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nr. 11 | 2018

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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November 2018 | 21. Jahrgang

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Abrechnung se r ab vi se ces it ei e te 38 n

Kompakt und verständlich


INHALT SEITE

RUBRIK/THEMA

HEFT 11 | 2018

Aus dem Inhalt

TITELTHEMA 4 Honorarbescheid – endlich verständlich 6 Häufig gestellte Fragen zur Abrechnung 8 Die Abrechnungsabteilung der KVSH – Aufgaben und Dienstleistungen auf einen Blick

10 eAbrechnungsCheck spart bares Geld 11 Checkliste für Praxen 13 NACHRICHTEN KOMPAKT

Die KVSH bietet einen neuen attraktiven Service zur Abrechnung. Die Broschüre „ Honorarbescheid – endlich verständlich“ erläutert in kurzer und kompakter Form wesentliche Anlagen des Honorarbescheids. Wir nutzen die Veröffentlichung, um darüberhinaus im Titelthema Fragen zur Abrechung zu beantworten und Serviceangebote wie den eAbrechnungsCheck genauer vorzustellen.

GESUNDHEITSPOLITIK 15 Kommentar: Entfremdung 16 Interview mit Dr. Henrik Hermann, Präsident

HO NO RA RB

EN DL ICH VE ES CH EI D RS TÄ ND LIC H

PRAXIS & KV

04

18 EU–DSGVO und Praxishomepage 20 Medizinischer Notstand bei den Sozialgerichten: Ärztliche Gutachter dringend gesucht

21 Telematikinfrastruktur: Frist zur TI-Anbindung

Stand: 2/2018

der Ärztekammer Schleswig-Holstein

Eine gute Homepage ist als Online-Aushängeschild einer Praxis mitentscheidend für ihren Erfolg. Doch obwohl eine Webseite so wichtig ist, wird sie oft immer noch eher stiefmütterlich behandelt oder es wird sogar ganz auf sie verzichtet. Worauf Praxisinhaber achten müssen und welche rechtlichen Pflichten sie erfüllen sollten, beantwortet eine Expertin für Webdesign und Praxismarketing für Ärzte.

verlängert – Mehr Geld für größere Praxen

22 Seit 25 Jahren Moderator eines Qualitätszirkels: Dr. Andreas Kohl im Interview

24 Saisonale Influenza: Informationen für die Praxen 27 BEKANNTMACHUNGEN UND MELDUNGEN 30 Psychotherapie: Psychotherapeuten und Ärzte sind sich einig

32 Aus anderen KVen DIE MENSCHEN IM LAND 33 Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein 34 Zurück vom Dach der Welt: Föhrer Weltenbummler Helmut Marczinkowski kurvte durch Tibet

37 Neue Serie – Berufsverbände in Schleswig-Holstein: Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen

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SERVICE 38 Sicher durch den Verordnungsdschungel 39

Rallyearzt Helmut Marczinkowski aus Midlum auf Föhr begleitete eine Oldtimerrallye auf dem schwierigsten Teilstück ihrer Reise. Die Automobile fuhren über die hochgelegenen Pässe der legendären Seidenstraße vorbei an den Gipfeln des Himalayagebirges bis Lhasa in Tibet. Die größte Herausforderung war die Höhenluft.

Sie fragen – wir antworten

40 Labor: Warum die Präanalytik so wichtig ist! 42 Seminare 43 Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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NORDLICHT NR. 11 | 2018 EDITORIAL DR. RALPH ENNENBACH, STELLVERTRETENDER VORSTANDSVORSITZENDER DER KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, bei aller Intonation großer Themen ist es immer auch mal erfrischend, thematisch auf ein Thema des Alltags zu wechseln. Die Honorarabrechnung hat ohne Zweifel eine wichtige Bedeutung und soll einen validen und zügigen Überblick über das Ergebnis bieten. Und wenn diese dann auch noch selbsterklärend wäre, dann wäre es wohl optimal. Letzteres wird angesichts komplizierter und sehr individueller Rahmenbedingungen immer nur in Annäherung gelingen, aber wir bemühen uns. Entsprechend ist für die Abrechnungsunterlagen eine Überarbeitung vorgenommen worden, die über stilistische Dinge weit hinausgeht. Was nicht heißt, dass diese nicht „hübscher“ oder „farbiger“ sein dürfen. Für die Zukunft steht natürlich außer Frage, dass die Abrechnungsunterlagen ein lebendes Konstrukt sind. Angesichts der derzeitigen Vorstellungen der Politik zur Verbesserung der Sprechstundensituation (sogenanntes TSVG) und deren Vergütung kommen offenbar sogar neue Fallarten ins Spiel, weil es plötzlich Unterscheidungen geben kann, auf welchem Weg und in welcher Sprechstundenform der Patient in Ihre Praxis gefunden hat (sic! Auch wenn man es kaum glauben mag). Hier stellen sich noch viele und nicht nur technische Unklarheiten. Und womöglich macht man sich auch völlig unnötigerweise Gedanken über Abhilfe und Abwehr dieser überladenen Vorstellungen, weil die Regierung eventuell wechselt? Warum die Politik nicht den einfachen Weg einer Entbudgetierung gehen will, wie es unter anderem unser Bundesland vorgeschlagen hat, wird für viele ein Rätsel sein. Das wäre dann der Zeitpunkt, an dem unsere Quartalsabrechnung ein „einfach Ding“ würde. Wir werden wohl noch etwas warten müssen. Herzliche Grüße

Ihr

Ihr Ralph Ennenbach

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TITELTHEMA ABRECHNUNG

Honorarbescheid – endlich verständlich

© istock.com/gpointstudio

Quotierung, Budget, Obergrenze und Abstaffelung sind die Reizworte der Mangelverwaltung in der vertragsärztlichen Versorgung. Naturgemäß stößt das bei Ärzten und Psychotherapeuten auf wenig Verständnis. Und jetzt kommt die KV auch noch mit einem guten Buch zum schlechten Film?

Die Abrechnung ist komplex. Die Komplexität ist jedoch auch einer „guten Sache“ geschuldet. Sie ist das Bemühen um eine möglichst gerechte Verteilung zwischen den Versorgungsbereichen, zwischen den Fachgruppen und zwischen den Praxen. Leider vergeht dabei kaum ein Quartal, in dem nicht neue Regelungen im SGB V, im EBM oder in den Vorgaben der KBV zur Honorarverteilung umgesetzt werden müssen. Vieles findet sich dann im Honorarverteilungsmaßstab der Kassenärztlichen Vereinigung wieder. Vornehmlich richtet sich die neue Broschüre „Honorarbescheid – endlich verständlich“ an Ärzte und Psycho-therapeuten, die sich erst seit kurzem in der Niederlassung befinden. Doch auch „alte Hasen“ suchen Antworten auf Fragen, die sie noch nie gestellt haben. Oder es gibt Probleme mit der Abrechnung, die sich durch Mechanismen im Praxisalltag verselbstständigt haben. Wenn Sie über die Erklärungen in dieser Broschüre hinaus Fragen haben, zögern Sie nicht, sich mit Ihrem Anliegen 4

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an Ihre Ansprechpartner in der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein zu wenden. Wir beantworten gern Ihre grundsätzlichen Fragen zur Abrechnung und helfen nach Möglichkeit bei individuellen Abrechnungsproblemen weiter. Nicht alle KV-Mitglieder erhalten jede einzelne Anlage. Wir haben deshalb versorgungsbereichsspezifische Unterlagen gekennzeichnet. HA , FA und PT zeigen die Relevanz für Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten an. Anlagen, die nur für eine geringe Zahl von Ärzten relevant sind, haben wir nicht aufgeführt. Mit Farben markieren wir Begriffe in den erläuternden Texten und die korrespondierenden Stellen in den jeweiligen Anlagen. Selbstverständlich gilt: Die fiktiven Beispielpraxen sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder bestehenden oder beendeten Praxen wären rein zufällig.

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TITELTHEMA ABRECHNUNGSW

EGWEISER HON ORARBESCH

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HONORARBESCHEID ENDLICH VERSTÄNDLICH

Überschreiten Sie Ihr Gespräc hsbudget, wer hinausgehende den die darüber n Punktzahlen nicht anerkan dann die EBM nt. Die KV redu -Bewertung der ziert GOP mit einer ist das Gespräc Quote. Die Quo hsbudget, gete te ilt durch die ane zahl für die GOP rkannte Punkt. In unserer Beis pielpraxis betr 55,6 Prozent (5,2 ägt die Quote 2 geteilt durch 9,39).

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Inhalt Honorarbescheid

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Kein Quartal ist wie sein Vorgänger. Deshalb werden wir die Broschüre im eKVSH-Portal stets auf dem aktuellen Stand halten. Das erkennen Sie auf der Titelseite links unten. Wir werden die letzten vier Ausgaben für Ihren Rückblick archivieren. „Nicht wenige Experten sehen ihre Daseinsberechtigung darin, einen relativ einfachen Sachverhalt unendlich zu komplizieren“, sagte Pierre Elliott Trudeau. Wir lassen nicht nach, Sie vom Gegenteil zu überzeugen, und bedanken uns bei den Beratenden Fachausschüssen für die Unterstützung. EKKEHARD BECKER, KVSH

Sie finden die Broschüre auf www.ekvsh.de, dem Portal der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Bei Klick auf das Icon „Honorarbescheid endlich verständlich“ öffnet sich die Broschüre in Form eines PDF. Das PDF bietet den Vorteil, dass Ihnen zu bestimmten Sachverhalten Verlinkungen auf die Webseite der KVSH gegeben werden.

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TITELTHEMA ABRECHNUNG

Häufig gestellte Fragen Abrechn ung

Sie fragen

© istock.com/PeopleImages

wir antworten

Kann ich mich schon vor der Aufnahme einer vertragsärztlichen Tätigkeit abrechnungsseitig beraten lassen? Sollten bereits konkrete Pläne zur Aufnahme einer vertragsärztlichen Tätigkeit existieren oder ein Beschluss des Zulassungsausschusses vorliegen, dürfen Sie gern eine Abrechnungsberatung in Anspruch nehmen.

Berät die Abrechnungsabteilung auch zu den Themen Niederlassung, Punktzahlvolumen oder Arzneimittel-Verordnungen?

Kann mich die Abrechnungsabteilung bei der Optimierung meiner Abrechnung unterstützen? Die Abrechnungsabteilung berät Sie ausschließlich zu den von Ihnen abgerechneten Leistungen. Welche Leistungen Sie abrechnen können, ergibt sich aus der jeweiligen Präambel zum entsprechenden Arztkapitel des EBM. Informationen zum Abrechnungsverhalten Ihrer Kollegen sind nicht Bestandteil der Beratung.

Beraten die Mitarbeiter der Abrechnungsabteilung auch vor Ort in der Praxis?

Nein. Sollte jedoch ein abteilungsübergreifender Beratungsbedarf erkannt werden, binden wir die entsprechenden Fachabteilungen mit ein. Zu allen anderen Fragen wenden Sie sich bitte an das Serviceteam: Tel. 04551 883 883.

Praxisindividuelle Beratungen finden grundsätzlich im Hause der KVSH statt. Sie haben zudem die Möglichkeit, einen telefonischen Beratungstermin zu vereinbaren. Darüber hinaus können auch die zuständigen Kreisstellen, Praxisnetze und Qualitätszirkel Beratungsbedarf in Form von Vorträgen anmelden.

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TITELTHEMA

Bis wann muss ich meine Abrechnung abgeben? Die Abrechnungsunterlagen sind gemäß Honorarabrechnungsordnung (HAO) bis zum 15. Kalendertag des ersten Monats nach Abschluss des Abrechnungsquartals einzureichen. In Ausnahmefällen kann eine Fristverlängerung gewährt werden. Der Antrag muss schriftlich und begründet vor Ablauf der Abgabefrist der Quartalsabrechnung gestellt werden. Sie können diesen an die Fax-Nummer 04551 883 7307 schicken.

Welche Unterlagen muss ich in Papierform mit der Abrechnung einreichen? In der „Checkliste für Praxen“ (dieser Ausgabe beigefügt) finden Sie eine Auflistung aller Unterlagen, die in Papierform mit der Abrechnung an die KVSH geschickt werden müssen. Bitte stellen Sie vor dem Versand sicher, dass auf den Abrechnungsunterlagen und auf dem Briefumschlag die Betriebsstättennummer (BSNR) der Praxis gut sichtbar vermerkt ist. Der Briefumschlag ist zusätzlich mit dem Arztstempel zu versehen.

Ist es möglich, die Abrechnung nachträglich zu korrigieren, nachdem sie online übermittelt wurde? Innerhalb von zehn Tagen nach Ablauf der Frist für die Abgabe der Abrechnung kann schriftlich eine nachträgliche Berichtigung oder Ergänzung der Abrechnungsunterlagen beantragt werden. In diesem Fall ist die Regelung zu Säumnisgebühren in Paragraf 7 Nummer 10 der HAO zu beachten. Infolge eines zu begründenden Abrechnungsirrtums kann zudem die Abrechnung einzelner Gebührenordnungspositionen oder Behandlungsfälle zurückgezogen werden.

Der Patient hat seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) nicht vorgelegt oder sie konnte nicht eingelesen werden. Wie gehe ich damit um? Der Versicherte ist gemäß Anlage 4a Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) verpflichtet, bei jedem Arztbesuch die eGK vorzulegen. Kann die eGK nicht eingelesen werden, so ist zu differenzieren, ob die Karte lediglich nicht vorgelegt wurde oder ob diese nicht verwendbar ist. Kann bei einer Arzt-/Patientenbegegnung im Behandlungsfall die Identität des Versicherten nicht bestätigt werden oder hat der Versicherte die eGK nicht vorgelegt, so kann der Arzt nach Ablauf von zehn Tagen eine Privatvergütung für die Behandlung verlangen, die jedoch zurückzuzahlen ist, wenn dem Arzt bis zum Ende des Quartals eine zum Zeitpunkt der Behandlung gültige eGK oder ein anderer Anspruchsnachweis vorgelegt wird. Ist bei der ersten Arzt-/Patientenbegegnung im Quartal die eGK nicht verwendbar, kann ein Ersatzverfahren angewendet werden. Im Anhang 1 Nummer 2.4 der Anlage 4a BMV-Ä ist festgehalten, in welchen Fällen eine eGK nicht verwendbar ist. Das ist unter anderem der Fall, wenn die Karte oder das Einlesegerät defekt sind.

Die Berufsordnung für Ärzte in SchleswigHolstein wurde angepasst und damit das Fernbehandlungsverbot gekippt. Was ändert sich für mich hinsichtlich der Durchführung und Abrechnung von Leistungen?

Wie erfahre ich, welche Gebührenordnungspositionen aktuell gültig sind?

Das Gebührenrecht der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung wurde bisher noch nicht an das aufgehobene Fernbehandlungsverbot angepasst. Die Fernbehandlung ist damit nicht zulässig.

Auf der Homepage der KVSH finden Sie einen Verweis auf den Online-EBM der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der stets in der aktuellen Fassung zur Verfügung steht. Darüber hinaus erhalten Sie in der Rubrik „Verträge“ einen Überblick über die in Schleswig-Holstein gültigen Sonderverträge mit den entsprechenden Leistungen.

Wo entnehme ich meinem Honorarbescheid, was ich in meiner Abrechnung falsch gemacht habe?

Wie rechne ich im Ausland versicherte Patienten ab? Auf unserer Homepage finden Sie im Bereich „Praxis – Abrechnung – Abrechnungshinweise“ eine Checkliste sowie alle relevanten Informationen zum Thema „Patienten, die im Ausland krankenversichert sind“.

In den Anlagen Ko-S (Sachlich-rechnerische Korrekturen: zurückgestellte Scheine) und Ko-L (Sachlich-rechnerische Korrekturen: zu- und abgesetzte Leistungen) wird detailliert begründet, weshalb ein Schein zurückgestellt oder eine Leistung abgesetzt wurde. Der Anspruch auf nachträgliche Abrechnung besteht gemäß HAO längstens bis zu einem Jahr nach dem dafür maßgeblichen Abgabetermin. Abgesetzte Leistungen können nicht erneut abgerechnet werden. ABRECHNUNGSABTEILUNG, KVSH

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TITELTHEMA ABRECHNUNG

Die Abrechnungsabteilung – Scheine zählen war gestern! Wurden um die Jahrtausendwende die Abrechnungsscheine noch in Papierform eingereicht und aufwendig durch eine Vielzahl von Mitarbeitern geprüft und gezählt, besteht heute eine Pflicht zur Onlineabrechnung. Mittlerweile durchläuft jeder der ca. fünf Millionen Abrechnungsscheine ein elektronisches Regelwerk. Im Rahmen dieser Prüfung ergeben sich ca. 20 Millionen Regelwerkstreffer, wovon nur noch etwa 10 Prozent einer nachträglichen manuellen Prüfung unterzogen werden. Durch diese strukturellen Änderungen als eine Folge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung konnte die Personalentwicklung in der Abrechnungsabteilung diesen neuen Prozessen angepasst werden.

Diese Prozesse erstrecken sich von der Aufbereitung relevanter Informationen für die ambulant abrechnenden Ärzte bis hin zur abteilungsübergreifenden Implementierung und Abstimmung von Abrechnungsregularien. Die stetige Weiterentwicklung des EBM, die Anpassung der Gebührenordnungspositionen an den aktuellen Stand von Forschung und Technik, die Einflussnahme telematischer Anwendungen sowie gesetzliche Vorgaben veranlassen die Abrechnungsabteilung, fortwährend neue Maßstäbe zu setzen. Somit haben wir bereits heute ein innovatives Abrechnungswesen, das für unsere Mitglieder auch in Zukunft durch ein starkes Team von Mitarbeitern stetig weiterentwickelt wird.

