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nr. 11 | 2010 Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Nordlicht November 2010 | 13. Jahrgang

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Inhalt seite

heft 11 | 2010

rubrik/Thema

TITELTHEMA 04 GKV-Finanzierungsgesetz: Strukturreform oder doch nur Kostendämpfung?

TITELTHEMA

05 Die heißen Eisen bleiben liegen 06 Asymmetrische Verteilung: Zuwachs ja,

Großer gesundheitspolitischer Wurf oder nur ein weiteres Kostendämpfungsgesetz? In Politik und Medien wird derzeit kontrovers über das von Gesundheitsminister Philipp Rösler vorgelegte GKVFinanzierungs­gesetz debattiert.

Honorargerechtigkeit nein

08 Nach der Reform ist vor der Reform 10 Kommentar: Zur Kasse 11

Aus dem Inhalt

NACHRICHTEN Kompakt PRaxis & KV

14 Richtig kodieren – Morbidität sichtbar machen 16 Kooperation: Netzwerke im Kampf gegen Multiresistente Erreger

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18 Umfrage: Bereitschaftsdienst – Akzeptanz in der Ärzteschaft

20 Schleswig-Holsteins Ärzte auf Qualitätskurs 21 Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen 22 Brustkrebsfrüherkennung: Auf einem guten Weg

24 TV-Werbung macht Kinder dick 26 Psychologie: Wichtiger Abrechnungshinweis! 27 Neues aus KVen und KBV 28 Sie fragen – wir antworten

Die Menschen im Land 29 Kolumne: Warnung an alle Patienten: Nach Möglichkeit alle Ärzte meiden!

30 Akupunktur im „Land der aufgehenden Sonne“

SERVICE

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Die neuen Ambulanten Kodierrichtlinien sollen ab dem 1. Januar 2011 den Niedergelassenen bei der Diagnoseverschlüsselung helfen. Mit der neuen Richtlinie will die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Grundlage dafür schaffen, dass das Honorar nicht mehr an der Grundlohnsumme, sondern an der Morbidität orientiert ist.

32 Sicher durch den Verordnungs-Dschungel: Was sind eigentlich Richtgrößen?

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34 Heilmittel: Zwischen Fürsorge und Kostenbewusstsein

36 Seminare 40 Termine

Dr. Johanna-Maria Schell, Fachärztin für Anästhesiologie, bildete sich mehrfach in Japan bei dem Begründer der nach ihm benannten Schädelakupunktur, Dr. Toshikatsu Yamamoto, fort. Frau Dr. Schell ist seit 2001 in Bad Segeberg niedergelassen und betreut hier chronisch schmerzkranke Patienten.

41 Ansprechpartner 43 Kreisstellen der KVSH

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aktuell

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Nordlicht nr. 11 | 2010 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Einmal vor den üblichen Favoriten zu landen, ist nicht nur im Sport ein schönes Erlebnis. Hätte jemand auf uns gewettet, er hätte sich womöglich dem Spott der Leute ausgesetzt, dafür aber letzten Endes hoch gewonnen. Schade, dass niemand auf uns wetten konnte. Was mit einem asymmetrischen Honorarzuwachs in Höhe von 3,5 Prozent so unscheinbar aussieht, war und ist Gegenstand heftigster Auseinandersetzungen zwischen Krankenkassen und Ärzten im Erweiterten Bewertungsausschuss in Berlin, aber auch unter den Kassenärztlichen Vereinigungen. Solange das Ziel „gleiches Geld für gleiche Leistung“ noch nicht erreicht ist, werden Sie immer wieder Zeuge neuer Sekundärwellen werden, deren Epizentren in den Kassenärztlichen Vereinigungen liegen. Dabei ging es diesmal eigentlich nur um eine Korrektur historisch verschiedener Leistungsmengen. Wer dabei zurücklag, wurde angehoben. Damit wird denen Kompensation gegeben, die sich im August 2008 – etwa wegen stringenter Mengenbegrenzung – benachteiligt fühlen mussten. Ob das eine alles ausgleichende Gerechtigkeit ist, nun ja. Zumindest stimmt die Richtung. Man sollte fairerweise konstatieren, dass KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Köhler in dieser Sache Format bewiesen hat. Auch wenn wir dieses eine Mal auf der richtigen Seite stehen, so muss man festhalten, dass diese Debatten das KV-System insgesamt beschädigen. Die Politik konnte zusehen, wie der Streit in die Reihen der KVen getragen wurde; das schwächt den Glauben an die Selbstverwaltung und ist damit per se schlecht für die KVen. Auch unseren Mitgliedern hilft der Streit nicht. Immer häufiger ist zu beobachten, dass Entscheidungen im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung von einer Schiedsperson getroffen werden. Dies ist generell ein Zeichen für zu wenig Spielraum der Verhandlungspartner. In ganz besonderer Weise gilt das für den Bewertungsausschuss auf Bundesebene. Es gibt keinen wesentlichen Beschluss, der nicht im Erweiterten Bewertungsausschuss gefällt wird. Und dort entscheidet faktisch nur eine Person: der unparteiische Vorsitzende. Die Schaffung einer derart übermächtigen Position ist die Folge einer Blockade derer, die Verhandlungspartner sein sollten. Wenn die Selbstverwaltung überleben will, darf das nicht sein. Also dürfen wir uns zwar über unseren hart erkämpften Honorarzuwachs ein wenig freuen, aber ein Aufbruch in ein transparentes Vergütungssystem ist dies nicht. Der kann unserer Überzeugung nach nur mit Gedanken einhergehen, die im Moment als Vorkasse gebrandmarkt werden. Zu einer Versachlichung der Debatte beitragen, sehen wir als eine unserer wichtigsten Aufgaben. Ihr Ralph Ennenbach

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Titelthema G K V - F inanzierungsgesetz

Strukturreform oder doch nur Kostendämpfung? Großer gesundheitspolitischer Wurf oder nur ein weiteres Kostendämpfungsgesetz? In Politik und Medien wird derzeit kontrovers über das von Gesundheitsminister Philipp Rösler vorgelegte GKV-Finanzierungs­gesetz debattiert.

Mit seiner Gesundheitsreform will der liberale Gesundheitsminister vor allem das befürchtete Defizit der Krankenkassen – es droht nach Regierungsanga­ben ein Fehlbetrag von elf Milliarden Euro – verhindern. Und so enthält das geplante Gesetz Maßnahmen zur Erhöhung der Einnahmen ebenso wie eine Vielzahl von Ausgabenbe­grenzungen. Die Ziele der Reform sind aber ambitionierter und gehen über eine reine Konsolidierung der Krankenkas­senhaushalte hinaus. Mit dem Gesetz sind erste Schritte zu einer Neuausrichtung der Fi­nanzierung des Gesundheitswesens verbunden. Neben der Anhebung des Allgemeinen Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversiche­rung (von 14,9 auf 15,5 Prozent) wertet die Koalition die bisher gedeckelten Zusatzbei­träge zur ent­ scheidenden Stellschraube der Kranken­kassen auf, mit der diese auf künftige Kostensteigerungen rea­gieren kön­nen. Die bisherige Begrenzung der Höhe der Zusatzbeiträge entfällt, neu ist im Gegenzug ein Sozialausgleich für Versicherte mit geringem Einkommen. Die Arbeitgeberbeiträge werden – nach einer letztmaligen Erhöhung – ein­gefroren. Mit den Zusatzbeiträgen will die Koalition den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen stärken. Künftig soll die Höhe des Zusatzbeitrages ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal beim Werben um neue Versicherte sein. Durch die höheren Kassenbeiträge rechnet die Bundesregierung im nächsten Jahr mit Mehreinnahmen der gesetzlichen Krankenversicherer von 6,3 Milliarden Euro, hinzu kommt ein um zwei Milliarden höherer Zu­schuss aus dem Bundeshaushalt. 4

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Regierung setzt den Rotstift an Um ein Defizit der Krankenkassen in zweistelliger Milliardenhöhe zu verhindern, reicht der vorgesehene Zufluss neuen Geldes in die gesetzliche Krankenversicherung aber nicht aus. Die Bundesregierung setzt deshalb auch bei Krankenhäusern, Zahnärzten, Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten den Rot­stift an. Die befürchtete Nullrunde bleibt den Leistungserbringern zwar erspart, für Zuwächse setzt die Koali­tion aber enge Grenzen. Zusammen mit Kostensenkungen im Arzneimittelbereich, die in einem eigenen Gesetz vorgesehen sind, erhofft sich das Bundesgesundheitsministerium, dass die Ausgaben im Gesund­ heitswesen im nächsten Jahr durch die Limitierung der Zuwächse um 3,5 Milliarden Euro niedriger ausfallen werden (2012: 4 Milliarden Euro), als dies ohne die Kostendämpfung der Fall wäre. Für die niedergelassenen Ärzte gilt: Es wird zwar in den nächsten beiden Jahren Steigerungen der morbidi­tätsbedingten Gesamtvergütung geben, allerdings auf niedrigem Niveau. Eine Anpassung des Orientie­rungswertes (3,5048 Cent) findet nicht statt, für die Jahre 2011 und 2012 wird er auf dem Niveau von 2010 festgeschrieben. Auch für die Gesamtvergütung gibt das GKV-Finanzierungs­gesetz einen engen Rahmen vor. Der Behandlungsbedarf je Versicherten, der zusammen mit der Zahl der Versi­ cherten der Errechnung des Gesamttopfes dient, darf unabhängig von der tatsächlichen Morbiditäts­entwick­lung in den Jahren 2011 und 2012 jeweils nur um 0,75 Prozent steigen. Nicht nur wird da­mit die Koppelung der Steigerung an die Krankheitsentwick­lung ausgesetzt, auch dürfen nach dem Willen der Bundesregierung aktuell

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Titelthema die Kostenentwick­lung in den Praxen, Leistungsverlagerungen aus Kliniken in den ambulanten Bereich und mögliche unvor­ herseh­bare Mor­biditätsanstiege nicht bei der Bestimmung der Gesamtvergütung berücksich­tigt werden. Allerdings lässt das Gesetz einen weiteren Zuwachs zu. Zusätzlich zur linearen Erhöhung der Gesamtver­gütung sollen sich Kassenärztliche Bundesvereinigung und Krankenkassen im Bewertungsausschuss auf eine weitere Steigerung verständigen, die asymmetrisch zu verteilen ist. Die Kassenärztlichen Vereinigun­ gen, die zu den Verlieren der Honorarreform 2009 gehören – wie Schleswig-Holstein – sollen von diesen Mitteln überproportional profitieren. Der Gesetzentwurf enthält keine Vorgabe, wie groß der auf diese Weise zu verteilende Kuchen sein soll. Mittlerweile ist im Erweiterten Bewertungsausschuss entschieden worden, dass für die asymmetrische Verteilung rund 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Partner der Selbstverwaltung werden zudem verpflichtet, bis Ende April 2011 dem Bundesgesund­ heitsministerium ein Modell vorzulegen, wie die Honorare dauerhaft regional ausgewo­gener verteilt werden kön­nen. Extrabudgetäre Leistungen werden begrenzt Neuland betritt die Bundesregierung bei den extrabudgetären Leistungen. Wurden diese bisher ohne Men­genbegrenzungen zu festen Preisen vergütet, so sieht das GKV-Finanzierungsgesetz nun für diesen Leis­tungsbereich eine Beschränkung des Zuwachses und damit eine Budgetierung vor. Die Ausgaben in diesem Bereich sollen, so sieht es der Gesetzentwurf vor, in den Jahren 2011 und 2012 jeweils maximal um die halbe Grundlohnsummensteigerung wachsen. Die Umsetzung dieser Kosten­bremse delegiert das Ministerium an die regionalen Krankenkassen und KVen, denen auferlegt wird, Preis­abstaffelungen oder mengensteuernde Regelungen zu vereinbaren. Kommt keine Einigung zustande, ent­ scheidet das Schied­samt. Den Vertragspartnern auf Bundesebene wird die Möglichkeit eingeräumt, für die ausgabenbegrenzenden Maßnahmen bundeseinheitliche Empfehlungen zu vereinbaren. Nur gesetzlich vorge­schriebene oder auf Beschlüssen des G-BA beruhende Prä­ventions- und Früherkennungs­leistungen sowie in den Jah­ren 2009 und 2010 neu eingeführte Leistungen, wie z. B. das Neugeborenen-Hörscreenring, sollen nicht unter die Ausgabenbegrenzung fallen.

nicht mehr freien Lauf zu lassen. Für neue Verträge gilt: Die vereinbarte Vergütung hat sich an den in der kollektivvertraglichen haus­ärztlichen Versorgung geltenden Honoraren zu orientieren. Mehr Geld darf es nur noch geben, wenn eine Refinanzierung aus Effizienzsteigerungen und Einsparungen erfolgt, die sich aus dem Vertrag ergeben. Zur Kontrolle wird die Rolle der Aufsichtsbehörden gestärkt. Sie prüfen künftig, ob neue Hausarzt-Verträge den verschärften gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Die neuen Honorarbegrenzungen für Hausarztverträge gelten nur für Neuverträge, die nach dem Kabinetts­beschluss des GKV-Finanzierungsgesetzes (22. September 2010) geschlossen werden. Bestehende Verträge bleiben unverändert. Dies gilt auch für einen Übergangszeitraum für Vertragsverlängerungen. Nicht zuletzt auf Druck der CSU sieht das Gesetz jetzt vor, dass bei Anschlussverhandlungen bis 31. Dezember 2012 weiterhin das alte Recht anzuwenden ist. Nichts Halbes und nichts Ganzes Insgesamt ist die Botschaft des Gesetzes für die niedergelassenen Ärzte ambivalent: Die von vielen be­fürchtete und von den Kran­ kenkassen geforderte Nullrunde ist ausgeblieben. Es wird auch in den Jahren 2011 und 2012 Ho­norarzuwächse geben – allerdings auf einem so niedrigen Niveau, dass es nicht einmal die Kostenentwick­lung widerspie­gelt. Dies gilt auch für Zahnärzte und Krankenhäuser, die sich mit ähnlichen Begren­zungen konfrontiert sehen. Andere gesetzliche Klarstellungen, auf die so mancher Nieder­gelassene gehofft hatte, spart sich der Gesund­heitsminister für künftige Gesetzgebungsvorhaben auf. So bleiben die Rege­ lungen zur ambulanten Öffnung von Krankenhäusern nach Paragraf 116b SGB V ebenso unver­ändert wie die Vor­aussetzungen zur Grü­ndung von Medizinischen Versorgungszentren. Eine Absprache aus dem Koalitionsvertrag – die Stärkung der Kostenerstattung für GKV-Versicherte – hat jedoch noch Chancen, den Weg in das Gesetz zu finden. Der Gesundheitsminister hat in Interviews angekün­digt, dass er diese Wahltarife noch im laufenden Gesetzgebungsverfahren attraktiver gestalten will, insbe­ sondere durch den Wegfall der bisherigen dreijährigen Bindungsfrist bei der Wahl von Kostenerstattungsta­rifen durch gesetzlich Versicherte. Dieses Vorhaben ist mittlerweile von den Koalitionsfraktionen aufgegriffen worden.

Trotz der Proteste des Hausärzteverbandes hält die Bundesregierung auch an ihrem schon seit dem Sommer bekannten Vorhaben fest, der Honorarentwicklung in den Hausarzt-Verträgen

Delf Kröger, KVSH

GKV-Finanzierungsgesetz – Der Zeitplan Erste Lesung im Bundestag: Anhörung im Gesundheitsausschuss: Schlussabstimmung im Bundestag: Bundesrat: (kann das Gesetz nicht endgültig zu Fall bringen, da es nicht zustimmungsbedürftig ist) Inkrafttreten: (für einige Einzelregelungen sind Ausnahmen vorgesehen)

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1. Oktober 25. Oktober 3. Dezember 17. Dezember

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Titelthema I nterview

Die heißen Eisen bleiben liegen

„Nur ein Hauch einer Gesundheitsprämie“

Dr. Thomas Drabinski, Leiter des Instituts für Mikrodaten-Analyse in Kiel, lässt kaum ein gutes Haar am neuen Gesetzesentwurf zur Finanzierung der GKV. Er sieht darin einen Kompromiss, in dem strukturelle Entscheidungen gemieden werden. Die Nordlicht-Redaktion hat mit ihm über Wirkung und Auswirkungen des GKV-Finanzierungsgesetzes gesprochen. Nordlicht: Vor einem Jahr übernahm Dr. Philipp Rösler die Verantwortung für das Gesundheitsressort im Bundeskabinett. Jetzt legt er seinen Entwurf für ein Gesetz zur nachhaltigen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung vor. Was ist geblieben vom Elan des jungen Ministers und seinen Plänen zur Einführung der Gesundheitsprämie? Drabinski: Die Diskussion zwischen FDP und CSU um die Einführung einer Gesundheitsprämie glich phasenweise einem Tollhaus. Am Ende der Diskussion scheint es nun aber so zu sein, dass sich beide Koalitionspartner durchgesetzt haben. Die CSU kann für sich verbuchen, dass der Begriff „Gesundheitsprämie“ an keiner Stelle des Gesetzes auftaucht. Auf der Habenseite der FDP steht, dass sie es dennoch geschafft hat, den Hauch einer Gesundheitsprämie in das SGB V geschrieben zu haben, auch wenn die Gesundheitsprämie weiterhin Zusatzbeitrag heißt. Was allerdings überrascht, ist der Umgang mit dem Gesundheitsfonds. Den wollte man eigentlich abschaffen. Jetzt wird er um knapp neun Milliarden Euro weiter ausgebaut. Das ist schwer 6

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nachvollziehbar, erschwert dies doch den spürbaren Einstieg in die Gesundheitsprämie. Nordlicht: Das GKV-Finanzierungsgesetz hat den Anspruch, nachhaltig sein zu wollen. Aber anstelle struktureller Einschnitte wie z. B. der Begrenzung des GKV-Leistungskatalogs oder die Abschaffung der Mitversicherung Familienangehöriger wird an den Leistungserbringern gespart und der Beitragssatz festgeschrieben. Ist die Gesundheitsreform ein großer Wurf oder großer Murks? Drabinski: In der Tat hat es sich der Gesetzgeber mit dem GKVFinanzierungsgesetz einfach gemacht, indem er auf der Finanzierungs- und Versorgungsseite auf wirkstarke strukturelle Eingriffe verzichtet hat. Es wurde einfach der Beitragssatz angehoben und mit der Rasenmähermethode Ausgabensenkungen durchgesetzt. Von einem großen Wurf kann daher nicht die Rede sein, aber eine Reform ist das auch nicht. Denn das alte System wird einfach fortgeschrieben und frisches Beitrags- und Steuergeld wird zur Defizitdeckung eingestellt. aktuell

