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nr. 12 | 2015

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Dezember 2015 | 18. Jahrgang

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Ärzte werben für ihren Beruf

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Raus aus dem Elfenbeinturm, rein in die Arztpraxis


Inhalt rubrik/Thema

heft 12 | 2015

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Botschafter für den eigenen Beruf: Ärzte im Einsatz für den medizinischen Nachwuchs

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„Begeisterung entsteht durch Praxisnähe“: Lehrpraxisarzt Dr. Claus Jaeckel berichtet

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„Erfahrungen weitergeben, Ängste nehmen“: Interview mit Dr. Anna Fürniß-Ihns, Gynäkologin und Referentin bei der Uni-Sprechstunde

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Nachwuchskampagne „Mehr.Arzt.Leben!“: Aktionen an den Universitäten zu Kiel und zu Lübeck

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Nachwuchsmediziner nutzen KVSH-Förderungen

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Nachrichten Kompakt

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Änderung der Honorarabrechnungsordnung beschlossen

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Änderungen von Satzung und Wahlordnung der KVSH

Viele niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten unterstützen die Aus- und Weiterbildung von Nachwuchsmedizinern in Schleswig-Holstein. In unserem Titelthema stellen wir Ärzte vor, die sich besonders engagieren und junge Mediziner für ihren Beruf und die Niederlassung begeistern.

Foto: istock.com/travenian

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Gesundheitspolitik 17

Kommentar: Popanz

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Abgeordnetenversammlung der KVSH: Ärger über politische Vorgaben aus Berlin

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Bekanntmachung der KVSH: HVM-Änderung zum 1. Januar 2016

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Parlamentarischer Abend der KVSH: Digitalisierung verändert Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen entwickelt sich mit Riesenschritten Richtung Digitalisierung. Patienten befragen immer häufiger „ Dr. Google“ und nutzen Gesundheits-Apps. Integrierte Diagnosewerkzeuge und Online-Sprechstunden sind keine Utopien mehr, sondern Realität. Der Internetpionier und Kinderarzt Dr. Markus Müschenich stellte in seinem Gastvortrag auf dem Parlamentarischen Abend der KVSH dar, wie die neuen digitalen Möglichkeiten das tradionelle Rollenbild des Arztes verändern.

Praxis & KV 22

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Einheitliches Formular ab 1. Januar 2016

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Veröffentlichung: Honorarbericht 2014

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Psychotherapie-News

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Neues aus KBV und KVen

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Die Menschen im Land 26

Springreiter und Orthopäde: Die zwei Karrieren des Dr. Michael Rüping

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

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Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

Dr. Michael Rüping war in den 80er-Jahren ein erfolgreicher Springreiter und gewann auf dem Hengst Silbersee viele nationale und internationale Titel. Seit 1992 ist der Facharzt für Orthopädie, Rheumatologie und Chirotherapie in Itzehoe niedergelassen.

Service 31

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Wirtschaftliche Verordnung von Arzneimitteln

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

Das nächste Nordlicht erscheint Anfang Februar 2016 2

Nordlicht

aktuell

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Nordlicht nr. 12 | 2015 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, in einer Zeit, in der über Gesetzeszwänge, Ärztemangel oder Bevorzugung von Kliniken gegenüber Niedergelassenen geklagt und somit unser Gesundheitssystem von allen Seiten weiter krank geredet wird, stellen wir Ihnen in diesem Heft Kolleginnen und Kollegen vor, die für ihren Beruf werben und junge Leute begeistern wollen. Sie weisen Famulanten ein, machen PJler und Weiterbildungsassistenten mit dem ärztlichen Alltag vertraut und vermitteln so die lohnenden und befriedigenden Aspekte des Berufes. Sie scheuen sich nicht, die brennenden Fragen der Studierenden nach dem finanziellen Risiko einer Niederlassung und Vereinbarung von Familie und Beruf zu beantworten. Und manche sind zudem Teil eines Lehroder Forschungspraxen-Netzes. Auch das ist möglich in freier Praxis. Es gibt sie also, die Ärzte, die bürokratische Widrigkeiten und Auflagen als das einordnen, was sie sind, sich davon aber nicht die Zufriedenheit in ihrer Arbeit nehmen lassen. Zukunft in der Medizin war auch das Thema des diesjährigen Parlamentarischen Abends der KVSH. Die Generation der 20-Jährigen war noch nicht dabei, aber ein Stückchen konnten die „Gestandenen“ schon ahnen, womit sich diese in zehn Jahren beschäftigen werden. Internetmedizin klingt heute künstlich, nach Smartphone-Spielchen, nach Technik ohne die Vertrauensbasis des Arzt-PatientenVerhältnisses. Dass sie auch Chancen bietet mit Innovationen, die Patienten nützen und Ärzte in ihrer Arbeit unterstützen, müssen wir alle erst noch kennenlernen. Ich wünsche Ihnen eine friedvolle Advents- und Weihnachtszeit.

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema Ä rzte werben f ü r ihren B eruf

Im Einsatz für den Nachwuchs

Foto: istock.com/travenian

Die besten Botschafter für eine Niederlassung in Schleswig-Holstein sind die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Sie engagieren sich bei der Aus- und Weiterbildung des medizinischen Nachwuchses, bieten wertvolle Einblicke in ihren Praxisalltag und werben so für den attraktiven Beruf, in dem sie tätig sind. Einige Niedergelassene beteiligen sich auch an der Nachwuchskampagne der KVSH „ Mehr.Arzt.Leben!“ und informieren Medizinstudierende an den Universitäten über die vielfältigen Möglichkeiten, ihren Wunscharbeitsplatz im ambulanten Bereich zu finden.

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Titelthema

Doktor Claus Dr. Claus Jaeckel engagiert sich seit vielen Jahren in der Ausbildung von angehenden Hausärzten. Der Landarzt, der seit dreißig Jahren eine Praxis in Süderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) führt, hat seitdem viele Blockpraktikanten für die Allgemeinmedizin begeistert, Famulanten betreut und Ärzte in Weiterbildung auf ihrem Weg in die Niederlassung begleitet.

Rund 200 Lehrpraxen in Schleswig-Holstein stehen für die Betreuung der Ausbildungsabschnitte „Blockpraktikum“ und „Praktisches Jahr“ bereit. Das frisch polierte Schild an der Eingangstür zeigt, dass auch in der Praxis von Dr. Claus Jaeckel der medizinische Nachwuchs von morgen ausgebildet wird: „Akademische Lehrpraxis der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel“ steht dort geschrieben. Jaeckel ist Überzeugungstäter. „Ich liebe es, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten und sie an meinem Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen“, berichtet der 61-jährige gebürtige Süderbraruper, der nach dem Studium in Mainz und Münster 1985 die Praxis seines Vaters in der 4.000 Einwohner-Gemeinde in Angeln übernahm. Eine Entscheidung, die der überzeugte Landarzt nie bereut hat. „Ich bin mit Leib und Seele Hausarzt und das lebe ich den Studierenden auch vor“, erklärt Jaeckel. Für seine Frau Gerlinde und ihn ist die Zeit, die sie gemeinsam mit den Medizinstudierenden verbringen, eine echte Herzensangelegenheit. Die Nachwuchsmediziner haben Familienanschluss und wohnen in einem der beiden Häuser des Ehepaares – im Sommer in Boknis direkt an der Schlei und im Winter im kombinierten Praxis-Wohnhaus im Zentrum Süderbrarups. Schleswig-Holstein habe landschaftlich und vom Freizeitwert her betrachtet sehr viel zu bieten. „Das zeige ich 12 | 2015

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auch gern. Eine Fahrt zum Hausbesuch in meinem alten JaguarCabriolet durch die schöne Landschaft Angelns hat bisher noch jeden meiner Studierenden begeistert“, berichtet der Landarzt. Lohnendes Engagement Jaeckel ist davon überzeugt, dass sich erfahrene und motivierte Hausärzte unbedingt an der Ausbildung der nächsten Ärztegeneration beteiligen sollten, um möglichst frühzeitig Werbung für den eigenen Berufsstand zu machen. Die Ausbildung der Studierenden sei sehr kliniklastig und gegenüber der Niederlassung gebe es viele Vorbehalte oder unrealistische Vorstellungen. Das zeige sich z. B. bei den Berufswünschen der Jungmediziner: „Es sind ja heutzutage überwiegend junge Frauen, die Medizin studieren. Von ihnen sagen mir gefühlte 80 Prozent, dass sie später Kinderärztin werden wollen. Wir Hausärzte müssen daher dringend die Chance nutzen und uns in die Ausbildung einbringen, um mehr junge Mediziner für die Allgemeinmedizin und die Niederlassung zu begeistern. Wenn wir alten Hasen es nicht machen und unsere Arbeit gut rüberbringen, wer dann?“, so Jaeckel mit Nachdruck. Engagement in der Nachwuchsarbeit führe am Ende auch zu Ergebnissen. Zwei Ärzte, die ihre Weiterbildungszeit bei Jaeckel gemacht haben, haben sich später ganz in der Nähe aktuell

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Titelthema Ä rzte werben f ü r ihren B eruf

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Praxisnähe als Leitmotiv Defizite gebe es in anderen Bereichen. Die Studierenden müssten lernen, den Patienten auch mal anzufassen und aus den verschiedensten Symptomen die richtige Diagnose zu ermitteln. Auch der Einstieg ins Patientengespräch wirke anfangs oft noch etwas geschäftsmäßig und steif. „Übung macht den Meister und wir haben im Praxisbetrieb eine große Spannbreite von Fällen zu bieten, um langsam sicherer zu werden. Bei uns werden auch Säuglinge untersucht, Patienten mit akutem Koronarsyndrom mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, Katheter gelegt und Platzwunden genäht“, berichtet Jaeckel. „Die Ausbildung ist für mich zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber ich bekomme sehr viel zurück“, so sein Fazit. In früheren Jahren habe er außerdem auch ein strategisches Interesse gehabt, sich um die nachwachsende Ärztegeneration zu kümmern. „Ich habe natürlich gehofft, dass vielleicht jemand hängenbleibt und eines Tages meine Praxis, die bereits in der fünften Generation am Standort Süderbrarup besteht, übernimmt.“ Doch mittlerweile hat sich eine andere Lösung ergeben. Jaeckel übergibt seine Praxis 2019 an eine Ärztin, die nicht als Studentin bei ihm gearbeitet hat. „Die Kollegin wird über den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin wechseln und dazu einen Teil ihrer Ausbildung bei mir in der Praxis machen. Sie ist übrigens von Haus aus Kinderärztin“, schmunzelt Jaeckel.

Neue Lehrpraxen gesucht

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Erfolgsrezept für eine gute Ausbildung Bei der Ausbildung der Jungmediziner setzt Jaeckel vom ersten Tag an auf Praxisnähe. „Die Studierenden verlassen den Elfenbeinturm Universität und begegnen in der Lehrpraxis der gesellschaftlichen Realität. Das sorgt zunächst oft für Erschrecken, später aber auch für Begeisterung“, stellt Jaeckel fest, der gern unkonventionelle Unterrichtsmethoden anwendet. Das Nähen von Wunden wird an Schweinefüßen geübt, die direkt aus der benachbarten Schlachterei geliefert werden. In seiner Landarztpraxis erhalten die Studierenden während der gesamten Praktikumszeit eine 1:1-Betreuung. „Die Studenten sollen spüren, dass sie bei uns willkommen sind. Sie können alle Dinge lernen, die das breite und anspruchsvolle medizinische und soziale Spektrum einer Hausarztpraxis ausmachen“, erklärt der Allgemeinmediziner. Schwerpunkt sei das ärztliche Gespräch und die wichtigsten Grundsätze der Patientenführung. Dazu komme die Diagnostik und Therapie von Notfällen, Vorsorgeuntersuchungen von Säuglingen, Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Hausbesuche, die kleine Chirurgie und vor allem die selbstständige Diagnostik und Therapie verschiedenster Krankheitsbilder. Der Landarzt, den im Ort alle nur Doktor Claus nennen, ist begeistert von der hohen Motivation der Studierenden. „Sie sind alle sehr engagiert und auf fachlichtheoretischem Gebiet auf einem sehr guten Stand“, so seine Feststellung. Da könne er selbst manchmal eine Menge dazulernen.

Ä rztlicher N achwuchs

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niedergelassen. Auch die Studierenden gaben seiner Lehrpraxis in ihren Bewertungsbögen bisher immer Bestnoten. Eine Medizinstudentin aus Kiel bedankte sich in einem Eintrag ins Gästebuch der Jaeckels für die „unvergessliche Woche“ und schrieb als Fazit: „Allgemeinmedizin/Landarzt ist auf meiner ‚Was will ich später einmal machen’-Liste nun wieder auf Platz 1.“

w u c h sfö rd er

Deutschland braucht mehr Hausärzte – in naher Zukunft sogar erheblich mehr. Helfen Sie mit und werden Sie „Akademische Lehrpraxis für Allgemeinmedizin“. Wer fachlichen Nachwuchs haben will, muss den Reiz und die Chancen des Hausarztberufes möglichst früh und möglichst gut an die Medizinstudenten vermitteln. In den Ausbildungsabschnitten „Blockpraktikum“ und „Praktisches Jahr“ werden oft die entscheidenden Grundlagen für den weiteren beruflichen Weg gelegt. Allgemeinmediziner, die Interesse daran haben, Lehrpraxis zu werden, erhalten nähere Informationen bzw. beantragen bitte ihre Akkreditierung am jeweiligen Hochschulstandort. Die Universität ihrerseits schließt mit dem Lehrpraxisinhaber einen zeitlich befristeten Vertrag ab, in dem die anfallenden Aufgaben konkret beschrieben sind. Die Inhaber der Lehrpraxen für Allgemeinmedizin erhalten für ihre Arbeit von der jeweiligen Universität eine Aufwandsentschädigung.