Abrechnungsabteilung: 66 Mitarbeiter in 8 Teams

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Honorarbescheid 11 | 2018


TITELTHEMA

Wir sind für Sie da! Beratung Gibt es Verständnisprobleme beim Honorarbescheid, Fragen zu EBM-Interpretationen, Probleme mit Ihrer Praxis-IT oder Fragen zur Telematikinfrastruktur? Rufen Sie uns gern an oder vereinbaren direkt einen persönlichen Beratungstermin.

Vorträge Sollte vermehrt ein Beratungsbedarf erkannt werden, bieten wir auch die Möglichkeit, Vorträge zu speziellen Themen wie „Labor“ oder „Einweisung/Überweisung“ in Kreisstellen, Praxisnetzen oder Qualitätszirkeln zu halten.

IT der Abrechnungsabteilung

Automatisierte Onlineannahme von ca. 3.600 Abrechnungen/Quartal

eAbrechnungsCheck EDV-basiertes Prüfregelwerk

eKVSH-Portal

Informationen im direkten Zugriff

Kontakt

EBM-Änderungen? Unser Newsletter informiert Sie über alle EBM-Anderung

Gebührenrechtliche Abrechnungsberatung: Sekretariat Tel. 04551 883 361 oder 534 E-Mail abrechnung@kvsh.de

Neu zugelassen? Unser Wegweiser*„Abrechnung“ enthält alle wesentlichen Informationen

IT-Beratung: Tel. 04551 883 286 oder 307 E-Mail abrechnung@kvsh.de

Aktuelle Informationen rund um die Abrechnung? Besuchen Sie unsere Homepage unter www.kvsh.de  Praxis  Abrechnung

Hotline eAbrechnungsCheck: Tel. 04551 883 886 Die Kollegen vom Service-Team: Tel. 04551 883 883 E-Mail service@kvsh.de

*DER WEGWEISER „ABRECHNUNG“ WIRD DERZEIT AKTUALISIERT 11 | 2018

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TITELTHEMA ELEKTRONISCHER ABRECHNUNGSCHECK

Check it …

Fehler in der Abrechnung bereits erkennen, bevor sie konkrete Auswirkungen haben? Der eAbrechungsCheck der KVSH macht das möglich und es funktioniert ganz einfach. Alle abrechnenden Praxen können online eine Testabrechnung an die KVSH übermitteln. Dabei werden die Abrechnungsdaten von einem aktuellen Testregelwerk geprüft und bearbeitet. Alle Abrechnungsfälle mit Auffälligkeiten werden in einem separaten Protokoll auf dem eKVSH-Portal schnell an die Praxis zurückgemeldet. Das Protokoll enthält patientenbezogene Informationen zur formalen und inhaltlichen Richtigkeit, unabhängig von der eingesetzten Praxisverwaltungssoftware. Die Praxis kann ihre Abrechnung anhand dieser Hinweise korrigieren, bevor sie die „Echt-Abrechnung“ übermittelt. Dieser Service steht Praxen rechtzeitig vor Abgabe der Honorarabrechnung zur Verfügung.

Ablauf des eAbrechnungsChecks – so wird‘s gemacht: ƒƒ Einwahl in das eKVSH-Onlineportal www.ekvsh.de bzw. www.ekvsh.kv-safenet.de (nur für KV-SafeNet*-Anwender) ƒƒ Menüpunkt Daten zur KV  eAbrechnungsCheck auswählen ƒƒ Übertragung der Abrechnungsdatei ƒƒ Das Ergebnisprotokoll erhalten Sie ca. 15 Minuten später ƒƒ Die Praxis kann die Fälle aufgrund der im Prüfprotokoll aufgeführten, patientenbezogenen Hinweise ändern. Ob, beziehungsweise welche Fälle geändert werden, entscheidet die Praxis. Es besteht keine Verpflichtung zur Änderung. Die Praxis übermittelt die geänderte bzw. gegebenenfalls auch nicht geänderte Abrechnung als „Echt-Abrechnung“ an die KVSH. Unter dem Menüpunkt Informationen – eAbrechnungsCheck finden Sie Hinweise und einen kurzen Schulungsfilm.

Bei Fragen zum eAbrechnungsCheck wenden Sie sich bitte an:

Timo Rickers E-Mail timo.rickers@kvsh.de Tel. 04551 883 286 Fax 04551 883 322 JAKOB WILDER, KVSH 10

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* BITTE BEACHTEN SIE, DASS KV-SAFENET NICHT MIT DER FIRMA SAFENET, INC., USA IN FIRMENMÄSSIGER ODER VERTRAGLICHER VERBINDUNG STEHT.

© istock.com/sweetym

Mit dem eAbrechnungsCheck können Praxen ihre Quartalsabrechnung online patientengenau überprüfen lassen und so unnötige Fehler schon vor Abgabe der Abrechnungsunterlagen vermeiden. Dieser Service der KVSH ist kostenlos.


TITELTHEMA

CHECKLISTE für Praxen Diese Unterlagen müssen mit der Abrechnung an die KVSH geschickt werden. Vor dem Versand ist sicherzustellen, dass auf den Papierunterlagen für die Abrechnung und auf dem Briefumschlag die Betriebsstättennummer (BSNR) der Praxis vermerkt ist. Der Briefumschlag ist zusätzlich mit dem Arztstempel zu versehen.

Stand: Oktober 2018

Diese Unterlagen werden nicht an die KVSH geschickt. Sie bleiben unter Beachtung der Aufbewahrungsfristen in der Praxis bzw. sind an die zuständige Stelle (z. B. Krankenkasse, Arbeitsschutzbehörde) zu versenden.

Abrechnungs- oder Überweisungsscheine Scheine der Bundeswehr und der Bundespolizei Notfall- und Vertreterscheine Scheine Postbeamte* S cheine Polizei/Feuerwehr, wenn die eGK vorgelegt wurde U3-Scheine* J1-Scheine* Scheine Jugendarbeitsschutzuntersuchungen*

Krankenscheine für die ärztliche Behandlung von Patienten aus Erstaufnahmeeinrichtungen

Gesundheitsuntersuchungen (Muster 30)

Krankenscheine AsylbLG oder Sozialhilfeempfänger*

Dokumentationen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen von Frauen und Männern

SVA-Scheine, wenn keine eGK vorgelegt wurde* KOV/BVG-Behandlungsausweis*

Mitgliedsbescheinigungen der Krankenkasse (auch nicht BPG 9)*

Kostenübernahmescheine für Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen

KBV-Prüfprotokoll, Anzahlstatistik, Fallstatistik Transportbegleitzettel (eHKS, eKoloskopie, eDMP)

Bescheinigungen der Früherkennungsuntersuchung nach Toleranzfrist*

Ringversuchszertifikate

Scheine Polizei/Feuerwehr anderer Bundesländer als S-H und HH, wenn keine eGK vorgelegt wurde

Zytologieerklärung Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung

BVFG-Scheine*

Scheine für die Befundung bei Qualitätsgesicherter Mammadiagnostik (QuaMaDi)

* siehe Erklärungen

* siehe Erklärungen

An was muss noch gedacht werden? Die Sammelerklärung muss online unter www.ekvsh.de ausgefüllt werden. Wurde die ausgedruckte und persönlich unterzeichnete Sammelerklärung per Fax an 04551 883 7600 übermittelt, muss diese nicht zusätzlich per Post geschickt werden. 11 | 2018

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TITELTHEMA

* Erklärungen Krankenscheine AsylbLG oder Sozialhilfeempfänger

Behandlungsausweise der Sonstigen Kostenträger oder gleichwertige Dokumente für Leistungsberechtigte (z. B. Krankenschein für ärztliche Behandlung nach AsylbLG, Krankenschein für ärztliche Behandlung des Jugendhilfeempfängers usw.)

SVA-Scheine, wenn keine eGK vorgelegt wurde

Scheine für die Abrechnung der Behandlungsfälle nach dem Sozialversicherungsabkommen (SVA), wenn keine eGK vorgelegt wurde

KOV/BVG-Behandlungsausweis

Originalbehandlungsausweis für Beschädigte nach Kriegsopferversorgung/Bundesversorgungsgesetz (KOV/BVG)

Bescheinigungen der Früherkennungsuntersuchung nach Toleranzfrist

Bescheinigungen der Früherkennungsuntersuchung von Kindern nach Ablauf der Toleranzfrist auf behördliche Veranlassung

BVFG-Scheine

Scheine für die Abrechnung der Behandlungsfälle nach dem Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz (BVFG)

Scheine Postbeamte

Scheine für die Mitglieder der Postbeamtenkrankenkasse-A

U3-Scheine

Scheine der U3-Früherkennungsuntersuchung

J1-Scheine

Scheine der Jugendgesundheitsuntersuchungen J1

Scheine Jugendarbeitsschutzuntersuchungen

Untersuchungsberechtigungsscheine E für die Erstuntersuchung, Untersuchungsberechtigungsscheine N für die Nachuntersuchung und Überweisungen zur Ergänzungsuntersuchung (Jugendarbeitsschutzgesetz). Bei Patienten aus anderen Bundesländern als Schleswig-Holstein sind die Scheine an die jeweilige Arbeitsschutzbehörde zu versenden.

Mitgliedsbescheinigungen der Krankenkasse (auch nicht BPG 9)

Mitgliedsbescheinigungen der Krankenkasse (auch nicht der „Besonderen Personengruppe 9“)

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NACHRICHTEN  KOMPAKT BMG

BUNDESRAT

Krankenkassen sollen Versicherte über neue eGK informieren

HIV-Tests künftig im freien Verkauf

Berlin – Veraltete Gesundheitskarten sorgen beim Online-Datenabgleich in den Praxen für Verzögerungen und Probleme. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Krankenkassen jetzt aufgefordert, ihre Versicherten zu informieren, dass sie jeweils nur die neueste Karte nutzen sollen. Wird eine alte elektronische Gesundheitskarte (eGK) in einer Praxis eingelesen, die bereits an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen ist, erscheint häufig die Fehlermeldung „Karte ungültig“. Hierzu kommt es, wenn der Patient eine alte eGK vorlegt, obwohl er von seiner Krankenkasse eine neue erhalten hat. Denn die Kassen sind verpflichtet, alte Karten online als gesperrt zu markieren, sobald sie ihren Patienten eine neue zugeschickt haben. Daher sollen die Kassen die Versicherten darauf hinweisen, immer die zuletzt bereitgestellte und somit neueste Karte zu nutzen, so das Bundesgesundheitsministerium.

Berlin – Wer wissen möchte, ob er sich mit HIV infiziert hat, muss künftig nicht mehr zum Arzt oder in eine Beratungsstelle gehen. Der Bundesrat gab grünes Licht für den freien Verkauf von HIVSelbsttests und beschloss eine entsprechende Verordnung. Zur Begründung hieß es, es gebe mittlerweile leistungsstarke und für Laien gut handhabbare Selbsttests. Diese könnten von Menschen angewandt werden, die den Gang zum Arzt meiden wollten und sich bislang gar nicht oder nur unregelmäßig testen ließen. Durch die Abgabe der Selbsttests erhöhe sich somit die Wahrscheinlichkeit, dass HIV-Infektionen zu einem früheren Zeitpunkt erkannt und behandelt werden und dadurch die Weitergabe von Infektionen verhindert werde. Bislang können HIV-Tests nur bei bestimmten Einrichtungen oder einem Arzt vorgenommen werden. Nach der Entscheidung des Bundesrats werden diese künftig nicht nur in Apotheken, sondern auch andernorts zu erwerben sein – etwa in Drogerien und Supermärkten. Wer die Tests anbietet, muss eine fachliche Beratung gewährleisten.

AOK-AUSWERTUNG

© istock.com/Selecstock

Kiel – Der Krankenstand bei den rund 275.000 versicherten Arbeitnehmern der AOK NordWest in Schleswig-Holstein ist im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Krankenkasse hervor. Als Ursache für den Anstieg nennt die AOK vor allem die Erkältungswelle Anfang des Jahres mit deutlich mehr Krankschreibungen als im Vorjahreszeitraum. Von Mitte Januar bis Ende März verzeichnete die Gesundheitskasse allein in Schleswig-Holstein fast 29 Prozent mehr Krankheitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen als im selben Zeitraum 2017. Nach der Auswertung fehlte jeder AOK-versicherte Erwerbstätige in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr im Durchschnitt 10,6 Tage. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage um 4,6 Prozent. Vor allem Muskel- und Skeletterkrankungen verursachten weiterhin die meisten Fehltage. Mit 21,9 Prozent lag deren Anteil an den gesamten Fehltagen mit großem Abstand an erster Stelle. Es folgten mit einem deutlichen Anstieg die Atemwegserkrankungen (14,5 Prozent), danach psychische Erkrankungen (12,0 Prozent) und Verletzungen (10,5 Prozent). Insgesamt 42,6 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage wurden von Langzeitkranken verursacht. Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Fall lag in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 12,1 Kalendertagen. Dies entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahr von 1,7 Prozent. 11 | 2018

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MEDIKAMENTE

Nebenwirkungen einfacher online melden Berlin – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben eine modernisierte und barrierefreie Version der Internetseite für die Meldung von Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelwirkungen vorgestellt. Ärzte – aber auch medizinische Laien – können unter https://nebenwirkungen.pei.de/nw/DE/ home/home_node.html den zuständigen Arzneimittelbehörden Nebenwirkungen einfacher übermitteln. Die Meldung sei per Desktop, Tablet oder Smartphone möglich.  In einer Meldung können mehrere Nebenwirkungen zu einem Arzneimittel oder auch mehrere Arzneimittel, die eine einzelne Nebenwirkung hervorrufen, erfasst werden. Auf Wunsch des Meldenden bleibe jede Meldung anonym. „Durch die Zusammenarbeit von BfArM und PEI ist es uns gelungen, unser digitales Angebot im Bereich der Arzneimittelsicherheit im Interesse der Bürger zu verbessern“, sagte Klaus Cichutek, Präsident des PEI. Karl Broich, Präsident des BfArM betonte: „Mit dem neuen Meldeportal wollen wir es noch leichter machen, Nebenwirkungen zu melden. Denn je früher und detaillierter wir Meldungen erhalten, desto früher können wir Risikosignale erkennen und bei Bedarf wirkungsvolle Maßnahmen für den Patientenschutz treffen.“ © istock.com/richcano

Krankenstand im ersten Halbjahr 2018 gestiegen

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NACHRICHTEN  KOMPAKT ASV

PATIENTEN

Servicebroschüre aktualisiert

Mehr Grippefälle in Schleswig-Holstein

AMBULANTE SPEZIALFACHÄRZTLICHE VERSORGUNG AKTUALISIERTE AUSGABE AUGUST 2018

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Broschüre zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) überarbeitet. Auf 24 Seiten fasst sie alles Wissenswerte für Praxen zusammen. Es wird Schritt für Schritt erläutert, wie Ärzte ein Team zur Behandlung von Patienten in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung bilden können. Die Texte wurden aktualisiert und neue Indikationen, wie die rheumatologischen Erkrankungen, aufgenommen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Abrechnung in der ASV, dieses Kapitel wurde ausgebaut und um zahlreiche Hinweise ergänzt. Neu aufgenommen wurde zudem eine Reportage über ein ASV-Team. Das Heft ist in der Servicereihe „PraxisWissen“ erschienen. Gedruckte Exemplare können kostenlos per E-Mail bestellt werden (versand@kbv.de). Die Publikation steht zudem als PDF-Dokument zum Download bereit. In der Reihe PraxisWissen hat die KBV bereits mehrere Hefte veröffentlicht, unter anderem zu den Themen: ƒƒ Soziotherapie, ƒƒ Reha, ƒƒ Telematikinfrastruktur oder auch ƒƒ Vielfalt in der Praxis – Patienten mit Migrationshintergrund.

LABORÄRZTE

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INTERDISZIPLINÄR IN PRAXEN UND KLINIKEN

Influenza-Infektionen in Schleswig-Holstein je 100.000 Einwohner Pinneberg Kiel Herzogtum Lauenburg Segeberg Lübeck Plön Stormarn Steinburg Rendsburg-Eckernförde Ostholstein Dithmarschen Nordfriesland Flensburg Schleswig-Flensburg Neumünster

Bobrowski bleibt an der Spitze des BDL

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Quelle: SurvStat@RKI

Kiel – Mit mehr als 11.000 Erkrankten lag die Zahl der Grippefälle in Schleswig-Holstein in der Saison 2017/2018 deutlich höher als in den Vorjahren, wie die BARMER mitteilte. Bei den Betroffenenraten zeigten die Daten des Robert Koch-Instituts erhebliche regionale Unterschiede. Während in Neumünster 78 von 100.000 Einwohnern erkrankten, waren es im Kreis Pinneberg 743. Schleswig-Holstein-weit waren 400 von 100.000 Einwohnern erkrankt. Um rechtzeitig vor den Influenza-Viren geschützt zu sein, sollte jetzt eine Impfung erfolgen, so die Empfehlung der Krankenkasse. Der aktuell verwendete Vierfach-Grippeimpfstoff schütze vor je zwei Influenza A- und B-Stämmen. In den vergangenen Jahren hatte die Grippewelle in Deutschland meist zu Jahresanfang ihren Höhepunkt erreicht.

