem War-

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tezimmer und Termindruck einerseits, sich widersprechenden Ansprüchen von Leistungsträgern und Leistungsempfängern andererseits entstehen rückwärtsgewandte Sehnsüchte. Noch nie ging es dem deutschen Volk gesundheitlich so gut wie heute – aber trotzdem platzen Praxen und Kliniken aus allen Nähten. Woran liegt’s? Eigentlich wäre das ein Thema mindestens für eine Dissertation, wenn nicht sogar Habilitation! Ein Faktor und für mich vermutlich der schlimmste Stressor ist und bleibt der geradezu ungezügelte, hedonistisch anmutende Konsumwunsch großer Bevölkerungsteile. Es scheint manchmal so, dass das Gesundheitssystem wie eine Art Supermarkt betrachtet wird: Arztpraxis, Krankenhaus, Rettungsdienst, Apotheken und überhaupt jeder Leistungserbringer des Gesundheitswesens stellt eine Abteilung in diesem Supermarkt da, die elektronische Gesundheitskarte ist das Eintrittsticket und Gewinner dieses „Spieles“ ist, wer die meisten Massagen abgreift („der Physiotherapeut sagt, sie MÜSSEN mir sogar was aufschreiben!“), am häufigsten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert wird („dann muss ich nicht so lange warten, Herr Doktor!“), am häufigsten zur Reha darf („in Bayern war ich noch nie, nur fünfmal in Schleswig-Holstein und MeckPomm!“) oder die teuersten Medikamente verordnet bekommt („nur von den roten Original-Pillen krieg‘ ich keinen Juckreiz – ist doch nur ein kleines ‚aut idem-Kreuz’!“. Das HB-Männchen hätte sich angesichts der derzeitigen Verhältnisse im Gesundheitswesen vermutlich eine komplette Schachtel Zigaretten „auf ex“ in seine Lungen gequalmt. Aber genug auf die Folter gespannt … was ist schon wieder im Dithmarscher Vorposten der Welt passiert? Hier ein Exempel: Ein Mensch bequemt sich nur alle paar Quartale in meine Praxis. Außer wegen gelegentlicher Verletzungen oder selten einmal Infektionskrankheiten sehe ich ihn nie. Eigentlich ja schön für

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die menschen im land

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Es kommt, wie es kommen muss: Bei mir trifft eine Woche später die angedrohte Anfrage des Landesamtes ein, gar vier Seiten lang, da nahezu jedes Organsystem als irreparabel beschädigt geschildert wurde. Zu fast jedem Punkt muss ich schriftlich ausführen, dass mir diesbezügliche Erkenntnisse nicht vorliegen oder entsprechende Krankheiten sogar definitiv ausgeschlossen worden seien. Dass sein Antrag auf „kostenlosen Kinobesuch“ folgerichtig abgelehnt worden ist, erfahre ich dann weitere vier Wochen später durch den Überweisungsschein eines Arztkollegen mit der Bitte um Befundübermittlung wegen Hausarztwechsels. Nun gut … Reisende soll man nicht aufhalten und es ist ein Vorteil der „papierlosen“ Praxis, dass mit nur wenigen Mausklicks bzw. gedrückten Computertasten die gewünschten Befunde im Druckerausgabeschacht liegen. Während ich die elektronische Patientenkartei des Menschen noch auf- und abscrolle auf der Suche nach weitergabefähigen Befunden, denke ich an das HB-Männchen. Wen hatte Roland Töpfer, der Schöpfer des explodierenden HB-Männchens und des singenden Hustinetten-Bärs wohl im Sinn, als er seine Zeichentrickfigur schuf? Den Menschen? Mich? Uns beide? Fragen über Fragen, die sich in dieser Glosse nicht mehr abschließend klären lassen. Nur eines ist glasklar: Der Kinobesuch kostet weiterhin Geld! So oder so …

