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 Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

(IL>FC=BN Dezember 2010 | 13. Jahrgang

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Neues Versorgungsmodell




INHALT SEITE

HEFT 12 | 2010

RUBRIK/THEMA

Aus dem Inhalt

TITELTHEMA 04 Gesundheitskonto mit Solidargutschrift: Neues Versorgungsmodell fĂźr BĂźrger

TITELTHEMA 08 Kommentar: Reformidee ganz im Sinne der Ă„rzte und Patienten

09 Statements zum VGS 10 Interview: PVS-Verband startet Initiative zur Kostenerstattung

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NACHRICHTEN KOMPAKT GESUNDHEITSPOLITIK

.L;HMJ;L?HT%IMN?HEIHNLIFF?OH>G?BLCA?HP?L;HNQILNOHA ;MMCH>>C?=EJ@?CF?L?CH?M H?O?H0?LMILAOHAMGI>?FFM>;M>?L !?MOH>B?CNMĂŁEIHIGL.BIG;M L;<CHMECTOM;GG?HGCN%0-" OH>*0-0?L<;H>?HNQC=E?FNB;N 4C?F>?M'I>?FFMCMN>C?;G<OF;HN? G?>CTCHCM=B?0?LMILAOHAH;=B B;FNCATOMC=B?LH

16 Parlamentarischer Abend: Ohne Eigenbeteiligung der Patienten wird es kĂźnftig nicht gehen

18 Paragraf 116b â&#x20AC;&#x201C; Existenzgefährdung

Rechnung

04

â&#x201A;Ź

oder Erfolgsmodell?

PRAXIS & KV 20 AV-Bericht: Kodierrichtlinien der Realität in den Praxen anpassen

22 Kodierrichtlinien: Sechs Monate EinfĂźhrungsphase

23

FORUM

24 Neue BroschĂźre zum Thema Organspenden 25 Ă&#x2013;ffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen 26 Mammographie-Screening: Ursachenforschung 28 Neue Abrechnungsunterlagen: Alles auf einen Blick

30 Gesundheitsberufe im Wandel

16

31 Arztberuf â&#x20AC;&#x201C; Traum oder Albtraum? Diskutieren Sie mit!

32 Regelungen fĂźr die Online-Abrechnung

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33 Neues aus KVen und KBV 34 Sie fragen â&#x20AC;&#x201C; wir antworten

36

DIE MENSCHEN IM LAND 35 Kolumne: EBM 2015 â&#x20AC;&#x201C; Ein Abrechnungs(Weihnachts-)märchen wurde wahrâ&#x20AC;Ś

CHLTN@Ă&#x201C;BLN>OL=B>C?1èMN? L/FLC=B'èFF?L;OM&è<?=E HCGGNM?CNG?BL?L?H$;BL?H ;H)@@LI;>,;FFS?MN?CF>C? CBHKO?L>OL=B>C?ALIĂ°?H 1èMN?HA?<C?N?@LCE;M@èBL?H ?L)LNBIJĂ&#x201C;>?<?LC=BN?NPIH M?CH?GÂ&#x161;B?CĂ°?HÂ&#x2030;"I<<S

36 Vor Ort: Ein Arzt im WĂźstenďŹ eber

SERVICE 38 Sicher durch den Verordnungs-Dschungel: So verordnen Sie richtig

39 Interdisziplinäre FrßhfÜrderung: Unbekannt oder unbeachtet?

41 Seminare

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AKTUELL

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EDITORIAL

NORDLICHT NR. 12 | 2010

Liebe Leserinnen und Leser, Wer etwas ändern will ... muss bereit sein, Vorschläge zu machen. Und wir wollen etwas ändern! Darum stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe des Nordlichts das neue Versorgungsmodell „Gesundheitskonto mit Solidargutschrift“ vor, das die KVSH zusammen mit dem Kieler Institut für Mikrodaten-Analyse und dem Verband Privatärztlicher Verrechnungsstellen entwickelt hat. Dieses Modell ist unser Vorschlag für mehr Transparenz, Kostenbewusstsein und Eigenverantwortung im deutschen Gesundheitssystem. Vielleicht fragen Sie sich, warum wir überhaupt etwas ändern wollen. Schließlich ist die asymmetrische Honorarverteilung für Schleswig-Holstein gut ausgegangen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Honorarsystem reformbedürftig ist. Es bleibt ein grundsätzliches Übel, von Berliner Entscheidungen über das Verhältnis von Leistungen und deren Vergütung abhängig zu sein. Jedenfalls dann, wenn diese darauf abzielen, Mangel anders zu verteilen. Wir sind der Überzeugung, dass alle Beteiligten in einem System begrenzter Ressourcen das Ihrige tun müssen, um Maß zu halten. Gängige sozialpolitische Lehre ist dagegen, dass vorwiegend die Leistungsträger zu begrenzen sind. Das ist so unethisch und ungerecht, wie es bürokratisch ist. Es bringt den Arzt in eine Lage, in der ein großer Teil des Zaubers seines Berufs verloren geht. Auch wenn Sie nicht alle unsere Überlegungen teilen werden, so können Sie das neue Versorgungsmodell wohl zumindest als Vorschlag betrachten, der die Attraktivität des Arztberufs insgesamt steigern kann. Politisch gesehen bleibt es spannend, dies lässt sich im Hinblick auf das kommende Jahr sagen. In unserem Land gibt es offenbar neue gesellschaftspolitische Energien, die sich auf die Wanderschaft gemacht haben. Nicht alles daran mag gut sein, aber wenn dieses Aufbegehren dazu führt, dass sich breitere Kreise der Bevölkerung über die Zukunft des Landes aktive Gedanken machen, dann ist es kein schlechtes Zeichen. Wenn es dazu führt, dass „die da oben“ mehr erklären müssen, haben wir die Hoffnung, dass Fakten auch stärker zur Geltung kommen. Das kann auch dem Bereich der Sozial- und Gesundheitspolitik nur gut tun. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Weihnachtszeit und ein abwechslungs- wie erfolgreiches neues Jahr.

DR. RALPH ENNENBACH, STELLVERTRETENDER VORSTANDSVORSITZENDER DER KVSH

DR. INGEBORG KREUZ, VORSTANDSVORSITZENDE DER KVSH

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AKTUELL

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TITELTHEMA GESUNDHEITSKONTO MIT SOLIDARGUTSCHRIFT

Transparenz, Kostenkontrolle, Eigenverantwortung (?O?M0?LMILAOHAMGI>?FFMIFF;G<OF;HN?G?>CTCHCM=B?0?LMILAOHA H;=BB;FNCAMC=B?LH Das deutsche Gesundheitswesen muss auf den Prüfstand. Nur so lassen sich die steigenden Kosten in den Griff kriegen. Viele Experten sind sich einig, dass es dem System an sinnvoller Steuerung mangelt. Wozu das Fehlen von Steuerungsinstrumenten im Gesundheitswesen führt, enthüllte Anfang des Jahres eine Studie der Barmer GEK. Danach gehen die Deutschen immer öfter zum Arzt und verursachen so immer höhere Kosten. Mit 18 Arztbesuchen pro Jahr suchen die Deutschen sechsmal so häufig einen Arzt auf wie etwa die Norweger. Auch sind im vergangenen Jahr gerade einmal sieben Prozent der Bevölkerung den Praxen ganz ferngeblieben. 40 Prozent haben dagegen mindestens vier verschiedene Ärzte aufgesucht. Die Praxisgebühr wurde als Steuerungsinstrument eingeführt, hat es aber nicht geschafft, die hohe Zahl der Arztbesuche in vernünftige Bahnen zu lenken und damit die Gesundheitsausgaben zu senken. Erfolgreicher könnte dagegen das neue Versorgungsmodell „Gesundheitskonto mit Solidargutschrift“ sein: Es schafft die Praxisgebühr ab, setzt Anreize für eine bewusste Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen und ist damit das dringend erforderliche Steuerungsinstrument. Was es noch leistet, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Nachhaltiges Gesundheitskonzept Mit dem Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift (VGS) werden Vorteile für Patienten, Versicherte, Ärzte und Krankenkassen realisiert, indem die Elemente Patientenquittung, Einzelleistungsvergütung, implizite Kostenerstattung und solidarisch finanzierte Eigenbeteiligung (=Solidargutschrift) zu einem logischen Gesamtkonzept zusammengefügt werden. Ziel des Versorgungsmodells ist es, eine effiziente Versorgung zu bewirken und gleichzeitig die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit, der Eigenverantwortung und der Nachhaltigkeit zu stärken – sowohl für Versicherte und Patienten, als auch für Ärzte und Krankenkassen. Die Inhalte des Versorgungsmodells VGS wurden im Zusammenhang mit dem „Modellprojekt Einzelleistungsvergütung in Schleswig-Holstein: Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum“ entwickelt und greifen die folgende Hypothese auf: „Ausgehend vom Status quo kann eine dauerhaft umfassende, qualitativ hochwertige und wirtschaftliche ambulante Versorgung nur dadurch realisiert werden, indem innovative Freiräume für flexible Leistungs-, Anreiz- und Vergütungsstrukturen regional implementiert werden.“

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Monopolkommission und Koalitionsvertrag zwischen CDU, FDP und CSU Neben ökonomischen und gesundheitspolitischen Konzepten greift das Versorgungsmodell VGS auch zahlreiche Normen wie zum Beispiel Empfehlungen aus dem „Konzept der Monopolkommission für eine solidarische Wettbewerbsordnung auf dem Krankenversicherungsmarkt“ für ein neues ambulantes Vergütungsund Eigenbeteiligungsmodell auf: „[Es ist] wünschenswert, das Gesundheitssystem um ein Element einer zwingenden Beteiligung von Patienten an den von ihnen verursachten Kosten zu ergänzen. Dies erscheint notwendig, um eine kostenorientierte marktkonforme Entscheidungsfindung bei den Patienten zu ermöglichen. Demgegenüber treffen Patienten heute ihre Entscheidungen über die Inanspruchnahme von Behandlungsleistungen weitgehend unabhängig von Kostenerwägungen.“ Auch Inhalte des Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und FDP (2009) für eine Orientierung hin zu innovativeren Strukturen in der ambulanten Versorgung werden mit dem VGS aufgegriffen. So wird im Koalitionsvertrag gefordert: „Auf der [...] Angebotsseite werden die Voraussetzungen für einen funktionsfähigen Wettbewerb um innovative und effiziente Lösungen geschaffen, der den Versicherten und Patienten zugute kommt, sie in den Mittelpunkt stellt und ihnen Entscheidungsspielräume ermöglicht.“ (S. 87) „Die Ärzte brauchen einen gesicherten Rahmen für ihre Arbeit. Eine Grundvoraussetzung ist ein einfaches, verständliches Vergütungssystem, das die Leistungen adäquat abbildet. Dabei werden regionale Besonderheiten Berücksichtigung finden. Nach kritischer Überprüfung wird die Honorarreform unter dieser Zielsetzung zusammen mit den Beteiligten den erforderlichen Kurskorrekturen unterzogen.“ (S. 88) „Wir wollen die Transparenz für Ärztinnen und Ärzte sowie Versicherte erhöhen.“ (S. 88) „Um der gemeinsamen Verantwortung für regionale Bedürfnisse und Strukturen besser gerecht zu werden, wollen wir fachliche Einwirkungsmöglichkeiten für die Länder prüfen.“ (S. 88) „Dem in den nächsten Jahren drohenden Ärztemangel ist durch [ ] eine leistungsgerechte Vergütung wirksam [ ] zu begegnen.“(S. 89)

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TITELTHEMA

„Im Mittelpunkt der medizinischen Versorgung steht das Wohl der Patientinnen und Patienten. Die Versicherten sollen in die Lage versetzt werden, möglichst selbständig ihre Rechte gegenüber den Krankenkassen und Leistungserbringern wahrzunehmen. [ ] Wir wollen mehr Transparenz und Orientierung für Patientinnen und Patienten sowie Versicherte im Gesundheitswesen über Qualität, Leistung und Preis. Die erforderliche Transparenz umfasst auch die Versichertentarife in besonderen Versorgungsformen und -verträgen.“ (S. 90)

Informationsflüsse im Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift (VGS)

Rechnung

„Wir wollen die individuellen Wahlmöglichkeiten und Entscheidungsspielräume der Patientinnen und Patienten sowie der Versicherten erweitern. [ ] Daher werden wir prüfen, wo darüber hinaus Mehrkostenregelungen sinnvoll und geeignet zum Tragen kommen können, ohne Patientinnen und Patienten vom medizinischen Fortschritt auszuschließen oder sie zu überfordern.“ (S. 90)

Konto

Krankenkasse

Gesundheitskonto

Abb. 1 Zum Begriff der Kostenerstattung Der Begriff der Kostenerstattung wird häufig missverständlich interpretiert. Kostenerstattung ist eine Abrechnungsprozedur in der medizinischen Versorgung, wobei zwischen der expliziten und der impliziten Kostenerstattung unterschieden wird. Bei der expliziten Kostenerstattung, die vor allem in der privatärztlichen Abrechnung (PKV) zur Anwendung kommt, finanziert zunächst der Versicherte die Kosten der Versorgung zwischen und lässt sich diese Kosten dann im Ausmaß seines Krankenversicherungsschutzes von seiner Krankenversicherung erstatten. Bei der impliziten Kostenerstattung, die im Versorgungsmodell VGS über eine Patientenrechnung umgesetzt werden soll, muss der Patient die Kosten der Versorgung nicht zwischenfinanzieren. Diese Aufgabe kommt der Kassenärztlichen Vereinigung zu, die als Intermediär den Prozess der Kostenerstattung zwischen Arzt und Krankenkasse organisiert. Das Versorgungsmodell VGS in Spiegelstrichen Das neue Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift (VGS) lässt sich mit den folgenden Spiegelstrichen darstellen: • Die Praxisgebühr wird abgeschafft. • Ein Gesundheitskonto wird für teilnehmende Versicherte eingerichtet. • Eine Solidargutschrift (=solidarisch finanzierte Eigenbeteiligung) in Höhe von 10 Prozent der ambulanten Behandlungskosten wird auf dem Gesundheitskonto gutgeschrieben. • Grundlage der Solidargutschrift sind individuell standardisierte und morbiditätsorientierte ambulante Behandlungskosten. • Die Finanzierung der Solidargutschrift erfolgt über den Gesundheitsfonds (über das Konto „Kostenerstattung“, das im Versichertenklassifikationsmodell des Bundesversicherungsamtes geführt wird). In Abbildung 1 wird der Informationsfluss im Versorgungsmodell VGS für eine regionale Umsetzung über die KV Schleswig-Holstein dargestellt.

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PVS Der Abrechnungsprozess im Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift (VGS) wird mit den folgenden Spiegelstrichen beschrieben: • Der Patient erhält über die KV eine Rechnung über die Kosten der ambulanten Versorgung. Alternativ kann eine digitalisierte Rechnung über eine elektronische Gesundheitsakte zur Anwendung kommen, über die auch das Gesundheitskonto eingesehen werden kann. • Nach Plausibilitätsprüfung der Rechnung durch PVS, KV und Patient erstattet die Krankenkasse 90 Prozent der Behandlungskosten als implizite Kostenerstattung an die KV, 10 Prozent der ambulanten Behandlungskosten werden vom Gesundheitskonto abgebucht. Beispiel: Sind die ambulanten Behandlungskosten 50 Euro, so beläuft sich die Solidargutschrift auf 5 Euro (10 Prozent von 50 Euro). Die 5 Euro werden vom Gesundheitskonto abgebucht, die Krankenkasse erstattet die restlichen 45 Euro. Siehe dazu Abbildung 2 (Seite 6), die die Finanzflüsse im Versorgungsmodell VGS für die regionale Umsetzung über die KV Schleswig-Holstein zeigt. Weitere Modelldetails zum VGS sind: • Rechnungsgrundlage ist eine Einzelleistungsvergütung nach GOÄ. • Bestimmung der GOÄ-Multiplikatoren: Auf Bundesebene durch Verhandlungen zwischen KBV mit Spitzenverbänden, auf Landesebene zwischen KV und Krankenkassen. Wenn das Gesundheitskonto aufgebraucht ist, wird die Solidargutschrift zur Mehrleistungsbeteiligung von 10 Prozent umgewandelt (siehe Abbildung 2, Seite 6): Die Mehrleistungsbeteiligung ist dann eine echte Eigenbeteiligung. Analog zur derzeitigen Belastungsregelung der Zuzahlungen werden die aus der Mehrleistungsbeteiligung entstandenen Belastungen auf 1,0 Prozent bzw. bei Chronikern auf 0,5 Prozent des Einkommens begrenzt.

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TITELTHEMA NEUES VERSORGUNGSMODELL GeldďŹ&#x201A;Ăźsse im Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift (VGS)

+â&#x201A;Ź Rechnung

Auszahlung Cash-back, Ersparnis oder Verrechung mit Zuzahlung wenn Gesundheitskonto>0

Krankenkasse

â&#x201A;Ź Rechnung

Konto

10% Gesundheitskonto Mehrleistungsbeteiligung wenn Gesundheitskonto=0

Gutschrift

100%

Solidar gutschrift

Rechnung

10%

Rechnung

90% Abb. 2

PVS

â&#x20AC;˘

Beispiel: Belaufen sich die zusätzlichen jährlichen ambulanten Behandlungskosten eines chronisch kranken Versicherten auf 750 Euro und hat der Versicherte ein jährliches Einkommen von 10.000 Euro, so muss der Versicherte nicht eine Mehrleistungsbeteiligung von 75 Euro tragen (10 Prozent von 750 Euro), sondern nur 50 Euro (0,5 Prozent von 10.000 Euro). Die Krankenkasse bzw. der Gesundheitsfonds zahlt die restlichen 25 Euro.

einfacheren VergĂźtungssystem fĂźr Ă&#x201E;rzte. FĂźr niedergelassene Ă&#x201E;rzte sind die folgenden Vorteile zu erwarten: â&#x20AC;˘ Aufrechterhaltung von Selbstständigkeit und FreiberuďŹ&#x201A;ichkeit â&#x20AC;˘ Planungssicherheit bei ärztlichen Investitionsentscheidungen â&#x20AC;˘ LĂśsung vorhandener Nachwuchsprobleme â&#x20AC;˘ Sicherstellung des Versorgungsauftrags ohne â&#x20AC;&#x17E;Budgetierung von obenâ&#x20AC;&#x153; â&#x20AC;˘ Qualitätserhalt und -verbesserung in der Versorgung

Bleiben nach Ablauf des Abrechnungsjahres positive Beträge auf dem Gesundheitskonto stehen, so kĂśnnen diese an den Versicherten ausgezahlt (â&#x20AC;&#x17E;Cash-backâ&#x20AC;&#x153;), fĂźr das nächste Jahr gespart (Sparbuch) oder fĂźr weitere Verwendungen (â&#x20AC;&#x17E;Zuzahlungenâ&#x20AC;&#x153;) eingesetzt werden.

Ebenso sind bei Krankenkassen positive Impulse insbesondere in Bezug auf die eigenen GestaltungsmĂśglichkeiten zu erwarten: â&#x20AC;˘ Intensivierung des Wettbewerbs Ăźber Versorgungsmodelle â&#x20AC;˘ Versichertenbindung und â&#x20AC;&#x201C;gewinnung â&#x20AC;˘ freiwillige Angebote fĂźr Versicherte â&#x20AC;˘ neue Angebote, z. B. Gesundheitsakte â&#x20AC;˘ wirtschaftliche und efďŹ ziente Versorgung â&#x20AC;˘ neue Gestaltungs- und Handlungsspielräume

Vorteile fĂźr die Versicherte, Ă&#x201E;rzte und Krankenkassen Ordnungspolitisch zielt das neue Versorgungsmodell darauf, die ambulante Versorgung weiterzuentwickeln, um zum Nutzen der Versicherten die folgenden Ergebnisse zu bewirken: â&#x20AC;˘ Stärkung der Eigenverantwortung â&#x20AC;˘ Intensivierung des Arzt/Patienten-Kontaktes â&#x20AC;˘ Transparenz, Information und Partizipation â&#x20AC;˘ mehr Zeit fĂźr Diagnose, Behandlung und Therapie â&#x20AC;˘ freie Arztwahl â&#x20AC;˘ Aufrechterhaltung der wohnortnahen Versorgung, auch im strukturschwachen/ländlichen Raum â&#x20AC;˘ â&#x20AC;&#x17E;Quasi-Gleichstellungâ&#x20AC;&#x153; mit Privatpatienten

EfďŹ zienzgewinn Es wird davon ausgegangen, dass sich aufgrund der rationalen Inanspruchnahme ambulanter Leistungen Einsparungen ergeben. Diese Einsparungen werden als Guthaben auf individuellen Gesundheitskonten dokumentiert. Dabei gilt: Mit jedem Euro, der auf einem Gesundheitskonto am Ende des Jahres als Guthaben verbleibt, ist ein EfďŹ zienzgewinn von neun Euro fĂźr die Krankenkasse verbunden. Weitere Einsparungen sind aus induzierten Einsparungen, z. B. durch nicht veranlasste Arzneimittel-Therapien oder nicht veranlasste stationäre Versorgungen zu erwarten.

Das Versorgungsmodell VGS verknĂźpft aber auch Ăśkonomische und politische Forderungen nach einem nachhaltigeren und 6

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TITELTHEMA

Zusammenfassung des Versorgungsmodells VGS Im â&#x20AC;&#x17E;Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift (VGS)â&#x20AC;&#x153; werden die Elemente Patientenquittung, EinzelleistungsvergĂźtung, implizite Kostenerstattung und solidarisch ďŹ nanzierte Eigenbeteiligung zu einem logischen Gesamtkonzept zusammengefĂźgt. Zunächst ermitteln Krankenkasse und Kassenärztliche Vereinigung fĂźr freiwillig teilnehmende Versicherte die durchschnittlichen ambulanten Behandlungskosten. Dann wird fĂźr Versicherte ein Gesundheitskonto eingerichtet, auf dem ein Guthaben in HĂśhe von 10 Prozent der ambulanten Behandlungskosten als Solidargutschrift gebildet wird.

Wenn nach Ablauf eines Jahres auf dem Gesundheitskonto ein positives Guthaben Ăźbrig ist, dann kann sich der Versicherte dieses Geld auszahlen lassen (â&#x20AC;&#x17E;Cash-backâ&#x20AC;&#x153;). Er kann es aber auch fĂźr das nächste Jahr sparen oder es z. B. fĂźr andere GKV-Zuzahlungen verwenden. FĂźr niedergelassene Ă&#x201E;rzte bedeutet das Versorgungsmodell eine Abkehr von der heutigen VergĂźtung hin zu einer EinzelleistungsvergĂźtung nach der Amtlichen GebĂźhrenordnung fĂźr Ă&#x201E;rzte (GOĂ&#x201E;). Die HĂśhe der GOĂ&#x201E;-Multiplikatoren wird im regionalen Kontext vertraglich zwischen Kassenärztlicher Vereinigung und Krankenkasse vereinbart.

Bei jedem Arztbesuch werden dem Versicherten 10 Prozent der Behandlungskosten von seinem Gesundheitskonto abgebucht. Die restlichen 90 Prozent werden ßber die implizite Kostenerstattung durch seine Krankenkasse an die Kassenärztliche Vereinigung gezahlt. Der Patient erhält von seiner Kassenärztlichen Vereinigung eine Abrechnung ßber erbrachte Leistungen und Behandlungskosten zur Plausibilitätsprßfung.

Im Ergebnis wird mit dem VGS eine efďŹ ziente Versorgung bewirkt, mit der gleichzeitig die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit, der Eigenverantwortung und der Versorgungsqualität gestärkt werden und gewährleistet ist, dass eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung auch in Zukunft ďŹ nanziert werden kann.

Erst wenn das Guthaben auf dem Gesundheitskonto aufgebraucht ist und der Versicherte weitere ambulante Leistungen in Anspruch nimmt, greift eine echte Eigenbeteiligung in HĂśhe 10 Prozent der Behandlungskosten â&#x20AC;&#x201C; die sogenannte Mehrleistungsbeteiligung â&#x20AC;&#x201C;, die auf 1,0 Prozent bzw. bei chronisch kranken Menschen auf 0,5 Prozent des Einkommens begrenzt ist.