Mannheim – Dr. Andreas Bobrowski bleibt Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL). Der Lübecker Facharzt für Laboratoriumsmedizin, der auch der Abgeordnetenversammlung der KVSH angehört, wurde auf der Herbsttagung des Berufsverbands mit großer Mehrheit für die Amtszeit 2019/2020 im Amt bestätigt. Stellvertretender Vorsitzender des BDL bleibt Dr. Theo Stein aus Mönchengladbach. 14

Saison 2017/18 Saison 2016/17 Saison 2015/16

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GESUNDHEITSPOLITIK KOMMENTAR

Vorbild Der politische Burn-out der beiden Volksparteien CDU und SPD hat unübersehbar zwei Ursachen: Die Programme sind in die Jahre gekommen, die Personen auch. Beiden ehemals prägenden Parteien sind die Inhalte abhanden gekommen, hinter denen sich früher die Bürger versammeln konnten. Hinzu kamen schwere taktische Fehler in einer Großen Koalition, die vom ersten Tag an wie eine zerrüttete Ehe wirkte, in der man sich eine letzte Chance geben will. Die Quittung haben beide bekommen – die CDU/CSU in ihrem Stammland Bayern, die SPD in ihrer jahrzehntelangen Domäne Hessen. Dass es soweit kommen musste, hat auch mit den handelnden Personen zu tun. Für einige von ihnen schien die Welt angesichts von Rücktrittsforderungen unterzugehen. Wer damit ein Problem hat, weil er sich für unentbehrlich hält, der hat allerdings ein Problem mit der Demokratie. Sie funktioniert nur, wenn die Verantwortung und das Vertrauen der Wähler, wenn es nicht mehr vorhanden ist, zurückgegeben werden und der Wähler neu entscheidet. In einer Demokratie ist Politik Macht auf Zeit. Wer das missachtet, untergräbt die sorgfältig austarierte Balance der Macht zwischen den Gewalten, zwischen Bund und Ländern, zwischen Parteien und Bürgern. Das schreckt ab und stärkt die Kräfte, die vornehmlich von der Verachtung für dieses System leben. Umso mehr muss man die Ankündigung von Angela Merkel, sich vom Amt des Parteivorsitzes in der CDU zurückzuziehen und keine weitere Amtszeit als Bundeskanzlerin anzustreben, als Vorbild verstehen und würdigen. Sie übernimmt damit Verantwortung und macht den Weg frei für den überfälligen Erneuerungsprozess, wahrscheinlich nicht nur in der CDU. Damit setzt Merkel einen Prozess in Gang, dem sich auch die SPD nicht wird entziehen können, so sehr gärt es auch dort. Zum Glück muss man sagen, denn eine weitere Hängepartie ginge noch mehr zulasten des Vertrauens in die Handlungsfähigkeit unseres Landes. Beispiele, wie der Fall Maaßen, das Diesel-Desaster, die 2. Mietpreisbremse zur Verringerung der Wohnungsnot oder der Vorschlag für eine europäische Arbeitslosenversicherung – nichts davon trägt in den Augen der Bürger zur Lösung der realen Probleme in diesen Bereichen bei. Nicht nur Leistungsträger, die selbst Verantwortung tragen und täglich in ihren Berufen bis an die Grenzen gefordert werden, stößt das ab, auch „der einfache Bürger“ hat „die Nase voll“ und manch einer schaut weg, weil er das Gefühl hat, dass es ihn krank macht. Sarkasmus und Verachtung sind die innere Gegenwehr, Rückzug und Denkzettelentscheidungen bei Wahlen sind – wie erlebt – die Gegenmittel. Auch so driftet eine Gesellschaft auseinander und nicht nur, wie immer wieder beschworen, im sozialen Kontext.

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In diesem Szenario gerät die Gesundheitspolitik an den Rand der Wahrnehmung. So sehr auch hier einige Vorschläge ins aktuelle Bild passen, so ist der von Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg präsentierte Versorgungssicherungsfonds ein Lichtblick. Sein Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung einer flächendeckenden, gut erreichbaren und bedarfsgerechten Versorgung auf dem Land. Besonders im Blick hat Garg dabei Konzepte, bei denen mobile, technische und digitale Lösungen für die Regelversorgung eingesetzt werden. Auch das neue GKV-Versichertenentlastungsgesetz, wonach künftig der Kassenbeitrag zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern geteilt wird, ist ein Pluspunkt. Ob der geplanten elektronischen Patientenakte ein günstigeres Schicksal beschieden sein wird, als der elektronischen Gesundheitskarte, die nach 14 Jahren Planung und intensiver Förderung gerade in Schleswig-Holstein, nicht ihr Ziel als das „Sesamöffne-Dich“ in die digitale Welt erreicht hat, kann man vorerst nur hoffen. Ihr Erfolg hängt auch von einer möglichst breiten Nutzung ab, damit sie gegen oder gegebenenfalls als Ergänzung zu den multifunktionalen Gesundheitsarmbändern von Google und Co. mithalten kann. Denn ob man diese „Dinger“ mag oder nicht – Google, Amazon, Facebook, Apple, Alibaba, Tencent und andere Technologieunternehmen dringen immer weiter in alle Lebensbereiche vor und bieten Plattformlösungen an, bei denen die Grenzen zwischen einzelnen Bereichen, wie Beruf, Haushalt, Mobilität, Kommunikation und Gesundheit, verschwimmen. Die elektronische Patientenakte ist dabei nur ein kleiner Baustein – und er sollte nicht der einzige deutsche Beitrag zur Digitalisierung im Gesundheitswesen sein. In diesen Kontext passt die Meldung, dass Deutschland bei Patentanmeldungen weiterhin zu den weltweit führenden Nationen gehört. An der praktischen Anwendung scheitert es dagegen leider allzu oft. Der Kraftschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fehlt – oder wie ist es sonst zu erklären, dass man hierzulande zum Beispiel Chiphersteller und Batterieproduzenten für hybride Fahrzeugantriebe vergeblich sucht? Deutschland muss aufholen, wenn es nicht den Anschluss verpassen will. Dafür braucht es eine Politik, die neue Ziele setzt und nicht vornehmlich mit sich selbst beschäftigt ist. Schleswig-Holstein macht es vor wie es geht – und zwar unabhängig von den politischen Grundüberzeugungen der Parteien, die die Regierung tragen. So gesehen wäre es jetzt nur konsequent, dafür auch auf Bundesebene die notwendigen Mehrheiten zu suchen. Am besten durch Neuwahlen. PETER WEIHER, JOURNALIST

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GESUNDHEITSPOLITIK INTERVIEW

„Aktiv gestalten und nach vorne schauen“ Dr. Henrik Herrmann ist der neue Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Im Interview erläutert er den künftigen berufspolitischen Kurs der Körperschaft. Nordlicht: Sie sind von Haus aus Krankenhausarzt, blicken auf eine langjährige Tätigkeit im Westküstenklinikum zurück und waren Landesvorsitzender des Marburger Bundes. Als Kammerpräsident sind Sie nun der oberste Vertreter aller Ärzte, auch der Niedergelassenen. Ist das für Sie ein Spagat? Herrmann: Auf keinen Fall! Seit 35 Jahren bin ich ärztlich in einem Landkreis tätig und habe viel Kontakt zu den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Die Versorgungsrealität in einem Landkreis ist geprägt von Austausch und gegenseitiger Unterstützung. In meiner Abteilung im Westküstenklinikum Brunsbüttel haben uns Niedergelassene ärztlich geholfen und umgekehrt. Ich verstehe Kammerarbeit als Einsatz für alle Ärztinnen und Ärzte im Land, unabhängig von ihrem Arbeitsort, Aufgabenfeld und ihrer Berufsausübung – aber immer als freien Beruf. Wir alle haben die gleichen Probleme und Anliegen: die medizinisch-ärztliche Versorgung unserer Patienten. Nur gemeinsam werden wir die Zukunftsmedizin und die Versorgung gestalten können. Dazu möchte ich in meiner neuen Position beitragen.

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Nordlicht: Eine große Herausforderung ist die Ausbildung von neuen Ärzten, insbesondere mit dem Ziel, diese für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen zu gewinnen. Mit welchen Maßnahmen will die Ärztekammer künftig mehr Ärzte in den ländlichen Raum und insbesondere dort in die Praxen bringen?

Nordlicht: Welches sind die drei wichtigsten Ziele, die Sie in Ihrem neuen Amt als erstes in Angriff nehmen wollen? Dr. Henrik Herrmann: Kurzfristig, also noch in diesem Jahr, wollen wir die erste Facharztprüfung kostenfrei stellen, den Weiterbildungsausschuss vergrößern und das Fachgespräch für die Fachkunde Strahlenschutz nach Röntgenverordnung abschaffen – letzteres ist bereits erfolgt. Für das nächste Jahr steht insbesondere die Umsetzung der Musterweiterbildungsordnung in Schleswig-Holstein an, ein großes umfangreiches Vorhaben, um die Weiterbildungssituation zu verbessern. Daneben wollen wir junge Kolleginnen und Kollegen stärker in die Kammerarbeit integrieren, unsere Wahlordnung überarbeiten und an der Stärkung der Freiberuflichkeit arbeiten.

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Herrmann: Wir haben in Schleswig-Holstein sehr gute Ansätze. Das Förderprogramm Allgemeinmedizin wird angenommen, jedes Jahr legen um die 60 Allgemeinmediziner erfolgreich die Facharztprüfung ab, diese Zahl ist stabil. Das Kompetenztraining Allgemeinmedizin ist mit Unterstützung der beiden allgemeinmedizinischen Lehrstühle in Kiel und Lübeck umgesetzt worden und wird ebenfalls sehr gut angenommen. Als Ärztekammer werden wir die Weiterbildung mit der neuen kompetenzbasierten Weiterbildungsordnung in Zukunft engmaschig begleiten und bei Bedarf unterstützen. Neue Versorgungskonzepte in Gesundheitszentren helfen insbesondere junge Kolleginnen aber auch Kollegen, leichter in eine Niederlassung zu bringen – mit guter Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ich wünsche mir noch mehr gemischte Tätigkeiten insbesondere im fachärztlichen Bereich, wo Niedergelassene auch im Krankenhaus an der Patientenversorgung teilnehmen können, wenn sie dies wollen. Eines möchte ich jedoch nicht: Zwangsmaßnahmen bringen uns nicht weiter! Wir können nur mit positiven Argumenten und Arbeitsbedingungen Ärztinnen und Ärzte von einer Tätigkeit im ländlichen Bereich überzeugen, egal ob in der Nie-

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derlassung, im Krankenhaus oder im Gesundheitsamt. In dieser Hinsicht sind alle Partner im Gesundheitswesen und insbesondere die ärztliche Selbstverwaltung gemeinsam gefordert. Auch hier gibt es schon gute Ansätze, etwa das KV-Traineeprogramm für junge Ärzte, das gemeinsam mit der Akademie der Ärztekammer auf die Niederlassung vorbereitet. Nordlicht: In einem Interview mit dem Ärztenachrichtendienst haben Sie davon gesprochen, dass die Selbstverwaltung die Einführung der Terminservicestellen hätte vermeiden können, wenn sie vorher das Problem der Terminvergabe bei Fachärzten selbst gelöst hätte. Was meinen Sie konkret und welche Versäumnisse sehen Sie bei der Selbstverwaltung? Herrmann: Nach meiner Beobachtung versorgen Ärzte die große Mehrheit der Patienten auch ohne Terminservicestellen (TSS) in angemessener Zeit. Für die Fälle, in denen längere Wartezeiten entstehen, werden die TSS in der Regel auch nicht die große Hilfe sein. Mit dieser Lösung hilft die Politik den Patienten also nicht weiter, sondern belastet nur die Selbstverwaltung.

„Wir müssen selbst nachvollziehbare und transparente Lösungen aufgrund unserer ärztlichen Kompetenz anbieten. “ Wir müssen uns aber selbstkritisch fragen, wie die Politik auf eine solche Lösung verfallen konnte. Hätten wir uns als Selbstverwaltung stärker um eigene Modelle im Vorwege bemühen müssen? Wenn wir als Selbstverwaltung eine Terminpriorisierung selbst definiert und umgesetzt hätten, wäre die Politik wahrscheinlich nicht aktiv geworden. Wir müssen selbst nachvollziehbare und transparente Lösungen aufgrund unserer ärztlichen Kompetenz anbieten. Machen wir das nicht, wird der Ruf nach politischen Lösungen laut, mit deren Ergebnissen wir dann leben müssen. Die Terminservicestellen im niedergelassenen Bereich und die Festsetzung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensiblen stationären Bereichen zeigen, wohin das führt. Hier sind wir aufgefordert, selbst zu agieren!

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Nordlicht: Ist die Terminservicestelle in ihrer jetzigen Form aus Ihrer Sicht die richtige Antwort? Herrmann: Klares Nein! Was die Politik als richtige Antwort ausgibt, löst das grundlegende Problem nicht. Terminservicestellen behandeln oberflächlich ein Symptom, nicht die Ursachen. Was wir brauchen ist eine stufenweise Abschaffung der starren Budgetierung im ambulanten Bereich und die Überwindung der Sektoren, um zusammen Versorgung zu gestalten. Nordlicht: Die Wahlbeteiligung lag bei der letzten Kammerwahl nur bei rund 40 Prozent. Wie wollen Sie eine Aufbruchsstimmung erzeugen, um wieder mehr Ärzte von der Bedeutung der Selbstverwaltung zu überzeugen und für ein Engagement in ihren Gremien zu gewinnen? Herrmann: Gerne hätten wir uns eine bessere Wahlbeteiligung gewünscht. Mein Wunschziel waren die 50 Prozent – zugegeben, sehr ambitioniert. Wenigstens konnten wir die Wahlbeteiligung prozentual halten: Bei immerhin einigen Tausend Mitgliedern mehr haben wir mehr Wähler zur Stimmabgabe motivieren können. Aber es ist ein Ansporn für uns, besser und für Ärztinnen und Ärzte präsenter zu werden. Dieses Ziel wollen wir durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen: Regelmäßige Treffen mit den Ärztesprechern der Krankenhäuser, die bereits zweimal stattgefunden und zu einem guten Austausch geführt haben. Integration junger Kolleginnen und Kollegen in die Gremienarbeit, um in den Kernausschüssen mitzugestalten. Mehr Informationen über die ärztliche Selbstverwaltung. In der Umsetzungsphase der neuen Weiterbildungsordnung regelmäßiges Aufsuchen der Krankenhäuser und Weiterbildungspraxen, die mehrere Ärztinnen und Ärzte weiterbilden. Etablierung einer neuen Weiterbildungskultur mit Unterstützungsangeboten. Änderung der Wahlordnung, um durch elektronische Wahlverfahren und mehr Transparenz eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen. Das wird alles aber nur gelingen, wenn die Selbstverwaltung aktiv gestaltend sichtbar wird und nach vorne schaut. DIE FRAGEN STELLTE JAKOB WILDER, KVSH

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PRAXIS  &  KV EU–DSGVO UND DIE PRAXISHOMEPAGE

So überzeugen Sie Patienten im Internet Knapp sechs Milliarden Suchanfragen bei Google täglich. Wir suchen überall und jederzeit. Auch Sie als Arzt und Ihre Leistungen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit gesucht, aber werden Sie auch gefunden? Und erfüllen Sie überhaupt die rechtlichen Ansprüche? Worauf Sie bei Ihrer eigenen Homepage achten müssen und welche rechtlichen Pflichten Sie erfüllen sollten erläutert Ihnen eine Expertin für Webdesign und Praxismarketing.

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zustellen und sich und Ihr Team z. B. mit professionellen Fotos vorzustellen. Ihre künftigen Patienten interessiert natürlich, welche Leistungen Sie anbieten und was Sie auszeichnet. Ihr Behandlungsspektrum darf daher auf keinen Fall fehlen.

Eine eigene Webseite – ein Muss für jeden Arzt? Ja, plakativ gesprochen kann man sagen: Wer online nicht gefunden wird, der existiert nicht. Eine Homepage ist heute eine Selbstverständlichkeit. Die absolute Mehrzahl an Patienten informiert sich über Erkrankungen, Therapien und Ärzte im Internet. Denn es ist einfach, günstig und jederzeit möglich. Was darf auf einer Praxishomepage nicht fehlen? In erster Linie will ein potenzieller Patient drei Dinge auf Ihrer Webseite erfahren: Zunächst möchte er wissen, ob Sie der richtige Ansprechpartner für ihn sind. Wenn der erste Eindruck überzeugt, möchte er wissen, wo Ihre Praxis ist und wann er einen Termin bei Ihnen vereinbaren kann. Aus diesem Grund sind Ihre Kontaktdaten unverzichtbar. Eine kurze Anfahrtsbeschreibung oder die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln wären hilfreich. Auch Informationen zu Parkmöglichkeiten können Sie auf Ihrer Praxishomepage anfügen. Damit sparen Sie sich den einen oder anderen Anruf, sodass Ihre Arzthelferinnen und Arzthelfer entlastet werden. Ein Arztbesuch ist etwas sehr Persönliches. Man möchte sich und seine Gesundheit nicht jedem anvertrauen. Eine eigene Homepage bietet die Möglichkeit, die nötige Nähe zu Patienten her18

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Zusätzliche Dienstleistungen gehören ebenfalls auf Ihre Webseite Sie bieten Ihren Patienten und Überweisern weiterführende Dienstleistungen an? Super, diese gehören natürlich auch auf Ihre Praxis-Webseite. So können Sie sich von anderen abheben. Soll man bei Ihnen den Anamnesebogen herunterladen oder online ein Rezept bestellen können? Oder gibt es spezielle Informationen für zuweisende Kollegen? All das können Sie auf Ihrer Homepage unterbringen.