Informationen und Anmeldung: Institut für Allgemeinmedizin der Christian-AlbrechtsUniversität zu Kiel Michaelisstr. 5, Haus 17 24105 Kiel Tel. 0431 597 2226 E-Mail office@allgemeinmedizin.uni-kiel.de Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Lübeck Ratzeburger Allee 160, Haus 50 23538 Lübeck Tel.0451 500 3057 E-Mail allgemeinmedizin@uksh.de

Jakob Wilder, KVSH

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Nordlicht

aktuell

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Titelthema I nterview

„Erfahrungen weitergeben, Ängste nehmen“

Dr. Anna Fürniß-Ihns warb bei der Uni-Sprechstunde an der Christian-AlbrechtsUniversität zu Kiel für die Niederlassung. Im Nordlicht-Interview berichtet die Gynäkologin, die seit fünf Jahren in einer Berufsausübungsgemeinschaft in Mölln und Schwarzenbek niedergelassen ist, wie man es schaffen kann, den ärztlichen Nachwuchs für eine Tätigkeit imambulanten Bereich zu gewinnen. Nordlicht: Frau Dr. Fürniß-Ihns, Sie haben sich zum ersten Mal an der Nachwuchskampagne der KVSH „Mehr.Arzt.Leben!“ beteiligt. Was sprach dafür, sich zu engagieren?

genügend finanziell abgesichert zu sein oder sogar wirtschaftlich komplett scheitern zu können. Nordlicht: Bestehen diese Ängste zu Recht?

Dr. Anna Fürniß-Ihns: Unser Berufsverband suchte eine junge Gynäkologin als Referentin für die Uni-Sprechstunde. Sie sollte noch nicht so lange niedergelassen sein, Spaß an ihrer Arbeit und am besten Kinder haben. Da das alles auf mich zutrifft, habe ich mich gemeldet. Nordlicht: Als Referentin standen Sie ja gleich voll im Rampenlicht. Was wollten die Studierenden alles von Ihnen wissen?

Fürniß-Ihns: Nein, diese Sorgen halte ich für unbegründet und das habe ich den Studierenden auch so gesagt. Natürlich bin ich als Niedergelassene auch in gewisser Weise Unternehmerin, aber durch die mittlerweile sehr flexiblen Arbeitsformen von Jobsharing über Anstellung bis hin zur Niederlassung gibt es viele Möglichkeiten, um sehr sanft in diese Verantwortung als Unternehmerin hineinzuwachsen. Nordlicht: Welche Aktionen könnten noch dabei helfen, den ärztlichen Nachwuchs für die Niederlassung zu begeistern?

Fürniß-Ihns: Das Fragenspektrum war wirklich sehr breit. Es reichte von der Frage „Wie viel kostet ein Praxiseinstieg?“ bis zur Frage „Wie finde ich eine Weiterbildungsstelle im niedergelassenen Bereich?“. Nordlicht: Welche drei Kernbotschaften haben Sie zum Thema Niederlassung weitergeben wollen? Fürniß-Ihns: Als Niedergelassener kann man seine Familie gut versorgen, schläft jede Nacht im eigenen Bett und hat jedes Wochenende Zeit für seine Liebsten. Nordlicht: Das sind ja gute Aussichten. Wie fiel die Reaktion der Studierenden aus? Fürniß-Ihns: Die Reaktion war schwer zu deuten. Es kamen aber auch Fragen zu diesem Thema, z. B. wie man Schwangerschaft und Niederlassung miteinander vereinbaren kann. Daher habe ich schon den Eindruck, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf den Studierenden sehr wichtig ist und meine Botschaften deshalb auch ankamen. Nordlicht: Bei welchem Thema gab es Aufklärungsbedarf?

Fürniß-Ihns: Es ist wichtig, direkt an die Weiterbildungsassistenten in der Klinik heranzutreten. Die Weiterbildung muss zum großen Teil zwar in der Klinik stattfinden, aber danach ist die Weiterbildung in der Praxis eine tolle Möglichkeit, das Arbeiten im niedergelassenen Bereich kennenzulernen. Wir haben in unserer Praxis auch Weiterbildungsassistentinnen, die nach der Facharztprüfung auch weiter bei uns als angestellte Fachärztinnen arbeiten können. Nordlicht: Wollen Sie sich weiter in der Nachwuchsarbeit engagieren? Fürniß-Ihns: Auf jeden Fall. Mir macht es einfach Spaß, mein Wissen und meine Erfahrungen weiterzuvermitteln. Die jungen Kolleginnen sind außerdem eine echte Bereicherung für unsere Praxis. Übrigens suchen wir ab April 2016 wieder eine Ärztin bzw. Arzt in Weiterbildung für den Standort Mölln, Mail: info@ praxisfuerdiefrau.de, Tel. 04151 4886. Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Fürniß-Ihns: Ich hatte den Eindruck, dass vor allem Angst vor dem wirtschaftlichen Risiko einer Niederlassung besteht. Die Studierenden sorgen sich, nicht ausreichend zu verdienen, nicht

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Titelthema N achwuchsgewinnung

Werbung für die Niederlassung Zielgruppe Medizinstudierende: Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein informierte im Rahmen ihrer Nachwuchskampagne „ Mehr.Arzt.Leben!“ bei mehreren Veranstaltungen an den Universitäten in Kiel und Lübeck über die vielfältigen Möglichkeiten einer ärztlichen Tätigkeit im ambulanten Bereich.

PJ-Infotage Die KVSH war wie in den vergangenen Jahren wieder auf den beiden Informationstagen zum Praktischen Jahr (PJ) an der Universität zu Lübeck und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vertreten. Die Veranstaltungen wurden von jeweils rund 130 Studierenden besucht. Viele Medizinstudenten ließen sich am „Mehr.Arzt.Leben!“-Stand über die verschiedenen Fördermaßnahmen der KVSH, die vielfältigen Niederlassungsmöglichkeiten und attraktiven beruflichen Perspektiven im ambulanten Bereich

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beraten und versorgten sich dort mit dem entsprechenden Informationsmaterial. Bei den Gesprächen in entspannter Atmosphäre und einem Becher Kaffee wurde schnell deutlich, dass die Niederlassung für viele Nachwuchsmediziner wieder eine wichtige Option in der Karriereplanung darstellt. Auf dem Weg dorthin hilft die KVSH, auch finanziell. Ein weiterer Beratungsschwerpunkt waren deshalb die verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen, die die KVSH im Blockpraktikum, während der Famulatur oder im Praktischen Jahr anbietet.

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Titelthema

Uni-Sprechstunde in Kiel Was ist das Reizvolle daran, sich als Arzt in einer Praxis niederzulassen? Welche Niederlassungsmöglichkeiten gibt es überhaupt? Wie lassen sich Beruf und Familie miteinander vereinbaren? Diese Fragen haben sich schon viele Medizinstudierende gestellt und darauf im Studium möglicherweise nicht immer eine Antwort bekommen. Die KVSH lud deshalb zur Uni-Sprechstunde an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein. Unter dem Motto „Studenten fragen, Ärzte antworten“ gaben Dr. Anna Fürniß-Ihns,

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Nordlicht

Gynäkologin in Schwarzenbek (Kreis Herzogtum-Lauenburg) und der Flintbeker Allgemeinmediziner Rio Morawe den zahlreich erschienenen Medizinstudenten Einblicke in ihr Praxisleben. Sie vermittelten ein realistisches Bild ihres beruflichen Alltags und beantworteten Fragen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Arbeitszeitbelastung, Bürokratie in der Arztpraxis und Honorareinnahmen. Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema Ä rzte werben f ü r ihren B eruf

Willkommene Förderung Um Ärzte von morgen für eine Tätigkeit im niedergelassenen Bereich zu gewinnen, muss dem medizinischen Nachwuchs schon während des Studiums ein guter Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt ermöglicht werden. Finanzielle Hürden dürfen an dieser Stelle kein Hindernis sein. Die KVSH hat daher ihre Fördermöglichkeiten, die von Medizinstudenten schon während ihres Studiums in Anspruch genommen werden können, in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. Die Hilfen werden sehr gut angenommen, wie die folgenden Übersichten zeigen.

2013

108 geförderte Studierende

2014

150 geförderte Studierende

2015

bisher 152 geförderte Studierende

Foto: istock.com/sellen

Fahrtkostenzuschuss für das Blockpraktikum Die KVSH fördert Medizinstudenten aus Kiel, Lübeck und Hamburg mit einem Fahrtkostenzuschuss, wenn diese ihr Blockpraktikum im Fach Allgemeinmedizin absolvieren. Die Lehrpraxis muss außerhalb der Universitätsstädte liegen. Der Zuschuss beträgt 20 Cent/km (Hin- und Rückfahrt). Außerdem werden Fährkosten und die dazugehörigen Parkplatzgebühren erstattet.

Förderung von Famulanten Die Famulatur in einer Praxis in Schleswig-Holstein wird unabhängig von der gewählten Fachrichtung mit 200 Euro pro Monat über maximal zwei Monate gefördert. 2012

165 geförderte Famulanten

2013

222 geförderte Famulanten

2014

265 geförderte Famulanten

2015

215 geförderte Famulanten

Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin Gemeinsam mit den Krankenkassen fördert die KVSH die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Auf Antrag gibt es monatlich 3.500 Euro.

Förderungen im Praktischen Jahr Medizinstudierende aus Kiel und Lübeck, die ihr Praktisches Jahr (PJ) im Wahlfach Allgemeinmedizin absolvieren, bekommen 100 Euro pro Woche. Der Förderzeitraum beträgt maximal 16 Wochen.

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2012

32 geförderte PJler

2013

52 geförderte PJler

2014

52 geförderte PJler

2015

bisher 16 geförderte PJler

Nordlicht

2009

99 Fachärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert

2010

196 Fachärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert

2011

204 Fachärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert

2012

233 Fachärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert

2013

270 Fachärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert

2014

283 Fachärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert

2015

bisher 275 Fachärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT Ä rztenetze

N eue D atenbank

Medizinisches Qualitätsnetz Westküste wird gefördert

Hilfe bei der Prävention von Kinderunfällen

Foto: MQW/Kienitz

Die Mitglieder des MQW-Vorstands freuen sich über die Anerkennung ihres Ärztenetzes (v. li.): Klaus-Peter Neizel-Tönnies, Hayo Garrelts, Dr. Stefan Krüger, Burkhard Sawade und Dirk Hoeft

Meldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat das Medizinische Qualitätsnetz Westküste (MQW) als „förderungswürdiges Netz“ anerkannt. „Bereits seit langem bemühen wir uns um eine qualitativ bessere Versorgung der Bevölkerung an der Westküste. Durch die Mittel der KVSH können wir die erfolgreiche Arbeit auch in den kommenden Jahren fortsetzen und ausbauen“, freut sich der fachärztliche Vorstandssprecher des MQW, Dr. Stefan Krüger. Der Bescheid ist mit einer Zuwendung von 100.000 Euro jährlich verbunden. Die Anerkennung durch die KVSH war an eine Reihe von Bedingungen im Zusammenhang mit der Qualität der Netzarbeit geknüpft. „Wir haben in den vergangenen Monaten große Anstrengungen unternommen, um zum Beispiel die Zusammenarbeit zwischen den Arztpraxen zu verbessern“, erläutert Burkhard Sawade, hausärztlicher Vorstandssprecher des MQW. Zu den Kernforderungen gehört dabei unter anderem ein verbesserter elektronischer Austausch der Praxen über KV-SafeNet, sodass Befunde und Gesundheitsdaten jetzt schneller zwischen den angebundenen Arztpraxen ausgetauscht werden können. In den kommenden Monaten sollen noch weitere Praxen an das System angeschlossen werden. Um die Strukturen des Netzes weiter zu verbessern, sind zudem auf der jüngsten Jahreshauptversammlung umfangreiche Änderungen des Vereinsstatuts beschlossen worden. In dem 1998 gegründeten MQW haben sich mittlerweile mehr als 100 niedergelassene Ärzte in über 60 Praxen zusammengeschlossen.

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Köln – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ihre Datenbank zum Thema „Vermeidung von Kinderunfällen“ aktualisiert. Sie umfasst jetzt etwa 600 Materialien und Maßnahmen wie Faltblätter, Broschüren, Checklisten, CD-ROMs, Poster und Medienpakete und informiert außerdem über Projekte, Veranstaltungen und Fortbildungsprogramme. Kinderarztpraxen und Beratungseinrichtungen können dort unter anderem Merkblätter oder Informationsflyer für Eltern anfordern. Die Datenbank ist unter www.bzga.de/kindersicherheit zu finden.