Zudem setzt es neue Anreize fĂźr eine bewusste Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen; an den hieraus resultierenden Einsparungen wird der Versicherte beteiligt. Die PraxisgebĂźhr entfällt. Insgesamt wird mit dem VGS auch ein Paradigmenwechsel fĂźr die ambulante Versorgung der GKV vorgeschlagen, durch den das bestehende Zuzahlungssystem (vor allem PraxisgebĂźhr), das Sachleistungsprinzip und das derzeitige VergĂźtungssystem durch ein Weiterentwickelung verbessert werden. DR. THOMAS DRABINSKI, INSTITUT FĂ&#x153;R MIKRODATEN-ANALYSE (IFMDA), KIEL

Weitere Informationen ďŹ nden Sie unter: www.solidargutschrift.de

â&#x20AC;&#x17E;Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; bei Kostenerstattung ? â&#x20AC;&#x201C; Was fĂźr ein Unsinn! Wann immer das Thema â&#x20AC;&#x17E;Kostenerstattungâ&#x20AC;&#x153; als gerechtere Honorierung fĂźr ärztliche Leistung ins Spiel gebracht wird, kommt sofort von Gegnern der Vorwurf, die Patienten wĂźrden â&#x20AC;&#x17E;in Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; gebeten, was als Synonym fĂźr â&#x20AC;&#x17E;sie werden durch Ă&#x201E;rzte abgezocktâ&#x20AC;&#x153; gehandelt wird. Was fĂźr ein hahnebĂźchener Unsinn! â&#x20AC;&#x17E;Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; bedeutet doch, dass im Vorfeld einer noch gar nicht erbrachten, sondern irgendwann in der Zukunft angedachten Leistung bereits Geld verlangt wird â&#x20AC;&#x201C; hiervon kann doch bei einer nach qualiďŹ zierter Diagnostik und Therapie ausgestellten Rechnung an den Patienten Ăźberhaupt nicht die Rede sein! Die einzige â&#x20AC;&#x17E;Vorkasseâ&#x20AC;&#x153;, die es im vertragsärztlichen Alltag Ăźberhaupt gibt, ist die Zahlung der PraxisgebĂźhr â&#x20AC;&#x201C; und diese â&#x20AC;&#x17E;PraxiseintrittsgebĂźhrâ&#x20AC;&#x153; wird dann erst fällig, wenn tatsächlich eine ärztliche Leistung abgefordert wird. Diese â&#x20AC;&#x17E;Vorkasse PraxisgebĂźhrâ&#x20AC;&#x153; aber ist doch beileibe nicht von uns Ă&#x201E;rzten ersonnen und eingefĂźhrt worden, sondern vielmehr auf ausdrĂźcklichen Wunsch und auf Druck der Politik zur Entlastung der Krankenkassen. Wieso hat sich eigentlich auĂ&#x;er

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uns Ă&#x201E;rzten niemand Ăźber diese Art von â&#x20AC;&#x17E;Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; aufgeregt? Wenn in einem Friseursalon nach erbrachtem Haarschnitt vom Kunden Geld entrichtet wird, wenn im Supermarkt die ausgesuchten Waren auf dem Laufband an der Kasse bezahlt werden â&#x20AC;&#x201C; dann ist dies eine Selbstverständlichkeit. Niemand wĂźrde hier von â&#x20AC;&#x17E;Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; reden. Doch wenn Ă&#x201E;rzte nach Abschluss ihrer erbrachten medizinischen Leistung eine Rechnung fĂźr Patienten erstellen, wird dies als â&#x20AC;&#x17E;Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; fĂźr Patienten bezeichnet. Das Unwort â&#x20AC;&#x17E;Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; in der Diskussion um die Kostenerstattung sollte deshalb sofort aus dem Sprachgebrauch in diesem Zusammenhang entfernt werden. Es dient â&#x20AC;&#x201C; sachlich vĂśllig ungerechtfertigt â&#x20AC;&#x201C; letztlich nur dazu, den Sozialneid gegenĂźber Medizinern zu schĂźren und einen ganzen Berufsstand zu diffamieren und zu diskreditieren.

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DR. MICHAEL DREWS, ALLGEMEINARZT, MĂ&#x2013;LLN

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TITELTHEMA KOMMENTAR

Reformidee ganz im Sinne der Ă&#x201E;rzte und Patienten

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CH%L;@NNL?N?H>?ON?HMC=B<?L?CNMH?O?!?MOH>B?CNML?@ILG?H;H dern ein groĂ&#x;er Teil der deutschen Ă&#x201E;rzteschaft, ja sogar wesentliche Teile des gesamten Bereichs der Leistungserbringer der Branche identiďŹ zieren. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) oder der Hartmannbund machen dabei wohl nur den Anfang. Denn nicht nur fĂźr Ă&#x201E;rzte, auch fĂźr Kassen kann das Modell des Kieler Instituts absolut seinen Reiz haben. Dennoch wird es sicherlich nicht so leicht werden, die Forderung nach mehr Eigenverantwortung des BĂźrgers auch praktisch in Gesetzesform zu gieĂ&#x;en. Demographische und medizinische Entwicklung lassen zwar zunehmend drängend erscheinen, die Herausforderungen an eine mehr von Eigenverantwortung und Eigenleistung geprägte Gesundheitsversorgung anzunehmen. Wähler lassen sich aber meist besser mit dem Betonen des Umverteilungsgedankens gewinnen als mit dem Hinterfragen der Finanzierbarkeit. Doch gerade um den solidarischen Kern des Gesundheitswesens nicht zu gefährden, bedarf es dringend mehr Transparenz, Kostenkontrolle und zusätzlicher Anreizsysteme fĂźr verantwortungsbewusste Gesundheitsversorgung. Der Satz â&#x20AC;&#x17E;Nach der Reform ist vor der Reformâ&#x20AC;&#x153; behält im deutschen Gesundheitswesen auch unter Minister Philipp RĂśsler seine GĂźltigkeit. Kein Wunder, gelang es doch mit den beiden Reformgesetzen zum Arzneimittelmarkt (AMNOG) und zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen (GKVFinG) zwar die Finanzierung des Gesundheitswesens sicherzustellen, nicht aber, neue Strukturen zu schaffen, wie sie sich die liberale FĂźhrung des Gesundheitsministeriums auf die Fahnen geschrieben hatte. Nachdem RĂśsler, zwischendurch nicht nur von der Opposition, sondern auch vom eigenen Koalitionspartner CSU attackiert, allen Widerständen zum Trotz seine Reformen auf den Weg brachte, will er offenbar nun das Versprechen erfĂźllen. Neue Strukturen fĂźr das Gesundheitswesen, unter anderem das vorrangig genannte Ziel der EinfĂźhrung des Prinzips der Kostenerstattung in der GKV. Modell hat seinen Reiz â&#x20AC;&#x201C; auch fĂźr Kassen Die Initiative der KVSH und der Privatärztlichen Verrechnungsstellen kĂśnnte hier besser nicht platziert sein. Nicht zum ersten Mal gibt der Kieler Wissenschaftler Dr. Thomas Drabinski wesentliche Impulse zur Gestaltung der Strukturen des Gesundheitswesens. Man kann sicher sein, dass gerade das Modell â&#x20AC;&#x17E;Gesundheitskonto mit Solidargutschriftâ&#x20AC;&#x153; auf sehr aufmerksame Betrachter unter den politisch Verantwortlichen stĂśĂ&#x;t. Dabei wird sicherlich ebenso aufmerksam registriert, dass hier nicht ein theoretisches Gebilde am grĂźnen Tisch entstanden ist, sondern ein Modell mit dem sich nicht nur die Initiatoren, son-

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Cash back statt Vorkasse Gegen die Gassenparolen wie â&#x20AC;&#x17E;Vorkasse beim Arztâ&#x20AC;&#x153;, mit der interessierte Kreise das System der Kostenerstattung pervertieren wollen, macht sich Drabinskis Idee der Solidargutschrift nahezu ideal. â&#x20AC;&#x17E;Cash back statt Vorkasseâ&#x20AC;&#x153; fĂźr verantwortungsbewusste BĂźrger ist dazu geeignet, transparente und effektive Mechanismen in der Gesundheitsversorgung zu etablieren. Das kĂśnnte ein Ende setzen dem undurchschaubaren Wust an Pauschalierungen, Reglementierungen und letztendlich der unkontrollierbaren Geldverschwendung im System. Vor allem aber bietet das â&#x20AC;&#x17E;Gesundheitskonto mit Solidargutschriftâ&#x20AC;&#x153; Ăźber eine faire Honorierung der Ă&#x201E;rzte und sonstigen Leistungserbringern hinaus die MĂśglichkeit, dass der Patient Ăźber das Leistungsgeschehen jederzeit die Ă&#x153;bersicht behält und â&#x20AC;&#x201C; mal abgesehen von Notfällen â&#x20AC;&#x201C; viel souveräner Ăźber Behandlungswege und Zusatzleistungen mitentscheiden kann als je zuvor. Die Politik wird gar nicht darum herum kommen, dem BĂźrger, der immer mehr in seine individuelle Versorgung investieren muss, auch Transparenz und EntscheidungsmĂśglichkeiten zu bieten, die Ăźber den jetzigen Stand hinausgehen. Das bedeutet grundsätzlich auch den Abschied vom Sachleistungsprinzip. Gerade weil man den solidarischen Kern des Gesundheitswesens erhalten will, mĂźssen die Ressourcen des Systems fair und Ăźbersichtlich justiert werden. Dazu bietet das Gesundheitskonto mit Solidargutschrift einen sehr vielversprechenden Ansatz.

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THOMAS GRĂ&#x153;NERT, CHEFREDAKTEUR, VINCENTZ NETWORK, BERLIN

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TITELTHEMA GESUNDHEITSKONTO MIT SOLIDARGUTSCHRIFT

Statements zum VGS Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Die finanziellen Möglichkeiten der Gesetzlichen Krankenversicherung sind begrenzt. Diese Aussage scheint eine Binsenweisheit zu sein. Ist sie aber nicht – zumindest nicht für viele Versicherte. Denn auf der anderen Seite haben wir es mit einem unendlichen Leistungsversprechen der GKV zu tun. Wir stehen daher vor einer entscheidenden Frage, die nur die Gesellschaft als Ganzes beantworten kann: Wie viel soll uns unsere Gesundheit wert sein? Eine Antwort können die Bürger aber nur geben, wenn sie informiert und beteiligt sind. Mutige Ideen sind hier gefragt. Deshalb begrüße ich das Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift. Das VGS fördert die Eigenverantwortung des Patienten, schafft Kostenkontrolle und Transparenz in der Abrechnung medizinischer Leistungen. Und genau dies fordert auch die KBV. Deshalb plädiere ich – und zwar ergänzend und parallel zum Sachleistungssytem – auch für die Einführung der Kostenerstattung und/oder einer prozentualen Eigenbeteiligung des Versicherten. Das VGS bietet Vorteile für Patienten sowie für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Der Versicherte, der freiwillig am VGS teilnimmt, ist ein „mündiger“ Patient. Er selbst entscheidet, ob der Arztbesuch notwendig ist oder nicht. Für Niedergelassene bedeutet das Versorgungsmodell eine transparente Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe des GOÄ-Faktors ist hierbei vertraglich geregelt. Es ist also festzuhalten, dass das VGS die Eigenverantwortung des Versicherten und die Transparenz der ärztlichen Leistung stärkt.

Prof. Dr. Kuno Winn, Vorsitzender des Hartmannbundes: Transparenz, Kostenkontrolle und mehr Eigenverantwortung –dafür steht das Projekt „Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift” (VGS) und dafür steht der Hartmannbund. Nur durch Transparenz im Kosten- und Leistungsgeschehen können Patientinnen und Patienten einschätzen, welche Kosten durch die in Anspruch genommenen Leistungen wo im System verursacht werden. Das Versorgungsmodell bietet mit der impliziten Kostenerstattung einen sinnvollen Mechanismus, der die nötige Transparenz für Patientinnen und Patienten herstellt. Außerdem setzt es ganz im Sinne des Hartmannbund-Konzepts der „Kostenerstattung mit sozial verträglicher Selbstbeteiligung“ auf die Steuerungswirkung der Eigenbeteiligung. Denn gelingt es nicht, die aufgrund des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts stark steigenden Gesundheitskosten an sinnvollen Stellen zu dämpfen, sind Wartelistenmedizin und Rationierung eine mögliche Folge die selbstverständlich nicht im gesamtgesellschaftlichen Interesse sein kann. Der Hartmannbund begrüßt die im Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift vorgesehene Begrenzung der Eigenbeteiligung unter besonderer Berücksichtigung chronisch kranker Patienten. Denn auch aus Sicht der Ärzte im Hartmannbund ist es von grundlegender Bedeutung, dass niemand wegen seiner finanziellen Voraussetzungen von der nötigen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen werden darf.

Dr. Siegfried Götte, Präsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände: Das deutsche Gesundheitswesen bedarf einer neutralen Betrachtung und Bewertung, im Idealfall ohne ideologische Inhalte. Bessere und innovativere Lösungen für das Gesundheitswesen bereitzustellen, sollte Ziel aller Bemühungen sein. Vor diesem Hintergrund begrüßt die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände die vorgestellten Inhalte zum Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift. Das Versorgungsmodell VGS erfüllt die Forderungen der GFB nach Honorartransparenz, Honorargerechtigkeit und den fairen Umgang mit fachärztlichen Honoraren, auch um die flächendeckende, wohnortnahe ärztliche Versorgung in Zukunft zu gewährleisten. Die GFB legt Wert darauf hinzuweisen, dass die Kostenerstattung ein Zwei-Klassensystem der Versorgung ebenso wenig fördern, wie es den Zugang zu notwendiger ärztlicher Versorgung verhindert. Unter- und Fehlversorgung stellen gravierende Probleme unseres Gesundheitssystems mit Auswirkung auf die

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weiteren Säulen der sozialen Sicherungssysteme wie Rente und Pflege dar. Der Verschiebungseffekt nicht erfolgter notwendiger ärztlicher Versorgung zeigt sich in Form von Folgekosten in Rente und Pflege und darf nicht weiter befördert werden. Der Patient muss aber auch wissen, was Gesundheit kostet und was seine Behandlung wert ist. Zudem unterstützt das Versorgungsmodell VGS das Prinzip des mündigen Patienten, gewährleistet die freie Arztwahl und setzt wichtige Akzente zur Beseitigung der Nachwuchsprobleme im fachärztlichen Bereich. Mit dem Versorgungsmodell VGS wird ein neues Versorgungsmodell vorgeschlagen, bei dem eine Einzelleistungsvergütung, die implizite Kostenerstattung sowie eine solidarisch und sozial verträglich finanzierte Eigenbeteiligung umgesetzt werden. Eine effiziente Versorgung bei Stärkung der Wirtschaftlichkeit, der Eigenverantwortung und der Versorgungsqualität sind deshalb zu erwarten.

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TITELTHEMA INTERVIEW

PVS/Verband startet Initiative zur Kostenerstattung /G>C?N?CFQ?CM?JIF?GCM=B?OH>>C?YLTN?M=B;@N>C@@;GC?L?H>??<;NN?OG>;M .B?G;%IMN?H?LMN;NNOHATOP?LM;=BFC=B?HB;N>?L0?L<;H>>?L*LCP;NÓLTNFC=B?H0?L L?=BHOHAMMN?FF?HÑ*0-ÒHOH>C?š#HCNC;NCP?%IMN?H?LMN;NNOHA?HNQC=E?FH‰A?MN;LN?N#G (IL>FC=BN#HN?LPC?Q?LEFÓLN-N?@;H.CFAH?LA?M=BÓ@NM@èBL?H>?M'CNAFC?>CG0ILMN;H>M >?M*0- 0?L<;H>M>C?"CHN?LALèH>? (IL>FC=BN: Herr Tilgner, was will der PVS/Verband mit der Initiative erreichen? Tilgner: Wir wollen zunächst einmal über Kostenerstattung informieren. Die meisten Versicherten wissen nicht, was sich dahinter verbirgt. Wir wollen aber nicht nur informieren, sondern wir wollen uns gleichzeitig dafür einsetzen, dass Kostenerstattung zum Regelabrechnungsprinzip auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden sollte. Denn das System braucht Transparenz und die aktive Einbeziehung des Patienten auch als Steuerungsinstrument. Mit unserer Kampagne möchten wir jetzt die Diskussion befördern, auf welche Weise Kostenerstattung in der GKV realisierbar ist. Das ist ein Signal in Richtung der Politik. (IL>FC=BN: An wen richtet sich die Kampagne und wie kann man sie unterstützen? Tilgner: Wir wollen die Versicherten ansprechen, um ihnen die Vorteile der Kostenerstattung zu zeigen. Gerade vor dem Hintergrund dessen, was in den Medien unter dem Schlagwort Vorkasse berichtet wurde, erscheint uns das notwendig. Die Ärzte setzten sich mehrheitlich für die Kostenerstattung ein. Wir sind fest davon überzeugt, dass sich die Interessen von Versicherten und Patienten langfristig betrachtet in der Kostenerstattung treffen. Aktuell entwickeln wir zu unserer Kampagne begleitende Materialien, Poster, Postkarten und einen Patientenflyer. Diese Materialien können gegen eine Schutzgebühr bei uns bestellt und in der Praxis ausgelegt werden. (IL>FC=BN: Lässt sich die Kostenerstattung so einfach auf die Gesetzliche Krankenversicherung übertragen? Tilgner: So wie wir die Kostenerstattung jetzt kennen, hat sie sich in der privaten Krankenversicherung bewährt. In der PKV gelten aber andere Regeln als in der GKV, die an ihren gesetzlichen Auftrag gebunden ist. Wir werden die Kostenerstattung für den gesetzlichen Bereich nicht neu erfinden müssen, aber sie wird mit Sicherheit anders aussehen als in der PKV. Weitere Information unter www.kostenerstattung-entwickeln.de

(IL>FC=BN: Kann der EBM Grundlage für eine Kostenerstattung im GKV-Bereich sein? Tilgner: Nein, sicher nicht. Die Kostenerstattung setzt zwingend eine Einzelleistungsvergütung voraus. Damit entfällt aus logischen Gründen der EBM. Die Abrechnung muss vielmehr auf der Basis der Amtlichen Gebührenordnung erfolgen. (IL>FC=BN: Welche Gebührenhöhe wäre bei einer Kostenerstattung in der GKV denn vorstellbar?

Stefan Tilgner M.A., geschäftsführendes Mitglied im Vorstand des PVS/Verbands

Tilgner: Die Modalitäten der Kostenerstattung aus der PKV in die GKV zu übertragen würde, vereinfacht gesagt, die Kosten für die Versorgung nach oben treiben. Diese Mehrkosten müssten die Versicherten tragen. Dafür wird es weder Verständnis bei den Versicherten noch eine politische Mehrheit geben. Welche Vergütungshöhe umsetzbar ist, muss in Modellprojekten erprobt werden, die explizit auch die Steuerungswirkung der Kostenerstattung berücksichtigen. Und es müssen überzeugende Zusatztarifoptionen für die Versicherten geschaffen werden. (IL>FC=BN: Hat die Kostenerstattung eine reelle Chance, sich langfristig als Alternative zum Sachleistungsprinzip zu etablieren? Tilgner: Es gibt gewichtige Gründe, die dafür sprechen, dass sich die Kostenerstattung etablieren wird. Das entscheidende Argument ist sicherlich das der Transparenz – sowohl für die Versicherten als auch für die Ärzte. Das Gesundheitssystem kann es sich auf lange Sicht nicht leisten, den Versicherten nicht aktiv in das Leistungsgeschehen einzubeziehen. Die Patienten sind heute sehr viel informierter als früher. Vor allem das Internet hat dazu beigetragen. Sie wollen auch bei medizinischen Behandlungen aktiv mitentscheiden – und deshalb ist die Rolle, die das Sachleistungssystem ihnen zuweist, nicht mehr angemessen. DAS INTERVIEW FÜHRTE MARCO DETHLEFSEN, KVSH

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NACHRICHTEN KOMPAKT RÖNTGENVERORDNUNG

MEINUNGSAUSTAUSCH

Knochendensitometrien auf dem Prüfstand

Dithmarscher Ärzte bei Rösler

Bad Segeberg – Künftig werden die Röntgenanlagen zur Messung der Knochendichte in die Qualitätssicherung aufgenommen und durch die Ärztlichen Stellen nach Röntgenverordnung geprüft. Die Voraussetzung dafür und gleichzeitige Verpflichtung der Ärzte ist, die Röntgenanlage bei der jeweiligen Ärztlichen Stelle anzumelden. Für Vertragsärzte ist die Ärztliche Stelle hier bei der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein zuständig. Für alle anderen ist es die Ärztliche Stelle bei der Ärztekammer SchleswigHolstein. Bitte melden Sie alle Geräte, mit denen Sie Knochendichtemessungen durchführen bis zum Jahresende bei der zuständigen Ärztlichen Stelle an. Zum Hintergrund: In einem Pilotprojekt wurde in zwei Bundesländern die Qualität von Knochendichtemessungen geprüft. Gegenstand der Prüfungen waren die technische Qualitätssicherung und vor allem die rechtfertigende Indikation zur Durchführung einer Knochendichtemessung. Die Ergebnisse waren so ernüchternd, dass der Länderausschuss Röntgenverordnung (LARöV) in seiner Mai-Sitzung 2010 beschlossen hat, die Qualitätssicherung an Knochendensitometrie-Röntgenanlagen durch die Ärztlichen Stellen überprüfen zu lassen. In Vorbereitung auf diese Überprüfungen möchten wir Ihnen eine Liste der rechtfertigenden Indikationen für die Osteodensitometrien zur Verfügung stellen, die der Zentrale Erfahrungsaustausch der Ärztlichen Stellen (ZÄS) abgestimmt hat. Diese ist mit dem Dachverband Osteologie e. V. konsentiert und dient als Orientierungshilfe für die Überprüfungen nach der Röntgenverordnung. Sie finden die Liste auf unserer Internetseite der Ärztlichen Stelle zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik unter www. kvsh.de. Bei Bedarf senden wir Ihnen diese auch gerne zu. Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns an: Ärztliche Stelle zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik Uta Markl: 04551 883 393 Tanja Ohm-Glowik: 04551 883 386 Kerstin Weber: 04551 883 529

KÜNDIGUNG

Ambulante Krebsnachsorge und Nachsorgepass  Berlin – Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat zum 30. September 2010 die Vereinbarung über die Ambulante Krebsnachsorge gekündigt. Somit kann für Versicherte der Ersatzkassen die Pauschale für den onkologischen Nachsorgepass (99075) nicht mehr abgerechnet werden. Weiterhin ist jedoch eine Abrechnung gegenüber den Betriebs- und Innungskrankenkassen möglich. V

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Dr. Thomas Klink (l.) und Dr. Bernd Grunwald (r.) mit Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler

Berlin – Dr. Thomas Klink, Allgemeinmediziner aus Albersdorf und Dr. Bernd Grunwald, Kinder- und Jugendarzt und Kinderpneumologe aus Heide vom Praxisverbund der Hausund Fachärzte Schleswig-Holstein trafen sich zum Meinungsaustausch mit Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler in Berlin. Themen waren u. a. die Budgetierung der Patientenversorgung, der drohende Ärztemangel und Versorgungsprobleme im ambulanten und stationären Bereich. Außerdem erörterten sie Finanzierungsmöglichkeiten und Kooperationsmodelle für eine bessere und gerechtere Patientenversorgung. Klink und Grunwald sprachen dabei auch regionale Besonderheiten im Flächenland Schleswig-Holstein an. Rösler informierte seinerseits über Gesetzesvorhaben zur Transparenz und Leistungsgerechtigkeit im Gesundheitswesen. Ein besonderes Anliegen war ihm außerdem die medizinische Prävention für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

BÄK

Hoppe tritt nicht mehr an Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, will sich im kommenden Jahr nicht wieder zur Wahl stellen. Er habe seinen Entschluss dem Vorstand der Bundesärztekammer bekannt gegeben, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Der FAZ gegenüber begründete der 70-Jährige die Entscheidung mit seinem Alter und den vielen Veränderungen, die die Medizin in den vergangenen Jahren durch Kostendämpfung und Politisierung erfahren habe. Hoppe steht seit 1999 an der Spitze der Bundesärztekammer.

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NACHRICHTEN KOMPAKT EU-PARLAMENT

BETRUGSAFFÄRE

Arztbesuche im Ausland sollen erleichtert werden

apobank entlässt zwei von drei Vorständen

Brüssel – Der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments will die Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung erweitern. Im Sommer hatten sich die EU-Gesundheitsminister bereits auf das Recht auf freie Arztwahl in ganz Europa geeinigt. Künftig sollen, geht es nach dem Gesundheitsausschuss, Patienten mit seltenen Erkrankungen für eine Diagnose im Ausland keine vorherige Genehmigung mehr von ihrer Kasse benötigen. Ein weiteres Ziel ist, dass Patienten im Ausland nicht in Vorkasse gehen müssen. Derzeit haben EU-Bürger oft Probleme, ihr Geld von ihren Krankenkassen zurückzubekommen. Parlament und Regierungen wollen sich bis Jahresende einigen.