Stellen Sie Neuigkeiten und Gesundheits-Tipps online Eine Webseite sollte leben, wachsen und immer wieder angepasst werden. Informieren Sie über Urlaubszeiten, Vertretungsärzte oder Neuigkeiten in Ihrer Praxis, schreiben Sie z. B. auch über saisonale Impfungen oder präsentieren Sie neue Behandlungsmöglichkeiten. Geben Sie Tipps für Angstpatienten oder stellen Sie neue Teammitglieder vor. Wenn Sie möchten, können Sie außerdem Dinge aus Ihrem Medizineralltag zeigen. Das schafft Vertrauen. Darüber hinaus bauen Sie so Ihre Webseite weiter aus und das hilft wiederum Ihrer Auffindbarkeit in den Suchmaschinen. Die optimale Darstellung auf mobilen Endgeräten ist essenziell Eine Praxishomepage muss Interesse wecken, informieren und binden. Um das zu erreichen, muss sie übersichtlich und einfach zu bedienen sein. Insbesondere die Darstellung auf verschiedenen mobilen Endgeräten wird leider immer noch – gerade bei älteren Webpräsenzen – vernachlässigt. Nicht nur Google und Co präferieren mobil optimierte Homepages für ihre Suchergebnisse. Laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie aus dem Jahr 2016 gehen rund 66 Prozent der Internetnutzer via Smartphone online – Tendenz steigend. Um Frust bei den Besuchern Ihrer Praxis-Webseite vorzubeugen, ist es sehr wichtig, dass Ihre Inhalte fehlerfrei auf Smartphones, Tablets und Laptops verschiedener Größen angezeigt werden. AKTUELL

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PRAXIS  & KV „Was kann ich denn tun, um bei Google auf Platz 1 zu landen?“ Das ist eine der häufigsten Fragen unserer Kunden. Denn die schönste Praxishomepage nutzt nichts, wenn sie niemand findet. Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) gehört zu den wichtigsten Punkten einer erfolgreichen Webseite. Es reicht nicht, ein paar Stichworte wie „Hausarzt Flensburg“ auf der Homepage x-Mal zu nennen. Das wichtigste Kriterium, um bei Google und Co. ein gutes Ranking zu erhalten, ist die Bedeutsamkeit Ihrer Inhalte für den Suchenden, d. h. für wie relevant die Suchmaschine Ihre Texte für eine entsprechende Suchanfrage hält. Die Art, wie Beiträge qualitativ bewertet werden, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und verändert sich stetig. Denn die Algorithmen sind inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie Texte im Internet auch anhand des Satzbaus und der grammatikalischen Komplexität bewerten können. Daher sollte man nicht versuchen, Suchmaschinen auszutricksen. Dies bewirkt genau das Gegenteil, nämlich eine Abwertung Ihrer Seite. Lassen Sie Ihre Webseite barrierefrei erstellen: Hinterlegen Sie Ihre Fotos mit Beschreibungen die von speziellen Internetbrowsern für Menschen mit Sehbehinderungen ausgelesen werden können und nutzen sie kontrastreiche Farben bei der Gestaltung. Das führt zu spürbar besseren Ergebnissen im Ranking. Jedoch ist das wichtigste Kriterium für eine gute Suchmaschinenplatzierung die Kontinuität mit der neue Inhalte auf der Webseite eingepflegt werden. Regelmäßige Aktualisierungen sind essenziell für eine gute Platzierung. Dabei ist der Umfang nicht so entscheidend wie der Umstand, dass überhaupt etwas auf Ihrer Seite passiert und sie laufend aktuell gehalten wird. Rechtliche Pflichten, die Sie einhalten sollten Ihre Praxishomepage ist das Herzstück Ihrer Außendarstellung. Dementsprechend sind einige rechtliche Rahmenbedingungen einzuhalten. Jede Webseite muss ein Impressum enthalten. Dieses sollte binnen maximal zwei aufeinanderfolgenden Klicks zu erreichen sein und sich im Idealfall auf einer gesonderten Seite befinden. Hier gibt es einige Mindestinhalte, die verpflichtend vorhanden sein müssen. Darunter fallen z. B. Kontaktinformationen, die gesetzliche Berufsbezeichnung und der Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen worden ist, Angaben zur zuständigen Landesärztekammer als Aufsichtsbehörde sowie die jeweilige Berufsordnung und gegebenenfalls das entsprechende Gesetz über Heilberufe.

das Setzen eines Häkchens, des Schreibenden einholen. Sie benötigen außerdem Datenverarbeitungsverträge mit jedem, der bei der Verarbeitung der personenbezogenen Daten Ihrer Homepage involviert ist, also auch mit Ihrem Hosting-Service sowie mit Google, beispielsweise beim Einsatz von Google Maps. In der Praxis ist es kaum auszuschließen, dass Sie mit Ihrer Webseite personenbezogene Daten – oft auch nur unabsichtlich – erheben. Die Verschlüsselung Ihrer Webseite ist notwendig Eine sogenannte SSL-Zertifizierung wird eingesetzt, um Ihre Webseitendaten beim Aufruf durch den Internetbrowser sicher zu übertragen. Das erkennen Sie beispielsweise an einem grünen Schloss in der Adressleiste des Browsers. Eine solche Zertifizierung signalisiert Ihren Besuchern, dass Ihre Homepage sicher ist und gibt ein positives Gefühl. Außerdem haben manche Internetbrowser und Antivirenprogramme Probleme damit, „unsichere“ Inhalte anzuzeigen, sodass Besucher schnell wieder abspringen. Das nervige, aber wichtige Cookie-Hinweis-Banner darf nicht fehlen Sie kennen das, auf fast jeder Homepage erscheint mittlerweile ein Kästchen und man muss Cookies akzeptieren. Dies ist sehr wichtig, da sich der Webseitenbetreiber die Einwilligung seiner Besucher aktiv einholen muss. Er muss außerdem auf seine Datenschutzerklärung hinweisen, die erklärt, welche Cookies er nutzt und wie der Webseitenbesucher das Setzen von Cookies verhindern kann. Hier wird es – Stand jetzt – 2019 aber noch eine Schärfung der Regelung durch die ePrivacy-Verordnung geben. Fazit Wie so oft ist der erste Eindruck entscheidend. Es muss Ihnen mit Ihrer Praxishomepage gelingen, die Besucher innerhalb von Sekunden davon zu überzeugen, dass Sie und Ihr Team die richtigen Ansprechpartner für ihre Anliegen sind. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind hierfür ein ansprechendes und benutzerfreundliches Webdesign, professionelle und sympathische Bilder sowie eine gute technische Umsetzung. Unterschätzen Sie dieses Marketinginstrument nicht und machen Sie sich bewusst: Ihre Homepage arbeitet 24/7 für Sie – 365 Tage im Jahr. DIESER BEITRAG IST NICHT RECHTLICH VERBINDLICH. DER ARTIKEL IST LEDIGLICH ALS ÜBERBLICK ZU VERSTEHEN.

Ebenso müssen Sie eine Datenschutzerklärung veröffentlichen, die Informationen zur Identität des Verantwortlichen enthält und leicht verständlich erklärt, welche personenbezogenen Daten Sie sammeln und in welcher Form Sie diese verarbeiten. Leider existiert keine Standard-Datenschutzerklärung. Denn diese muss für Ihren individuellen Fall erstellt werden. Hierbei helfen Ihnen Fachleute gerne weiter. DSGVO – Keine Webseite ist auch keine Lösung Sofern Sie personenbezogene Daten auf Ihrer Webseite verarbeiten, muss diese DSGVO-konform programmiert sein. Aber was sind personenbezogene Daten überhaupt? Das sind all jene Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Im Internet sind dies typischerweise Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Bankdaten, Geburtsdatum oder Standortdaten. Wenn Sie beispielsweise ein Kontaktformular auf Ihrer Homepage einsetzen, verarbeiten Sie personenbezogene Daten. Hierzu müssen Sie sich aktiv die Einwilligung, z. B. durch 11 | 2018

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FRIEDERIKE ROCH, GESCHÄFTSFÜHRERIN DER WEISSKONZEPT OG CORPORATE DESIGN & PRAXISMARKETING FÜR WEISSE BERUFE

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PRAXIS  &  KV ÄRZTLICHE GUTACHTER GESUCHT

Medizinischer Notstand bei den Sozialgerichten Bei den Sozialgerichten in Kiel, Lübeck, Itzehoe und bei dem Landessozialgericht in Schleswig besteht derzeit ein eklatanter Mangel an ärztlichen Sachverständigen. Dabei wird gerade der ärztliche-medizinische Sachverstand in vielen sozialgerichtlichen Streitigkeiten dringend gebraucht, um zu sachgerechten Urteilen zu kommen. im Verhandlungstermin vor dem Gericht möglich, um den Beteiligten medizinische Sachverhalte zu erläutern und um ihnen die Gelegenheit zu geben, Fragen zu stellen.

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§ Bekanntlich arbeiten die Sozialgerichte regelmäßig in zahlreichen Rechtsstreitigkeiten mit ärztlichen Sachverständigen zusammen und sind auf deren ärztlichen-medizinischen Sachverstand zwingend angewiesen. Sachverständige bzw. Gutachter zur Klärung medizinischer Fragen und Sachverhalte, die für das letztlich zu findende Urteil von entscheidender Bedeutung sind, werden für Verfahren aus den folgenden Rechtsgebieten benötigt: ƒƒ Rentenversicherung (z. B. bei Erwerbsminderungsrenten) ƒƒ Unfallversicherung (Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle) ƒƒ Schwerbehinderung (Grad der Behinderung, besondere Merkzeichen) ƒƒ Krankenversicherung (Dauer der Arbeitsunfähigkeit, begehrte medizinische Eingriffe z. B. zur Gewichtsreduktion) ƒƒ Versorgungsrecht (z. B. Opferentschädigung) ƒƒ Pflegeversicherung (z. B. Pflegegrad) Von der Aussage des Sachverständigen, beispielsweise zum Leistungsvermögen eines Versicherten im Rahmen der Prüfung seiner beantragten, aber vom Rentenversicherungsträger abgelehnten Erwerbsminderungsrente, hängt entscheidend der Ausgang eines Rechtsstreites ab.

Leider nimmt die Zahl derjenigen Ärzte, die bereit sind, als medizinische Sachverständige und Gutachter tätig zu sein, kontinuierlich ab. Damit die Gerichtsbarkeit nicht in einen „medizinischen Notstand“ gerät, ist es für die Gerichte außerordentlich wichtig, neue Sachverständige und Gutachter zu gewinnen. Bevorzugt benötigt werden dabei Ärzte für: ƒƒ Neurologie und Psychiatrie ƒƒ Chirurgie ƒƒ Orthopädie und ƒƒ Innere Medizin Die Entschädigung der Sachverständigen richtet sich nach dem Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG) und umfasst den Stundensatz des Honorars für die Leistung (regelmäßig 75 Euro pro Stunde nach der Honorargruppe M2, in besonders schwierigen Fällen 100 Euro nach der Honorargruppe M3), Fahrtkostenersatz, Entschädigung für Aufwand (Tagegeld nach dem Einkommenssteuergesetz bei auswärtigen Terminen) sowie Ersatz für sonstige und besondere Aufwendungen (z. B. Streitkostenpauschale, Kopien, Porto). Bei häufigem Einsatz eines Sachverständigen sind auch Pauschalvergütungsverträge möglich. Möglicherweise wäre eine solche Sachverständigen- und Gutachtertätigkeit besonders interessant für Vertragsärzte in Teilzeittätigkeit, in der Ausscheidungsphase oder im Angestelltenverhältnis. Die Tätigkeit kollidiert auch nicht mit einer Tätigkeit als ehrenamtlicher Sozialrichter in Vertragsarztsachen oder mit Funktionsämtern bei der KVSH, der Ärztekammer oder bei Berufsverbänden. Interessierte können sich – auch für Rückfragen und/oder weitere Informationen – gern an die zuständigen Geschäftsstellen beim Landessozialgericht wenden. Die Telefonnummern sind 04621 86 1422 und 04621 86 1411.

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Angefordert werden von den anfangs genannten Sozialgerichten in der Regel schriftliche Gutachten nach persönlicher Untersuchung des Klägers. Daneben sind aber auch mündliche Aussagen 20

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PRAXIS  & KV TELEMATIKINFRASTRUKTUR

Frist zur TI-Anbindung wird verlängert – Mehr Geld für größere Praxen Ärzte und Psychotherapeuten haben ein halbes Jahr mehr Zeit für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Der Anschluss muss bis Jahresende bestellt sein.

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„Damit besteht endlich Gewissheit, dass Praxen ab Januar nicht schuldlos in Regress genommen werden“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Ferner teilte er mit, dass größere Praxen mehr Geld für die Anbindung erhalten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte angekündigt, die Frist bis 30. Juni 2019 zu verlängern. Allerdings müssen Praxisinhaber bis Ende dieses Jahres zumindest einen Anschluss bestellt haben. Der Online-Abgleich der Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird dann ab 1. Juli 2019 Pflicht. „Die Entscheidung war längst überfällig. Nun kommt es auf die genaue Gesetzesformulierung an“, betonte Kriedel, der sich seit Monaten in der Politik für eine Terminverschiebung stark gemacht hat. Denn schon lange war klar, dass aufgrund von Lieferengpässen der Industrie der Zeitplan nicht zu halten ist. Nach Einschätzung der Betreibergesellschaft gematik werden bis Jahresende weniger als ein Drittel der Praxen an das neue Datennetz angeschlossen sein. Zuschlag für größere Praxen Die KBV konnte auch erreichen, dass größere Praxen zur Finanzierung der Anbindungskosten an die TI einen Komplexitätszuschlag bekommen. Dieser wird zusätzlich zu der Pauschale für die Erst11 | 2018

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ausstattung gezahlt und soll den besonderen Aufwand für die Einbindung weiterer stationärer Kartenterminals abdecken. Der Komplexitätszuschlag kann seit Oktober durch die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgezahlt werden. Der Anspruch gilt rückwirkend auch für berechtigte Praxen, die bereits die Pauschale für die Erstausstattung erhalten haben und an die TI angeschlossen sind. Bis zu 460 Euro mehr Die Vereinbarung, die die KBV dazu mit dem GKV-Spitzenverband getroffen hat, sieht konkret vor, dass Praxen mit mehr als drei Ärzten und/oder Psychotherapeuten einmalig 230 Euro erhalten und Praxen mit mehr als sechs Ärzten und/oder Psychotherapeuten einmalig 460 Euro. Grundlage für die Ermittlung der Anzahl der Ärzte in der Praxis ist deren Tätigkeitsumfang laut Zulassungsund Genehmigungsbescheid (kumuliertes Vollzeitäquivalent). Die KBV hatte sich für höhere Erstattungsbeträge eingesetzt, da die Einbindung mehrerer stationärer Kartenterminals einen besonderen Aufwand bedeutet. Nach der TI-Finanzierungsvereinbarung können Praxen mit vier bis sechs Ärzten oder Psychotherapeuten zwei Terminals erhalten, noch größere Praxen drei Terminals. KBV/REDAKTION

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PRAXIS  &  KV 25 JAHRE MODERATOR EINES QUALITÄTSZIRKELS

„Ein QZ ist ein lebender Organismus“ Dr. Andreas Kohl engagiert sich seit 25 Jahren als Moderator im Qualitätszirkel „ Kindermedizin im Drathenhof “. Der Facharzt für Kinderheilkunde und für Immunologie aus Kiel ist davon überzeugt, dass sich interkollegialer Austausch in professioneller Struktur in jeder Hinsicht lohnt. Nordlicht: Was waren vor 25 Jahren Ihre Motive, den Qualitätszirkel mitzugründen und wie lief der Start? Dr. Andreas Kohl: Ich habe 1993 – streng genommen – gar keinen Qualitätszirkel gegründet, die gab es damals nämlich offiziell noch gar nicht. Das Gesundheitsstrukturgesetz vom Dezember 1992 brachte die Steuerung der Arztzahlen durch Bedarfsplanung mit sich. Das führte dazu, dass eine Vielzahl von Klinik-Assistenten noch vor der Wirksamkeit der Niederlassungssperre in die Praxis wechselte, auch in Kiel. Die Willkommenskultur für die sich neu Niederlassenden war dabei seitens der vorhandenen Kieler Kinderarztpraxen nicht besonders positiv. Ich war bis 1992 an der Berliner Charité tätig, hatte dort die Kinderimmunambulanz geleitet und wollte mich nach der Niederlassung in Kiel den Kollegen gern mit einem kleinen Symposium zur Immundefekt-Diagnostik vorstellen. Das ging trotz hochkarätigem Referenten mangels Teilnehmern in die Hose. Es gab noch eine Restsumme Sponsorengeld, das bestimmungsgemäß ausgegeben werden musste. Ich habe dann alle neu niedergelassenen Kollegen unter dem Motto „das Fahrrad nicht zweimal erfinden“ zum Austausch zu Themen wie Praxisorganisation, Leistungsabrechnung, Mitarbeiterführung etc. eingeladen. Ab dem zweiten Treffen haben wir begonnen, uns mit unseren jeweiligen fachlichen Spezialisierungen vorzustellen. Also gab es Themenabende zur Kinderkardiologie, Anthroposophie, Rehabilitation, Allergologie, Immunologie. Daraus wurden regelmäßige Treffen unter einem fachlichen Thema mit Referenten aus der Gruppe. Wer dazu kommen wollte, musste zumindest einmal aktiv vortragen. Das war anders als die üblichen Fortbildungsveranstaltungen mit frontal vorgetragener „Eminenz-basierter Medizin“ oder der Kollegen-Stammtisch, der sich auf reine Berufspolitik beschränkte. Nordlicht: Welche Bilanz ziehen Sie heute nach fast 100 Qualitätszirkel-Treffen? Kohl: Das ist keine einfache Frage, denn „Bilanz“ hat so etwas Abschließendes, Schlussstrichziehendes. Ich empfinde den QZ „Kindermedizin im Drathenhof“ als lebenden Organismus, als „peer group“, die seit 1993 viele Meilensteine in ihrer Entwicklung gesehen hat. Auf unserem Weg gab es immer wieder

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personelle Erneuerung im Teilnehmerkreis. Wir bestehen zwar bereits 25 Jahre, doch wir haben immer geschaut, wann wir unser Setting überprüfen und Ziele und Strukturen neu definieren mussten. Wenn Sie so wollen wie ein „gelebter PDCAZyklus“. Die Mitglieder sorgen für Themenwahl und ermöglichen Expertenschaft, interkollegialen Austausch und Praxisbezug. Meine Aufgabe ist dabei nur die Moderation, manchmal auch ein bisschen Strukturvorgabe. Die Gruppe zeichnet sich durch eine hohe Sensibilität und Vertrautheit aus. Die Stimmung hat immer etwas sehr Privates und Verbindliches. Das macht themenübergreifend sehr viel Freude. Nordlicht: Wie viele Teilnehmer hat der Qualitätszirkel momentan und welche Fachrichtungen sind vertreten? Kohl: Zurzeit sind 31 Kollegen im Verteiler, wir sind ein „harter Kern“ von ca. zehn Leuten. Pro Treffen kommen durchschnittlich 16 Teilnehmer. Aktuell sind durch die eingeschriebenen Teilnehmer die Fachrichtungen und Subspezialisierungen: Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Chirurgie, Kinder-Radiologie, Kinder-Orthopädie, Kinder-Kardiologie, Kinder-Pneumologie, Kinder-Allergologie, Neuropädiatrie, Kinder-Immunologie, Kinder-Gastroenterologie, Neonatologie, Pädiatrische Intensiv-

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medizin und Kinder-Osteopathie vertreten. Mit der Zeit ist ein großer Kreis von Vertretern weiterer Fachrichtungen entstanden, die teils passager dabei waren und zu unkonventionellem Brainstorming bereit sind, auch unabhängig von QZ-Terminen. Nordlicht: Mit welchen Themen setzen Sie sich auseinander? Kohl: Wir haben bewusst die große Überschrift „Kindermedizin“ gewählt – da passt alles zwischen 0 und 18 Jahren darunter. Wichtig ist eine langfristige Themenwahl, die von der Gruppe ausgeht. Im Allgemeinen planen wir etwa ein Jahr im Voraus und passen entsprechend aktueller Entwicklungen an. Ein Treffen im Jahr ist ausschließlich Fallvorstellungen aus den Praxen unter dem Titel: „Interessante Kasuistiken, spannende Verläufe, unklare Fälle“ vorbehalten. Es gibt keine Vorgaben zur Präsentation.