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ihn, ist er doch von gravierenden Gesundheitsstörungen verschont geblieben. Nunmehr aber taucht er wieder auf und hat ein klar umrissenes Anliegen: „Doktor, ich will Prozente haben!“ Meine Nachfragen ergeben, dass der Mensch am Stammtisch von den Vorzügen eines Schwerbehindertenausweises erfahren hat … und so ein GdB (Grad der Behinderung) ab 50 bringe wertvolle Vorteile, wie zum Beispiel: „Da komme ich umsonst ins Kino!“ Ich widerspreche: Die Macher des Sozialgesetzbuches IX hätten für Schwerbehinderte vor allem steuerliche Vorteile, einen verbesserten Kündigungsschutz und zusätzliche Urlaubstage sowie Nachteilsausgleiche wie zum Beispiel im öffentlichen Personenverkehr vorgesehen. Sicherlich könne man auch in der einen oder anderen Veranstaltung ermäßigten Eintritt „absahnen“, aber: „Umsonst ist nur der Tod!“ Mein Gegenüber hat die letzte Anmerkung geflissentlich überhört. Stattdessen leuchten dem Menschen die Augen: Mehr Urlaub! Weniger Steuern! Umsonst Bus fahren! Begeisterung schlägt aus seinen Worten: „Doktor, das wird ja immer besser. Das will ich AUCH haben!“ Jäh krachen seine emotionalen Höhenflüge auf den harten Betonboden der Realität, als ich ihm verkünde, dass er keinen Schwerbehindertenausweis erhalten wird, denn er ist ganz einfach … seinem Alter entsprechend GESUND! Nun legt ein Sturm des Protestes los und fegt von der anderen Seite des Schreibtisches zu mir herüber. Er sei doch nicht gesund! Vielleicht nicht sterbenskrank, aber ALLES täte IMMER weh … und überhaupt! Mein Einwand, dass gegenüber der Prüfungsbehörde, den Landesämtern für soziale Dienste, Krankheiten mit Fakten belegt werden müssten, wird von diesem Entrüstungsorkan weggepustet und schließlich hätte ich da ja sicherlich einen „gewissen Ermessensspielraum“ bei der Attestierung. Nein, den habe ich natürlich nicht. Paragraf 278 des Strafgesetzbuches belegt das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse sogar mit Knast bis zu zwei Jahren!

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. med. Sebastian Klarewicz Geburtsdatum: 16.05.1977 Geburtsort: Bremen Familie: verheiratet, drei Kinder Fachrichtung: Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Sitz der Praxis: Kiel-Friedrichsort Niederlassungsform: Praxisgemeinschaft (mit Neurologie) Neu niedergelassen seit 1. April 2016

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Weil es mit dem Familienleben viel besser zu vereinbaren ist und mir das selbstbestimmte Arbeiten gut liegt. Für mich bedeutet der Schritt in die Niederlassung eine „Entschleunigung“, da ich nicht mehr in der Klinik „im Dreieck springen“ muss. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Zufriedene und dankbare Patienten. Kleinigkeiten, die in der Klinik irrelevant sind, machen in der Niederlassung oft den Unterschied aus und werden von den Patienten stark wertgeschätzt. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Viel Praxisvertretung machen, sich gegebenenfalls zunächst einmal anstellen lassen. Der Unterschied zwischen Klinik und Praxis ist enorm, nicht im Sinne von „gut/schlecht“, sondern im Sinne von „einfach anders und nicht weniger liebenswert“. Es ist sinnvoll, zuvor zumindest eine Zeit lang die Tätigkeit eines Niedergelassenen ausgeübt zu haben. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Von den heute noch lebenden Prominenten reizt mich so wirklich niemand. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Das suche ich noch … mit den Kindern draußen herumtoben ist ein guter Anfang. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Meine Top 3: Die Bibel – Das Silmarillion – Being John McEnroe 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? … weil die Fallwerte hier so gut sind. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Tennis-Profi.

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T eam B eratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Die Kosten im Blick Änderungen in der Arzneimittelverschreibungsverordnung waren bereits im letzten Nordlicht ein Thema. Praxen haben dazu wieder einige Fragen an uns gerichtet. Grundsätzlich sind die Wirkstoffe Beclometason, Mometason und Fluticason rezeptpflichtig. Ausgenommen von dieser Regelung sind die genannten Wirkstoffe zur intranasalen Anwendung zur symptomatischen Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis: Nach Erstdiagnose durch einen Arzt in einer Tagesdosis bis zu < 400/200 > Mikrogramm, wenn auf den Behältnissen und der äußeren Umhüllung angegeben ist, dass die Anwendung auf Erwachsene beschränkt ist. Was heißt das im Klartext? Da es bereits frei verkäufliche Präparate gibt, dürfen die Wirkstoffe bei der saisonalen allergischen Rhinitis für Erwachsene nicht mehr zulasten der Krankenkassen verordnet werden. Das gilt auch für rezeptpflichtige Präparate, da die Verordnung eines rezeptpflichtigen Arzneimittels unwirtschaftlich ist, wenn ein rezeptfreies Arzneimittel ausreicht.