S eltene E rkrankungen

Über 500.000 Menschen pro Jahr in Behandlung Berlin – Über eine halbe Million Menschen mit seltenen Erkrankungen wird jährlich in deutschen Arztpraxen behandelt. Das ergab eine Studie der Wissenschaftler des Versorgungsatlasses auf der Basis von ambulanten Versorgungsdaten für 88 seltene Erkrankungen. Mit 27 Prozent machten entzündliche Erkrankungen den größten Anteil aus, gefolgt von genetisch bedingten Erkrankungen mit zehn Prozent und Hauterkrankungen mit sieben Prozent, erläuterte Dr. Jörg Bätzing-Feigenbaum, Leiter des Versorgungsatlasses des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Zudem hätten die Untersuchungen regionale Unterschiede ergeben. Die Wissenschaftler des Versorgungsatlasses haben ihre erste Auswertung auf seltene Erkrankungen beschränkt, die mindestens drei von 100.000 Menschen betreffen, eine ICD-10-Kodierung besitzen und keine Infektions- und Tumorkrankheit sind. Basis der Studie bildeten Daten der Jahre 2008 bis 2011. Mehr Informationen unter www.versorgungsatlas.de

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NACHRICHTEN  KOMPAKT e-KVSH

Einsparpotential in Milliardenhöhe

SafeMail rezertifiziert

Foto: istock.com/Xavier Arnau

K rankenhausfälle

Berlin – Mehr als 3,7 Millionen Krankenhausfälle könnten mit einer optimal koordinierten Versorgung bundesweit vermieden werden und die gesetzlichen Krankenkassen in Milliardenhöhe entlasten. Dies ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit der Münchner Gesundheitsökonomin Prof. Dr. Leonie Sundmacher, die vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) gefördert wurde. Die Wissenschaftlerin hat erstmals für Deutschland eine Liste mit Diagnosen erstellt, für die bei guter ambulanter Behandlung Krankenhausaufnahmen weitgehend vermeidbar sind. Das beteiligte Expertenpanel schätzt demnach rund ein Fünftel der stationären Behandlungen in deutschen Krankenhäusern als verzichtbar ein. Nach Sundmachers Berechnungen kosten diese vermeidbaren Krankenhausfälle jährlich etwa 7,2 Milliarden Euro. Weitere Informationen unter www.versorgungsatlas.de

A mbl y opie

Vertrag mit der Knappschaft geändert Bad Segeberg – Der Amblyopie-Vertrag mit der Knappschaft wird zum 1. Januar 2016 geändert. Grund sind Beanstandungen des Bundesversicherungsamtes (BVA). Die Gesetzesgrundlage wurde von einem bisherigen Strukturvertrag auf einen Vertrag nach Paragraf 73c SGB V umgestellt. Die größte Änderung betrifft die konkludente Abrechnungsmöglichkeit, die künftig durch die Genehmigungspflicht ersetzt wird. Das bedeutet, dass für die Durchführung und Abrechnung der Leistung eine Genehmigung zur Teilnahme durch die KVSH vorliegen muss. Ebenfalls wird eine Teilnahmeerklärung für den Versicherten eingeführt, die spätestens einen Monat nach Einschreibung an die Knappschaft zu senden ist. Die Vertragsunterlagen, der Antrag für die Genehmigung und die angepassten Anlagen finden Sie im Downloadcenter der KVSH auf www.kvsh.de. Bei Bedarf werden Ihnen die Unterlagen auch per Post zugeschickt, Heike Koschinat, Qualitätssicherung, Tel. 04551 883 328. 12

Nordlicht

Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH und Marit Hansen, Datenschutzbeauftragte Schleswig-Holsteins bei der Übergabe

Bad Segeberg – SafeMail, der sichere E-Mail-Dienst der KVSH, hat die nach drei Jahren fällige Rezertifizierung durch das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) erfolgreich bestanden. „Die KVSH nimmt im Bereich Datenschutz seit Jahren eine Vorreiterrolle ein und ist in diesem Bereich sehr professionell aufgestellt“, erklärte die Datenschutzbeauftragte SchleswigHolsteins, Marit Hansen, bei der Überreichung des entsprechenden Datenschutzaudit-Zertifikats. Über SafeMail können Arztpraxen sicher, schnell und unkompliziert Patientendaten austauschen und zum Beispiel Arztbriefe, Befunde, Laborwerte oder Röntgenbilder versenden und empfangen. Auch zwischen Arztpraxis und Krankenhaus ist ein Austausch möglich. Durch den E-Mail-Dienst entfällt das zeitaufwendige Einscannen und Ausdrucken von Dokumenten und der kostenintensive Versand mit der Post. Im 3. Quartal 2015 stieg der Datenaustausch mit SafeMail wie bereits in den Vorquartalen weiter an. „Wir werden dabei mit rund 40.000 Entlass- und Arztbriefen einen neuen Nutzungsrekord aufstellen“, erklärte Udo Karlins, Leiter des Fachbereichs Telematik der KVSH. Mehr Informationen zu SafeMail unter safemail.ekvsh.de und www.ekvsh.de

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT V eranstaltungen

Gesundheitsdaten interaktiv

Einladung zum SÄTAZ-Ball

Berlin – Wie hoch ist die Lebenserwartung in Deutschland? Was kostet die stationäre Versorgung? Wie viele Arztpraxen gibt es und welche Arzneimittel werden am häufigsten verordnet? Noch mehr Fragen und Antworten auf diese bietet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter www.gesundheitsdaten.kbv. de. Mit dem neuen Webtool werden die Grunddaten rund um das Gesundheitswesen fortan online statt als Printversion bereitgestellt. Auf knapp 100 thematischen Auswertungsseiten in neun Kapiteln wurden unter anderem Daten zur medizinischen Versorgung, zu Gesundheitsfachberufen oder zu gesellschaftlichen Entwicklungen zusammengetragen. Mit Hilfe von Filtervariablen können Nutzer die Daten selbst editieren und so eigene Grafiken beziehungsweise Karten zusammenstellen. Unter Angabe der KBV als Quelle können die Daten weiterverwendet werden.

M asernimpfung

Info-Karten für das Wartezimmer

Foto: istock.com/oleg66

Foto: istock.com/RuslanDashinsky

KBV

Bad Segeberg – Der 15. SÄTAZ-Ball für Ärzte, Tierärzte, Apotheker, Zahnärzte und ihre Freunde und Angehörigen findet am 20. Februar 2016 ab 19.30 Uhr im Festsaal des Vitalia-Seehotels in Bad Segeberg statt. Interessierte können sich bis zum 7. Februar 2016 per Fax an 04551 963615 oder per E-Mail an dr.henning.achilles@alice-dsl.net für den Ball anmelden. Die Veranstalter bitten darum, dass auf der Kartenbestellung per Fax die Namen der angemeldeten Personen in Druckschrift angegeben sind. Außerdem sollte dort vermerkt sein, dass der fällige Gesamtbetrag für die Eintrittskarten auf das Konto „Ärzteball“ Kto. Nr. 0402436825; BLZ 230 926 20; IBAN DE 2930 0606 0104 0243 6825; BIC DAAEDEDDXXX bei der apoBank Lübeck überwiesen wurde. Erwachsene zahlen für eine Eintrittskarte 40 Euro, Jugendliche 20 Euro. Die Reservierung der Plätze erfolgt in der Reihenfolge des Zahlungseinganges. Ein Kartenversand erfolgt nicht. Das Festkomitee kündigt Tanzvergnügen und gute Unterhaltung mit verschiedenen Showeinlagen an. Die Partyband „Creme Fresh“ sorgt wie in den vergangenen Jahren für die Musik. Um festliche Abendgarderobe wird gebeten.

I mpfstoffe

Foto: KBV

Übersicht zu Lieferengpässen

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat im Rahmen einer Informationskampagne zur Masern-Schutzimpfung eine Info-Karte entwickelt. Diese soll über die Impf-Empfehlung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen aufklären. Ziel ist es, die Versicherten zu motivieren, fehlende Impfungen beim Arzt nachholen zu lassen. Praxen können kostenfrei Info-Karten per E-Mail bei der KBV bestellen: versand@kbv.de. 12 | 2015

Nordlicht

Berlin – Das Paul-Ehrlich-Institut hat auf seiner Homepage www.pei.de eine Übersicht über offiziell gemeldete Lieferengpässe bei Human-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten veröffentlicht. Die Übersicht beschränkt sich auf Impfstoffe, die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen werden. Außerdem gibt es Hinweise auf alternative Impfstoffe mit Verweis auf die entsprechenden Fachinformationen. Ist keine Alternative genannt, wird eine Handlungsempfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) beziehungsweise der Stiko gegeben. Darüber hinaus stehen Informationen über die voraussichtliche Wiederverfügbarkeit des Impfstoffs zur Verfügung. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT V erträge

K odieren

Wirtschaftlichkeitsprüfung für Generika abgeschafft

Neue ICD-10-GM 2016 liegt vor

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Berlin/Bad Segeberg – Das Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die endgültige Fassung der ICD-10-GM Version 2016 veröffentlicht. Es wurden Änderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und insgesamt 81 Vorschläge von Fachgesellschaften und Fachleuten der Ärzteschaft, Krankenkassen, Kliniken sowie Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen berücksichtigt.

Hamburg – Die Techniker Krankenkasse (TK) und die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) haben die Wirtschaftlichkeitsprüfung für rabattierte Generika aufgehoben. Ärzte können ab sofort einem entsprechenden Vertrag beitreten und erhalten damit die Möglichkeit, über die indikationsgerechte und wirtschaftliche Versorgung mit Arzneimitteln informiert und beraten zu werden. „Der Vertrag ist aus unserer Sicht ein gutes Instrument, Regressängste abzubauen und die niedergelassenen Ärzte im sicheren und wirtschaftlichen Umgang mit innovativen Arzneimitteln zu begleiten. Zudem unterstützt der Vertrag die Effizienzziele der KVSH“, erklärte die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke. „Wir haben verstanden, dass es Ärzten aufgrund der verschiedenen Generika-Rabattverträge oft schwerfällt, das wirtschaftlichste Arzneimittel zu verordnen. Aus diesem Grund sehen wir Verordnungen von Generika grundsätzlich als wirtschaftlich an“, so Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. Die TK greift bei der Beratung auf eine umfassende Erfahrung in der Bewertung von neuen und innovativen Arzneimitteln zurück. Die teilnehmenden Ärzte erhalten zusätzlich zu dem jährlich erscheinenden Innovationsreport quartalsweise auch den TK-Arzneimittelreport über ihre Verordnungsweise (TK-AMR) und die mehrfach im Jahr erscheinenden Nutzenbewertungsnews (AMNOG-News). Bei Anhaltspunkten für eine unzweckmäßige oder unwirtschaftliche Verordnungsweise des Vertragsarztes, insbesondere vor dem Hintergrund des patientenrelevanten Zusatznutzens, kann die TK eine zusätzliche individuelle Beratung anbieten. 14

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Inhaltliche Änderungen betreffen unter anderem: ƒƒ Enterokolitis durch clostridium difficile: Einführung zusätzlicher Schlüsselnummern zur Kodierung von Komplikationen (A04.-) ƒƒ Dengue: Neuer Kode (A97.-) ƒƒ Multisystem-Atrophie: Umstrukturierung von Kodebereichen (z. B. G23.-) ƒƒ Sonstige Venenkrankheiten: Aufnahme einer neuen Subkategorie (I87.-) ƒƒ Grippe: Unterscheidung in zoonotische oder pandemische nachgewiesene Influenzaviren (J09) oder saisonale nachgewiesene Influenzaviren (J10.-) ƒƒ Chronische Graft-versus-Host-Krankheit: Aufnahme neuer Schlüsselnummern zur Anpassung an die klinisch gebräuchliche Einstufung des Schweregrades (T86.-) ƒƒ Weibliche Genitalverstümmelung: Verlagerung der Inhalte in einen neuen Kodebereich aufgrund einer WHO-Vorgabe (Z91.7-) ƒƒ Orthopädische Gelenkimplantate: Neue Subkategorien zur Lokalisation (Z96.6-) Referenzausgaben und Aktualisierungslisten zur Version 2016 stehen kostenfrei im Downloadcenter des DIMDI unter www.dimdi.de zur Verfügung. In die Praxissoftware werden alle Änderungen automatisch per Update fürs 1. Quartal 2016 aufgenommen. Außerdem stehen weiterhin der ICD-10-Browser der KBV (http://icd.kbv.de/icdbrowser/#) und die Zi-Kordierhilfe (http://195.149.76.244/kodierhilfe/kodierhilfe) zur Onlinerecherche von Kodierungen zur Verfügung.

Über den Buchhandel können die neuen Verzeichnisse erworben werden: ICD-10-GM 2016 Systematisches Verzeichnis Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme 10. Revision - German Modification Version 2016 broschiert, ca. 900 Seiten,ISBN 978-3-7691-3573-2 Deutscher Ärzte-Verlag ICD-10-GM 2016 Alphabetisches Verzeichnis 10. Revision - German Modification Version 2016 broschiert, ca. 1400 Seiten, ISBN 978-3-7691-3574-9 Deutscher Ärzte-Verlag

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT P atienten

Impfraten auf niedrigem Niveau

Angststörungen

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G rippe

Berlin – Die Influenza-Impfraten in der Grippesaison 2013/2014 haben sich nach dem seit 2009 anhaltenden Abwärtstrend bundesweit leicht stabilisiert. Das haben Wissenschaftler des Versorgungsatlasses, einem Projekt des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi), mitgeteilt. Die bundesweite Impfrate ist demnach seit 2009 zwar von damals 47 Prozent auf 38 Prozent (2013/2014) gesunken, hat sich im Vergleich zur Saison 2012/2013 (37 Prozent) aber weitestgehend stabilisiert. In einigen Regionen ist die Zahl der Grippeimpfungen sogar leicht gestiegen. Trotzdem wird die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Kommission empfohlene Durchimpfungsrate von 75 Prozent bei den über 60-Jährigen bundesweit auch weiterhin nur etwa zur Hälfte erreicht. Vor allem im Westen Deutschlands verzeichnet der Versorgungsatlas anhaltende Impfmüdigkeit. Während sich in den neuen Bundesländern 2012/2013 mehr als jeder zweite der über 60-Jährigen (54 Prozent) gegen Grippe impfen ließ, setzte im Westen gerade einmal ein Drittel (33 Prozent) dieser Altersgruppe auf die Schutzimpfung. Mehr Informationen unter www.versorgungsatlas.de

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Nordlicht

Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat eine Patienteninformation zum Thema Angststörungen veröffentlicht. Die Publikation ist Teil der Reihe „Kurzinformationen für Patienten“, die das ÄZQ im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer entwickelt hat. Die Patienteninformation gibt Auskunft über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Angststörungen. Zudem klärt sie die Frage, wo normale Angst aufhört und krankhafte Angst anfängt und beleuchtet die verschiedenen Arten von Angststörungen und deren Entstehung sowie mögliche Therapien. Außerdem erfahren Betroffene, was sie selbst tun können, um besser mit ihrer Erkrankung umzugehen. Mehr Informationen unter www.patienten-information.de

K rankenkassen

BARMER GEK und DEUTSCHE BKK fusionieren Berlin – BARMER GEK und DEUTSCHE BKK haben die Fusion beider Krankenkassen beschlossen. Spätestens im Frühjahr 2016 soll dazu der entsprechende Vereinigungsvertrag unterzeichnet werden. Die neue Krankenkasse, die zum 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufnehmen soll, wird den Namen BARMER tragen. Nach heutigem Stand bringt die BARMER GEK rund 8,5 Millionen Versicherte und die DEUTSCHE BKK rund 1,1 Millionen Versicherte in die neue Kasse ein. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT B ekanntmachungen

B ekanntmachungen

Änderung der Honorarabrechnungsordnung beschlossen

Änderungen von Satzung und Wahlordnung der KVSH

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In ihrer Sitzung am 18. November 2015 hat die Abgeordnetenversammlung (AV) der KVSH eine Änderung der Honorarabrechnungsordnung (HAO) beschlossen. Diese Neuregelungen betreffen: ƒƒ die Vertretungen von angestellten Ärzten (Paragraf 3 Abs. 1) ƒƒ die Berechnung der Säumnisgebühren (Paragraf 7 Abs. 10) ƒƒ die Möglichkeit einer sogenannten getrennten Honorarermittlung (Paragraf 11 Abs. 4).