Berlin – Die Affäre um persönliche Vorteilsnahme bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat zu personellen Konsequenzen geführt. Der Aufsichtsrat der größten deutschen Genossenschaftsbank hat das für Standesorganisationen zuständigen Vorstandsmitglied Stefan Mühr sowie den Vertriebsvorstand Claus Verführt entlassen. Gegen Mühr und zwei leitende Vertriebsmitarbeiter ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit, teilte Generalstaatsanwalt Wolfgang Klein mit. „Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich einzelne Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter nicht korrekt verhalten haben und unter Verdacht stehen, unerlaubt persönliche Vorteile erhalten zu haben“, berichtet die Bank von einer internen Untersuchung. Die Bank betonte, dass nach aktuellem Kenntnisstand kein Kunde geschädigt wurde. „Im Zweifel wird die Apobank dafür Sorge tragen, dass kein Kunde durch diese Vorfälle Nachteile erleidet“, erklärte das Bankinstitut. Als Nachfolger für Mühr und Verführt rückt der bisherige Generalbevollmächtigte Thomas Siekmann in den Vorstand auf. Außerdem soll Bernd Span, zuletzt Vorstandssprecher der Oldenburgischen Landesbank, in das Gremium einziehen.

INTERNET

Demenz-Wegweiser für Ärzte

KKH-ALLIANZ-STUDIE

Immer mehr OPs werden ambulant durchgeführt Berlin – Ambulantes Operieren wird in Deutschland immer beliebter. Laut aktuellen Auswertungen der KKH-Allianz ist die Zahl der Menschen, die sich ambulant statt stationär im Krankenhaus oder beim Vertragsarzt behandeln lassen, nahezu um das Doppelte angestiegen. Während im Jahr 2004 noch 168.700 Personen der viertgrößten bundesweiten Krankenkasse von dieser Methode Gebrauch machten, waren es im Jahr 2008 bereits mehr als 237.000. Ähnlich stellt sich der Trend dar, wenn die Daten aller Krankenkassen in Deutschland näher unter die Lupe genommen werden. So wurde im Jahr 2004 bei rund 6,5 Millionen Menschen eine ambulante Operation durchgeführt, im Jahr 2008 bereits bei über 9,2 Millionen. Neue schonende Operationstechniken und weniger belastende Anästhesieverfahren machen es möglich, dass eine Vielzahl notwendiger Operationen mittlerweile ambulant durchgeführt werden kann, so der Tenor der KKH-Allianz-Studie. Der wesentliche Vorteil sei, dass hier ausgewiesene Experten nach dem neuesten Stand der Technik behandeln. Der Patient kann bereits am Operationstag wieder nach Hause entlassen werden und sich in seinem gewohnten Umfeld erholen. Vermeintlich unnötige Doppeluntersuchungen und längere Arbeitsunfähigkeitszeiten werden vermieden. 12

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Berlin - Für viele Demenzkranke und deren Angehörige führt der erste Weg meist zum Hausarzt. Sie erwarten hier eine fundierte Begleitung und kompetente Beratung. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet seit dem Welt-Alzheimertag allen Ärzten eine fachliche Hilfestellung mit dem neuen Internetportal www.wegweiser-demenz.de. Unter dieser Adresse finden interessierte Ärzte im Internet einen schnellen Überblick über die Krankheit und den Zugang zu den Adressen passender Hilfsangebote für ihre Patienten – wie zum Beispiel Gedächtnissprechstunden, ambulante Pflegedienste und Pflegeberatungsstellen. Außerdem gibt es mit der Rubrik „Informationen für Fachkräfte“ einen eigenen Bereich für die helfenden Berufe. Hier sind Informationen zu ausgewählten Forschungsprojekten eingestellt, zusätzlich finden sich Hinweise auf Fachliteratur sowie auf Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten.

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NACHRICHTEN KOMPAKT KBV-MESSE 2011

HOMÖOPATHIEVERTRAG

Gesucht: Sektorenübergreifende Versorgungsinnovationen

Neues aus der Vertragslandschaft

SCHLUSS BEWERBUNGS ER: FÜR AUSSTELL 2011 31. JANUAR

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MESSE

TRIALOG: „ZUKUNFT PRAXIS“ BEDINGUNGEN FÜR DIE AMBULANTE ÄRZTLICHE TÄTIGKEIT AUS DER SICHT VON NACHWUCHSMEDIZINERN

TRIALOG ZWISCHEN POLITIK, VERTRAGSÄRZTEN UND KRANKENHÄUSERN

PRÄSENTATION UND DISKUSSION VON TECHNISCHEN LÖSUNGEN FÜR DIE VERSORGUNGSORGANISATION

AUSSTELLUNG SEKTORENÜBERGREIFENDER PROJEKTE DISKUSSION DER MODELLE UND PROJEKTE IN FACHFOREN GESUNDHEITSPOLITISCHE DISKUSSIONSRUNDE

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3. MAI

KONFERENZ TAGUNG GEOREFERENZIERTE PLANUNGSMODELLE WORKSHOPS ZU KOOPERATIONSSTRUKTUREN, -FORMEN UND -GRUNDLAGEN DISKUSSION UND DARSTELLUNG VON THEMEN AUS MESSE UND WORKSHOPS IM KONTEXT GEOREFERENZIERTER DATEN

4. MAI

5. MAI

Im Februar 2011 ist das detaillierte Programm der Messe erhältlich. SEHR GEEHRTE DAMEN, SEHR GEEHRTE HERREN,

D medizinischer Fortschritt wird in der Öffentlichkeit oft mit technischen

oder pharmazeutischen Innovationen gleichgestellt. Innovative Weiterentwicklungen von Versorgungsstrukturen und -prozessen rücken dabei in den Hintergrund. Doch auch sie sind für den Fortschritt von grundlegender Bedeutung, wenn nicht sogar die Voraussetzung und Rahmenbedingung für eine nachhaltige Versorgung. Das Interesse an diesen Themen ist groß, wie wir bei der KBVMesse 2010 erlebt haben.

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BEWERBUNGSOPTIONEN FÜR IHR PROJEKT Mittlerweile existieren viele Ansätze, die den Übergang zwischen ambulanIHR ter und stationärer Versorgung koordinieren. Insbesondere die Gestaltung PROJEKT von Sektorenübergängen und die Verhinderung von Brüchen in der Patientenversorgung sind Teil von Versorgungsinnovation. Mittelfristig müssen die Innovationen Impulse für die gesamte Versorgung geben und damit auch allen zugänglich sein. Aus diesem Grunde widmet sich die Messe der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im kommenden Jahr dem Thema „Sektorenübergreifende Versorgungsorganisation“. Im Zentrum stehen Projekte, die diese Prozesse erfolgreich gestalten.

D IHR PROJEKT BEINHALTET SEKTORENÜBERGREIFENDE VERSORGUNGSANGEBOTE IN VERNETZTEN STRUKTUREN.

D ES BIETET TECHNISCHE LÖSUNGEN FÜR SPEZIFISCHE PROBLEME BEIM SEKTORENÜBERGANG.

D ES VERBINDET INDIKATIONSBEZOGENE ANSÄTZE MIT SEKTORENÜBERGREIFENDEN KONZEPTEN.

D ES LÄUFT BEREITS IN DER PRAXIS UND WEIST EINEN INNOVATIONSGEHALT AUF, DER STRUKTURELL ODER REGIONAL ÜBERTRAGBAR IST.

D ES IST BEREIT FÜR DIE PRAXIS UND SIE SUCHEN PARTNER FÜR DIE UMSETZUNG.

WIR LADEN SIE HERZLICH EIN, SICH ALS AUSSTELLER AN DER KBVMESSE ZU BETEILIGEN! DENN ES SIND DIE GELEBTEN INITIATIVEN, DIE DIE VERSORGUNG DER ZUKUNFT GESTALTEN.

Zusammen mit Ihnen wollen wir Entscheider und Akteure im Gesundheitswesen über das Angebot in einem sich rasch entwickelnden Markt informieren. Wir möchten das Spektrum der sektorenübergreifenden Versorgung zwischen ambulant und stationär darstellen, Kompetenzen zeigen und Versorgungsinnovationen allen Versicherten zugänglich machen. Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihr innovatives Angebot auf der Messe der Fachöffentlichkeit präsentieren.

KONTAKT FÜR IHRE BEWERBUNG Richten Sie Ihre Standbewerbung bis zum 31. Januar 2011 an: messe@kbv.de Die Standvergabe erfolgt im Februar 2011. Übersteigt die Anzahl der eingegangenen Bewerbungen die verfügbaren Plätze, behält sich die KBV eine Auswahl vor. Der KBVMesse liegt ein Messebau-Konzept zugrunde. Für Ihren Stand stehen verschiedene Ausführungen und Konditionen zur Wahl. Nähere Informationen hierzu unter: Telefon 030 - 4005 1422 | messe@kbv.de

DR. ANDREAS KÖHLER VORSITZENDER DES VORSTANDS DER KBV

DR. CARL-HEINZ MÜLLER VORSTAND DER KBV

Veranstaltungsort der KBVMesse und der angeschlossenen Veranstaltungen ist die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin.

Impressum: Kassenärztliche Bundesvereinigung, Dezernat 4 Abteilung Flexible Vertragsformen, Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin

CHER G ALS BESU ANMELDUN UAR 2011. AB MITTE FEBR UNTER: EN SIE SICH INFORMIER ESSE.NET ORGUNGSM WWW.VERS

Berlin – Die zweite Versorgungsmesse der KBV findet vom 3. bis 5. Mai 2011 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr die sektorenübergreifende Versorgungsorganisation. Ziel ist es, das Spektrum bereits bestehender sektorenübergreifender Versorgung abzubilden, Kompetenzen des KV-Systems herauszustellen, bereits existierende Kooperationen transparent zu machen sowie neue Verträge anzubahnen.

Bad Segeberg – Dem bestehenden Homöopathievertrag der SECURVITA Krankenkasse ist zum 1. Oktober 2010 eine weitere Krankenkasse beigetreten. Ab sofort können sich auch Versicherte der BKK Pfaff einschreiben und die Versorgung mit klassischer Homöopathie in Anspruch nehmen. Vertragsärzte, die bereits an diesem Vertrag teilnehmen, müssen keine neue Teilnahmeerklärung beantragen. Außerdem hat die Knappschaft einen Vertrag über eine zusätzliche Früherkennungsuntersuchung „J2“ mit der KBV abgeschlossen. Seit dem 1. Oktober besteht nun auch für Versicherte der Knappschaft zwischen 16 und 17 Jahren dieses zusätzliche Angebot. Die Jugenduntersuchung wird extrabudgetär mit 50 Euro vergütet. Dieses Angebot ergänzt den bereits seit dem 1. Juli 2010 bestehenden Vertrag der Knappschaft zur Durchführung der U10- und U11Früherkennungsuntersuchungen für Kinder. Die Teilnahmebedingungen, Vertragstexte und weitere Unterlagen finden Sie auf unserer Homepage unter www. kvsh.de oder senden wir Ihnen gerne zu.

VERTRAGSABSCHLUSS

Rotavirus-Impfung

Die KBV lädt Ärzte und andere Projektträger ein, sich als Aussteller mit eigenen Projekten an der Messe zu beteiligen. Bewerbungsoptionen für Projekte: Das Projekt beinhaltet sektorenübergreifende Versorgungsangebote in vernetzten Strukturen. • Es bietet technische Lösungen für spezifische Probleme beim Sektorenübergang. • Es verbindet indikationsbezogene Ansätze mit sektorenübergreifenden Konzepten. • Es läuft bereits in der Praxis und weist einen Innovationsgehalt auf, der strukturell oder regional übertragbar ist. • Es ist bereit für die Praxis und es werden noch Partner für die Umsetzung gesucht. Standbewerbungen sollten bitte bis zum 31. Januar 2011 an messe@kbv.de gerichtet werden. Die Standvergabe erfolgt im Februar 2011. Übersteigt die Anzahl der eingegangenen Bewerbungen die verfügbaren Plätze, behält sich die KBV eine Auswahl vor. Der KBV-Messe liegt ein Messebau-Konzept zugrunde. Für die Stände stehen daher verschiedene Ausführungen und Konditionen zur Wahl. Anmeldung und nähere Informationen hierzu unter: Telefon 030 4005 1422 oder per Email unter messe@kbv.de. Mehr Informationen zur KBV-Messe unter www.versorgungsmesse.net. V

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Bad Segeberg – Zum 1. Oktober 2010 hat die KVSH rückwirkend mit der BARMER GEK eine Vereinbarung über die RotavirusImpfung abgeschlossen. Um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten, können ab sofort alle Vertragsärzte unter der Abrechnungsnummer 99063I einen Betrag in Höhe von 12 Euro für eine Impfserie abrechnen. Die Impfung erfolgt für Säuglinge/ Kleinkinder bis zur 26. Lebenswoche – in Abhängigkeit von der Zulassung des Impfstoffs. Der jeweilige Impfstoff ist mit Muster 16 auf den Namen des Patienten zulasten der BARMER GEK zu beziehen. Das Markierungsfeld 8 (Impfstoffe) des Musters 16 ist anzukreuzen. Ein Bezug zulasten des Sprechstundenbedarfs (SSB) bzw. über Impfstoffrezept (Muster 16a) ist ausgeschlossen. Die Originalvereinbarung finden Sie auf unserer Internetseite www.kvsh.de oder wir senden sie Ihnen zu.

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NACHRICHTEN KOMPAKT FORMULARAUSGABE

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Neue Todesbescheinigung ab dem 1. Januar 2011

Elektronische Gesundheitskarte kommt

Bad Segeberg – In Kürze tritt die neue Fassung des Vordrucks „Todesbescheinigung für Schleswig-Holstein“ in Kraft. Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein hat die Landesverordnung über die Durchführung der Leichenschau und die Ausstellung einer Todesbescheinigung (Bestattungsverordnung - BestattVO) überarbeitet. Der neue Vordruck ist ab dem 1. Januar 2011 zu verwenden. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen die Restbestände der alten Vordrucke aufgebraucht werden. Die Anlaufpraxen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes werden mit den neuen Todesbescheinigungen ausgestattet.

Berlin – Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird 2011 eingeführt, allerdings mit deutlichen Einschränkungen. Viele datenschutzrechtliche Bedenken seien berücksichtigt worden, sagte dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Gesundheitsministerium Daniel Bahr (FDP). Er versicherte, dass nun ein zuverlässiges „Versichertenstammdatenmanagement“ geschaffen werde, um einen Missbrauch mit Krankenversichertenkarten einzudämmen. Stammdaten können künftig online abgeglichen werden. Gespeichert werden kann auf der Karte außerdem ein sogenannter Notfalldatensatz. Hier liege die Entscheidung über die Speicherung der Daten allerdings bei jedem einzelnen Versicherten. Zudem soll mit Einführung der eGK der Aufbau einer sicheren Arzt-zu-Arzt-Kommunikation verbunden sein.

Sie können die neue Todesbescheinigung in der bewährten und praxisgerechten Komplettmappe mit dem Vordrucksatz und allen benötigten Umschlägen bei der Formularausgabe der KVSH per Fax unter der Nummer 04551 883 209 oder per E-Mail unter formular@kvsh.de bestellen. Bitte orientieren Sie sich bei Ihrer Bestellung an den zuletzt benötigten Mengen.

HERBSTGUTACHTEN

Wirtschaftsweise kritisieren Gesundheitsreform Berlin – Der Sachverständigenrat hat in seinem Herbstgutachten die Gesundheitsreform der schwarz-gelben Bundesregierung als zu zaghaft und nicht konsequent genug kritisiert. Unter anderem wird bemängelt, dass das im kommenden Jahr drohende Defizit der Gesetzlichen Krankenkassen in erster Linie durch eine Erhöhung des einkommensbezogenen Beitrags auf 15,5 Prozent finanziert werden soll. Die zugesagte schrittweise Abkoppelung der Finanzierung vom Lohn über einkommensunabhängige Zusatzbeiträge mit Sozialausgleich und ein Einfrieren des Beitragssatzes auf 15,5 Prozent werde so de facto auf das Jahr 2013 verschoben, schreibt das „Handelsblatt“. Da vorher nur wenige Kassen Zusatzbeiträge benötigen würden, stehe dieser im Prinzip richtige Teil der Reform nur auf dem Papier, heißt es.

INTERNET

KVSH im Ranking top Bad Segeberg – Abstimmung per Mausklick: Geht es nach den Lesern des Ärztenachrichtendienstes facharzt.de ist die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein spitze. Zum Redaktionsschluss lag die KVSH hinsichtlich der Kriterien Servicefreundlichkeit, Transparenz und Bürokratie auf dem ersten Platz.

Die Wirtschaftsweisen bezweifeln zudem, dass die Politik den Mut haben wird, im Bundestagswahljahr 2013 an den unpopulären Zusatzbeiträgen festzuhalten. Außerdem wirft der Rat der Koalition vor, durch einseitige Förderung der privaten Krankenversicherung den ungleichen Wettbewerb auf dem Krankenkassenmarkt zu zementieren, statt private und gesetzliche Kassen über eine Bürgerprämie zusammenzuführen. Mehr Vertragswettbewerb zwischen den Leistungsanbietern mit dem Ziel, das System effizienter zu gestalten, würden die Wirtschaftsweisen begrüßen. Lob gibt es im Gutachten laut „Handelsblatt“ für die Arzneimittelreform. Doch hat der Rat Zweifel, dass sie in der vorgesehenen Form umgesetzt werden kann.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT J o b - shari n g - P ra x e n

V e rba n d m e d izi n is c h e r F a c hb e r u f e

Arzthelferinnen fordern mehr Anerkennung

Änderung der Honorarabrechnungsordnung Bad Segeberg – Im Paragraf 7 Absatz 10 der Honorarabrechnungsordnung (HAO) hat sich eine Änderung ergeben: „Der Anspruch auf nachträgliche Abrechnung besteht längstens bis zu einem Jahr nach dem dafür maßgeblichen Abgabetermin gemäß Abs 3 Satz 1 (zzgl. Fristverlängerung). Später eingereichte Honorarforderungen sind verwirkt. Für Job-Sharing-Praxen verbleibt es aufgrund der Notwendigkeit zur quartalsweisen Prüfung auf Einhaltung der Punktzahlobergrenzen bei der Einreichungsfrist bis zum 10. des ersten Quartalsmonats gemäß Abs. 3 Satz 1; eine Fristverlängerung (Abs. 8) ist nicht möglich.“ Die Änderung ist ab 1. Januar 2011 gültig.

H e rz u n d K r e isla u f München – Fehlende Fachkräfte, schlechte Bezahlung, mangelnde Anerkennung - das sind zentrale Herausforderungen bei den medizinischen Fachberufen. Darauf weist die Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe, Sabine Ridder, auf dem Deutschen Arzthelferinnen-Tag in München hin. „Eine Studie hat gezeigt, dass auch bei den medizinischen Fachberufen ab 2030 Fachkräftemangel herrschen wird“, sagte Ridder. Eine Ursache dafür sei die demografische Entwicklung: „Patienten sind länger chronisch krank, es wird intensivere Arbeit in den Praxen benötigt.“ Auch an der Wertschätzung für den Beruf, der zu schätzungsweise 98 Prozent von Frauen ausgeübt wird, hapere es. Oft werde verkannt, dass es sich um einen Gesundheitsberuf und nicht um einen Bürojob handelt. „Man kann die Organisation nur bewältigen, wenn medizinisches Wissen vorhanden ist“, sagte Ridder. Pfleger etwa hätten ein besseres Image. „Wenn man aber eine Patientenkarriere nimmt, haben wir einen längeren und intensiveren Kontakt zu den Patienten als die Pfleger. Medizinische Angestellte begleiten die Menschen ihr ganzes Leben lang.“ Nicht einfach sei auch die finanzielle Situation. Die Honorare für Ärzte stünden häufig in der Kritik, doch müssten die Mediziner auch die Gehälter ihrer Angestellten davon bestreiten.

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Internetfähige PCs sind gebührenpflichtig

Tanzfreudige Ärztinnen und Ärzte gesucht Kiel – Mit einem Tanzkreis für Herzpatienten und Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren möchte die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. das Angebot „Herzgruppe“ auch für die Patienten interessant machen, die mit den traditionellen Bewegungsangeboten nicht erreicht werden. Voraussetzung ist die medizinische Betreuung durch einen Arzt, der insbesondere zur Beratung der Teilnehmer hinsichtlich Lebensstil zur Verfügung stehen soll. Spaß am Tanzen ist auf jeden Fall von Vorteil: Tanzkenntnisse können erworben und/oder mit dem eigenen Partner aufgefrischt werden! Zunächst soll ab März 2011 in Kiel ein Pilotprojekt dazu starten. Vorgesehen ist anfangs eine Gruppe, die an jedem Donnerstag ab 19 Uhr von einem Tanzlehrer und einer Herzgruppen-Übungsleiterin betreut wird. Bei starker Nachfrage kann das Angebot erweitert werden, auch kann eine Differenzierung nach Zielgruppen erfolgen. Die vorgesehene Aufwandsentschädigung von 25 Euro pro Stunde ist nicht unbedingt üppig, bleibt aber bis zu einer Freigrenze von 2.100 Euro jährlich steuerfrei. Die positiven Effekte des Tanzens sind auch für den betreuenden Arzt Argumente für die Bereitschaft, eine Herz-Tanz-Gruppe medizinisch zu betreuen. Auskunft und weitere Informationen: Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. Heidemarie Berke Auguste-Viktoria-Straße 16 24103 Kiel Tel. 0431 53 03 136 Fax 0431 53 03 138 E-mail berke@herzintakt.net www.herzintakt.net

Leipzig/Hamburg – Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat in drei Fällen entschieden, dass für internetfähige PCs Rundfunkgebühren zu zahlen sind. Die Rundfunkanstalten halten die Besitzer von internetfähigen PCs grundsätzlich für gebührenpflichtig, weil sich mit diesen Geräten Sendungen empfangen lassen, die mit Livestreams in das Internet eingespeist werden. Die Festlegung betrifft Schätzungen zufolge rund 200.000 Gebührenzahler, unter ihnen viele Ärzte und Zahnmediziner, Anwälte und Steuerberater (Quelle: www.spiegel.de). 12 | 2010

Nordlicht

aktuell

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GESUNDHEITSPOLITIK PARLAMENTARISCHER ABEND

Ohne Eigenbeteiligung der P nicht gehen *;NC?HN?H<?;O@NL;AN?L>?LOH>?ML?AC?LOHAQ;L<<?CG*;LF;G?HN;LCM=B?H<?H>>?L%0-" Im herbstlichen Terminkalender der Landespolitik ist er mittlerweile eine feste GrĂśĂ&#x;e: der Parlamentarische Abend der KVSH. Mehr als 120 Gäste aus Politik, Ă&#x201E;rzteschaft, Medien und Gesundheitswesen konnte der Vorstand der KVSH Mitte November in der Kunsthalle zu Kiel begrĂźĂ&#x;en, unter ihnen den schleswig-holsteinischen Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg und Abgeordnete des Landtages.

Thematisch standen in diesem Jahr der Patient und seine Verantwortung im Gesundheitswesen der Zukunft im Mittelpunkt. Wolfgang ZĂśller, seit dem vergangenen Jahr Patientenbeauftragter der Bundesregierung, warb in seiner Rede fĂźr ein Patientenrechtegesetz als Beitrag zu mehr Transparenz und einem besseren Mitein-ander von Patienten und Ă&#x201E;rzten. ZĂśller, langjähriger Gesundheitsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, prognostizierte, dass es perspektivisch ohne eine sozial abgefederte Eigenbeteiligung der Patienten an den Behandlungskosten nicht gehen werde. â&#x20AC;&#x17E;Anders wird es nicht funktionierenâ&#x20AC;&#x153;, so der bayerische Bundestagsabgeordnete mit Blick auf die steigenden Gesundheitskosten.

Wolfgang ZĂśller, Patientenbeauftragter der Bundesregierung

KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz im Gespräch mit Prof. Gßnther Jansen, Vorsitzender des Patientenombudsvereins 16

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GESUNDHEITSPOLITIK

P atienten wird es künftig 

@èLG?BL.L;HMJ;L?HT;FM0IL;OMM?NTOHA Zuvor hatte die KVSH-Vorstandsvorsitzende, Dr. Ingeborg Kreuz, in ihrer Begrüßung dafür geworben, über neue Formen der Selbstbeteiligung der Patienten die Zahl der Arztbesuche, die in Deutschland überdurchschnittlich hoch ist, an das Niveau der europäischen Nachbarn anzugleichen. Wesentlicher Pluspunkt einer besseren Steuerung der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen wäre, so Kreuz, dass die Ärzte wieder mehr Zeit hätten, sich dem einzelnen Patienten zu widmen.

KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz

Die Reden und Grußworte boten ausreichend Gesprächsstoff für den geselligen Teil des Parlamentarischen Abends, der den Gästen die Gelegenheit gab, die Diskussion bei einem Imbiss in kleinerem Kreis fortzusetzen. DELF KRÖGER, KVSH

Dr. Ingeborg Kreuz mit Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg und dem stellvertretenden KVSHVorstandsvorsitzenden Dr. Ralph Ennenbach in lockerer Runde

Grußwort: Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister in Schleswig-Holstein

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GESUNDHEITSPOLITIK PARAGRAF 116B

Existenzgefährdung oder Erfolgsmodell?