„Ein wunderschönes und unterhaltsames Programm mit der Erfahrung: Lachen befreit. “ Nordlicht: Was fällt Ihnen ein, wenn Sie sich an die intensivsten Treffen erinnern? Kohl: Viele Abende habe ich nachhaltig in Erinnerungen, z. B. einen Sommerabend im August 1998. Das KISS-Syndrom war gerade definiert und wurde überaus konträr diskutiert. Wir hatten Dr. Kemlein aus dem Zirkel gebeten, uns die Funktion des Kopfgelenks verständlich zu machen und das tat er dann bei schönstem Wetter kurz entschlossen draußen, in einer Hand das anatomische Modell einer Halswirbelsäule auf dem anderen Arm den Säugling einer unserer Teilnehmerinnen. Oder das 60. Jubiläumstreffen mit den „Kieler Klinikcläunen“. Ein wunderschönes und unterhaltsames Programm mit der Erfahrung: Lachen befreit. Anschließend berichteten sie über ihre Arbeit, Abläufe und die notwendige finanzielle Unterstützung durch Spenden.

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde verabredet. Der schickte seinen Doktoranden, der mit vielen bohrenden Nachfragen überfordert war. Leider habe ich nicht rechtzeitig wahrgenommen, dass er die etwas pointierte Diskussion verletzend empfand. Da habe ich als Moderator versagt. Die abschließende Klärung erfolgte dann im Rahmen eines Schlichtungsgespräches beim Klinikdirektor. Nordlicht: Welche Tipps geben Sie Kollegen mit auf den Weg, die selbst einen Qualitätszirkel gründen und danach auch am Laufen halten möchten? Kohl: Machen Sie die Moderatorenausbildung. Sie ist die Voraussetzung für die Anerkennung durch die KV und die Vergabe von Fortbildungspunkten, ohne immer wiederkehrende Anmeldung der Veranstaltung. Suchen Sie sich eine klar definierte Startthematik, die für vielleicht drei bis vier Veranstaltungen interessant ist. Das kann eine klinische Symptomatik, die man dann aus verschiedenen therapeutischen Blickwinkeln betrachtet oder ein gemeinsames Projekt, z. B. zur Erstellung eines Fragebogens, sein. Laden Sie anfangs nur wenige und gezielt Teilnehmer ein, die auch dieses Startthema voranbringen wollen. Dann entscheiden sie gemeinsam, ob und wie sie weiter arbeiten wollen. Hören Sie als Moderator den Teilnehmern genau zu und lassen sie nichts unter den Tisch fallen. Geben Sie allen Sicherheit – auch und vor allem dem Referenten – in einer behüteten Umgebung zu sprechen. Bereiten Sie sich inhaltlich intensiv auf das Thema vor, ohne die Diskussion zu dominieren. Erarbeiten Sie in der Gruppe gemeinsam Regeln für den QZ und achten Sie auf Verbindlichkeit in deren Umsetzung. Sorgen Sie für adäquate Umgebungsbedingungen und technische Ausstattung, nicht jede Lokation passt. Sichern Sie die finanzielle Unabhängigkeit von Firmen. Planen Sie langfristig und lassen Sie immer Zeit und Platz für Aktuelles. Für die Gruppe ist es wichtig, in bestimmten zeitlichen Abständen Zusammensetzung, Setting, Finanzierung und auch Moderation zu prüfen. Verteilen Sie die Organisation auf mehrere Schultern. Deshalb möchte ich abschließend Frau Dr. Schröder und Frau Dr. Fritz herzlich Danke sagen. DAS INTERVIEW FÜHRTE JAKOB WILDER, KVSH

Nordlicht: Gab es auch Treffen, die nicht so harmonisch liefen? Kohl: Am intensivsten von zeitlichem und emotionalem Aufwand waren wohl zwei Abende zum Thema „Empfehlungen zur Fluoridprophylaxe“. Nachdem wir im ersten Versuch aus eigener Kraft nicht zu einem hinreichenden Ergebnis kamen, hatten wir uns mit einem kompetenten Referenten aus der Klinik für-

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PRAXIS  &  KV SAISONALE INFLUENZA

Informationen für die Praxen Zu Beginn der Influenzasaison 2018/2019 möchten wir Sie auf einige Punkte aufmerksam machen. ƒƒ M  ultiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben sowie ƒƒ vergleichbar schwere chronische neurologische Erkrankungen, die zu respiratorischen Einschränkungen führen können ƒƒ Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei erhöhtem Risiko infolge eines Grundleidens ab erstem Schwangerschaftsdrittel) ƒƒ Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen ƒƒ Beruflich bedingte Indikationen zur Impfung aufgrund erhöhter Gefährdung liegen zum Beispiel bei Personen mit viel Publikumsverkehr und beim medizinischen Personal vor (vergleiche Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie). Grippeschutz für Kinder- und Jugendliche Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis einschließlich 17 Jahren können laut STIKO mit inaktiviertem Impfstoff oder mit einem Influenza-Lebendimpfstoff (LAIV) geimpft werden, sofern keine Kontraindikation besteht. Nach der für den Vertragsarzt verbindlichen Schutzimpfungs-Richtlinie sollte die Impfung bei gegebener Indikation mit inaktiviertem Impfstoff erfolgen.

GIB DER GRIPPE EINE ABFUHR!

JETZT IMPFEN! SCHÜTZEN SIE SICH UND ANDERE VOR DER SAISONALEN INFLUENZA. LASSEN SIE SICH IMPFEN. WIR BERATEN SIE GERNE. IHR PRAXISTEAM.

Impfung von medizinischem Personal wichtig Durch den direkten Kontakt mit an Influenza erkrankten Patienten besteht für medizinisches Personal ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Gleichzeitig stellt medizinisches Personal auch eine mögliche Infektionsquelle für die von ihm behandelten und betreuten Patienten dar. Deshalb denken Sie bitte daran: Mit der Impfung schützen Sie sich selbst und Ihre Patienten. Bitte achten Sie aus Gründen des Arbeitsschutzes auch darauf, dass Ihre Mitarbeiter geimpft sind.

Grippeschutzimpfung mit Vierfach-Impfstoff Die Grippeschutzimpfung erfolgt in der Impfsaison 2018/2019 mit einem Vierfach-Impfstoff. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist in der Schutzimpfungs-Richtlinie der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gefolgt, dass ab der Impfsaison 2018/2019 zur Grippeimpfung ein quadrivalenter Impfstoff mit der jeweils aktuellen, von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Antigenkombination zu verwenden ist.

Vergütung Die Influenzaimpfung wird für die in der Schutzimpfungs-Richtlinie aufgeführten Risikogruppen ohne Mengenbegrenzung zu festen Preisen vergütet, das heißt die Krankenkassen stellen für jede Impfung zusätzliches Geld bereit.

Personenkreis mit Impfempfehlung bleibt unverändert Die Empfehlungen der STIKO zur Influenzaimpfung haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. Sie ist (auch in der Schutzimpfungs-Richtlinie) weiterhin als Standardimpfung bei Personen über 60 Jahre und als Indikationsimpfung insbesondere für folgende Gruppen vorgesehen: ƒƒ Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, beispielsweise chronische Herz-Kreislauf-, Leber-, Nieren- oder Stoffwechselkrankheiten, chronische Krankheiten der Atmungsorgane, HIV-Infektion, Immundefekte

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So können Sie Ihre Patienten zum Impfen motivieren Für viele Patienten ist das Gespräch mit dem Arzt die wichtigste Informationsquelle, um sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden. Um die Impfmotivation zu erhöhen, sollten Sie und Ihr Praxispersonal die Patienten gezielt ansprechen. Hier einige Tipps: ƒƒ Nutzen Sie die Möglichkeit eines praxisinternen Erinnerungssystems. Markieren Sie beispielsweise in Ihrer Kartei, ob ein Patient geimpft werden soll. Einfacher geht es mit Recall-Systemen, die einige Softwarehersteller anbieten. Ihr Praxisrechner erinnert Sie dann automatisch.

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PRAXIS  & KV

ƒƒ E rinnern Sie auch Patienten, die Sie im vorigen Jahr geimpft haben. Eine Untersuchung des Robert Koch-Institutes über drei Saisons zeigte nämlich, dass lediglich 36 Prozent der geimpften Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko (über 60-Jährige, chronisch Erkrankte etc.) jedes Jahr eine Influenzaimpfung erhalten haben. ƒƒ Legen Sie Informationsmaterial im Wartezimmer aus: Etwa die Patienteninfo und das Plakat „Gib der Grippe eine Abfuhr!“ (erhältlich über versand@kbv.de) sowie den Impf-Flyer „Gib Viren und Bakterien keine Chance“ (auch als Kopiervorlage in sechs Sprachen auf der KBV-Webseite abrufbar) ƒƒ Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der KBV unter www.kbv.de. Dort stehen auch ein Videofilm zum Grippeschutz sowie eine Patienten-information bereit. Weiteres erfahren Sie über Ihre KV und das Robert Koch-Institut (www.rki.de). Auf der Seite des Gemeinsamen Bundesausschusses (www.g-ba.de) ist die Schutzimpfungs-Richtlinie zu finden. Antibiotika gezielt einsetzen und Resistenzen vermeiden Procalcitonin-Test bei Atemwegsinfektionen Ist eine Infektion der Atemwege viral oder bakteriell bedingt? Als diagnostische Hilfestellung bei Atemwegsinfektionen können Ärzte seit Juli 2018 den Bluttest auf den Entzündungsmarker Procalcitonin (PCT) einsetzen (Gebührenordnungsposition 32459 im EBM).

Bei schweren bakteriellen Entzündungsreaktionen ist ein schneller Anstieg der Blutkonzentration des PCT zu beobachten. Bei Virusinfekten, bei leichten und lokal begrenzten Bakterieninfektionen und bei nicht infektiösen entzündlichen Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen hingegen ist kein Anstieg von PCT über die Entscheidungsgrenze zu verzeichnen. Aufgrund dieser Eigenschaft wird ein erhöhtes PCT als Hinweis auf das Vorliegen einer antibiotisch behandlungsbedürftigen bakteriellen Infektion gewertet und stellt somit eine Entscheidungshilfe für die Verordnung von Antibiotika dar. Ärzte sollten möglichst immer dann eine Laboruntersuchung veranlassen, wenn aufgrund klinischer Kriterien die Indikation für oder gegen eine Antibiotikatherapie nicht eindeutig gestellt werden kann. Sind die klinischen Symptome ausreichend charakteristisch, kann auch wie bisher die Entscheidung für oder gegen eine antibiotische Therapie ohne labordiagnostische Untersuchung getroffen werden. Entscheidet sich der Arzt für den Labortest, überweist er den PCTTest zur Erregeridentifizierung wie gewohnt an einen Facharzt für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie (Muster 10). Mehr Informationen auf der KBV-Themenseite Arzneimitteltherapiesicherheit unter www.kbv.de/html/therapiesicherheit.php KBV/REDAKTION

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PRAXIS  &  KV DER GRIPPE EINE ABFUHR – GEBEN SIE LASSEN SIE SICH IMPFEN!

Liebe Patientin, lieber Patient, mit Beginn der kalten Jahreszeit naht auch die Grippewelle. Den besten Schutz vor einer Erkrankung bietet die Impfung. Vor allem ältere, chronisch kranke und immungeschwächte Menschen sollten sich impfen lassen. Sie sind besonders gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken.

ANTIBIOTIKA WIRKEN NICHT BEI GRIPPE Antibiotika helfen bei Grippe übrigens nicht – sie sind gegen Viren wirkungslos. Kommt jedoch zu der Virusinfektion noch eine bakterielle Zweit-Infektion hinzu, kann diese eine Antibiotikabehandlung erforderlich machen.

WER SICH IMPFEN LASSEN SOLLTE KEIN HARMLOSER GRIPPALER INFEKT

Die STIKO empfiehlt die Influenzaimpfung insbesondere für Personen, die bei einer Infektion mit den Grippeviren ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Zu diesen Risikogruppen gehören:

Erst läuft die Nase, der Hals schmerzt, Kopf und Glieder tun weh. Einen normalen grippalen Infekt kennt jeder. Eine „echte“ Grippe, die saisonale Influenza, zum Glück nicht. Zwar sind ihre Symptome ähnlich, die Erkrankung verläuft häufig aber schwerer: Schlagartig treten hohes Fieber, heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen auf, lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung sind möglich. Fast jedes Jahr gibt es mehrere tausend Grippe-Tote in Deutschland.

Personen über 60 Jahre Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem Grundleiden (z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herzoder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten) Personen mit schweren neurologischen Grundkrankheiten wie Multiple Sklerose Personen mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. HIV) Schwangere Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

WICHTIGSTE SCHUTZMASSNAHME IST DIE IMPFUNG Dass so viele Menschen an einer Grippe sterben, müsste nicht sein. Denn gegen die Influenzaviren gibt es eine Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt, sich vorzugsweise im Oktober oder November impfen zu lassen, um zu Beginn der Influenzawelle, die typischerweise erst nach dem Jahreswechsel auftritt, geschützt zu sein. Auch ein späterer Zeitpunkt ist möglich. Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Körper genügend Antikörper produziert hat, um gegen eine Influenzainfektion geschützt zu sein.

Außerdem sollten sich Menschen impfen lassen, die aus beruflichen Gründen viel Kontakt zu anderen Personen haben und sich dadurch schneller anstecken können. Dazu gehören medizinisches Personal sowie Menschen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr. Wenn Sie zu einer der Risikogruppen zählen, übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für die Impfung. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Kasse. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten auch für Versicherte, die nicht zu den Risikogruppen gehören. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Impfung. Er berät Sie gerne.

IMPFSTOFF IST GUT VERTRÄGLICH Der Grippeimpfstoff ist gut verträglich. Gelegentlich kann es nach einer Impfung zu Rötungen oder einer Schwellung an der Einstichstelle kommen. In seltenen Fällen treten Symptome wie bei einer Erkältung auf, die in der Regel nach ein bis zwei Tagen abklingen. Sie sind ein positives Zeichen dafür, dass der Körper Abwehrkräfte mobilisiert.

www.kbv.de 26

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BEKANNTMACHUNGEN UND MELDUNGEN „Gesund schwanger“__________________________________________________27 Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik (QuaMaDi): Neue Teilnahmedokumente für Versicherte________________________________27 Substitution – KVSH übernimmt Kursgebühr________________________________27 Heilmittelpreise Stand 1. Okober 2018____________________________________28 Streichung der Ziffer 99555A im DMP Brustkrebs____________________________29

„Gesund schwanger“ Zum 1. Januar 2019 können die Leistungen der Vereinbarung „Gesund schwanger“ auch für Versicherte der BKK Linde und der BKK B. Braun Melsungen erbracht und abgerechnet werden. Die beiden Krankenkassen haben ihren Beitritt erklärt. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die Versorgungsqualität bei schwangeren Versicherten zu erhöhen und durch besondere Maßnahmen die Frühgeburtenrate zu senken. Es handelt sich bei den Leistungen um ƒƒeine Schwangerschaftsvorsorge in Kombination mit einem individuellem Risikoscreening mit einer umfangreichen Beratung zur Vermeidung von Risikofaktoren einer Frühgeburt, ƒƒeinen frühen vaginalen Ultraschall in der 4. bis zur vollendeten 8. Schwangerschaftswoche ƒƒsowie ein Infektionsscreening auf Bakterien und Mykoseerreger zwischen der 16. und der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche. Der Vertrag und alle weiteren Informationen und Unterlagen stehen auf www.kvsh.de  Downloadcenter Verträge zur Verfügung.

Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik (QuaMaDi): Neue Teilnahmedokumente für Versicherte Aufgrund der im Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung wurde die Einverständniserklärung für Patientinnen überarbeitet und um zusätzliche Informationen zur Teilnahme und Datenverarbeitung ergänzt. Die neuen Teilnahmeunterlagen können bei der Formularausgabe oder auf der Webseite der KVSH unter www.kvsh.de  Praxis  Verträge  Downloadcenter Verträge  QuaMaDi abgerufen werden.