Die Änderungen der HAO treten nach Paragraf 12 zum 1. Januar 2016 in Kraft. Die Änderungsbeschlüsse sowie der vollständige Text der geänderten HAO sind im Internet unter www.kvsh.de  Praxis  Rechtsquellen veröffentlicht. Auf Einzelanforderung wird die neue HAO auch in Papierform zur Verfügung gestellt. Formularausgabe, Fax 04551 883 209.

Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 18. November 2015 Satzung und Wahlordnung der KVSH geändert. Die Änderungen betreffen unter anderem Regelungen: ƒƒ im Zusammenhang mit der Einrichtung einer Terminservicestelle ƒƒ zur Geldbuße bei Pflichtverletzungen ƒƒ zur Einrichtung eines beratenden Fachausschusses für angestellte Ärzte ƒƒ zum Bekanntmachungsorgan der KVSH ƒƒ zur Zahl der Unterschriften für Wahlvorschläge. Die Änderungen wurden mit Genehmigungsvermerk der Aufsichtsbehörde vom 1. Dezember 2015 genehmigt und treten am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft. Die Veröffentlichung erfolgt im Internet unter www.kvsh.de  Praxis  Rechtsquellen. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung im Einzelfall in Papierform zur Verfügung gestellt. Formularausgabe, Fax 04551 883 209.

G esundheitsstudie

A rznei - und H eilmittel

Viele Deutsche kennen familiäre Vorerkrankungen nicht

Rahmenvorgaben für 2016 vereinbart

Dresden – 42 Prozent der Deutschen wissen nichts über mögliche familiäre Vorerkrankungen. Bei Männern und in der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre ist es sogar jeder Zweite. Weitere 26 Prozent kennen sie nur teilweise oder sind sich nicht sicher. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage „Persönliches Gesundheitsmanagement“ der IKK classic. Demnach konnten 68 Prozent der Befragten nicht umfassend Auskunft über familiäre Vorerkrankungen geben. Zudem wusste jeder sechste nicht, wo er Informationen darüber einholen kann, sollte er beim Arzt oder im Krankenhaus danach gefragt werden. Informationen zur Studie: www.ikk-classic.de

Berlin – Die Verhandlungen über die Rahmenvorgaben Arznei- und Heilmittel für das Jahr 2016 sind abgeschlossen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung gehen im Arzneimittelbereich von einer Steigerung des Ausgabenvolumens in Höhe von 3,7 Prozent beziehungsweise rund 1,2 Milliarden Euro aus. Da weitere Einzelkomponenten wie Alter und Anzahl der Versicherten regional zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen verhandelt werden, handelt es sich bei der genannten Summe nicht um eine abschließend definierte Größe.

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gesundheitspolitik K ommentar

Popanz Im Schatten der dramatischen Ereignisse der letzten Wochen haben Bundestag und Bundesregierung zwei Vorhaben auf den Weg gebracht, wie sie unterschiedlicher in Qualität und Wirkung nicht sein können: Die Reform der Pflegeversicherung und der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen. So gut und wichtig das zweite „Pflegestärkungsgesetz“ für Patienten und Pflegekräfte, Hospize, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ist, so erschreckend weltfremd kommt die Regierung mit ihrer Aufrüstung gegen das vermeintliche Geflecht von Schmiergeld und Vetternwirtschaft im Gesundheitswesen daher.

In diesem Kontext wurde die Ankündigung fast zur Randnotiz, dass ab Januar 2016 die Krankenkassenbeiträge um durchschnittlich 0,2 Punkte von 15,5 auf 15,7 Prozent steigen. Konkret geht es um den sogenannten Zusatzbeitrag, der neben dem gedeckelten Basisbeitrag erhoben werden kann, wenn das Geld der Krankenkassen nicht reicht, um die politisch veranlassten Mehrausgaben zu finanzieren: Prävention und Palliativmedizin, Krankenhausreform und Innovationsfonds für dieses und jenes. Auch hier sonnt sich die Politik im Licht von Leistungsverbesserungen und hat keine Bedenken, den Bürgern die Rechnung dafür im Handumdrehen gleich mit zu präsentieren.

Selbstverständlich stützt man sich dabei auf Zahlen, die zwar auf Schätzungen beruhen, aber mit einer Größenordnung von mehreren Milliarden pro Jahr suggerieren sollen, dass Handlungsbedarf besteht. Denn wie groß das Problem tatsächlich ist und ob es überhaupt existiert, weiß niemand. Aber nach der Devise, hat man erstmal ein Gesetz, dann finden sich auch Verdachtsfälle, baut die Politik einen Popanz auf, der die Ärzteschaft in die Nähe von Klischees aus Bananenrepubliken rückt, ganz abgesehen davon, dass Korruption schon jetzt ein Straftatbestand ist – und zwar in allen Bereichen unserer Gesellschaft.

Zieht man den dicken Strich und bilanziert, was einem für dieses Jahr im Gedächtnis bleibt, dann sind es in der Gesundheitspolitik trotz aller Verbesserungen Probleme über Probleme – wieder einmal. Schließlich kommt auch die neueste Untersuchung der OECD zu dem Schluss, das deutsche Gesundheitssystem

Nun ist es eine Binsenweisheit, dass in jeder Branche und jedem Beruf die Quote der schwarzen Schafe gleich groß ist. Das gilt im Fußball wie in der Politik genauso wie in der Wirtschaft oder der Medizin. Einen ganzen Berufsstand jedoch unter Generalverdacht zu stellen und ein Sondergesetz zu erlassen, weil scheinbar nichts anderes mehr hilft, sagt mehr über die Initiatoren als über reale Korruptionsprobleme im Gesundheitswesen aus. Vielleicht sollten die Kammern eine Patientenbefragung starten, wer seinen Arzt oder Apotheker schon mal so richtig bestochen hat und was es dafür als Gegenleistung gab: Gummibärchen für die Kinder, einen Kaffeepott mit Werbeaufdruck zu Weihnachten oder ein Rezept außer der Reihe für eine Fango-Packung mit anschließender Massage? Im Ernst: Selbst wenn es auf anderen Ebenen um andere Werte geht – sei es bei der Anschaffung teurer Geräte, Bauvorhaben oder auch Energie- und Versorgungsverträgen für Kliniken: Die Risiken und Folgen der Entdeckung strafbewehrten Verhaltens sind schon heute so gravierend, dass es keiner weiteren Verschärfung des geltenden Rechts und erst recht keiner Sondergesetze für das Gesundheitswesen bedürfte. Zumal das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Denn man wird sicher noch nachlegen und schon Verdachtsermittlungen öffentlich machen, ein Korruptionsregister, wie in anderen Branchen einführen und damit pauschal Misstrauen säen. Wem nützt das?

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„Wir werden um die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems beneidet.“ könnte besser sein und nennt dafür die Bereiche Gesundheitsvorsorge, Hausarztversorgung und genügend Personal für die alternde Gesellschaft. Man könnte es auch anders ausdrücken: Wenn es keine anderen Probleme gibt, dann gehört das deutsche Gesundheitssystem, ungeachtet von Verbesserungsmöglichkeiten, zu den besten der Welt. Das fängt bei der Notfallmedizin an und hört bei der Termingarantie beim Facharzt noch lange nicht auf. Vielleicht sollten sich gerade die Kritiker der Verhältnisse im Gesundheitswesen einmal außerhalb Deutschlands orientieren, was anderswo Standard in der Gesundheitsversorgung der Patienten ist. Spätestens dann dürfte auch dem Letzten klar werden, dass wir um die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems beneidet werden – weltweit. Die einzigen, die noch nicht dahinter gekommen sind, sind wir selber. Das zu ändern könnte ein guter Vorsatz für das Neue Jahr sein – allen voran vielen unserer Politiker ist das zu empfehlen. Peter Weiher, Journalist

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gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

Politik der Regierung gegen Niedergelassene macht grantig Foto: istock.com/dra_schwartz

Alle Überweisungswege sollten so bleiben wie sie sind.

Bis Ende Januar müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen „Terminservicestellen“ zur Vermittlung von Facharztterminen eingerichtet haben. Die Umsetzung dieser Vorgabe aus dem Versorgungsstärkungsgesetz war ein Schwerpunktthema der November-Tagung der Abgeordnetenversammmlung. Absurde Gesetzesvorgabe Die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, bekräftigte ihre ablehnende Haltung zu den Terminservicestellen: „Je länger wir an einer einigermaßen logischen, verträglichen, minimierten aber gesetzeskonformen Lösung arbeiten, desto absurder kommt uns diese Gesetzesvorgabe vor.“ Sie erinnerte an Patientenumfragen, die belegen, dass das deutsche Gesundheitswesen kein echtes Terminproblem habe. Schliffke wies Äußerungen aus der Politik zurück, die suggerierten, die Ärzte müssten nur ihren vertragsärztlichen Pflichten nachkommen, um ausreichend Termine zur Verfügung stellen zu können. Das sei „ein total unangemessener Vorwurf“ bei durchschnittlich 52 bis 55 EBM-Arbeitsstunden bei Fachärzten, kritisierte die Vorstandsvorsitzende. Sowohl Schliffke als auch ihr Stellvertreter Dr. Ralph Ennenbach appellierten an die Ärzte, das bisherige System der Überweisungen und Terminabsprachen beizubehalten, damit die Nachfrage nach den Diensten der neuen Vermittlungsstelle möglichst gering bleiben werde. Unsicherheitsfaktor Bundesregelungen Ennenbach stellte Eckpunkte zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe vor. Die Terminservicestelle solle zwar so organisiert wer18

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den, dass sie die zu erwartenden Anrufe bearbeiten könne, es werde aber ausdrücklich keine Werbung geben. Vielmehr werde die KVSH den Praxen vor dem Start im Januar Informationsmaterial für das Wartezimmer zur Verfügung stellen, in dem erläutert wird, was die Terminservicestelle nicht bieten wird, nämlich weder den Wunscharzt noch einen Wunschtermin. Ennenbach und der Projektleiter für die Schaffung der Terminservicestelle, Alexander Paquet, berichteten über den Stand der Planungen des sogenannten „Gutschein-Modells“, das bereits in der SeptemberSitzung vorgestellt und von den Abgeordneten unterstützt wurde. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende wies darauf hin, dass die Bundeebene derzeit einen Unsicherheitsfaktor darstelle. Im Versorgungstärkungsgesetz ist vorgesehen, dass sich Krankenkassen und KBV auf Konkretisierungen zu einigen haben, etwa, was eine zumutbare Entfernung sei. In den Gesprächen sei erkennbar geworden, dass die Krankenkassen weitreichendere Lösungen fordern, als es den Buchstaben des Gesetzes entspricht. Eine Kassenforderung: Patienten sollten mehr als nur einen Termin angeboten bekommen. Es zeichne sich ab, so Ennenbach, dass die Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Ärzten möglicherweise ohne Erfolg blieben und stattdessen das Bundesschiedsamt eine Entscheidung fällen muss. Schliffke beklagt politische Bedeutungslosigkeit der KBV „Was auf allen Gesetzesfeldern abgeht, und es sind fünf bis sechs in dieser Legislatur, macht grantig“, fasst die Vorstandsvorsitzende ihre Bewertung der gesundheitspolitischen Aktivitäten der Bundesregierung zusammen, zu denen auch die Pflicht zur Einrichtung von Terminservicestellen gehört. Sie kritisierte, dass „Politik nur noch gegen diejenigen gemacht wird, die 90 Prozent der Verantwortung für die Gesundheitsversorgung von 80 Millionen Menschen tragen und dieser Verantwortung auch voll nachkommen.“ Die Schuld hierfür sah sie allerdings nicht nur bei der Politik: „Es macht grantig, weil wir nicht nur das Gefühl von politischer Machtlosigkeit haben, sondern momentan machtlos sind“, kritisierte Schliffke mit Blick auf die Folgen der Grabenkämpfe innerhalb der KBV. Diese habe sich „durch interne Querelen und politische Konzeptlosigkeit Stück für Stück mehr ins Abseits gestellt“. Die Vorstandsvorsitzende attestierte der KBV eine „politische Bedeutungslosigkeit“. Positiv sei, dass sich eine „Kraft von unten“ aus den Reihen der KVen, der VV-Vorsitzenden und den Verbänden bilde. So wurde auf der letzten Sonder-Vertreterversammlung der KBV mit großer Mehrheit und gegen den Widerstand von KBV-Vorstand Regina aktuell