Manuelle Lymphdrainage Im Heilmittelkatalog sind bei den Indikationsschlüsseln für die manuelle Lymphdrainage nach LY2 und LY3 nur die Lymphdrainagen (MLD) 45 Minuten und 60 Minuten angegeben. Auch wenn die MLD 30 dort nicht explizit aufgeführt ist, kann diese auch bei den Indikationsschlüsseln LY2 und LY3 verordnet werden, wenn sie zur Behandlung ausreicht. Neue "Polypille" auf dem Markt Es gibt eine neue Dreifachkombination zur Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen. Es handelt sich um die Kombination von Atorvastatin mit Perindopril und Amlodipin. das Präparat heißt Triveram. Die Kombination liegt preislich deutlich über den Kosten bei der Verordnung der Einzelsubstanzen und verstößt so gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot. Thomas Frohberg, KVSH

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 12 | 2016

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de aktuell

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SERVICE

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr

Fragen und Antworten Wie werden Laborleistungen für Versicherte der Bundeswehr beauftragt? Die Laborleistungen für Bundeswehrangehörige werden über Muster 10 bzw. 10A beauftragt. Ein zusätzlicher Originalschein der Bundeswehr ist nicht erforderlich.

Kann ein Sehtest beim Facharzt als Kassenleistung erbracht werden? Sollte der behandelnde Arzt eine medizinische Notwendigkeit feststellen, kann ein Sehtest zulasten des GKVSystems durchgeführt werden. Da der Sehtest gemäß Anhang 1 des EBM bereits Bestandteil der Grundpauschale ist, kann dieser nicht separat abgerechnet werden. Verlangt der Patient ausdrücklich auf eigenen Wunsch nach einem Sehtest, so ist dieser dem Patienten als Privatleistung in Rechnung zu stellen.

In derselben beschützenden Einrichtung (z. B. Seniorenheim) werden mehrere Patienten verschiedener Kostenträger aufgesucht und behandelt. Wie erfolgt die richtige Abrechnung? Wird pro Krankenkasse ein Besuch abgerechnet? Bei dem ersten Patienten, unabhängig bei welcher Krankenkasse dieser versichert ist, kann die GOP 01410 EBM abgerechnet werden. Alle weiteren Patienten werden mit der GOP 01413 EBM (Besuch eines weiteren Kranken in derselben sozialen Gemeinschaft) abgerechnet. Das Wegegeld darf einmal in Verbindung mit der GOP 01410 EBM abgerechnet werden.

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Ein Patient unterzieht sich mehrmals im Quartal einer ambulanten Operation. Kann der präoperative Untersuchungskomplex (GOP 31010 ff. EBM) dann mehrfach im Quartal abgerechnet werden? Der EBM schließt eine Mehrfachabrechnung der genannten Leistungen im Behandlungsfall aus. Pro Quartal kann die Leistung somit nur einmal angesetzt werden. Sind für weitere Operationen neue Laborparameter notwendig, können diese über Einzelleistungen aus dem Kapitel 32 EBM abgerechnet werden.

Muss neben der präoperativen Diagnostik (GOP 31010 – 31013 EBM) die Laborbefreiungskennziffer GOP 32016 EBM eingetragen werden? Nein, da Laboruntersuchungen (GOP 32101, 32125 und/ oder GOP 32110 bis 32116) Bestandteile der präoperativen Komplexleistungen sind, wird das Laborbudget auch ohne Befreiungskennziffer nicht belastet.

Wie lange dürfen Fälle aus Vorquartalen als „Nachzügler“ zur Abrechnung eingereicht werden? Vorquartalsfälle können maximal vier Quartale nach dem maßgeblichen Abgabetermin eingereicht werden. Später eingereichte Fälle werden gemäß Paragraf 7 Nr. 11 Honorarabrechnungsordnung (HAO) nicht mehr berücksichtigt.