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Titelthema Nordlicht: „Über die Einnahmeentwicklung hinausgehende Ausgabensteigerungen werden durch weiterentwickelte einkommensunabhängige Zusatzbeiträge der Mitglieder finanziert“, heißt es im Gesetzentwurf. Sind die Zusatzbeiträge der Versicherten die einzige Grundlage, um absehbare Ausgabensteigerungen in den Bereichen medizinischer Fortschritt und steigende Morbidität abzubilden? Wann werden an diesem Gesetz die ersten Änderungen vorgenommen werden müssen? Drabinski: In der Tat soll der Zusatzbeitrag in seiner derzeitigen Ausgestaltung die Funktion haben, ausgabentreibende Faktoren wie den medizinisch-technischen Fortschritt aufzunehmen. Dadurch wird der Zusatzbeitrag als ein nicht näher definierter Weg hin zu einem Innovations-Zusatzbeitrag definiert, nicht aber als Zielgröße. Änderungen am Gesetz sind für die Berechnung und die Administration des sozialen Ausgleichs zu erwarten. Sinnvoll wäre es, die Administration vollständig bei den Krankenkassen anzusiedeln und nicht bei Arbeitgebern und Rentenversicherungsträgern. Auch fehlt im Gesetz noch eine Zielgröße für die Gesundheitsprämie, z. B. bis zum Jahr 2013 sollen 30 Prozent der Ausgaben in eine Gesundheitsprämie umgewandelt und der Gesundheitsfonds entsprechend zurückgebaut werden. Nordlicht: Wie wirkt sich die Reform auf die regionalen Handlungsspielräume aus? Drabinski: Der Gesetzgeber baut auf der Finanzierungs- und der Ausgabenseite die zentralstaatliche Regulierung weiter aus. Dies führt dazu, dass bald alle Ausgabenbereiche gedeckelt sind und damit vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vermeintlich kontrolliert werden können. Dadurch sind die Ausgabenbereiche aber auch weitgehend einer wettbewerblichen Ausrichtung entzogen. Dies schränkt regionale Handlungsspielräume ein, da regionale Akteure immer mehr Zeit und Energie dafür einsetzen müssen, die zentralstaatlich vorgegebenen Pläne umzusetzen. Mitte 2011 soll allerdings ein Versorgungsgesetz umgesetzt werden. Vielleicht werden dann regionale Gestaltungsräume gestärkt. Nordlicht: Stichwort „Asymmetrische Verteilung“: Noch stehen für die Versorgung eines Patienten aus Leck 17 Euro weniger für die Basisversorgung zur Verfügung als für einen Versicherten aus Landshut. Wie beurteilen Sie die Chancen auf einen bundesweit einheitlichen Behandlungsfallwert? Wann gibt es endlich gleiches Geld für gleiche Leistung?

gung abgeschafft und eine transparente und nachvollziehbare Einzelleistungsvergütung eingeführt wird. Dies kann aber nur dann gelingen, wenn gleichzeitig die Patienten stärker in die Pflicht genommen werden, einerseits über ein neues Eigenbeteiligungssystem und andererseits über mehr Eigenverantwortung und Transparenz. Nordlicht: Leistet diese Gesundheitspolitik einen Beitrag, den dringend gebrauchten ärztlichen Nachwuchs im Land zu halten? Drabinski: Im Moment ist der ärztliche Nachwuchs wegen sich ständig ändernder Rahmenbedingungen verunsichert, auch weil die ärztliche Tätigkeit häufig politisch und medial negativ bewertet wird. Allerdings sind im Moment Bemühungen erkennbar, die Standortfaktoren für den ärztlichen Nachwuchs zu verbessern. Dennoch ist der Dreh- und Angelpunkt, um ärztlichen Nachwuchs im Land zu halten, ein dauerhaft planbares Honorar- und Vergütungssystem, nicht nur im ambulanten Bereich. Nordlicht: Die SPD hat bereits angekündigt, im Falle eines Regierungswechsels die Rösler-Reform komplett rückgängig zu machen. Was käme dann? Gibt es sinnvolle Alternativen? Ankündigung ist nicht Umsetzung, vor allem, da die Rösler-Reform auf der Finanzierungsseite doch eine deutliche SPD-Handschrift trägt. Dennoch hat die SPD auf Bundesebene bereits angekündigt, nach dem Regierungswechsel die PKV in die GKV zu überführen und aus beiden Systemen eine Bürgerversicherung zu machen. Dann müsste für PKV-Vollversicherte und für Beamte auch ein einkommensabhängiger Beitrag umgesetzt werden. Die Altersrückstellungen der Privaten Krankenversicherung (PKV) würden dann in den Gesundheitsfonds fließen und könnten die Steuerzuschüsse der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bis zum Jahr 2025 ersetzen. Ab 2025 müsste dann ein Rationierungs- und Priorisierungsregime für medizinische Leistungen umgesetzt werden und das System – wie die gesetzliche Rentenversicherung – durch anwachsende Steuersubventionen gestützt werden. Eine Alternative wäre, für gesetzliche Krankenkassen und für private Krankenversicherungen einen einheitlichen und privatwirtschaftlich organisierten Krankenversicherungsmarkt zu schaffen, der auf Beschaffungs- und Absatzmärkten dem Kartellrecht unterworfen ist und vom Finanzierungsprinzip eine Bürgerprämie mit sozialem Ausgleich und partieller Altersrückstellung wäre. Ansätze hierzu befinden sich in der Diskussion. Betrachtet man allerdings das derzeitige Reformtempo und die politische Stimmung, ist die Umsetzung einer Bürgerversicherung wahrscheinlicher.

Drabinski: Gleiches Geld für gleiche Leistung wird es erst dann geben, wenn die Budgetierung in der vertragsärztlichen Versor-

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Das Interview führte Esther Rüggen, KVSH

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Titelthema as y mmetrische V erteilung

Zuwachs ja, Honorargerechtigkeit nein

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat die Steigerungen der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen (MGV) für 2011 und 2012 beschlossen. Schleswig-Holstein ist mit einem Vergütungsplus gegenüber 2010 in Höhe von 4,2 Prozent diesmal ganz oben mit dabei.

In der Kunst wirkt ein symmetrischer Bildaufbau oft spannungslos. Zwei Drittel für einen dramatischen Wolkenhimmel und ein Drittel für die Landschaft, der Baum in der linken Bildhälfte, versprechen ein interessanteres Bild als mittige Anordnungen. Die Aufteilung des Zuwachses der MGV unter den KVen folgt diesem ästhetischen Prinzip und platziert die KVSH im „Goldenen Schnitt“. Mit dem GKV-FinG – in Polit-Sprech: Entwurf eines Gesetzes zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzierungsgesetz) – wurde dem Bewertungsausschuss aufgetragen, die Verteilung der Gesamtvergütungen in 2011 und 2012 gerechter zu gestalten. Kassenärztliche Vereinigungen, die mit der Honorar-reform 2009 benachteiligt worden sind, erhalten für 2011 und 2012 höhere Zuwachsraten. Eine Absenkung der Vergütungen in den bislang begünstigten KVen wird ausgeschlossen.

Die Berechnung Die Asymmetrie ergibt sich wie folgt: Aus den sechs KVen mit den höchsten vereinbarten Leistungsbedarfen je Versicherten wird ein gewichteter Durchschnitt berechnet. Dieser Schwellenwert ist das Maß für die asymmetrische Verteilung. KVen, die unter diesem Wert von 10.465,6 (!) Punkten liegen, erhalten einen abgestuften Zuwachs:

•

Max. 3,4581 Prozent, wenn der Leistungsbedarf je Versicherten kleiner oder gleich 9.310 Punkte ist, • Max. 2,7171 Prozent, wenn der Leistungsbedarf je Versicherten kleiner oder gleich 9.730 Punkte und größer 9.310 Punkte ist, • Max. 1,0473 Prozent, wenn der Leistungsbedarf je Versicherten kleiner 10.465,6 Punkte und größer 9.730 Punkte ist.

Nun liegt der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vor. Als Ergebnis steht für Schleswig-Holstein ein Zuwachs gegenüber dem Jahr 2010 in Höhe von rund 4,2 Prozent. Davon entfallen 3,45 Prozent Punkte auf die asymmetrische Verteilung und 0,75 Prozent Punkte auf den linearen Zuwachs, den jede KV erhält. 8

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Titelthema In der Zuwachstabelle spiegelt sich das so wider: KV Schleswig-Holstein Westfalen-Lippe Nordrhein Brandenburg Sachsen-Anhalt Sachsen Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Thüringen Niedersachsen Hessen Bayern Saarland Bremen Hamburg Berlin Mecklenburg-Vorpommern

Asymmetrische Steigerungsrate 2011 in v. H.

3,4581 3,4581 3,4581 3,4581 3,4581 3,4581 2,7171 2,7171 2,7171 1,0473 1,0473 1,0473 1,0473 0,9662 0,0000 0,0000 0,0000

Was kommt beim Arzt an? Wie bereits in den Vergütungen seit 2009 gilt, dass der Zuwachs leider nicht bei jedem Arzt ankommt. Arztgruppen ohne wesentliche EBM-Anpassungen gehen weiterhin leer aus. Die Normierung ärztlichen Honorars durch Regelleistungsvolumen (RLV) und qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV) wirkt weiterhin und sorgt dafür, dass der eine Arzt gegenüber 2008 gewinnt und der andere leider verliert. In der Presse wird jedoch wieder zu lesen sein, alle Ärzte erhielten einen enormen Honorarzuwachs. Dass dies eine Durchschnittsbetrachtung in vereinfachter Ausgangsform ist, werden wir nicht einmal zwischen den Zeilen lesen können. Nach 2012 geht‘s weiter Das ganz große politische Ziel ist, die Honorarreform insgesamt zu überprüfen und für die Vergütungen schrittweise eine Konvergenz zu erarbeiten. Soweit, so gut. Im Konzert der KVen wird dies

Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen sowie Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt bilden das obere Tabellendrittel. Das sind die KVen mit den geringsten MGV je Versicherten. Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bremen sind am anderen Ende zu finden. Im Umkehrschluss bedeutet das, sehr hohe MGV je Versicherten. Die Zuwächse sind in 2011 basiswirksam und gehen damit in die MGV-Berechnungen für das Jahr 2012 ein.

weiterhin zu Dissonanzen führen, denn jede KV trägt ihr eigenes Problem vor: Überzahlungen in 2009 und damit Übertrag des Defizits in 2010, trotz enormer Honorarzuwächse ein Verteilungsproblem in den Arztgruppen, HzV-Bereinigungen hohen Ausmaßes. Vier Ost-KVen haben immer noch nicht an den Westen angeschlossen, die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg versorgen ihre Umlandregionen mit und es gibt mindestens eine KV mit einer qualitativ so hohen Versorgung, die in Deutschland ihres gleichen sucht. So wie es im Kleinen mit RLV und QZV keine Honorargerechtigkeit geben kann, wird dies im Großen ebenso sein. Das ist die schmerzliche Wahrheit in einer budgetierten Welt. Freuen wir uns über den „Goldenen Schnitt“, der als Schmerzensgeld für 2009 und 2010 gesehen werden muss. Ekkehard Becker und dörthe Deutschbein, KVSH

Nach der Reform ist vor der Reform Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat Medienberichten zufolge schon für kommendes Jahr weitere Reformen des Gesundheitswesens angekündigt. Nach dem Finanzierungsgesetz mit Erhöhung der Beiträge Anfang 2011 brauche man „Verbesserungen auf der Ausgabenseite, also Veränderungen im System“, so der FDP-Politiker. Leistungskürzungen schloss der Minister dabei aber aus. Ziel sei, „dass die tatsächlich Kranken nicht belastet werden. Das wird auch die Lesart für den Rest der Legislaturperiode sein“. Geplant ist laut Rösler für 2011 unter anderem ein „Versorgungsgesetz“, das dem Ärzte- und Pflegekraftmangel begegnen soll. Darüber

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hinaus soll es eine weitere Reform der Ärztehonorare geben. Weitere Finanzierungsreformen in dieser Legislaturperiode plant Rösler vor der nächsten Bundestagswahl dagegen nicht mehr. Die Finanzierung 2011 sei gesichert, 2012 und 2013 auch, sodass da nichts passieren müsse.

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Titelthema K ommentar

Zur Kasse Wer in diesen Monaten verfolgt, wie Verteidigungsminister Freiherr zu Guttenberg die Bundeswehr umbaut, die im Grundgesetz verankerte Wehrpflicht „aussetzt” und dafür einen gesellschaftlichen Konsens bis in die konservativen Kreise seiner eigenen Partei durchsetzt, der bekommt vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Doch umso mehr freut man sich darüber, dass es einem jungen Politiker, unter den kritischen Augen der Öffentlichkeit und unserer Bündnispartner gelingt, mit Mut und Entschlossenheit durchzusetzen, was Generationen von Vorgängern in diesem Amt nicht schafften: Neue Ziele zu setzen, Strukturen aufzubrechen und dabei auch noch Milliarden an Steuergeldern zu sparen. Respekt, Freiherr! Es wäre allzu billig, auf dieser Basis Parallelen zu seinem Kollegen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler herzustellen und mit dessen bisher erreichten Leistungen in seinem Ressort zu vergleichen. Für die Organisation der Bundeswehr gibt es nicht wie für das Gesundheitswesen Hunderte von Leistungsgesetzen, Dutzende von Sozialpartnern und eine hochgradig sensible Öffentlichkeit. Bevor man hier entscheiden kann, muss es das geben, was man heute Mediation nennt. Aber entscheiden muss man letztlich – vor allem, wenn man es zuvor angekündigt hat.

„Es ist alles, aber keine Reform“

Auch diese Koalition hatte vor dem Regierungsantritt eine „Gesundheitsreform“ versprochen. Was daraus geworden ist, wissen wir seit einigen Wochen: Es ist alles, aber es ist keine Reform. Nach dem Koalitionsvertrag sollte die gesetzliche Krankenversicherung strukturell umgebaut werden. Stattdessen werden die Versicherten zur Kasse gebeten, statt schlanker Strukturen steigen die Beiträge. Wieder einmal hat eine Regierung vor den überfälligen Reformen kapituliert und damit vor dem eigenen Anspruch, diese Reformen anzugehen, versagt. Respekt verdient das nicht. Unser Gesundheitssystem krankt nicht an einem Finanzsondern an einem Verteilungsproblem. Deshalb sind auch diesmal die Versicherten die Verlierer: Ihre Beiträge steigen schneller als ihre Einkommen. Die Gegenleistungen bleiben im günstigsten Fall gleich, in vielen Fällen werden sie schlechter. Und an den größten Baustellen, wie der Krankenhausfinanzierung und der Zukunftssicherung der Pflege, drückt sich die Regierung einmal mehr vorbei.

Wer in der letzten Ausgabe des Nordlichts die Analyse von Prof. Beske dazu gelesen hat, der weiß, was für eine Lawine in den nächsten 20 Jahren auf uns zurollt. Wenn etwas bemerkenswert an der öffentlichen Darstellung dieser Grundheitsreform ist, dann: Die Krankenkassen, so berichten die Medien, wurden „gerettet“ – welch noble Tat. Und gleichzeitig liest man, dass die Honorare für die 30.000 Hausärzte in Deutschland steigen. Das passt für Lieschen Müller nicht zusammen. Denn während die einen gerettet werden mussten, können sich die anderen noch mehr gönnen. Wie ungerecht ist diese Welt. Philipp Röslers Bewährungsprobe kommt noch. Denn die Probleme sind aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Und sie werden ihn schneller einholen, als gedacht. Denn nichts ist so schnell verbraucht wie Geld. Und wenn man so einfach daran kommen kann, wie bei dieser „Gesundheitsreform“, dann werden es alle so schnell wie möglich ausgeben, damit man sich wieder einen Nachschlag holen kann. Schließlich will jeder gerne mal „gerettet“ werden. Nett ist er, der Philipp Rösler, wer wollte das bestreiten. In diesem Punkt kann er von seinem smarten Ministerkollegen zu Guttenberg nichts lernen. Wohl aber von dessen Art, Probleme zu analysieren, Lösungen zu definieren, Ziele zu setzen und sich dafür Verbündete – sprich Mehrheiten zu suchen. So wird Politik gemacht. Und wie man an den Sympathiewerten ablesen kann: Der Wähler sieht es und er honoriert es. Dass es für den Gesundheitsminister ungleich schwieriger ist, wird niemand bestreiten. Aber nicht einmal den Versuch einer Gesundheitsreform zu machen, das ist eine Blamage – für die Person ebenso wie für den Politiker Philipp Rösler. Peter Weiher

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NACHRICHTEN  KOMPAKT R öntgen

Diagnostische Referenzwerte werden abgesenkt Kiel – Im Jahre 2003 wurden erstmals vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) diagnostische Refe­renzwerte (DRW) für die meisten radiologischen Verfahren sowie für nuklearmedizinische Un­tersuchungen veröffentlicht. Diagnostische Referenzwerte sind definiert als „Dosiswerte für typische Untersuchungen mit Röntgenstrahlung, bezogen auf Patientengruppen mit Stan­ dardmaßen, mit für die jeweilige Untersuchungsart geeigneten Röntgeneinrichtungen und Untersuchungsverfahren“. Paragraf 16 Absatz 1 RöV besagt: „Die veröffentlichten diagnostischen Referenzwerte sind bei der Untersuchung von Menschen zu Grunde zu legen. „Seitdem sind zu den dort genannten radiologischen Untersuchungen vom Radiologen die tatsächlichen Patientendosen zu ermitteln, mit den Referenzwerten zu vergleichen und zu dokumentieren. Diese Werte sind jedoch keine Grenzwerte, die zwingend einzuhalten sind, sondern sie die­nen als Orientierungsgröße für die Dosis bei Untersuchungen von „Durchschnitts-Patienten“ bezüglich deren Gewicht und Größe. Ist ein Patient z. B. deutlich schwerer, werden diese Referenzwerte möglicherweise überschritten. Dieses entspricht durchaus einer korrekten Röntgenanwendung; das überdurchschnittliche Gewicht des Patienten ist Ursache für die Überschreitung und mit den Patientenunterlagen als Begründung zu dokumentieren. Gemit­telt über alle Patienten sollen die DRW jedoch eingehalten bleiben. Eine der Aufgaben der Ärztlichen Stellen zur Qualitätssicherung ist die Überprüfung der Ein­haltung der DRW beziehungsweise der Begründung für das Überschreiten; dies geschieht im Regelfall im Rahmen der Routineüberprüfungen der Anwender durch die Ärztlichen Stellen. Neben den drei standardmäßig abgerufenen Patientenaufnahmen einer Untersuchungsme­thode fragen die Ärztlichen Stellen deshalb die Expositionswerte für zehn weitere Patienten­aufnahmen ab. Die von den Ärztlichen Stellen zusammengetragenen Daten werden dort anonymisiert (bzgl. Patient und Praxis/Krankenhaus) und über die Strahlenschutzbehörde des Landes an das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weitergeleitet. Das BfS hat nun die seit einigen Jahren vorliegenden Daten analysiert und festgestellt, dass die Patientendosis bei Einhaltung des Standes von Wissenschaft und Technik erheblich niedriger liegen kann als mit den bisherigen Referenzwerten angegeben. Im Juli dieses Jahres veröffentlichte das BfS daher für den Radiologieteil neue diagnostische Referenzwerte. Die vollständige Veröffentlichung finden Sie unter: http://www.bfs.de/de/ion/medizin/referenzwerte02.pdf Sie enthält neben den tabellarisch aufgeführten neuen Zahlenwerten, Hinweise auf die Rechtsgrundlagen sowie zur Anwendung der DRW in der Praxis. Während in der früheren Fassung sowohl das Dosis-Flächen-Produkt als auch die Einfalldosis und die Oberflächen­dosis als Referenz angegeben waren, so weist die neue Fassung nur noch das Dosis-­Flächen-Produkt als Referenz aus. Sollte dieser Wert bei einem älteren Gerät nicht unmittel­bar ablesbar sein, finden sich auch Erklärungen, wie aus den AnlagenParametern das Do­sis-Flächen-Produkt ermittelt werden kann. 11 | 2010