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gesundheitspolitik Feldmann die Einsetzung eines Vertrauensausschusses beschlossen, dem sechs Mitglieder der Versammlung und ein externer Jurist als Vorsitzender angehören. Das Gremium soll die Vorwürfe, die seit Monaten im Raum stehen und zu den Verwerfungen in der KBV-Vertreterversammlung geführt haben, aufklären. „Man will tun, was man tun kann, man will eine sachliche Arbeitsatmosphäre, man will eine Lösung in der Selbstverwaltung – und das ist gut so und ein Signal an die Politik“, hob Schliffke hervor. Schleswig-Holsteins Anlaufpraxen als bundesweites Vorbild Schliffke sprach auch die Neuregelungen zur Notfallversorgung im Krankenhausstrukturgesetz an, die erst auf den letzten Metern der parlamentarischen Beratungen Eingang in den Gesetzentwurf gefunden und zu lebhaften Diskussionen in der Ärzteschaft geführt hatten. Einem wesentlichen der geforderten Punkte, das verdeutlichte die Vorstandsvorsitzende, kann Schleswig-Holstein mit Gelassenheit begegnen. So soll gesetzlich vorgegeben werden, dass der ärztliche Notdienst in sprechstundenfreien Zeiten durch Anlaufpraxen an Krankenhäusern zu realisieren ist. Das tangiere die KVSH nicht, so Schliffke: „Wir leben das bereits seit 2007 an 30 Standorten im Land.“ Die Quintessenz sei, dass die Notdienststruktur SchleswigHolsteins bundesweit ausgerollt werden solle und als Innovation des vertragsärztlichen Notdienstes gelte. Schliffke machte keinen Hehl daraus, dass sie sich eine weitergehende Regelung gewünscht hätte, die auch die Öffnung dieser Praxen tagsüber ermöglicht hätte. Solche Portalpraxen hätten die Antwort darauf sein können, dass immer mehr Patienten ohne medizinische Notwendigkeit auch tagsüber die Notfallambulanzen der Kliniken aufsuchen. Kritischer fiel das Urteil über die geplante Neugestaltung der Vergütung in der Notfallversorgung aus. Die KVSH werde die weiteren Präzisierungen, die unter anderem im Bewertungsausschuss erfolgen sollen, „sehr kritisch beobachten, weil es um viel Geld der Vertragsärzte geht.“ Gesundheitskarte für Flüchtlinge kommt Die Vorstandsvorsitzende berichtete den Abgeordneten, dass das Land die Einführung einer Gesundheitskarte für Asylbewerber ab Januar 2016 plane. Die Krankenkassen übernehmen auf Grundlage von Vereinbarungen mit dem Land die administrative Abwicklung. Schliffke machte deutlich, dass sich mit der Karte nach Auffassung der KVSH an den Zuständigkeiten nichts ändere: „Kostenträger ist in jedem Fall das Land, Asylbewerber sind bis zu ihrer Anerkennung keine Versicherten im klassischen Sinne“, erteilte sie Überlegungen aus Kreisen der Krankenkassen eine Absage, bei der Behandlung von Asylbewerbern mit Pauschalen bei der Honorierung arbeiten zu wollen. Sie verwies darauf, dass die Aufgabe der Krankenkassen lediglich sei, die Verwaltungsarbeit zu übernehmen. Die Behandlungskosten würden unverändert vom Land bzw. den Kommunen zu tragen sein. Praxisnetze Eine positive Bilanz zog die Vorstandsvorsitzende zur Förderung von Praxisnetzen. Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie zur Anerkennung von Praxisnetzen erhielten acht Netze eine Förderung. Nach dieser erfolgreichen ersten Phase sei die Zeit gekommen, der Unterstützung der Netze einen „qualitativen Drive“ zu geben, um eine weitere Verbesserung der Versorgung und eine weitere Professionalisierung der Netzarbeit zu erreichen, kündigte Schliffke an. 12 | 2015

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Leistungs- und Qualitätsindikatoren, die sich aus den KVSH-Daten auswerten lassen, sollen festgelegt werden und seien mit den Netzen in einem Workshop bereits diskutiert worden, erläuterte Schliffke und nannte Impf- und DMP-Quoten als Beispiele. Jedes Netz, so die Vorstandsvorsitzende, werde die Möglichkeit haben, eigene Schwerpunkte aus der Auswahl zu bilden. Künftig sollen sich die Netze sich zudem aktiv an den KVSHStrukturverträgen beteiligen: „Das beginnt beim DMP, geht über aha! und den Chronikervertrag bis hin zu ‚Sonderlocken’ wie dem Amblyopie-Vertrag mit der Knappschaft“, erläuterte Schliffke. Darüber hinaus seien ein präzisierter Anforderungskatalog an die jährlichen Versorgungs- und Qualitätsberichte der Netze sowie eine Beschreibung des Profils einer professionellen Netzgeschäftsführung vorgesehen. Die Vorstandsvorsitzende betonte, dass nicht Kontrolle das Ziel sei, sondern gemeinsam mit den Netzen Qualitätskriterien festzulegen, anhand derer der Versorgungsbeitrag der Netzarbeit abgebildet und weiter gestärkt werden kann. Der Status der Anerkennung bedeute nicht nur fördern, sondern auch fordern. Dieser Ansatz werde auch von den Netzen begrüßt, berichtete Schliffke von den Rückmeldungen. Grünes Licht für KVSH-Erweiterungsbau Traditionell steht in der November-Sitzung auch der Verwaltungshaushalt der KVSH auf der Tagesordnung. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Dr. Hans Irmer, konnte vermelden, dass die KVSH solide wirtschaftet. Das Jahr 2014 konnte mit einem Überschuss abgeschlossen werden. Hochrechnungen lassen ein ähnliches Ergebnis im laufenden Jahr erwarten. Auch der Verwaltungshaushalt für 2016 sieht vor, dass die KVSH das Jahr mit einem leichten Plus abschließen kann. Die Verwaltungsumlage bleibt unverändert. Die Abgeordneten entlasteten den Vorstand für das Jahr 2014 und stimmten dem Haushaltsentwurf für das nächste Jahr zu. Grünes Licht gaben die Abgeordneten auch für das seit längerer Zeit diskutierte Vorhaben eines Erweiterungsbaus der KVSH am angestammten Standort in der Bismarckallee. Das neue Gebäude soll einen neuen Abgeordnetensaal, weitere Besprechungsräume sowie neue Büros beherbergen. Der bisherige Abgeordnetensaal, der aktuellen Anforderungen nicht mehr entspricht, würde im Zuge der Baumaßnahme ebenfalls in Büroräume umgewandelt. Das Vorhaben, das ein Investitionsvolumen von gut 10 Millionen Euro hat und aus Rücklagen ohne Kreditaufnahme finanziert werden soll, ermöglicht es der KVSH perspektivisch, auf angemietete Büroflächen in Bad Segeberg zu verzichten. Mit einem Baubeginn ist im Frühjahr 2017 zu rechnen. Eine ausführlichere Darstellung des Neubaus lesen Sie in der nächsten Nordlicht-Ausgabe (Februar 2016). Delf Kröger, KVSH

HVM-Änderungen zum 1. Januar 2016 Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 18. November 2015 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Januar 2016 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 486.

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gesundheitspolitik P arlamentarischer A bend

Segen oder Teufelswerk? Die Digitalisierung hat das Gesundheitswesen erreicht: Patienten informieren sich vor dem Arztbesuch im Internet und nutzen entsprechende Anwendungen aus dem DigitalHealth-Bereich. Während Deutschland noch über die elektronische Gesundheitskarte streitet, haben Apple, Google und Co. längst damit begonnen, sich einen möglichst großen Teil des neu entstehenden Milliardenmarktes der digitalen Medizin zu sichern. Was das für die Ärzteschaft bedeutet, erläuterte Dr. Markus Müschenich in seinem Gastvortrag auf dem Parlamentarischen Abend der KVSH.

Gute Stimmung auf dem Parlamentarischen Abend: Dr. Uwe Bannert, Dr. Monika Schliffke und Dr. Christian Sellschopp im Gespräch

Zu den rund 120 Gästen des achten Parlamentarischen Abends der KVSH, der wie im Vorjahr im Kieler Wissenschaftszentrum stattfand, zählte auch die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Anette Langner (SPD). In ihrem Grußwort betonte sie, dass sie in der Digitalisierung eine Chance sehe, die medizinische Versorgung gerade in den ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins zu sichern. „Die KVSH bietet in diesem Bereich bereits gute und innovative Verfahren wie SafeNet, SafeMail oder den papierlosen Laborauftrag an“, lobte die Staatssekretärin. Der behandelnde Arzt solle durch die neuen eHealth-Angebote ergänzt und nicht ersetzt werden. Digitalisierung als neue Kultur Auch für Gastredner Dr. Markus Müschenich ist „Dr. Google“ im Idealfall eine Ergänzung zum behandelnden Arzt. Der Gesundheitswissenschaftler ist Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin und war bis 2012 Mitglied des Vorstands der Sana Kliniken AG. Seit 2012 ist er Vorstandsmitglied im Bundesverband Internetmedizin. Als Gründer des „Think Tanks ConceptHealth“ hat er sich 20

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auf die strategische Frühaufklärung für die Medizin der Zukunft spezialisiert. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch sein Buch „55 Gründe, Arzt zu werden“ bekannt. Müschenich nahm am Anfang seines Vortrags zunächst eine Bestandsaufnahme vor. „In Sachen Digitalisierung stehen wir dort, wo wir uns vor 20 Jahren befanden, als die ersten Mobiltelefone alltagstauglich wurden.“ Das Handy habe die Kommunikationskultur seitdem grundlegend umgekrempelt. In vergleichbarem Ausmaß werde das Internet nun in der Medizin an Bedeutung gewinnen, prognostizierte der Gesundheitswissenschaftler. Bei der Digitalisierung gehe es dabei längst nicht mehr nur um neue technische Komponenten aus dem Bereich eHealth, sondern um die Etablierung einer völlig neuen Kultur. Attraktive digitale Werkzeuge Diese Kultur wirke auch in das Gesundheitswesen hinein, das vor einem tiefgreifenden Umbruch stehe. Durch die zunehmende Vernetzung erhalte der Patient nicht nur Zugang zu mehr Informationen, er könne sich nun auch aktiv in den Versorgungsprozess einbringen. Die nötigen Werkzeuge stünden ihm bereits aktuell

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gesundheitspolitik längst auf der strategischen Agenda der IT- und Internet-Giganten angekommen. Google und Apple brächten laufend neue Produkte für die Smartphone-Generation auf den Markt und zeichneten sich dadurch aus, dass sie zwar keine Kernkompetenz im Bereich der Produkte hätten, die sie anböten. Sie nutzten dazu aber eine hervorragende technische Plattform. Ihre großen Stärken seien außerdem Kundenzufriedenheit und Schnelligkeit. Denkverbote gäbe es nicht. „Amazon oder Google könnten künftig durchaus auch im Geschäft mit Krankenversicherungen aktiv werden und den Markt gehörig durcheinanderwirbeln“, so Müschenich.

Gastredner Dr. Markus Müschenich bot interessante Einblicke in die digitale Medizin

heute zur Verfügung: smartphonegestützte Informationsservices für die Arztsuche, Expertenportale und integrierte Diagnosewerkzeuge für die richtige Einschätzung von Erkrankungen, elektronische Patientenbegleiter, z. B. für Schwangere. „Die digitalen Gesundheitshelfer werden von den Menschen genutzt, nicht nur von der Generation Smartphone. Das haben auch einige Krankenkassen erkannt, die z. B. die Nutzung von Online-Sprechstunden bezahlen und ihren Versicherten Gesundheits-Apps anbieten“, so Müschenich. Der Arztkontakt sei anscheinend für viele nicht mehr allein das Maß aller Dinge.

Dr. Monika Schliffke im Gespräch mit Staatssekretärin Anette Langner

Ärzteschaft muss aktiver werden Der Gesundheitsexperte warb deshalb dafür, dass sich die Ärzteschaft aktiver an der Entwicklung internetmedizinischer Angebote beteiligt. „Wenn wir Ärzte es nicht tun, wird es mit uns getan“, betonte Müschenich und forderte an dieser Stelle ein „digitales Aufwachen“. Andere Player würden entschlossen ihre Chance ergreifen und sich als neuer Kontaktpunkt beim Patienten etablieren. Der milliardenschwere digitale Gesundheitsmarkt sei 12 | 2015

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Blutzuckerkontrolle per App: Diabetologe Stephan Schreiber arbeitet digital

Chancen und Risiken Für ihn überwiegen die Chancen der Digitalisierung. „Wir Ärzte wissen, wie das wirkliche Leben funktioniert. Für mich steht fest, dass Internetmedizin in unserer Hand das größte Verbesserungspotenzial in unserem Gesundheitswesen bieten kann“, erklärte er. Ärzte würden entlastet und könnten – dank digitaler Gesundheitshelfer – weniger Patienten behandeln und mehr Zeit für die Patienten haben, die wirklich einen persönlichen Arztkontakt benötigen. Bei den Besuchern des Parlamentarischen Abends herrschte trotz aller Faszination für die neuen technischen Möglichkeiten am Ende eine zwiespältige Stimmung. Das wurde auch bei der abschließenden Diskussion deutlich. „Ich nutze seit einiger Zeit eine App zur Kontrolle der Blutzuckerwerte bei einigen meiner Patienten. Eine gute Sache“, erklärte Stephan Schreiber, Diabetologe aus Quickborn. „Hilfestellung bei der Diagnose: ja. Einsatz während der Therapie: nein“, so fasste die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, ihre Meinung zu DigitalHealth-Angeboten zusammen. Andere Meinungen fielen noch skeptischer aus. „Wenn künftig ‚Emotionen-Reader‘ zur Behandlung von Autisten eingesetzt werden, schaudert es mich“, erklärte Dr. Uwe Bannert, Psychiater aus Bad Segeberg. Beim abschließenden Imbiss gab es für die Gäste eine gute Gelegenheit, um in angenehmer Atmosphäre über das Thema Digitalisierung miteinander ins Gespräch zu kommen. Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  &  KV A rbeitsunfähigkeit und K rankengeld

