Page 1

nr. 11 | 2016

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

K

T

U

E

L

L

Verordnungen

So behalten Sie den Ăœberblick

se r ab vi se ces it ei e te 36 n

A

November 2016 | 19. Jahrgang


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 11 | 2016

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

4

Praxisnahe Hilfe: So verordnen Sie richtig

11

Nachrichten Kompakt

Sicher durch den Verordnungsdschungel: In unserem Titelthema zeigen wir, wie Sie Arznei-, Heil- und Hilfsmittel korrekt und wirtschaftlich verordnen und Ihre Patienten trotzdem erfolgreich behandeln können.

Gesundheitspolitik 12

Nordfriesland: Neue Ärzte für Pellworm

Praxis & KV 13

Online: KVSH erweitert Niederlassungskampagne

14

AV-Bericht: Medikationsplan – medizinisch sinnvoll, Honorierung mangelhaft

17

Volkskrankheiten: Deutschland hat Rücken und ringt nach Luft

18

Selbstverwaltungsstärkungsgesetz: Gröhe macht Ernst

20

Tourismusabgabe sorgt für Unmut

22

Leserbrief

23

Bekanntmachungen und Meldungen

30

Neues aus KVen und KBV

31

Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie hat neuen Vorsitzenden

04 Die Tourismusabgabe sorgt für Unruhe. Auch Ärzte und Psychotherapeuten werden in einigen Kommunen nun zur Kasse gebeten. Die Besonderheiten der ärztlichen Tätigkeit werden dabei ausgeblendet.

Die Menschen im Land 32

Helfen, wo der Pfeffer wächst

34

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

35

Kommentar: Morbid

20 32

Service 36

Sie fragen – wir antworten

37

Seminare

39

Termine

Dr. Gie Vandehult hilft dort, wo Hilfe dringend gebraucht wird. Die Plastische Chirurgin reist seit Jahren nach Madagaskar und operiert dort unter extremen Verhältnissen.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

2

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


Nordlicht nr. 11 | 2016 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, man nimmt es sich immer wieder vor und irgendwann kann man sich nicht mehr davor drücken. Von der häuslichen Bücherwand muss der Staub von Monaten oder auch Jahren entfernt werden. Bei einer solchen Tätigkeit kam mir neulich der dicke Wälzer „Die Geschichte der Medizin im Spiegel der Kunst“ in die Hand. Geschätzte 30 Jahre steht er da, einmal gekauft in Erinnerung an einen Anatomie-Professor, der seine Vorlesungen so mit Renaissancebildern unterlegte, dass man nicht mehr vergaß, wo der Supraspinatus oder der Facialis sitzt. Das Wischtuch blieb erst mal liegen, die nächste Stunde gehörte der Kunst. Das Titelblatt zeigt einen in einem Sessel sitzenden Patienten, um den sich fast ein Dutzend Ärzte scharen. Manche scheinen lebhaft zu diskutieren, manche kratzen sich am Bart, manche zeigen bedenkliche Minen, einer legt gütig seine Hand dem Patienten auf die Schulter. Im Buch weiter fand ich Bilder von Höhlenmalerei, aus dem alten Ägypten, Rembrandts Leichenöffnung des Dr. Tulp und vieles mehr. Immer drückten die Bilder eines aus: Der Kranke steht im Mittelpunkt. Er ist das Subjekt, um das sich seit Jahrtausenden alle scharen. Heute hätte ein Maler wohl die Qual der Wahl. Selbst, wenn er den Kranken weiterhin in der Mitte platzierte, käme der Platz für den Arzt arg in Bedrängnis und schon mal gar für mehrere, die seine Krankheit überdenken. Viele andere wollen ins Bild: der Jurist, der Controller, der Patientenschützer, der Versicherer, der Pharmazeut, der Techniker, der Qualitätsmanager, der Politiker. Sie alle stellen den inzwischen zum Kunden avancierten Kranken in den Mittelpunkt. Fragt sich nur in welchen? „Unsere Kunst umfasst dreierlei“, bemerkte Hippokrates, „die Krankheit, den Kranken und den Arzt“. In einem nicht überlieferten Nachsatz hätte er wohl gesagt: „Alles andere ist Beiwerk.“ Heute ist sein Kunstbegriff nicht mehr „in“. Krankheit wird als defekte Maschine dargestellt, die Diagnostik übernimmt wie im Autohaus die Software, die Therapie ist Reparatur, die Bedienungsanleitung nennt man Leitlinie. Arzt und Patient leben aber unverändert anderes: Zuhören, Hypothesen, empirische Überprüfung, Intuition, Beobachtung, Geduld, Zuspruch. Die Hand auf der Schulter wird nie unmodern! Lassen Sie sich also nicht verschrecken durch die in diesem Heft akribisch aufbereiteten Arznei- und Heilmittelvorgaben. Alles richtig, alles wichtig – dennoch: Beiwerk. Ihre

Dr. Monika Schliffke

11 | 2016

Nordlicht

aktuell

3


Titelthema S ervice

Praxisnahe Hilfe: So verordnen Sie richtig

© istock.com/psphotograph

Das Verordnen von Arznei-, Heil- und Hilsfmitteln gehört zum Alltag in den Arztpraxen. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Beim Ausfüllen verschiedener Vordrucke gibt es einiges zu beachten und nicht alles darf zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben werden, auch wenn der Arzt es aus medizinischer Sicht für notwendig hält. Und überhaupt: Es gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot, das den niedergelassenen Ärzten in ihrem Handeln oft enge Grenzen setzt. Aus diesem Grund haben die Experten der KVSH-Verordnungsberatung wichtige Tipps und Hinweise für eine Verordnung zusammengestellt, die Ihnen Ärger mit den Krankenkassen möglichst erspart. Für alle, die kurz und knapp wissen wollen, worauf es ankommt: Wir beantworten häufige Fragen aus unserer täglichen Verordnungsberatung, sogenannte FAQs (Frequently Asked Questions).

Das Verordnen von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln auf einem Kassenrezept wird durch Gesetze, Richtlinien und zahlreiche Bestimmungen geregelt. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir für jeden Verordnungsbereich nützliche Hinweise für Sie zusammengestellt. Mit diesem Artikel können wir das umfangreiche Gebiet der ärztlichen Verordnung natürlich nur umreißen. Ganz bewusst

haben wir den Sprechstundenbedarf ausgeklammert, weil die KVSH darüber zurzeit mit den Krankenkassen verhandelt. Und auch das Thema Wirtschaftlichkeitsprüfungen sparen wir an dieser Stelle aus, da wir in einer der nächsten Ausgaben des Nordlichts darüber berichten wollen, wie die neuen Prüfvereinbarungen mit den Krankenkassen in Schleswig-Holstein aussehen werden.

4

aktuell

Nordlicht

11 | 2016


Titelthema

Arzneimittelverordnung

1. Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) Sie beschreibt auf 29 Seiten, was in der Arzneimittelversorgung im Grundsatz zu verordnen geht, und was nicht. Für den praktischen Alltag sind die Schnellübersicht der KBV und des GKV-Spitzenverbandes zur Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln nach der Arzneimitte-Richtlinie, Paragraf 92 Abs.1 Satz 2 Nr. 6 SGB V und den Anlagen zur AM-RL Nummer I bis XIII bedeutsamer. Die Schnellübersicht ist unter www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen eingestellt.

© istock.com/richcano

2. Anlage I OTC-Richtlinie Sie listet die freiverkäuflichen Wirkstoffe auf, die aufgrund ihres Nutzens für den Patienten in bestimmten Krankheitsfällen/Indikationen zulasten der GKV verordnet werden dürfen. Beispiel: ASS (bis 300 mg/Dosiseinheit) zur Thrombozytenaggregationshemmung bei Koronarer Herzkrankheit und in der Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall sowie nach arteriellen Eingriffen.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten orientieren sich am Wirtschaftlichkeitsgebot. Das gilt auch für die Arzneimittelverordnung. Ziel des Wirtschaftlichkeitsgebotes ist es, eine erfolgreiche Behandlung durchzuführen, ohne dass dabei die Kosten ausufern. Gesetzliche Grundlage Satz 1 SGB V Paragraf 12 (Wirtschaftlichkeitsgebot) „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.“ Für die Einhaltung dieses Grundsatzes haftet der Vorstand der jeweiligen Krankenkasse persönlich. G-BA Arzneimittel-Richtlinie und Anlagen Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), bei dem Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft und Patientenorganisationen an einem Tisch sitzen, berät und beschließt über die Anwendung neuer Wirkstoffe, Therapien, Verfahren und anderes mehr in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Es dürfte sich damit um das mächtigste Gremium im Gesundheitswesen handeln. Die Orientierung im Einzelnen und Festlegung auf bestimmte Wirkstoffe, Verfahren, Methoden usw. wird durch die Richtlinien und Beschlüsse des G-BA festgelegt. Diese Richtlinien sind auf www.g-ba.de/informationen/richtlinien/ zu finden.  ie Richtlinien des G-BA sollen Vertragsärzten beim Verordnen D helfen und ihnen eine therapie- und preisgerechte Auswahl der Medikamente, Produkte etc. ermöglichen. Die Liste der Richtlinien ist lang. Es werden deshalb die für den Praxisalltag wichtigsten Richtlinien kurz dargestellt.

11 | 2016

Nordlicht

3. Anlage II Lifestyle-Arzneimittel Sie listet Arzneimittel auf, die zur Erhöhung der Lebensqualität, Steigerung der Sexualfunktion oder Verbesserung des Aussehens geeignet sind und nicht verordnet werden dürfen. Beispiel: Prototyp Sildenafil (Viagra®). 4. Anlage III Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse Sie ist die am meisten gebrauchte Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse sowie die Ausnahmen davon in alphabetischer Reihenfolge. Die Liste reicht von A wie Acida bis Z wie Zellulartherapeutika. Beispiele: Antiphlogistika oder Antirheumatika in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen sowie Suppositorien und Salben zur Behandlung von analen Fissuren und Hämor-rhoidalleiden. 5. Anlage V Medizinprodukte-Liste Sie listet Medizinprodukte auf und beschreibt, unter welchen Voraussetzungen diese verordnungsfähig sind. Beispiel für Macrogol: Text in der Richtlinie: „Für Patienten ab dem vollendeten 12. Lebensjahr zur Behandlung der Obstipation nur in Zusammenhang mit Tumorleiden, Megacolon (mit Ausnahme des toxischen Megacolons), Divertikulose, Divertikulitis, Mukoviszidose, neurogener Darmlähmung, bei phosphatbindender Medikation bei chronischer Niereninsuffizienz, Opiat- sowie Opioidtherapie und in der Terminalphase. Für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen im Alter von 12 Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zur Behandlung der Obstipation.“ 6. Anlage XIII zur enteralen Ernährung Sie ist derzeit nicht in Kraft, da Stellungnahmen zur Aktualisierung angefordert wurden. Es gilt die alte Fassung bis zur Erstellung einer neuen Liste. Enterale Ernährung umfasst Spezialnahrungen für Stoffwechselerkrankungen und untergewichtige Patienten mit neurologischen, onkologischen und anderen Diagnosen. Meist sind es Angehörige oder pflegende Einrichtungen, die enterale Ernährung zulasten der Krankenkassen vom Arzt anfordern. Dahinter steckt einerseits die Sorge um den Angehörigen aber auch der Wunsch die Pflege untergewichtiger Patienten zu vereinfachen und die Pflegekräfte zu entlasten. aktuell

5


Titelthema S ervice

7. Arzneimittelübersicht zur sogenannten Negativliste Dort werden namentlich Arzneimittel aufgeführt, die unwirtschaftlich bei der Verordnung in der GKV sind und einen Antrag auf wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen.

FAQs zur Arzneimittelverordnung

Warum muss ich teure Originale für bestimmte Indikationen verordnen, wenn es preiswertere Generika gibt? Weil es die Krankenkassen so wollen und die Hersteller die Zulassung erreicht haben. Beispiel Revatio® (Sildenafil) für die Indikation PAH.

Welchen Patienten kann ich enterale Ernährung, z. B. flüssige Ernährung „Astronautenkost“, verordnen?

Sind Kleinpackungen im Vertretungsfall grundsätzlich zu verordnen? Nein. Bei Dauermedikation von Generika (ß-Blocker, Lipidsenker, Diuretika, ASS und ähnlichem) ist die Verordnung nicht sinnvoll, da der Preis einer N2 oft nur gering unter der einer N3 liegt oder der gleiche Preis gilt. Bei BtM-Arzneimitteln wie Methylphenidat und Fentanyl ist eine Kleinpackung durchaus in Erwägung zu ziehen, da hier z. B. die fachliche Erfahrung beim Hausarzt bezüglich ADHS, Schmerztherapie oder ähnliches fehlt und der Patient und seine Besonderheiten nicht bekannt sind.

Ist es sinnvoll aufgrund von Richtgrößen und Zuordnung zum Fall Verordnungsmengen nur bis zum Quartalsende zu bemessen? Nein. Die Errechnung der bisherigen Richtgrößen bemisst sich an allen kurativen Fällen der Praxis über ein Jahr und nicht bis zum Ende eines Quartals.

Kann man bei Erwachsenen auch flüssige oder transdermale Darreichungsformen (DF) verordnen auch wenn feste DF vorhanden sind? Bei bestimmten Arzneimitteln sind flüssige oder transdermale DF die einzig verfügbaren. Sie sollten aber beachten, dass diese DF z. B. von Antibiotika/Schmerzmitteln deutlich teurer sind und von der Arzneimittel-Richtlinie für die Verordnung bei Erwachsenen ausgeschlossen sein können. Patienten mit Störungen des Schluckaktes oder schlechter Verträglichkeit einer festen DF können bei Verfügbarkeit z. B. Lutschtabletten oder Pflaster erhalten statt Tropfen (BtM-Arzneimittel sind als Pflaster oder in Einzelfällen als Lutschtablette erhältlich). Alternativen bei Patienten die per Sonde ernährt werden, können parenterale DF sein.

6

© istock.com

Der Arzt sollte prüfen in welchem Zustand der Patient sich mit seiner Erkrankung befindet (BMI bekannt?) und welche Versuche in Eigenregie mit Zuwendung und selbst hergestellter hochkalorischer Nahrung und Trinknahrung gemacht worden sind. Es gibt Möglichkeiten der eigenen Wiederherstellung von enteraler Ernährung und Regimen der Ernährung, die dem Patienten die auf Dauer langweilige „Astronautenkost“ ersparen.

Nordlicht

Der Verordnung von enteraler Ernährung müssen verschiedenste Maßnahmen der Ernährungstherapie d. h. Zuwendung, erkrankungsgerechte Normalkost, selbst hergestellte hochkalorische Nahrung, Lagerung etc. vorausgegangen sein, um Ernährung zulasten der Krankenkassen verordnen zu können. Dabei kann der BMI (<18) ein Kriterium sein.

Welche Teststreifen sind verordnungsfähig? Blutzucker-, Gerinnungs- und Harnteststreifen sind grundsätzlich als Arzneimittel verordnungsfähig auf Muster 16 und gehen in die Richtgröße ein. Blutzuckerteststreifen sind bei Diabetes Typ1 und insulinpflichtigem Typ 2 bis zu 5 Streifen/Tag rezeptierbar. Dei Diabetes Typ 2 ohne Insulinpflicht nur bei Neueinstellung oder Therapieumstellung mit Gefahr von Hypoglykämien 50 Streifen im Behandlungsfall. Grundsätzlich sollte der Quartalsbedarf günstiger Teststreifen verordnet werden. Harnteststreifen dürfen nur drei Messbereiche haben: Glucose, Keton und Ascorbinsäure.

Was gibt es für Besonderheiten bei Verordnungen für Kinder unter 12 Jahren und Kinder über 12 Jahren? Der Hauptunterschied besteht darin, dass OTC-Arzneimittel Kindern unter 12 Jahren verordnet werden können, z. B. Erkältungsmittel, PCM, Ibuprofen. Allerdings gibt es OTC-Arzneimittel, die durch die AM-RL auch für Kinder unter 12 Jahren als unwirtschaftlich angesehen werden (z. B. Monapax, Otovowen, siehe Verordnungsausschlüsse der AM-RL Anlage III). Für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen ab 12. Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gilt, dass das OTC-Arzneimittel zulasten der Krankenkassen verordnet werden können, sofern diese nicht unwirtschaftlich sind. Sonst gilt ab Vollendung des 12. Lebensjahres, dass nur verschreibungspflichtige Arzneimittel indikationsgerecht verordnet werden können. Ansonsten gelten Kinder über 12 Jahren in der Verordnung wie Erwachsene.

aktuell

11 | 2016


Titelthema sätzen der Verordnung von HM eine Definition und Beschreibung der vier Heilmittel Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Podologie.