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Service

Veranstaltungen KVSH

21. Dezember 2016, 19.30 bis 21.00 Uhr

Balintgruppe

4. Januar 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

KVSH-Kreisstellen

Ort: Lindenstr. 42, 25524 Itzehoe Info: Balintgruppe (jeden 3. Mittwoch im Monat, 19.30 bis 21.00 Uhr) sucht neue Mitglieder. 3 Fortbildungspunkte E-Mail: ulla@kamps-blass.de

17. Februar 2017, 15.00 Bis 21.00 Uhr

Vernetzte Gesundheit in Kiel: Potenziale heben – Innovationen leben: Unternehmung Gesundheit. Ort: Halle 400, An der Halle 400 1, 24143 Kiel Info: Am 17. Januar 2016 um 15 Uhr findet ein kostenfreier Pre-Workshop zur Telematikplattform Schleswig-Holstein „med.netz.nord“ statt. Vorgestellt werden, umgesetzte wie zukünftige Vernetzungsmöglichkeiten, und es wird über Beteiligungsmöglichkeiten von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten informiert. Der Pre-Workshop ist offen für alle am Thema Interessierte. Programm, Anmeldung und Info: www.vernetzte-gesundheit.de E-Mail: info@vernetzte-gesundheit.de

9. Februar 2017, 20.00 Uhr

Diagnose und Therapie des Kolorektalen Carcinoms Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. C.A. Papachrysanthou E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

11. Januar 2017, 16.00 Uhr

Vollversammlung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Flenburg Ort: Delfter Stuben, Fördestraße 57, 24944 Flensburg Info: Tel. 0461 42939, Fax 0461 46891 E-Mail: Kreistelle.Flensburg@kvsh.de

16. Marz 2017, 20.00 Uhr

Altersabhängige Makuladegeneration – Pathophysiologie, Diagnose und Therapieverfahren

15. Februar 2017, 16.00 Uhr

Vollversammlung KV-Kreisstelle Flensburg mit Wahlen Ort: Handwerkskammer Flensburg, Johanniskirchhof 1, 24937 Flensburg Info: Tel. 0461 42939, Fax 0461 46891 E-Mail: Kreistelle.Flensburg@kvsh.de

Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. G. Häring E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

24. Februar 2017, 13.00 bis 19.30 Uhr 25. Februar 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr 26. Februar 2017, 9.00 bis 12.30 Uhr

Schleswig-Holstein

9. Norddeutsches Symposium für klinische Umweltmedizin: Das Mikrobiom im Fokus von Wissenschaft und Praxis

21. Dezember 2016, 13.30 bis 15.00 Uhr

KombiNord – mehr Flexibilität in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker Ort: AHG Klink Lübeck, Vortragsraum, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Tel. 0451 58 94 0, Referent: Dr. Markus Weber, Chefarzt, AHG Klinik Lübeck E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

21. Dezember 2016, 16.30 Uhr

Bebo-Konferenz – Das „richtige“ Beckenbodentraining zur Behandlung der Drang- und Stressinkontinenz sowie der Stuhlinkontinenz Ort: UKSH, Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Haus 13 Info: Anmeldung: Tel. 0451 500 6113, www.uksh.de

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Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

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Ort: Romantik Hotel Kieler Kaufmann, Niemannsweg 102, 24105 Kiel Info: Anmeldung: Fax 030 77001 236 E-Mail: dbu@dbu-online.de www.dbu-online.de

13. März 2017 13.00 bis 18.00 Uhr 14. März 2017 8.00 bis 20.00 Uhr 15. März 2017 8.00 bis 18.00 Uhr 16. März 2017 8.00 bis 17.00 Uhr

Basiskurs: Hämatologisches Labor Ort: Mikroskopier-Hörsaal im Institut für Pathologie, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 14 und Hämatologie Labor Kiel, Langer Segen 8–10 Info: Inges Kunft, Tel. 0431 500 24 970, Fax 0431 500 24 974, Anmeldeschluss: 22. Februar 2017. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat die Veranstaltung mit 40 Fortbildungspunkten und einem Punkt für die absolvierte Lernkontrolle anerkannt. E-Mail: inges.kunft@uksh.de www.uksh.de aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 48

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Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS Daniela Leisner���������������������������������������������������������������������������������� 445 aktuell

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Service kontakt

Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Doreen Dammeyer ������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 12 | 2016

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PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp������������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353

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Service kontakt

Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Impressum

Nordlicht aktuell Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

12 | 2016


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 12 | 2016

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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 it dem AbrechnungsCheck M können Sie Ihre Abrechnungsdaten vorab durch die Regelwerke der KVSH prüfen lassen. So werden honorarrelevante Fehler schon vor Abgabe der Abrechnungsunterlagen vermieden.

Telematik-Hotline: Telefon 04551 883 888 | E-Mail portal@kvsh.de | Fax 04551 883 7296 Fragen zur Praxis-EDV, Praxissystemberatung, eGK: Telefon 04551 883 286 | E-Mail edv-beratung@kvsh.de | Fax 04551 883 322 Alle anderen Fragen über die Service-Hotline: Telefon 04551 883 388 | E-Mail service@kvsh.de

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