#H?CH?LHBĂŁLOHACG&;H>N;AQOL>?H>C?OHN?LM=BC?>FC=B?H?Q?LNOHA?H>?L%0-" OH>>?L%L;HE?HBĂ&#x201C;OM?L>?ONFC=BCH?HA;HT?H.;AH;BGMC=B>?L-ITC;F;OMM=BOMM H>?)ENI<?L4?CNOGMC=BOG@;MM?H>GCN>?H*?LMJ?ENCP?H>?LĂ&#x201C;LTNFC=B?H0?LMILAOHA CH-=BF?MQCA"IFMN?CHTO<?@;MM?H4O>?HA?F;>?H?H-;=BP?LMNĂ&#x201C;H>CA?HA?BĂŁLN?H;O=B HC?>?LA?F;MM?H?YLTN? Welche Rahmenbedingungen brauchen wir in Schleswig-Holstein, damit Ă&#x201E;rzte und Kliniken Ăźber die Sektorengrenzen hinweg fair zusammenarbeiten kĂśnnen? Welche Weichenstellungen sind notwendig, damit auch in zehn Jahren noch Hausärzte in den ländlichen Regionen des Landes in erreichbarer Nähe zu ďŹ nden sind? Fragen, die nicht nur die KVSH und ihre Mitglieder schon seit längerer Zeit bewegen. Auch die Landespolitik beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie in Zeiten des demographischen Wandels und des drohenden Ă&#x201E;rztemangels eine ďŹ&#x201A;ächendeckende ärztliche Versorgung in Schleswig-Holstein erhalten werden kann. Die dreizehn Abgeordneten des Sozialausschusses, der auch fĂźr Gesundheitspolitik zuständig ist, wollten es genauer wissen und hatten Vertreter verschiedener Organisationen und Verbände aus dem Gesundheitswesen zu einer AnhĂśrung eingeladen. Zwei Themen standen im Mittelpunkt: Die schwierige Nachwuchslage in der hausärztlichen Versorgung und die Auswirkungen der Ă&#x2013;ffnung der Krankenhäuser fĂźr ambulante Behandlungen nach Paragraf 116b SGB V. Grundlage der AnhĂśrung waren Anträge sowohl der Koalitionsfraktionen als auch der oppositionellen SPD, in denen eine bessere Vernetzung der Sektoren gefordert wurde. KVSH fordert Krankenkassen und Kliniken zu mehr Transparenz auf Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH, erläuterte den Abgeordneten aus Sicht der ambulant tätigen Mediziner, wo den Niedergelassenen der Schuh drĂźckt. Nachdem die KVSH bereits 18

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in einer schriftlichen Stellungnahme die Lage der hausärztlichen Versorgung geschildert und die Probleme des Paragrafen 116b benannt hatte, legte sie in ihrer mĂźndlichen AusfĂźhrung den Schwerpunkt auf die mangelnde Transparenz und die unfairen Wettbewerbsbedingungen bei der Ă&#x2013;ffnung der Krankenhäuser zur ambulanten Erbringung hochspezialisierter Leistungen. Die KVSH-Vorstandsvorsitzende bemängelte, dass weder Krankenkassen noch Krankenhäuser Daten zu den Fallzahlen oder zum Honorarvolumen dieser Behandlungen bereitstellten. Eine vernĂźnftige Zusammenarbeit Ăźber die Sektorengrenzen hinweg erfordere jedoch faire Spielregeln und mehr Transparenz. Von den Krankenkassen und Krankenhäusern erwarte sie eine Offenlegung der Daten. Sie warnte vor einer Gefährdung der bewährten fachärztlichen Versorgungsstrukturen im Lande durch eine undifferenzierte Ă&#x2013;ffnung der Kliniken. Kreuz wiederholte die Forderung der KVSH den Status einer unmittelbar Beteiligten in der Krankenhausplanungsrunde einzuräumen, wenn es um Paragraf 116b-Anträge gehe, um die vorhandenen ambulanten Versorgungsstrukturen bei der EntscheidungsďŹ ndung umfassender als bisher zu berĂźcksichtigen. Sie zeigte sich aber auch offen fĂźr gänzlich neue Wege und brachte die Idee eines neuen Gremiums ins Spiel, das sich ausschlieĂ&#x;lich mit der Zulassung von Krankenhäusern zur spezialisierten ambulanten Behandlung befassen kĂśnnte. Ein starres Denken in Sek-

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GESUNDHEITSPOLITIK

torengrenzen werde den Herausforderungen in der medizinischen Versorgung nicht gerecht. Gerade im ländlichen Raum zeige sich, dass der Rückgang der Zahl der Ärzte sowohl in den Praxen als auch in den Kliniken eine bessere Abstimmung der Versorgungsplanung erforderlich mache, um künftig überhaupt noch eine gute Versorgung in erreichbarer Nähe zu ermöglichen. Zwei weitere Praktiker aus der ambulanten Versorgung ergänzten die Ausführungen der KVSH-Vorstandsvorsitzenden: Dr. Thomas Maurer, Allgemeinmediziner mit eigener Praxis in Leck und Landesvorsitzender des Hausärzteverbandes sowie Sönke Schmidt, Facharzt für Diagnostische Radiologie aus Kiel und zweiter Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Berufsverbandes der Radiologen, Nuklearmediziner und Strahlentherapeuten. Maurer verdeutlichte den Ausschussmitgliedern anhand von Beispielen aus der Praxis die Absurdität der gegenwärtigen Bedarfsplanung und forderte eine grundlegende Reform. Aus seiner eigenen Erfahrung als ehrenamtlicher Prüfer für Allgemeinmedizin in Gremien der Ärztekammer konnte er den Parlamentariern berichten, wie sehr das Interesse der Nachwuchsärzte an dieser Fachrichtung zurückgegangen ist. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes machte in seiner Stellungnahme auch darauf aufmerksam, dass die Zulassung von Krankenhäusern zur ambulanten Behandlung bei besonderen Krankheiten nicht nur in den fachärztlichen Praxen spürbar wird, sondern auch bei den Allgemeinmedizinern. So würden Patienten, die nun in entfernteren Kliniken statt beim meist näher gelegenen Facharzt behandelt werden, für kleinere Beschwerden den Hausarzt aufsuchen, da der Weg zum behandelnden Krankenhausarzt oft zu weit sei. Radiologenverband: Kliniköffnung bedroht Existenz niedergelassener Spezialisten Schmidt kritisierte in seinem Statement, dass die erweiterte Öffnung der Kliniken langfristig angelegte Kooperationen in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedrohten und belegte dies anhand konkreter Beispiele aus seiner Arbeit. Diese Entwicklung wirke sich auch negativ auf die lange Zeit gute Zusammenarbeit der Sektoren bei der Nutzung kostenintensiver Großgeräte aus. Die Ausweitung der Zulassungen von Krankenhäusern zur ambulanten Behandlung z. B. in der Krebstherapie habe dazu geführt, dass Patienten, die zuvor von ambulanten Fachärzten umfassend betreut wurden, nun an Kliniken behandelt werden, ohne dass damit Vorteile für die Betroffenen verbunden wären. Diese Verlagerung der Behandlung an die Krankenhäuser aus ausschließlich wirtschaftlichen Gründen habe zu einem Verdrängungswettbewerb geführt, der nicht im Sinne einer möglichst effizienten Nutzung der Kapazitäten im Gesundheitswesen sein könne. Schmidt warb für einen differenzierten Umgang mit der Frage erweiterter ambulanter Behandlungsmöglichkeiten der Kliniken. Während in den größeren Städten bewährte Strukturen gefährdet werden, könne die Nutzung der Möglichkeiten des Paragrafen 116b in ländlichen Regionen durchaus einen sinnvollen Beitrag zur Versorgung leisten. Deshalb, so seine Forderung, müsse der Zulassung von Krankenhäusern künftig eine Einzelfallprüfung unter Beteiligung der KVSH vorausgehen, um zu klären, ob tatsächlich ein begründeter Bedarf besteht oder die Versorgung durch bestehende ambulante Strukturen bereits sichergestellt ist. Krankenkassen sehen keine Versorgungsprobleme Die Krankenkassen, vertreten durch Dr. Dieter Paffrath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, und Dietmar V

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Katzer, Leiter der Landesvertretung Schleswig-Holstein des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), mochten sich der kritischen Sicht der ärztlichen Vertreter nicht anschließen, sondern bezeichneten die Umsetzung des Paragrafen 116b SGB V sowie die intersektorale Kooperation in Schleswig-Holstein insgesamt als problemlos. Ähnlich ihr Urteil über Prognosen, die einen Ärztemangel vorhersagen. Paffrath argumentierte, dass es in Schleswig-Holstein keine Unterversorgung gebe. Vielmehr sei eine Überversorgung in städtischen Regionen zu beobachten. Es gebe deshalb allenfalls ein Verteilungsproblem, so die Einschätzung des stellvertretenden Chefs der neuen Nordwest-AOK. Die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein vertrat ebenfalls die Auffassung, dass sich die Vorschriften des Paragrafen 116b SGB V in „vollem Umfang als praktikabel“ erwiesen hätten. Eine Bewertung, der sich im Wesentlichen auch der Landkreistag anschloss, zu dessen Mitgliedern auch eine Reihe von Landkreisen gehört, die selbst Krankenhäuser betreiben. Gemeindetag: Ohne Arzt verlieren ländliche Kommunen an Attraktivität Der Gemeindetag hingegen bezeichnete es als sinnvoll, die KVSH verbindlicher in die Entscheidungen zur Zulassung von Kliniken zur ambulanten Behandlung einzubeziehen. Skeptisch äußerte sich das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Organisation, Jörg Bülow, zum Vordingen der Krankenhäuser in die ambulante Versorgung durch die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Die Erfahrungen aus Schleswig-Holstein zeigten, dass die meisten MVZ keinen Beitrag zum Erhalt der ambulanten Versorgung in der Fläche leisteten. So seien von den rund 50 MVZ im Norden lediglich neun in Unterzentren, zwei in ländlichen Zentralorten und nur eines in einem nicht zentralen Ort angesiedelt. Alle übrigen hätten ihren Sitz in Ober- und Mittelzentren. Bülow betonte die Bedeutung einer guten ärztlichen Versorgung für die Attraktivität der Gemeinden im Wettbewerb um neue Einwohner und Wirtschaftsansiedlungen und bekannte sich zu einer aktiven Rolle der Kommunen beim Werben um junge Ärzte. Nachdem in den Stellungnahmen der Sachverständigen mehrfach der ärztliche Nachwuchs angesprochen wurde, kam dieser zum Abschluss der Anhörung selbst zu Wort. Vertreter der Fachschaft Medizin an der Universität zu Lübeck machten deutlich, dass in ihrer Generation der Balance zwischen Familienleben und Beruf ein hoher Stellenwert zukomme. Kurze Schulwege, Kinderbetreuungsangebote, Möglichkeiten der Teilzeitarbeit und die Nähe zu einem Krankenhaus, um Fortbildungsangebote nutzen zu können, seien entschiedene Kriterien für die Entscheidung, an welchem Ort und in welcher Form der Arztberuf ausgeübt werden soll, unterstrichen die Lübecker Medizinstudenten Christoph Zabel und Jan-Birger Kirchhoff. Da in Zukunft weniger Ärzte zur Verfügung stünden, gehöre auch die Frage auf die Tagesordnung, wie Ärzte durch besonders qualifiziertes Personal stärker entlastet werden könnten, um sich stärker auf die eigentliche ärztliche Tätigkeit konzentrieren zu können. Beschlüsse fasst der Ausschuss nicht, zunächst sollen die Statements der Angehörten sowie schriftliche Stellungnahmen weiterer Verbände ausgewertet werden. In seiner Dezember-Sitzung will der Ausschuss dann die Ergebnisse der Anhörung beraten. Das Thema bleibt also auf der Tagesordnung der Landespolitik.

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DELF KRÖGER, KVSH

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PRAXIS Î KV AV-BERICHT

Kodierrichtlinien der Realität in den Praxen anpassen YLTN?J;LF;G?HNE;GTOLF?NTN?H.;AOHA>?L&?ACMF;NOLJ?LCI>?TOM;GG?H

Die ausscheidenden Mitglieder der Abgeordnetenversammlung: (v.l.) Dr. Jochen-Michael Schäfer, Dr. Rüdiger Marquardt, Dr. Horst Hilpert, Dr. Friederike Toebe, Bernd Thomas, Dr. Burkhard Rohrmoser, Dr. Rolf Keil, Dr. Stefan Jost, Dr. Wilfried Bönke, Nicolay Breyer, Dr. Heiko Giesel. Nicht auf dem Foto: Dr. Karin Bucher, Dr. Gunter Fangerau und Dr. Tobias Jaeger.

Ein deutliches Signal sendeten die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung auf ihrer November-Sitzung nach Berlin. Einstimmig beschlossen sie eine Resolution, in der die Ambulanten Kodierrichtlinien in ihrer geplanten Form abgelehnt werden. Die Aufforderung an die Adresse der KBV: Die Kodierrichtlinien müssen dringend überarbeitet werden, um sie den medizinischen Realitäten anzupassen und den Softwarehäusern Zeit zu geben, Lösungen zu entwickeln, die einen bürokratischen Mehraufwand in den Praxen verhindern. Die Resolution im Wortlaut: „Die Abgeordnetenversammlung lehnt die Ambulanten Kodierrichtlinien in der bestehenden Form ab. Sie fordert die KBV dringend auf, sie zu überarbeiten und die Umsetzung zu verschieben bis gewährleistet ist, • dass die Kodierrichtlinien den medizinischen Realitäten entsprechen, • dass die Softwarehäuser in der Lage sind, den zusätzlichen bürokratischen Aufwand vollständig aufzufangen.“ Dr. Rüdiger Marquardt, Abgeordneter aus dem Kreis RendsburgEckernförde und Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte in Schleswig-Holstein, hatte die Resolution eingebracht.

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Er erinnerte seine Kollegen an die gute Tradition der Abgeordnetenversammlung, nicht alles unwidersprochen hinzunehmen, was von der Bundesebene vorgegeben wird. Schleswig-Holstein sei in der Vergangenheit häufig ein „kleines gallisches Dorf“ gewesen. Erste Erfahrungen aus Bayern, wo es Testläufe gab, hätten gezeigt, dass die Kodiervorgaben in ihrer bisherigen Form nicht praktikabel seien. In der Diskussion wurde deutlich, dass Vorstand und Abgeordnete an einem Strang ziehen. Die Notwendigkeit einer vernünftigen Kodierung in einem Gesundheitssystem, in dem die Gelder nach der Morbidität auf die einzelnen Regionen verteilt werden, wurde nicht in Frage gestellt. Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH, hob die Bedeutung eines „klugen Kodierens“ hervor, um die Morbiditätsentwicklung in Schleswig-Holstein mit Blick auf die künftige Weiterentwicklung der Gesamtvergütung dokumentieren zu können. Einigkeit herrschte aber, dass die Kodierrichtlinien an der Wirklichkeit in den Praxen orientiert sein müssen. Kreuz kritisierte, dass noch zu viele Fragen offen seien. Eine Nachbesserung der Kodierrichtlinien sei deshalb erforderlich. Sie appellierte an die Verantwortlichen, bei einer Überarbeitung die Erfahrungen der Praktiker aus den Berufsverbänden einzubeziehen.

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PRAXIS Î KV Bis die KBV ihre Hausaufgaben gemacht habe, so die einstimmig beschlossene Forderung, müsse die Umsetzung ausgesetzt werden. Ähnliche Beschlüsse hatten zuvor bereits die Vertreterversammlungen anderer Kassenärztlicher Vereinigungen gefasst – eine deutliche Botschaft der ärztlichen Basis, die auch in Berlin nicht ungehört blieb. Zwei Tage nach der Abgeordnetenversammlung erklärte die KBV, dass sie gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband eine sechsmonatige Übergangsphase zur Einführung der Kodierrichtlinien beschlossen habe. Nachbesserungen am GKV-Finanzierungsgesetz Zuvor war die Vorstandsvorsitzende auf die aktuelle bundespolitische Entwicklung eingegangen, vor allem auf das zum Zeitpunkt der Abgeordnetenversammlung noch nicht verabschiedete GKV-Finanzierungsgesetz. Sie kritisierte das Vorhaben der Bundesregierung, den Zuwachs der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung in den nächsten beiden Jahren von der tatsächlichen Morbiditätsentwicklung abzukoppeln und stattdessen geringe Zuwächse gesetzlich festzuschreiben. Positiv sei allerdings, dass die Koalition sich in den Ausschussberatungen durchgerungen habe, statt des ursprünglich auf 0,75 Prozent begrenzten Anstiegs nun ein Plus von 1,25 Prozent zuzulassen. Diese Erhöhung der Zuwachsgrenze sei „absolut gerechtfertigt“, so Kreuz. Als ein großes Problem bezeichnete sie die vorgesehene Begrenzung des Ausgabenzuwachses bei den extrabudgetären Leistungen. Trotz der grundsätzlichen Kritik an diesem Vorgehen wertete sie es aber positiv, dass zumindest die vorgesehene maximale Steigerungsrate in den Beratungen des Gesundheitsausschusses auf 0,9 Prozent erhöht wurde. Auch sei die Liste der im Gesetz explizit genannten Ausnahmen um nichtärztliche Dialyseleistungen erweitert worden. Sie zitierte die Gesetzesbegründung, in der darauf hingewiesen wird, dass bei Vorliegen „zwingender Versorgungsgründe“ von der Begrenzung abgewichen werden könne. Kreuz kündigte an, mit Verweis auf diese Öffnungsklausel von den Krankenkassen zu verlangen, die bestehende Versorgung in Schleswig-Holstein zu erhalten. Als einen „Erfolg der kleinen Länder“ wertete sie, dass es trotz des Störfeuers einzelner KVen gelungen ist, den asymmetrischen Zuwachs der Vergütung im Jahr 2011 in Höhe von 500 Millionen Euro vorrangig jenen Ländern zugutekommen zu lassen, die zu den Verlierern der Honorarreform 2009 gehörten. Hiervon profitiere auch Schleswig-Holstein. Modellprojekt Einzelleistungsvergütung: KVSH veröffentlicht Konzept Dass es des Bohrens dicker Bretter bedarf, um Mehrheiten für ein neues Vergütungssystem zu gewinnen, verdeutlichte Kreuz anhand des geplanten Modellprojektes zur Einzelleistungsvergütung. Nach mehreren Gesprächsrunden mit regionalen Krankenkassen hätten diese mit Hinweis auf eine kritische Haltung ihrer Bundesverbände den Rückzug angetreten. Auch ohne die Krankenkassen arbeitet die KVSH weiter an ihrem Vorhaben. Kreuz kündigte an, dass die KVSH Ende November ein vom Kieler Gesundheitsökonom Dr. Thomas Drabinski erarbeitetes Konzept für ein Einzelleistungsvergütungssystem mit Patientenbeteiligung der Öffentlichkeit vorstellen werde. Kern des Konzepts sei eine Weiterentwicklung der gegenwärtigen Abrechnungssystematik zur Kostenerstattung nach GOÄ mit einer Abrechnung durch die KVSH. Als einen ersten Schritt zur Selbst V

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beteiligung erhält der Patient in diesem Modell ein individuelles Gesundheitskonto mit einem Guthaben, das er bei der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen einsetzen kann. Das von Drabinski, der KVSH und dem Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen entwickelte Konzept sei wissenschaftlich fundiert, hob die Vorstandsvorsitzende hervor. Deshalb liefe der polemische Vorwurf ins Leere, es ginge nur um einen Griff in die Taschen der Patienten. Unberechenbarkeit der Honorarverteilung Einen Ausflug in die komplexe Welt der Honorarverteilung und ihrer Unwägbarkeiten unternahm Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH. Er sprach die Risiken an, die sich aus der aktuellen bundespolitischen Entwicklung für die Honorierung ergeben. So sei offen, ob die Koppelung der Gesamtvergütung an die Morbidität tatsächlich 2013 zurückkehre. Ebenfalls unsicher sei, ob die extrabudgetären Leistungen im Lichte der neuen Vorgaben erhalten oder ausgebaut werden könnten. Ebenfalls nicht einzuschätzen sei, ob wieder mit mehr regionalen Freiheiten bei der Verteilung des Honorars zu rechnen sei. In diesem Zusammenhang sei zudem unklar, ob eine Mehrheit der Kassenärztlichen Vereinigungen dies überhaupt wolle, gab Ennenbach zu bedenken. Schon in der Vergangenheit habe die Honorarverteilung immer wieder einem Vabanquespiel geglichen. Vielfach bleibe unberechenbar, ob Rückstellungen für mögliche Honorarkorrekturen aus dem Vorjahresquartal ausreichten. Immer wieder erforderten Urteile des Bundessozialgerichts im Nachhinein weitgehende Neuberechnungen mit erheblichen finanziellen Konsequenzen. Einerseits sei es deshalb ratsam, Beschlüsse und Gesetze wortwörtlich umzusetzen, anderseits verringere eine solche Politik den regionalen Entscheidungsspielraum der KV weiter, verdeutlichte Ennenbach das Dilemma. Trotzdem werde die KVSH ihrer Linie treu bleiben, die Notwendigkeit zur Minimierung von Risiken und den Willen zu einer arztfreundlichen Gestaltung in einem Gleichgewicht zu halten. Im Gegensatz zur Honorarverteilung, die systembedingt eine Rechnung mit vielen Unbekannten bleibt, konnte Ennenbach bei der Vorstellung des KVSH-Haushalts für 2011 verlässliche Zahlen präsentieren, die es ermöglichen, dass die Verwaltungskostenumlage weiterhin unverändert bleibt. Die Abgeordneten segneten den Haushalt für das nächste Jahr ab. Dank an den scheidenden Vorsitzenden der Abgeordnetenversammlung Dass die letzte Sitzung der AV in alter Zusammensetzung eine besondere war, klang in vielen Wortmeldungen durch. Ein besonderer Dank vieler Redner, aber auch des Vorstandes und des Ehrenvorsitzenden, Dr. Klaus Bittmann, galt dem Vorsitzenden der Abgeordnetenversammlung, Dr. Jochen-Michael Schäfer, der die KVSH in der zu Ende gehenden Legislaturperiode auch in stürmischen Zeiten auf verlässlichem Kurs gehalten hat. Schäfer selbst formulierte die Bitte an die neuen Abgeordneten, in der neuen Wahlperiode die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre im Sinne einer starken Selbstverwaltung und eines geschlossenen Auftretens der Ärzteschaft fortzusetzen: „Wenn Sie ein wenig des Geistes, den wir hier gemeinsam entwickelt haben, weiterführen, dann hätten wir schon viel erreicht.“

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DELF KRÖGER, KVSH 21




PRAXIS Ă&#x17D; KV KODIERRICHTLINIEN

Sechs Monate EinfĂźhrungsphase 4OG $;HO;L

Q?L>?H>C?H?O?HG<OF;HN?H%I>C?LLC=BNFCHC?HĂ&#x2018;%,Ă&#x2019;?CHA?@èBLN &;ON%;MM?HĂ&#x201C;LTNFC=B?LOH>?MP?L?CHCAOHAMIFF?H>C?HC?>?LA?F;MM?H?HYLTN?OH> *MS=BINB?L;J?ON?H>;HH?CHB;F<?M$;BL4?CNB;<?HMC=BGCN>?H,C=BNFCHC?HP?LNL;ON TOG;=B?HIBH?>;MM-;HENCIH?H>LIB?HÂ&#x161;O@>C?M?1?CM?EĂŁHH?HQCL;O=B>?G ?HILG?H-=BOFOHAM<?>;L@,?=BHOHANL;A?HÂ&#x2030;M;AN?%0B?@LH>L?;M%ĂŁBF?L

Zuletzt war der Druck auf die KBV immer grĂśĂ&#x;er geworden. Einige Kassenärztliche Vereinigungen lehnen die neuen Ambulanten Kodierrichtlinien entweder komplett ab oder sie fordern eine Ă&#x153;berarbeitung. Auch die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat sich auf ihrer letzten Sitzung gegen die EinfĂźhrung der AKR in der geplanten Form ausgesprochen (siehe Bericht auf Seite 20). Die Delegierten forderten die KBV auf, die DiagnoseverschlĂźsselung praxistauglicher zu machen. Erste Erfahrungen aus Bayern hätten gezeigt, dass die Kodierrichtlinien sowohl im haus- als auch im fachärztlichen Alltag nicht praktikabel seien und nur zusätzliche BĂźrokratie verursachten. Nun hat also offensichtlich auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein Einsehen: â&#x20AC;&#x17E;Die KBV und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung hätten eine sechsmonatige EinfĂźhrungsphase beschlossenâ&#x20AC;&#x153;, heiĂ&#x;t es in einer Pressemitteilung. Niedergelassene kĂśnnten selbst entscheiden, wann sie innerhalb der Ă&#x153;bergangszeit die AKR anwenden. Trotz des behutsamen Einstiegs machte KĂśhler noch einmal klar, warum das Kodieren so wichtig fĂźr Ă&#x201E;rzte und Psychotherapeuten ist: â&#x20AC;&#x17E;Nur wenn wir in den Verhandlungen mit den Krankenkassen Veränderungen der Morbidität auch belegen kĂśnnen, haben wir eine Chance, die ďŹ nanziellen Mittel fĂźr die Ambulante Versorgung der Patienten zu verbessern.â&#x20AC;&#x153; Der KBVVorstandsvorsitzende appellierte auĂ&#x;erdem an die Softwareunternehmen, die verschiedenen Funktionen zur Anwendung der AKR fristgerecht und anwenderfreundlich umzusetzen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass eine zertiďŹ zierte Online-Fortbildung in Planung sei. Ă&#x201E;rzte kĂśnnten sich so ohne groĂ&#x;en Zeitaufwand im Praxisalltag in die AKR einarbeiten.