Substitution – KVSH übernimmt Kursgebühr Im Bereich Substitution ist zunehmend eine Sicherstellungsproblematik entstanden, sodass der Vorstand beschlossen hat, die Kosten für den Erwerb der Zusatzbezeichnung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ (inkl. Aufwendungen) in Höhe von maximal 1.500 Euro bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein sowie, in Anlehnung an die Kosten der Ärztekammer Schleswig-Holstein, bei anderen Ärztekammern zu übernehmen. Die Förderung erfolgt über die Gewährung einer finanziellen Zuwendung in Form einer Einmalzahlung in Höhe der Teilnahmegebühr, maximal jedoch in Höhe von 1.000 Euro, sowie in Form einer Pauschale in Höhe von 500 Euro für die im Zusammenhang mit der Kursteilnahme entstehenden Aufwendungen (Kosten für Reise, Verpflegung, Unterkunft etc.). Die Förderung wird einem Vertragsarzt nach Genehmigung seines Antrages auf Durchführung und Abrechnung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger gemäß Paragraf 5 Abs. 3 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung durch die KVSH gezahlt. Notwendig sind dafür die im Genehmigungsantrag genannten Unterlagen. Die Regelung ist bis zum 31. Dezember 2022 befristet. Sie gilt für Vertragsärzte oder an einem MVZ angestellte Vertragsärzte oder solche Ärzte, die zwecks Ermächtigung zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung die oben erwähnte Genehmigung in SchleswigHolstein erhalten. 11 | 2018

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BEKANNTMACHUNGEN UND MELDUNGEN

Heilmittelpreise Stand 1. Okober 2018 Auch in diesem Jahr möchten wir Sie auf die Möglichkeit der Kontrolle Ihrer Ausgaben anhand einer aktualisierten Übersicht zu den Heilmittelpreisen hinweisen. Für diese Übersicht haben wir die jeweiligen Preise der einzelnen Krankenkassen/-verbände mit den Leistungserbringern verwendet. Die Heilmittelpreise sind um durchschnittlich zehn Prozent angestiegen. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen nur noch die jeweils umsatzstärksten Heilmittel*. Die ausführliche Liste mit allen Heilmittelpreisen finden Sie wie gewohnt auf der Internetseite der KVSH www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen. Mit den hier aufgeführten Preisen decken Sie in der Regel fast den gesamten Bereich Ihrer Heilmittelverordnungen ab. Wir empfehlen Ihnen, die gelisteten Preise (am besten den jeweiligen Maximalpreis) für Ihre Heilmittel-Verordnungen in Ihrer Praxis-EDV zu hinterlegen. Zum einen ermöglicht Ihnen diese Auflistung einen Preisvergleich bezogen auf die unterschiedlichen Heilmittel. Zum anderen können Sie die jeweiligen Preise Ihrem garantierten Ausgabenvolumen (MRG-Volumen) gegenüberstellen und haben so einen Anhaltspunkt über die Höhe der von Ihnen veranlassten Heilmittel-Verordnungskosten.

Leistungsbezeichnung

Dauer in Minuten**

Min.*** Max.***

Physiotherapie Krankengymnastik, auch auf neurophysiologischer Grundlage als Einzelbehandlung

15-25

19,00 €

19,58 €

60

33,79 €

35,19 €

Krankengymnastik zur Behandlung von zentralen Bewegungsstörungen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres nach Bobath oder Vojta

30-45

33,78 €

35,70 €

Krankengymnastik zur Behandlung von zentralen Bewegungsstörungen nach Vollendung des 18. Lebensjahres nach Bobath, Vojta oder PNF

25-35

26,50 €

27,75 €

Klassische Massagetherapie (KMT)

15-20

12,67 €

13,35 €

Manuelle Therapie (MT)

15-25

21,66 €

22,00 €

Gerätegestützte Krankengymnastik (KG-Gerät), parallele Einzelbehandlung bis zu 3 Patienten, je Patient

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Ganzbehandlung

60

44,45 €

46,88 €

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Großbehandlung

45

30,54 €

35,03 €

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Teilbehandlung

30

20,66 €

23,36 €

Warmpackung einzelner oder mehrerer Körperteile

20-30

9,90 €

9,97 €

Wärmeanwendung mittels Strahler bzw. Heißluft

10-20

Hausbesuch inklusive Wegegeld Hausbesuch in einer sozialen Einrichtung inklusive Wegegeld, je Patient

4,14 €

4,15 €

13,80 €

13,92 €

7,40 €

7,40 €

Ergotherapie Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei motorisch-funktionellen Störungen

30-45

31,50 €

33,91 €

Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei sensomotorischen/perzeptiven Störungen

45-60

42,53 €

45,27 €

Ergotherapeutische Einzelbehandlung als Hirnleistungstraining/neuropsychologisch orientiert

30-45

34,20 €

37,57 €

Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei psychisch-funktionellen Störungen

60-75

53,65 €

57,14 €

90-120

26,39 €

30,26 €

14,50 €

15,46 €

Ergotherapeutische Gruppenbehandlung (3-5 Patienten) bei psychisch funktionellen Störungen, je Patient Hausbesuch ohne Wegegeld

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BEKANNTMACHUNGEN UND MELDUNGEN

Leistungsbezeichnung

Dauer in Minuten**

Min.*** Max.***

Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie 77,00 €

85,00 €

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

Logopädische Befunderhebung 30

30,00 €

33,71 €

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

45

44,00 €

50,58 €

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

60

53,00 €

67,42 €

10,80 €

15,88 €

Hausbesuch inklusive Wegegeld Podologie Podologische Komplexbehandlung (beide Füße)

45-50

31,86 €

35,31 €

Hornhautabtragung/-bearbeitung (beide Füße)

20-30

20,01 €

21,18 €

Nagelbearbeitung (beider Füße)

20-25

18,24 €

19,97 €

10,80 €

12,89 €

Hausbesuch inklusive Wegegeld *QUELLE: WWW.GKV-HIS.DE

**DIE ZEITANGABEN BEDEUTEN „ZEIT MIT DEM PATIENTEN“

***ALLE PREISE SIND BRUTTO-PREISE

Streichung der Ziffer 99555A im DMP Brustkrebs Aufgrund des neueingeführten Musters 36 und zur Vermeidung eines Parallelprozesses wird die Ziffer 99555A für Präventionsangebote der AOK NordWest im DMP Brustkrebs zum 1. Oktober 2018 gestrichen. Seit 1. Juli 2017 wurde das Formular zur Empfehlung von Präventionsleistungen eingeführt. Anhand dieses neuen Musters 36 können Vertragsärzte Präventionsleistungen empfehlen und Patienten die Empfehlung bei ihrer Krankenkasse einreichen.

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PRAXIS  &  KV PSYCHOTHERAPIE

Psychotherapeuten und Ärzte sind sich einig

© istock.com/ClarkandCompany

Im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehene Eingriffe in die Psychotherapeutische Versorgung sind unsachgemäß und abzulehnen! Ohne jegliche vorangegangene Anhörung oder Beratung mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, den Berufskammern oder den Berufs- und Fachverbänden der Psychotherapeuten ist im Kabinettsentwurf zum TSVG plötzlich ein Vorschlag zur Neugestaltung der psychotherapeutischen Versorgung aufgetaucht. Nicht nur, dass derartige Überlegungen zum jetzigen Zeitpunkt völlig unpassend sind. Gab es doch Einigkeit unter den Vertragspartnern im Gesundheitswesen darüber, dass die Ergebnisse der gerade im Jahre 2017 erst erfolgten Strukturreform der Psychotherapie-Richtlinie zunächst abgewartet werden sollten. Die neuerlichen Vorschläge aus dem Hause des Gesundheitsministeriums scheinen auch noch völlig unsachgemäß zu sein.

Überraschender Inhalt im Kabinettsentwurf Mit dem überraschend eingebrachten Vorschlag Nr. 51b im Kabinettsentwurf der Bundesregierung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz wird beabsichtigt, tief in die psychotherapeutische Versorgung, wie auch in die Arbeit der Psychotherapeuten selbst, einzugreifen. Unter Paragraf 92 Abs. 6a SGB V soll es zukünftig heißen: „Der Gemeinsame Bundesausschuss beschließt in den Richtlinien Regelungen für eine gestufte und gesteuerte Versorgung für die psychotherapeutische Behandlung einschließlich der Anforderungen an die Qualifikation der für die Behandlungssteuerung verantwortlichen Vertragsärzte und psychologischen Psychotherapeuten.“ Begründet wird dieser doppelte Eingriff in die bisherigen Strukturen mit der Notwendigkeit, einer gerade im psychotherapeutischen Bereich festzustellenden besonderen Herausforderung bei der Gewährleistung eines dem individuellen 30

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Behandlungsbedarf entsprechenden, zeitnahen Behandlungszugangs gerecht werden zu können. Hierzu nun wird der Gemeinsame Bundesausschuss beauftragt, ein gestuftes und steuerndes Verfahren für die Behandlung von psychisch Kranken zu installieren. Darüber hinaus sollen die besonderen Anforderungen an die für die Steuerung der Patienten zuständigen Ärzte und Psychotherapeuten festgelegt werden. Alles deutet daraufhin, kommt der Wille der Bundesregierung, dann gibt es künftig differenziert zu betrachtende psychisch erkrankte Menschen. Allen Patienten gleich ist, dass sie vor ihrer Behandlung ein Stufungs- und Steuerungsverfahren durchlaufen haben müssen. Und auf der anderen Seite gibt es zwei Lager von Psychotherapeuten. Einige sind dafür zuständig, psychisch kranke Versicherte zu bewerten und diese dann entsprechend zu verteilen. Die andere Gruppe von Psychotherapeuten ist dann allein für die Behandlung der ihnen über dieses Verfahren zugewiesenen Versicherten zuständig. Psychotherapeuten halten dagegen Kaum waren die Vorschläge des Kabinetts bekannt, wurden diese von den Psychotherapeuten einhellig abgelehnt. „Menschen mit psychischen Erkrankungen zuzumuten, eine zusätzliche Prüfung ihres Behandlungsbedarfs nicht durch ihren Behandler, sondern durch eine spezielle ‚Steuerungspraxis‘ vornehmen zu lassen, stellt eine beispiellose Diskriminierung dieser Patientengruppe dar. Sie müssten mehrere Stationen durchlaufen und sich mehreren Fachleuten offenbaren, ihre Autonomie würde eingeschränkt. Die Politik scheint die Notlage vieler psychisch erkrankter Menschen nicht ausreichend nachzuvollziehen,“ so der Wortlaut einer gemeinsamen Erklärung der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung, des Berufsverbandes der Vertragspsychotherapeuten, der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie sowie der Vereinigung der analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. AKTUELL

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PRAXIS  &  KV Die Verbände stören sich auch daran, dass offenbar die korrekte Indikationsstellung durch die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten angezweifelt wird. „Herr Spahn ist schlecht beraten, wenn er behauptet, dass die ‚angenehmen’ Patienten eher einen Termin bekommen als die Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf. Das ist eine ungeheuerliche Verunglimpfung der professionellen psychotherapeutischen Arbeit“, so die Verbände. Trotz aller Empörung bieten die Verbände dem Bundesgesundheitsminister Spahn ein gemeinsames Gespräch an, um die Versorgungssituation zu analysieren und gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.“ Aber auch sie weisen daraufhin, dass erst 2017 die psychotherapeutische Versorgung neu geordnet und neue Leistungen wie Psychotherapeutische Sprechstunde und Psychotherapeutische Akutbehandlung eingeführt wurden. Erste Untersuchungen hierzu zeigen durchaus positive Effekte. Wartezeiten auf ein erstes Gespräch und auf schnelle Erstinterventionen haben sich verkürzt. Und eigentlich waren sich doch alle einig, eine systematische Untersuchung nach etwa zwei Jahren sollte abgewartet werden, um gegebenenfalls gezielt weitere Anpassungen vorzunehmen. Auch die KBV-Vertreterversammlung lehnt ab Schon beim Vorlegen des Referentenentwurfes zum TSVG zeigte sich im Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eher Zurückhaltung und Skepsis als Begeisterung. Der KBV-Vor-

standsvorsitzende Dr. Andreas Gassen kritisierte die „zum Teil erheblichen Eingriffe in die Praxen“, die das Gesetz beabsichtigt. Die letzte Vertreterversammlung der KBV lehnte nun die im Kabinettsentwurf zum TSVG vorgesehene Vorschrift zum Paragrafen 92 Abs. 6a SGB V mit den tiefen Eingriffen in die psychotherapeutische Versorgung ab. Das sechzigköpfige Gremium der KBV – bestehend aus Ärzten aller Fachrichtungen, Psychotherapeuten und den Vorständen der Länder-KVen – fordert einstimmig eine Streichung dieser Änderung des Paragrafen 92 SGB V. Sie schließen sich damit den Bedenken der Berufs- und Fachverbände an. Auch sie halten die im Entwurf formulierten Regelungen zur psychotherapeutischen Versorgung für nicht geeignet, die psychotherapeutische Versorgung und die Wartezeit auf einen Behandlungsplatz zu verbessern. In einer Resolution der Vertreterversammlung heißt es unter anderem: „Eine gesteuerte Zuweisung zu definierten Behandlungspfaden speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen stellt eine ungeheure Diskriminierung dieser Patientengruppe dar. Menschen mit einer psychischen Erkrankung wird zugemutet, dass sie längere Versorgungswege beschreiten und sich mehreren Fachleuten offenbaren müssen.“ Der Tenor der Kritik am TSVG und besonders an den geplanten Eingriffen in die psychotherapeutische Versorgung ist in hohem Maße einheitlich. HEIKO BORCHERS, PSYCHOLOGISCHER PSYCHOTHERAPEUT, KINDER- UND JUGENDLICHENPSYCHOTHERAPEUT, KIEL

Hierum geht es: Vorgesehene Vorschrift zum Paragrafen 92 Abs. 6a SGB V Kabinettsentwurf zum TSVG „Der Gemeinsame Bundesausschuss beschließt in den Richtlinien Regelungen für eine gestufte und gesteuerte Versorgung für die psychotherapeutische Behandlung einschließlich der Anforderungen an die Qualifikation der für die Behandlungssteuerung verantwortlichen Vertragsärzte und psychologischen Psychotherapeuten.“ Begründung: Die psychotherapeutische Behandlung der gesetzlichen Krankenversicherung soll zukünftig im Rahmen einer gestuften Versorgung erfolgen. Diese neue Versorgungsform ist im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung erforderlich, um den gerade hier festzustellenden besonderen Herausforderungen bei der Gewährleistung eines dem individuellen Behandlungsbedarf entsprechenden, zeitnahen Behandlungszugangs gerecht zu werden. Sie dient der Flankierung der im Übrigen nicht bereichsspezifischen sonstigen Maßnahmen dieses Gesetzes zur Gewährleistung kürzerer und vor allem bedarfsgerechter Wartezeiten, und damit auch der Verbesserung des Krankheitsverlaufs sowie der Reduzierung der Folgekosten eines verzögerten oder in anderer Weise unangemessenen Behandlungsbeginns. Dadurch soll die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Erbringung dieser Leistungen verbessert werden. Das Nähere zur Ausgestaltung des gestuften Versorgungskonzepts wird der Regelungskompetenz des Gemeinsamen Bundesausschusses übertragen. Damit wird nicht nur die Akzeptanz unter allen Beteiligten der Gemeinsamen Selbstverwaltung gestärkt, sondern infolge der unmittelbaren Sachnähe dieses Beschlussgremiums sichergestellt, dass die gefundenen Lösungen auch praktisch umsetzbar sind und die gewünschten Erfolge zeitigen. Bei der Implementierung des hiermit gesetzlich vorgegebenen gestuften und gesteuerten Verfahrens wird der Gemeinsame Bundesausschuss insbesondere die Anforderungen an die Qualifikation der für die Behandlungssteuerung verantwortlichen Vertragsärzte und psychologischen Psychotherapeuten zu konkretisieren haben. Hierbei hat er sicherzustellen, dass die Zahl der diese Anforderungen voraussichtlich erfüllenden Leistungserbringer hinreichend ist, um einen nahtlosen Übergang in die gestufte Versorgung zu gewährleisten. Hierzu kann es erforderlich sein, eine Einführungsphase vorzusehen, in der die gestufte Versorgung nur für definierte F- und G-Diagnosen des ICD-10-GM vorgegeben wird.

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PRAXIS  &  KV AUS ANDEREN KVEN

Gedenktafel zur Erinnerung an jüdische Ärzte

KV Thüringen richtet augenärztliche Stiftungspraxis ein

Berlin – Zum Gedenken an jüdische Ärzte, die während der Zeit des Nationalsozialismus unter Repressionen gelitten haben, wollen Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam im Rahmen einer Gedenkfeier am 8. November eine Gedenktafel einweihen. Das Datum zur Einweihung der Gedenktafel sei bewusst gewählt worden. Es liege 80 Jahre nach dem Approbationsentzug für sämtliche Ärzte jüdischer Abstammung und 80 Jahre nach der Reichspogromnacht, erklärte Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, auf einer Pressekonferenz zum Thema „KBV übernimmt Verantwortung“. Die Gedenktafel soll auf dem Herbert-Lewin-Platz in Berlin zwischen den Gebäuden von KBV und BÄK in den Boden eingelassen werden. Der Platz diene als Symbol, da auch der jüdische Arzt Herbert Lewin zur NS-Zeit als „Krankenbehandler“ tätig gewesen sei. „Dies war die zynische Bezeichnung für diejenigen jüdischen Ärzte, die künftig noch behandeln durften – aber ausschließlich jüdische Patienten“, erklärte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. 

Weimar – Die Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen hat eine augenärztliche Stiftungspraxis eingerichtet. Die Gründung der Praxis in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis) mit einer Ärztin und zwei weiteren Mitarbeitern wird mit 60.000 Euro von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen und den Krankenkassen gefördert. Die von der Stiftung angestellte Augenärztin soll hier das Praxis-Management lernen, um sie später zu übernehmen. „Es ist nicht das erste Mal, dass unsere Stiftung neue Wege bei der Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen geht. Mit den Stiftungs-Praxen ebnen wir den Weg für Einsteiger, die sich nicht sofort eine Arbeit in eigener Niederlassung vorstellen können“, sagte die Vorsitzende des Stiftungsbeirates, Thüringens KV-Vorsitzende Annette Rommel. Die Praxis versorgt vorwiegend Patienten aus der Region zwischen Jena und Gera. Die Region gilt aus Sicht des Gesetzgebers zwar als ausreichend versorgt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Patienten hier immer wieder zusätzliche augenärztliche Behandlungsmöglichkeiten nachfragen. Deshalb wurde durch den Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen für den Standort ein lokaler Versorgungsbedarf festgestellt.