Heilmittelverordnung

Von der Bedeutung im Sinne von anfallenden Kosten machen die Physiotherapie 72 Prozent, die Ergotherapie 15 Prozent, die Logopädie 11 Prozent und Podologie knapp drei Prozent aus (gerundete Zahlen). Gesetzliche Grundlagen der Heilmittelverordnung Paragraf 1 Satz 8 HM-RL: “ Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie Krankenkassen haben darauf hinzuwirken, dass die Versicherten eigenverantwortlich durch gesundheitsbewusste Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an Vorsorge- und aktive Mitwirkung an Behandlungsmaßnahmen dazu beitragen, Krankheiten zu verhindern und deren Verlauf und Folgen zu mildern. Satz 9 HM-RL: Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie Krankenkassen haben die Versicherten darüber aufzuklären, welche Leistungen nicht zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet und abgegeben werden können.“

© istock.com/Dean Mitchell

Paragraf 9 Wirtschaftlichkeit HM-RL „Vor jeder Verordnung von Heilmitteln soll die Vertragsärztin oder der Vertragsarzt prüfen, ob entsprechend dem Gebot der Wirtschaftlichkeit das angestrebte Behandlungsziel auch durch eigenverantwortliche Maßnahmen der Patientin oder des Patienten (z. B. nach Erlernen eines Eigenübungsprogramms, durch allgemeine sportliche Betätigung oder Änderung der Lebensführung), ƒƒ durch eine Hilfsmittelversorgung oder ƒƒ durch Verordnung eines Arzneimittels unter Abwägung der jeweiligen Therapierisiken qualitativ gleichwertig und kostengünstiger erreicht werden kann. Dann haben diese Maßnahmen Vorrang gegenüber einer Heilmittelverordnung.“

Anderer Bereich, gleiches Prinzip: Auch bei der Heilmittelverordnung von Physiotherapie, Logopädie, Podologie und Ergotherapie geben Richtlinien vor, was verordnet werden darf und was nicht. Für den Heilmittelbereich sind das SGB V Paragrafen 32 und 84 die Heilmittel-Richtlinie (HM-RL) und der Heilmittel-Katalog (HM-Katalog) maßgeblich. Nicht alles was die HM-RL und der HM-Katalog vorschreiben, ist in die Verordnungssoftware der Praxisverwaltungssysteme eingepflegt, insbesondere nicht die HM-RL. Daher empfiehlt es sich, die HM-RL und den Katalog, insbesondere in Zweifelsfällen, vor der beabsichtigten Verordnung von Heilmitteln einzusehen, um nicht in Verordnungsfallen zu geraten. Die HM-RL (www.g-ba.de) und der HM-Katalog (www.heilmittelkatalog.de) sind online einsehbar. Es ist daher sinnvoll, möglichst an allen Arbeitsplätzen in der Praxis einen Internetzugang zu haben. Die HM-RL gibt nach der Einleitung mit allgemeinen Grund11 | 2016

Nordlicht

FAQs Heilmittelverordnung Kann eine HM-Verordnung auf Wunsch des Therapeuten geändert werden? Ja, aber nur vor Beginn der Therapie. Therapeuten sind verpflichtet, die Verordnung vor Beginn der Behandlung auf Fehler zu prüfen.

Wie macht man Langfristverordnungen und Praxisbesonderheiten auf dem Rezept kenntlich? Die bundesweit konsentierte Diagnosenliste Praxisbesonderheiten/Langfristverordnungen in Schleswig-Holstein „Blaues Heft“ oder auf der Homepage www.kvsh.de gibt die ICD-10-GM verschlüsselten Diagnosen vor. Damit werden diese HM-Verordnungen aus Ihrer HM-Richtgröße von vornherein herausgerechnet. Ab 2017 werden dieser Liste 14 weitere Erkrankungen/Diagnoseschlüssel hinzugefügt.

aktuell

7


Titelthema S ervice Wichtig ist zu wissen, dass die Verordnung von Hilfsmitteln das ärztliche Budget im Gegensatz zum Arznei- und Heilmittelbereich nicht belastet. Allerdings muss die Versorgung mit einem Hilfsmittel von der Krankenkasse vorher genehmigt werden, soweit diese nicht (z. B. für bestimmte Hilfsmittel oder bis zu einer bestimmten Wertgrenze) darauf verzichtet hat.

Was kann ich tun, wenn die Liste der Praxisbesonderheiten/Langfristverordnungen die schwerwiegende, möglicherweise seltene Erkrankung meines Patienten nicht enthält? Es empfiehlt sich, den besonderen Versorgungsbedarf vom zuständigen MDK feststellen zu lassen. Ab 2017 darf die Ablehnung eines solchen Antrages innerhalb von vier Wochen und nur mit medizinischer Begründung erfolgen.

Die gesetzlichen Grundlagen der Versorgung der Versicherten mit Hilfsmitteln ist in Paragraf 33 des SGB V geregelt. Zusätzlich werden Ausschlüsse von der Leistungspflicht der GKV in Paragraf 34 genannt. Die Hilfsmittel-Richtlinien des G-BA gibt die Definition dessen vor, was ein Hilfsmittel ist und wer es unter welchen Bedingungen beanspruchen kann.

Kann und darf ich ein „verlorenes“ HM-Rezept erneut ausstellen?

Was ist ein Hilfsmittel?

Verlorene HM-Rezepte sind nur dann zu ersetzen, wenn sichergestellt werden kann, dass der Patient den gleichen Therapeuten erneut aufsucht, da dort eine Doppelausstellung auffallen wird. Diese bekommt der Therapeut nicht erstattet.

Paragraf 2 Begriffsbestimmung (Auszug, Hilfsmittelrichtlinie) „Hilfsmittel sind sächliche Mittel oder technische Produkte, die individuell gefertigt oder als serienmäßig hergestellte Ware in unverändertem Zustand oder als Basisprodukt mit entsprechender handwerklicher Zurichtung, Ergänzung bzw. Abänderung von den Leistungserbringern abgegeben werden. Dazu können auch solche sächlichen Mittel oder technischen Produkte zählen, die dazu dienen, Arzneimittel oder andere Therapeutika, die zur inneren Anwendung bestimmt sind, in den Körper zu bringen (z. B. bestimmte Spritzen oder Inhalationsgeräte). Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gehören zu den Hilfsmitteln ƒƒ Sehhilfen, ƒƒ Hörhilfen, ƒƒ Körperersatzstücke, ƒƒ orthopädische und ƒƒ andere Hilfsmittel. Zu den Hilfsmitteln zählen auch Zubehörteile, ohne die die Basisprodukte nicht oder nicht zweckentsprechend betrieben werden können. Der Anspruch umfasst auch die notwendige Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln, die Ausbildung in ihrem Gebrauch und, soweit zum Schutz der Versicherten vor unvertretbaren gesundheitlichen Risiken erforderlich, die nach dem Stand der Technik zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit und der technischen Sicherheit notwendigen Wartungen und technischen Kontrollen.“

Weitere Antworten auf häufige Fragen zur Heilmittelverordnung finden Sie auch auf www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen  Heilmittelverordnung  Handbuch Heilmittel.

Hilfsmittelverordnung

© istock.com/Wavebreakmedia

Wer hat einen Anspruch darauf, ein Hilfsmittel verordnet zu bekommen?

Jeder Vertragsarzt, ob Haus- oder Facharzt, darf Hilfsmittel zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnen. Ob Bandagen, Schuheinlagen oder Kompressionsstrümpfe: Grundlage für die Verordnung von Hilfsmitteln sind auch hier bestimmte Richtlinien. 8

Nordlicht

Paragraf 3 Hilfsmittel-Richtlinie – Versorgungsanspruch (Auszug) „Hilfsmittel können zulasten der Krankenkassen verordnet werden, wenn sie im Einzelfall erforderlich sind, um ƒƒ den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, ƒƒ einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder ƒƒ eine Behinderung bei der Befriedigung von Grundbedürfnissen des täglichen Lebens auszugleichen, ƒƒ eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen, ƒƒ einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken,

aktuell

11 | 2016


Titelthema Muster 16

ƒƒ K  rankheiten zu verhüten oder deren Verschlimmerung zu vermeiden, ƒƒ Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen oder durch Rechtsverordnung nach Paragraf 34 Absatz 4 SGB V ausgeschlossen sind. Bei der Verordnung von Hilfsmitteln sind die in Paragraf 26 Absatz 1 SGB IX genannten Rehabilitationsziele zu beachten, soweit eine Zuständigkeit der Gesetzlichen Krankenversicherung besteht.“

© istock.com/SelectStock

Welche Produkte sind verordnungsfähig?

Für den praktischen Gebrauch steht unter www.rehadat-gkv.de ein Hilfsmittelverzeichnis zur Verfügung. Dieser Heilmittel-Katalog ist nicht abschließend inhaltlich festgelegt, sondern dient als Orientierungs- und Auslegungshilfe. Auch bisher nicht aufgeführte Hilfsmittel können unter die Leistungspflicht nach Paragraf 33 SGB V fallen. Dazu gibt es entsprechende Gerichtsurteile. Bei der Verordnung von Hilfsmitteln gilt, wie immer so auch hier, der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit nach Paragraf 12 SGB V („notwendig, zweckmäßig, ausreichend“). Das Hilfsmittelverzeichnis ist eingeteilt in Heilmittel-Produktgruppen und Pflegehilfsmittel-Gruppen. Im Verzeichnis können die Produktdefinitionen und Indikationen nachgelesen werden, die eine Verordnung seitens des Arztes rechtfertigen. Derzeit gibt es für Hilfsmittel keine Richtgrößen, dafür Genehmigungsvorbehalte der Krankenkassen gegenüber bestimmten Leistungen/Produkten. Ein Zusatz zur Verordnung „nur nach Genehmigung durch die Krankenkasse“ ist nicht zulässig, da der Arzt die Notwendigkeit vor der Ausstellung einer Verordnung zu prüfen hat. Die Verordnung allgemeiner Hilfsmittel erfolgt auf Muster 16 (Arzneimittelformular, bitte Feld 7 ankreuzen). Das Hilfsmittel muss so eindeutig wie möglich bezeichnet werden. Die Angabe der Produktart oder die Hilfsmittelnummer sowie die Diagnose sind auf der Verordnung anzugeben. Zusätzlich alle für die individuelle Versorgung notwendigen Einzelangaben. Der Patient wendet sich mit dem Rezept an seine Krankenkasse. Sofern Versorgungsverträge nach Paragraf 127 SGB V zwischen der Krankenkasse und den Hilfsmittellieferanten für den jeweiligen Bereich bestehen, teilt die Krankenkasse dem Patienten einen Hilfsmittelerbringer mit. Ist dies nicht der Fall, kann sich der Patient an einen Leistungserbringer seiner Wahl wenden. Bei individuell angefertigten und zugerichteten Hilfsmitteln vergewissert sich der behandelnde Arzt, ob das Hilfsmittel der Verordnung entspricht und seinen Zweck erfüllt. 11 | 2016

Nordlicht

Beispiele für Produkte: Milchpumpe, elektrisch betrieben (PG 01.35.01.1) Verordnende Fachärzte bei mütterlicher Indikation sind Gynäkologen (Stillhindernisse bei vorhandener Laktation). Bei kindlicher Indikation ist es der Pädiater auf den Namen der Mutter (Saug-, Trinkschwäche, Frühgeburt). Milchpumpen sind geeignet, leihweise verordnet zu werden. Adaptionshilfen, wie z. B. Strumpfanziehhilfen für Kompressionsstrümpfe (PG 02.40.01.3) Bei Erkrankungen mit starker Funktionsbeeinträchtigung der oberen Extremität(en), vor allem bei beeinträchtigter Greiffunktion. Kompressionsstrümpfe müssen medizinisch notwendig sein. Kork-Leder-Einlagen (PG 08.03.02.0) Diese Einlagen sind vor allem bei Erwachsenen bei folgenden Indikationen verordnungsfähig, wenn keine anderweitige Korrektur (beispielsweise operativ) durchgeführt wird, wie z. B.: Knick-Senk-Spreizfuß, Ballenhohlfuß, rheumatischer Spreizfuß oder bei angioneuropathischen Fußveränderungen in Kombination mit anderen Fußdeformitäten. Knick-Plattfuß Leder-Schaleneinlagen (PG 08.03.03.0) Diese Einlageart ist nur für Kinder- und Jugendliche geeignet. Sie hat korrigierende Wirkung bei folgenden Indikationen: Klumpfuß nach knöcherner Korrekturoperation, kongenitaler Plattfuß, Knickfuß, abgesenkter Hohlfuß, kindlicher Knick-Plattfuß, nicht kompensierbar, pathologische Beinachsenentwicklung bei Fußdeformierungen. Kontraindikation: im Zehenstand kompensierter schlaffer, kindlicher Knick-Plattfuß. aktuell

9


Titelthema Beispiele einer gesamten Produktgruppe: Produktgruppe 21: Messgeräte für Körperzustände/-funktionen Testgeräte zur Messung von Körperzuständen sind Peak-flowMeter, Blutdruckmessgeräte, Überwachungsgeräte für Kinder (SIDS), Pulsoximeter, Koagulationsmessgeräte, Überwachungsgeräte für Epilepsiekranke, BZ-Messgeräte, Personenwaagen (bei Heimdialyse).

© istock.com/ Cylonphoto

Geräte, die üblicherweise zu einer zeitgemäßen Haushaltsausstattung gehören (z. B. Fieberthermometer, Haushaltsoder Diätwaagen), sind als Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen und werden deshalb nicht von der Leistungspflicht der Gesetzlichen Krankenversicherung erfasst. Eine Ausnahme bilden die Personenwaagen bei der Durchführung einer Heimdialyse. Diese speziellen, medizinischen Waagen sind für eine Dialyse-Überwachung unerlässlich. Geräte, die ausschließlich der Messung einer sportlichen Konditionsverbesserung dienen (z. B. Pulsmesser), unterliegen ebenfalls nicht der Leistungspflicht der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Verordnung von Geräten, mit denen sich der Patient zu Hause selbst überwacht oder behandelt, setzt unabdingbar eine Einweisung durch den Arzt oder qualifizierte Mitarbeiter voraus. Dies gilt zum Beispiel auch bei Produktgruppe 9 Elektrostimulation/-therapie Beispiel TENS-Geräte: Eine Anleitung durch den Arzt oder einen qualifizierten Mitarbeiter ist vor der Verordnung erforderlich.

Manche Geräte/Gegenstände müssen auch erst mit einer längeren Schulung/Training erprobt werden (Blindenlangstock, Blindenführhund), bevor die endgültige Verordnung erfolgen kann.