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KVSH informiert Ăźber neue AKR Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein hat inzwischen zur Informationsveranstaltung â&#x20AC;&#x17E;Richtig kodieren â&#x20AC;&#x201C; Morbidität sichtbar machenâ&#x20AC;&#x153; am 8. Dezember von 15 bis 18 Uhr in die Holstenhallen in NeumĂźnster eingeladen. Ziel der Veranstaltung ist, den Einstieg in die neuen AKR so reibungslos wie mĂśglich zu machen. Experten geben einen Ă&#x153;berblick der neuen Richtlinien sowie hilfreiche Tipps zur Umsetzung der AKR. AuĂ&#x;erdem präsentieren verschiedene Softwarehäuser ihre AKR-Programme fĂźr die Praxis-EDV. FĂźr den Besuch der Veranstaltung gibt es vier Fortbildungspunkte. MARCO DETHLEFSEN, KVSH

Haben Sie Fragen zu den neuen Kodierrichtlinien? Dann rufen Sie uns an oder schreiben eine E-Mail: Allgemein:

Anja Oelkers, 04551 883 524 oder anja.oelkers@kvsh.de Technik: Thomas Stefaniw, 04551 883 307 oder thomas.stefaniw@kvsh.de Abrechnung: Ernst Sievers, 04551 883 245 oder ernst.sievers@kvsh.de Abrechnung: Christiane Reuter, 04551 883 544 oder christiane.reuter@kvsh.de Ständig aktualisierte Informationen zu den neuen AKR gibt es auch im Internet unter www.kvsh.de.

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FORUM

Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

NORDLICHT 10 2010

Bedarfsorientierte Psychotherapie weiter „abgestraft“! Die in dem Beitrag von Herrn Borchers im (),&#". über das psychotherapeutische Gespräch beschriebenen Vorzüge besserer Abrechnungsmöglichkeiten für nicht von den Krankenkassen genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Gespräche dürften nur den Patienten zu Gute kommen, die sich schon in der (finanziell lukrativeren) „bevorzugten“ von den Krankenkassen abhängigen genehmigungspflichtigen Psychotherapie befinden. Dies betrifft vor allem die Patienten, die sich in einer Gruppentherapie befinden.

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 Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

(IL>FC=BN Oktober 2010 | 13. Jahrgang

Die Therapeuten bekommen nunmehr auch kurze ergänzende Einzelgespräche neben den langen Psychotherapiesitzungen bezahlt. Jedoch: Die Psychotherapeuten, die sich für versorgungsund bedarfsorientierte niedrigschwellige Psychotherapie öffnen und mehr Zeit für nicht genehmigungspflichtige psychotherapeutische Gespräche zum Beispiel für Frühinterventionen und Kriseninterventionen zur Verhinderung der durch die Wartenzeiten bei der „Richtlinienpsychotherapie“ geförderten Chronifizierung psychischer Störungen zur Verfügung halten, werden weiter finanziell benachteiligt/„abgestraft“. Die nicht genehmgingungspflichtigen psychotherapeutischen Gespräch werden weiter viel schlechter bezahlt. Da kann es sich niemand leisten, davon viel zu erbringen.

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So bleibt doch alles beim Alten: Arbeitsunfähigkeitszeiten, Krankenhausbehandlungskosten und Frühberentung auf Grund psychischer Störungen nehmen zu. Abgesehen von den Kosten brechen dabei auch Beitragszahler und Leistungsträger der Gesellschaft (in die Frühberentung z. B. durch ein Burn-Out) weg!

Es nützt nichts, wenn wie mit dem Psychotherapeutengesetz von 1999 nur zusätzliche Leistungserbringer in das System gebracht werden, solange nicht die Systematik des „Spätbehandlungssystems“ in der Psychotherapie, manifestiert in den irrsinnigen Wartezeiten bei den Psychotherapeuten, revolutioniert wird.

Man kann aber sagen: Das Gesundheitssystem und die Gesellschaft können funktionieren. Dies kann man aus der Abnahme zum Beispiel der Frühberentungen bei Herz-Kreislauferkrankungen und degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen erkennen, wenn das Gesundheitssystem und die Gesellschaft auf Frühintervention und Prävention der Krankheiten ausgerichtet ist!

PSYCHOTHERAPIE, KIEL, GERHARD.LEINZ@DGN.DE, WWW.PRAXIS-LEINZ.DE

GERHARD LEINZ, FACHARZT FÜR PSYCHOSOMATISCHE MEDIZIN UND

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PRAXIS Î KV INFORMATION FÜRS WARTEZIMMER

Neue Broschüre zum Thema Organspenden L?CPIHPC?L?ONM=B?HMCH><?L?CNH;=BCBL?G.I>)LA;H?TOMJ?H>?HQC??CH?;ENO ?FF?-NO>C?<?F?ANI=BHOLD?>?L0C?LN?B;N?CH?H-J?H>?L;OMQ?CMC?&;H>?MP?LNL?NOHA >?L.?=BHCE?L%L;HE?HE;MM?-=BF?MQCA"IFMN?CHOH>>;M%C?F?L!?MOH>B?CNMGCHCMN?LCOG B;<?H?CH?LIM=BèL?B?L;OMA?<L;=BN>C?;O@>;M.B?G;)LA;HMJ?H>?;O@G?LEM;G G;=BNYLTN?EãHH?H>C?M?LIM=BèL?@èLM1;LN?TCGG?L<?MN?FF?H

Hinter jeder Organspende steht ein Lebensretter Nur wenige Menschen kommen nach ihrem Tod als Organspender in Frage, denn Voraussetzung für die Organspende ist der Hirntod. Das heißt, dass der endgültige und unwiederbringlicher Ausfall aller Hirnfunktionen nachgewiesen worden ist. Eine Gehirnblutung, ein Unfall, ein geplatztes oder ein verstopftes Blutgefäß sind die häufigsten Ursachen. Dieses sind Ereignisse, die ganz plötzlich auftreten. Aus dem Nichts bricht dann die Todesnachricht über die Angehörigen herein. Für die Angehörigen ist es schwer zu begreifen, dass nur die moderne Intensivmedizin die Herz-Kreislaufund Lungenfunktion aufrechterhält, dass das Herz noch schlägt, obwohl der Patient schon verstorben ist. 2009 spendeten in Deutschland rund 1.200 Menschen ihre Organe, über 4.000 Patienten konnten dadurch ein neues Leben beginnen. Über 150 von ihnen waren noch keine zwölf Jahre alt. Bis zum 31. Oktober 2010 gab es in Schleswig-Holstein 29 realisierte Organspenden bei 68 Meldungen durch die Krankenhäuser. 2009 waren es im gleichen Zeitraum 28 realisierte Organspenden bei 53 Meldungen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Nord liegt Schleswig-Holstein damit statistisch im bundesweiten Vergleich im unteren Drittel.

Org ans pen dea nach § 2 des Transp lantati

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Organspende onsges etzes

Name, Vornam e

verkürzt S verkür

verkürzte Seite 85mm

Noch nicht einmal jeder fünfte Mensch in Deutschland hat auf einem Organspendeausweis dokumentiert, ob er im Falle seines Hirntods mit einer Organspende einverstanden ist. Dies geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Wenn ein Verstorbener seine Entscheidung zu Lebzeiten nicht dokumentiert hat, müssen die nächsten Angehörigen entscheiden, ob sie einer Organspende zustimmen. Für alle Beteiligten ist dies eine besonders schwierige Situation. Für die Ärzte, die bis zum Schluss um das Leben eines Patienten gekämpft haben und nun Familie und Freunden nicht nur die Nachricht vom Tod ihres Angehörigen überbringen, sondern sie zudem auch auf das schwierige Thema Organspende ansprechen müssen. Und vor allem für die Familie des Verstorbenen ist es schwer zu ertragen, in dieser Trauersituation eine Entscheidung in seinem Sinne treffen zu müssen.

Geburtsdatum

Straße PLZ, Wohnor t

Antwort auf rganspende Ihre persön lichen Fragen schenkt der gebührenfreie Leben. erhalten Sie n Rufnummer 0800 / 90 40 beim Infotelefon Organspende 400. unter

Org ans pen dea nach § 2 des Transp lantati

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Organspende onsges etzes

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Entscheidu n fürs Leben g

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S s a T la Me

Organspend er ihre Angehö und rigen

Die Broschüre kann – ebenso wie ein Organspendeausweis – kostenlos unter www.tk.de/lv-schleswigholstein bestellt oder heruntergeladen werden. Beim Gesundheitsministerium ist die Broschüre per E-Mail erhältlich: anja.ullrich@sozmi.landsh.de. Weitere Informationen gibt es auch unter www.sozialmini-sterium.schleswig-holstein.de, Stichwort: Organspende. KARLA FRIEBEN-WISCHER, TK-LANDESVERTRETUNG SCHLESWIG-HOLSTEIN

Um anzuregen, sich rechtzeitig mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen und eine Entscheidung zu treffen, haben das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein und die TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein die Broschüre „Entscheidung fürs Leben“ herausgegeben. 24

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PRAXIS Ă&#x17D; KV BEKANNTMACHUNGEN

Ă&#x2013;ffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäĂ&#x; Paragraf 103 Abs. 4 SGB V C?%;MM?HĂ&#x201C;LTNFC=B?0?L?CHCAOHA-=BF?MQCA"IFMN?CHM=BL?C<N;O@HNL;APIHYLTN?H *MS=BINB?L;J?ON?H>?L?H*L;R?HTOL_<?LH;BG?>OL=B?CH?H(;=B@IFA?L;OMMI@?LH?M MC=B<?C>?GG;Ă°A?<FC=B?H*F;HOHAM<?L?C=BOG?CH@èLQ?CN?L?4OF;MMOHA?HA?MJ?LLN?M !?<C?NB;H>?FN Fachgebiet

Planungsbereich*

Praxisform

Bewerbungsfrist**

Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Kiel

EP

31.01.2011

18390/2010

*

Die Stadt Kiel und die Stadt LĂźbeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle Ăźbrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, auĂ&#x;er der Kreisregion Stadt NeumĂźnster/Kreis Rendsburg-EckernfĂśrde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL).

** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heiĂ&#x;t, es kĂśnnen nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal fĂźr ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, fĂźr welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefĂźgt wurde. Folgende Psychotherapeuten wurden rechtskräftig zur Vertragspraxis zugelassen: Stadt LĂźbeck Herr Dipl.-Psych. JĂśrg P. Willeke, Psychologischer Psychotherapeut in 23560 LĂźbeck, Kronsforder Allee 25a, verlegt zum 1. Januar 2011 seine Vertragspraxis nach 23564 LĂźbeck, HohelandstraĂ&#x;e 58.

Kreis Ostholstein Herr Dr. phil. Dipl.-Psych. Eckard Winderl ab 1. Januar 2011 als Psychologischer Psychotherapeut fĂźr einen halben Versorgungsauftrag fĂźr 23746 Kellenhusen, Hamburger StraĂ&#x;e 4, als Nachfolger fĂźr Frau Andrea DrĂźnert.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern: Flensburg

04551 883 378 04551 883 291

Schleswig-Flensburg Nordfriesland

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufĂźgen. Ferner ist ein polizeiliches FĂźhrungszeugnis der Belegart â&#x20AC;&#x17E;Oâ&#x20AC;&#x153; (BehĂśrdenfĂźhrungszeugnis) zu beantragen.

RendsburgEckernfĂśrde

Kiel PlĂśn Ostholstein

Dithmarschen NeumĂźnster

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

LĂźbeck

Bewerbungen richten Sie bitte an: KVSH, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

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Segeberg

Steinburg

Pinneberg

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Stormarn

Herzogtum Lauenburg

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PRAXIS Ă&#x17D; KV MAMMOGRAPHIE-SCREENING

Ursachenforschung C?.?CFH;BG?L;N?;G';GGIAL;JBC?-=L??HCHAMN?CAN?LT?CNFC?ANMC?F;H>?MQ?CN <?C*LIT?HN.LINT>?GH?BG?HPC?F? L;O?H;H>?G*LIAL;GTOL LèB?LE?HHOHA PIHLOMNEL?<MHC=BNN?CFO@>?L-O=B?H;=B>?H!LèH>?H@èBLN?>;M(?NTQ?LEÂ&#x161;?NLC@@N LOMNÂ&#x2030;?CH?/G@L;A?>OL=BC?LA?<HCMM?FC?A?HD?NTNPIL Die Aussendung der ersten FragebĂśgen erfolgte im Juni 2010. Frauen, die den ihnen vorgeschlagenen Termin zur Mammographie nicht wahrgenommen hatten, wurden vier Wochen später erneut angeschrieben und abermals um Teilnahme gebeten. Diesem zweiten Anschreiben wurden ein dreiseitiger anonymisierter Fragebogen sowie ein frankierter RĂźckumschlag beigefĂźgt. Das Befragungskonzept sah vor, dass je 5.000 Frauen in den vier Screening-Regionen Schleswig-Holsteins angeschrieben werden sollten. Die Response wurde mit 20 Prozent angenommen, so dass am Ende der Befragung 1.000 FragebĂśgen pro Region fĂźr die Endauswertung zur VerfĂźgung stehen sollten. Weiterhin sah das Befragungskonzept eine Zwischenauswertung Ăźber die ersten 250 RĂźckmeldungen pro Region vor, wobei sich jeweils die Hälfte der BĂśgen auf stationäre bzw. mobile Untersuchungseinheiten beziehen sollten. Drei Monate nach der ersten Aussendung lagen die angepeilten BĂśgen fĂźr drei Regionen wie geplant vor. FĂźr das nĂśrdliche Schleswig-Holstein waren erst 216 BĂśgen (91 FragebĂśgen aus der stationären und 125 aus der mobilen Einheit) eingegangen. Deshalb erfolgte die Zwischenauswertung nicht wie geplant Ăźber 1.000 sondern Ăźber 966 Fragebogen-RĂźckläufer. Antwortverhalten Zum Auswertungszeitpunkt lag der RĂźcklauf â&#x20AC;&#x201C; bezogen auf alle versendeten FragebĂśgen â&#x20AC;&#x201C; mit 14 Prozent unter dem erwarteten RĂźcklauf von 20 Prozent mit einem besseren Antwortverhalten fĂźr Frauen mit Einladung in die mobile Einheit (maximale absolute Differenz von rund 8 Prozentpunkten, vgl. Abbildung 1).

RĂźcklauf in Prozent 20 15 10 5

SE 1: KERN

SE 2: Ăśstliches SH

SE 3: sĂźdwestliches SH

Mammobil

stationär

Mammobil

stationär

Mammobil

stationär

Mammobil

stationär

0

SE 4: nĂśrdliches SH

Abbildung 1: Fragebogen-RĂźcklauf bezogen auf alle Aussendungen (Stand: 01.09.2010)

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Soziodemographische Angaben Von den befragten 966 Frauen haben knapp 8 Prozent keine Angabe zu ihrem Alter gemacht. Rund 60 Prozent der Frauen mit gĂźltiger Angabe kamen aus der Altersgruppe 50-59 Jahre. Die Frage nach ihrem Partnerschafts-/Ehestatus haben 11 Prozent nicht beantwortet. Von den Frauen, die auf diese Frage geantwortet haben, lebten knapp 79 Prozent der Frauen in einer Partnerschaft/Ehe. Die Fragen zum Wohnort und zum beruďŹ&#x201A;ichen Status wurden von je 10 Prozent nicht beantwortet, die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die Frauen mit gĂźltiger Antwort auf die Fragen. Etwa 55 Prozent der Befragten leben in einer Stadt, 45 Prozent in eher ländlichen Wohngebieten. Die Hälfte der Frauen ist zum Zeitpunkt der Befragung noch (auĂ&#x;erhäusig) berufstätig und nahezu 30 Prozent sind bereits im Ruhestand. Am häuďŹ gsten fehlen die Angaben zum Schulabschluss (12,0 Prozent). Der hĂśchste, jemals erreichte Schulabschluss ist in allen Regionen relativ gleichmäĂ&#x;ig auf die drei Abschlussarten Volks-/Hauptschule bzw. Realschule/Polytechnische Oberschule bzw. (Fach-) Abitur verteilt. GrĂźnde fĂźr die Nicht-Teilnahme Der Fragebogen sah verschiedene BlĂścke von GrĂźnden vor, die zur Nicht-Teilnahme am Mammographie-Screening gefĂźhrt haben kĂśnnten. Dies waren: persĂśnliche GrĂźnde, Informationen, terminliche GrĂźnde, medizinische GrĂźnde oder als Freitextangabe sonstige GrĂźnde. 20 Frauen (2,1 Prozent) gaben in keinem dieser BlĂścke einen Grund an. Von den verbleibenden 946 Frauen wurden insgesamt 1.631 GrĂźnde genannt. Am häuďŹ gsten wurden GrĂźnde fĂźr die Nicht-Teilnahme am Mammographie-Screening in den Bereichen â&#x20AC;&#x17E;PersĂśnliche Einstellungâ&#x20AC;&#x153;, â&#x20AC;&#x17E;Medizinische GrĂźndeâ&#x20AC;&#x153; und â&#x20AC;&#x17E;Sonstige GrĂźndeâ&#x20AC;&#x153; genannt. Bei den â&#x20AC;&#x17E;Medizinischen GrĂźndenâ&#x20AC;&#x153; wurden am häuďŹ gsten â&#x20AC;&#x17E;erhalte halbjährliche oder jährliche Mammographie-Untersuchungâ&#x20AC;&#x153; (208/966; 21,5 Prozent), â&#x20AC;&#x17E;mĂśchte Untersuchung beim bisherigen Arzt durchfĂźhren lassenâ&#x20AC;&#x153; (204/966; 21,1 Prozent) und â&#x20AC;&#x17E;werde in besonderem Programm (z. B. QuaMaDi) untersuchtâ&#x20AC;&#x153; (134/966; 13,9 Prozent) als Grund fĂźr die Nicht-Teilnahme genannt. Bei der â&#x20AC;&#x17E;PersĂśnlichen Einstellungâ&#x20AC;&#x153; wurden als häuďŹ gste GrĂźnde â&#x20AC;&#x17E;ich bin privat versichertâ&#x20AC;&#x153; (141/966; 14,6 Prozent), â&#x20AC;&#x17E;sonstige GrĂźndeâ&#x20AC;&#x153; (117/966; 12,1 Prozent), â&#x20AC;&#x17E;Mammographie zu schmerzhaftâ&#x20AC;&#x153; (95/966; 9,8 Prozent) und â&#x20AC;&#x17E;Sorge vor Nebenwirkungenâ&#x20AC;&#x153; (89/966; 9,2 Prozent) genannt. Die häuďŹ gsten Antworten bzw. GrĂźnde fĂźr die Nicht-Teilnahme im Fragenblock â&#x20AC;&#x17E;Informationenâ&#x20AC;&#x153; waren: â&#x20AC;&#x17E;Arzt hat von Untersuchung abgeratenâ&#x20AC;&#x153; (37/966; 3,8 Prozent), â&#x20AC;&#x17E;zu wenig Wissen Ăźber das Mammographie-Screeningâ&#x20AC;&#x153; (34/966; 3,5 Prozent), â&#x20AC;&#x17E;Bekannte haben abgeratenâ&#x20AC;&#x153; (23/966; 2,4 Prozent), und

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PRAXIS Î KV „Bekannte haben negative Erfahrungen gemacht“ (23/966; 2,4 Prozent). Im Block „Termine“ wurden „vorgeschlagener Termin passte nicht“ (113/966; 11,7 Prozent) und „Teilnahme erst zu späterem Zeitpunkt erwünscht“ (74/966; 7,7 Prozent) am häufigsten genannt, gefolgt von „bei letzter Teilnahme zu lange Wartezeiten“ (20/966; 2,7 Prozent) und „zentrale Stelle wegen neuer Terminabstimmung telefonisch nicht erreicht“ (9/966; 0,9 Prozent).

60 50 40 30

Den Einladungsbrief der Zentralen Stelle benennen 48,8 Prozent (471/966) als Informationsquelle. Tageszeitungen und Zeitschriften werden von 16,1 Prozent (155/966) und ein Arzt von 17,6 Prozent (170/966) als Informationsquelle genannt, durch die sie auf das Screening aufmerksam geworden sind. Das Radio (25/966; 2,6 Prozent), Informationsveranstaltungen (20/966, 2 Prozent) und das Internet (5/966, 0,5 Prozent) spielen bei den befragten Frauen als Informationsquelle nur eine untergeordnete Rolle. Zusammenfassung und Fazit Trotz der unerwartet geringen Response Prozent der Frauen mit Nennung eines Grundes in dem stellen die erhobenen Daten eine deutschFragenblock landweit einzigartige und aussagekräftige Datenbasis dar. Ein Vergleich der soziodemographischen Angaben zwischen den vier Regionen Schleswig-Holsteins deutet auf eine homogene Stichprobe hin. Die Repräsentativität für alle screeningberechtigten Frauen in Schleswig-Holstein muss nach Beendigung der Befragung abschließend geprüft werden.