KVB tritt dem Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnis bei München – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ist dem Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnis beigetreten. Der Vorstand der KVB will so die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bei der Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen unterstützen. Neben Angeboten wie beispielsweise dem „Basiskurs Palliativmedizin“, den die KVB gemeinsam mit dem Bayerischen Hausärzteverband und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ins Leben gerufen hat, gehöre dazu auch die enge Zusammenarbeit mit Experten und Verbänden aus dem Hospiz- und Palliativbereich. Der Vorstand der KVB − Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp − wertete diese Mitgliedschaft als wichtigen Schritt, um der aktuellen demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen: „Gerade in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft nimmt die Bedeutung der palliativmedizinischen Versorgung zu. Unheilbar kranken Patienten, die am Ende ihres Lebensweges stehen, soll dadurch ein würdevolles und schmerzfreies Leben bis zuletzt

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ermöglicht werden. Durch den Beitritt bei dem Bündnis vieler renommierter Organisationen haben wir die Chance, uns in Zukunft noch intensiver mit den wichtigsten Akteuren der Palliativ- und Hospizversorgung auszutauschen und dadurch neue Impulse für eine bedarfsgerechte und koordinierte Versorgung der Patienten zu schaffen. Denn längst ist die Versorgung von Palliativpatienten ein fächerübergreifendes Thema, das verschiedene Organisationen und Professionen beschäftigt.“ Das Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert und ist ein Zusammenschluss bayernweiter Träger, das sich unter anderem für ein Rahmenkonzept der allgemeinen und spezialisierten ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern einsetzt. Außerdem unterstützt das Bündnis den Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit Palliative Care-Angeboten und deren Vernetzung mit vorhandenen örtlichen Strukturen und Gegebenheiten.

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DIE MENSCHEN IM LAND

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

© privat

NAME: Dr. Nadine Salis GEBURTSDATUM: 9. Juli 1977 GEBURTSORT: Hamburg FAMILIE: verheiratet, ein Kind FACHRICHTUNG: Allgemeinmedizin, Homöopathie SITZ DER PRAXIS: Pinneberg-Waldenau NIEDERLASSUNGSFORM: Gemeinschaftspraxis

Neu niedergelassen seit dem 1. Januar 2018

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Weil ich selbst Entscheidungen treffen kann, um die Patienten ganzheitlich und individuell zu versorgen. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Abwechslung und der Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Keine Angst haben und es einfach machen. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Dalai Lama. Wie er es schafft, immer so positiv und entspannt zu sein. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Ein langes Bad nehmen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Da ich eine Vielleserin bin, gibt es so einige Lieblingsbücher, unter anderem „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón oder Bücher von Robert Seethaler. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Schleswig-Holstein bietet alles, was man sich wünscht und die Menschen sind direkt. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Schriftstellerin.

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DIE MENSCHEN IM LAND VOR ORT

In dünner Luft auf dem Dach der Welt

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Der Weltenbummler auf vier Rädern war wieder auf Reisen. Haus- und Rallyearzt Helmut Marczinkowski aus Midlum auf Föhr begleitete eine Oldtimerrallye auf dem schwierigsten Teilstück ihrer Reise. Die schmucken Automobile fuhren über die hochgelegenen Pässe der legendären Seidenstraße vorbei an den Gipfeln des Himalayagebirges bis Lhasa in Tibet.

14.000 Kilometer, acht Länder und 60 Tage lagen vor den Teilnehmern der New Silk Road Oldtimerrallye 2018, die von Hamburg bis nach Hongkong führte. Mitte August 2018 starteten acht Teams und ein Service-Car in Hamburg in ihren Oldtimern auf die Reise entlang der Seidenstraße und durch Tibet in Richtung China. Weitere sechs Teams und die Rallyeambulanz stießen in Tashkent dazu. Die besondere Herausforderung: Ab Kirgistan mussten die Fahrzeuge und vor allem die Reisenden ihre Höhenverträglichkeit unter Beweis stellen, denn über den bereits 3.600 Meter hohen Taldyk-Pass ging die Fahrt weiter Richtung Pamirgebirge. Danach stand das Highlight des Road-Trips auf dem Programm: die Fahrt über den Himalaya von West nach Ost entlang der G219. Auf dieser wohl höchstgelegenen Straße der Welt mussten Pässe bis auf 5.500 Meter Höhe überquert werden. Die Straßen waren dabei nicht die größte Herausforderung, denn diese sind in der Regel gut ausgebaut und im Sommer gut befahrbar.

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Herausforderung Höhenkrankheit Die Sorge des Veranstalters galt eher dem Gesundheitszustand der Reiseteilnehmer, denn mit zunehmender Höhe wird die Luft im Hochgebirge im wahrsten Sinne des Wortes immer dünner. Der Luftdruck nimmt ab und damit fällt auch der Sauerstoffpartialdruck. Auf 5.500 Metern ist er bereits um die Hälfte reduziert und AKTUELL

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DIE MENSCHEN IM LAND

auf 8.000 Metern beträgt er nur etwa 35 Prozent. Dadurch nimmt die Lunge weniger Sauerstoff auf und es tritt eine Sauerstoffunterversorgung (Hypotoxie) ein. Kopfschmerzen, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Atemnot und Schwindel gehören zu den ersten Warnzeichen der sogenannten Höhenkrankheit. Grund genug auf diesem von extremer Höhenluft geprägten Reiseabschnitt einen erfahrenen Arzt mit dabei zu haben. Die Wahl fiel nicht ohne Grund auf Helmut Marczinkowski. Der Föhrer Hausarzt und Weltenbummler war bereits in den vergangenen Jahren bei einigen Oldtimerrennen quer durch Russland, Kasachstan und China als Begleitarzt dabei. Er verfügt außerdem über eine sehr breit gefächerte medizinische Ausbildung.

Reiseziel Tibet Für Marczinkowski erfüllte sich mit der Reise ein alter Traum aus Studienzeiten. „Schon damals waren der Himalaya und besonders Tibet als Sehnsuchtsort bei vielen Westlern schwer in Mode. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, mir das alles selbst anzuschauen. Die Reise war allerdings kein Urlaub im klassischen Sinn. Die Höhenluft ist belastend und es hat doch etwas länger gedauert, bis ich mich wieder komplett erholt hatte“, so sein Fazit. Tibet bleibt für ihn trotzdem immer noch ein echtes Traumziel. Die schneebedeckten Gipfel des höchsten Gebirges der Welt, endlose Steppen, kulturelle Schätze des Zentrums des Buddhismus – das ist es, was Abenteurer wie er an diesem abseits gelegenen Land schätzen. Was man als Reisender allerdings wissen muss, ist, dass Tibet seit 1950 von China beansprucht wird. „Tibet ist heute eine sogenannte Autonome Region mit vielen Einschränkungen für die dort lebende Bevölkerung“, erläutert der Hausarzt. Die Bevölkerung lebt unter der repressiven Herrschaft Pekings. Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, floh bereits 1959 nach Indien, wo seitdem auch Tibets Exilregierung sitzt. JAKOB WILDER, KVSH

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Medizinische Vorbereitung Marczinkowski ist Facharzt für Allgemeinmedizin und besitzt die Zusatzbezeichnungen Arbeits- und Betriebsmedizin, Notfallmedizin, Psychotherapie, Flugmedizin und Sportmedizin. Er ist außerdem Taucherarzt und bereitete sich schon im Frühjahr dieses Jahres auf einer Reise durch Südamerika auf die zu erwartenden Herausforderungen in Asiens Höhen vor. „Meine Ehefrau Heike und ich sind in den Anden mit unserem alten VW-Bus bis auf eine Höhe von 4.000 Metern gekommen. Ich wurde dort ungewohnt kurzatmig“, erzählt der Hausarzt. Eine völlig neue Erfahrung, denn bis dahin waren die Berge für den Inselarzt unbekanntes Terrain: „Ich war vorher höchstens mal auf dem Bungsberg und im Harz.“ Doch das Reiseziel Tibet reizte den Reserveoffizier der Bundes-

wehr bereits seit Jahren und so bildete er sich weiter gezielt in Höhenmedizin fort. Während der Reise Richtung Tibet setzte er auf Prophylaxemittel und verteilte in extremer Höhe auch Sauerstoff aus Pressluftflaschen an die Reiseteilnehmer. „Außerdem hatten wir für den Notfall einen Überdrucksack dabei. Der funktioniert wie eine aufblasbare Druckkammer. Wir mussten ihn zum Glück aber nicht einsetzen. Dazu kam die normale Hausarztmedizin“, berichtet der 62-Jährige. Ausrüstung und medizinisches Equipment brachte er in seinem 8-Zylinder-Range Rover unter, der sich in seinem Baujahr 2007 allerdings deutlich von den Oldtimern der Mitreisenden unterschied. Trotzdem hatte ausgerechnet sein Wagen zwei Tage vor der Ankunft in Lhasa einen Getriebeschaden, so dass der Rallyearzt den Rest der Reise im Oldtimer eines befreundeten Paares zurücklegen musste.

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DIE MENSCHEN IM LAND

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DIE MENSCHEN IM LAND NEUE SERIE – BERUFSVERBÄNDE IN SCHLESWIG-HOLSTEIN

Berufsverband der Deutschen Chirurgen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) Schleswig-Holstein steht für die Interessenvertretung aller ambulant und stationär tätigen Chirurginnen und Chirurgen. Er vertritt alle acht Säulen der Weiterbildung. In Schleswig-Holstein hat der Berufsverband 531 Mitglieder, davon sind etwa 75 Prozent im klinischen Bereich und 25 Prozent im ambulanten Bereich tätig. Der BDC Schleswig-Holstein vertritt die Belange seiner Mitglieder bei der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, bei den Krankenkassen und bei den Aufsichtsbehörden. Er informiert seine Mitglieder über aktuelle medizinische und berufspolitische Themen. Bei Bedarf werden auch Seminare angeboten, wie zum Beispiel Anfang 2018 zum Thema sektorenübergreifende Qualitätssicherung. Grundsätzlich unterstützt der BDC bei rechtlichen Problemen, Honorar- und Vergütungsfragen, Problemen bei der Organisation von Not- und Bereitschaftsdienst und leistet Hilfe über das gesamte Arbeitsleben. Und dies gilt für alle Chirurginnen und Chirurgen, egal ob in der Weiterbildung oder als Chefarzt, ob niedergelassen, angestellt oder verbeamtet.

Aktuelle Projekte des Berufsverbandes in Schleswig-Holstein Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des BDC Schleswig-Holstein ist die Nachwuchsgewinnung und hier konkret die Ausgestaltung der Weiterbildung. In Zusammenarbeit mit der Ärztekammer SchleswigHolstein, dem UKSH Kiel und einem chirurgischen medizinischen Versorgungszentrum wurde ein bundesweit beachtetes Modellprojekt zur chirurgischen Verbundweiterbildung gestartet. Zur Durchsetzung der Interessen im ambulanten Bereich gegenüber der KVSH und den Krankenkassen besteht eine enge Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Chirurgen in Schleswig-Holstein. Veranstaltungen und Termine des Berufsverbandes Traditionell findet einmal im Jahr Mitte November die Jahreshauptversammlung des BDC Schleswig-Holstein statt. Neben aktuellen berufspolitischen Problemen steht dabei stets die sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Vordergrund. Aktuelles Thema ist die zukünftige Struktur der Notfallversorgung in Krankenhaus und ärztlichem Bereitschaftsdienst.

Das leistet der Berufsverband für den ärztlichen Nachwuchs: ƒƒ An den Universitäten die Kampagne: Nur Mut! Kein Durchschnittsjob: Chirurg ƒƒ jährlicher Nachwuchskongress organisiert mit dem Berufsverband der Internisten (BDI) ƒƒ Starterpaket für Chirurginnen und Chirurgen in der Weiterbildung (Literatur, E-Learning-Zugang, Wochenseminar Basischirurgie, Fachbuchgutschein, Kongressticket) ƒƒ Einsteiger- und Facharztseminare über die BDC Akademie ƒƒ Chirurgischer Stellenmarkt in App.in.den.OP

Landesvorsitzender Schleswig-Holstein Dr. Ralf W. Schmitz Vorsitzender Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) Schleswig-Holstein, Chirurg, Unfallchirurg, Orthopäde, D-Arzt Schönberger Str. 11, 24148 Kiel Tel. 0431 720 644 4 Fax 0431 720 644 3 E-Mail schmitz@bdc.de www.bdc.de

Drei Gründe, im Berufsverband Mitglied zu werden: ƒƒ starker Berufsverband mit 17.600 Mitgliedern bundesweit ƒƒ Information durch die Mitgliederzeitung „Passion Chirurgie“ und Newsletter ƒƒ großes Beratungsangebot, qualifizierte Fortbildungen in der BDC Akademie, inkludierter Strafrechtsschutz, attraktive Versicherungsbedingungen, juristische Beratung und Hilfestellung in allen Arbeitsbereichen in der Chirurgie – vom Beginn der Weiterbildung bis zum Ende der Karriere

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SERVICE © istock.com/RedlineVector

TEAM BERATUNG

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel Günstige Verbandstoffe Im Newsletter vom 12. Juli 2018 hatten wir mitgeteilt, dass die Primärkassen mit der Firma Aktivmed feste Verbandstoffpreise ausgehandelt haben. Aufgrund von juristischen Problemen wurde der Vertrag gekündigt. Unser Hinweis ist damit hinfällig und darf nicht mehr beachtet werden. Heilmittelverordnungen und IRENA Bei der Abkürzung IRENA handelt es sich um die intensive RehaNachsorge, welche von der entsprechenden Einrichtung im Anschluss an eine Rehabilitationsmaßnahme empfohlen und in der Regel auch beim Kostenträger gleich beantragt wird. Leider kommt es häufiger vor, dass Patienten die am IRENA-Programm teilnehmen für die Behandlungen beim Hausarzt nach Heilmittelrezepten fragen.

Teilung von Tabletten – Achtung Regressgefahr Die Prüfungsstelle führt in einem aktuellen Prüfbescheid aus, dass die Teilung von Tabletten grundsätzlich unzulässig ist. Sollte eine Tablette zum Zwecke der Dosisanpassung geteilt werden, muss sie entsprechend zugelassen sein, anderenfalls würde es sich um „off-label-use“ handeln und dieser ist grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Selbst wenn Tabletten Bruchkerben haben, bleibt die Dosisgenauigkeit dem Zufall überlassen. Tablettenteilung sollte daher die begründete Ausnahme bleiben. Es ist somit nicht zu empfehlen, dass höhere Dosierungen verordnet werden mit der Anweisung die Tabletten zu teilen. THOMAS FROHBERG, KVSH

Wer am IRENA-Programm teilnimmt, benötigt für die Behandlungen keine zusätzliche Verordnung von Heilmitteln auf dem Muster 13. Der Kostenträger ist in diesen Fällen die deutsche Rentenversicherung und nicht die Krankenkasse.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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04551 883 362

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anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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SERVICE

Sie fragen wir antworten

SERVICE-TEAM Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Unter welchen Voraussetzungen kann das hausärztlich-geriatrische Basisassessment auch bei Patienten unter 70 Jahren erbracht und abgerechnet werden? Voraussetzung für die Erbringung des hausärztlichgeriatrischen Basisassessment (GOP 03360 EBM) bei Patienten, die das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist das Vorliegen einer der folgenden Erkrankungen: ƒƒF00-F02 dementielle Erkrankungen ƒƒG30 Alzheimer-Erkrankungen ƒƒG20.1 Primäres Parkinson Syndrom mit mäßiger bis schwerer Beeinträchtigung ƒƒG20.2 Primäres Parkinson Syndrom mit schwerster Beeinträchtigung

Wir erhalten vom Operateur eine Überweisung zur postoperativen Behandlung. Müssen wir die Überweisung als Schein anlegen, wenn der Patient in dem Quartal schon bei uns behandelt wurde?

Wann wird die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) von der KVSH zugesetzt? In Behandlungsfällen, in denen ausschließlich Leistungen erbracht werden, die der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet werden (siehe Allgemeine Bestimmungen 4.3.8 sowie Anhang 3 EBM), können die Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung berechnet werden. Sie werden durch die KVSH zugesetzt. Für Internisten mit Schwerpunkt gelten die Pauschalen für die schwerpunktinternistische Grundversorgung des jeweiligen EBM-Abschnitts (13.3.1 bis 13.3.8). Sie können nur in Behandlungsfällen abgerechnet werden, in denen ausschließlich die Gebührenordnungspositionen der jeweiligen Anmerkung zu den Pauschalen berechnet werden. Die Pauschalen für die schwerpunktinternistische Grundversorgung werden ebenfalls durch die KVSH zugesetzt.

Gemäß Paragraf 24 Abs. 2 Bundesmantelvertrag-Ärzte ist der ausführende Arzt an den Überweisungsschein gebunden und darf sich keinen eigenen Abrechnungsschein ausstellen. Im Falle einer Überweisung zur postoperativen Behandlung ist im Praxisverwaltungssystem dafür ein Schein anzulegen, auch wenn der Patient in dem Quartal schon in der Praxis behandelt wurde.

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SERVICE-TEAM Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr AKTUELL

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SERVICE LABOR

Über 75 Prozent aller Fehler bei der Erstellung von laboratoriumsmedizinischen Befunden haben ihre Ursache in der Präanalytik. Grund genug, sich deshalb einmal intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Daneben gibt es aber, wie in der Grafik zusammengefasst, eine große Anzahl patientenbezogener Einflussfaktoren, deren Berücksichtigung eine enge und intensive Zusammenarbeit zwischen den einsendenden haus- und fachärztlichen Praxen und dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin verlangt.

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Präanalytik

Labor

Aller Anfang ist schwer! Warum die Präanalytik so wichtig ist!