Für Fragen rund um die Verordnung steht Ihnen das Team Beratung telefonisch zur Verfügung: Teamleiter

Thomas Frohberg

Tel. 04551 883 304

Sprechstunden-bedarf

Heidi Dabelstein

Tel. 04551 883 353

Arzneimittel, Hilfsmittel, Heilmittel

Stephan Reuß

Tel. 04551 883 351

Heilmittel

Dr. Friederike Toebe

Tel. 04551 883 247

Arzneimittel, Hilfsmittel, Heilmittel

Ellen Roy

Tel. 04551 883 931

Heilmittel

Anna-Sofie Reinhard

Tel. 04551 883 362

Bitte beachten Sie auch unsere Hinweise unter www.kvsh.de  Praxis  Verordnung Stephan ReuSS, KVSH

10

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


NACHRICHTEN  KOMPAKT ÄZQ

Westküstenkliniken starten Programm für Medizinstudenten

Kurzinformation Nierenkrebs

Foto: WKK

F ö rderung

Dr. Anke Laserre und Dr. Tilman von Spiegel

Heide – Um dem Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken, planen die Westküstenkliniken (WKK) künftig Förderungen an engagierte Medizinstudenten zu vergeben. Die Nachwuchsmediziner können dann für die Dauer ihres Studiums von einem Darlehen in Höhe von 300 Euro im Monat profitieren. Das Programm startet zum Wintersemester 2016/2017 und fördert die Studenten bereits im ersten Semester. „Als größter Arbeitgeber der Region fühlen wir uns im besonderen Maße verantwortlich für die Nachwuchsförderung auch im ärztlichen Dienst“, betont Dr. Anke Lasserre, Geschäftsführerin der Westküstenkliniken. Nach Ende des Studiums verpflichten sich die angehenden Ärzte zur Facharztausbildung in den Westküstenkliniken. Das Arbeitsverhältnis besteht nach dem Studium für drei Jahre. Wird das Angebot zur Facharztausbildung nicht angenommen, verpflichtet sich der Student zur verzinsten Rückzahlung des Darlehens. Ebenfalls auch bei Abbruch des Studiums oder falls das Examen nicht erfolgreich bestanden wird. So entstehe für beide Seiten eine Vorteilssituation und der angehende Nachwuchs könne frühzeitig an die Kliniken gebunden werden, heißt es aus den WKK. Pro Jahr sollen fünf Studenten angenommen und durch einen klinikinternen Mentor betreut werden. Einer der Mentoren wird Priv.-Doz. Dr. Tilman von Spiegel sein. Der Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin ist PJ-Beauftragter der WKK. „In einem komplexen und langen Studium wie dem der Medizin kann eine Mentorenbetreuung von unschätzbarem Wert für die Studenten sein“, erklärte er.

11 | 2016

Nordlicht

Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat die Patienteninformation „Nierenkrebs – Was für Sie wichtig ist“ veröffentlicht. Auf zwei Seiten informiert der Flyer kompakt und verständlich über Krankheitszeichen sowie Untersuchungsund Behandlungsmöglichkeiten. Patienten finden wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Krankheit. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 16.000 Menschen an Nierenkrebs. Das ÄZQ hat die Reihe „Kurzinformationen für Patienten“ im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer entwickelt. Inzwischen stehen unter www.patienten-information.de Veröffentlichungen zu über 60 Krankheitsbildern und Gesundheitsthemen zum Download bereit.

N iederlassung

Einzelpraxis bleibt Favorit Düsseldorf – Die Einzelpraxis bleibt die am häufigsten gewählte Existenzgründungsform. 58,8 Prozent der Ärzte, die sich niederlassen, gründen oder übernehmen eine Einzelpraxis. Andere Kooperationsformen, wie Berufsausübungsgemeinschaften oder Medizinische Versorgungszentren, liegen bei rund 40 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Analyse der ärztlichen Praxisgründungen, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) gemeinsam mit dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) durchgeführt hat. Datenbasis sind 2.500 ärztliche Existenzgründungen, die die Apobank 2014 und 2015 finanziert hat. Die durchschnittlichen Investitionen für die Neugründung einer Hausarztpraxis lagen 2015 bei 114.000 Euro, eine Praxisübernahme lag bei 118.000 Euro. „Wir beobachten, dass viele junge Heilberufler sich zunächst in einer Einzelpraxis niederlassen und damit die geringere Komplexität bei der Existenzgründung wählen, sich aber später für eine Kooperation entscheiden“, erklärte Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank.

aktuell

11


gesundheitspolitik N ordfriesland

Neue Ärzte für Pellworm

© istock.com/ vora

Seit Anfang Juli sichert das erste gemeindeeigene Medizinische Versorgungszentrum Schleswig-Holsteins die Versorgung auf Pellworm. Zwei hausärztlich tätige Internisten – beide im MVZ angestellt – kümmern sich um die Patienten auf der nordfriesischen Insel. Zusätzlich betreuen sie eine Kollegin, die auf Pellworm ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin absolviert.

Als Dr. Uwe Kurzke Mitte dieses Jahres eine neue ärztliche Tätigkeit in Österreich aufnahm, bestand auf Pellworm dringender Handlungsbedarf. Der 62-jährige Hausarzt hatte viele Jahre lang die rund 1.150 Inselbewohner und viele Urlauber in seiner Einzelpraxis ärztlich versorgt. Inselbürgermeister Jürgen Feddersen, Ärztegenossenschaft Nord (ÄGN), Ärztekammer und KVSH suchten daraufhin gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung für die künftige Versorgung. Im April 2016 beauftragte die Gemeinde die ÄGN mit der Entwicklung eines Konzeptes für die Fortführung der auf der Insel vorhandenen Hausarztpraxis. Als Ergebnis stand am 7. Juli 2016 die Gründung des MVZ Pellworm, dem ersten gemeindeeigenen Medizinischen Versorgungszentrum in SchleswigHolstein. Die ÄGN übernimmt seitdem die Management- und Verwaltungsaufgaben und stellt mit Jan Döring auch den Geschäftsführer der neuen gGmbH.

Das MVZ beschäftigt mit Wilko Schoormans (Facharzt für Innere Medizin Schwerpunkt Kardiologie) und Detlef Röhm (Facharzt für Innere Medizin) zwei ehemals in Schleswig niedergelassene Ärzte. Sie leisten jeweils 20 Sprechstunden pro Woche. HansJoachim Commentz, ehemaliger Notdienstbeauftragter der KVSH und ebenfalls viele Jahre lang als praktischer Arzt in Schleswig niedergelassen, vertritt die beiden im Bedarfsfall. Schoormanns und Röhm übernehmen zusätzlich auch die weitere Ausbildung der vorher bei Kurzke beschäftigten Ärztin in Weiterbildung. Die angehende Allgemeinmedizinerin Dr. Regine Ecker macht im März 2017 ihre Facharztprüfung und will auch danach auf Pellworm bleiben.

Arzt sein auf Pellworm Was fehlte, waren zunächst Ärzte für Pellworm, denn das Anforderungsprofil für Mediziner ist anspruchsvoll. Neben der vertragsärztlichen Tätigkeit, wie Sprechstunden und Hausbesuche, decken sie auch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst ab. Außerdem gehören die Betreuung eines „Mutter-Kind-Kurheimes“ des Deutschen Roten Kreuzes und Einsätze für den Rettungsdienst zum festen Aufgabengebiet. Müssen Patienten stationär behandelt werden, werden sie nach Rücksprache mit der Leitstelle Harrislee mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Die Suche nach geeigneten Ärzten gestaltete sich deshalb zunächst schwierig. Als Nachfolger für Kurzke war lange Zeit ein Berliner Arzt fest eingeplant, doch dieser sprang Anfang Juni kurzfristig ab. Nun wurde man fündig.

Neben dem MVZ Pellworm betreut die Ärztegenossenschaft auch die kommunale Eigeneinrichtung in Büsum, wobei sich die rechtlichen Grundlagen unterscheiden. Büsum läuft als sogenannte kommunale Eigeneinrichtung auf Grundlage des Paragrafen 105 SGB V. Eine solche Einrichtung kann nur im Einvernehmen mit der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung betrieben werden. Die KVSH hat aus Sicherstellungsgründen das Einvernehmen erteilt und die Einrichtung auch bezuschusst, was nach dem Sicherstellungsstatut der KVSH möglich ist. Der Pellwormer Arztsitz wurde zur Übernahme ausgeschrieben und die Gemeinde hat mit diesem Sitz das Gemeinde-MVZ gegründet.

12

Nordlicht

Jakob Wilder, KVSH

aktuell

11 | 2016


PRAXIS  & KV O nline

KVSH erweitert Niederlassungskampagne

Mit der Nachwuchskampagne „ Mehr.Arzt.Leben!“ spricht die KVSH gezielt Medizinstudierende an, damit diese sich später als Ärzte in Schleswig-Holstein niederlassen. Neben ihrem zentralen Internetauftritt ist die KVSH nun auch mit einer Informationsseite auf www.lass-dich-nieder.de vertreten, der bundesweiten Kampagne von KBV und KVen. „Lass dich nieder!“ – mit dieser Aufforderung wenden sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen seit Mai 2014 gezielt an Medizinstudierende und junge Ärzte. Sie wollen den ärztlichen Nachwuchs über die Arbeit in der Niederlassung informieren und dafür begeistern, denn in der Aus- und Weiterbildung gibt es oft nur wenige Möglichkeiten, den Praxisalltag kennenzulernen. Herzstück der Informationsoffensive ist das Online-Portal www.lass-dich-nieder.de  mit allen wichtigen Informationen rund um die Niederlassung. Nachwuchsmediziner berichten über ihre Erfahrungen in der Praxis und Haus- und Fachärzte aus ihrem Alltag. Mentoren – Mediziner und Niederlassungsberater – beantworten online Fragen. Eine bundesweite Famulaturbörse mit mehr als 1.200 Adressen von Haus- und Fachärzten gehört ebenfalls zum Angebot. KVSH mit eigenem Bereich Außerdem gibt es Übersichten über die verschiedenen Beratungsund Förderangebote in den Regionen. Auch die KVSH ist dort mit einem eigenen Bereich vertreten: Unter www.lass-dich-nieder. de/regionen/schleswig-holstein.html finden Nachwuchsmediziner alle Informationen und Ansprechpartner zu den attraktiven Fördermöglichkeiten, die Medizinstudierende und Fachärzte in Weiterbildung in Schleswig-Holstein nutzen können. Die KVSH informiert dort auch über ihre eigene Nachwuchskampagne. Vor fünf Jahren hatte sie die Nachwuchskampagne „Land.Arzt.Leben!“ gestartet, um ein Zeichen gegen den Ärztemangel zu setzen. Dabei ging es vor allem darum, junge Mediziner für den Hausarztberuf auf dem Land zu gewinnen. 2015 hatte die KVSH die Kampagne dann inhaltlich und thematisch erweitert. Mit dem neuen Slogan „Mehr.Arzt.Leben!“ wird seitdem die ärztliche Niederlassung insgesamt beworben – also neben der hausärztlichen auch die fachärztliche Tätigkeit auf dem Land und in der Stadt. Unter www. mehrarztleben.de und www.facebook.com/mehrarztleben/ finden sich alle Informationen. Jakob Wilder, KVSH

11 | 2016

Nordlicht

aktuell

13


PRAXIS  &  KV A V - B ericht

Medikationsplan: medizinisch sinnvoll, Honorierung mangelhaft

© istock.com/ 18percentgrey

Abgeordnetenversammlung und Vorstand sind einig in der Kritik.

Medizinisch sinnvoll, aber unzureichend honoriert. So das Resümee der Diskussion in der Abgeordnetenversammlung Ende September über die Vergütungsregeln für die Medikationspläne, auf die Patienten seit Oktober unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch haben.

Auch die Vergütung der Fachärzte, denen vierzig Prozent der bundesweit 163 Millionen Euro zufließen sollen, sei fragwürdig. „Sie erhalten voraussichtlich einen kleinen Zuschlag zur Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung, ohne zu wissen, was für eine Dynamik da drinstecken könnte“, verdeutlichte Schliffke.

Eine Verbesserung der Arzneimittelsicherheit durch Kenntnis der verschiedenen vom Patienten eigenommenen Medikamente, dieses Ziel fand die Unterstützung des KVSH-Ärzteparlaments. So betonten mehrere Abgeordnete, dass eine gut geführte Übersicht über die Medikation eine große Hilfe für die ärztliche Arbeit sei. Einigkeit bestand jedoch, dass die Umsetzung und insbesondere die Vergütung, auf die sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt hatten, die ärztliche Leistung des Erstellens und der Pflege der Medikationspläne nicht angemessen honoriere.

Auch sei sie skeptisch, ob die von KBV und GKV-Spitzenverband ausgehandelte Bestimmung, wonach ein Facharzt die Erstellung eines Medikationsplans ablehnen könne, wenn der Patient einen Hausarzt hat, Bestand haben werde. Das Gesetz definiere den Anspruch des Patienten an einen Arzt, „es sagt nichts von Hausarzt oder Facharzt.“ Sie erinnerte daran, dass das Bundesgesundheitsministerium „derzeit an jedem Gesetzesbuchstaben“ klebe und jede Gelegenheit zur Beanstandung wahrnehme.

Kritik an Vergütung Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, kritisierte, dass die Höhe der Vergütung den tatsächlichen Aufwand in den Praxen nicht abbilde. So könnten Hausärzte für Chroniker einen Aufschlag von einem Euro pro Quartal abrechnen. „Wenn man rechnet, dass eventuell 15 Minuten Arztzeit für eine Planerstellung gebraucht werden, stimmt das ganze Verhältnis nicht“, bemängelte sie. 14

Nordlicht

Unmut über Verhandlungsführung der KBV Die vereinbarten Regelungen stünden „auf ziemlich tönernen Füßen“, so die Einschätzung der Vorstandsvorsitzenden. In ein bis zwei Jahren werde man wissen, ob diese Entscheidungen „am Ende akzeptabel oder total daneben waren“ und ob das Ziel einer verbesserten Arzneimittelsicherheit „auch nur annähernd erreicht wurde.“

aktuell

11 | 2016


PRAXIS  & KV

Sie sparte in diesem Zusammenhang nicht mit Kritik am hausärztlichen KBV-Vorstandsmitglied Regina Feldmann. Diese sei erneut nicht in der Lage gewesen, frühzeitig und rechtzeitig eine koordinierte Abstimmung innerhalb der KBV herzustellen. Dies wäre aber nötig gewesen, um dem GKV-Spitzenverband mit einer gemeinsamen Abschätzung unterschiedlicher Belastungen und Risiken für die beiden Versorgungsbereiche gegenüberzutreten. „Wenn ich die hausärztliche KBV-Spitze als isolierte Stellung begreife, die mit den Fachärzten nichts zu tun haben will, kommt so etwas dabei heraus“, so Schliffke.

Arzt zum Zuschauer“, beschrieb sie die Entwicklung. Als „sehr geschickten Schachzug der Politik“ werte die KVSH-Chefin, dass sich die Politik im ersten Anlauf die „den Ärzten eher unbequemen Heilmittel“ ausgesucht hätten. Gröhe will mehr Kontrolle der Selbstverwaltung

Eine Wertung, der sich der stellvertretende KVSH-Vorstandsvorsitzende, Dr. Ralph Ennenbach, anschloss. Er warf Feldmann eine „mangelnde strategische Planung“ vor. Ein verantwortungsvoller KBV-Vorstand hätte vor den Verhandlungen gemeinsam die Realität bewertet und abgestimmt kommuniziert. Ennenbach: „Honorarverhandlungen sind ein Mannschaftssport.“ Blanko-Verordnungen als erster Schritt zur Substitution ärztlicher Leistungen

© istock.com/Anna Bizon

© istock.com

Ebenfalls schwer im Magen liegt der ärztlichen Selbstverwaltung ein weiteres Gesetzgebungsvorhaben aus dem Hause Gröhe: Der Entwurf eines Selbstverwaltungsstärkungsgesetzes. Dieser gehe deutlich weiter als die im Frühjahr bekannt gewordenen Eckpunkte, berichtete Schliffke (siehe S. 18).