Nordlicht

Neu festgelegt wurden die Werte für folgende Bereiche: 1. Diagnostische Referenzwerte für Röntgenaufnahmen bei Erwachsenen 2. Diagnostische Referenzwerte für diagnostische und interventionelle Durch­leuchtungsuntersuchungen bei Erwachsenen 3. Diagnostische Referenzwerte für CT-Untersuchungen an Erwachsenen pro Scanserie 4. Diagnostische Referenzwerte für pädiatrische Röntgenuntersuchungen 5. Diagnostische Referenzwerte für pädiatrische CT-Untersuchungen pro Scanserie (neu) Nicht geändert wurden die Referenzwerte für • Diagnostische Referenzwerte für häufige und dosisintensive nuklearmedizinische Unter­suchungen, • Bruchteile der zu verabreichenden Erwachsenenaktivitäten bei Kindern unterschiedlichen Körpergewichts. Diese Werte gelten aus der Veröffentlichung 2003 fort. Alle bisherigen Werte zur Radiologie wurden erheblich gesenkt. bis teilweise auf die Hälfte der früheren Werte. Exemplarisch sind im Folgenden die Referenzwerte der Tabelle der Neuveröffentlichung aus 2010 den Werten aus 2003 gegenübergestellt. Gemäß der eingangs zitierten RöV sind diese aktualisierten Werte ab sofort für die Untersuchungen am Menschen zu Grunde zu legen. Dosis-FlächenProdukt 2003

Dosis-FlächenProdukt 2010

[cGy x cm2]

[cGy x cm2]

Schädel ap/pa

110

65

Schädel lat

100

60

Thorax pa

20

16

Thorax lat

100

55

Brustwirbelsäule ap

220

130

Brustwirbelsäule lat

320

170

Lendenwirbelsäule ap

320

230

Lendenwirbelsäule lat

800

420

Becken ap

500

300

Abdomen

550

300

Aufnahme

Die Ärztlichen Stellen sind gebeten, ihre Überprüfungen ebenfalls auf diese Werte abzustel­len. Andreas Ernst-Elz, Referat Strahlenschutz im Justizministerium Schleswig-Holstein

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT H eil - und H ilfsmittel - R eport

Z ulassung

Krankengymnastik und Praxisabgabe im nicht geSchmerzmittel schon für Kinder  sperrten Planungsbereich Bad Segeberg – Voraussetzung für die Abgabe eines Vertragsarztsitzes in einem für weitere Zulassungen/Anstellungen gesperrten Planungsbereich ist, dass die Praxis gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V in dem für amtliche Bekanntmachungen der jeweiligen KV vorgesehenen Veröffentlichungsorgan ausgeschrieben wird. Nur dann kann der Zulassungsausschuss über die Nachbesetzung entscheiden. Derartige Ausschreibungen erfolgen einmalig, jedoch wird seit einiger Zeit in jedem SchleswigHolsteinischen Ärzteblatt auch auf die Praxen hingewiesen, die trotz Ausschreibung noch keinen Nachfolger gefunden haben.

Berlin – Die Medizinisierung der Kindheit schreitet weiter voran. Laut BARMER GEK Heil- und Hilfsmittel-Report 2010 erhielten rund 4,7 Prozent aller Kinder im Alter bis 13 Jahren Physiotherapie. Gleichzeitig sind unter den häufigsten Diagnosen im Verordnungszeitraum die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zu finden, wovon Rückenbeschwerden rund 47 Prozent ausmachen. Noch auffälliger: Rund 29 Prozent der Kinder mit entsprechender Diagnose erhalten Physiotherapie, 51 Prozent auch Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol. BARMER GEK Vorstandsvize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker: „Kinder mit unspezifischer Rückenschmerz-Diagnose und Krankengymnastik-Verordnung müssen stutzig machen. Hier drängt sich die Frage auf, inwieweit die Gründe auch im sozialen Umfeld und in erzieherischen Defiziten zu suchen sind.“ Auch die Hilfsmittelversorgung von Kindern zeigt Tendenzen zur Überversorgung: So lag 2007 der Anteil der in der ehemaligen GEK versicherten Kinder bis 13 Jahren mit mindestens einer Einlagenverordnung bei 4,9 Prozent. Dagegen ist die Anzahl der Kinder mit objektivem medizinischen Bedarf deutlich geringer: Nur bei 1,3 Prozent dieser Kinder wurde ein „Plattfuß“ diagnostiziert. Einlagen machen bei Kindern rund 40 Prozent aller verschriebenen Hilfsmittel und 24 Prozent an den Hilfsmittelgesamtausgaben aus. Insgesamt stiegen die Ausgaben für Hilfsmittel in der BARMER GEK im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent auf 670,7 Millionen Euro, für Heilmittel um 4,3 Prozent auf 618,4 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von rund 3,12 bzw. 2,87 Prozent an den Gesamtausgaben. Zum Vergleich: Von den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 2009 in Höhe von 175,6 Milliarden Euro entfielen 5,5 Milliarden bzw. 3,13 Prozent auf die Hilfsmittel (+5,8 Prozent) und 4,5 Milliarden Euro bzw. 2,56 Prozent auf die Heilmittel (+2,3 Prozent gegenüber 2008). Im Heilmittelbereich dominiert die Physiotherapie. Allein auf sie entfielen 442,6 Millionen Euro (+4,64 Prozent je Versicherten). Mit 83,3 Millionen Euro und 59,2 Millionen Euro folgen Ergotherapie und Logopädie (+4,56 Prozent bzw. +4,27 Prozent). Die Pro-Kopf-Ausgaben für Heilmittelbehandlungen liegen in der Physiotherapie bei 283 Euro (bei 1,57 Mio. betroffenen Versicherten), in der Ergotherapie bei 961 Euro (86.719 Versicherte), in der Logopädie bei 662 Euro (89.407 Versicherte). Fast jeder sechste Versicherte der BARMER GEK war 2009 in physiotherapeutischer Behandlung. 12

Nordlicht

Neu ist jetzt, dass die KVSH auch auf solche Praxen aufmerksam machen möchte, für die in einem nicht gesperrten Planungsbereich ein Nachfolger gesucht wird. Ab sofort kann eine solche Veröffentlichung formlos schriftlich bei der Zulassung/Praxisberatung beantragt werden und in Kürze werden auch entsprechende Formulare unter www.kvsh.de (Downloadcenter/Formulare Zulassung) zur Verfügung gestellt werden. Die Anzeigen sollen in anonymisierter Form unter Angabe einer Chiffre-Nummer erfolgen. Auch auf diese Praxen soll solange aufmerksam gemacht werden, bis ein Nachfolger gefunden wurde. Die betroffenen Ärzte (Hausärzte in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen sowie Hautärzte im Kreis Steinburg) wurden bereits per Newsletter informiert. Durch diese Vorgehensweise sollen einerseits die Praxisabgeber bei ihrer Nachfolgersuche unterstützt werden, jedoch soll andererseits auch kontinuierlich darauf aufmerksam gemacht werden, wie viele Ärzte in Schleswig-Holstein insgesamt einen Nachfolger für ihre Praxis suchen.

K ongress

Gynäkologie mit Nachwuchssorgen Berlin – Die Gynäkologie steuert auf ein massives Nachwuchsproblem zu. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) im Rahmen des diesjährigen DGGGKongresses hingewiesen. Bereits jetzt könnten viele Stellen nur noch schwer besetzt werden, so die Fachgesellschaft. Durch die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Karriere würden viele Frauenärztinnen nach der Geburt ihrer Kinder nicht oder nur in Teilzeit in den Job zurückkehren. Eine Umfrage der DGGG hat außerdem ergeben, dass fast 90 Prozent der Frauenärztinnen und 72 Prozent ihrer männlichen Kollegen meinen, dass Kinder und Karriere nur schlecht miteinander vereinbar sind. Auf die Frage, was verändert werden sollte, nannten fast 80 Prozent der Frauen und fast 60 Prozent der Männer die Betreuungssituation für Kinder. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT N achschlagewerk

Datenschutz bei „Hilfe und Schutz fürs Kind“

Berlin – Ob und wann soll man Informationen weitergeben, um Hilfe und Schutz für ein Kind zu ermöglichen? Gemeinsam mit dem Informationszentrum Kindesmisshandlung/ Kindesvernachlässigung (IzKK) hat das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) eine Publikation zum Thema Datenschutz herausgegeben. Sie wendet sich u. a. an Fachkräfte in Geburtskliniken, Arztpraxen, Schwangerschaftsberatungsstellen sowie an Hebammen. In dem Nachschlagewerk sollen allgemeine Grundsätze zum Datenschutz, wie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, der Datenschutz als Vertrauensschutz sowie das Transparenzgebot erläutert werden. Autor des Textes ist das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) e. V. Die Broschüre kann unter www.fruehehilfen.de kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden unter der Adresse: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Ostmerheimer Str. 220, 51109 Köln, E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order@bzga.de

Z ulassungsausschuss

Wichtiger Hinweis zur Praxisabgabe Bad Segeberg – In für weitere Zulassungen/Anstellungen für ein Fachgebiet gesperrten Planungsbereichen entscheidet der Zulassungsausschuss über die Nachbesetzung einer ausgeschriebenen Vertragspraxis. Bei mehreren Bewerbern hat der Zulassungsausschuss in der Vergangenheit stets auch berücksichtigt, ob die Bewerber dazu gewillt sind, die Praxis an dem bisherigen Sitz fortzuführen. Immer häufiger liegt dem Zulassungsausschuss allerdings nur eine Bewerbung zur Übernahme eines Sitzes vor. In diesen Fällen hat der Zulassungsausschuss bisher den Nachfolger auch für einen anderen Vertragsarztsitz als den Sitz des abgebenden Arztes zugelassen. Diese Vorgehensweise kann zu Sicherstellungsproblemen führen. In jüngster Zeit sind die Praxen zumeist aus ländlichen Gegenden in städtische Bereiche verlegt worden. Dieser Tendenz möchte der Zulassungsausschuss nunmehr entgegenwirken. Ab sofort wird er daher den „Fortführungswillen“ eines Bewerbers auch dann für eine Nachfolgezulassung verlangen, wenn der abgebende Vertragsarzt nur einen Bewerber für seine Praxis gefunden hat. Dieser Bewerber muss gewillt sein, die bisherigen Patienten des Vertragsarztes an dem ursprünglichen Vertragsarztsitz bzw. in der unmittelbaren Nähe dieses Vertragsarztsitzes zu versorgen. Besteht hierzu keine Bereitschaft, so wird der Zulassungsausschuss prüfen, ob eine Verlegung des Vertragsarztsitzes genehmigt werden kann. Eine Verlegung ist zu genehmigen, wenn Sicherstellungsgründe dem nicht entgegenstehen. Hat der bisherige Vertragsarzt allerdings beispielsweise relativ hohe Fallzahlen gehabt und kein benachbarter Vertragsarzt in der Nähe hat freie Kapazitäten, um seine bisherigen Patienten zu versorgen, so wird der Zulassungsausschuss im Einzelfall die Verlegung ablehnen müssen. Auf diese neue Verfahrensweise sollten sich sowohl abgebende Ärzte als auch Bewerber einstellen und dies von vornherein bei der Übergabeverhandlung berücksichtigen.

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Nordlicht

K eine E ntwarnung

Zahl der HIV-Infizierten steigt wieder Berlin – In Deutschland leben derzeit etwa 78.000 Menschen mit dem HI-Virus. 2.856 von ihnen haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts im vergangenen Jahr neu infiziert. Während der vergangenen zehn Jahre ist die Zahl der Neuinfektionen vor allem bei homosexuellen Männern wieder deutlich gestiegen. Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist in Deutschland nach wie vor der häufigste Übertragungsweg der HI-Viren. Bei 489 Infizierten brach die Aids-Krankheit 2009 aus, sodass jetzt rund 27.000 Menschen in Deutschland zu den Aids-Kranken zählen. Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen 33,4 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Allein 2008 starben zwei Millionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit. Insgesamt gab es seit Ausbruch der Epidemie Anfang der 80er-Jahre weltweit 25 Millionen Aids-Tote. Im südlichen Afrika leben 22,4 Millionen Menschen mit HIV oder Aids. Das sind etwa zwei Drittel aller HIV-Infizierten weltweit. aktuell

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PRAXIS  &  KV D iagnoseverschlüsselung

Richtig kodieren – Morbidität sichtbar machen Die neuen Ambulanten Kodierrichtlinien sollen ab dem 1. Januar 2011 den Niedergelassenen bei der Diagnoseverschlüsselung helfen. Mit der neuen Richtlinie will die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Grundlage dafür schaffen, dass das Honorar nicht mehr an der Grundlohnsumme, sondern an der Morbidität orientiert ist.

Viele Niedergelassene empfinden die neuen Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) als eine weitere bürokratische Gängelung. Doch der vermeintlich höhere Aufwand in den Praxen könnte sich am Ende auszahlen, auch für die Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein. Denn: Bei der Weiterentwicklung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung wird die vollständige und korrekte Kodierung von Diagnosen immer wichtiger. Ziel der neuen Kodierrichtlinien ist es, den tatsächlichen Behandlungsbedarf zu belegen. Ist dieser höher, wird es wahrscheinlich auch mehr Geld für die Versorgung geben. Kein Buch mit sieben Siegeln Die Ambulanten Kodierrichtlinien enthalten keine grundlegenden Änderungen. Das meiste ist bekannt und seit Jahren gängige Praxis. Der ICD-10-GM bleibt auch weiterhin die Basis, sodass kein neues System erlernt werden muss. Jedoch werden Regeln aufgestellt, die gewährleisten sollen, dass in Bayern, Sachsen oder Schleswig-Holstein keine Unterschiede im Kodierverhalten auftreten. Und auch, dass keine Verzerrung der abgebildeten zur tatsächlichen Morbidität entsteht.

Ergebnisse des Praxistests in Bayern und des Kommentierungsverfahrens aus 4/2009, das zur Anhörung der Berufsverbände und Fachgesellschaften von der KBV und dem GKV-Spitzenverband durchgeführt wurde. Die daraus entwickelte „Version 2011“ soll dann ab dem 1. Januar 2011 flächendeckend umgesetzt werden. Sobald diese vorliegt, wird sie auf der Homepage der KVSH zum Herunterladen bereit gestellt. Die AKR gelten für die Kodierung von Diagnosen zum Zweck der Abrechnung in der ambulanten Versorgung, also auch für Selektivverträge wie beispielsweise die Hausartzentrierte Versorgung. Die Dokumentation von Diagnosen zu medizinischen Zwecken in der Patientenakte bleibt davon unberührt. Das heißt, hier liegt ein entscheidender Unterschied vor: Es sind für die Abrechnung nur die Behandlungsdiagnosen maßgeblich, für die eine diagnostische und/oder therapeutische Leistung erbracht wurden. Bei Durchführung einer Früherkennungsuntersuchung mit negativem Ergebnis bedeutet dies, dass ein Kode aus dem Kapitel XXI anzugeben ist. Haben sie zum Beispiel bei einem Kind eine Gesundheitsvorsorgeuntersuchung durchgeführt, ist dies mit Hilfe des Kodes Z00.1 zu verschlüsseln.

Die ���Version 2010“ der Ambulanten Kodierrichtlinien steht bereits zum Download auf der Homepage der KBV www.kbv.de zur Verfügung. Diese wird jedoch noch angepasst werden um die 14

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aktuell

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PRAXIS  &  KV K ooperation

Netzwerke im Kampf gegen Multiresistente Erreger Multiresistente Erreger (MRE = MRSA,VRE, ESBL etc.) sind im ambulanten und stationären Bereich ein zunehmendes Problem. Zwei Netzwerke in Lübeck und in Ostholstein/ Plön wollen zur Problembewältigung die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure in den Regionen verbessern. Ziel: Eine Unterbrechung der MRSA-Zirkulation zwischen den verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Netzwerk Lübeck MRSAplus Netzwerk Lübeck Seit Dezember 2009 gibt es in Lübeck ein Netzwerk zur gemeinsamen Bekämpfung multiresistenter Krankheitserreger. Alle an Versorgung, Pflege, Beratung und Transport Beteiligten sollen sich hier wiederfinden, damit im Sinne des Patienten alle Hürden rasch und reibungslos beseitigt werden oder besser noch, gar nicht mehr auftauchen. Denn nach wie vor ist z. B. die Verlegung eines Patienten mit MRSA ein komplexes Unterfangen und der Umgang mit Sanierungsstandards nicht für alle mit der Pflege befassten Personen alltäglich. Durch die Treffen in Arbeitsgruppen, in denen einzelne Schwerpunkte bearbeitet werden, sollen einheitliche und vor allem praktikable Standards in der Pflege, Hygiene und Sanierung der betroffenen Klinikpatienten und/ oder Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen zur Verfügung gestellt werden. Aktionen und Homepage Seit dem Gründungstreffen gab es bereits mehrere Sitzungen in den Arbeitsgruppen. Die Ergebnisse wurden auf den drei bisher stattgefundenen Haupttreffen vorgestellt und diskutiert. Zeitnah wurde die Homepage www.MRSAplus.de eingerichtet, auf der sich auch interessierte Laien informieren können.

Beteiligte Organisationen Im MRSAplus-Netzwerk treffen sich nicht nur die an der Betreuung direkt Beteiligten, sondern auch Vertreter der öffentlichen Ämter und Behörden, wie das Gesundheitsamt der Hansestadt Lübeck, der MDK und die Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, denn neben den alltäglichen Problemen bei der Pflege und Sanierung der Patienten, stellt das Netzwerk erneut die Frage nach der Abrechenbarkeit der aufwendigen Maßnahmen bei der Betreuung dieser Patienten. Neben dem MRSA soll das plus im Namen ein Ausdruck dafür sein, dass im Netzwerk alle Themen vorkommen sollen, die im Zusammenhang auch mit anderen Infektionserregern vorkommen können. Als weitere Beispiele seien Erkrankungen durch ESBL-Erreger, Noroviren oder Clostridium difficile genannt. Niemand ist eine Insel, dies wird auch durch die enge Zusammenarbeit mit den anderen Netzwerken in Schleswig-Holstein unterstrichen. Wir brauchen den Austausch und ständig aktualisierte Standards, im Einzelfall die reibungslose und schnelle Verständigung und Beratung durch Experten, damit der optimale Erfolg, Zurückdrängen der Infektionszahlen und Optimierung der Erfolge in der Behandlung des Einzelnen, rasch erreicht werden kann. Dr. Bettina Tiemer, Fachärztin für Mikrobiologie, Lübeck

Neben der Freiwilligkeit der Teilnahme an der Netzwerkarbeit streben wir auch eine Zertifizierung nach vorgegebenen Kriterien an, um die qualifizierte Mitarbeit im Netzwerk auch von außen „sichtbar“ zu machen. Um das Netzwerk auch im Leben der Stadt zu verankern, gab es Treffen mit der Lübecker Pflegekonferenz und Vorträge in Qualitätszirkeln der niedergelassenen Ärzteschaft der Stadt.