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Diese Zwischenauswertung der Daten liefert erste Hinweise darauf, warum Frauen in Schleswig-Holstein nicht am Mammo0 graphie-Screening teilnehmen. Es sind in Persönliche Informationen Termine Medizinische Sonstiges erster Linie persönliche, daneben mediziEinstellung Gründe nische Gründe. Organisatorische Gründe, Abbildung 2: Nennung von mindestens einem Grund in den Fragenwie etwa das Nicht-Auffinden oder zu geringe Öffnungszeiten der blöcken (bezogen auf alle Frauen; Stand: 01.09.2010) Screening-Einheit sowie das Nicht-Erreichen der Telefonzentrale Wissen rund um das Thema Mammographie-Screening in der Zentralen Stelle bei Fragen oder Terminverschiebungen Von allen befragten Frauen verbinden 55,6 Prozent (537/966) spielen bei den befragten Frauen praktisch keine Rolle (Daten eine Untersuchung zur Krebsfrüherkennung mit dem Begriff nicht im Detail dargestellt). Mammographie-Screening. Etwas weniger, nämlich 51,1 Prozent der Frauen (494/966), verbinden eine Röntgenaufnahme mit der Bisher genutzte „moderne“ Kommunikationsstrategien zur InforScreeninguntersuchung. mation über das Mammographie-Screening, wie Radio und Internetauftritt, sind von den Frauen nur wenig wahrgenommen worImmerhin 16,3 Prozent der Frauen (157/966) verbinden auch eine den oder haben keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Der Tastuntersuchung der Brust mit dem Mammographie-Screening, direkte Kontakt zum Arzt, Tageszeitungen und Zeitschriften sowie die jedoch nicht Bestandteil der eigentlichen Screening-Untersu- der Einladungsbrief zum Screening werden häufiger bei den Quelchung ist. Anhand von Freitextangaben kann geschlossen werden, len genannt, die auf das Screening aufmerksam gemacht haben. dass die Unterscheidung von Mammographie zur Früherkennung Hierin ist ein Ansatzpunkt für die weitere Steigerung einer inforoder zur Diagnostik immer noch Verständnisprobleme bereitet. mierten Teilnahme am Mammographie-Screening zu sehen. Potentielle Teilnehmerinnen sollten besser informiert werden, • „Ich habe (…) an dem Mammographie-Screening teilgenom- insbesondere zu den Aspekten: „Was ist Screening?“, „Wer men. Mit Überweisung vom Arzt.“ (55-59 Jahre, berufstätig, kommt in Frage (und wer nicht)?“, „Was ist der mögliche Nutsüdwestliches SH) zen?“ oder „Welche Risiken gibt es?“. Dazu sollten fundierte (evidenz-basierte) und sachliche Darstellung in Informationsma• „Habe zu einem früheren Zeitpunkt an einem Screening terialien gewählt werden. Großen Einfluss scheint das persönliche teilgenommen wegen Sekretion aus der Brust. Zwischen- Gespräch mit dem Arzt zu haben. zeitlich in Uniklinik Kiel operiert. Erfolgreich… Kein Krebs!!!“ (ohne Angaben zur Person, KERN-Region) Hierzu ist aber anzumerken, dass dringend auch eine bessere Information der Ärzteschaft über das Mammographie-Screening • „Ich nehme an einer anderen Mammographie-Screening- erforderlich ist. Ein aktives ärztliches Abraten vom MammograUntersuchung teil. Diese wird auch nach dem 69. Lebensjahr phie-Screening oder die Anwendung der Mammographie ohne fortgesetzt.“ (60-64 Jahre, berentet, östliches SH) rechtfertigende Indikation – und dies, so zeigen die ersten Daten scheint es in relevantem Umfang immer noch zu geben – sind • „Danke für die Erinnerung! Werde einen Termin beim nicht akzeptabel. DR. ANNIKA WALDMANN, AGATHE HALLOF, PROF. DR. ALEXANDER KATALINIC Frauenarzt machen.“ INSTITUT FÜR KREBSEPIDEMIOLOGIE E.V. AN DER UNIVERSITÄT ZU LÜBECK (Alter 60-64 Jahre, berufstätig, nördliches SH) 10

Informationsquellen V

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PRAXIS Ă&#x17D; KV NEUE ABRECHNUNGSUNTERLAGEN

Alles auf einen Blick 'I>CÂ&#x2022;TC?LN?HF;A?"TOG"IHIL;L<?M=B?C> +O;LN;F

Die EinfĂźhrung der qualiďŹ kationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) zum 3. Quartal 2010 machen eine Ă&#x201E;nderung der Abrechnungsunterlagen erforderlich. Leider wieder etwas Neues fĂźr Sie. Das Positive ist, dass die komplizierten Berechnungen der hausärztlichen Zusatzbudgets entfallen und die Abrechnung dadurch etwas mehr Transparenz gewinnt. Die Darstellung des Regelleistungsvolumen (RLV) bleibt unverändert, daran schlieĂ&#x;en sich neu die kV-seitig fĂźr den Vertragsarzt gebildeten QZV an. Die Volumen der QZV weisen wir nochmals aus wie in der RLVMitteilung. In dem Einzelleistungsnachweis werden die abgerechneten QZV-Leistungen insgesamt unter der Ă&#x153;berschrift QZVLeistungen zusammengefasst. In der Gliederung stehen sie vor den RLV-Leistungen. Die Ergebnisse aller einzelner Schritten fĂźhren wir in einer Summe als bereitgestelltes Volumen der Praxis zusammen. Weil RLV und QZV miteinander verrechenbar sind, ist die Quote von RLV- und QZV-Leistungen gleich. Quoten ergeben sich dann, wenn das RLV/QZV-Gesamtvolumen mit Mehrleistungen Ăźberschritten

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werden. FĂźr die VergĂźtung der Mehrleistungen werden quartalsbezogen RĂźckstellungen in HĂśhe von zwei Prozent von der Morbiditätsbedingte GesamtvergĂźtung (MGV) je hausärztlichen bzw. fachärztlichen Versorgungsbereich nach Trennungsfaktor gebildet. Die Mehrleistungen aller Ă&#x201E;rzte eines Versorgungsbereiches werden zu einer Summe addiert. Die RĂźckstellungssumme dividiert durch die Summe der Mehrleistungen ergibt die Quote. Die errechnete Quote wird nun mit der Summe Ihrer Mehrleistungen multipliziert und ergibt den VergĂźtungsbetrag der Mehrleistungen. Beispiel: Mehrleistungen Mehrleistungen 2% RĂźckstellung Quote Quotierung VergĂźtung

3.500 Euro Arzt 380.500 Euro alle Fachärzte 50.000 Euro von MGV Fachärzte nach Trennungsfaktor 50.000 Euro : 380.500x100 = 13,14% 3.500 Euro x 13,14% 459,90 Euro

Diese Neuerungen wirken sich jedoch nicht fßr diejenigen aus, die anstelle von RLV und QZV Kapazitätsgrenzen zugeordnet erhalten.

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ERNST SIEVERS, KVSH

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PRAXIS Î KV

Anlage H

Honorarabrechnung Bestimmung des Volumens bei Wachstumsärzten

Praxisbezeichnung BSNR Praxisstatus Name

Durchschnittsfallzahl (RLV)

Fallwert der Arzt- Tätigkeits- Vergruppe RLV/QZV umfang gleichsfallzahl der Arztgruppe

erbrachte RLVrelevante Fallzahl

Volumen (3x6)

Obergrenze des Gesamtvolumens der Arztgruppe (3x5)

Volumen *)

(1)

(2)

(3)

(4)

(5)

(6)

(7)

(8)

(9)

xxxxxx

1.000,0

50,00

0,5

500

400

20.000,00

25.000,00

25.000,00

*) Erläuterung

Aufschlag für Gemeinschaftspraxen

20% 5.000,00

Volumen der Ärzte mit RLV, ggf. QZV Name

RLV/QZV Bezeichnung

Volumen

yyyyyy

RLV

30.000,00

QZV1

1.800,00

QZV2

3.600,00

QZV3

1.800,00

RLV

30.000,00

QZV4

5.000,00

QZV5

1.000,00

zzzzzz

Bereitgestelltes Volumen der Praxis

103.200,00

Vergütung für RLV/QZV-relevante Leistungen Forderung

bereitgeForderung stelltes RLV/ innerhalb QZV RLV/QZV

restliche Quote für abgestaffelte Forderung Leistungen

abgestaffelte Vergütung

Gesamtvergütung

130.000,00

103.200,00

26.800,00 30,82%

8.260,30

111.460,30

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103.200,00

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PRAXIS Ă&#x17D; KV KONGRESS

Gesundheitsberufe im Wandel

/HN?LH?BG?H4OEOH@N?LO@OHA!?MOH>B?CNÂ&#x2021;MIF;ON?N>;M.B?G;>?MTQ?CN?H M=BF?MQCABIFMN?CHCM=B?H%IHAL?MM?M0?LH?NTN?!?MOH>B?CNO@CHF;>OHAPIH!?MOH> B?CNMGCHCMN?LL"?CH?L!;LAQ?L>?H;G OH>

$;HO;L

CH%C?FP?LM=BC?>?H? MJ?EN?>CMEONC?LN

Vernetzte Gesundheit â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘

Was tun, wenn der Arzt als Zentrum der Versorgung auf dem Land fehlt? Das Selbstbild der Ă&#x201E;rzte â&#x20AC;&#x201C; Demotivierung aus VerzweiďŹ&#x201A;ung? Wo bleibt die Berufung? Behandlungspfad Allgemeinarztausbildung Was sind Anreize fĂźrs Dableiben niedergelassener Ă&#x201E;rzte und wer schafft sie? Die Rolle der Krankenhäuser â&#x20AC;&#x201C; Durchlauferhitzer oder Motivator fĂźr Niederlassungen? Neue Berufe â&#x20AC;&#x201C; Neue Märkte oder Berufung mit Mut zur LĂźcke?

Warum dieses Thema? Der demographische Wandel verändert die Anforderungen an Versorgungsstrukturen und an die Gesundheitswirtschaft insgesamt. Menschen leben länger und brauchen deshalb andere Versorgungsangebote â&#x20AC;&#x201C; insbesondere solche, die auf mehrere Krankheiten gleichzeitig ausgerichtet sind, Stichwort: Mulitimorbidität. Das verändert nicht nur auch die Berufsbilder. In der Gesundheitsversorgung ebenso wie in den Bereichen Medizintechnik oder Medizinprodukte. DafĂźr braucht die Gesellschaft angemessene Antworten. Denn, Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsversorgung setzen zuallererst qualiďŹ zierte, engagierte Menschen voraus â&#x20AC;&#x201C; und nicht zuletzt: ausreichend viele. Die wird es nur geben, wenn â&#x20AC;&#x17E;Berufung Gesundheitâ&#x20AC;&#x153; ein attraktives Angebot ist! ZukĂźnftige Gesundheitsversorgung erfordert auch intelligente Delegation und Kooperation und verändert schon dadurch ganze Berufsbilder. Veränderte Berufe brauchen neue Rahmenbedingungen und neue QualiďŹ kationen. Dabei spielt Vernetzung eine groĂ&#x;e Rolle. Demzufolge mĂźssen alle Beteiligten ihre Rolle weiter sehen, als â&#x20AC;&#x17E;nurâ&#x20AC;&#x153; im Rahmen einer gewachsenen Zuständigkeit. Das kann ausgezeichnet funktionieren â&#x20AC;&#x201C; jenseits von Sektorengrenzen und trotz Partikularinteressen. Auf dem Kongress werden zahlreiche Beispiele vorgestellt und diskutiert werden. Dabei geht es nicht nur um drohenden Ă&#x201E;rztemangel, sondern auch um Fach30

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â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘ â&#x20AC;˘

Interprofessionell sektorenĂźbergreifend â&#x20AC;&#x201C; aus der Not(wendigkeit) muss eine Tugend werden!? QualiďŹ zierung in der Gesundheitsversorgung â&#x20AC;&#x201C; zwischen Entlasten und Ersetzen entstehen neue Arbeitsplätze. SystemlĂśsungen â&#x20AC;&#x201C; Allheil- oder Wundermittel? Wie funktionieren die Systeme und was lĂśsen sie? Herausforderung ältere Patienten. Versorgungs- und Gesellschaftsthema.

kräftemangel zum Beispiel in der KrankenpďŹ&#x201A;ege. Zur Berufung Gesundheit gehĂśren auch neue Berufe wie Case-, Praxis- oder Entlassungsmanager. Ganz andere oder Ăźberhaupt beruďŹ&#x201A;iche Perspektiven bietet die QualiďŹ zierung. Wenn Fachkräfte immer hĂśherwertigere Leistungen erbringen, um Ă&#x201E;rzte zu entlasten, braucht es immer noch jemanden, der das Essen bringt, die Betten macht oder die Patienten von einer Untersuchung zur nächsten bringt. Um die zu entlasten, die zuviel Arbeit haben, kĂśnnen Menschen qualiďŹ ziert werden, die bislang keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hatten. Es werden u. a. Peter Clever (BDA/BA), Dr. Bernhard Gibis (KBV), Dr. Rudolf KĂśsters (DKG), Dr. Frank Ulrich Montgomery (BĂ&#x201E;K), Prof. Dr. Wolf Rainer Wendt (DGCC), Andreas Westerfellhaus (DPR), JĂźrgen-Heiko Borwieck (Dräger Medical), Prof. Dr. Jens Scholz (UK S-H) und Sabine Ridder (VmF) ihre Positionen vorstellen und diskutieren. RANDY LEHMANN, GESUNDHEITSMINISTERIUM SCHLESWIG-HOLSTEIN

Mehr Informationen: www.vernetzte-gesundheit.de

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PRAXIS Ă&#x17D; KV WORKSHOP

Arztberuf â&#x20AC;&#x201C; Traum oder Alptraum? Diskutieren Sie mit! LTN<?LO@Â&#x2021;.L;OGI>?LFJNL;OG/HN?L>C?M?G'INNIP?L;HMN;FN?N>C?%;MM?HĂ&#x201C;LTNFC=B? 0?L?CHCAOHA-=BF?MQCA"IFMN?CHCH4OM;GG?H;L<?CNGCN>?LYLTN?A?HIMM?HM=B;@N(IL> Ă&#x2018;Y!(Ă&#x2019;?CH?H1ILEMBIJCG,;BG?H>?M%IHAL?MM?M0?LH?NTN?!?MOH>B?CN

OH>FĂ&#x201C;>N -C?B?LTFC=B?CH>;<?CTOM?CH Die StoĂ&#x;richtung des Workshops ist ganz klar: Arzt in SchleswigHolstein ist ein Beruf mit Zukunft! Bei steigender Morbidität und sinkenden Arztzahlen ďŹ ndet jeder Mediziner in SchleswigHolstein ein gutes Klima fĂźr seine Tätigkeit in der ambulanten Versorgung. Verschiedene Beispiele aus der Praxis sollen einen Ă&#x153;berblick Ăźber die vielfältigen Formen ambulanter medizinischer Versorgung geben. Dabei kommen Praxisnetze genauso zu Wort wie innovative Praxen oder der Landarzt, fĂźr den Beruf wirklich Berufung ist und der ihn trotz aller Widrigkeiten wieder ergreifen wĂźrde. In einer Podiumsdiskussion mit dem Titel â&#x20AC;&#x17E;Arztberuf im Wandelâ&#x20AC;&#x153; ist die junge Generation gefordert. Hier kommt der medizinische Nachwuchs zu Wort und soll sagen, worauf es ihm ankommt.

WORKSHOP der KVSH & Ă&#x201E;GN am 19. Januar 2011, von 14.00 bis 16.30 Uhr Halle 400, Kiel PROGRAMM y BegrĂźĂ&#x;ung durch Dr. Ingeborg Kreuz und Dr. Klaus Bittmann y EinfĂźhrung â&#x20AC;&#x17E;Arzt in Schleswig-Holstein, ein Beruf mit Zukunftâ&#x20AC;&#x153; y Versorgungsvielfalt â&#x20AC;&#x201C; Beispiele aus der Praxis y Podiumsdiskussion â&#x20AC;&#x17E;Arztberuf im Wandelâ&#x20AC;&#x153; mit Dr. Heiner Garg, Minister fĂźr Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein und Initiator des Kongresses Vernetzte Gesundheit

Melden Sie sich noch heute kostenlos an Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos â&#x20AC;&#x201C; die Plätze sind jedoch begrenzt und werden nur nach schriftlicher Voranmeldung vergeben. Onlineanmeldung unter: http://niedergelassene.vernetzte-gesundheit.de Faxanmeldung unter: 030 498 550 30 Â&#x2020;Ich nehme am Workshop â&#x20AC;&#x17E;Arztberuf â&#x20AC;&#x201C;Traum oder Alptraum?â&#x20AC;&#x153; teil Â&#x2020; Frau

Â&#x2020;

Vorname Name StraĂ&#x;e, Nummer PLZ, Ort E-Mail Telefon/Fax V

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Teilnehmer des kostenlosen Workshops haben zusätzlich die MÜglichkeit, fßr den ersten Kongresstag eine Tageskarte zum Sonderpreis zu erwerben.

Herr Â&#x2020;Ich bestelle verbindlich eine Tageskarte zum Sondertarif von 100,00 Euro (inkl. 19% MwSt.) fĂźr den ersten Kongresstag inkl. Abendveranstaltung am 19. Januar 2011. Die ermäĂ&#x;igte TeilnahmegebĂźhr gilt nur fĂźr niedergelassene Ă&#x201E;rzte und medizinisches Fachpersonal in Verbindung mit der Teilnahme am Workshop und kann nur unter Vorlage entsprechender Dokumente gewährt werden (Ă&#x201E;rzte â&#x20AC;&#x201C; Kopie des Arztausweises, medizinisches Fachpersonal â&#x20AC;&#x201C; Bestätigung der beschäftigenden Arztpraxis/Einrichtung). Bitte faxen Sie den entsprechenden Nachweis mit dieser Anmeldung. Eine nachträgliche Einreichung ist nicht mĂśglich.

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PRAXIS Ă&#x17D; KV PSYCHOTHERAPIE

Regelungen fĂźr die Online-Abrechnung -=BIHBĂ&#x201C;OÂ&#x2022;AQOL>?>;L;O@BCHBCHA?QC?M?H<>?G $;HO;L

?LQ;LN?N;O=B>C? 0?LNL;AMJMS=BINB?L;J?ON?H>C?J;JC?LFIM?F?CNOHAMA?<OH>?H?Ă&#x2018;)HFCH?Ă&#x2019;<L?=BHOHA #H4OEOH@NMIFF?HGĂŁAFC=BMNE?CH?LF?C#H@ILG;NCIH?HOH>;N?HG?BLCH*;JC?L@ILGTOL %0-"A?F;HA?H Formblatt PTV 7b verbleibt in der Praxis Die Ă&#x153;bermittlung der Quartals-Abrechnung kann bereits schon seit längerer Zeit per Internet Ăźbermittelt werden. Nun ist auch fĂźr das Formblatt PTV 7b (Anerkennungsbescheide der Krankenkassen), welches bislang regelmäĂ&#x;ig per Briefpost an die Kassenärztliche Vereinigung geschickt werden musste, eine LĂśsung gefunden worden. Auf die regelmäĂ&#x;ige Weitergabe dieses Papiers wird zukĂźnftig verzichtet. So ist es ab dem 1. Januar 2011 nicht mehr notwendig, die Anerkennungsbescheide der Krankenkassen â&#x20AC;&#x201C; das Formblatt PTV 7b bei der Abrechnungsabteilung der KVSH einzureichen. Diese neue Regelung gilt bereits schon fĂźr die Abrechnung des 4. Quartals 2010. In Papierform sollen die Anerkennungsbescheide (PTV 7b) nur noch nach besonderer Aufforderung zu stichprobenartigen Kontrollzwecken abgegeben werden. Die regelmäĂ&#x;ig zu prĂźfende Stichprobe umfasst 10 Prozent der im jeweiligen Quartal bei der KVSH abrechnenden Psychotherapeuten. Aus diesem Grunde ist es weiterhin wichtig, die Formulare PTV 7b in der Praxis zu verwahren (es gilt die Ăźbliche AufbewahrungspďŹ&#x201A;icht 10 Jahre). KVSH benĂśtigt Daten des Anerkennungsbescheides Die KVSH ist weiterhin auf Daten aller durch die Krankenkassen genehmigten und von den Psychotherapeuten insgesamt abgerechneten GebĂźhrenordnungsnummern je Abrechnungsschein angewiesen. Diese werden zukĂźnftig ausschlieĂ&#x;lich leitungsgebunden (online) mit der Quartalsabrechnung Ăźbermittelt.

Die Sammelerklärung â&#x20AC;&#x201C; das letzte StĂźck Papier Das letzte StĂźck Papier, welches im Zusammenhang mit der Quartalsabrechnung fĂźr die meisten Psychotherapeuten vorerst noch bleibt, ist die grĂźne Sammelerklärung. Die ausschlieĂ&#x;liche leitungsgebundene Ă&#x153;bermittlung dieser wichtigen Erklärung ist nur mit einer IdentitätsprĂźfung (AuthentiďŹ zierung) durch eine elektronische Signaturkarte (z. B. Heilberufeausweis) mĂśglich. Dieses Verfahren ersetzt die rechtsverbindliche eigenhändige Unterschrift unter ein Dokument. Den Heilberufeausweis kĂśnnen bislang nur Ă&#x201E;rzte bekommen. Die Psychologischen Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein kĂśnnen von ihrer zuständigen Psychotherapeutenkammer noch keinen elektronischen Heilberufeausweis erhalten. Und andere Signaturkarten wie beispielsweise die medisign Card sind unter dieser Berufsgruppe kaum verbreitet. So muss die grĂźne Sammelerklärung weiterhin auf Papier per Hand ausgefĂźllt werden und an die KVSH Ăźbersandt werden. Die Erklärung kann im geschĂźtzten Internetbereich der KVSH ausgefĂźllt werden. Doch auch die dort ausgefĂźllte Erklärung muss ausgedruckt werden, vom Psychotherapeuten eigenhändig unterschrieben und an die KVSH Ăźbermittelt werden. HEIKO BORCHERS, PSYCHOLOGISCHER PSYCHOTHERAPEUT, KINDER- UND JUGENDLICHENPSYCHOTHERAPEUT, KIEL

Hierbei handelt es sich um folgende Daten: y

Antragsdatum

Datum Unterschriftsleistung Patient auf Antrag PTV 1

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Anzahl bewilligter Leistungen

Angaben gemäĂ&#x; Formblatt PTV 7b

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Art der bewilligten Leistung (EBM-Ziffer)

Angaben gemäĂ&#x; Formblatt PTV 7b

y

Datum Anerkennungsbescheid

Angabe vom Formblatt PTV 7b Ăźbernehmen

y

Anzahl abgerechneter Leistungen

meist automatisiert errechnet durch Abrechnungssoftware

Alle Software-Systeme bieten fĂźr die vorab genannten Daten Erfassungsfelder. Wo diese Felder jedoch genau zu ďŹ nden sind, muss der Psychotherapeut der Beschreibung seines Softwareanbieters entnehmen. Bei Problemfällen kann hier die Abteilung EDV der KVSH Hilfestellung geben. Die Angabe der Anzahl der abgerechneten Leistungen wird bei den meisten Systemen automatisiert errechnet und Ăźbermittelt

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AKTUELL

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PRAXIS & KV NEUES AUS KVEN UND KBV

Gefahr von ArzneimittelRegressen wird überschätzt Dortmund – Arzneimittel-Regresse machen junge Ärzten Angst – und halten sie in vielen Fällen von einer Niederlassung als Vertragsarzt ab. Das zeigt eine aktuelle Arztstudie der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Jeder zweite Jungarzt sieht in den möglichen Regressforderungen ein Hindernis für die Übernahme einer eigenen Praxis. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) kann jedoch Entwarnung geben: „Hier klaffen die gefühlte Bedrohung und die Wirklichkeit weit auseinander“, weiß Dr. Wolfgang-Axel Dryden, 2. Vorsitzender der KVWL. In Westfalen konnte der im Gesetz verankerte Prüfdruck erheblich reduziert werden. Insbesondere die Ärztinnen und Ärzte in den ländlichen Regionen Westfalens arbeiten nahezu frei von Verordnungsprüfungen und Regressen – das zeigt eine Analyse aller Prüfungen und Regresse des Jahres 2008. „Mit unseren Zahlen können wir ganz klar die oft kolportierte Mär widerlegen, dass gerade Ärzte in ländlichen Regionen aufgrund der höheren Verordnungsnotwendigkeiten einer erheblich höheren Regressgefahr ausgesetzt seien“, kommentiert Dr. Wolfgang-Axel Dryden, 2. Vorsitzender der KVWL. „In der Realität ist das Gegenteil der Fall: Die Niederlassung als Landarzt bietet sichere Arbeitsbedingungen. Kein Kollege, der seine Patienten angemessen versorgt, muss Angst vor Prüfungen haben.“

Hausarztvertrag von AOK und KV Hamburg erweitert Hamburg – „Eigentlich müssten wir von einem ‚Patientorientierten Hausarztvertrag’ sprechen.“ Mit diesen Worten kommentierte Cornelia Prüfer-Storcks, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg, die Weiterentwicklung des „Vertrages zur Hausarztzentrierten Versorgung“ zwischen der AOK und der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg. Der bereits seit zweieinhalb Jahren bestehende Vertrag wurde nun deutlich erweitert. „Dabei haben wir auf für unsere Versicherten spürbare Versorgungsqualität gesetzt und sind auch neue Wege gegangen“, begründete Prüfer-Storcks ihre Einschätzung. Sie wies vor allem auf die deutlich höhere Honorierung von Hausbesuchen, die Förderung von Abstimmungs- und Entlassungsgesprächen mit Fachärzten und Kliniken sowie das neue Angebot einer Termin-Abend- oder Samstagssprechstunde hin. „Leider haben wir wegen der merkwürdigen Regelungen im Gesetz fast zwei Jahre verloren“, ergänzte Walter Plassmann, stellvertretender Vorsitzender der KV Hamburg, „wir hätten den Vertrag gerne früher weiterentwickelt.“ Plassmann betonte, der KV liege vor allem am Herzen, das Engagement der Hausärztinnen und Hausärzte leistungsgerecht zu honorieren: „Der Hausarzt in einer Großstadt hat sehr viel mehr Koordinierungsaufgaben als sein Kollege vom Land, das bilden wir in den neu vereinbarten Leistungen ab.“ Er wies auf die Einführung eines umfassenden Arzneimittelchecks durch den Hausarzt hin, mit dem der Hausarzt die gesamte Medikation seines Patienten prüfen und in Absprache mit beteiligten Fachärzten gegebenenfalls „entschlacken“ könne. Die Erweiterungen des Vertrages gelten ab 1. November 2010.

Bayerischer Hausärzteverband stärkste Fraktion München - Als stärkste Fraktion geht die Liste des Bayerischen Hausärzteverbands mit Spitzenkandidat Dr. Wolfgang Hoppenthaller aus der Wahl zur Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hervor. Insgesamt 21 Sitze in dem Parlament der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Freistaat kann der Hausärzteverband künftig für sich beanspruchen. Zweitstärkste Fraktion ist die von Dr. Andreas Hellmann angeführte Facharztliste Bayern der Berufsverbände (GFB) mit 10 Sitzen. Es folgt die Liste des Bayerischen Facharztverbands, die fünf Sitze erreichte. Jeweils zwei Sitze in der neuen Vertreterversammlung können der Fachverband Freier Hausärzte in Bayern, die Liste Ausgezeichnete Qualität für Arzt und Patient sowie die Junge Liste für Kinder und Jugendliche für sich beanspruchen. Jeweils einen

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Nordlicht

Sitz verbuchten die Ärztinnen und Ärzteliste Bayern, Medi Bayern sowie die Liste Sprechende Medizin. Bei den Psychotherapeuten erhielt das Psychotherapeuten Bündnis drei Sitze und das Aktionsbündnis Psychotherapie zwei Sitze. Insgesamt hatten sich über 500 Kandidaten auf elf ärztlichen und vier psychotherapeutischen Listen um einen der insgesamt 50 Sitze in der Vertreterversammlung der KVB beworben – so viele wie nie zuvor. Auch die Wahlbeteiligung im Zeitraum zwischen 16. und 24. November war hoch: Bei den Ärzten lag diese bei rund 70 Prozent, bei den Psychotherapeuten bei rund 80 Prozent.