Auch die Pläne der Bundesregierung für ärztliche „BlankoVerordnungen“ im Heilmittelbereich sorgten für Diskussionen. Schliffke berichtete, dass sich das Vorhaben mit der Verabschiedung des Kabinettsentwurfs für ein neues Hilfs- und HeilmittelGesetz weiter konkretisiert hätte. Im Gesetz, das noch den Bundestag passieren muss, seien dreijährige Modellprojekte vorgesehen, in denen der Arzt zwar die Diagnose stelle und grundsätzlich festlege, ob z. B. Physio-, Ergotherapie oder Logopädie erforderlich seien. Der Therapeut bestimme aber eigenständig Auswahl, Dauer und Frequenz von Heilmitteln, wie Schliffke erläuterte. Ärztliche Kontrolle werde „als entbehrlich angesehen“, so ihre Kritik. Vorgesehen sei eine Modellregion pro Bundesland. Immerhin sei in der Gesetzesbegründung klargestellt worden, dass im Rahmen der Modellvorhaben abgerechnete Verordnungen nicht der vertragsärztlichen Wirtschaftlichkeitsprüfung unterlägen. Bedenklicher sei jedoch ein anderer Punkt. Es sollte der Ärzteschaft bewusst sein, mahnte Schliffke, „dass mit diesem Gesetz eben auch Grundsätzliches geschieht.“ Die Blanko-Verordnungen seien ein erster großer Schritt zur Substitution ärztlicher Leistungen. „Unter Behalt von Verantwortlichkeit wird der 11 | 2016

Nordlicht

In zahlreichen Fällen, in denen die Selbstverwaltung nach Meinung der Aufsicht gesetzliche Vorgaben nicht rechtzeitig umgesetzt oder Satzungen nicht angepasst hat, soll das Ministerium künftig per Verordnung tätig werden können. Hinzu käme, wie die Vorstandsvorsitzende darlegte, eine Vielzahl neuer Möglichkeiten der Aufsicht, das Verwaltungshandeln der KBV engmaschiger zu kontrollieren. Ein besonderes Ärgernis sei, so Schliffke, dass nach den Plänen des Ministeriums Abstimmungen in der Vertreterversammlung künftig grundsätzlich öffentlich stattfinden sollten. In der Gesetzesbegründung sei sogar die Rede davon, dass Abstimmungen grundsätzlich namentlich zu erfolgen hätten. Die Vorstandsvorsitzende wies darauf hin, dass die Vertreterversammlung schon bisher nicht bei klassischen Haushaltsangelegenheiten oder Sachfragen geheim abgestimmt hätte, sondern nur dann, „wenn man genau nicht wollte, dass jeder, inklusive der Medien, öffentlich die Stimmabgabe gegen ein Mitglied persönlich ausnutzt.“ In Zeiten von Konfrontation und Lagerdenken müsse man aber damit rechnen, dass mit dem Finger auf das Abstimmungsverhalten Einzelner gezeigt werde. Schliffke berichtete von erheblichen Widerständen, die sich in den Körperschaften, für die das Gesetz gelten soll, formierten. Betroffen wären neben der KBV auch die öffentlich-rechtlichen Spitzenorganisationen des MDK, der Zahnärzte und der gesetzlichen Krankenkassen auf Bundesebene sowie der G-BA. Sie kündigte an, dass auch die KVSH ihre Kritik einbringen werde.

aktuell

15


PRAXIS  &  KV Neuausrichtung der Wirtschaftlichkeitsprüfung Die Vorstandvorsitzende gab einen ersten Ausblick, wie eine künftige Prüfvereinbarung in Schleswig-Holstein aussehen könnte. Hintergrund ist die Vorgabe aus dem Versorgungsstärkungsgesetz, dass ab 2017 Vereinbarungen zwischen KVen und Krankenkassen auf Landesebene die Grundlage der Wirtschaftlichkeitsprüfung ärztlich verordneter Leistungen bilden sollen. Während in einigen KV-Bereichen bisherige Regelungen nur wenig modifiziert würden, neige die KVSH zu einer gänzlich neuen Systematik, in deren Mittelpunkt morbidity related groups (krankheitsabhängige Fallgruppen) stünden. Dies sei ein statistisches Verfahren, erläuterte Schliffke, „von dem wir uns mit einer großen Wahrscheinlichkeit wesentlich bessere Ergebnisse erwarten dürfen, also weniger Prüfungen, und wenn bei den Richtigen.“ Künftig solle nicht mehr das Einzelmedikament betrachtet werden, sondern Erkrankungen und die bei der Behandlung eingesetzten Wirkstoffe. Vorteil sei, erläuterte Schliffke, dass z. B. die Kosten des MS-Patienten eines Arztes mit den Kosten aller MS-Patienten der Fachgruppe verglichen würden. Darüber hinaus werde es eine Reihe weiterer Verbesserungen geben, wie die Ausweitung des Grundsatzes „Beratung vor Regress“ auf Zielvereinbarungen und den Sprechstundenbedarf.

Konvergenzanpassung möglich Zudem bestehe die Möglichkeit, eine Angleichung der in der Vergangenheit in Schleswig-Holstein niedrigeren morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) je Versicherten an den Bundesdurchschnitt zu erreichen. Grundlage sei die mit dem Versorgungstärkungsgesetz geschaffene sogenannte Konvergenzklausel, die es den Kassenärztlichen Vereinigungen erlaubt, diese Angleichung in der nächsten Honorarrunde zu fordern. Im Referenzjahr 2013 habe die MGV je Versicherten in Schleswig-Holstein 1,8 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt gelegen. Ennenbach zeigte sich optimistisch, dass die KVSH gute Versorgungsargumente für eine Anpassung vorbringen könne. Insgesamt gehe er davon aus, das Bundesergebnis in den regionalen Verhandlungen noch deutlich verbessern zu können, so Ennenbach. Er dämpfte allerdings die Erwartung auf ein schnelles Ergebnis, da absehbar sei, dass sich die Verhandlungen aus einer Reihe von Gründen in diesem Jahr länger hinziehen würden. Förderung für angehende Kinder- und Nervenärzte

„Wir sind überzeugt, hier etwas Vernünftiges zustande bringen zu können, was die Belastung durch die Thematik Regress verringert und sich damit positiv auf Niederlassungswilligkeit auswirkt“, zeigte sich Schliffke überzeugt. Noch sei aber nichts unterschrieben. Da die angedachte Systematik komplex sei und für jede Fachgruppe differenziert betrachtet werden müsse, wolle der Vorstand die Berufsverbände weiter eng einbinden. Regionale Honorarverhandlungen vor dem Start Auch die Honorarverhandlungen auf Bundesebene waren Thema der AV. Die Vorstandsvorsitzende berichtete, dass sich KBV und GKV-Spitzenverband auf einen Anstieg des Orientierungspunktwertes um 0,9 Prozent auf 10,53 Cent geeinigt hätten. Auch zwei wichtige Vorgaben für die anstehenden regionalen Verhandlungen seien im Bewertungsausschuss in Berlin festgelegt worden: Die Empfehlung für die Morbiditätsrate in Schleswig-Holstein laute 1,3722 Prozent, für die Demografierate knapp 0,3 Prozent. Das Ergebnis summiere sich auf etwa 2,5 Prozent und sei, auch wenn man es im Kontext anderer Tarife sehe, „ein akzeptables Ergebnis“, so die Vorstandsvorsitzende. Welche Ziele die KVSH ausgehend von den Bundesvorgaben in den regionalen Verhandlungen anstrebt, legte Dr. Ralph Ennenbach dar. Eine Forderung werde es sein, zu einer anderen als einer je hälftigen Gewichtung von Morbiditäts- und Demografierate zu kommen. Weiter auf der Forderungsliste stehe die extrabudgetäre Vergütung weiterer Leistungen aus den Bereichen Geriatrie und Palliativmedizin, Rheumatologie und Schmerztherapie. Auch die Vergütung tagesklinischer Betreuungsleistungen im Bereich der Onkologie sowie der fachärztlichen Grundpauschale außerhalb der budgetierten Gesamtvergütung strebe die KVSH an, erläuterte Ennenbach.

16

Nordlicht

© istock.com/AndreyPopov

Mit Blick auf die künftige Förderung von Nachwuchsfachärzten in der ambulanten Versorgung konnte die Leiterin der Zulassungsabteilung, Bianca Hartz, von zwei Konkretisierungen berichten. So stehe nun fest, dass von den bundesweit 1.000 Stellen 34,75 auf Schleswig-Holstein entfallen werden. Dieser Anteil sei nach einem „Bevölkerungsschlüssel“ errechnet worden. Zudem konnte mit den Krankenkassen Einvernehmen hergestellt werden, welche Arztgruppen gefördert werden sollen. Zehn Stellen werden dem kinderärztlichen Nachwuchs zur Verfügung stehen, allerdings mit der Einschränkung, dass die Praxen, in denen die Ärzte in Weiterbildung tätig sind, nicht in kreisfreien Städten angesiedelt sein dürfen, da es vor allem im ländlichen Raum Probleme bei der Nachbesetzung gebe. Weitere 24,75 Stellen stehen für angehende Nervenärzte in konservativ tätigen Praxen zur Verfügung, da dies die Facharztgruppe mit dem höchsten Anteil älterer Ärzte ist. Delf Kröger, KVSH

aktuell

11 | 2016


PRAXIS  & KV V olkskrankheiten

Deutschland hat Rücken und ringt nach Luft

Fast jeder zweite Patient in Deutschland geht wegen Muskel-Skelett- oder Atemwegserkrankungen zum niedergelassenen Arzt. Woran die Deutschen sonst noch leiden, zeigt eine neue Infografik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland haben mit rund 552 Millionen Behandlungsfällen im Jahr gut zu tun. Doch mit welchen Krankheiten kommen die Patienten eigentlich in die Praxis? Die KBV beantwortet diese Frage mit der Infografik „Die häufigsten Krankheiten in deutschen Arztpraxen“. Danach haben 36,7 Millionen Patienten im vergangenen Jahr wegen Muskel-, Skelett- oder Bindegewebserkrankungen eine Arztpraxis aufgesucht. Auf Platz zwei der größten Krankheitsgruppen stehen Erkrankungen des Atmungssystems (35,1 Millionen), gefolgt von Endokrinen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (29,5 Millionen), Erkrankungen des Kreislaufsystems (28,5 Millionen) und psychischen Verhaltensstörungen (25,6 Millionen).

11 | 2016

Nordlicht

Die Grafik bildet zudem die häufigsten Diagnosen je Krankheitsgruppe ab und beleuchtet deren Entwicklung seit dem Jahr 2010. So sind bei den Krankheiten des Atmungssystems die akuten Infektionen der oberen Atemwege um 16,2 Prozent angestiegen – 20,7 Millionen Patienten gingen im vergangenen Jahr deshalb zum Arzt. Eine noch deutlichere Steigerung ist bei den neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen zu beobachten. Diese Diagnose stieg um 19,6 Prozent und ist damit die häufigste in der Krankheitsgruppe der psychischen Verhaltensstörungen. 13,6 Millionen Patienten ließen sich 2015 deswegen behandeln. Redaktion

aktuell

17


PRAXIS  &  KV S elbstverwaltungsstärkungsgesetz

Gröhe macht Ernst

© istock.com/blackred

Gesundheitsminister bringt Selbstverwaltungsstärkungsgesetz auf den Weg.

Mag über den Sommer noch die Hoffnung bestanden haben, die Eckpunkte zu verschärften Aufsichtsregeln über die Selbstverwaltung waren nur als Warnschuss gedacht, so zeigte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kürzlich mit der Vorlage eines Gesetzentwurfs, dass er es ernst meint. Das Paragrafenwerk lässt erahnen, wie tief das Misstrauen des Ministeriums, insbesondere gegenüber der KBV, sitzen muss. Schon im allgemeinen Teil der Gesetzesbegründung wird – auch ohne namentliche Nennung der KBV – deutlich, dass die Vorgänge an der Spitze der Körperschaft wesentlicher Auslöser für das Vorhaben sind, die Selbstverwaltung an die kurze Leine zu nehmen. Es bedürfe, so ist dort nachzulesen, einer „Stärkung der internen und externen Kontrolle“ der Selbstverwaltung „damit Kompetenzüberschreitungen und Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung frühzeitig erkennbar werden“. Zur „Stärkung der staatlichen Aufsicht“ müssten die gesetzlichen Vorgaben zum Verwaltungshandeln „klarer gefasst“ werden, „damit ein rechtssicherer und eindeutiger Anknüpfungspunkt für das aufsichtsrechtliche Handeln“ bestünde. Was das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) darunter versteht, lässt sich an den Paragrafen des Entwurfs ablesen: Es will künftig schneller, wirkungsvoller und unangefochtener in die Verwaltungstätigkeit der KBV eingreifen. Abkehr von der maßvollen Ausübung der Rechtsaufsicht Das Ministerium leitet damit eine Zeitenwende ein. Bisher galt im Aufsichtsrecht, nicht nur im Bereich des Gesundheitswesens, der Grundsatz der „maßvollen Ausübung der Rechtsaufsicht“. Die18

Nordlicht

ser beschreibt ein mehrstufiges Verfahren, das stärker auf Dialog und Beratung als auf die harte Durchsetzung aufsichtsrechtlicher Anordnungen setzt. Zu lasch, findet das BMG offenbar, und kritisiert, dass das bisherige „eingeschränkte und gestufte Aufsichtsverfahren“ in der Praxis häufig verhindere, dass „die Aufsichtsbehörde bei Rechtsverstößen zielgerichtet und schnell einschreiten und weiteren Fehlentwicklungen bestimmt entgegentreten kann.“ Politisch scheint dies auch eine Reaktion auf die Oppositionskritik. Offenbar will sich Ressortchef Gröhe nicht noch einmal dem, insbesondere von den Grünen, lautstark erhobenen Vorwurf ausgesetzt sehen, sein Haus habe als Rechtsaufsicht versagt, schaue nicht genau hin und begünstige so Fehlentwicklungen. Staatskommissar „light“ Ausdruck des neuen Kurses ist das Instrument des „Entsandten für besondere Aufgaben“. Bisher galt: Ganz oder gar nicht. Bei massiven Rechtsverstößen oder einer Weigerung der KBV, aufsichtsrechtliche Anordnungen umzusetzen, blieb dem Ministerium als Eskalationsmöglichkeit nur die komplette Entmachtung der KBVSpitze durch Einsetzung eines Staatskommissars. Mit dem „Entsandten für besondere Aufgaben“ wird ein aufsichtsrechtliches Instrument zur Verfügung gestellt, mit dem das Ministerium, wie es im Entwurf formuliert ist, „unterhalb der Eingriffsschwelle für die Einsetzung eines Staatskommissars und ohne die ,Entmachtung‘ der Organe im Außenverhältnis“ punktuell in das Verwaltungshandeln der KBV eingreifen kann.

aktuell

11 | 2016


PRAXIS  & KV Das BMG könnte künftig einen Beauftragten entsenden, der nur in Teilbereichen das Zepter bei der KBV übernimmt, wie es im Sommer bereits durch die Einsetzung eines externen Beauftragten zur Rückabwicklung umstrittener Immobiliengeschäfte der KBV durch das Ministerium praktiziert wurde. Mangels einer Rechtsgrundlage war es in diesem Fall auf die Zustimmung der KBV angewiesen. Künftig ist diese nicht mehr erforderlich.

künftig Satzungsänderungen selbst vornehmen oder einen fehlenden VV-Beschluss durch eine eigene Entscheidung ersetzen können. Klagen sind möglich, eine aufschiebende Wirkung haben sie nicht. Zugleich ist geplant, dass das Ministerium zur wirksamen Vollstreckung von Aufsichtsverfügungen ein Zwangsgeld von bis zu zehn Millionen Euro statt bisher 25.000 Euro festsetzen kann.

Ganz aus heiterem Himmel wird aber kein Abgesandter des Ministers vor der Tür stehen. Voraussetzung ist nämlich, dass die KBV zuvor einer verbindlichen aufsichtsrechtlichen Anordnung innerhalb einer gesetzten Frist nicht nachgekommen ist.

KBV-Chef braucht künftig Zweidrittelmehrheit Viele Verfahrensfragen, die Selbstverwaltungsgremien üblicherweise in eigener Zuständigkeit regeln, sollen künftig direkt im Gesetz festgeschrieben werden. Unter anderem soll es gesetzliche Regelungen geben, wonach Beschlüsse der Vertreterversammlung „nachvollziehbar zu begründen“, die Sitzungen „in geeigneter Weise zu protokollieren“ und Berichte „rechtzeitig und in der Regel schriftlich zu erstatten“ seien. In der Satzung der KBV müssen sich zudem Regelungen zur schriftlichen Dokumentation von Ausschusssitzungen und zu einer Reihe von weiteren Verfahrensfragen finden.

Ebenfalls erweitert werden die Voraussetzungen, wann ein Staatskommissar eingesetzt werden kann. Offenbar als Reaktion auf die Dissonanzen innerhalb des aktuellen KBV-Vorstands soll die Aufsichtsbehörde unter anderem auch dann die Geschäfte an sich ziehen können, wenn durch „das Handeln des Vorstands die ordnungsgemäße Verwaltung nicht mehr gewährleistet ist und andere Aufsichtsmittel nicht ausreichen.“

Ähnlich konkret sind neue und detailreiche Vorgaben zu den Abstimmungsmodalitäten, die den Entscheidungsspielraum des KBV-Parlaments spürbar einschränken. Öffentliche Sitzungen und namentliche Abstimmungen sollen in Zukunft der Regelfall sein. Nur in gut begründeten Ausnahmefällen, die in der Satzung der KBV verbindlich zu definieren sind, darf es noch nicht-öffentliche Tagungen und geheime Abstimmungen geben.