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PRAXIS  & KV

Netzwerk Ostholstein/Plön MRSA-Netzwerk Kreis Ostholstein/Plön Das Netzwerk gründete sich bereits am 4. Februar 2009 in den SANA-Kliniken Eutin, um die ersten Schritte zum Netzaufbau zu gehen. Es nahmen etwa 50 Teilnehmer aus den Bereichen Alten-, und Pflegeheime, Krankenhaus, öffentlicher Gesundheitsdienst, niedergelassene Ärzte, mobile Krankenpflege, Rettungsdienst und andere Institutionen teil. Inzwischen hat das Netzwerk sieben Mal getagt. Derzeit sind ca. 30 Teilnehmer im Netzwerk aktiv. Die meisten Treffen finden in der August-Bier-Klinik Bad Malente-Gremsmühlen statt, die dem Netzwerk Räumlichkeiten und Technik zur Verfügung stellt. Es haben sich Arbeitsgruppen aus den aktiven Teilnehmern zu den Themen Rettungswesen und Transport, Übergabeschnittstellen, ambulante Versorgung und Schulungen zusammengefunden. Ziel des Netzwerks In den Arbeitsgruppen sollen Standards zur einheitlichen Behandlung der Patienten geschaffen werden. Ziel des Netzwerkes ist es unter anderem, einen Qualitätsverbund mit Strukturen zu schaffen, die zur langfristigen Senkung der MRSA-Rate in der Region Schleswig-Holstein (Ostholstein/ Plön) auf ein akzeptables Niveau führen. Ebenso gehören die Überwindung von Kommunikations- und Organisationsbrüchen an Schnittstellen der Patientenversorgung (Transport/ Verlegung/Entlassung Aufnahme in Gemeinschaftseinrichtungen, häuslicher und ambulanter Bereich) zu den weiteren Zielen. Es werden aber auch Themen aufgegriffen und besprochen, die die Teilnehmer persönlich beschäftigen und eventuell sogar ängstigen. Genauso werden lebhafte Diskussionen über die häufig reißerisch und konträren Darstellungen zum Thema

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MRSA in den Medien geführt. Ergebnis solcher Diskussionen ist häufig der Hinweis, dass mehr Schulungen notwendig sind, um die Angst und Befürchtungen über die Stigmatisierung, sowohl bei den betroffenen Patienten als auch bei den Angehörigen zu nehmen. Aktionen und Vorträge Es gibt aber auch ganz praktische Tipps im Umgang mit MRSA. Vorträge der hygienebeauftragten Ärzte, wie in einzelnen Kliniken mit MRSA umgegangen wird, erhöhen die Transparenz und dienen dem neutralen Umgang miteinander ebenso wie Ergebnisberichte z. B. vom Workshop „Gemeinsam gegen MRE/MRSA“ in Wernigerode. Im Dezember 2009 konnte PD A. Friederich (Vorreiter des EUREGIO-Netzwerkes Münster/Twente) für einen Vortrag in der August-Bier-Klinik Bad Malente-Gremsmühlen zum Thema gewonnen werden. Die Teilnehmer kamen auch aus anliegenden Kreisen und nutzten die Veranstaltung, um den Netzbau in den eigenen Kreisen voranzutreiben. Ein Kontakt in Richtung Krankenkassen und KV entsteht langsam und zögerlich, aber auch dieser Weg wird weiter verfolgt. Homepage Der Fachdienst Gesundheit in Ostholstein hat eine Homepage installiert, auf der sich jeder Interessierte über MRSA informieren kann. Auf dieser Homepage sind auch die Protokolle der Treffen, erarbeitete Dokumente sowie Links zu anderen MRSA-Netzwerken zu finden. Das Netzwerk (unter der Obhut des Fachdienstes Gesundheit) arbeitet eng mit dem Sozialministerium zusammen, um einheitliche Strukturen in ganz Schleswig-Holstein zu schaffen. Dr. Annegred Krenz-Weinreich, Fachärztin für Laboratoriumsmedizin, Plön

aktuell

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PRAXIS  &  KV U mfrage

Bereitschaftsdienst – Akzeptanz in der Ärzteschaft

Die Umstellung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes hatte vor vier Jahren für erhebliche Unruhe im Lande gesorgt. Patientenvertreter hatten befürchtet, dass die Versorgung schlechter werden könnte. Ärzte hatten befürchtet, dass die Belastungen für die Patienten zu groß und bedrohliche Krankheiten unterversorgt werden könnten. Was ist passiert? Beides scheint nicht eingetreten zu sein. Um diese Frage zu klären, haben wir einerseits Patienten nach ihrer Einschätzung gefragt. Andererseits haben wir – mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung – auch Ärzte um ihre Meinung gebeten. Patienten Ein Jahr nach Einführung des zentral gesteuerten Bereitschaftsdienstsystems mit den 27 über das Land verteilten Ambulanzen hatten wir die Patienten nach ihrer Sicht der Situation befragt. In dieser Befragung wurden konsekutiv ca. 5.000 Patienten befragt, die in diese Ambulanzen gekommen waren, um sich medizinisch behandeln zu lassen. Dazu wurden an jede Ambulanz ca. 200 Fragebögen verteilt, die sie von einem Stichtag an ohne Vorauswahl an Patienten ausgeben sollten. Wir hatten 3.500 Rückläufer, eine gute Quote.

denfreien Zeiten übernahmen. Von diesen Notdienstringen gab es früher ca. 150 in Schleswig-Holstein. Hinsichtlich der Erreichbarkeit waren die Ergebnisse erfreulich: 90 Prozent der Patienten konnten die Ambulanz in weniger als 20 Minuten erreichen. 90 Prozent waren mit der Freundlichkeit und der Kompetenz der Ambulanzmitarbeiter zufrieden oder sehr zufrieden. Zufriedenheit der Patienten Mit dieser Befragung konnten die Verantwortlichen in 10 der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) sehr zufrieden sein. So weit, so gut.

%

Bei dieser Befragung kam eine gute bis sehr gute Akzeptanz heraus. Über 80 Prozent beurteilten das neue System mit der Schulnote „gut“ oder „sehr gut“, weniger als 10 Prozent wünschten sich das „alte“ System zurück, bei dem die Hausärzte alleine oder in kleineren Notdienstringen die Versorgung in den sprechstun18

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90% aktuell

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PRAXIS  & KV Ärzte Nicht von ungefähr kam die Idee auf, nun auch die beteiligten bzw. betroffenen Ärzte im Land zu befragen, wie sie das „neue“ System beurteilten. Das hat die KVSH getan. Es wurden ca. 4.800 Fragebögen versandt, davon gingen ca. 4000 Bögen an Vertragsärzte, ca. 800 an Psychotherapeuten. Es kamen 2.143 Rückläufer in Bad Segeberg an (44,6 Prozent). In lesbarer Form befanden sich 2.074 Faxe.

Somit ist diese „Ablehnung“ des „neuen“ Systems nicht eine Ablehnung des Systems ansich, sondern nur eine Unzufriedenheit mit der Honorierung, die momentan gezahlt werden kann.

Der Anteil der Ärzte, die am organisierten Bereitschaftsdienst teilnehmen, lag bei 845 Antworten (40 Prozent), 1.229 Meldungen kamen von und Ärzten, die nicht am organisierten Bereitschaftsdienst teilnehmen (60 Prozent). 2/3 bis 3/4 dieser Antworten waren positiv oder sogar sehr Zufriedenheit der Ärzte positiv, nur ca. 8 Prozent wünschten sich eine Rückkehr zum „alten“ System. Diese Zahl machte uns stutzig, denn eigentlich sollte das „neue“ System ja die Belastungen reduzieren und die Versorgung gleichmäßiger und gerechter machen und zudem auch noch die Ressourcen schonen.

8%

80%

Bei der Betrachtung der Untergruppen war es vor allem dann aufschlussreich, wenn man die Kommentare, die im Freitext eingetragen waren, zu diesen Teilnahmequoten in Beziehung setzte. Bei den am Bereitschaftsdienst Teilnehmenden war der Anteil derer, die sich eine Rückkehr zum „alten“ System wünschten, größer (102 von 845 = 12 Prozent) als bei den „Nichtteilnehmern“ (64 von 1.229 = 5 Prozent). Im Freitext waren fast einhellig die Gründe für eine Ablehnung, dass früher die Honorierung der nachts oder an Wochenenden gefahrenen Hausbesuche höher war, und dass man sich mit dem zurzeit gezahlten Festgehalt pro Dienststunde unterbezahlt findet.

Ärzte, die sich das „ alte System wünschen“

12

12%

Wenn durch nicht indizierte Hausbesuche am Wochenende übermäßig viel Honorarsumme vorab der vertragsärztlichen Honorarsumme entzogen wird, bleibt für die restlichen Leistungen kein Geld mehr übrig. Das war damals einer der Gründe, diese Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes einzuleiten. Wenn dadurch auch die Bereitschaft von Kollegen gestärkt werden könnte, sich wieder als Landarzt niederzulassen, hätten wir ein drängendes Versorgungsproblem auf relativ einfache Weise gelöst.

Am Bereitschaftsdienst teilnehmende Ärzte

10

8

6

5%

Die Rückkehr zu einem System, bei dem – mangels einer Anlaufpraxis – jede kleine Gesundheitsstörung mit einem Hausbesuch „bedient“ werden musste, ist aus der heutigen Sicht nicht mehr zeitgemäß. Bei einer so eklatanten Mangelverwaltung, wie es die Honorarbaustelle seit 1987 darstellt, konnte man die Versorgung in der „alten“ Weise nicht mehr rechtfertigen. Auch Kritiker müssen konzedieren, dass ein Hausbesuch bei einem Patienten, der einen Infekt ohne hohes Fieber und ohne anderweitige Gründe (Gehbehinderung oder ähnliches) hat, medizinisch nicht indiziert ist. Wenn man also nur diejenigen Patienten besucht, die hochfieberhafte Infekte, starke Schmerzen oder Gehbehinderung (welcher Art auch immer) haben, spricht das für einen verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen. Das entlastet vor allem die Hausärzte, hier besonders die Landärzte.

Fazit Nicht nur die Patienten, sondern auch die beteiligten Ärzte sind mit dem „neuen“ System des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Regel zufrieden oder sogar sehr zufrieden.

Am Bereitschaftsdienst nicht teilnehmende Ärzte

Prof. Jens-Martin Träder, Allgemeinarzt, Lübeck

4

2

0

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PRAXIS  &  KV Q ualitätsbericht 2 0 0 9

Schleswig-Holsteins Ärzte auf Qualitätskurs Qualitätsbericht der KVSH belegt hohen Standard in der ambulanten Patientenbehandlung

Schleswig-Holsteins niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten auf einem sehr hohen Qualitätsniveau. Dies zeigt der Qualitätsbericht 2009, den die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein jetzt vorgelegt hat. In Schleswig-Holstein unterliegen rund zwei Drittel aller Leistungen, die ein Patient in einer Praxis eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nimmt, einer Qualitätskontrolle durch die KVSH. Diese überprüft nach definierten Standards zum Beispiel, ob die Ärzte und Psychotherapeuten die nötige Ausbildung haben und ob die medizinischen Untersuchungsgeräte den aktuellen technischen Erfordernissen entsprechen. Nur wer alle Qualitätstests besteht, darf diese Behandlungen auch durchführen und abrechnen. „Die Patienten in Schleswig-Holstein können sich darauf verlassen, dass sie von den mehr als 5.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten auf hohem Niveau behandelt werden“, sagte Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Im vergangenen Jahr erteilte die KVSH rund 3.100 neue Genehmigungen für qualitätsgesicherte Leistungen. 98 Prozent der Antragssteller erhielten die Genehmigung. Nur zwei Prozent der

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Anträge wurden abgelehnt, weil die Voraussetzungen für eine Genehmigung nicht erfüllt waren. „Auch wenn ein Arzt oder Psychotherapeut eine Genehmigung bereits erhalten hat, wird danach regelmäßig überprüft, ob er die Qualitätskriterien nach wie vor erfüllt“, betonte Kreuz. Die KVSH prüft die Einhaltung der geforderten Qualitätsstandards auf verschiedene Weise. Dies reicht von Fortbildungsnachweisen über Hygieneüberprüfungen und Praxisbegehungen bis hin zur Prüfung von einzelnen Untersuchungsergebnissen. Jedes Jahr werden ambulante Leistungen wie Akupunktur oder Röntgenund Ultraschalluntersuchungen überprüft. Diese müssen bundeseinheitlichen Vorgaben entsprechen. Die KVSH hat mit den regionalen Krankenkassen darüber hinaus für viele Leistungen zum Teil höhere Standards vereinbart, zum Beispiel für Spiegelungen und Operationen von Gelenken. Marco Dethlefsen, KVSH

Der Qualitätsbericht 2009 steht im Internet unter www.kvsh.de zum Download bereit. Er kann auch per E-Mail bestellt werden: presse@kvsh.de

aktuell

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PRAXIS  & KV B ekanntmachungen

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Psychotherapiepraxen zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Fachgebiet

Planungs­bereich*

Praxisform

Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­nummer

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Lübeck

EP

31.12.2010

15440/2010

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Lübeck

EP

31.12.2010

15993/2010

Psychotherapeuten

Steinburg

EP

31.12.2010

16175/2010

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). **

Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern:

Flensburg

04551 883 378 04551 883 291

Schleswig-Flensburg Nordfriesland

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden­ führungszeugnis) zu beantragen.

RendsburgEckernförde

Kiel Plön Ostholstein

Dithmarschen Neumünster

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

Lübeck

Pinneberg

Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung /Praxisberatung, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

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Segeberg

Steinburg

Nordlicht

aktuell

Stormarn

Herzogtum Lauenburg

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PRAXIS  &  KV B rustkrebsfrüherkennung

Auf einem guten Weg Daten des Krebsregisters Schleswig-Holstein zeigen erste positive Auswirkungen des Mammographie-Screenings auf die Brustkrebs-Epidemiologie 1. Bevölkerungsbezogene Inzidenz Seit dem Jahr 2002 bis zum Jahr 2005 zeigt sich die Brustkrebsinzidenz (nicht invasiver und invasiver Brustkrebs zusammen betrachtet) in Schleswig-Holstein in der Altersgruppe der 50 bis 69-jährigen Frauen insgesamt rückläufig. Der zu beobachtende Inzidenzanstieg ab dem Jahr 2005 in den Screening-Regionen 2 (östliches SH), 3 (süd-westliches SH) und 4 (nördliches SH) fällt zeitlich mit der Ausweitung von QuaMaDi (Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik) auf diese Landesteile zusammen. Mit Beginn der Einführung des Mammographie-Screenings im Jahr 2007 steigt die Inzidenz weiter an. Eine Ausnahme bildet das östliche Schleswig-Holstein, hier ist ein leichter Abfall von rund 390 auf rund 380 Fälle pro 100.000 Frauen zu beobachten. Im Jahr 2008 steigt die Inzidenz aber in allen Regionen weiter deutlich an (Abbildung 1). Der Inzidenzunterschied zwischen den Jahren 2007 und 2008 in der screening-relevanten Altersgruppe liegt je nach ScreeningRegion zwischen 30 (süd-westliches SH) und 140 (KERN-Region) zusätzlichen Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen.

Im Jahr 2007 wurde in Schleswig-Holstein (SH) mit der Implementierung des Mammographie-Screenings begonnen und seit dem Frühjahr 2008 steht es in SH allen Frauen in der Altersspanne 50 bis 69 Jahre flächendeckend zur Verfügung. Während in den ersten beiden Jahren rund 40 Prozent der Frauen der Einladung zum Screening folgten, liegt die aktuelle Teilnahmerate bei nahezu 45 Prozent. Im Krebsregister Schleswig-Holstein werden alle Tumormeldungen, die von den verschiedenen Einrichtungen im zeitlichen Verlauf der Diagnosestellung bis zur Therapie an das Register abgegeben werden, zusammengeführt. Derzeit (d. h. Mitte des Jahres 2010) kann die Registrierung der Tumore aus dem Jahr 2008 als nahezu vollzählig angesehen werden. Ein erster Blick auf die epidemiologischen Daten zum Brustkrebs in SchleswigHolstein erlaubt eine erste vorsichtige Aussage über die Auswirkungen des Mammographie-Screenings in Schleswig-Holstein. Insbesondere interessieren die folgenden Fragen:

2. Tumorstadienverteilung Bei Betrachtung der relativen Tumorstadienverteilung ist eine Zunahme der prognostisch günstigen Tumore bei gleichzeitigem Rückgang der prognostisch ungünstigen Tumore im Vergleich zum Zeitraum 2000-2005 in allen Regionen zu sehen.

1. Wird sich mit dem Beginn des Screenings der erwartete (temporäre) Inzidenzanstieg einstellen? 2. Wird eine günstigere Tumorstadienverteilung zu beobachten sein? 3. Kann das Screening zu einer Reduktion der BrustkrebsSterblichkeit in der Zielbevölkerung beitragen?

Der Anteil der in situ-Tumoren an allen im Krebsregister gemeldeten Brustkrebsfällen hat sich von 5,5 Prozent (Jahre 2000-2005) auf 10,5 Prozent (2008, alle Altersgruppen) verdoppelt, während der Anteil der T2-Tumoren von 35,2 Prozent auf 28,5 Prozent und der Anteil der T3- und T4-Tumoren von 13,1 Prozent auf 10,5 Prozent absank.

Während es für die Beantwortung der Frage 3 heute noch zu früh ist, können die Fragen 1 und 2 schon jetzt anhand der Krebsregisterdaten orientierend beantwortet werden.