Einheitliches Formular ab 1. Januar 2016 Für die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (AU) gibt es ab 1. Januar 2016 nur noch das Formular 1, den „ gelben Schein“. Der sogenannte Auszahlschein zum Bezug des Krankengeldes von der Krankenkasse (Formular 17) fällt weg. Die Einzelheiten stellt diese Praxisinformation vor. Bislang müssen Ärzte ab der siebten AU-Woche den Auszahlschein für das Krankengeld ausfüllen. Die Auszahlscheine gibt es in verwirrender Vielzahl. Sie werden kassenindividuell erstellt und können oft nur per Hand ausgefüllt werden. Künftig gibt es nur noch ein Formular. Der Auszahlschein für das Krankengeld wird in die klassische AU-Bescheinigung integriert. Auf dem überarbeiteten Formular 1 bescheinigen Ärzte ab 2016 sowohl eine Arbeitsunfähigkeit während der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber als auch während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse. Die Bescheinigung ist bundesweit einheitlich und kann am Computer ausgefüllt oder auch per Blankoformularbedruckung erstellt werden. Neues Feld „Im Krankengeldfall“ auf der AU-Bescheinigung Auf der ab 1. Januar 2016 gültigen Ab 1. Januar 2016 AU-Bescheinigung gibt es unten ein zusätzliches Feld „Im Krankengeldfall“. Darin kann der Arzt „ab 7. AU-Woche oder sonstiger Krankengeldfall“ und „Endbescheinigung“ ankreuzen. Ersteres Kästchen kreuzt er an, wenn es sich um einen Krankengeldfall handelt. Steht bereits beim Ausstellen der Bescheinigung fest, dass die Arbeitsunfähigkeit an dem angegebenen Tag endet, setzt der Arzt ein weiteres Kreuz bei „Endbescheinigung“. Darüber hinaus wurden Anpassungen der Felder zur Angabe der Diagnosen sowie zur Einleitung besonderer Maßnahmen, wie Rehabilitation oder stufenweise Wiedereingliederung, vorgenommen. Patient erhält einen Durchschlag Neu ist außerdem, dass Patienten künftig einen Durchschlag der AU-Bescheinigung erhalten. Dieser enthält einen Hinweis, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist. Hintergrund für den Hinweis auf der überarbeiteten AU-Bescheinigung ist, dass Patienten in der Vergangenheit den Anspruch auf Krankengeld verloren haben, wenn sie gegenüber ihrer Krankenkasse ihre Arbeitsunfähigkeit nicht lückenlos nachweisen konnten. Den Vertragsarzt sichert der Hinweis zudem vor möglichen Schadensersatzansprüchen ab. Neue Regelung bei Krankengeld Für mehr Klarheit sorgt seit Juli 2015 Seit Juli 2015 zudem die neue Regelung zum Bezug von Krankengeld, die der Gesetzgeber eingeführt hat. Danach reicht es aus, wenn sich der Patient bei Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit spätestens an dem Werktag bei seinem Arzt vorstellt, der auf den letzten Tag der AU-Bescheinigung folgt. Ist die AU-Bescheinigung zum Beispiel bis Dienstag 22

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ausgestellt, wäre das der Mittwoch. Endet sie am Freitag, müsste der Patient den Arzt für eine Folgebescheinigung erst wieder am Montag aufsuchen. Samstage werden nicht als Werktage gezählt. Durch die Änderung gilt beim Krankengeld jetzt dieselbe Regelung wie in den ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit. Anfrage zum Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit vereinheitlicht Die Anfrage zum Fortbestehen der Januar 2016 Arbeitsunfähigkeit (Formular 52) wird ebenfalls zum 1. Januar 2016 angepasst. Es handelt sich dabei überwiegend um sprachliche Anpassungen. Ärzte hatten über Formulare berichtet, die nicht dem vertraglich vereinbarten Vordruck entsprechen. Um derartige Probleme zu vermeiden, wird das bundesweit einheitliche Formular zukünftig als Vordruck zusammen mit der neuen AU-Bescheinigung den Praxen direkt zur Verfügung gestellt und nicht wie bisher von der Krankenkasse versandt. Neue Formulare bestellen Die neuen Formulare gelten ab 1. Januar 2016. Dann darf die alte AU-Bescheinigung nicht mehr verwendet werden. Vertragsärzte können die neuen Vordrucke, Muster 1 und Muster 52, entweder schriftlich oder per Fax unter 04154 799 173 beim Paul Albrechts Verlag bestellen. Nutzen Sie dazu bitte den bekannten Bestellschein. Diesen finden Sie auch auf der Startseite unserer Webseite unter www.kvsh.de.

Ab Dezember 2015

!

Alte Vordrucke dürfen nur noch bis 31. Dezember 2015 verwendet werden, danach nicht mehr.

Praxissoftware aktualisieren Die neuen Formulare sind ab Januar in die Praxissoftware integriert, sodass sie am Computer ausgefüllt werden können. Die Hersteller wurden im Juni von der KBV informiert. Die Formulare werden implementiert und mit dem Quartals-Update der Softwarehäuser bereitgestellt. Die Ärzte sollten das entsprechende Update für das 1. Quartal 2016 möglichst vor dem ersten Praxistag im neuen Jahr installieren. Ein Dokument mit Ausfüllhinweisen steht im Internet unter www.kbv.de/media/sp/02_Erlaeuterungen_01.01.2016.pdf bereit. Unter www.kv-on.de/ html/16248.php ist ein Film mit vielen Erläuterungen zu finden. KBV, Redaktion

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PRAXIS  & KV V eröffentlichungen

Honorarbericht 2014

Zum vierten Mal veröffentlicht die KVSH einen eigenen Honorarbericht. Dieser wirft einen Blick auf die Honorarsituation des vergangenen Jahres und zeigt die strukturellen Veränderungen in den Umsatzbereichen zwischen 2013 und 2014. Das Nordlicht stellt ausgewählte Beispiele vor. Anteil der Vergütungsbereiche an der Gesamtvergütung

Praxisnetze

restliches Schleswig-Holstein

Extrabudgetär 21 %

Extrabudgetär 28 %

Freie 7 % Leistungen 72 % Budgetierter Bereich

Freie 6 % Leistungen

66 %

Budgetierter Bereich

160 %

141 %

ƒƒ D  ie Beendigung des Strukturvertrages Ambulantes Operieren zum 3. Quartal 2014 bedeutete eine Umsatzverschiebung hin zu den Leistungen des Kapitels 31 EBM. Dies betrifft ambulant operierende Arztgruppen. 160 % ƒƒ Zum 4. Quartal 2014 wurden ausgewählte Leistungen der speziellen schmerztherapeutischen Versorgung außerhalb 141 % 140 %vergütet. In der Punktzahlvolumen als freie Leistungen 2013 bestand diese Regelung in drei Quartalen. 133 % ƒƒ Die zeitbezogenen Kapazitätsgrenzen für120Psychothera% peuten und ausschließlich psychotherapeutisch tätige Ärzte galten nur noch für das 1. Quartal 2014.100 Ab%dem 2. Quartal waren auch für diese Gruppen Punktzahlvolumen vorgesehen. 80 ƒƒ Leistungen der antragsgebundenen und genehmigungspflichtigen Psychotherapie sowie der Probatorik wurden 60 % bundesweit ab dem Jahr 2014 komplett 160 außerhalb der MGV 141 % vergütet, während sie im Jahr 2013 nur in drei Quartalen 14040 % extrabudgetär gestellt waren. ƒƒ Ebenfalls bundesweit wurden Nephrologische Leistun133 % 20 120MGV % gen im Jahr 2014 komplett außerhalb der vergütet, während sie im Jahr 2013 nur im 2. Halbjahr extrabudgetär 0 gestellt waren. 100 % 1. Quartal 2014 ƒƒ Die Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung wurden erst zum 4. Quartal 2013 im EBM eingeführt, ab 2014 80 zählen sie über das gesamte Jahr.

137 % der in der SysteDie 140 Betrachtung der Umsatzanteile des Bereichs, % 128 % 127 matik der Punktzahlvolumen (PZV) vergütet wird, zeigt für%Fach133 % ärzte in den Praxisnetzen eine im Durchschnitt 128 % höhere PZV-Aus120 % % lastung als für ihre übrigen120 Kollegen. Bei den Hausärzten ist der 120 % Unterschied nicht so stark ausgeprägt. 100 %

Durchschnittliche PZV-Auslastung 80

Facharzt 16060 % 14040 %

141 % 125 128% %

12020 %

133% % 122

128% % 120 109 % 120 % 108 %

1. Quartal 2014

2. Quartal 2014

128140%% 120120%%

100 % 100 %0

127 %

137 % 121 % 128 % 120 3. Quartal 2014

127 % 110 % 120 % 108 %

Praxisnetze Praxisnetze Restliches Schl Restliches Sch

4. Quartal 2014

80 80 %

Hausarzt 14060 %

128 %

40 12040 %

120 %

20 2. Quartal 2014 20 100 % 0

80 %0

137 % 125 % 128 % 122 %

Praxisnetze Restliches Schleswig-Holstein

127 %

109 % 120 %

Praxisnetze Restliches Sch

121 % 120 %

110 %

3. Quartal 2014

108 % 4. Quartal 2014

1. Quartal 2014

2. Quartal 2014

3. Quartal 2014

4. Quartal 2014

1. Quartal 2014

2. Quartal 2014

3. Quartal 2014

4. Quartal 2014

60

108 %

Ekkehard Becker, KVSH

Sie finden den Honorarbericht auf www.kvsh.de 40 20 2. Quartal 2014 0

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Praxisnetze Restliches Schleswig-Holstein

137 %

60

Das Sonderthema widmet sich diesmal den Praxisnetzen, die von der KVSH anerkannt und gefördert werden. Ärzte und Psychothe40 rapeuten in diesen Netzen haben eine deutlich andere Umsatzstruktur als ihre übrigen Kollegen. Der Anteil des Umsatzes, der auf die budgetierten Leistungen entfällt, beträgt20in den Netzen 72 Prozent. Im übrigen Schleswig-Holstein machen diese Leistungen 0 einen Anteil von 66 Prozent aus. Dieser Unterschied ist durch die 1. Quartal 2014 Tätigkeitsschwerpunkte der Netzfachärzte begründet.

Praxisnetze Restliches Schl

Nordlicht

aktuell

3. Quartal 2014

1. Quartal 2014

4. Quartal 2014

2. Quartal 2014

3. Quartal 2014

4. Quartal 2014 23


PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Psychotherapie-News Vergütung ab 2016 – Kammer wählt neuen Vorstand – Psychotherapeutensuche modern gestaltet – Fachausschuss für Angestellte kommt

Vergütung psychotherapeutischer Leistungen ab 2016 Im Herbst 2015 wurde vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen, den Orientierungswert ab 1. Januar 2016 auf 10,4361 Cent festzulegen. Damit erhöht sich die Vergütung der zeitgebundenen psychotherapeutischen Leistungen um 1,6 Prozent. Weitere Erhöhungen im Rahmen der Gesamtvergütung kommen dem Restpunktwert zugute - also der Vergütung von psychotherapeutischen Leistungen, die über dem quartalsweise zugestandenen Punktzahlvolumen erbracht werden. Unabhängig davon wurde ebenfalls vom Erweiterten Bewertungsausschuss eine rückwirkende Neubewertung der antragsund genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen des EBM-Abschnitts 35.2 mit Wirkung zum 1. Januar 2012 beschlossen. Dieser Beschluss beinhaltet eine Erhöhung der Vergütung um 2,7 Prozent sowie die zusätzliche Auszahlung eines Strukturzuschlages. Die prozentuale Erhöhung der Vergütung kommt allen Psychotherapeuten zu Gute – der Strukturzuschlag bemisst sich nach der Auslastung der Praxis. Die Art und Weise der rückwirkenden Vergütung – gerade im Zusammenspiel mit den bestandskräftigen Honorarbescheiden – ist noch nicht abschließend geklärt. Prospektiv wird die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) diese Veränderung der Vergütung der antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen erstmals mit der Honorarabrechnung des 3. Quartals 2015 umsetzen können. Zu den Beschlüssen muss das Bundesministerium für Gesundheit in Form von Beanstandung oder Nicht-Beanstandung Stellung nehmen. Entsprechende Meldungen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Sobald weitere Erkenntnisse zum Inkrafttreten der Beschlüsse vorliegen, wird die KVSH darüber informieren.

Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein – Neuer Vorstand gewählt Im Sommer 2015 waren Wahlen zur Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein angesetzt. Aufgrund des Streiks bei der Deutschen Post mussten diese um einige Wochen verlängert werden. So konnte die neu gewählte Kammerversammlung erst am 20. November 2015 zusammentreten. Auf dieser konstituierenden Sitzung der Versammlung wurde ein neuer Kammervorstand gewählt. Zum Präsidenten der Psychotherapeutenkammer wurde Dr. Oswald Rogner

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gewählt. Vize-Präsidentin ist Dr. Angelika Nierobisch geworden. Im Ausblick auf die kommende Amtsperiode betonte Rogner, dass es darum gehe, die Kammer als Institution der Selbstverwaltung der beiden freien Heilberufe der Psychologischen Psychotherapeuten sowie der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten weiterzuentwickeln. Der Service für die Mitglieder soll ausgebaut und verstärkt Fortbildungen für diese angeboten werden. Die Psychotherapeuten stehen außerdem vor großen Herausforderungen sowohl durch die geplante Reform der Psychotherapeutenausbildung als auch durch die Veränderungen in der Versorgungslandschaft. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Heiko Borchers, Haluk Mermer und Dagmar Schulz von der Versammlung bestimmt. Die Legislaturperiode der neuen Kammerversammlung hat erstmals eine Dauer von fünf Jahren.

Psychotherapeutensuche modern gestaltet Bei der Suche nach Psychotherapeuten können Patienten künftig auf ein neues Angebot zurückgreifen. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein bietet für Versicherte jetzt eine Onlinesuche im Internet an. Unter www.arztsuche. kvsh.de gelangt man zu der Arzt- und Psychotherapeutensuche der KVSH. Hier kann sich nun jeder selbst seinen Psychotherapeuten in der Nähe seines Wohnortes suchen. Der modern gestaltete Suchdienst ermöglicht es, sich sofort einen Überblick über die Lage und Adresse psychotherapeutischer Praxen zu verschaffen.