Eine Klage gegen die Einsetzung eines Staatskommissars soll keine aufschiebende Wirkung haben. Eine Ergänzung, die nicht nur für die KBV, sondern auch für die regionalen KVen gelten soll.

Zwei Neuregelungen betreffen Wahl und Abwahl von KBV-Führungspositionen. Der Vorsitzende der Vertreterversammlung soll mit einfacher Mehrheit abgewählt werden können. Für die Bestimmung des KBV-Vorstandsvorsitzenden ist eine Zweidrittelmehrheit vorgesehen. Diese Position, erläutert das Ministerium, erfordere eine „breite Legitimation“ und eine „verlässliche versorgungsbereichsübergreifende Grundlage“.

Der Vorteil aus BMG-Sicht: Die Aufsicht kann einen Kontrolleur entsenden, der weitreichende Kompetenzen und Rechte hat, um Anordnungen des Ministeriums durchzusetzen, zugleich aber bleiben die Zuständigkeiten der KBV und ihrer Organe für nicht betroffene Verantwortungsbereiche unberührt.

BMG will der KBV in Haushaltsfragen stärker auf die Finger schauen Spürbar ausgeweitet werden sollen die Möglichkeiten des Ministeriums, in Haushaltsfragen auf die KBV einzuwirken. So wird in der Gesetzesbegründung kritisiert, dass der bisherige „große Beurteilungsspielraum“ der Selbstverwaltung bei der Verwendung der Haushaltsmittel „zulasten einer effektiven Kontrolle der Mittelverwendung von öffentlichen Geldern“ gegangen sei. Als Konsequenz soll das Ministerium das Recht erhalten, überall dort, wo „unbestimmte Rechtsbegriffe“ der KBV bisher Entscheidungsspielräume ließen, verbindliche Rechtsauslegungen vorzugeben, gegen die keine Klage möglich ist. Immerhin wird klargestellt, dass ein „weiter Beurteilungsspielraum“ in „allen übrigen Angelegenheiten“ bestehen bleibe. Dies gelte „insbesondere für die Kernaufgaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Versorgungsgeschehen.“

KBV warnt vor Konsequenzen Die KBV warnte bereits in einer ersten Stellungnahme: „Eine Rechtsaufsicht durch das Bundesministerium für Gesundheit, die sich zu einer Fachaufsicht entwickelt, wäre eindeutig das falsche Instrument und würde die Selbstverwaltung in unverantwortbarer Weise schwächen – und damit auch die Gesundheitsversorgung in Deutschland generell.“ Ob der Minister seine Pläne angesichts des Protests der betroffenen Organisationen, unter anderem des GKV-Spitzenverbandes und des G-BA, abmildern wird, muss das weitere Gesetzgebungsverfahren zeigen. Beschlossen ist nichts, denn noch stehen die Kabinettsbefassung und die Beratungen im Bundestag aus. Delf Kröger, KVSH

Geplant sind auch genauere Vorgaben zur erlaubten Höhe von Betriebsmitteln (maximal eine Monatsausgabe) und Rücklagen sowie eine gesetzliche Verpflichtung zur externen Prüfung der Buchführung der KBV im fünfjährigen Rhythmus sowie darüber hinaus jederzeit, wenn das BMG dies anordnet. Ergänzend wird die KBV in die Pflicht genommen, interne Kontrollverfahren deutlich auszubauen. Auch jenseits von Haushaltsfragen soll das BMG erheblich mehr Rechte erhalten. Erfolgen angeordnete Satzungsänderungen nicht fristgerecht oder trifft die Vertreterversammlung einen rechtlich notwendigen Beschluss zur Umsetzung einer gesetzlichen Vorschrift oder aufsichtsrechtlichen Verfügung nicht, soll das BMG 11 | 2016

Nordlicht

aktuell

19


PRAXIS  &  KV F inanzen

Tourismusabgabe sorgt für Unmut Immer mehr Kommunen bitten auch Ärzte und Psychotherapeuten zur Kasse.

Ein Schreiben der Stadtverwaltung, das in den vergangenen Monaten in Lübecker Arzt- und Psychotherapeutenpraxen einging, sorgte für Ärger und Unverständnis. In Vorbereitung einer kommunalen Tourismusabgabe, so das Anliegen, erbat die städtische Steuerverwaltung Angaben zum Praxisumsatz im Jahr 2014, „bereinigt um die Umsatzsteuer/nicht der Gewinn“, wie auf dem auszufüllenden Erhebungsbogen erläutert wurde. Was Lübecker und auch Flensburger Praxen, wo eine solche Abgabe ebenfalls in Vorbereitung ist, in ihren Briefkästen vorfanden, ist Ärzten und Psychotherapeuten in klassischen Urlaubsorten des Landes schon länger bekannt – und ein Dorn im Auge. Niedergelassenen Ärzten und vielfach auch Psychotherapeuten wird dort ein finanzieller Beitrag zur Finanzierung der touristischen Infrastruktur abverlangt, weil sie nach Auffassung der Gemeinden ebenfalls zu den Nutznießern des Tourismus gehö20

Nordlicht

ren. Grundlage ist das Kommunalabgabengesetz des Landes. Es ermöglicht anerkannten Kur- und Erholungsorten seit jeher, einen Teil ihrer Ausgaben in Form einer Fremdenverkehrsabgabe auf jene umzulegen, die von diesen Vorleistungen der Kommune – tatsächlich oder vermeintlich – wirtschaftlich profitieren. Mehr Kommunen dürfen Abgabe erheben Dass nun auch Städte wie Lübeck und Flensburg auf diesen Zug aufspringen wollen, ist Folge einer Gesetzesänderung, mit der das Land vor zwei Jahren den Kreis der Städte und Gemeinden ausweitete, die diese Abgabe, die zugleich in Tourismusabgabe umbenannt wurde, erheben dürfen. Die Landesregierung reagierte damit auf die Kritik von Kommunen, die ebenfalls auswärtige Gäste in nennenswerter Zahl anziehen, denen diese Refinanzierungsmöglichkeit tourismusbedingter Ausgaben aber verwehrt blieb, weil sie nicht zu den 185 anerkannten Kur- und Erholungsorten gehören. aktuell

11 | 2016


PRAXIS  & KV Geschaffen wurde deshalb die neue Kategorie der „Tourismusorte“. Sie zeichnen sich, so die Definition des Landes, durch „eine landschaftlich bevorzugte Lage“, das „Vorhandensein bedeutender kultureller Einrichtungen (insbesondere Museen oder Theater), internationaler Veranstaltungen oder sonstiger bedeutender Freizeiteinrichtungen von überörtlicher Bedeutung“ sowie „ein damit korrespondierendes Tourismusaufkommen“ aus und dürfen nun ebenfalls diese Abgabe erheben. Voraussetzung ist die Anerkennung als Tourismusort durch das Land. Lübeck und Flensburg haben diese bereits in der Tasche, andere Kommunen werden folgen. In der Stadt an der dänischen Grenze soll ab 2017 eine Tourismusabgabe erhoben werden, in Lübeck ist das Vorhaben, eine Tourismusabgabe ebenfalls im nächsten Jahr einzuführen, vorerst geplatzt. Die Kommunalvertretung der Stadt, die Bürgerschaft, verweigerte den Planungen des Bürgermeisters Ende September die Zustimmung und stoppte das Projekt. Auch Praxen sollen zahlen Aus Sicht der Ärzte und Psychotherapeuten war die Erhebung einer Fremdenverkehrs- bzw. Tourismusabgabe schon immer ein Ärgernis. Denn die Kommunen erheben die Abgabe vielfach – in Flensburg ist und in Lübeck war es ebenso geplant – nicht nur von jenen, die direkte Einnahmen durch Urlauber erzielen, wie Strandkorbvermieter, Ferienhotelbetreiber oder Gastwirte, sondern auch von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten. Auch sie, so das Argument, profitierten schließlich von den auswärtigen Gästen. Ärzte, so wurde eine Mitarbeiterin der Lübecker Steuerverwaltung jüngst in den Lübecker Nachrichten zitiert, hätten durch die Urlauber „unmittelbare“ Vorteile, weil „Touristen auch krank werden und vor Ort zum Arzt gehen.“ Zusätzliche Patienten bringen im budgetierten System keinen Vorteil Ein Argument, das bei vielen Vertragsärzten und -psychotherapeuten wohl nur Kopfschütteln hervorrufen dürfte. Selbst wenn Touristen im Fall einer akuten Erkrankung einen Arzt am Urlaubsort aufsuchen, bedeuten diese zusätzlichen Patienten im budgetierten Vergütungssystem keinen wirtschaftlichen Vorteil. Hinzu kommt: Gerade in Städten wie Lübeck und Flensburg verirren sich kaum Urlauber in die Wartezimmer. Das belegen Zahlen: 97,4 Prozent der Patienten in den Lübecker Hausarztpraxen kamen 2015 aus der Hansestadt oder ihrem Umland. Der Anteil auswärtiger Patienten lag bei mageren 2,6 Prozent. Unter diesen 2,6 Prozent befinden sich keineswegs nur Touristen, sondern alle Patienten, die ihren Wohnsitz außerhalb der Region haben: Außendienstler, Monteure, Studenten und alle sonstigen Durchreisenden, die sich aus anderen als touristischen Gründen in der Stadt aufhalten und einen Arzt aufsuchen. Selbst im Seebad Travemünde liegt der Anteil der Patienten aus der Region in den Hausarztpraxen bei 91,2 Prozent. Zahlen, die sich im Übrigen in Flensburg kaum anders darstellen. Auch hier stammten im vergangenen Jahr nur 2,5 Prozent der von Hausärzten in der Stadt behandelten Patienten nicht aus der Region.

Die Zahlen überraschen wenig, denn Ärzte stellen vorrangig die Grundversorgung der gesetzlich Versicherten in ihrem örtlichen Umfeld sicher. Sie sind kein „Reiseziel“, das Touristen gezielt ansteuern. Niemand bucht einen Urlaub in Schleswig-Holstein, um in der nächstgelegenen Arztpraxis vorstellig zu werden. Urlauber suchen einen Arzt nur im Ausnahmefall auf, wenn eine akute Erkrankung auftritt. Eine Belastung mit einer Tourismusabgabe für wenige tourismusbedingte Vertretungsfälle, deren Behandlung die Erfüllung des gesetzlichen Sicherstellungsauftrages darstellt und nicht der Umsatz- oder Ertragssteigerung dienen, empfinden viele Ärzte als ungerechtfertigt. Besonderheiten der ärztlichen Tätigkeit werden ausgeblendet Hinzu kommt, dass die Kommunen mit der Einbeziehung von Ärzten und Psychotherapeuten die Besonderheiten der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung ausblenden. Sie sind nicht beliebige Unternehmer, sondern Teil der medizinischen Grundversorgung, Teil der Daseinsvorsorge. Dies drückt sich auch in der Berufsordnung aus, in der es gleich im ersten Paragrafen ausdrücklich heißt, dass der Arzt „der Gesundheit des einzelnen Menschen und der Bevölkerung“ diene und der ärztliche Beruf „kein Gewerbe“ ist. Vor diesem Hintergrund ist die grundsätzliche Gleichstellung von Arztpraxen mit Unternehmen und Gewerbetreibenden, die üblicherweise vom Tourismus profitieren, mehr als fraglich. Zumal sich Ärzte nicht aktiv um neue Patienten unter den Touristen bemühen, da dies wirtschaftlich nicht vorteilhaft wäre, die Praxen ohnehin ausgelastet sind und das Berufsrecht einem möglichen Werben ohnehin sehr strikte Grenzen setzt. Wenn nach Paragraf 10 Abs. 7 des Kommunalabgabengesetzes die Tourismusabgabe von „Personen und Personenvereinigungen“ erhoben werden kann, „denen durch den Tourismus wirtschaftliche Vorteile geboten werden“, ist es zweifelhaft, ob Vertragsärzte generell, ohne Einzelfallbetrachtung, zum Kreis der Abgabepflichtigen gerechnet werden sollten. Wer profitiert von wem? Schließlich ist die Frage zu stellen, wer von wem profitiert. Der Arzt von den Touristen? Oder der Urlaubsort von der ärztlichen Infrastruktur als Pluspunkt im Werben um Urlauber? In den Überlegungen vieler Gemeinden an den schleswig-holsteinischen Küsten, welchen kommunalen Beitrag sie zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung in Zeiten eines drohenden Ärztemangels leisten können, spielt immer wieder das Argument eine Rolle, dass ein vom Tourismus lebender Ort nicht ohne ärztliche Versorgung sein darf. Der Vorstand der KVSH hat die aktuelle Debatte zum Anlass genommen, sowohl den für das Kommunalrecht zuständigen Innenminister und die Gesundheitsministerin als auch die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen aufzufordern, sich für eine landesweite rechtliche Klarstellung einzusetzen, die unterbindet, dass Ärzte und Psychotherapeuten mit einer Tourismusabgabe belastet werden. Delf Kröger, KVSH

11 | 2016

Nordlicht

aktuell

21


Leserbrief Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

P ro T ourismusabgabe

Es ist an der Zeit, ein klares Bekenntnis zur Tourismusabgabe abzulegen send, dass das Ende der Praxis am Orte auch das Aus für den für die Gemeinde lebenswichtigen Tourismus bedeuten würde. Wo Gemeinden sich der Zahlung einer angemessenen Tourismusabgabe an ihre noch vorhandenen Ärzte verweigern, soll man sie auf das steigende Risiko hinweisen, in absehbarer Zeit ganz ohne Ärzte dazustehen mit allen Folgen für einen Wirtschaftszweig, von dem viele dieser Gemeinden wirtschaftlich abhängen. Vor diesem Hintergrund sollte jede Kontroverse in diesem Bereich leicht beizulegen sein. Eine etwaige Forderung besonders rückständiger Lokalvertreter an Ärzte nach Geldzahlungen zusätzlich zu ihrer Mehrarbeit dürfen sicherlich als abwegig bezeichnet werden. Carl Culemeyer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Ascheffel

© istock.com/Viorika Prikhodko

Der Tourismus führt in vielen Gemeinden und Regionen zu einer vermehrten Inanspruchnahme der dort tätigen Ärzte und bei diesen dadurch zu einem Anstieg der Patientenzahlen mit dadurch verursachtem Mehraufwand an Arbeitszeit des Arztes, aber auch zu erhöhten Material- und Personalkosten. Einen finanziellen Vorteil haben die betroffenen Ärzte dabei regelhaft nicht, da in Zeiten der budgetierten Honorare der Mehraufwand nicht oder mit geringsten Quoten vergütet wird. Eine finanzielle Beteiligung der jeweiligen Gemeinden, die ihrerseits ja sehr wohl auch wirtschaftlich vom Tourismus profitieren, an diesem Mehraufwand darf daher durchaus gefordert werden und wird tatsächlich auch bereits vielerorts in unterschiedlichster Form gelebt. Am weitesten geht dabei derzeit die Gemeinde Büsum, die den gesamten Aufwand der örtlichen Praxis trägt und den dort tätigen Ärzten ein auskömmliches Salaire zahlt, wohl wis-

22

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________23 Keine Re-Importe bei Impfstoffen!_______________________________________27 Überweisung im DMP__________________________________________________27 Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV)_________________28 Missbrauch von Fentanyl-Pflastern_______________________________________28 Heilmittelpreise Stand 1. September 2016_________________________________ 29

Aus der Zulassungsabteilung Hinweise: ƒƒBewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg. ƒƒDer Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Zulassung zur vertragsärztlichen Tätigkeit). ƒƒDie Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt! ƒƒUm Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Genehmigung zur Beschäftigung eines angestellten Arztes). ƒƒEs besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken. ƒƒUm die Übernahme von ausgeschriebenen Vertragspsychotherapeutenpraxen können sich Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten, Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Ärzte, die beabsichtigen, ausschließlich psychotherapeutisch tätig zu werden, bewerben.