Rohe Inzidenzrate in der Altersgruppe 50-69 Jahre

Fälle/100.000 Frauen (50-69 Jahre)

600 500 400

SE1 SE2

300

SE3 SE4

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Abbildung 1: Rohe Brustkrebsinzidenzrate in den vier Screening-Regionen Schleswig-Holsteins im zeitlichen Verlauf (Altersgruppe 50-69 Jahre; invasive und in situ Mammakarzinome; (=ICD-10 C50 und D05)) Legende: SE 1 KERN-Region; SE 2 östliches SH; SE 3 süd-westliches SH; SE 4 nördliches SH 22

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100% 90% 80% T4 (infiltrierend) T3 (>5cm) T2 (2-5cm) T1 (<2cm) T1c (1-2cm) T1b (0,5-1cm) T1a (0,1-0,5cm) T1mic (mikroinvasiv) Tis (in situ) situ) Tis (in

70% 60% 50% 40% 30% 20% 10%

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20

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Abbildung 2: Prozentuale Verteilung der T-Stadien in den Jahren 2000-2005, 2007 und 2008 (Altersgruppe 50-69 Jahre) Legende: SE 1 KERN-Region; SE 2 östliches SH; SE 3 süd-westliches SH; SE 4 nördliches SH In der Altersgruppe der 50 bis 69-Jährigen hat sich der in situAnteil sogar verdreifacht (5,7 Prozent bzw. 17,8 Prozent; Abbildung 2). Ein deutlicher Rückgang war für die T2-Tumoren zu beobachten (von 32,9 Prozent auf 22,8 Prozent). Der Anteil der T3 und T4-Tumoren fiel in der gleichen Zeit hingegen nur leicht von 10,5 Prozent auf 8,2 Prozent ab.

zur Überdiagnostik verwiesen. Angesichts der höchsten Brustkrebssterblichkeit in ganz Deutschland sollte die ganze Brustkrebsfrüherkennung in Schleswig-Holstein intensiv auf die Möglichkeit der Reduktion der Brustkrebsmortalität untersucht werden. Prof. Dr. Alexander Katalinic, Dr. Annika Waldmann, Institut für Krebsepidemiologie, Lübeck

Fazit Erstmals werden aktuelle Zahlen aus den vier Screening-Regionen für die Startphase des Mammographie-Screenings in SchleswigHolstein präsentiert und erste Effekte auf die bevölkerungsbezogene Brustkrebsinzidenz und Tumorstadienverteilung untersucht. Erste Anzeichen für die Effektivität eines Screeningprogramms sind der Anstieg der Neuerkrankungszahlen (wenn gescreent wird, müssen mehr Fälle entdeckt werden) und eine Verschiebung der Tumorstadien hin zu einer prognostisch günstigeren Verteilung (es müssen mehr prognostisch günstige Tumoren entdeckt werden). Beide Punkte können für das Mammographie-Screening in Schleswig-Holstein bereits jetzt als bestätigt gelten. Es ist davon auszugehen, dass die beobachteten Effekte bei weiter steigenden Teilnehmerinnenzahlen am Screening noch deutlicher ausfallen werden. Ob die günstigere Tumorstadienverteilung aber auch langfristig zu einer Reduktion der Brustkrebssterblichkeit führen wird, bleibt abzuwarten. Die günstige Tumorstadienverteilung lässt dies zumindest hoffen. Als sicher kann eine zukünftige Mortalitätsreduktion aber nicht gelten, hier sei auf die Diskussion 11 | 2010

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Anschrift der Verfasser: Prof. Dr. Alexander Katalinic Dr. Annika Waldmann Institut für Krebsepidemiologie e.V., Ratzeburger Allee 160 (Haus 50), 23538 Lübeck Internet: www.krebsregister-sh.de Email: info@krebsregister-sh.de

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PRAXIS  &  KV E rnährung & F ernsehen

TV-Werbung macht Kinder dick Kinder, die den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen, werden dick. Dies ist hinlänglich bekannt. Neu ist aber die Erkenntnis, dass dabei die TV-Werbung für Dickmacher-Lebensmittel in direkten Zusammenhang mit dem Übergewicht steht. Das haben US-Forscher herausgefunden. In Deutschland sind 15 Prozent oder 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig, 6,3 Prozent davon (800.000 Kinder) krank­haft übergewichtig (adipös). Der Anteil der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen nimmt mit dem Alter zu und liegt heute etwa doppelt so hoch wie noch vor 20 Jahren. Dabei sind Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus besonders häufig betroffen, ebenso wie solche mit Migrationshintergrund und Kinder von Müttern mit Übergewicht. Weltweit sind 155 Millionen Kinder im Schulalter übergewichtig, weshalb Gesundheitsfachleu­te voraussagen, dass die Generation der derzeit jungen Menschen die erste ist, deren Lebenserwar­tung im Gegensatz zu den Eltern geringer ausfallen wird. Die meisten Übergewichtigen gibt es in den USA, wo der Anteil bei den Kindern schon bei über 30 Prozent liegt, während die Quote bei den Erwachse­nen US-Amerikanern sogar bei über 30 Prozent liegt. Unter den er­wachsenen Europäern ist krankhaftes Übergewicht bei den Deutschen am häufigsten. Übergewicht ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit etwa doppelt so häufig wie Mangelernährung und Untergewicht. Man spricht mittlerweile von einer Adiposi­ tasepidemie: Jährlich sterben 2,6 Millionen Menschen an den Folgen von krankhaft erhöhtem Übergewicht. Übergewicht und Fettleibigkeit sind oft in der Kindheit bereits angelegt. Daher ist alles, was bei Kindern das Essen ungesunder Nahrung verursacht, langfristig für deren Gesundheit extrem schäd­lich. Zu diesen Ursachen gehört in westlichen Industrieländern der Bildschirmmedienkonsum, der bei Kindern und Jugendlichen in den USA 7,5 Stunden täglich beträgt (mehr als die mit Schlafen verbrachte Zeit) und hierzulande bei 5,5 Stunden liegt. Zeichentrick und ungesundes Essen Nahrungsmittel sind die mit Abstand am häufigsten beworbenen Produkte in der an Kinder gerich­teten Fernsehwerbung. Allein in den USA gibt die Werbewirtschaft jährlich zehn Milliarden US­ Dollar zur Beeinflussung des Essverhaltens von Kindern aus. Kinder unter fünf Jahren sehen jährlich mehr als 4.000 Werbespots für Nahrungsmittel. Während des Zeichentrick-Unterhaltungs­ programms an einem typischen Sonntagmorgen sehen Kinder im Durchschnitt alle fünf Minuten einen Nahrungsmittelwerbespot – und nahezu alle im Fernsehen beworbenen Nahrungsmittel sind ungesund. Amerikanische Wissenschaftler gingen der Frage nach, was es am Fernsehkonsum genau ist, das sich so ungünstig auswirkt. 24

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Hierbei stellte sich heraus, dass die Werbung für ungesunde Nah­rungsmittel in entsprechenden Unterhaltungssendungen für die TV-bedingte Fettleibigkeit verant­wortlich war. Für Kinder, die 1997 sieben Jahre alt oder jünger waren, zeigte sich Folgendes: Mit jeder Stunde, die sie 1997 mehr fernsahen, lag ihr BMI 2002 um 11 Prozent höher. Weder das Programm noch die körperliche Ertüchtigung zwischen dem Betrachten von Unter­ haltungsprogrammen mit Werbung hatten einen Einfluss auf das Übergewicht, die Werbung jedoch hatte einen klaren negativen Effekt. TV-Figur auf Schokoladenpackung Dass Fernsehen dick macht, ist lange bekannt; dass der Mechanismus vor allem über die Werbung vermittelt wird, ist hingegen erst mit den neuen Daten geklärt. Sie passen gut zu vorliegenden Kenntnissen zum Lernen und zu den Auswirkungen von Werbung bei Kindern. Kinder lernen sehr schnell - was immer wir ihnen an Inhalten anbieten. Experimente an Kindern im Vor­schulalter zeigten, dass diese den Inhalt von Werbespots nach nur wenigen Darbietungen gelernt hatten und sich dem Produkt gegenüber entsprechend positiv verhielten: Sie fanden es gut und wählten es aus. Auch generalisieren Kinder über mehrere Produkte, sodass eine werbebe­dingte positive Einstellung gegenüber einem Produkt sich auf andere ähnliche Produkte überträgt. Zudem weiß man, dass Kinder über Medien hinweg generalisieren, das heißt eine Fernsehfigur beispielsweise auf der Schokoladenpackung problemlos wieder erkennen. In den USA beginnen Kinder mit dem Fernsehen im Alter von durchschnittlich neun Monaten, 90 Prozent aller Kinder sehen bereits vor dem Alter von zwei Jahren regelmäßig fern. Entsprechend wird Fernsehwerbung gezielt an diese Gruppe gesendet, was unter anderem zur Folge hat, dass ein Kind bei Schuleintritt mehr als 200 Markennamen bzw. die entsprechenden Produkte kennt. Bei Kindern ist der kritische Verstand noch nicht entwickelt. Daher sind sie den Effekten der Werbung relativ schutzlos ausgeliefert. Sind sie dann erst einmal an die üblichen in der Werbung gepriesenen Nahrungsmittel gewöhnt, kommen sie nur noch sehr schwer davon los. In den vergangenen Jahren mehrten sich die Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen Suchtverhalten und pathologischem Essverhalten nachweisen konnten. So wird verständlich, warum diejenigen, die als junge Menschen viel TV-­Werbung gesehen haben, gar nicht anders konnten als gewissermaßen sich selbst immer wieder „anzufixen“ (um einen Terminus aus der Drogenszene zu gebrauchen). Denn wer die aktuell

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beworbenen Produkte isst, verstellt damit langfristig sein Belohnungssystem und braucht für den gleichen Effekt immer mehr Nahrung. Der Mechanismus von TV­-Werbung geht damit über die üblichen Lernprozesse hinaus: Man „lernt“ nicht nur Produkte und Markennamen, sondern damit verbundene Assoziationen und Verhaltensweisen, man wird sogar süchtig nach einer bestimmten Form von Nahrung, die reich ist an Fett und Kohlenhyd­raten und für deren Dauerkonsum unser Gehirn evolutionär nicht vorbereitet ist. Dick als Kind, chronisch krank als Erwachsener Ich glaube nicht, dass die Nahrungsmittelkonzerne dies wussten, als sie damit begannen, bestimmte Lebensmittel in großem Stil an Kinder zu verkaufen und zu bewerben. Aber es hat sehr gut funktioniert und satte (!) Gewinne produziert. Gesamtgesellschaftlich jedoch ist die Überge­wichtsepidemie ein Desaster: Wer im Alter dick wird, der erlebt die Komplikationen seiner verhal­ tensbedingten Stoffwechselstörung in aller Regel nicht, sondern stirbt vorher an irgendetwas ande­rem. Wer aber als Kind schon zu dick ist, dessen Organismus hat Zeit genug, all die chronischen 11 | 2010

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Krankheiten mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zu erleben und letztlich daran zu sterben. Mit dem Übergewicht ist es daher wie mit Alkohol und Nikotin: Zwar nimmt die Gesellschaft Steuern ein, aber die Schäden und die damit einhergehenden finanziellen Verluste für die Gesellschaft sind weitaus größer als die Einnahmen. Die Konsequenz liegt auf der Hand: An Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Nahrungsmittel sollte verboten werden. In Schweden ist jegliche an Kinder gerichtete Werbung verboten. Weil 32 Prozent der britischen Jungen sowie 31 Prozent der Mädchen zwischen zwei und 15 Jahren übergewichtig sind, darf seit 2008 im britischen Fernsehen bei Kindern (also in Sendungen vor 21.00 Uhr) nicht mehr für Junk-Food geworben werden. Auch in Südkorea, dem dritten Land, in dem an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Nahrungsmittel verboten ist, hat man dies begriffen. Wie lange müssen wir hierzulande noch warten, bis etwas geschieht? Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Universitätsklinikum Ulm Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Wichtiger Abrechnungshinweis! Ausfüllen eines Vordrucks ist kein Bericht! Aufgrund einiger bekannt gewordener Missverständnisse und Falschabrechnungen erfolgt an dieser Stelle der dringende Hinweis, dass das Ausfüllen des Formblattes PTV 2 – Angaben des Therapeuten zum Antrag des Versicherten bzw. zum Bericht an den Gutachter in keiner Weise besonders abrechnungsfähig ist. Vor allem löst es nicht die Ziffer 35130 EBM Bericht aus! Mit dem Bericht an den Gutachter oder Obergutachter zum Antrag des Versicherten auf Feststellung der Leistungspflicht zur Einleitung der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie oder der Verhaltenstherapie als Kurzzeittherapie gemäß Ziffer 35130 EBM ist ausschließlich der in der Regel mehrere Seiten umfassende Bericht gemäß Informationsblatt PT/VT 3 (Psychotherapie-Vereinbarungen Paragraf 15 Abs.1) gemeint. Selbstverständlich kann die Ziffer auch nur zur Abrechnung gebracht werden, wenn tatsächlich ein solcher Bericht geschrieben wurde. Und auch, wenn eine Befreiung von der Begründungspflicht für einen Antrag einer Kurzzeittherapie vorliegt, kann die Ziffer 35130 EBM nur dann abgerechnet werden, wenn auch tatsächlich ein Bericht geschrieben wurde. Die Befreiung bedeutet nicht, „braucht nicht angefertigt werden – darf aber trotzdem berechnet werden!“ Um hier unnötige Auseinandersetzungen zu vermeiden, bittet die Abrechnungsabteilung der KVSH dringend diese Vorschriften zu beachten.

Wieder Gesundheitsbericht zu psychischer Erkrankung Depressionen Unmittelbar nach dem Erscheinen des Berichtes zur Schizophrenie (siehe Nordlicht 09/2010) erschien in der Reihe Gesundheitsberichterstattung des Bundes jetzt ein weiteres Heft, welches sich ausschließlich der Thematik einer psychischen Erkrankung widmet. Das Heft 51 in dieser Reihe beschäftigt sich mit den depressiven Erkrankungen. Als externe Autoren konnte das herausgebende Robert-KochInstitut Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen und Dr. Frank Jacobi von der Universität Dresden gewinnen. Sie geben zunächst einen Überblick über die verschiedenen Formen depressiver Erkrankungen, die Diagnose sowie ihre Ursachen und klären damit, was wirklich hinter dem Begriff der Depression steckt. Die Autoren betonen, dass mit dem Themenheft eine allumfassende Darstellung des Krankheitsbildes der Depression nicht

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vorgenommen werden konnte. Aber dieser Umstand des gut vierzig Seiten umfassenden Heftes ist auch eher ein Vorteil als ein Nachteil. Mit der Abhandlung hält man eine kurze und treffende Darstellung über eine der häufigsten psychischen Erkrankungen, ihrer Verbreitung, ihrer individuellen und gesellschaftlichen Folgen sowie ihrer Behandlungsmöglichkeiten in Händen. Das Themenheft Depressive Erkrankungen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes kann unter www.gbe-bund.de abgerufen oder unter www.rki.de bestellt werden.

Kassengebühr – Quittung – Überweisung Eine Bitte an Arzthelferinnen und Ärzte Auch sechs Jahre nach Einführung der Kassengebühr kommt es immer noch zu falschen Behauptungen und Forderungen gegenüber Patienten deren Erstkontakt im Quartal bei einem Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten lag. Vollkommen korrekt erhält der Patient von den vorab genannten Psychotherapeuten nur eine Quittung über die Zahlung der Gebühr. Bei dem nächsten Besuch einer ärztlichen Praxis wird allein mit dieser Quittung die Zahlung der Kassengebühr und damit die Befreiung von einer nochmaligen Zahlung im gleichen Quartal nachgewiesen, welche ja ansonsten ohne vorliegen einer Überweisung fällig wäre. Bereits im Hinweis der KVSH aus dem Jahre 2004 heißt es hierzu: „Wird zuerst ein Psychologischer Psychotherapeut konsultiert, zieht dieser die zehn Euro ein. Wenn der Patient in der Folge einen Arzt aufsucht, legt er diesem die vom Psychotherapeuten ausgestellte Quittung vor. Damit ist die Zahlung der Kassengebühr nachgewiesen. Dies deshalb, weil von den genannten Leistungserbringern eine Überweisung nicht ausgestellt werden kann.“ Liegt ein solcher Fall vor, ist er durch die Praxis mit der Pseudo-Ziffer 80033 zu kennzeichnen. Weitere Informationen finden Sie unter www.kvsh.de. Alle Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wären dankbar, wenn dieses Reglement Beachtung fände, unsere Patienten nicht immer wieder verärgert werden bzw. eine nochmalige Kassengebühr zu Unrecht von diesen einkassiert wird. Danke, liebe Medizinische Fachangestellte und Ärzte! Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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PRAXIS  & KV neues aus K V en und K B V

KBV-Chef spricht sich für mehr Eigenverantwortung aus

Hausarztvertrag in Bremen startete zum 1. Oktober

Berlin – „Ein höherer Anteil von Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist ein zwar tiefgreifender, aus unserer Sicht aber unerlässlicher Schritt, um die Ausgaben besser zu kontrollieren. Ohne eine stärkere Selbstverantwortung der Versicherten bekommen wir auf Dauer unser zentrales Problem, nämlich den Spagat zwischen einer begrenzten Geldmenge und einer unbegrenzten Nachfrage nach ambulanten Leistungen, nicht in den Griff“, so KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. Die jetzt geplanten Zusatzbeiträge hätten keine direkte steuernde Wirkung auf die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen, da sie von allen Mitgliedern der GKV gezahlt werden müssten. „Deshalb treten wir für die Kostenerstattung und/oder eine prozentuale Eigenbeteiligung ein. Nur dann wird es gelingen, von der hohen Zahl an Arztbesuchen im Jahr herunterzukommen“, betonte Köhler. Zum Schutz der Patienten müsste die Kostenerstattung mit einem Mechanismus zur sozialen Abfederung versehen werden, fügte er hinzu.

Bremen – Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) hat mit der AOK Bremen/Bremerhaven, der hkk sowie der IKK gesund plus einen Hausarztvertrag nach Paragraf 73a SGB V (Add-On) abgeschlossen. „IHR Hausarzt: Das Hausarztmodell für Bremen und Bremerhaven“ begann bereits zum 1. Oktober 2010. Der Vertrag startete mit einer Einschreibepauschale von 15 Euro im vierten Quartal 2010, außerdem wird eine Chronikerpauschale in Höhe von 0,5 bis 1,0 Cent als Punktwertaufschlag auf die Versichertenpauschale gezahlt. Der besondere Aufwand der Vertragsärzte wird ab dem ersten Quartal 2011 mit einer kontaktabhängigen Quartalspauschale in Höhe von 35 Euro für maximal zwei Quartale im Kalenderjahr honoriert. Der Vertrag wird über die normale KV-Abrechnung abgewickelt, was den Verwaltungsaufwand für die teilnehmenden Ärzte minimiert. Sollte allerdings das Bundeskabinett die Honorierung der HZV-Verträge begrenzen, wird auch die Quartalspauschale im KV-Vertrag von 35 Euro auf einen Wert zwischen 15 und 20 Euro abgesenkt.

Dr. Jörg Hermann neuer Vorstandsvorsitzender der KVHB

Metke zum Vorsitzenden, Fechner zum stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt

Bremen – Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Mit 13 von 20 Stimmen wählte die Vertreterversammlung Dr. Jörg Hermann. Damit konnte sich der Dermatologe bereits im ersten Wahlgang gegen drei Mitbewerber durchsetzen. Hermann wird nun für drei Jahre der Körperschaft vorstehen. Dr. Jörg Hermann ist seit 1992 in einer Gemeinschaftspraxis in Bremen niedergelassen. Zuvor leitete er das Luftwaffensanitätszentrum in Delmenhorst und war unter anderem an der Universitätsklinik in Ulm sowie am Zentralkrankenhaus St.-Jürgen-Straße in Bremen tätig. Hermann ist Landesvorsitzender des Hartmannbundes und des Verbandes Deutscher Dermatologen, stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung der KVHB und im Vorstand der Ärztekammer Bremen aktiv. Mit Dr. Hermann ist das Vorstandsduo der KVHB komplett. Nachdem Anfang des Jahres der Radiologe Dr. Till Spiro überraschend seinen Rücktritt erklärte, leitete zunächst der stellvertretende Vorsitzende, Günter Scherer, die Geschäfte kommissarisch. Die Vertreterversammlung hat die Amtszeit des Vorstandes auf drei Jahre bis zum 31. Dezember 2013 festgesetzt.