Angestellte Psychotherapeuten: Fachausschuss für Angestellte kommt Im Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) wurde bestimmt, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen einen Fachausschuss für angestellte Ärzte zu installieren haben. Nachdem die Abgeordnetenversammlung der KVSH im November beschlossen hat, die Satzung entsprechend anzupassen, wird ein solcher Ausschuss im Frühjahr 2016 zu besetzen sein. Ausdrücklich sind damit auch angestellte Psychotherapeuten – soweit sie Mitglied der KVSH sind – aufgefordert, sich in den Ausschuss einzubringen und zur Wahl zu stellen. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

aktuell

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Landesweite J1-Kampagne gestartet

Zentrale Impfstelle für Asylsuchende in Berlin

Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung BadenWürttemberg (KVBW) hat eine Kampagne an allen badenwürttembergischen Schulen in der Klassenstufe 7 gestartet, um die Inanspruchnahme der J1 zu steigern. Vorbild für die Aktion „Every hero needs a doctor!“ ist die J1-Initiative des Landkreises Ludwigsburg. In den Jahren 2013 und 2014 arbeiteten dort Gesundheitsdezernat und die Ludwigsburger Robert-Franck-Schule mit der Kreisärzteschaft und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in einem beispielhaften Projekt zusammen. Schüler der Robert-Franck-Schule entwickelten in einem Wettbewerb die Idee für Slogan und Layout. Die Evaluation der „GOP 01720 EBM“ nach der ersten Projektphase ergab, dass die Teilnahmequote der 12- bis 14-Jährigen des Landkreises auf 73 Prozent gesteigert werden konnte. Zum Vergleich: Die Teilnahme für Baden-Württemberg lag im selben Zeitraum nur bei 51 Prozent.

Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat in Kooperation mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in der Erstaufnahmestelle des LAGeSo eine Zentrale Impfstelle für Asylsuchende errichtet. Unter der Koordination der KV werden die Asylsuchenden mit einem hinreichenden Impfschutz versorgt, möglichst bevor sie auf Gruppen- oder Einzelunterkünfte in der Stadt verteilt werden. Damit soll angesichts stark steigender Flüchtlingszahlen der Impfschutz dieser Personengruppe verbessert werden. „Es ist wichtig, den Einzelnen vor ansteckenden Krankheiten zu schützen und somit auch die Ausbreitung in den Unterkünften und in der Berliner Bevölkerung zu vermeiden“, so Dr. Angelika Prehn, Vorstandsvorsitzende der KV Berlin. Die niedergelassenen Ärzte impfen in zwei Schichten, montags bis freitags zwischen 8.30 Uhr und 18.30 Uhr. Vor Ort werden vom LAGeSo Sprachmittler zur Aufklärung der zu impfenden Personen eingesetzt.

Neue Kampagne zu Antibiotika-Verordnungen

Beratungsoffensive für Arztpraxen bei Regressverfahren

Düsseldorf/Dortmund – Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe eine Kampagne zum verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika gestartet. Einfache aber einprägsame Plakatmotive wie ein Teddybär mit Medikament („Mit Antibiotika spielt man nicht“), ein Teeglas mit MedizinKapsel („Antibiotika sind keine Hausmittel“) oder einer Schale voller Erdnüsse und Antibiotika („Antibiotika sind nichts für zwischendurch“) sollen in den Wartezimmern der rund 17.000 Arztpraxen zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. „Fast jede dritte Antibiotika-Verordnung ist nach den neusten Studien unnötig. Bakterien werden zunehmend widerstandsfähig gegen Antibiotika, sodass die Medikamente nicht mehr wirken. Dies ist ein weltweites Problem, das auch auf den unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika zurückzuführen ist. Gemeinsam mit der Ärzteschaft in Nordrhein-Westfalen wollen wir deshalb den Verbrauch von Antibiotika und damit das Risiko der Bildung von Resistenzen reduzieren“, erklärte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen) zum Start der Aktion.

Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat in den vergangenen Monaten eine erfolgreiche Beratungsoffensive durchgeführt, um Arztpraxen effektiv in Verfahren um Arzneimittelregresse zu unterstützen. Im Juli 2015 hatte die Geschäftsstelle der unabhängigen Prüfstelle für die Arzneimittel-Richtgrößenprüfung noch bekannt gegeben, dass 475 Praxen in dem Bundesland mit einem Arzneimittelregress rechnen müssten. Die Analyse bezog sich auf das Jahr 2013. Nach intensiven Praxis-Beratungen in den vergangenen Monaten habe sich das Bild mittlerweile grundlegend gewandelt, sagte der stellvertretende KVN-Vorstandsvorsitzende Jörg Berling: “286 Praxen werden keinen Regressbescheid erhalten. Bei 29 Praxen greift die Regelung ‚Beratung vor Regress‘. Zehn Praxen müssen mit Rückzahlungen rechnen. Bei 150 Praxen ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen.“

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die menschen im land V or O rt

Siege auf Silbersee Dr. Michael Rüping hat eine sportliche Vergangenheit. Der Facharzt für Orthopädie, Rheumatologie und Chirotherapie aus Itzehoe war ein erfolgreicher Springreiter und gewann in den 80er-Jahren auf seinem Paradepferd Silbersee viele nationale und internationale Titel.

Schleswig-Holstein ist ein Pferdeland und hat viele erfolgreiche Reiter hervorgebracht: Hinrich Romeike, Peter Thomsen, Janne Friedericke Meyer, Tjark und Otto Nagel. Michael Rüping darf auf dieser Liste nicht fehlen, denn in den Jahren von 1982 bis 1988 tauchte der Name des seit 1992 in Itzehoe niedergelassenen Orthopäden regelmäßig auf den Siegerlisten der bedeutendsten Wettbewerbe der nationalen und internationalen Springreiterszene auf. Der heute 64-jährige gebürtige Schleswig-Holsteiner gewann bei den Europameisterschaften in Hickstead (1983) und Dinard (1985) mit der deutschen Mannschaft jeweils Bronze und holte 1985 bei den Deutschen Meisterschaften Gold im Einzel und mit der Mannschaft. „Mit Karsten Huck, Peter Luther und Breido Graf zu Rantzau hatten wir damals eine tolle Truppe zusammen. Es lief sehr gut und mit Silbersee hatte ich das richtige Pferd, um immer ganz vorne mitzureiten“, erinnert sich Rüping. Schnell kamen weitere Erfolge hinzu. Ebenfalls 1985 gewann der Itzehoer den renommierten Großen Preis von Aachen und siegte zwei Jahre später beim traditionsreichen Deutschen Springderby Klein Flottbek in Hamburg. Als einzigem Reiter glückte ihm dort ein fehlerfreier Ritt – natürlich auf Silbersee. Rückblickend war das der sportliche Höhepunkt seiner erfolgreichen Reitsportkarriere. Das seit 1920 ausgetragene Turnier in der Hansestadt galt als eines der schwersten der Welt. „In Hamburg das Derby zu gewinnen, 26

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war etwas ganz Besonderes. An diesem Tag passte einfach alles“, erinnert sich Rüping. Nach seinem größten Erfolg ließ der angehende Orthopäde den Leistungssport langsam ausklingen und widmete sich seiner medizinischen Karriere. 1992 gewann er auf „Valeska“ aber noch einmal die Landesmeisterschaft. Frühe Erfolge Die Liebe zum Pferdesport zeigte sich bei Rüping schon sehr früh. Schon als Sechsjähriger ritt er beim Urlaub an der Nordsee am liebsten auf Ponys den Strand entlang. Als Jugendlicher trainierte er dann regelmäßig in der traditionsreichen Reithalle Paaschburg in Itzehoe. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Auf „Nadir“ wurde der junge Rüping 1968 bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Nordmark-Sportfeld in Kiel Vizemeister. Während des Medizinstudiums (1971 bis 1977 in Kiel) trat der Reitsport zunächst etwas in den Hintergrund. „Mir fehlte die Zeit, um richtig professionell trainieren zu können. Die Kombination Studium – Reitsport passte trotzdem und ich nahm an einigen regionalen Turnieren teil“, berichtet er. So richtig Schwung nahm seine Karriere aber erst nach Abschluss des Studiums auf, als Rüping begann, für den Holsteiner Verband Hengste für den Einsatz im Sport auszubilden. Bis dahin wurden Holsteiner Hengste bei Springturnieren kaum eingesetzt. Das sollte sich aber schnell aktuell

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Foto: Rüping

die menschen im land

Foto: Rüping

Michael Rüping als junger Reiter mit den beiden Hengsten Caletto und Silbersee

Das beste Pferd im Stall: Michael Rüping auf Silbersee

Foto: Rüping

damals schon nicht schlecht. Ich wusste aber, dass ich davon langfristig nicht leben kann“, erzählt er. Außerdem wollte er Orthopäde werden und bildete sich deshalb in diese Richtung weiter fort. Von 1979 bis 1982 war Rüping als Assistenzarzt im Krankenhaus Itzehoe in den Abteilungen Anästhesie und Unfallchirurgie tätig und von 1983 bis 1992 machte er seine Facharztausbildung in Hamburg und Bad Bramstedt. „Ich wollte immer selbstständig arbeiten und daher unbedingt in die Niederlassung“, beschreibt er sein Berufsziel. Im März 1992 gründete Rüping dann seine eigene orthopädische Praxis in der Lindenstraße in Itzehoe, die er heute gemeinsam mit zwei Praxispartnern betreibt. „Meine beiden Leidenschaften Reitsport und Medizin ließen sich damals sehr gut verbinden. Das wäre heutzutage nicht mehr möglich. Von den Spitzenreitern, die in dieser Liga mitspielen wollen, wird Dauerpräsenz erwartet“, erläutert der Orthopäde.

Karrierehöhepunkt: Sieg beim Deutschen Springderby 1987 in Hamburg

ändern. „Die Erfolge gaben uns Recht. Ich habe ab dann immer sehr gute Pferde bekommen, doch Silbersee war der beste Hengst, auf dem ich bei internationalen Turnieren, als Nationenpreisreiter oder bei Championaten im Sattel gesessen habe“, berichtet er. Berufsziel Niederlassung Parallel zum Reitsport widmete sich Rüping in diesen Jahren weiter seiner medizinischen Laufbahn. „Ich tanzte sozusagen auf zwei Hochzeiten. Die Preisgelder im Reitsport waren zwar auch 12 | 2015

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Einmal Reiter, immer Reiter Ein Leben ohne Reitsport und Pferde kann sich Rüping nicht vorstellen. Er reitet immer noch mehrmals in der Woche und blieb dem Sport auch nach seiner aktiven Karriere verbunden. Sein Fachwissen und seine Erfahrung sind weiterhin gefragt. Seit 2005 ist er Mitglied im Springausschuss des Deutschen Reiterverbands. Dort entscheidet er über die Nominierung der deutschen Teilnehmer bei den großen Championaten, Olympische Spiele, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften mit. Außerdem ist Rüping Turnierarzt beim Hamburger Derby und Vorstandsmitglied im Reiterverein Breitenburg. Zudem begleitet er die Reitsportkarriere seines 31-jährigen Sohnes. Mit Erfolg, denn 2011 wurde Philip Rüping Landesmeister für Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Jahre, die er als Reiter auf internationaler Ebene tätig war, möchte der Orthopäde nicht missen. „Ich habe wunderschöne Reitanlagen und tolle Menschen aus aller Welt kennengelernt. Mein Leben bestand immer aus zwei Welten. An meinen Geburtstagen besteht die Gästeliste deshalb jeweils zur Hälfte aus Springreitern und Orthopäden“, stellt er fest. Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde leidenschaftlicher t is t og V ar m ei R r. D Zum Autor: ten arschen. Seine Patien hm it D in en hl Pa s au Landarzt n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab lten. Im Nordlicht ha zu st fe t el hw ac N e praxis für di was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Man weiß nie, was man kriegt

An jedem Morgen gibt es meine „geheiligten drei Minuten“ zwischen dem Ende der Frühbesprechung mit meinen fleißigen Mitarbeiterinnen bei einem überdosiert starken Kaffee und dem Beginn des Wahnsinns, äähhh, also … der Sprechstunde. Während ich dann noch die Stille in der Praxis genieße, schalte ich alle Sinne auf maximalen Empfang. Ich schaue zum Beispiel aus dem Fenster, erfreue mich an den diversen Grautönen am Himmel und frage mich, welch vortreffliches Gemälde wohl Caspar David Friedrich geschaffen haben würde, wenn er denn nach Dithmarschen gekommen wäre. Vielleicht „Zwei Männer bei Betrachtung der Eider“ oder „Wanderer über dem Nebelmeer der Meldorfer Bucht“? Derweil ich mich also wie Gaylords Vater aus Eric Malpass’ Roman „Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung fühle“, spiele ich manches Mal „Patientenlotto“: Wer wird heute als erstes meine Hilfe in Anspruch nehmen und warum? Leider ist das Leben bekanntlich eine Pralinenschachtel und so weiß man nie, was man kriegt. Denn: Ich habe in meiner eigenen Lotterie noch nie den Jackpot geknackt!