Folgender Psychotherapeutensitz war bereits ausgeschrieben, jedoch hat sich innerhalb der Bewerbungsfrist niemand beworben, sodass Sie sich um diesen Sitz weiterhin bewerben können: Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform

Ausschreibungsnummer

Psychotherapie – halbe Zulassung –

FL/SL-FL

EP

3489/2016

Für nähere Informationen steht Ihnen unter der Tel. 04551 883 378 unsere Sachbearbeiterin zur Verfügung.

Folgende Ärzte wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen bzw. haben eine Anstellungsgenehmigung im Sonderbedarf erhalten. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann.

11 | 2016

Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dr. med. Christian Klaproth – weitere halbe Zulassung –

Chirurgie/Schwerpunkt Gefäßchirurgie

25813 Husum, Erichsenweg 16

01.10.2016

Nordlicht

aktuell

23


Bekanntmachungen und Meldungen Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Raimund Leineweber

21493 Schwarzenbek, Hamburger Straße 33

Kinder- und Jugendmedizin 08.09.2016

Christina Koberg – halbtags –

Raimund Leineweber

21493 Schwarzenbek, Hamburger Straße 33

Kinder- und Jugendmedizin 08.09.2016

Dr. med. Renate Bensch – halbtags –

Folgende Ärzte wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de): Name

Fachgruppe

Ort

Birgit Franzen

Radiologische Diagnostik

Flensburg

Birgit Gütte

Ärztin

Lübeck

Hilde Wolski

Innere Medizin

Elmshorn

Dr. med. Gesine Fedders

Innere Medizin/Schwerpunkt Gastroenterologie

Schleswig

Dr. med. Malte Schröder

Orthopädie und Unfallchirurgie

Bad Bramstedt

Renate Paulssen-Wolf

Psychiatrie

Rickling

Dr. med. Britta Seifert

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Itzehoe

Dr. med. Maike Oldigs

Lungen- und Bronchialheilkunde

Großhansdorf

Dr. med. Martin Claussen

Innere Medizin/Schwerpunkt Pneumologie

Großhansdorf

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten:

24

Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Catharina Freiwald – halbe Zulassung –

24837 Schleswig, Stadtweg 48

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.10.2016

Dr. med. Hans-Henning Buske

Prof. Dr. med. Burkhard Wiechens

24118 Kiel, Steinstraße 1

Augenheilkunde

01.10.2016

Dr. phil. Dr. med. Hermine Sievers

Dr. med. Sylvia Wachholz – halbe Zulassung –

23560 Lübeck, Bornkamp 19 h

Psychiatrie und Psychotherapie – ausschließlich psychotherapeutisch tätig –

01.10.2016

Dipl.-Psych. Hans-Dieter Strätgen

Annette Hebbel

24937 Flensburg, Friesische Straße 3

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.10.2016

./.

Christian Schütz

23669 Timmendorfer Strand, Bergstraße 2

Allgemeinmedizin

08.09.2016

Dr. med. Günther Bauer

Dr. med. Jens Stegemann – halbe Zulassung –

23795 Bad Segeberg, Bahnhofstraße 12

Allgemeinmedizin

01.10.2016

Dr. med. Ilka Petersen-Vollmar – halbe Zulassung –

Kathrin Bolle

22927 Großhansdorf, Eilbergweg 9

Allgemeinmedizin

01.10.2016

Dr. med. Karl Lose

Sebastian Winckler

24351 Damp, Vogelsang 38

Allgemeinmedizin

01.10.2016

Dr. med. Andreas Hahn

Dr. med. Matthias Zimmermann – halbe Zulassung –

24119 Kronshagen, Eichkoppelweg 74

Chirurgie/Schwerpunkt Unfallchirurgie

01.10.2016

Dr. med. Eberhard Prokop – halbe Zulassung –

Dr. med. Eberhard Prokop – halbe Zulassung –

24837 Schleswig, Rathausmarkt 18

Chirurgie/Schwerpunkt Unfallchirurgie

01.10.2016

Dr. med. Matthias Zimmermann – halbe Zulassung –

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


Bekanntmachungen und Meldungen Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Janusz Peter Ingwersen 24106 Kiel, Holtenauer Straße 270

Hals-NasenOhrenheilkunde

01.10.2016

./.

Dr. med. Matthias Hoffmann – halbe Zulassung –

25813 Husum, Erichsenweg 16

Innere Medizin/ Schwerpunkt Kardiologie

01.10.2016

./.

Dr. med. Carina Schlüters

24589 Nortorf, Niedernstraße 5

Allgemeinmedizin

01.10.2016

./

Gönke Paulsen

25821 Bredstedt, Markt 9

Allgemeinmedizin

01.10.2016

./.

Dipl.-Psych. Monika Kaßiepe – halbe Zulassung –

22848 Norderstedt, Tannenhofstraße 75

Psychologische Psychotherapie

17.10.2016

Dipl.-Psych. Irene Weyde

Dipl.-Psych. Michaela Langen – halbe Zulassung –

24105 Kiel, Schauenburger Straße 36

Psychologische Psychotherapie

01.11.2016

Dipl.-Psych. Dörte Voßhenrich – halbe Zulassung –

Dipl.-Päd. Maren Huck – halbe Zulassung –

24306 Plön, Johannisstraße 47

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.10.2016

Barbara Vetter – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Pia Schulte

24106 Kiel, Quinckestraße 13

Psychologische Psychotherapie

17.10.2016

./.

Dipl.-Psych. Michael Röpke – halbe Zulassung –

25541 Brunsbüttel, Koogstraße 46

Psychologische Psychotherapie

01.10.2016

Dipl.-Psych. Eckard Nass – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Kerstin Paetow – halbe Zulassung –

24105 Kiel, Holtenauer Straße 93

Psychologische Psychotherapie

09.01.2017

Dipl.-Psych. Bettina Altner

Dipl.-Psych. Claudia Ruhe – halbe Zulassung –

Kiel

Psychologische Psychotherapie

01.10.2016

Dipl.-Psych. Birgit Schenk

Dipl.-Psych. Nadine Hagelstein – halbe Zulassung –

21465 Wentorf, Gartzer Ring 3 b

Psychologische Psychotherapie

01.10.2016

Dipl.-Psych. Heike Bentz

Dipl.-Psych. Britta Büchner – halbe Zulassung –

24239 Achterwehr, Inspektor-Weimar-Weg 21

Psychologische Psychotherapie

01.01.2017

Dipl.-Psych. Ute Glander – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Andrea GartmannSkambracks – halbe Zulassung –

23552 Lübeck, Dr.-Julius-Leber-Straße 13

Psychologische Psychotherapie – ausschließlich für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen –

01.11.2016

Dipl.-Psych. Susanne Körkemeyer – halbe Zulassung –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

11 | 2016

Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

imland MVZ GmbH

24768 Rendsburg, Lilienstraße 20 – 28

Innere Medizin/Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

19.09.2016

Dr. med. Henning Schiller – ganztags –

Kyra Derichsweiler/ Sabine Bournelis

25704 Meldorf, Österstraße 6

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.10.2016

Gudrun Duscha – halbtags –

Dr. med. Joachim Magner

22927 Großhansdorf, Sieker Landstraße 3

Augenheilkunde

08.09.2016

Dr. med. Shahrzad Ashayer – halbtags –

Nordlicht

aktuell

25


Bekanntmachungen und Meldungen

26

Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Curtius Klinik MVZ

23714 Bad Malente, Neue Kampstraße 2

Psychiatrie und Psychotherapie

01.10.2016

Regina Jauch – halbtags –

Dres. Turek/Aschmann/ Krug/Pape

24613 Aukrug, Böker Stieg 2

Innere Medizin/ hausärztlich

01.10.2016

Dr. med. Juliane Rump – halbtags –

Dr. med. Thomas Tschirner

25712 Burg, Holzmarkt 6

Innere Medizin/ hausärztlich

01.10.2016

Dr. med. Tim Optenhöfel – halbtags –

Dres. med. Christian Hartmann/ Johannes Schaudig

24226 Heikendorf, Laboer Weg 20 a

Allgemeinmedizin

02.01.2017

Wolfgang Albrecht – halbtags –

MVZ am Holstein-Center GmbH

25524 Itzehoe, Brunnenstraße 5

Innere Medizin/ hausärztlich

08.09.2016

Dr. med. Dieter Schulz – ganztags –

Dr. med. Yorck Walpuski

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 43

Augenheilkunde

12.09.2016

Philipp Heinert – ganztags –

LADR GmbH MVZ Dr. Kramer und Kollegen

21502 Geesthacht, Lauenburger Straße 67

Laboratoriumsmedizin

19.09.2016

Dr. med. Jan Michael Anger – ganztags –

MVZ „Die Praxis am Meer GmbH“

25980 Sylt/OT Westerland, Andreas-Dirks-Straße 3

Innere Medizin/ hausärztlich

08.09.2016

Christoph Johann – halbtags –

Dres. Beckenbach und Kollegen

24148 Kiel, Schönberger Straße 11

Anästhesiologie

06.10.2016

Dr. med. Britta Raitschew – ganztags –

Dres. Beckenbach und Kollegen

24148 Kiel, Schönberger Straße 11

Anästhesiologie

01.10.2016

Dr. med. Nicole Broch-Friedrich – ganztags –

MVZ Radiologie Prüner Gang

24944 Flensburg, Marrensdamm 12 b

Radiologie

01.10.2016

Dr. med. Winfried Kruse – ganztags –

MVZ am Prinzesshofpark gGmbH

25524 Itzehoe, Viktoriastraße 8

Hals-NasenOhrenheilkunde

19.09.2016

Dr. med. Patricia Mewes-Bosse – halbtags –

Dres. Tesch und Kollegen

24321 Lütjenburg, Niederstraße 15

Innere Medizin/Schwerpunkt Kardiologie

01.10.2016

Dr. med. Lars-Christian Harland – ganztags –

Dr. med. Peter Hiss

23617 Stockelsdorf, Rathausmarkt 2 b

Augenheilkunde

15.09.2016

Dr. med. Annette Richter – ganztags –

nordBLICK MVZ GmbH

24226 Heikendorf, Am Herrkamp 14

Augenheilkunde

15.09.2016

Dr. med. Solveig Lindeman – halbtags –

mk medical care gmbh

23564 Lübeck, Falkenstraße 17–25

Augenheilkunde

02.10.2016

Dr. med. Maurice de Ruijter – ganztags –

MVZ Klinikum Nordfriesland GmbH

25813 Husum, Erichsenweg 16

Radiologie

01.10.2016

Christopher Lüdtke – halbtags –

Lutz Rohland/Frank Köstler/Dr. med. Jan Gerrit Fielitz

25337 Elmshorn, Agnes-Karll-Allee 17

Innere Medizin/Schwerpunkt Nephrologie

04.10.2016

Dr. med. univ. Ali Yükseltan – halbtags –

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Bianca Timmler

Allgemeinmedizin

23779 Neukirchen, Dorfstraße 2

23779 Neukirchen, Schulstraße 5

01.01.2017

MVZ Buntenskamp GmbH (Verlegung Tätigkeitsort Jörn-Peter Karnop)

Kinder- und Jugendmedizin

21502 Geesthacht, Buntenskamp 5 a

21502 Geesthacht, 04.10.2016 Bergedorfer Straße 27

Dr. med. Axel Sabottke/ Daniel Sperling

Innere Medizin/hausärztlich

25361 Krempe, Am Markt 7

25361 Krempe, Am Burggraben 9

04.10.2016

K orrektur :

In der Oktober-Ausgabe Nordlicht wurde diese Tabelle leider falsch abgedruckt. Wir veröffentlichen sie daher an dieser Stelle erneut. Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dipl.-Psych. Cornelia Ihle

Psychologische Psychotherapie

24837 Schleswig, Thiessensweg 1

24837 Schleswig, Moltkestraße 15

01.09.2016

Keine Re-Importe bei Impfstoffen! In der Verordnungswelt gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot. Re-Importe stellen an sich eine günstige Variante dar, jedoch nicht bei Impfstoffen. Durch die Referenzpreisbildung sind Re-Importe bei Impfstoffen teurer, als die Originale. Daher bitte keine Re-Importfirmen (z. B. Eurimpharm oder Kohlpharma) auf das Impfstoffrezept drucken. Die Krankenkassenverbände stellen in solchen Fällen Anträge auf Schadenersatz.

Überweisung im DMP Am 26. September 2016 hat die KVSH einen Newsletter zum DMP an alle DMP-Ärzte versandt. Wir weisen Sie noch einmal auf den Newsletter hin. Von den Fachärzten haben wir Rückmeldung erhalten, dass diese es sehr begrüßen, ab sofort auf der Überweisung von dem koordinierenden DMP-Arzt einen Vermerk „DMP“ für eingeschriebene DMP-Patienten vorzufinden. Das ist sehr hilfreich und erspart Nachfragen und ist Grundlage für eine Abrechnung des Patienten in der spezialisierten Versorgungsebene. Viele Patienten wissen gar nicht, was sie alles unterschreiben und somit auch nicht, dass sie im DMP eingeschrieben sind. Den Newsletter finden Sie im Downloadcenter unter www.kvsh.de

11 | 2016

Nordlicht

aktuell

27


Bekanntmachungen und Meldungen

Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) Darin heißt es, dass ƒƒder Apotheker den Vornamen und die Telefonnummer auf dem Arzneimittelrezept eigenverantwortlich ändern kann, wenn diese Angaben fehlen und dem Apotheker diese Angaben zweifelsfrei bekannt sind – eine telefonische Rücksprache ist nicht erforderlich.

ƒƒMehrere Wirkstoffe wurden von der Verschreibungspflicht für Erwachsene und Kinder ab vollendetem 12. Lebensjahr (nur Beclometason) zum 30. September 2016 freigestellt, unter anderem Mometason. Fluticason und Beclometason zur intranasalen Anwendung bei saisonaler allergischer Rhinitis nach der Erstdiagnose. Dies bedeutet, dass die vorgenannten Sprays für Erwachsene nicht mehr verordnungsfähig sind. Die Verordnungsänderung trat am 1. Oktober 2016 bereits in Kraft.

Missbrauch von Fentanyl-Pflastern Das strafbare Erschleichen von Betäubungsmittel Rezepten (BtM-Rezepten) durch vermeintliche Schmerzpatienten mit Verordnungswünschen nach Fentanyl-Pflastern häuft sich in allen Bundesländern. Auch Lyrica, Tilidin und Benzodiazepine stehen auf der Wunschliste der oftmals massiv fordernd und das Praxispersonal und den Arzt bedrängenden Personen, die nicht selten Abhängige oder Weiterverkäufer der erschlichenen Medikamente sind. Nach Angaben von Krankenkassenseite sind für einzelne dieser Patienten Verordnungen der oben genannten Wirkstoffe in großer Menge zum Teil im Wert von mehreren 10.000 Euro aufgefallen, die durch gezieltes Arzthopping und „Reisemanagement“ zustande gekommen sind. Außerdem werden häufig Versichertenkarten gerade dieser Personen durch Diebstahl oder Verlust als abhanden gekommen gemeldet und von den Krankenkassen unkritisch ersetzt. In vielen Fällen geben solche Personen an, im Urlaub oder gerade umgezogen zu sein und benötigten daher neue Verordnungen, da ihre Medikamente aufgebraucht seien. Folgende Fragen sollten rechtmäßig mit Fentanyl behandelte Patienten beantworten können: Von welchem Arzt und wann wurde Ihre letzte Fentanyl-Verordnung ausgestellt? ƒƒPrüfen Sie eventuell telefonisch, ob diese Arztpraxis wirklich nicht erreichbar ist. Wie oft erfolgt ein Pflasterwechsel? ƒƒÜberprüfen Sie die zuletzt verordnete Menge und die Reichdauer. In welcher Apotheke haben Sie Ihre letzte Packung Fentanyl-Pflaster bekommen? ƒƒHalten Sie eventuell telefonische Rücksprache mit dieser Apotheke. Wo klebt aktuell Ihr Fentanyl-Pflaster? Soweit diese Fragen nicht oder nicht plausibel beantwortet werden können, sollten Sie eine Verordnung von FentanylPflastern sorgfältig abwägen. Falls die Verordnung eines BtM im Vertretungsfall aus medizinischen Gründen durch Sie erfolgen muss, sollte grundsätzlich die kleinstmögliche Menge verordnet werden. Darüber hinaus möchten wir darauf hinweisen, dass Fentanyl-Pflaster nicht als Substitutionsmittel zugelassen sind. Bei der Verordnung von Pregabalin, Tilidin und Benzodiazepinen sollten Sie sich bewusst sein, dass diese Wirkstoffe von Abhängigen als Ersatz- oder Beikonsum missbraucht werden. Bitte bedenken Sie: Ein Arzt darf durch seine Verordnungen eine Abhängigkeit nicht unterstützen und fördern (unabhängig ob zulasten der Krankenkassen oder als Selbstzahler).