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PRAXIS Ă&#x17D; KV SERVICE

Sie fragen - wir antworten O@>C?M?L-?CN?A?B?HQCL;O@ L;A?H?CH >C?>?G-?LPC=?.?;G>?L%0-"CGG?L QC?>?LA?MN?FFNQ?L>?HC?HNQILN?H MIFF?H#BH?HB?F@?H#BL?H*L;RCM;FFN;A <?MM?LTO<?QĂ&#x201C;FNCA?H

ANTWORTEN DES SERVICE-TEAMS Wieso wird die Ziffer 32 (GOĂ&#x201E;) in der Honorarabrechnung in die 00032 umgestellt? Mache ich einen Fehler, wenn ich die 32 eintrage? Nein, der Ansatz der Ziffer 32 ist korrekt, die Ziffer wird von uns automatisch mit den drei Nullen ergänzt, da die KVSH intern nur 5-stellige Ziffern verarbeiten kann.

DĂźrfen die Ă&#x153;berweisungsvordrucke fĂźr die 10 Euro PraxisgebĂźhr, auf denen das Konto der KV angegeben ist, noch verwendet werden? Nein, das angegebene Konto bei der KV existiert nicht mehr; ausstehende PraxisgebĂźhren kĂśnnen nur noch in der Praxis entrichtet werden.

Wenn der Patient ohne Ă&#x153;berweisung oder sonstige PraxisgebĂźhr-Befreiungsnachweise kommt, nehmen wir in der Praxis die PraxisgebĂźhr ein. Sind wir verpďŹ&#x201A;ichtet, bei Nachreichung dieser, die 10 Euro zurĂźckzuerstatten? Nein, eine PďŹ&#x201A;icht zur Herausgabe der PraxisgebĂźhr bei nachträglich vorgelegter Ă&#x153;berweisung oder Befreiung besteht nicht. Es liegt im Ermessen der Praxis, ob die Ă&#x153;berweisung nachträglich angenommen wird. Die Rechtsgrundlage hierfĂźr ist der Bundesmantelvertrag Ă&#x201E;rzte.

Wie lange wird die Konvergenzregelung noch fortgestzt? Das letzte Quartal in dem die Konvergenzregelung zum Tragen kam, war das 2. Quartal 2010, also endete die Konvergenzregelung zum 30. Juni 2010.

Ich habe in der Ă&#x201E;rzte Zeitung gelesen, dass es in Schleswig-Holstein eine neue Grippeschutz-Impfziffer, die 99804, gibt. Ist diese Aussage richtig?  Nein, die Ziffer fĂźr die Grippeschutzimpfung hat sich in Schleswig-Holstein nicht geändert, weiterhin werden hier die Ziffern 89111 bei Personen Ăźber 60 Jahren und bei Patienten mit sonstiger Indikation 89112 abgerechnet.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 â&#x20AC;˘ montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr â&#x20AC;˘ freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 34

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DIE MENSCHEN IM LAND KOLUMNE

Wie ich es sehe ... EBM 2015 Ein Abrechnungs(Weihnachts-)märchen wurde wahr … Dr. Michael Drews

Wir schreiben das Jahr 2015. Der vor Jahren mehr als holperig gestartete und damals von der Vertragsärzteschaft fast geschlossen abgelehnte EBM 2009 hat sich dank des genialen Verhandlungsgeschickes der KBV zu einer EBM-Erfolgsstory weiterentwickelt und ist zu einem von allen Vertragsärzten anerkannten und geliebten Abrechnungswerk mit zukunftsweisenden Berufsperspektiven geworden. Unter dem EBM 2015 strömen die Jungmediziner wieder geschlossen in das ambulante System – von einem Hausarzt-oder Facharztmangel ist bei der üppigen Honorierung keine Rede mehr. Die Gründe für dieses Abrechnungsmärchen sind vielschichtig. Die Krankenkassen haben nach anfänglichem Zögern nun endlich freiwillig anerkannt, dass die Vertragsärzte und das ambulante System in der Vergangenheit chronisch unterfinanziert war und sie für die Morbidität ihrer Versicherten verantwortlich sind und haben deshalb ohne weitere Verzögerungstaktik angeboten, dass bei jeder Erkältungs oder Grippewelle zur Würdigung des ärztlichen Mehrarbeit ein zusätzlicher Honorarbonus in den Honorartopf fließen muss. Der mehr als mickerige Punktwert aus dem Jahr 2009 von 3,5 Cent ist Jahr für Jahr in Anerkennung von Qualität, Einsatz und Leistung der Vertragsärzteschaft auf nunmehr 5,5 Cent erhöht worden; das wiederum bedeutet zurzeit einen Fallwert von etwa 125 Euro pro Patient. Möglich wurde diese lange erhoffte und nun realisierte Krankenkassenphilosophie auch durch das Einstampfen der unsinnigen und bürokratisch aufgeblähten DMP-Programme – die hierdurch frei gewordenen Verwaltungsmilliarden fließen nun zu gleichen Teilen den Versicherten und den behandelnden Ärzten zu. Als Ergebnis kamen so die oben angeführten

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Honorarsteigerungen zustande. Gleichzeitig konnte der Beitragssatz der Versicherten um etliche Prozentpunkte gesenkt werden durch eine Basisbehandlung für alle Versicherten bei entsprechenden Zusatzleistungen, die in das jeweilige Ermessen der Patienten in Form von privaten Zusatzabsicherungen geführt wurde. All diese positiven Aspekte für die Vertragsärzteschaft (und auch die Patienten) wurden noch zusätzlich dadurch verstärkt, dass nach der letzten Bundestagswahl die Rolle der KVen neu definiert wurde: die KVen dürfen nun in enger Zusammenarbeit mit den Ärztegenossenschaften und Berufsverbänden als wirkliche Interessenvertretung der niedergelassenen Kollegen handeln. Die Abwanderung von Jungmedizinern ins Ausland ist unter der Prämisse des EBM 2015 längst vorbei. Die Kommunen in der Provinz abseits der großen Ballungszentren können sich vor Bewerbern kaum retten, da im EBM 2015 gleichzeitig für alle niedergelassenen Ärzte in ländlichen Gebieten ein Zusatzhonorar für die stärkere Bereitschaftstätigkeit vereinbart wurde. Wir schreiben das Jahr 2015 – der EBM 2015 ist mittlerweile derart transparent und anerkannt, dass sich die Vertragsärzte wieder ausschließlich um ihre Patienten und ihre Fortbildung kümmern können – das Honorar fließt quasi von allein … Also, liebe Kollegen, wir müssen nur noch die nächsten fünf Jahre EBM zähneknirschend durchstehen – dann wird alles gut! Man wird als Vertragsarzt gerade in der Weihnachtszeit ja wohl ein bisschen träumen dürfen …

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DIE MENSCHEN IM LAND VOR ORT

Ein Arzt im WĂźstenďŹ eber

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Im Jahr 2001 ďŹ ng alles an: Die FrĂźhjahrsferien verbrachten meine Frau, meine Tochter und ich in diesem Jahr in Tunesien. Es sollte ein Urlaub mit weitreichenden Folgen werden. Ich wurde vom â&#x20AC;&#x17E;WĂźstenvirusâ&#x20AC;&#x153; befallen, der mich bis heute nicht losgelassen hat. Sie kennen diesen Virus nicht? Kurz gesagt, darunter versteht man den Zwang, dieses fĂźr den Normalmenschen unwirtliche, aber sagenhaft schĂśne StĂźckchen Erde fĂźr sich zu entdecken und nach MĂśglichkeit auch zu durchqueren. Und das, wenn es geht, mit dem Motorrad oder mit einem Geländewagen. Rallyes in der WĂźste Aber der Reihe nach ... während des besagten Urlaubs unternahmen wir eine gefĂźhrte zweitägige Tour in die Sahara, genauer gesagt in den Ăśstlichen Teil des â&#x20AC;&#x17E;Grand Ergâ&#x20AC;&#x153;, der sich bis nach SĂźdtunesien erstreckt. Das Ziel der Reise war die Oase Ksar Ghilane. Diese Oase ist ein angesagter Ort fĂźr alle WĂźstenfahrer, so auch fĂźr eine Gruppe von zehn bis zwĂślf Endurofahrern, die mein Interesse auf sich zogen. Sie sahen in ihrer Kleidung mit Protektoren, Stiefeln und Brillen schon ziemlich martialisch aus, aber der Sound ihrer Einzylindermaschinen war natĂźrlich noch besser. Am meisten beeindruckte mich jedoch, wie sie sich mit ihren Stol36

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lenreifen durch den tiefen Sand frästen. Obwohl schon Ăźber 50 meldete ich mich bei Bert von Zitzewitz nach der RĂźckkehr vom Urlaub zu einem Endurokurs an. Die letzten Zweifel räumte dann mein Freund Dirk von Zitzewitz (Dakarsieger 2009) aus und nach dem ersten Endurokurs bei seinem Bruder in Karlshof war ich stolzer Besitzer einer Einzylinder KTM 450 cm mit 60 PS. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Endlich selbst mit dabei Vier weitere Endurokurse und exakt ein Jahr später war ich mit der Enduro in der Sahara â&#x20AC;&#x201C; natĂźrlich in Ksar Ghilane. Im nächsten Jahr wurde auch meine Frau mit eingespannt. Sie und ich waren von nun an das â&#x20AC;&#x17E;medical teamâ&#x20AC;&#x153;. Sie fuhr einen Defender 110 Geländewagen fĂźr Dirk von Zitzewitz` Motorradgruppe durch das marokkanische Atlasgebirge. Ich war als begleitender â&#x20AC;&#x17E;Medizinmannâ&#x20AC;&#x153; auf meiner Enduro immer als letzter im Tross. Auf unseren Touren durchquerten wir mehrmals Marokko, Libyen und Tunesien. Auch Frau und Tochter zog der afrikanische Kontinent in seinen Bann. SĂźdafrika, Namibia, Botswana und Sambia waren dann spektakuläre Reisen auf eigene Faust zu Dritt.

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DIE MENSCHEN IM LAND

Die Rallye „Grand Erg“ 2005 fiel mir dann eine Anzeige einer Amateurwüstenrallye in die Hände. Es handelte sich um ein 2.000 Kilometer langes Rennen durch die Sahara, genauer gesagt durch das südliche Tunesien, das normalerweise Sperrgebiet ist. Veranstalter war Jörg Russler, ein Rallyeorganisationstalent. Die Rallye nennt sich „Grand Erg“. Auch wenn es eine Amateurrallye ist, ist die Tour doch eine extreme Herausforderung an Physis, den Orientierungssinn und die Technik. Man fährt zu zweit auf Zeit nach Fahrtanweisungen (Roadbook) und nach GPS-Punkten, die allerdings spärlich gegeben sind. Der Beifahrer (Navigator) ist der Kapitän, der Fahrer der Maschinist. Dabei ist die Stimmung nicht immer lustig. Ich erinnere mich z. B. an vier Reifenpannen auf einer Etappe, an viele durch Defekte erzwungene, dennoch aber wunderbare Übernachtungen in der Sahara und leider auch an einen spektakulären Überschlag auf einer ersten Etappe mit Totalschaden – zum Glück ohne Verletzung dank entsprechender Ausrüstung mit Überrollkäfig (Vorschrift).

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Was bleibt? Ich habe in den letzten Jahren viele Freunde dazu gewonnen. Mit etwas Glück gelang auch mir der 3. Platz in der Gesamtwertung der „Rallye Erg oriental“ und 2009 fast ein Sieg auf der Rallye „Grand Erg“. Es fehlten am Ende nur knapp zehn Minuten. Man muss aber nicht immer schnell fahren. Schon auf einer touristischen Tour durch die Sahara vergisst man EBM, IPZV, Sprechstundenbedarf – einfach alles. Ist doch toll, oder? DR. ULRICH MÜLLER, ORTHOPÄDE AUS LÜBECK

Sahara-Rallye „Grand Erg“ Mehr Fotos und jede Menge Informationen zur Sahara-Rallye „Grand Erg“ mit allen Etappen, Interviews und HintergrundBerichten finden Sie im Internet unter www.grand-erg.de. Außerdem täglich per Satellit aktualisiert: die Rallye als interaktives Flash-Magazin.

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SERVICE VERORDNUNGSMANAGEMENT Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dĂźrfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich nicht nur neu niedergelassene Ă&#x201E;rzte immer wieder, zu groĂ&#x; ist die Gefahr, in die â&#x20AC;&#x17E;Regress-Falleâ&#x20AC;&#x153; zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungs-Dschungel kommen, informieren wir Sie auf dieser Seite Ăźber die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungs-Dschungel

So verordnen Sie richtig Alle Jahre wieder steht die Bestellung von Grippeimpfstoff fĂźr die nächste Grippesaison vor der TĂźr. Leider häufen sich auch wieder die Anträge der Krankenkassenverbände auf Schadenersatz fĂźr zu viel bestellte und nicht verimpfte Grippeimpfstoffe. In den letzten Jahren gab es keine Lieferengpässe mehr fĂźr Grippeimpfstoff, so dass die Vorratshaltung nicht erforderlich ist. Bestellen Sie lieber weniger und ordern Sie ggf. nach. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat eine Reihe von BeschlĂźssen zur Arzneimittelrichtlinie (Anlage III) gefasst, die nicht vom Bundesministerium fĂźr Gesundheit beanstandet wurden, sodass diese im Bundesanzeiger verĂśffentlicht werden und damit Rechtskraft erlangen. Es handelt sich um folgende BeschlĂźsse: Methylphenidathaltige Arzneimittel dĂźrfen nur noch von einem Spezialisten fĂźr VerhaltensstĂśrungen bei Kindern und/oder Jugendlichen verordnet und unter dessen Aufsicht angewendet werden. Spezialisten fĂźr VerhaltensstĂśrungen bei Kindern und/ oder Jugendlichen sind: y Fachärzte fĂźr Kinder Haben Sie Fragen? Dann rufen und Jugendmedizin, Sie das Verordnungsmanagey Fachärzte fĂźr Kinder- und ment der KVSH an: Jugendpsychiatrie und â&#x20AC;&#x201C; psychotherapie Ihr Ansprechpartner im y Fachärzte fĂźr NervenheilBereich Arzneimittel, Heilkunde, fĂźr Neurologie mittel und Impfstoffe und/oder Psychiatrie oder fĂźr Psychiatrie und Thomas Frohberg Psychotherapie Tel. 04551 883 304 y Ă&#x201E;rztliche Psychotherathomas.frohberg@kvsh.de peuten mit einer ZusatzIhre Ansprechpartnerin im qualiďŹ kation zur BehandBereich Sprechstundenbedarf lung von Kindern und Jugendlichen nach ParaHeidi Dabelstein graf 5 Abs. 4 der PsychoTel. 04551 883 353 therapievereinbarungen. heidi.dabelstein@kvsh.de In Ausnahmefällen dĂźrfen auch Hausärzte FolgeverordIhre Ansprechpartnerin im nungen vornehmen, wenn Bereich Hilfsmittel gewährleistet ist, dass die Aufsicht durch einen SpeAnna-SoďŹ e Plath zialisten fĂźr VerhaltensTel. 04551 883 362 stĂśrungen aus den oben anna-soďŹ e.plath@kvsh.de genannten Berufsgruppen

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erfolgt. Es mĂźssen regelmäĂ&#x;ig behandlungsfreie Zeitabschnitte eingelegt werden um den langfristigen Arzneimittelnutzen fĂźr den Patienten zu prĂźfen. Es wird empfohlen, die Arzneimittel mindestens einmal im Jahr abzusetzen, um das BeďŹ nden des Kindes zu beurteilen. Das Bundesinstitut fĂźr Arzneimittel hat den Antrag auf Zulassungserweiterung von Medikinet retardÂŽ im Erwachsenenalter abgelehnt. Auch alle anderen Präparate fĂźr die Behandlung von ADHS sind nicht fĂźr Erwachsene zugelassen. Eine Verordnung dieser Medikamente Ăźber das 18. Lebensjahr hinaus ist nicht zu Kassenlasten mĂśglich. Der Beschluss zum Verordnungsausschluss von Glitazonen (Monound Kombipräparate) tritt mit dem 1. April.2011 in Kraft. Hinsichtlich der Verordnung von Gliniden ist der Beschluss vorerst zum Ruhen gekommen, da noch Klärungsbedarf beim BMG besteht. Bei den Antidiarrhoika sind neben den bereits bekannten Ausnahmen seit September 2010 auch Motilitätshemmer bei schweren und länger andauernden DiarrhĂśen, auch wenn diese therapieinduziert sind, sofern eine kausale oder speziďŹ sche Therapie nicht ausreichend ist, zu Kassenlasten verordnungsfähig. Das Präparat AzzalureÂŽ (Faltenunterspritzung)ist in der Liste der Lifestylemedikamente (Anlage II) aufgenommen worden und somit keine Kassenleistung. Das Präparat DysportÂŽ ist nur noch fĂźr neurologische Indikationen und nicht mehr zur Faltenbehandlung zugelassen, daher wurde es von der Lifestyleliste gestrichen. DarĂźber hinaus ist in der Anlage XI (off-label-use) der Einsatz von Valproinsäure zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen geregelt worden. Hiernach wurde eine BehandlungsmĂśglichkeit mit Valpoinsäure geschaffen, wenn die Therapie mitanderen zugelassenen Arzneimitteln nicht erfolgreich war oder kontraindiziert ist. Diese Behandlung darf nur durch Fachärzte fĂźr Nervenheilkunde und/oder Psychiatrie oder Psychiatrie und Psychotherapie erfolgen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist eine sehr sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und umfassende Beratung (erhĂśhtes Missbildungsrisiko) erforderlich. Im Falle einer Verordnung ist das Aut-idem-Kreuz zu setzen, da nur 6 Hersteller den bestimmungsgemäĂ&#x;en Gebrauch bei dieser Indikation anerkennen.

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THOMAS FROHBERG, KVSH

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SERVICE HEILMITTEL

Unbekannt oder unbeachtet? C?-CNO;NCIH>?LCHN?L>CMTCJFCHÓL?H LèB@ãL>?LOHACH-=BF?MQCA"IFMN?CH Heilpädagogische und medizinisch-therapeutische Leistungen unter einem Dach: Seit zwei Jahren stehen behinderten oder von einer Behinderung bedrohten Kindern in Schleswig-Holstein ab Geburt bis zum Schuleintritt neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Die Komplexleistung, bestehend aus heilpädagogischen Leistungen und mindestens einer medizinisch-therapeutischen Leistung (Physio-, Ergotherapie und/oder Logopädie), wird mittlerweile landesweit durch zwölf Interdisziplinäre Frühförderstellen (IFF) angeboten (siehe Abbildung 1). Weitere Einrichtungen stehen in den Startlöchern. In Schleswig-Holstein soll eine möglichst flächendeckende Versorgung erreicht werden.

An dieser Stelle soll daher ein Überblick gegeben werden, wie die Zugangsvoraussetzungen und das Antragsverfahren aussehen, welchen Leistungsumfang die IFF abdeckt und wie die Kostenträgerschaft geregelt ist.

Wer kann Leistungen in einer IFF erhalten? Die Leistungen der IFF richten sich an behinderte oder von der Behinderung bedrohte Kinder ab Geburt bis zum Schuleintritt. Eine Leistung ist nur dann ausgeschlossen, wenn ein Kind in einer Kindertagesstätte oder einer heilpädagogischen Kleingruppe integrativ gefördert wird. Gleiches gilt auch, wenn das Kind bereits Heilmittel aufgrund dieser BehindeFrühförderung der Lebenshilfe Ostholstein Am Petroleumhafen 2 23611 Bad Schwartau rung über eine Heilmittelverordnung IFF Angela Metzler Waldstr. 6 23701 Eutin erhält. A.K. TIV Therapiezentrum Eutin GmbH Ohmstr. 6 23701 Eutin Eltern bzw. Sorgeberechtigte können Therapiezentrum Flensburg Fichtestr. 11 24943 Flensburg ihre Kinder im Rahmen eines offenen IFF im Therapiehaus West Friesische Str. 21 24937 Flensburg Beratungsangebotes direkt in der IFF IFF Flensburg-Nord Feldstr. 16 24939 Flensburg vorstellen. IFF Sabine Haberkorn An der Schanze 45 24159 Kiel Wird jedoch im Ergebnis eine interIFF Kaltenkirchen und Umgebung Hamburger Str. 54 24568 Kaltenkirchen disziplinäre Eingangsdiagnostik einTherapeutische Praxis Kaltenkirchen Kisdorfer Weg 3 24568 Kaltenkirchen geleitet, bedarf es einer ÜberweiIFF Norderstedt Kirchenstr. 12a 22848 Norderstedt sung. IFF Familienräume GmbH

Rübekamp 25

25421 Pinneberg

Die Brücke

Am Stadtsee 9

24768 Rendsburg Abb. 1

Dennoch: Die Zuweisungen der Vertragsärzte an die IFF sind bislang eher verhalten, während auf der anderen Seite die Zahl der Heilmittelverordnungen für Kinder in Schleswig-Holstein auf hohem Niveau bleibt (siehe Abbildung 2).

1000 900 800

Die sich dann anschließende interdisziplinäre Eingangsdiagnostik in der IFF obliegt der Verantwortung eines in der Kinderheilkunde erfahrenen Arztes des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Kooperation mit einem Heilpädagogen und bei Bedarf mit weiteren Therapeuten der IFF. Die Eingangsdiagnostik besteht immer aus je einem ärztlichen sowie heilpädagogischen Teil und hat zum Ziel, einen Förder- und Behandlungsplan zu erstellen. Dieser Plan stellt den individuellen Bedarf von Förder- und Behandlungsmaßnahmen für längstens ein Jahr dar. Danach erfolgt, je nach Förderbedarf die Verlaufsdiagnostik oder aber die Abschlussdiagnostik. Die Pläne werden jeweils mit den beteiligten Therapeuten und im Einvernehmen mit den Eltern abgestimmt.

Le ist unge n je 1 .0 0 0 Ve r sic he r t e AOK S.- H. Le ist unge n je 1 .0 0 0 Ve r sic he r t e AOK We st

700 600 500 400 300 200 100 0 0-4

5-9 (AOK-DATEN 2009)

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Eine besondere Schlüsselfunktion haben deswegen in diesem Zusammenhang die niedergelassenen Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin bzw. für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie bzw. auch die Kindervorsorgeuntersuchung durchführenden Hausärzte. Nur durch deren Überweisung wird der Zugang zur Diagnostik und ggf. Komplexleistung in der Frühförderstelle ermöglicht.

Abb. 2

Die Eingangsdiagnostik kann jedoch auch zum Ergebnis haben, dass keine Komplexleistung indiziert ist. Es werden dann andere Empfehlungen gegeben. Gegebenenfalls ist z. B. ausschließlich eine heilpädagogische Frühförderung ausreichend oder es werden dem Überweiser Heilmittelverordnungen empfohlen, die in der IFF nicht zur Verfügung stehen.

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SERVICE

Im Einzelnen umfasst dies: • Heilpädagogische Arbeit mit dem Kind, • Elternarbeit, die die Befähigung der Eltern oder der Personensorgeberechtigten fördert, die Behinderung des Kindes anzunehmen und sie dazu anleitet, das Kind im Rahmen der familiären Ressourcen zu fördern, • Förderpflege und basale Aktivierung, • spezielle Maßnahmen der Sinnesschulung, • heilpädagogische Spiel- und Kompetenzförderung, • Einsatz und Hilfen für die Aneignung spezieller Kommunikationsmittel und Methoden (Gebärdensprache, gebärdenunterstützte Kommunikation, unterstützte Kommunikation), • Vermeidung von speziellen Entwicklungsrisiken in der Lebenswelt des Kindes, • Vorbereitung des Kindes auf die Aufnahme in eine Kindertageseinrichtung oder Schule, • in Einzelfällen Beratung der pädagogischen Fachkräfte, sofern das Kind eine Kindertageseinrichtung besucht. Der überweisende Arzt erhält eine Kopie des Förder- und Behandlungsplans. Alle kurativen Leistungen und Früherkennungsleistungen außerhalb der interdisziplinären Frühförderung bleiben weiterhin dem behandelnden Vertragsarzt vorbehalten. Welche Leistungen erbringt die IFF? Die Leistungen der IFF sind auf eine ambulante, ganzheitliche Förderung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes in seinem sozialen Umfeld gerichtet. Ziel ist es, dass das Kind und seine Eltern aktiv an den Behandlungsmaßnahmen mitwirken. Die medizinisch-therapeutische Leistung (Ergo-, Sprach- und/ oder Physiotherapie) sowie die heilpädagogische Förderung werden in der IFF als Komplexleistung erbracht. Die Therapeuten und Heilpädagogen arbeiten in enger Kooperation zusammen und tauschen sich regelmäßig in Teamgesprächen aus. Für den medizinisch-therapeutischen Bereich (Ergo-, Sprach- und/oder Physiotherapie) sowie für den heilpädagogischen Bereich stehen jeweils qualifizierte Behandler zur Verfügung. In der Regel wird im medizinisch-therapeutischen Bereich eine Therapieeinheit pro Woche vorgesehen. Diese Therapieeinheit kann Ergo-, Sprachoder Physiotherapie sein. Eine Behandlung erfolgt grundsätzlich in der IFF als Einzel- oder Gruppentherapie. Heilpädagogische Leistungen erfolgen auch mobil, sofern dies aufgrund des individuellen Bedarfs notwendig ist.