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Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat einen neuen Vorstand. Die 50 Delegierten der Vertreterversammlung wählten den 60-jährigen Orthopäden Dr. Norbert Metke aus Stuttgart zum Vorsitzenden des Vorstandes sowie den 59-jährigen Allgemeinmediziner Dr. Johannes Fechner aus Emmendingen zu seinem Stellvertreter. Auf einer Pressekonferenz betonte Metke, der auf der Liste des Medi-Verbundes in die Vertreterversammlung gewählt wurde, dass er sich als KV-Vorstand vor allem für bessere Rahmenbedingungen für die Ärzte und Psychotherapeuten einsetzen werde und stellte fest: „Die Grundproblematik der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist die Handlungsunfähigkeit der Politik, die GKV von ihrer allein lohn- und einkommensabhängigen Finanzierungsgrundlage bei immer weniger Beschäftigten zu lösen, um sie durch eine Abgabe auf alle erwirtschafteten Gewinne zu finanzieren. Die hieraus erfolgende Unterfinanzierung ist das Grundproblem der GKV und nicht der Arzt und sein doch tatsächlich Kosten verursachender Patient“.

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PRAXIS  &  KV S ervice

Sie fragen - wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Darf eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) rückwirkend ausgestellt werden? Nein, grundsätzlich darf eine AU nicht rückwirkend ausgestellt werden. „Die Arbeitsunfähigkeit soll für eine vor der ersten Inanspruchnahme des Arztes liegende Zeit grundsätzlich nicht bescheinigt werden. Eine Rückdatierung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf einen vor dem Behandlungsbeginn liegenden Tag ist ebenso wie eine rückwirkende Bescheinigen über das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu zwei Tagen zulässig“. (Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien, nach Paragraf 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 SGB V)

Wie ist der Behandlungsfall (BHF), Arztfall bzw. Krankheitsfall definiert? Der BHF ist definiert als Behandlung desselben Versicherten durch dieselbe Arztpraxis in einem Kalendervierteljahr zulasten derselben Krankenkasse. Der Arztfall umfasst die Behandlung desselben Versicherten durch denselben Vertragsarzt in einem Kalendervierteljahr zulasten derselben Krankenkasse unabhängig von der Betriebs- oder Nebenbetriebsstätte. Der Krankheitsfall umfasst das aktuelle sowie die drei nachfolgenden Kalendervierteljahre, die der Berechnung der Krankheitsfallbezogenen Gebührenordnungsposition folgen. (EBM, Allgemeine Bestimmungen Punkt 3)

Gibt es eine Regelung für Praxen mit überproportionalen Honorarverlusten? Die Konvergenzregelung wird über den 30. Juni 2010 hinaus nicht fortgeführt. Über die Regelung im Beschluss des Bewertungsausschusses in Verbindung mit der Honorarvereinbarung ab dem III. Quartal 2010 gilt eine Praxis als Härtefall insbesondere dann, wenn das Gesamthonorar je Arzt um mindestens 15 Prozent gegenüber dem entsprechenden Quartal des Jahres 2008 gefallen ist und die Einbuße auf einer Inhomogenität gegenüber der RLV-Gruppen-bildung beruht. Zur Überprüfung eines Gesamthonorarverlustes von 15 Prozent hat der antragstellende Arzt/die antragstellende Praxis der KVSH entsprechende *Unterlagen zur Verfügung zu stellen. (*Anmerkung: Diese Unterlagen benötigen wir, da uns u. a. keine Daten über Honorare im Rahmen von HzV-Verträgen vorliegen.)

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 28

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die menschen im land K olumne

Wie ich es sehe ... Warnung an alle Patienten: Nach Möglichkeit alle Ärzte meiden!

Dr. Michael Drews

Also wirklich – man kann als um die Volksgesundheit bemühter Arzt allen Patienten in diesem Lande nur inständig raten, einen weiten Bogen um Ärzte im Allgemeinen und Krankenhäuser im Besonderen zu machen! Nur so scheint gewährleistet, dass man in diesem Land körperlich-seelisch unbeschadet bleibt und nicht leichtfertig die eigene Gesundheit aufs Spiel setzt. Diesen Eindruck zumindest muss man aus jenen mit schöner Regelmäßigkeit erscheinenden Statistiken über Behandlungsfehler, Ärztepfusch oder Krankenhausinfektionen ziehen, die immer wieder einmal medienwirksam publiziert werden. Jede zehnte Behandlung geht schief, so konnte man neulich wieder einmal lesen – jeder zehnte Patient nimmt einen Schaden. Millionen Patienten in Europa leiden unter Ärztepfusch – jeder 1.000. Patient im Krankenhaus stirbt an einem Behandlungsfehler, das sind immerhin 0,1 Prozent oder 17.000 Todesfälle. Woher solche Zahlen stammen und ob sie wirklich zutreffen – dies lässt sich kaum überprüfen. Diese Statistik betrifft zwar vor allen Dingen operativ tätige Chirurgen, Orthopäden und Gynäkologen in der Klinik – doch jeder Arzt sollte anhand solcher Statistiken kollektiv und solidarisch mit dem Berufsstand ein schlechtes Gewissen haben, kann es doch schließlich jeden von uns treffen.… Natürlich ist jeder Behandlungsfehler – egal ob in der Vertragsarztpraxis oder im Krankenhaus – eine medizinische Katastrophe, die es nach Möglichkeit mit allen Mitteln zu vermeiden gilt. Und natürlich sollten solche Statistiken immer Anlass sein, durch ein permanentes Qualitätsmanagement immer neue Strategien zu entwickeln, Behandlungsfehler jeder Art mit aller Entschlossenheit aufzudecken und für die Zukunft möglichst zu vermeiden. Doch andererseits muss man einfach offen und ehrlich konstatieren, dass Fehler in der Medizin immer und immer wieder und Tag für Tag passieren und passieren werden, wenn fehlerbehaftete Menschen agieren – schließlich haben selbst Maschinen und Computer gelegentlich Fehlfunktionen.

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Ich frage mich, wem solche Statistiken eigentlich nützen sollen. Der eingangs oben aufgeführte Rat, Ärzte und andere moralisch suspekte bis verwerfliche Personen nach Möglichkeit zu meiden, dürfte wohl wenig hilfreich sein. Patienten gehen schließlich nicht aus Jux und Tollerei zum Arzt oder gar ins Krankenhaus, um sich ein wenig Abwechslung und Zerstreuung zu verschaffen – sondern sie haben Beschwerden oder Krankheiten, die ohne medizinische Hilfe sogar einmal tödlich verlaufen können. Natürlich passieren in jeder Vertragsarztpraxis wie auch im Krankenhaus Fehler, nicht jeder Arzt hat immer und an jedem Tag seine Topform – er hat auch einfach nicht immer und an jedem Tag das nötige Quentchen Glück, bei unklaren Symptomen oder Krankheitsverläufen und einer unter Zeitdruck zu treffenden Therapieoption stets und immer die richtige Entscheidung zu treffen. Statistiken von Behandlungsfehlern sollen und müssen Ansporn sein, Schwachstellen im Medizinbetrieb zu erkennen und nach Möglichkeit in Zukunft abzustellen – wobei man wohl zugleich ehrlich zugeben muss, dass dies niemals und hundertprozentig gelingen wird. Jeder einzelne Arzt hat wohl seine ganz individuellen Patientenfälle, an die er nur sehr ungern zurück denkt und die er am liebsten ganz verdrängen und vergessen möchte. Doch die Zeit und die eigenen (im Nachherein manchmal leider sehr unglücklichen) medizinischen Entscheidungen lassen sich nun einmal nicht zurückdrehen. Eines sollte jedoch unseren Patienten wie auch den Machern solcher Statistiken deutlich gesagt werden: Wir Ärzte bemühen uns zwar durch eine lebenslange und nun auch noch politisch verordnete Pflicht-Fortbildung, die Zahl medizinischer Fehler oder Fehlentscheidungen möglichst zu reduzieren; eine Garantie hierfür wird es jedoch niemals geben. Wer als Arzt Angst vor eigenen medizinischen Fehlentscheidungen hat, sollte diesen Beruf lieber gar nicht erst ergreifen! Und wer als Patient eine hundertprozentige Sicherheit vor medizinischen Fehlern sucht, sollte um Ärzte einen großen Bogen machen!

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die menschen im land V or O rt

Akupunktur im „Land der aufgehenden Sonne“

Dr. Johanna-Maria Schell, Fachärztin für Anästhesiologie, bildete sich mehrfach in Japan bei dem Begründer der nach ihm benannten Schädelakupunktur, Dr. Toshikatsu Yamamoto, fort. Frau Dr. Schell ist seit 2001 in Bad Segeberg niedergelassen und betreut hier chronisch schmerzkranke Patienten.

Kyoto im Regen: Dr. Johanna-Maria Schell im Garten des Schlosses Niju (mittelalterliche Burg)

Nordlicht: Was fasziniert Sie als Schmerztherapeutin an den Möglichkeiten der Akupunktur? Dr. Johanna-Maria Schell: Aufgrund des demographischen Wandels sind viele (Schmerz-)-patienten hochbetagt und haben bereits multiple andere Erkrankungen, für die sie eine Vielzahl an Dauermedikamenten einnehmen müssen. Hier bietet sich die Akupunktur als wenig belastende, praktisch nebenwirkungs- und interaktionsfreie Methode hervorragend an. Unter der Voraussetzung, dass die Indikation zur Akupunktur stimmt und man die Methode sicher beherrscht, zeigen sich oft schöne und schnelle Erfolge. Manchmal tritt bereits unter der Nadelung eine sofortige und anhaltende Besserung ein. Akupunktur lässt sich natürlich auch gut mit anderen naturheilkundlichen oder schulmedizinischen Verfahren kombinieren. Nordlicht: Bei welchen Krankheitsbildern kann Akupunktur Ihrer Meinung nach besonders viel leisten? Schell: Hier muss man unterscheiden zwischen der Körperakupunktur (chinesisch oder japanisch) und den verschiedenen Mikrosystem-Akupunkturformen, z. B. Ohrakupunktur (französisch oder chinesisch), Schädelakupunktur nach Dr. Yamamoto, Mundakupunktur nach Dr. Gleditsch, koreanische Handakupunktur nach Tae Woo Yoo. Jede dieser Akupunkturformen hat ihre besonderen „Stärken“. Die WHO hat eine sog. Indikationsliste für Krankheiten herausgegeben, bei der die Akupunktur eine nachgewiesene Wirksamkeit hat. Ich persönlich schätze ganz besonders die Schädelakupunktur nach Dr. Yamamoto (YNSA) für neurologische Erkrankungen, z. B. Bewegungsstörungen nach Schlaganfall oder Nerven30

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reizungen und Beschwerden des Bewegungsapparates. Generell hängt der Behandlungserfolg aber von der individuellen Erfahrung des Akupunkteurs mit „seiner“ Akupunkturmethode ab. Nordlicht: Welche Bedeutung hat das Thema Akupunktur in der japanischen Medizin? Schell: Die Ursprünge der japanischen Akupunktur stammen aus China und wurden um 500 n. Christi zusammen mit dem Wissen über Moxibustion und Kräutermedizin durch einen chinesischen Arzt und Mönch (Chiso) ins Land gebracht. Ab Mitte des 9. Jahrhunderts entwickelte sie sich aufgrund verschiedener politischer Umstände eigenständig weiter. Der eigentliche „Vater der Japanischen Akupunktur“ ist der blinde Akupunkteur Waichi Sugiyama, der Ende des 17. Jahrhunderts die erste Akupunkturschule für Blinde gründete. Dies war der Ausgangspunkt für zwei Entwicklungen, die bis heute noch aktuell sind: Zum einen die Akupunktur durch blinde nicht ärztliche Therapeuten, zum anderen die Bevorzugung praktischer Techniken (Palpation und Punktlokalisation) gegenüber theoretischen Konstrukten (China). Auf Sugiyama geht auch die Erfindung des sogenannten Führungsröhrchens (Shinkan) zurück, welches den Einsatz sehr dünner Nadeln und dadurch eine sehr sanfte und auch oberflächliche Akupunktur ermöglicht. Im modernen Japan dürfen nur geprüfte Akupunkteure und Ärzte Akupunktur ausüben. Die Zahl der lizenzierten (nicht ärztlichen) Therapeuten liegt bei ca. 50.000, etwa die Hälfte davon sind blind. Daneben praktizieren ca. 10.000 Ärzte Akupunktur. aktuell

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die menschen im landns

In Dr. Yamamoto´s Akupunktur-Ambulanz

Die Akupunkteure absolvieren eine überwiegend praktische dreijährige Ausbildung, während die schulmedizinisch ausgebildeten Ärzte keine zusätzliche Akupunkturprüfung nachweisen müssen. Trotz einer Vielzahl an Akupunkturschulen und -formen im heutigen Japan hat die Japanische Akupunktur vier Charakteristika: 1. Betonung der Palpation und Punktlokalisation, 2. Einsatz sehr dünner Nadeln mit Führungsröhrchen, 3. sofortige Kontrolle der Wirkung durch erneute Palpation der Diagnosezonen, 4. Kombination mit Moxa, Intradermalnadeln, Magneten oder Ionenpumpenkabeln. Fast alle genannten Charakteristika finden sich auch bei der von Dr. Yamamoto erfundenen Schädelakupunktur wieder. Nach seinem Studium in Japan bildete er sich in den USA und Europa auf den Gebieten Anästhesiologie, Chirurgie und Gynäkologie weiter. Zurück in Japan entdeckte er nach und nach eine „Kartographie“ des Körpers am Schädel, die er kontinuierlich weiterentwickelte. Auch heute noch, mit inzwischen über 80 Jahren, überrascht er immer wieder mit neuen Punkten. In seinem Krankenhaus und seiner Reha-Klinik behandelt er mit seiner Methode viele Patienten mit Folgen nach Schlaganfall und Schmerzproblemen aller Art. Nordlicht: Worin bestehen die wesentlichen Unterschiede zwischen der europäischen und der japanischen Medizin? Schell: Das hochentwickelte Japan ist – im Gegensatz zu China – mit seinen Krankheiten und seinem Gesundheitssystem inzwischen den westlichen Ländern vergleichbar. Die Medizin ist insgesamt hoch technisiert. Auch bezüglich der Kostenexplosion im Gesundheitswesen und der Reformbedürftigkeit finden sich Übereinstimmungen. Akupunktur und Moxibustion werden nur von einem relativ kleinen Anteil der Bevölkerung (ca. 5 Prozent) in Anspruch genommen, während die Kräutermedizin (Kampo) eine größere Akzeptanz hat. Dies lässt sich möglicherweise damit begründen, dass die Kräutermedizin im Gegensatz zur Akupunktur durch die staatliche Krankenversicherung besser abgedeckt ist. Unter den japanischen Ärzten besteht für Akupunktur eher wenig Interesse, da diese Therapiemethode auch heute noch überwiegend durch blinde nicht-ärztliche Akupunkteure ausgeübt wird und daher einen gewissen „Makel“ hat. Nordlicht: Was haben Sie auf Ihren Fortbildungen in Japan an neuen Erkenntnissen gewonnen? Schell: Es ist immer wieder ein Erlebnis, Dr. Yamamoto, dem sensei (Lehrer), bei seiner Tätigkeit zuzuschauen. Trotz seines hohen Alters wirkt er jugendlich und agil und scherzt mit seinen 11 | 2010

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oft ebenso alten Patienten. Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist sehr natürlich und unverkrampft. Ungeachtet dieser Nähe zeigen die Patienten ein tiefes Vertrauen und Respekt dem Arzt gegenüber, wie ich dies zuletzt während meiner Ausbildung in anderen Ländern (Großbritannien, Irland und Indien) erfahren durfte. Die Methode ist kontinuierlich im “Fluss“: Bei jeder Fortbildung demonstriert Dr. Yamamoto neue Punkte, die er gerade entdeckt hat. Gleichzeitig ändert sich bei anderen Punkten die Lokalisation oder Indikation, oder sie sind komplett aus seinem Repertoire verschwunden. Man lernt bei Dr. Yamamoto nie aus! Abgesehen von den neuen medizinischen Erkenntnissen lohnen sich ein Blick „über den Tellerrand“ und Einblicke in neue Kulturen immer. Das tägliche Leben in Japan unterscheidet sich von unserem in vielen Bereichen grundlegend: Seien es nun die Umgangsformen (ein Schaffner, der sich beim Betreten und Verlassen des Abteils vor den Fahrgästen verbeugt, wäre in Deutschland eher undenkbar!), das Essen (für europäische Gaumen teilweise gewöhnungsbedürftig) oder das gesellschaftliche Miteinander, das komplizierten Regeln unterworfen und für NichtJapaner (gaijin) praktisch nicht durchschaubar ist. In Erinnerung bleiben auch Tagestouren mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen nach Tokyo (Kontrast zwischen den gigantischen Hochhäusern und dem Grün und der Ruhe im Garten des Kaiserpalastes), Kobe (bekannt geworden durch das Erdbeben 1996, von dem bis auf das Mahnmal am Hafen nichts mehr zu erahnen ist) oder Hiroshima (mit seinem Friedenspark an der Stelle, über der 1945 die 1. Atombombe abgeworfen wurde).

Am Hafen von Kobe

Nordlicht: Was würden Sie anderen Kollegen aus dem Bereich Akupunktur unbedingt mit auf den Weg geben? Schell: Akupunktur benötigt viel Zeit und Zuwendung zum Patienten. Eine Akupunktur „zwischen Tür und Angel“ bleibt für Arzt und Patient unbefriedigend, hat wenig Erfolg und bringt letztlich diese gute Methode in Misskredit. Man sollte sich generell nicht „verzetteln“. Um sich selbst Frustrationen zu ersparen, ist es besser, eine Methode gut zu beherrschen und diese regelmäßig einzusetzen, als von vielen Verfahren wenig zu verstehen und sie nur ab und zu anzuwenden. Insgesamt ist die Akupunktur aber eine Bereicherung des therapeutischen Spektrums. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH aktuell

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SERVICE V erordnungsmanagement

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich nicht nur neu niedergelassene Ärzte immer wieder, zu groß ist die Gefahr, in die „Regress-Falle“ zutappen. Damit Sie sicher durch den VerordnungsDschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln. Außerdem geben wir Ihnen viele praktische Tipps für Ihre Verordnungen und helfen Ihnen beim Verständnis und Umgang mit Richt­größen.