In selbigem Raum ist soeben ein junger Mensch eingetroffen, aus dem echauffiert sogleich ein Wortschwall auf mich eindringt: „Sie glauben ja nicht, was mir gestern passiert ist! Ich dachte, ich soll tot bleiben!“. An dieser Stelle sei bemerkt, dass die Vokabel „tot bleiben“ der Dithmarscher Ausdruck für „sterben“ ist. Wäre ja vielleicht mal eine gute Idee, ein Wörterbuch à la Langenscheidt herauszugeben: Deutsch – Dithmarschen/ Dithmarschen – Deutsch. Aber weiter in dieser Begebenheit … ich erfahre nunmehr, dass der Mensch am vorangehenden Tage sich schlapp, geradezu müde gefühlt und folgerichtig diesem Impuls dann auch nachgegeben habe. Unmittelbar beim Erwachen habe er ein Fremdkörpergefühl im Halse verspürt: „Ich dachte, das ist wohl so’n Schleimfaden, also habe ich versucht, den rauszuziehen.“ Ich hake nach, wieso er den vermeintlichen Schleim nicht einfach abgehustet habe. „Nee, das mache ich nie. Besser mit die Fingers“, erhalte ich zur Antwort. Aha. Na gut. Und dann? „Während ich mit dem Schleimfaden da so kämpfe, merke ich plötzlich, dass ich mein Zäpfchen aus dem Hals ziehe“. Waaassss? „Ja, das glauben sie nicht! Mein Zäpfchen war dick geschwollen und ich hab‘ versucht, das aus dem Hals zu ziehen!“. Hm … wie gut, dass die Bemühungen des Menschen nicht von Erfolg gekrönt waren, das wäre ja mal ein Rettungsdiensteinsatz mit Nähe zu Hollywood-Gruselstories geworden. Aliens … oder so! Und weiter? „Ich dachte, jetzt bleib‘ ich tot!“, konstatiert der Mensch und lässt eine künstlerische Pause, um das Gesagte nachwirken, sprich den Doktor den Höhepunkt der Dramaturgie auskosten zu lassen.

Die Geräusche aus dem Eingangsbereich schwellen nunmehr merklich an, aha, meine fleißigen Mitarbeiterinnen haben die Türe geöffnet. Es wird Zeit, die freilaufenden Gedanken wieder einzufangen! Während ich noch schmunzelnd rätsle, was wohl die römischen Gladiatoren angesichts des orchestralen Crescendos unmittelbar vor Beginn der „Spiele“ empfunden haben, betrete ich gut gelaunt das Sprechzimmer.

Da der Mensch aber leibhaftig vor mir steht und gut bei Stimme ist, möchte ich nun doch die ganze Geschichte erfahren: „Und was haben sie dann unternommen?“. Vor meinem geistigen Auge sehe ich blau zuckende Signallichter, rennende Notärzte und dröhnende Hubschrauberturbinen! „Ja, also … ich habe meine Mutter angerufen und die hat mich dann ins Krankenhaus gefahren“, findet die bühnengerechte Klimax ein jähes Ende.

Forrest Gump könnte auch ein Dithmarscher sein.

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die menschen im land

Wie jetzt, Intensivstation? Vermummte Gestalten, NotfallKoniotomie, spritzendes Blut, gebrüllte SchwarzwaldklinikKommandos wie „Licht, ich brauche mehr Licht! Und saugen! SAUGEN!“? Stattdessen: „Wir waren dann in der Anlaufpraxis, haben noch eine Stunde gewartet und der Doktor dort hat mir ‘ne Spritze gegeben. Ich glaub‘, Kortison oder so!“, höre ich mein Fantasiegebilde krachend zusammenstürzen.

Foto: istock.com/kemalbas

Die Untersuchung ergibt dann eine tüchtige Pharyngitis bei Zustand nach Tonsillektomie mit tatsächlich geschwollener Uvula sowie mäßig verdickten Halslymphknoten, der Streptokokken-Schnelltest den Nachweis von bakteriellen Vertretern der Serogruppe A. Angesichts eines früheren Amoxicillin-Exanthems verordne ich ein orales Drittgenerations-Cephalosporin, außerdem ein Prednisolon-Kurzschema beginnend mit 40 mg. Derweil ich mit einigen allgemeinen Tipps zu Schonung, Erhöhen des Kopfendes des Bettes und gekühlten Getränken den Menschen berate, habe ich eine Krankschreibung ausgedruckt: „Wie? Nur drei Tage?“ Ja, so gemein kann ich sein. Es gibt aber den Hoffnungsschimmer eines Nachschlages … entsprechenden Untersuchungsbefund vorausgesetzt.

Apropos Patientenlotto, Sie erinnern sich an meine „geheiligten drei Minuten“ zu Beginn dieser Erzählung? Wie ich am Ende dieses Vormittages erfahre, haben meine fleißigen Mitarbeiterinnen längst ihr eigenes Glücksspiel etabliert; sie wetten jeden Morgen darauf, wie lange die Eingangstüre ununterbrochen geöffnet bleibt, bis der letzte wartende Mensch aus dem Pulk vor der Praxis die Räume betreten hat. Der „Rekord“ liegt übrigens bei 29 Minuten. Ja, wie sagte Tom Hanks alias Forrest Gump immer so schön? Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel …

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Nadin Neumann Geburtsdatum: 20.04.1979 Geburtsort: Oldenburg in Holstein Familie: verheiratet, zwei Kinder Fachrichtung: Augenheilkunde Sitz der Praxis: Heiligenhafen Niederlassungsform: Einzelpraxis Neu niedergelassen: 1. April 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Selbstständigkeit schien mir attraktiv zu sein. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Wenn die Patienten sichtbar zufrieden mit meiner Arbeit sind und ich eine positive Rückmeldung bekomme. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Sich Zeit nehmen und sich nicht stressen lassen, auch wenn es schwer ist. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Interessanter wäre für mich ein Besuch einiger Orte zu ihrer Blütezeit in der Antike, z. B. Babylon, Rom etc. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Raus in die Natur, Ausreiten, Segeln, ein gutes Buch 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Schwierige Wahl. Es gibt furchtbar viele gute Bücher, z. B. von Austen, Rosendorfer, Maupassant, Dickens, Shalev und vieles mehr. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Es ist meine Heimat. Ich komme von der Insel Fehmarn und finde es hier in Holstein wunderschön! 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Meeresbiologin

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Service T eam B eratung

Foto: istock.com/ranplett

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Arzneimittel: So verordnen Sie wirtschaftlich Bei der wirtschaftlichen Verordnung von Arzneimitteln geht es nicht nur um den Einsatz von günstigen Generika oder Rabattarzneimitteln, sondern auch um die Menge des Arzneimittels. Grundsätzlich soll die Menge des verordneten Arzneimittels mit dem Anwendungszeitraum übereinstimmen. Darüber hinaus sind bei einer Dauertherapie Großpackungen günstiger als kleinere Packungseinheiten. Aufgrund der Tatsache, dass die Wirtschaftlichkeitsprüfung eine Jahresprüfung ist, macht es wenig Sinn, zum Quartalsende nur eine N1-Packung zu verordnen.

Vorsicht beim Faxen von Rezepten Rezepte (auch Betäubungsmittel) sollten nur in Ausnahmefällen – z. B. zur Herstellung einer Rezeptur – vorab an die Apotheke gefaxt werden. Darüber hinaus sollte die Apotheke darauf hingewiesen werden, dass das Medikament nur herausgegeben werden darf, wenn der Versicherte das Originalrezept vorlegt. Thomas Frohberg, KVSH

Die gesetzlichen Krankenkassen rechnen nach, wie lange eine Packung bei bestimmungsgemäßem Gebrauch reichen muss. Dies erfolgt zum einen aus Gründen der Patientensicherheit, um einen Missbrauch zu verhindern, und zum anderen aus Wirtschaftlichkeitsgründen. Als Beispiel sind hier Augentropfen zu erwähnen. Wenn ein Patient den Bedarf für ein Quartal bereits nach einem Monat aufgebraucht hat, weil er öfter tropft als vorgesehen „viel hilft viel“, spricht nichts dagegen, wenn Sie dann ein Privatrezept ausstellen. Die GKV hat ja schon den Quartalsbedarf gezahlt. Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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04551 883 362

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anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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SERVICE

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Darf ein Arzt in Weiterbildung den weiterbildenden Arzt vertreten, wenn dieser Urlaub macht? Nein. Die Vertretung in der Praxis darf nur von einem Facharzt der gleichen Fachrichtung übernommen werden. Nähere Informationen zur Vertretungsregelung finden Sie auf: www.kvsh.de  Praxis  Zulassung  Anträge, Formulare, Broschüren.

Müssen Scheine im Ersatzverfahren noch mit der Quartalsabrechnung eingereicht werden? Nein. Diese Scheine sollen nicht mit der Quartalsabrechnung eingereicht werden. Scheine im Ersatzverfahren müssen vier Quartale lang in der Praxis aufbewahrt und der KVSH nur auf Anforderung zugeschickt werden.

Wie lange kann der eAbrechnungs-Check vor der Abrechnung durchgeführt werden? Der eAbrechnungs-Check kann vom 20. des letzten Monats eines Quartals bis zum Ende der Abgabefrist der Quartalsabrechnung, also dem 15. des ersten Monats des neuen Quartals, durchgeführt werden.

Wo kann der aktuelle Orientierungswert (OW) eingesehen werden? Der aktuelle OW wird immer mit der PZV-Mitteilung des jeweiligen Quartals mitgeteilt. Ebenso ist er auf www.kvsh.de  Praxis  Honorar aufgeführt. Die Höhe des Restpunktwertes wird in der Honorarabrechnung des abgeschlossenen Quartals auf der Anlage H ausgewiesen.

Gibt es eine Übersicht über die Leistungen, die das Punktzahlvolumen nicht belasten?

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Eine Liste über die nicht PZV-relevanten Leistungen wird jedes Quartal mit der PZV-Mitteilung versandt (vorbehaltlich notwendiger HVM-Änderungen).

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 32

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: QEP®-Einführungsseminar

thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 5. Februar 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 6. Februar 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 17. Februar 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge; erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 200 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5

Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 12 | 2015

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

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SERVICE

fÜR Ärzte in Weiterbildung thema: R  efresherkurs Säuglingshüfte

datum: 27. Februar 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Der Kurs entspricht den Vorgaben der derzeit geltenden Ultraschallvereinbarung gemäß Anlage V Paragraf 11 Abs. 3 Anhang 1. Ort: Vorstandsaal 1–2 der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: Für niedergelassene Ärzte aus Schleswig-Holsteiner kostenlos, 150 Euro inklusive Verpflegung für Teilnehmer aus anderen Bundesländern Fortbildungspunkte:.10 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder Email) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen (bei kostenpflichtiger Teilnahme) können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

Foto: istock.com/Yuri

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Ute Tasche Tel. 04551 883 485 Fax 04551 883 7485 E-Mail ute.tasche@kvsh.de

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Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

16. Dezember 2015, 14.30 bis 18.00 Uhr

Hirngespinste? Neurobiologie und psychische Erkrankungen

6. Januar 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Veranstalter: Forum Psychotherapie Steinburg e. V., Referent: Dr. Dipl.-Psych. Roy Murphy, Akkreditierung: 4 Fortbildungspunkte der PKSH www.psychotherapie-steinburg.de/Fortbildungsplanung.html

4. Februar 2016, 20.00 Uhr

Update Diabetes mellitus Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. M. Femerling. Fortbildungspunkte: 3 E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de

19. Februar 2016, 15.00 bis 20.00 Uhr

Einführungsseminar für neuzugelassene Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

www.kvsh.de

KVSH-Kreisstellen 20. Januar 2016, 16.00 Uhr

Vollversammlung des Notdienstbezirkes Flensburg Ort: Delfter Stuben, Flensburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Info: Einführung in das System der ambulanten vertragspsychotherapeutischen Versorgung. Eine Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen notwendig (heiko.borchers@dptv.de). Kosten: 50 Euro, für Mitglieder der DPtV kostenfrei. E-Mail: heiko.borchers@dptv.de www.dptv-sh.de

24.–27. Februar 2016

32. Deutscher Krebskongress 2016

Schleswig-Holstein 11. Dezember 2015, 15.30 bis 18.00 Uhr

Praxisabgabe – Praxisübernahme für Psychotherapeuten Ort: InterCity Hotel, Kaistraße 54 – 56, Kiel Info: Abgabe aus Altersgründen. Reduzierung der Tätigkeit – Abgabe halber Versorgungsauftrag – Niederlassung – Praxis übernehmen E-Mail: heiko.borchers@dptv.de www.dptv-sh.de

16. Dezember 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

Die ICF – um was geht es bei der International Classification of Functioning Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9 –15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Horst Teigeler, Leitender Psychologe, AHG Klinik und Adaptionshaus Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331. Die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Ort: Messe Berlin (Süd), CityCube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin, (Eingang: Jafféstraße) Info: Sekretariat: Janina Henne, Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Kuno-Fischer-Straße 8, 14057 Berlin, Tel. 030 3229329 21, Fax 030 3229329 22, Onlineanmeldung auf: www.dkk2016.de

27. Februar 2016, 9.30 bis 15.00 Uhr

Erstmalig im Jahr 2016: Regionale Grundschulung Arbeitssicherheit (Unternehmermodell) in Kooperation mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein Ort: Regionales Bürgerzentrum Büdelsdorf, Am Markt 2, 24782 Büdelsdorf Info: Der Arbeitsschutz dreht sich längst nicht mehr nur um die Beseitigung von Risiken für die Sicherheit der Beschäftigten. Neben dieser reinen Gefahrenabwehr geht es um die Gesundheit der Mitarbeitenden und humane Arbeitsbedingungen. Durch eine Teilnahme an der Grundschulung und Auffrischungsseminaren in einem Abstand von jeweils fünf Jahren erfüllen Sie die gesetzlichen Anforderungen als Praxisinhaber. Tel. 04551 9999 182, Fortbildungspunkte: 3 E-Mail: kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

3. März 2016, 20.00 Uhr

Intensivmedizin – Möglichkeiten und Grenzen Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. Haake. Fortbildungspunkte: 3 E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de 12 | 2015

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 36

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Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif Esser������������������������������������������������������������������������������������������ 307 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Tyneke Evert������������������������������������������������������������������������������������ 462 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

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Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Tyneke Evert������������������������������������������������������������������������������������ 462 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459

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Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488

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Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Impressum

Nordlicht aktuell Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

12 | 2015


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail���������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 12 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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