28

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


Bekanntmachungen und Meldungen

Heilmittelpreise Stand 1. September 2016 Auch in diesem Jahr möchten wir Sie auf die Möglichkeit der Kontrolle Ihrer Ausgaben anhand einer aktualisierten Übersicht zu den Heilmittelpreisen hinweisen. Für diese Übersicht haben wir die jeweiligen Preise der einzelnen Krankenkassen/ -verbände mit den Leistungserbringern verwendet. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen nur noch die jeweils umsatzstärksten Heilmittel*. Die ausführliche Liste mit allen Heilmittelpreisen finden Sie wie gewohnt auf der Internetseite der KVSH www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen. Mit den hier aufgeführten Preisen decken Sie in der Regel fast den gesamten Bereich Ihrer Heilmittelverordnungen ab. Wir möchten Ihnen damit die Arbeit erleichtern. Wir empfehlen Ihnen, die gelisteten Preise (am besten den jeweiligen Maximalpreis) für Ihre Heilmittel-Verordnungen in Ihrer Praxis-EDV zu hinterlegen. Zum einen ermöglicht Ihnen diese Auflistung einen Preisvergleich bezogen auf die unterschiedlichen Heilmittel. Zum anderen können Sie die jeweiligen Preise Ihrer Richtgrößensumme (Produkt aus den nach Altersklassen gestaffelten Richtgrößen und den Fallzahlen Ihrer Praxis) gegenüberstellen und haben so einen Anhalt für die von Ihnen veranlassten Heilmittel-Verordnungskosten. Leistungsbezeichnung

Dauer in Minuten**

Min.***

Max.***

Physiotherapie Krankengymnastik, auch auf neurophysiologischer Grundlage als Einzelbehandlung

15-25

15,89 €

16,50 €

60

28,14 €

30,41 €

Krankengymnastik zur Behandlung von zentralen Bewegungsstörungen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres nach Bobath oder Vojta

30-45

27,32 €

30,30 €

Krankengymnastik zur Behandlung von zentralen Bewegungsstörungen nach Vollendung des 18. Lebensjahres nach Bobath, Vojta oder PNF

25-35

21,72 €

23,50 €

Klassische Massagetherapie (KMT)

15-20

10,75 €

12,00 €

Manuelle Therapie (MT)

15-25

18,26 €

19,40 €

Gerätegestützte Krankengymnastik (KG-Gerät), parallele Einzelbehandlung bis zu drei Patienten, je Patient

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Ganzbehandlung

60

37,43 €

40,50 €

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Großbehandlung

45

24,75 €

30,37 €

Warmpackung einzelner oder mehrerer Körperteile

20-30

8,00 €

9,06 €

10,80 €

12,20 €

4,90 €

7,00 €

Hausbesuch inklusive Wegegeld Hausbesuch in einer sozialen Einrichtung inklusive Wegegeld, je Patient Ergotherapie Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei motorisch-funktionellen Störungen

30-45

28,18 €

29,25 €

Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei sensomotorischen/perzeptiven Störungen

45-60

37,03 €

39,51 €

Ergotherapeutische Einzelbehandlung als Hirnleistungstraining/neuropsychologisch orientiert

30-45

31,18 €

32,07 €

Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei psychisch-funktionellen Störungen

60-75

47,33 €

49,57 €

9,72 €

12,85 €

66,43 €

80,46 €

24,36 €

31,97 €

Hausbesuch ohne Wegegeld Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie Logopädische Befunderhebung Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

30

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

45

36,54 €

42,46 €

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

60

44,29 €

54,36 €

9,17 €

13,02 €

28,10 €

30,00 €

9,50 €

11,25 €

Hausbesuch inklusive Wegegeld Podologie Podologische Komplexbehandlung (beider Füße)

45-50

Hausbesuch inklusive Wegegeld *Quelle: www.gkv-his.de 11 | 2016

**Die Zeitangaben bedeuten „Zeit mit dem Patienten“ Nordlicht

aktuell

***Alle Preise sind „Brutto-Preise“ 29


PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Versorgungsatlas Rheinland-Pfalz 2016

Wahl in der KV Brandenburg

Mainz – Im Rahmen der Veranstaltung „KV trifft Politik“ hat die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) den „Versorgungsatlas Rheinland-Pfalz 2016“ vorgestellt. In der Publikation blickt die KV RLP auf die Entwicklung der Versorgungsstrukturen der vergangenen zehn Jahre seit der Fusion der ehemals vier rheinland-pfälzischen KVen zurück. Spezialisierung, Feminisierung, Flexibilisierung, Teambildung, Zentralisierung und Überalterung seien die zentralen Entwicklungen. Nicht nur der medizinische Fortschritt, auch die steigende Zahl an Angestellten- und Teilzeitarbeitsverhältnissen sowie der Trend zur Zusammenarbeit in Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinischen Versorgungszentren habe die medizinischen Versorgungsstrukturen maßgeblich verändert, heißt es im Versorgungsatlas. Zum Ersatz von zwei Ärzten traditionellen Typs würden heute mindestens drei Ärzte benötigt, um die gleiche Zahl an Patienten zu versorgen. Der demografische Wandel werde diesen Bedarf an Ärzten noch weiter steigern.

Stiftungs-Praxis für Ilmenau Weimar – Die Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen hat in Ilmenau eine Hausarztpraxis eröffnet. Die Praxis ist eine so genannte Eigeneinrichtung. Die in der Praxis tätige Fachärztin für Allgemeinmedizin ist dort angestellt. Die Stiftung wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen gemeinsam mit dem Land getragen. Sie bietet jungen Ärzten, die in der ambulanten Versorgung in Thüringen arbeiten möchten, ein Förderpaket vom Studium bis zum Berufseinstieg an. Mit der Praxiseröffnung verfolgt die KV zwei Ziele: Zum einen wird in einer Region, in der Hausärzte fehlen, eine Versorgungslücke teilweise geschlossen. Zum anderen führt die Stiftung die angestellte Ärztin im Rahmen einer Niederlassungs-Fahrschule an die Arbeit in eigener Niederlassung heran. Die 1. Vorsitzende des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, Dr. Annette Rommel, verwies auf die Vorteile des Modells der Stiftungs-Praxen: „Auf diese Weise können auch solche Ärzte in die ambulante Versorgung eingebunden werden, die sich eine eigene Niederlassung zunächst nicht vorstellen können. Sie werden in den ersten Jahren unterstützt und können die Praxis nach einigen Jahren selbst übernehmen. Das macht ihnen den Einstieg leichter. Den Nutzen haben vor allem die Region und die Patienten.“

30

Nordlicht

Potsdam – Die neue Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg steht fest. An der Wahl haben sich 53,1 Prozent der Ärzte und 69 Prozent der Psychotherapeuten beteiligt. Nach dem vorläufigen Endergebnis werden die 30 Sitze auf folgende Wahlvorschläge aufgeteilt: 13 Sitze erhielt das Bündnis für Brandenburg 2016, gefolgt von der Hausarztliste Brandenburg mit zehn Sitzen. Der Marburger Bund erhält zwei Sitze, der Deutsche Hausärzteverband/MEDI und die Kooperative Liste Brandenburg jeweils einen Sitz. Drei Sitze entfallen auf die Liste Psychotherapeuten für Brandenburg und auch die angestellten Ärzte sind mit drei Sitzen vertreten. Das brandenburgische Ärzteparlament besteht künftig aus 21 Männern und 9 Frauen. Sieben Vertreter ziehen erstmals in die Vertreterversammlung ein.

Hamburg sorgt für Transparenz Hamburg – Mit dem 1. Quartal 2016 legt die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg ihren ersten Quartalsbericht zur Honorarsituation vor. Damit kommt sie einem vielfach geäußerten Wunsch nach, die Ergebnisse der Honorarverteilung strukturiert aufbereitet zu erhalten. Der Quartalsbericht enthält die Abrechnungsdaten des jeweiligen Quartals, also Gesamtumsatz, Umsatz aufgeteilt nach Honorarbestandteilen, Anteile der Fachgruppen an der Honorarverteilung, sowie auf der Fachgruppenebene die jeweilige Umsatzentwicklung allgemein und aufgeteilt nach Leistungsgruppen. Ergänzt wird der Bericht durch eine fachgruppenbezogene Leistungsmengenstatistik. Darüber hinaus werden sowohl die Rahmenbedingungen, die für alle Mitglieder der KV Hamburg gelten, dargestellt, als auch die spezifischen Bedingungen für einen Versorgungsbereich oder eine Fachgruppe, jeweils auch inklusive der Änderungen und Entwicklungen in dem betreffenden Quartal. Mit diesen Daten lassen sich nicht nur die „großen“ Finanzströme nachvollziehen, sondern auch direkte Rückschlüsse auf die eigene Abrechnung ziehen.

aktuell

11 | 2016


PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie hat neuen Vorsitzenden

Mit Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes im Jahre 1998 wurde der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie installiert. Inzwischen besteht der Beirat mehrere Jahre und hat nun seit geraumer Zeit einen neuen ärztlichen Vorsitzenden. Im Folgenden soll der neue Vorsitzende kurz vorgestellt werden und aufgezeigt werden, welche Aufgaben der Beirat wahrnimmt und welche Folgen seine Stellungnahmen und Gutachten haben können. Grundlage des Beirats – das PsychThG Gemäß Psychotherapeutengesetz (PsychThG) ist die Ausübung von Psychotherapie eine mittels wissenschaftlich anerkannter Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist. Um nun die Wissenschaftlichkeit eines Verfahrens feststellen zu können, wurde seinerzeit ein Beirat – der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie – berufen. Der Beirat setzt sich paritätisch aus sechs Vertretern der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten einerseits und sechs ärztlichen Vertretern andererseits zusammen. Die Berufungsdauer entspricht der fünfjährigen Amtsperiode des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie. Der Vorsitz wechselt jeweils zwischen den Berufsgruppen. Neuer ärztlicher Vorsitzender Seit geraumer Zeit ist nun Prof. Dr. Gereon Heuft ärztlicher Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie. Heuft ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie © UKM und Psychiatrie sowie Univ.-Prof. Dr. Gereon Heuft Psychoanalytiker. Er hat einen Lehrstuhl für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen WilhelmsUniversität Münster und ist Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster. Der bisherige psychologische Vorsitzende Günter Esser hat jetzt die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden übernommen.

11 | 2016

Nordlicht

Aufgaben des Wissenschaftlichen Beirats Der Beirat erstellt unter anderem nach Paragraf 11 PsychThG Stellungnahmen und Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung von Psychotherapieverfahren. Hiermit werden vornehmlich Behörden beraten. Relevanz haben die Gutachten beispielsweise dann, wenn es um die staatliche Anerkennung von Ausbildungsstätten für Psychotherapeuten geht. Im Sinne des Gesetzes können nur Psychotherapie-Ausbildungen, die in einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren erfolgen, zur Approbation als Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut führen. Aber auch für eine spätere sozialrechtliche Anerkennung von Verfahren (oder Methoden) spielen die Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie eine gewichtige Rolle. So hatten die Einordnungen beispielsweise der Neuropsychologischen Therapie und von EMDR durchaus Auswirkungen auf die Anerkennung dieses Verfahrens bzw. dieser Methode im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung. Gutachten und Stellungnahmen Bisher hat der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie zu folgenden Psychotherapieverfahren Gutachten erstellt: Systemische Therapie, Gesprächspsychotherapie, Neuropsychologische Therapie, Psychodramatherapie, Interpersonelle Psychotherapie, Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) bei Erwachsenen sowie gesondert bei Kindern und Jugendlichen. Die bei Inkrafttreten des PsychThG sozialrechtlich bereits anerkannten Verfahren: Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Analytische Psychotherapie konnten auf Wunsch der Fachgesellschaften einer wissenschaftlichen Begutachtung unterzogen werden. Ein behördlicher Auftrag hierzu wurde nicht gestellt. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

aktuell

31


die menschen im land V or O rt

Helfen, wo der Pfeffer wächst Dr. Gie Vandehult leistet seit vielen Jahren humanitäre Hilfe auf Madagaskar und operiert dort unter zum Teil schwierigsten hygienischen und logistischen Verhältnissen. Die Fachärztin für Plastische Chirurgie aus Bad Schwartau berichtet von ihrem 14. Einsatz.

Was machen 10 Personen und 20 Aluminiumkisten morgens um fünf am Hamburger Flughafen? Sie fliegen nach Madagaskar, um dort zu operieren. Warum machen sie das? Weil sie, allen Schwierigkeiten zum Trotz, sich gegenüber der bitterarmen Bevölkerung verpflichtet fühlen. Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt, mehr als doppelt so groß wie Deutschland und hat etwa 22 Millionen Einwohner. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt. 93 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als drei Dollar am Tag. Ein staatliches Gesundheitswesen gibt es nicht: kein Geld – keine Behandlung – Pech gehabt. In diesem Setting sind wir seit 2006 zum 14. Mal auf Madagaskar. Eine Truppe von Ärzten, Schwestern und einem Orthopädietechniker, die in der Hauptstadt Antananarivo und im bitterarmen Süden Madagaskars LippenKiefer-Gaumenspalten, Verbrennungen, Fehlbildungen und Hernien behandeln. Station Antananarivo Unsere erste Station war das SALFA Krankenhaus „Ambohibao“ in Antananarivo. Hier hatte Tanja Hock, eine deutsche Hebamme, zusammen mit einem Team von „Mobile Hilfe Madagaskar“ schon den Operationsplan für uns vorbereitet. Wir haben so in kurzer

32

Nordlicht

Zeit 35 Operationen durchgeführt, unter anderem 9 Leistenhernien, 20 Lippen-/Gaumenspalten sowie drei Kontrakturen nach Verbrennungen. Unser Sonnenschein war die kleine Robertina. Wir hatten das Mädchen bei einem Einsatz im November 2014 kennengelernt. Ihre Mutter trug das damals fünfjährige Kind auf dem Rücken, da die Kleine seit einem Jahr nicht mehr laufen konnte. Der Fußrücken war in Folge einer Verbrennung am Unterschenkel vernarbt festgewachsen. Nach zwei Operationen und Schienenbehandlung im November 2014 und Februar 2015 kam sie jetzt hüpfend wie eine kleine Gazelle in die Klinik, um ihre roten Flip-Flops zu zeigen. Das Sprunggelenk war stabil und gut beweglich. Nun war das Kniegelenk dran, das sich nicht ganz strecken ließ: neue Operation, neue Schiene, alles gut. Hilfseinsatz in Manambaro Die Reise ging weiter in den Süden des Landes. Das Krankenhaus „Manambaro“ gibt es seit 1953. Wir hatten bei vorherigen Einsätzen dort schon einiges erlebt: Operieren ohne Strom und fließendes Wasser, Invasionen von Käfern, Ameisen und endemischen Kakerlaken, auf die wir nicht treten durften, da sie auf Madagaskar einzigartig sind. Aber das machte sie nicht unbedingt

aktuell

11 | 2016


die menschen im land

sympathischer. Vieles hat sich in den letzten fünf Jahren erheblich verbessert. Mit Hilfe von mehreren Rotary-Clubs – federführend war der Rotary-Club Lübecker Bucht/Timmendorfer Strand – und der Stiftung J2O besitzt das Krankenhaus nun eine Solaranlage, die zuverlässig Strom liefert und einen Brunnen. Leider war bei unserer Ankunft die Pumpe ausgefallen und wir hatten wieder nur fließendes Wasser in Form von Regen – davon aber reichlich. Also hieß es, sich raus zu stellen, um Regenwasser für die Katzenwäsche und die Toilettenspülung zu sammeln. Der neue Chefarzt des Krankenhauses, Dr. Heuric, begrüßte uns wegen einer gerissenen Achillessehne auf Gehstützen. Nachdem er mit seinem kaputten Fuß sein OP-Programm (zwei Kaiserschnitte und eine Unterleiboperation) absolviert hatte, legten wir ihn kurzerhand selbst auf den Tisch und nähten die Sehne. Unser Orthopädietechniker baute eine schicke Schiene. Danach sichteten wir weit über 200 Patienten und wurden dabei mit einer, gefühlt endlosen Bandbreite von Erkrankungen konfrontiert: Sie reichten von schweren Verbrennungen über grotesk große Leistenhernien bis zu ungewollter Kinderlosigkeit und der Bitte, den untreuen Ehemann so zu operieren, dass er nicht mehr fremdgeht.