Sicher durch den Verordnungs-Dschungel

Was sind eigentlich Richtgrößen? Erstmalig zum 1. Juli 1999 wurden im Bereich der KVSH (nach einem SchiedsamtsBeschluss) Richtgrößen für Arzneimittel und Verbandstoffe und seit dem 1. Juli 2006 auch für Heilmittel vereinbart. Vor diesem Zeitraum wurde die Verordnungsweise am Fachgruppendurchschnitt gemessen. Eigentlich sollten die Richtgrößen die Budgets im Verordnungsbereich und damit die Regressandrohung ablösen. Leider ist das nicht der Fall. Die KVSH und die Krankenkassenverbände des Landes handeln jedes Jahr das Ausgaben­volumen für die Arznei- und Heilmittelversorgung aus. Diese Ausgabenobergrenze beträgt zurzeit in Schleswig-Holstein im Arz­neibereich 956.868.875,65 Euro brutto und im Heilmittelbereich 168.740.245,82 Euro brutto.

In den Statistiken, die der Praxis zur Verfügung gestellt werden (Infopaket Verordnungen) sind lediglich die Kosten der Anlage 2 bereits herausgerechnet (bereinigte Verordnungskosten), die Anlagen 3 und 4 werden vor einer Wirtschaftlichkeitsprüfung abgezogen.

Das Ausgabenvolumen im Arzneibereich wird um die Kosten für Sprechstundenbedarf und die Kosten der Verordnungen, die unter die Anlage 2 und 3 der Richtgrößenvereinbarung fallen, bereinigt. Die verbleibende Summe wird nach Verordnungsanteilen auf die einzelnen Fachgruppen nach Mitgliedern, Familienversi­cherten und Rentnern verteilt. Die Arzneimittel, die einen Wirkstoff aus den Anlagen 2 und 3 enthalten, be­lasten das Ausgabenvolumen des einzelnen Arztes nicht. Hierzu gehören z. B. Fentanyl, Aromatasehemmer, Interferone etc.

Die im Heilmittelbereich vereinbarten Praxisbesonderheiten wie z. B. die Behandlung des Apoplex können nicht in den Statistiken berücksichtigt werden, diese sind von der Prüfungsstelle vor der Wirtschaftlichkeits­prüfung herauszurechnen. Die Überprüfung der wirtschaftlichen Verordnungsweise erfolgt jährlich. Die Richtgrößen dürfen im Jahresdurchschnitt bis zu 15 Prozent überschritten werden, ohne dass etwas passiert. Bei einer Überschreitung von 15-25 Prozent soll eine Beratung stattfinden und ab einer Überschreitung von 25 Prozent dro­hen Regresse, wenn die Überschreitung nicht mit Praxisbesonderheiten über die bereits

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Service vereinbarten der Anlagen 2, 3 und 4 hinaus erklärbar ist. Im Falle einer Regressfeststellung hat jeder die Möglichkeit mit der Prüfungsstelle eine individuelle Richt­größe zu vereinbaren. Das bedeutet, dass die Praxis in der Regel auf die zum Zeitpunkt der Regressfest­stellung geltende Richtgröße für einen zu vereinbarenden Zeitraum festgelegt wird. Gelingt es diese indivi­duelle Richtgröße durch Einsparungen einzuhalten, hat sich die Regressforderung erledigt. Eine Vorabmeldung von Praxisbesonderheiten z. B. mit der Quartalsabrechnung verhindert die Richtgrößen­prüfung bei Überschreitungen leider nicht. Diese Vorabmeldungen können nicht von der Prüfungsstelle berücksichtigt werden. Darüber hinaus kommt es immer wieder vor, dass eine Praxis bereits in einem Jahr geprüft

wurde und sich herausstellt, dass die Überschreitungen mit Praxisbesonderheiten begründet sind. Auch wenn sich in den Gegebenheiten nichts ändert, ist die Prüfungsstelle per Gesetz verpflichtet erneut für die folgenden Jahre eine Prüfung einzuleiten und eine Stellungnahme abzufordern. Die Richtgrößenvereinbarungen finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de/Praxis/Verträge/Richtgrö­ßenvereinbarung. Den jeweiligen Vereinbarungen sind auch die Anlagen mit den vereinbarten Praxisbeson­derheiten zu entnehmen. Thomas Frohberg, KVSH

Richtgrößen

Jährliche wirtschaftliche Überprüfung der Verordnungsweise

30%

Ab einer Überschreitung von 25 Prozent dro­hen Regresse

Drohende Regresse

25%

Bei einer Überschreitung von 15-25 Prozent soll eine Beratung stattfinden

Beratung

20% 15%

Die Richtgrößen dürfen im Jahresdurchschnitt bis zu 15 Prozent überschritten werden

10%

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie das Verordnungsmanagement der KVSH an: Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 heidi.dabelstein@kvsh.de

Thomas Frohberg Tel. 04551 883 304 thomas.frohberg@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Plath Tel. 04551 883 362 anna-sofie.plath@kvsh.de

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SERVICE H eilmittel im hohen A lter

Zwischen Fürsorge und Kostenbewusstsein

Warum liegen die Verordnungen von Heilmitteln in Schleswig-Holstein deutlich über dem Durchschnitt der West-KVen? Wie sollte eine bedarfsgerechte, rationale Therapie aussehen? Mit diesen Fragen und den dazugehörigen Antworten beschäftigt sich die Arbeitsgemeinschaft Heilmittel, die aus Vertretern der regionalen Krankenkassen und der KVSH besteht. Wir möchten alle niedergelassenen Ärzte dennoch ermuntern, in geeigneten Fällen unter Verwendung der Muster 60/61 bei der betreffenden Krankenkasse einen Antrag auf ambulante geriatrische Rehabilitation zu stellen. Denn: Ambulante Rehabilitations-Maßnahmen sind sozialrechtlich verankert (Paragraf 40 Abs.1 SGB V). Zum 1. Mai 2007 ist eine Rahmenempfehlung mobile geriatrische Rehabilitation als Sonderform der ambulanten geriatrischen Rehabilitation im vertrauten Umfeld des Patienten in Kraft getreten. Ziel ist es, die Patienten mobiler zu machen, Stürzen vorzubeugen und ihre körperliche Verfassung insgesamt zu verbessern. Krankenkassen und Leistungserbringer haben sich auf eine Überführung in die Regelversorgung geeinigt.

Diesmal hat sich die AG mit folgendem Thema beschäftigt: Ursachenanalyse und Prüfung eventueller Einsparmöglichkeiten für die Altersgruppe der über 85-jährigen Patienten, die von Ärzten in Schleswig-Holstein versorgt werden. Auch bei diesen GKVVersicherten finden sich überdurchschnittlich hohe Heilmittelverordnungen und –kosten. Die AG hat sich diesem Thema von drei Seiten genähert. Erstens Die überdurchschnittlich hohen Heilmittelverordnungen und -kosten lassen sich nach einvernehmlicher Datenanalyse in der AG Heilmittel zum Teil dadurch erklären, dass die Anzahl der Altenund Pflegeheime in Schleswig-Holstein in Relation zur Bevölkerungszahl wesentlich höher liegt als im Bundesdurchschnitt. Zweitens Könnte die Verordnung von geriatrischer Rehabilitation (ambulant/ambulant mobil oder stationär) zu Einsparungen bei Heilmittelverordnungen beitragen? Abgesehen davon, dass die Krankenkassen die hierfür anfallenden Kosten auch übernehmen müssen, ist es sicher vom Einzelfall abhängig, ob eine derartige Rehabilitation nachfolgend Heilmittelverordnungen reduziert oder gar über längere Zeit ganz vermeidet. Dazu ist das System in Schleswig-Holstein noch im Aufbau und (noch) nicht flächendeckend verfügbar. 34

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Die Vereinbarung sieht vor, dass geriatrische Patienten künftig an zurzeit 17 tagesklinischen Geriatriestandorten des Landes nach einem abgestuften Verfahren je nach Bedarf behandelt werden, beispielsweise Anwendungen am Vormittag erhalten können. Der Hausarzt soll die Patienten für ein Auswahlverfahren anmelden und erhält für die Begleitung ein Honorar. Übrigens: Wenn noch vor der Entlassung aus dem Krankenhaus die Indikation für eine mobile Rehabilitation besteht, die Entlassung aber nur über eine Kurzzeitpflegeeinrichtung möglich ist, so kann die mobile Rehabilitation bereits dort beginnen. Die überwiegende Anzahl an Therapieeinheiten muss jedoch in der angestrebten dauerhaften Wohnumgebung erfolgen. Welche Patienten eignen sich dafür? Indikationskriterien für die geriatrische Rehabilitation: Multimorbidität und Alter über 70 Jahre. Das Geriatrietypische der Multimorbidität ist eine Kombination der nachfolgend genannten Merkmalkomplexe : Vorhandensein von Schädigungen der Körperfunktionen und -strukturen sowie alltagsrelevante Beeinträchtigungen von Aktivitäten (in variabler Kombination) im Sinne eines geriatrischen Syndroms, d. h. unter anderem • Immobilität, • Sturzneigung und Schwindel, • kognitive Defizite, • Inkontinenz (Harninkontinenz, selten Stuhlinkontinenz), • Fehl- und Mangelernährung, • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, aktuell

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Service • Depression, Angststörung, • chronische Schmerzen, • herabgesetzte körperliche Belastbarkeit/Gebrechlichkeit. Für das geriatrische Syndrom relevante Sachverhalte sind: alltagsrelevante Beeinträchtigungen der Aktivitäten Mehrfachmedikation und herabgesetzte Medikamententoleranz Typische antragsrelevante Hauptdiagnosen beim geriatrischen Patienten sind: • Zustand nach Schlaganfall, • arterielle Hypertonie, • koronare Herzkrankheit mit/ohne Zustand nach Herzinfarkt, • Herzinsuffizienz unterschiedlicher Genese, • degenerative Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, • periphere arterielle Verschlusskrankheit, • Diabetes mellitus, • Demenz und • Depression. Die geriatrische Rehabilitationsfähigkeit wäre dann nicht gegeben, wenn mindestens eines der nachfolgend genannten (Ausschluss-) Kriterien erfüllt ist: • fehlende Zustimmung des Patienten zur Rehabilitation, • fehlende oder nicht ausreichende Belastbarkeit, die die aktive Teilnahme verhindert (z. B. nach Frakturen und nach Gelenkoperationen), • Stuhlinkontinenz, wenn diese Ausdruck einer weit fortgeschrittenen geistigen und körperlichen Erkrankung ist, • Begleiterkrankungen bzw. Komplikationen, die eine aktive Teilnahme an der Rehabilitation verhindern, z. B.  Desorientiertheit,  Weglauftendenz,  erhebliche Störung der Hör- und Sehfähigkeit,  schwere psychische Störungen wie schwere  Depression oder akute Wahnsymptomatik Also: Probieren Sie diesen Weg doch einmal bei dem nächsten dafür in Frage kommenden Patienten aus und berichten Sie uns, ob das überall in SH wirklich funktioniert! Drittens Könnten Heilmittelverordnungen (Physiotherapie, Logo- und Ergotherapie) inklusive der Kosten für Hausbesuche und Wegegelder durch „aktivierende Pflege“ des Heimpersonals eingespart oder reduziert werden? Was kennzeichnet „aktivierend-therapeutische Pflege“ in der Geriatrie, wo sind ihre Grenzen? Bildlich ausgedrückt ist es bei Menschen mit (Früh-) Rehabilitationsbedarf das (Wieder-) Erlangen und Erhalten von Alltagskompetenzen. Aktivierung bedeutet dabei, nach Einschätzung der Selbstpflegefähigkeit das Augenmerk auf die vorhandenen – vielleicht verdeckten oder vernachlässigten – gesunden Teile der gepflegten Person zu richten. Dabei sind – unter Berücksichtigung der Pflege-

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planung, der derzeitigen Situation, des täglichen Befindens – körperliche, geistige, seelische und soziale Ressourcen zu aktivieren. Aktivierung beinhaltet die Stärkung der Motivation zur Mobilisation. Der alte Mensch soll nur dort unterstützt werden, wo er unbedingt Hilfe benötigt. Die Verknüpfung von Heimpflege mit Rehabilitation z. B. durch • Erfassung und Ausgleich von Unter- und Mangelernährung, • Vermeidung von Bewegungsmangel und Sarkopenie, • Angebot eines Kraft- und Gleichgewichtstrainings zur Sturzprophylaxe sowie • sinnvolle und gemeinschaftsorientierte Aktivitäten und Betätigungsmöglichkeiten, ist aber leider in vielen Heimen noch Altenhilfe der Zukunft. Was bleibt Ihnen „an der Basis“ nun übrig, um als fürsorglicher Hausarzt Ihren hochaltrigen Patienten ambulant im häuslichen Umfeld oder im Heim zu helfen, aber gleichzeitig Kostenmitverantwortung zu übernehmen? Verordnen Sie Heilmittel • nur für wirklich krankenbehandlungsbedürftige und -fähige (Heim-) Patienten streng nach den Heilmittel-Richtlinien sowie dem Heilmittelkatalog und • wenn geriatrische Rehabilitation und/oder aktivierende Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend sind. • Widerstehen Sie gegebenenfalls ungerechtfertigten Wünschen nach (Weiter-) Verordnungen von Therapeuten oder Pflegern. • Besonders Verordnungen außerhalb des Regelfalls sollten jedes Quartal sorgfältig überprüft werden, gegebenenfalls auch mit Einlegen von Therapiepausen und • kompetenter ärztlicher Einschätzung der Notwendigkeit. Für die AG Heilmittel: Andreas Stanisak, Beratender Arzt der KVSH

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

Ärzte QM-Mitarbeiter

Praxismitarbeiter

thema: Q  ualitätsmanagement –

thema: Fehlermöglichkeiten bei Konstanz-

die G-BA-Richtlinie erfüllen

prüfungen erkennen und eingrenzen

datum: 10. November, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 10. November ,15.30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Referenten:

Uta Markl und Tanja Ohm-Glowik Ärztliche Stelle zur Qualitätssicherung von Röntgenuntersuchungen

Ort:

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung der KVSH

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt:

Ziel der Veranstaltung ist es, Ihren Mitarbeitern – die mit der Durchführung der Konstanzprüfung der Filmverarbeitung und der analogen Röntgenanlage betraut sind – Hinweise und Tips zu geben, um bei Abweichungen der Grenzwerte oder bei fehlerhaften Abbildungen die möglichen Ursachen leichter erkennen und in einigen Fällen auch beseitigen zu können. Dieses soll in einem kurzen theoretischen Abriss und danach anhand von Fallbeispielen geschehen. Sie haben hier auch die Möglichkeit Aufnahmen aus Ihrer Praxis mitzubringen, um diesbezügliche Probleme zu schildern und zu besprechen. Um eine möglichst praxisnahe und anschauliche Gestaltung zu ermöglichen, wird das Seminar in einer kleinen Gruppe durchgeführt.

Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben nützlichen Informationen unter anderem auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Sie Ihre KV bei der Umsetzung von QM unterstützt.

Für Mitarbeiter, die eine digitale Röntgenanlage nutzen, wird ein gesondertes Seminar angeboten. Über Termine hierzu werden Sie rechtzeitig im Nordlicht informiert.

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Räume Kuba I und II

Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei.

Teilnahmegebühr: 50 Euro

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Fortbildungspunkte: 5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.

Anmeldung und Auskunft: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 3. November 2010 (gern auch per Fax oder E-mail) an:

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon: Fax: E-Mail: 36

Angelika Ströbel 04551 883204 04551 8837204 angelika.stroebel@kvsh.de

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Regina Steffen 04551 883292 04551 8837292 regina.steffen@kvsh.de

Telefon Fax E-Mail Nordlicht

aktuell

Nadine Kruse 04551 883 332 04551 883 374 Nadine.Kruse@KVSH.de 11 | 2010


Service

Praxismitarbeiter

Ärzte

thema: Fehlermöglichkeiten bei Konstanz-

thema: W  orkshop Kooperationen

prüfungen erkennen und eingrenzen

datum: 17. November, 15.30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr

datum: 17. November, 15.00 bis 18.00 Uhr

Referenten:

Uta Markl und Tanja Ohm-Glowik Ärztliche Stelle zur Qualitätssicherung von Röntgenuntersuchungen

Dieser Workshop richtet sich insbesondere an Interessenten, die bereits niedergelassen sind, als Assistenten oder regelmäßig als Vertreter tätig sind oder am Einsteiger-Workshop der KVSH teilgenommen haben.

Ort:

Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Räume Kuba I und II

Ziel der Veranstaltung ist es, Ihren Mitarbeitern – die mit der Durchführung der Konstanzprüfung der Filmverarbeitung und der analogen Röntgenanlage betraut sind – Hinweise und Tips zu geben, um bei Abweichungen der Grenzwerte oder bei fehlerhaften Abbildungen die möglichen Ursachen leichter erkennen und in einigen Fällen auch beseitigen zu können. Dieses soll in einem kurzen theoretischen Abriss und danach anhand von Fallbeispielen geschehen. Sie haben hier auch die Möglichkeit Aufnahmen aus Ihrer Praxis mitzubringen, um diesbezügliche Probleme zu schildern und zu besprechen. Um eine möglichst praxisnahe und anschauliche Gestaltung zu ermöglichen, wird das Seminar in einer kleinen Gruppe durchgeführt. Für Mitarbeiter, die eine digitale Röntgenanlage nutzen, wird ein gesondertes Seminar angeboten. Über Termine hierzu werden Sie rechtzeitig im Nordlicht informiert. Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei.