Wer ist Kostenträger? Den Antrag auf Gewährung einer Komplexleistung stellt die IFF beim zuständigen Sozialhilfeträger. Der Sozialhilfeträger entscheidet innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Unterlagen, gegebenenfalls nach Rücksprache mit den beteiligten Rehabilitationsträgern, über die Kostenübernahme der Behandlung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der medizinisch-therapeutischen Leistungen sowie grundsätzlich die Leistungen zur Diagnostik. Der Sozialhilfeträger ist in der Regel für die Kosten der heilpädagogischen Leistungen zuständig. Belastet eine Zuweisung zur IFF die Heilmittel-Richtgröße? Kosten veranlasster medizinisch-therapeutischer Leistungen (Komplexleistung) sind von der Richtgrößenprüfung ausgenommen und belasten in keinem Fall die Richtgröße des zuweisenden Vertragsarztes. Zusammenfassend empfiehlt Ihnen daher die AG Heilmittel, Ihre dafür in Frage kommenden Patienten in die IFF vor Ort zu überweisen. ARBEITSGRUPPE HEILMITTEL DER KVSH UND DER KRANKENKASSEN/-VERBÄNDE

Was beinhaltet heilpädagogische Frühförderung? Siehe dazu eine Passage aus der Landesrahmenvereinbarung: (3) Im Vordergrund der heilpädagogischen Frühförderung stehen heilpädagogische Übungsbehandlungen, deren Ziel es ist, den behinderungsbedingten Entwicklungsrückständen des Kindes über pädagogische Anreize entgegenzuwirken, die Behinderung des Kindes zu beseitigen und/oder zu mildern und den Eltern oder den Personensorgeberechtigten Anregungen für einen behindertengerechten Umgang mit dem Kind zu vermitteln. Dadurch soll eine umfassende Integration des Kindes in seine sozialen Bezüge gewährleistet und so frühzeitig eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sichergestellt werden. Die Leistungen können als Einzel- oder Gruppenförderung durchgeführt werden.

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SERVICE WAS, WANN, WO?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persĂśnlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschlieĂ&#x;lich Ăźber das (),&#"..

Ă&#x201E;RZTE THEMA: ,?C=BCGFN?LI>?LL?C=BNÂ&#x2039;MCGFN?LÂ&#x2021;FN?LMPILMILA?



CHN?FFCA?HN?0?LGĂŁA?HM<CF>OHA&CKOC>CNĂ&#x201C;N

DATUM: 15. DEZEMBER, 15.00 BIS 19.00 UHR Existenz- und Alterssicherung bedeutet, einen VermĂśgensstock aufzubauen, aufgrund dessen man jederzeit Ăźber entsprechende Zahlungsmittel verfĂźgen kann. Das gilt fĂźr den Praxisbereich ebenso wie fĂźr die private LebensfĂźhrung. Chancen erĂśffnen sich nur dem, der sie bewusst und mit Sachkenntnis ergreift. Welche VermĂśgensanlage ist sicher und rentabel? Das â&#x20AC;&#x17E;AlterseinkĂźnftegesetzâ&#x20AC;&#x153; verringert die Altersrente des Arztes dramatisch, erĂśffnet jedoch auch Chancen fĂźr die private Vorsorge. Das Seminar zeigt intelligente LĂśsungen auf. Der Referent des Seminars wird Ihnen, MĂśglichkeiten einer Steuer- und Liquiditätsersparnis aufzeigen. THEMENSCHWERPUNKTE IM EINZELNEN: Der Praxisbereich â&#x20AC;˘ VermĂśgen ist gut, Liquidität ist besser â&#x20AC;&#x201C; Grundsätze intelligenter VermĂśgensbildung. â&#x20AC;˘ Das verfĂźgbare Einkommen des (Zahn-)Arztes â&#x20AC;&#x201C; Beispielrechnungen. â&#x20AC;˘ Steuersparmodelle auf dem PrĂźfstand. â&#x20AC;˘ Geld verdienen mit der richtigen Finanzierung. Der Privatbereich â&#x20AC;˘ Das â&#x20AC;&#x17E;AlterseinkĂźnftegesetzâ&#x20AC;&#x153; reduziert das Alterseinkommen des Arztes â&#x20AC;&#x201C; AbwehmaĂ&#x;nahmen. â&#x20AC;˘ Beteiligung von Ehegatten, Partnern und Kindern am Gewinn der Praxis. â&#x20AC;˘ EinkĂźnfte verlagern in der Familie. â&#x20AC;˘ Arbeits-, Miet- und Darlehensverträge mit Ehegatten und Kindern â&#x20AC;˘ Schenkung der Praxisimmobilie an nahe AngehĂśrige und RĂźckvermietung. â&#x20AC;˘ Zugewinngemeinschaft oder GĂźtertrennung â&#x20AC;&#x201C; der richtige GĂźterstand. â&#x20AC;˘ Das richtige Testament fĂźr den Arzt.

MODERATION: Marion Grosse, Betriebswirtschaftliche Beratung REFERENTEN:

Prof. Bicanski; (Ă&#x201E;nderungen vorbehalten) IWP-Institut fĂźr Wirtschaft und Praxis Bicanski GmbH, MĂźnster

TEILNAHMEGEBĂ&#x153;HR: 70 Euro pro Person (inkl. der gesetzlichen MwSt). Wir bitten Sie, diese auf das Konto 20 99 79 00 98, BLZ 230 926 20, der Deutschen Apotheker- und Ă&#x201E;rztebank, LĂźbeck einzuzahlen. Sie muss auch dann entrichtet werden, wenn eine angemeldete Person nicht am Seminar teilnimmt. ORT: Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Haus II der KVSH, Bismarckallee 1 â&#x20AC;&#x201C; 6, 23795 Bad Segeberg FORTBILDUNGSPUNKTE: 5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berĂźcksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 â&#x20AC;&#x201C; 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Kruse Telefon 04551 883 332 Fax 04551 883 374 E-Mail nadine.kruse@kvsh.de

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SERVICE

ÄRZTE

ÄRZTE

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DATUM: 18. JANUAR, 15.00 BIS 21.00 UHR

DATUM: 23. FEBRUAR, 15.30 BIS 18.45 UHR

Dieser Workshop richtet sich an Ärzte, die einen Einstieg in die ambulante Versorgung erwägen. Themen sind der klassische Weg einer Niederlassung durch Praxisabgabe/-übernahme, oder aber auch die neuen Möglichkeiten zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung im Rahmen der Anstellung inkl. Teilzeittätigkeit.

Das Seminar richtet sich an Praxismitarbeiterinnen/ -mitarbeiter, die in Praxen mit digitaler Bildverarbeitung mit der Durchführung der Konstanzprüfungen betraut sind bzw. zukünftig diese Aufgaben wahrnehmen werden.

REFERENTEN:

Ziel dieser Veranstaltung ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen mit den hierzu ergangenen Normen aufzuzeigen sowie eine theoretische Einführung über den Umfang und die Durchführung der Konstanzprüfungen bei digitalen Bildempfängersystemen zu geben. Des Weiteren werden Fallbeispiele über Fehlermöglichkeiten gezeigt. Ferner informieren wir darüber, welche Unterlagen für die Durchführung der Überprüfung durch die Ärztliche Stelle benötigt werden.

Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung André Zwaka, Abteilung Zulassung/Praxisberatung

TEILNAHMEGEBÜHR: Der Workshop ist kostenfrei. ORT:

„Vorstandsaal I und II“ im Haus II der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Gerne wird auf Fragen aus Ihrem Praxisalltag eingegangen. ÄRZTL. LEITUNG: Dr. med. Frank Schubert Facharzt für Radiologische Diagnostik sowie Vorsitzender der Ärztlichen Stelle RöV

FORTBILDUNGSPUNKTE: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können.

REFERENTEN:

ORT:

Manfred Tempel Medizintechniker (staatl. gepr.), Wester-Ohrstedt Tanja Ohm-Glowick Ärztliche Stelle RöV bei der KVSH Uta Markl, Ärztliche Stelle RöV bei der KVSH

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Haus II der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

TEILNAHMEGEBÜHR: Das Seminar ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindliche Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung und Praxisberatung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon 04551 883 881 Fax 04551 883 276 E-Mail zulassung@kvsh.de

Nadine Kruse Telefon 04551 883 332 Fax 04551 883 374 E-Mail nadine.kruse@kvsh.de

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SERVICE

ÄRZTE

ÄRZTE

THEMA: 1ILEMBIJ%IIJ?L;NCIH?H

THEMA: +*ñCH@èBLOHAMM?GCH;L

DATUM: 2. FEBRUAR, 15.00 BIS 18.00 UHR

DATUM: 4. FEBRUAR, 15.00 BIS 21.00 UHR, 5. FEBRUAR, 9.00 BIS 17.00 UHR

Dieser Workshop richtet sich insbesondere an Interessenten, die bereits niedergelassen sind, als Assistenten oder regelmäßig als Vertreter tätig sind oder am Einsteiger-Workshop der KVSH teilgenommen haben. Heutzutage wird immer wieder behauptet, dass die Zukunft in Kooperationen liegt. Ist dem so? Der Workshop vermittelt das notwendige Grundwissen, zeigt verschiedene Formen der Kooperationen auf und gibt Tipps für die Planung. REFERENTEN:

Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung

ORT:

KVSH, Sitzungszentrum, Räume „Kuba I und II“

TEILNAHMEGEBÜHR: Der Workshop ist kostenfrei. FORTBILDUNGSPUNKTE: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können.

Mit QEPñ stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEPñ – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEPñ bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung INHALTE DES SEMINARS: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg TEILNAHMEGEBÜHR: 200 EURO PRO PERSON, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung FORTBILDUNGSPUNKTE: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung und Praxisberatung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon 04551 883 881 Fax 04551 883 276 E-Mail zulassung@kvsh.de

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Angelika Ströbel Telefon: 04551 883204 Fax: 04551 8837204 E-Mail: angelika.stroebel@kvsh.de

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Regina Steffen 04551 883292 04551 8837292 regina.steffen@kvsh.de

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SERVICE

Veranstaltungen KVSH

27. JANUAR, 20.00 UHR

Diabetes – Update Ort: ConventGarten, 24768 Rendsburg E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

8. DEZEMBER, 15.00 BIS 18.00 UHR

Informationsveranstaltung: Richtig kodieren – Morbidität sichtbar machen Ort: Info:

Holstenhallen Neumünster, Justus-von-Liebig-Straße 2-4, 24537 Neumünster Anja Oelkers, Tel. 04551 883 524, Fax 04551 883 7524 anja.oelkers@kvsh.de Ernst Sievers, Tel. 04551 883 245, ernst.sievers@kvsh.de

12. FEBRUAR, 9.00 UHR

Schmerztherapie interaktiv, Neues und Bewährtes an Fallbeispielen Ort: Info:

KVSH-Kreisstellen

UK S-H, Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Neurozentrum Konferenzräume, 4. OG, Haus 41 Anmeldung per Fax 04321 558956 www.schmerz-kiel.uk-sh.de

19. FEBRUAR, 19.30 UHR

2. DEZEMBER, 19.00 UHR

Sono Arbeitskreis: Sonographische Differentialdiagnose von Leberherden Ort: Info:

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Diako, 24939 Flensburg Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

SÄTAZ Ball 2011, Bad Segeberg Ort: Vitalia-Seehotel, Eingang Festsaal, Am Kurpark, Bad Segeberg Info: Anmeldung perFax 04551 963615 E-Mail: dr.henning.achilles@alice-dsl.net

24. FEBRUAR, 20.00 UHR

Schleswig-Holstein

Impfungen

8. DEZEMBER, 15.00 BIS 18.15 UHR

Metastasierte NET: Interventionelle oder konservative Therapie?

Ort: ConventGarten, 24768 Rendsburg E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Ort:

Hörsaal der Dermatologie UK S-H, Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3 Haus 19 Info: Meike Gehrk (Sekretariat Prof. Schreiber), Tel. 0431 597 1271 E-Mail: Heiner.Moenig@uk-sh.de

8. DEZEMBER, 17.00 UHR

Obstruktive Atemwegserkrankung, Optimales diagnostisches und therapeutisches Management Ort:

Klinik für Kinder- u. Jugendmedizin, Haus 40, Seminarraum 1/2, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck Info: Katja Berg, Tel. 0451 500 2959/2550, Fax 6064 E-Mail: berg@paedia.ukl.mu-luebeck.de www.kinderklinik-luebeck.de

8. DEZEMBER, 17.15 UHR

Die medikamentöse Therapie des fortgeschrittenen Nierenkarzinoms Ort: Info:

UK S-H, Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Hörsaal der Chirurgie Haus 18 Anmeldung, Fax 0431 597 1957 www.urology-kiel.de

15. JANUAR, 9.00 BIS 13.00 UHR

13. Jahrestagung der NVSM, Schlafmedizin (interdisziplinär), Schwerpunkt: neurologisch-psychiatrisch Ort: Hamburg, Maritim Hotel Reichshof Info: Anmeldung, Tel. 04193 7576 610 oder 612, Fax 04193 7576 689 E-Mail: info@nordserviceprojects.de www.nvsm.de

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AKTUELL

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SERVICE KONTAKT

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz .................................................................. 218/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach ............................................................... 218/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker ..............................................................................486

Abteilungen Abrechnung Peter Tietgen/Ernst Sievers (Leiter)........................................ 267/245 Fax ................................................................................................... 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)................................................. 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck/Hauke Hinrichsen ..................................... 251/265 Tom-Christian Brümmer/Esther Petersen ............................... 474/498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands) ...................................... 579 Alexander Paquet (Leiter) ............................................................... 214 Akupunktur Doreen Knoblauch ........................................................................... 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker ........................................................................ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker ........................................................................ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber/Uta Markl/Tanja Ohm-Glowik ................. 529/393/386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber/Thomas Müller ................................................ 529/325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske ............................................................... 254 Assistenz-Genehmigung Brigitte Gottwald/Renate Tödt................................................ 255/358 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse.................................................................................. 343 Chirotherapie Michaela Schmidt ............................................................................ 266 Dermatohistologie Marion Frohberg .............................................................................. 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg .............................................................................. 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock ................................................................................ 369 DMP Team Marion Frohberg/Helga Hartz/Caroline Polonji ............. 444/453/280 Heike Koschinat/Tanja Glaw ................................................... 326/685 Drogensubstitution Astrid Patscha/Christine Sancion............................................. 340/470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers/Thomas Stefaniw ............................................... 286/307 Janin Looft/Tobias Kantereit ................................................... 324/320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel/André Zwaka......................................... 378/327 Katja Fiehn/Tyneke Grommes................................................. 291/462

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ESWL Marion Frohberg ............................................................................. 444 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter).......................................................... 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha ............................................................................... 250 Fortbildung Veranstaltungen Nadine Kruse ................................................................................... 332 Fortbildungspflicht nach § 95 SGB V Detlef Greiner .................................................................................. 527 Gesundheitspolitik und Kommunikation Esther Rüggen (Leiterin)................................................................. 431 Hautkrebs-Screening Ursula Gründer................................................................................ 328 Hausarztzentrierte Versorgung Susanne Paap ................................................................................. 228 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt .................................................................................... 366 HIV/AIDS Doreen Knoblauch ........................................................................... 445 Homöopathie Ursula Gründer................................................................................. 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter) .................................................................... 334 Internet Jakob Wilder/Borka Totzauer .................................................. 475/356 Invasive Kardiologie Monika Vogt .................................................................................... 366 Interventionelle Radiologie Ute Tasche ...................................................................................... 485 Kernspintomographie Ute Tasche ....................................................................................... 485 Koloskopie Melanie Krille .................................................................................. 321 Koordinierungsstelle Petra Fitzner .................................................................................... 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel....................................................................................... 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ............................................................................. 444 Langzeit-EKG Monika Vogt .................................................................................... 366 Mammographie (kurativ/QuaMaDi/Screening) Kathrin Zander/Daniela Leisner .............................................. 382/302 Molekulargenetik Marion Frohberg .............................................................................. 444 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel/Nicole Geue .......................................... 378/303 Evelyn Kreker/Daniel Jacoby................................................... 346/259 Niederlassungsberatung Bianca Hartz/Evelyn Kreker .................................................... 255/346 Susanne Bach-Nagel/André Zwaka......................................... 378/327 Nordlicht aktuell Borka Totzauer/Jakob Wilder .................................................. 356/475 Nuklearmedizin Sabrina Wienke................................................................................ 533 Onkologie Doreen Knoblauch ........................................................................... 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt ............................................................................ 266

AKTUELL

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SERVICE KONTAKT Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner .................................................................................. 527 Personal Christine Storm/Lars Schönemann ........................................... 260/275 Anke Tonn/Anke Siemers/Dirk Ludwig ........................... 295/333/425 Fax ................................................................................................... 451 Phototherapeutische Keratektonie Stephanie Purrucker ........................................................................ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker ........................................................................ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt ............................................................................ 266 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen/Susanne Hammerich ................................... 265/686 Ulrike Moszeik/Rita Maass ...................................................... 336/467 Polygraphie/Polysomnographie Marion Frohberg .............................................................................. 444 Positronen-Emissions-Tomographie Sabrina Wienke................................................................................ 533 Pressesprecher Marco Dethlefsen ............................................................................ 381 Fax .................................................................................................. 396 Psychotherapie Melanie Krille .................................................................................. 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin) ........................................................ 369/262 Fax ................................................................................................... 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel/Detlef Greiner/Regina Steffen............ 204/527/292 Fax ................................................................................................... 374 QuaMaDi Kathrin Zander ................................................................................. 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock ................................................................................ 369 Anja Liebetruth ................................................................................ 360 Röntgen (Anträge) Ute Tasche ....................................................................................... 485 Röntgen (Qualitätssicherung) Anja Liebetruth ................................................................................ 360 Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings ........................................................................... 323 Schmerztherapie Monika Vogt .................................................................................... 366 Service-Team/Hotline Telefon ..................................................................................... 388/883 Fax ................................................................................................... 505 Sonographie (Anträge) Sabrina Wienke .............................................................................. 533 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap, Christina Bernhardt ......................................... 228/315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille .................................................................................. 321 Soziotherapie Melanie Krille .................................................................................. 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein .............................................................................. 353 Strahlentherapie Sabrina Wienke................................................................................ 533 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin) ......................................................... 331 Fax ................................................................................................... 488 Team Verordnung Thomas Frohberg ............................................................................. 304 Team Verordnung Hilfsmittel/Verordnung bes. Arzneimittel 73d SGB Anna-Sofie Plath .............................................................................. 362 Teilzahlungen Brunhild Böttcher............................................................................. 231 46

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Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ............................................................................. 444 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion ............................................................................. 470 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor ................................................................................ 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)............................................................. 255/358 Fax ................................................................................................... 276 Zytologie Marion Frohberg .............................................................................. 444

Prüfungsstelle Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Vorsitzender des Beschwerdeausschusses Dr. Johann David Wadephul ........................................................ 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter) .......................................... 90100 Leiter der Dienststelle N. N. .......................................................................................... 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ........................................................................ 901023 Dr. Michael Beyer ...................................................................... 901015 Dorthe Flathus-Rolfs .................................................................. 901015 Astrid Stamer ............................................................................. 901024 Arznei-/Pharmakotherapie-Beratung (prüfungsbezogen) Elsbeth Kampen ........................................................................ 901023 Dr. Michael Beyer ...................................................................... 901015 Evelyn Sonnenrein ..................................................................... 901024 Honorarprüfung Birgit Wiese ............................................................................... 901012 Hans-Peter Morwinski ............................................................... 901011 Manfred Vogt ............................................................................. 901013 Zweitmeinungsverfahren Gastroenterologie Hans-Peter Morwinski ............................................................... 901011 Zweitmeinungsverfahren Rheuma Birgit Wiese ............................................................................... 901012 Service Verordnungsprüfung Melanie Buchbach, Manuela Johnsen ......................... 901019/901020 Tanja Bauer, Susanne Schuldt ................................ ..... 901016/901025 Service Honorarprüfung Sabine Kruse ............................................................................. 901016

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen Klaus-Henning Sterzik.............................................................. 230/251

An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel ................................................................................................... 898900 Fax ............................................................................................... 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin) ..................................................... 8989010

AKTUELL

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SERVICE KONTAKT

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreis Plön

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel .............................................................................................. 0431 93222 Fax ......................................................................................... 0431 9719682 Dr. Heiko Giesel, Frauenarzt Tel .............................................................................................. 0431 93131 Fax ......................................................................................... 0431 9741322 E-Mail ..................................................................... Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel .............................................................................................. 04526 1000 Fax ............................................................................................ 04526 1849 E-Mail .................................................................. Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Lübeck Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel .............................................................................................. 0451 72240 Fax ......................................................................................... 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ........................................................................................... 0451 610900 Fax ......................................................................................... 0451 6109010 E-Mail .............................................................. Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel .............................................................................................. 04353 9595 Fax ......................................................................................... 04353 998901 E-Mail ....................................................................... KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg Dr. Hans-Joachim Commentz, prakt. Arzt Tel ............................................................................................ 04621 52544 Fax .......................................................................................... 04621 51500 E-Mail ........................................................... Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Flensburg

Kreis Segeberg

Kreisstelle: Berglücke 5, 24943 Flensburg Tel ............................................................................................. 0461 42939 Fax ............................................................................................. 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel .............................................................................................. 0461 27700 Fax ............................................................................................ 0461 28149 E-Mail ............................................................ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel ............................................................................................ 04551 83553 Fax ........................................................................................ 04551 879728 E-Mail ............................................................ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Neumünster Dr. Norbert Spilok, Chirurg Tel ........................................................................................... 04321 94770 Fax ......................................................................................... 04321 947777 E-Mail ..................................................... Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Kreis Steinburg Gerhard Marioth, Radiologe Tel ............................................................................................ 04821 62098 Fax ............................................................................................ 04821 3517 E-Mail ............................................................ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn Dr. Hans Irmer, Arzt Tel ............................................................................................ 04102 52610 Fax .......................................................................................... 04102 52678 E-Mail ............................................................. Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel .............................................................................................. 04832 8128 Fax ............................................................................................. 04832 3164 E-Mail ..................................................... Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Impressum

Kreis Herzogtum Lauenburg

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Dr. Monika Schliffke, Allgemeinärztin Tel .............................................................................................. 04541 3585 Fax .......................................................................................... 04541 84391 E-Mail .......................................................... Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland Dr. Thomas Maurer, Allgemeinarzt Tel ............................................................................................. 04662 3001 Fax ............................................................................................. 04662 3002 E-Mail ..................................................... Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de

Kreis Ostholstein Bernd Thomas, Augenarzt Tel .......................................................................................... 04362 900440 Fax ......................................................................................... 04362 900441 E-Mail ......................................................... Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel ............................................................................................ 04106 82525 Fax ........................................................................................... 04106 82795 E-Mail ........................................................... Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de V

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Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Ingeborg Kreuz (v.i.S.d.P.) Redaktion: Marco Dethlefsen (Leiter); Dr. Michael Drews (stellv. Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer; Jakob Wilder Redaktionsbeirat: Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Ingeborg Kreuz; Esther Rüggen Anschrift der Redaktion: Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Tel.: 04551 883 356, Fax: 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Druck: Grafik + Druck, Kiel Fotos: iStockphoto Das (IL>FC=BN erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Arztberuf – Traum oder Alptraum? Diskutieren Sie mit! WORKSHOP der KVSH & Ärztegenossenschaft Nord beim Kongress „Vernetzte Gesundheit 2011“ am 19. Januar 2011, von 14.00 bis 16.30 Uhr, Halle 400, Kiel

PROGRAMM y Begrüßung durch Dr. Ingeborg Kreuz und Dr. Klaus Bittmann y Einführung „Arzt in Schleswig-Holstein, ein Beruf mit Zukunft“

Melden Sie sich noch heute kostenlos an Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos – die Plätze sind jedoch begrenzt und werden nur nach schriftlicher Voranmeldung vergeben.

y Versorgungsvielfalt – Beispiele aus der Praxis y Podiumsdiskussion „Arztberuf im Wandel“ mit Dr. Heiner Garg, Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein und Initiator des Kongresses Vernetzte Gesundheit

Onlineanmeldung unter: http://niedergelassene.vernetzte-gesundheit.de Weitere Informationen finden Sie in diesem (IL>FC=BNauf Seite 31

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1-6 23795 Bad Segeberg Postfach 23782 Bad Segeberg www.kvsh.de

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Nordlicht 12/2010