unter zehn Jahren. Ein Viertel war jünger als drei Jahre. Da nicht genügend Matratzen vorhanden waren, mussten Patienten zum Teil auf dem Boden oder direkt auf den Sprungfedern der Betten schlafen. Unser Team beschloss deshalb, auf eigene Kosten fünf Matratzen in Fort Dauphin zu besorgen. Sie wurden von der Klinikleitung und den Patienten dankbar entgegengenommen. Außerdem fehlten Medikamente, Verbandsmaterial, chirurgische Instrumente, Schulungen in Schmerztherapie und Hygieneausbildung. Die „To-do-Liste“ könnte ich noch endlos erweitern, doch auch in Manambaro hatten wir einen kleinen Sonnenstrahl namens Bon Chance. Der sechsjährige Junge war im Februar von einem Auto angefahren worden und hatte eine riesige Hautdefektverletzung am rechten Fuß. Sie wollte nicht heilen und machte ihm seit Monaten das Laufen unmöglich. Nach Debridement und Hautdefektdeckung heilte die Wunde gut zu. Er lernte schnell wieder zu laufen und lächelte jedem vergnügt zu. Dr. Gie Vandehult, Fachärztin für plastische Chirurgie, Bad Schwartau

Hilfsorganisation „pro interplast Seligenstadt e. V.“ Schwierige Verhältnisse vor Ort Es gab sehr viel zu tun. Letztendlich haben wir in Manambaro 103 Operationen durchgeführt, davon 34 Hernien, 7 Kontrakturen nach Verbrennungen, 17 handchirurgische Eingriffe, 27 Tumoren am Kopf und (leider nur) zwei Lippenspalten. Die Anästhesisten haben unter einfachsten Bedingungen 100 Vollnarkosen bei zum Teil sehr kleinen Kindern gemacht. 50 Prozent 11 | 2016

Nordlicht

Spendenkonto für Überweisungen: pro interplast Seligenstadt e. V Volksbank Seligenstadt e. G. IBAN: DE24 5069 2100 0000 2802 08 BIC: GENODE51SEL

aktuell

33


die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Mirja Jentzen Geburtsdatum: 25.02.1975 Geburtsort: Kiel Familie: Partner, zwei Kinder Fachrichtung: Allgemeinmedizin Sitz der Praxis: Kiel Niederlassungsform: Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit 1. April 2016

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Ich bin gerne mein eigener Chef und wollte Familienleben und Beruf bestmöglich miteinander vereinen. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Das Schönste für mich ist es, den Facettenreichtum des menschlichen Wesens in jeglicher Ausprägung kennenzulernen. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? … einfach machen! 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Ich sehe mich mit einem guten Rotwein in illustrer Runde mit Jean-Paul Sartre, Marie Curie, Salvador Dalí, Freddie Mercury und Mahatma Gandhi über den Sinn des Lebens philosophieren … to be continued. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Ich bin ein Küstenkind und kann am besten am und auf dem Meer entspannen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ich lese gern und viel, kein Lieblingsbuch. Zuletzt gelesen habe ich „Arc de Triomphe“ von Remarque. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Wenn man, so wie ich, die Nordlichter mag, hat man im Land zwischen den Meeren eine hohe Lebensqualität. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Schauspielerin.

34

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


die menschen im land K ommentar

Morbid Der Vorwurf, den die Techniker Krankenkasse (TK) gegen die Ärzteschaft erhebt, wiegt schwer. Er lautet im Kern, Ärzte würden den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich dafür nutzen, ihre Patienten kränker zu machen als sie sind, um auf diesem Weg ihre Honorare zu verbessern. Auch Krankenkassen sollen sich an diesem Spiel beteiligen, weil sich mehr Morbidität auch für sie auszahlt. Und weil das Spiel nach Art eines Schneeballsystems so gut funktioniert, zahlen Krankenkassen angeblich Prämien für entsprechende Diagnosen der Ärzte. Ganz schön morbid, kann man da nur sagen – und mit Sicherheit nicht im Interesse der Versicherten. Schließlich ist es ihr Geld, das in den Risikostrukturausgleich fließt: 200 Milliarden Euro kommen pro Jahr zusammen, das sind nicht gerade Peanuts, das ist sehr viel Geld. Geld, das die Fantasie beflügelt, wenn man es in seiner Kasse klingeln hören will. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, solange es nach Recht und Gesetz zugeht. Genau das ist aber offensichtlich nicht der Fall. Denn kein Geringerer als der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), meldete sich auf Seite 1 der überregionalen Zeitungen zu Wort, um schweres Geschütz aufzufahren. Manipulation wirft er Ärzten und Krankenkassen vor und fordert Reformen. Etwas verwundert reibt man sich die Augen – noch dazu wenn man die schäumenden Kommentare in einigen besonders engagierten Medien dazu liest. Denn der Fingerzeig auf die Ärzte entpuppt sich als klare Fehldiagnose. „Ärzte manipulieren keine Diagnosen“, verwahrte sich die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, gegenüber Medien und Öffentlichkeit. Weder gebe es mit der Techniker Krankenkasse noch einer anderen Kasse einen Vertrag oder eine Vereinbarung, die ein ungerechtfertigtes Up-Coding beinhaltet oder fördert. Und: Die Kodierung einer Diagnose hat keine direkten Auswirkungen auf den Patienten, ein Arzt kann einen Patienten nicht kranker machen als er ist. Dagegen bestätigte die KVSH-Vorsitzende, dass der Zusatzaufwand für die Kodierung von Diagnosen und Therapien als ärztliche Dienstleistung anzusehen ist, die von einigen Krankenkassen vergütet wird.

der Öffentlichkeit den Eindruck von mafiaähnlichen Strukturen im Umgang mit Versichertengeldern erweckt, dann wiegt das ungleich schwerer, als bei einer der weiteren knapp 120 deutschen Krankenkassen. Und wenn Politiker, die mit am Verhandlungstisch sitzen, wenn die großen Regelwerke des Sozialstaates, wie der Risikostrukturausgleich, verhandelt werden, „Reformen“ fordern, dann fragt man sich, ob Überblick und Urteilsfähigkeit möglicherweise gelitten haben.

„Der Fingerzeig auf die Ärzte entpuppt sich als klare Fehldiagnose.“ Beides wäre nicht verwunderlich angesichts der Komplexität und in Teilen Intransparenz der Gesetzgebung. Daraus die Munition für eine neue Runde im Ärztebashing zu nehmen und Stichworte, wie Manipulation, Geldprämien und Fehldiagnosen abzufeuern, ohne zu fragen, wen man damit trifft – dieser Schuss geht nach hinten los. Denn wenn dieses Spiel schon länger läuft, ist umso dringlicher die Frage zu stellen, warum es jetzt erst öffentlich gemacht wurde und die Mitspieler oder Mitwisser so lange geschwiegen haben? Sich selber als Saubermänner zu verkaufen und die Ärzte zu Prügelknaben des Systems zu machen – das überzeugt in diesem Fall weniger denn je. Wenn es eine Lehre aus diesem Theater gibt, dann die: Auf der Dauerbaustelle Gesundheitswesen müssen neue Leitplanken gezogen werden. Sie müssen für Klarheit und Verständlichkeit von Gesetzen und Verordnungen sorgen, Transparenz über Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen als Treuhänder ihrer Versicherten herstellen, Privilegien aller Art beschneiden und das Gemeinwohl wieder zum Maßstab von Partnerschaft im Sozial- und Gesundheitswesen machen. Anders ist beim Bürger kein Blumenpott – pardon: keine Wahl zu gewinnen. Und davon stehen im nächsten Jahr einige an. Peter Weiher, Journalist

Das ist Klartext. Und das ist in der Sache etwas völlig anderes, als von TK und Politikern behauptet. Umso mehr stellt sich die Frage, was beide antreibt. Denn wenn die größte Krankenkasse den Vorwurf der Manipulation erhebt und damit in

11 | 2016

Nordlicht

aktuell

35


SERVICE

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Fragen und Antworten Es gibt seit dem 1. Juli 2016 auch für den fachärztlichen Versorgungsbereich eine Besuchsleistung, die durch qualifiziertes nichtärzliches Praxispersonal (NäPa) durchgeführt werden darf. Die Zuschläge nach den Gebührenordnungspositionen 38200 und 38205 EBM erfordern eine Grundleistung. Welche ist das? Bei den genannten Ziffern handelt es sich um Zuschlagspositionen zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 38100 und 38105 EBM (Besuche durch angestellte Mitarbeiter der Arztpraxis, die eine Ausbildung in einem nichtärztlichen Heilberuf absolviert haben). Die Zuschlagspositionen GOP 38200 und 38205 EBM dienen dem Zweck der Versorgung von Patienten in Alten- oder Pflegeheimen und/oder anderen beschützenden Einrichtungen und bedürfen einer Genehmigung der KVSH, Abteilung Qualitätssicherung.

Wie lange müssen Patientenakten und Befunde aufbewahrt werden? Für Patientenakten und Befunde gilt eine Mindestaufbewahrungsfrist von 10 Jahren. Zivilrechtliche Ansprüche eines Patienten gegen seinen Arzt verjähren nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch jedoch erst nach 30 Jahren. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Homepage (www.kvsh.de  Praxis  Rechtsquellen  Aufbewahrungsfristen).

Muss für die präoperative Diagnostik oder die postoperative Behandlung beim Hausarzt ein weiterer Behandlungsschein angelegt werden, wenn der Patient schon wegen einer anderen Erkrankung im selben Quartal bei uns in Behandlung gewesen ist? Nein, es ist kein zweiter Schein erforderlich. Sowohl die präoperative Diagnostik (GOP 31010-31012 EBM) als auch die postoperative Behandlung (GOP 31600 ff.) können auf dem bereits vorhandenen Behandlungsschein abgerechnet werden. Im Fall der postoperativen Behandlung ist jedoch zwingend zu beachten, dass eine Überweisung vom Operateur zu jener postoperativen Behandlung vorliegen muss.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr

36

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte

thema: Qualitätsmanagement –

thema: R  efresherkurs/Fortbildungskurs

die G-BA-Richtlinie erfüllen

Säuglingshüfte

datum: 9. November 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 26. November 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Der Kurs entspricht den Vorgaben der derzeit geltenden Ultraschallvereinbarung gemäß Anlage V Paragraf 11 Abs. 3 Anhang 1.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

Teilnahmegebühr: Für niedergelassene Ärzte aus Schleswig-Holstein kostenlos Ansonsten: 150 Euro inkl. Verpflegung

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Fortbildungspunkte:.10 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen (bei kostenpflichtiger Teilnahme) können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

Ute Tasche Tel. 04551 883 485 Fax 04551 883 7485 E-Mail sonographie@kvsh.de

11 | 2016

Nordlicht

aktuell

Tanja Steinberg 04551 883 315 04551 883 7315 sonographie@kvsh.de

37


SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: QEP®-Einführungsseminar

datum: 3. Februar 2017, 15.00 bis 21.00 Uhr 4. Februar 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge; erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 2 00 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

© istock.com/Yuri

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de 38

Nordlicht

aktuell

11 | 2016


Service

Veranstaltungen KVSH

12. November 2016, 9.00 bis 13.00 Uhr

22. Schleswiger Schmerztagung

7. Dezember 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Ort: Am Damm 1, 24837 Schleswig, Treffpunkt ist die Aula des Landesförderzentrum Hören und Sehen, Seminarweg 20, 24837 Schleswig Info: Anmeldung Tel. 04621 83 1112, Fax 04621 83 601112, Fortbildungspunkte 5, E-Mail: Christiane.Hentke-schink@helios-kliniken.de www.helios-kliniken.de/schleswig

12. November 2016, 9.00 bis 16.00 Uhr

PEER Review Verfahren in der Allgemeinmedizin

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Teilnahmegebühr: 150 Euro, 8 Fortbildungspunkte Vermittelt werden Inhalte und Ausführungsdetails des Peer Review Verfahrens sowie Kompetenzen in der Rolle als Peer. Anmeldung: schriftlich unter Angabe der Kontaktdaten (vollständiger Name, Adresse, Telefon) per E-Mail oder Fax (formlos), Fax 04551 8813 751 E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

KVSH-Kreisstellen

16. November 2016, 19.30 bis 21.00 Uhr

12. November 2016, 9.00 bis 14.00 Uhr

6. Baltisches und 27. Flensburger hämatologisch/onkologisches Symposium Ort: Alte Post, Rathausstraße 2, 24937 Flensburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referent: Prof. Dr. N. Basara, Medizinische Klinik I (St. Franziskus-Hospital) www.malteser-franziskus.de

Balintgruppe Ort: Lindenstr. 42, 25524 Itzehoe Info: Balintgruppe (jeden 3. Mittwoch im Monat, 19.30 bis 21.00 Uhr) sucht neue Mitglieder. 3 Fortbildungspunkte E-Mail: ulla@kamps-blass.de

21. November 2016, 8.45 bis 12.15 Uhr

Ausländische Abschlüsse im Gesundheits- und Pflegebereich

17. November 2016, 15.00 Uhr

Diagnostik und Behandlung dissoziativer Störungen

Ort: Legienhof, Legienstr. 22, 24103 Kiel Info: Eine Voranmeldung wird bis zum 14. November 2016 erbeten. Fax 0431 20509525 E-Mail: iq-koordination@frsh.de www.netzwerk-iq.de

Ort: Cafeteria Klinik Psychiatrie (DIAKO), Flensburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referent: Prof. Dr. N. Basara, Medizinische Klinik I (St. Franziskus-Hospital) www.malteser-franziskus.de

30. November 2016, 18.00 Uhr

30. November 2016, 14.30 bis 18.00 Uhr

Update Darmzentrum Ort: Alte Post, Rathausstraße 2, 24937 Flensburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

Schleswig-Holstein 10. November 2016, 20.00 Uhr

Neurochirurgische Behandlung von HWS-Erkrankungen Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Prof. A. Stark, Rendsburg, 3 Fortbildungspunkte E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

11 | 2016

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Flucht und Trauma Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Referent: Dr. Ibrahim Özkan, Psychologischer Psychotherapeut, zert. Traumatherapeut, Maria Belz, Diplom-Psychologin, Diversity-Trainerin, Akkreditierung: PKSH 4 Punkte, Kosten: 50 Euro, Studierende, Auszubildende und Forumsmitglieder 10 Euro, Tel. 04822 3780806 E-Mail: praxis@dr-braukhaus.de www.psychotherapie-steinburg.de

2. Dezember 2016, 17.00 bis 19.00 Uhr

§ 299 Daumenschrauben für Versorgungsqualität? Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Auskunft und schriftliche Anmeldung bitte bis zum 21. November 2016 an: Marion David, Tel. 04551 803 409, Fax 04551 803 401 E-Mail: fkqs@aeksh.org

Nordlicht

aktuell

39


Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 40

Nordlicht

Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 aktuell

11 | 2016


Service kontakt

HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 11 | 2016

Nordlicht

Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Caroline Broock������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 aktuell

41


Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Impressum

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

42

Nordlicht aktuell

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

11 | 2016


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 11 | 2016

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

43


2016

An jedem ersten Mittwoch im Monat 14.00 bis 17.00 Uhr 

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Nordlicht 11 2016 web  
Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you