Heutzutage wird immer wieder behauptet, dass die Zukunft in Kooperationen liegt. Ist dem so? Der Workshop vermittelt das notwendige Grundwissen, zeigt verschiedene Formen der Kooperationen auf und gibt Tipps für die Planung. Referenten: Ort:

Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Vorstandsaal 2

Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei. Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Anmeldung und Auskunft: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 10. November 2010 (gern auch per Fax oder E-mail) an:

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung/Praxisberatung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon Fax E-Mail

Telefon Fax E-Mail

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Nadine Kruse 04551 883 332 04551 883 374 Nadine.Kruse@KVSH.de Nordlicht

aktuell

04551 883 881 04551 883 276 zulassung@kvsh.de 37


SERVICE

Ärzte

Medizinische Fachangestellte

thema: Fibromyalgie unter Berüchsichtigung

thema: Die Arztabrechnung – Sie fragen,

der neuen Leitlinie für Arzt und Patient

datum: 17. November, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 24. November , 15.00 bis 18.00 Uhr

Referenten:

Referenten:

Dr. med. Matthias Apelt, Praxis für Schmerztherapie in Wattenbek/Bordesholm Facharzt für Innere Medizin, Spezielle Schmerztherapie

Ärztl. Leitung: Dr. med. Claus Maschler, Nervenarzt in Lübeck Vorsitzender der Schmerztherapie-Kommission

wir antworten

Peter Tietgen, Abrechnungsleiter Dieter Struck, Referent, Abrechnungsabteilung Thomas Frohberg, Struktur und Verträge, Team Verordnungsmanagement Timo Rickers, IT-Beratung der KVSH

Gastreferent: Jörg Ruge, Privatärztliche Verrechnungsstelle Ort:

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Hause der KVSH, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg

Nach intensiver Sichtung und Beurteilung der Literatur zum Thema Fibromyalgiesyndrom durch eine fachübergreifende Komission wurde 2008 eine interdisziplinäre S3-Leitlinie veröffentlicht. Das Fibromyalgiesyndrom ist gekennzeichnet durch multilokuläre muskuläre Schmerzen ohne Nachweis eines eindeutigen organpathologischen Korrelats. Die Betroffenen leiden neben den Schmerzen unter Schlafstörungen, funktionellen Störungen und vegetativen Symptomen. Ziel des Seminars ist die Information über das Beschwerdebild, die Entstehungsmechanismen und die therapeutischen Möglichkeiten des Fibromyalgiesyndroms. Der direkte Praxisbezug wird durch die Teilnahme einer betroffenen Patientin ermöglicht

Ort:

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Hause der KVSH, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg

Im Rahmen dieses Seminars werden wir mit Ihren Mitarbeitern insbesondere aktuelle Abrechnungsfragen zum EBM und zur GOÄ erörtern sowie auf Fragen rund um die Online-Abrechnung eingehen. Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Fortbildungspunkte: 4 Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Anmeldung und Auskunft: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 10. November 2010 (gern auch per Fax oder E-mail) an:

Anmeldung und Auskunft: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 15. November 2010 (gern auch per Fax oder E-mail) an:

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon Fax E-Mail

Telefon Fax E-Mail

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Nadine Kruse 04551 883 332 04551 883 374 Nadine.Kruse@KVSH.de Nordlicht

aktuell

Nadine Kruse 04551 883 332 04551 883 374 Nadine.Kruse@KVSH.de 11 | 2010


Service

ÄRZTE

ÄRZTE

thema: QEP®-Einführungsseminar

thema: QEP®-Einführungsseminar

datum: 26. November, 15.00 bis 21.00 Uhr, 27. November, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 3. Dezember, 15.00 bis 21.00 Uhr, 4. Dezember, 9.00 bis 17.00 Uhr

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Inhalte des Seminars: • V ermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis

ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

Fortbildungspunkte: 18

Fortbildungspunkte: 18

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon: Fax: E-Mail:

Telefon: Fax: E-Mail:

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Angelika Ströbel 04551 883204 04551 8837204 angelika.stroebel@kvsh.de

Regina Steffen 04551 883292 04551 8837292 regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

aktuell

Angelika Ströbel 04551 883204 04551 8837204 angelika.stroebel@kvsh.de

Regina Steffen 04551 883292 04551 8837292 regina.steffen@kvsh.de 39


Informationsveranstaltung Richtig kodieren – Morbidität sichtbar machen Die neuen Ambulanten Kodierrichtlinien sollen ab dem 1. Januar 2011 den niedergelassenen Ärzten bei der Diagnoseverschlüsselung helfen. Die KVSH wird Ihnen am 8. Dezember auf einer Informationsveranstaltung in Neumünster die AKR vorstellen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, Ihnen vorab zu zeigen, welche Änderungen durch die AKR auf Sie und Ihr Praxisteam zukommen, damit die Umsetzung im Alltag so reibungslos wie möglich erfolgen kann.

Info

Termin

 Die neuen Ambulanten Kodierrichtlinien im Überblick

 8. Dezember 2010, 15 bis 18 Uhr

 Hilfreiche Tipps zur Umsetzung der AKR

 Holstenhallen Neumünster Justus-von-Liebig-Straße 2-4 24537 Neumünster

 Präsentation mehrerer Softwarehäuser  Fortbildungspunkte: 4  Gesonderte Einladung zur Veranstaltung folgt

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1-6 23795 Bad Segeberg Postfach 23782 Bad Segeberg www.kvsh.de


Service

Veranstaltungen KVSH

6. November, 14.20 Bis 17.00 Uhr

16. Schleswiger Schmerztagung/Therapie chronischer Schmerzen- Vorstellung des Schmerzzentrum Nord Forum für Interessierte und Betroffene

8. Dezember, 15.00 bis 18.00 Uhr

Informationsveranstaltung: Richtig kodieren – Morbidität sichtbar machen Ort: Info:

Wir Übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Ort:

Holstenhallen Neumünster, Justus-von-Liebig-Straße 2-4, 24537 Neumünster Anja Oelkers, Tel. 04551 883 524, Fax 04551 883 7524 anja.oelkers@kvsh.de Ernst Sievers, Tel. 04551 883 245, ernst.sievers@kvsh.de

Turn- und Festhalle Hesterberg, Friedrich-Ebert-Str. 24, 24837 Schleswig

6. November, 9.00

Symposium Polytraumamanagement und Gerinnung Ort: UK S-H, Zentralklinikum (Haus 40) Hörsaal Z3, Campus Lübeck Info: Tanja Schmalz, Tel. 0451 500 2642, Fax 3647 E-Mail: tanja.schmalz@uksh.de, www.uksh.de

KVSH-Kreisstellen

10. November, 16.00 bis 19.30

3. Lübecker Schilddrüsensymposium

11. November, 19.00 Uhr Ort: Diako Vortragssaal Pniel (neu!), 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

Ort: Mövenpick-Hotel, Raum Wuppertal 1-3, Willy-Brandt-Allee 1-4, 23554 Lübeck Info: Cornelia Bufé, Tel. 0451 500 6667, Fax 6668 E-Mail: cornelia.bufe@uksh.de, www.uksh.de

20. November, 9.00 Uhr

11. November, 20.00 Uhr

Fortbildung: Neue Herzklappenprothesen

21. Flensburger Onkologie Symposium

„Auffälliges Blutbild – was tun?“

Ort: SFH, Foyer Geriatrie, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: www.aev-rd.de E-Mail: aerzteverein-rd@web.de

2. Dezember, 19.00 Uhr

Sono Arbeitskreis: Sonographische Differentialdiagnose von Leberherden Ort: Diako, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

Schleswig-Holstein 6. November, 9.00 Bis 13.30 Uhr

16. Schleswiger Schmerztagung/Therapie chronischer Schmerzen – wissen wir wirklich, was wir tun? Ort: Info:

Turn- und Festhalle Hesterberg, Friedrich-Ebert-Str. 24, 24837 Schleswig Für das Fortbildungszertifikat werden von der ÄK Schleswig-Holstein 5 Punkte zuerkannt In Zusammenarbeit mit der DGSS werden 4,5 Kreditstunden vergeben

5. November, 19.00

Jubiläumssymposium 30 Jahre Nierentransplantation in Lübeck, Festabend

Deutscher Ärztinnenbund e.V., Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht – aus juristischer und ärztlicher Sicht Ort: UK S-H Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Gr. Hörsaal im Turm gebäude, 23562 Lübeck Info: Anmeldung erbeten bis zum 11. November, Fax 0451 7078 899 oder E-Mail. E-Mail: HTrautwein@t-online.de

16. November bis 17 November, 16. November 9.45 Uhr 17 November 9.00 Uhr

6. Ostsee-Symposium Palliativmedizin Ort: Radisson Blu Senator Hotel, Willy-Brand-Allee 6, 23554 Lübeck Info: Die Teilnahmegebühr beträgt 95 Euro inkl. Mwst. Anmeldung, Fax 0451 228 250535 oder E-Mail. www.palliativsymposium-ostsee.de

24. November, 19.00

Dissoziative Störungen erkennen und behandeln

Ort: Festsaal der „Gemeinnützigen Gesellschaft“ Restaurant Heinrichs, Königstr. 5-7, 23552 Lübeck Info: www.restaurant-heinrichs.de

Ort: Info:

6. November, 10.00

Jubiläumssymposium 30 Jahre Nierentransplantation in Lübeck, Wissenschaftliches Symposium

Stadtteilcafé der Arbeiterwohlfahrt AWO-Servicehaus am Sandberg, Schulze-Delitzsch-Straße 21, 24943 Flensburg Eintritt 10 Euro für Nicht-Mitglieder, Ermäßigung ist möglich. Fortbildungspunkte sind beantragt. www.psychotherapie-flensburg.de

22. bis 27. November

Ort: Audienzsaal im historischen Rathaus, Breite Straße 62, 23552 Lübeck Info: www.uksh.de

40

13. November, 10.00 Uhr

Nordlicht

96. Klinische Fortbildung für hausärztlich tätige Allgemeinmediziner und Internisten Ort: UK S-H, Campus, Mönkhofer Weg 241, 23562 Lübeck Info: Tel. 0451 500 6245, Fax 0451 500 6242 E-Mail: gastroenterologie@uk-sh.de aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz������������������������������������������������������������������ 218/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach��������������������������������������������������������������� 218/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Abteilungen

Abrechnung Peter Tietgen/Ernst Sievers (Leiter)���������������������������������������� 267/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck/Hauke Hinrichsen������������������������������������� 251/265 Tom-Christian Brümmer/Esther Petersen������������������������������� 474/498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber/Uta Markl/Tanja Ohm-Glowik����������������� 529/393/386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber/Thomas Müller������������������������������������������������ 529/325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Brigitte Gottwald/Renate Tödt������������������������������������������������ 255/358 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse���������������������������������������������������������������������������������� 343 Chirotherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dermatohistologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg/Helga Hartz/Caroline Polonji ������������� 444/453/280 Heike Koschinat/Tanja Glaw��������������������������������������������������� 326/685 Drogensubstitution Astrid Patscha/Christine Sancion�������������������������������������������� 340/470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers/Thomas Stefaniw����������������������������������������������� 286/307 Janin Looft/Tobias Kantereit��������������������������������������������������� 324/320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel/André Zwaka.......................................... 378/327 Katja Fiehn/Daniel Jacoby������������������������������������������������������� 291/259

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Nordlicht

ESWL Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung Veranstaltungen Nadine Kruse����������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Gesundheitspolitik und Kommunikation Esther Rüggen (Leiterin)����������������������������������������������������������������� 431 Hautkrebs-Screening Ursula Gründer�������������������������������������������������������������������������������� 328 Hausarztzentrierte Versorgung Susanne Paap ��������������������������������������������������������������������������������� 228 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 HIV/AIDS Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Homöopathie Ursula Gründer��������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)���������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder/Borka Totzauer�������������������������������������������������� 475/356 Invasive Kardiologie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Kernspintomographie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Koloskopie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Koordinierungsstelle Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Mammographie (kurativ/QuaMaDi/Screening) Kathrin Zander/Daniela Leisner���������������������������������������������� 382/302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel/Nicole Geue������������������������������������������ 378/303 Evelyn Kreker/Daniel Jacoby�������������������������������������������������� 346/259 Niederlassungsberatung Bianca Hartz/Evelyn Kreker���������������������������������������������������� 255/346 Susanne Bach-Nagel/André Zwaka����������������������������������������� 378/327 Nordlicht aktuell Borka Totzauer/Jakob Wilder�������������������������������������������������� 356/475 Nuklearmedizin Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 533 Onkologie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

aktuell

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Service kontakt Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Personal Christine Storm/Lars Schönemann������������������������������������������� 260/275 Anke Tonn/Anke Siemers/Dirk Ludwig��������������������������� 295/333/425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektonie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen/Susanne Hammerich.................................... 265/686 Ulrike Moszeik/Rita Maass������������������������������������������������������ 336/467 Polygraphie/Polysomnographie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Positronen-Emissions-Tomographie Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 533 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel/Detlef Greiner/Regina Steffen������������ 204/527/292 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Röntgen (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Röntgen (Qualitätssicherung) Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings��������������������������������������������������������������������������� 323 Schmerztherapie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonographie (Anträge) Sabrina Wienke ������������������������������������������������������������������������������ 533 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap, Christina Bernhardt����������������������������������������� 228/315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 533 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 42

Nordlicht

Verordnungsmanagement Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Verordnung Hilfsmittel Anna-Sofie Plath������������������������������������������������������������������������������ 362 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

Prüfungsstelle Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Vorsitzender des Beschwerdeausschusses Dr. Johann David Wadephul�������������������������������������������������������� 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)������������������������������������������ 90100 Leiter der Dienststelle N. N.������������������������������������������������������������������������������������������ 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Dorthe Flathus-Rolfs������������������������������������������������������������������ 901015 Astrid Stamer����������������������������������������������������������������������������� 901024 Arznei-/Pharmakotherapie-Beratung (prüfungsbezogen) Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Evelyn Sonnenrein��������������������������������������������������������������������� 901024 Honorarprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Manfred Vogt����������������������������������������������������������������������������� 901013 Zweitmeinungsverfahren Gastroenterologie Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Zweitmeinungsverfahren Rheuma Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Service Verordnungsprüfung Melanie Buchbach, Manuela Johnsen������������������������� 901019/901020 Tanja Bauer, Susanne Schuldt................................. ..... 901016/901025 Service Honorarprüfung Sabine Kruse ����������������������������������������������������������������������������� 901016

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg

Tel ................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Dr. Heiko Giesel, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93131 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9741322 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstr. 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Dr. Norbert Spilok, Chirurg Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 94770 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04321 947777 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04353 998901 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Hans-Joachim Commentz, prakt. Arzt Tel �������������������������������������������������������������������������������������������� 04621 52544 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 51500 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Gerhard Marioth, Radiologe Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 62098 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 3517 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Impressum

Kreis Herzogtum Lauenburg

Nordlicht aktuell

Dr. Monika Schliffke, Allgemeinärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04541 3585 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04541 84391 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Thomas Maurer, Allgemeinarzt Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04662 3001 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04662 3002 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de

Kreis Ostholstein

Bernd Thomas, Augenarzt Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04362 900440 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04362 900441 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de 11 | 2010

Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Ingeborg Kreuz (v.i.S.d.P.) Redaktion: Marco Dethlefsen (Leiter); Dr. Michael Drews (stellv. Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer; Jakob Wilder Redaktionsbeirat: Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Ingeborg Kreuz; Esther Rüggen Anschrift der Redaktion: Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Tel.: 04551 883 356, Fax: 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Druck: Grafik + Druck, Kiel Foto: iStockphoto Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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PRAXIS  & KV

So unterstützt Sie Ihre Software Ihre Praxissoftware unterstützt Sie beim Kodieren: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mit den Herstellern der Praxisverwaltungssysteme (PVS) vereinbart, dass die Praxissoftware um diverse Serviceleistungen zum Kodieren erweitert wird. Damit lassen sich die ambulanten Kodierrichtlinien einfacher in den Praxisalltag integrieren. Die Anbieter sind verpflichtet, bestimmte Funktionalitäten in ihre Produkte zu implementieren und diese Ihnen über ein Software-Update zur Verfügung zu stellen. Hinterlegt ist ein so genanntes Leitsystem. Bei Bedarf wird der Arzt nach Anwahl des ICD-10-Kodes zu den betreffenden Abschnitten in den AKR geführt, um langes Suchen nach zutreffenden Bestimmungen zu ersparen. Darüber hinaus kann sich der Arzt während des Kodiervorganges Zusatzinformationen abrufen, die Aussagen über die Konformität der Diagnosen treffen, spezifischere ICD-Kodes ausgeben oder Zusammenhänge anzeigen lassen, die mit den Diagnosezusatzkennzeichen oder auch den dokumentierten Gebührenordnungspositionen auf Plausibilität hin abgeprüft werden. Diese Zusatzsatzinformationen oder auch Rückmeldungen zeigen dem Arzt auf, was falsch ist oder falsch sein könnte und unterstützen ihn mit Handlungsanweisungen zum richtigen Umgang. Unterschieden wird hier zwischen Hinweisen, die bei zutreffendem Sachverhalt vom Arzt angenommen werden können und Fehlern, bei denen der Arzt eine Korrektur vornehmen muss, wenn er Auswirkungen auf die Abrechnung vermeiden will. Abzuwarten ist, wie sich das Hinweisregelwerk auf die Qualität und auf den Praxisalltag auswirken wird. „Ist der Kode ausreichend oder ist hier spezifischer zu kodieren?“ „Finden die Gebührenordnungspositionen ihre Begründung in der Kodierung?“ „Darf die Diagnose als „Zustand nach“ gekennzeichnet werden oder ist ein ICD-10 aus dem Z-Bereich zu dokumentieren?“ Von der anwenderfreundlichen Umsetzung in der Praxissoftware wird abhängen, wie schnell sich diese Fragen beantworten lassen. Dauerdiagnosen werden nicht mehr automatisch in das Folgequartal übertragen Eine Übernahme von Dauerdiagnosen aus einem Quartal in ein nächstes darf nur erfolgen, wenn diese erneut als Behandlungsdiagnose vorliegen. Anamnestische Diagnosen, die im abzurechnenden Quartal keinen Leistungsbezug haben, gehören somit nicht zu den zu kodierenden Diagnosen nach den AKR. Außerdem liegt ein besonderes Augenmerk auf den Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit. Wenn eine gesicherte Diagnose vorliegt, dann soll dieses auch durch „G“ gekennzeichnet werden. Ausgenommen von der Kodierpflicht sind insbesondere Radiologen, Zytologen, Pathologen, Nuklearmediziner und Labormediziner im Rahmen von Auftragsleistungen. Stellvertretend ist dann „UUU“ einzutragen.

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Nordlicht

Bei einem Patienten ist ein Diabetes mellitus Typ 1 mit diabetischem Fußsyndrom bekannt. Aktuell besteht keine Behandlungsnotwendigkeit seitens des diabetischen Fußsyndroms. Behandlungsdiagnose: E10.74 G Primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-1-Diabetes): Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, nicht als entgleist bezeichnet Ein Patient hat vor sechs Wochen (im vergangenen Quartal) einen Myokardinfarkt erlitten und war deshalb in stationärer Behandlung. Es wurde in der Klinik eine koronare EinGefäßerkrankung festgestellt und mit Stent versorgt. Er kommt zur Beratung und Medikamentenverordnung in die Praxis. Behandlungsdiagnosen: I25.11 G Atherosklerotische Herzkrankheit: Ein-Gefäßerkrankung I25.20 G Alter Myokardinfarkt: 29 Tage bis unter 4 Monate zurückliegend

Fazit: Wer nicht kodiert, verliert Wer schlecht kodiert, der verzichtet auf Honorar. Dies sollte genug Ansporn für die Ärzte und Psychotherapeuten Schleswig-Holsteins sein, der Einführung der ambulanten Kodierrichtlinien aufgschlossen gegenüber zu stehen. Anja Oelkers, Thomas Stefaniw, KVSH

Informationen für die Praxis Haben Sie Fragen zu den neuen Kodierrichtlinien? Dann rufen Sie uns an oder schreiben eine E-Mail: Allgemein: Anja Oelkers, 04551 883 524 oder anja.oelkers@kvsh.de Technik:

Thomas Stefaniw, 04551 883 307 oder thomas.stefaniw@kvsh.de

Abrechnung: Ernst Sievers, 04551 883 245 oder ernst.sievers@kvsh.de Abrechnung: Christiane Reuter, 04551 883 544 oder christiane.reuter@kvsh.de Ausführliche Informationen finden Sie auch im Internet unter www.kvsh.de. Die KVSH wird Ihnen am 8. Dezember auf einer Veranstaltung in Neumünster die neuen AKR vorstellen. Mehr dazu auf der Rückseite dieses Heftes.

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Nordlicht November