Dabei sind es im laborärztlichen Alltag nur wenige, aber dafür gravierende Fehler, die einen Großteil der präanalytischen Probleme ausmachen. Dazu zählen neben fehlenden Etiketten, Beschriftungen oder Auftragsscheinen, vor allen Dingen ungeeignete Probengefäße sowie die Tatsache, dass das Material nicht zur Fragestellung passt. Auch wenn diese Fehler häufig eine Analytik schlicht unmöglich machen, sind sie jedoch leicht identifizierbar und lassen sich durch Schulungsmaßnahmen oder die Einführung von EDV-gesteuerten Order-Entry-Systemen minimieren.

Während die nicht beeinflussbaren Faktoren wie Geschlecht und ethnische Besonderheiten (z. B. Hautfarbe bei der Berechnung der Nierenfunktion) noch eher leicht verwaltet werden können, benötigt der Facharzt für Laboratoriumsmedizin bei den langzeitig wirkenden endogenen sowie exogenen Faktoren deutlich mehr anamnestische Daten. Auch die derzeitig in Schleswig-Holstein noch freiwillige Mitteilung der ICD-10-Codes reicht dafür meist nicht aus. Bei chronischen Erkrankungen (z. B. Krebsleiden, Diabetes, Niereninsuffizienz) oder genetischen Defekten (z. B. Faktor-V-Leiden, Thalassämie, Hämochromatose etc.) können entsprechende Hinweise in die Labor-EDV aufgenommen werden. Wesentlich schwieriger ist dagegen eine immer wieder zu aktualisierende Dokumentation der zahlreichen Medikamente, mit denen die häufig multimorbiden Patienten heute behandelt werden. So hat z. B. die Einführung der NOAK/DOAK gezeigt, wie wichtig in solchen Fällen die aktuelle Angabe der Medikation sein kann, wenn gerinnungsphysiologische Untersuchungen durchgeführt werden müssen.

Patientenvorbereitung nicht beeinflussbare Faktoren

Abnahme bedingungen

beeinflussbare Faktoren langzeitig wirkende Faktoren

kurzzeitig wirkende Faktoren

Endogen: ƒƒ Geschlecht, ƒƒ Ethnische Besonderheiten

ƒƒ Alter ƒƒ Gewicht ƒƒ genetische Faktoren ƒƒ Krankheiten ƒƒ Arzneimittel

ƒƒ Tag/NachtRhythmus ƒƒ Zyklustag ƒƒ SSW

Exogen: ƒƒ Geograpische Besonderheiten

ƒƒ Lebensgewohnheiten ƒƒ Sportliche Aktivitäten ƒƒ Berufliche Expositionen ƒƒ Klima

ƒƒ Ernährung ƒƒ Körperliche Belastung ƒƒ Genussmittel ƒƒ Pharmaka ƒƒ Operation

Körperlage Entnahmeort Entnahmetechnik Stauung Desinfektion

N. PROF. DR. J. AUFENANGER, INGOLSTADT

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Durch Wechselwirkungen mit Medikamenten kommt es bei zahlreichen Basislaborparametern und Hormonen zu falsch hohen oder falsch niedrigen Ergebnissen. Die dabei beobachteten Effekte sind so vielfältig, dass die Angabe der Medikation auf dem Laborüberweisungsschein Muster 10 genauso wichtig ist wie die Verdachtsdiagnosen bzw. wie die labormedizinischen Fragestellungen. Auch bestimmte Lebensgewohnheiten wie Extrem- und Kraftsport (z. B. CK-CKMB-Erhöhung) sollten genauso wie Expositionen von Schadstoffen in

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SERVICE Beruf und Freizeit dem durchführenden Facharzt für Laboratoriumsmedizin mitgeteilt werden, damit sie so in die Befundung einfließen können.

Der weitaus häufigste präanalytische Fehler bei Laboreingang ist allerdings die Hämolyse, gefolgt von geronnenen Proben und nicht ausreichend gefüllten Blutbild- und Gerinnungsröhrchen.

Noch viel wichtiger sind solche Angaben bei den kurzfristig wirkenden Faktoren. So unterliegen zahlreiche Parameter einem ausgeprägten Biorhythmus (z. B. ACTH, Cortisol, Somatotropin, Renin), sodass der Entnahmezeitpunkt genau dokumentiert werden muss. Diese Angaben sollten genauso selbstverständlich sein, wie z. B. die Mitteilung des Zyklustages, die Einnahme von Ovulationshemmern oder die Schwangerschaftswoche.

Allein die Hämolyse macht fast 50 Prozent aller präanalytischen Fehler aus und ist meist, neben schwierigen Abnahmebedingungen, vor allen Dingen durch falsche Lagerung oder zu lange Transportwege der Vollblutprobe verursacht. Umgekehrt heißt dies aber auch, dass durch die Anschaffung einer Zentrifuge zur Probenvorbereitung ca. 50 Prozent aller präanalytischen Fehler vermieden werden können. Ähnliches gilt für die Gerinnungsproben, deren umgehender und sachgerechter Transport in ein Labor ein wesentliches Qualitätskriterium in der Analysenkette darstellt.

Neben dem Einfluss kurzfristig stattgefundener körperlicher Belastung (z. B. falsch erhöhte PSA-Werte nach Fahrradtour) ist aber auch der Einfluss der Ernährung für zahlreiche Laborparameter von großer Bedeutung. So ist eine 12-stündige Nahrungskarenz bei der Bestimmung von Triglyzeriden, Blutzucker, Eisen, Phosphat und LDH unbedingt einzuhalten, während bei Parametern, wie z. B. Cholesterin, Blutbild, Elektrolyten, Kreatinin, serologischen Antikörperbestimmungen, eine leichte Mahlzeit durchaus erlaubt ist. Bei der Beurteilung von Medikamentenspiegeln (TDM) ist unbedingt der Zeitpunkt der letzten Einnahme zu dokumentieren, um die Kinetik des zu bestimmenden Pharmakons (Berg-/Talspiegel, 2-Stunden-Wert etc.) bei der Beurteilung berücksichtigen zu können. Nach der Indikationsstellung und Abklärung der möglichen Einflussgrößen auf die zu untersuchenden Parameter sollte dann die Blutabnahme unter standardisierten Bedingungen erfolgen. Blutentnahme unter Standardbedingungen ƒƒ Blutentnahme zwischen 7.00 Uhr und 9.00 Uhr ƒƒ Keine extremen körperlichen Aktivitäten in den letzten drei Tagen ƒƒ Nüchtern, d. h. Nahrungskarenz von 12 Stunden ƒƒ Blutentnahme immer in gleicher Lageposition ƒƒ Mindestens 10 min. vor der Blutentnahme ruhen ƒƒ Kurz stauen (< 30 Sek.), Stauung lösen, kein Faustschluss, nicht „pumpen“ ƒƒ Röhrchen gründlich durchmischen ƒƒ Blutbild und Gerinnungsröhrchen immer voll füllen! Neben den schon besprochenen Einflussgrößen hat auch die Lageposition des Patienten bei etlichen Parametern einen deutlichen Einfluss auf das Ergebnis. Neben bekannten Messgrößen, wie z. B. Katecholaminen, Aldosteron, Renin, zeigt sich auch bei der Bestimmung der Erythrozyten, zahlreicher Proteine sowie der Blutfette eine deutliche Zunahme beim Wechsel vom Liegen zum Stehen. Ähnlich deutliche Veränderungen sind bei zu langem Stau und dem noch weit verbreiteten Faustmachen bei der Blutentnahme zu beobachten. So führt Letzteres zu einer deutlichen Pseudohyperkaliämie, während verlängerte Stauzeiten mit der Zunahme zahlreicher Parameter, wie CK, LDH, Transaminasen, Blutfette etc. verbunden sind. Während die Gruppenteste in der Gerinnung (Quick, PTT) zu niedrigeren Werten führen, erhöhen sich bei verlängerten Stauzeiten (> 3 Minuten) die Fibrinogen- und D-Dimeren-Konzentrationen deutlich. 11 | 2018

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Aber nicht nur Blutproben, und dies sei der Vollständigkeit halber erwähnt, sondern selbstverständlich auch alle Materialien für die mikrobiologische Analytik sind auf definierte Abnahmebedingungen und schnelle und sachgerechte Transportwege unbedingt angewiesen. Umfangreiche Studien haben ergeben, dass durch 75 Prozent der präanalytischen Fehler Befundergebnisse im Referenzbereich entstehen. Weitere 12,5 Prozent der erhaltenen Ergebnisse sind so absurd, dass sie nicht in Betracht gezogen werden müssen. Die verbleibenden 12,5 Prozent der präanalytischen Fehler haben aber einen Effekt auf die Gesundheit des Patienten (Diagnose und Therapie). Insofern scheint es durchaus berechtigt, Mittel, die bisher für den Wirtschaftlichkeitsbonus zur Verhinderung von Laborleistungen aufgewendet werden, in Form einer Präanalytikpauschale an diejenigen Haus- und Fachärzte auszuzahlen, die über entsprechende Qualitätsmanagementsysteme verfügen, sodass die Proben fachgerecht aufgearbeitet und verschickt werden können. Nur wenn es gelingt, in enger Abstimmung zwischen den beauftragten Haus- und Fachärzten und den mit der Erbringung betrauten Fachärzten für Laboratoriumsmedizin den Bereich der Präanalytik verbindlich zu regeln, wird es auf Dauer möglich sein, auch diese Fehlerquellen nachhaltig zu minimieren. Hierfür bedarf es nicht nur einer deutlichen Verbesserung in der elektronischen Kommunikation, sondern auch einer Intensivierung der Fortbildungsmaßnahmen zur Steigerung der Prozessqualität in der Präanalytik. Vielfältige Veranstaltungen werden schon jetzt von allen Laboratorien in unserem Land für ihre Einsender angeboten. Die Vertragspartner des Bundemantelvertrages müssen sich deshalb bei Erstellung eines neuen EBM Gedanken darüber machen, ob die derzeitig rein monetär geprägte Steuerung von Laborleistungen wirklich weiter fortgesetzt werden sollte oder ob es nicht besser wäre, mit diesem Geld die innerärztliche Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft in Form von Präanalytikpauschalen und Diagnostischen Pfaden zu fördern, was in jedem Fall dem Wohle der gemeinsam betreuten Patienten zugutekommen würde, damit für diese schnell eine richtige Diagnose gefunden und die notwendige Therapie eingeleitet werden kann. DR. ANDREAS BOBROWSKI, LABORARZT, LÜBECK

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SERVICE WAS, WANN, WO?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

FÜR ÄRZTE UND QM-MITARBEITER THEMA: Qualitätsmanagement –

die G-BA-Richtlinie erfüllen

DATUM: 14. NOVEMBER 2018, 14.00 BIS 18.00 UHR

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern? In diesem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg TEILNAHMEGEBÜHR: 50 Euro FORTBILDUNGSPUNKTE:.5

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TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de 42

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SERVICE

Veranstaltungen KVSH

14. NOVEMBER 2018, 18.00 BIS 21.00 UHR

Symposium des Förderkreises Qualitätssicherung im Gesundheitswesen in SH e. V. (FKQS)

5. DEZEMBER 2018, 14.00 BIS 17.00 UHR

Offene Sprechstunde Ort: Info:

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bad Segeberg An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Um Anmeldung wird gebeten: FKQS, Marion David, Bismarckallee 8 –12, 23795 Bad Segeberg Fax 04551 803 409 oder Online über die Homepage www.foerderkreis-qs.de 21. NOVEMBER 2018, 19.00 BIS 21.00 UHR

Baltic Seminar 2018 Ort: nordBLICK Augenklinik Bellevue, Lindenallee 21–23, 24105 Kiel Info: Themen: Amnionmembrantransplantation, neue Behandlungsoption suprachoroidale Stents, Studienüberblick der aktuellen Studien in der nordBLICK Augenklinik Bellevue, die Therapie des chronisch diabetischen Makulaödems – die Langzeitbehandlung bewährt im Praxisalltag. Tel. 0431 30108 4120, Fax 0431 30108 24 E-Mail:  a.hinsch@nordblick.de, info@nordblick.de www.nordblick.de

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Schleswig-Holstein

24. NOVEMBER 2018, 9.00 BIS 12.55 UHR

8. Lübecker Allergie-Symposium

10. NOVEMBER 2018, 9.00 BIS 12.45 UHR

Cannabinoide – eine Droge wird geadelt Ort: Helios Klinik Schleswig, St. Jürgener Str. 1-3, 24837 Schleswig Info: Tel. 04621 812 1905, Fax 04621 812 2509 E-Mail: andrea.schumann2@helios-gesundheit.de www.helios-gesundheit.de/schleswig

Ort: Radisson Blu Senator Hotel, Willy-Brandt-Allee 6, 23554 Lübeck Info: Tel. 0451 500 415 05, Fax 0451 500 415 34, Wiebke Schmidt Um Anmeldung wird bis zum 17. November 2018 gebeten. E-Mail:  Wiebke.Schmidt@uksh.de www.uksh.de 24. NOVEMBER 2018, 10.00 BIS 16.00 UHR

10. NOVEMBER 2018, 9.00 BIS 14.00 UHR

Traineeprogramm für Ärzte in Weiterbildung

Baltisches und Flensburger hämatologisch/ onkologisches Symposium

Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Bettina Fanselow, Tel. 04551 883 255 oder Bärbel Dargel-Mikkelsen, Telefon 04551 803 754, Um Anmeldung wird bis zum 16. November 2018 gebeten E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de oder akademie@aeksh.de akademie@aeksh.de www.kvsh.de

Ort: OASE, Kielseng 30, 24937 Flensburg Info: Tel. 0461 8122101 oder 0461 8162511 Medizinische Klinik I (St. Franziskus-Hospital)/ Prof. Dr. N. Basara, Dr. J. Benk www.diako.de www.malteser-franziskus.de 14. NOVEMBER 2018, 18.00 BIS 20.00 UHR

29. NOVEMBER 2018, 9.00 BIS 17.00 UHR

Minimalinvasive Thoraxchirurgie

Schulungstag des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein

Ort: Strandhotel Glücksburg, Kirstenstraße 6, 24960 Glücksburg Info: Tel. 0461 8122101 oder 0461 816 2511 Chirurgische Klinik K. Härtel, Dr. V. Moskalenko www.diako.de www.malteser-franziskus.de

Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Anmeldung bei Nina Brunken, Tel. 04551 803 760, Fax 04551 803 751, Fortbildungspunkte 10 E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de/akademie

14. NOVEMBER 2018, 18.00 BIS 20.00 UHR

Flensburger Parkinsonsymposium: „nicht-motorische Symptome bei Morbus Parkinson, Therapie des fortgeschnittenen Morbus Parkinson“ Ort: Hotel Wassersleben, Wassersleben 4, 24955 Harrislee Info: Tel. 0461 8122101 oder 0461 8162511 Chirurgische Klinik K. Härtel, Dr. V. Moskalenko www.diako.de www.malteser-franziskus.de 11 | 2018

Nordlicht

AKTUELL

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SERVICE KONTAKT

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Justitiar

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 Alexandra Stebner (stellv. Justitiarin)��������������������������������������������� 230

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 361/534 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Maria Behrenbeck (stellv. Leiterin)������������������������������������������������� 251 Alexandra Stebner��������������������������������������������������������������������������� 230 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Dr. Hans-Joachim Commentz (BD-Beauftr. d. Vorstands)��������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 380 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

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Nordlicht

Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 380 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Dünndarm Kapselendoskopie Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Maximilian Mews���������������������������������������������������������������������������� 462 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 AKTUELL

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SERVICE KONTAKT HIV/AIDS Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Christian Riske���������������������������������������������������������������������������������� 493 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Personal und Finanzen Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Thorsten Heller (Stellvertreter Finanzen)����������������������������������������� 237 Claudia Rode (Stellvertreterin Personal)������������������������������������������ 295 Yvonne Neumann (Entgeltabrechnung)������������������������������������������� 577 Sonja Lücke (Mitgliederbereich)������������������������������������������������������� 288 Karin Hiller (Objektmanagement)���������������������������������������������������� 468 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 11 | 2018

Nordlicht

Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsprüfung Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Sabrina Bardowicks�������������������������������������������������������������������������� 691 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Gabriela Haack�������������������������������������������������������������������������������� 442 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Daniela Leisner................................................................................. 578. Christine Sancion.............................................................................. 470 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 380 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Soziotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888

AKTUELL

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SERVICE KONTAKT

Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� Tonsillotomie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

231 445 930 304 351 439 255 276 266

Stelle nach Paragraph 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 E-Mail: infoParagraph81aSGBV@kvsh.de

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Dr. Hartmut Günther (Stellvertreter)������������������������������������������ 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 89890 0, Fax 04551 89890 89 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)���������������������������������������������������� 89890 10

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout); Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das NORDLICHT erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“). Die Datenschutzhinweise der KVSH finden Sie unter www.kvsh.de.

AKTUELL

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SERVICE KONTAKT

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 11 | 2018

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de AKTUELL

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Ärztlicher Bereitschaftsdienst IN SCHLESWIG-HOLSTEIN Wir – die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) – organisieren außerhalb der normalen Sprechstundenzeiten auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der unter der Rufnummer 116117 zu erreichen ist. Hierfür betreiben wir mehr als 40 Anlaufpraxen an Kliniken im Land, um die ambulante medizinische Versorgung auch dann sicherzustellen, wenn die Arztpraxen in der Regel geschlossen sind: in den Abend- und Nachtstunden, an Wochenenden und an Feiertagen. Parallel dazu wird für medizinisch notwendige Hausbesuche ein Fahrdienst durch unsere Leitstelle in Bad Segeberg koordiniert. Für beide Bereiche – Anlaufpraxen und Fahrdienst – suchen wir engagierte Kolleginnen und Kollegen. Sofern Sie noch keine Facharztanerkennung haben, wird eine mindestens 3-jährige Weiterbildung erwartet.

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116117 Noreen Rethemeier, Tel. 04551 883 227 noreen.rethemeier@kvsh.de Stefanie Freitag, Tel. 04551 883 648 stefanie.freitag@kvsh.de

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Nordlicht 11/2018  

Nordlicht 11/2018  

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